Download (PDF; 1,9 MB) - Fairer Kaffee in die Kirchen

kirchen.trinken.fair.de

Download (PDF; 1,9 MB) - Fairer Kaffee in die Kirchen

Fortsetzung von Seite 1GEPA können wir den Schulen und Gemeindenauch ein attraktives Angebot zur Belieferungmachen. Außerdem haben wir ein speziellesAnreizsystem geschaffen. So ist der Erstattungsbetragfür das Frühstück pro Person, den dieQuartiere von uns bekommen, gestaffelt. Wer einnormales Frühstück anbietet, bekommt weniger,als derjenige, der ein halb öko-faires Frühstückanbietet. Ein Frühstück, bei dem alle Zutaten ausFairem Handel und aus Bio-Produktion stammen,wird mit dem höchsten Betrag verrechnet.Man hört oft den Einwand, dass die Einführungfair gehandelter Produkte zwargut, aber doch zu teuer sei. Wie geht derKirchentag mit der Preisfrage um?Nottelmann: Uns ist das Thema wichtig. Wirhaben hier – zumindest für Tee, Kaffee undOrangensaft – einen Standard gesetzt, hinterdem wir nicht mehr zurück wollen. DerMehrpreis ist gut angelegtes Geld. Allerdingsbemühen wir uns auch, gut zu verhandeln– etwa mit der GEPA. Das gilt vor allem auchfür Süßigkeiten, da muss man schon etwas aufsBudget schauen.Wird es ein besonderes, faires Angebot aufdem Kirchentag geben?Nottelmann: Ja, das ist auf jeden Fall unsersehr beliebter Kirchentags-Schal – dessen Farbeund Motto wir traditionsgemäß vorher nichtverraten. Auch Ihnen nicht. Ich kann aber jetztschon sagen, dass der Schal aus Indien kommtund unter den Bedingungen des Fairen Handelshergestellt ist. Man erhält ihn gegen eine Spendevon zwei Euro.Fairer Handel reiht sich bei Ihnen ein in einGesamt-System für mehr Nachhaltigkeit.Wie sieht das genau aus?Nottelmann: Wir haben ja für den Kirchentagein Umweltmanagementsystem eingeführt.Und wir arbeiten auf eine Zertifizierung durchEMAS hin, das europäische Eco Managementand Audit Scheme. Dazu wird geprüft, wie umweltfreundlichund nachhaltig ein Unternehmenwirtschaftet. Für uns als Kirchentag ist daseine besondere Herausforderung, da wir ja allezwei Jahre an einem anderen Standort arbeitenund es zum Beispiel mit unterschiedlichenStandort- und Logistik-Situationen zu tun haben.Ist der Veranstaltungsort gut per Bahn zuerreichen? Das gibt ökologische Pluspunkte.Falls nicht, ist das von Nachteil. Auch die Gebäudewirtschaftspielt eine Rolle. Wir sind häufigals Gast für zwei Jahre in älteren Gebäudenuntergebracht, wo nachhaltiges Managementetwas schwieriger zu betreiben ist. Doch wirsind sehr optimistisch. Im Mai und dann erneutzum Kirchentag wird es einen EMAS-Prüfungstermingeben. Wir hoffen, die gelungene Zertifizierungdann schon beim Treffen in Köln bekanntgeben zu können. Und natürlich spielt der FaireHandel bei all diesen Bemühungen auch eineRolle, weil ja ein Großteil der fairen Produktezugleich aus Bio-Anbau kommt.Wo werden die Themen Fairer Handel undNachhaltigkeit auf dem Kirchentag nocheine Rolle spielen?Nottelmann: Wir bemühen uns darum, dassdiesmal auch die Stände auf dem Straßenfestfairen Kaffee und andere Produkte aus FairemHandel anbieten. Das Gleiche gilt für den„Markt der Möglichkeiten“. Außerdem gibt esunter dem Motto: „Kirchentag für bewussteVerbraucher“ auch eine Reihe von Veranstaltungenrund um die Themen bewusste Ernährung,Slow Food, gerechter Konsum und die Rolle derVerbraucher bei der Veränderung von globalen,wirtschaftlichen Strukturen.Das Interview führte Monika HoegenFLIESSEND SCHÖPFUNG UND FAIRNESS ERFAHRENüber Ludwigsburg, Mannheim, Mainz bis hinaufnach Köln. Dort wollen die Pilger pünktlich zum31. Evangelischen Kirchentag Anfang Juni vorAnker gehen. Die Aktion findet statt im Rahmender Dekade zur Überwindung von Gewalt, dievom Ökumenischen Rat der Kirchen von 2001 bis2010 ausgerufen wurde. Ganz unmittelbar, nämlichdirekt auf dem Fluss, sollen die Teilnehmerdabei erfahren, wie wichtig es ist, das ElementWasser als Teil der Schöpfung zu bewahren undnachhaltig zu schützen. Dazu ist auf dem Schiffauch die Ausstellung „Lebensmittel Wasser“ –eine Plakatserie von Brot für die Welt zu sehen.Außerdem sind an den einzelnen Haltepunktenentlang der beiden Flüsse verschiedene Veranstaltungenzum Thema geplant. Und natürlichwird auf dem Schiff nur fair gehandelter Kaffeeausgeschenkt. Denn, so der Mitinitiator der Aktion,Kirchenrat Ernst-Ludwig Vatter: „Wenn wirschon Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit predigen,müssen wir das auch selber umsetzen.