Leistungsschau - Scania

scania.de

Leistungsschau - Scania

ISSN 1618-9760

B 46248

Bestellnummer/Edition: 3:22 2006 03

Mit Scania unterwegs

Leistungsschau

Full Service und die neue Design-Edition:

Scania zeigt auf der IAA Flagge

Seite 6

Erste Liga

Wie ein kleiner Holzbaubetrieb in

der Architekturszene mitspielt

Seite 18

Nr. 3 September

2006

www.scania.de

Pferdestärken

Profireiterin Bettina Hoy setzt

auf 420 PS von Scania

Seite 20


Das erste Motorenöl mit der

Freigabe LDF-2 von Scania

„Das Kraftstoff-Einsparkonzept Fuel Economy

von Shell hat uns überzeugt. Mit dem Einsatz

von Hochleistungsschmierstoffen wie

Shell Rimula Ultra 10W-40, Shell Spirax ASX

und Shell Spirax GSX sparen wir bis zu

4% Kraftstoff bei gleichzeitig verlängerten

Ölwechselintervallen.“

Jöbstl Holding GmbH,

GF Christoph Jöbstl

Wir von Shell verstehen, wie wichtig es für Sie als Transportunternehmer ist, Kosten zu

optimieren, technische Ausfälle zu vermeiden und Ihre Fahrzeuge effizient einzusetzen.

Unsere Schmierstoffe können Ihrem Geschäft helfen. Als einer der weltweit führenden

Schmierstoff-Anbieter wissen wir jedoch, dass wir Ihnen mehr als nur qualitativ hochwertige

Produkte bieten müssen: Eine erstklassige technische Unterstützung, ein Gespür

für Details und das Versprechen, Ihnen jeden Tag bestmöglich mit Rat und Tat zur Seite

zu stehen.

Verlangen Sie mehr als gute Produkte. Verlangen Sie Lösungen – mit Shell. Rufen Sie

noch heute unser Customer Service Center unter 0180 5 6324-00 an oder besuchen

Sie uns unter www.shell.de


Editorial

Liebe Leserinnen

und Leser,

Kundenorientiert, flexibel und leistungsstark –

so kennen die Kunden Scania. Und so präsentieren

wir uns auf der IAA Nutzfahrzeuge in

Hannover. Ein Besuch unseres Messestandes in

Halle 17 sollte zu Ihrem Pflichtprogramm gehören.

Dort stellen wir

Ihnen gerne unsere verschiedenenDienstleistungsangebote

vor. Denn

egal ob Vermietung, Finanzierung

oder Pannenhilfe

Scania ist in

jedem Fall Ihr zuverlässiger

und beständiger

Partner. Ein Partner, der

Ihnen stets mehr als eine

Lösung anbietet. Im

Falle der Abgasnormen

Euro 4 und 5 zwei an

der Zahl: EGR als

gekühlte Abgasrückführung

und SCR, eine Abgasnachbehandlung.

Fracht sicher zu transportieren funktioniert

damit auch in Zukunft wie gewohnt mit

Scania an Ihrer Seite. Erst recht mit dem neuen

V8-Motor, der mit kräftigen 620 Pferdestärken

die Ladung durch die Lande zieht. Kraft trifft

hier Ökonomie! Auf der Messe sehen Sie ein

ganz besonderes Prachtstück: den R 620 als

edle Design-Edition.

Wir freuen uns auf ein Treffen mit Ihnen in

Hannover! Eine gute Anreise und viel Spaß

beim Lesen des KING’S REPORT wünscht Ihnen

Ihr

Johan P Schlyter

Geschäftsführer Scania Deutschland

IMPRESSUM

KING’S REPORT – mit Scania unterwegs

9. Jahrgang, 3. Ausgabe

ISSN 1618-9760

Herausgeber:

Scania Deutschland GmbH

Verantwortlich für den Herausgeber:

Erik Ljungberg

Anschrift:

Redaktion KING’S REPORT

c/o Scania Deutschland GmbH

Sieglinde Michaelis

August-Horch-Str. 10

D-56070 Koblenz

Tel. 02 61 / 8 97 -2 08

Fax 02 61 / 8 97 -4 05

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Deutsche Internetadresse:

http://www.scania.de

Der KING’S REPORT erscheint viermal jährlich

bei drivemedia, Neumarkter Straße 18,

81664 München

drivemedia

Agentur für Corporate Publishing

des Bereichs B2B Business, Technology,

Transport

Springer Transport Media GmbH

Neumarkter Straße 18

D-81664 München

Tel. 0 89 / 43 72 - 21 53

Fax 0 89 / 43 72 - 24 77

News

Kurz notiert

Nachrichten aus der Nutzfahrzeugbranche

und dem Unternehmen Scania

Report

Von Holz bis Ziegel

Liefert die DEG ihre Produkte rund ums Dach aus, fährt die

Genossenschaft mit Scania Fahrzeugen vor

Mobiler Schießstand

In einem Lkw probt die Polizei Rheinland-Pfalz das

richtige Verhalten in schwierigen Situationen

Zukunftsperspektive

Verstopfte Straßen und Lkw im XXL-Format:

Wie sieht es morgen auf unseren Straßen aus?

Formenspiele

Wie die Vereinigten Holzbaubetriebe spannende

Entwürfe von Architekten umsetzen

Titelthema

Premium-Anbieter

Dienstleistungen à la carte und Nutzfahrzeuge

vom Allerfeinsten: Auf der IAA zeigt sich Scania

wieder von seiner besten Seite

Wertvolle Ladung

Vielseitigkeitsreiterin Bettina Hoy rollt mit einem

R 420 ihre edlen Tiere zu den Turnieren

Zusammenhalt

In einer Spedition in Rauhöd bei Wasserburg

geben drei Brüder und Harley-Fans den Ton an

Service

Gewinnspiel

Drei Fragen beantworten und tolle Preise gewinnen

Editorial / Inhalt 3

King’s Tipps

Kostenlose Reparatur kleiner Schäden in der Frontscheibe

Redaktionelle Leitung: Christian Ort

Redaktion, Projektleitung: Annette Keck

Autoren dieser Ausgabe: Sascha Boehnke,

Martin Heying, Annette Keck, Richard

Kienberger, Claudia Koch, Susanne Löw,

Malte von Lüttichau, Noel J. West

Art Director: Dierk Naumann

Layout & Composings: Arno Krämer

Fotos: Autoren, Erwin Fleischmann, Scania

Deutschland, Mauritius Images (S.14),

Karel Sefrna

Cartoon: Motionless Movie Productions

Druck: F & W Mediencenter, Holzhauser Feld 2, 83361 Kienberg

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, und elektronische

Verarbeitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Scania Deutschland.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder übernimmt die Redaktion

keine Haftung.


4 News

Was drin ist, steht drauf: Schon seit Jahren fahren Scania Busse mit umweltfreundlichem Ethanol im Tank durch die Straßen von Stockholm.

Stockholms Linienbusse fahren mit Ethanol

lternativen zum Dieselkraftstoff gibt es

Aviele – die Konzepte von Scania decken

vom Erdgas- bis zum Hybridantrieb die gesamte

Palette ab. Im öffentlichen Nahverkehr

gehört dazu auch Ethanol. Die Gründe liegen

auf der Hand: Der Alkohol speist sich aus

Doppelt löscht besser

icher ist sicher: Gleich zwei neue

SScania Löschfahrzeuge hat ThyssenKrupp

für sein Werksgelände in

Duisburg in Empfang genommen.

Nach der Übergabe der beiden

Löschfahrzeuge freut sich die Werksfeuerwehr

nun über zukunftssichere

Technik und volle Löschkraft. Der

Scania Händler Gerd Breuer GmbH

aus Duisburg ging als Gewinner

einer europaweiten Ausschreibung

des Stahlriesen hervor. Dabei überzeugte

die schwedische Motorentechnik

vor allem unter Umweltaspekten:

Die Fahrzeuge erfüllen die Euro 4-

Norm. Hand angelegt hatten zuvor

die Aufbauspezialisten von Rosenbauer

aus Österreich. Sie rüsteten

beide R 420 zu vollwertigen Löschtankfahrzeugen

um, die im Ernstfall

mit 5.500 Liter pro Minute zu

Werke gehen. �

nachwachsenden Rohstoffen, schont die Umwelt

und läuft mit bewährter Motorentechnik.

