Roter Faden Ausgabe 09 2012 - SPD-Ortsverein Sehnde

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Roter Faden Ausgabe 09 2012 - SPD-Ortsverein Sehnde

Roter Faden“für Mitglieder des Ortsvereins SehndeNr. 25 · September 2012Silke Lesemann im Dialog:Wie wollenwir leben?Abteilung Höver-Bilm:Abteilungs versammlungund JubilarehrungenAG 60 plus:Senioren fahrdienst neuorganisiertFerienbeginn:100 Wanderer besteigenden KalimandscharoSPD beim Ferienpass 2012Fossiliensucheim MergelbruchRoswita Horn:Offener Brief zumWindkfrafttestfeld


Liebe Genossin, lieber Genosse!„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.” Dieses geflügelteWort wird Erich Kästner zugeschrieben. Es ist vergleichbar mit„An den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen” des Baronsvon Münchhausen oder dem klassischen Beispiel von den Seglern,die Wind in die eigenen Segel blasen.Liebe Genossin, lieber Genosse, wir müssen aktiv werden,damit es am 20. Januar 2013 zu einer Änderung in der niedersächsischenLandesregierung kommt. Wir haben die Wahl.Wir sollten sie nutzen. „Der Wind der Veränderung” (TheWind Of Change, Scorpions) trägt uns. Die Umfrageergebnisseder letzen Wochen gilt es zu bestätigen.Es gibt nur einen Haken. Und das ist unsere Gleichgültigkeit.Was gilt schon meine Stimme im Meer der Wähler? Die anderenwerden es schon richten. Ein Trugschluss. Wir haben es inder Hand. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.Höver – Fossiliensuchen im Mergelbruch; eine Ferienpassaktion.Foto Reiner LuckNr. 25, Stand: 18. August 2012Verantwortlich für den Inhalt: Dietrich PuhlDer „Rote Faden” ist das Mitteilungsblatt des Ortsvereins Sehnde.Er berichtet über das politische Leben in Sehnde und wird den Genossenin der Regel als PDF-Datei gesendetNamentlich mit „dp“ gekennzeichnete Artikel entsprechen der Ansichtdes Herausgebers. Sie sind nicht Meinung der Partei und/oder des Ortsvereins beziehungsweiseder Ratsfraktion.Entsprechend dem Grundsatz der Gleichberechtigung von Mann und Fraugelten alle Personen- und Funk tionsbezeichnungen, ungeachtet der männ lichenund weiblichen Sprachform, für beide Geschlechter.SPD zum Stillstandin Niedersachsen:Niedersachsenmuss fit werdenfür die ZukunftHANNOVER, 7. Mai 2012 Im Frühjahr vorgelegten Berichtdes SPD-LandesverbandesNiedersachsen stellt derLandesgeschäftsführer MichaelRüter einleitend fest:„Niedersachsen mit seinenvielfältigen Regionen undseinem wirtschaftlichen Potenzialbietet gute Chancenfür die Menschen in unseremLand.”Weiter heißt es: „... mit attraktivenStädten und liebenswertenOrten ist es einreizvolles Land, um hier zuleben. Es bietet alle Voraussetzungen,auch künftig einstarkes Land zu blieben. Dafürmüssen heute die richtigenWeichenstellungen vorgenommenwerden. Davonist die schwarz-gelbe Landesregierungjedoch weitentfernt. Stillstand prägt daspolitische Geschehen.”Das sei gefährlich für dasLand und seine Menschen,fährt er fort. Denn Stillstandwird nicht sofort wahrgenommen.Seine Auswirkungensind erst mit zeitlicherVerzögerung spürbar – wennes zu spät ist.Wichtige Indikatoren wie dieGeburtenrate, die