Evaluationsbericht 2011

mariaebene

Evaluationsbericht 2011

Evaluationsbericht

2011

Stiftung Stiftung Maria Maria Ebene

Ebene

BERICHTSJAHR: BERICHTSJAHR:

2011

2011

AUFTRAGGEBER

AUFTRAGGEBER:

AUFTRAGGEBER

STIFTUNG STIFTUNG MARIA MARIA EBENE

EBENE

Mag. Mag. Johannes Johannes Rauch

Rauch

Leiter Leiter Leiter Therapiestation Therapiestation Therapiestation Carina Carina

Carina

EVALUATION EVALUATION DURCHGEFÜHRT DURCHGEFÜHRT DURCHGEFÜHRT VON VON: VON VON Dr. Oliver Bachmann

BERICHT BERICHT ÜBERGEBEN

ÜBERGEBEN ÜBERGEBEN AM: AM:

28. MÄRZ 2012


„Executi Executi Executive Executi ve Summary“ - Kurzzusammenfassung

Der vorliegend Bericht beantwortet im Rahmen des vorliegenden Evaluationsauftrages

verschiedene Fragestellungen zu wichtigen Kennzahlen, diagnostischen

Ergebnissen und zur Wirksamkeit der stationären Entwöhnungsbehandlung in der

Therapiestation Carina. Im ersten Berichtsabschnitt werden wichtige behandlungsbezogene

und patientenbezogene Kennzahlen dargestellt. In einem weiteren

Abschnitt werden wichtige Fragen der Differenzialdiagnostik und des psychosozialen

Risikos der Patientenpopulation beantwortet. Im letzten Abschnitt des

vorliegenden Berichts werden die mittels Patientenrating beurteilten Aspekte der

Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zusammenfassend dargestellt sowie

verschiedene Schlussfolgerungen gezogen und Empfehlungen gegeben.

Wic Wichtige Wic htige Patienten Patienten- Patienten

und und Behandlungsmerkmale Behandlungsmerkmale 2011

2011

2011 konnte eine Auslastung von nahezu 100% erreicht werden. Zu 1/3 wurden

Frauen, und zu 2/3 Männer behandelt. 92% der behandelten Patientinnen und

Patienten waren zwischen 18 und 45 Jahre alt. Von 56 beendeten Behandlungen

wurden 37 nach durchschnittlich 4,75 Monaten erfolgreich abgeschlossen. 12

Patienten (=21%) beendeten ihre Therapie durch Abbruch. Fünf Patienten (=9%)

wurden durch den Leiter der Therapiestation entlassen. Die Möglichkeit zur Krisen-

(wieder)aufnahme wurde von sieben ehemaligen Patientinnen und Patienten in

Anspruch genommen. Die Durchschnittsdauer dieser stabilisierenden Maßnahmen

betrug 15 Tage. Das im Konzept der Therapiestation vorgesehene kumulative

Therapiemodell wählten drei Patientinnen und Patienten. Der weitaus überwiegende

Teil der Behandlungen wurden an österreichischen Staatsbürgern aus

dem Bundesland Vorarlberg vorgenommen. Gerichtliche Auflagen bzw. Weisungen

betrafen gut 20% der Behandlungen.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Die Therapiestation Carina erreichte in den letzten Jahren stets eine hohe bis sehr

hohe Auslastung. Ein solches Ergebnis ist sowohl aus Gründen der Wirtschaftlichkeit

wie auch der Bedarfsdeckung wünschenswert und zweckmäßig. Personalkosten

stellen einen essentiellen Kostenfaktor dar und fallen immer an, auch bei geringer

Auslastung. Freie Kapazitäten bzw. Auslastungslücken bei gleichzeitig hohem

Bedarf wären ebenfalls als problematisch zu beurteilen und ließen strukturelle

Mängel im Aufnahmemanagement oder inhaltliche Mängel im Therapiekonzept

vermuten. Aufgrund der sehr starken Nachfrage und der langen Warteliste scheint

eine Vollauslastung zwar logisch, ist aber keine automatische Folge von Nachfrage

und Warteliste. Aus evaluativer Sicht lässt sich in der beobachtbaren Flexibilisierung

und Individualisierung des Therapieangebots eine wichtige Voraussetzung

für eine nachhaltige Auslastung der Therapiestation erkennen. Hier sind insbesondere

die Möglichkeit zur kurzfristigen Krisenaufnahme sowie das verstärkt

genutzte Modell der kumulativen Therapie (mehrere kürzere, anstatt einem langen

Therapieaufenthalt) zu nennen.

Evaluationsbericht Bericht 2011 2 von 66


Eine weitere wichtige Ursache für die kontinuierlich hohe Auslastung besteht in der

Haltequote von 66%. Die Haltquote gibt Auskunft darüber, wie hoch der Anteil

jener Patienten ist, die ihre Therapie erfolgreich beenden können. Die Haltequote

ist sogar als bemerkenswert einzustufen. Die Regel sind Haltequoten um 50%.

Kritisch zu beurteilen sind die in der Regel mehrmonatigen Wartezeiten auf einen

Therapieplatz. Es können Wartezeiten zwischen 6-8 Monaten erreicht werden.

Solche Wartezeiten sind gerade für Patientinnen und Patienten mit schweren

Suchterkrankungen kaum akzeptabel und entsprechen internationalen Standards

nicht. Ein baldiges Überdenken des Aufnahmeprozederes wäre wünschenswert.

Differenzialdiagnostik

Differenzialdiagnostik

Differenzialdiagnostik

Als Hauptdiagnose wurde bei 48% der behandelten Patientinnen und Patienten

eine Abhängigkeit durch multiplen Substanzgebrauch diagnostiziert. Weitere 20%

erhielten die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit. Opiatabhängigkeiten und

Cannabisabhängigkeiten hatten einen Anteil von je 6,5%. Als Leitdrogen, das sind

jene Drogen, die den Patientinnen und Patienten am meisten Probleme bereitet

hatten, wurden drei Substanzen genannt: Opiate (Heroin), Alkohol und Cannabis.

Außer Konkurrenz wurde auch das Rauchen erfasst: beinahe 90% der Patientinnen

und Patienten wurden als abhängige Raucher eingestuft. Das Einstiegsalter mit

Rauchen und Alkoholkonsum liegt bei 13,5 Jahren. Der durchschnittliche erste

Cannabiskonsum folgt mit 15,5 Jahren. Opiate werden im Durchschnitt einige Jahre

später, nämlich mit 19 Jahren erstmals konsumiert. Erfahrungen mit intravenösem

Drogenkonsum haben 43% der 2011 behandelten Patientinnen und Patienten.

Persönlichkeitsstörungsdiagnosen wurde bei 81% der behandelten Personen

gestellt. Bei gut einem 1/3 des Patientenjahrgangs wurden sogar mehrere

Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert. Affektive Störungen (insbesondere Erkrankungen

aus dem depressiven Formenkreis) hatten eine Häufigkeit von 32%.

Komplexe Posttraumatische Belastungsstörungen wurden bei 19% und Esstörungen

bei 17% der Patientinnen und Patienten festgestellt. Die Kennzahl des psychosozialen

Risikos (psR) stellt einen wichtigen Indikator für die Zielgruppengenauigkeit

eines Behandlungsangebots dar. Dieses Ergebnis bezieht sich auf das

Behandlungsjahr 2010. Die Daten für 2011 liegen noch nicht vor. Die in der

Therapiestation Carina behandelten Patienten hatten ein überdurchschnittlich

hohes Risiko eines schweren Verlaufs ihrer Erkrankung, d.h. es bestand

definitionsgemäß ein beträchtliches psychiatrisches Chronifizierungsrisiko, ein sehr

hohes Risiko sozial zu verelenden und ein stark erhöhtes Suizidrisiko.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Die Therapiestation Carina hat sich in ihrem Konzept als Einrichtung zur langfristigen,

stationären Entwöhnungsbehandlung von substanzabhängigen Frauen

und Männern ab dem 16. Lebensjahr positioniert. Als ein Qualitätsmerkmal der

stationären Therapie wird die Spezialisierung auf die Behandlung von Dual- und

Mehrfachdiagnosen, wie Persönlichkeitsstörungen und Sucht, Traumatisierung und

Sucht oder Depression und Sucht beschrieben. Mehrfachkombinationen sind

ebenfalls häufig anzutreffen. Ebenfalls wird die Behandlung von Essstörungen

deklariert.

Evaluationsbericht Bericht 2011 3 von 66


Aus Sicht der Evaluation stellt sich die Frage: Werden auch diese Patienten

behandelt? Diese Frage ist eindeutig zu bejahen. Die konzeptuelle Positionierung

der Therapiestation spiegelt sich im Diagnose- und Behandlungsspektrum schlüssig

wieder. In der Therapiestation Carina werden also genau jene Patientinnen und

Patienten behandelt, die gemäß Konzept auch behandelt werden sollten. Beinahe

die Hälfte der behandelten Patientinnen und Patienten weisen eine Mehrfachabhängigkeit

auf, d.h. sie erfüllen die Abhängigkeitskriterien nicht nur bei einem,

sondern bei mindestens zwei oder mehreren Suchtmitteln. Da praktisch alle

Patientinnen und Patienten neben einer diagnostizierten Suchterkrankung auch

andere psychische Störungen aufweisen, erscheint die angeführte Spezialisierung

auf die Behandlung von Dual- und Mehrfachdiagnosen sinnvoll und notwendig. Sie

verlangen einen umfassenderen und differenzierteren Behandlungsansatz als die

Behandlung von singulären psychischer Erkrankungen bzw. Suchterkrankungen.

Für die Behandlung von Essstörungen liegt sogar ein eigenes Konzept vor und für

die Behandlung von Essstörungen wurden besondere Strukturen entwickelt (etwa

fixe Essensgespräche, Essensverträge bzw. –vereinbarungen). Anzumerken ist, dass

im sehr ausführlichen und differenzierten Behandlungskonzept der Therapiestation

die Berücksichtigung evidenzbasierter Behandlungsrichtlinien, etwa der bekannten

AWMF-Leitlinien, bislang fehlt. Eine explizite Berücksichtigung der Richtlinien für

die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, affektiver Erkrankungen sowie

Traumafolgestörungen wäre wünschenswert. Weiters fällt auf, dass gerade für die

sehr vulnerablen Patientengruppe der jungen Frauen und Männer mit substanzinduzierten

psychotischen Störungen noch keine konzetionellen Überlegungen

vorliegen und auch keine spezifisch darauf abgestimmten Behandlungsangebote

entwickelt wurden, die insbesondere auf die Arbeits-, Beziehungs- und die Fähigkeit

zur eigenständigen Alltagsbewältigung abgestimmt sind.

Das Ergebnis, dass 90% der behandelten Patientinnen und Patienten als abhängige

Raucher einzustufen sind wirft die Frage auf, welche konkreten therapeutischen

Maßnahmen diesbezüglich gesetzt werden. In der Therapiestation Carina wird

durch eine entsprechend qualifizierte Psychotherapeutin Raucherentwöhnung

angeboten. Dieses Angebot findet in unregelmäßigen Abständen statt, wird also

lediglich bei entsprechender „Nachfrage“ und auf Eigeninitiative der Patientinnen

und Patienten angeboten. Hier wäre die Verankerung eines regelmäßigen Angebots

der Raucherentwöhnung mit vorheriger allgemeiner Psychoedukation im Patientenkreis

ein sinnvoller und qualitätsverbessernder Schritt. Zu überlegen wäre auch

eine Nutzung von vorhandenen Ressourcen innerhalb der Stiftung Maria Ebene, wo

auch andere Einrichtungen Raucherentwöhnung anbieten.

Die Ergebnisse der Kennzahl des psychosozialen Risikoscores machen deutlich,

dass für die in der Therapiestation Carina behandelten Patientinnen und Patienten

ein hohes bis sehr hohes psychosoziales und psychiatrisches Chronifizierungsrisiko

vorliegt. Dieses Risiko betrifft die Aspekte der dauerhaften Arbeits- und

Erwerbsunfähigkeit, der Chronifizierung von Suchterkrankung und psychischen

Erkrankungen, sowie die Aspekte der sozialen Verelendung und des möglichen

Suizids.

Evaluationsbericht Bericht 2011 4 von 66


Der Therapieansatz der Therapiestation Carina erscheint für diese Zielgruppe ein

überaus geeignetes Angebot stellen zu können, betrachtet man die konzeptuell

verankerten Behandlungsbausteine und berücksichtigt man die Ergebnisse der seit

2006 jährlich durchgeführten Katamneseerhebungen. Entsprechend wäre auch

anzuregen, gerade für Kostenträger und Zuweiser diesen Aspekt im Rahmen des

Gesamtkonzepts explizit anzuführen und mögliche Zielgruppeneinschränkungen

bzw. –erweiterungen ebenfalls konzeptuell zu konkretisieren.

Beurteilung Beurteilung von von von Struktur Struktur-, Struktur Struktur , , Prozess Prozess- Prozess und und Ergebnisqualität

Ergebnisqualität

Die Daten wurden mittels eines in der Therapiestation Carina selbst entwickelten

Fragebogens am Ende der Therapie durch die Einschätzung der Patientinnen und

Patienten erfasst und statistisch ausgewertet.

Der Therapiefolg war für 25% der Patientinnen und Patienten „sehr gut“. 44%

schätzten den Erfolg ihrer Therapie als „gut“ und 22% als „ausreichend“ ein. 9%

gaben bezüglich ihres Therapieerfolgs das Urteil „schlecht“ bis „sehr schlecht“ ab.

Die psychotherapeutischen Angebote wurden von den Patientinnen und Patienten

mit 45% Effektstärke als besonders wirksam eingestuft (gesamter individueller

Behandlungserfolg=100%). Auch das soziotherapeutische und sozialarbeiterische

Angebot war nach Patienteneinschätzung mit 29% sehr wirksam. Dem dritten

Kernbaustein des Behandlungsangebots, der medizinischen Betreuung und Versorgung

wurde mit 8% eine deutlich geringere Effektstärkte zugeschrieben. Reiten,

Yoga, Freizeitgestaltung und Outdoor-Tage wurden mit einer vergleichbaren Wirksamkeit

von 7-9% beurteilt. 41% der Patientinnen und Patienten waren mit ihrem

Therapieerfolg „sehr zufrieden“, 44% „zufrieden“. Je 3% der behandelten

Patientinnen und Patienten waren „unzufrieden“.

Durchschnittlich 78% Zustimmung erteilten die befragten Patientinnen und

Patienten zu folgenden (hier zusammengefassten) Aussagen: „Ich habe in der

Therapie wesentliche Erkenntnisse gewinnen, wichtige Ziele erreichen, zentrale

Lebensprobleme bearbeiten, Alltagsprobleme bewältigen und meine Lebensqualität

verbessert können“. Diese Aussagen beziehen sich auf den Qualitätsparameter

„Ergebnisqualität und Behandlungserfolg“.