Im schwedischen Stockholm sichern die

Ethanol-Busse seit Jahren den reibungslosen

Ablauf des öffentlichen Nahverkehrs. Schon

seit 1989 setzen die Verkehrsbetriebe der

Stadt auf umweltfreundliche Scania Busse.

Das erfolgreiche Beispiel macht Schule: Ethanol-betriebene

Scania befördern inzwischen

auch Fahrgäste im italienischen La Spezia,

und in Madrid, Spanien. Weitere Kommunen

weltweit haben Interesse angemeldet. �

Bereit für den Ernstfall: Scania Verkäufer Daniel Gößl (l.) übergibt an ThyssenKrupps Heinz Förster.


Langer Wunschzettel

leich 59 Scania Fahrzeuge hat die Spedi-

Gtion Ansorge GmbH & Co. KG aus Biessenhofen

im Allgäu gekauft. Die ersten Lkw

vom Scania Vertragshändler Alnufa aus

Marktoberdorf trafen im Juli beim Kunden

ein. Danach nahmen die auf Transporte innerhalb

Deutschlands und nach Italien spezialisierten

Logistiker täglich zwei neue Lkw

in Empfang. Auf dem Bestellzettel der langjährigen

Scania Kunden standen diesmal die

Modelle P 380 und R 420 für verschiedene

Transportaufgaben. Ihren Fuhrpark hat die

Spedition in den vergangenen Jahren fast

ganz auf Scania umgestellt, der Greif ziert

nun fast 90 Prozent der Flotte. Nicht ohne

Grund, so Geschäftsführer Wolfgang Thoma:

„Von Scania bekommen wir ein Premium-

ie Deutsche Papier Vertriebs GmbH,

DPapiergroßhändler mit Hauptsitz in Augsburg,

hat ihrem Fuhrpark acht neue Scania

hinzugefügt. Zwei Modelle der P-Baureihe

sollten es sein: Sechs P 230 und zwei P 270

sorgen nun für pünktliche Lieferungen. Für

Sven Hubel, den stellvertretenden Logistikleiter

beim Großhändler, stand die Wahl früh

fest. Neben Werkstattzufriedenheit, Leistungsstärke

und Haltbarkeit sprachen vor

allem die Nutzer selbst für den Schweden:

„Unsere Fahrer sind begeistert. Von ihrer

Seite kam ganz klar der Wunsch, nach der

‚Ausmusterung‘ unserer alten Lkw wieder

Scania Fahrzeuge zu kaufen.“ Die Deutsche

Papier setzt damit ihre über 20-jährige

Geschäftsbeziehung zu Scania fort. �

Produkt und hervorragenden Service. Und

die Scania Assistance sorgt für einen reibungslosen

Ablauf unseres Geschäfts.“ �

Bus-Flaggschiff auf dem RDA-Workshop

er RDA-Workshop in Köln – seit Jahren

Ddie Leitmesse für Bustouristik. Für Scania

eine willkommene Gelegenheit, den neuen

Motor seines Luxusreisebusses Scania Irizar

PB zu präsentieren. Die Deutschlandpremiere

der Topmotorisierung im Flaggschiff gelang

in überzeugender Manier – das Publikum

zeigte sich von zahlreichen Innovationen

beeindruckt: ausgerüstet mit Scania Turbocompound,

der Abgasrückführung Scania

EGR und der Hochdruckeinspritzung Scania

HPI entfaltet der neue 12-Liter-Euro 4-Motor

kraftvolle 470 PS. Ultimativen Komfort für

Fahrer und Passagiere bereiten zudem das

automatisierte Schaltsystem Scania Opticruise

und das Bremssystem Scania Retarder. �

Kein Papierstau

Der Scania Irizar PB mit neuer Motorisierung

kam beim Messe-Publikum sehr gut an.

News 5

Gleich 59 Neuzugänge: Wolfgang

Thoma erweitert die Firmenflotte seit

Jahren mit Scania Lkw.

Ein Schwede in China

M it dem Verkauf von 50 Zugmaschinen

an die XinAo-Gruppe hat Scania einen

Durchbruch auf dem Markt in China

erzielt. Das chinesische Gasunternehmen

berücksichtigte bei der Auswahl vor allem

die herausragende Ökonomie der Fahrzeuge

und den kompetenten Vor-Ort-Service.

Zu recht, denn Scania verfolgt im Reich

der Mitte eine langfristige Strategie und

erweitert systematisch seinen Stamm an

Fachpersonal. Die P 380-Modelle erwartet

eine ordentliche Kilometerleistung: Sie sollen

in Zukunft Flüssiggas von Xinjiang im

äußersten Westen Chinas in den östlichen

Teil des Landes bringen. �

Fahrzeugübergabe: Scania Verkäufer Eugen Tremmel mit seinem Kunden Sven Hubel (v.l.).


6Titelthema

Mehr als Standard

Vom Feinsten: Das 16-Liter-

V8-Aggregat leistet ganze

620 PS und erfüllt Euro 4.

Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover präsentiert Scania eine Vielzahl an

leistungsstarken Serviceangeboten und hervorragenden Produkten.


Die Design-Edition gibt es mit Ausstattung in

Hellbraun, Dunkelrot und Dunkelblau.

Titelthema 7

Da steckt geballte Power drin: Mit seinem V8-Motor schafft der R 620 auch mit sehr schwerer

Ladung die längsten Strecken und die steilsten Steigungen.

Scania ist mehr als ein Lkw-Hersteller,

dessen Name für die hohe Qualität seiner

Fahrzeuge steht. Scania legt auch

größten Wert darauf, seinen Kunden als Top-

Dienstleister zur Seite zu stehen. Genau das

zeigt das Unternehmen auf der Internationalen

Automobil Ausstellung (IAA) in Hannover

an Stand C06 in Halle 17.

Dort präsentiert Scania sein neuestes Angebot:

das Herunterladen der Daten vom digitalen

Tachografen. Doch Scania hat noch andere

Services parat: So die Notrufzentrale Scania

Assistance, die im Fall einer Panne rund um

die Uhr weiterhilft. Zum Dienstleistungspaket

Scania OptiMile gehören unter anderem

Fahrsicherheitstraining, Fahrerinformation

und Fahrertraining von ScanDrive sowie

ScanRent mit seiner weiß lackierten Flotte

von über 1.000 Lkw, die zur Kurz- oder

Langzeitmiete bereitstehen. Der Finanzdienstleister

Scania Finance Deutschland GmbH

ebnet mit Leasing- und Mietkaufangeboten

den Weg zum eigenen Scania. Die verschiedenen

Reparatur- und Wartungsverträge runden

das Serviceangebot ab.

Stark für Euro 4 und Euro 5

Auffälligster King of the Road auf der IAA:

die Design-Edition von Scania, ein schwarzer

R 620 mit Topline-Fahrerhaus mit edler, hellbrauner

Lederausstattung. In ihm schlägt mit

dem V8-Motor ein kräftiges Herz. Er schafft

620 PS und ein maximales Drehmoment von

3.000 Nm. Dank Scania SCR ist er Euro 4tauglich.

Scania stellt auf der Messe aber noch

weitere Euro 4- und Euro 5-Fahrzeuge vor,

zum Beispiel einen P 380 Euro 4 und einen

R 500 Euro 5. Außerdem gibt es eine Deutschland-Premiere

zu feiern: Der neue R 480

Euro 4 zeigt sich mit seinen 480 PS, Turbocompound

und EGR-Technologie als starke

Ergänzung des Produktportfolios von Scania.

Schnelle Hilfe

im Notfall:

die Scania

Assistance.

Das Unternehmen mit dem Greif im Logo

schafft es, Lkw für alle Anforderungen und

individuellen Bedürfnisse anzubieten.

Der Messeauftritt in Hannover steht auch

schon im Zeichen des großen internationalen

Scania Fahrerwettbewerbs „Young European

Truck Driver 2007“. Lkw-Fahrer und -Fahrerinnen

bis 35 Jahre können sich am Stand

bereits jetzt für ihre Teilnahme registrieren

lassen. Sie bekommen dann Anfang nächsten

Jahres die Bewerbungsunterlagen zugeschickt.

Mit mehreren theoretischen und praktischen

Prüfungen ermittelt der Wettbewerb den besten

jungen Lkw-Profi Europas.