Studierendenzahl,die Betreuungsquoteoder das Angebot anFachkräften belegen, dassNiedersachsen dringendenNachholbedarf bei zentralenZukunftsthemen hat.Niedersachsen muss fitwerden für die Zukunft!Der nachfolgende Berichtzeigt den Stillstand in Niedersachsenanhand ausgewählterThemenfelder.Demografie:In Niedersachsen leben insgesamt7,9 Millionen Einwohner.Die Geburtenrate istseit dem Jahr 2005 rückläufig(– 5,8 %). Der Rückgang ist inkeinem anderen Bundeslandstärker.Bildung Hochschuleund Kultur:Im Bundesvergleich liegtNiedersachsen bei der Betreuungsquoteder unter3-Jährigen in Kindertageseinrichtungenauf dem vorletztenPlatz.Für Schülerinnen und Schülergibt das Land rund 300Euro weniger aus als derBundesdurchschnitt.Die Chancen von Kindernaus oberen Sozialschichten,ein Gymnasium zu besuchen,sind 5,8-mal höher alsdie eines Kindes der unterenSozialschichten.Nur 34,8 % aller Schülerinnenund Schüler, die maximal einenHauptschulabschlusser reichte, erhielten einenAusbildungsplatz (Bundesdurchschnitt41,5 %).Niedersachsen hinkt mit einerStudienanfängerquotevon 31,4 % weit hinter demBundesvergleich mit 42,7 %her. Studiengebühren: Seit2003, dem Jahr des Regierungswechselshaben etwa200.000 Studierende Niedersachsenverlassen.Das Land liegt bei den Kulturausgabenauf dem drittletztenPlatz.Forschungund EntwicklungBei den Aufwendungen fürForschung und Entwicklungstartete Niedersachsen abFortsetzung Seite 7 2 ROTER FADEN September 2012


Stephan Weil: „Von fairen Löhnen profitieren alle“Mindestlohn für das Land Niedersachsen kommt 2013Zur aktuellen Debatte umNiedriglöhne in Niedersachsenerklärt der SPD-Landesvorsitzendeund SpitzenkandidatStephanWeil:„Die ArbeitsmarktpolitikvonSchwarz-Gelb in Niedersachsenauch die öffentlichenHaushalteentlastet:ist krachendgescheitert.NochMenschen, dievon ihrem Einkommentrotznie gab esin unseremArbeit nicht lebenkönnen,Land so vieleMenschen, Stephan Weil: „Von fairen Löhnen profitieren alle“ kosten die öffentlicheHanddie von ihrerHändestellte von Firmen, an denen in Niedersachsen pro Jahr 1,1Arbeit nicht leben können.das Land mehrheitlich beteiligtist, dürfen dann nicht weckendenLeistungen. UndMilliarden Euro an aufsto-In Niedersachsen erhaltenmehr als 500.000 Menschenweniger als 8,50 Euroniger als 8,50 Euro verdienen. wer ordentlich verdient, kannStundenlohn. Zu zwei Drittelnsind Frauen von Lohn-Die SPD wird außerdem das auch Steuern zahlen. Von fairenLöhnen profitieren alle.Landesvergabegesetz ändern,damit faire Löhne und Im Gegensatz zur schwarzdrückereibetroffen. Das istein krasser Fall von Diskriminierungim Arbeitsleben.Arbeitsbedingungen auch gelben Landesregierungbei der öffentlichen Auftragsvergabedurch Land übergreifende Initiativenwerden wir deshalb länder-Damit wird die SPD nach derLandtagswahl Schritt fürSchritt Schluss machen: EineSPD-Landesregierung wird ei-und Kommunen garantiertwerden. Alle öffentlichenAufträge werden dann nuran Unternehmen vergeben,anstoßen oder unterstützen,die einen flächendeckendengesetzlichen Mindestlohnzum Ziel haben.