Download - Kindergarten und Schule in Südtirol

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chrift der oder des Vorgesetzten.AUFGELESEN13itte ausschließlich überdere Zielgruppen sendenbildungsakademie71 864204, Fax 047130. Juni 2003, Nr. 196:eranstaltung, auch in elektroranstaltungverarbeitet. Beiufgaben erforderlichen Datenellerin/Der Antragstellerüge und Auskunft darüberung oder Sperrung, sofernng in Zusammenarbeittion und BeratungSCIENCE SOUTH TYROLNeue App vernetzt neun Institutionen„Science South Tyrol“ nennt sich die App, die neun Südtiroler Institutionendigital verbindet. Das Deutsche Bildungsressort, die EuropäischeAkademie, der TIS innovation park, die Laimburg, die Klimahaus-Agentur,das Konservatorium „Monteverdi“, die Philosophisch-Theologische Hochschule, das Naturmuseum und die FreieUniversität bilden ein Netzwerk im Bereich Forschung, Bildung undLehre. Es ermöglicht den Benutzern, eine Übersicht über alle News,Veranstaltungen und Pressemeldungen zu erhalten. „Die App ist sehrgut dazu geeignet, das eigene Wissen an andere weiterzugeben undohne viel Aufwand zu zusätzlichem Wissen zu gelangen“, sagte RessortdirektorPeter Höllrigl bei der Vorstellung der neuen App AnfangNovember. Die Anwendung funktioniert auf iPhones und anderenAndroid-Geräte, bald soll sie auch für iPads und Tablet-Computerverfügbar sein.TAGUNG ZU RECHENSTÖRUNGENPippis PlutimikationDas Thema Rechenstörungen steht am20. Februar 2013 bei der Tagung „PippisPlutimikation, Rechnen lernen – eine schulischeHerausforderung“ im Mittelpunkt. DieVeranstaltung, zu der Führungskräfte undLehrpersonen aller Schulstufen eingeladen11.12sind, findet in Bozen in der Wirtschaftsfachoberschule„Heinrich Kunter“ statt. Organi-Pippis PlutimikationRechnen lernen –eine schulische HerausforderungTagung am 20. Februar 2013siert hat die Tagung die Fachstelle für Inklusionund Gesundheitsförderung in Zusammen-Wirtschaftsfachoberschule»Heinrich Kunter«,Guntschnastraße 1 Bozenarbeit mit der Integrationsberatung am Bereich Innovation undAUTONOME PROVINZPROVINCIA AUTONOMABeratung. BOZEN - SÜDTIROL Es DI BOLZANO gibt - ALTO vier ADIGE Vorträge zum Thema Rechenstörungen vonExpertinnen und Experten. Dabei geht es um vorbeugende Maßnahmen,um Früherkennung, um Erkenntnisse der Hirnforschung, Fördermaßnahmenund um den Einblick in den Alltag eines Lebens mitRechenstörung. Anmeldungen sind unter der Kursnummer 11.12 biszum 16. Jänner 2013 über „Athena“ möglich. Mehr zur Tagung gibt esim Laufe des Monats Dezember unter www.provinz.bz.it/schulamt,Informationen an der Fachstelle für Inklusion und Gesundheitsförderungunter Tel. 0471 417660.Saitta kündigt Sparmaßnahmen beim Heizen der Schulen anDer neue Präsident des UPI* Antonio Saitta stellte vor Kurzem inAussicht, die Beheizung der Schulräume in den Provinzen reduzierenzu müssen. Die Sparmaßnahmen der Regierung würdendie Provinzen zu diesem Schritt zwingen. Möglicherweise müssendie Schulen noch vor Weihnachten geschlossen werden, danötige Instanthaltungsarbeiten nicht mehr bezahlt werden können,sagte Saitta. Bildungsminister Francesco Profumo betontein einem später veröffentlichten Bericht auf repubblica.it, dassSchulen nach wie vor ein sicherer und geschützter Ort für dieHeranwachsenden sein müssen. (*Unione delle Province d’Italia;ein Verbund der Provinzen Italiens – ausgenommen sind die autonomenProvinzen Trient, Bozen und Aosta)• www.repubblica.it/scuola/2012/11/08/news/scuole_senza_riscaldamento-46172150/?ref=DRC-5• www.repubblica.it/scuola/2012/11/10/news/legge_stabilit_profumo_assicura_nessun_aumento_ore_docenti-46307889/Starkoch brutzelt für Schülerinnen und SchülerDer bekannte Sterne-Koch Johann Lafer betreibt neuerdingseine Schulmensa im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach – ausÜberzeugung, wie er sagt. Für die Gerichte will er vorwiegendLebensmittel von Bauern aus der Region einkaufen. Damitmöchte man die Schülerinnen und Schüler wieder an gesundesEssen gewöhnen und ist dabei durchaus innovativ: Über eine„App“ können die Jugendlichen das passende Essen per Smartphonebestellen.• Focus, 12. November 2012, S. 22• www.spiegel.de/schulspiegel/gesundes-schulessen-johannlafer-eroeffnet-mensa-a-866380.htmlIntelligenzquotient der Menschen steigt stetig anDer Intelligenzquotient des Menschen steigt seit Generationenan. Der emeritierte Professor für politische Studien an der Universityof Otago in Neuseeland, James Robert Flynn, ist Entdeckerdes Phänomens. Er macht dafür unter anderem das verbesserteSchulsystem und die immer höheren Anforderungen an dieArbeitskräfte verantwortlich. Im Gegensatz zu den Rechenleistungenwürden „abstrakte Denkkategorien“ im Alltag eine immergrößere Rolle spielen. Was er darunter versteht, erklärt der Professorin einem Focus-Interview.• Focus, 12. November 2012, S. 110Familientherapeut Jesper Juul kritisiert denKindertagesstätten-Ausbau in DeutschlandIn Deutschland hat jedes Kind eine Garantie auf einen Kindertagesstätten-Platz.Um allen Anwärterinnen und Anwärtern einenBetreuungsplatz bieten zu können, werde mehr auf die Quantitätals auf die Qualität der Plätze Wert gelegt, kritisiert Jesper Juul,dänischer Familientherapeut und Autor zahlreicher Bücher zuFamilienbeziehungen und Erziehung. Er warnt vor schlecht ausgebildetenErzieherinnen und Erziehern und vor dem Stress, demKinder bereits in frühen Jahren ausgesetzt seien.• Die Zeit, 15. November 2012, S. 79Dezember 2012 / Jänner 20139


Im ÜberblickProjekt ZweitsprachjahrLernen an eineranderen SchuleIm Schuljahr 2003/2004 wurde das Projekt der Schülermobilität „Un anno in L2/Zweitsprachjahr/N ann te L2 y L3“in der Provinz Bozen eingeführt. Den deutsch-, italienisch- und ladinischsprachigen Schülerinnen und Schülern der4. Klassen der Oberschulen eröffnete sich die Möglichkeit, ein Schuljahr oder ein Semester an Schulen einer anderenSprachgruppe zu besuchen.Ziel dieses Projekts ist es, die Sprachkompetenzenin der Zweitsprache zu verbessern,mit Jugendlichen anderer Muttersprache zuinteragieren, die sprachlichen und kulturellenAspekte der Anderen tiefgehender kennenzulernenund ein Beziehungsnetz unter denSchulen aller Sprachgruppen zu bilden.Eva SchwarzerZweitsprachjahrN ann teL2 y L3Die Bedeutung dieses Projektes hatte dieSüdtiroler Landesregierung mit Beschlussam 17. November 2008 unterstrichen. Sielegte mit diesem Beschluss die organisatorischenund didaktischen Kriterien fest. Diesstellt einen Meilenstein für die Sprachförderungdar und ist für das Kennenlernen, denRespekt und die Wertschätzung für die Spracheund Kultur des „Nachbarn“ von entscheidenderBedeutung. Das Projekt bildet mit einenGrundstock für das friedliche Zusammenlebenim Land.Zweitsprache und FremdsprachenDas Lernen der Zweitsprache sowie derFremdsprachen stellt einen Schwerpunkt inder Bildung der Jugendlichen unseres Landesdar. Sowohl die Familien als auch dieSchülerinnen und Schüler zeigen ein immergrößeres Interesse am Sprachenlernen. DerEuroparat fordert und fördert eine mehrsprachigeBildung der europäischen Bürgerinnenund Bürger. Unsere Schulen können über dencurricularen Unterricht hinaus vielfältige Gelegenheitenbieten, um die Kenntnis derZweitsprache und der Fremdsprachen zu vertiefen.Für das Lernen einer Zweitspracheoder von Fremdsprachen ist es hilfreich, dieKultur und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen,innerhalb deren sich eine Spracheentfaltet, kennenzulernen und zu verstehen.Schule wechselnfür ein ganzes SchuljahrSchülerinnen und Schüler, die ein solchesZweitsprachjahr planen, müssen die Herkunftsschulebis spätestens 15. Mai des drittenSchuljahres über ihre Absicht informieren, andiesem Projekt teilzunehmen. Innerhalb desdritten Schuljahres muss mit der ausgewähltenSchule der gleichen Fachrichtung Kontaktaufgenommen werden. Nach dem Beginn desSchuljahres in der neuen Gastschule, müssender Herkunftsschule die neuen Fächer undLehrprogramme mitgeteilt werden. BeideSchulen beauftragen eine Tutorin oder einenTutor, die die Schülerin oder den Schüler begleitenund mit den Lehrpersonen des jeweiligenKlassenrates zusammenarbeiten.Die drei Schulämter und die drei pädagogischenFachbereiche haben Maßnahmen zurVerbreitung und Begleitung der Austauschprojekteergriffen, um Familien und Schulen überdiese zusätzliche Chance beim Erlernen derZweitsprache zu informieren und die Schulenbei der Durchführung des Projektes zu unterstützen.Eine eigene Informationsbroschüre istan alle Schulen verteilt worden.Marco MarianiInspektor für Italienisch als ZweitspracheFranz LemayrInspektor für Deutsch als Zweitsprache10 Dezember 2012 / Jänner 2013


ThemaMittendrin12 Dezember 2012 / Jänner 2013


Stimmen aus der MittelschuleVieles gefälltMittendrin zwischen der Grundschule und der Ober-, Berufs- oder Fachschule:Was denken und sagen Mittelschülerinnen und -schüler über ihre Schulstufe? INFO hat nachgefragt.Ein Wechselbad von Anstrengungund EntspannungDie Mittelschule ist groß und dank der Mithilfevon Schülerinnen und Schülern nun schöngestaltet: der Kunstraum, die Bibliothek, derComputerraum … In der Mittelschule gefälltuns, dass wir neue Freunde kennengelernthaben, dass wir eine gute Klassengemeinschaftsind, dass wir Filme schauen und auchetwas zur Entspannung machen. Weniger gefallenuns die Fünf-Tage-Woche, die viel zukurze Mittagspause und die Mensa. Wir mögenauch den Montagnachmittag mit den anstrengendenFächern nicht, ebenso wie Tests,die erst ein bis drei Tage vorher angesagtwerden und für die wir bis zu zehn Seiten lernensollen.Lena Hafner, Melanie Baur undLea Ebnicher, 2. Klasse Mittelschule TerlanTolle SpezialräumeMir gefällt die Mittelschule gut, weil es hierim Unterschied zur Grundschule auch eineneigenen Technik-, Kunst- und Naturkunderaumgibt. Am bestengefällt mir die Mensa,weil ich, wennnachmittags Schuleist, nicht immer nachHause gehen muss.Christian Hofer,1. Klasse MS SchlandersSpannender Übergangvon der Grund- zur MittelschuleMir gefällt die Mittelschule sehr gut. DerÜbergang von der Grundschule auf die Mittelschulewar spannend. Alles ist neu: neueLehrpersonen und andere Klassenkameradinnenund -kameraden. Ich habe aber schonneue Freunde gefunden. Wir müssen zwarmehr lernen, aber da tu ich mich ja nichtschwer. Kunst und Technik sind in der MittelschulegetrennteFächer, ebenso Naturwissenschaften,Erdkunde und Geschichte.Juliane Telser,1. Klasse MittelschuleSchlandersAbwechslungsreicheund erfüllende ArbeitAn meiner Arbeit als Mittelschullehrerin gefallenmir besonders der tägliche Kontakt zuden Schülerinnen und Schülern dieser Altersstufeund die Möglichkeit, in ihnen die Neugiersowie die Freude am Lernen zu fördern.Ich finde den Lehrerberuf sehr abwechslungsreichund erfüllend, gerade wenn manbeobachten kann, wie Schülerinnen undSchüler im Laufe der drei MittelschuljahreFortschritte im Bereich der Fach-, SozialundSelbstkompetenz machen.Die zunehmend wachsende Bürokratisierungsowie die Reduzierungder Ressourcen erschwerenhingegendie Lehrtätigkeit. Außerdemfinde ich esschade, dass trotzmotivierter und engagierterLehrpersonenunsere Arbeit in der Öffentlichkeit oft wenigWertschätzung erfährt.Barbara Baldini, Lehrerin, Mittelschule TerlanJeden Tag etwas NeuesMir gefällt die Mittelschule sehr gut. Die Lehrerinnenund Lehrer sind nett und ich habeschon viele neue Freunde gefunden. Ich fühlemich in der Mittelschule wohl. Man lernt jedenTag etwas Neuesund wiederholtmanchmal alte Sachen.ViktoriaFleischmann,1. Klasse MittelschuleSchlandersFroh, Schule gehen zu dürfenIch finde, dass die Mittelschule sehr schön istund ich freue mich auch sehr, dass ich überhauptzur Schule gehen darf. Für die Zukunfthoffe ich, dass ichgute Noten bekommeund nie eine Klassewiederholen muss.FranziskaPernthaler,1. Klasse MittelschuleSchlandersZusammengestellt von Elisabeth MairhoferINFO RedaktionDezember 2012 / Jänner 201313


