neue BimSchV jetzt gültig gegenüber - SBZ

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neue BimSchV jetzt gültig gegenüber - SBZ

100 heizung - - - Gesetze + Verordnungen

neue BimSchV jetzt gültig

Änderungen aktiv nutzen ▪ Am 3. Dezember 2009 hat der Bundestag die Neufassung der 1. BImSchV

beschlossen. Diese wurde am 1. Februar 2010 im Bundesgesetzblatt verkündet und trat am 22. März

2010 in Kraft. Die Novellierung ist für Heizungsbauer und Installateure sowie Ofen- und Luftheizungsbauer

von großer Marktbedeutung. → Andreas Müller

gegenüber der bisher geltenden Rechtslage

wird der Anwendungsbereich für

Öl- und Gasheizungen sowie für feste Festbrennstoffheizungsanlagen

erweitert. Einzelraumfeuerungsanlagen

sind neu in den Anwendungsbereich

aufgenommen. Die Überwachungsregelungen

hat der Gesetzgeber

erweitert, gleichzeitig jedoch die Intervalle

insbesondere für Öl- und Gasheizungen deutlich

verlängert. Für bestehende Feuerungsanlagen

für feste Brennstoffe gibt es Übergangsregelungen.

Der Entwurf der Novelle der 1. BImSchV sieht

als wesentliches Element bei bestehenden

Einzelraumfeuerungsanlagen die Einhaltung

SBz-FokuS

Die zehn wichtigsten Punkte der neuen BImSchV

▪ Nachweisfrist zur Einhaltung der Grenzwerte für Einzelraumfeuerstätten

(außer Grundöfen, historische Öfen) bis spätestens zum 31.12.2013

▪ Unterschiedliche Übergangsregelungen in Abhängigkeit vom Zeitpunkt

der Errichtung bis 2025

▪ Neu errichtete Einzelraumfeuerstätten nur mit Typprüfung und

Konformitätserklärung des Herstellers

▪ Einhaltung der Emissionswerte der Stufe 1 ab 22.03.2010

▪ Einhaltung der Emissionswerte der Stufe 2 ab 1.01.2015

▪ Grundöfen, die nach dem 31. Dezember 2014 errichtet und

betrieben werden, sind mit nachgeschalteten Einrichtungen

zur Staubminderung auszustatten.

▪ Einrichtungen zur Staubminderung nur mit

Bauartzulassung

▪ Festlegung von Anforderungen an die Größe

von Pufferspeicher

▪ Verlängerte Überwachungsintervalle für Ölund

Gasfeuerungen

▪ Keine Verschärfung der zulässigen Abgasverluste

bei Öl- und Gasfeuerungen

Dicke Luft in den Städten: Vor allem technisch

veraltete, mit Holz befeuerte Kleinanlagen tragen

zur Feinstaubbelastung bei. Zudem verursachen

schlecht befeuerte Öfen erhebliche Belästigungen

durch Geruch, Qualm und Rauch.

Die neue BImSchV trägt dem Rechnung.

von Emissionsgrenzwerten für Staub und

Kohlenmonoxid (CO) vor. Erstmals werden

damit für Kaminöfen, Pelleteinzelöfen und

Heizkamine verbindliche Emissionsgrenzwerte

für Staub und CO festgelegt. Der Nachweis

der Einhaltung ist möglich über

– eine Konformitätsbescheinigung des Herstellers,

dass die geforderten Grenzwerte auf

dem Prüfstand eingehalten werden oder

– den Nachweis über eine Vor-Ort-Messung,

dass die geforderten Grenzwerte vergleichbar

auf dem Prüfstand eingehalten werden.

Bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen,

die diesen Vorgaben entsprechen, können

zeitlich unbegrenzt weiterbetrieben werden.

Wenn nicht, unterliegen die Anlagen einem

Sanierungsprogramm mit langen Übergangsfristen.

Im individuellen Fall kann ein Betreiber

über einen ausreichend langen Zeitraum

einen Austausch planen.

Der Ausbau der energetischen Nutzung

von Holz und anderen biogenen Brennstoffen

ist unter Klimaschutzaspekten positiv zu bewerten.