“nen Landesmindestlohn von8,50 Euro einführen. Beschäftigtedes Landes und Ange-die sich dazu verpflichten,ihre Beschäftigten nach geltendenTarifverträgen zubezahlen. AnBeschäftigte inBranchen ohnetarifliche Regelungmuss derMindestlohnvon 8,50 Eurogezahlt werden.Damit werdenDas nächste Literaturcaféwird nach der Sommerpauseam 18. September2012 um 19.30 Uhr stattfinden.Unter dem Motto„Lesen mit Lesemann“wird an diesem Abendunsere LandtagsabgeordneteSilke LesemannBücher vorstellen und darausvorlesen.Ferienbeginnauf demKalimandscharoSEHNDE, 20. Juli 2012 Auch in diesem Jahr lud dieSPD Sehnde wieder zu einerKalibergbesteigung im Rahmendes Ferienpasses ein.Bei strahlendem Sonnenscheinbestiegen rund 100Kinder und Erwachsene denBerg. Unter der Führung vonWolfgang Toboldt machtesich der Zug auf den Weg.EinE ErholsamEsommEr- und FEriEnzEitwünscht EURELandtagsabgEoRdnEtEsiLkE LEsEmannROTER FADEN September 2012 3


Unterstützenauch Sieden SeniorenfahrdienstSehndeSEHNDE, 21. Juli 2012 In diesem Fahrdienst habensich Bürgerinnen undBürger aus Sehnde zusammengefunden,um anderenzu helfen. Wir wünschenuns, dass sich noch weitereFahrerinnen und Fahrer zurVerfügung stellen, um jedeWoche ein oder zweimal jemandenzum Arzt oder zumEinkaufen zu fahren. Es sindMenschen unserer Stadt,die wegen ihres Alters undvielleicht noch wegen einerBehinderung dies nichtmehr allein bewerkstelligenkönnen. Und wenn dann niemandsie dabei unterstützenkann und sie sich auch sonstnicht selbst helfen können,dann will der Seniorenfahrdienstdes Seniorenbeiratesdas tun. Es ist kein Taxendienst,sondern eine nachbarschaftlichesoziale Hilfe,die wir anbieten. Wenn Siesich dabei ehrenamtlich engagierenmöchten, so rufenSie uns unter der Fahrdienst-Telefon-Nummer an. Sie lautet0175-2555453. Die Fahrtenfinden jeweils am Mittwoch,eventuell auch donnerstagsund freitags statt. Die Fahrzielesind im StadtgebietSehnde, ausnahmsweiseauch in der Kernstadt Lehrteoder in Ahlten. Interessiertewerden von uns beraten undin den Dienst eingewiesen.In regelmäßigen Zusammenkünftenwerden Erfahrungenausgetauscht und Problemebesprochen. Wir freuen unsauf Sie!Die Umstellung ist notwendig,weil der ehrenamtlicheSeniorenfahrdienst untereinem neuen Team neu organisiertworden ist. Ansprechpartnersind künftigim Wechsel: AngelikaSchrader, Dr. Michael Kühn,Christian Wedekind und KarlPlachetka.Boule lernenund übenmit der AG 60 plusSEHNDE, 15. Juli 2012 Es hat sich bei der SPD-AG60plus bereits ein festerStamm gebildet, der sichjeweils am letzten Sonnabendim Monat um 15.00Uhr auf dem Boule-Platzam Rathaus trifft und vergnüglichein oder mehrereSpielrunden absolviert. ObSonnenschein oder auch etwaswidrigeres Wetter, sietreffen sich dort, wobei wenigerdas Gewinnen wichtigist, als das entspannte Beisammensein.Beim letztenTreffen gab es noch einenSchluck Rotwein zum Abschlussund den nunmehrschon eingeübten Ausklangim Eiscafé. – Der bisherigeSpielrhythmus soll weiterbeibehalten werden. Undso sind die nächsten Treffenjeweils am letzten Sonnabenddes Monats jeweilsum 15.00 Uhr. InteressierteMitspieler sind jederzeitwillkommen. - Wir zeigenIhnen wie es geht und erklärendie Regeln!Für die