Thema50 Jahre MittelschuleRichtschnur für die ZukunftSeit der Einführung der Einheitsmittelschule im Jahre 1963 ist deren inhaltliche Ausrichtung trotz weiterer Reformen diegleiche geblieben. Die Situation an den Südtiroler Mittelschulen: ein Blick zurück und einer nach vorne.Von Bernhard Hölzl, Evaluationsstelle für die deutsche SchuleDie Einheitsmittelschule ist heute eine kaumnoch angezweifelte Realität, die alte elitäreLateinmittelschule nicht mehr als eine ferneErinnerung. Es hat in der Zwischenzeit weitereReformen gegeben, die darauf abzielen,den 1963 eingeschlagenen Weg zu bestätigenund noch weiter auszubauen. Betrachtet mandie internationale Bildungspolitik, kann mansich zugutehalten, anderen Ländern mit gegliedertemSchulsystem ein Stück weit vorausgegangen zu sein, denn auch dort wirddie Einheitsmittelschule mehr und mehr alsZukunftsmodell gehandelt.Trotzdem ist die Frage, ob sich die Erwartungenan die Mittelschule erfüllt haben, nachwie vor aktuell und notwendig. Steht mannämlich weiterhin zu den ursprünglichenZielen, lässt sich von der Beantwortungeine Richtschnur für zukünftiges Handelnableiten.Hat sich der Bildungsgrad erhöht?Wenn man sich vor Augen führt, dass zu Beginnder 1960er-Jahre der Anteil der Schülerinnenund Schüler, die eine weiterführendeSchule besuchten, lediglich 12 Prozent betrug,kann nicht bezweifelt werden, dass dasallgemeine Bildungsniveau gehoben wurde.Die PISA-Untersuchungen, die ja den gesamtenBildungsweg bewerten, haben in allerDeutlichkeit gezeigt, dass sich die Leistungender 15-Jährigen Südtirolerinnen und Südtirolerin den Schlüsselfächern mit denen anderereuropäischer Regionen und Länder messenkönnen, sie in manchen Bereichen sogarklar übertreffen. Die PISA-Ergebnisse belegenallerdings auch, dass das oberste Leistungssegmentvon dieser Steigerung nicht sosehr profitiert hat. Immer noch verlässt einzu großer Anteil von Jugendlichen die Mittelschule,der im Lesen, in Mathematik und Naturwissenschaftennicht die Mindeststandardserreicht. Dies zeigt, dass das ursprünglicheZiel der Reform, allen gleicheBildungschancen zu gewähren und zugleichdie Fähigkeiten der Einzelnen optimal zu fördern,also nicht auf eine Nivellierung hinzuarbeiten,nur sehr unvollständig eingelöstwerden konnte.Bahnbrechendes wurde auf dem Gebiet derIntegration von Kindern mit Behinderung geleistet.Diese gemeinsam mit den anderenKindern und Jugendlichen in der Klasse zuunterrichten, erforderte ein großes Umdenkenbei den Lehrkräften, aber auch bei Elternund Schülerinnen und Schülern. MancheSchulen sind schon sehr weit gekommen undhaben beispielhafte Verfahren der Inklusionentwickelt, andere setzen noch vorwiegendauf Unterstützungsmaßnahmen außerhalbder Lerngruppe.Förderung statt Selektion?In den ersten Jahren der neuen Mittelschuleerwartete viele Jugendliche am Ende desSchuljahres eine kalte Dusche: 25 bis 30 Prozentder Lernenden, mancherorts auch über50 Prozent, mussten das Schuljahr wiederholen.Viele Lehrkräfte konnten sich schwer vondem überkommenen Leistungsbegriff verabschiedenund übertrugen Ansprüche und Bewertungskriterienvon der alten Lateinmittelschuleauf die neue Schule. Doch schon baldtrugen sie dem neuen Schulkonzept Rechnungund die Durchfallquoten sanken auf ein sehrniedriges Niveau. Mussten im Jahr 1984 immerhinnoch 8,3 Prozent die Klasse wiederholen,so sind es im Schuljahr 2010/2011 gerade2,6 Prozent. Es gibt nur mehr wenige Lehrkräfte,die den früheren Verhältnissen nachtrauern.Neue Lernformen?Einer der zentralen Ansprüche der neuenMittelschule war es, eine andere Lernkulturzu etablieren. Nicht länger sollte Frontalunterricht,Abschreiben und Memorieren dasLernen in der Klasse prägen. Der Schülerund die Schülerin sollten im Mittelpunkt stehen,Selbsttätigkeit und Eigenverantwortunggefördert werden. Auf diesem Gebiet hat sichin den letzten Jahren vieles getan, doch sindwir von einem wirklichen Durchbruch nochweit entfernt. Zwar ist der akademische Vortragstilaus dem Unterricht in der Mittelschuleweitgehend verbannt, doch überwiegenweiterhin lehrerzentrierte Unterrichtsformen.Dass in etwa 90 Prozent der Klassenzimmerdie Sitzbänke frontal nach vorn ausgerichtetsind, ist ein deutliches Indiz dafür. Was dieUnterrichtsmerkmale betrifft, zeigt die Mittelschuleeine größere Nähe zur Oberschule –in der am stärksten an traditionellen Lernformenfestgehalten wird – als zur Grundschule.Eltern-, Lehrpersonen- sowie Schülerbefragungenmachen dies deutlich.Vertiefte Zusammenarbeitim Kollegium?Eine große Hoffnung ist in eine neue Formder Intensität der Zusammenarbeit unter denLehrpersonen gesetzt worden. Haben sichhier wirklich gemeinsame Planung und Verantwortungdurchgesetzt? Die Dauerklageder Lehrpersonen über zahllose Sitzungen14 Dezember 2012 / Jänner 2013


traditionellen Lernformen festgehalten wird, als zur Grundschule. Eltern-,Lehrpersonen- sowie Schüdies deutlich.Vertiefte Zusammenarbeit im Kollegium?Eine große Hoffnung ist in eine neue Form der Intensität der Zusammenarbeit unter den Lehrpersonesich hier wirklich gemeinsame Planung und Verantwortung durchgesetzt? Die Dauerklage der LehrpeSitzungen mit wortreichen, aber folgenlosen Protokollen weist darauf hin, dass man von einer effizienweit entfernt ist und es noch manches zu tun gibt.Mehr Demokratie?Durch die Einführung der Mitbestimmungsgremien wurde die Mitgestaltung institutionalisiert. Demokjedoch vor allem im Schulalltag. Hier ist zweifellos festzustellen, dass sich die Schule generell sehr gElternschaft wird in der Schule gehört und ernst genommen. Lehrpersonen sehen, wie Umfragen ergMitgestaltungsmöglichkeiten und sehen sich von den Schulführungskräften zu 85 Prozent fair behandmangelnde Aufmerksamkeit, die die Schülerinnen und Schüler ihrer Ansicht nach für ihre Wünsche ulässt noch einen Rückstand in den Mitgestaltungsmöglichkeiten vermuten.mit wortreichen, aber folgenlosen Protokollenweist darauf hin, dass man von einer effizientenKooperation noch weit entfernt istund es noch manches zu tun gibt.Mehr Demokratie?Durch die Einführung der Mitbestimmungsgremienwurde die Mitgestaltung institutionalisiert.Demokratie bewährt sich jedoch vorallem im Schulalltag. Hier ist zweifellos festzustellen,dass sich die Schule generell sehrgeöffnet hat. Die Elternschaft wird in derSchule gehört und ernst genommen. Lehrpersonensehen, wie Umfragen ergeben,breite Mitgestaltungsmöglichkeiten und sehensich von den Schulführungskräften zu 85Prozent fair behandelt. Lediglich die mangelndeAufmerksamkeit, die die Schülerinnenund Schüler ihrer Ansicht nach für ihre Wünscheund Vorschläge finden, lässt noch einenRückstand in den Mitgestaltungsmöglichkeitenvermuten.Sind die Reformen angekommen?Fragt man sich heute, was die Reform gebracht hat, so kann man sich ganz gewiss sein, den richtigenhaben und ein beträchtliches Stück weitergekommen zu sein. Wenn man das Erreichte jedoch an denund Visionen misst, lässt sich nicht behaupten, „angekommen“ zu sein. Im Gegenteil. Durch die Refor„gemacht“, Reform denn von 1963 man vertieft wird der und Professionalitätder Auch Lehrpersonen hier stellt sich nicht wieder gerecht, die wenn Frage, was fallen. aus dieser In den Reform nächsten gemacht Jahren werden wird mehr wird. Ich sage bewussweiterführt, sind derzusetzen noch neue und Herausforderungen nicht in Selbstmitleid und zu ver-Aufgaben auf die Sman wird lediglich der Professionalität eine „Umsetzung“ der von Lehrpersonen ihnen denn nicht je gerecht, pädagogischer wenn Optimismus man lediglich benötigt, eine „Umsetzung“ vonerwartet. aber auch Es liegt an aber den Lehrpersonen, auch an den Lehrpersonen,und sich nicht aktiv in Selbstmitleid und kritisch mit zu der verfallen. Schul-In den ohne nächsten den für die Jahren Lehrenden wird mehr keine denn Befriedi-je pädagogischer Optisich aktiv ohne und kritisch den keine mit Schule der Schulreform zu machen ist und den Rahmenrichtlinireform den und keine den Schule Rahmenrichtlinien zu machen ist auseinan-und ohne den gung für in die ihrer Lehrenden Profession keine zu finden Befriedigung ist. in ihrer ProfessioSind die Reformen angekommen?Fragt man sich heute, was die Reform gebrachthat, so kann man sich ganz gewisssein, den richtigen Weg eingeschlagen zu habenund ein beträchtliches Stück weitergekommenzu sein. Wenn man das Erreichte jedochan den damaligen Hoffnungen und Visionenmisst, lässt sich nicht behaupten,„angekommen“ zu sein. Im Gegenteil. Durchdie Reform der Unterstufe, die die Reformvon 1963 vertieft und weiterführt, sind nochneue Herausforderungen und Aufgaben fürdie Schule hinzugekommen. Auch hier stelltsich wieder die Frage, was aus dieser Reformgemacht werden wird. Ich sage bewusstDezember 2012 / Jänner 201315


ThemaGeschichte der MittelschuleAbenteuer MittelschuleDie Einführung der Einheitsmittelschule mit Gesetz Nr. 1859 vom 31. Dezember 1962 stellte dieSüdtiroler Schulwelt vor eine gewaltige Herausforderung. Martha Ambach, Jahrgang 1930,hat diese Anfangsjahre als Direktorin der Mittelschulen Kaltern und Eppan miterlebt und mitgeprägt.INFO hat Martha Ambach in Kaltern besucht und das folgende Gespräch geführt.Welches ist Ihre erste Erinnerung an dieAufbaujahre der Mittelschule in Kalternund Eppan?Martha Ambach: Ein Besuch des SchulamtsleitersFritz Ebner hier in Kaltern im Jahr1963. Er sagte mir: „Sie müssen ab 1. Oktoberdie Direktion von Kaltern und Eppanübernehmen. Aber wir haben noch keineLehrkräfte.“ Das war am Abend des 30. September.Was war mit den Lehrkräften?Martha Ambach: Das Schulamt hatte in Romangesucht, Stammrollenlehrer der Grundschulean die Mittelschule zu überstellen. DieGenehmigung kam erst nach zehn Tagen. ImLaufe der Jahre wurde der Lehrermangelaber zum schwerwiegendsten Problem. Ichhabe Lehrpersonen eingestellt, mit und auchohne Matura. Wir hatten ja als Folge des Faschismuseinen totalen Ausfall an akademischemNachwuchs.Und wenn man einen Lehrer angestellt hatte,wurde er von der Bank abgeworben?Martha Ambach: Ja, die Bank, aber auch dieLandesverwaltung waren eine große Konkurrenz,wenn es ums Personal ging. Die Bezahlungwar dort vielfach besser.Des Geldes wegen wurde man nicht Lehrer?Martha Ambach: Nein. Wir waren aber trotzdemmit Begeisterung dabei. Es ging mehrum den Vorsatz, einer guten Sache zu dienen.Wie ging man von offizieller Seite dasSupplentenproblem an?Martha Ambach: Es gab in der Mittelschuleviele Hilfskräfte, die gerne unterrichteten,aber keinen Studientitel hatten. Ende der1960er-Jahre wurde das Modell der „BrixnerSupplentenkurse“ entwickelt. Lehrer solltenim Sommer die Kurse der Universitäten Innsbruckund Padua besuchen und die Stammrolleerhalten. Mehr als 400 Anwärterinnenund Anwärter haben sich gemeldet.Reichte das aus?Martha Ambach: Nein, es gab einen Bedarfan Lehrpersonen und auch an Akademikernin der Landesverwaltung, der viel höher war.Damals hatte ich eine heftige Meinungsverschiedenheitmit dem sonst geschätzten Landesratfür Schule und Kultur, Anton Zelger.Ich setzte mich für eine von der UniversitätInnsbruck gestützte breite Ausbildung aufHochschulebene ein, während der Landesratdas Modell der Brixner Kurse wollte.Blicken wir noch einmal in die Anfangszeit.Gab es noch andere Schwierigkeiten?Martha Ambach: Wir hatten keinen Lehrplan,keine Schulbücher, mussten Klassen imDachgeschoss und in Kellern unterbringen.Die Gemeinden hatten damals ja kaum Geld.Die ersten Möbel für das Sekretariat der MittelschuleKaltern habe ich in einer Versteigerungshallein Bozen erworben.Das ist heute kaum noch vorstellbar.Martha Ambach: In Südtirol gab es damalsnoch große Armut. Die Kinder mussten dieBücher selbst kaufen. Für Ärmere gab esBüchergutscheine. Ich hatte einige Fälle,wo Bauern, Grundbesitzer mit gutemEinkommen, die Büchergutscheine erhielten,während das Kind des Kellereiarbeiterskeine erhielt.Was haben Sie gegen dieses Problem unternommen?Martha Ambach: Wir haben im Dorf gesammelt.Später konnten wir dann Leihbücherausgeben.Wie war die Einstellung der Eltern zur Schule?Martha Ambach: Es gab damals ja noch sehrviele Bauernkinder. Zur Wimmenszeit gab esoft leere Klassen. Wenn man die Eltern daraufansprach, hieß es: „Mein Bub wird eh lei aBauer“ bzw. „Meine Gitsch wird eh lei a Hausfrau“.Diese Einstellung hat sich heuteGottseidank geändert.Gab es auch Gegner der neuen Mittelschule?Martha Ambach: Ja, die größten Gegner warendie Pfarrer der einzelnen Gemeinden undFraktionen. Sie hatten die Kinder nun nichtmehr im eigenen Religionsunterricht. Damithatten sie die Kinder nicht mehr unter ihrenFittichen. Auch die Volksschullehrpersonenwaren dagegen, da sie um ihre Stellen fürchteten.Mit der neuen Mittelschule fielen jadrei Klassen Volksschule weg.Neben ihrer Arbeit als Direktorin haben Sieab 1979 das Private Pädagogische Institut(PI) geleitet. Was tat das PI damals?Martha Ambach: Es war ein kleiner Betriebmit wenig Geld. Es gab keine Lehrpläne, dieauf Südtirol abgestimmt waren, keine Schulbücher.Das private PI konnte die Lehrplänefür die Grund- und Mittelschule ausarbeiten.Auch eigene Lehrbücher und Schulmaterialienkonnten endlich entwickelt werden.Wie schätzen Sie das Modell Einheitsmittelschuleheute ein?16 Dezember 2012 / Jänner 2013


Martha Ambach: Die Einheitsmittelschule istein sehr fortschrittliches Modell. Österreichund Deutschland machen sich heute auf diesenWeg und kämpfen mit denselben Problemen,die wir im Laufe der Zeit auch erfahren haben.Was möchten Sie jungen Lehrpersonen,die in der Mittelschule mit dem Unterrichtenbeginnen, mit auf den Weg geben?Martha Ambach: Die Motivation, mit jungenMenschen zu arbeiten, ist das Wichtigste. Ichhabe die Erfahrung gemacht: Wenn ich grantigin eine Klasse gegangen bin, dann bin ichimmer wieder gut gelaunt herausgekommen.Ich hatte Freude am Unterrichten, auch wennes in der Mittelschule wegen der Pubertätder Jugendlichen manchmal kompliziert ist.Ein guter Lehrer muss kein wissenschaftlichausgebildeter Psychologe sein. Er brauchtaber psychologisches Einfühlungsvermögen.Ganz wichtig ist auch die Didaktik.Sie haben auch an der Mittelschuleunterrichtet?Martha Ambach: Ja. Neben der Leitung derbeiden Schulen Kaltern und Eppan hatte ichin der Anfangszeit auch noch zwölf StundenUnterricht. Die Schulen leitete ich mithilfe einerstundenweise verpflichteten Sekretärin.Jeder Tag musste durch Improvisieren gemeistertwerden.Ein Blick auf die Schule heute?Martha Ambach: Die Schule heute leidet an einemZuviel an Reformen. Eine Schule brauchtauch Ruhe, um sich entwickeln zu können. Dassollte man ihr wieder mehr gönnen.Interview: Walter Pichler, INFO RedaktionMartha AmbachAm 28. Februar 1930 als Gastwirtstochterin Kaltern geboren, beginnt die 19-Jährigeein Anglizistikstudium an der Universitätin Venedig. Nach Abschluss des Studiumsunterrichtet sie an der HandelsoberschuleLiterarische Fächer und Englisch. 1960wird Martha Ambach erstes weiblichesGemeinderatsmitglied von Kaltern.Von 1962 bis 1994 ist sie Direktorin derEinheitsmittelschule in Kaltern.Daneben bekleidet Martha Ambachehrenamtlich verschiedene Funktionen:Sie ist Präsidentin des ArbeitskreisesSüdtiroler Mittelschullehrer (1970–1972),Gründungsmitglied des SüdtirolerBildungszentrums, Gründungsmitgliedder Südtiroler Schulgewerkschaft SSGund schließlich Leiterin des PrivatenPädagogischen Instituts von1979 bis 1990.Nach 40 Jahren Dienst genießt MarthaAmbach ihren Ruhestand.Südtiroler SchulgeschichteMuttersprachlicher Unterricht unterfremdem GesetzDie Geschichte des Aufbaus derEinheitsmittelschule ist hervorragenddokumentiert im Standardwerkzur Südtiroler Schulgeschichte vonRainer Seberich. Der Autor war ander Aufbauarbeit als Sachbearbeiterim Deutschen Schulamt und alsMittelschuldirektor selbst beteiligt.Anhand zahlreicher Quellen undAussagen von Zeitzeugen rekonstruiertund beleuchtet Seberich ausführlich denhistorischen Hintergrund. Die Darstellungwird durch zahlreiche Originalzitate,Dokumente und Statistiken belegt.Sie ist um leichte Lesbarkeit bemühtund durch interessantes Fotomaterialaufgelockert. Das Buch befindet sich injeder Schulbibliothek.Dezember 2012 / Jänner 201317