Er kann dazu beitragen, gerade in

ländlichen Regionen neue wirtschaftliche

Perspektiven zu schaffen. Außerdem ist er

notwendig, um die Ziele der Bundesregierung

zu erreichen, den Anteil der erneuerbaren

Energien am Gesamtenergieverbrauch

SBZ 08/10


gemäß der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie

zu steigern und den Biomasseanteil am

Primärenergieverbrauch mittelfristig deutlich

auszuweiten.

Gesundheitsproblem Feinstaub

Kleine und mittlere Festbrennstofffeuerungsanlagen

der Haushalte und Kleinverbraucher

sind allerdings eine bekannte Quelle für besonders

gesundheitsgefährdende Stoffe wie

Feinstaub und polyzyklische aromatische

Kohlenwasserstoffe. Vor allem mit Holz befeuerte

Kleinfeuerungsanlagen tragen zu diesen

Emissionen bei. Nach derzeitigen Erkenntnissen

liegt in Deutschland der Bestand

an Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe

bei mehr als 15 Millionen. Über 14 Millionen

davon sind Einzelraumfeuerungsanlagen, die

zumeist als Zusatzheizung zu den zentralen

Öl- und Gasheizungen in den Haushalten

aufgestellt sind. Rund 0,7 Millionen Feuerungsanlagen

sind zentrale Heizungsanlagen,

die mit festen Brennstoffen betrieben

werden. Hier handelt es sich z.B. um Scheitholzanlagen,

Holzpelletsanlagen und Hackschnitzelanlagen

sowie noch in geringem

Umfang um Kohleheizungsanlagen.

Hauptquelle der Emissionen sind nach Angaben

des BMU Einzelraumfeuerungsanlagen.

50 Prozent dieser Anlagen sind älter als

20 Jahre und verantwortlich für rund zweidrittel

der Feinstaubemissionen. Man kann

also sagen, dass das Emissionsverhalten der

bestehenden Einzelraumfeuerungsanlagen

„50 Prozent der einzelraumfeuerungsan lagen

sind älter als 20 Jahre und verantwortlich für

rund zweidrittel der Feinstaubemissionen.“

sich in Abhängigkeit des Alters verschlechtert.

Aufgrund des stetig steigenden Holzeinsatzes

ist daher weiterhin von einem Emissionsanstieg

auszugehen. Der angestrebte

Ausbau der energetischen Nutzung von Holz

oder Biomasse kann damit nur dann eine

breite und umweltpolitisch positive Akzeptanz

finden, wenn er unter Einsatz moderner

Heizanlagentechnik möglichst umweltverträglich

erfolgt. Daher hat der Gesetzgeber

als flankierendes Instrument am Stand der

Technik ausgerichtete Umweltanforderungen

an den Betrieb der Anlagen gestellt, um eine

effiziente und emissionsarme Energieumwandlung

zu gewährleisten.

Fristen zur Einhaltung

der Grenzwerte

Für Einzelraumfeuerstätten (außer Grundöfen,

historische Öfen), die bis zum Inkrafttreten

dieser Verordnung errichtet und in Be-

www.sbz-online.de

trieb genommen wurden, muss bis spätestens

zum 31.12.2013 nachgewiesen werden,

dass die geforderten Emissionsgrenzwerte für

CO (4 g/m³) und Staub (150 mg/ m³)

nicht überschritten werden. Kann ein Nachweis

über die Einhaltung der Grenzwerte bis

einschließlich 31. Dezember 2013 nicht geführt

werden, sind bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen

in Abhängigkeit des Datums

auf dem Typschild zu den von der

1. BImSchV vorgegebenen Zeitpunkten mit einer

Einrichtung zur Reduzierung der Staubemissionen

nach dem Stand der Technik nachzurüsten

oder außer Betrieb zu nehmen.

Anforderungen an

Mindest wirkungsgrade

Mit der Novelle werden für Einzelraumfeuerstätten

für feste Brennstoffe – analog den

Emissionsanforderungen für Staub und Kohlenmonoxid

– auch Mindestwirkungsgrade

in Form einer Effizienzanforderung festgelegt.

Sie variieren zwischen 70 Prozent für

Herde und Raumheizer mit Füllfeuerung über

80 Prozent für Kachelofeneinsätze bis hin zu

90 Prozent Mindestwirkungsgrad für Pelletöfen

mit Wassertasche.