Durchschnittlich 90% Zustimmung erteilten die befragten Patientinnen und

Patienten zu folgenden Aussagen: „Die Qualität des Essens ist gut und die Menge

ausreichend. Das Zimmer ist groß und komfortabel genug. Es sind ausreichend

Räumlichkeiten für Patienten vorhanden. Die Eigenversorgung mit Salat und

Gemüse ist sinnvoll und hat Qualität. Die Infrastruktur des Hauses ist gut für

Therapien geeignet.“ Diese Aussagen beziehen sich auf den Qualitätsparameter

„Strukturqualität und Hausinfrastruktur“.

Durchschnittlich 74% Zustimmung erteilten die befragten Patientinnen und

Patienten zu folgenden Aussagen: „Das Verhältnis zwischen den psychotherapeutischen,

soziotherapeutischen und der Arbeitszeit war ausgewogen. Die

Zusammenarbeit zwischen Psycho- und Soziotherapie war professionell. Die Hausordung

stellt eine gute Orientierungshilfe für den Therapiealltag dar. Yoga, Reiten

und Outdoor-Angebote konnte ich ausreichend in Anspruch nehmen.“ Diese

Aussagen beziehen sich auf den Qualitätsparameter „Behandlungsbausteine und

Behandlungsintensität“.

Evaluationsbericht Bericht 2011 5 von 66


Durchschnittlich 59% Zustimmung erteilten die befragten Patientinnen und

Patienten zu folgenden Aussagen: „Ich habe mich mit Mitpatienten gut verstanden.

Die Gemeinschaft war durch Vertrauen und Zusammenhalt geprägt. Ich habe durch

Mitpatienten Unterstützung und Hilfe erfahren. Das Gruppenklima war angenehm

und positiv. Suchtgespräche und Anfeindungen waren kein Thema.“ Diese

Aussagen beziehen sich auf den Qualitätsparameter „Beziehungsqualität -

Gruppenklima“.

Durchschnittlich 72% Zustimmung erteilten die befragten Patientinnen und

Patienten zu folgenden Aussagen: „Ich erhielt ausreichend therapeutische

Unterstützung bei Problemen und Krisen. Die Therapeuten verhielten sich mir

gegenüber wertschätzend und respektvoll. Ich fühlte mich von Therapeuten

verstanden und ernst genommen. Ich konnte Vertrauen fassen und mich öffnen. Die

Arbeitsbeziehung zwischen mir und den Therapeuten hat sich positiv auf meinen

Therapieerfolg ausgewirkt.“ Diese Aussagen beziehen sich auf den Qualitätsparameter

„Beziehungsqualität – therapeutisches Team“.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Die Zustimmungswerte für die fünf Bereiche „Behandlungsqualität und

Behandlungserfolg“, „Strukturqualität und Infrastruktur“, „Behandlungsbausteine

und Behandlungsintensität“, „Beziehungsqualität – Gruppenklima“ sowie

„Beziehungsqualität – therapeutisches Team“ bewegen sich zwischen 59% und

90% - anders formuliert zwischen durchschnittlicher und sehr hoher Zustimmung.

Der Grad der Ablehnung zu den formulierten Qualitätsaussagen (Struktur, Prozess,

Ergebnis) ist durchwegs gering bis sehr gering. Dabei kommt sicher den Bereichen

Behandlungserfolg, Behandlungsqualität und Beziehungsqualität zum therapeutischen

Team die größte inhaltliche Bedeutung zu. Hier wurden solide, wenn

auch nicht überragende Zustimmungswerte erreicht. Die Therapieerfolgsquote ist

unter Berücksichtigung eines durchwegs schwierigen therapeutischen Settings, den

anteiligen Abbrüchen und notwendigen Entlassungen, die selten zu positiven

Beurteilungen des Therapieerfolgs führen, als beachtlich einzuschätzen. Insgesamt

beurteilten 69% der Patientinnen und Patienten ihren persönlichen Therapieerfolg

als „gut“ bis „sehr gut“. Lediglich jede 10te Person beurteilte den Therapieerfolg als

„schlecht“ bis „sehr schlecht“. Der erreichte Wert von 85% Zufriedenheit mit dem

Therapieerfolg kann als klarer Qualitätsindikator gewertet werden. Die

hervorragenden Effektstärken der Kernbausteine „Psychotherapie“ und

„Soziotherapie“ spiegeln die im Behandlungskonzept formulierten Therapieschwerpunkte

wieder. Die deutlich geringere Effektstärke des dritten Kernbausteines

„Medizinische Versorgung“ lässt sich schlüssig dadurch begründen, dass die

Therapiestation Carina eine explizit therapeutische und keine medizinische

Ausrichtung hat.

Evaluationsbericht Bericht 2011 6 von 66


Inhaltsverzei

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzei chnis

„Executive Executive Summary“ Summary“ - Kurzzusammenfassung Kurzzusammenfassung

2

Geleitwort Geleitwort

9

1. 1. Untersuchungsgegenstand Untersuchungsgegenstand

10

10

2. Evaluationsauftrag Evaluationsauftrag

11

11

3. 3. Patienten Patienten- Patienten und und Behandlungsmerkmale Behandlungsmerkmale

13

13

3.1. Auslastung 13

3.2. Behandlungen 13

3.3. Lebensalter 13

3.4. Erfolgreiche Abschlüsse und Abbrüche/Entlassungen 14

3.5. Durchschnittliche Behandlungsdauer 14

3.6. Staatsangehörigkeit 15

3.7. Behandlungsanlass gerichtliche Auflagen/Weisungen 15

4. Differenzialdiagnostik Differenzialdiagnostik

17

17

4.1. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen 18

4.1.1. Hauptdiagnose Sucht 18

4.1.2. Leitdrogenverteilung 19

4.1.3. Alter bei Erstkonsum 20

4.1.4. Intravenöser Konsum 23

4.2. Komorbiditäten und Doppeldiagnosen 25

4.2.1. Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen 25

4.2.2. Weitere komorbide Erkrankungen 28

4.3. Psychosozialer Risikoscore (psR) 28

5. 5. Ergebnisdarstellung Ergebnisdarstellung Ergebnisdarstellung für für den den Pat Patientenjahrgang Pat ientenjahrgang 2011 31

31

6. 6. Beurteilung Beurteilung von von Struktur Struktur-, Struktur , , Prozess Prozess-, Prozess , Ergebnisqualität

Ergebnisqualität Ergebnisqualität

31

31

6.1. Einschätzung der Therapiezufriedenheit (TZ) 32

6.2. Einschätzung des Therapieerfolgs (TE) 33

6.3. Beiträge zum Therapieerfolg (zugeschriebene Effektstärken) 34

6.4. Ergebnisqualität und Behandlungserfolg 36

6.5. Strukturqualität und Infrastruktur 42

6.6. Behandlungsintensität und –bausteine 48

6.7. Beziehungsqualität – Gruppenklima und Gruppenzusammenhalt 54

6.8. Beziehungsqualität – Beziehung zum therapeutischen Team 60

Quellenangabe Quellenangabe

66

66

Impressum Impressum

66

66

Evaluationsbericht Bericht 2011 7 von 66


Abbildungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

ABB. 1: GESCHLECHTERVERTEILUNG 13

ABB. 2: ABSCHLÜSSE VERSUS ABBRÜCHE/ENTLASSUNGEN 14

ABB. 3: MODELL STATIONÄRER ENTWÖHNUNGSBEHANDLUNG I 16

ABB. 4: HAUPTDIAGNOSE SUCHT PATIENTENJAHRGANG 2011, GESAMT 19

ABB. 5: LEBENSALTER BEI ERSTKONSUM GESAMT 22

ABB. 6A: LEBENSALTER BEI ERSTKONSUM FRAUEN 22

ABB. 6B: LEBENSALTER BEI ERSTKONSUM MÄNNER 23

ABB. 7: INTRAVENÖSER DROGENKONSUM 24

ABB. 8: PSYCHOSOZIALER RISIKOSCORE (PSR) 30

ABB. 9: EINGESCHÄTZTE THERAPIEZUFRIEDENHEIT, PJ 2011 32

ABB. 10: EINGESCHÄTZTER THERAPIEERFOLG, PJ 2011 33

ABB. 11: EINGESCHÄTZTE BEITRÄGE ZUM THERAPIEERFOLG, PJ 2011 35

ABB. 12: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 1, PJ 2011 36

ABB. 13: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 2, PJ 2011 37

ABB. 14: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 3, PJ 2011 38

ABB. 15: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 4, PJ 2011 39

ABB. 16: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 5, PJ 2011 40

ABB. 17: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 1, PJ 2011 42

ABB. 18: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 2, PJ 2011 43

ABB. 19: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 3, PJ 2011 44

ABB. 20: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 4, PJ 2011 45

ABB. 21: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 5, PJ 2011 46

ABB. 22: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 1, PJ 2011 48

ABB. 23: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 2, PJ 2011 49

ABB. 24: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 3, PJ 2011 50

ABB. 25: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 4, PJ 2011 51

ABB. 26: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 5, PJ 2011 52

ABB. 27: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 1, PJ 2011 54

ABB. 28: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 2, PJ 2011 55

ABB. 29: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 3, PJ 2011 56

ABB. 30: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 4, PJ 2011 57

ABB. 31: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 5, PJ 2011 58

ABB. 32: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 1, PJ 2011 60

ABB. 33: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 2, PJ 2011 61

ABB. 34: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 3, PJ 2011 62

ABB. 35: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 4, PJ 2011 63

ABB. 36: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 5, PJ 2011 64

Evaluationsbericht Bericht 2011 8 von 66


Geleitwort

Geleitwort

Mit dem Evaluationsbericht des Patientenjahrgangs 2011 liegt ein ausführlicher

Report zu wesentlichen Eckpunkten der stationären Langzeittherapie in der

Therapiestation Carina vor. Inzwischen erstreckt sich der gesamte Evaluationszeitraum

von 2006 bis 2011. Bislang wurden fünf umfassende Jahrgangsberichte

erstellt. Die Durchführung der Evaluation stellt einen erheblichen zeitlichen

Aufwand dar und verlangt fundiertes fachliches Know-How. Wie anhand des

vorliegenden Berichts deutlich wird, ein Aufwand der sich in jedem Fall lohnt. Die

Ergebnisse bieten eine differenzierte Rückmeldung zum Ist-Stand des stationären

Therapieangebotes und stellen die Basis für dessen Zukunftsplanung dar. So haben

die letzt- und diesjährigen Befunde auch wesentlich dazu beigetragen, dass wir

nach 10 Jahren eine umfassende Überarbeitung des Therapiekonzepts vorgenommen

und ein neues Therapiemodell entwickelt haben. Zudem haben die

diesjährigen Ergebnisse auch deutlich aufgezeigt, dass bezüglich der oft sehr

langen Wartezeiten deutlicher Handlungsbedarf besteht. Wartezeiten bis zu einem

¾-Jahr sind auf Dauer unangemessen und verlangen nach einer stärkeren

Orientierung an den Bedürfnissen derjenigen Patientinnen und Patienten, für die es

besonders schwierig ist, solche Zeitspannen stabil zu überbrücken. Auch die

Anregungen zur Entwicklung eines kontinuierlichen Angebots der Raucherentwöhnung

sowie zur Angebotsdifferenzierung für junge, suchtmittelabhängige

Frauen und Männer mit Psychoseerfahrung wollen wir ernst nehmen und

aufgreifen. Insgesamt freue ich mich über die hervorragende Arbeit meines Teams

und möchte mich ausdrücklich für das tolle Engagement aller bedanken.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch ganz besonders beim Vorstand der

Stiftung Maria Ebene bedanken, der uns trotz des erheblichen zeitlichen und

finanziellen Aufwandes stets wohlwollend bei der Durchführung der Evaluationsarbeiten

unterstützt hat.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre des Berichts und freue mich über jede

Rückmeldung.

Mag. Johannes Rauch

(Leiter der Therapiestation Carina)

Evaluationsbericht Bericht 2011 9 von 66


1. 1. 1. Untersuchungsgegenstand

Untersuchungsgegenstand

Ziel der im Jahr 2004 begonnenen „Initiative Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung“

war es, ein Modell zur klinisch-psychologischen Dokumentation und

Evaluation stationärer Entwöhnungsbehandlungen zu entwickeln und zu erproben,

um es anschließend in den Regelbetrieb der Therapiestation überzuführen. Vor

Beginn des Projekts waren objektivierte und standardisierte Informationen zum

Zwecke verbesserter Therapieplanung und Evaluierung der stationären Therapie

nicht verfügbar. Eine Beurteilung der Ergebnisqualität auf breiter Datenbasis war

mit Ausnahme errechneter Halte- bzw. Abbruchquoten nicht möglich. Ein

Monitoring im Sinne der Nutzung von erfassbaren Qualitätsparametern zur Planung

und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen war nicht realisierbar.

Ab dem Jahr 2005 wurde mit der Entwicklung einer in den Therapieprozess

integrierten, standardisierten klinisch-psychologischen Eingangs- und Abschlussdiagnostik

begonnen, die laufend erprobt, ergänzt bzw. überarbeitet wurde und ab

dem Jahr 2006 bis Ende 2010 routinemäßig zum Einsatz kamen. Ab 2009 wurde

von reinen Papier-Bleistift-Verfahren auf das computerunterstütze Hogrefe

Testsystem umgestellt. Ein Fachteam bestehend aus PsychologInnen und

PsychotherapeutInnen führte die Testungen durch und erstellte für alle Patienten

ca. 2-4 Wochen nach ihrer Aufnahme einen detaillierten klinisch-psychologischen

Aufnahmebericht

Aufnahmebericht Aufnahmebericht und ebenso ca. 2-4 Wochen vor Therapieende einen Abschluss-

bericht. bericht. bericht. Beide Berichte werden an die fallführenden PsychotherapeutInnen weiter-

geleitet und bei Bedarf dem Leiter der Therapiestation zur Verfügung gestellt. Die

Berichte stellen eine wichtige Ergänzung zum klinischen Ersteindruck dar und

dienen der ICD-10-Eingangsdiagnostik (Internationale Klassifikation psychischer

Störungen), die von den fallführenden PsychotherapeutInnen innerhalb des ersten

Monats ab Aufnahme der Patienten durchgeführt und im wöchentlich

stattfindenden Psychotherapieteam eingebracht werden kann. Die routinemäßige

Erstellung einer fundierten differenzialdiagnostischen Einschätzung, die sich von

der Aufnahme bis zum Therapieabschluss dynamisch verändern kann,

repräsentiert einen weiteren wichtigen Baustein der „Initiative Qualitätssicherung

und Qualitätsentwicklung“ in der Therapiestation Carina. Diagnosen werden nicht

einfach unreflektiert übernommen oder gemäß Augenschein gestellt, sondern im

Therapieprozess auf ihre inhaltliche Gültigkeit hin laufend überprüft und

angepasst.