“Wasser ist ein wertvolles Gut der Schöpfung – das will dieAktion den Teilnehmern und Besuchern der Anlegestellenbewusst machen.inFluss erfahren – Schöpfung bewahren“„E – unter diesem Motto startet die EvangelischeLandeskirche in Württemberg im Frühjahrzu einer außergewöhnlichen Aktion, die das„EinFluss erfahren“ – die Wegstrecke.Motto ganz wörtlich nimmt: Von der Quelle desNeckar an geht es am 17. Mai um 10.00 Uhrzunächst zu Fuß, dann per Schiff am 28. Mai um17.00 Uhr ab Stuttgart auf Neckar und RheinDas Projekt veranstaltet die Evangelische Landeskirchein Württemberg gemeinsam mit der Dekadezur Überwindung von Gewalt, dem Büro desUmweltbeauftragten der WürttembergischenLandeskirche und der Stiftung Naturschutzfondsbeim Ministerium für Ernährung und LändlichenRaum in Baden-Württemberg.www.einfluss-erfahren.de


NACHHALTIGKEIT MIT GESCHMACK UND DURCHBLICKLange Schlange und ein großer Run auf das Gläserne Restaurant wird auch diesmal wieder beim 31. Evangelischen Kirchentag in Köln erwartet.Köchen und Küchenhilfen mal so richtig überdie Schulter und vor allem in die Töpfe zuschauen – wer möchte das nicht? Das „GläserneRestaurant“ auf dem Kölner Kirchentag wirddazu die beste Gelegenheit bieten. Auf beachtlichen500 Quadratmetern werden in der Halle2.2 des Messegeländes vom 7. bis 9. Juni jeweilszwischen 12 und 14 Uhr hungrige Kirchentagsbesucherauf ganz besondere Weise versorgt:Ihnen soll die „Ernährungswende“ schmackhaftgemacht werden – mit einer rundum ökologischen,regional und zugleich fairen Küche.Wie das geht? Ganz einfach: Zutaten wie Gemüse,Obst, Salat, Fleisch, Brot oder Kartoffelnwerden aus kontrolliert biologischem Anbau undmöglichst von regionalen Anbietern gekauft.Tee, Kaffee, Orangensaft kommt aus FairemFair und ökologisch ist auch lecker: wie diese Nachspeisemit Mango, die es auf dem Kirchentag in Hannover zuNaschen gab.Plakate legen die Einkäufe des Tages mit allen Details,wie Preise und Inhaltsstoffe offen.Handel. Die Botschaft: Gutes, verantwortungsbewusstesEssen kann so zu mehr Gerechtigkeit,zum Schutz der Umwelt, zur Stärkung derheimischen Landwirtschaft und – durch dieVermeidung langer Anfahrtswege und unnötigerEmissionen – auch zum Kampf gegen den Klimawandelbeitragen. Der Clou dabei: Das „GläserneRestaurant“ nimmt seinen Titel ganz ernst.Wie schon auf den beiden vorangegangenenKirchentagen in Berlin und Hannover, könnendie Gäste den Ablauf einer Großküche, der sonstoft verborgen bleibt, durch die Glasscheibenverfolgen. Gemüseputzen, Teller stapeln, denAbwasch organisieren, zwischen 1000 und 1200Essen am Mittag portionieren – all das erledigendie 40 Mitarbeiter des „Gläsernen Restaurants“direkt vor den Augen der Besucher.Transparenz wird hier außerdem im doppeltenSinne verstanden: Denn die Gäste können sichauch ganz genau darüber informieren, welcheZutaten da eigentlich auf die Teller kommen.Dazu werden jeden Tag Plakate ausgehängt, dieüber die eingekauften Produkte, ihre Inhaltsstoffeund ihre Herkunft informieren. Der Preisfür ein Menü (Vorspeise und Hauptgericht, beziehungsweiseHauptspeise und Nachtisch sowieWasser und Brot) wird 10 Euro betragen, ermäßigt7 Euro für Auszubildende und Studenten.Das „Gläserne Restaurant“ will Vorbild für andereGroß- und Privatküchen sein und sie zu einer„Ernährungswende“ anregen. „Die Kantine istdas emotionale Herz vieler Betriebe“, sagt MitinitiatorJobst Kraus, zugleich Studienleiter derEvangelischen Akademie Bad Boll, „und das innerbetrieblicheKlima kann durch eine an Nachhaltigkeitorientierte Küche auch zum Wohlbefindender Mitarbeiter beitragen.