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Radar - Lesefutter

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JugendverschuldungJunge sind überproportional verschuldet20112010Anteil Schuldner an der Gesamtanzahl Schuldnerim betrachteten Bereich2011 20%22% 58%2010 20%23% 57%2011201026% 27% 46%30% 28% 42%15% 18% 67%15% 19% 66%0% 25% 50% 75% 100%Die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen mitInkassofällen in den drei untersuchtenBereichen ist verglichen mit ihremAnteil an der Gesamtbevölkerung(12 Prozent) immer noch überproportionalhoch. Insbesondere im BereichE-Commerce ist die jüngste erfassteAltersgruppe, trotz eines leichten Rückgangsum 4 Prozentpunkte gegenüberdem Vorjahr, mit 26% immer noch mehrals doppelt so häufig vertreten als inder Gesamtbevölkerung.Ob sich dieses Ungleichgewicht inden kommenden Jahren ausbalanciert,wird sich zeigen.Gesamt-Bevölkerungsstruktur Schweiz201012% 12% 76%0% 25% 50% 75% 100%E-CommerceTelekomGesundheit18 bis 2526 bis 3233 plus6


adar 2012gesundheIt Ist dIe schuldenfalle nr. 1beI Jungen frauenes zeigen sich deutliche unterschiede bei der verschuldung von jungen frauen und Männern. Junge frauenverschulden sich mehrheitlich im bereich gesundheit, junge Männer vor allem im e-commerce-bereich.die gründe für die häufige verschuldung im gesundheitsbereich sind einfach nachvollziehbar, wie uns auchim experteninterview auf seite 9 bestätigt wird.männer verschulden sich vor allem in den bereichene-commerce und teleKommuniKation18 bis 25Anteil an der gesamten Anzahl Schuldner der jeweiligen Altersgruppeim betrachteten Bereich201160%201064%201140%201036%Im Bereich E-Commerce ist der Anteiljunger Männer mit rund 60% in beidenuntersuchten Altersgruppen deutlichhöher als derjenige der Frauen.Gegenüber dem Vorjahr hat sich dasVerhältnis Männer-Frauen bei beidenAltersgruppen angenähert.2011201020112010201120102011201043%43%39%40%57%57%61%60%Im Bereich Telekommunikation sindebenfalls grosse Unterschiede zwischenden Geschlechtern zu erkennen.Junge Männer verschulden sich mitrund 57% deutlich häufiger als Frauen(rund 43%). Der Unterschied wirdmit zunehmendem Alter noch grösserund steigt von 14 Prozentpunkten beiden 18- bis 25-Jährigen auf 24 Prozentpunktebei den über 26-Jährigen.26 plus2011201020112010201142%39%58%61%62%Junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahrenverschulden sich mit 61% im BereichGesundheit deutlich häufiger als Männerder gleichen Altersgruppe (39%).201062%201138%201038%201147%201047%201153%201053%0% 25% 50% 75% 100%E-CommerceTelekomGesundheit7


JugendverschuldungJunge Frauen verschulden sich häuFigerim gesundheitswesen als gleichaltrige männer18 bis 25 61%39%26 bis 3257%43%33 plus52%48%0% 25% 50% 75% 100%Die Differenz zwischen den Geschlechternin der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen beträgt deutliche 22 Prozentpunkte.Mit zunehmendem Alter reduziert sichdiese Differenz auf 14 Prozentpunktebei den 26- bis 32-Jährigen undschliesslich auf lediglich 4 Prozentpunktein der Altersgruppe 33 plus.Die Hintergründe dieses geschlechtsspezifischenUnterschieds werdenim Folgenden noch genauer beleuchtet.«der umgang mit geld ist von Mensch zu Mensch verschieden:die einen sind halt pflichtbewusster, die anderen träumen lieber.»debora, 16, schülerinüberproportionale verschuldung auch im gesundheitswesenIm Vergleich zu ihrem Anteil an der Bevölkerung verschulden sich auch im Bereich Gesundheitswesensowohl Personen im Alter von 18 bis 25 Jahren als auch 26- bis 32-Jährige überproportional.Ein nachvollziehbarer Grund dafür ist die in der Regel eher tiefe Finanzkraft dieser Altersgruppen.Konsequentes mahnwesen beugt schulden vorWas für einen positiven Effekt strukturierte Prozesse, ein strenges Mahnwesen sowie ein konsequentesInkasso haben, zeigen die Auswertungen der Ärztekasse. Die Zahlungsdauer ist im Schnitt über alleAltersgruppen um zwei Monate geringer als über den gesamten Gesundheitsbereich gesehen. Dies obwohldie Höhe der durchschnittlichen Forderungen sogar geringfügig höher ist als die durchschnittlicheHauptforderung im Bereich Gesundheit.8


