Schwerpunktthema - Stiftung Scheuern

stiftung.scheuern.de

Schwerpunktthema - Stiftung Scheuern

Magazin der Stiftung Scheuern

Ausgabe 22

Schwerpunktthema

Lebenswege

25 Jahre Tageförderstätte

Aktuelles

Personalien

Termine


Inhalt

Editorial 3

Ministerin hält trotz Schuldenbremse an Dezentralisierung fest 4

Passgenau 5

Lebenswege – Geschichten von Menschen aus der Stiftung Scheuern 6 -13

„Schön, gefällt mir!“ 6

Spätes Glück 8

Grüner Bus, schwarze Schalter und rote Haare 10

Chance genutzt und Sprung geschafft 12

Mit allen Sinnen am Leben teilhaben 14

Einstieg ins Berufsleben 16

Bildungsdialog 17

Die Ausgleichsgruppe 18

„Aus Liebe zur Heimat“ 20

Die richtigen Schuhe für alle Fälle 21

Nassauer Event „Expomeile“ 22

Stiftung Scheuern kocht für Schüler in Lahnstein 24

Ein Schritt mehr Normalität 25

„Jede Barriere ist eine zu viel“ 26

Unsere neue Bewohnervertretung 28

Integra informiert 29

Integra beim 6. Pflegetag in Bad Ems 30

Grillfest für Gesprächskreis 30

Vertraut den neuen Wegen 31

Miteinander feiern und arbeiten 32

Neue Jugend- und Auszubildendenvertretung gewählt 33

Stammzellenspende rettet Menschenleben 34

Athleten der Stiftung Scheuern treffen Bundespräsidenten Joachim Gauck 35

Gesundheitsbewusstsein unter Sportlern fördern 36

Auf der Rennpiste 37

Begeisterung im Circus Maximus 38

Aktiv am Apfelbaum 39

Umwelttag in Nassau 39

Wir leben unseren Glauben! 40

Werkstätten unter neuer Leitung 41

Dank für Dienst am Menschen 42

Mitarbeiterjubiläen 43

Werkstattjubiläen 44

Gratulation zur bestandenen Prüfung 44

Wir begrüßen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 45

Wir verabschieden uns von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 46

Gedenkenen unserer Verstorbenen 46

Termine 47

2 2012 | Ausgabe 22

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dieser Ausgabe von Mittendrin möchte die

Stiftung Scheuern Ihnen Einblicke geben in das,

was uns im ersten Halbjahr 2012 im Kleinen

wie im Großen beschäftigt hat und auch weiterhin

beschäftigen wird. Wir wollen aber nicht

bloß informieren über das, was sich im Großen

und Kleinen ereignet hat oder neu begonnen

wurde.

Mit Beispielgeschichten aus dem Leben wollen

wir Auskunft geben, wie sich das Leben von

Menschen verändern kann, wenn sie passgenaue

Assistenz in ihrem Leben finden.

Was diese vier Lebenswege erzählen, sind für

mich Fortschreibungen der Wundergeschichten,

wie wir sie aus der Bibel kennen. Denn sie erzählen,

wie Menschen erstmals oder wieder Vertrauen

fassen und sich auf jeden neuen Tag ihres

Lebens freuen. Jede der vier Geschichten ist

ein aktueller Beleg, der allen, die im sozialen, diakonischen

Bereich haupt- oder ehrenamtlich

tätig sind, deutlich macht: Was wir tun ist im Sinne

unseres Gottes oder wie es im Monatsspruch

für den Monat August heißt:

„Gott heilt die zerbrochenen Herzens

sind und verbindet ihre Wunden.“

(Ps. 147)

2012 | Ausgabe 22

Es geht also darum, dass Menschen gestärkt

und geheilt werden. Diese Zusage des 147.

Psalms ist keine Vertröstung der Schwachen auf

den Sankt-Nimmerleins-Tag, wenn die Starken

diese Worte gleichzeitig als persönlichen Anspruch

und Auftrag zum solidarischen Handeln

verstehen und aktiv werden. So sind wir auf vielen

Baustellen für die Menschen tätig.

Sowohl in Kirche und Diakonie wie auch in unserer

ganzen Gesellschaft gilt:

Wo Wort und Tat, Programme und erfahrbare

Lebenswirklichkeit sich decken, da geschehen

mitten unter uns Wunder, die das Leben lebenswert

machen und uns allen Hoffnung geben.

Solche Wunder brauchen wir alle.

Ihr

Eckhard Bahlmann

Pfarrer und Direktor

3


Ministerin hält trotz Schuldenbremse

an Dezentralisierung fest

Dritte Zukunftskonferenz der Stiftung Scheuern

von Bernd-Christoph Matern

Ministerin Malu Dreyer besuchte

die Stiftung Scheuern,

um über die aktuelle Situation

der Dezentralisierung zu diskutieren.

Zum Abschluss der dritten Zukunftskonferenz,

die mit Vertretern der

Einrichtung, des Landes und des Krei-

Der Vorsitzende der Stiftung Erich

Czeschlik und Pfarrer und Direktor Eckhard

Bahlmann danken der Ministerin

Malu Dreyer für den offenen Dialog.

ses stattfand, versprach sie, dass der

Prozess von ihrem Haus aus wieder

Tempo aufnehmen solle. Zugleich bat

sie um Verständnis, dass andererseits

die Umsetzung nur im Umfang der vorhandenen

Mittel möglich sei.

Der Dezentralisierungsprozess der

Stiftung Scheuern ist ins Stocken geraten.

270 zentrale Wohnplätze sollen in

den kommenden Jahren vom Standort

in Scheuern ausgelagert werden, so

war der Plan im Jahr 2009. Bislang wurden

erst acht Wohnplätze ausgelagert,

beschrieb der Direktor der Stiftung Eckhard

Bahlmann den Ist-Zustand. Bahlmann

nannte die „fiskalische Schieflage“

als einen Hauptstolperstein bei der

Umsetzung der Ziele im Miteinander

von Stiftung, Land und Kreis. Die Stiftung

sei bereit, den Standort Scheuern

zu verändern, dazu bedürfe es

aber auch verbindlicher und verlässlicher

Vorgaben von Land und

Kostenträger. „Nur billig wollen wir

uns nicht leisten. Schließlich muss

sich auch die Dezentralisierung an

den Bedürfnissen der Menschen

orientieren“, so Bahlmann.

Ministerin Malu Dreyer sah

durch den Dezentralisierungsprozess

schon eine ganze Menge in

Scheuern verändert hin zu einer offenen

Einrichtung, auch im Bewusstsein

der Menschen in der Region,

in der neue Wohngruppen entstanden

sind. Sie bedauerte, wenn der Prozess

„gefühlt“ ins Stocken geraten sei. Allerdings

treffe die verordnete Schuldenbremse

auch ihr Ministerium. „Aber

unser Haus steht uneingeschränkt hinter

dieser Idee. Der Prozess ist unumkehrbar.

Wir ziehen kein Geld ab, müssen

aber den Anstieg bremsen“, so

Dreyer. Das bedeute, stärker zu gucken,

was machbar ist. Dazu zähle,

nach Formen der Dezentralisierung zu

schauen, die mit dem vorhandenen

Geld voranzutreiben sind, vor allem in

einer Mischung von ambulanter und

stationärer Betreuung. „Da schauen

wir mehr auf das Gesamtunternehmen,

nicht den Einzelfall.“ Wenn eine

Gruppe mehr Geld koste, könne an anderer

Stelle vielleicht gespart werden.

Auch die Frage, wo es zur Betreuung

welcher fachlichen Kompetenz bedürfe,

müsse gestellt werden.

Ein Gedanke, den auch Markus Feigk,

Abteilungsleiter Soziales, für den Kreis

aufgriff. „Wir möchten den Umbauprozess

unterstützen, müssen aber auch

budgetneutral bleiben“, so Feigk. Der

Kreis habe ein Interesse daran, dass die

Dezentralisierung in der Region erfolge,

„aber die Kommunen sind etwas

zaghaft, da aufzuspringen“. Gerade die

ambulante Betreuung ermögliche aber

auch neue gemischte Finanzierungsmodelle.

Dass eine Dezentralisierung kostenneutral,

wie jetzt verlangt, nicht zu machen

sei, habe sie vor zwei Jahren bereits

angemahnt, erklärte Dr. Elisabeth

Schmitt vom Betreuerrat der Stiftung.

Als „ungeheuerlich“ bezeichnete sie

den Gedanken, beim Fachpersonal

sparen zu können, den sie aus den Äußerungen

heraushöre. Sie vermisse

konkrete Planungen, wie die 2009 gesteckten

Ziele nun umgesetzt werden

sollen. Beispielsweise eine Erhebung,

wer nach dem Wunsch- und Wahlrecht

tatsächlich ein Interesse an einem Leben

außerhalb des Zentralbereichs

habe und wie genau dies zu finanzieren

und zeitlich umzusetzen sei.

Passgenau

Der personenzentrierte Ansatz

von Judith Zins-Bechstedt

Die Stiftung Scheuern hat eine

lange Geschichte und Tradition,

auf die sie zurückblicken

kann. Dies bringt natürlich auch einen

stetigen Wandel und eine Weiterentwicklung

mit sich, um weiterhin für viele

Jahre zukunftsfähig zu bleiben. Bei

allem Wandel bleibt der Geist des

Evangeliums die Grundlage allen Handelns.

In den letzten Jahren beeinflusst

die UN-Behindertenrechtskonvention

durch ihre Forderungen die Arbeit

der Eingliederungshilfe und bewirkt

Haltungsänderung. Der Mensch als

Mensch, und nicht als Behinderter,

rückt in den Mittelpunkt. Die Teilhabe

eines jeden am gesellschaftlichen Leben,

und die dafür erforderlichen Unterstützungsleistungen

durch die Stiftung

Scheuern, sind ein Teil eines erfolgreichen

Wegs zur inklusiven Gesellschaft.

Der personenzentrierte Ansatz

dient der Stiftung Scheuern als Handlungsinstrument.

Auch Ministerin Malu Dreyer vom

Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit

und Demografie betonte die

Bedeutung der personenzentrierten

Hilfen, als sie im Februar 2012 zur dritten

Zukunftskonferenz in Scheuern zu

Gast war. Sie bezeichnete diesen Ansatz

in der Eingliederungshilfe als zukunftsweisend.

Die Stiftung Scheuern

bietet eine Vielzahl personenbezogener

Hilfen an, die das Wunsch- und

Wahlrecht der Menschen fördern und

unterstützen.

„Leben, wie und wo ich will“, zeitgemäß

und nach individuellen Wünschen

ist das Ziel, welches die Stiftung

Scheuern gemeinsam mit den Bewohnerinnen

und Bewohnern verfolgt.

Dies geschieht im Dialog auf Augenhöhe

und im Sinne eines ressourcenorientierten

und personenzentrierten Ansatzes

gesellschaftlicher Teilhabe. Im

Lichte der UN-Konvention über die

Rechte von Menschen mit Behinderung

gestalten wir gemeinsam mit unseren

Kunden individuelle Lebensentwürfe

und ermöglichen deren Umsetzung

durch die stetige Weiterentwicklung

differenzierter, gemeindenaher

Wohnangebote. Dieses inklusionsorientierte

Menschenbild spiegelt sich in

der strategischen Neuausrichtung der

Stiftung Scheuern, die eine Weiterentwicklung

von alternativen Wohnformen

zum Ziel hat.

Leben, wo und wie man will, das ist

für uns alle ganz normal. Dazu gehört

auch, dass jeder Mensch frei wählen

kann, welche Hilfe und Unterstützung

er von welcher Person oder Institution

in Anspruch nimmt. Handlungsleitend

ist eine individuelle Gestaltung der Lebens-

und Assistenzsituation, die insbesondere

das Wunsch- und Wahlrecht

des Einzelnen berücksichtigt.

Diese Leistungen der Stiftung Scheuern

sind eingebunden in ein Bezugsbetreuungssystem

und umfassen bedarfsorientiert

alle Lebensbereiche mit

dem Ziel der persönlichen Weiterentwicklung.

Was führt zu einer persönlichen

Weiterentwicklung eines jeden

Menschen? Dazu gehört unbestritten

die Tatsache, dass wir alle unser Leben

lang (dazu)lernen. Ob alt oder jung,

groß oder klein, dick oder dünn, behindert

oder nicht, darin unterscheiden

wir uns alle nicht.

Die Bewohner erfahren eine Lebensumwelt,

in der ihnen immer wieder

neue Erfahrungshorizonte eröffnet

werden. Zum Beispiel beim Besuch der

Tagesförderstätte, in der sie durch sinnliche

Erfahrungen wie Musik, Bewegung,

basale Stimulation, aber auch

beim Kochen und Backen ihren Erfahrungsschatz

bereichern. Bewohner

werden durch Mitwirkung und Beratung

in alle Veränderungsprozesse eingebunden,

zum Beispiel durch die

Wohnberatung oder im Zukunftsrat.

In der Wohnschule werden die Menschen

befähigt, sich selbstständig zu

versorgen und ihren eigenen Haushalt

zu führen, quasi fit gemacht für das Leben

in der eigenen Wohnung in der

Gemeinde. Der Ausbau dieser Angebote

wird großgeschrieben, da dies unbestritten

zu einer persönlichen Weiterentwicklung

führt. Doch auch im Kleinen

fängt diese Weiterentwicklung an,

nämlich beim professionellen Selbstverständnis

der Mitarbeitenden der

Stiftung, die sich als Assistenzgeber

verstehen, um individuelle Lebensentwürfe

und -konzepte der Bewohner zu

unterstützen und umzusetzen.

Diese Beispiele zeigen auf, dass die

Stiftung Scheuern eine breite Angebotspalette

vorhält. Die Stiftung steht

den Menschen zur Seite, dort wo sie

sich individuelle Assistenz, Begleitung

und Unterstützung wünschen.

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„Schön, gefällt mir!“

Wilfried Tillmann richtet sich in seinem neuen Zuhause ein:

Umzug zu größerer Selbstständigkeit

von Manuela Nörtershäuser

Der Wilfried, der freut sich!“ Wilfried

Tillmann strahlt. Begeistert

trägt er die Kiste mit seinen

Lieblingssachen in sein neues Zimmer.

Heute zieht er endgültig um. Nach

geglücktem Probewohnen startet er

nun in einen neuen Lebensabschnitt

Am Schimmerich 3: Neue Umgebung,

mehr Selbstständigkeit, größere Herausforderungen.

Willi will es anpacken.