Übergangsregelungen für

den Anlagenbestand

Die 1. BImSchV-Novelle erstreckt ihren Regelungsbereich

auf unterschiedliche Übergangsregelungen

in Abhängigkeit vom Zeitpunkt

der Errichtung. Kein Ofen oder Kessel

muss demzufolge

kurzfristig stillge-

legt oder ausgetauscht

werden,

sondern selbst Anlagen,

die vor dem

31.12.1994 errichtet

wurden, können mindestens weitere fünf

Jahre bis 1.01.2015 unverändert weiter betrieben

werden. Anlagen, die vor dem

31.12.2004 errichtet wurden, können bis

zum 1.01.2019 betrieben werden. Heute errichtete

Anlagen müssen erst ab 1.01.2025

die Emissionsgrenzwerte der Stufe 1 einhalten.

Sofern die Anlagen die Stufe 1 Grenzwerte

erfüllen, können sie auch darüber hinaus

weiter betrieben werden.

Die Feststellung des Zeitpunktes, ab wann

Anlagen die Stufe 1 Grenzwerte auch im Rahmen

der zweijährigen Überwachung einhalten

müssen, soll bis zum 31. Dezember 2012

im Rahmen der Feuerstättenschau erfolgen.

Zudem sieht die Novelle auch hier Ausnahmeregelungen

für Grundöfen, vor dem

1. Januar 1950 hergestellte bzw. errichtete

Einzelfeuerstätten (historische Öfen), nicht

gewerblich genutzte Herde und Backöfen

unter 15 kW und Einzelraumfeuerstätten als


102 heizung - - - Gesetze + Verordnungen

Überwachungsintervalle nach der neuen BimSchV

geräteart bis 12 Jahre älter 12 Jahre bisher kÜo

Herkömmlicher Gasheizkessel* 3 Jahre 2 Jahre Jährlich Jährlich

Raumluftunabhängiger Gasheizkessel* 3 Jahre 2 Jahre Jährlich 2 Jahre

Gasbrennwert* - - - 2 Jahre

Raumluftunabhängiger Gasheizkessel mit

Selbstkalibrierung*

einziger Wärmeversorger der Wohneinheit

vor. Diese dürfen uneingeschränkt weiter betrieben

werden.

Anforderungen an neu errichtete

Einzelraumfeuerungsanlagen

Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe,

mit Ausnahme von Grundöfen und of-

fenen Kaminen, die ab dem Inkrafttreten dieser

Verordnung errichtet werden, dürfen nur

betrieben werden, wenn für die Feuerstättenart

der Einzelraumfeuerungsanlagen durch

eine Typprüfung des Herstellers belegt werden

kann, dass unter Prüfbedingungen die

Anforderungen an die Emissionsgrenzwerte

und den Mindestwirkungsgrad eingehalten

werden.

Der Hersteller muss also eine Konformitätsbescheinigung

über die Einhaltung der Anforderungen

vorlegen. Die Umsetzung der

strengeren Emissionsanforderungen ist in

zwei Stufen vorgesehen. Die 1. Stufe ab In-

5 Jahre 5 Jahre Jährlich 3 Jahre

Gasbrennwert mit Selbstkalibrierung* - - - 3 Jahre

Herkömmlicher Ölheizkessel* 3 Jahre 2 Jahre Jährlich Jährlich

Raumluftunabhängiger Ölheizkessel mit

schwefelarmen Heizöl*

Ölbrennwert* 3 Jahre

(nur Ruß und CO)

Raumluftunabhängiger Ölheizkessel mit

schwefelarmen Heizöl und Selbstkalibrierung*

Ölbrennwert mit schwefelarmen Heizöl und

Selbstkalibrierung*

3 Jahre 2 Jahre Jährlich 2 Jahre

2 Jahre

(nur Ruß und CO)

krafttreten orientiert sich weitgehend am

derzeitigen Stand der Technik. Dem entsprechend

werden anlagenspezifisch unterschiedliche

Anforderungen festgelegt, sie variieren

z.B. bei den Anforderungen an die Staubemissionen

zwischen 30 mg/m³ für Pelletöfen

mit Wassertasche und 75 mg/m³ für

Kachelofeneinsätze (bisher sind 150 mg/m³

zulässig). In der 2. Stufe, ab 1. Januar 2015,

werden die Emissionsanforderungen noch

weiter verschärft (40 mg/m³ für Kachelofeneinsätze).

Der Bundesrat hat zudem im Oktober

2009 eine Entschließung gefasst, die von

der Bundesregierung bis 2012 eine nochmalige

Überprüfung, der ab 2015 vorgesehenen

Grenzwerte fordert.

