Spezifikationsbericht XPlanung

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Spezifikationsbericht XPlanung

3 BESCHREIBUNG DES VERFAHRENS „XPLANUNG“

arbeitet eine Arbeitsgruppe unter der Federführung der Universität Bonn an der Modellierung

eines Austauschformats für digitale Stadtmodelle (CityGML), das ebenfalls

auf den Standards des Open Geospatial Consortium basiert. Im Rahmen zukünftiger

Anwendungsszenarien wäre zu untersuchen, ob sich das Format CityGML dazu eignet,

die für die planrechtliche Beurteilung notwendigen Informationen zu führen und

Dienste zu etablieren, die es ermöglichen, digitale Bauantragsgeometrien im Format

CityGML gegen einen digitalen Bebauungsplan im Format XPlanGML zu prüfen.

Bei kommunalen Ausschreibungen zur Erstellung von Bauleitplänen können die

Kommunen auf die Definition eines standardisierten Datenformats zurückgreifen und

die digitalen Planentwürfe privater Dienstleister einem Qualitätsmanagement unterziehen.

Visualisierungs- und Auskunftsdienste für Bauleitpläne können von regionalen

IT-Dienstleistern auf der Grundlage eines standardisierten Datenformats kostengünstiger

angeboten werden. Ein standardisiertes Datenformat für digitale Bauleitpläne

vereinfacht die Bedienung elektronischer Beteiligungsplattformen im Bereich

„Planen und Bauen“. Eine frühzeitige bzw. breitere effiziente Bürger-, Behörden- und

Trägerbeteiligung zu Entwürfen der Bauleitplanung und Standortauskünfte über

E-Government-Portale für die Wirtschaft erhöht die Attraktivität der kommunalen wie

der regionalen Standorte.

Für diese skizzierten unterschiedlichen Einsatzfelder ist es notwendig, standardisierte

semantische Datenmodelle und Austauschformate für die verschiedenen Planarten

(Bebauungsplan, Flächennutzungsplan, gemeinsamer und regionaler Flächennutzungsplan)

sowie entsprechende Visualisierungsstandards zu spezifizieren. Diese zu

entwickeln, ist das primäre Ziel des Projektes XPlanung.

3.4 Nutzen für verschiedene Nutzergruppen

Im Bereich der Bauleitplanung gibt es verschiedene Nutzergruppen, die an der Aufstellung

und Genehmigung der Planwerke beteiligt sind oder für die ein einfacher

Zugriff auf existierende Pläne von Interesse ist: verschiedene Bereiche der Verwaltung,

der Stadt- oder Gemeinderat, die sonstigen Träger öffentlicher Belange, Investoren,

Bürger der Kommune sowie sonstige Gäste oder Interessierte. Die im letzten

Abschnitt skizzierten Services, die auf Basis eines standardisierten Datenformats für

Bauleitpläne entwickelt werden können, ermöglichen es, den Zugriff auf Pläne einfacher,

schneller und kostengünstiger zu gestalten. Außerdem können solche Services

besser auf das Informationsbedürfnis und die Vorkenntnisse bestimmter Nutzergruppen

abgestimmt werden.

Fehler in Planungsprozessen aufgrund von Fehlinterpretationen und unvollständig

übermittelten digitalen Planwerken können vermieden werden. Eine parallele Bearbeitung

und ein damit verbundener permanenter Datenaustausch zwischen den in

einem Planungsprozess beteiligten Ingenieurbüros kann durch eine einheitlich strukturierte

Datenhaltung von Bauleitplänen erleichtert werden. Eine netzbasierte Visualisierung

von Planwerken auf der Grundlage standardisierter Services kann vereinfacht

werden, Planwerke können somit ohne großen Aufwand publiziert und visuali-

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