“ Zudem könnedie ökofaire und kreative Küche auch weitergehendepolitische Diskussionen in großen Organisationenanstoßen und dazu beitragen, dassauch in anderen Bereichen nachhaltig gewirtschaftetwird, so Kraus. Wichtig ist, dass Nachhaltigkeitim „Gläsernen Restaurant“ ganzumfassend verstanden wird – Bio, regionalerEinkauf und Fairer Handel gehören unmittelbarzusammen. Dass es Alles in Allem um eine globaleAgrarwende und eine rundum verträglicheEsskultur geht, unterstreicht auch das wachsendeEngagement junger Mitwirkender aus Entwicklungsländernüber die zur Bad Boller Ev.Akademie gehörige STUBE, dem Studienbegleitprogrammfür ausländische Studierende. Siekönnen in Service und Küche die Erfahrungenaus ihren Heimatländern einbringen und faireWelthandelsbedingungen persönlich repräsentieren.So ereignet sich so etwas wie globalesLernen in Restaurant wie Küche.Für zwei Euro wird es auch wieder ein kleinesKochbuch geben – damit die Besucher desKirchentags die bio-fairen Leckereien aus dem„Gläsernen Restaurant“ später auch zuhausenachkochen können.Die Kosten für die gesamte Aktion schätzt JobstKraus auf rund 70.000 Euro. Das „GläserneRestaurant“ wird auch vom „Bundesprogrammökologischer Landbau“ bezuschusst.www.ev-akademie-boll.deFAIRER START IN DEN TAGFair gehandelte Produkte spielten schon beimKirchentag 2005 in Hannover eine große Rolle.Von den 159 Schulen, die dort Gemeinschaftsquartiereanboten, versorgte etwa die Hälfteihre Besucher mit einem öko-fairen Frühstück.Bei knapp einem Drittel der Quartiere gab essogar ein „100% öko-faires Frühstück“ – angefangenbeim Kaffee, Tee und Süßigkeitenaus Fairem Handel bis hin zu Bio-Butter und-Brötchen. Immerhin 266 Kilo fair gehandelterund organisch angebauter Kaffee wurdenbei den „Hundertprozentigen“ getrunken. Inden Unterkünften, die ein „halb-ökofaires“Frühstück anboten, kamen noch mal 478 Kilofair gehandelten Kaffees hinzu.


„WIR SIND EINE FESTE GRÖSSE AUF DEM KIRCHENTAG“Wenn am 7. Juni der 31. Evangelische Kirchentagin den Kölner Messehallen seine Pfortenöffnet, dann ist auch die GEPA mit von derPartie. Doch nicht erst dann: Das Fairhandelshausmit Sitz in Wuppertal ist seit Monaten mitder akribischen Vorbereitung seines Großeinsatzesauf und rund um den Kirchentag amRhein beschäftigt. Denn die GEPA wird in denEinzelquartieren und auf dem zentralen Veranstaltungsort,der Kölner Messe, 100 Kaffeemaschinenaufstellen, durch die allesamt fairgehandelter GEPA-Kaffee fließt. Rainer Sakic,Leiter Großverbraucherbereich bei der GEPA,verrät dazu ein paar Zahlen und Fakten.Herr Sakic, 100 Kaffee-Maschinen auf demKölner Kirchentag – ist das ein außergewöhnlichgroßes Projekt für die GEPA?Sakic: Wir sind natürlich schon seit langem größereEinsätze gewohnt, etwa durch die verschiedenenKaffeebars. Trotzdem ist die Anforderungfür Köln eine besondere: Auf den vergangenenKirchentagen waren wir nur mit 30-40 Maschinendabei. Das hat auch damit zu tun, dass es inKöln mehr Einzelquartiere geben wird.Um welche Maschinen handelt es sich undwie viele Mengen Kaffee werden da voraussichtlichdurchlaufen?Sakic: Es sind sogenannte Filterbrüher derMarke Bonamat für 2,2 Liter. Damit können ineinem Durchgang 18 Tassen gebrüht werden.Der Kirchentag wird etwa 1500 Kilo Kaffeeanfordern, ein Kilo ergibt 250 Tassen. Es werdeninsgesamt also voraussichtlich 350.000 Tassengebrüht werden – eine beachtliche Menge.Das alles erfordert natürlich eine perfekteOrganisation – auch bei der Anlieferung undVerteilung der Maschinen. Wie bewältigenSie das?Sakic: Die Maschinen werden von uns in der20. Kalenderwoche angeliefert. Es handelt sichum neue Maschinen, die allesamt eine Endkontrolleder Firma Bonamat durchlaufen haben.Sie sind leicht zu bedienen, aber die Betreiberauf dem Kirchentag erhalten auch eine Bedienungsanleitungvon