Extra für die Fahrer hat Scania dieses Jahr

eine eigene Bekleidungskollektion auf den

Markt gebracht: Scania Truck Gear. Die hochwertigen

Kleidungsstücke für Arbeit und Freizeit

wurden von Designern nach den Wünschen

von Fahrern aus Europa entworfen. Die

Jacken, Hosen, Freizeithemden, Sweatshirts,

Stiefel und Accessoires können Sie bei ausgewählten

Scania Partnern und im Internet ansehen.

Und natürlich auch am Scania Stand auf

der IAA. Besuchen Sie uns in Halle 17! �


8 Titelthema

Erfolgs-Fahrten

Scania fährt auf der IAA nicht nur mit neuen Antriebssträngen vor, sondern

auch mit einem Busprogramm, das durch jede Menge Innovationen überzeugt.

M it

einer breit gefächerten Produktoffensive

will Scania den positiven Trend

fortsetzen, der 2005 im Busgeschäft

mit 5.800 weltweit verkauften Fahrzeugen für

eine neue Rekordmarke sorgte. Das langfristige

Ziel lautet nun 10.000 verkaufte Linienund

Reisebusse jährlich. Und die Zeichen stehen

günstig für einen erfolgreichen Roll-out.

Denn noch nie war das Gesamtpaket von

Scania im Busbereich so attraktiv und umfassend,

wie es sich zur IAA präsentiert. Scania

kann dem Unternehmer ein Komplettpaket

bieten, das für wirklich alle Anforderungen

gerüstet ist.

Die Highlights beginnen unter den schicken

Hüllen der Fahrzeuge. Euro 4-Motoren mit

Scania EGR treiben künftig die Busse an, die

somit auf die Beimischung von Additiven verzichten

können. Einfach nur Diesel tanken, so

die Devise. Dabei wurde darauf geachtet, dass

die Euro 4-Motoren von Scania so leistungsfähig

und wirtschaftlich sind wie ihre Euro 3-

Vorgänger. Das Motorenprogramm, das auf

Das ergonomisch gestaltete Cockpit überzeugt.

dem Modulsystem basiert, nach dem Scania

auch seine Lkw-Motoren entwickelt, wurde

für den Busbereich schon 2005 um einen

neuen 5-Zylinder-9-Liter-Motor erweitert.

Für Reisebusse hat Scania zudem ab sofort

einen neuen 12-Liter-Motor im Programm,

der mit seiner Kraft von starken 470 PS auch

in innovativer Hinsicht punkten will.

Optimale Abstimmung

Neben EGR ist dieses Aggregat mit Scania

HPI (Hochdruckeinspritzung) und dem Scania

Motormanagement ausgestattet. Kombiniert

mit dem im Scania Irizar PB ab sofort serienmäßig

verbauten automatisierten 12-Gang-

Schaltgetriebe Opticruise, ergibt sich ein perfekt

aufeinander abgestimmter Antriebsstrang.

Für sicheres Anhalten sorgt der neue serienmäßige

Scania Retarder, der überzeugende

3.500 Nm Bremsleistung bereithält, das sind

starke 500 Nm mehr als beim Vorgänger.

Diese optimale Abstimmung von Motor,

Getriebe und Bremssystem bedeutet nicht nur

ein sicheres und sanftes Fahren, sondern vor

allem einen deutlichen Zugewinn von Wirtschaftlichkeit.

Vergangenes Jahr ergänzte Scania sein Bus-

Programm mit einem komplett neu gestalteten

Fahrerarbeitsplatz. Schließlich ist neben ausgereifter

Technik der Fahrer der wichtigste Faktor

wenn es um sicheres Fahren im Bus geht.

So wurde die Ergonomie des Cockpits den

neuesten Erkenntnissen angepasst. Daneben

sorgen aber auch die Sitzposition, die gute

Rundumsicht und der Komfort rund um das

Lenkrad dafür, dass sich der Fahrer auf das

Verkehrsgeschehen konzentrieren kann.

Was dem Fahrer das Cockpit, ist dem Unternehmer

seine Flotte. Bei Scania ist diese gewachsen

und lässt keine Wünsche mehr offen.

Die Stadt- und Überlandbusse basieren auf der

K-Baureihe mit längs eingebauten Motoren

und der N-Baureihe mit quer verbauten Maschinen.

Dabei sind die Frontbereiche mit

niedrigem Boden sowie die Fahrerplätze iden-

Der OmniLink ist ein Low-Entry-Bus mit jeder Menge Potenzial, nicht nur für Stadt-Fahrten.


Dieser Scania Irizar PB rollt auf

drei Achsen und mit neuem Antriebsstrang

in Richtung Urlaub.

tisch. N-Fahrzeuge sind reine Niederflurbusse,

zu ihnen zählt der Scania OmniCity. Zur

K-Baureihe gehören Stadt- und Überlandbusse,

die als Low-Entry-Fahrzeuge ausgeführt

sind, wie beispielsweise der Scania OmniLink.

Die Spitzenmodelle unter den Reisebussen,

darunter der Scania Irizar PB sowie der Scania

Irizar Century, sind mit 12-Liter-Motoren mit

einer Leistung von 420 und 470 PS erhältlich.

Modernste Technik

Allen Fahrzeugen gemeinsam ist die CAN-

Bus-Technologie, Grundlage der neuen Bordelektronik.

Serienmäßig außerdem das Scania

EBS-System, zu dem neben Scheibenbremsen

ABS, eine Traktionskontrolle und eine Bremsbelag-Verschleißanzeige

gehören – ein wichtiger

Faktor in Sachen Wirtschaftlichkeit. �

Den OmniLink gibt es auch als Gelenkbus, ein Alleskönner auf der ganzen Linie.

Titelthema 9


10 Report

Unter einem Dach

Hier finden Dachdecker für Neubau, Umbau und Reparatur alles, was sie

brauchen: Mit 45 Niederlassungen ist die DEG in ihrer Branche die Größte.


Und hoch damit: Die DEG Alles für das Dach eG liefert ihre Produkte mit firmeneigenen Lkw aus – und die sind hauptsächlich von Scania.

Deutschland im Jahr 1947. Direkt nach

dem Zweiten Weltkrieg ist es zwischen

rigider französischer Besatzungspolitik

und großem Mangel für Handwerker schwer,

das Nötige für den Wiederaufbau zu beschaffen.

In dieser Situation machen zwanzig

Dachdeckermeister in Koblenz aus der Not

eine Tugend: Sie schließen sich zu einer klassischen

Warengenossenschaft zusammen. So

erreichen sie Synergieeffekte, die beim Einkauf

und Bau den Handwerkern den Neuaufbau

ungemein erleichtern.

Bewährungsprobe bestanden

Das System funktioniert seitdem bestens. Die

Genossenschaft ist inzwischen zum Branchenprimus

in Deutschland avanciert. Und kann

mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: Das

ehemalige Selbsthilfeprojekt ist auf 45 Niederlassungen,

drei Tochterfirmen, 800 Mitarbeiter,

70 Auszubildende und einem erwarteten

Umsatz von 340 Millionen Euro im Jahr 2006

angewachsen. Die heutige DEG Alles für das

Dach eG hat außerdem sechs Standorte in

Tschechien und eine Tochterfirma in Luxemburg.

Sie bietet ihren Kunden im Grunde

immer noch das, was ihre Gründerväter im

Sinne hatten: „Hier erhält der Dachdeckerbetrieb

alles aus einer Hand“, so Horst Böckling,

DEG-Vorstandsvorsitzender, „und er

kauft zudem im eigenen Unternehmen ein.“

Praktisch, denn der Gewinn der DEG ist die

Rendite des Kunden, zudem bestimmt er die

Politik des Dachbedarfsgroßhandels mit.

Entscheidend für den Erfolg der DEG sind seit

jeher die stetige Optimierung der Arbeitsprozesse

und reibungslose Abläufe. Die Mitgliedschaft

der DEG in der „Zedach“, der Zentralgenossenschaft

des Dachdeckerhandwerks,

ermöglicht so zum Beispiel günstige Großein-

käufe von Maschinen und Werkzeugen.

Computer und Software sind mit anderen

Einkaufsgenossenschaften abgestimmt, und

der Expertenstab ist zentralisiert, so dass SAP-

Systeme kostenverträglich eingesetzt werden.

Ein weiterer Erfolgsgarant ist der „Vor-Ort-

Service“ der DEG. Rund 50 Prozent des

Umsatzes werden auf diese Weise erwirtschaftet.