Der Untersuchungsgegenstand des vorliegenden Berichts gliedert sich wie folgt:

� Patienten- und Behandlungsmerkmale im Berichtsjahr 2011

� Vergebene psychiatrische Haupt- und Nebendiagnosen nach ICD-10

� Leitdrogenverteilung

� Psychosozialer Risikoscore (psR)

� Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität gemäß durchgeführten

Patientenratings

Evaluationsbericht Bericht 2011 10 von 66


2. Evaluationsauftrag

Evaluationsauftrag

Evaluationsauftrag

� Erfassung und Beschreibung der wichtigsten Patienten- und Behandlungsmerkmale

zu Informationszwecken und als Grundlage von Steuerungsprozessen

Zu erfassende Indikatoren

1) Durchschnittliche Bettenauslastung der Station

2) Anzahl der durchgeführten Behandlungen (inklusive Geschlechterverhältnis)

3) Durchschnittliches Lebensalter und Altersverteilung im Patientenjahrgang

4) Verhältnis von erfolgreichen Abschlüssen und Abbrüchen/Entlassungen

5) Durchschnittliche Behandlungsdauer für regulär abgeschlossene Therapien

6) Anzahl von Krisenaufnahmen und kummulativen Therapien

7) Staatsangehörigkeit der behandelten Patienten

8) Anzahl der Behandlungen aufgrund gerichtlicher Weisungen/Maßnahmen

� Erfassung und Beschreibung der vergebenen psychiatrischen Hauptdiagnosen,

und komorbiden Störungen

Zu erfassende Indikatoren

1) Verteilung/Häufigkeit der psychiatrische Hauptdiagnosen für den Bereich

der sogenannten „F1 Diagnosen“ („Suchtdiagnosen“)

2) Verteilung/Häufigkeit der Leitdrogen (inklusive Geschlechterverhältnis)

3) Durchschnittliches Alter bei Erstkonsum (inklusive Geschlechterverhältnis)

4) Verteilung/Häufigkeit intravenöser Drogenkonsum (inklusive Geschlechterverhältnis)

5) Verteilung/Häufigkeit von Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

(inklusive Geschlechterverhältnis)

6) Verteilung/Häufigkeit von Diagnosen aus den Kategorien: F0, F2, F3, F4, F5

sowie komplexe posttraumatische Belastungsstörungen

� Darstellung des Risikos eines chronischen und schweren Velaufs der Erkrankung

beim Patientenjahrgang

Zu erfassende Indikatoren

1) Psychosozialer Risikoscore (psR) gemäß Vorarlberger Psychiatriebericht

Evaluationsbericht Bericht 2011 11 von 66


� Erfassung von Patienteneinschätzungen zur Struktur-, Prozess- und

Ergebnisqualität der stationären Behandlung

Zu erfassende Indikatoren

1) Therapiezufriedenheit am Behandlungsende

2) Eingeschätzter Therapieerfolg am Behandlungsende

3) Eingeschätzte Wirksamkeit von Behandlungsbausteinen

4) Eingeschätzte Ergebnisqualität und Behandlungserfolg am Behandlungsende

5) Eingeschätzte Qualität der hausinternen Infrastruktur

6) Eingeschätzte Prozessqualität der Therapie

7) Eingeschätzte Beziehungsqualität in der Patientengemeinschaft

8) Eingeschätzte Qualität der Arbeitsbeziehung zum therapeutischen Team

� Erfassung von Veränderungen testpsychologisch erfassbarer behandlungsrelevanter

Parameter im Vergleich von Aufnahme und Abschluss (konnte

2011 nicht erfasst werden)

Zu erfassende Indikatoren

1) Suchtstatus (Abstinenzmotivation; Craving)

2) Persönlichkeitsstatus (Persönlichkeitsstile, Persönlichkeitsstörungen)

3) Status Lebensqualität, Stressverarbeitung, subjektives Belastungserleben

Evaluationsbericht Bericht 2011 12 von 66


3. 3. Patienten Patienten- Patienten

und und Behandlungsmerkmale

Behandlungsmerkmale

3.1. Auslastung

2011 war die Therapiestation Carina praktisch voll ausgelastet. Die durchschnittliche

Jahresauslastung betrug 99%. %. %. Der Station stehen 15 Betten zur stationären

Behandlung zur Verfügung.

3.2. Behandlungen

2011 wurden 63 Patienten behandelt. Davon 23 Frauen und 40 Männer.

Geschlechterverteilung

Geschlechterverteilung

Behandlungen

Behandlungen Behandlungen

absolut absolut absolut

%

Männer Männer

40 63

63

Frauen Frauen Frauen

23 23 23

37 37

Gesamt Gesamt Gesamt

63 63 63

100 100

100

Männer Frauen

ABB. 1: GESCHLECHTERVERTEILUNG IN DER THERAPIESTATION CARINA

3.3. Lebensalter

63% 37%

Geschlechterverteilung

Das durchschnittliche Lebensalter betrug zu Behandlungsbeginn 30 Jahre. Die

Altersspanne betrug 40 Jahre (17 bis 57). Männer waren im Durchschnitt 32,5 und

Frauen 26 Jahre alt. 90% der behandelten Personen waren zum Zeitpunkt ihres

Therapieantritts unter 40 Jahre alt.

Altersverteilung

Altersverteilung Altersverteilung

absolut absolut absolut

%

unter unter unter 18 18 Jahren Jahren

1 2

18 18 bis bis unter unter 25 25 Jahre Jahre

19 30

30

25 25 bis bis unter unter 45 45 Jahre Jahre

39 39

62

62

45 45 Jahre Jahre und und darüber darüber

4 6

Gesamt Gesamt

63 63

100

100

Evaluationsbericht Bericht 2011 13 von 66


3.4. Erfolgreiche Abschlüsse und Abbrüche/Entlassungen

2011 wurden 56 Behandlungen abgeschlossen. 37 davon erfolgreich, was einer

Haltequote Haltequote von 66% entspricht. . 12 Behandlungen wurden vorzeitig durch Abbruch

seitens der Patienten beendet. Fünf Behandlungen mussten durch Entlassung

beendet werden. Zwei Behandlungen konnten nicht planmäßig abgeschlossen

werden.

Therapieausgang Therapieausgang

absolut absolut

%

Erfolgreiche Erfolgreiche Erfolgreiche Abschlüsse

Abschlüsse Abschlüsse

37 37 66

66

Abbrüche Abbrüche

12 21

Entlassungen

Entlassungen Entlassungen

5 9

Transfer, Transfer, Tod, Tod, Haft Haft

2 4

Gesamt Gesamt Gesamt

56 56 100 100

100

66% 30%

Erfolgreiche Abschlüsse Abbrüche/Entlassungen, Transfer, Tod, Haft

ABB. 2: ABSCHLÜSSE VERSUS ABBRÜCHE/ENTLASSUNGEN IN DER THERAPIESTATION CARINA

3.5. Durchschnittliche Behandlungsdauer

Die durchschnittliche Behandlungsdauer regulär abgeschlossener Therapien

(„Betreuungsende nach Plan“) betrug 2011 rund 144 Tage (=4,75 Monate). Männer

schlossen ihre Therapie nach durchschnittlich 137 Tagen und Frauen nach 165

Tagen erfolgreich ab. Mit berücksichtigt sind sogenannte kummulative Therapien,

d.h. Fortsetzungen von Therapien nach einer therapeutisch als zweckmäßig

erachteten Unterbrechung des stationären Aufenthalts. Insgesamt wurden 10

Patienten und Patienten im Berichtszeitraum zweimal aufgenommen. Bei drei

Patientinnen und Patienten wurde die kummulative Therapieform gewählt. Daneben

wurden 7 Personen als Folge einer Krise zur psychosozialen Stabilisierung

nochmals aufgenommen. Die Dauer der Krisenaufnahmen reichte von 5 bis 40

Tage. Die Durchschnittsdauer für Krisenaufnahmen betrug 15 Tage.

Therapiedauer Therapiedauer regulärer

Therapien

Therapien

Tage Tage Tage

Monate

Monate

Dauer Dauer Frauen Frauen (Durchschnitt) (Durchschnitt)

165 5,5

Dauer Dauer Männer Männer (Durchschnitt) (Durchschnitt)

137 4,5

4,5

Durchschnittliche Durchschnittliche Dauer Dauer

144 44 4,75

4,75

Dauer Dauer von

von

Spanne Spanne durchschnittliche

durchschnittliche

Krisenaufnahme

Krisenaufnahme

Dauer

Dauer

Frauen Frauen und und und Männer Männer Männer

5-40 40 Tage 15

Evaluationsbericht Bericht 2011 14 von 66

4%


3.6. Staatsangehörigkeit

92% der insgesamt 73 Behandlungen wurden an Österreicherinnen und

Österreichern durchgeführt. 7% der Behandlungen betrafen Personen aus

Liechtenstein. Eine Behandlung wurde an einer Person aus Italien (Südtirol)

durchgeführt.

Staatsangehörigkeit Staatsangehörigkeit

absolut absolut

%

Österreich Österreich Österreich

67 67 92 92

92

Liechtenstein

Liechtenstein Liechtenstein

5 7

Italien Italien Italien (Südtirol) (Südtirol) (Südtirol)

1 1

Gesamte Gesamte Gesamte Behandlungen

Behandlungen Behandlungen

73 100 100

100

3.7. Behandlungsanlass gerichtliche Auflagen/Weisungen

Im Berichtsjahr 2011 wurden 20,5 20,5% 20,5

der Behandlungen aufgrund gerichtlicher

Auflagen bzw. Weisungen durchgeführt.

gerichtliche

gerichtliche

Auflagen/Weisungen

Auflagen/Weisungen

absolut absolut

%

ja 15 20,5

20,5

nein nein

58 79,5

79,5

Gesamte Gesamte Behandlungen Behandlungen

73 100

100

Evaluationsbericht Bericht 2011 15 von 66


Dokumentation und Evaluierung

stationärer Entwöhnungsbehandlung

Erstkontakt

Stationäre Aufnahme,

Therapieeingangsphase

„Eingewöhnungszeit“

Therapieabschnitt 1

Intensivphase

Therapieabschnitt 2

Intensivphase und

Therapieausgangsphase

regulärer

Therapieabschluss

Telefonische,

postalische oder

mündliche

Katamneseerhebung

Sammlung personenbezogener Daten,

Abklärung bzgl. Aufnahmezeitpunkt,

Therapiefinanzierung,

Behandlungsvertrag

Klinisch-psychologische Testung

Erhebungszeitpunkt 1

Aufnahmebericht

2-4 Wochen nach

Aufnahme in die

Therapie

Klinisch-psychologische Testung

Erhebungszeitpunkt 2

Abschlussbericht

4-2 Wochen vor

Abschluss der

Therapie

Katamnesebefragung

Erhebungszeitpunkt 3

Ein-Jahres-Katamnesebericht

1 Jahr nach

Abschluss der

Therapie

ABB. 3: MODELL STATIONÄRER ENTWÖHNUNGSBEHANDLUNG IN DER THERAPIESTATION CARINA

Evaluationsbericht Bericht 2011 16 von 66


4. Differenzialdiagnostik

Differenzialdiagnostik

Die Ergebnisdarstellung im nächsten Abschnitt basiert auf den Daten des

medizinischen Dokumentationssystems (MEDOS) und spezifischer Daten, die in der

Therapiestation routinemäßig erhoben werden:

1. 1. Abhängigkeitserkrankungen

Abhängigkeitserkrankungen

• Hauptdiagnose Suchterkrankung

2. Komorbide Komorbide Störungen

Störungen

• Persönlichkeitsstörungen

• affektive Störungen

• neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen

• Essstörungen

• Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit,

Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns

• Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen

• Traumafolgeerkrankungen

3. . Psychosozialer Risikoscore (psR)

Durch die Erstellung von Informationsblättern, dem verbindlichen Vereinbaren

eines einheitlichen diagnostischen Vorgehens und dank des Einsatzes der

internationalen internationalen Diagnose Diagnose Checklisten Checklisten für für ICD ICD-10 ICD 10 (IDCL) konnte eine deutliche Verbesserung

der Diagnosegüte erreicht werden. Für die Vergabe einer Persönlichkeitsstörungsdiagnose

ist die Erfüllung aller notwendigen Kriterien in der Checkliste

zur Erfassung von Persönlichkeitsstörungen (IDCLP, WHO) notwendig. Für die

Vergabe der sehr häufig gestellten psychiatrischen Hauptdiagnose F19.2 nach ICD-

10 (Störung durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper

Substanzen) wurden die Kriterien explizit definiert, um einer vorschnellen Vergabe

dieser Diagnose beim bloßen Konsum von mehreren Substanzen zu unterbinden.

Suchterkrankungen gehen auch nicht automatisch mit einer Persönlichkeitsstörung

einher. Um auch hier Vergabeautomatismen zu unterbinden, wurden gemeinsam

Regel für die Vergabe der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung erarbeitet und

verbindlich vereinbart.

Bei Verdacht auf Vorliegen einer komplexen Traumafolgestörung wurde für die

exaktere Bestimmung bereits 2009 das „Interview „Interview zur zur komplexe komplexen komplexe Post Posttrauma

Post

trauma-

tischen tischen Be Belastungs Be Belastungs

lastungsstörung störung (IK (IK-PTBS)“ (IK

PTBS)“ eingeführt. Dieses Interview ermöglicht eine

umfassende und strukturierte Erhebung der wesentlichsten Merkmale einer

komplexen posttraumatischen Belastungsstörung. Das Interview ist inzwischen im

Expertenkreis als valide anerkannt. Die Durchführung des Interviews stellt eine

notwendige Voraussetzung für die Vergabe einer entsprechenden Traumadiagnose

DESNOS, DESNOS, „Disorder „Disorder of of extrem extrem Stress Stress not not otherwise otherwise spezified“ spezified“

dar.

