Bildungsplan-Anteil zur sprachlichen Förderung in ... - sprich-mit-mir.at

sprich.mit.mir.at

Bildungsplan-Anteil zur sprachlichen Förderung in ... - sprich-mit-mir.at

1. Pädagogische Orientierung

Bildungsprozesse finden in Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungssituationen gleichermaßen statt. Sie durchziehen

den gesamten Alltag in elementaren Bildungseinrichtungen und laufen nicht nur bei bestimmten von

Erwachsenen angeleiteten Tätigkeiten ab. Ebenso stehen die einzelnen Bildungsbereiche nicht isoliert nebeneinander,

sondern durchdringen und ergänzen einander wechselseitig. Viele Kompetenzen sind nur durch Erfahrungen

in mehreren Bildungsbereichen zu entwickeln.

1.3.2 Die Förderung von Kompetenz

Kompetenz ist die Kapazität einer Person, mit ihren persönlichen Ressourcen und den Ansprüchen und Möglichkeiten

der Umwelt auf eine aktive und wirkungsvolle Weise umzugehen (Hartmann et al., 2006). Kompetenz

hängt eng mit dem Erleben der Effektivität der eigenen Handlungen zusammen und ist ein Persönlichkeitsmerkmal,

das auf Neugier und Leistung bezogen ist, wie z. B. auf den Wunsch des Kindes, Probleme zu meistern

bzw. seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verbessern (White, 1959).

Die Entwicklung von Kompetenz wird als ein dynamischer und wechselseitiger Prozess zwischen Kind und

Umwelt verstanden. Die Anregung von Bildungsprozessen durch elementare Bildungseinrichtungen und die

Möglichkeiten, den Alltag mitzugestalten und Entscheidungen zu treffen, tragen dazu bei, dass Kinder sich

selbst als effektiv und kompetent erleben. Das Angenommenwerden und die Erfahrung von Wertschätzung der

Individualität des Kindes fördern seine Selbstwirksamkeit. Eine höhere kindliche Kompetenz wird wiederum mit

gesteigerten Erwartungen von Seiten der Erwachsenen konfrontiert. In diesem spiralförmigen Prozess zeigt sich,

dass Kinder sehr wohl im Stande sind, ihre eigene Entwicklung voranzutreiben.

Bildung geht über die reine Wissensvermittlung im Sinne von Sachkompetenz hinaus und schließt die Förderung

einer alters- und entwicklungsgemäßen personalen und sozial-kommunikativen Kompetenz sowie der lernmethodischen

Kompetenz ein.

Die Förderung der personalen Kompetenz (Selbstkompetenz) beinhaltet, sich selbst und seinen Körper in seiner

Gesamtheit emotional, mit allen Sinnen zu erleben und kognitiv zu erfahren. Bildungsangebote sollten daher

auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen der Kinder eingehen und ihre Selbstständigkeit, ihr Selbstwertgefühl,

ihre Kreativität und Neugierde fördern.

Die Entwicklung der sozial-kommunikativen Kompetenz (Sozialkompetenz) ist die Grundlage für ein Leben

miteinander. Dazu gehören Verständnis und Toleranz für die Individualität anderer Menschen. Der Bildungsauftrag

in elementaren Bildungseinrichtungen bezieht sich auch auf partnerschaftliches Rollenverständnis, Akzeptanz

anderer Kulturen, Flexibilität im Umgang mit unvorhergesehenen Situationen und Entwicklung konstruktiver

Konfliktlösungsstrategien. Die Bereitschaft zur Teamarbeit ist eine Grundvoraussetzung dafür.

Die Förderung von Sachkompetenz befähigt Kinder dazu, sich mit ihrer Lebenswelt auseinanderzusetzen, sie

für die eigenen Bedürfnisse und Interessen verfügbar zu machen und nach eigenen Ideen und Plänen mitzugestalten.

Elementare Bildungseinrichtungen fördern die Fähigkeit, sich Informationen zu verschaffen und sie

sprachlich-begrifflich zu erfassen. Sachkompetenz bedeutet auch, Sachzusammenhänge zu verstehen, zu beurteilen

und damit verbundene Probleme zu lösen.

Die Entwicklung von lernmethodischer Kompetenz gewinnt in unserer postindustriellen Wissensgesellschaft

immer mehr an Bedeutung. Grundlage dafür ist das Bewusstsein, dass man lernt, was man lernt und wie man

lernt. Lernmethodische Kompetenz bezieht sich also auf die Fähigkeit, sich selbst Wissen und Können anzueignen

(Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, 2004). Lebenslanges und lebensbegleitendes Lernen

wird zum obersten Bildungsprinzip. Bildung wird dabei im Sinne von Selbstorganisation verstanden: Der Mensch

bildet sich selbst, indem er lernt, auf welchen Wegen er neues Wissen erwerben kann, wie es kritisch reflektiert

Bildungsplan-Anteil © 2009

11

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine