Trinidad und Tobago

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Trinidad und Tobago

Trinidad und TobagoTrinidad und Tobago, Republik innerhalb des Commonwealth of Nations, welche die südlichstenInseln im Karibischen Meer umfasst. Neben Trinidad und Tobago gehören zum Staatsgebiet sechskleinere Inseln vor der Küste Venezuelas. Trinidad liegt der Mündung des Orinoco nördlichgegenüber und wird durch den Golf von Paria von der südamerikanischen Küste getrennt. Tobagobefindet sich 32 Kilometer nordöstlich von Trinidad. Die Gesamtfläche des Staates beträgt5 128 Quadratkilometer. Die Fläche Trinidads umfasst davon rund 4 800 Quadratkilometer; aufTrinidad liegt Port of Spain, die Hauptstadt des Landes. Tobago hat eine Fläche von circa300 Quadratkilometern; die größte Stadt der Insel ist Scarborough.Die beiden Inseln Trinidad und Tobago waren noch während der letzten Eiszeit mit demsüdamerikanischen Kontinent verbunden. Erst mit dem folgenden Anstieg des Meeresspiegelswurden sie vor etwa 7 500 Jahren zu Inseln.Drei markante Bergketten durchziehen Trinidad von Westen nach Osten. In der nördlichsten Kettebefindet sich der Cerro del Aripo, der mit 940 Metern höchste Berg des Antillenstaates. Im Nordenreicht das Bergland bis an die Küste. Zwischen den Gebirgszügen breitet sich Tiefland aus, das aneinigen Stellen versumpft ist. Im Südwesten von Trinidad liegt der berühmte, 42 Hektar großePitch Lake, aus dem große Mengen Asphalt gewonnen werden. Die Insel Tobago ist vulkanischen


Ursprungs; im Wesentlichen handelt es sich um eine einzige Gebirgsmasse, die eine maximaleHöhe von 550 Metern erreicht.Entsprechend der geographischen Lage ist das Klima von Trinidad und Tobago tropisch und stehtunter dem Einfluss des Passats. Die mittleren Monatstemperaturen liegen ganzjährig um 25 °C, dieJahresniederschläge erreichen an windexponierten Gebirgshängen maximale Werte von etwa3 500 Millimetern, im Tiefland von circa 1 200 Millimetern. Die Niederschläge sind nichtgleichmäßig über das Jahr verteilt, sondern fallen überwiegend zur Regenzeit, die hier von Juni bisDezember dauert.Trinidad und Tobago zeichnen sich durch eine überaus vielfältige Flora und Fauna aus. Dies giltauch für die Unterwasserwelt der ausgedehnten Korallenriffe. Die Inseln verfügen über großeBestände an tropischem Regenwald und Mangrovengebieten. Trotz hoher Entwaldungsraten vonjährlich 1 bis 2 Prozent ist immer noch etwa ein Drittel der Landesfläche bewaldet. Insgesamtstehen 6 Prozent (2000) der Landesfläche unter Naturschutz. Es wurden über 400 Vogelartennachgewiesen, mehr als 600 Schmetterlingsarten und über 700 Orchideenarten. Zur Avifauna(Vogelwelt) gehören u. a. der Scharlachsichler (ein Ibisvogel) als Nationalvogel Trinidads, derAmerika-Schlangenhalsvogel, die Feenseeschwalbe, der Jungferntrogon, der zu den Eisvögelngehörende Grünfischer und Kolibris wie der häufig anzutreffende Moskitokolibri. Ein besondersauffallendes Insekt ist der riesige Herkuleskäfer.Das Land hat etwa 1,10 Millionen Einwohner (2004). Die Bevölkerungsdichte liegt bei214 Einwohnern pro Quadratkilometer, die Lebenserwartung bei 69,3 Jahren. DieZusammensetzung der Bevölkerung ist sehr heterogen. Größte Bevölkerungsgruppen sind dieBewohner afrikanischer (43 Prozent) sowie indischer Abstammung (40 Prozent). Weitere ethnischeGruppen sind chinesischer, westeuropäischer und arabischer Herkunft.Rund drei Viertel der Bewohner leben in Städten. Hauptstadt ist Port of Spain. Weitere wichtigeStädte sind San Fernando (55 800 Einwohner) und Arima (24 900 Einwohner).Port of Spain, Hauptstadt und wichtigster Hafen von Trinidad und Tobago, an der Nordwestküsteder Insel Trinidad. Tabakwaren, Baumaterialien, Nahrungsmittel und chemische Produkte werdenhier hergestellt. Der Tourismus ist ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt.Sehenswert sind das Nationalarchiv, das Nationalmuseum und die Kunstgalerie mit einerSammlung von historischen und naturkundlichen Gegenständen sowie Kunstwerken, dieanglikanische Kathedrale (erbaut 1816-1823) sowie ein 1832 geweihter römisch-katholischer Dom.In der Nähe der Stadt befinden sich der Flughafen Piarco International und die Universität derWestindischen Inseln (1946).An der Stelle der heutigen Stadt befand sich einst ein indianisches Dorf mit dem NamenConquerabia. Die Spanier kamen 1595 auf die Insel und benannten es um in Puerto de España. Alsdie Briten 1797 die Herrschaft über die Insel übernahmen, wurde der Name ins Englischeübersetzt. Port of Spain war Hauptstadt der Westindischen Föderation von 1958 bis zu derenAuflösung im Jahr 1962. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 53 000.