ThemaDie Mittelschule von morgenModell des ZusammenlebensDie Vision einer Mittelschule der Zukunft zeigt neue Aufgaben, Perspektiven und Möglichkeiten auf,in der die Menschen die zentrale Rolle spielen – eine mögliche Antwort auf verschiedene Fragen an das Morgen.Von Karl Spergser, Direktor des Grundschulsprengels LanaSich die Mittelschule von morgen zu denken,führt mich sofort – und das nicht nur imWortspiel – zu Hartmut von Hentigs „dieSchule neu denken“. Seine sechs Thesen beschreibendie Schule insgesamt als einen Lebensraumneben anderen (Familie, Wohnraum,Nachbarschaft und Natur). Er sieht dieSchule als einen Erfahrungsraum und einenOrt, an dem nicht nur die Schülerinnen undSchüler die Notwendigkeit, die Vorteile undden Preis des Lebens in der Gemeinschaft erfahren.Seine Schule ist eine Polis. In diesererfahren Schülerinnen und Schüler die wichtigstenMerkmale unserer Gesellschaft – diejenigen,die sie hat und diejenigen, die sie habenwill. In einem Lebensraum hat neben derBelehrung die Erfahrung eine zentrale Bedeutung.Bedingungen desZusammenlebens erfahrenHentig denkt sich die Schule als einen Lebens-und Erfahrungsraum, einen Ort, andem wichtige Kenntnisse erworben, Fähigkeitenentwickelt und geübt sowie Vorstellungengeordnet werden. Mit diesen Gedanken hater seine Vision von Schule auf den Punkt gebrachtund meine geprägt. Es ist auch meinBild von Schule, das mit dem Eintauchen einesjungen Menschen in das Bildungssystembeginnt und ihm für eine lange Zeit die Möglichkeitbietet, am Modell dieser Gemeinschaftdie Grundbedingungen des friedlichen,gerechten, geregelten und verantwortungsvollenZusammenlebens zu lernen und zu erfahren– mit allen Schwierigkeiten.Mitten im Gedankenspiel, sich die Schule vonmorgen vorzustellen, nimmt man unweigerlichdie Mittelschule, so wie sie sich heutedarstellt, als Ausgangspunkt. Es sind die verschiedenenEntwicklungen in den letztenJahren und Jahrzehnten, welche diese Schulstufe– manchen nicht rasch genug, anderenwieder viel zu schnell – immer näher an dieseVision von Schule heranbringen.Über die Architekturzu den MenschenDies wird auch in einer sich rasch veränderndenSchulhausarchitektur sichtbar, wo zunehmendLern- und Erfahrungsräume eineRolle spielen, Räume von den Lernenden invielfältiger Weise bespielt und genutzt werden.Begrenzungen und starre Strukturenwerden aufgebrochen und veränderbare, anständig wechselnde Erfordernisse anpassbareRäume geschaffen. Es ist wohl meinWunsch an die Zukunft, dass es auch denMenschen immer besser gelingt, sich in ihrenKöpfen von starren (räumlichen) Strukturenzu lösen und die Chancen in einem frei(er)gestaltbaren Raum zu erkennen. Damit führtmich mein Gedankenspiel von einer Visionvon Schule über die Architektur endgültig zuden Menschen.Menschen spielen in dieser Polis eine zentraleRolle, Schülerinnen und Schüler sowieLehrpersonen sind gleichberechtigte Architektenihrer kleinen Modellwelt. Sie planenim Team, bringen ihre unterschiedlichen Fähigkeiten,Kenntnisse und Fertigkeiten mitund bauen am System Schule mit; dieses gemeinsameBauen wird nicht nur im Raumsichtbar, sondern wohl auch in der zeitlichenOrganisation der Schule, im sorgsamen Umgangmit ihr und den Dingen in ihr und nichtzuletzt in einer Lernarchitektur in den Köpfen.Damit meine ich gelingende Lern- undLebenskonzepte, welche die Bedürfnisse derjungen Menschen ernst nehmen und wie guteArchitektur zweckmäßige und ästhetisch ansprechendLösungen anbieten. Damit diesgelingen kann, müssen Lernende und Lehrendein immer wechselnden Rollen unterschiedlicheAufgaben wahrnehmen.Autorität positiv besetzenIn der Mittelschule, wo Schülerinnen undSchüler aufgrund ihrer Entwicklung vor besonderenHerausforderungen stehen, rücktdas Begleiten von Menschen in den Vordergrund.Lehrpersonen begleiten Schülerinnenund Schüler und übernehmen für den WegMitverantwortung. Lernende begleiten sichaber auch gegenseitig, erleben andere alsWeggefährten, erkennen die Bedeutung vonVerlässlichkeit, Verbindlichkeit, Rücksicht,Solidarität und vieles mehr. Dies gilt für dieLehrpersonen gleichermaßen. Sie nehmensich selbst nicht immer als Begleiterin oderBegleiter wahr. Hinter dem „bewussten“ Begleitenverbirgt sich eine weitere Aufgabe,nämlich jene des Führens. Führungsarbeit istuns auch in der heutigen Schule vertraut undgeläufig; das Führen einer Klasse ist fürLehrpersonen schulischer Alltag. Oft haftetan dieser Aufgabe der Makel von negativ verstandenerAutorität. In einer Mittelschule vonmorgen ist es gelungen, Autorität positiv zubesetzen. Autorität verstanden als Einbringenvon besonderen Kompetenzen. Expertenwissenund Lebenserfahrungen machenMenschen für eine besondere Aufgabe oderHerausforderung für eine bestimmte Zeit zuFührungspersönlichkeiten. Selbstverständlichschlüpfen auch Schülerinnen und Schülerin diese Rolle.18 Dezember 2012 / Jänner 2013


Empathisches Zuhörenund Dasein für den anderenManche Entwicklungen lassen sich allein mitExpertenwissen auf einer Sachebene kaumbis gar nicht erreichen. Menschen in besonderenLebenssituationen und oft auch Lebensnötensind mit existenziellen Fragen beschäftigtund schaffen ihren Weg nicht ohneHilfe, ohne beratende Unterstützung. Miteinem besonderen Blick auf die Bedürfnissejunger Menschen in der Mittelschule wirddem Rechnung getragen. Helfen bedeutet dain besonderer Weise empathisches Zuhörenund Dasein für den anderen. Dabei spielen,dem Alter der Jugendlichen entsprechend,nicht nur die Erwachsenen, sondern auch diePeergruppe, eine Gruppe von gleichaltrigenKindern oder Jugendlichen, eine bedeutendeRolle. In Buddy-Schulen mit Schwerpunkt sozialemLernen setzt man dieses Konzept bereitserfolgreich um. In meiner Mittelschuleder Zukunft nimmt es großen Raum ein.Dabei liegt auch immer der Blick auf HentigsPolis, in der junge Menschen lernen, ordnen,erfahren und einüben. Dieses Helfen und gegenseitigeStützen der Lehrpersonen sowieder Schülerinnen und Schüler richtet sich aneinem Beratungsverständnis aus, das um dieLösungskraft in den einzelnen Menschenweiß, diese Kraft entdecken hilft und gemeinsamnach Lösungswegen sucht, fern vonBesserwisserei und einfachen Antworten.Vielfalt als Chanceauf Fragen der ZukunftMir ist klar, dass mit meinem Erträumen einerMittelschule von morgen ein idealisiertesBild gezeichnet wird, die Schwierigkeiten aufdem Weg dorthin beträchtlich sind. Doch geradehier beziehe ich mich erneut auf HentigsSchule als Ort, wo wir in Modellen gemeinsamlernen können, auch wie Schule undWelt von morgen aussehen müssen. Eine solcheSchule wird durch ihre Autonomie sichersehr vielfältig ausgestaltet sein. Gerade indieser Vielfalt sehe ich die große Chance fürneue, sinnvollere, bessere Lösungen auf dieFragen der Zukunft.Aus dem Wunsch nach der Vision kann einkritischer Leser, eine kritische Leserin (viel-)leicht eine Unzufriedenheit mit dem Jetzt ableiten.Es gehört aber auch zu meiner Visioneiner Mittelschule von morgen, dass dieMenschen in ihr ein kritisches Auseinandersetzenmit sich selbst als Chance für Entwicklungund wichtigen Teil ihrer Arbeit verinnerlichthaben, dass sie Erfahrungen andererannehmen, adaptieren und für sich nutzenund letztendlich ihre Antworten suchen undfinden.Dezember 2012 / Jänner 201319


ThemaDie Pubertät – EntwicklungsschritteZeiten des UmbruchsDie Pubertät: Zwischen 10 und 13 geht’s los. Die wichtigsten Veränderungen und Entwicklungsschritte für Jugendliche aufdem Weg ins Erwachsenenleben – skizziert von Gudrun Schmid*.Wer mit Kindern und Jugendlichen in der Pubertätlebt oder arbeitet, kann sich auf einelebendige und bewegende Zeit freuen: Diegroße Umbruchphase, in der sie sich befinden,zeigt sich auf mehren Ebenen nun meistrecht deutlich.Bei vielen Kindern setzt mit etwa 9, 10 Jahrendie körperliche Reifung ein. Während der erstenPhase der Pubertät, die etwa bis zum 13.,14. Lebensjahr währt, haben die Heranwachsendenviele Veränderungen und Aufgaben zubewältigen:• sie reifen körperlich und werden zur jungenFrau, zum jungen Mann, was sie manchmalverunsichert,• damit verbunden sind Stimmungsschwankungen,die sie häufig selbst nicht einordnenkönnen. Später dann entwickelt sichihre Sexualität weiter; das beschert ihnenGefühle und Wünsche, die sie bisher nichtkannten,• sie bauen einen Freundeskreis auf und erweiternihn,• sie entwickeln sich in ihrer Selbstständigkeitweiter und suchen verstärkt nach dereigenen Persönlichkeit, dem eigenen Wegim Leben,• damit verbunden ist auch das zunehmendeLoslösen von ihren Eltern und anderenwichtigen Bezugspersonen.Für die Kinder und Jugendlichen ist es oft anstrengend,diese Veränderungen zu bewältigen.Gleichzeitig lernen sie dabei viele sehrwichtige Dinge, die es ihnen später erleichternund ermöglichen werden, Entscheidungenzu treffen und Schwierigkeiten selbstständigzu überwinden. Dadurch entwickelnsie das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen,um als eigenständige Persönlichkeitden Platz in der Gesellschaft zu finden.Die Suche nach dem eigenen WegFür Eltern, Lehrpersonen, Schulführungskräfteund andere wichtige Bezugspersonenkann diese Zeit lebendig und manchmalauch herausfordernd sein.Es ist schön zu sehen, wie sich ein Kind entwickelt,wie es seinen ganz eigenen Wegsucht und findet. Dabei können auch Erwachseneeine Menge lernen: Kinder und Jugendlichehinterfragen vieles, was bisher selbstverständlichschien. Daraus können sich interessanteGespräche ergeben. Und manchmalwird vielleicht auch deutlich, wie schnell undwie viel sich mit den Jahren verändert, zumBeispiel im Bereich der Medien.Herausfordernd kann die Tatsache sein, dasssich die Beziehung zum Kind nun verändert:Die Bezugspersonen bemerken jetzt häufig,dass die oder der Heranwachsende Regelninfrage stellt, vermehrt eigene Entscheidungentrifft und auf keinen Fall mehr wie einKleinkind behandelt werden will. Mädchenund Jungen ziehen sich nun gerne zurückund wollen ungestört sein. Die Freundinnenund Freunde gewinnen an Bedeutung. Grenzenwerden ausgelotet und manchmal auchüberschritten.Eltern, Lehrpersonen und andere nahe Bezugspersonensind gerade in dieser Zeit sehrwichtig für die Heranwachsenden: Auch wennes nicht immer so aussieht, brauchen Jungenund Mädchen Erwachsene, die ihnen beimÜbergang ins Erwachsenenleben liebevollenHalt geben. Sie brauchen Anteilnahme an ihremLeben, ein offenes Ohr für ihre Fragenund liebevolle Unterstützung.Gut zu wissen, bevor es losgeht ...Die Pubertät ist ein natürlicher Entwicklungsprozessauf dem Weg zum Erwachsenwerden.Auch wenn es manchmal anders scheint: FürKinder und Jugendliche ist die Beziehung zuihren Eltern, Lehrpersonen und anderen Bezugspersonenweiterhin sehr wichtig.Darüber, wie lange die Pubertät dauert, lassensich kaum Voraussagen machen: JedesKind ist einzigartig. Wie in jeder Entwicklungsphaseähneln sich zwar die Verhaltensweisen,aber Beginn, Dauer und Ausprägungsind eine ganz individuelle Angelegenheit.* Gudrun Schmid leitet das Projekt „Elternbriefe“ und istMitarbeiterin beim Amt für Jugendarbeit.ElternbriefeBei den Elternbriefen handelt es sichum bunte und bebilderte Broschüren indeutscher und italienischer Sprache. Esgeht darin um Erziehung, Gesundheit,Psychologie, Sicherheit, um juridischeund organisatorische Fragen sowieum Beziehung und Partnerschaft. DieElternbriefe 1–6 beziehen sich aufKinder im Kleinkindalter. Im Elternbrief„Jugendliche 1: Wenn die Pubertät beginnt“finden sich gebündelte Informationen zumPubertätsbeginn. Es geht darin um diekörperlichen, geistigen und seelischenVeränderungen ebenso wie um dasZusammenleben, die Aufgabenteilung unddie Konfliktbewältigung in der Familie,den sicheren Umgang mit elektronischenMedien, die Suchtvorbeugung, den Umgangmit Geld und Freundschaften. Das Heftenthält zudem wichtige Adressen undLektürehinweise. Die Beiträge stammenvon Pädagogen, Psychologen, Ärzten,Sexualpädagogen und anderen Fachleuten.Den Elternbrief zum Thema Pubertät undalle Infos zu den Elternbriefen gibt es unterwww.provinz.bz.it/elternbriefe20 Dezember 2012 / Jänner 2013


Tipps (nicht nur) für LehrpersonenWas Pubertierende brauchenEinen Blick in eine Klasse pubertierender Schülerinnen und Schüler hat Anna Elisabeth Ebensperger,Schulberaterin am Pädagogischen Beratungszentrum Bozen, geworfen.Einige Tipps im Umgang mit Heranwachsenden hat sie für INFO festgehalten.➩ Mit Respekt und InteresseSich nicht auf Machtkämpfe einlassen,Halt und Orientierung anbieten, Achtungund Respekt anderen zukommenlassen, aber auch einfordern, Interesseam Heranwachsenden und an dessenBedürfnissen signalisieren, Konsequenz,Verlässlichkeit und Vorhersehbarkeitanstelle von Willkür und Missachtung derPersönlichkeit der Pubertierenden.➩ Die Rolle als LehrpersonRollendistanz ist wichtig: UnangemesseneVerhaltensweisen sind meist nicht gegendie Lehrperson persönlich gerichtet.Heranwachsende fordern heraus, wollenanecken, sich reiben, an Grenzen stoßen,sie übertreten oder verletzen.➩ Grenzen setzenWo es Grenzen gibt, gibt es auch Grenzüberschreitungen.Pubertierende wollenausprobieren, wie weit sie gehen können,sie wollen wissen, was geschieht, wennsie Grenzen überschreiten. Auch wenndie Pubertierenden sich gegen jedeForm der Begrenzung wehren, heißt dasnicht, dass sie auf alle Regeln verzichtenwollen. Wenn sie keine erfahren, habensie schnell das Gefühl, dass sie den Erwachsenenegal sind, dass es ihnen egalist, was sie treiben, und dass sie an ihnenals Person desinteressiert sind. Kritik anihren Handlungen können sie aushaltenund annehmen, dabei muss aber diepersönliche Würde unangetastet undrespektiert werden. Nach dem Grundsatz:Ich mag dich, das, was du getan hast, waraber nicht in Ordnung.➩ Die Jugendlichen anerkennenPubertierende brauchen Zustimmung,Anerkennung und Wertschätzung ihrerselbst und ihrer Fertigkeiten. Das stärktihr Selbstvertrauen und unterstützt dieMotivation. Misserfolge, ständige Kritikund übertriebene Kontrolle haben einennegativen Einfluss auf das Selbstbewusstseinder Heranwachsenden. Siebrauchen einen Erwachsenen, der fähigist, mit ihnen in Beziehung zu treten undin Beziehung zu bleiben.➩ Regeln und FlexibilitätPubertierende brauchen feste Regeln,aber auch Großzügigkeit, Fantasie undFlexibilität. Sie wünschen sich Erwachsenemit Autorität und Vorbildcharakter.➩ Die richtige Dosis:loslassen und festhaltenEine Menge an Toleranz, Verständnis,Vertrauen gegenüber den Heranwachsendenwird den Lehrpersonen abgefordert.Die Fäden in der Hand zu behalten, dasrichtige Maß zwischen Loslassen undFesthalten zu finden, ist wichtig.➩ Streiten erlaubtPubertierende müssen sich streitendürfen. Es geht um die Entwicklung einerKultur der Auseinandersetzung, der Problemlösung,des Konfliktes.➩ Die HeranwachsendenmiteinbeziehenPubertierende mögen bloße Bevormundungnicht. Sie wollen sich als Urheberdes eigenen Handelns erleben. Befehlewie „Lass das“ oder „So geht das nicht“,tragen nicht dazu bei, dass beispielsweiseKlassenregeln eingehalten werden.Pubertierende haben das Bedürfnis, miteinbezogenzu sein, ansonsten können sieauf infantiles, destruktives Verhalten ausweichen.Bereitschaft zum Gespräch undzum Verhandeln sind wichtige Momentein der Beziehung vom Erwachsenen zumJugendlichen.Anna Elisabeth EbenspergerSchulberaterin am PädagogischenBeratungszentrum BozenDezember 2012 / Jänner 201321