Evaluationsbericht Bericht 2011 17 von 66


4.1. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

(ICD-10: F1)

4.1.1. 4.1.1. 4.1.1. Hauptdiagnose Hauptdiagnose Hauptdiagnose Sucht Sucht

Sucht

Kreuztabelle:

Kreuztabelle:

Gesc Geschlecht Gesc hlecht zu zu Hauptdiagnose Hauptdiagnose Sucht

Sucht

Geschlecht Gesamt

Männlich Weiblich Absolut Prozent

F10.1,

F10.1,

Störung durch Alkohol,

schädlicher Gebrauch

0 0% 2 9% 2 3%

F10.2,

F10.2,

Störung durch Alkohol,

Abhängigkeitssyndrom

9 22,5% 4 17,5% 13 20% 20%

20%

F11.2,

F11.2,

Störung durch Opioide,

Abhängigkeitssyndrom

1 2,5% 3 13% 4 6,5%

6,5%

F12.2,

F12.2,

Störung durch Cannabinoide,

Abhängigkeitssyndrom

3 7,5% 1 4,5% 4 6,5%

6,5%

F13.2,

F13.2,

Störung durch Sedativa oder Hypnotika,

Abhängigkeitssyndrom

1 2,5% 0 0% 1 1,5%

1,5%

F14.2,

F14.2,

Störung durch Kokain,

Abhängigkeitssyndrom

3 7,5% 0 0% 3 5%

F19.1

F19.1

Störung durch multiplen Substanzgebrauch,

missbräuchliche Verwendung

0 0% 2 9% 2 3% 3%

F19.2,

F19.2,

Störung durch multiplen Substanzgebrauch,

Abhängigkeitssyndrom

21 52,5% 9 39% 30 48%

48%

F12.5 F12.5 und und F19.5, F19.5,

F19.5,

Psychotische Störung durch Cannabinoide

und durch multiplen Substanzgebrauch

2 5% 1 4,5% 3 5%

F63.0,

F63.0,

Abnorme Gewohnheiten und Störungen der

Impulskontrolle, „Spielsucht“

0 0% 1 4,5% 1 1,5%

1,5%

Gesamt 40 100% 23 100% 63 100%

Mit einem Anteil von 48 48% 48 dominiert als Hauptdiagnose bei den Abhängigkeits-

erkrankungen erkrankungen F19.2, Störung durch multiplen Substanzgebrauch

Substanzgebrauch, Substanzgebrauch

auch Polytoxikomanie

genannt.

Polytoxikomanie (ICD-10: F19.2; deutsch: Mehrfachabhängigkeit) ist eine typische

Form des Drogenkonsums, bei welcher der Konsument von mehreren Suchtstoffen

abhängig ist, ohne dass eine eindeutige Leitdroge spezifizieren lässt. Die

Polytoxikomanie lässt sich als wiederholte Einnahme von zwei oder mehreren

Substanzen mit Suchtpotential über einen bestimmten Zeitraum definieren, wobei

keine Substanz für sich allein den Konsum dominiert.

Mit beträchtlichem Abstand folgt F10.2 F10.2, F10.2 die die Alkohol Alkoholab Alkohol

ab abhängigkeit

ab hängigkeit die bei 20 20% 20

% der

Patienten als Hauptdiagnose gestellt wurde. Alle anderen Hauptdiagnosen nehmen

eine deutlich untergeordnete Rolle ein. Die im Vergleich zwischen Frauen und

Männer bestehenden Unterschiede können aufgrund des geringen Stichprobenumfangs

nicht näher interpretiert werden.

Evaluationsbericht Bericht 2011 18 von 66


ABB. 4: HAUPTDIAGNOSE SUCHT PATIENTENJAHRGANG 2011, GESAMT

4.1.2. 4.1.2. Leitdrogenverteilung

Leitdrogenverteilung

„Unter Leitdroge ist jene Droge zu verstehen, welche der Klientin / dem Klienten

aus deren/dessen subjektiver Sicht die meisten Probleme verursacht. Dabei bezieht

sich die Problemdefinition – angelehnt an ICD 10 – auf psychosoziale und

gesundheitliche und nicht rein rechtliche Problemstellungen.“ (Einheitliche

Dokumentation der Klientinnen und Klienten der Drogeneinrichtungen (DOKLI),

Basismanual, Version 07, 12/2008, Gesundheit Österreich GmbH, Geschäftsbereich

ÖBIG). Die Auswertung der Leitdrogenverteilung im Behandlungsjahrgang 2011

erfolgte anhand dieser Definition des DOKLI-Manuals. Ergänzend wurde in die

Bewertung einer Substanz als Leitdroge der aktuelle Behandlungsanlass und das

subjektive Konsummuster des letzten Jahres vor Behandlungsantritt einbezogen.

Bedeutung Bedeutung der der Substanzen Substanzen als als als Leitdroge Leitdroge, Leitdroge Patienten Patientenjahrgang Patienten

jahrgang 20 2011 20

11 11

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 1:

1:

Tabak Tabak. Tabak . 87%

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 2:

2:

Opioide Opioide. Opioide Opioide . 37%

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 33:

3 :

Alkohol Alkohol. Alkohol 36%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 4: :

Ca Cannabinoide

Ca Cannabinoide

nnabinoide.

nnabinoide . 34%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 5:

5:

Methadon Methadon & & Co Co. Co . 23%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 6: 6:

6:

Benzodiazepine

Benzodiazepine.

Benzodiazepine . 18%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 7:

7:

Kokain Kokain. Kokain . 16%

Als Als Leit Leitdroge Leit Leitdroge

drogen droge unerheblich sind:

- Halluzinogene

- Stimulantien (Amphetamine, MMDA)

Evaluationsbericht Bericht 2011 19 von 66


Bedeutung Bedeutung der der Substanzen Substanzen als als Leitdroge Leitdroge Patienten Patientenjahrgang

Patienten

jahrgang jahrgang 20 2011 20 2011

11, 11 getrennt getrennt für

für

Frauen Frauen un und un un d Männer

Frauen Frauen

Männer

Männer

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. Nr. 1: 1:

1:

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. Nr. 1: 1:

1:

Tabak Tabak. Tabak Tabak.

. 91%

Tabak Tabak. Tabak Tabak.

. 85%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 2:

2:

Heroin Heroin. Heroin . 45%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 3:

3:

Methadon Methadon Methadon & & & Co Co. Co Co . 34,5%

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. Nr. 4: : :

Cannabi Cannabinoide

Cannabi Cannabinoide

noide. noide . 28%

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. Nr. 5: : :

Alkohol Alkohol. Alkohol Alkohol.

. 21%

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 6: :

Kokain Kokain. Kokain . 14%

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 7: :

Benzodiazepine

Benzodiazepine.

Benzodiazepine . 10%

4.1.3. .1.3. Alter bei Erstkonsum

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. Nr. 2: 2:

2:

Alkohol Alkohol. Alkohol Alkohol . 45,5%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 3:

3:

Cannabinoide

Cannabinoide. Cannabinoide

Cannabinoide 39%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 4: :

Heroin Heroin. Heroin Heroin . 32%

Leitdroge Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. Nr. 5: : :

Benzodiazepine

Benzodiazepine.

Benzodiazepine

Benzodiazepine.

. 23%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 6: :

Kokain Kokain. Kokain Kokain.

. 18%

Leitdroge Leitdroge Nr. Nr. 7: :

Methadon Methadon & & Co Co. Co . 16%

Das Das Merkmal Merkmal Alter Alter Alter Alter bei bei bei bei Erstkonsum

Erstkonsum Erstkonsum

Erstkonsum verweist verweist auf auf den ersten (Probier (Probier-)Konsum (Probier

)Konsum )Konsum von

legalen legalen und und und illegalen illegalen Drogen Drogen im im Leben Leben der der Patienten und und Patienten Patienten. Patienten

. Diese Diese

„Erstkontakte“ „Erstkontakte“ sind sind nicht nicht automatisch automatisch mit mit einem einem regelmäßigen regelmäßigen oder oder oder gar gar

gar

abhä abhängigen abhä ngigen Konsum Konsum von von Suchtmittel Suchtmittel gleichzusetzen.

gleichzusetzen.

Die Befunde können in erster Linie als eine Art gemittelte Zeitreihe gelesen werden,

die einen möglichen Entwicklungsverlauf in Richtung einer Abhängigkeitserkrankung

skizzieren. Aus den Abbildungen sollte auch nicht der Schluss gezogen

werden, dass Patienten linear von der ersten Zigarette bis zur Methadonsubstitution

alle Stationen des Suchmittelkonsums durchlaufen. Rauchen und

Alkohol sind ja für viele Jugendliche eine indirekte Beweisführung für ihre Reife

und Ausdruck von persönlicher Coolness und Zugehörigkeit zur Peergroup. Die

meisten Jugendlichen machen eine Phase des Probierens und Experimentierens

durch, ohne später heroinabhängig oder alkoholkrank zu werden. Doch einige

wenige davon entwickeln eine manifeste Suchterkrankung oder gehören als

Erwachsene zum erweiterten Kreis von abhängigkeitsgefährdeten Menschen. Dabei

fällt auf, dass diese sehr häufig extrem früh Alkohol getrunken, eine Zigarette

geraucht oder einen Joint probiert haben.

Evaluationsbericht Bericht 2011 20 von 66


Exku Exkurs Exku Exkurs

rs: rs Sucht Suchtverlaufs

Sucht Suchtverlaufs

verlaufs- verlaufs und und Drogenkonsum

Drogenkonsummuster

Drogenkonsum

muster

Die hauseigenen Analysen der Suchtverlaufs- und Drogenkonsummuster zeigen

auf, dass kaum jemand plötzlich, auch bei besonders belastenden Lebensereignissen,

mit dem intravenösen Heroinkonsum beginnt. Es finden sich vielmehr

non-lineare und non-direktionale Verläufe, die insgesamt eine Intensivierung der

Konsumgewohnheiten ca. vom 15-ten bis zum 25-ten Lebensjahr aufzeigen. In

diesem Lebensjahrzehnt festigen sich Konsumgewohnheiten und persönliche

Suchtmuster. Es lässt sich ein maligner Entwicklungsprozess hin zur manifesten

Suchterkrankung nachvollziehen. Ein wichtiger Indikator für die Schwere und

Prognose einer Suchterkrankung ist nun das individuelle Drogenkonsummuster

einer abhängigen Person.

Je Je Je länger länger länger ei eine ei eine

ne „Drogenkarriere“ „Drogenkarriere“ andauert, andauert,

je e mehr mehr Substanzen Substanzen zeitnah/parallel zeitnah/parallel (intravenös) (intravenös) konsumiert konsumiert werden,

werden,

je e mehr mehr Leitdrogen Leitdrogen sich sich im im Verlauf Verlauf erfassen lassen,

je e intensiver intensiver und und wahlloser wahlloser der der Beikonsum Beikonsum ausfällt,

ausfällt,

desto desto desto schwieriger schwieriger schwieriger die die die Behandung Behandung Behandung und und und desto desto desto schlechter schlechter schlechter die die Prognose. Prognose.

Diesen Kriterien entsprechen sehr häufig sogenannte polytoxikomane Konsummuster,

welche durch einen grundsätzlich stark verwobenen, oft chaotisch

wirkenden Substanzkonsum beschreibbar sind. Leitdrogen wechseln sich ab. Es

wird zumeist das intensiv konsumiert, was gerade verfügbar ist. Es sind bereits

vielfache Körperentzüge gemacht worden. Es wird abwechselnd intravenös

gespritzt, oral konsumiert oder durch die Nase gesnifft. Die Risikobereitschaft

erscheint ob der Konsumumstände oftmals enorm. Es wird quasi „ohne Rücksicht

auf Verluste“ konsumiert. Gerade für diese Patienten und Patienten versucht die

Therapiestation mit dem Konzept einer kumulativen Therapie (mehrere stationäre

Aufenthalte über mehrere Jahre verteilt, mit unterschiedlichen inhaltlichen

Schwerpunktsetzungen und einer unterschiedlichen Aufenthaltsdauer) und indivi-

indivi

duellen duellen Schwer Schwerpunktsetzungen

Schwer punktsetzungen ein passendes Angebot zu stellen.

Der Einstieg in den Konsum von Suchtmittel beginnt bei den Patienten der

Therapiestation im Alter von durchschnittlich 13,5 Jahren mit Tabak und mit

Alkohol – beide legal erhältlichen Drogen. Abgabe und Konsum von Tabakwaren

unter 18 Jahren sind gesetzlich nicht erlaubt. Ebenso sind die Abgabe und der

Konsum von Alkohol unter 16 Jahren verboten. Diese Verbote haben wohl noch

keinen konsumbereiten Jugendlichen davon abgehalten, Alkohol zu trinken oder

eine Zigarette zu rauchen. Das Jugendschutzgesetzt geht hier eindeutig am

eigentlichen Kernproblem vorbei. Jugendlichen einen offenen, mündigen und reifen

Umgang mit Alkoholika und Rauchwaren erlernen zu lassen sieht anders aus.

Erfolgreiche Präventionsprojekte in Vorarlberg zeigen dies ganz klar (z.B. SUPRO

Projekte „KENNiDI“ und „Take Control“).

Evaluationsbericht Bericht 2011 21 von 66


ABB. 5: LEBENSALTER BEI ERSTKONSUM GESAMT

Die Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass sich das Rauchen und der Konsum

von Alkohol gegenseitig positiv verstärken, im Sinne von „Je mehr, desto mehr“.

Das früheste Einstiegsalter bei Alkohol ist 6 Jahre und bei Tabak 8 Jahre. Mit

durchschnittlich 15 Jahren folgt der erste Cannabiskonsum. Zwischen dem Rauchen

der ersten Zigarette, dem Trinken des ersten Glases Alkohol und dem Kiffen des

ersten Joints vergehen also im Schnitt zwei Lebensjahre. Es geht aber auch früher:

Der früheste Einstieg in den Konsum von Cannabis wurde mit 11 Jahren angegeben.

Mit einem Abstand von beinahe 5 Jahren folgt der Konsum von Amphetaminen,

LSD und Kokain. Heroin scheint noch keine Teenagerdroge zu sein. Der Einstieg in

den Heroinkonsum passiert mit durchschnittlich 18-19 Jahren. Der erste Benzodiazepinkonsum

findet mit durchschnittlich 20 Jahren statt und Substitutionsdrogen

werden erstmals mit durchschnittlich 23 Jahren konsumiert. Die Ergebnisse

von 2011 sind mit jenen der letzten Jahre überwiegend vergleichbar.

ABB. 6A: LEBENSALTER BEI ERSTKONSUM FRAUEN

Evaluationsbericht Bericht 2011 22 von 66


Männer

13,5 14 16 18 18 20 20 20 21

ABB. 6b: LEBENSALTER BEI ERSTKONSUM MÄNNER

Aufgrund der geringen Gruppengröße wurden keine Geschlechterunterschiede

berechnet. Die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Differenzen sollen trotzdem kurz

erwähnt werden: Bei Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsum ergeben sich keine

auffälligen Unterschiede im Lebensalter bei Erstkonsum. Beim Einstieg in den

Kokainkonsum zeigten sich allerdings auffällige Unterschiede. Bei den Frauen

beträgt das durchschnittliche Einstiegsalter 17 Jahre und bei den Männern 20 Jahre

– ein Unterschied von drei Jahren. Einen Unterschied von sogar 4 Jahren ergab

sich beim Einstiegsalter in den Konsum von Substitutionsdrogen. Bei den befragten

Männer beträgt das durchschnittliche Einstiegsalter 25 Jahre und bei den Frauen 21

Jahre. Beim Einstiegsalter in den Heroinkonsum waren es nochmals die behandelten

Frauen, die durchschnittlich zwei Jahre früher mit dem Erstkonsum

begannen. Nämlich mit 18 Jahren im Vergleich zu 20 Jahren bei den Männern. Es

fällt also auf, dass die behandelten Frauen bei allen illegalen Drogen ein niedrigeres

durchschnittliches Einstiegsalter aufweisen.