Daheimgebliebenen:Fossiliensucher im MergelbruchHÖVER, 4. August 2012 Olaf Kruse erklärtesich auch in diesem Jahr wieder bereit, die Teilnehmervom Ferienpass durch den Mergelbruchin Höver zu führen. Durch die ständigen Bodenbewegungenund Abräumarbeiten werden in keinemanderen Gebiet so viele Fossilien gefunden wie indem Mergelbruch in Höver. Und so machten sichdann die jungen Forscher auf den Weg. Häufigwerden versteinerte Seeigel und Donnerkeile gefunden.Donnerkeile heißen die versteinerten Teile vonTintenfischen, die vor 60 Mill. Jahren gelebt haben.Sommerfest mit der Band „Hometown”auf dem Hexenplatz in HöverRonald Siegismund begrüßt dieDaheimgebliebenen, die Band sowiedie zahlreichen Helfer.HÖVER, 27. Juli 2012 RonaldSiegismund, der AbteilungsvorsitzendeHöver-Bilm,lud ein zum Sommerfest fürdie Daheimgebliebenen. Veranstaltungsortwar der neuhergerichtete Hexenplatz ander Bruchstraße. Heiße, trockeneSommertage gingendem Fest voraus. Nun ausgerechnetgewitterte und regnetees heftig. Zum Schutzvon Menschen und Instrumentenvor den Wetterunbildenbeendete die fünfköpfigeBand „Hometown” vorzeitigihr Konzert. Die Gäste ließensich den Spaß nicht verderben.Ge trän ke und Gegrilltesschmeck ten. Der in derWo che zuvor erst errichtetemassive Pavillon schütztedie Daheimgebliebenen vordem Regen. Letztlich wares trotz Regen und GewitterWetter eine gelungeneVeranstaltung.Gäste, Veranstalter und Helferhoffen bei einer Neuauflagedes Festes auf Petrus‘Einsehen und wünschen sichbestes Sommerwetter.dpErneut zu Gast in Höver: die Bluesrockband „Hometown”.Fotos (2): Dietrich PuhlFoto: Reiner Luck4 ROTER FADEN September 2012


TermineSeptemberund OktoberJubilarehrungen in der Abteilung Höver-Bilm1. September, 10.00 Uhr,Civitan-Grillen mit Beteiligungdes SPD-Ortsvereins Sehnde2. September, 15.00 Uhr,Ausstellungseröffnung im SPD-Bürgertreff7. September, 16.00 Uhr, RoterFreitag und Sprech stunde imSPD-Bürgertreff mit UlrikeDohrs14. September, 16.00 Uhr,„Roter Freitag“ im SPD-Bürgertreff18. September, 19.30 Uhr,Literaturcafé unter dem Motto„Lesen mit Lesemann“21. September, 16.00 Uhr,Sprech stunde im SPD-Bürgertreffmit Ronald Siegismund28. September, 16.00 Uhr,Sprech stunde im SPD-Bürgertreffmit NN5. Oktober, 16.00 Uhr, Sprechstundeim SPD-Bürgertreff mitNN11. Oktober, 18.00 Uhr,ordentliche Sitzung der SPD-Ratsfraktion, Rathaus Sehnde12. Oktober, 16.00 Uhr, Sprechstundeim SPD-Bürger treff mit NN18. Oktober, Ratssitzung,Einbringung des Haushaltsplanentwurfs2013 durchden Bürgermeister, Ratssaal,Rathaus Sehnde;19. Oktober, 16.00 Uhr, Sprech -stunde im SPD-Bürgertreff mit NNSilke Lesemann überreicht Reimund Wohlgemuthdie Jubiläumsurkunde für 40-jährige Treue zur SPD.Fotos (3): Dietrich PuhlBILM, 5. Juli 2012 Die Genossinnenund Genossen derAbteilung Höver-Bilm trafensich am Mittwoch zu ihrerAbteilungsversammlung imRestaurant „Bei Baki”.Neben dem Bericht desVorstandes standen dieJubilarehrungen auf derTagesordnung.Geehrt wurden ReimundWohlgemuth (40 Jahre) undRonald Siegismund (10 Jahre)für die vielen Jahre treuerMitarbeit und Einsatz zurVerwirklichung sozialdemokratischerZiele