ThemaNeue Mittelschule in ÖsterreichEine gemeinsame SchuleÖsterreich ist auf dem Weg, die Neue Mittelschule (NMS) in allen Bundesländern einzuführen.Diese Entwicklung wird auch von einer pädagogischen Qualitätsoffensive begleitet.Eine Bestandsaufnahme des Projektleiters Helmut Bachmann.Mit einer entschiedenen Ansage hat die österreichischeBundesministerin für Unterricht,Kunst und Kultur, Claudia Schmied, imFrühjahr 2007 das Thema der Neuen Mittelschuleerneut auf die bildungspolitischeAgenda gesetzt. Die Schullaufbahn-Entscheidungmit neuneinhalb Jahren ist viel zu frühund führt dazu, dass viele Potenziale vonSchülerinnen und Schülern nicht optimal entwickeltwerden. Der Strukturwandel in derMittelstufe muss auch von einer Qualitätsoffensivebegleitet sein: Ziel ist eine moderneLeistungsschule mit einer neuen Lernkultur,die sich an den individuellen Potenzialen derSchülerinnen und Schüler orientiert. DieseZiele sind durch nationale und internationaleStudien, insbesondere jene der OECD, vielfachbestätigt und werden auch von einerüberwältigenden Zahl von Eltern und Lehrpersonenpositiv gesehen.Entwicklungsbegleitungals wesentliche SäuleDie Arbeit an den Schulen aber auch im Managementwird durch die NMS-Entwicklungsbegleitung(NMS-EB) gezielt unterstützt. DieEntwicklungsbegleitung ermutigt und stärktdie Handelnden und sorgt für deren Vernetzung.Damit ist die NMS-EB zu einer wesentlichenSäule der NMS-Entwicklung geworden.Diese erfolgreiche externe Systemintervention,getragen durch die Professoren Schratzund Schley, wird nun mit dem Schuljahr2012/2013 vom ZLS (Zentrum für lernendeSchulen) innerhalb des österreichischen Bildungssystems– in Kooperation der PädagogischenHochschulen mit der UniversitätInnsbruck – weitergeführt und dient der Begleitungder flächendeckenden Einführung derNMS an den österreichischen Hauptschulen.Für die optimale regionale Passung der Entwicklungsarbeitsorgen unsere Koordinatorinnenund Koordinatoren in den Bundesländern.Der NMS-ThinkTank ist so etwas wiedas Herzstück der NMS-Entwicklungsarbeit,hier sorgen systemverantwortliche Entwicklungspartner– in der Regel die zuständigenLandesschulinspektorinnen und Landesschulinspektoren – für die optimale Umsetzungder Entwicklungsintentionen in denBundesländern, aber auch für die notwendigenImpulse zur Weiterentwicklung der NeuenMittelschule. Die Vernetzung der Akteurinnenund Akteure sowie der Institutionen bildet eineentscheidende Grundlage für den Erfolg dieseskomplexen Entwicklungsprojektes.Die NMS-Entwicklungsarbeit hat mit der Generation1 im Schuljahr 2008/2009 begonnen. DieseGeneration hat mit Ende des Schuljahres2011/2012 als erste Abgängerinnen und Abgängerdie Neuen Mittelschulen verlassen. Mit Beginndes Schuljahres 2012/2013 steigt nun dieGeneration 5 in die Entwicklungsarbeit ein.Organisatorische EntwicklungSeit Beginn der NMS-Entwicklungsarbeitstellte der Schulversuchsparagraf 7a dierechtliche Grundlage dar.Die Klassenschüler-Höchstzahl beträgt 25pro Klasse, wird aber durch die Möglichkeitder Teilungen häufig unterschritten. Die Anzahlder unterrichtenden Lehrpersonen richtetsich nach den standortspezifischenSchwerpunkten und Besonderheiten, wie Anzahlder Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischemFörderbedarf oder mit eineranderen Erstsprache als Deutsch undwird ergänzt durch sechs Lehrpersonen-Wochenstundenpro Klasse für Teamteaching.Seit Dezember 2008 liegen aus allen Bundesländernvom Bundesministerium für Unterricht,Kunst und Kultur approbierte Modellplänezur Entwicklungsarbeit mit regionalenSchwerpunkten vor. Mit dem umfassendenNMS-Gesetzespaket vom 24. April 2012 wurdedie rechtliche Basis für die flächendeckendeEinführung der NMS an allen österreichischenHauptschulen bis zum Schuljahr2014/2015 geschaffen.Die aktuelle politische Entscheidung bedeuteteinerseits die flächendeckende Einführungder NMS an allen Hauptschulen und andererseitsden gleichzeitigen Fortbestand der Allgemeinbildendenhöheren Schulen (AHS)-Unterstufe.AHS-Standorte können aber imWege von Schulversuchen an dieser pädagogischenWeiterentwicklung der Lernkulturauf der Sekundarstufe I teilhaben.Pädagogische EntwicklungIndividualisierung und innere Differenzierunggewährleisten, dass alle Schülerinnen undSchüler in den Modellversuchen in ihren Begabungenund Talenten bestmöglich gefördertund in ihren Leistungen herausgefordertwerden. Diese wesentlichen Säulen einerneuen Lernkultur, in deren Zentrum das einzelneKind mit seinen individuellen Möglichkeitensteht, sind untrennbar verbunden miteiner neuen Qualität des Lernens, in der offenenLernformen, selbsttätigem, forschendemLernen, Lernen in und an Projekten sowieKompetenzlernen und einer verstärkten Vermittlungvon Schlüsselkompetenzen wie Eigenständigkeit,Verantwortung, Kreativität,Flexibilität, Kommunikations-, Konflikt- undTeamfähigkeit besondere Bedeutung zukommen.Kunst- und Kulturvermittlung, Gender-Kompetenz-Lernen, E-Learning und der Einsatzdes Europäischen Sprachenportfoliossollen als Querschnittsthemen weitere Beiträgeim Rahmen der Individualisierung desLernens leisten.22 Dezember 2012 / Jänner 2013


Wesentliches Element sind die Lernateliersam Schulstandort. Hier entwickeln und reflektierendie Lehrerinnen und Lehrer ihre pädagogischenKonzepte für eine neue Lernkultur.Als Qualitätssicherungsmaßnahme und Unterstützungsangebotgleichermaßen garantiertdie gemeinsame Arbeit der Lehrpersonen indiesen lokalen, regionalen und überregionalenLernateliers die Umsetzung individualisiertenUnterrichts im Schulalltag und ermöglicht dieBildung von Netzwerken. Gleichzeitig wird soauf der Ebene der Schulleiterinnen und Schulleiterdie Verantwortung am Standort gestärkt.SchlussbemerkungenDie NMS-Entwicklungsarbeit läuft bisherausgesprochen positiv. Die hochgestecktenErwartungen müssen in der Praxis eingelöstwerden. Wichtige Fragen, wie etwa der Umgangmit unterschiedlichem Lerntempo undmit unterschiedlichen Lernvoraussetzungenmüssen durch eine integrative Praxis beantwortetwerden. Auf Basis der lebendigen Praxissollte dann auch die Überzeugungsarbeitbei jenen Kolleginnen und Kollegen gelingen,die heute noch der gemeinsamen Schuleskeptisch gegenüberstehen.Helmut Bachmann, Leiter der AbteilungSekundarstufe I und Polytechnische Schulen,Projektleiter der NMSDokumente zurEntwicklungsarbeitUnter www.neuemittelschule.at könnenfür die NMS-Entwicklungsarbeit relevanteDokumente, so Kriterien, Modellpläne oderStandortlisten abgerufen werden.Dezember 2012 / Jänner 201323


Vor OrtMit Begeisterung24 Dezember 2012 / Jänner 2013


Hotelmesse 2012Service erster KlasseDie Schülerinnen und Schüler der gastronomischen Berufsschulen Südtirolsbegeisterten auch heuer wieder mit ihrem Können die Gäste auf der Hotelmesse in Bozen.Es wurde gekocht, gemixt, serviert und informiert:Was die Schülerinnen und Schüler dergastronomischen Berufsschulen auf derFachmesse für das Hotel- und Gastgewerbegeboten haben, war ein Service erster Klasse.Gleichzeitig zeigten sie, dass die Berufsbildungin Südtirol Jugendliche sehr gut auf dieArbeitswelt vorbereitet.Auf dem gemeinsamen Stand stellten sichheuer die Landeshotelfachschule„Kaiserhof“Meran und die Landesberufsschule„Emma Hellenstainer“ Brixen mit demThema „Südtiroler Gastronomie – zwischenTradition und Moderne“ vor. Schüler undSchülerinnen präsentierten dort den Besuchendentraditionelle Gerichte auf moderneArt, so zum Beispiel die Petersilienwurzelsuppein der Mokkatasse oder den frisch gepresstenSaft der Meraner Kurtraube. Mit dabeiwar heuer auch die Fachschule für Hauswirtschaftund Ernährung „Frankenberg“, diezusammen mit der Landeshotelfachschule„Kaiserhof“ das Projekt „Trauben erleben“erarbeitet haben. Die von der heimischenLandwirtschaft produzierten Trauben könnenin der Hotellerie und Gastronomie im Wellnessbereich,im kulinarischen Erleben sowiein der Tischgestaltung eingesetzt, verarbeitetoder zur Schau gestellt werden.Über Aus- und Weiterbildung inder Hotelbranche informierenDie Fachmesse „Hotel“ bietet den Schulenauch einen Rahmen, um sich und die vielfältigenAusbildungsmöglichkeiten in der Hotelbranchein Südtirol vorzustellen. „Wir wollenmit unserer Präsenz auf der Hotelmesse2012 auf das reichhaltige Ausbildungsangebotim gastronomischen Bereich hinweisen.Dass die Ausbildungen nicht nur vom entsprechendenVerband begrüßt werden, sondernauch von den Jugendlichen selbst, zeigtder starke Zuwachs an Schüler und Schülerinnen,den die gastronomischen Berufsschulenverzeichnen“, betont Hartwig Gerstgrasser,Bereichsleiter der Deutschen Berufsbildung.Einen Überblick über die Aus- undWeiterbildungsmöglichkeiten im Hotel- undGastgewerbe boten auf der Hotelmesse zudemdie Koordinationsstelle für beruflicheWeiterbildung und die Meisterausbildung.Andrea Volgger, INFO RedaktionDie Berufsbildung in Südtirol bereitet Jugendliche gut auf die Arbeitswelt vor.Dezember 2012 / Jänner 201325


Vor OrtMentorenarbeit an der LandesberufsschuleWas will ich?Wo möchte ich hin? Warum bin ich hier? Viele Schüler und Schülerinnen stellen sich dieseFragen und suchen Orientierung. An der Landesberufsschule „Tschuggmall“ in Brixenbetreut eine Gruppe von Lehrkräften die Jugendlichen und entwickelt mit ihnen Visionen.Ein Jugendlicher mit 16 Jahren zeigte zu Beginndes Schuljahres Verhaltensauffälligkeiten,er hielt sich ungern an Regeln und hattegrundsätzlich Probleme mit Vorgesetzen.Nachdem dieser Schüler bereits außerschulischvon verschiedenen Diensten betreutwurde, versuchte ein Mentor (= Schülercoach),ihn zu begleiten. In mehreren Gesprächennäherte sich diese Bezugsperson demSchüler und es gelang ihm, ein Vertrauensverhältnisaufzubauen. Mit kleinen Schrittenauf der Basis von Zuwendung und Beziehunggelang es, dass der Jugendliche einen Berufswunschentwickeln konnte und sich damitfür ihn auch – erstmals? – Sinn ergab, seineZiele auf Klassenziele abzustimmen. Auchdas äußerlich wahrnehmbare Verhalten ändertesich.Der Schüler besucht in diesem Schuljahr dieberufsbezogene Ausbildung (Fachschule) mitkonkreten Vorstellungen im Hinblick auf seinenpersönlichen Abschluss und die Arbeitdanach.Vertrauen aufbauenDie Mentorenarbeit ist vielschichtig, im Grundeso bunt wie das Leben selbst. Sie reichtvon der individuellen Beratung von hochbegabtenSchülern und Schülerinnen bis hin zurindividuellen Begleitung von Jugendlichenmit Verhaltensauffälligkeiten. Angelehnt andas Konzept „Ich schaffs! – Cool ans Ziel“,von Thomas Hegemann und Ben Furmann,arbeiten 20 engagierte Lehrkräfte unterschiedlicherFächer in dieser Arbeitsgruppemit. Im Mittelpunkt steht die individuelle Arbeitdes Mentors oder der Bezugsperson mitdem Jugendlichen. Hierbei ist die richtigeWahl des Mentors oder der Mentorin ausschlaggebend.Nur dadurch ist gewährleistet,dass eine Vertrauensbasis aufgebaut wird, diefür eine erfolgreiche Arbeit unerlässlich ist.Eine Lehrperson übernimmt auch nie dieMentorenarbeit für einen Schüler oder eineSchülerin der eigenen Klasse.Handelnde Jugendliche –unterstützende LehrpersonenDer Mentor oder die Mentorin erarbeitet mitden einzelnen Jugendlichen ein Programm,welches spezifisch auf sie ausgelegt ist.Die Schülerin und der Schüler sind die Agierenden,nicht die Bezugspersonen oder dieSchule. Sie stehen bei der jeweiligen Problemlösungunterstützend zur Seite. Sie bekommenZuwendung, Vertrauensvorschuss,Hilfe bei Visionsarbeit und Strukturhilfe.Dadurch ändern sie sich und ihr Verhalten,sehen einen Ausweg, ein Licht am Ende desTunnels.Im vergangenen Schuljahr haben neun Schülerund Schülerinnen dieses spezielle Angebotan der LBS Tschuggmall angenommen.Das Projekt der Mentorenarbeit im Sinne dersystemischen Pädagogik trug Früchte undwird in diesem Schuljahr fortgesetzt.„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ LaotseWolfram Girtler, Fachlehrer für Deutsch,Berufskunde und Gemeinschaftskunde26 Dezember 2012 / Jänner 2013


