Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Heuschrecken

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Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Heuschrecken

Rote Liste der Heuschrecken der Schweiz BAFU / SZKF 2007 20

Abb. 4 > Verbreitungskarte von Bryodemella tuberculata, Gefleckte Schnarrschrecke, in der Schweiz

vor 1960, 1960–2001, 2002–2005

CSCF 2007

Xya variegata wurde noch Ende des 19. Jahrhunderts aus der Gegend von Genf gemeldet

(Fruhstorfer 1921). Examplare von verschiedenen Standorten und Sammlern befinden

sich im Museum in Genf. Die Eindämmung der Arve und der Rhone sowie der

Bau des Staudamms in Verbois (Fertigstellung 1943) veränderten den Wasserhaushalt

und den Lebensraum dieser Art so stark, dass sie verschwand. Heute fehlen genügend

grosse feinkörnige Sandbänke, wo sie normalerweise ihre Tunnel baut. Eine grenznahe

Beobachtung von 1949 aus Hoch-Savoyen, am Ufer der Arve, ist höchstwahrscheinlich

X. variegata zuzuordnen (Simonet 1949).

Melanogryllus desertus wurde bisher nur zweimal im Tessin festgestellt: das erste Mal

am Ufer des Luganersees Ende des 19. Jahrhunderts (Frey-Gessner 1872), das zweite

Mal 1960 in Chiasso in einem stark gedüngten Weinberg (Nadig 1961). Die Art ist sehr

verbreitet im Mittelmeerraum und wird in den ans Tessin grenzenden Provinzen Brianza

und Varesotto für zahlreiche Standorte genannt (Nadig 1961). Im Veneto gilt sie als

weit verbreitet (Fontana et al. 2002). Sie ist in extensiven Wiesen, aufgelassenem

Grünland und Ackerbrachen zu finden. Obwohl die Suche nach M. desertus im Südtessin,

auch am zuletzt bekannten Fundort, erfolglos geblieben ist, kann aufgrund der

Entwicklung verschiedener mediterraner Vertreter erwartet werden, dass diese Art in

der Schweiz wieder Fuss fasst.

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