„Wir fahren mit unseren eigenen Lkw,

unsere Fahrer kennen ihre Kunden, die wissen,

wo was wie zu liefern ist“, erläutert

Böckling, „das kann keine externe Spedition

leisten.“ Und so ist Outsourcing in Koblenz

ein Fremdwort. Man will hier wirklich alles

aus einer Hand bieten, Know-how, Material

und Logistik. Letztere besorgen im Wesentlichen

160 schwere Lkw. Für die brauchen die

Dachspezialisten einen starken, zuverlässigen

Partner. Den haben sie in Scania gefunden;

R 340 und R 380 bringen die Ware stets

zuverlässig zu den Kunden.

„In 15 Jahren ist der Scania Anteil in unserem

Fuhrpark von null auf rund 75 Prozent angestiegen“,

so berichtet Friedbert Leiss, der die

Fuhrparkverwaltung innehat. Und das kommt

für den Herrn über die Lkw-Flotte, der 1984

bis 1994 selbst als Fahrer unterwegs war,

nicht von ungefähr: Geringer Spritverbrauch,

geringe Reparaturanfälligkeit, guter technischer

Service und nicht zuletzt eine gute technische

Beratung im Verkauf – das sind deutliche

Argumente für die Nutzfahrzeuge mit

dem Greif im Logo. Vor allem die technische

Beratung ist wichtig: Gemeinsam mit dem

Aufbauhersteller Gilberg Rostock & Roeger

GmbH & Co. KG werden die Dreiachspritschen

mit Heckkran konzipiert.

„Bares Geld“ für die DEG ist in diesem

Zusammenhang die kompetente Unterstützung

der Scania Fachleute. Daher freuten sich

die Teams von Scania und der DEG gemein-

Report 11

DEG-Chef Horst Böckling (Mitte) mit Peter

Hornig (li.) und Werner Stein von Scania.

sam, dass der viertausendste von Scania

Koblenz verkaufte Scania an die DEG ging.

Fahrer Hans-Jürgen Jung erklärt die Beliebtheit

des King of the Road unter den Fahrern

so: „Im Scania spürt man das Fahrzeug, es ist

bequem, kraftvoll und zuverlässig.“

Arbeit für die Scania Flotte

In naher Zukunft kommt noch mehr Arbeit

auf die Scania Flotte zu: Erst kürzlich wurde

die DEG um den Betriebsbereich „Holz“

erweitert. „Dieser zusätzliche Bereich wird so

gut angenommen“, schwärmt Horst Böckling,

„dass wir in den nächsten vier Jahren 50 Prozent

unserer Niederlassungen ebenfalls erweitern

wollen.“ So wird bei der DEG nicht nur

alles rund ums Dach geboten, sondern man

bekommt auch alles rund ums Holz. Idealerweise

geliefert von einem der knallroten

Scania Lkw, sauber und in bestem Zustand.

Denn da ist Horst Böckling sehr pingelig:

„Der äußere Eindruck ist wichtig, er spiegelt

unsere Einstellung zur Arbeit und zum Kunden

wider.“ Noch ein Argument für die

R-Baureihe ... �


12 Report

Im Scania bleiben

Fehler ohne Folgen

Ein Lkw ermöglicht der Polizei Rheinland-Pfalz situationsbedingtes Üben.

Polizisten müssen regelmäßig trainieren, um

schwierigen Situationen gewachsen zu sein.

Ein dunkler Parkplatz irgendwo in Deutschland.

Zwei Polizisten kontrollieren einen

verdächtigen Autofahrer, der kurz angehalten

hat und im Kofferraum seines Fahrzeugs

herumwühlt. Auf die Aufforderung, den Polizisten

seinen Ausweis und die Fahrzeugpapiere zu

zeigen, reagiert der Mann ziemlich unwirsch.

Eine alltägliche Situation – doch wie entwickelt

sich die Lage weiter? Beruhigt sich der Mann

und zeigt den Ordnungshütern die gewünschten

Dokumente – oder eskaliert das Geschehen?

Und was passiert, falls der Autofahrer plötzlich

seine Hand hochreißt?

Polizisten bekämpfen Kriminalität, schützen die

Bürger, sichern Beweise und klären Straftaten

auf. Sie haben einen abwechslungsreichen

Beruf, der sie ständig mit neuen Situationen

konfrontiert. Oft bringt ihr Beruf Begegnungen

mit sich, die Normalsterbliche als ziemlich

bedrohlich empfinden würden. Beängstigend ist

zum Beispiel die Geschichte von den Bayerischen

Polizeibeamten, die ein Fahrzeug kontrollieren

– und während der Überprüfung feststellen,

dass der Fahrer erstens eine durchgeladene

Waffe im Handschuhfach liegen hat und zwei-

Im Einsatz für mehr Sicherheit: der Scania der Polizei Rheinland-Pfalz.

tens psychisch krank ist – der Alltag eines Polizisten

kann aufregend und gefährlich sein.

Doch wie bereitet man sich auf derartige Situationen

vor? Um auf das eingangs erwähnte

Beispiel zurückzukommen: Reißt der Mann die

Hand hoch, soll der sichernde Polizist unter

Umständen in Sekundenbruchteilen erkennen,

ob der Mann eine Schusswaffe gezückt hat –

oder vielleicht nur einen harmlosen Gegenstand.

Polizisten bleibt eigentlich nichts anderes übrig,

als derartige Situationen immer wieder durchzuspielen.

Und zwar in allen denkbaren Varianten,

um die Reaktionsfähigkeit zu trainieren.

Während früher die einzelnen Situationen nachgestellt

wurden, funktioniert das dank moderner

Technik inzwischen erheblich einfacher.

Geübt wird nicht mehr mit echter Munition

und echten Menschen, sondern mit laserbestückten

Waffen und Dutzenden Videos, die im

Computer auf Vorrat gespeichert sind.

Im weitläufigen Gelände des früheren US-Stützpunkts

Hahn ist auch die Landespolizeischule

Rheinland-Pfalz untergebracht. Vor dem Gebäude

der Ausbildungseinrichtung parkt ein

Scania der 3er-Baureihe mit Kofferaufbau. Aus


dem Innenraum hört man immer wieder einen

dumpfen Knall: Polizeioberkommissar Winfried

Paulus und sein Kollege Peter Kochenbach testen

gerade „ihr“ mobiles Ausbildungszentrum.

Training für den Ernstfall

Der Scania kommt immer dann zum Einsatz,

wenn in einer Polizeidienststelle in Rheinland-

Pfalz kein geeigneter Raum vorhanden ist, um

einen virtuellen Schießstand aufzubauen.

Dann rücken die beiden Polizisten mit dem

Scania aus, rangieren den Zweiachser auf den

Parkplatz der Dienststelle und fahren die Hydraulikstützen

aus, die den Lkw nivellieren

und beim Üben für die nötige Standfestigkeit

sorgen. Nun müssen sie nur noch die Stromversorgung

anschließen und die Treppe ausfahren,

über die der Aufstieg in den Aufbau

bequem vonstatten geht, und der Schießstand

ist einsatzfähig.

Das Innere des Aufbaus ist zweigeteilt. Abgetrennt

von einer Theke, stehen Computer und

Bildschirm im Leitstand, von dem aus der

Trainer die Anlage steuert. Dahinter befinden

sich symbolische „Deckungen“ und die Rückwand,

auf die ein Beamer das Übungsvideo

projiziert. Geschossen wird mit einer modifizierten

Original-Dienstwaffe. Schießt der Polizist,

„fliegt“ statt echter Geschosse ein unsichtbarer

Infrarot-Laserstrahl ins Ziel, der

vom System registriert wird. Sensoren erken-

Report 13

Im virtuellen Schießstand spielt Winfried Paulus ein mögliches Einsatzszenario durch. Peter Kochenbach am „Herz“ der Anlage.

Gewinnspiel

Die Namen der Gewinner aus dem King’s Report 2/06 lauten:

� HDS-Transporte GmbH, Kirchstraße 6, 12529 Schönefeld

� Karl Wertmer, Parkweg 12 a, 18209 Hohenfelde

� Yannik Blase, Damaschkestraße 67, 44581 Castrop-Rauxel

� Andreas Rickes, Staubguttransporte, Weinbergsblick 28, 55595 Weinsheim

� Michael Stöcker, Schützenstraße 42, 96346 Wallenfels


Wer’s weiß, gewinnt! Scania Deutschland GmbH

Für sportliche Scania Fans: Ihnen fehlt fürs

geplante Fußball-Match mit den Freunden

noch das runde Leder?