Umziehen ist für viele sicherlich ein

mühsames, ungeliebtes Unterfangen,

aber für Wilfried Tillmann ist es ein

freudiges Ereignis. Über Jahre hinweg

hat er gelernt und an sich gearbeitet,

hat Unterstützung erfahren und jetzt

krönt er seine Bemühungen mit einem

neuen Zuhause. Nicht dass er sich in

der vorigen Wohngruppe im Schlösschen

nicht wohl gefühlt hätte – er besucht

die ehemaligen Mitbewohner

immer noch oft – aber er ist selbstständiger

geworden und hat dazu etwas

Passendes gesucht. Am Ende dieses

Prozesses sagte er zu seiner Wohnberaterin

Claudia Schehl: „Schimmerich

gehen!“

Doch bis zu diesem Entschluss war es

ein langer Weg. Willi lebt schon lange

Mit Freude trägt Wilfried

Tillmann die Kiste mit

seinen Lieblingssachen in

sein neues Zuhause.

in der Stiftung Scheuern. 1959 kam er

als Sechsjähriger hier an, lernte die Gemeinschaft

kennen und zog später ins

Haus Bodelschwingh und dann ins

Schlösschen. Christina Dauer, die ihn

seit 17 Jahren kennt, freut sich für Willi,

Sorgfältig sucht Wilfried Tillmann

einen Platz für seine Sachen in neuen

Zimmer aus.

dass er seinen Weg geht: „Er war bekannt

als unruhiger, zuweilen lauter

und vor allem impulsiver Mensch. Das

kam nicht immer gut an. Aber er hat viel

dazugelernt. Vor allem die Förderung

und das Arbeitstraining haben ihm gut

getan. Mit der Herausforderung einer

regelmäßigen Arbeit in der Werkstatt

ist er ruhiger geworden. Außerdem hat

es Willis Selbstbewusstsein gestärkt.“

Das Zur-Arbeit-Gehen hat für Willi

noch einen weiteren Lerneffekt: „Ohne

Knete geht nichts“, sagt er selbst und

streicht über die neue Weste, die er

sich von seinem Lohn für die Arbeit in

den Werkstätten der Stiftung Scheuern

gekauft hat. Er legt Wert darauf, seine

Kleidung selbst auszuwählen und sich

gut anzuziehen. Seit er eigenes Geld

verdient, kann er sein Interesse für

Cowboys mit dem Faible für chicke

Westen kombinieren.

Auf seine Arbeit im Bereich Montage

und Verpackung ist Wilfried Tillmann

stolz. Seit zwölf Jahren arbeitet er in

den Werkstätten der Stiftung Scheuern

und es waren nicht zuletzt seine

Arbeitskollegen, die ihn zum Umzug

ermutigten.

Mutig und voller Vorfreude schaut

Wilfried Tillmann in die Zukunft und

wartet darauf, seine Erfolge und das

neue Zuhause denen zeigen zu können,

die ihn auf seinem Weg zu mehr

Selbstständigkeit begleitet haben.

Sarah Fritzen, seine Bezugsbetreue-

rin bis zum Umzug, bestätigt diese Ein-

drücke: „Er wird immer mutiger. Letz-

tens hat er mir stolz erzählt, dass er den

deutlich weiteren Weg vom Schimmerich

in das Bistro Orgelpfeife allein gegangen

ist. Seine neuen Mitbewohner

und die Arbeitskollegen haben ihn gefragt,

ob er nicht auch mal kommen

wolle. Wenn er sich bereit fühlt, dann

stellt er sich den Herausforderungen.

Deshalb wollte er jetzt auch mit dem

Umzug den nächsten Schritt tun. Neue

Leute, neue Umgebung. Als er merkte,

dass wir ihn dabei unterstützen, gab’s

kein Halten mehr.“

Jetzt steht Wilfried Tillmann am

Fenster und wartet auf seinen gesetzlichen

Betreuer, dem er sein neues Zimmer

zeigen möchte. Willi ist voller Vorfreude.

„Peter kommt.“

Peter lässt Willi ebenso an seinem Leben

teilhaben. Er besucht ihn, lädt ihn

zu Familienfeiern oder Ausflügen ein

und schickt ihm zwischen seinen Besuchen

in Scheuern regelmäßig Postkarten

und Fotos. Diese sind Willi so wichtig,

dass er sie sogar schon zum Probewohnen

mitgenommen und in das Regal

gestellt hat.

Das Zusammenspiel von liebgewordenen

Dingen, dem Wissen, sich auf

Gelerntes verlassen zu können, und

vertrauten Menschen, die ihn immer

unterstützen, macht Willi stark und zuversichtlich,

seinen Weg weiterzugehen.

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Spätes Glück

Helga Fach und Theo Heuser

haben sich gefunden

Die Freundschaft von Helga Fach und Theo Heuser

dokumentiert sich auf dem Tisch. Helga hat die Tassen mit

ihren Namen bereitgestellt und der Plausch bei Kaffee und

Keksen verspricht gemütlich zu werden.

von Manuela Nörtershäuser

Helga Fach und Theo Heuser wohnen im

Nebenhaus von Schloss Laurenburg. Sie

sind 70 und 80 Jahre alt und gestalten

ihre Tage sehr selbstständig. Sie genießen die

Freiheit des Ruhestands. In hohem Alter haben

beide gelernt, mit Geld umzugehen, alleine Ausflüge

zu unternehmen und jeder von ihnen hat

sich seinen Ängsten gestellt und sie besiegt.

Theo unterzog sich einer Operation und kann

dank neuer Hüftgelenke wieder gut laufen.

Helga hat es mit Hilfe des heilpädagogischpsychologischen

Fachdienstes geschafft,

ihre Angst vor Brücken zu überwinden.

Die beiden sind recht unterschiedlich

und fanden trotzdem schnell zusammen.

Helga sagt von Theo, er sei „ein guter

Mensch“. Theo sieht Helga umgekehrt genauso

und freut sich, seine Zeit mit ihr verbringen

zu können. Bei einer Sache jedoch lehnt

er dankend ab. Helgas Leidenschaft für Puppen

teilt er nicht. In dieser Zeit geht er anderen Beschäftigungen

nach.

Helga Fach ist in der Stiftung Scheuern groß

geworden. Als Achtjährige zog sie in das Haus

am Bach. Mittlerweile ist sie Rentnerin und lebt

in Laurenburg. Dazwischen liegen viele Jahre, in

denen Helga in der Hauswirtschaft half. „Ich war

früher in der Stopfstube. Dann mal in der Küche,

aber von den Zwiebeln musste ich immer weinen.

Seitdem helfe ich täglich beim Tischdecken

und Abräumen. Das mache ich gerne“, sagt sie

über sich. Wenn Helga ihre täglichen Hilfsarbeiten

rund um die Mahlzeiten erledigt hat, versorgt

sie ihre zahlreichen Puppen. Sie hängt sehr

an ihren „Ersatzkindern“ und kümmert sich rührend

um die stummen Gesellen, die auch schon

mal in den Genuss eines Ausflugs kommen. Dass

Helga Ausflüge machen kann, hat sie dem Heilpädagogisch-psychologischen

Fachdienst zu

verdanken. Zusammen mit Mitarbeiter Karl-

Heinz Enderich, inzwischen selbst im Ruhestand,

bekämpfte Helga ihre jahrelange Angst vor Brückenüberquerungen.

Das war eine Voraussetzung

für die Ausflüge mit Theo, denn der Bahnhof

liegt auf der anderen Seite der Lahn.

Wenn Theo da ist, besucht ihn Helga im Zimmer

nebenan. Dann trinken die beiden Kaffee

und planen den nächsten Ausflug. Dafür haben

sie gelernt, mit Geld umzugehen. In kleinen

Schritten, vom Münzen kennenlernen bis hin

zum Bezahlen, sind sie jetzt in der Lage, ihr Geld

selbst zu verwalten. Um den Überblick zu behalten,

geben sie meist nur kleine Beträge aus. Damit

versüßen sie sich im wahrsten Sinne des

Wortes das Leben, denn neben der Kaffeetasse

stehen Kekse auf dem Tisch in Theos Zimmer, die

sie vom letzten Besuch in Nassau mitgebracht

haben.

Theo Heuser ist in Laurenburg schon bekannt

als „Gärtner“, so Thomas Klima, der ihn und Helga

betreut. Theo ist auf dem Land groß geworden

und da er keine Ausbildung machen konnte,

hat er sein Leben lang in der elterlichen Landwirtschaft

geholfen: „Ich konnte besonders gut

mit der Sense mähen.“ Dennoch ist er froh, dass

die harte Arbeit nun schon lange hinter ihm

liegt. Seinen Lebensabend will er sinnvoll nut-

Helga Fach mit einer ihrer

Lieblingspuppen. Die Puppen

sind für sie Kinderersatz. Gerne

hätte sie sich so um Kinder

gekümmert, wie sie es mit ihren

Puppen tut: umsorgen,

achtgeben und liebhaben.

zen und macht sich nützlich, wo

er gebraucht wird. Er verrichtet

gern kleine, leichte Aufgaben

im Garten oder kehrt den Hof.

Kurzzeitig hat er bei einem

Straßenbauunternehmen gearbeitet.

Daran erinnert er sich

gern und freut sich schon, wenn auf der anderen

Lahnseite die Baumaschinen anrücken werden,

um die Straße zu verbreitern. „Das interessiert

mich. Die Bäume haben sie schon gefällt.“

Theo musste nach schlechten Erfahrungen mit

Ärzten erst wieder Mut fassen, um sich zwei

Hüftoperationen zu unterziehen. Die Mitarbeiter

im Betreuungsdienst haben ihn dabei unterstützt.

Seitdem sind Spaziergänge wieder möglich

und so nimmt er Helga am Arm und geht mit

ihr zum Bahnhof. Dann steigen sie in den Zug

und fahren nach Limburg, Koblenz oder Nassau.

Theo Heusers zurückgewonnene Bewegungsfreiheit

hat diese Mühe gelohnt.

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Grüner Bus, schwarze Schalter und rote Haare

Vom wachsenden Selbstvertrauen einer jungen Frau

von Beate Kretschmann

Ihr Markenzeichen sind ihre roten

Haare. Die hat sich Kerstin Höft kürzlich

wieder zu ihrem 35. Geburtstag

gegönnt. Die Mittdreißigerin ist modebewusst

und Haare färben gehört einfach

dazu. Ihr Outfit sucht sie sich

selbst aus. Dabei hat sie ein gutes Farb-

Eingespielt: Yannick Kiefer kennt

Kerstin Höfts Wünsche genau. Er

hilft ihr, das Band für ihre Kette

fertig zu machen.

empfinden. Schmuck darf auf keinen

Fall fehlen. Wenn Kerstin Höft das Haus

verlässt, trägt sie um den Hals immer

einen Anhänger an einem bunten

Band. Yannick Kiefer, ihr Bezugsbetreuer,

reicht ihr jeden Morgen eine Kiste

mit Geschenkbändern, aus der sie sich

passend zu ihrer Kleidung eine Farbe

heraussucht. Heute ist blau dran.

Seit zwölf Jahren lebt Kerstin Höft in

der Wohngemeinschaft im Haus am

Bach. Betreuerin Christiane Rücker

kennt sie noch nicht so lange, aber

dennoch ziemlich gut. „Kerstin braucht

ihr kreatives Chaos“, sagt Rücker.

Schwupps, kippt Kerstin Höft den Becher

mit den Stiften auf ihren Schreibtisch,

greift zum Buntstift und malt.

Entweder den Augenarzt in Bad Ems,

den sie in ihr Herz geschlossen hat,

oder aber den großen grünen Bus, mit

Malen ist Ausdruck von Freude und

dient der Entspannung.

dem sie so gerne zur Arbeit fährt. An-

schließend nimmt sie sich dieses be-

malte Blatt Papier, knüllt es zusammen

und streicht es wieder glatt. Das tut sie

so lange, bis es total zerfleddert ist.

Dann muss ein Neues her.

Kerstin Höft ist eine fröhliche, aber

auch impulsive junge Frau. „Ab und zu

ermahnt sie die anderen in der Wohngruppe

zur Ruhe. Dabei vergisst sie,

dass sie selbst ziemlich laut ist“, lacht

Rücker.

Noch eine Eigenschaft zeichnet Kerstin

Höft aus: unglaubliche Hilfsbereitschaft.

Kerstin sagt „helfen“ und packt

gleich an. Sie unterstützt die Betreuer

der Wohngruppe in vielen Dingen wie

zum Beispiel beim Betten beziehen.

Mittwochs und samstags ist Brötchen-

Tag. Ganz gleich ob Sommer oder Winter.

Kerstin vergisst es nie und holt in al-

Kerstin Höft ist eine begeisterte Tänzerin.

Wenn Musik gespielt wird, nutzt sie

die Gelegenheit, das Tanzbein zu

schwingen. Sie ist auch Mitglied in der

Tanzgruppe „Let’s dance“, die zu Jahresfest

2012 erstmalig auftrat.

ler Frühe allein beim Bäcker die Brötchen

für die ganze Gruppe. Sie hat es im

Gespür, dass sie los muss, auch wenn sie

nicht weiß, welcher Wochentag eigentlich

ist. So ist es auch sonntags. Kerstin

verpasst keinen Gottesdienst.

In den Tag startet Kerstin Höft am

liebsten mit einem Müsli und einem

guten Kaffee. „Wenn der grüne Bus auf

den Hof fährt, gibt es kein Halten mehr.

Kerstin lässt alles stehen und liegen.

Wir kriegen gerade noch ein Tschüss

von ihr“, schmunzelt Yannick Kiefer, der

ihr rasch noch einen Euro für eine Cola

in die Hand drückt.

Kerstin Höft ist wahnsinnig stolz, dass

sie nun mit dem großen grünen Bus

nach Singhofen zur Arbeit fährt. Zum

Jahresbeginn 2012 bewies sie Mut zur

beruflichen Veränderung. Dieser wurde

mit neuem Selbstwertgefühl belohnt.

Kerstin Höft macht sich

selbstständig auf den Weg

zur Haltestelle und wartet

auf den grünen Bus.

Kerstin Höft verließ nach mehr als elf

Jahren die Fördergruppe im Mühlbachtal

und arbeitet jetzt in der Werkstatt

in Singhofen. Hier ist sie in einer Montagegruppe

tätig und erledigt anspruchsvollere

Aufgaben, die ihren

Entwicklungsschritten gerecht werden.

Kerstin Höft fand neue Kollegen und

kennt jetzt viel mehr Leute. Maria

Adam, ihre Betreuerin aus der Fördergruppe,

ist mit ihr nach Singhofen umgezogen,

um ihr den Einstieg in die

Erfolgreich integriert!

Montagegruppen im Mühlbachtal freuen sich über Zuwachs

aus den ehemaligen Fördergruppen

Die neue Konzeption der Werkstatt geht auf und ist ein weiterer Schritt zur Inklusion:

Menschen mit höherem Assistenzbedarf, die bislang in eigenen Fördergruppen

in der Werkstatt tätig waren, sind seit Januar 2012 in die Montagegruppen

M 1 bis M 11 der Werkstatt im Mühlbachtal integriert. Die Beschäftigten der

ehemaligen Fördergruppen nehmen diese Veränderung dankbar an. Nun bieten

sich ihnen neue Perspektiven beruflicher Entwicklung, ohne auf eine individuelle

Förderung verzichten zu müssen. Diese gibt es selbstverständlich weiterhin.