in unsererGesellschaft.Ronald Siegismund erhält die Urkunde von Silke Lesemannfür 10-jährige Zugehörigkeit zur SPD.Ewald Lehmannmit FrauRenate undHorst Neumannhörenden ehrendenWorten vonSilke Lesemannzu.Die Ortsvereinsvorsitzendeund LandtagsabgeordneteSilke Lesemann überreichteden Jubilaren die Urkunden.Reimund Wohlgemuth istseit 8. November 2001 einervon drei Sehnder Ehrenbürger.Sein Eintrittsjahr 1972ist geprägt von zwei bedeutendenEreignissen für dieSPD: Im Dezember wird WillyBrandt erneut zum Bundeskanzlergewählt. Zum erstenmalwird mit Annemarie Rengereine Frau Präsidentin desDeutschen Bundestages.Reimund Wohlgemuth warvon 1972 bis zur Gebietsreform1974 im GemeinderatHöver. Er führte lange Jahredie SPD-Ratsfraktion inSehnde. Es war die Zeit desSPD-Bürgermeisters BerndHenkel und des Gemeindeundspäteren StadtdirektorsDietrich Vollbrecht, ebenfallsSPD.Dem Sehnder Rat gehörte ervon 1974 bis 2001 an. Er warMitglied im Verwaltungsausschuss.Lange Jah re warer Vorsitzender des TSV Höverund hier Mitbegründerder Volleyballsparte.Ronald Siegismund ist derzeitigerOrtsbürgermeistervon Höver und in der zweitenLegislaturperiode Mitglieddes Stadtrates Sehnde. Dortführt er den Vorsitz im Fachbereichsausschuss„Kindertagesstättenund Jugend”.Die Jugendarbeit zu verbessernund die Sanierung desHallenbades sind sein großesBestreben.Der freigestellte Betriebsratsvorsitzendedes höverschenZementwerkes ist verheiratetund hat zwei Töchter. dpROTER FADEN September 2012 5


Silke Lesemann im Dialog:„Wie wollen wir leben? Gute Kinderbetreuung finden.Familie und Beruf vereinbaren”Silke Lesemann im Gespräch mit Dr. Rainer Brase, Ute Vesper und Irene Stramann (von links nach rechts).Fotos (3): Reiner LuckSEHNDE, 4. Juli 2012 SilkeLesemann hatte am 4. Juliin das Apart-Hotel Sehndezum Dialog mit Dr. med.Rainer Brase (Klinikum Wahrendorff),Ute Vesper (AWOHannover) und Irene Stratmann(Region Hannover)eingeladen.Trotz des schönen Sommerwettersnahmen rund 20Gäste an dieser interessantenGesprächsrunde teil.Nach wie vor ist es schwierig,Familie und Beruf untereinen Hut zu bringen. Vordiesem Hintergrund richteteSilke Lesemann, SPD-Landtagsabgeordnete,ihre Dialogveranstaltungder Reihe„Wie wollen wir leben?“ aus.Es sei selbst für Mütter mitguter Ausbildung nicht immereinfach, eine Berufstätigkeitaufzunehmen. Verfügbarkeitrund um die Uhr,Schichtarbeit, steigende Wochenarbeitszeiten:das geltesowohl für Hochqualifizierteals auch für Beschäftigte imNiedriglohnbereich.Probleme gibt es vor allem imWiedereinstieg von jungenMüttern in den Berufsalltag.Die Rahmenbedingungenin den Betrieben müsstensich ändern, bessere Teilzeitmodelleentwickelt werden,vor allem aber seien flexibleKinderbetreuungszeitennotwendig.Die Beteiligten lobten dasskandinavische Modell derKinderbetreuung und forderteeine an die aktuellenHerausforderungen angepassteAusbildung der Erzieherinnen.Das Bild der Familiehabe sich in den letzten 20Jahren geändert, es müsseeinen stetigen Austauschzwischen Erzieher/innen undEltern geben. Bildung ohneBindung funktioniere nicht.Das Fazit von Silke Lesemann:„Eltern benötigengute und bedarfsdeckendeBetreuungsangebote für ihreKinder sowie eine familiengerechteArbeitswelt. Dasöffentliche Geld, was vonCDU/CSU und FDP für dasBetreuungsgeld vorgesehenist, muss dringend für denKita-Ausbau und für einegute Kita-Qualität ausgegebenwerden.