Feuerungsanlagen für feste

Brennstoffe größer 4 kW

Durch eine Senkung der Leistungsgrenze für

Emissionsanforderungen und deren Überwachung

von 15 kW auf 4 kW Nennwärmeleis-

Jährlich

(nur Ruß)

2 Jahre

5 Jahre 5 Jahre Jährlich 3 Jahre

5 Jahre

nur Ruß und CO

Feuerungsanlage Festbrennstoff ab 4 KW* 2 Jahre

Staub und CO, einschließlich

Brennstoffqualität

Einzelraumfeuerungsanlage 3,5 Jahre, technischer

Zustand und Brennstoffqualität

5 Jahre

nur Ruß und CO

2 Jahre

Staub und CO, einschließlich

Brennstoffqualität

3,5 Jahre, technischer

Zustand und Brennstoffqualität

Jährlich

nur Ruß

*ab 4 kW Nennwärmeleistung; nicht für Anlagen nach § 14 III und Gasfeuerungsanlagen mit Außenwandanschluss

(Errichtungsjahr vor 1985).

„Durch eine Senkung der Leistungsgrenze von 15 kW auf 4 kW nennwärmeleistung

sollen künftig alle heizkessel der privaten haushalte

von den emissionsanforderungen erfasst werden.“

3 Jahre

tung sollen künftig alle Heizkessel der privaten

Haushalte von den Emissionsanforderungen

erfasst werden. Dies ist notwendig,

weil infolge des gesunkenen Heizenergiebedarfs

z.B. von Niedrigenergiehäusern eine zunehmende

Anzahl von kleinen Holzheizungskesseln

mit Leistungen von knapp unter

15 kW installiert ist. In Abhängigkeit der

Brennstoffe werden in der Stufe 1

Grenzwerte festgelegt, die bereits

von guten Heizungsanlagen erreicht

werden können. Aber auch

für die übrigen Brennstoffe, wie

Scheitholz oder Hackschnitzel,

sind diese Grenzwerte ohne zusätzliche Sekundärmaßnahmen

zu erreichen.

Die Anforderungen der Stufe 2 setzen voraus,

dass zusätzliche Entwicklungsarbeit in

neue Anlagentechnik für die unterschiedlichen

Brennstoffe erforderlich wird. Hierzu

steht den Herstellern ein ausreichender Zeitrahmen

zur Verfügung. Abweichend hiervon

gelten bei Feuerungsanlagen, in denen ausschließlich

naturbelassenes stückiges Holz

einschließlich anhaftender Rinde, insbesondere

in Form von Scheitholz und Hackschnitzeln,

sowie Reisig und Zapfen einge-

Quelle: ZVSHK

setzt werden, die Grenzwerte der Stufe


SBZ 08/10


104 heizung - - - Gesetze + Verordnungen

SBz-FokuS

Überwachung und Messung

▪ Einzelraumfeuerungsanlagen müssen auch künftig nicht vom Schornsteinfeger regelmäßig gemessen

werden. Die Verordnung sieht bei neuen Anlagen stattdessen die Typprüfung vor. Bei bestehenden Anlagen

kann eine einmalige Messung in Frage kommen, wenn dadurch der Nachweis der Einhaltung der

Grenzwerte vergleichbar einer Typprüfung erbracht werden soll.

▪ Eine Überprüfung durch den Schornsteinfeger, bei der der technische Zustand der Anlage im Vordergrund

steht, ist in der BImSchV jedoch vorgesehen. Diese solle, so der Gesetzgeber, im Rahmen der ohnehin

auf der Grundlage des Schornsteinfegergesetzes durchzuführenden Arbeiten erfolgen.

▪ Eine deutliche Kostenentlastung ergibt sich aus der novellierten 1. BImSchV für die Betreiber von Öl- und

Gasheizungen: Die bisherige jährliche Überwachung wird auf zwei- bzw. dreijährlich umgestellt.

▪ Die Durchführung der BImSchV-Messung bleibt in der Hand der Schornsteinfeger.

Tabelle aus § 5 der 1. BimSchV

Stufe 1:

Anlagen, die ab dem 22.03.2010

errichtet werden

Stufe 2:

Anlagen, die nach dem 31.12.2014

errichtet werden

2 erst für Anlagen, die nach dem 31. Dezember

2016 errichtet werden.