adar 2012Wolfgang schibler, direktor der Ärztekasse, steht als fachexperte imbereich gesundheitswesen rede und antwort zu den neusten erkenntnissendes radars 2012.Intrum Justitia: herr schibler, erklärensie bitte kurz die aufgaben und Ziele derÄrztekasse.Wolfgang Schibler: Die Ärztekasseist eine standeseigene Genossenschaftmit dem Ziel, Ärztinnen und Ärztenmit eigener Praxis die Auslagerung derAdministration zu ermöglichenund somit auch zu professionalisieren.Eine immer wichtiger werdendeAufgabe, da die immer umfangreicherwerdenden administrativen Aufgabendie Praxen belasten und die Ärzteschaftvon ihrer eigentlichen medizinischenTätigkeit abhalten.der radar 2012 zeigt, dass sich vorallem junge frauen im bereich gesundheitswesenverschulden.Können sie uns aus Ihrer sicht möglichegründe für eine verschuldung in diesembereich angeben?Aus meiner Erfahrung gibt es dreiGründe, weshalb sich Menschen, egalwelchen Alters, im Gesundheitsbereichverschulden. Nummer eins sind sicherdie Krankenkassenprämien.Es gibt zwar Prämienverbilligungenfür die geringeren Einkommensstufen,aber oft ist die finanzielle Lage derartangespannt, dass auch die verbilligtenPrämien zu einer hohen Belastungdes Haushaltsbudgets führen. Dies wirdzusätzlich verschärft durch denAnreiz, die Höhe der Prämien mit hohenFranchisen zu senken. Natürlichnachvollziehbar, aber im Notfall kanndies rasch zu finanziellen Engpässenführen. Womit Grund Nr. 2 bereits dargelegtwäre.und was ist grund nummer drei?Offene Arztrechnungen. Hier beobachtenwir oft, dass in Fällen einer direktenRechnungsstellung an den Patientendiese bei den Krankenversicherungeneingereicht wird, der Arzt aber nichtbezahlt wird. Das rückvergütete Geldwird anderweitig eingesetzt, weshalbdie Arztrechnung offen bleibt und soSchulden entstehen.Wie bereits letztes Jahr ist auch imradar 2012 der anteil verschuldeterjunger frauen viel höher als der derMänner gleichen alters.Wie lässt sich das erklären?Ich würde bezweifeln, dass dies mit demZahlungsverhalten in Zusammenhangsteht. Aufgrund des biologischenEntwicklungsstandes suchen Frauen indiesem Alter häufiger einen Arzt auf.Zum Beispiel für Vorsorgeuntersuchungenund damit zusammenhängendeLaboranalysen.Die Thematik des «Ärztetourismus»kann natürlich mitunter ein Grund sein,wobei hier zwischen den Geschlechternwenig Differenzen beobachtet werden.Generell wechseln junge Menschenhäufiger den Arzt als Ältere.Welche Konsequenzen können nicht bezahlterechnungen und Prämien haben?Für die Versicherten kann dies schwerwiegendeFolgen nach sich ziehen.Im schlimmsten Fall kommt es zur Betreibungund zum Leistungsaufschubdurch die Krankenversicherung.Das bedeutet, dass die Versicherung dieKosten vorderhand nicht mehr übernimmt.Zum Beispiel würden dringendbenötigte Medikamente nicht mehrbezahlt.Kommen so die sogenannten «schwarzenlisten» zustande?Einzelne Kantone führen solche Listenmit säumigen Prämienzahlern.Wer darauf aufgeführt ist, wird nur nochim Notfall medizinisch behandelt.Ein heikles Thema, denn es stellt Ärzteaus medizinisch-ethischer Sicht vorein Problem. Sie dürfen Behandlungenvon solchen Personen nicht mehr abrechnen,ausser es handelt sich um einenNotfall. Ob dadurch die Zahlungsmoralverbessert wird, wage ich zu bezweifeln.Im endeffekt wird also auch die gesamteWirtschaft in Mitleidenschaft gezogen.Unbezahlte Rechnungen sind natürlichein grosses Thema. Einerseits könnendiese bei den Arztpraxen genausowie bei Spitälern, Labors und anderenLeistungserbringern zu finanziellenEngpässen führen. Andererseits ist auchdie Allgemeinheit betroffen.Sie bezahlt die Ausstände meist überhöhere Prämien und Preise.Was würden sie betroffenen empfehlen,um dieser Problematik vorzubeugen?Leute, die Probleme mit der Begleichungvon Rechnungen, egal in welchemBereich, haben, sollten möglichstfrühzeitig externe Hilfe in Anspruchnehmen. Die kantonale Schuldenberatungist zum Beispiel eine Möglichkeit.Ärzten und anderen Leistungserbringernempfehlen wir von der Ärztekasseeine sofortige Rechnungsstellung nachAbschluss der Behandlung sowie einkonsequentes Mahnwesen und Inkasso.Generell empfiehlt es sich für beideParteien, gar nicht in eine solche Situationzu geraten. Hier kann mit gesundemVerhalten einiges erreicht werden.das vollständige Interview finden sie aufwww.intrum.com/ch/radar9