Kontakt

Matthias Behnke

T. 02604 979-643

m.behnke@stiftung-scheuern.de

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Aktuell

Der neue Arbeitsplatz in Singhofen bedeutet

für Kerstin Höft Teamarbeit. Jeder

macht das, was er am besten kann.

Der Eine montiert, der Andere packt ein.

Ein Ganzes entsteht.

neue Arbeitswelt zu erleichtern. Kerstin

Höft ist eine von insgesamt neun

Beschäftigten aus den Fördergruppen,

die ihr Glück in einer neuen Werkstattgruppe

gefunden haben.

Kerstin sitzt strahlend an der Montagebank

und lässt es beim Zusammensetzen

der Schalter knacken. „Dieses

Geräusch hat sie am liebsten“ sagt

Günter Leihberg, der Kerstin ebenfalls

in der Montagegruppe betreut. „Aha!“,

Kerstin weiß, sie hat den Schalter rich-

Die Bewegung beim Ballspielen tut

Kerstin Höft gut. Sie findet Ausgleich

und trainiert ihre Koordination. Diese

Übungen sind Bestandteil ihrer individuellen

Förderung.

tig montiert und nimmt sich gleich den

nächsten vor.

Wenn Kerstin sich mal am Arbeitsplatz

bewegen möchte, um sich hinterher

wieder besser konzentrieren zu

können, sagt sie kurz und bündig „turnen“.

Betreuerin Maria Adam weiß

dann, dass es Zeit für eine Unterbrechung

ist. Gemeinsam gehen sie in die

Turnhalle. Kerstin spielt meistens Ball.

Den donnert sie Maria Adam um die

Ohren.


Als gläubiger Mensch besucht Markus Andres

das Kloster Arnstein in Obernhof. Im Klosterladen

kauft er sich immer wieder das Arnsteiner

Liederbuch, aus welchem er gemeinsam mit

Maike Stahl singt.

Chance genutzt und

Sprung geschafft

Markus Andres‘ Weg in die Werkstatt

von Beate Kretschmann

Jeder Mensch braucht Chancen. So auch

Markus Andres, der als junger Mann mit ei-

ner geistigen Behinderung in der Stiftung

Scheuern sein Zuhause fand. Hier lebt er im Hor-

ny-Haus, hat Freunde und arbeitet in der Werk-

statt für behinderte Menschen.

Noch vor zwei Jahren war es undenkbar, dass

Markus einer regelmäßigen Arbeit nachgeht.

Den Sprung von der Tagesförderstätte in die

Werkstatt hat er geschafft, weil er in der Stiftung

Scheuern Menschen fand, die ihm etwas zutrauten.

Sie halfen ihm zu lernen und weiter zu kommen.

Heute ist Markus Andres ein ausgeglichener

und glücklicher Mensch. Er hat in der Stiftung

Scheuern einen Ort zum Leben gefunden.

Bei einem Blick in sein Zimmer fällt auf, dass er

ein praktisch veranlagter Mensch ist. In einem

Regal steht eine große Kiste. Hier hebt er Fotoalben

von früher auf, darunter finden sich auch

Fotos von seiner Ersten Heiligen Kommunion.

Die kramt er ab und an mal raus. Auf einer Ablage

über dem Bett stehen Dinge, die ihm wichtig

sind. Geschenke und Mitbringsel seines Vaters,

zu dem er einen guten Kontakt hat. Mehr

braucht Markus nicht. Dass er ein Faible für Pferde

hat, verrät seine Bettwäsche. Maike Stahl, seine

Bezugsbetreuerin, erzählt, dass er keine

Angst vor den großen Tieren hat und in Nassau

reitet.

„Zusammen mit Waldemar Herdt, einem Mitbewohner,

mischt er manchmal die Männer-WG

Markus Andres übernimmt gerne Haushaltsaufgaben

in seiner Wohngemeinschaft.

auf. Dann toben die beiden wie Jungpferde herum“,

lacht Maike Stahl. „Nicht dass Sie jetzt denken,

Rücksicht nehmen sei ihm fremd. Markus ist

ein liebenswürdiger Mensch, mit einem Hang zu

Späßen. Er kommt mit allen prima aus. Erstaunlich

ist sein empathisches Gespür. Er merkt sofort,

wenn es einem mal schlecht geht.“

Mit seiner Arbeit in der Werkstatt kann er einen

Beitrag für die Gesellschaft leisten. Bevor

Markus einer regelmäßigen Arbeit nachgehen

konnte, hat er in den vergangenen Jahren hart

an sich gearbeitet und viel erreicht.

Früher wollte er cool sein und tat so, als ob er

alles könne und nichts mehr zu lernen brauche.

Durch den Besuch der Tagesförderstätte wurde

ihm klar, dass er arbeiten möchte. Fortan übte

er für einen Wechsel in die Werkstatt. Michaela

Krämer, eine Betreuerin von der Wohngruppe

im Horny-Haus, ist voller Anerkennung. „Es ist

unglaublich, dass er den Sprung von der Tagesförderstätte

in die Werkstatt für behinderte

Menschen geschafft hat.“ Maria Metzger, seine

Bezugsbetreuerin aus der Tagesförderstätte, die

er liebevoll „Mausio“ nennt, verstand es, sein

Durchhaltevermögen zu stärken. Zwei Jahre arbeiteten

die beiden konsequent miteinander.

Schritt für Schritt gelang es ihm durch die individuelle

Förderung, sich im Alltag besser zurechtzufinden

und sich auf Neues einzulassen.

Mittlerweile kann sich Markus richtig gut konzentrieren.

Er ist pflichtbewusst und zuverlässig.

Das ist für seine Tätigkeit in der Werkstatt von

Bedeutung.

Markus ist ein Mann der Tat. Die Arbeit erfüllt

ihn und er gönnt sich kaum eine Pause. „Wenn

er mal Urlaub oder frei hat, fehlt ihm seine Arbeit

sehr“, so sagen Michaela Krämer von der Wohn-

Sprachförderung im Alltag: Markus Andres möchte verstanden werden

und macht zusammen mit Arbeitstherapeut Thomas Deußer aus seiner

Montagegruppe Wortschatzübungen. Anhand von Abbildungen trainiert

er das Erkennen von alltäglichen Gegenständen und ordnet die

richtigen Begriffe zu.

gruppe und Thomas Deußer, seine Fachkraft für

Arbeits- und Berufsförderung. Gerne lernt er

Neues. Es warten schon weitere Aufgaben auf

ihn, die eine zielgerichtete Koordination von Au-

gen und Händen erfordern. Die Betreuer in der

Werkstatt sind zuversichtlich: Markus Andres

wird die nächsten Schritte schaffen.

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Mit allen Sinnen am Leben teilhaben

Die Tagesförderstätte der

Stiftung Scheuern wird 25 Jahre alt

von Martina Nörtershäuser

und Beate Kretschmann

Für viele Menschen der Stiftung

Scheuern ist die Tagesförderstätte

aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken.

Sie ist für 250 Besucher ein

Angebot mit vielfältigen Zielen. Die einen

nutzen sie zur persönlichen Weiterentwicklung

im Rahmen strukturierter

Tagesgestaltung oder als Beschäftigungsangebot

außerhalb der eigenen

Wohnung. Anderen dient das Üben von

bestimmten Arbeitsschritten als Vorbereitung

zum Übergang in die Werkstatt.

Allen Besuchern ist gemein, dass sie

nicht, noch nicht oder nicht mehr am

Arbeitsleben teilhaben können, weil sie

einen sehr hohen Assistenzbedarf haben

oder schon im Ruhestand sind.

Die Leistungen der Tagesförderstätte

sind umfassend: Sie reichen von

Übungen in lebenspraktischen Dingen

über die Stärkung sozialer Kompetenzen

und die Förderung der Motorik bis

hin zur kreativen Entfaltung. Aber auch

die Entspannung kommt nicht zu kurz.

Ein Besuch kann stundenweise stattfinden

oder aber den ganzen Tag. Die

Tagesförderstätte ist allen Ortes gut zu

erreichen: in verschiedenen Häusern in

Scheuern, auf dem Lahnberg in Bergnassau

und auch in Laurenburg. An

diesen Standorten sind insgesamt 48

Mitarbeiter für die Besucher da.

Durch die individuelle Förderung

können die Menschen mit all ihren Sinnen

am Leben teilhaben, Freunde treffen

oder Freizeit erleben – für jeden ist

etwas dabei.

Nach dem

Eintritt in

das Rentenalter

finden

Senioren altersgerechte

Angebote

zur Teilhabe am

Leben in der Gemeinschaft.

Kunstprojekte erfreuen

sich reger Teilnahme.

Termin

Feiern Sie mit uns am Freitag, den

17. August 2012, von 13 bis 17 Uhr

rund um den Brunnen zwischen

Wichernhaus und Tagesförderstätte!

Konzentration und Durchhaltevermögen sind

wichtige Voraussetzungen, um später

einen Arbeitsplatz in einer Werkstatt zu

finden. Bereits in der Tagesförderstätte

setzt die Bildung und Qualifizierung

beispielsweise durch feinmotorisches

Training ein.

Die Unterstützte Kommunikation ist im Alltag ein

fester Bestandteil. Mit Hilfe der kleinen

„Sprachcomputer“ wird die Verständigung

erleichtert und es lassen sich

Missverständnisse ausschließen.

25 Jahre Tagesförderstätte

Von 24 auf 250 - Chronik einer

Erfolgsgeschichte!

1987: Eröffnung der Tagesförderstätte in der

ehemaligen alten Wichernschule.

24 Besucher werden von 4 Mitarbeitern in

2 Gruppen betreut.

1988: Die Tagesförderstätte betreut erstmals

Tagesgäste, die bei ihren Familien in der

Region leben.

1997: 10 Jahre Tagesförderstätte. 96 Besucher

werden von 16 Mitarbeitern betreut.

2003: Als neuen „Baustein“ bietet die Stiftung

Scheuern individuelle Angebote für Werkstattpensionäre

an. Eine Seniorenbegegnungsstätte

findet unter dem Dach der Tagesförderstätte

im Haus Bodelschwingh ihren Platz.

2007: 20 Jahre Tagesförderstätte.

Insgesamt werden 205 Besucher von 34 Mitarbeitern

begleitet.

Im Schloss Laurenburg ziehen junge Menschen

mit einem hohen Hilfebedarf ein. Um

ihnen dort eine angemessene Tagesstruktur

anbieten zu können, werden Räume für eine

Tagesförderung eingerichtet.

2008: Umzug der Seniorenbetreuung in das

Haus Lahnberg.

2011: Erweiterung des Seniorenbereiches

durch eine zweite Gruppe im Haus Bodelschwingh.

2012: 25 Jahre Tagesförderstätte. 250 Besucher

werden von 48 Mitarbeitern begleitet.

Aktuell werden in der Tagesförderstätte

5 Heilerziehungspfleger und Erzieher

ausgebildet.

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Palette:by-Studio – fotolia.com


Einstieg ins Berufsleben

Eine Feierstunde mit Ehrung

von Beate Kretschmann

In den zurückliegenden zwei Jahren

haben sich junge Menschen auf ihr

Arbeitsleben vorbereitet. Ihre Behin-

derung hielt sie nicht davon ab, ihren

Weg zu gehen und einen Arbeitsplatz

ihrer Wahl mit Hilfe der Bildungsbe-

gleiter vom Berufsbildungs- und Inte-

grationsservice (BIS) der Stiftung

Scheuern in Bad Ems zu finden.

„Die Jugendlichen haben eine enor-

me Entwicklung hinter sich. Es ist schön

zu sehen, wie Bildung Früchte trägt und

das macht uns stolz“, sagt Ralph Wick,

Leiter des BIS. Laura Opp hat sich zum

Beispiel zu einer selbstbewussten und

offenen Frau entwickelt. Sie traut sich

nun viel zu. Beste Voraussetzungen für

ihren Werdegang in der Gastronomie.

Sie hat in der Küche der AOK-Klinik in

Bad Ems einen Arbeitsplatz gefunden.

„Die Zubereitung von Speisen macht

mir viel Spaß. So richte ich Salate oder

Gemüse an und belege Brötchen.“ Dass

Küchenarbeit auch Schichtarbeit be-

deutet, macht ihr nichts aus. Sie fühlt

sich anerkannt, mag die Arbeit im Team

als Jüngste im Bunde. „Ich kann von den

anderen noch eine Menge lernen, mag

die Arbeit im Team und ich verarbeite

gerne Lebensmittel“, so Laura Opp.

Insgesamt sind es 19 junge Men-

schen, die sich über ihren Bildungser-

folg freuen und nun einen passenden

Arbeitsplatz gefunden haben. Dies ist

auch der Offenheit und dem sozialen

Engagement regionaler Unternehmen

zu verdanken. Sie geben Menschen mit

Behinderung eine Chance auf berufli-

che Teilhabe.

Ein Teil der Absolventen hat sich für

eine Beschäftigung in der Werkstatt für

behinderte Menschen der Stiftung

Scheuern entschieden und arbeitet

hier für die Wirtschaft. Sie waschen die

Wäsche für Krankenhäuser oder Pflegeheime,

übernehmen Garten- und

Landschaftspflege, unterstützen die industrielle

Fertigung oder sind in der

Weiterverarbeitung von Papier- und

Druckerzeugnissen beschäftigt.

Durch die erfolgreiche Teilnahme an

der zweijährigen Berufsbildungsmaßnahme

verbessern junge Menschen

mit Behinderung ihre Chancen auf

dem Arbeitsmarkt.

In der Regel finanziert die Agentur

für Arbeit oder der Rentenversicherungsträger

die berufliche Qualifizierung

von Menschen mit Behinderung.

Wer Interesse an einer beruflichen

Bildungsmaßnahme hat oder Menschen

mit Behinderung Einblicke ins eigene

Unternehmen geben möchte,

kann sich beim Berufsbildungs- und Integrationsservice

informieren und beraten

lassen.

Kontakt

Berufsbildungs- und

Integrationsservice

Ralph Wick

T. 02603 93187-10

r.wick@bis.stiftung-scheuern.de

www.bis.stiftung-scheuern.de

Bildungsdialog

Querdenken erwünscht

von Ralph Wick

Die Stiftung Scheuern rückt Bildung

und Qualifizierung für

Menschen mit Behinderung in

den Werkstätten verstärkt in den Fokus.

Schon vor vielen Jahren fiel der

Startschuss für den Aufbau eines neuen

Bildungssystems. Das Fachkonzept

der Bundesagentur für Arbeit lieferte

hierzu neue wichtige Impulse.

Die Idee für ein Austauschforum aller

Mitarbeiter aus den Werkstätten

und der Tagesförderstätte wurde im

Frühjahr 2011 geboren. Ein halbes Jahr

später fand der erste sogenannte Bildungsdialog

statt.