Offene Kamine und Grundöfen

Brennstoff

nach § 3

Absatz 1

Nummer

8 und 13

Nummer

1 bis 5a

Nummer

6 bis 7

Nummer

8 und 13

Offene Kamine dürfen nur gelegentlich betrieben

werden. In ihnen dürfen nur definiertes

naturbelassenes stückiges Holz oder

Presslinge in Form von Holzbriketts eingesetzt

werden. Grundöfen, die nach dem 31.

Dezember 2014 errichtet und betrieben werden,

sind mit nachgeschalteten Einrichtungen

zur Staubminderung nach dem Stand

der Technik auszustatten. Diese Anforderung

gilt nicht für solche Anlagen, bei denen die

Einhaltung der Anforderungen zu Kachelofenheizeinsätzen

mit Füllfeuerungen nach

DIN EN 13229/A1, bei einer Messung zu Beginn

des Betriebes oder im Rahmen einer

Typ prüfung des vorgefertigten Feuerraumes,

nachgewiesen wird.

Einrichtungen zur Staubminderung

Von den rund 14 Millionen Einzelraumfeuerungsanlagen,

die derzeit in Deutschland aufgestellt

sind, werden nach Abzug der Anlagen,

die den Nachweis der Grenzwerteinhaltung

und von der Übergangsregelung ausge-

nennwärme­

leistung

[kilowatt]

nommen sind, laut Angaben des BMU rund

4,3 bis 4,7 Millionen Anlagen wahlweise, entweder

mit einem Filter nachzurüsten oder

müssen außer Betrieb genommen werden.

Entsprechende Filteranlagen werden derzeit

noch vereinzelt auf dem Markt für mehr als

1000 Euro angeboten.

Die Einrichtungen zur Staubminderung

dürfen nur verwendet werden, wenn ihre

Eignung von der zuständigen Behörde festgestellt

worden ist oder eine Bauartzulassung

vorliegt. Mit der nunmehr beabsichtigten Regelung

wird sich sicherlich ein Markt für Feinstaubfilter

entwickeln, der im Wettbewerb zu

kostengünstigen Technologien führen wird,

die weit unter dem bisherigen Marktpreis liegen.

Derzeit ist jedoch noch nicht quantifizierbar,

in welchem Verhältnis Betreiber einen

Filter nachrüsten oder in eine neue Anlage

investieren.

Pufferspeicher

Staub

[g/m 3 ]

Im § 5 werden neben den bereits erwähnten

strengeren Emissionsanforderungen auch

spezielle Anforderungen an Feuerungsanlagen

für feste Brennstoffe ab 4 kW und mehr

festgelegt. Hier wird gefordert, dass die anla-

Co

[g/m 3 ]

≥ 4 < 100 0,10 1,0

≥ 4 0,02 0,4

≥ 30 ≤ 500 0,02 0,4

> 500 0,02 0,3

≥ 4 < 100 0,02 0,4

genspezifischen Mindestanforderungen an

Volumen/ Kapazität von Wasser-Wärmespeichern

für Feuerstätten mit Wassertechnik (außer

Einzelraumfeuerstätten!) 12 Liter je Liter

Brennstofffüllraum, jedoch mindestens 55 Liter

betragen. Durch Festlegung eines Mindestspeichervolumens

wird der Begriff „ausreichend

bemessen“ konkretisiert; dieser

Wert entspricht dem aktuellen Kenntnisstand.

Derart mit Wärmespeicher ausgestattete

Kessel können weitgehend bei Volllast

betrieben werden und die überschüssige

Wärme speichern; dadurch werden erhöhte

Emissionen bei Teillast vermieden und zusätzlich

wird der Nutzungsgrad der Anlage verbessert.

Automatisch beschickte Heizungsanlagen

sind in der Brennstoffzufuhr regelbar

und können somit die Lastbereiche regeln.

Ein Pufferspeicher von 20 Liter je Kilowatt

Nennwärmeleistung zur Verhinderung des

Betriebs bei sehr kleiner Teillast und zur Vermeidung

häufiger An- und Abfahrvorgängen

ist bei diesen Anlagen ausreichend. Unter bestimmten

Voraussetzungen kann vollständig

auf einen Wärmespeicher verzichtet werden.