Jugendverschuldunghohe schulden Können WartenJe höher die hauptforderung, desto länger dauert die rückzahlung. Überraschend ist allerdings, dass diejüngste untersuchte altersgruppe ihre schulden am schnellsten zurückzahlt, obwohl die durchschnittliche höheder hauptforderung beinahe gleich hoch oder gar höher ist als bei den anderen alterskategorien.höchste Forderungen im bereich teleKommuniKation18 bis 25Durchschnittliche Höhe der Hauptforderung in CHF20112010201124820102542011 1002010 106468563Über alle drei Alterskategorien hinwegist im Bereich Telekommunikationdie durchschnittliche Höhe der Hauptforderungim Vergleich zum Vorjahrum 16% bei der Kategorie 33 plus undum bis 20% bei den 18- bis 32-Jährigengestiegen. Eine besorgniserregenderAnstieg.26 bis 3233 plus2011201020112010201120102011201020112010201120101111181111192662743013130 100 200 300400 500 600TelekomGesundheitE-Commerce366412427497Gründe dafür werden in der Entwicklungdieses Marktes beobachtet.Einerseits steigt die Internetnutzungauf mobilen Geräten zunehmendund beträgt heute 75% der gesamtenInternetnutzerschaft (Quelle:NET-Metrix Mobile Report 2012-1).Andererseits spielt auch das sozialePrestige durch den Besitz der neustenGeräte und Technologien eine Rolle.Dies hat zur Folge, dass die Gebührenund Kosten für die Anschaffungneuer Geräte sowie frühzeitige Aboauflösungenoft die Grenzen der finanziellenMöglichkeiten überschreiten.Die Höhe der Hauptforderung ist imGegensatz dazu in den beiden anderenBereichen Gesundheit und E-Commercebei allen Altersgruppen leicht zurückgegangen.«es kann sein, dass Menschen, die immer geld schulden, einen gewissenumgang mit dieser situation entwickeln und dies zur ‹normalität› wird.Man sieht die schulden nicht mehr als etwas schlimmes an.»andreas, 25, student10


adar 2012die Jüngsten zahlen am schnellsten zurücK18 bis 25Durchschnittliche Dauer in Monaten, um die Hälfte derHauptforderung zu tilgen201120101821Auffallend ist, dass die 18- bis 25-Jährigen in allen betrachtetenBereichen ihre Schulden am schnellstenzurückzahlen.26 bis 3220112010201120102011201020112010679912182424Dies kann mit den noch geringerenFixkosten dieser Altersgruppe erklärtwerden. Die Ausgabenverteilungkann somit flexibler gestaltet werden.Dennoch dauert es beinahe zweiJahre, bis die 18- bis 25-Jährigen dieHälfte ihrer Hauptforderung imBereich Telekommunikation tilgen.33 plus201120102011201020112010201120107881010102427Positiv ins Auge sticht die Verkürzungder Rückzahlungsdauer um einenDrittel bei den 26- bis 32-Jährigen imBereich Gesundheit. Insbesondere,da die Höhe der Hauptforderung nurwenig (3%) gesunken ist. Ein Trend,den es im Auge zu behalten gilt.0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30TelekomGesundheitE-Commerce11