Ziel des Bildungsdialoges ist es, die

Mitarbeiter zusammen zu bringen und

die Bildungsarbeit in der Stiftung auf

eine breite Basis zu stellen. Der Nutzen

der Vernetzung ist groß: Die Mitarbeiter

diskutieren Fragestellungen aus allen

Werkstattbereichen querbeet und

erhalten so einen Überblick über aktuelle

Entwicklungen.

Im April 2012 trafen sich erneut über

vierzig Mitarbeiter zum zweiten Bildungsdialog.

Lebhaft tauschten sie

sich aus über die Fragen:

„Was erwarten Sie von... „

• den Bildungsbegleitern

• den Fachkräften/Gruppenleitern

• dem Integrationsdienst

• der Bildungskoordination

• dem Werkstattleiter, Werkstattbereichsleiter

und Leiter Arbeit

• dem Begleitenden Dienst

• den Gruppenhelfern/den Produktionshelfern.

In lockerer Atmosphäre saßen die

Teilnehmer an Tischen zusammen und

schrieben ihre Gedanken, Ideen, Kritik

und Verbesserungsvorschläge direkt

auf die Papiertischdecken. Diese Methode

wird World-Café genannt.

Nach den Diskussionsrunden wurden

die Ergebnisse anschließend im

Plenum präsentiert.

Die Mitarbeiter aus allen Werkstattbereichen

kamen zum Bildungsdialog,

um Ideen für Verbesserungen

zu entwickeln.

Die etwas andere Art Gedanken zu

notieren. Im Bildungsdialog griff jeder

zum Stift.

Die World-Café-Teilnehmer

zogen ein dreifarbiges Los

für ihre jeweiligen Arbeitsgruppen.

Dieses Los war der

Laufzettel, mit dem sich die

Teilnehmer nach Ablauf der

Diskussionszeit in eine andere

Gesprächsrunde begaben.

Insgesamt war überall die Lust und

der Mut zur Veränderung zu spüren

und immer wieder wurde nach Wegen

der Verbesserung gesucht.

Die Ergebnisse der Bildungsdialoge

fließen in das Gesamtkonzept Bildung

im Bereich Arbeit ein und werden in

Kürze vorgestellt.

Der nächste Bildungsdialog findet am

19. Oktober 2012 statt.

16 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

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Termin


Die Ausgleichsgruppe

Neue Möglichkeiten im

beruflichen Alltag

von Mandy Schlüpmann

und Beate Kretschmann

Viele kommen gern. Die Ausgleichsgruppe

in Singhofen ist

behaglich eingerichtet. Mandy

Schlüpmann, die Leiterin der Ausgleichsgruppe,

hat pfiffige Ideen,

wie sich Talente von Werkstattbeschäftigten

entdecken und

fördern lassen.

Die Ausgleichsgruppe hat zwei Aufgaben:

Zum einen gestaltet sie für ältere

Beschäftigte den Übergang in den

Ruhestand. Zum anderen ist sie Erholungsort

und bietet auch Ausgleich für

jüngere Arbeitnehmer der Werkstätten,

die regelmäßige Verschnaufpausen

brauchen und einen höheren Betreuungsbedarf

haben.

Da kann einer schon mal seine Leidenschaft

zum Nähen neu entdecken

und erhält große Wertschätzung. So

entstehen Kissen, dekorative Anhänger

oder Puppen, die reißenden Ab-

satz finden. Zur Freude von Fredi de

Comin. Er erzählt ganz stolz von den

vergangenen Zeiten, als er noch in der

Näherei arbeitete und jetzt wieder daran

anknüpfen kann. „So eine Industrienähmaschine

hat auch Herr Keil“,

und damit meint er den Raumausstatter

der Stiftung Scheuern. De Comin

schwärmt von damals und freut sich

noch heute, dass ihm ein Schneidermeister

in seinem alten Heimatort in

Neuhäusel viele Tricks und Kniffe der

Fredi de Comin prüft

den Stoffzuschnitt.

Es entstehen wunderschöne Dekorationen, die in

den Geschäften der Stiftung Scheuern reißenden

Absatz finden.

Nähkunst beigebracht hat. Eines ärgert

ihn aber bis heute: Dass er alles kann,

aber keine Ausbildung zum Schneider

machen durfte.„Das kannst Du so lassen“,

sagt Fredi de Comin zu Kirsten

Schleppy und meint damit, dass ihre

Arbeit gut gelungen ist. De Comin

schneidet den Stoff, näht ihn zusammen

und andere in der Ausgleichsgruppe

machen Feinarbeit. Kirsten

Schleppy näht Bommel und Knöpfe an,

Bei Kirsten Schleppy erhalten

die Wohnaccessoires ihren

letzten Schliff.

Sabine Hofmann befüllt die

Herz-Kissen. Die begehrten

Wohnaccessoires entstehen

in echter Teamarbeit von alt

und jung, die in den Geschäften

der Stiftung

Scheuern gern gekauft

werden. So hat die

Beschäftigung in der

Ausgleichsgruppe

einen doppelten Nutzen.

Die Ausgleichsgruppe in

der Werkstatt Singhofen wurde

im Sommer 2007 errichtet.

Ein Spendenprojekt machte den Aufbau

möglich. Es zeigte sich, dass auch

an anderen Standorten der Bedarf an

Ausgleichsangeboten gegeben war.

Wie auch in der Arbeitswelt sind

manche Beschäftigte in der Werkstatt

in den Jahren vor der Rente nicht mehr

Beim Malen kommt

Björn Bettendorf zur Ruhe

und trainiert seine

Feinmotorik.

Freunde finden in der Ausgleichsgruppe:

Björn Bettendorf und

Klaus Gerlach aus der Metallwerkstatt

genießen ihre Auszeit.

so belastbar. Für sie ist es besonders

wichtig, solange es geht, die Berufstätigkeit

als zweiten Lebensraum beizubehalten,

um soziale Kontakte

zu pflegen und auf selbstverdientes

Geld nicht zu verzichten.

Andererseits gibt es in allen Werkstattbereichen

auch junge Beschäftigte,

die immer wieder Pausen im

Arbeitsalltag benötigen. Insgesamt

nutzen nun 75 Beschäftigte

aus allen Werkstattbereichen

die Möglichkeit, ihren

Übergang vom Berufsleben in

den Ruhestand zu gestalten oder

sich Erholungsphasen zu gönnen, damit

ihre Teilhabe am Arbeitsleben

möglichst lange erhalten bleibt.

Derzeit finden 14 Beschäftigte in der

Werkstatt im Mühlbachtal einen Ausgleich

zum Arbeitsalltag. Dort entstand

im Dezember 2011 ein neuer

„Wohlfühlraum“, der zum Lesen, Musikhören

oder zum Plaudern einlädt.

Rita Neu auf Hof Mauch fertigt Körbe

aus Peddigrohr.

Kulturtechniken wie zum Beispiel das

Schreiben, Lesen oder Rechnen werden

trainiert und kreatives Gestalten

kommt nicht zu kurz.

Auf Hof Mauch, wo 30 Beschäftigte

tätig sind, bei denen der Altersdurchschnitt

deutlich über fünfzig Jahren

liegt, finden einmal in der Woche unterschiedlichste

Aktivitäten statt. Eine

ganz besondere Freude ist es, wenn in

der neu ausgestatteten Küche gemeinsam

gebacken oder gekocht wird.

Eine weitere Ausgleichsgruppe gibt

es im Haus Bodelschwingh. Hier haben

Beschäftigte zweimal wöchentlich die

Möglichkeit, an individuellen Beschäftigungsangeboten

teilzunehmen. Eine

von ihnen ist Rosemarie Schilling aus

der Küche. Sie sagt: „Ich komme gern,

weil ich hier zur Ruhe komme und wir

uns sehr nett unterhalten und viele

Spiele machen. Im Sommer gehe ich

auch gerne spazieren. Mir fällt das Arbeiten

nicht mehr ganz so leicht, aber

zweimal in der Woche gehe ich in die

Ausgleichsgruppe und das mache ich

bis zur Rente.“

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„Aus Liebe zur Heimat“

Unsere Produkte im REWE-

Markt Nassau. Eine Verkaufsidee

hilft, den Inklusionsgedanken

in Nassau umzusetzen.

von Beate Kretschmann

Mit der Geschäftseröffnung

des neuen REWE-Marktes in

Nassau stieg Inhaber Ulrich

Pebler verstärkt in den Verkauf lokaler

Produkte ein. Die Stiftung Scheuern gehört

zu seinen Partnern aus der unmittelbaren

Umgebung und liefert seit

Mitte Mai 2012 Obst, Säfte, Gelees und

Kerzen, die im Eingangsbereich des Geschäftes

zu finden sind. Weitere Produkte,

wie beispielsweise Kreatives aus

Holz oder Keramik werden folgen. So

werden Erzeugnisse von Menschen mit

Behinderung in Geschäften angeboten,

wo auch andere Unternehmen ihre

Waren verkaufen. Auf diese Weise geht

die REWE-Idee „Aus Liebe zur Heimat“

mit dem Inklusionsgedanken einher.

Mit lokalen Produkten spricht das

Unternehmen REWE das Bedürfnis seiner

Kunden nach Qualität und Frische,

kurzen Wegen, ökologischer und sozialer

Verantwortung an. Eine eigens

durchgeführte Kundenbefragung hat

diese Trends bestätigt. Immer mehr

Menschen legen Wert auf Produkte lokaler

Herkunft. Seien es nun Lebensmittel

oder andere Waren. Dem möchte

REWE im Rahmen des Konzepts „Aus

Liebe zur Heimat“ mit den Verkaufsinseln

örtlicher Partner entsprechen. Ulrich

Pebler steht voll hinter diesem Lokalitätsprinzip

und arbeitet schon geraume

Zeit mit Erzeugern aus dem Nassauer

Land zusammen.

Aber nicht nur das. Die Kooperation

zwischen der Stiftung Scheuern und

dem Unternehmer Pebler trägt noch

andere Früchte: Seit März 2011 beschäftigt

er Marcel Kolberg, einen jungen

Mann mit einer Behinderung, der

mittlerweile in der Abteilung der Molkereiprodukte

des REWE-Marktes einen

Arbeitsplatz gefunden hat. Marcel

Kolberg kam über den Berufsbildungsund

Integrationsservice der Stiftung in

den Einzelhandel.

Ulrich Pebler ist davon überzeugt,

dass Menschen mit und ohne Behinderung

gut miteinander arbeiten können.

Als sozial engagierter und innovativer

Arbeitgeber geht er neue Wege und

beispielhaft voran. Er warb voller Überzeugung

anlässlich der Eröffnungsfeier

Die Schreinerei der Stiftung Scheuern

baute aus Weinkisten eine ansprechende

Regalwand für die Verkaufsinsel.

Direktor Eckhard Bahlmann und Werkstattleiter

Jörg Röder überreichten

Ulrich Pebler zur Einweihung des neuen

Marktes eine Kerze im REWE-Corporate

Design, die in der Kreativwerkstatt

der Stiftung hergestellt wurde.

seines neuen REWE-Marktes bei den

Unternehmen der hiesigen Region für

die Beschäftigung von Menschen mit

Behinderung. Getreu der Philosophie:

Gemeinsam geht es besser.

Info

Obst, Säfte, Gelees und Kerzen

im REWE-Markt Nassau

Besuchen Sie die Verkaufsinsel

im Eingangsbereich

Emser Straße 37, 56377 Nassau

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag

von 7.00 Uhr bis 21.45 Uhr

Die richtigen Schuhe

für alle Fälle

Die Orthopädie-Schuhtechnik spezialisiert sich weiter.

Sicheres und gesundes Schuhwerk für jedermann.

von Beate Kretschmann

Auf die Gesundheit zu achten,

liegt im Trend unserer Gesellschaft.

Dabei denken auch immer

mehr Menschen an die Gesunderhaltung

ihrer Füße und suchen bei der

Wahl ihrer Schuhe gerne ein Fachgeschäft

auf.

Diesem Anliegen trägt die Schuhtechnik

der Stiftung Scheuern Rechnung

und spezialisiert sich zu einem

Fachgeschäft mit neuen Leistungen. Im

Nassauer Obertal dreht es sich dann

künftig um orthopädisches Schuhwerk

und Schuhe, die vielen anderen Ansprüchen

noch gerecht werden: Schuhe,

die die Füße entlasten, stabilisieren

oder schützen.

Gute Schuhe tragen wesentlich zum

Wohlbefinden bei, wenn sie zum Beispiel

beschwerdefreies Laufen ermöglichen

oder Heilungsprozesse der Füße

unterstützen. Kunden werden nach

Fußoperationen in der Orthopädie-

Schuhtechnik beraten und erhalten

den richtigen Post-OP-Schuh.

Kleinorthesen oder Schienen werden

von den Schuhtechnikern ebenfalls angepasst.

Sie dienen der Stabilisierung

von Gelenken oder verhindern Fehlbelastungen.

Viele Menschen setzen die eigene Beweglichkeit

mit Lebensqualität gleich.

Gut laufen zu können gehört dazu. Daher

spielt beim Kauf von Schuhen auch

der Aspekt der Vorbeugung eine im-

Orthopädie-Schuhtechniker Thorsten

Haupt (links) zeigt eine Orthese und

Meister Fritz Stork demonstriert einen

besonders weichen Schuh, der Druckstellen

verhindert.

mer größer werdende Rolle. So steigt

zum Beispiel die Nachfrage nach Prophylaxe-Schuhen,

die Druckstellen verhindern

und in die Einlagen eingepasst

werden können. Für Diabetiker sind Diabetes

adaptierte Fußbettungen und

LucRo-Schuhwerk sehr vorteilhaft. Dieses

Schuhwerk ist mit besonderer

Weichbettung und von vorne herein

auf den Schutz von diabetischen Füßen

ausgerichtet. Die gesetzlichen Krankenkassen

übernehmen die Kosten,

wenn sie als Hilfsmittel verschrieben

werden.

Wer Sicherheitsschuhe tragen muss,

wird im Nassauer Obertal ebenfalls

fündig. Dieses Sicherheitsschuhwerk

entspricht den Richtlinien der Berufsgenossenschaft

(BG). In diese dürfen

nur BG-konforme Maßeinlagen eingepasst

werden.

Die Orthopädie-Schuhmacher setzen

eine moderne Technik für eine optimale

Versorgung ein. Fußabdrücke

werden eingescannt und auf dem

Computer analysiert.

Die Schuhtechniker sorgen dafür,

dass die Sicherheitsschuhe den Anfor-

derungen der Berufsgenossenschaft

weiterhin genügen, wenn zum Beispiel

orthopädische Veränderungen für ei-

nen Ausgleich von unterschiedlichen

Beinlängen notwendig sind. Häufig

werden auch Abrollsohlen angebracht.