Amtssprache in Trinidad und Tobago ist Englisch. Minderheitensprachen sind Französisch, Spanisch,Hindi, Chinesisch und die Kreolsprache Patois. Etwa drei Fünftel der Bevölkerung sind Christen, diesich überwiegend zum Katholizismus bekennen, stärkste protestantische Gemeinschaft sind dieAnglikaner. Hindus und Muslime stellen mit 25 bzw. 6 Prozent der Bevölkerung die größtennichtchristlichen Glaubensgemeinschaften.Die Ausbildung in Trinidad und Tobago ist kostenfrei, und für Kinder zwischen 5 und 11 Jahrenbesteht Schulpflicht. Für die höhere Bildung gibt es pädagogische Hochschulen, technischeHochschulen und die University of the West Indies, auf deren Trinidad-Tobago-Campus in SaintAugustine auf Trinidad (gegründet 1960) die Fakultäten Kunst, Sozialwissenschaften,Naturwissenschaften, Erziehung, Landwirtschaft, Medizin und Ingenieurwissenschaften zu findensind. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 98,2 Prozent (2000). In Trinidad und Tobago erscheinendrei unabhängige Tageszeitungen mit Auflagen um 45 000. Es gibt drei Radiostationen und zweiFernsehsender.Gemäß der Verfassung von 1976 ist Trinidad und Tobago eine Präsidialrepublik im Commonwealthof Nations. Der Staat gliedert sich verwaltungsmäßig in acht Counties, drei Stadtbezirke undTobago.Die Verfassung sieht einen Präsidenten und ein Zweikammerparlament vor, das aus einem Senatund einem Repräsentantenhaus besteht. Der Präsident wird durch einen Wahlausschuss mitMitgliedern beider Parlamentskammern gewählt. Das Repräsentantenhaus setzt sich aus36 Abgeordneten zusammen, die für eine Amtszeit von fünf Jahren vom Volk gewählt werden. Die31 Senatsmitglieder werden vom Präsidenten ernannt. Im Jahr 1980 wurde Tobago ein eigenesParlament zugestanden.Zu den Hauptstützen von Trinidad und Tobago gehören die Förderung von Erdgas und Erdöl sowiedie Erzeugung petrochemischer Produkte. Immerhin machen Mineralöl und Erzeugnisse derPetrochemie über 40 Prozent des gesamten Exportvolumens aus. Vor allem nach der Entdeckunggroßer Erdgasvorkommen vor der Küste Trinidads stieg die Förderung von Erdgas enorm an. DerInselstaat gehört mittlerweile zu den weltweit bedeutenden Exporteuren von Flüssiggas. Kehrseiteder Medaille sind allerdings die Belastungen der Umwelt (vor allem auf Trinidad) durch die Öl- undGaswirtschaft.Zwecks Diversifikation der Wirtschaft förderte die Regierung des Inselstaates andereIndustriezweige, wie z. B. Eisen- und Stahlindustrie oder die Leichtindustrie. In diesem Zugewurden auch der Tourismus sowie der Banken- und Finanzsektor gefördert. Allein derTourismussektor erwirtschaftet rund ein Fünftel des Bruttosozialprodukts. Diesen Sektorbeabsichtigt die Regierung weiter auszubauen.In der Agrarwirtschaft des Landes stehen u. a. der Anbau von Zuckerrohr, Kakao, Südfrüchten,Gemüse und Tabak sowie die Viehzucht im Mittelpunkt. Ein Teil davon (u. a. lebende Nutztiere,Tabak) ist für den Export bestimmt. Ein Großteil des Zuckerrohrs wird zur Erzeugung von Rumverwendet. Die Landwirtschaft bindet 8 Prozent der Arbeitskräfte, 64 Prozent sind imDienstleistungssektor und 28 Prozent in der Industrie beschäftigt (1999).