“Eine kurze hoch informative Diskussion erlebten die Gäste. Experten undGäste tauschten viele und vielerlei Fachnformationen miteinander aus.Zum Abschluss gab es als Dank eine Blume von SilkeLesemann an dasExpertenteam.6 ROTER FADEN September 2012


Niedersachsenmuss fit werdenfür die ZukunftFortsetzung von Seite 2 ab Mitte der 90er Jahre eineregelrechte Aufholjagd. Eslag ab 2001 und bis 2003über dem Bundesdurchschnitt.Dann ist eine tieferAbsturz zu verzeichnen. Erstdanach stieg die Intensitätwieder langsam an, sie hataber weder den Stand von2003 erreicht, noch den Bundesschnittüberflügelt.Niedersachsen rangiert beider Bruttowertschöpfungforschungsintensiver Industrienund wissensintensivenDienstleistungen im unterenDrittel der Bundesländer.Ein ähnliches Bild bietetsich auch beim Anteil derErwerbstätigen in diesenBereichen.Wirtschaftund ArbeitIn Niedersachsen stieg dieErwerbstätigkeit zwischen2000 und 2010 leicht an.Aber: Gleichzeitig ist dasArbeitsvolumen zurückgegangen.Das nun geringereVolumen verteilt sich damitauf mehr Erwerbspersonen.Im engen Zusammenhangdamit haben Teilzeitarbeitsstellenund Minijobs starkzugenommen.Zugleich hat die Leiharbeitstark zugenommen. JederSPD-Bürgertreff:zehnte Beschäftigte hat einenbefristeten Vertrag, dasist knapp ein Drittel mehr alsim Jahr 2000.Es gibt einen ausuferndenNiedriglohnsektor (Bruttolohnunter 9,50 Euro), jederfünfte Beschäftigte arbeitetheute für ein zu geringesEinkommen.Niedersachsen lag im Zeitraum2005 bis 2010 mit einemBruttoverdienst von40.645 Euro im westdeutschenVergleich auf dem vorletztenPlatz.Das reale Bruttoinlandsproduktin Niedersachsenwächst langsamer, das Landhat im Bundesvergleich denfünftschlechtesten Wert.Immer freitags von 16.00 bis 18.00 UhrSprechstunde mit SPD-Ratsmitgliedernzu aktuellen Fragenund Themen.Mit der Gelegenheit zum Büchertauschund zur -ausleihe.FinanzenDie Gesamteinnahmen desLandes und der Gemeindensind mit 4.147 Euro pro Einwohnerunterdurchschnittlich.Das Wachstum derGesamteinnahmen stieg inNiedersachsen um 0,5 %,bundesweit um 2,5 %.Der Schuldenstand im niedersächsischenLandeshaushaltbeträgt im Jahr 2012rund 59 Milliarden Euro –2003 ware es noch rund 44Milliarden Euro. CDU und FDPhaben haben also allein in ihrerRegierungszeit (2003 bis2012) 15 Milliarden Euro neueSchulden angehäuft. Dazukommen nochmal 4,5 MilliardenEuro durch Schattenhaushalteund Vermögensverkäufe.Jahr für Jahr fehlennach Schätzungen des Landesrechnungshofesim Landeshaushaltdurchschnittlich1,85 Milliarden Euro!Durch das Verhalten im Bundesrathatte Niedersachsenin den letzten Jahren Einnahmeverlustevon jährlichrund 230 Millionen Euro zuverantworten – das sindumgerechnet etwa 4.600Lehrerstellen.Die Kassenkredite der niedersächsischenLandkreise,Städte und Gemeinden lagnoch nie so hoch wie im Jahr2010!Umwelt und EnergieNiedersachsen tut