Mit dem richtigen Service bleiben

Schuhe topfit. Beim Schuhservice gibt

es Beratung, Tipps und Pflegeprodukte

für alle Schuhe und Materialien. Das

Team im Obertal ist für diese Beratung

gut geschult und hilft den Kunden, die

passende Pflege beispielsweise für Leder,

Goretex oder Mixmaterialien zu

finden.

Orthopädie-Schuhtechnik hat

neue Öffnungszeiten:

Mo. bis Fr. 8.00 bis 12.30 Uhr

Sa. 9.00 bis 12.30 Uhr

Obertal 12, 56377 Nassau

T. 02604 6564

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AKTUELL

Illu: davidundderriese – fotolia.com


Nassauer Event „Expomeile“

Stiftung Scheuern war auch dabei. Freude über

gute Resonanz auf der Gewerbeschau im Nassauer Land.

von Beate Kretschmann

Die Produkte der Werkstätten der Stiftung

Scheuern fanden Anklang. Vor allem

Kerzen und Figuren aus Keramik waren

der Renner. Aber auch Nistkästen, Futterhäuser,

Äpfel, Säfte und Gelees gingen

gut über die Verkaufstheke.

Die Stiftung Scheuern war bei der Premiere

der neuen Nassauer Expomeile mit

dabei. Sie präsentierte ihre Vielfalt neben

70 anderen Ausstellern aus der Region. Die

Expomeile war eine Gewerbeschau mit Spaßfaktor

für die ganze Familie. Organisator war der

Nassauer Gewerbering. Rund um den Amtsplatz

zeigten sich Unternehmen in Themenzelten und

in der Stadthalle. So waren beispielsweise Handwerk

und Handel, Gesundheit und Wellness,

Energie und Technik, Mode und Textil, Gastronomie

und das Kunsthandwerk vertreten.

Die Produkte der Werkstätten der Stiftung

Scheuern fanden Anklang. Vor allem Kerzen und

Figuren aus Keramik waren der Renner. Aber

Viele Besucher nutzten

die Expomeile, um sich

über den integriert-kontrollierten

Anbau auf

Hof Mauch in Misselberg

zu informieren.

auch Nistkästen, Futterhäuser, Äpfel, Säfte und

Gelees gingen gut über die Verkaufstheke.

Das Orthopädie-Schuhgeschäft zog Menschen

aus der ganzen Region an. „Die Kunden

schauten hinter die Kulissen in die Werkstatt

und überzeugten sich vom Einsatz der modernen

Technik. Der eine oder andere machte auch

einen Test und ließ spontan einen Scan von seiner

Fußsohle machen. Bei vielen Kunden wurde

nach einem lockeren Gespräch der Wunsch für

eine individuelle Beratung geweckt“, so Fritz

Stork, Orthopädie-Schuhmachermeister.

„Wir haben gut verkauft! Fast jeder Kunde

ging wenigstens mit einer Kleinigkeit nach Hause“,

sagte dann noch Thorsten Haupt. Die Ketten

„Made in Scheuern“ stachen besonders einigen

Großstädterinnen ins Auge. Sie kauften auf

einen Schlag fast die gesamte Kollektion, die

nach Düsseldorf ging. Auch Wanderer entdeckten

das Geschäft und nahmen die Bewirtung mit

Kaffee und Kuchen dankbar an.

Für den Berufsbildungs- und Integrationsser-

Eifriges Tassenbemalen und Laternenbasteln.

Die kleinen Gäste erfreuten sich an

dem schönen Mitmachprogramm, welches

die Mitarbeiter der Kreativwerkstatt auf die

Beine gestellt hatten. Die Kinder brachten

noch mehr Leben ins Zelt.

vice war die Expomeile gewinnbringend. Viele

unterschiedliche Unternehmen aus dem Nas-

sauer Land waren vor Ort, bei denen Thorsten

Biester vom Integrationsservice für Praktika oder

Außenarbeitsplätze warb. Die erfolgreiche Ausbeute

sind 14 neue Partner aus der Wirtschaft,

mit denen der Berufsbildungs- und Integrationsservice

zukünftig zusammen arbeiten wird.

Von der Industrie über das Handwerk bis hin

zur Dienstleistung sind querbeet unterschiedlichste

Branchen dabei. Unter den Hinzugewonnenen

sind unter anderem Produktionsbetriebe,

bei denen zum Beispiel Tätigkeiten im Versand

anfallen. Bei den Handwerkern sind es Floristen,

Maler, Sanitär- und Heizungsbauer oder Elektroinstallateure.

Im Dienstleistungssektor wird

künftig mit der Hotelerie, mit Autohäusern und

einem Pflegeheim zusammengearbeitet. Dort

können beispielsweise Alltagshelfer pflegebedürftige

Senioren unterstützen.

„Die Expomeile – eine runde Sache“,

so beurteilten die mitwirkenden Teams

der Stiftung der Stiftung die gesamte

Veranstaltung. Bereits in der Vorbereitung

waren sie schon sehr engagiert.

Schreinermeister Joachim Kirst (2. v. r.) war zufrieden. Von der Qualität der

Schreinereiarbeiten konnten sich Interessierte gleich vor Ort überzeugen,

denn die im Zelt ausgestellten Präsentationsmöbel in ansprechender Optik,

die im Hintergrund zu sehen sind, stammen aus der eigenen Fertigung.

22 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

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Küchenchef Reinhard

Müller informierte die

Gäste über die Vorteile

des neuen Cookand-Chill-Verfahrens.

Stiftung Scheuern kocht für

Schüler in Lahnstein

Eltern testeten Schülerverpflegung.

Das Testessen überzeugte die Eltern.

Kinder werden an der Schule durch die

Stiftung Scheuern gesund ernährt.

von Beate Kretschmann

Im Mai 2012 öffnete die neue Mensa des

Schulzentrums in Lahnstein nach einer längeren

Bauphase erstmals die Türen. Eltern und

Lehrer der Realschüler probierten erstmalig die

neue Schülerverpflegung. Sie waren von der

Gastronomie der Stiftung Scheuern als „Test-

esser“ anlässlich eines Elternabends eingeladen.

Das Probeessen kam gut an.

Küchenchef Reinhard Müller informierte die

Gäste über die Vorteile des neuen Cook-and-

Chill-Verfahrens, mit welchem das Essen für die

Schüler zubereitet wird. Die Eltern der Gymnasiasten

konnten sich anlässlich des Sommerfestes

im Juni von der Qualität des Essens überzeugen.

Die Schüler freuen sich, nun ihre Pause in angenehmer

Atmosphäre verbringen zu können. Die

Gastronomie legt viel Wert auf eine ausgewogene

Ernährung der Kinder. Die Küche kocht

nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft

für Ernährung. So kommt täglich frisches Gemüse

und frisches Obst als Zwischenmahlzeit auf

den Teller. Die Schüler suchen ihr Wunschessen

aus einem eigens für sie zusammengestellten

Speiseplan aus. Mehrere Menüs stehen zur

Wahl, darunter auch Vegetarisches oder Gerichte

ohne Schweinefleisch. Bereits seit Mitte Mai

gibt die Stiftung Scheuern in dieser Mensa täglich

rund 200 Essen aus.

Neben dem Schulzentrum in Lahnstein bewirtet

die Gastronomie auch die Grundschule in

Nassau, die Oranienschule und die Erich-Kästner-Schule

in Singhofen.

Ein Schritt mehr Normalität

Straßenname und Hausnummern Am Schimmerich

von Beate Kretschmann

Die Vergabe von Hausnummern und Straßennamen sind ein Zeichen

für Normalisierung, die auch in vielen anderen großen

Einrichtungen der Behindertenhilfe Einzug hält. In der Stiftung

Scheuern gibt es ebenfalls einige Adressen mehr. Damit setzt auch die

Stiftung Scheuern ein weiteres Zeichen auf ihrem Weg in eine inklusive

Gesellschaft.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Schimmerich-Wohnhäuser

sind nun offiziell unter der Anschrift Am Schimmerich zu erreichen. Jedes

der sieben Wohnhäuser trägt eine eigene Hausnummer.

Im Zuge von Inklusion und den Bestrebungen nach Normalisierung

im Alltag ist es mit Hilfe der Verbandsgemeindeverwaltung rasch gelungen,

die Straßenbezeichnung und die Hausnummerierung umzusetzen.

Herzlichen Dank an die Verbandsgemeinde Nassau für die tatkräftige

Unterstützung und die unkomplizierte Umsetzung.

24 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

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„Jede Barriere ist eine zu viel“

Protesttag für die Rechte von Menschen mit Behinderung

von Beate Kretschmann

Am 05. Mai fand der Europäi-

sche Protesttag für die Gleich-

stellung von Menschen mit Be-

hinderung statt. Anlässlich dieses Ta-

ges stellte die Stiftung Scheuern eine

eigene Aktion in Koblenz auf die Bei-

ne. Das Motto war „Jede Barriere ist

eine zu viel“. Bewohner der Stiftung

Scheuern und das Projektteam Dezentralisierung

demonstrierten in der Fußgängerzone.

Gleiche Rechte für Menschen

mit Behinderung

Die Akteure warben für das Ziel der

Gleichberechtigung aller Menschen in

In der Gesellschaft gibt es noch zu viele

Hürden. Bewohner der Stiftung

Scheuern plädieren mit ihrem Theaterstück

für ein Leben ohne Barrieren.

Protest von Menschen mit Behinderung: Die rhythmischen Klänge am Koblenzer

Löhrrondell waren unüberhörbar.

Was kann alles verändert

werden?

Ein Blick auf die

Demonstrationstafel

regte die Gedanken

von Passanten an.

Wie komme ich in den Zug? Monika Heppner wies auf

Barrieren in öffentlichen Verkehrsmitteln hin.

der Gesellschaft. Die Rhythmusgruppe

trommelte auf Regenfässern.

Die Schauspieler vom Funkenflugtheater

führten ihr selbst geschriebenes

und inszeniertes Stück vom Leben

ohne Barrieren auf. In diesem Schauspiel

am Löhrrondell wurde der Fall einer

Mauer dargestellt, bei dem die

Schauspieler hoch aufgestapelte Kartons

umstießen. Der Fall der Kartons

Ein Aspekt der Aktion in der Koblenzer Innenstadt war es, die

Bürger zu sensibilisieren. Ältere Menschen waren offen für

das Thema, stoßen sie doch in ihrem Alltag ebenso auf Barrieren

wie Menschen mit Behinderungen.

stand symbolisch für die Überwindung

gesellschaftlicher Barrieren.

Weiterhin entstanden bei der Aktion

kleine Skizzen, mit denen auf die noch

vorhandenen Barrieren aufmerksam

gemacht wurde. Darüber hinaus wurde

Informationsmaterial an interessierte

Passanten verteilt.

Nils Wiechmann, Mitglied des rheinland-pfälzischen

Landtages und parla-

Die Köpfe im Projektteam Dezentralisierung:

Thomas Buckler: Projektleiter Dezentralisierung und Regionalleiter Rhein-Lahn

T. 02604 979-107

Nina Hillen: Wohnberatung und gemeindeintegriertes Wohnen T. 02604 979-174

Dr. Allmuth Bober: Unterstützte Kommunikation T. 02604 979-312

Monika Fries: Controlling T. 02604 979-362

Silke Schnatz: Assistenz T. 02604 979-176

mentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion

von Bündnis 90/DIE GRÜ-

NEN, nahm sich Zeit, um mit Thomas

Buckler, Projektmanager Dezentralisierung,

über die Belange von Menschen

mit Behinderungen zu sprechen. Außerdem

kündigte er seinen Besuch in

Scheuern an.

Ziel des Protesttages

Die Realität im Leben behinderter

Menschen stimmt mit dem im Grundgesetz

verankerten Gedanken der

Gleichstellung oft nicht überein. Menschen

mit Behinderungen treffen nach

wie vor auf viele Barrieren. Die Veranstaltung

der Stiftung Scheuern fand im

Rahmen von bundesweiten Aktionen

rund um den 20. Europäischen Protesttag

zur Gleichstellung von Menschen

mit Behinderung statt. Die Aktion

Mensch unterstützt jedes Jahr gemeinsam

mit Organisationen und Verbänden

der Behindertenhilfe und -selbsthilfe

den bundesweiten Protesttag.

26 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

27

Kontakt


Unsere neue Bewohnervertretung

Christa Schienmann ist

erste Vorsitzende.

von Beate Kretschmann

Seit Dezember 2011 ist sie im Amt,

die neue Bewohnervertretung.

Christa Schienmann wurde zur

Vorsitzenden gewählt. Detlef Kress

übernimmt nun nach vielen Jahren des

Vorsitzes die Stellvertretung. Die neue

Bewohnervertretung und Direktor Eckhard

Bahlmann danken Knut Hennemann

für sein langjähriges Engagement

als Vertrauensperson der Bewohnervertretung.

Jetzt gab Knut Hennemann

sein Amt an Isabel Schusky ab.

Knut Hennemann war von Anfang an

dabei. Mehr als 10 Jahre lang hat er die

Bewohner bei der Vertretung ihrer Interessen

unterstützt. Ein Meilenstein

dabei war die Mitarbeit bei der Erarbeitung

des neuen Wohn- und Teilhabegesetzes.

Detlef Kress arbeitete in seiner

damaligen Funktion als Vorsitzender

federführend mit. Ein weiterer Dank

geht an die ehemaligen Mitglieder der

Bewohnervertretung Günter Johann

Roa und Ernst Ludwig Dürkes.

Zunächst wird sich die neue Bewohnervertretung

in allen Bereichen der

Stiftung vorstellen. Der Startschuss für

die Vorstellungsreise fiel Mitte Juni.

Erst stand Nastätten auf dem Programm

und dann soll es nach Laurenburg

gehen. Parallel dazu laufen die

Vorstellungen in den Häusern rund um

den Burgberg und auf dem Lahnberg.

Auch eine Beteiligung an Festen dient

der weiteren Bekanntmachung.

Die Inklusion ist ein zentrales Thema,

mit dem sich die Bewohnervertretung

Die Bewohnervertretung stellt sich vor. Vordere Reihe v. l. n. r.: Helga Krause,

Sandra Scharf, Angela Justi, Patrick Kreer, Karin Krause, Christa Schienmann (Vorsitzende

der Bewohnervertretung). Hintere Reihe v. l. n. r.: Lena Engelke, Markus

Breibach, Isabel Schusky, Detlef Kress (stellvertretender Vorsitzender).

beschäftigt. So beteiligte sie sich Anfang

Mai in Koblenz an dem Europäischen

Protesttag für die Rechte von

Menschen mit Behinderungen, der das

Motto „Jede Barriere ist eine zu viel“

trug.

Christa Schienmann, Detlef Kress,

Lena Engelke und Isabel Schusky werden

einer Einladung des Landesbehindertenbeauftragten

Ottmar Miles-Paul

im Oktober 2012 folgen und nehmen

an einer Inklusionstour im Land Rheinland-Pfalz

teil. Die Reise hat zum Ziel,

sich ein Bild von den inklusiven Entwicklungen

in der Gesellschaft zu machen.

