Der Lykische Wanderweg

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Der Lykische Wanderweg

LYKISCHE KÜSTEPlackerei hat ein Ende beim zweiten Feuerfeld.Hier, auf diesem Feuerfeld, lagenin völligem Durcheinander viele behaueneSteine mit griechischen Inschriften herum,der Ort ist ein uraltes Heiligtum, einverfallener Tempel zeugte davon. Auchdienten die Flammen in der Antike denSeefahrern als Seefahrtsmarke.Nun kam die nächste Schwierigkeit, diegesetzten Stufen. Sie waren so gebaut,dass sie höchstens für Zweimetermenschengängig gewesen wären. Wir hattenunser Tun, all diese Stufen zu bewältigen.Trotz alledem, wir kamen heil unten an.Auf zur Wanderung vonTekirova nach CiraliUnsere nächste große Wanderung standan von Tekirova nach Cirali, ca. 19 km.Nach dem Frühstück fuhr uns unser Buszum Einstieg in diesen Weg nach Tekirova,ein typischer Badeort, wie es unzähligean der türkischen Küste gibt.Dieser Wanderweg liegt, wie übrigens alleunsere Wanderwege, die wir gewandertsind, im „Olimpos Beydaiglari Milli ParkiNationalpark“. In der Türkei gibt es 38Nationalparks. Sie sollen neben demSchutz von Flora und Fauna auch helfen,die Kulturdenkmäler zu erhalten.Ein ausgefahrener, ausgewaschener undauch wieder gerölliger Weg nahm uns auf.Er schlängelte sich immer am Berg entlang,mit Sicht auf das tiefblaue, manchmalauch smaragdgrüne Wasser, die Wellenschlugen mit weißen Schaumkämmen andie vielen Buchten. Auf der anderen Seite,der Bergseite, sahen uns knorrige alte Pinienbeim Wandern zu. Trockene Bachbet-Zistrosenten galt es zu überqueren, es ging hochund runter. Die Natur zeigte sich vonihrer schönsten Seite, Lavendel blühte undduftete, gelber Ginster, roter Mohn, Königskerzen,Zistrosen und rote Anemonenbegleiteten uns am Wegesrand, eine Farbenprachtund Fülle sondergleichen.Wir erreichten eine alte Fischfarm, dortmachten wir Rast und Adnan chartertefür die Wanderer, die müde waren, einBoot. Das kam dann von Cirali angetuckertund nahm alle Müden und Geplagtenauf. Bei dieser Rast begegneten wir einemHund und einer Gans. Die Gans zeigtesich sehr selbstbewusst und forderte mitNachdruck Proviant ein, der Hund war daetwas zurückhaltender. Was die beidenwohl mit einander zu tun hatten?Der Rest der Gruppe stiefelte durch dentiefen schwarzen Sand der Bucht und wiedernahm uns ein schmaler Bergpfad inEmpfang, es ging stetig bergauf. Der Pfadwar steil und schmal, zerfurcht, wir überwandtenHindernisse, umgefallene Bäume,Felsen, dann ging es wieder bergab indie nächste Bucht. Und die gleiche Prozedurbegann von vorn. Belohnt wurden wirmit herrlichen, wildromantischen Aussichtenin kleine verträumte Buchten, in denendie Wellen schäumend an Land schlugen.Der schneebedeckte Tahtali Dagi,2 365 m, grüßte von Ferne.Die letzte Biegung wurde erreicht und Ciraliwar in Sicht, eine wunderbare, auchanstrengende Wanderung war zu Ende.Das Schönste war, Tunay, unser Pensionswirt,holte die Letzten mit seinem Autoab. Die letzten 2 km Straße brauchten wirnicht zu laufen, war das ein Service!Auf zur Wanderung Adrasan –OlymposZwischen Adrasan und Olympos ragt steildie fast 1 000 m hohe Kette der Musa-Dagi-Berge auf. Von Adrasan, einem kleinenBadeort, steigt der Pfad zu einem700 m hohen Sattel auf, auf dem sich eineHirtenhütte als Rastplatz anbietet. Aneiner Plantage mit Granatapfelbüschenund Orangenbäumen vorbei überquertenwir ein fast ausgetrocknetes Bachbett. Wirhangelten uns von Stein zu Stein, dieWanderstöcke waren doch sehr hilfreich.Der Weg war gut sichtbar markiert undgut zu gehen. Dieser schöne Pfad steigtsanft durch einen lichten Kiefernwald anund wir konnten eindrucksvolle Ausblickeauf die Felswände der Musa-Dagi-Ketteerhaschen.Auf dem Sattel angekommen, wurde ander Hirtenhütte erst mal Rast gemacht.Hinter der Hirtenhütte liegt ein kreisrunderDreschplatz und von dieser Höhe aushatten wir einen guten Ausblick auf dieTreibhäuser in der fruchtbaren Ebene ander Küste.Und wer dann noch wollte, stieg mit Adnanzu den Ruinen einer sehr alten Stadtauf den Gipfel. Niemand weiß so genau,wie diese Stadt hieß, welche Bewandtnises mit ihr hat. Bisher ist man auf Vermutungenangewiesen, von hethitisch bisgriechisch gehen die Äußerungen.Weiter ging’s, 700 m wieder nach unten inRichtung Olympos. Wir wanderten durchein Waldbrandgebiet, ein unheimlichesGefühl. Die verkohlten Bäume strecktenihre schwarzen Äste wie drohende Fingerin den blauen Himmel, gesäumt und abgegrenztdurch eine hellgraue, hoch aufragendeFelswand, die keinen Fluchtwegbot. Wir fühlten uns selbst wie in einerFalle und wir beeilten uns, dieses Gebietso schnell wie möglich zu verlassen. Erstaunlichist, wie schnell sich neues Lebenbildet. Der Waldgrund war übersät mitZistrosen, die mit ihren gelben und rotenBlüten in die Sonne strebten. Der Lorbeerwald,der jetzt folgte, war feucht undder Weg wieder einmal geröllig, ließ sichaber ganz gut gehen. Die Steine warenvon Moosen überzogen, und das Licht warschummerig in diesem dichten Wald. Späterkamen wir durch einen Pinienwald,dort gingen wir wie auf einem Teppich aufden abgefallenen Nadeln der Pinien, sehrangenehm. Aber 700 m Abstieg, das ließdie Knie zittern.Zum Schluss mussten wir noch einen felsigenAbsatz überwinden, dann landetenwir im Flussbett des Flusses, der die StadtOlympos in zwei Hälften teilt. Geschafft!Text: Heinke HafkusFotos: Heinke Hafkus und Lothar GlebeRast an einer Hirtenhütte Verkohlte Bäume Nach dem Abstieg wurden wir gefahren!4 – HESSISCHER GEBIRGSBOTE 1-2012Fortsetzung folgt

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