wenigfür die erneuerbaren Energien!Niedersachsen ist daseinzige Bundesland ohneKlimaschutzkonzept.Niedersachsen liegt beider Umsetzung der Energiewendegemeinsam mitBremen nur auf Platz 12 derBundesländer. Selbst beiseiner größten Stärke, derWindenergie, erreicht es beiden Ausbauaktivitäten lediglichden 12. Platz. Es gelingtnicht, genügend Netze fürden Transport des Stromsaufzubauen.SozialpolitikHausärzte sind Mangelware!72 Prozent der niedersächsischen„Planungsbereiche”sind offen. Sie werden nichtausgeschöpft. Das Landliegt prozentual damit amEnde aller westdeutschenBundesländer.Es wird im Verhältnis zurEinwohnerzahl am wenigstenGeld für Krankenhäuserausgegeben.Der Jobmotor Gesundheitswirtschaftstottert. LetzterPlatz im westdeutschen Ländervergleichbei sozialversicherungspflichtigBeschäftigtenin der Branche.Die PflegesatzvergütungenAm Rande:Kita-Zuschuss,Familien- undKinderbetreuungDas Klinikum Wahrendorffbietet über 1.000Mitarbeiterinnen undMit arbeitern Arbeit inverschiedensten Berufsgruppen. Mehr als90 Prozent von ihnenmit einer dreijährigenAusbildung.Das Klinikum bietet, woimmer möglich, besondereArbeitszeiten fürEltern.Angebote des Klinikumswährend der Elternzeitder Mitarbeiter: speziel leFortbildungsveranstaltungen,Fortbildung trotzeiner Teilzeitbeschäftigung,Aushilfstätigkeitund Übernahme vonBetreuungskosten.Bei einem vollzeitbeschäftigtenElternteilübernimmt das KlinikumWahrendorff biszu 150 Euro pro MonatBetreuungskosten.“Derzeit haben wir 68Kinder, deren Eltern miteinem Zuschuss von 150Euro unterstützt werden”,so Dr. Brase auf derDialogveranstaltung.sind weit unterdurchschnittlich.In Westdeutschland vorletzterPlatz.DemokratieDie Niedersächsische Landesregierungverweigert sichder direkten Bürgerbeteiligung.So lag Niedersachsen2010 auf Platz 12 im VolksentscheidungsrankingdesVereins „Mehr Demokratie”.Eine negative Tendenz wirddeutlich, wenn man das Rankingmit dem Jahre 2007 vergleicht.Damals lag Niedersachsennoch auf Platz 8!ROTER FADEN September 2012 7


Windkraft-„Test”-Feld?Radtour mit der Abteilung SehndeSEHNDE, 8. Juli 2012 Freudig starteten die Radlerund Radlerinnen der AbteilungSehnde am 8. Juli um10.00 Uhr zur gemeinsamenRadtour 2012. Andreas Fahlhatte die Tour ausgearbeitetund die OrtsbürgermeisterinRegine Höft und der FraktionsvorsitzendeWolfgang To-boldt berichteten an den einzelnenStationen über neueVorhaben, die zur Zeit in derFraktion und im Rat diskutiertwerden. Über das Neubaugebietan der Lehrte Straßezum Friedhof und durch denBahntunnel Chausseestraßeging es weiter am Kalibergnach Bolzum.Naturschutzbund lehnt geplantesTestfeld für Windenergieanlagensowie eine Windfarm am Leierberg abLAATZEN, 1. August 2012 „Die Planer haben mit einerKarte der Potenzialflächen und der Erweiterung umeine Windfarm neue Fakten geschaffen”, schreibt DieterWendt in der überarbeiteteten Stellungnahme desNaturschutzbundes Hannover-Sehnde (NABU).Der Naturschutzbund lehnt das geplante Testfeld fürWindenergieanlagen sowie eine Windfarm am Leierbergnördlich von Dolgen ab.Der Naturschutzbund befürworte den Einsatz vonWindenergieanlagen für die