KING’S REPORT verlost unter allen richtigen

Einsendungen zehn Scania Fußbälle.

Und so geht’s:

Beantworten Sie die drei Fragen rechts!

Den Coupon mit den richtigen Antworten

stecken Sie einfach in ein Kuvert (Absender

nicht vergessen!) und senden ihn bis zum

20. Oktober 2006 an:

KING’S REPORT

Stichwort „Gewinnspiel“

August-Horch-Straße 10

D-56070 Koblenz

1. In welcher Halle befindet sich

der Scania Stand auf der IAA

in Hannover?

nen, wenn der Schütze das Magazin wechselt

oder die Waffe durchlädt. Für den realitätsnahen

Rückschlag sorgt ein in den Lauf der

Waffe eingebauter, kleiner Druckluftzylinder.

Der mobile Schießstand im Scania wird vor

allem für das situationsgerechte Training der

Polizisten eingesetzt, gelegentlich aber auch

bei Informationsveranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit

genutzt. Was ist der größte

Nutzen des Lkw? Da sind sich die beiden Polizisten

einig: Wenn im klimatisierten Aufbau

ein Fehler passiert, hat das für die Betroffenen

keine realen Folgen – weder für den Polizisten

noch für den Autofahrer, der auf dem dunklen

Parkplatz nur aggressiv reagiert hat, aber keine

ernsthafte Gefahr darstellt. �

Achtung:

Einsendeschluss

ist der 20. 10. 2006.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Diesmal zu gewinnen:

zehn Scania Fußbälle.

Viel Glück!

2. Welcher Scania Lkw feiert auf

der Messe seine Deutschland-

Premiere?

3. Wie viele PS hat der neue

Motor des Reisebusses, den

Scania in Hannover präsentiert?


14 Report

Verkehr(t)e Zukunft

Heute wissen, was morgen sein wird – Wissenschaftler prognostizieren,

Politiker planen und Ingenieure tüfteln, um den Verkehrskollaps zu verhindern.

E s

muss etwas passieren. Denn welches

Institut auch immer die Zukunft von

Verkehr und Mobilität berechnet, das

Fazit lautet: Zunahme! Und die Warnung: Der

Verkehrskollaps steht bevor! Auch die Studie

„Mobilität 2020 – Perspektiven für den Verkehr

von morgen“ schlägt in diese Kerbe. Die

Forscher der „Union der Deutschen Akademien

der Wissenschaften“ (acatech) gingen von

einer vollständigen Umsetzung des „Bundesverkehrswegeplans

2003“ aus, bezogen die

Entwicklung der Bevölkerung, der Wirtschaft

und des grenzüberschreitenden Verkehrs mit

ein. Die Erkenntnis: In Deutschland steigt bis

zum Jahr 2020 der Autoverkehr um 20 Prozent

an, der Lkw-Verkehr gar um 34 Prozent.

Es wird also eng auf den Straßen.

Will man auch im Jahr 2020 problemlos von

A nach B, kann die Lösung nur lauten: Platz

schaffen, gerade für die Transportbranche.

Zum Beispiel, indem man die Infrastruktur

ausbaut. Doch Gerhard Riemann, Vorsitzender

des Verkehrsausschusses des Bundesverbands

des Deutschen Groß- und Außenhandels

e.V. (BGA), nennt als Befürworter des

„modularen Nutzfahrzeugkonzepts“ ein Argument

gegen einen Ansatz, der nur auf Ausbau

abzielt – selbst wenn das regional und bedarfsorientiert

geschieht, wie acatech fordert:

„Auch im Falle einer Verdoppelung der Investitionen

in die Verkehrsinfrastruktur könnte

der Verkehrskollaps nicht mehr abgewendet

werden. Bis die notwendigen Straßen fertig gestellt

würden, hätten wir längst das Jahr 2015

Wohin führt der Weg? Nicht

weit, prognostizieren Experten,

denn der Verkehr nimmt zu.

erreicht.“ Dann, so das Bundesverkehrsministerium,

herrsche zwei Drittel mehr Güteraufkommen

in Deutschland als heute.

Die Logik des „modularen Nutzfahrzeugkonzepts“

als zweiten Lösungsweg ist so simpel

wie genial: Wenn ein Lkw schon Verkehrsraum

und Umwelt belastet, soll er möglichst

viel transportieren und damit Mehrfahrten

verhindern. Die Rede ist von Roadtrains, also

25,25 Meter langen 60-Tonnern. Solche Supertucks

werden im Ausland schon seit längerem

gefahren. Ganz oben auf der Liste ihrer

Argumente führen die Befürworter der extralangen

Lkw, zu denen auch Scania gehört, die

ökonomische und ökologische Bilanz an.

Denn zwei 60 Tonnen schwere Großraum-

Lkw können drei Standardsattelzüge mit


Scania unterstützt das modulare Lkw-Konzept

– hier mit dem Gigaliner – schon seit langem.

Pilotprojekt

Gigaliner auf Tour

Drei Ausnahmegenehmigungen für den

Einsatz von 25,25 Meter langen Supertrucks

hat Niedersachsen erteilt. Die

drei Gigaliner von Krone verkehren für

die Boll Logistik, VW-Logistics und

Hellmann Worldwide Logistics. Die

Lkw dürfen nur auf festen Strecken rollen

und werden von extra geschulten

Fahrern gesteuert. Ihr Gesamtgewicht

beträgt jeweils höchstens 40 Tonnen.

Das Pilotprojekt endet nach einem Jahr

am 31. Juli 2007.

Report 15

40 Tonnen Gesamtgewicht ersetzen. Die beiden

Giganten brauchen rund 15 Prozent weniger

Sprit und durch die Fahrzeugeinsparung

40 Prozent weniger Platz auf der Straße. Auf

den Straßen in Schweden und Finnland fahren

die Nutzfahrzeuge in XXL schon seit Jahren.

Und zwar auf öffentlichen Straßen und ohne

Sondergenehmigungen. Dabei ist ihr Gesamtgewicht

auf 60 Tonnen begrenzt. Andere Kontinente

können natürlich mit ganz anderen

Zahlen aufwarten: Im australischen Outback

verursachen gar bis zu 53,5 Meter lange und

bis zu 132 Tonnen schwere Kombinationen

kaum mehr als einen müden Blick. In Europa

natürlich undenkbar. Seit August 2004 läuft in

den Niederlanden ein groß angelegter Test mit

über 100 rollenden Riesentrucks, die dabei

unter anderem Fahrstabilität bei 85 km/h beweisen

und sich beim „Elchtest“ bei 80 km/h

sowie bei einer Notbremsung bei 60 km/h bewähren

müssen.

Halbzeit in der Weißbuch-Ära

Der Modellversuch endet im Herbst. Und erst

kürzlich vermeldete EU-Verkehrskommissar

Jacques Barrot – entgegen bisheriger Aussagen

–, nach Abschluss des Tests am 1. November

die Ergebnisse prüfen zu wollen. Gerade

im Hinblick auf Verkehrssicherheit und Umweltfolgen

will der EU-Verkehrskommissar die

Folgen eruieren. Doch erste Rechnungen

scheinen aufzugehen. Zumindest punkten die

Übergroßen bei der Bilanz des Straßenverschleißes:

Laut BGA verringert sich durch die

Erhöhung der Achszahl der Achsdruck bei

Vollauslastung von zehn auf 7,5 Tonnen, steigt

man von einem 40- auf einen 60-Tonner um.

