Rede anlässlich des Verbandsjugendtag der ... - Freller, Karl

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Rede anlässlich des Verbandsjugendtag der ... - Freller, Karl

- Sperrfrist: 12. März 2004, 11.00 Uhr -Es gilt dasgesprochene WortRede des Staatssekretärs im BayerischenStaatsministerium für Unterricht und Kultus,Karl Freller, anlässlich des Verbandsjugendtagesder Sportjugend im BLSV am 12. März 2004in WürzburgSehr geehrter Herr Vorsitzender Franzen,sehr geehrte Frau Stellvertretende VorsitzendeBrandstetter,meine sehr geehrten Damen und Herren,liebe Mädchen und Buben,Hinführungich freue mich über die Einladung zum 20. Verbandsjugendtagder Bayerischen Sportjugend.Gerne bin ich nach Würzburg gekommen, nicht nurum Ihnen die herzlichen Grüße der gesamten BayerischenStaatsregierung zu überbringen, sondernauch deshalb, weil ich mich dem Sport zutiefstverbunden fühle.Eigene Erfahrungenmit SportIch verdanke meine Sportbegeisterung und -verbundenheit meinen jahrzehntelangen, schönenund einprägsamen Eindrücken und Erlebnissenals Berufspolitiker. Sie haben mir gezeigt,dass ich den zehrenden Arbeitsrhythmus einesStaatssekretärs besser bewältigen kann, wenn ich


- 2 -mich nicht nur auf politischer Ebene in den Dienstdes Sports stelle, sondern selbst auch sportlichaktiv bin. Und sie haben mich gelehrt, was derSport in einem Flächenstaat wie Bayern über alleRegierungsbezirke und Altersgrenzen hinweg bewirkt:- Er macht gesünder,- vermittelt persönliche Stärke,- knüpft soziale Bindungen- und macht ehrenamtliches Engagementschmackhaft.Vermittlung vonLeistungsbereitschaftund TeamfähigkeitGerade junge Menschen können im Sport personaleund soziale Kompetenzen wie Leistungsbereitschaftund Teamfähigkeit ausbilden,- die der Schlüssel für die gedeihliche Entwicklungdes Einzelnen und unserer Gesellschaftsind- und die von der Wirtschaft oftmals als Schlüsselqualifikationeneingefordert werden.Dies gilt für alle Bereiche - im Schul- und Vereinssport- und für alle Stufen des Könnens- im Breitensport,im Nachwuchs- und Leistungssport undnatürlich im Behindertensport.


- 3 -Bedeutung desSportsDer Sport - das hat der Bayerische Ministerpräsident,Dr. Edmund Stoiber, bei der Auftaktveranstaltungzu „Sport tut Bayern gut.“ in Nürnberg ganzklar herausgestellt - war nie so wichtig wie heute.Das sieht auch die Europäische Union so und hatdeshalb das Jahr 2004 zum „Europäischen Jahrder Erziehung durch Sport“ erklärt.Mit „Bewegungsmangel“, „Gefahr der Vereinzelung“,„Wertevielfalt“ - leider oft auch „Werte-Beliebigkeit“ - und „Integration“ sind nur einigeder zentralen Felder benannt,- die wir uns, zum Wohle unserer Gesellschaft,zur Aufgabe machen müssen- und die wir, gerade auch mit Hilfe des Sports,auch meistern werden.Sport in Schule undVereinAber der Sport entfaltet nicht immer selbstverständlichseine positiven Wirkungen. Dies vermagvor allem der pädagogisch angeleiteteSport in Schule und Verein. Hierfür braucht esjedoch- ein bestmöglich strukturiertes Netzwerk- sowie Menschen, die bereit sind, dieses Netzwerkmit Leben zu erfüllen - und zwar mit ihrerfachlichen Qualifikation, ihrem Engagement undihrem Verantwortungsbewusstsein.


- 4 -Gewiss wäre es einfacher und bequemer vorzugaukeln,alles könne beim Alten bleiben, so zutun, als eröffne man jungen Menschen Perspektivenund Horizonte, wohl wissend, dass man selbi-Leistungsbereitschaftund -fähigkeitder bsjDie Bayerische Sportjugend verfügt über einderartiges Netzwerk. Sie hat ihre Leistungsbereitschaftund ihre Leistungsfähigkeit in der Vergangenheitin unnachahmlicher Art und Weise unterBeweis gestellt: sportlich kompetent, sozial engagiertund international aktiv. Antrieb war und istder Wille, junge Menschen zu fördern und ihnenPerspektiven und Horizonte zu eröffnen. DieseMotivation haben sie mit der Bayerischen Staatsregierunggemeinsam.Allgemeine Lage inDeutschland - Auswirkungenauf dieSportförderungDeshalb ist die Sportförderung der BayerischenStaatsregierung immer ein zentrales Anliegengewesen. Aber die Rahmenbedingungen habensich gewandelt: Gewiss wäre es einfacher undbequemer, die wirtschaftliche Lage Deutschlandsschönzureden; wäre es einfacher zu verdrängen,welchen Herausforderungen wir uns angesichtsder Globalisierung und der demographischen Entwicklungstellen müssen, und sich vor dem Handelnzu drücken.


- 5 -ge durch eine kurzsichtige, opportunistische Politikverbaut.Bayerische Politik heißt, den Tatsachen ins Augezu sehen und sich mit ihnen auseinander zusetzen. Wir planen langfristig und arbeiten partnerschaftlich,konstruktiv und vertrauensvollzusammen. Das ist unser tägliches Handlungsprinzip,das Selbstverständnis auch bayerischerSportpolitik. Darin liegen unsere bewährte Stärkeund unser Erfolg. Die florierende bayerischeSportlandschaft ist hierfür der beste Beweis. Aufdiese Stärke müssen wir uns heute mehr denn jebesinnen.Sparmaßnahmenund Erhalt derStrukturenTatsache ist, dass aufgrund der Haushaltslagekurzfristige Sparmaßnahmen unvermeidbarsind. Tatsache ist aber auch, dass diese mit Augenmaßdurchgeführt werden müssen, um denSport in seinen Strukturen nicht langfristig zuschädigen. Dies muss unser aller Ziel sein. Unddieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn diefreien Sportorganisationen bereit sind, sich ander Umsetzung der zwingenden Einsparungenim Haushalt konstruktiv zu beteiligen.


- 6 -Notwendigkeit derZusammenarbeitEine verträgliche Lösung wird für alle Beteiligtennur auf dem Wege partnerschaftlicherZusammenarbeit möglich sein. Dabei muss auchklar sein, dass die Sparmaßnahmen keinSelbstzweck sind, sondern für die ZukunftHandlungsfähigkeit und Gestaltungsspielraumunserer Gemeinschaft sichern sollen.SchlussGemeinsam können und werden wir die anstehendenAufgaben schultern. Davon bin ich überzeugt.Dem 20. Verbandsjugendtag wünsche ich einenguten Verlauf!

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