Zusammen mit Mitgliedern des Landesbeirates

zur Teilhabe behinderter Menschen,

den kommunalen Beauftragten

und den Mitgliedern der kommunalen

Beiräten für die Belange behinderter

Menschen fährt die Delegation aus

Scheuern in den Pfälzer Wald, um Initiativen

zu besuchen und sich über Veränderungen

auszutauschen.

Die Vernetzung mit anderen in der

Stiftung Scheuern ist ein weiteres wichtiges

Anliegen. Darum pflegt die Bewohnervertretung

einen regelmäßigen

Austausch beispielsweise mit dem

Werkstattrat, dem Zukunftsrat, dem Betreuerrat,

der Leitung Wohnen und deren

Regionalleitungen. Christa Schienmann

ist neben ihrem Amt als Vorsitzende

auch im Kirchenvorstand der

Evangelischen Kirchengemeinde, im

Chor und im Funkenflugtheater tätig.

Lena Engelke und Detlef Kress sind zudem

im Freizeit-, Bildungs- und Kulturteam

der Stiftung Scheuern aktiv.

Damit die Bewohnervertretung ihren

Aufgaben gut nachkommen kann, organisiert

sie eine Fortbildung zu Rechten

und Pflichten.

Kontakt

Vorsitzende Bewohnervertretung:

Christa Schienmann

Tagsüber erreichbar in der Wäscherei

unter T. 02604 979-720

Vertrauensperson

der Bewohnervertretung

Isabel Schusky

T. 02604 979-263

i.schusky@stiftung-scheuern.de

Integra informiert

Integra führte erfolgreich zweite Fortbildungsreihe über Grundlagen

der Rehabilitation schädelhirnverletzter Menschen durch.

von Beate Kretschmann

Jeder zehnte Bundesbürger in

Deutschland lebt mit einer Behinderung.

95 Prozent dieser Behinderungen

sind nicht angeboren, sondern

im Laufe des Lebens entstanden.

Den einen trifft der Schlaganfall, den

anderen wirft ein Unfall aus der Bahn.

Die Stiftung Scheuern kümmert sich

mit ihrer Initiative Integra auch um diese

Menschen. Sie bietet ihnen soziale

oder berufliche Rehabilitation an.

Außerdem hat es sich die systemische

Beraterin Julia Tiwi zur Aufgabe

gemacht, die Bevölkerung über Integra

und somit über die Belange von

Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen

zu informieren.

Für Angehörige, Interessierte und

Fachkräfte fand zudem im Frühjahr

Pflegetechniken des Alltags werden

geschult.

In einem Seminarmodul lernten die Teilnehmer die Behandlungsbereiche der

Neuropsychologie kennen. Die Referentin Sonja Hartenfels erläuterte, mit welchen

Verfahren der Umfang von Hirnfunktionsstörungen festgestellt werden kann.

2012 eine zweite umfassende Seminarreihe

erfolgreich statt. Die Schulung

umfasste Grundlagen zur Rehabilitation

schädelhirnverletzter Menschen.

Therapeutische Ansätze aus Neuropsychologie,

Ergotherapie, Logopädie und

Physiotherapie wurden vorgestellt.

Die Teilnehmer interessierten sich

insbesondere für die Funktionen des

Gehirns, die Auswirkungen bei Schädigungen

von einzelnen Hirnregionen

und wie diese Funktionsausfälle durch

eine spezielle Förderung kompensiert

werden können.

Das Zusammenspiel von Kostenträgern,

wie zum Beispiel Renten-, Kranken-,

Unfall- oder Pflegekassen, war für

die Kursteilnehmer sehr aufschlussreich.

Im Jahr 2013 geht es mit einer

neuen Fortbildungsreihe weiter.

28 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

29


Integra beim 6. Pflegetag in Bad Ems

Integra informierte unter anderem zum Thema Schlaganfall und war mit einem Stand vertreten.

Herzliche Einladung zum Grillfest

Gesprächskreis für Eltern und Angehörige startet neu.

Die Stiftung Scheuern geht mit einem neuen Konzept des Gesprächskreises

auf Eltern oder Angehörige von Bewohnerinnen

und Bewohnern zu. In angenehmer Atmosphäre können Sie sich

mit anderen Menschen austauschen, zuhören und über Dinge sprechen,

die Sie interessieren oder bewegen.

Das neue Angebot startet mit einem Grillfest am Sonntag, dem 26. August

2012 von 15.00 bis 18.00 Uhr. Treffpunkt ist der Grillplatz am Fischteich

auf dem Gelände der Stiftung Scheuern.

Interessiert? Sie sind herzlich willkommen!

von Beate Kretschmann

Integra war auch Anfang Juni auf dem 6. Pflegetag

in Bad Ems vertreten, bei dem sich alles

um den Schlaganfall drehte. In Fachvorträgen

wurden beispielsweise Ursachen erläutert, auf

Zusammenhänge von Herz und Hirn hingewiesen

und therapeutische oder pflegerische Hilfen

vorgestellt, die es in der Region für Patienten

nach einem Schlaganfall gibt.

Julia Tiwi und Jürgen Gutenbrunner, der selbst

durch die Integra-Reha-Gruppe der Stiftung

Scheuern gefördert wird, standen den Besuchern

für Gespräche über soziale und berufliche Rehabilitation

zur Verfügung. Sie zeigten Bilder aus

dem Alltag der Reha-Gruppe, auf denen auch

Betroffene mit Schlaganfall zu sehen waren.

Kontakt

Möchten Sie mehr über Integra erfahren?

Julia Tiwi

Kostenlose Hotline 0800/5887820

Kontakt

Svenja Schwarz-Bremer

Referat Service

T. 02604 979-147

s.bremer@stiftung-scheuern.de

Vertraut den neuen Wegen

Gute Laune beim Jahresfest

von Beate Kretschmann

Fröhliche und lachende Gesichter waren

überall zu sehen. Bei Sonnenschein und angenehmen

Temperaturen begann das Jahresfest

2012 mit einem Gottesdienst unter freiem

Himmel, den Pfarrerin Andrea Beiner hielt. Der

Kirchenchor der Ev. Kirchengemeinde und die Posaunenchöre

aus Nassau und Dausenau wirkten

ebenfalls mit. In ihrer Predigt ging Beiner auf das

Motto des Festes „Vertraut den neuen Wegen“

ein. Sie machte allen Mut, Neues zu entdecken,

auch wenn der Weg zum Ziel ungewiss sei. Dieses

Motto steht auch für die zukünftige Arbeit der

Stiftung Scheuern, die sich den Zielen einer inklusiven

Gesellschaft verschrieben hat.

In zahlreichen Aktionen, die zum Mitmachen

einluden, präsentierte sich die Stiftung Scheuern.

Beispielsweise gab es an einem Stand das

kleine Einmaleins der Gebärdensprache.

Rund um den Festplatz war den ganzen Tag

lang jede Menge los. Ein buntes Programm sorgte

für Kurzweil. Die Crazy Grooves begeisterte

das Publikum mit einer Trommel-Vorführung

auf Regenfässern. Bewohner aus dem Albert-

Schweitzer-Haus führten einen Regenschirm-

Tanz auf. Die neue Tanzgruppe „Let‘s dance“,

zeigte ihr Können. Die Koblenzer Showband

„Einer geht gar net“ spielte bekannte Hits, zu denen

auf dem Tanzboden ausgelassen gelacht

und getanzt wurde.

Einmal Erdbeeren bitte: Das Team vom heilpädagogisch-psychologischen

Fachdienst hatte

die witzige Idee, dass sich die Gäste über sogenannte

Talker, die in der unterstützten Kommunikation

Einsatz finden, Desserts bestellen

konnten. Auf dem Tisch standen diese kleinen

Sprachcomputer, die einfach nur gedrückt

werden mussten.

30 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

31


Miteinander feiern und arbeiten

Das Mitarbeiterfest in Singhofen war ein voller Erfolg.

An einem Rastplatz im Wald

überraschte die Mitarbeitervertretung

die mehr oder

weniger Durstigen mit

einem Umtrunk.

von Beate Kretschmann

Über 300 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter kamen zum Fest.

Unter ihnen waren viele neue

Gesichter. „Wer gemeinsam lacht und

feiert, dem fällt es auch leichter, miteinander

zu arbeiten“, so Direktor Eckhard

Bahlmann, für den die große Teilnahme

ein Zeichen für ein gutes Betriebsklima

ist.

Die Mitglieder der Mitarbeitervertretung

sorgten bis tief in die Nacht hinein

für kühle Getränke und Leckeres

vom Grill. Sie verwöhnten die Mitarbeiter

auch noch zu später Stunde mit Kuchen

und Kaffee. Ein echter Einsatz!

Wie eine Karawane zogen die Mitarbeiter

der Stiftung durch das Mühlbachtal.

An der Spitze war auch Pfarrer

und Direktor Eckhard Bahlmann.

Viele Gäste wanderten auf einem

wild-romantischen Pfad durch das

schöne Mühlbachtal nach Singhofen.

Die Mitarbeiter hatten Zeit füreinander und Gelegenheit, mal nicht

über Dienstliches zu sprechen. Sie verbrachten fröhliche Stunden.

von Norbert Hartmann

und Manuela Nörtershäuser

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Neue Jugend- und Auszubildendenvertretung

(JAV) gewählt

Roman Stein und Andreas Weide vertreten die Belange junger Menschen.

Seit einem halben Jahr sind Roman Stein

und Andreas Weide jetzt als Vertreter für

die Belange von Jugendlichen und Auszubildenden

im Rahmen der Mitarbeitervertretung

(MAV) tätig.

Sie sind Ansprechpartner bei Problemen am

Arbeitsplatz und stehen für Fragen zur Ausbildung,

aber auch bei anderen beruflichen Wünschen

und Anregungen zur Verfügung. Sie for-

Der 22-jährige Andreas Weide ist im zweiten Lehrjahr zum Heilerziehungspfleger.

Der gebürtige Langenscheider kennt die Stiftung schon

lange. Noch während einer vorangegangenen Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker

unterstützte er in seiner Freizeit den Betreuungsdienst

und lernte dadurch verschiedene Wohngruppen kennen. Nach

der Entscheidung, auch noch die Heilerziehungspflege zu erlernen,

war er zunächst im Schloss Laurenburg. Zurzeit arbeitet Andreas Weide

im Werner-Stöhr-Haus. Ehrenamtliches Engagement ist für ihn

selbstverständlich, daher übernahm er die Arbeit in der JAV gerne.

mulieren die Anliegen von Jugendlichen gegenüber

der Dienststellenleitung und sorgen dafür,

dass diese im Rahmen der MAV-Arbeit angemessen

und sachgerecht berücksichtigt werden.

Die JAV nimmt an MAV-Sitzungen teil, in denen

Themen der Jugendlichen und Auszubildenden

besprochen werden.

Norbert Hartmann, der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung,

bedankt sich bei den ausgeschiedenen

JAV-Vertretern Lisa Marie Hartwig

und Sascha Hitschler für ihr Engagement.

Roman Stein kam über seinen Zivildienst zur Stiftung Scheuern. Die

Arbeit auf dem Schimmerich hat ihm so gut gefallen, dass er nach

dem Heizungsbau eine zweite Ausbildung zum Heilerziehungspfleger

absolviert. In seinem ersten Lehrjahr ist er nun im Wichernhaus eingesetzt.

Für die Jugend- und Auszubildendenvertretung engagiert er

sich, weil er es gut findet, dass es für Lehrlinge und Jugendliche, die

neu in der Arbeitswelt sind, eine Anlaufstelle bei Fragen zur Ausbildung

gibt oder sie dort ihre Sorgen loswerden können.

33


Stammzellenspende rettet Menschenleben

Sören Mayer aus Dachsenhausen spendete für ein einjähriges Kind in England. Die „Stiftung Leben

Spenden“, in deren Trägerschaft sich die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) befindet,

dankte ihm für seinen außergewöhnlichen Einsatz. Die DKMS veranlasste die Überreichung

einer Urkunde über die Stiftung Scheuern, seinen Arbeitgeber.

von Beate Kretschmann

Die Freude, einem leukämiekranken Kind

helfen zu können, ist dem 21-jährige

Sören Mayer ins Gesicht geschrieben. Er

war gerade an seinem Arbeitsplatz in der Seni-

orenbetreuung, als ihm Direktor Eckhard Bahl-

mann die Urkunde der Deutschen Knochen-

markspenderdatei zum Dank überreichte.

„Wenn ich mit einer für mich so einfachen

Geste wie einer Stammzellenspende ein Menschenleben

retten kann, dann gibt mir das ein

gutes Gefühl. Ich hoffe sehr, dass das kleine Kind

wieder gesund wird.“

Je mehr Menschen sich in die Knochenmarkspenderdatei

aufnehmen lassen, desto besser,

denn die Chancen der Menschen steigen, den

Kampf gegen Leukämie zu gewinnen. So sieht

es auch Sören Mayer, der über seine Erlebnisse

bei der Entnahme von Stammzellen berichtete:

„Im August letzten Jahres ging es los. Ich erhielt

von der DKMS eine Nachricht, dass ich als Spender

in Frage komme. Einen Monat später war

klar, meine Stammzellen passen für das kranke

Kind, über das ich sonst nichts weiß.“ Im November

fand dann die eigentliche Stammzellenspende

statt.

Fünf Tage vor der Stammzellenspende spritzte

er sich selbst zweimal täglich ein Medikament,

damit Stammzellen ins Blut fließen. „Die

Stammzellenspende ist gar nicht schlimm. Man

kann sich das wie bei einer Dialyse vorstellen.

Auf der einen Seite fließt das Blut raus, die

Stammzellen werden heraus gefiltert und auf

der anderen Seite fließt das Blut wieder in den

Körper rein“, sagt Mayer.

Für die Stammzellenspenden werden in der

Regel zwei Tage angesetzt. Sören Mayer wurde

von der Stiftung frei gestellt, damit er nach

Frankfurt in das Institut für Transfusionsmedizin

vom Deutschen Roten Kreuz fahren konnte.

Mayer fühlte sich nach der Entnahme so gut,

dass er gleich am Tag darauf wieder an seinem

Arbeitsplatz war.

Athleten der Stiftung Scheuern

treffen Bundespräsidenten

Joachim Gauck

Das Staatsoberhaupt eröffnete die Special Olympics 2012 in München.

von Volker Leiberger

Vierzig Jahre nach den Olympischen Spielen

1972 war München im Juni 2012

wieder Austragungsort eines olympischen

Sportereignisses: Die Nationalen Sommerspiele

von Special Olympics Deutschland.