Zu Gast im Kindergarten FeldthurnsDer AdventsbaumAnfang Dezember stellten die Kindergärtnerinnen im Kindergarten Feldthurnsden Kindern einen kleinen Nadelbaum in den Garten. Sofort schnappten sicheinige Jungen und Mädchen den Baum und gruben ihn im Sand ein.Während des Aufstellens fand eine rege Diskussionzwischen den Kindern statt.Laura nannte den Baum Christbaum. Daraufhinerwiderte Mara: „Des isch koan Christbam,weil itz isch no Adventszeit, also hoasstder Bam Adventsbam!“Alan: „Oh, der Bam steaht gonz schiaf und erwackelt no a bissl!“Ivan: „Do hätt man gemiat a groasses Lochmochen, nor war des schun gong. Nor gangsbesser.“Laura: „Mitn Sond geahts net guat.“Mara: „Jo mit den Sond geahts net guat, mitMaulwurferde war´s besser gong!“Sobald der Adventsbaum einigermaßen stabilund gerade stand, begann Ivan mit einemTrichter Sand über den Baum zu streuen.Laura beobachtete das Geschehen und sagtezu Ivan: „Mir gfollt net der Sond aufn Christbamoben. Mir miaßn ihn onders schmücken.“Mara: „Jo, mit Sondspielsochen!“Eifrig begannen alle Kinder den Baum mitSandspielsachen zu schmücken. Laura holteeine Sternenform und setzte diese oben aufdie Baumspitze drauf. Als sie den Baum fertiggeschmückt hatten, betrachteten sie ihn undwaren sichtlich stolz darauf.Priska MantingerKindergärtnerin, Kindergarten FeldthurnsGedanken zu WeihnachtenWir haben größere Häuser, aber kleinere Familien,mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit,mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen,mehr Experten, aber größere Probleme.Wir haben unseren Besitz vervielfacht,aber unsere Welt reduziert.Wir wissen, wie man den Lebensunterhalt verdient,aber nicht wie man lebt.Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt,aber nicht den Jahren Leben.Wir kommen zum Mond,aber nicht mehr zu der Tür des Nachbarn.Wir haben den Weltraum erobert,aber nicht den Raum in uns gefüllt.Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.Vergesst nicht, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt,weil sie nicht immer mit Euch sein werden.Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterungvon unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe balderwachsen werden und nicht mehr bei Euch sein werden.Schenkt dem Menschen neben Euch eine heiße Umarmung,die von Herzen kommt und Euch nichts kostet.Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich“und meint es auch so.Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihrzusammen seid, denn eines Tages wird dieser Mensch nichtmehr neben Euch sein.Findet Zeit Euch zu lieben, fi ndet Zeit miteinander zusprechen, fi ndet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinanderzu teilen, – denn das Leben wird nicht gemessen an derAnzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl derAugenblicke, die uns des Atems berauben.In diesem Sinne: Ein frohes Fest!Nach einem Text von George CarlinUS-amerikanischer Schauspieler und Komiker, 1937–2008Dezember 2012 / Jänner 201327


LernweltenBegegnungenGletscherwanderung auf die Suldenspitze28 Dezember 2012 / Jänner 2013


Forschendes LernenZweisprachiger Gletscher-CampusWarum schmelzen unsere Gletscher? Warum geht die Steinbockpopulation im Nationalpark Stilfser Joch zurück?Wie unterscheidet man Dolomit- von Kalkgestein? Deutsch- und italienischsprachige Schülerinnen und Schüleraus Südtirol forschten vor Ort und erkundeten das Gletschergebiet.Schule einmal anders. Vom 18. bis 22. September2012 hielten sich 21 Schüler undSchülerinnen der Abschlussklassen auf derFranzenshöhe im Nationalpark Stilfser Jochauf. Hier beschäftigten sie sich eingehend mitnaturwissenschaftlichen Fragen rund um dasGletschergebiet. Die Jugendlichen kamen auself deutsch- und italienischsprachigen Oberschulendes Landes. Organisiert wurde dieVeranstaltung vom Deutschen Bildungsressort,Bereich Innovation und Beratung gemeinsammit dem Italienischen Bildungsressort,Area pedagogica.Von Gletscherbohrungenbis zur VideokonferenzBei Exkursionen, Workshops und Vorträgenerhielten die an den Naturwissenschaften besondersinteressierten Schüler und SchülerinnenEinblicke in verschiedene Disziplinenwie Geologie, Glaziologie, Klimatologie, Fernerkundungsowie Botanik und Zoologie. Referentender verschiedenen Disziplinen warenChristian Aspmair, Geologe und Oberschullehrer,Francesca Taponecco und Roberto DiCriscienzo, EURAC Junior, Wolfgang Platter,Nationalparkdirektor, Christian Casarotto undMatteo Cattadori, Museo delle Scienze Trentound Stephan Galos, Institut für Meteorologieder Universität Innsbruck. Paolo Gabrielli vonder Ohio State University berichtete in einerVideokonferenz über Forschungsergebnissezu den Gletscherbohrkernen, die im Septemberletzten Jahres am Ortler Gletscher entnommenworden waren. Auch die Schülerund Schülerinnen selbst waren aktiv. Sie ergänztenihre Mitschriften mit eigenen Recherchenund trugen ihre Ergebnisse inDeutsch, Italienisch oder Englisch vor. Allebemühten sich, sich verständlich auszudrückenund auch die jeweils andere Sprache zuverstehen.Die Welt der Gletscher erkundeten die Schülerund Schülerinnen jedoch nicht nur wissenschaftlichund theoretisch. Höhepunkt der Veranstaltungwar eine Gletscherwanderung aufdie Suldenspitze bei schönstem Bergwetter undsicher geführt von den Suldner Bergführern.Bei den „Giornate delle scienze“ am 22. Oktober2012 hatten die Schüler und Schülerinnendie Gelegenheit, ihre Arbeiten einem größerenPublikum vorzustellen.Susanne Hellrigl, Bereich Innovation und BeratungSchule einmal andersIm Nationalpark Stilfser JochDezember 2012 / Jänner 201329


LernweltenProjekt Instant ActsAktion gegen GewaltWenn junge Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt mit unseren Jugendlichen eine Performance zum Thema „GegenGewalt und Rassismus“ erarbeiten, dann wissen die Insider: Instant Acts ist wieder an Südtirols Schulen. Im Oktober 2012gastierte die Künstlergruppe an vier Schulen unseres Landes. INFO war im Oberschulzentrum in Schlanders dabei.Der Tag beginnt für die Schülerinnen undSchüler anders als gewohnt: Statt Unterrichtim 45-Minuten-Takt gibt es Workshops. DieWorkshopleiter sind junge Künstlerinnen undKünstler aus aller Welt. Sie stellen sich vor –vielfach auf Englisch, manchmal auch aufDeutsch – und machen vor, was dieJugendlichen bei ihnen lernen können:Pantomime Action, Rap, Tanztheater,Trommeln, DJ, Hula Hoop, Beatbox und vielesmehr. Nun müssen sich die Jugendlichenentscheiden. Mit den Workshopleiterinnenund -leitern ziehen sie sich in verschiedeneRäume und Ecken des weitläufigenSchulzentrums zurück. Sie lernen Neues,üben, trauen sich, den anderen wasvorzuzeigen. Sie verständigen sich ganzselbstverständlich mit dem jungen Künstleraus Burkina Faso. In Englisch. Und mit vielKörpersprache.Die begleitenden Lehrpersonen machenIntensive Momenteinzwischen eine Fortbildung mit demkünstlerischen Leiter Til Dellers und mit mirvom Bereich Innovation und Beratung.Dellers informiert über das Konzept desProjekts und hat eine Szenenbeschreibungfür die Aufführung am Nachmittag dabei. DieLehrpersonen können diese mit denSchülerinnen und Schülern im Unterrichtnachbesprechen. Ich stelle denInterkulturellen Koffer der PädagogischenFachbibliothek und Projekte aus der Mappe„Prävention Rechtsextremismus“ vor.Vor der Mittagspause zeigen die Schülerinnenund Schüler vor dem Plenum denMitschülerinnen und Mitschülern, was siegelernt haben. Sie müssen sich was trauen,und sie trauen sich was. Es wird vielgeklatscht, die Stimmung ist positiv. Niemandwird ausgebuht, auch wenn die Leistung nochnicht bühnenreif ist. Ein erster Erfolg vonInstant Acts.75 kurze MinutenDie Turnhalle am Oberschulzentrum ist nachder Mittagspause gefüllt. Es sind noch einigeKlassen hinzugekommen, um die Aufführungder Künstlerinnen und Künstler amNachmittag zu sehen. Die Jugendlichenerwarten 75 Minuten ohne Pause. Für einenNachmittagsunterricht wäre das eine langeZeit. Der künstlerische Leiter kündigtkurzweilige Minuten an. Er wird Rechtbehalten.Die Jugendlichen verstehen es, ihreMitschülerinnen und Mitschüler zu fesseln.Sie sprechen ihre Sprache, dieJugendsprache. Mal auf Deutsch, mal aufEnglisch, und mit ganz viel Körpersprache.Sie überzeugen durch ihr Können, weckenStaunen, begeistern. Vor allem jeneJugendliche, die am Vormittag beimWorkshop dabei waren, könnennachvollziehen, welche künstlerischeLeistung erbracht wird. Mit dem „Aggressiv-Song“ verabschiedet sich die Künstlergruppe.Ihre Letzte Botschaft: „Es ist in Ordnung,wenn du aggressiv bist, aber drücke dieseAggression so aus, dass etwas Kreativesdaraus wird.“ An diesem Tag ist das wohlallen gelungen.Walter PichlerBereich Innovation und Beratung, FachdidaktikInstant Acts 2012 in SüdtirolIn folgenden Südtiroler Schulen ist dasProjekt Instant Acts zusammen mit IngeNiederfriniger von den Sprachenzentrenund in Zusammenarbeit mit ClaudiaDariz vom Juzekass Brixen (Organisation)durchgeführt worden: Landesberufsschulefür Industrie und Handwerk Bozen,Sozialwissenschaftliches GymnasiumBrixen, Berufsschule für Handel, Handwerkund Industrie Brixen.Einige Schüler-Feedbackszur Veranstaltung:• Toller Tag, sehr gut! (viele Nennungen)• Viel Fun• Dj workshop sehr cool!Neue Techniken gelernt!• Beatboxer faszinierend• Bühnenshow nur 75 Min! Schade!• War überrascht, dass es so toll war.• Super tolle Show zum Schluss!(Mehrfachnennungen)• Humorvolle junge Künstler• Interessant (viele Nennungen)30 Dezember 2012 / Jänner 2013


Energieprojekt an der Mittelschule Sand in TaufersWider den KlimawandelWas ist Energie und wo triffst du darauf? Welche sind die Vor- und Nachteile vonerneuerbaren und fossilen Energieträgern? Warum ist es wichtig, Energie zu sparen?Mit diesen Fragen beschäftigten sich dieSchülerinnen und Schüler der MittelschuleSand in Taufers beim Energieprojekt mitdem Ökoinstitut Südtirol. Insgesamt sechsKlassen nahmen am Unterricht teil. In denjeweils zwei Schulstunden erklärten derReferent Benjamin Auer und die ReferentinElisabeth Locher den Schülerinnen undSchülern, woher unsere Energie kommt undwelche Arten von Energiequellen es gibt. Eswurde über die Ursachen und Auswirkungendes Treibhauseffektes diskutiert und wie jedereinzelne Energie sparen und effizientnutzen kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.Es gibt direkte Faktoren, die man beachtensollte: Lichter ausschalten, Geräte nichtauf stand-by lassen und die Fenster nichtüber der Heizung gekippt lassen. Wichtigist, auf das eigene Konsumverhalten zuachten, denn auch in den Bereichen Ernährung,Kleidung und Transport kann jedeund jeder einzelne viel beitragen. Die Schülerinnenund Schüler lernten, dass es weltweitgroße Unterschiede in der Energienutzunggibt, und dass die Verteilung oft sehrungerecht ist.Im zweiten, praktischen Teil des Unterrichtskonnten die Schülerinnen und Schüler miteigener Muskelkraft testen, wie viel Energiees benötigt, um Wärme zu erzeugen: Mit einem„Energie-Fahrrad“, das Teil der Energiewerkstattder Gemeinde Bozen ist, wurdeWasser auf 40 Grad Celsius erhitzt. In einemSchaukasten, der eine Glühbirne, eineLeuchtröhre und eine Led-Lampe enthält,wurde mit einem Strommessgerät und einemLuxometer getestet, welche der dreiLampen ökologisch und ökonomisch sparsamersind. Daraufhin diskutierten die Schülerinnenund Schüler, in welchen Bereichendie Lampen am besten einzusetzen sind.Der Unterricht endete mit einer anschaulichenAbbildung der „Erde bei Nacht“, auf derman sehen kann, welche Länder Energie imÜberfluss zur Verfügung haben. Im Momentist es so, dass ein Sechstel der Weltbevölkerung,die Industrienationen, circa die Hälfteder Energie der Erde beansprucht. Doch waspassiert, wenn in Zukunft auch die Entwicklungs-und Schwellenländer mehr Energiebenötigen?Ökoinstitut SüdtirolDas Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige wurde1989 als gemeinnütziger Verein zur Förderungnachhaltiger Entwicklung gegründet. Essieht seine Aufgabe in der Zusammenführungvon Ökologie, Ökonomie und sozialen Belangen,indem es konkrete Projekte umsetzt undMaßnahmen zur Sensibilisierung setzt. Dabeispielen Projekte an Schulen eine zentraleRolle. Durch Umwelterziehung in Schulensollen Kinder und Jugendliche für Umweltbelangesensibilisiert werden. Der Unterrichtvermittelt anschaulich Wissen, zeigt Zusammenhängeauf, schärft das Umweltbewusstseinund motiviert, das eigene Verhalten zuüberdenken. Die Kinder und Jugendliche sollenvor allem für die Umwelt begeistert werden.Dafür ist es wichtig, dass der Unterrichtinteraktiv ist: Experimente, Spiele, Geschichten,Arbeitsblätter und Diskussionen garantiereneine methodische Vielfalt und einenabwechslungsreichen, interessanten undspannenden Unterricht.Elisabeth Locher, Ökoinstitut SüdtirolAngebote des Ökoinstitutszur UmweltbildungAbfall• Müllvermeidung und Recycling vonWertstoffen• Achtloses Wegwerfen von Abfällen• Ökologisch einkaufen• Papier schöpfen• Basteln mit Abfällen• Besichtigung von Umweltanlagen(Verbrennungsanlage, Recyclinghof)Mobilität• Fahrrad fahren im Kindergarten• Vor- und Nachteile des Verkehrs imeigenen Dorf beurteilen (Lärm, Abgase,Tourismus)• Mobilitäts-Check• Der lange Weg der Lebensmittel(saisonal, regional)• Wanderausstellung Mobilität• Problematik TransitWasser und Mensch• Wasserver- und Wasserentsorgung• Verbauung (natürliche und künstlicheGewässer)• Experimente (Wasserkreislauf,Aggregatzustände des Wassers)• Besichtigung von Umweltanlagen(Kläranlage, Wasserversorgung )Ökologischer Fußabdruck• Weltweite Verteilung und Verbrauch vonRessourcen (Earth Overshoot Day)• Lebensgeschichte von Alltagsprodukten• Treibhauseffekt und Klimawandel• Berechnung des eigenen CO 2-Fußabdruckes – Maßnahmen zurVerringerung• Zukunftsszenario „Auf 1 ha leben“(Bodennutzung/Flächenverbrauch)KontaktÖkoinstitut Südtirol, Talfergasse 2,39100 BozenTel. 0471 980048, www.oekoinstitut.itDezember 2012 / Jänner 201331