In Verbindung mit den steigenden Preisen für Erdöl auf dem Weltmarkt erlebte die Wirtschaft deswestindischen Inselstaates in dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts einen wahren Boom.Experten schätzen die weitere Entwicklung des Landes für die nahe Zukunft als sehr günstig ein.Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 9,6 Milliarden US-Dollar (2002; Dienstleistungen56,3 Prozent, Industrie 42,2 Prozent, Landwirtschaft 1,5 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP proEinwohner von 7 380 US-Dollar. Die Währungseinheit ist der Trinindad-und-Tobago-Dollar, der aus100 Cents besteht.Christoph Kolumbus landete am 31. Juli 1498 während seiner dritten Seereise auf Trinidad. Zudieser Zeit wurde die Insel von einer Untergruppe des Volkes der Arawak, den Igneri, bewohnt;diese betrieben eine primitive Art von Landwirtschaft. Ferner lebten dort die Kariben, die Sammlerwaren.In der Folgezeit kolonialisierte Spanien die Insel und ernannte 1532 einen Gouverneur zu ihrerVerwaltung. Die Urbevölkerung wurde durch Zwangsarbeit ausgebeutet, so dass viele Menschenstarben, andere wanderten aus. Schließlich wurden afrikanische Sklaven dorthin gebracht. Zur Zeitder Französischen Revolution kamen viele französische Familien von Haïti und anderenWestindischen Inseln nach Trinidad. Im Februar 1797, während der Französischen Revolution,ergab sich Trinidad einer britischen Streitmacht, und 1802 wurde es im Anschluss an den Vertragvon Amiens offiziell an Großbritannien übergeben. Im Jahr 1833 wurde die Sklaverei abgeschafft,und zwischen 1845 und 1917 wurden von den Briten über 150 000 muslimische und hinduistischeInder auf die Insel Trinidad gebracht, um die Plantagensklaven zu ersetzen.Im Jahr 1498 entdeckte Kolumbus auch Tobago, das von den Kariben bewohnt war. Tobago warnacheinander in spanischem, britischem, holländischem und französischem Besitz, bevorFrankreich die Insel 1814, am Ende der Napoleonischen Kriege, an Großbritannien abtretenmusste. Bis 1889 war Tobago Teil der Kolonie „Inseln über dem Winde”; dann wurde es mitTrinidad zusammengeschlossen.Vom 22. April 1958 bis zum 31. Mai 1962 waren Trinidad und Tobago Teil der WestindischenFöderation. Am 31. August 1962 wurde Trinidad und Tobago ein unabhängiger Staat imCommonwealth of Nations, und 1967 trat es der Organisation der Amerikanischen Staaten(Organization of American States, OAS) bei. Im Jahr 1968 bildete der Staat zusammen mit anderenenglischsprachigen karibischen Staaten das Karibische Freihandelsgebiet (Caribbean Free TradeArea, CARIFTA), das 1973 durch den Karibischen Gemeinsamen Markt (Caribbean Common Market,CCM) ersetzt wurde.Die Nationale Volksbewegung (People’s National Movement, PNM), die vom Beginn derUnabhängigkeit des Staates (1962) bis 1986 an der Macht war, erhielt viel Unterstützung von derschwarzen Stadtbevölkerung und der Geschäftswelt; ihr Führer war von 1962 bis 1981Premierminister Eric Williams. Anfang der siebziger Jahre war der Staat einer wirtschaftlichen undsozialen Krise ausgesetzt. Im April 1970 brachen auf Trinidad Krawalle aus und führten zumehreren Toten und vielen Verletzten. Die Situation wurde durch eine kurzzeitige Meuterei vonTeilen der Armee noch verschärft. Der Notstand wurde ausgerufen. Obwohl den Krawallen aucheine Kampagne schwarzer Nationalisten zugrunde lag, sahen Beobachter den eigentlichen Grundfür die Unruhen in den wirtschaftlichen Problemen. Als Antwort auf die Unruhen kündigtePremierminister Williams an, dass eine kürzlich ernannte Kommission gegen Rassendiskriminierung


