Historische Tatsachen - Nr. 15 - Udo Walendy

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Historische Tatsachen - Nr. 15 - Udo Walendy

werden. ... (S. 14)Ein Schreiben des Bundesverkehrsministeriums in Bonn, vom16. Februar 1966, an einen führenden deutschen Staatsanwalt inDortmund besagt folgendes:'Akten des ehemaligen Reichsverkehrsministeriums werdenweder beim Bundesverkehrsministerium noch bei der DeutschenBundesbahn — Hauptverwaltung — aufbewahrt. Soweit sie durchKriegs- oder Nachkriegsereignisse nicht verlorengingen oder vernichtetworden sind, wurden sie an das Bundesarchiv in Koblenzabgeliefert. Nach den bestehenden Unterlagen hierüber ist jedochkaum damit zu rechnen, daß sich dabei Material über Judentransportedurch die frühere Deutsche Reichsbahn befindet. Ich stelleanheim, Ihre Anfrage an das Bundesarchiv zu richten.'Die Deutsche Demokratische Republik verfügt ebenfalls überein Archiv, das aber offensichtlich nicht zugänglich ist. ... (24 -25)Warum wohl verweigern gerade jene — nämlich dieKommunisten —, die die hemmungslosesten Anklägerund "Geschichtsschreiber" sind, neutralen Forschern dieEinsicht in unbestechliche Aktenbestände? Wenn diesschon die Praxis im Hinblick auf das Reichsbahnarchivist, wieviel rigoroser wird dies erst mit anderen Aktengehandhabt! Der Grund kann doch nur der sein, daßdiese Akten die seit Jahrzehnten vorgesetzten Lügenwiderlegen würden!Mangels ausreichenden Beweismaterials konnte bisher nochkeinem Beamten des damaligen Reichsverkehrsministeriums (oderder Reichsbahn) ein Prozeß wegen Beihilfe zum millionenfachenJudenmord gemacht werden. ... (S. 236)Rund zwölf Jahre nach Aufnahme des Ermittlungsverfahrensam 25. Mai 1961 soll sich nun von Dienstag an erstmals als einerder Mitverantwortlichen, als sogenannter Schreibtischtäter also,der ehemalige Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium, Dr.Albert Ganzenmüller, vor dem Schwurgericht in Düsseldorf wegenBeihilfe zum Mord in mehr als einer Million Fällen verantworten.Das Beweismaterial ist keineswegs erdrückend, und zweimalschon lehnten Gerichte — in Dortmund und in Düsseldorf — dieEröffnung des Hauptverfahrens ab, ehe es (durch eine Entscheidungdes Oberlandesgerichts in Düsseldorf) doch noch stattfindet... (S. 237)Dr. Albert Ganzenmüller, Staatssekretär im ReichsverkehrsministeriumMillionenfache Tötung von Juden?Nein, so etwas sei ihmgänzlich unmöglich erschienen, behauptet Ganzenmüller heute;der gleiche Ganzenmüller übrigens, der seit 1931 der NSDAPangehörte, SA-Brigadeführer ehrenhalber war und als Träger desgoldenen Parteiabzeichens sowie des Blutordens firmierte. ... (S.239)Ganzenmüller: 'Ich hatte nie davon gehört, daß man die Judenvernichten will. Erst nach dem Kriege erfuhr ich es.' ...Richter: 'Wann hatten Sie erstmals den Ruf 'Deutschlanderwache — Juda verrecke' gehört? 'Ganzenmüller: 'Nie.'Richter: 'Im Herbst 1941 waren Sie längere Zeit in derUkraine, in Poltawa. Dort wurden am 23. November 1.538 Judenerschossen. Anschließend hingen entsprechende Plakate in denStraßen Poltawas aus. Was hörten und sahen Sie davon? 'Ganzenmüller: 'Nichts' ...Richter: 'Sind Ihnen dort die gelben Sterne aufgefallen, dieKennzeichen der Juden also? 'Ganzenmüller: 'Nein, gelbe Sterne habe ich nie gesehen.'Richter: 'Am 16. Juli 1942 wurden Sie von SS-ObergruppenführerWolff aus dem persönlichen Stab Himmlers angerufen undgebeten, Züge für den Abtransport der Juden in die Vernichtungslagerbereitzustellen. Wie reagierten Sie? 'Ganzenmüller: 'Wenn da ein General der Waffen-SS anrief, sowerde ich mutmaßlich gedacht haben, muß es sich wohl ummilitärische Dinge handeln. Ich werde das Telefonat also anunsere Abteilung 'Landesverteidigung' weitergegeben haben. Eineexakte Erinnerung habe ich allerdings nicht mehr ... Im übrigenwar ein Zug täglich von so geringer Bedeutung, daß ich nicht hätteeingeschaltet werden brauchen. SS-Obergruppenführer Wolff hatte22

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