Konkurrenz zwischen Lösungsansätzen? Nicht

wirklich, der Hebel muss beim Verkehrsproblem

ohnehin an mehreren Stellen angesetzt

werden. Als europaweite Richtlinie stellte die

EU daher bereits im Jahr 2001 mit dem Weißbuch

„Die europäische Verkehrspolitik bis

2010“ die Weichen – mit hehren Zielen: ein

ausgewogenes Verhältnis zwischen den Verkehrsträgern

schaffen, Engpässe beseitigen, die

Verkehrspolitik gezielter an den Benutzern

ausrichten und der Globalisierung des Verkehrs

Herr werden. Zur Halbzeit zog die EU

nun mit dem Bericht „Europa in Bewegung

halten“ Bilanz: Effizienterer und umweltverträglicherer

Straßen- und Luftverkehr, zugleich

Förderung von Schienen und Wasserstraßen

– dafür rückte Barrot für die zweite Halbzeit

der Weißbuch-Ära Logistik sowie umweltverträgliche

Antriebs- und intelligente Verkehrssysteme

an die zentrale Stelle. Vor allem das

implizite Eingeständnis, den Verkehr nicht so

umfangreich wie gewollt von der Straße auf

die Schiene verlagern zu können, bewegte die

Branche bei diesem Resümee. Immerhin: Die

Sache kommt definitiv ins Rollen. �


16 Tipps

Auch nur kleine Glasschäden sollten Sie in der Scania Werkstatt sofort reparieren lassen. Sonst wird ein irreparabler Riss daraus.

Glasklares Serviceversprechen

rontscheiben müssen einiges aushalten: Temperaturschwankungen,

FSteinschlag und auch mal Hagelkörner. Normalerweise kein Problem

für die Scheibe eines Scania Lkw. Manchmal hinterlassen die

Einschläge aber winzige Krater im Glas. Wer nun abwartet, riskiert

Mikrorisse und am Ende einen Komplettaustausch der ganzen Schei-

Der Scania Online-Marktplatz

für Gebrauchte: hochwertige

Fahrzeuge schnell finden.

be. Daher gilt: Besser gleich handeln, denn der Scania Service macht es

leicht. Die Scheibe einfach bei jeder Inspektion mitchecken lassen, das

Scania Team erledigt anfallende Reparaturen sofort mit. Das dauert

selten länger als eine Stunde und die Teilkaskoversicherung übernimmt

die Kosten in der Regel ohne Selbstbeteiligung. �

Erstklassiges aus zweiter Hand

er ein Nutzfahrzeug aus zweiter Hand sucht, braucht sich nicht durch unübersichtliche

WInternetbörsen zu kämpfen. Denn auf seiner Website weist Scania den leichten Weg zum

Wunsch-Gebrauchten. Unter www.scania.de/used_trucks/ einfach den nächstgelegenen Scania

Partner auf der Karte anklicken und das aktuelle

Angebot anschauen. Die Seite erlaubt aber auch

eine Suche anhand von Auswahlkriterien. Ein

Datenblatt mit Bild gibt dem Interessenten alle

wichtigen Informationen auf einen Blick und zeigt

den Kontakt zum Verkäufer an. Dritte Möglichkeit:

eine Suchanfrage aufgeben. Sie erhalten dann

eine E-Mail, sobald ein passendes Fahrzeug bei

Scania Gebrauchtfahrzeuge erscheint. Ob Lkw,

Reisebus oder Anhänger, die Scania Vertragshändler

bürgen für einen hohen Qualitätsstandard. �


ES IST MEHR ALS SEIN JOB.

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Alles im Top-Zustand, sämtliche LKW ständig einsatzbereit, lange Lebensdauer der Motoren

und hohe Wirtschaftlichkeit des gesamten Fuhrparks – das sind Ihre und unsere Ansprüche.

Deshalb hat Castrol jetzt ein hochmodernes Motorenöl entwickelt, das die Spezifikationen

ACEA E4, E6 und E7 in einem Produkt erfüllt – Castrol Enduron Low SAPS 10W-40.

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18 Report

Der kühn geschwungene

Konferenzsaal in der

DZ-Bank in Berlin.

Holz trifft Hightech

Mit modernster Technik setzt ein süddeutscher Mittelständler die kühnen

Projekte zeitgenössischer Architekten in die Realität um.

Zeitgenössische Architektur will beeindrucken

und anregen – auf den ersten

Blick. Mit oft waghalsiger Formensprache

ziehen die Gebäude den Betrachter in den

Bann. Zum Beispiel das „DZ-Bank Haus“ am

Pariser Platz in Berlin: Inmitten der Hauptstadt

hat der amerikanische Stararchitekt

Frank O. Gehry ein richtungsweisendes Bauwerk

erdacht. Der kühnste Teil des gefeierten

Gebäudes: der so genannte „Pferdekopf“,

ein futuristisch geschwungener, förmlich im

Raum schwebender Konferenzsaal aus edlen

Hölzern und Metall.

Ortswechsel nach Memmingen im Allgäu:

Nicht viel erinnert hier an großstädtische Vorzeigeobjekte.

Das Unternehmen mit dem etwas

unspektakulären Namen Vereinigte Holzbaubetriebe

GmbH & Co. KG – kurz VHB – liegt

unscheinbar und sichtlich beengt in einer

Wohngegend. Anliefernde Fahrzeuge und der

hauseigene Scania R 470 müssen rückwärts in

die Straße einbiegen, weil die Firmenanlage

keine Wendemöglichkeit bietet. Der erste Eindruck:

ein ordentlich laufender Holzbetrieb

in der bayerischen Provinz. So kann man sich

täuschen. Denn in beschaulicher Atmosphäre

realisieren die Memminger einige der derzeit

aufregendsten Architektur-Projekte. Ob

Reichstag oder Kreuzfahrtschiff, die Botschaften

der Nordischen Länder oder eben Gehrys

„Pferdekopf“ – wenn es um Holz und Architektur

geht, steckt meist VHB dahinter.

Vorsprung durch Planung

Die Geschichte des Betriebes beginnt in den

siebziger Jahren. Aus zwei kleinen ortsansässigen

Bau- und Möbelschreinereien entsteht das

Unternehmen VHB Memmingen. Ein weiter

Weg zu den heutigen Hightech-Projekten. Wie

der Sprung zum Spezialisten für Vorzeigebauten

gelang? „Eher ein stetiger Prozess“, erzählt

Prokurist Joachim Müller, „die Arbeit an

Großprojekten begann erst in den 1990er Jahren,

als wir bei öffentlichen Ausschreibungen

den Zuschlag bekamen.“ Dabei überzeugten

die Holzprofis vor allem mit ihrer Planungsabteilung:

„Die Qualität im Engineering unterscheidet

uns von unseren Wettbewerbern.

Wir realisieren hier sehr komplizierte Konstruktionen,

die Zeit und vor allem Personal

in Anspruch nehmen. Viele Unternehmen haben

gar nicht die Möglichkeiten, die Entwürfe

der Architekten tatsächlich auch umzusetzen“,

berichtet Müller.

Gemeint sind damit vor allem dreidimensionale

Verformungen von Holzelementen, um etwa


Fassaden genau an die vorgegebenen Flächen

anzupassen. Dazu müssen die Holzingenieure

die Wölbungen der Elemente individuell berechnen.

Zugute kommt dem Betrieb vor allem

seine Vielseitigkeit: „Wir operieren als eine

Art Gemischtwarenladen: Durch die Vielfältigkeit

unserer Projekte – ob Innenausbau,

Fassade oder Sporthalle – verfügen unsere

Mitarbeiter über Know-how in sehr unterschiedlichen

Bereichen. So können wir uns den

neuen Herausforderungen, die jedes Projekt

mitbringt, viel besser stellen.“ Dazu gehören

auch profunde Kenntnisse über andere Baumaterialien

wie Glas, Stein und Kunststoff.

Denn der moderne Holzbau, fügt der Prokurist

an, zeichne sich gerade durch die Kombination

verschiedener Materialien aus.

Transport in Eigenregie

Der Firmenrundgang zeigt, wie Theorie und

Praxis bei VHB zusammenwirken: Vom technischen

Büro der Ingenieure – natürlich stilecht

in Holz gehalten – geht es in die Produktionshallen.

Hier setzen Facharbeiter an computergesteuerten

Holzmaschinen die Vorgaben

um und fertigen die Stücke auf den Millimeter

VHB transportiert

seine wertvolle Fracht

mit dem firmeneigenen

Scania R 470.

genau an. Eine fragile und wertvolle Fracht,

nicht nur wegen des exklusiven Materials,

das die Auftraggeber häufig Monate zuvor im

Herkunftsland aussuchen. Speditionen, berichtet

Müller, konnten das erforderliche Maß an

Vorsicht nicht immer gewährleisten. Für VHB

Grund genug, die hölzerne Ware generell

selbst an Ort und Stelle zu befördern. Seit

2005 mit einem Scania R 470. Warum Scania?