LernweltenVortrag: Trends und Entwicklungen im BildungsbereichBildungslinienWie Lernen und Schularchitektur zusammenspielen, war Thema des Symposions „Lernen & Raum“ im November an derBildungswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Bozen. Mehrere Referate standen auf dem Programm, einesdavon von Schulamtsleiter Peter Höllrigl, der über „Trends und Entwicklungen im Bildungsbereich“ sprach.Im Folgenden eine Zusammenfassung seiner wichtigsten Aussagen.Wenn wir über Trends und Entwicklungenim Bildungsbereich sprechen, sind dreiGesichtspunkte zu berücksichtigen: dieBildungstrends aus Europa, der aktuelleStand der Forschung zu Bildung und Lernenund schließlich der Südtiroler Weg in SachenBildung.1. Bildungstrends aus EuropaIm Bildungsbereich sind die einzelnen Mitgliedsstaatender Europäischen Union (EU)nach wie vor souverän. Deshalb zeichnet sichEuropa durch eine äußerst bunte und vielfältigeBildungslandkarte aus. Klar festgelegtsind aber die europäischen Bildungstrends.Diese gründen auf der Strategie „Europa2020“. Sie bildet die Nachfolge der bis 2010angelegten „Lissabon-Strategie“. Mit derStrategie Europa 2020 peilt die europäischeBildungspolitik ehrgeizige Ziele an, so zumBeispiel eine Beschäftigungsquote von mindestens75 Prozent der 20- bis 64-Jährigen.Mindestens drei Prozent des Bruttoinlandsproduktsder EU sollen für Forschung, Entwicklungund Innovation aufgewendet werden.Der Anteil der 18- bis 24-Jährigen, dieüber keinen Abschluss einer weiterführendenSchule verfügen und die nicht an Aus- undWeiterbildung teilnehmen, soll unter die10-Prozent-Marke gesenkt werden. Zugleichsoll der Anteil der 30- bis 40-Jährigen mitHochschulabschluss auf mindestens 40 Prozentsteigen. Der Europäische Rahmen fürSchlüsselkompetenzen von 2006 bestimmtdie acht Kompetenzen, über die jeder Bürgerund jede Bürgerin verfügen sollte: muttersprachlicheKompetenz, fremdsprachlicheKompetenz, mathematische Kompetenz,Computerkompetenz, Lernkompetenz, sozialeund Bürgerkompetenz, Eigeninitiative undunternehmerische Kompetenz, Kulturbewusstseinund kulturelle Ausdrucksfähigkeit.Über die Bildungsprogramme „Comenius“ fürdie Schulen, „Erasmus“ für die Hochschulen,„Leonardo da Vinci“ für die Ausbildung undberufliche Bildung und schließlich „Grundvig“für die Erwachsenenbildung unterstützt dieEU die einzelnen Staaten darin, die Bildungszielezu erreichen.Was bedeutet das für Südtirol? Zunächst isteinmal zu erkennen, dass Südtirol keine Inselist, die sich von europäischen Entwicklungenabkoppeln kann. Wir haben einige Ziele erreicht:eine niedrige Anzahl von Schulabbrechernund Schulabbrecherinnen, das Erlernenvon drei oder mehr Sprachen ist bei unsStandard, doch haben wir in einigen BereichenNachholbedarf. Deutlich hinterher hinkenwir beispielsweise bei den Investitionenin die Forschung, beim Schaffen von Arbeitsplätzenfür Höherqualifizierte, bei den tertiärenAbschlüssen (Hochschule, Universität)2. Aktueller Stand der Forschung:Bildung und LernenWandel kennzeichnet unsere Gesellschaft.Unsere Zeit ist geprägt von raschen Entwicklungenund tief greifenden Veränderungenin allen Bereichen: zunehmende Vielfaltan Lebensformen, verändertes Werteverständnis,immer stärker werdende Konsumorientierung,neue Informations- undKommunikationstechnologien, die Globalisierung,aber auch die sich abzeichnendenökologischen und sozialen Grenzen desWirtschaftswachstums. Alle diese Entwicklungenschlagen direkt auf die Kindergärtenund Schulen durch.Was wissen wir heute über das Lernen derKinder? Nun, wir wissen sehr viel mehr darüberals noch vor zehn, fünfzehn Jahren.Aber eigentlich, das müssen wir zugeben,immer noch sehr wenig. Das Mehr an Wissenverdankt die Pädagogik vor allem denNeurowissenschaften. Bei der Eingabe derentsprechenden Begriffe spuckt der Computerin kürzester Zeit x-tausende Verweisedazu aus. Und Aberhunderte zum Teil populärwissenschaftlichePublikationen versuchenaufzuzeigen, wie Lernen funktioniert,wie Lernen perfektioniert werden kann. DerBildungsbereich wird überschwemmt vonAufsätzen von Neurologen und Psychiaterinnen,Neurobiologinnen und Anthropologen,die den Akteuren im Bildungsbereich sagen,wie es eigentlich sein müsste. Hier entstehtder Eindruck, dass nur die Naturwissenschaftenergründen könnten, wie Lernenfunktioniert. Naturwissenschaften wollenBeweise und Experimente, die sich wiederholenlassen und bei jedem Versuch dasgleiche Ergebnis bringen. Es stellt sich aberdie Frage, ob alles im Leben und Denken desMenschen messbar ist oder messbar seinmuss oder ob die Geistes- und Sozialwissenschaftennicht doch aus dem Schatten derNaturwissenschaften heraustreten und ganzeinfach mehr Studien anstrengen sollten, dieeben „nur“ auf Erfahrungswerten basieren.Es geht darum, dem Lernen wieder aus derSicht der Pädagogik und Didaktik Gewicht zugeben. Einen interessanten Ansatz verfolgthier beispielsweise der Innsbrucker BildungswissenschaftlerMichael Schratz. Erversucht, durch gezielte Beobachtungen vonSchülerinnen und Schülern deren Lernenauf die Spur zu kommen. Schratz wechseltsozusagen von der Seite des Lehrens auf dieSeite des Lernens. Zum richtigen und „guten“Unterricht gibt es sehr viel Literaturund vieles davon haben die Schulen auchaufgenommen. Auf der Seite des Lernens istder Forschungs- und Diskussionsstand aber32 Dezember 2012 / Jänner 2013


immer noch vergleichsweise dünn. Wie erfolgreichesLernen geschieht, was sich dabeiabspielt – nicht nur im Gehirn, sondern inder Person des Lernenden als Ganzem – istnur ansatzweise geklärt.Wenn wir uns doch noch einmal kurz auf dieSeite des Lehrens begeben, ist im Zusammenhangmit der Unterrichtsforschung derneuseeländische Bildungsforscher John Hattiezu nennen. Mit seinem Buch „Visible Learning“hat er 2009 einen Meilenstein der empirischenBildungsforschung gesetzt. Hattiebelegt unter anderem, dass für wirksamenUnterricht die Fähigkeiten der Lehrerinnenund Lehrer entscheidend sind. Dies unterstreicht,wie wichtig Aus- und Weiterbildungund gute Rahmenbedingungen für das Lehrenund Lernen an unseren Schulen sind.3. Der Südtiroler WegIn Südtirol wurde im Jahre 2000 das Landesgesetzzur Autonomie der Schulen verabschiedet.Dieses Gesetz rückte die einzelneSchule in den Mittelpunkt. Ausgehend vonden staatlichen Reformbestrebungen begannenwir in Südtirol 2006 mit der Erarbeitungeines Landesgesetzes zur Neuordnung vonKindergarten, Grund- und Mittelschule. Dieswurde 2008 mit entsprechendem Landesgesetzverabschiedet. In der Folge ersetztenkompetenzorientierte Rahmenrichtlinien diebis dahin geltenden curricularen Lehrpläne.Die neuen Rahmenrichtlinien verstehen sichausdrücklich als Grundlage zur Erstellungder Schulcurricula durch die autonomenSchulen.Im Jahre 2010 folgte die Neuordnung derOberstufe. Die Berufsbildung ist neben denGymnasien und Fachoberschulen zur drittenSäule der Oberstufenlandschaft geworden.Auch in der Oberstufe ersetzen seither kompetenzorientierteRahmenrichtlinien die bisherinhaltlich zum Teil veralteten und oft heillosüberfrachteten Fachlehrpläne.Maßgeblich wird sein, wie es uns gelingt, daskompetenzorientierte Lernen an unserenKindergärten, Schulen und Berufsschulen zuverankern. Die Frage wird nicht mehr sein:Was muss ich lernen? Sondern: Wie muss ichlernen, um mir Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeitenanzueignen? Es geht, wie gesagt,um Kompetenzen, wie sie in unseren Rahmenrichtlinienfür den Kindergarten, für dieGrund- und Mittelschule, für die Oberschulebeschrieben sind.Für eine gute Gestaltung von Bildung trittderzeit eine weitere Kernfrage in den Vordergrund.Nämlich: Wie kann der hohe Bildungsstandard,um den uns viele beneiden, aufrechterhalten bleiben? Bildung kostet Geld,viel Geld. Und in Sparzeiten wie diesen wirdnatürlich, um es bildlich zu sagen, jeder Centumgedreht. Dabei wird auch immer deutlicherdie Frage gestellt, welche Ergebnissedie Investitionen in die Bildung bringen. Oder,wie der Bildungserfolg gemessen werdenkann. Vor allem aber, wie mit gleich bleibendenoder schrumpfenden Ressourcen die bisherigenErgebnisse gehalten oder gar verbessertwerden können.Peter Höllrigl, SchulamtsleiterDezember 2012 / Jänner 201333


LernweltenAndere Schularchitekturals Folge einer neuen LernkulturAnders lernen –andere RäumeBei der Tagung „Lernen & Raum“ an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät inBrixen präsentierte sich das Netzwerk lernen&raum. Das Deutsche Bildungsressortals Teil davon war mit einem Stand vertreten und zeigte in einer Bildergalerie,wie Lernen und Architektur zusammenhängen.Die Erkenntnisse der Gehirnforschung, derLernpsychologie und der Didaktik weisen daraufhin, dass Lernprozesse so zu organisierensind, dass junge Menschen, eigenständigund im Austausch mit anderen Menschen,Kompetenzen erwerben, mit denen sie ihrLeben erfolgreich bewältigen und gestaltenkönnen.Dies macht es notwendig, nicht nur Ziele undOrganisation, sondern auch die Rahmenbedingenzu überdenken. Die Schularchitekturgehört zu einer der wichtigsten Rahmenbedingungenfür die Entwicklung eines zeitgemäßenUnterrichts und Schullebens. Damitder Aufbau einer neuen Lernkultur gelingenkann, bedarf es also auch neuer Raumkonzeptemit wohnlich wirkenden Räumen, Nischen,Rückzugsgebieten und ausreichendenBewegungsflächen.Die Schulen können, aufgrund des Schulautonomiegesetzes,ein eigenes pädagogischesProfil entwickeln. Die neuen Schulbaurichtlinienfür Südtirol, die seit April 2009in Kraft sind, knüpfen daran an und ermöglichendie entsprechende Architektur.Das Deutsche Bildungsressort bietet denautonomen Schulen Unterstützung undBeratung an.Ansprechpartnerinnen sindElfi Fritsche, Tel. 0471 417235,Elfriede.Fritsche@schule.suedtirol.itDeborah Pallé, Tel. 0471 417606,Deborah.Palle@schule.suedtirol.itDie Bildergaleriewill die Wechselwirkung zwischen Pädagogikund Architektur bewusst machen. Wichtigeschulische Aktivitäten und architektonischeRaumtypen werden einander zugeordnet.Elfi Fritsche und Deborah PalléDeutsches Bildungsressortkommunizierenfrei arbeitenpräSentieren„identität entsteht nicht isoliert, sondernim austausch mit anderen.“ sprachliche Auseinandersetzung mit Gleichdernangewiesen. Sie brauchen und wollen die(Ursula Stenger) In ihrer Entwicklung sind Kinderund Jugendliche auf aktive Auseinanderset-Platz zum Spielen, zum freien Sprechen, Abaltrigenund Erwachsenen. Auf der „Piazza“ istzung mit der sozialen und gegenständlichen sprechen, Austauschen, Mitbestimmen, Chillen,…Die Schule bietet diesen Platz im Klassen-Umwelt, auf Kommunikation und Dialog, aufdie Konfrontation mit Selbst- und Fremdbilzimmer,in den Nischen der Gänge, im Hof, …„Wenn wir von „umgebung“ sprechen, so „Freie Arbeit“ zu den wichtigsten individualisierendenUnterrichtsformen. Hier werden unterschied-verstehen wir darunter die Gesamtheit allder Dinge, die das kind frei in ihr auswählenund so lange benutzen kann, wie es will, und Leistungsstärken angemessen berücksichtigt.liche Vorkenntnisse, Interessen, Lernstrategienalso gemäß seinen neigungen und seinem Wichtige Voraussetzungen für das Gelingen vonbedürfnis nach tätigkeit.“ (M. Montessori) Weil Freiarbeit sind eine anregende lernumgebungLernen an sich nur jede/r selbst kann, zählt die und Erwachsene als Lernpartner und Berater.eindruck braucht ausdruck! Jemandem Es braucht einen Ort, der jederzeit zur Verfügungsteht, in den man sich zurückzieheneine eigene Idee erklären, das Ergebnis einerArbeit vorstellen, reden vor einer kleinen kann, der sich leicht den Anforderungen derGruppe oder vor der ganzen Klasse, ein Gedicht jeweiligen Darbietungen anpassen lässt. Hierrezitieren, einem Publikum eine Szene oder können die Kinder und Jugendlichen ihre Präsentationenbesprechen und ihre ausdrucks-Theaterstück vorspielen. Das alles ist anspruchsvollund erfordert vielfältige Kompetenzen. möglichkeiten ausloten und ausprobieren.Foto: Elfi FritschemarktplatzFoto: Unperfekthaus EssenatelierFoto: Deutsches Kulturforum Debrecenbühne34 Dezember 2012 / Jänner 2013


praktiSch arbeitenforSchen„obwohl Jugendliche über alles und mitallen reden wollen, stellen sich erfolgserlebnissebesonders dann ein, wenn sie etwasherstellen und sich selbst in einemkonkreten ergebnis zum ausdruck bringenkönnen.“ (Ulrike Kegler) Körperliche und geistigeHerausforderungen in einer natürlichenUmgebung, wie Aktivitäten im Garten, in Kücheund Laden, in Werkstätten für Holz, Keramikoder in künstlerischen Projekten verbindenTheorie und Praxis, ermöglichen ein lernenmit kopf, herz und hand. Es werden dadurchwichtige Erfahrungen gemacht und Zusammenhängedurch eigenes Handeln kennengelernt.„Der eifrige forscher“ will die Welt verstehenund in eine beziehung zu sich bringen.(Lorin Malaguzzi) Das Kind will Dinge, Lebewesenund Vorgänge, die es in seinem Erfahrungsfeldsieht, verstehen. Es will durch experimente,durch Versuch und Irrtum, durch das Auslotenvon Grenzen seine alltagspraktische und sozialeHandlungskompetenz erweitern. Es will dasganze Umfeld erkunden, neue Orte, Partner undAktivitäten, von denen es sich persönlich angesprochenfühlt, entdecken. UnterschiedlicheLernumgebungen, anregende Materialien zu vielfältigenThemen, spannende projekte sind dieAntwort auf die Wissbegierde der Schüler/innen.Foto Archiv Landesverband der HandwerkerWerkStattFoto: Archiv Deutsches BildungsressortlaboreSSenbeWeGenDas essen hat speziell in italien eine besonderekulturelle und soziale bedeutung.Das gemeinsame Essen ist ein Zeichen für Freundschaftund Gastfreundschaft. Alle Mitgliederder Schule essen und schätzen das Essen alskommunikativen mittelpunkt des Tages. Hierwerden wichtige Gespräche geführt, Neuigkeitenausgetauscht und Probleme gelöst. Dasgemeinsame Mittagessen ist ein Ritual undwird mit kultur eingenommen. Die Kinder undJugendlichen tragen aktiv dazu bei: Sie deckenden Tisch und bringen ihren Mitschülerinnen undMitschülern die gefüllten Schüsseln. Daher ist derSpeise raum wie ein offenes Restaurant gestaltet.„übe unablässig den leib, mache ihn kräftigund gesund, um ihn weise und vernünftigzu machen.“ (Jean J. Rousseau) Erfahrungenmit dem Konzept „Bewegte Schule” zeigen, dasssich mehr Bewegung in der Schule nicht nur positivauf die zufriedenheit der Schüler/innenauswirkt, sondern dass auch Aufmerksamkeitsstörungenabnehmen, sich größerer individuellerlern erfolg und bessere Arbeitsatmosphäre einstellen.Im offenen Unterricht können die Schüler/innen selbst entscheiden, wann und wie lange siehocken, liegen, sitzen oder stehen. Ein gestalteterAußenraum ist ein wichtiger Ausgleich für die „gezähmten“Bewegungen im Innenraum der Schule.Foto Helmuth RierStubeFoto: Archiv Deutsches BildungsressortbaumhauSDezember 2012 / Jänner 201335