uns. Für den Fall, dass docheinmal etwas nicht funktionieren sollte, hältunser Mann vor Ort in Köln, Martin Gerdemann,Ersatzmaschinen bereit, so dass sofort ausgetauschtwerden kann. Unser fair gehandelterund ökologischer Kaffee wird von einem Bio-Verteiler an die Quartiere und das Zentrallagerdes Kirchentags geliefert. Zusätzlich sind wir mitunserem Kaffee auch beim fairen CaféPlus in derMessehalle 7 vertreten.Welches Angebot hält die GEPA zum Kirchentagnoch parat?Sakic: Es wird diesmal auch GEPA-Orangensaft,Tee, Fairetta-Riegel und Sesam-Riegel aus unseremSortiment geben. Damit ist die GEPA immermehr zu einer festen Größe auf dem Kirchentaggeworden.Das Interview führte Monika HoegenRainer Sakicwww.gepa.deWer bei all dem Trubel auf dem Kirchentagzwischendurch mal eine Tasse Kaffee trinkenmöchte, für den steht vom 7. bis 9. Juni inder Halle 7 „Europa“ – wie auch schon auf vorangegangenenKirchentagen – das faire Kirchentagscafé„CaféPlus“ bereit. Mitarbeitende von07. – 09. Juni 2007 · Messe Köln · Halle 7 · Europa„Brot für die Welt“, des Evangelischen Entwicklungsdienstes,des Verbandes Christlicher Hoteliers,des Fairhandelhauses GEPA sowie ausländischeStudierende aus evangelischen Studentengemeindensorgen dafür, dass den Besucherntäglich frisch zubereitete Kaffeespezialitäten,Bio-Brot, Kuchen und Süßigkeiten serviert werden.Natürlich alles aus Fairem Handel.Großverbraucher können sich ganz speziell darüberinformieren, wie Produkte aus Fairem Handelgenutzt werden können. Dazu wird ein Beratungszentrummit Verkostungsangebot eingerichtet.Außerdem bietet eine VIP-Lounge Referentinnenund Referenten die Möglichkeit, zwischen denEinsätzen bei duftendem Kaffee und anderenfair gehandelten Leckereien ein wenig zu entspannen.Zum Genuss kommt das gute Gefühl,mit jeder Kaufentscheidung für ein faires Produktdie Kleinbauern und ihre Familien in den Länderndes Südens zu unterstützen.Ihre Ansprechpartnerinfür die Aktion„Fairer Kaffee in die Kirchen“:Margarete Siglem.sigle@brot-fuer-die-welt.deTel.: 0711 – 2159-149www.eed.de


M I T D E M C H A R M E A F R I K A S : E I N E X T R A -S E RV I C EWer sich auf dem Kirchentag auch mal einePause im CaféPlus gönnt, bei einer Tassefair gehandelten Kaffees und anderen fairenLeckereien, der wird dort auf junge, charmanteHelfer treffen – Studierende aus dem Ausland,die den Besuchern in Köln mit einem freundlichenLächeln die fairen Angebote servieren werden.Besonders stark vertreten ist diesmal Ka-merun. Gleich drei junge Studenten aus diesemLand zwischen West- und Zentralafrika sind imCaféPlus mit von der Partie. Sie alle freuen sichschon sehr auf ihren Einsatz bei dem Mega-Event.Marie Noelle Ntsamaist 23 Jahre alt und lebt seit zwei Jahren inDeutschland. In Köln studiert sie das Fach Sozialarbeit.An den Rhein kam Marie auf Initiativeund mit Unterstützung eines Onkels, der schonlänger hier lebt. Ihr gutes Deutsch hat die jungeFrau jedoch auch schon zuvor – wie viele Kommilitonenaus ihrem Heimatland – in Kamerunerworben. Auf ihren Einsatz im KirchentagscaféCaféPlus freut sie sich, weil sie da vieleMenschen aus unterschiedlichen Ländern undRegionen kennen lernen kann. „Ich bin nämlichsehr kontaktfreudig“, sagt Marie. Das und ihrgastronomisches Können hat sie bereits alsAushilfe für die Köln-Messe und als Objektbetreuerinbeim Weltjugendtag in Köln vor zweiJahren unter Beweis gestellt. „Es war toll zusehen, wie der Glaube von so vielen Menschengelebt wird“, erinnert sich Marie. Für eineoptimale Kirchentagsvorbereitung hat die jungeStudentin sich nun auch mit dem Fairen Handelbeschäftigt und die verschiedenen Infobroschürengenauestens studiert. „In Kamerun habe ichvon dem Thema nicht so viel mitbekommen“,sagt Marie, „und ich war erstaunt, dass es denFairen Handel in Deutschland schon so langegibt.