„Zum Glück haben wir den Kundenservice

noch nie in Anspruch nehmen müssen“, meint

Müller schmunzelnd, „aber der Scania garantiert

uns die pünktliche Lieferung auch bei

Fahrten ins Ausland, etwa nach England.“

Auch die Kalkulationssicherheit spreche für

die Schweden: „Dank des R&W-Vertrages

können wir für unseren Scania jetzt schon

die genauen Wartungskosten für die ersten

480.000 km errechnen“, freut er sich.

Inzwischen bewältigt das Unternehmen bereits

um die 90 Prozent aller Transporte in Eigenregie

– bisher ohne nennenswerte Probleme.

Nicht nur deshalb sieht Müller optimistisch in

die Zukunft. Derzeit entwirft das Memminger

Unternehmen die Holzfassaden eines neuen

Konferenzzentrums der Europäischen Union

in Luxemburg. Eine echte Herausforderung,

Report 19

Selbst ist der Mann: Joachim Müller und VHB

setzen auf den Materialtransport in Eigenregie.

wie Ingenieur Wolfgang Geismayr erläutert:

Die spezielle Form des Gebäudes ergebe für

jedes einzelne Holzelement eine andere, minimal

abweichende Wölbung. Derartige Projekte

nehmen bis zur Fertigstellung oft mehr als

ein Jahr in Anspruch. Jede Menge interessante

Arbeit also für das VHB-Team. �


20 Report

Zweites Zuhause

Bettina und Andrew Hoy:

100 Tage im Jahr sind die

Reitprofis mit ihren edlen

Pferden unterwegs. Ihr

Lkw: ein Scania R 420.

Wie toll muss ein Lkw sein, wenn der

Besitzer fünf verschiedene Bilder des

Fahrzeugs in seiner Brieftasche trägt –

aber nur zwei Fotos seiner bildhübschen Gattin?

Bettina Hoy hat sich mit der Motivwahl

ihres Ehemanns längst abgefunden. Wer wissen

will, weshalb sie sogar ein gewisses Verständnis

für die lasterhafte Liebe ihres Mannes

Andrew aufbringen kann, der muss nach

Luhmühlen fahren, ins Herz der Lüneburger

Heide, und das Reiter-Ehepaar Hoy besuchen.

Denn dort findet sich das Objekt der Begierde,

ein Scania R 420, ausgestattet von der

Ketterer Spezialfahrzeuge GmbH in Karlsruhe.

Der Truck brachte vor Pfingsten die Hoys

und sechs ihrer Pferde von England zum

Internationalen Turnier der Vielseitigkeitsreiter

nach Luhmühlen. Wichtige Nominierungs-

Entscheidungen für die Teilnahme an der

Weltmeisterschaft, die vom 20. August bis

3. September 2006 in Aachen auf dem Programm

stand, waren zu meistern.

Kein Hoch im Norden. Es regnet in Deutschland.

Überall. Noch drei Tage, dann beginnt

das Pfingstturnier. Julia Otto, Geschäftsführerin

der Turniergesellschaft Luhmühlen, gibt

sich optimistisch:. „Die Sonne ist bestellt“,

scherzt sie mit dem Telefonhörer am Ohr.

Bettina Hoy nennt mehrere

Medaillen ihr Eigen und errang

1997 den Europameister-Titel.


Beruflich verlässt

sich Bettina Hoy

völlig auf Pferdestärken

– sei es bei

Wettkämpfen mit

ihrem Wallach

Ringwood Cockatoo

oder „on the road“

auf die 420 PS

ihres Scania.

Otto wartet auf Bettina Hoy. „Sie war mit

ihren Pferden im Gelände. Will aber bald hier

sein“, tröstet die Managerin über die Wartezeit

hinweg. Am Tag zuvor bereits trafen die

Hoys mit ihrem Truck in der Heide ein. Sich

frühzeitig akklimatisieren sei eben wichtig.

Bald steht der Scania der Hoys auf dem

feuchten Parkfeld neben großen weißen Zelten.

Ein kühler Ostwind lässt die Planen knattern.

Mit einem Lächeln im Gesicht tauchen

die Hoys plötzlich auf. „Das Tolle hier in

Luhmühlen ist der Sandboden. Da kann es

Mit ihrem Scania R 420 transportieren die Hoys ihre edlen Zuchtpferde von Turnier zu Turnier.

Report 21

vorher endlos geschüttet haben. Der Regen

versickert schnell, und die Grasnarbe bleibt

stabil“, kommen sie gleich zur Sache.

Bettina Hoy, gelernte Pferdewirtschaftsmeisterin,

gewann bei den Olympischen Spielen

1984 Bronze beim Mannschaftswettbewerb

im damals noch Military genannten Vielseitigkeitswettbewerb

und erneut Bronze bei der

Team-Weltmeisterschaft.

Lorbeeren vom Minister

Europameisterin wurde sie 1997. Und sie errang

bei den Deutschen Meisterschaften 2002

und 2004 Goldmedaillen. 2005 gewann sie

mit ihrem Erfolgspferd Ringwood Cockatoo

ihre erste Vier-Sterne-Vielseitigkeitsprüfung in

Luhmühlen. Bundesinnenminister Wolfgang

Schäuble zeichnete sie und die deutsche Vielseitigkeitsequipe

letztes Jahr mit dem Silbernen

Lorbeerblatt aus, für ihre sportliche Leistung

bei den Olympischen Spielen. Ihr Mann,

der Vielseitigkeitsreiter Andrew Hoy, sicherte

sich in Barcelona 1992, in Atlanta 1996 und

in Sydney 2000 olympisches Gold. Der gebürtige

Australier gewann in Großbritannien die

Burghley Horse Trials, die British Open CIC

sowie zahlreiche hochkarätige deutsche Reitwettbewerbe.

Wenn er nicht im Sattel eines

Pferdes oder Motorrades sitzt, schaut er sich


22 Report

gern Autorennen an – oder träumt von seinem

Scania. Dieser dominiert unaufdringlich die

Szene. Trotz seiner stolzen zwölf Meter Länge

und der Höhe von fast vier Metern wirkt er

ungemein dynamisch. „Dabei ist er very easy

zu fahren“, lacht Andrew Hoy. Vorne und auf

den Seiten, in Silber lackiert, das schwungvolle

blaue Oval mit dem Namen des Paares. Luftgefederter

Komfort in der Fahrerkabine. Echtledersitze,

Navigationssystem, Klimaanlage,

Farb-LCD-Monitor für die Videoüberwachung

der Pferde und bei Rückwärtsfahrt

und, und, und ... Noch Wünsche?

State of the Art

Der im Fahrerhaus integrierte Wohn- und

Schlafbereich ist über eine separate Seitentür

erreichbar und bildet den Mittelteil des

Trucks. Kirschholzgetäfelte Wände. Komfort-

Sitzgruppe in elegantem Soft-Leder. Kücheneinheit

mit Kühlschrank. Mikrowelle mit

Grill. Cerankochfeld, Spüle, automatische digitale

SAT-Anlage mit 26er-Flat-Screen und

exklusivem Film- und Soundsystem. Echtglasfenster,

Vorhänge, Holzrollos. Den Badebereich

mit großer Viertelkreis-Dusche. Da auf

relativ begrenztem Raum größtmöglicher

Komfort gewünscht wurde, war eben viel

handwerkliche Liebe zum Detail angesagt.

„Jede Nische haben die optimal genutzt. Wir

fühlen uns in dem Lkw wie zu Hause“, versichert

Bettina Hoy lächelnd.

Die Hoys fuhren bereits ein Vorgängermodell

des aktuellen R 420 und wollten daher nun

den neuesten Scania. Mit Ketterer-Aufbau und

dem Professional PopOut. Dabei handelt es

sich um einen weiteren Meilenstein technischer

Innovation von dem Aufbauhersteller

aus Karlsruhe: Ist der Lkw in Parkposition,

fährt in zwanzig Sekunden „balkonartig“ auf

einer Breite von 1,3 Metern seitlich das

PopOut aus. Im Inneren vergrößert sich der

Maßgeschneidert: Die Hoys ließen den Lkw nach

ihren Bedürfnissen ausstatten.

Wohnbereich. Dann bietet der aus einer gemütlichen

Sitzgruppe mit verstellbarem Tisch

und zwei Lederhockern bestehende, 14 Quadratmeter

große Wohnbereich sehr üppigen

Platz zum Entspannen.