ServiceVielfältig36 Dezember 2012 / Jänner 2013


Vom Umgang mit FotokopienStichwort AutorenrechteEin stets aktuelles Thema: Der Umgang von Schulen und Lehrpersonen mit dem Fotokopieren.Welche Autorenrechte müssen beim Vervielfältigen von Texten eingehalten werden?Mirjam Insam von der Servicestelle Recht hat recherchiert.Wenn es um die Vervielfältigung von Werkengeht, sind das italienische Urheberrechtsgesetzund der Artikel 68 des GesetzesNr. 633 aus dem fernen Jahre 1941 die wichtigstenRechtsquellen. Sie enthalten folgendeBestimmung, die sowohl für Lehrpersonenim Unterricht als auch für öffentlichzugängliche Bibliotheken und Schulbibliothekengelten:Die Kopier-GrenzenDie Wiedergabe einzelner Werke oder vonTeilen davon ist für den persönlichen Gebrauchder Leserinnen und Leser unentgeltlich,wenn sie per Hand gefertigt oder vervielfältigtwird, aber nicht zum Verkauf oder Handelbestimmt ist. Fotokopien können vonöffentlich zugänglichen Bibliotheken, Schulbibliotheken,öffentlichen Museen oder öffentlichenArchiven angefertigt werden, wennsie für die eigenen Dienste bestimmt sind.Umfangmäßig gelten 15 Prozent pro Bandoder Heft eines Werkes als erl aubte Obergrenzefür die Wiedergabe zur persönlichenNutzung, das heißt zum eigenen Lesen, Studieren,Nachschlagen. Ausgeschlossen davonist die Werbung.Jegliche Nutzung geistiger Werke in Konkurrenzzu der Nutzung von Autorenrechten istausgeschlossen. Als Methoden der Vervielfältigunggelten die Kopie, die Xerografie(Elektro fotografie, auch Elektrofaxverfahren)und analoge Systeme. Verboten ist die Reproduktionvon Musikpartituren. Diese Einschränkungengelten für die öffentlichenBibliotheken wie auch für die öffentlich zugänglichenSchulbibliotheken sowie für dieLehrpersonen im Unterricht.Geschützte WerkeVon den Autorenrechten geschützt sind geistigeWerke. Kreative Werke der Wissenschaft,der Literatur, der Musik, der bildenden Künste,der Architektur, des Theaters und desFilmwesens sind bis zum 31. Dezember desJahres nach dem 70. Todestag der Autorinoder des Autors geschützt. Danach sind sieals öffentliche Vermögensgüter frei und dürfenvervielfältigt werden. Kopiert werden dürfennur Bücher, die in der Bibliothek vorhandensind. Dies gilt nicht für seltene Werke.Öffentlich zugängliche Schulbibliotheken sindden öffentlich zugänglichen Bibliothekengleichgestellt. Das bedeutet, dass auch dieöffentlich zugänglichen Schulbibliothekenbeim Vervielfältigen die dafür vorgeseheneVergütung an die italienische AutorengesellschaftS.I.A.E. – Società Italiana degli Autoried Editori – zahlen müssen.Mehrfache Kopien für alle Schülerinnen undSchüler einer Klasse sind nicht erlaubt unddamit illegal. Die Lehrpersonen der Schulenmüssen sich dessen bewusst sein. EineNichtbeachtung dieser Bestimmungen wirdvon der italienischen Autorengesellschaft undauch gerichtlich geahndet.Der Artikel 171 des genannten Gesetzes Nr.633/1941 sieht eine Geldstrafe von 51 Eurobis zu 2.055 Euro für jede Person vor, die einWerk anderer vervielfältigt, umschreibt, öffentlichvorträgt, verkauft oder in den Handelstellt, dessen Inhalt vor der Bekanntmachungpreisgibt und nach Italien ausländische Werkeeinführt oder verteilt, die dem italienischenRecht nicht entsprechen.Mirjam Insam, Servicestelle RechtAm 22. Oktober 1938 präsentierte derPhysiker und Patentanwalt ChesterCarlson ein Verfahren, mit dem sichSchriftzeichen auf elektrostatischem Wegkopieren ließen. Der von ihm entwickelteProzess machte es weltweit erstmalsmöglich, Texte, Bilder oder Zeichnungennahezu beliebig zu vervielfältigen. DieTechnologie, die er Elektrophotografienannte und die später als Xerografie bekanntwurde, bildet heute die Basis jedenDigitaldruckers, Kopierers oder Faxgerätes.Durch seine Erfindung legte ChesterCarlson die Grundlage eines ganzenWirtschaftszweigs.(Foto: Xerox Deutschland GmbH)InformationenFür detailliertere Informationen stehen dieS.I.A.E.-Ämter in Bozen, Meran, Brixen,Bruneck und Schlanders zur Verfügung.Siehe dazu auch die Mitteilung desSchulamtsleiters vom 23. Februar 2006.Dezember 2012 / Jänner 201337


Im ÜberblickVierzig Jahre Autonomiestatut – Teil 1Etappen der BildungsautonomieEr arbeitet seit 40 Jahren in der Schulwelt Südtirols und kennt den Bereich wie seine Westentasche:Der Abteilungsdirektor Arthur Pernstich zur Entwicklung des Zweiten Autonomiestatuts und zur SüdtirolerBildungswelt – aufgeteilt auf zwei INFO-Ausgaben.Wenn man das Südtirol der 1960er-Jahre mitdem von heute vergleicht, kann man ohneWeiteres sagen, dass die Chancen optimalgenutzt und zum Wohle aller umgesetzt wordensind. Das Gesetz, welches dies ermöglichtund in Gang gesetzt hat, ist das ZweiteAutonomiestatut. Es ist nach jahrelangen Diskussionen,Meinungsverschiedenheiten undStreitigkeiten mit Dekret des Präsidenten derRepublik Nr. 670 am 31. August 1972 genehmigtworden.Das Erste Autonomiestatutvon 1948Der Verabschiedung dieses ersten Statutesist in Südtirol eine lange und leidvolle Geschichtevorausgegangen. Mit dem PariserVertrag, dem sogenannten Gruber-Degasperi-Abkommenvom 5. September 1946 wurdeSüdtirol eine Reihe von Grundrechten zuerkannt:der Volks- und Mittelschulunterricht inder Muttersprache, die Gleichberechtigungder beiden Sprachen in öffentlichen Ämtern,die Gleichberechtigung bei der Zulassung zuöffentlichen Ämtern und das Recht, die deutschenFamiliennamen wieder zu erwerben.Der Vertrag wurde zum Ersten Autonomiestatut,das mit Verfassungsgesetz Nr. 5 vom 28.Februar 1948 in Kraft trat.Leider hat dieses Statut – vor allem aber diemangelnde Umsetzung desselben – die Erwartungender Südtirolerinnen und Südtirolersehr enttäuscht. So kam es Ende der Fünfziger-und zu Beginn der Sechziger-Jahre inSüdtirol zu großen Spannungen. Am 17. November1957 propagierte Silvius Magnago inSigmundskron vor 35.000 Menschen das„Los von Trient“. 1960 wurde das Thema Südtirolauch vor der UNO in New York diskutiert.Im Juni 1961 gab es die berüchtigte Feuernacht.In der Südtiroler Volkspartei kristallisiertensich zwei Gruppierungen in Bezug aufdas Schicksal Südtirol heraus: Die einenwollten das Selbstbestimmungsrecht durchsetzen,die anderen waren für eine weitgehendeAutonomie. So war beim Parteitag derSVP vom 22. November 1969 in Meran nureine knappe Mehrheit der Delegierten rundum Magnago für die neue Autonomie.Das Zweite Autonomiestatutvon 1972Das Zweite Autonomiestatuträumte der Provinz Bozen–Südtirolweitreichende Gesetzgebungsbefugnissein unzähligenSachbereichen ein. Dabei musszwischen primären und sekundärenBefugnissen unterschiedenwerden.Bei den primären Befugnissenkann das Land eine Vielzahl vonSachbereichen durch eigene Gesetzeregeln, muss sich aber anfolgende Grenzen halten:• die Verfassung,• die Grundsätze der Rechtsordnungdes Staates,• die Achtung der internationalen Verpflichtungen,• die nationalen Interessen und• die grundlegenden Bestimmungen der wirtschaftlich-sozialenReformen der Republik.Bei den sekundären oder konkurrierendenBefugnissen muss sich das Land zusätzlichzu den oben angeführten Grenzen noch andie in den Gesetzen des Staates festgelegtenGrundsätze halten.In den Artikeln 8 und 9 des Statutes sind dieSachbereiche angegeben, in denen das Landprimäre und sekundäre Gesetzgebungsbefugnishat. Zu den 29 Bereichen mit primärerBefugnis zählen die Kindergärten, dieSchulfürsorge, der Schulbau, Berufsertüchtigungund Berufsausbildung, zu den elf Materienmit sekundärer Befugnis der Unterrichtin den Grund- und Sekundarschulensowie das Lehrlingswesen.In den letzten 40 Jahren wurde sehr intensivan der Umsetzung dieses Statutes,das ja nur Grundsatzbestimmungen enthält,gearbeitet. Es hat Hunderte vonDurchführungsbestimmungen, Landesgesetzenund Beschlüssen gegeben. All dieseGesetze haben einiges bewirkt: In dieserZeit wurden mehr als 250 Schulen errichtet,im ganzen Lande Bibliotheken,Hochschulen, Theater und Konzertsälegebaut, das Stipendienwesen und derSchülertransport wurden ausgebaut, eineeigene Lehrerausbildung auf die Beinegestellt und alle Bildungsbereiche umfassendreformiert.In diesen Ausführungen wird nun im Detaildargelegt, wie die Bestimmungen des Autonomiestatutesim Bildungsbereich umgesetztworden sind und was diese Regelungenbewirkt haben.38 Dezember 2012 / Jänner 2013


Bildungsbereiche mit primärerGesetzgebungsbefugnisKindergartenDas Landesgesetz Nr. 36 vom 17. August 1976regelt die Rechtsordnung des Kindergartens.Es definiert den Kindergarten als Einrichtungim vorschulischen Bereich für Kinder von dreibis sechs Jahren. Die Einschreibung ist freiwillig,der Besuch nur teilweise unentgeltlich.Die Eltern müssen eine Besuchsgebühr bezahlen,deren Höchstbetrag das Land festlegt.Die Führung der Kindergärten fällt in dieKompetenz der Gemeinden, das Land errichtetsie und bezahlt das pädagogische Personal.Auch kirchliche Einrichtungen oder Privatekönnen Kindergärten führen.Die Zielsetzungen des Kindergartens bestehenlaut diesem Gesetz in der Erziehung – ergänzendzu den Eltern –, der Entwicklung derkindlichen Persönlichkeit, der Betreuung undder Vorbereitung auf die Schule.Bemerkenswert ist, dass der Kindergartenbereits vor 36 Jahren die Integration großgeschriebenund integrierte Kindergärten, Sonderkindergärtenund integrierte Abteilungenvorgesehen hat.Dieses bahnbrechende Bildungsgesetz siehtviele wichtige Neuerungen vor: die Einführungder Mitbestimmungsgremien, die Berufsbilderder Kindergärtnerinnen und derKindergartenassistentinnen, die Pflichten derEltern, die Errichtung eines eigenen Kindergarteninspektorates,den Pflichtstundenplandes Personals und die Regelung über die verwaltungsmäßigeund finanzielle Führung derLandeskindergärten. Bereits im Artikel19 desAutonomiestatutes wird bestimmt, dass dieAufsicht und Verwaltung der Landeskindergärtenin die Kompetenz der Schulamtsleiterinnenund -leiter fällt.Ein Großteil des Gesetzes wurde mit der Reformder Unterstufe vom Jahre 2008 abgeändert.Diese sieht die Autonomie der Kindergärtenvor, führt neue Gremien ein und erklärtden Kindergarten zur erstenBildungsstufe. Mit Beschluss Nr. 3990 vom 3.November 2008 wurden auch die Rahmenrichtliniendes Landes für die deutschsprachigenKindergärten genehmigt.Acht Direktionen verwalten heute den deutschenKindergartenbereich. Die pädagogischeArbeit leisten über 2.000 Bedienstete,darunter ist nur ein Mann. 12.000 Kinderbesuchen die einzelnen Kindergärten imLand.SchulfürsorgeDas Landesgesetz Nr. 7 vom 31. August 1974regelt die Schulfürsorge und damit die Maßnahmenzur Sicherung des Rechts auf Bildung.Die Ziele dieses Gesetzes: eine echteChancengleichheit im Bildungsbereich sichern,wirtschaftliche und soziale Hindernissebeseitigen und allen Fähigen, auch wennsie mittellos sind, die Erreichung der höchstenStudiengrade ermöglichen.Dieses wichtige Gesetz gab allen Jugendlichenin Südtirol die Möglichkeit, eine Oberschuleoder eine Ausbildung im Rahmen derBerufsbildung zu absolvieren und auch eineHochschule zu besuchen. Dazu sieht es eineganze Serie von Maßnahmen in verschiedenenBereichen vor:• ordentliche und außerordentliche Studienbeihilfen• Schulausspeisungen – Mensa• Schulbücher• Schülertransport• Versicherungen• Wohnmöglichkeiten, Schülerheime• Sommerbetreuung von Kindern• Maßnahmen zugunsten von Kindern mitBeeinträchtigungIn all diesen Bereichen entstand in denletzten Jahrzehnten Großartiges: Es wurdenmehrere Schülerheime und unzähligeMensen errichtet, es wurde ein großzügigesStipendienwesen für Oberschülerinnen undOberschüler sowie Hochschülerinnen undHochschüler aufgebaut, Maßnahmen imBereich des Schülertransportes gesetzt,die ihresgleichen in Europa suchen, es wurdenVersicherungsverträge für Lehrpersonensowie Schülerinnen und Schüler abgeschlossen,sogenannte Bücherschecks eingeführt,mit denen den Eltern der Kauf vonSchulbüchern erleichtert wird. Schlussendlichfolgte auch der Ausbau von Sommerkindergärtenund Sommerschulen.Das genannte Gesetz enthält eine ganze Reihevon Kriterien und Detailregelungen für dieverschiedenen Anspruchsberechtigten unddie Umsetzung der einzelnen Fürsorgemaßnahmen.Diese betreffen die Wettbewerbe fürdie Studienbeihilfen, die Einrichtung vonSchulausspeisungen durch die Gemeinden,die vom Land im Ausmaß von 40 Prozent bezuschusstwerden, die Kriterien für den Schülertransport,die Details für die Versicherungenvon Lehrpersonen und Schülerinnen undSchüler sowie die Sommerbetreuung. DasLand gibt inzwischen im Bereich Bildungsförderungüber 110 Millionen Euro im Jahr aus,wobei die Mittel in den letzten Jahren etwasgekürzt werden mussten.Diese bildungs- und sozialpolitischen Maßnahmenführten dazu, dass alle JugendlichenSüdtirols, auch jene aus ärmeren Verhältnissen,ohne größere Kosten eine Ausbildung bishin zum Universitätsabschluss erhaltenkonnten.Dezember 2012 / Jänner 201339