4.1.4. .1.4. Intravenöser Konsum

Das Ausmaß intravenösen Drogenkonsums in einer Patientenpopulation verweist

auf die Schwere von Suchterkrankungen und erhöht das Gesundheitsrisiko

beträchtlich. Die Benutzung derselben Spritze durch mehrere Personen oder das

Aufteilen einer aufbereiteten Droge birgt das Risiko einer Infektion mit HIV/AIDS

und weiterer durch das Blut übertragbarer Krankheiten, wie etwa Hepatitis C. In der

Therapiestation Carina liegt der Anteil an Patienten mit Erfahrungen im

intravenösen Konsum von Suchtmittel 2011 bei 43% (2010: 33%; 2009: 41%).

Evaluationsbericht Bericht 2011 23 von 66

25


Kreuztabelle:

Kreuztabelle:

Geschlecht Geschlecht zu

zu

Geschlecht Geschlecht Geschlecht

Gesamt

Gesamt

IV IV-Konsum IV

Konsum Konsum

Männlich Männlich Männlich Weiblich Weiblich

Weiblich

ja 19

8

27

(47,5%)

(35%)

(43%)

nein 21

15

36

(52,5%)

(65%)

(57%)

Gesamt 40 23 63

Prozentanteil intravenöser

Drogenkonsum

43%

Patientenjahrgang

2011

ABB. 7: INTRAVENÖSER DROGENKONSUM

47,5%

Evaluationsbericht Bericht 2011 24 von 66

35%

Männer Frauen


4.2. Komorbiditäten und Doppeldiagnosen

Suchterkrankungen sind häufig von komorbiden Erkrankungen begleitet. Neben

einer Suchterkrankung können häufig affektive Störungen, Angsterkrankungen,

psychotische Störungen, dissoziative und somatoforme Störungen sowie Stressfolgeerkrankungen

aufgrund erlebter Traumatisierungen (PTBS und komplexe

PTBS) auftreten. Für das gemeinsame Auftreten von Suchterkrankungen und

anderen behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen haben sich die

Begriffe der Komorbidität und der Doppeldiagnose für drei Bereiche etabliert:

� Sucht Suchterkrankungen

Sucht Suchterkrankungen

erkrankungen und und und Persönlich Persönlichkeitsstörungen

Persönlich Persönlichkeitsstörungen

keitsstörungen

� Suchterkrankungen Suchterkrankungen Suchterkrankungen und und und Erkrankungen Erkrankungen aaus

a

us us dem dem schizophrenen

schizophrenen

Formen Formenkreis

Formen kreis

� Suchterkrankungen Suchterkrankungen und und biopolare biopolare Störungen Störungen. Störungen

.

Die ausgewerteten Daten aus dem MEDOS und den Diagnoselisten der Therapiestation

Carina bestätigen diese Annahme seit langem. Beim überwiegenden Teil der

behandelten Patienten und Patienten wurde neben der Suchterkrankung eine oder

mehrere weitere psychische Erkrankung diagnostiziert.

Nachfolgend werden die in der Therapiestation Carina häufiger diagnostizierten

Komorbiditäten (Punktkomorbiditäten) ausführlicher und die selteneren Komorbiditäten

zusammenfassend dargestellt.

4.2.1. 4.2.1. Persönlichkeits

Persönlichkeits- Persönlichkeits und und Verhaltensstörungen Verhaltensstörungen (ICD (ICD-10: (ICD 10: F6)

Die Prävalenz von Persönlichkeitsstörungen bei Suchterkrankungen wird in der

aktuellen Forschungsliteratur als durchwegs hoch angesehen. Die Angaben streuen

sehr stark und liegen je nach Setting und Einschlusskriterien zwischen 20% und

maximal 60%. Für Suchtklientel wird in der Regel von einem sehr hohen Anteil

ausgegangen.

Für die Therapiestation Carina ergab sich für das Berichtsjahr 2011 folgendes Bild:

Anteil Anteil an an an diagnostizierten diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen Persönlichkeitsstörungen Gesamt Gesamt: Gesamt

81%

(2009: 79%; 2010: 82%)

83 83% 83

Anteil Anteil an an diagnostizierten diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen Persönlichkeitsstörungen Frauen Frauen: Frauen

83

(2009: 81%; 2010: 82%)

Anteil nteil an an diagnostizierten diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen Persönlichkeitsstörungen Männer Männer: Männer 80%

(2009: 77%; 2010: 82%)

In der Therapiestation Carina zeigt sich für das Jahr 2011, übereinstimmend mit den

Ergebnissen der letzten Jahre (2009-2010), ein hoher Anteil an diagnostizierten

Persönlichkeitsstörungen. Die behandelten Frauen und Männer unterscheiden sich

hinsichtlich der Auftretenshäufigkeit nicht bedeutsam voneinander.

Evaluationsbericht Bericht 2011 25 von 66


Berücksichtigt man neben der Koprävalenz von Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen

weitere Komorbiditäten, dann stellt sich die Frage, welche dabei am

häufigsten zu diagnostizieren sind.

Anteil an singulären Persönlichkeitsstörungen:

(2009: 44%; 2010: 50%)

48 48% 48

Anteil an zwei oder mehreren Persönlichkeitsstörungen

(inklusive kombinierter Formen, F61.0):

(2009: 34%; 2010: 32%)

33 33,5 33 33,5

,5% ,5

Verteilung von Persönlichkeitsstörungen im Patientenkollektiv

(100%= Anzahl aller diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen):

Kreuztabelle: Kreuztabelle: Geschlecht Geschlecht zu zu Diagnose Diagnose

Diagnose

Persönlichkeitsstörung

Persönlichkeitsstörung

Geschlecht Gesamt

Männlich ännlich Weiblich

Weiblich

F60.0, paranoide

Persönlichkeitsstörung

Anzahl

% von

Geschlecht

1

2,5 2,5% 2,5

0

0%

1

1,5 1,5% 1,5

F60.1, schizoide

Persönlichkeitsstörung

Anzahl

% von

Geschlecht

1

2,5% 2,5%

0

0% 0% 0%

1

1,5%

1,5%

F60.2, dissoziale

Persönlichkeitsstörung

Anzahl

% von

Geschlecht

5

12,5% 12,5%

1

4,5 ,5 ,5% ,5

6

9% 9%

9%

F60.30, emotional-instabile

Persönlichkeitsstörung,

impulsiver Typus

Anzahl

% von

Geschlecht

6

15% 15%

4

17 17,5 17

,5 ,5% ,5

10

15%

15%

F60.31, emotional-instabile

Persönlichkeitsstörung,

Borderline Typus

F60.4, histrionische

Persönlichkeitsstörung

F60.5, zwanghafte

Persönlichkeitsstörung

F60.6, ängstlich (vermeidende)

Persönlichkeitsstörung

F60.7, abhängige

Persönlichkeitsstörung

F60.80, narzisstische

Persönlichkeitsstörung

F61.0, kombinierte

Persönlichkeitsstörung

Anzahl 3 7 10

% von

Geschlecht

7,5% 7,5% 30% 30%

15%

15%

Anzahl 0 1 1

% von

Geschlecht

0% 0% 4,5% 4,5% 1,5%

1,5%

Anzahl 0 1 1

% von

Geschlecht

0% 0% 4,5% 4,5% 1,5%

1,5%

Anzahl 6 1 7

% von

Geschlecht

15% 15% 4,5% 4,5% 4,5%

10% 10%

Anzahl 2 3 5

% von

Geschlecht

5% 5%

13% 7,5%

7,5%

Anzahl 9 1 10

% von

Geschlecht

22,5% 22,5% 4,5% 4,5%

15%

15%

Anzahl 12 12 4 16

16

% von

Geschlecht

30% 30% 17,5% 17,5% 23,5%

23,5%

Evaluationsbericht Bericht 2011 26 von 66


Wichtige Wichtige Information:

Information:

Information:

• Die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (F61.0) wird dann

gestellt, wenn die allgemeinen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung

erfüllt sind (G1 bis G4) und verschiedene Merkmale mehrerer spezifischer

Störungen vorliegen, die Voraussetzungen für die Diagnose einer

spezifischen singulären Persönlichkeitsstörung aber nicht erfüllt sind.

• Die angegebenen prozentuellen Gesamtwerte beziehen sich auf den

jeweiligen Anteil von spezifischen Persönlichkeitsstörungen an der Gesamtzahl

der vergebenen Persönlichkeitsstörungsdiagnosen (2011: 68 Diagnosen).

Verteilung Verteilung der der der Persönlichkeitsst

Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsst

Persönlichkeitsstörungen

örungen 20 2011 20 2011

11, 11 getrennt getrennt getrennt für für für Frauen Frauen Frauen und und und Männer Männer

Männer

Frauen Frauen Frauen

Männer Männer

Männer

emotional emotional-instabile emotional instabile Pst., Pst., Borderline Borderline Typ

Typ kombinierte kombinierte Pst.

Pst.

30%

30%

30%

30%

emotional emotional-instabile emotional emotional instabile instabile Pst. Pst., Pst. , , IImpulsiver

I

mpulsiver mpulsiver Typ Typ

narzisstische narzisstische narzisstische Pst. Pst.

Pst.

17,5%

17,5%

22,5%

22,5%

kombinierte kombinierte kombinierte Pst.

Pst.

emotional emotional-instabile emotional instabile instabile Pst. Pst., Pst.

, , IImpul

I

mpul mpulsiver mpul siver Typ Typ

17,5% 17,5%

17,5%

15%

15%

abhängige abhängige Pst.

Pst.

än ängstlich än

stlich stlich-vermeidende stlich vermeidende Pst. Pst.

13%

15%

15%

narzisstische narzisstische Pst.

Pst.

dissoziale dissoziale Pst.

Pst.

4,5% 4,5%

4,5%

12,5%

12,5%

dissoziale dissoziale Pst. Pst.

Pst.

emotiona emotional-instabile emotiona emotiona instabile Pst., Borderline Typ Typ

4,5% 4,5%

4,5%

7,5%

7,5%

histrionische histrionische Pst.

Pst.

abhängige abhängige Pst.

Pst.

4,5% 4,5%

4,5%

5%

zwanghafte zwanghafte Pst.

Pst.

paranoide paranoide Pst.

4,5% 4,5%

4,5%

2,5%

2,5%

ängstlich ängstlich-vermeidende ängstlich ängstlich vermeidende vermeidende Pst.

Pst.

schizoide schizoide Pst.

Pst.

4,5% 4,5%

4,5%

2,5%

2,5%

Evaluationsbericht Bericht 2011 27 von 66


4.2.2. 4.2.2. 4.2.2. Weitere Weitere Weitere komorbide komorbide komorbide Erkrankungen Erkrankungen Erkrankungen (ICD (ICD-10: (ICD (ICD 10: 10: F0; F0; F2; F2; F3; F3; F4; F4; F5) F5)

Zusammengefasst die weiteren, 2011 diagnostizierten psychischen Erkrankungen:

Kategorie Kategorie psychische psychische Störung Störung

Absolute

Absolute Prozentuelle

Prozentuelle

Anzah Anzahl Anzah Anzahl

Anzahl

F0 F0 F0 organisches Psychosyndrom 3 5% 5%

Evaluationsbericht Bericht 2011 28 von 66

(2010: (2010: 15 15%) 15

F2 F2 F2 substanzinduzierte und nicht 1 1,5%

1,5%

organische psychotische Störungen

(2010: (2010:3%) (2010:

F3 F3 affektive Störungen 20 32%

32%

(2010: (2010: 20 20%) 20

F4 F4 Angst- und Zwangsstörungen 3 5%

F5 F5 - Anorexia Nervosa

- Bulimia Nervosa

- Binge eating

kPTBS kPTBS komplexe posttraumatische

Belastungsstörung – DESNOS (Disorder of

extrem stress not otherwise spezified)

4.3. 4.3. Psychosozialer Psychosozialer Psychosozialer Risikoscore Risikoscore (psR)

(psR)

Die Definition des Psychosozialen Risikoscores lautet:

1

9

1

11

9 Frauen

3 Männer

12

1,5%

14%

1,5%

17% 17% 17% (2010: (2010: 18 18%) 18

39% (Frauen)

7,5% (Männer)

19 19% 19

% (Gesamt)

(Gesamt)

(2010: 2010: 29%)

(2010 (2010: (2010 : 5% 5%) 5%

„Das psychosoziale Risiko beschreibt das Risiko eines chronischen, schweren oder

schwersten Verlaufs der Erkrankung, der durch Langzeithospitalisierung, soziale

Verelendung und/oder Suizid begleitet werden kann.“ (vgl. dazu Vorarlberger

Psychiatrieberichterstattung, 2008, S.25).

Der Entwickler des Risikoscores (Dr. Hermann Elgeti, Universität Hannover)

beschreibt, dass mit der Bestimmung des Scores wichtige und leicht messbare

Einflussfaktoren auf den Verlauf einer seelischen Erkrankung in einer Kennzahl

zusammengefasst werden. Der Score wird aus acht psychiatrisch relevanten

Merkmalen berechnet. Vier Merkmale betreffen die Schwere und Chronizität der

psychischen Erkrankung. Vier weitere das Ausmaß der sozialen Desintegration. Der

Risikoscore kann einen Wert von 7 (Minimalwert) bis 32 (Maximalwert) haben. Ein

Wert von ≥20 bedeutet ein erhöhtes Risiko eines chronischen, schweren oder

schwersten Verlaufs (Suizidrisiko) der psychischen Erkrankung. Ein Wert über 25

bedeutet ein besonders hohes Risiko eines schweren oder schwersten Verlaufs. Ein

adäquat geplantes und abgestimmtes sozialpsychiatrisches Hilfeangebot wird als

essentiell und notwendig angesehen.

Dr. Elgeti betont, dass der psR insbesondere auch eine Kennzahl sei, die helfen

könne abzuschätzen, ob mit einem bestimmten Hilfeangebot bzw. Integrationshilfeprodukt

eine bestimmte Zielgruppe auch erreicht werde könne (betrifft die Aspekte

der der Zielgruppenerreichung und Versorgungsgerechtigkeit). Als ls grundsätzliche

grundsätzliche

Regel Regel gilt: gilt: Je stärker die Ausprägung des Merkmals, desto höher ist das Risiko für

einen komplizierten bzw. chronischen Verlauf der Erkrankung. Alles was größer als

1,0 (Eins punkt Null) Differenz sei, könne man als statistisch wesentlichen

Unterschied im psychosozialen Risiko beschreiben.