«den umgang mit geld lernt man von den eltern.»natascha, 16, schülerinzur relevanz der studieMit dem «Radar 2012» legt Intrum Justitia zum zweitenMal eine Auswertung zur Verschuldung von jungenErwachsenen in der Schweiz vor. Die vorliegende Studiebestätigt die im «Radar 2011» gewonnenen Erkenntnisse.Intrum Justitia engagiert sich seit 2004 im BereichSchuldenprävention bei Jugendlichen. In Pionierarbeitwurden Sensibilisierungsprogramme wie «Schüler,Schulden, Geld» entwickelt und wiederholt der «SwissSchool Award» für Präventionsarbeiten rund um dasThema Jugendverschuldung in der Schweiz verliehen.Mit dem nun in zweiter Auflage erschienenen «Radar»zur Verschuldung junger Erwachsener wurde ein Monitoring-Instrumentgeschaffen, welches diesen sensiblenBereich periodisch beleuchtet und nationale Impulse fürPräventionsmassnahmen vermittelt. So konnten wirmit grosser Befriedigung den Medien entnehmen, dass dasThema Wirtschaft und Konsum als neues Element imLehrplan 21 für alle Schülerinnen und Schüler verbindlichverankert werden soll.über intrum JustitiaIntrum Justitia ist das in der Schweiz und Europaführende Unternehmen für Dienstleistungen im BereichCredit Management Services und Inkasso und ist Mitglieddes Verbandes Schweizerischer Inkassotreuhandinstitute(VSI).In der Schweiz ist Intrum Justitia seit über 40 Jahren tätig.Die rund 200 Mitarbeitenden bearbeiten aktuell rund1,5 Millionen Inkassofälle unterschiedlichster Branchen.Die damit verbundenen Zahlungserfahrungen dienennicht nur den über 6 000 Kunden in der Schweiz, sondernsie ermöglichen die Erstellung breit angelegter Studien,welche der Schweizer Öffentlichkeit zur Verfügung gestelltwerden können.datenanlage und methodiKDie Untersuchung basiert ausschliesslich auf den Datender Inkassofälle von Intrum Justitia. Dabei wird keinAnspruch auf Repräsentativität für die gesamte Schweizerhoben. Mit einem Marktanteil von über 40 Prozentaller Inkassofälle in der Schweiz ist Intrum Justitia Marktführerin,weshalb die Datenanlage ein breit abgestütztesBild des Schuldnermarktes Schweiz wiedergibt.Die verwendeten Zahlen basieren – je nach Fragestellungund betrachteter Kategorien – auf den Daten der in denJahren 2005 bis 2011 eröffneten Inkassofälle.Je nach Betrachtungszeitraum ergibt dies eine Datenanlagevon 50 000 bis 500 000 Inkassofällen.Die Unterschiede zwischen den Ausprägungen derKategorien (z.B. Geschlecht) wurden statistisch auf ihreSignifikanz überprüft.Die Analyse wurde in einem externen Review durcheinen Experten der Kondeor Marketinganalysen GmbH,Wien, verifiziert.Definitionen• Gesundheit: Rechnungen für Arzt- und Laborkosten• Telekommunikation: Rechnungen für Abonnementeund Gebühren für Mobile, Festnetz, Internet• E-Commerce: Rechnungen aus Online-VersandhandelstatementsDie in der Broschüre enthaltenen Statements von jungenMenschen sind während einer Befragung im Juli 2012gemacht worden.Intrum Justitia AG – Radar Jugendverschuldung – Eschenstrasse 12 – CH-8603 SchwerzenbachTel. +41 44 806 56 56 – Fax +41 44 806 56 60 – E-Mail marketing_ch@intrum.com – www.intrum.ch

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