Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Heuschrecken

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Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Heuschrecken

Rote Liste der Heuschrecken der Schweiz BAFU / SZKF 2007 48

A2-3.2 Ermittlung des Besiedlungsareals einer Art als erstes Einstufungskriterium

Die Ermittlung des Besiedlungsareals einer Art bestand in der Schätzung potenziell

besiedelter Flächen aufgrund der Bindung dieser Art an die verschiedenen Bodennutzungskategorien

(GEOSTAT: Arealstatistik in 74 Kategorien). Dazu wurde der Anteil

Standorte berechnet, die diese Art innerhalb einer Bodennutzungskategorie besiedelt

(Anzahl Hektaren, in denen die Art beobachtet wurde / Anzahl kartierter Hektaren der

betreffenden Kategorie), und dann multipliziert mit der Fläche, die diese Bodennutzungskategorie

innerhalb des Verbreitungsgebietes der betreffenden Art einnimmt.

Das Besiedlungsareal sehr seltener Arten hingegen wurde direkt von vorhandenen

Daten abgeleitet, wobei die beiden folgenden Kategorien unterschieden wurden: einerseits

Arten mit einem Besiedlungsareal von weniger als 10 km², andererseits Arten mit

einem Besiedlungsareal von über 10 km² aber sicher unter 500 km².

Die Fläche des Besiedlungsareals, das für jede Art ermittelt wurde, diente als Basis für

die erste Einstufung der Arten in eine Gefährdungskategorie (IUCN-Kriterium B2b ii).

A2-3.3 Anpassung des RL-Status aufgrund zusätzlicher Kriterien

In diesem Arbeitsschritt wurde der RL-Status, der den Arten anhand des Besiedlungsareals

zugeteilt worden ist (Kap. A2-3.2), aufgrund zusätzlicher Kriterien überprüft:

> Entwicklung der Anzahl Schweizer Teil-Populationen (B2b ii); sie wird mit der von

Gonseth & Monnerat (2003) beschriebenen Methode ermittelt, indem für jede Art

die Häufigkeit während der ersten Felderhebungen (1960–1996) mit derjenigen

während der RL-Erhebungen (2002–2005) verglichen wird, wobei nur jene Standorte

berücksichtigt wurden, die in beiden Perioden besucht worden sind;

> Grad der Zerstückelung der nationalen Populationen (B2b iv); dieses Kriterium

wurde für jede Art durch die visuelle Analyse ihrer Verbreitungskarte ermittelt, insbesondere

auch unter Einbezug der gesammelten Erkenntnisse über ihr Ausbreitungsvermögen;

> in seltenen Fällen ist eine Reduktion der Gesamtpopulation der Adulttiere wahrscheinlich,

da diese in sehr kleine Populationen zersplittert sind (C2a i);

> Gefährdungsgrad der Haupt-Lebensräume (B2b iii); dieses Kriterium basiert auf der

Felderfahrung der Autoren;

> Isolationsgrad der Schweizer Populationen im Verhältnis zu den Populationen der

Nachbarländer (B2a): Frankreich (Voisin 2003), Baden-Württemberg (Detzel 1998)

und Norditalien (Fontana et al. 2002).

Aufgrund dieser zusätzlichen Kriterien wurden 11 Arten in eine höhere und 42 Arten

in eine tiefere Gefährdungskategorie eingestuft, während 51 Arten den anhand des

Besiedlungsareals erhaltenen Gefährdungsstatus beibehielten.

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