� vier vier psychiatrisch psychiatrisch relevante relevante Merkmale

Merkmale

Psychiatrische Hauptdiagnose

Alter bei Ersterkrankung

Dauer seit Ersterkrankung

Dauer seit letzten Klinikaufenthalt (KA)/gegenwärtiger KA

� vier vier vier soziodemographisch soziodemographisch soziodemographisch relevante relevante relevante Merkmale Merkmale

Merkmale

Wohnsituation

Arbeitssituation

Häufigkeit sozialer Kontakte

Vorrangiger Lebensunterhalt

Das Das mögliche mögliche Wertschöpfungspotential Wertschöpfungspotential einer einer solchen solchen Kennzahl Kennzahl: Kennzahl

• Screening von HochrisikoPatienten zu Beginn der Behandlung

• Möglichkeit der besonderen Berücksichtigung von

HochrisikoPatienten bei der Behandlungsplanung

o im Sinne des Primärziels „harm reduction“

o im Sinne der Aufrechterhaltung einer Betreuungskontinuität

• Informationsgewinn durch interne Vergleichbarkeit von Risikogruppen

im Patientenkollektiv der Stiftung Maria Ebene

• Informationsgewinn durch externe Vergleichbarkeit mit anderen

Trägerorganisationen bzgl. des psychosozialen Risikos im

Patientenkollektiv

Nachfo Nachfolgend Nachfo lgend wird wird das das Ergebnis Ergebnis Ergebnis für für das das Berichtsjahr 2010 2010 dargestellt. dargestellt. dargestellt. Das Das Das Ergebnis

Ergebnis

für für für 2011 2011 2011 liegt liegt liegt erst erst Mitte Mitte des des Jahres Jahres 2012 2012 vor vor. vor . Durch Durch das das frühe frühere frühe frühere

re Erscheinung

Erscheinungsdatum

Erscheinung

datum datum

des des Evaluationsberichts Evaluationsberichts (März (März (März 2012) 2012) können die betreffenden Ergebnisse erst

erst

später später später beigefügt beigefügt beigefügt werd werden. werd en.

Evaluationsbericht Bericht 2011 29 von 66


Psychosozialer Risikoscore (Min: 7 Max: 32)

18,7

25,1

24,3

21,7

21,3

20,2

19,9

17,7

17,7

17,5

17,4

16,0

„Risikoschwelle“

psR=20

psR Stiftung gesamt

psR Wohngemeinschaft Lukasfeld

psR Therapiestation Carina

psR Therapiestation Lukasfeld

psR Krankenhaus Maria Ebene

psR Clean Bregenz „Stabilisierung“

psR Clean Feldkirch „Stabilisierung“

psR Clean Bludenz „Stabilisierung“

psR Maria Ebene Ambulanz

psR Clean Feldkirch „Abstinenz“

psR Clean Bregenz „Abstinenz“

psR Clean Bludenz „Abstinenz“

Maximalwertgrenze

psR=32

ABB. 8: PSYCHOSOZIALER RISIKOSCORE (PSR), STIFTUNG MARIA EBENE 2010

Die Berechnungen des Risikoscore für die Therapiestation Carina zeigt deutlich,

dass die Gruppe der dort behandelten Patienten und Patienten ein sehr hohes

psychosoziales Risiko aufweist. Der durchschnittliche Risikoscore liegt mit 24,3

Punkten deutlich über der Risikowertschwelle von 20. Daraus lässt sich ableiten,

dass für die Patienten der Therapiestation ein sehr hohes Risiko eines chronischen

Verlaufs der Erkrankung, der durch Langzeithospitalisierung, soziale Verelendung

und/oder Suizid begleitet werden könnte, besteht.

Die 2010 in der Therapiestation Carina behandelten Patienten hatten ein sehr

hohes Risiko eines schweren und schwersten Verlaufs ihrer Erkrankung, d.h. es

bestand ein beträchtliches Chronifizierungsrisiko, ein sehr hohes Risiko sozial zu

verelenden und ein stark erhöhtes Suizidrisiko. Daraus resultierte ein hoher sozialpychiatrischer

Unterstützungs- bzw. Hilfebedarf im Rahmen der stationären Langzeittherapie

inklusive entsprechender Vorbereitung auf die anschließende

Lebensgestaltung (Arbeit, Wohnen, Freizeit, Sozialkontakte).

Evaluationsbericht Bericht 2011 30 von 66


5. 5. Erge Ergebnisdarstellung Erge bnisdarstellung für den Patienten Patientenjahrgang Patienten

jahrgang jahrgang 20 2011 20

Aufgrund einer Karenzierung des zuständigen Psychologen fanden 2011 die

Testungen in so eingeschränktem Umfang statt, dass keine sinnvolle Auswertung

und Ergebnisdarstellung möglich war.

6. 6. 6. Beurteilung Beurteilung Beurteilung von von von Struktur Struktur-, Struktur Struktur , , Prozess Prozess-, Prozess , , Ergebnis Ergebnisqualität

Ergebnis

qualität qualität

Kurz vor Behandlungsende wurde allen Patienten ein Fragebogen vorgelegt und

Anonymität zugesichert. Der im Haus entwickelte Bogen besteht aus fünf

Einzelskalen, die sich an den Qualitätsparametern „Struktur Struktur Struktur-“, Struktur „Prozess Prozess Prozess-“ Prozess und

„Ergebnisqualität

Ergebnisqualität

Ergebnisqualität“ Ergebnisqualität orientieren:

1) 1) Ergebnisqualität Ergebnisqualität und und Behandlungserfolg

Behandlungserfolg

2) 2) Stru Strukturqualität Stru kturqualität und und Infrastruktur

Infrastruktur

3) 3) Behandlungsintensität Behandlungsintensität Behandlungsintensität und und Behandlungsbausteine

Behandlungsbausteine

4) 4) 4) Beziehungsqualität

Beziehungsqualität Beziehungsqualität – Gruppenklima Gruppenklima und und Gruppenzusammenhalt

Gruppenzusammenhalt

5) 5) Beziehungsqualität Beziehungsqualität – Beziehung zum therapeutischen therapeutischen Team

Nachfolgend Nachfolgend die die zu zu zu Beginn Beginn des des Fragebogens Fragebogens stehenden stehenden Erläuterungen:

„Bitte beantworten Sie die nachfolgenden Fragen offen und ehrlich. Ihre

Einschätzungen und Beurteilungen sind uns wichtig. Sie können uns helfen,

sinnvolle und notwendige Verbesserungen vorzunehmen. Sie haben keinerlei

kritische oder gar negative Reaktion seitens der Leitung der Therapiestation

oder des therapeutischen Teams zu befürchten. Vielmehr wollen wir Ihnen für

die Bereitschaft zur Mitarbeit bedanken. Bitte beantworten Sie die Fragen

ohne langes Nachdenken. Vielen Dank!“

Evaluationsbericht Bericht 2011 31 von 66


6.1. Einschätzung der Therapiezufriedenheit (TZ)

Einschätzungen

Einschätzungen Einschätzungen

Häufigkeit Häufigkeit Häufigkeit Gültige Gültige Gültige Prozente Prozente

Prozente

sehr sehr sehr zufrieden zufrieden

13 41%

zufrieden zufrieden zufrieden

14 44%

weder weder zufrieden zufrieden zufrieden noch noch noch unzufrieden unzufrieden

3 9%

unzufrieden unzufrieden

1 3%

sehr sehr sehr unzufrieden

unzufrieden unzufrieden

1 3%

Gesamt Gesamt Gesamt

32 100%

• 85 85% 85

der befragten Patienten gaben bei Therapieabschluss an, mit ihrer

Therapie „sehr zufrieden“ bzw. „zufrieden“ zu sein

• 9% 9% waren mit ihrer Therapie „weder zufrieden noch unzufrieden“

• 6% 6% gab an, mit der Therapie „unzufrieden“ oder sogar „sehr unzufrieden“

zu sein

Anmerkungen:

Anmerkungen:

Anmerkungen:

• Die Die Ergebnisse rgebnisse rgebnisse beziehen beziehen sich sich überwiegend überwiegend auf auf „positive „positive Abschlüsse“

Abschlüsse“

• Therapieabbrecher/entlassene Therapieabbrecher/entlassene Patienten Patienten waren öfters nicht mehr mehr erreichbar

bzw. bzw. verweigerten verweigerten die die Bearbeitung Bearbeitung des des des Abschlussbogens

Abschlussbogens. Abschlussbogens

Abschlussbogens.

. Deren

Einschätzungen Einschätzungen fließen fließen somit somit nur sehr sehr eingeschränkt eingeschränkt ein.

ABB. 9: EINGESCHÄTZTE THERAPIEZUFRIEDENHEIT, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 32 von 66


6.2. Einschätzung des Therapieerfolgs (TE)

Einschätzungen

Einschätzungen Einschätzungen

Häufigkeit Häufigkeit Häufigkeit Gültige Gültige Gültige Prozente Prozente

Prozente

sehr sehr sehr gut gut

8 25%

gut gut gut

14 44%

ausreichend ausreichend

7 22%

schlecht schlecht

2 6%

sehr sehr sehr schlecht schlecht schlecht

1 3%

Gesamt Gesamt Gesamt

32 100%

„gut“

• 69 69% 69 der befragten Patienten schätzten ihren Therapieerfolg als „sehr gut“

oder „gut“ ein

• 22% 22% beurteilten ihren Therapieerfolg als „ausreichend“

• 9% 9% bewerteten ihren Therapieerfolg als „schlecht“ oder „sehr schlecht“

44%

22%

25%

ABB. 10: EINGESCHÄTZTER THERAPIEERFOLG, PJ 2011

„sehr gut“

„ausreichend“

Evaluationsbericht Bericht 2011 33 von 66

6%

3%

3%

„sehr schlecht“

„schlecht“


6.3. Beiträge zum Therapieerfolg (zugeschriebene Effektstärken)

Therapiebausteine

Therapiebausteine

Therapiebausteine

absolute gewichteter

N Summe Mittelwert Rangreihe

TB_Einzelpsychotherapie TB_Einzelpsychotherapie

32 750% 23% (1)

TB_Gruppenps

TB_Gruppenpsychotherapie

TB_Gruppenps

TB_Gruppenpsychotherapie

ychotherapie 32 715% 22% (2)

TB_Soziotherapie

TB_Soziotherapie TB_Soziotherapie

32 545% 17% (3)

TB_Sozialarbeit TB_Sozialarbeit

21 250% 12% (4)

TB_Reiten TB_Reiten TB_Reiten

16 140% 9% (5)

TB_Yoga TB_Yoga

21 185% 9% (5)

TB_Medizinische TB_Medizinische Versorgung Versorgung 32 260% 8% (7)

TB_Freizeitgestaltung TB_Freizeitgestaltung

32 230% 7% (8)

TB_Outdoor

TB_Outdoor-Aktivitäten

TB_Outdoor

TB_Outdoor Aktivitäten Aktivitäten 19 125% 7% (8)

• Das psychotherapeutische Angebot (Einzel- und Grupenarbeit) hat nach

Beurteilung der Patienten am meisten zum Therapieerfolg beigetragen. Mit

insgesamt 45% 45% hat der Behandlungsbaustein Psychotherapie die größte

Effektstärke (Power).

• Die Angebote der Soziotherapie und Sozialarbeit tragen nach Patienteneinschätzung

ebenfalls stark zum Therapieerfolg bei. Mit 29% 29% haben die

soziotherapeutischen und sozialarbeiterischen Behandlungsbausteine die

zweitgrößte Effektstärke.

• Die ergänzenden Therapiebausteine Reiten und Yoga haben mit je 9% einen

erstaunlich großen Stellenwert und zusammengenommen eine beachtliche

Effektstärke von 18 18%. 18

• Die medizinische Betreuung und Versorgung hat als Kernbaustein mit 8%

eine vergleichsweise niedrigere zugeschriebene Effektstärke. Dies ist

nachvollziehbar und so gewollt. Zum einen, weil die medikamentöse

Versorgung dem Grundsatz folgt: „So wenig wie möglich, und so viel wie

notwendig.“ Der Stellenwert von Medikamenten im Rahmen des Gesamtbehandlungsplans

soll auf das notwendige Maß begrenzt werden. Zum

anderen, weil das Behandlungskonzept der Therapiestation keinen

medizinischen, sondern vielmehr einen therapeutischen Schwerpunkt hat.

Patienten mit schweren körperlichen Beschwerden sowie Substitutions-

Patienten können nicht aufgenommen werden.

• Dem ergänzenden Baustein Freizeitgestaltung schreiben die Patienten mit

7% die geringste Bedeutung für ihren Therapieerfolg zu. Dieses Ergebnis

steht etwas im Widerspruch zum klinischen Eindruck, dass für viele

Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen gerade das Erlernen einer

sinnvollen und positiv erlebten Freizeitgestaltung von großer Bedeutung für

ein zufriedenstellendes Leben nach der Therapie ist.

• Der Ergänzungsbaustein Outdoor-Aktivitäten hat mit 7% 7% 7% eine insgesamt

geringere subjektive Relevanz für den Therapieerfolg. Dieses Ergebnis ist

schlüssig nachvollziehbar. Outdoor-Aktivitäten stellen seltene Aktivitäten

von kürzerer Dauer dar (maximal 3,5 Tage). Sie werden teils auch als

„Urlaub vom Therapiealltag“ angeboten. Aus diesen Gründen können

höhere Effektstärken nur schwer erreicht werden.

Evaluationsbericht Bericht 2011 34 von 66


Anmerkung Anmerkung zu zu den den Therapiebausteinen

Therapiebausteinen:

Therapiebausteinen

• „N“ „N“ „N“ stellt stellt stellt eine eine eine gewichtete gewichtete gewichtete Größe Größe Größe dar. dar. dar. Es Es sind sind sind lediglich lediglich lediglich jene jene jene Patienten Patienten

berücksichtigt berücksichtigt worden, worden, die die am am betreffenden Angebot auch auch teilgenommen

teilgenommen

haben haben haben bzw. bzw. daran daran teilnehmen teilnehmen konnten. konnten.

ABB. 11: EINGESCHÄTZTE BEITRÄGE ZUM THERAPIEERFOLG, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 35 von 66


6.4. Ergebnisqualität und Behandlungserfolg

Die nachfolgende Darstellung von Einzelergebnissen dient der Objektivierung und

Operationalisierung der Konstrukte „Ergebnisqualität“ und „Behandlungserfolg“

durch das Ausmaß erreichter Zustimmung zu den Fragen (EQ_1 bis EQ_5).