Stromerzeugung, wenndie Anlagen keine negativen Auswirkungen für den Naturschutzhaben. Durch die angestrebte Energiewendehat sich der Planungsdruck auf die freie Landschaftenorm verschärft. Es ist Aufgabe der Naturschutzverbände,Fehlentwicklungen zu Lasten der Natur zu erkennen,kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zuverhindern, heißt es weiter in der Stellungnahme desNaturschutzbundes.Der Bund fordert unter anderen die geplante Flächeausführlich zur Auswirkung auf die Tierwelt und aufdas Landschaftsbild zu untersuchen. Die Brutvorkommensowie die Raumnutzung der Großvogelarten sindzu kartieren.Liebe Genossinnen undGenossen,liebe Ratsmitglieder,im Dezember 2011 wurdeden Rats- undOrtsratsmitgliederndas geplanteWindkrafttestfeldvorgestellt. Derwichtigste Faktorwurde aber verschwiegen:DieLandwirte hattenvon Anfangan klargestellt,dass für sie aus finanziellenGründen nur ein regulärerWindpark in Frage kommt,das Testfeld ist bestenfallsein Zuckerstückchen,um die Zustimmung zudem regulären Windparkschmackhaft zu machen.Bei der Informationsveranstaltungin Dolgen wurdenauch die Summen genannt,um die es hier für die Landwirtegeht – allerdings voneinem Zuhörer, aber daweder von der Verwaltungnoch von den anwesendenLandwirten widersprochenwurde, dürften die Beträgeeher höher sein. Genanntwurde eine Summe von38.000 Euro Einmalzahlungpro Windrad und zusätzlicheine jährliche Pacht von ca.18.000 Euro, garantiert auf20 Jahre, hinzu kommen dieEntgelte für den erzeugtenStrom. Deshalb ist ein Testfeldmit wenigen und weitauseinander stehendenWindrädern für Landwirtenur akzeptabel, wenn esmit einem regulären Windparkgekoppelt wird. Wiesich diese Subventionen aufden Strompreis der Endverbraucherauswirken, kannsich jeder gut vorstellen.Deshalb erfolgten die Informationenscheibchenweise.Zuerst war die Rede von einemTestfeld von 100 ha,auf dem maximal 8 Windräderstehen sollten, späterwurden 10–12 Windrädergenannt, dann wurde dasAreal auf 260ha erweitertund es wurdeerstmals auchein regulärerWindpark erwähntmitetwa 14–15Windrädern.Zusätzlich sollauf dem Testfeldauch die Stromspeicherungdurch Hybridtechnikerprobt werden.Was wir brauchen, ist eineEnergiewende mit Augenmaß.Windräder leistendazu einen guten Beitrag,nur leider stehen sie in denseltensten Fällen dort, woder Strom benötigt wird.Der Strom muss transportiertwerden, und das istmit den bestehenden Leitungen– wenn überhaupt– nur begrenzt und mithohen Verlusten möglich.Nötig sind vorrangig technischeEntwicklungen, umden von den Windrädernerzeugten Strom ohne diebisherigen hohen Leitungsverlustedorthin zu transportieren,wo er benötigtwird. Wir alle wollen jederzeitStrom aus der Steckdosezu bezahlbaren Preisenbeziehen. Da aber dieWindräder Strom nicht kontinuierlichliefern, brauchenwir intelligente Speichersysteme.Bevor diese Problemenicht gelöst sind, macht eskeinen Sinn, jede möglicheFläche mit Windrädern zubestücken, die Strom produzieren,der nicht effektivgenutzt werden kann.Mit freundlichen GrüßenRoswita Horn8 ROTER FADEN September 2012

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