Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Heuschrecken

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Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Heuschrecken

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2.1 Primäre Pionierstandorte

Die Situation der Heuschrecken der Pionierstandorte in Flussauen (Abb. 1) ist in der

Schweiz sehr beunruhigend: Alle auf diesen Lebensraum angewiesenen Arten sind

ausgestorben oder vom Aussterben bedroht (besonders Xya variegata, Bryodemella

tuberculata, Epacromius tergestinus, Chorthippus pullus, Tetrix tuerki). Die Erhaltung

der letzten Populationen hängt von folgenden Massnahmen ab:

> Verzicht auf die Zuschüttung oder Eindämmung von besiedelten Uferflächen;

> Verzicht auf jeglichen Abbau der Sand-, Kies- oder Steinbänke innerhalb, aber auch

ober- und unterhalb besiedelter Flächen;

> Zulassen von regelmässigen, genügend intensiven Hochwassern, um den natürlichen

Abtrag der mit Vegetation bewachsenen Bänke in Auen zu gewährleisten;

> Gewährleisten von periodischen Ablagerungen von Sedimenten an besiedelten

Standorten, um die Regeneration von Sedimentbänken in Auen sicherzustellen;

> Bevorzugung von besiedelten Standorten für die Revitalisierung von Fliessgewässern;

> Revitalisierung möglichst vieler Fliessgewässer, um über die Schaffung von potenziell

günstigen Standorten die Wiederbesiedlung von verlassenen Gegenden zu fördern.

Abb. 1 > Auengebiete der Fliessgewässer

Die Auengebiete der Fliessgewässer, wie hier am Beispiel des Pfynwalds VS,

beherbergen zahlreiche in der Schweiz vom Aussterben bedrohte Arten.

Foto: R. Imstepf

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