EQ_1: „Ich „Ich habe habe aus aus der der Therapie Therapie wesentliche wesentliche Erkenntnisse Erkenntnisse für für meine

meine

künftige künftige Lebens Lebensgestaltung

Lebens gestaltung ziehen ziehen können können.“ können .“

Ergebnisqualität Ergebnisqualität Ergebnisqualität EQ_1 EQ_1 EQ_1

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 20 63%

trifft überwiegend zu 8 25%

trifft eher nicht zu als zu 1 3%

trifft überwiegend nicht zu 1 3%

trifft überhaupt nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

63%

25%

„trifft überwiegend zu“

6%

„trifft

genau zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 36 von 66

3%

3%

3%

3%

ABB. 12: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 1, PJ 2011

„trifft eher nicht zu als zu“

„trifft überwiegend nicht zu “

„trifft überhaupt nicht zu“


EQ_2: „Ich Ich bin bin nun nun viel viel besser in in der Lage, Probleme und Schwierig-

keiten keiten in in meinem meinem Leben Leben zu zu meistern.“

meistern.“

Ergebnisqualität Ergebnisqualität Ergebnisqualität EQ_2 EQ_2 EQ_2

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 16 50%

trifft überwiegend zu 9 28%

trifft eher zu als nicht zu 5 16%

trifft überhaupt nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

28%

50%

„trifft überwiegend zu“

16%

6%

„trifft

genau zu“

ABB. 13: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 2, PJ 2011

„trifft überhaupt nicht zu“

„trifft eher zu als nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 37 von 66


EQ_3: „Ich habe die wesent wesentlichen wesent

lichen Probleme meines Lebens gut

bearbe bearbeiten bearbe iten können.“

Ergebnisqualität Ergebnisqualität EQ_3 EQ_3

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 11 34,5%

trifft überwiegend zu 10 31%

trifft eher zu als nicht zu 7 22%

trifft eher nicht zu 1 3%

trifft überhaupt nicht zu 3 9,5%

Gesamt 32 100%

31%

„trifft überwiegend zu“

22%

34,5%

9,5%

ABB. 14: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 3, PJ 2011

„trifft

genau zu“

„trifft überhaupt nicht zu“

„trifft eher zu als nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 38 von 66

3%

3%

„trifft eher nicht zu“


EQ_4: „Ich Ich habe habe habe die die meisten meisten Ziele Ziele erreichen erreichen können.“

können.“

Ergebnisqualität Ergebnisqualität EQ_4 EQ_4

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 11 34,5%

trifft überwiegend zu 13 41%

trifft eher zu als nicht zu 4 12,5%

trifft eher nicht zu 2 6%

trifft überhaupt nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

41%

„trifft überwiegend zu“

34,5%

12,5%

6%

ABB. 15: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 4, PJ 2011

„trifft

genau zu“

„trifft überhaupt nicht zu“

„trifft eher zu als nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 39 von 66

6%

„trifft eher nicht zu“


EQ_5: „Die Die Therapie Therapie trägt zur zur Verbesserung meiner Lebensqua Lebensqualität

Lebensqua

lität lität

bei“

bei“

Ergebnisqualität

Ergebnisqualität Ergebnisqualität EQ_5 EQ_5 EQ_5

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 20 63%

trifft überwiegend zu 7 22%

trifft eher zu als nicht zu 1 3%

trifft eher nicht zu als zu 1 3%

trifft überwiegend nicht zu 1 3%

trifft überhaupt nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

63%

22%

„trifft überwiegend zu“

je 3%

6%

3%

3%

„trifft

genau zu“

ABB. 16: EINGESCHÄTZTE ERGEBNISQUALITÄT 5, PJ 2011

„trifft überhaupt nicht zu“

„trifft überwiegend nicht zu“

3% „trifft eher nicht zu“

„trifft eher zu als nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 40 von 66


Ergebnisqualität Ergebnisqualität Ergebnisqualität und und Behandlungserfolg

Behandlungserfolg

Aussagen Grad der Zustimmung

(„trifft überwiegend zu“ bis

„trifft genau zu“)

„Habe aus der Therapie

wesentliche Erkenntnisse und

Lehren ziehen können.“

„Bin viel besser in der Lage,

Probleme und Schwierigkeiten

zu meistern.“

„Habe die wesentlichen

Probleme meines Lebens gut

bearbeiten können.“

„Habe die meisten Ziele

erreichen können.“

„Die Therapie trägt zur

Verbesserung meiner

Lebensqualität bei.“

88% 9%

78% 22%

65% 12%

75% 12%

85% 9%

� Die durchschnittliche Zustimmung der Aussagen betrug 78%

� Die durchschnittliche Ablehnung der Aussagen betrug 13%

Grad der Ablehnung

(„trifft überwiegend nicht zu“ bis

„trifft überhaupt nicht zu“)

� Die geringste Zustimmung betraf mit 65% die Aussage, wesentliche Probleme

des Lebens gut bearbeitet zu haben

� Die höchste Ablehnung betraf mit 22% die Aussage, viel besser in der Lage zu

sein, Probleme und Schwierigkeiten im Leben meistern zu können.

Ergebnisbewertung:

Die Ergebnisse zeigen eine insgesamt hohe bis sehr hohe Zustimmung zu den

formulierten Aussagen der Ergebnisqualität und des Behandlungserfolgs. Es

überrascht allerdings die hohe Ablehnung der Aussage, sich mit Ende der

stationären Therapie viel besser in der Lage zu sehen, Probleme und

Schwierigkeiten des Alltags meistern zu können. Hier scheint bei einem

beträchtlichen Anteil der Patienten keine wirksame Verbesserung der Selbstwirksamkeitserwartung

und erlebten Problembewältigungskomptenz erzielt worden

zu sein. Diesen Aspekten sollte verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Evaluationsbericht Bericht 2011 41 von 66


6.5. Strukturqualität und Infrastruktur

Strukturqualität beinhaltet die für eine optimale Dienstleistungserbringung

erforderlichen strukturellen Rahmenbedingungen. Die Fragen SQ_1 bis SQ_5

beziehen sich die Aspekte „Ernährung/Essen“

„Ernährung/Essen“, „Ernährung/Essen“ „Wohnen/Z

„Wohnen/Zimmer“,

„Wohnen/Z

mmer“, mmer“, „allgemeine

„allgemeine

„allgemeine

Infrastruktur“

Infrastruktur“.

Infrastruktur“

SQ_1: „Das „Das Essen Essen auf auf der der Therapiestation Therapiestation ist ist aus ausreichend aus reichend und und gut.“

gut.“

Struktur Strukturqualität

Struktur Strukturqualität

qualität SQ_ Q_ Q_1 Q_

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 22 69%

trifft überwiegend zu 7 22%

trifft eher zu als nicht zu 2 6%

trifft überhaupt nicht zu 1 3%

Gesamt 32 100%

69%

22%

6%

„trifft überwiegend zu“

„trifft

genau zu“

ABB. 17: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 1, PJ 2011

„trifft eher zu als nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 42 von 66

3%

3%

„trifft überhaupt nicht zu“


SQ_2: „Mit Größe und Ausstattun Ausstattung Ausstattun

g meines meines Zimmer Zimmer Zimmer bin bin ich ich zufrieden.“

zufrieden.“

Strukturqualität Strukturqualität SQ_2 SQ_2

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 22 69%

trifft überwiegend zu 5 16%

trifft eher zu als nicht zu 3 9%

trifft eher nicht zu 1 3%

trifft überhaupt nicht zu 1 3%

Gesamt 32 100%

69%

16%

9%

„trifft überwiegend zu“

„trifft

genau zu“

ABB. 18: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 2, PJ 2011

3%„trifft überhaupt nicht zu“

„trifft eher zu als nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 43 von 66

3%

je3%

„trifft eher nicht zu“


SQ_3: „Räumlich „Räumlichkeiten „Räumlich

keiten für Patienten sind genügend da. da.“ da.

Strukturqualität

Strukturqualität Strukturqualität SQ_3 SQ_3 SQ_3

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 20 62,5%

trifft überwiegend zu 9 28%

trifft eher zu als nicht zu 3 9,5%

Gesamt 32 100%

ABB. 19: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 3, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 44 von 66


SQ_4: „Die „Die Eigenversorgung

Eigenversorgung, Eigenversorgung

, etwa etwa mit mit Salat und und Gemüse Gemüse, Gemüse

erlebe erlebe ich ich als

als

sinn sinn- sinn und und qualitätsvoll.“

Struk Strukturqualität

Struk turqualität SQ_4 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 21 66%

trifft überwiegend zu 7 22%

trifft eher nicht zu 2 6%

trifft überwiegend bzw. überhaupt

nicht zu

2 6%

Gesamt 32 100%

66%

22%

„trifft

überwiegend zu“

6%

6%

„trifft

genau zu“

„trifft überwiegend bzw. überhaupt nicht zu“

„trifft eher nicht zu“

ABB. 20: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 4, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 45 von 66


SQ_5: „Das as Haus ist hin hinsichtlich hin sichtlich seiner seiner Infrastruktur Infrastruktur gut gut für für die die Durch Durch- Durch

führung führung von Therapien geeignet.“

Strukturqualität Strukturqualität SQ_5 SQ_5

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 25 78%

trifft überwiegend zu 5 16%

trifft eher nicht zu als zu 2 6%

Gesamt 32 100%

ABB. 21: EINGESCHÄTZTE STRUKTURQUALITÄT 5, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 46 von 66


Strukturqualität Strukturqualität und und Infrastruktur

Infrastruktur

Aussagen Grad der Zustimmung

(„trifft überwiegend zu“ bis

„trifft genau zu“)

„Das Essen ist ausreichend und

gut.“

„Die Größe und Ausstattung der

Zimmer ist zufriedenstellend.“

„Es sind genügend Räumlichkeiten

für Patienten vorhanden.“

„Die Eigenversorgung mit Salat

und Gemüse ist sinnvoll und hat

Qualität."

„Die Infrastruktur des Hauses

gut für Therapien geeignet.“

91% 3%

85% 3%

90% 0%

88% 6%

94% 0%

� Die durchschnittliche Zustimmung der Aussagen betrug 90%

� Die durchschnittliche Ablehnung der Aussagen betrug 2%

Grad der Ablehnung

(„trifft überwiegend nicht zu“ bis

„trifft überhaupt nicht zu“)

� Die geringste Zustimmung betraf mit 85% die Aussage, mit Größe und

Ausstattung der Zimmer zufrieden zu sein

� Die höchste Ablehnung betraf mit 6% die Aussage, die Eigenversorgung mit

Gemüse und Salat als qualitäts- und sinnvoll zu erachten.

Ergebnisbewertung:

Die Ergebnisse zeigen eine sehr hohe Zustimmung zu den formulierten Aussagen

der Strukturqualität und der Infrastruktur. Der Grad der geäußerten Ablehnung ist

sehr gering. Mit den weitgehend abgeschlossenen Umbau- und Erweiterungsarbeiten

zeigen sich keinerlei Schwächen in der erfragten Strukturqualität der

Therapiestation.

Evaluationsbericht Bericht 2011 47 von 66


6.6. Behandlungsintensität und –bausteine

Die Behandlungsintensität bezieht sich auf die Dosierung und Nutzungsmöglichkeit

der verschiedenen therapeutischen Angebote durch die Patienten während ihres

stationären Aufenthaltes.

BI_1: „Das Das Das Verhältnis Verhältnis zwischen zwischen Gruppen, Gruppen, Therapiesitzungen Therapiesitzungen und

und

Arbeitszeit Arbeitszeit hat hat für für mich mich gut gut gepasst.“

gepasst.“

Behandlungsintensität

Behandlungsintensität Behandlungsintensität BI_1 BI_1 BI_1

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 9 28%

trifft überwiegend zu 13 41%

trifft eher zu 5 16%

trifft eher nicht zu 3 9%

trifft überhaupt nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

„trifft

überwiegend zu“

41%

16%

28%

„trifft eher zu“

„trifft

genau zu“

„trifft überhaupt nicht zu“

„trifft eher nicht

zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 48 von 66

9%

ABB. 22: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 1, PJ 2011

6%


BI_2: „Das Verhältn Verhältnis Verhältn

is zwischen zwischen Soziotherapie Soziotherapie und und Psychotherapie Psychotherapie habe

habe

ich ich als als ausgewogen ausgewogen erlebt.“

erlebt.“

Behandlungsintensität Behandlungsintensität BI_2 BI_2

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 9 28%

trifft überwiegend zu 15 47%

trifft eher zu 6 19%

trifft eher nicht zu 1 3%

trifft überhaupt nicht zu 1 3%

Gesamt 32 100%

ABB. 23: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 2, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 49 von 66


BI_3: „Die „Die Hausordnung Hausordnung stellt stellt eine eine gute gute Orientierung Orientierung für für den

den

Therapiealltag Therapiealltag und und und das das Zusammenleben Zusammenleben auf der SStation

S

tation dar

Behandlungsintensität Behandlungsintensität BI_3 BI_3

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 11 34,5%

trifft überwiegend zu 12 37,5%

trifft eher zu 5 16%

trifft eher nicht zu 2 6%

trifft überhaupt nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

ABB. 24: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 3, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 50 von 66


BI_4: „Ergänzende Therapiebaust

Therapiebausteine, Therapiebaust

eine, wie wie Reiten, Reiten, Reiten, Yoga Yoga oder oder oder Outd Outdoor Outd

oor oor- oor

Tage Tage konnte konnte ich ich aus ausreichend aus ausreichend

reichend in Anspruch nehmen.“

Behandlungsintensität

Behandlungsintensität Behandlungsintensität BI_4 BI_4 BI_4

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 11 34,5%

trifft überwiegend zu 12 37,5%

trifft eher zu 5 16%

trifft eher nicht zu 2 6%

trifft überhaupt nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

ABB. 25: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 4, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 51 von 66


BI_5: „Die „Die Zusammenarbeit Zusammenarbeit zwischen zwischen Sozio Sozio- Sozio und und Psychotherapie sychotherapie habe

ich ich als professionell erlebt.“

Behandlungsintensität Behandlungsintensität BI_5 BI_5

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 17 53,5%

trifft überwiegend zu 9 28%

trifft eher zu 4 12,5%

trifft eher nicht zu 1 3%

trifft überhaupt nicht zu 1 3%

Gesamt 32 100%

ABB. 26: EINGESCHÄTZTE BEHANDLUNGSQUALITÄT 5, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 52 von 66


Behandlungsintensität Behandlungsintensität und und Behandlungsbausteine

Behandlungsbausteine

Aussagen Grad der Zustimmung

(„trifft überwiegend zu“ bis

„trifft genau zu“)

„Das Verhältnis zwischen

Gruppen, Therapie und

Arbeitszeit hat gut gepasst.“

„Das Verhältnis zwischen Soziotherapie

und Psychotherapie ist

ausgewogen.“

„Die Hausordnung stellt eine

gute Orientierung für den

Therapiealltag und das

Zusammenleben dar.“

„Ergänzende Therapiebausteine,

wie Yoga, Reiten, waren

ausreichend verfügbar.“

„Die Zusammenarbeit zwischen

Sozio- und Psychotherapie

wurde als professionell erlebt.“

69% 6%

75% 3%

72% 12%

72% 6%

81% 3%

� Die durchschnittliche Zustimmung der Aussagen betrug 74%

� Die durchschnittliche Ablehnung der Aussagen betrug 6%

Grad der Ablehnung

(„trifft überwiegend nicht zu“ bis

„trifft überhaupt nicht zu“)

� Die geringste Zustimmung betraf mit 69% die Aussage, dass das Verhältnis

zwischen Gruppen, Psychotherapie und Arbeitszeit gut gepasst hat

� Die höchste Ablehnung betraf mit 12% die Aussage, dass die Hausordnung eine

gute Orientierung für Therapiealltag und Zusammenleben darstellt

Ergebnisbewertung:

Die Ergebnisse zeigen eine gut durchschnittlich bis hohe Zustimmung zu den

formulierten Aussagen der Behandlungsintensität und Behandlungsbausteine. Nicht

ganz unerwartet ist der Grad der Zustimmung zur Frage des Verhältnisses

zwischen Gruppen-, Psychotherapieangeboten sowie der Arbeitszeit am geringsten.