Dies ist dann der Fall, wenn Feuerungsanlagen

aufgrund ihrer bestimmungs- →

SBZ 08/10


ArBeiTShiLFe

Kamin- und Ofencheck nutzen

Rechtzeitig zum Inkrafttreten der 1. BImSchV hat der ZVSHK den Kaminund

Ofencheck als neues Dienstleistungsangebot des SHK-Handwerks fertiggestellt,

der es den Betrieben ermöglicht, zielgerichtet auf die rund 14

Millionen Betreiber von Einzelraumfeuerstätten zuzugehen. Mittels Herstellerbescheinigung

kann festgestellt werden, ob die Einzelfeuerstätte nachgerüstet

oder saniert werden muss. Der Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik

(HKI), dem über 90 Prozent aller Hersteller von Einzelraumfeuerungsanlagen

angeschlossen sind, wird eine internetbasierte Konformitätsplattform

führen.

Bei dieser Plattform sollen alle Hersteller von Einzelraumfeuerungsanlagen

ihre Produkte einschließlich der Nachweise der Typenprüfungen einstellen.

Installateure und Heizungsbauer sowie Ofen- und Luftheizungsbauer können

dann mit diesen Daten den Check durchführen. Weiterhin bietet er die

Möglichkeit, die Einzelraumfeuerstätte ganzheitlich zu erfassen, um somit

auch eine Aussage zum sicheren und dauerhaften Betrieb der Feuerstätte

zu machen und Optimierungs- oder Modernisierungsempfehlungen auszusprechen.

Mit dem Kamin- und Ofencheck steht den Endverbrauchern eine

professionelle Dienstleistung zur Verfügung, um die Einzelfeuerstätte fit zu

machen für die neuen Luftreinhalteanforderungen der 1. BImSchV.

„XX Euro

und Sie wissen

Bescheid.“

Den Kamin- und Ofencheck können Betriebe als neues SHK-Dienstleistungsangebot

einsetzen. Er erleichtert es, zielgerichtet auf die

rund 14 Millionen Betreiber von Einzelraumfeuerstätten zuzugehen.

Weitere Informationen gibt es bei den Verbänden.

gemäßen Funktion ausschließlich bei Volllast

betrieben werden und wenn Feuerungsanlagen

zur Abdeckung der Grund- und Hauptlast

eingesetzt werden, wobei ein weiterer

Heizkessel mehr als 50 Prozent der Gesamtleistung

zur Verfügung stellen muss. Ferner

benötigen moderne automatisch beschickte

Feuerungsanlagen mit einem modulierenden

Leistungsbereich keinen Pufferspeicher, sofern

sichergestellt ist, dass auch bei kleinster

einstellbarer Leistung die Grenzwerte eingehalten

werden.

Der Kamin- und Ofen-Check.

Wohlige Wärme, Behaglichkeit rundum –

das sind die qualitativen Vorzüge der

Kamin- oder Ofenheizung. Aber wie sieht

es mit der Effizienz, der Sicherheit und

den Emissionen aus? Nur der Fachmann

gibt Ihnen Gewissheit in jeder Hinsicht

und lässt Sie ruhigen Gewissens genießen.

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Überwachungs- und

Vollzugs aufwand

Die Überwachung der Feuerungsanlagen

nach der 1. BImSchV wird derzeit noch von

den Bezirksschornsteinfegermeistern durchgeführt.

Für Festbrennstoffanlagen ab einer

Nennwärmeleistung von 4 kW werden zweijährliche

Überwachungen notwendig. Dadurch

kommen rund 700 000 Heizungsanlagen

neu in die Überwachungspflicht. Die

rund 14 Millionen Einzelraumfeuerungsanlagen

sollen im Rahmen der Feuerstättenschau

SBZ 08/10


egelmäßig auf ihren technischen Zustand

überprüft werden.

Eine Feuerstättenschau soll nach Schornsteinfeger-Handwerksgesetz

alle 3,5 Jahre

stattfinden. Bei den rund 3,4 Millionen Anlagen,

die pro Jahr zu überprüfen sind, werden

jedoch keine Messungen durchgeführt. Mit

der Überprüfung des technischen Zustands

im Rahmen der Feuerstättenschau nach dem

Schornsteinfeger-Handwerksgesetz wird der

Aufwand auf ein Minimum reduziert. Im Gesamtergebnis

wird sich damit der Vollzugsaufwand

erheblich verringern.