Bundespräsident Joachim Gauck übernahm

die Schirmherrschaft und war gefesselt von der

Leidenschaft, mit der die Athleten ihren Sport

betreiben. Volker Leiberger, Sportlehrer der Stiftung

Scheuern, der auch Vizepräsident von Special

Olympics Rheinland Pfalz ist, organisierte vor

der Eröffnungsfeier das Treffen mit Gauck und

den Athleten. Hier nahm auch Mark Solomeyer

teil, der in seiner Sportart Badminton im Einzel

Gold und im Doppel Bronze gewann.

Über 5000 Athleten gingen in der bayerischen

Landeshauptstadt unter dem Motto „Gemeinsam

stark“ an den Start. So viele wie noch nie. In

19 Sportarten wurde gerungen. Fußball, Leichtathletik

und Schwimmen gehören zu den bekanntesten.

Aber auch in ungewöhnlichen Disziplinen

wie zum Beispiel Bowling oder Boccia

gingen die Sportler an den Start. Sie gaben alle

ihr Bestes. Vier ausländische Delegationen aus

Großbritannien, Frankreich, Österreich und der

Schweiz waren mit dabei.

Der Fokus der Special Olympics liegt nicht auf

der Medaillenjagd. Es gilt, was bei anderen

Wettbewerben nur als ein angestaubter Spruch

gesehen wird: Teilnehmen ist wichtiger als Siegen.

Wer weder Gold, Silber noch Bronze schafft,

bekommt trotzdem seine Anerkennung. Durch

faire Wettkämpfe, durch Solidarität unter Athleten

und durch das sichtbare Miteinander von

vielen Tausend aktiven Betreuern sowie ehrenamtlichen

Helfern wurde ein deutliches Signal

gesetzt. Menschen mit Behinderungen sind Teil

unserer Gesellschaft, sie gehören dazu.

Joachim Gauck gut

gelaunt inmitten der

Sportler bei den Special

Olymipcs. Der Bundespräsident

hat keine

Berührungsängste.

34 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

35


Gesundheitsbewusstsein unter

Sportlern fördern

Gesundheitsprogramm für Menschen mit Behinderung feierte gelungene Premiere in Scheuern.

Die Sportbewegung Special Olympics führte Gesundheitsberatung erstmals in Rheinland-Pfalz

erfolgreich durch.

Hoch motiviert und gut gelaunt

starteten die Sportler in das Frisbee-

Golf-Turnier.

Fotos: Special Olympics

Rudi Strauß von den Athleten der Stiftung

Scheuern informiert sich zum

Thema „Gesunde Ernährung“.

von Volker Leiberger

Ein besonderes Angebot erwartete

die Teilnehmer des Frisbee-

Golf-Turniers der Stiftung Scheuern,

als sie im Juni 2012 aus ganz

Rheinland-Pfalz nach Nassau kamen.

So wurde neben dem Sportwettbewerb

für Menschen mit Behinderung

erstmalig das Gesundheitsprogramm

Healthy Athletes © der Sportbewegung

Special Olympics durchgeführt.

Im Rahmen des durch das Bundesministerium

für Gesundheit geförderten

Pilotprojektes „Selbstbestimmt gesünder“

erwartete die 200 Teilnehmer eine

umfassende wie anschauliche Beratung

zu einer gesunden Lebensweise.

Nach der feierlichen Eröffnung durch

Karl-Heinz Thommes, Präsident von

Special Olympics Rheinland-Pfalz e. V.

und durch Eckhard Bahlmann, Pfarrer

und Direktor der Stiftung Scheuern,

begaben sich die ersten Sportler gespannt

zur kostenfreien Beratung in

das Gesundheitszelt. So wurden Körpergröße,

Gewicht und Blutdruck

bestimmt sowie der individuelle Body-

Maß-Index errechnet. Im Anschluss

erwartete die Teilnehmer eine anschauliche

Beratung zu den Gesundheitsrisiken

des Rauchens, der Sonneneinstrahlung

sowie schlechter Ernährung.

Viele der Sportler staunten nicht

schlecht, als man gemeinsam vermeintliche

„Fitmacher“ als klassische

„Fettmacher“ entlarvte.

Als Anerkennung der erfolgreichen

Teilnahme erhielt jeder Sportler einen

Geschenkbeutel aus den Händen von

Britta Mies, Landeskoordinatorin des

Gesundheitsprogramms in Rheinland-

Pfalz. Präsident Karl-Heinz Thommes

dankte insbesondere dem engagierten

Personal vor Ort sowie der Stiftung

Scheuern für die hervorragende Unterstützung.

Gemeinsam sei man auf einem

guten Weg, die Gesundheitsvorsorge

für Menschen mit geistiger und

mehrfacher Behinderung in Rheinland-

Pfalz nachhaltig zu verbessern.

36 2012 | Ausgabe 22

Illu: motoclick – fotolia.com

Auf der Rennpiste

Bewohner der Stiftung Scheuern reisten ins Motocross-Eldorado nach

Kaltenholzhausen und folgten einer Einladung zu einem Benefiz-Event.

von Beate Kretschmann

Die Motocross-Maschinen dröhnten und

2012 | Ausgabe 22

eine Mischung aus Staub und Benzin lag

in der Luft. Bis zu 20 Meter ging es durch

die Luft, als die Fahrer die Sprünge im Motocross-Parcours

absolvierten. Um diese Atmosphäre

einmal hautnah zu erleben, waren 31 Bewohner

aus Scheuern Anfang Juni zur Rennstrecke

nach Kaltenholzhausen gereist. Sie folgten

der Einladung des MSC Kaltenholzhausen, der

für sie eine Benefizveranstaltung organisierte.

Gleich nach der Ankunft zog es viele in das

Fahrerlager. Dort schauten sie beim Schrauben

und Tüfteln zu, denn die Maschinen wurden für

den Deutschen Meisterschaftslauf getunt. Nach

dem Blick hinter die Kulissen ging es weiter. Die

Bewohner aus Scheuern halfen als Streckenposten

beim freien Training der Fahrer mit. Bei diesem

Trainingslauf fuhren sich Deutschlands Spitzenfahrer

warm. Am Tag darauf starteten die

Fahrer dann mit ihren 125er Maschinen zur

Deutschen Meisterschaft oder nahmen in der

Kategorie „Open Pokal“ bis 450 ccm teil.

Die ambitionierten Motocross-Sportler schenkten

den Bewohnern nicht nur schöne Erlebnisse,

sondern spendeten oben drauf noch einen

Betrag in Höhe von 330 Euro. Die Spende wurde

von Vereinsmitglied Frank Kloos, dem Organisator

des Benefiz-Events, an die Gäste aus

Scheuern überreicht.

Die Stiftung Scheuern dankt den Akteuren des

Motorsportclubs in Kaltenholzhausen herzlich

für ihr Engagement.

Lena Engelke und

Christa Schienmann

stehen am U-Hang.

Hinter ihnen „fliegt“ ein

Motocross-Teilnehmer

durch die Luft.

Die Spende des

Motorsportclubs wird

in Scheuern für sportliche

Aktivitäten verwendet.

Ein Fahrradprojekt

ist geplant.

37


von Jörg Goebels

The Wright Thing – so nennt sich

die Musikertruppe rund um Jason

Wright, die jeden ersten

Mittwoch im Monat die Bühne des Circus

Maximus in Koblenz rockt. Mit großer

Vorfreude fuhr eine Gruppe von

Bewohnern und Beschäftigten Anfang

März gemeinsam mit ihren Begleitern

zu diesem Event.

Dort angekommen, wurde der Besuch

vor der Kulturbühne lautstark mit

„Ich liebe The Wright Thing“ von Markus

Gauer angekündigt. Dass gerade

Begeisterung im Circus Maximus

Konzertbesuch mit unvergesslichen Erlebnissen

Zwei, die sich prima verstehen:

Jörg Goebels (links) und Markus Gauer aus

dem Haus Lahnberg (rechts) mögen die

gleiche Musik und arbeiten in der Schreinerei

der Stiftung Scheuern zusammen.

Neuigkeiten aus dem Förder- und Freundeskreis

Markus sich besonders auf dieses Event

freut, hat seinen Grund: Er war der

Ideengeber für den Ausflug.

Dieser Abend sollte für alle zu einem

unvergesslichen Erlebnis werden. Was

nach der „Liebeserklärung“ folgte, war

die persönlichste Begrüßung, die Besucher,

Angestellte des Circus Maximus

und Musiker je erlebt haben. Die Begeisterung

von Markus Gauer war ansteckend

und so zauberte er allen gleichermaßen

ein fröhliches Lachen ins

Gesicht. Elliot, der Sänger der Band, war

so angetan, dass er Markus in gleicher

Weise begrüßte: “Ich liebe diesen Menschen,

er strahlt so viel Freude aus!“

Zum Abschied bittet er Markus, den

größten Tänzer des Abends, der ihm

so viel Freude bereitet hat, mit allen

Künstlern auf die Bühne. Elliot bedankte

sich herzlichst für unser Kommen

und nannte unsere Truppe Familie.

„Wir müssen ehrlich gestehen, dass uns

diese Aufmerksamkeit eine Träne aus

dem Augenwinkel gezaubert hat. Es

war so unglaublich schön, dass wir

nicht nur akzeptiert, sondern auf das

herzlichste Willkommen waren“, so

Goebels.

Es bleibt, sich bei allen zu bedanken!

Der Dank geht insbesondere an die

Stiftung Scheuern, die diesen Abend

ermöglicht hat. Aber vor allem an Markus

und Elliot, die ihn unvergesslich gemacht

haben.

Neuer Name und 5000 Euro für Ausstattung nach Sanierung

Förder- und Freundeskreis der Heime Scheuern e.V. tagte

von Andrea Beiner

Am 31. März 2012 traf sich der Förder- und Freundeskreis

der Heime Scheuern e.V. zur 12. Mitgliederversammlung.

Zum einen wurde beschlossen, den Namen in der Satzung

in den Paragrafen1, 2, 3, 9 in Förder- und Freundeskreis

der Stiftung Scheuern zu ändern. Im Paragraf 16 wurde

beschlossen, den bisherigen Anfallsberechtigten Heilerziehungs-

und Pflegeheime Scheuern in Stiftung Scheuern

zu ändern. Nun wird noch die Zustimmung des Amtsgerichts

erwartet, bevor die Beschlüsse Anwendung finden.

Die Stiftung Scheuern wird 5000 Euro aus den Finanzmitteln

des Förder- und Freundeskreises nach erfolgter Sanierung

des Alten Hauses für dessen Ausstattung erhalten.

Der Vorstand des Förder- und Freundeskreises bedankt

sich bei allen Mitgliedern und anderen Spendern für die

großzügigen Unterstützungen.

Aktiv am Apfelbaum

Naturpark Nassau startete ersten Veredlungskurs auf Hof Mauch.

von Beate Kretschmann

Mit einem scharfen Messer ge-

wappnet kamen rund 30

Obstbaumfreunde nach Mis-

selberg auf Hof Mauch. Sie ließen sich

dort den richtigen Schnitt zur Vered-

lung von Obstbäumen beibringen.

Jürgen Franzen erläutert die Technik des einfachen Pfropfens an einem Ast

am Baum. Foto: Manfred Braun, Naturpark Nassau

„Ein so großes Interesse hatte ich

nicht erwartet“, so der damalige Leiter

des Obstbaubetriebes Willi Bausch-

Weis, der die Gäste an diesem Tag

auch über die Arbeit der Stiftung

Scheuern informierte.

Der Lehrgang begann in den Räumen

von Hof Mauch. Zunächst wurden

die unterschiedlichen Veredlungstechniken

an zahlreichen Weidenästen eingeübt.

Danach wagten sich die Teil-

nehmer an das Obstgehölz. Gemeinsam

mit Kursleiter Jürgen Franzen,

Weinchemiker, Obstbau- und Naturkundler

aus dem Moselort Bremm,

ging es zu den Bäumen.

Die meisten Teilnehmer veredelten

eine Ananasrenette, eine alte Apfelsorte

des Hausgartens. Diese eignet sich

gut zum direkten Verzehr, aber auch

zum Backen, Entsaften oder Einmachen.

Diese Veranstaltung war die erste ihrer

Art im Naturpark Nassau. Den Besuchern

hat es so gut gefallen, dass sie

auf alle Fälle wiederkommen möchten.

Nun überlegen die Organisatoren des

Naturparks Nassau, ob sie den Kurs auf

Hof Mauch wegen der großen Nachfrage

wiederholen.

Umwelttag

in Nassau

Rege Teilnahme und Baum als

Zeichen für Inklusion gepflanzt

von Beate Kretschmann

Die Beteiligung am Nassauer

Umwelttag war wieder sehr

groß. 28 Bewohner aus der

Stiftung Scheuern bildeten die zweitgrößte

Helfergruppe neben der Feuerwehr.

Die Natur wurde zum Frühlingserwachen

herausgeputzt. Beete

wurden mit Mulch aufgefüllt, Wege

neu gesplittet und Müll gesammelt.

Dieses Jahr wurde sogar mitten im

Freiherr-vom-Stein-Park ein Walnussbaum

als Zeichen für die gesellschaftliche

Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

gepflanzt. Bürgermeister

Armin Wenzel ließ es sich nicht

nehmen, selbst mit Hand anzulegen.

Alle freuten sich über den „Inklusionsbaum“.

Zum Dank für das Engagement der

Helfer waren alle zum gemeinsamen

Mittagessen eingeladen.

38 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

39


Wir leben unseren Glauben!

Andachten in den Tagesförderstätten und Werkstätten

von Andrea Beiner

O

Gott, wir sind ja gar nicht bi-

belfest“, das war die erste Reaktion

der Mitarbeiter, die vor

gut einem Jahr zu der Projektgruppe

„Gelebter Glaube im Bereich Arbeit“

eingeladen wurden.

Am Anfang stellten sich den Mitarbeitern

die Fragen:

• Was hat mein Glaube mit meiner Arbeit

zu tun?

• Wir sind doch eine diakonische Einrichtung,

müssen wir uns da noch mit

Themen des christlichen Glaubens

befassen?

• Gibt es überhaupt den Wunsch, dem

Glauben Raum zu lassen?

• Wie können noch andere mit ins Boot

geholt werden?

• Wie war es früher? Wie ist es heute?

Und wie könnte es sein?

Die Projektgruppe kam zu dem Ergebnis,

dass sie dem Glauben im täglichen

Arbeitsleben wieder Raum schenken,

an Traditionen anknüpfen, einiges aufleben

lassen und neu mit Leben füllen

möchte.

„Auch wenn wir nicht bibelfest sind,

so leben wir doch unseren Glauben,

begleiten Menschen mit Behinderung,

die wir bei der Ausübung ihres Glaubens

unterstützen“, stellten die Mitarbeiter

fest.