Im Rahmen der Katamnesebefragung wird häufiger genannt, das in der Therapie

mehr Gruppenangebote und Psychotherapie (Gruppen, Einzel) besser gewesen

wäre. Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich das Gruppen- und Therapieangebot an

einem Standard orientiert und flexibel ergänzt bzw. individuell erweitert werden

kann. Es gibt allerdings auch klare personelle Kapazitätsgrenzen zu beachten, die

etwa ein täglich gewünschtes Psychotherapieangebot nicht erlauben.

Evaluationsbericht Bericht 2011 53 von 66


6.7. Beziehungsqualität – Gruppenklima und Gruppenzusammenhalt

BQG_1: „Mit „Mit Mit Mitpatienten

Mit atienten habe ich mich gut verstanden.“

Beziehungsqualität Beziehungsqualität BQG BQG_1 BQG

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 10 31,5%

trifft überwiegend zu 16 50%

trifft eher zu 4 12,5%

trifft eher nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

ABB. 27: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 1, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 54 von 66


BQG_2: „Die Patienten Patientengemeinschaft Patienten Patientengemeinschaft

gemeinschaft war war durch Vertrauen und

Zusammenhalt Zusammenhalt geprägt.“

geprägt.“

Beziehungsqualität BQG_2 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 4 12,5%

trifft überwiegend zu 11 34,5%

trifft eher zu als nicht zu 13 41%

trifft eher nicht zu als zu 2 6%

triff überhaupt nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

„trifft überwiegend zu“

34,5%

41%

„trifft eher zu als nicht zu“

12,5%

6%

6%

„trifft genau zu“

„trifft überhaupt nicht zu“

„trifft eher nicht zu“

ABB. 28: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 2, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 55 von 66


BQG_3: „Ich habe von Mitpatienten Unter Unterstützung Unter

stützung und Hilfe im im

Therapiealltag Therapiealltag erfahren.“ erfahren.“

erfahren.“

Beziehungsqualität BQG_3 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 9 28%

trifft überwiegend zu 11 34,5%

trifft eher zu als nicht zu 10 31,5%

trifft überwiegend nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

„trifft überwiegend zu“

34,5%

31,5%

28%

„trifft eher zu als nicht zu“

„trifft genau zu“

„trifft überwiegend nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 56 von 66

6%

ABB. 29: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 3, PJ 2011


BQG_4: „Das Das Gruppenklima Gruppenklima habe habe ich ange angenehm ange

nehm und positiv erlebt erlebt.“ erlebt

Beziehungsqualität BQG_4 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 9 28%

trifft überwiegend zu 15 47%

trifft eher zu 5 16%

trifft eher nicht zu 1 3%

trifft überwiegend nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

„trifft überwiegend zu“

47%

28%

16%

„trifft eher zu“

„trifft genau zu“

„trifft eher nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 57 von 66

6%

3%

ABB. 30: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 4, PJ 2011

3%

„trifft überwiegend nicht zu“


BQG_5: „In In der Patienten Patientengemeinschaft Patienten gemeinschaft waren Suchtgespräche und und

gegenseitige gegenseitige Anfeindungen Anfeindungen kein kein Thema.“

Thema.“

Beziehungsqualität BQG_5 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 4 12,5%

trifft überwiegend zu 6 19%

trifft eher zu 12 37,5%

trifft eher nicht zu 5 15,5%

trifft überwiegend nicht zu 4 12,5%

trifft überhaupt nicht zu 1 3%

Gesamt 32 100%

„trifft eher zu“

37,5%

19%

15,5%

12,5%

12,5%

„trifft eher nicht zu“

„trifft überwiegend zu“

„trifft genau zu“

„trifft überhaupt nicht zu“

„trifft überwiegend nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 58 von 66

3%

3%

ABB. 31: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT PATIENTENGRUPPE 5, PJ 2011


Beziehungsqualität Beziehungsqualität – Gruppenklima Gruppenklima und und Gruppenzusammenhalt

Gruppenzusammenhalt

Aussagen Grad der Zustimmung

(„trifft überwiegend zu“ bis

„trifft genau zu“)

„Ich habe mich mit anderen

Patienten gut verstanden.“

„Die Patientengemeinschaft

war durch Vertrauen und

Zusammenhalt geprägt.“

„Ich habe Unterstützung und

Hilfestellung von Mitpatienten

erhalten.“

„Ich habe das Gruppenklima

angenehm und positiv erlebt.“

„In der Patientengemeinschaft

waren Suchtgespräche und

Anfeindungen kein Thema.“

81% 0%

47% 6%

62% 6%

75% 6%

31% 15%

� Die durchschnittliche Zustimmung der Aussagen betrug 59%

� Die durchschnittliche Ablehnung der Aussagen betrug 7%

Grad der Ablehnung

(„trifft überwiegend nicht zu“ bis

„trifft überhaupt nicht zu“)

� Die geringste Zustimmung betraf mit 47% die Aussage, dass die Patientengemeinschaft

durch Vertrauen und Zusammenhalt geprägt war

� Die höchste Ablehnung betraf mit 15% die Aussage, dass in der Patientengemeinschaft

Suchtgespräche und gegenseitige Anfeindungen kein Thema waren

Ergebnisbewertung:

Die Aussagen betreffend des erlebten Gruppenklimas und des Gruppenzusammenhalts

erreichen eine vergleichsweise niedere Zustimmung. Insbesondere fällt der

Grad der Zustimmung zur Aussage, dass in der Patientengemeinschaft Anfeindungen

und Suchtgespräche kein Thema waren am geringsten aus und

gleichzeitig der Grad der Ablehnung am höchsten aus. Dieses Ergebnis überrascht

nicht, da Suchtgespräche einen Teil der Kranheitssymptomatik bei Sucht und

Beziehungsprobleme ein Kernthema bei Persönlichkeitsstörungen darstellen. Damit

in Zusammenhang ist auch die geringe Zustimmung zur Aussage zu sehen, dass die

Patientengemeinschaft durch Vertrauen und Zusammenhalt geprägt war. Es wäre

allerdings ein wichtiges therapeutisches Ziel, Vertrauen und Zusammenhalt in der

Gruppe durch verschiedenste Angebote und Maßnahmen, wie etwa die Förderung

von Gruppenaktivitäten, dem Angebot der Konfrontationsgruppe, einem Klima der

Offenheit und Ehrlichkeit, zu stärken.

Evaluationsbericht Bericht 2011 59 von 66


6.8. Beziehungsqualität – Beziehung zum therapeutischen Team

BQT_1: „„„„Bei Bei Problemen Problemen und und und Krisen Krisen erhielt erhielt ich ich Unterstützung Unterstützung und und Hilfe.“

Hilfe.“

Beziehungsqualität BQT_1 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 20 62,5%

ABB. 32:

trifft überwiegend zu 8 25%

trifft eher zu 4 12,5%

Gesamt 32 100%

„trifft genau zu“

62,5%

25%

„trifft überwiegend zu“

12,5%

„trifft eher zu“

EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 1, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 60 von 66


BQT_2: „Die Therapeutinnen verhielten sich mir gegenüber wert-

schätzend und respektvoll.“

Beziehungsqualität BQT_2 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 20 62%

trifft überwiegend zu 6 19%

trifft eher zu 5 16%

trifft eher nicht zu 1 3%

Gesamt 32 100%

„trifft genau zu“

62%

19%

„trifft überwiegend zu“

16%

„trifft eher zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 61 von 66

3%

3%

„trifft eher nicht zu“

ABB. 33: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 2, PJ 2011


BQT_3: : „Ich „Ich „Ich habe habe mich mich mich von von den den Therapeut Therapeuten

Therapeut en verstanden und ernst ernst

genommen gefühlt.“ gefühlt.“

Beziehungsqualität Beziehungsqualität BQT_3 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 8 25%

trifft überwiegend zu 16 50%

trifft eher zu 4 12,5%

trifft eher nicht zu 4 12,5%

Gesamt 32 100%

„trifft überwiegend zu“

50%

12,5%

25%

12,5%

„trifft eher zu“

„trifft genau zu“

ESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 3, PJ 2011

„trifft eher nicht zu“

Evaluationsbericht Bericht 2011 62 von 66

ABB.

34:

EING


BQT_4: „Ich „Ich „Ich konnte konnte mich mich öffnen öffnen und und Vertrauen Vertrauen fassen.“ fassen.“

fassen.“

Beziehungsqualität Beziehungsqualität BQT_ BQT_4 BQT_

Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 8 25%

trifft überwiegend zu 13 41%

trifft eher zu 8 25%

trifft eher nicht zu 1 3%

trifft überwiegend nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

„trifft überwiegend zu“

41%

25%

„trifft eher zu“

25%

„trifft genau zu“

6%

„trifft überwiegend nicht zu“

ABB. 35: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 4, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 63 von 66

3%

„trifft eher nicht zu“

3%


BQT_5: „Die Beziehung zwischen mir und dem Thera Therapeuten

Thera

peuten peutenteam peuten team hat hat

hat

sich sich positiv positiv auf auf meine meine Therapie Therapie ausgewirkt.“

Beziehungsqualität Beziehungsqualität BQT_5 Häufigkeit

Gültige

Prozente

trifft genau zu 11 34,5%

trifft überwiegend zu 13 41%

trifft eher zu 4 12,5%

trifft eher nicht zu 2 6%

trifft überwiegend nicht zu 2 6%

Gesamt 32 100%

ABB. 36: EINGESCHÄTZTE BEZIEHUNGSQUALITÄT THERAPEUTISCHES TEAM 5, PJ 2011

Evaluationsbericht Bericht 2011 64 von 66


Beziehungsqua

Beziehungsqualität

Beziehungsqua lität – Beziehung Beziehung zum zum therapeutischen therapeutischen Team

Team

Aussagen Grad der Zustimmung

(„trifft überwiegend zu“ bis

„trifft genau zu“)

„Bei Problemen und Krisen

erhielt ich Unterstützung und

Hilfe.“

„Die Therapeuten verhielten

sich wertschätzend und

respektvoll.“

„Hatte das Gefühl von

Therapeuten verstanden und

ernstgenommen zu werden.“

„Konnte mich öffnen und

Vertrauen fassen.“

„Beziehung zum Therapeutenteam

hat sich positiv auf meine

Therapie ausgewirkt.“

62% 0%

81% 0%

75% 0%

66% 6%

75% 6%

� Die durchschnittliche Zustimmung der Aussagen betrug 72%

� Die durchschnittliche Ablehnung der Aussagen betrug 2%

Grad der Ablehnung

(„trifft überwiegend nicht zu“ bis

„trifft überhaupt nicht zu“)

� Die geringste Zustimmung betraf mit 62% die Aussage, bei Problemen und

Krisen ausreichend Unterstützung und Hilfe bekommen zu haben

� Die höchste Ablehnung betraf mit 6% die Aussagen, dass sich die Beziehung

zum Therapeutenteam positiv auf die Therapie ausgewirkt hätte sowie die

Patienten sich öffnen und Vertrauen fassen konnten

Ergebnisbewertung:

Die Zustimmung zu den Aussagen fällt durchschnittlich bis hoch aus. Der Grad der

Ablehnung der Aussagen ist dabei sehr gering. 3 von 4 Patientinnen erlebten sich

von den Therapeuten größtenteils verstanden und ernstgenommen, respektiert und

wertgeschätzt. Alleine die Zustimmung zur Aussage betreffend die Unterstützung

im Problem- und Krisenfall fiel etwas niederer aus. Hier hätte sich ein Teil der

Patienten mehr Unterstützung und Hilfe erwartet. Die Beobachtung und Reflexion

dieses Ergebnisses ist Teil des Qualitätsmonitorings für das laufende Jahr.

Evaluationsbericht Bericht 2011 65 von 66


Quellenangabe

Quellenangabe

Zur Erstellung des vorliegenden Evaluationsberichts wurden folgende Quellen

herangezogen.

1. Statistische Auswertungen von Daten aus dem medizinischen Dokumentationssystem

der Stiftung Maria Ebene (MEDOS), Datenaufbereitung durch die EDV-

Abteilung der Stiftung Marie Ebene für die Punkte Patienten- und Behandlungsmerkmale

sowie Differenzialdiagnostik.

2. Auswertung der stationsinternen ICD-10 Diagnose-Blätter für die Angabe der

psychiatrischen Hauptdiagnosen und komorbiden psychischen Störungen

3. Ergebnisse der Psychiatrieberichterstattung 2010 zur Berechnung der Kennzahl

des psychosozialen Risikoscores (psR)

4. Auswertung des stationsinternen Abschlussfragebogens zur Beurteilung der

Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität

Impressum Impressum

Impressum

Evaluationsbericht Evaluationsbericht 2011

2011

Herausgeber: Therapiestation Carina, Mag. Johannes Rauch (Leitung)

Verfasser: Dr. Oliver Bachmann

Für Für weiterführende weiterführende Fragen Fragen zum zum Evaluationsbericht Evaluationsbericht können können Sie Sie sich sich sich gerne gerne an an das

Sekretatriat Sekretatriat der der Therapiestation Therapiestation Carina Carina wenden: wenden: +43/(0)5522/77151. +43/(0)5522/77151. Der Der Bericht Bericht

Bericht

wird wird wird auf auf der der Homepage Homepage der der Stiftung Stiftung Maria Maria Ebene, Ebene, Therapiestation Therapiestation Carina

Carina

veröffentlicht.

veröffentlicht.

Ein besonderer Dank gilt der EDV-Abteilung der Stiftung Maria Ebene (Tobias

Nesensohn, Mag. Gebi Fitz) für die Unterstützung bei der Auswertung der MEDOS-

Daten.

Evaluationsbericht Bericht 2011 66 von 66

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