“ Das hält die 23jährige jedenfalls für einegute Sache: „Ich denke, diese Initiative kannden Kleinbauern bei uns und in anderen LändernAfrikas und anderswo sehr viel helfen. Und ichwünsche dem Fairen Handel noch weiter eineblühende Zukunft.“ Auch Marie will sich nachBeendigung ihres Studiums für benachteiligteMenschen engagieren – für die Straßenkinder inihrer Heimat.John Takanglebt seit eineinhalb Jahren in Köln und studiertUmweltwissenschaft. Zuvor lebte und studierteer knapp vier Jahre in Cottbus. Auch ihm sindTätigkeiten wie Servieren und Geschirr abräumenvertraut – hat er doch schon bei mehrerenFeiern tatkräftig mit angepackt, wie etwa jüngstin einem katholischen Pfarrheim. „GastronomischerService macht mir Spaß“, sagt John, „datrifft man immer viele Leute.“ Zwar wisse ernoch nicht so genau, was beim Kirchentag aufihn zukommt, so der Student aus Kamerun weiter,„aber das werde ich schon schaffen“. AuchJohn interessiert sich sehr für den Fairen Handel.„Ich studiere ja Umwelt- und Ressourcenmanagement“,so der 30jährige, „und die Ökologiespielt beim Fairen Handel ja auch eine großeRolle.“ John hat sich, wie Marie, nun nochmehr über den Fairen Handel informiert. „FallsGäste im CaféPlus mal etwas darüber wissenwollen, könnte ich schon ein bisschen Auskunftgeben“, sagt der Kameruner. Überdies ist Johnüberzeugt: Oft fehlt es nicht am Engagement,sondern am Wissen: „Viele Leute auch inDeutschland kennen den Fairen Handel nochnicht so gut, sonst würden sie auch mehr solcheProdukte kaufen“, davon ist er überzeugt. Nachseinem Studium würde John am liebsten füreine internationale Hilfsorganisation in seinemHeimatland arbeiten. Schon vor dem Aufenthaltin Deutschland engagierte er sich zwei Jahrein einem Projekt zur Aidsbekämpfung. DieBeschäftigung mit dem Fairen Handel, so sagtJohn, passe ebenfalls gut in seine beruflicheLaufbahn.Didier Djoumessi,der dritte Kameruner im Bunde, studiert Politologiean der Universität in Köln und kam bereits1998 nach Deutschland. Zur Zeit promovierter über die „US-chinesische Konkurrenz in denÖl exportierenden Ländern Afrikas“. Damitsind dem 30jährigen handelspolitische Fragenbestens vertraut. Auch er hält den Fairen Handelfür eine gute Sache. In seinem Heimatland allerdings,so räumt Didier ein, habe er früher nichtviel davon gehört. „Zum ersten Mal habe ichbei einem Besuch im EED eine fair gehandelteSchokolade aus Kamerun bekommen. Die habeich dann lange aufbewahrt und wollte sie garnicht so schnell aufessen.“ Didier glaubt, dassder Faire Handel den Bauern in Entwicklungsländernviel helfen kann. Allerdings müssten dienoch besser darüber informiert werden. „Vielewissen ja gar nicht, dass es das gibt und ob,beziehungsweise wie man als Kooperative damitmachen kann.“ Immerhin sei das CaféPlusschon mal eine gute Möglichkeit für die Kirchentagsbesucher,mehr über den Fairen Handel zuerfahren. Genau wie John und Marie freut sichauch Didier auf den Einsatz, wenn er allerdingsauch eine ganze Menge Stress und viel Arbeiterwartet. „Da wird ja ein großer Andrang sein,und die Kunden haben unterschiedliche Anforderungen.Das ist sicher nicht so leicht.“ DochDidier bereitet sich darauf vor: „Das Wichtigsteist: Immer freundlich und locker bleiben.“


FAIRE GEMEINDE-PARTNERSCHAFT MIT TANSANIAEigentlich müsste die Gegend rund um denBischofssitz von Bukoba im NordwestenTansanias ja eine Touristenattraktion sein, meintUlrike Hensel-Kornblum. Sie schwärmt von derherrlichen Lage direkt am riesigen Viktoria-See,von der Freundlichkeit der Menschen dort. DochHensel-Kornblum, Leiterin des Ausschusses fürWeltmission und Ökumene beim EvangelischenKirchenkreis Bonn kennt natürlich auch dieProbleme, die die Region belasten. Schließlichbegleitet sie seit vielen Jahren die intensivePartnerschaft, die der Kirchenkreis seit 1970 mitdem Kreis Kusini A in Tansania unterhält.Begegnung der besonderen Art: Ulrike Hensel-Kornblumbei einem Besuch im Kirchenkreis Kusini A in Tansania– Partner des Evangelischen Kirchenkreises Bonn.Veränderungen gab es auch beim Umgangmit schwierigen Themen wie HIV/Aids.