Und so werden seit Ostern an fünf

verschiedenen Standorten monatlich

Andachten angeboten. Themen der

Andachten finden sich zum einen

Die Andachten in den Werkstätten sind

lebendig gestaltet und gut besucht.

durch das Kirchenjahr. Zum anderen

durch Dinge, die unter den Nägeln

brennen, beispielsweise ein tolerantes

Miteinander. Mittlerweile haben sich

zehn Leute gefunden, die die Andachten

vorbereiten und verantworten. Außerdem

bringen sich noch mehr Menschen

mit ein, indem sie etwa mit dem

Akkordeon oder der Gitarre das Singen

begleiten oder die Fürbitten lesen. Erfreulich

ist, dass Menschen mit und

ohne Behinderung die Andachten gemeinsam

gestalten. Und noch erfreulicher

ist, dass diese von vielen Menschen

angenommen werden. Vorsichtig

kommen die Menschen wieder ins

Gespräch zu Themen des Glaubens, die

sonst doch eher im Privaten behandelt

werden. Termine sind den Aushängen

zu entnehmen.

Jede und jeder ist herzlich eingeladen,

die Andachten mit zu feiern!

40 2012 | Ausgabe 22 2012 | Ausgabe 22

Termine

Zwei musikalische Höhepunkte

Die Kirchengemeinde Scheuern

lädt zu musikalischem Gottesdienst

und Gospelkonzert ein

Am Sonntag, den 2. September 2012,

wird die Band „Goodnews“ einen

ganz anderen, besonderen Gottesdienst

zum Thema „Das Leben ist

schön“ um 10.00 Uhr im Versammlungsraum

gestalten.

Am Sonntag, den 04. November 2012,

um 16.00 Uhr, gibt es im Versammlungsraum

ein Konzert mit dem Gospelchor

Jubilate-Singers aus Lindlar.

Das Konzert steht unter dem Motto

„Gospel & Musical“. Lassen Sie sich

begeistern von neuen Gospels und

Medleys aus den Musicals „West Side

Story“ von Leonard Bernstein sowie

verschiedener Musicals von Andrew

Lloyd Webber.

Werkstätten unter neuer Leitung

Jörg Röder und Jörg Bremser bilden die Doppelspitze.

von Jörg Röder und Beate Kretschmann

Nun ist die Führung der Werkstätten wie-

der komplett. Neben Jörg Bremser als

Werkstattleiter 1 wurde zum April 2012

Jörg Röder als Werkstattleiter 2 eingestellt. Jörg

Röder ist auch Geschäftsführer von Inklusa, der

gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Stiftung

Scheuern, die ab Mitte August 2012 einen

Integrationsbetrieb in Hillscheid betreiben wird.

Fast ein Jahr hat es gedauert, bis Röder als

Nachfolger für den in Ruhestand gegangenen

Werner Pfaff gefunden war. Unter Röder vereinen

sich viele unterschiedliche Werkstattbranchen:

Garten- und Landschaftsbau, Gastronomie,

Kreativwerkstatt, Orthopädie-Schuhtechnik,

Schreinerei, Wäscherei und die Vermarktung

der Eigenprodukte in den Geschäften der

Stiftung. Der Obstbaubetrieb wird zukünftig unter

der Leitung von Jörg Bremser geführt.

Jörg Röder formuliert seine Ziele so: „Aufgrund

meiner beruflichen Biographie sehe ich

den Schwerpunkt meiner Arbeit in der beruflichen

Inklusion von Menschen mit Behinderungen

und der Stärkung des Rehabilitationsgedankens.

Dazu gehören auch leistungs- und gesundheitsfördernde

Bedingungen und Strukturen für

alle Mitarbeitenden.“

Jörg Röder hat gut lachen,

ist er doch schnell in der

Stiftung Scheuern angekommen.

An seinem Arbeitsplatz

fühlt er sich wohl und bei

der Vielfalt seiner Aufgaben

wird es nicht langweilig.

Zur Person Jörg Röder:

Der gebürtige Waldbreitbacher ist von

Haus aus Soziologe und Politikwissenschaftler.

Seit 1994 ist er in der beruflichen

Rehabilitation von Menschen mit

Behinderung tätig. Bevor Röder zur

Stiftung Scheuern kam, arbeitete er elf

Jahre lang beim Diakonischen Werk

im Westerwaldkreis als Bereichsleiter

Arbeit und baute dort den Integrationsfachdienst

für Menschen mit Behinderung

auf. Berufsbegleitend absolvierte

er eine Ausbildung zum Prozessberater

für Integration.

Jörg Röder ist verheiratet und lebt in

Mülheim-Kärlich. Seine beiden erwachsenen

Töchter gehen mittlerweile

eigene Wege. Er ist aktiver Tischtennisspieler

beim Sportverein Urmitz, der

auch jährlich das integrative Sportfest

unter dem Motto „Sport verbindet“

ausrichtet. An dieser Veranstaltung

nahmen in den letzten Jahren immer

wieder Bewohner der Stiftung Scheuern

teil. In seiner Kirchengemeinde

singt er im Chor „Unisono“.

41


Dank für Dienst am Menschen

„… es soll durch meinen Geist geschehen.“

von Manuela Nörtershäuser

In einer kleinen Feierstunde am 1. Juni in der

Begegnungsstätte ”Orgelpfeife“ ehrte Pfarrer

und Direktor Eckhard Bahlmann verdiente

Mitarbeitende für ihre 10-, 20- oder 30-jährige

Zugehörigkeit zur Stiftung Scheuern.

Er machte anhand des Bibelspruchs Sach. 4,6

„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, es soll durch

meinen Geist geschehen“ deutlich, dass die Arbeit

in einer diakonischen Einrichtung vom göttlichen

Geist getragen und geleitet wird. So steht

es in der Satzung und auch in den Leitlinien der

Stiftung.

Er dankte den Anwesenden für ihr jahrzehntelanges

Engagement, das immer zum Ziel gehabt

habe, dass es Menschen mit Behinderung

so gut gehe, wie sie es wünschen. Deshalb, so

Bahlmann, seien die gut 46.000 zurückliegenden

Arbeitstage mehr als anerkennenswert. Er

überreichte allen eine Urkunde, ein Los der Aktion

Mensch und ein Uhren-Präsent mit dem

Logo der Stiftung Scheuern.

Birgit Klaiber, Leiterin Wohnen, und Norbert

Hartmann, Vorsitzender der Mitarbeitendenvertretung,

beglückwünschten die Jubilare ebenfalls

und wünschten weiterhin viel Kraft und

Freude für die bevorstehenden Aufgaben.

Mitarbeiterjubiläen

Jubiläen der Mitarbeitenden der Stiftung Scheuern

Wir gratulieren zum 10-jährigen Jubiläum

Birgit Breitbach Alternative Wohnformen

Sabrina Diel Wohnprojekt Nastätten

Petra Koschella Begleitender Dienst

Irina Petscherskich Tagesförderstätte

Jessica Pietron Tagesförderstätte

Olaf Rohrbeck Informationstechnologie

Annegret Ruster Alternative Wohnformen

Wolfgang Salzmann Horny-Haus

Svenja Schwarz-Bremer Referat Service

Wir gratulieren zum 20-jährigen Jubiläum

Darius Barabasch Schloss Laurenburg

Christina Cohnen-Ewert Tagesförderstätte

Iris Friedrich Altes Haus

Cornelia Herpel Schloss Laurenburg

Günter Jacoby Gebäude- und Liegenschaftsmanagement

Joachim Kirst Holz- und Eigenprodukte

Diana Magel Altes Haus

Michael Masuhr Warencenter

Karl-Heinz Preißmann Albert-Schweitzer-Haus/Ernst-Runkel-Haus

Willi-August Retzel Montage

Isabel Schusky Altes Haus

Dagmar Solinas Schloss Laurenburg

Edith Wagner Haus Lahnberg/Carl-Ninck-Haus

Wir gratulieren zum 30-jährigen Jubiläum

Irmgard Müller Mitarbeitervertretung

Gerhard Panny Gastronomie

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Werkstattjubiläen

Jubiläen der Beschäftigten der Werkstätten der Stiftung Scheuern

Wir gratulieren zum 10-jährigen Jubiläum

Itab Abbas Montage

Carsten Adolphs Montage

Thomas Denkel Montage

Ursula Maria Elisabeth Geller Montage

Frank Jung Montage

Jutta Annegret Köbberling Montage

Rita Nordmeier Montage

György Jozsef Pavlo Montage- u. Dienstleistungszentrum

Ilona Jutta Schmidt Montage

Waltraud Schmidt Montage

Horst Rüdiger Tiedemann Montage

Wilfried Tillmann Montage

Wir gratulieren zum 20-jährigen Jubiläum

Ulrich Maria Basten Metallverarbeitung

Ottilie Schnarr Gastronomie

Rudi Willi Strauß Montage

Frank Thorn Montage

Gratulation zur bestandenen Prüfung

Wir gratulieren zur bestandenen Ausbildung

Friederike von Brandt Heilerziehungspflegerin

Angelika Fuhr Heilerziehungspflegerin

Lisa Hartwig Heilerziehungspflegerin

Eduard Koslov Maler und Lackierer

Ute Lang Heilerziehungspflegerin

Cathrin Lengsfeld Fachinformatikerin Fachrichtung Systemintegration

Angela Marciejwski Heilerziehungspflegerin

Anna Nemnich Heilerziehungspflegerin

Laura Quirmbach Heilerziehungspflegerin

und zur bestandenen Fort- und Weiterbildung

Waldemar Bock Textilreinigermeister

Jörg Bremser Management in sozialen Organisationen

Roger Püschel Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung

Axel Vollmark Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung

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Wir begrüßen

2012 | Ausgabe 22

neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Natalie Abt Altes Haus 01. Dezember 2011

Claus-Peter Bartels Wichernhaus 01. Januar 2012

Frieda Böhler Horny-Haus 16. Juli 2012

Julie Bruchhof Altes Haus 01. Mai 2012

Claudia Burg Haus Rosengarten 01. Juli 2012

Helena Chevalier Altes Haus 01. Mai 2012

Olaf Dorfey Haus Rosengarten 28. Mai 2012

Waltraud Faulhaber Schlösschen/Weißes Haus 01. April 2012

Tetjana Gross Wichernhaus 15. Juli 2012

Anna Catharina Haisch Am Schimmerich 01. Juni 2012

Tobias Hartung Haus am Bach/Altes Haus 09. Juli 2012

Sascha Hell Warencenter 20. Februar 2012

Oliver Hermann Gastronomie 01. Dezember 2011

Michael Hillesheim Wohnverbund Bad Ems 01. Januar 2012

Karolin Klamet Altes Haus 01. März 2012

Lukas Klein Haus am Bach 01. Dezember 2011

Sandra-Katharina Kretzer Haus Rosengarten 01. Juli 2012

Petra Kolmeyer Schlösschen/Weißes Haus 16. Januar 2012

Silke Maureen Koziol Altes Haus 21. Mai 2012

Maike Kuhn Wäscherei 01. Juni 2012

Lisa Lehnhardt Albert-Schweitzer-Haus/Ernst-Runkel-Haus 01. März 2012

Sarina Leonhardt Altes Haus 01. Juli 2012

Sylvia Lindner Carl-Ninck-Haus/Haus Lahnberg 01. Dezember 2011

Rosemarie Lorsi Schloss Laurenburg 01. Mai 2012

Christian Maciejewski Tagesförderstätte 01. April 2012

Milena Mirow Wäscherei 01. Juni 201 2

Nina Möller Garten- und Landschaftsbau 01. April 2012

Annika Plötz Werner-Stöhr-Haus/Haus am Wald 01. Januar 2012

Alexander Rieb Wäscherei 01. Juli 2012

Jörg Röder Werkstattleiter 01. April 2012

Ann-Katrin Roy Haus am Bach/Altes Haus 01. Dezember 2011

Birgit Schäfer Altes Haus 01. Juli 2012

Holger Scheib Gastronomie 18. Juni 2012

Tobias Schladt Gastronomie 01. Juni 2012

Sarah Schmidt Wäscherei 01. Juli 2012

Björn Schmitz Horny-Haus 15. März 2012

Carina Scholl Am Schimmerich 01. März 2012

Philipp Schupp Altes Haus 01. März 2012

Alessandro Solinas Horny-Haus 01. Juli 2012

Marvin Sommer Wäscherei 01. April 2012

Katja Steinhäuser Inklusa/CAP-Markt 15. Juli 2012

Helena Wilhelm Wäscherei 15. März 2012

Monika Zenz Am Schimmerich 01. Juli 2012

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Foto: Petair – fotolia.com

Wir verabschieden

uns von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Angelika Bauer Haus Bodelschwingh 31. Dezember 2011

Helga Berg Horny-Haus 30. Juni 2012

Georg Gellermann Am Schimmerich 15. Juli 2012

Gertrud Junghans Altes Haus 31. Juli 2012

Roswitha Krämer Facility Managament 31. Juli 2012

Tatjana Lewalter Haus am Bach 14. April 2012

Lilian Minor Horny-Haus 31. Juli 2012

Julija Raduschewski Wäscherei 31. März 2012

Heidrun Schmidt Wäscherei 31. Dezember 2011

Kurt Schnabel Montage 31. Mai 2012

Ulrike Schnabel Am Schimmerich 30. April 2012

Christine Schreiner Haus Rosengarten 31. Dezember 2011

Margareta Timko Horny-Haus 10. Dezember 2011

Monika Wagner Wäscherei 31. März 2012

Katja Wittemann Werner-Stöhr-Haus/Haus am Wald 24. März 2012

Gedenken unserer Verstorbenen

Jutta Bertina Bell, Bewohnerin Haus am Bach

Ute Brünninghaus, Bewohnerin Albert-Schweitzer-Haus

Gerd Gasterstädt, Bewohner Albert-Schweitzer-Haus

Kläre Anneliese Kaiser, Bewohnerin Altes Haus

Hans Walter Horst Linde, Bewohner Albert-Schweitzer Haus

Margaretha Müller, Bewohnerin Ernst-Runkel-Haus

Bärbel Palme, Bewohnerin Altes Haus

Syliva Schmidt, Mitarbeiterin Schloss Laurenburg

Rolf Richard Schwenke, Bewohner Haus Lahnberg

Helmut Wagner, Bewohner Schloss Laurenburg

Maig Christoph Woitok, Am Schimmerich

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Termine 2012

Konzert unterm Zirkuszelt 10.08.2012

Premiere Kinderzirkus 11.08.2012

Einweihung CAP-Markt Hillscheid 15.08.2012

25-Jahr-Feier Tagesförderstätte 17.08.2012

Stiftungsfest 10.10.2012

Bildungsdialog im Bereich Arbeit 19.10.2012

Fachtag für Betreuer und Angehörige 27.10.2012

Apfelprobiertage 27.10. und 28.10.2012

Gedenken an die Opfer der Euthanasie 17.11.2012

Adventsfeier 02.12.2012

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Impressum:

Stiftung Scheuern

Am Burgberg 16

56377 Nassau

www.stiftung-scheuern.de

Herausgeber:

Eckhard Bahlmann,

Pfarrer und Direktor (V.i.S.d.P)

Druckaufl age: 3.500

22. Ausgabe, Copyright 2012

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