Historische Tatsachen - Nr. 15 - Udo Walendy

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Historische Tatsachen - Nr. 15 - Udo Walendy

Schokolade: soundsoviele usw. Alles war im Lager zu haben. DieJuden brachten alles mit. Da die Waren durch ziemlich vielZwischenhändler vertrieben wurden, die natürlich alle gut verdienten,konnten sich mindestens die Hälfte der Häftlinge eingutes Leben leisten.Damit wir es gut haben konnten, mußten allerdings Millionenanderer Juden sterben. (S. 33)Aber auch sonst wurde 'organisiert'. Häftlinge, die in derSS-Schlächterei arbeiteten, brachten Würste und andere Fleischwarenmit, deren Verkauf natürlich auch nur gegen Zigarettenerfolgte. Oder die Blockschreiber gaben beim Empfang der täglichenBrotration die Anzahl der Belegschaft höher an, als sie inWirklichkeit war. Unser Blockschreiber meldete fast hundertmehr. Das zuviel erhaltene Brot mußte mit den Häftlingen geteiltwerden, die für die Brotausgabe verantwortlich waren und selbstverständlichgenau Bescheid wußten. ... (S. 34)Die SS, die genau unterrichtet war über den Umfang und dieArt der 'organisierten' Waren, duldete alles stillschweigend.Die Mehrzahl der Prominenten in Auschwitz trug grüne Winkel— sie waren also Verbrecher. (S. 36)Jawohl — Auschwitz verfügte außer einem Kino auch nochüber ein Bordell. Im Block 24a waren 10 - 12 Frauen 'beruflich'tätig. Für eine einzige Mark stand den Häftlingen das Paradiesoffen. (S. 37)Er (Hössler) gestattete die Formierung eines Kabaretts, undbald hatten wir täglich Vergnügungsveranstaltungen. Einen AbendKinovorführung, einen Abend wirklich ausgezeichnete Künstlerkonzerte,wieder einen anderen Abend Kabarett. (S. 38)Es ließ sich nun wirklich gut leben in Auschwitz. Wir machtenuns die Arbeit leicht, und die Capos blickten weg, wenn wirfaulenzten, zu essen hatten die meisten auch genügend. (S. 40)Das Ende von AuschwitzIn Birkenau jedoch vollzog sich manch Unerwartetes. Manmontierte die Gaskammern ab, und vier Krematorien wurdenabgerissen. Die Gruben mit Scheiterhaufen wurden eingeebnetund mit einer Grasnarbe bedeckt. Das gleiche geschah mit demTerrain, auf dem die Krematorien gestanden hatten. Nach einigenWochen war nichts mehr von dem Schauplatz der blutigstenTragödie der Weltgeschichte zu sehen." (S. 51)Dies geschah zu einer Zeit, da "man tagtäglich indeutschen Zeitungen lesen konnte" — "was wir in denZeitungen zu lesen bekamen" (S. 53) —,"daß der Aufmarsch der Russen an der gesamten Ostfrontbeendet sei und daß man ihre Offensive stündlich erwarte." (S.52)Diese Arbeit habe also offensichtlich "nur" einigeWochen in Anspruch genommen, und ÜberlebenderKlieger, Häftling im Stammlager habe die Grasnarben inBirkenau gesehen, bzw. sich davon überzeugt, daß"nichts mehr zu sehen" war. Da er im Januar 1945 perFußmarsch das Lager verlassen hat, muß also dieserZustand beim Einmarsch der Russen vorgelegen haben:Es "war nichts mehr von all dem zu sehen". Es istaußerordentlich bedauerlich, daß Überlebender Kliegermit keinem einzigen Wort darauf eingeht,a) wie es möglich war, daß er als Häftling desStammlagers sich davon in Birkenau überzeugen konnte,b) wie die Deutschen das in wenigen Wochen sofertiggebracht haben, sämtliche Spuren von der Vernichtungvon Millionen Menschen zu beseitigen. MitGrasnarben alleine war dies doch wohl nicht zu bewerkstelligen.Auch die letzte Aussage ist sehr beachtlich angesichtsder Tatsache, daß die Sowjets Jahre nach Kriegsendeangebliche Fotos von Gaskammerkellerresten in dieÖffentlichkeit lanciert haben, wobei sie sich allerdingshüteten, nähere Einzelheiten anzugeben. Auch BernardKlieger bestätigt die Feststellungen des Instituts fürZeitgeschichte in München*): Funde über die Ermordungvon einer Million oder gar mehr Menschen inAuschwitz gibt es nicht. Zu solchen Funden würdenschließlich auch Überreste von wirklichen Gaskammern,die der Vernichtung von Menschen gedient haben, zählen.*) "aus politik und zeitgeschichte — beilage zur wochenzeitung dasParlament" 8. Mai 1976, "Organisierter Massenmord an Juden innationalsozialistischen Vernichtungslagern"; - Analyse dieser Arbeit in"Historische Tatsachen" Nr. 2, "Die Methoden der Umerziehung" S. 30ff.20

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