„Früher ist da überhaupt nicht drüber gesprochenworden. Das Wort „Kondom“ war tabu,besonders bei einheimischen Pfarrern“, erinnertsich Hensel-Kornblum. „Zum Glück ist das nunganz anders. Die Kirche schickt selber Jugendlicheals bezahlte Kräfte in die Schulen, damit sieunter ihren Altersgenossen Aufklärung betreiben.“Das passiert natürlich auf afrikanische Art– etwa mit Hilfe von Theater und Rollenspielen.Geändert hat sich auch der Umgang mit Frauen.Sie werden inzwischen gesellschaftlich mehranerkannt. In der Nord-West-Diözese, zu der KusiniA gehört, gibt es seit einem Jahr auch zweiPfarrerinnen. Die Partnerschaftsinitiative ausBonn will zudem die Ausbildung von Mädchenunterstützen. Außerdem wurde der Aufbau einerKrankenstation gefördert, und es wird Geld fürden Erwerb von Medikamenten gespendet. Fürdie Zukunft ist ein Partnerschaftsbesuch zumThema Jugendarbeit geplant.Familiengottesdienst einenVerkaufsstand mit fairgehandelten Produkten.Außerdem werden faireSonderaktionen veranstaltet.Das Geld wird nun ersteinmal für große Mengenan Briefpapier, Briefmarkenund Stifte ausgegeben:Kessenicher Konfirmandensollen in einemProjekt Briefkontakte mitgleichaltrigen Jugendlichenaus Kusini A knüpfen.Vielleicht, so hofft RichardLandsberg, Leiter desPartnerschaftskreises bei der Friedenskirche,reichen die Verkaufserlöse, die mit fair gehandeltemKaffee und anderen fairen Leckereienerzielt werden, ja auch irgendwann einmal füreine Gruppen-Reise nach Tansania.Darüber hinaus wird in der Friedenskirche wieauch bereits in einigen anderen Gemeinden desBonner Kirchenkreises fleißig fair gehandelterKaffee getrunken. Dass dies demnächst auchnoch in weiteren Gemeinden der Fall ist, dafürwill sich Ulrike Hensel-Kornblum stark machen– aus Liebe zu Afrika und den Menschen dort,von denen sie einige nun schon seit langer Zeitkennt und schätzt.Kaffee ist ein wichtiges Anbauprodukt auch in Tansania– doch für eine gewinnbringende Vermarktung fehlt esoftmals an der nötigen Infrastruktur, wie zum Beispielgeeigneten Transportmitteln.Zu Kusini A gehören fünf Gemeinden mit etwa25 Dörfern und vielen kleinen Siedlungen, diesich auf einem Hochplateau, auf einer Flächevon rund 1500 Kilometer verteilen. Der größteOrt, Rwantege, liegt in der Mitte und ist zugleichSitz des Superintendenten. Die Menschenleben überwiegend vom Kaffee- und Bananenanbau.Doch die Infrastruktur ist schwach, dieArmut groß. Erst im vergangenen Jahr sind dieersten Dörfer an ein Stromnetz angeschlossenworden, Krankenstationen und Schulen befindensich im Aufbau. Dennoch zählt all das zu denersten Schritten und Erfolgen in RichtungEntwicklung, die Hensel-Kornblum seit einigerZeit erfreut feststellt. „Im Vergleich zu meinemersten Besuch in Kusini A vor über 15 Jahren hatsich schon viel getan“, sagt Hensel-Kornblum.So seien inzwischen auch einige Straßen gebautworden.Probleme bereitet derweil immer noch derwirtschaftliche Aufbau der Region. Denn vomKaffeeanbau können die Bauern und ihre Familiendort kaum leben. Zwar sind seit einiger Zeitdie Weltmarktpreise wieder gestiegen, doch inKusini A mangelt es an der erforderlichen Logistikund an den Transportmöglichkeiten, um denKaffee an den zentralen Stellen in den Verkaufzu bringen. Deshalb denkt man jetzt über denAnbau von Vanille nach, um eine zusätzlicheEinkommensmöglichkeit zu schaffen.Trotzdem kommt das Produkt Kaffee den Menschenin Kusini A auf Umwegen zugute – genauerKaffee aus Fairem Handel mit Kooperativenin Afrika. Denn einige Gemeinden aus demEvangelischen Kirchenkreis Bonn haben einenWeg gefunden, Erlöse aus dem Verkauf fairgehandelter Produkte in die Partnerschaftsinitiativemit Tansania fließen zu lassen.Wie etwa die Gemeinde Friedenskirche in Bonn-Kessenich. Einmal im Monat gibt es dort zumZugang zur Welt möchten auch diese Jugendlichen ausdem ostafrikanischen Land Tansania haben – Partnerschaftenkönnen dabei helfen.