Neue Überwachungsintervalle für

Öl- und Gasfeuerungen

Der Verordnungsentwurf sieht die Verlängerung

der Überwachungsintervalle für öl- und

gasbefeuerte Heizungsanlagen vor. Die derzeitige

jährliche Überwachung wird auf eine

dreijährliche bei neuen Anlagen für die ersten

zwölf Jahre und anschließend auf eine zweijährliche

Überwachung umgestellt. Die Zahl

der jährlich zu überwachenden Anlagen wird

sich von derzeit 14,5 Millionen auf rund 6,6

Millionen Heizungsanlagen reduzieren.

Bei Öl- und Gasheizungen werden infolge

der Ausweitung der regelmäßigen Überwachungspflicht

auf bivalente Heizungen

sowie der Herabsetzung der Nennwärmeleis

tung von 11 auf 4 kW, rund eine Million

zusätzlich überwacht. Gleichzeitig wird die

derzeitige jährliche Überwachung auf eine

dreijährliche, bei neuen Anlagen für die ersten

zwölf Jahre und anschließend auf eine

zweijährliche Überwachung, umgestellt. Bei

automatisch kalibrierenden Anlagen beträgt

die Überwachungsfrist fünf Jahre. Die 14

Millionen Betreiber von Öl- und Gasheizungen

werden durch die Verlängerung der

Überwachungsfristen kostenmäßig deutlich

entlastet.

Zulässige Abgasverlustwerte

Die zulässigen Abgasverlustwerte in Abhängigkeit

der jeweiligen Nennwärmeleistung

wurden nicht verändert. Es bleibt bei der bis-

exTrAS

Weitere Informationen rund

um die 1. BImSchV, wie die

▪ 1. BImSchV – Verordnung der

Bundesregierung

▪ Beschluss des Bundestags

▪ Hintergründe zur gesundheitlichen

Wirkung von Feinstaub

finden Sie zum Download unter

www.sbz-online.de/aktuell/extras

www.sbz-online.de

herigen Regelung. Bei Öl- und Gasfeuerungsanlagen

dürfen die für die Feuerstätte ermittelten

Abgasverluste die nachfolgend genannten

Prozentsätze nicht überschreiten:

Nennwärme leistung

in Kilowatt

≥ 4 ≤ 25 11

> 25 ≤ 50 10

> 50 9

AuTor

Grenzwerte für die

Abgasverluste in

Prozent

Fazit

Der Entwurf der Novelle der 1. BImSchV sieht

als wichtigstes Element die Einhaltung von

Emissionsgrenzwerten für Staub und Kohlenmonoxid

(CO) vor. Der Gesetzgeber hat im

Dialog mit den betroffenen Verkehrskreisen

ein vertretbares Anforderungsprofil gewählt,

das den Herstellern die Möglichkeit gibt, ihre

Einzelfeuerstätten in den nächsten Jahren

positiv zu verbessern. Aber auch die Verbraucher

haben ausreichend Zeit, ihre Einzelfeuerstätten

überprüfen zu lassen und sich

Vorschläge zur Nachrüstung oder Modernisierung

machen zu lassen. Die Antwort aus

dem BMU zur Förderung des Austausches

bzw. zur Nachrüstung von Einzelraumfeuerstätten

im Marktanreizprogramm (MAP)

steht allerdings noch aus.

Das SHK-Handwerk ist mit dem neuen Kamin-

und Ofencheck gut aufgestellt, die

Nachfragen der Kunden fachgerecht zu beantworten.

Was die Verlängerung der Überprüfungsintervalle

für Öl- und Gasfeuerungen

betrifft, so ist der Gesetzgeber den technologischen

Weiterentwicklungen gefolgt und

hat die Verbraucher, die in neue Techniken

investieren, kostenmäßig entlastet. Was die

Überprüfung bzw. den Vollzug betrifft, so

sind diese Tätigkeiten noch bis zum 31.12.

2012 auf das Schornsteinfegerhandwerk

fixiert. Spätestens danach muss es zu einer

Öffnung für qualifizierte SHK-Fachbetriebe

kommen.

Andreas Müller ist

Technischer Geschäftsführer

im

Zentralverband

Sanitär Heizung Klima, 53757 St. Augus

tin, Telefon (0 22 41) 92 99-0;

Mail: a.mueller@zentralverband-shk.de;

www.wasserwaermeluft.de

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