ServiceSchulbautenDie markantesten und sichtbarsten Zeugnissefür die Investitionen in Bildung sind mehrerehundert Kindergarten-, und Schulgebäude,die in den letzten vierzig Jahren entstandensind. Die architektonische Qualität unddie schüler- und schulgerechte Bauweise dermeisten dieser Bildungshäuser wird von allenSeiten gelobt. Auch der Bau der Universitätenin Bozen, Brixen und Bruneck fällt in dieseSparte.Aber nicht nur in die Gebäude wurde investiert.Auch die Einrichtung und Ausstattungder Kindergärten und Schulen ist auf sehrhohem Niveau und wird von den immer zahlreicherwerdenden Delegationen aus MittelundNordeuropa bestaunt und oft neidvoll gewürdigt.Die erste gesetzliche Regelung in Umsetzungder neuen Zuständigkeiten war das „Vierjahresprogrammzur Finanzierung von Schulbauten“mit Landesgesetz Nr. 21 vom 21. Juli1977, welches 40 Milliarden Lire für Bautenvon Schulen und Kindergärten bereitstellte.Eine Neuregelung brachte das LandesgesetzNr. 37 vom 16. Oktober 1992 über die neuenBestimmungen zu den Vermögensgütern imSchulbereich. Dieses Gesetz bestimmt, dassPlanung, Bau, Instandhaltung und Einrichtungvon Kindergärten, Grund- und Mittelschulenin die Kompetenz der Gemeinden fallen,während jene der Oberschulen und Berufsschulenzum Zuständigkeitsbereich desLandes gehören. Es enthält auch Regelungenüber die Benutzung der Schulgebäude fürschulische und außerschulische Tätigkeitenund für den Ankauf von Einrichtungsgegenständen.Von großer Bedeutung sind die Schulbaurichtlinien,die in letzter Version mit Dekretdes Landeshauptmanns Nr. 10 vom 23. Februar2009 genehmigt worden sind und in nichtweniger als 111 Artikeln bis ins kleinste Detailbeschreiben, wie Schulen, Schulräume,Schulhöfe, Sportstätten und didaktische Räumegestaltet sein sollen. Dabei wird denSchulen auch ein Mitspracherecht eingeräumt.BerufsbildungEs gab in Südtirol schonlange vor dem Autonomiestatutein ausgeprägtesBerufsschulwesen, vor allemim Bereich der Lehrlingsausbildung,dem sogenanntendualen System. ZumalItalien in diesemBereich keine Tradition hatte,wurden die gut funktionierendendualen Ausbildungssystemevon Österreich,Deutschland und derSchweiz übernommen. Aufder Grundlage eines Staatsgesetzesregelte das LandesgesetzNr. 3 vom 7. Oktober 1955 die Ausbildungder Lehrlinge. Dabei wurde zwischeneiner reinen Berufsausbildung, bei der nurdie Fächer gelehrt werden, die direkt mit demBeruf zusammenhängen, und einer technischenBerufsbildung unterschieden, die mehrTheorie und allgemeinbildende Fächer vorsah.In der ersten Phase war die Berufsbildunggrößtenteils Lehrlingsausbildung, dieSchulen waren Landeseinrichtungen.Im Jahre 1973 wurden mit Dekret des Präsidenteder Republik, Nr. 689, die Bereiche Berufsbildung,Lehrlingsausbildung und alle damitzusammenhängenden Aufgaben und Zuständigkeitendem Land übertragen. Allestaatlichen Stellen, welche sich bis dahin mitBerufsbildung beschäftigt hatten, haben dieseKompetenzen an Landesämter übertragen.Der Staat hat im Jahre 1998 die Berufsbildungreformiert und mehr Vollzeitschulen errichtet.Dieser Bildungszweig hat sich in Italienaber nie richtig durchgesetzt. Die Fachoberschulenund Lehranstalten haben aufStaatsebene über Jahrzehnte zu einem großenTeil die berufliche Ausbildung übernommen.Das Ziel der Jugendlichen und Eltern inItalien war und ist größtenteils heute nocheine Oberschule mit Matura.Ganz anders haben sich die Dinge in Südtirolentwickelt. Das Berufsschulwesen wurdeständig ausgebaut, mit starker Konzentrationauf die Vollzeitausbildung gegenüber derLehrlingsausbildung. Ein gutes Drittel derAbgängerinnen und Abgänger der deutschsprachigenMittelschulen macht eine Berufsausbildung.Im italienischen Bereich sind esknapp über zehn Prozent. Daneben hat sicheine dritte, bescheidene Ausbildungsschieneetabliert, die Haus- und Landwirtschaftsschulen,die heute von etwa 1.000 Schülerinnenund Schülern besucht werden. Man kann40 Dezember 2012 / Jänner 2013


ohne Zweifel feststellen, dass diese ausgewogeneVerteilung von Oberschulen–Berufsschulenein Erfolgsmodell ist, für eine guteAusbildung aller Berufssparten gesorgt hatund schlussendlich auch – zumindest bisher– Garant für Vollbeschäftigung in unseremLande war.Das Landesgesetz Nr. 40 vom 12. November1992 über die Ordnung der Berufsbildung hatneue Weichen für die Berufsbildung gestelltund die letzten zwanzig Jahre erfolgreich geprägt.Zielsetzungen dieses Gesetzes sind dieFörderung der Berufsbildung im Einklang mitdem wirtschaftlichen und technischen Fortschritt,um die Wettbewerbsfähigkeit desWirtschaftsstandortes zu stärken und die Beteiligungder Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerzu erleichtern. Dieses Gesetz siehteine breite Palette von Ausbildungsmaßnahmenund berufsvorbereitenden und berufsbegleitendenBildungsangeboten vor, regelt diePlanung und die Durchführung der Bildungsmaßnahmensowie Einschreibungen, KursundPrüfungsprogramme. Es setzt eine Landeskommissionund ein Fachkomitee für dieBerufsbildung ein, regelt die Betriebspraktika,die Diplomprüfungen und die Finanzierung.An die dreijährigen Vollzeitschulen, diemit einer Fachprüfung abschließen, wurdeein viertes Spezialisierungsjahr angehängt.Seit einigen Jahren arbeiten die Zuständigendaran, auch eine Matura im Rahmen der Berufsbildunganzubieten.In den letzten zwanzig Jahren wurden einDutzend Berufsschulen im ganzen Lande gebaut,darunter mehrere Hotelfachschulen.Über 8.000 Schülerinnen und Schüler besuchendiese Schulen, Tendenz steigend. DieLehrlinge, die bisher etwa die Hälfte der Berufsschülerinnenund -schüler ausmachten,gehen in letzter Zeit stark zurück.Das Lehrlingswesen, das ja auch zur Berufsbildungzählt, bei dem das Land aber nurkonkurrierende Befugnis hat und sich an diestaatlichen Gesetze anhängen muss, wurdemit Landesgesetz Nr. 2 vom 20. März 2006„Ordnung der Berufsbildung“ neu geregelt.Zumal der Staat diesen Bereich vor kurzemvöllig umgestaltet hat, musste das Landnachziehen und nahm mit LandesgesetzNr.12 vom 4. Juli 2012 eine Neuordnung desLehrlingswesens auf Landesebene vor.Institut für Musikerziehungund MusikschulenObwohl dieser Bildungsbereich im Autonomiestatutnicht vorgesehen ist, hat das Landnach österreichischer Tradition bereits vor 35Jahren eigene Musikschulen im ganzen Landeerrichtet. Inzwischen sind es über vierzigmit über 4.000 Schülerinnen und Schülern,vom Kindergartenalter bis zur Matura.Mit Landesgesetz Nr. 25 vom 3. August 1977wurden die Institute für Musikerziehung derdrei Sprachgruppen errichtet: „Zum Zweckeder Förderung und der Verbreitung des Gesangesund der Musik, dieals Mittel der Erziehungund kulturellen Entwicklungzu verstehen sind“,wie im Art. 1 des Gesetzessteht. Die Musikschulen erfreuensich großer Beliebtheitund haben wesentlichdazu beigetragen, dass Singenund Musizieren nichtnur in der Volksmusik imLande so weit verbreitetsind. Seit September 2012sind die Musikinstitute indie Bildungsressorts integriert.SchulbibliothekenEin weiteres Aushängeschild einer erfolgreichenBildungspolitik ist das öffentliche Bibliothekswesenin Südtirol, das sich mit jenemder fortschrittlichsten Länder Europas messenkann. Auch die Schulbibliotheken habeneinen sehr hohen Standard. Der rechtlicheGrundstein dafür ist das Landesgesetz Nr.17vom 7. August 1990 „Maßnahmen zur Förderungder Schulbibliotheken“.Arthur PernstichAbteilungsdirektorTeil IIDer zweite Teil „Bildungsbereiche mitsekundärer oder konkurrierenderBefugnis“ erscheint in der nächsten INFO-Ausgabe im Februar 2013.Dezember 2012 / Jänner 201341


ServiceTipps aus der Pädagogischen FachbibliothekGelassen durch schwierige ZeitenDie meisten Bücher zum Thema Pubertät sind Ratgeber für Eltern. Gezielte Angebote für Lehrpersonen sind seltener.Trotzdem lohnt es sich für alle, die mit Jugendlichen arbeiten, die eine oder andere Publikation zu lesen oder zumindestdarin zu blättern.JESPER JUULPubertät – Wenn Erziehen nicht mehr geht.207 S., Kösel 2010Der bekannte undinnovative Familientherapeutwill Elternhelfen, „gelassendurch stürmischeZeiten“ zu kommen.Einleitend beschreibtder Autor,worum es in der Pubertätgeht und wasfür Eltern und Jugendliche wichtig ist. Es folgen„Lösungsideen in Briefform“. In denBriefen geht es um Themen wie Umgang mitAlkohol, Verantwortung für das eigene Handeln,Vertrauen.Der letzte Teil gibt Gespräche wieder, die imRahmen einer familylab-Familienwerkstattzwischen Autor, Eltern und Jugendlichen geführtwurden. Juul zeigt, wie sich Eltern aufeinen Dialog mit ihren Kindern einlassen können,um Lösungen für die unweigerlich auftretendenProbleme zu finden. Es geht ihmdarum, den Eltern zu helfen, ihre Rolle in derFamilie positiv zu gestalten und darauf zuvertrauen, dass die auftretenden Problemelösbar sind.BARBARA STRAUCHWarum sie so seltsam sind. Gehirnentwicklungbei Teenagern. 335 S., Berliner TaschenbuchVerlag 2010 (3. Auflage)Die WissenschaftsredakteurinBarbaraStrauch beschreibt,was in den Köpfender Jugendlichen inder Pubertät vor sichgeht. Sie gibt Einblickin den Standder Gehirnforschungund erklärt, dass dieHirnstrukturen derTeenager noch nicht fertig ausgebildet sind,dass ihr Gehirn eine Baustelle ist. Stirnlappenund Kleinhirn erfahren bedeutende Veränderungenund finden ihre endgültige Form.Die Leserinnen und Leser erfahren, warumJugendliche mehr Schlaf brauchen, so risikobereitsind und großen Stimmungsschwankungenausgesetzt sein können.Die Autorin weist in diesem leicht lesbarenBuch auch darauf hin, dass diese neuen ErkenntnisseAuswirkungen haben werden aufden gesellschaftlichen Umgang mit Teenagernund auf die Erziehung im Allgemeinen.CATHRIN KAHLWEIT, GEORGE DEFFNERPubertäter. Wenn Kinder schwierig und Elternunerträglich werden. 224 S., Piper 2011Autorin und Autorsind Journalistenund Eltern von dreipubertierenden Kindern.Auf rechtamüsante Art beschreibensie dieHöhen und Tiefen imZusammenleben mitden Jugendlichen,die verbalen Auseinandersetzungen, die Vorwürfeder Jugendlichen, deren Umgang mitden Medien, die Diskussionen über Musik, dieKritik der Kinder an den Eltern, die SprachundHilflosigkeit der Eltern, Diskussionenüber Schule, über Leistungen und Ablehnungvon Leistungen in der Schule. Im letzten Kapitelkommen dann die Kinder selbst zu Wortund rücken einiges wieder zurecht.PUBERTÄT: IDENTITÄT – INSZENIERUNGEN.Heft 3/ 2012 der Zeitschrift ide, 128 S.,Studien Verlag, 2012Im letzten Heft der Zeitschrift ide (Zeitschriftfür den Deutschunterricht in Wissenschaftund Schule) stehen Jugendliche in der Zeitzwischen Kind-Sein und Erwachsen-Werden,also in der Phase der Pubertät im Mittelpunkt.Die Entwicklungdes Gehirns,die körperlichenVeränderungen sowiedie Konflikte mitden Eltern habenauch Auswirkungenauf die Schule. Diesewerden oft vernachlässigtund alsirrelevant betrachtet. Das Heft bietet Lehrpersoneneinige Überlegungen und Anregungenfür den Unterricht: Es geht um das Lektüreverhalten,um theaterpädagogische Arbeit,um Medienwelten der Jugendlichen, umIdentitätsfindung und um das Lernen ganzallgemein.Mathilde AspmairPädagogische FachbibliothekPÄDAGOGISCHEFACHBIBLIOTHEKDeutsches BildungsressortAmba-Alagi-Straße 1039100 BozenÖffnungszeitenVormittag: 9.00 bis 12.30 UhrNachmittag: 14.00 bis 17.00 UhrDonnerstag: bis 17.30 UhrTel. 0471 417228/417638www.schule.suedtirol.itpaed.fachbibliothek@schule.suedtirol.it42 Dezember 2012 / Jänner 2013


dies gilt für die farbige ebenso wiefür die Schwarzweiß-Anwendung.Die Skalierung nach unten istbegrenzt, die Skalierung nachoben frei.Je nach Verwendungszwecksind diese vorgeschrieben,dies gilt für die farbige ebenso wiefür die Schwarzweiß-Anwendung.Die Skalierung nach unten istbegrenzt, die Skalierung nachoben frei.8 95 6 7 8 9DEUTSCHES 0 BILDUNGSRESSORTRUNDSCHREIBEN10• Nr. 42/2012 vom 24.10.2012Versetzungen und Übertritte – Schuljahr 2013/2014• Nr. 43/2012 vom 8 26.10.2012Kompetenztests in den Fächern Deutsch und Mathematik –Südtirol 2013• Nr. 44/2012 vom 14.11.2012Abschaffung des ärztlichen Zeugnisses für die Wiederzulassungzum Unterricht nach krankheitsbedingter Abwesenheit• Nr. 45/2012 vom 19.11.2012Feststellung einer von dienstlichen Ursachen abhängigenKrankheit, angemessene Entschädigung und Rückvergütungder Pflege- oder ProthesenkostenDEUTSCHES BILDUNGSRESSORTMITTEILUNGEN05.11.2012• „Aktion Verzicht 2013“• Internationale Deutschlehrertagung IDT 2013• Neureglung der Evaluation des Bildungssystems des Landes06.11.2012• Sondernummer INFO „Willkommen in der Schule.Ein Elternratgeber zum Schulanfang“07.11.2012• Einladung zum Konzert „Junge Solisten am Podium“ am 2.12.2012• Streikausruf der Gewerkschaftsorganisationen CUB im BereichSchule, Universität, Forschung, UNICOBAS und SISA12.11.2012• Absage Themenkonferenz am 22. November 201219.11.2012• Streikausruf der Gewerkschaftsorganisationen CISL/SCHULE, UIL/SCHULE, SNALS/CONFSAL, FEDERAZIONE GILDA/UNAMS, COBAS/SCHULE, UGL/SCHULE, SNAIPO, CISAL/SCHULE und FLC/CGIL20.11.2012• Genehmigter Bildungsurlaub Schuljahr 2012/2013• Aufsatzwettbewerb der Handelskammer Bozen:Kultur und Wirtschaft in Südtirol 2019• 27. AHS-Fremdsprachenwettbewerb 2013 – Vorerhebung21.11.2012• Historypool – Zugangsdaten zum Historypool und Angebotfür die Fachgruppe• BHS-Fremdsprachenwettbewerb 2013 – Vorerhebung23.11.2012• Streikausruf der Gewerkschaftsorganisationen – Widerruf• Bildungsurlaub – Klärung26.11.2012• Beitrag der Carabinieri zur Bildung einer Kultur der Legalität –Schuljahr 2012/2013SÜDTIROLER LANDESREGIERUNGBESCHLÜSSE029.10.2012• Nr. 1589: 10Durchführungsverordnung über die Evaluation desBildungssystems des Landes8Fröhliche Weihnachten! (Deutschland)Happy Christmas! (England)Merry Christmas! (USA)Joyeux Noël! (Frankreich)Feliz Navidad! (Spanien)Feliz Natal! (Portugal)Buon Natale! (Italien)Prettige Kerstdagen! (Holland)Wesolych Swiat! (Polen)God Jul! (Schweden)Sretan Božicj! (Bosnien)Glædelig Jul! (Dänemark)Hyvää Joulua! (Finnland)Sretan Bozic! (Kroatien)Gleðileg Jól! (Island)Linksmu Kaledu! (Litauen)Streken Bozhik! (Mazedonien)God Jul! (Norwegen)Mutlu Noeller! (Türkei)Kellemes Karácsonyt! (Ungarn)...Dezember 2012 / Jänner 201343


Eine Schule braucht auch Ruhe,um sich entwickeln zu können.Das sollte man ihr wieder mehr gönnen.Martha AmbachMittelschuldirektorin der ersten StundeInformationsschrift für Kindergarten und Schule in SüdtirolDezember 2012 / Jänner 2013Herausgeber: Deutsches BildungsressortVerantwortlicher Direktor: Peter HöllriglRedaktion: Verena Hilber (VH), ElisabethMairhofer (EM), Walter Pichler (WP),Michaela Steiner (MiS), Thomas Summerer (TS),Herbert Taschler (ht), Andrea Volgger (AV)Korrektorat: Michaela von WohlgemuthFotos: Archiv Deutsches Bildungsressort,Landespressedienst, Kindergarten Feldthurns (S. 27),Christian Aspmair (S. 28/29), Annelies Maurberger (S. 31),Walter Pichler (S. 16/30), Andrea Volgger (S. 25)Cover: Manuela Tessaro & Alberto Franceschi,Digital Photo ImageAnschrift und Sitz der Redaktion:Deutsches Bildungsressort,Amba-Alagi-Straße 10, 39100 Bozen,Tel. 0471 417511, Fax 0471 417519,redaktioninfo@schule.suedtirol.itwww.provinz.bz.it/schulamtGrafik und Druck: Südtirol Druck, TschermsEingetragen beim Landesgericht Bozenunter Nr. 18 vom 26.09.2002.Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem,pH-neutralem Papier, 100% recycelbar.Erscheint monatlich von September bis Juni.Verwendung und Nachdruck von Texten sind nurnach Rücksprache mit der Redaktion gestattet.

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