FA I R E W O C H E : A F R I K A N I S S I M OUUnter dem Motto „Afrikanissimo – entdeckedie Vielfalt“ steht in diesem Jahrdie Faire Woche, die vom 17. bis 30. Septemberstattfindet.Bundesweit wird es Hunderte von Aktionen,Infos und Veranstaltungen zum Fairen Handelspeziell mit dem afrikanischen Kontinent geben.Der Themenschwerpunkt passt damit sehr gutin das Jahr 2007, in dessen Verlauf Afrika immerwieder in den Mittelpunkt rückt – so etwa auchbeim G8-Gipfel vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm(Treffen der Staats- und Regierungschefsder USA, Kanadas, Japans, Großbritanniens,Frankreichs, Italiens, Deutschlands und Russlands)und beim Evangelischen Kirchentag, derzeitgleich in Köln stattfindet.Näheres unter www.faire-woche.deDER SÜDEN TRINKT FAIR: DIAK SCHWÄBISCH HALLSeit kurzem gibt es in der EvangelischenLandeskirche in Württemberg 1200 Genießermehr, die mit ihrer Leidenschaft für Kaffee zugleichfaire Handelsbedingungen fördern. Dennbeim Diakoniewerk Schwäbisch Hall (DIAK)kommt seit Ende 2006 nur noch fair gehandelterKaffe in die Kaffeemaschinen. Er wird den Patientenund Besuchern des Diakonie-Klinikums,den Bewohnern der Wohn- und Pflegestifte, derBehindertenhilfe im Diak und den Mitarbeiternausgeschenkt.Und da kommen schon einige Mengen zusammen.Jedes Jahr verbraucht das DIAK rund dreiTonnen Kaffeepulver für 85.714 Liter – das sindbeachtliche 685.712 Tassen Kaffee, wie man inSchwäbisch Hall akribisch genau ausgerechnethat. Im Kiosk des Diakonie-Klinikums gibt eszudem fair gehandelte Schokolade und weiterefaire Produkte zu kaufen. „Damit tragen wir zumehr Gerechtigkeit und Partnerschaft bei – ganzso, wie es in unserem Leitbild steht“, sagtWerner Anft, Leiter des Zentraleinkaufs beimDiakoniewerk Schwäbisch Hall.Bei den Kaffeetrinkern kommt das neue, faireGetränk jedenfalls gut an: Auf einer Verkostungwurde der Kaffee des FairhandelshausesGEPA einhellig gelobt. Zwar sei er ein bisschenteurer als konventionell gehandelter Kaffee,räumt Vorstandsvorsitzender Pfarrer StephanM. Zilker ein, „doch gemessen daran, was erGutes bewirkt, sind die Mehrkosten vertretbar.“Den Stein ins Rollen gebracht hatten Schülerund Schülerinnen der Pflegeschulen, nachdemsie sich in einem Projekt-Unterricht mit denArbeitsbedingungen der Kaffeebauern im Südenund dem Fairen Handel beschäftigt hatten. Siedrängten bei der Diakonie-Leitung darauf, denfair gehandelten Kaffee einzuführen. Nun hofftZentraleinkäufer Anft, dass die Besucher undMitarbeiter so sehr von der guten Idee überzeugtwerden, dass sie künftig auch privat fairgehandelte Produkte kaufen.Auf den Geschmack gekommen: (v.l.) Vorstandsvorsitzender Stephan M. Zilker, Einkaufsleiter Werner Anft, die PflegeschülerinnenSabine Kronmüller und Rita Renner, Lehrer Uwe Bührle und Schülerin Ute Huber genießen fair gehandeltenKaffee.FAIRER KAFFEE –FLÄCHENDECKEND BEI DIENSTE FÜR MENSCHENSeit Anfang des Jahres wird in allen Einrichtungenvon Dienste für Menschen (dfm)fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. „Wir habenin sämtlichen Einrichtungen von dfm dasNachhaltigkeitsmanagement-System EMAS pluseingeführt und in diesem Zuge auch die flächendeckendeUmstellung auf fairen Kaffee vorangetrieben“,berichtet Peter Stoll, Geschäftsführerdes diakonischen Sozialunternehmensmit Sitz in Stuttgart. Über 2 Mio. Tassen Kaffeewerden in allen Häusern des diakonischen Trägersjährlich ausgeschenkt, das entspricht 7,5Tonnen Kaffee. „Wir sind uns unserer Verantwortungfür die Welt, die uns umgibt, bewusst“,begründet Stoll die Entscheidung für das Engagement.Mehrkosten durch die Umstellungund den höheren Preis des Kaffees nimmt dasUnternehmen bewusst in Kauf. „Wir möchtenein Zeichen setzen und mit gutem Beispielvorangehen.