mit Anhörungen beginnen würde, sobald die Ordnung wieder hergestellt wäre. Der Notstand, dernoch 1971 über bestehen blieb, wurde im Juni 1972 beendet.Im Jahr 1973 nahmen die Einnahmen Trinidads aus dem Export von Erdöl rasch zu, und das Landwurde zum drittgrößten Erdölexporteur Amerikas. Zu Beginn des Jahres 1975 jedoch lag dieArbeitslosenquote bei 17 Prozent, und die Inflationsrate schnellte auf 23 Prozent hoch. Im Märzund April desselben Jahres wurde die Wirtschaft durch Arbeitsniederlegungen in der Erdöl- und derZuckerindustrie und Sympathiestreiks der Arbeiter des Verkehrs- und Elektrosektors lahm gelegt,was den Staat schätzungsweise 200 Millionen US-Dollar kostete. Premierminister Williams wurdevon weiten Kreisen beschuldigt, den Staat nicht in angemessener Weise zu führen. Im folgendenJahr ging die Inflation ein wenig zurück, die Zahl der Arbeitslosen blieb jedoch hoch. Gemäß einerneuen Verfassung, die das Land zu einer Republik innerhalb des Commonwealth machte, wurdenim September 1976 Wahlen durchgeführt, und Williams blieb im Amt. Im Jahr 1980 häuften sichBrandbombenlegungen, Brandstiftungen und Erschießungen aus politischen Gründen. Nach demTod Williams’ 1981 wurde Landwirtschaftsminister George Chambers zum Premierminister undFührer der PNM gewählt. Bei den Wahlen 1986 erlangte die Nationale Allianz für den Wiederaufbau(National Alliance for Reconstruction, NAR) 33 von 36 Sitzen im Repräsentantenhaus und AuthurNapoleon Robinson wurde Premierminister. Im Juli 1990 sprengten über 100 militante Muslime beieinem misslungenen Putschversuch das Polizeihauptquartier in die Luft, besetzten mehrere Tagelang das Parlamentsgebäude und nahmen Robinson und andere Regierungsbeamte als Geiseln.Nach dem Sieg der PNM bei den Wahlen vom Dezember 1991 wurde Patrick ManningPremierminister. Bei den Parlamentswahlen vom November 1995 wurde der United NationalCongress (UNC) stärkste politische Kraft. Dessen Vorsitzender, Basdeo Panday, wurde 1995Premierminister von Trinidad und Tobago. Die Wahlen vom Dezember 2000 bestätigten diebestehenden Mehrheitsverhältnisse. Nach dem Rücktritt von drei der Korruption verdächtigtenMinistern wurden im Dezember 2001 Neuwahlen durchgeführt, bei denen die beiden großenParteien PNM und UNC jeweils 18 Sitze gewannen. Nach den Wahlen übernahm erneut PatrickManning das Amt des Regierungschefs. Da er sich aber auf keine Mehrheit im Parlament stützenkonnte, stagnierte die innenpolitische Entwicklung des Karibikstaates, außerdem konnten sich diebeiden Parteien nicht auf einen Parlamentsvorsitzenden einigen. Im August 2002 löste Manning dasParlament auf. Bei den vorgezogenen Wahlen vom 7. Oktober erreichte der PNM mit 20 Sitzen dieabsolute Mehrheit, der UNC ist im neuen Parlament mit 16 Abgeordneten vertreten.Reichlich Fotos sind in in den Filmen verarbeitet!

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