Der hintere, aber ebenfalls klimatisierte Teil

des Transporters ist den edlen Vierbeinern

vorbehalten. Sie stehen auf geräuscharmem,

versiegeltem Gummiboden, geschützt durch

verstärkte Karosserieseitenwände. Beidseitig

verstellbar für Stellplatzlänge und -breite geben

schwenkbare gepolsterte Seitenwände aus

Edelstahl jedem der edlen, wertvollen Vierbeiner

komfortablen Freiraum und sorgen für einen

stressfreien Transport. Eine hydraulische

Rampe senkt wahlweise besonders tief ab und

macht ihnen den Ein- und Ausstieg leicht. Die

Pferdepflegerin bezieht während der Reise in

einer separaten Reisekoje bei den Tieren

Quartier.

Bettina Hoy erzählt: „Der Scania bietet uns alle

Möglichkeiten, ohne Einbußen an Komfort

mit den Pferden weltweit von Turnier zu

Turnier zu reisen. Er wurde geradezu maßgeschneidert

nach unseren Wünschen und Bedürfnissen.

Mehr als 100 Tage des Jahres ist er

deshalb im Einsatz.“ Ihr Jack-Russel-Terrier

„Rambo“ bewacht den rollenden König und

Die schwenkbaren gepolsterten Seitenwände trennen den Raum in mehrere „Pferdeboxen“ ab.

Komfortabel reisen: Unterwegs machen es sich

die Hoys in ihrem Scania gemütlich.

sogar Andrews Motorroller und Bettinas blaues

Mountainbike reisen überallhin mit.

Wir schauen auf die Uhr. Gleich müssen sie ihr

Vielseitigkeitstraining fortsetzen. Ihre Pferde

Ringwood Cockatoo, Peaceful Warrior und

Classy Touch wollen bewegt werden. Eine

Vielseitigkeitsprüfung setzt sich aus den drei

Disziplinen Dressur, Gelände und Springen sowie

einer Verfassungsprüfung zusammen. Bei

internationalen Prüfungen wird zwischen sogenannten

Kurzprüfungen (CIC) und Langprüfungen

(CCI) unterschieden. Über eine Einteilung

von einem bis vier Sternen wird die

Schwierigkeit der gestellten Aufgaben bewertet.

Weltweit gibt es fünf Vier-Sterne-Geländestrecken:

Badminton und Burghley in England,

Kentucky in den USA und Adelaide in

Australien. Seit 2005 ist auch Luhmühlen eine

Vier-Sterne-Geländestrecke und somit die einzige

Vier-Sterne-Geländestrecke auf dem europäischen

Kontinent.

Parcours mit vier Sternen

Der Unterschied zwischen Prüfungen im Kurzund

Langformat liegt in erster Linie in der Gesamtlänge

der Geländerittes. Bei dem Langformat

(CCI) wird im Gegensatz zum kurzen

Format (CIC) eine wesentlich höhere Anforderung

an die Fitness und Ausdauer des Pferdes

gestellt, da die Geländestrecke viel länger ist.

Das Pfingstturnier läuft für die Hoys prächtig.

Als vorletzte CCI-Starterin in der abschließenden

Springprüfung setzt Bettina nach einer

fehlerfreien Runde mit ihrem Schimmelwallach

Ringwood Cockatoo ihren Reiterkollegen

Frank Ostholt ziemlich unter Druck. Doch der

kann seinen hauchdünnen Vorsprung halten –

sie landet auf dem tollen zweiten Platz. Die

über 7.000 Zuschauer applaudieren und freuen

sich mit ihr. Andrew Hoy auf Classy Touch

erreicht Platz zwölf. Das heißt: Beim Turnier

in Aachen werden sie dabei sein. Alle sind

natürlich in Feierlaune.

Sonntagabend: Die Pferde sind versorgt, der

Scania startklar. Andrew Hoy sitzt am Steuer,

seine Frau neben ihm. Er schaut sie an und

strahlt. Schiebt eine CD ein mit Musik von

Depeche Mode und den Pet Shop Boys. Die

Musik ihrer Jugendtage. Nachts wollen sie

wieder in England sein. Mit seinen 420 PS legt

sich der Scania Lkw ins Geschirr, um Bettina

und Andrew nach Hause zu bringen. �


Drei, die gemeinsam Gas geben: Anton,

Joachim und Edmund Bühn (v.l.).

Familienbande

finanzielle Ressourcen, und die Organisation

fällt leichter. Edmund kümmert sich um das

Personal, Anton ist für Controlling und Administration

zuständig. Zielkonflikte gibt es

nicht, wir entscheiden gemeinsam“, so der für

den Fuhrpark zuständige Joachim Bühn.

Steckenpferd Fuhrpark

Die Strategie erwies sich als goldrichtig: Das

Unternehmen läuft gut. 2002 eröffnete die

Spedition, die insgesamt 30 Mitarbeiter sowie

rund 25 Subunternehmer beschäftigt, sogar eine

Niederlassung in Lilienthal bei Bremen. Die

kümmert sich nur um das schwierige Kühltransport-Geschäft.

Natürlich wuchs auch der

Fuhrpark. Erst kürzlich stockte Bühn um drei

weitere Scania R 500 Sattelzugmaschinen auf,

so dass das Unternehmen nun über zwölf Planen-

und acht Kühlfahrzeuge verfügt, mit denen

der internationale Markt bedient wird.

Während die Doppelstock-Kühlauflieger vor

allem Obst, Gemüse und Molkereiprodukte

aus Italien transportieren, dienen die in Rauhöd

stationierten Planenfahrzeuge vielerlei

Zwecken. So hält die Firma teure Leerkilometer

gering und den Kundenstamm flexibel, da

sie auch Direktkunden mit Teilladungen bedient.

Kommt die Sprache auf Scania, beginnen

die Bühn’schen Augen zu leuchten. Die

kraftvollen Achtzylinder sind die Steckenpferde

der drei. Auch mit Service und Betreuung

Report 23

Unter dem Motto „gemeinsam stärker“ beweisen die Brüder Anton, Edmund

und Joachim Bühn mit ihrem Unternehmen, dass Blut dicker ist als Wasser.

Klares Bekenntnis zum King of the Road.

Wer das mittelalterliche Städtchen Wasserburg

am Inn besucht, ahnt nicht,

dass knapp zehn Kilometer vom beschaulichen

Kleinstadt-Ambiente entfernt ein

völlig anderer Wind weht. Auf dem Gelände

der Spedition Bühn-Trans in Rauhöd geben

nicht nur die 20 hauseigenen Lkw, zum größten

Teil von Scania, den Ton an. Auch die

knatternden Harleys und Mustangs von Anton,

Edmund und Joachim Bühn gesellen sich

dazu. Die Technik-Vernarrtheit haben die drei

vom Vater geerbt, der sie schon als Buben mit

auf Tour nahm. Und wer so früh Asphaltluft

schnuppert, kommt nicht davon los ...

Gegründet wurde das internationale Kühlund

Gütertransportunternehmen der Brüder

1994. Grund für den Zusammenschluss der

zuvor einzeln Tätigen waren wirtschaftliche

Überlegungen. „So verfügen wir über größere

zeigen sich die Spediteure sehr zufrieden. „Die

Scania Assistance funktioniert super. Das ist

besonders wichtig, wenn man Tiefkühlware

transportiert“, so Joachim Bühn. Voll des Lobes

ist er für Jürgen Weigle von Scania München/Unterschleißheim,

ihren Scania Betreuer

der ersten Stunde: „Ein Mann mit Handschlagqualitäten,

der auch mitten in der Nacht für

uns da ist. Das ist heute selten.“ Ebenso selten

wie Transportunternehmer, die trotz der derzeit

schwierigen Lage positiv in die Zukunft

blicken. Der Ausbau des Kundenstamms und

der Subunternehmer-Sparte stehen auf dem

Plan; ein neues Zwischenlager im strategisch

gut an der Nord-Süd-Strecke liegenden Rauhöd

ist ebenfalls angedacht. Überdies gesellt sich

zu den Geräuschen auf dem Hof der Spedition

seit kurzem noch Geschrei des kleinen Felix,

der dritten Trucker-Generation, hinzu. �

Zwei Trucker-Generationen friedlich vereint:

Joachim Bühns Sohn Felix verstärkt das Team.


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