“Die Dienste für Menschen gGmbH betreibt alsgroßer diakonischer Altenhilfeträger Pflegestifte,Wohnstifte, ambulante Dienste, geriatrischeRehabilitationseinrichtungen sowie ein geriatrischesFachkrankenhaus in den BundesländernBaden-Württemberg, Bayern und Sachsen.Info-Tipp:Ökofaire Beschaffung in der Sozialwirtschaft ·Ein Leitfaden für ProfisKATE – Kontaktstelle für Umwelt & Entwicklunginfo@kate-stuttgart.orgwww.kate-stuttgart.de


LIEFERANTEN FÜR DEN GROSSVERBRAUCHRainer SakicGroßverbraucher Servicerainer.sakic@gepa-gv.deWenn sich Kantinenleitungen für Kaffee ausdem Fairen Handel entscheiden, gibt esspezielle Ansprechpersonen. Zunächst ist da dasFairhandelshaus GEPA mit Sitz in Wuppertal, dasden Großverbraucherbereich und damit auchkirchliche Einrichtungen mit fair gehandeltenKaffeesorten beliefert. Ein Rahmenvertrag zwischenGEPA und der Wirtschaftsgesellschaft derKirchen Deutschland (WGKD) bietet Großabnehmerngünstigere Konditionen für Kaffee undTee (www.wgkd.de). GEPA ist zugleich der größteLizenznehmer der Siegelinitiative TRANSFAIR.Neben der GEPA gibt es weitere Händler, derenKaffee nach den Fairtrade-Kriterien gehandeltwird und das TRANSFAIR-Siegel trägt.Weitere Informationen erhalten Sie über die AbteilungMarketing Großverbrauch bei TRANSFAIR,Karin Wolter.Karin WolterMarketing Großverbrauchk.wolter@transfair.orgImpressumHerausgeber:Brot für die Welt /Evangelischer EntwicklungsdienstRedaktion:Tina Gordon (verantwortl.),Monika HoegenSatz, Layout:Dreimalig Werbeagentur, KölnDruck:in puncto, BonnFotos:© Fotos:Hans-Christoph Böhm, Elfi Frank, Joachim Gerhardt,Monika Hoegen, Christof KrackhardtLinkswww.eed.de/fairtradewww.brot-fuer-die-welt.dewww.gepa.dewww.transfair.orgwww.fairewoche.deJUGEND SETZT AUF FAIRNESSÖFFENTLICHES BESCHAFFUNGSWESEN – BUY FAIR …Auch die Arbeitsgemeinschaft der EvangelischenJugend in der Bundesrepublik Deutschland,kurz aej, steigt um auf „fair“. Künftig sollen inden Tagungshäusern, in denen Treffen der aej-Gremien und – Mitglieder stattfinden, zu diesenAnlässen fair gehandelte Getränke, vor allemKaffee und Tee, ausgeschenkt werden.Das Netzwerk „Faires Beschaffungswesen“ derServicestelle Kommunen in der Einen Welt /InWEnt ist erfolgreich gestartet. Annähernd 30Personen aus Kommunen und Organisationenkamen zum ersten bundesweiten Netzwerktreffenam 29. März 2007 nach Dortmund. ImMittelpunkt des Interesses stand die Rechtsfrage,zu der Professor Dr. Jan Ziekow die Ergebnisseseiner Bewertungen vortrug. Das von derServicestelle beauftragte Gutachten steigert die– auch juristische – Verlässlichkeit kommunalerEntscheidungen hierzu. Bis Mitte Mai wird esvorgelegt und anschließend von der Servicestellepubliziert werden. Es wurde auch zur engerenZusammenarbeit zwischen Kirchen und Rathäusernaufgerufen. Das Netzwerktreffen soll künftigjährlich stattfinden. Wer in den Verteiler zumNetzwerk aufgenommen werden möchte oderFragen zum Thema hat, kann sich gerne bei derServicestelle melden.Kontakt:ServicestelleMichael MarwedeFon 0228/4460-1632michael.marwede@inwent.orgLeifaden für öffentliches Beschaffungswesen:www.buyfair.orgMaterialienPlakat DIN A 1 / DIN A 2Newsletter, 8 Seiten, DIN A 4Alle Materialien sind kostenlos erhältlich bei: vertrieb@diakonie.de und vertrieb@eed.deFaltblatt, 4 Seiten, 15 x 15 cmDie nächste Ausgabe desNewsletters erscheint:Nr. 4 September 2007Großverbraucherinformation,8 Seiten, DIN lang

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine