Spezifikationsbericht XPlanung

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Spezifikationsbericht XPlanung

4 SPEZIFIKATION DES VERFAHRENS „XPLANUNG“

ihrer Visualisierung in XPlanGML hat zur Folge, dass die Inhalte eines Planwerkes

auch ohne eine Visualisierung eindeutig beschrieben sind. Auf eine dem Objektmodell

entsprechende Datei können verschiedene Visualisierungsvorschriften angewandt

werden. Die Visualisierungsvorschrift, die den genehmigten Bauleitplan wiedergibt,

muss jedoch verbindlich hinterlegt werden. Für eine Datei im Format

XPlanGML können gültige SLD-Dateien zertifiziert werden. In dieser Kombination

können Druckerzeugnisse eines Bauleitplans erstellt werden, die eindeutig den Inhalt

eines Bauleitplans wiedergeben.

Ferner gilt es prüfen, inwieweit sich landschaftsplanerische Festsetzungen nach den

jeweiligen Naturschutzgesetzen der Bundesländer in Objektmodellen abbilden lassen.

Für diese Regelungen kann es kein für die Bundesrepublik Deutschland einheitliches

Objektmodell geben. § 14 BnatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) stellt einen

Katalog von Mindestanforderungen an die Inhalte der Landschaftsplanung auf. Er

legt fest, welche inhaltlichen Angaben die Landschaftsprogramme, Landschaftsrahmenpläne

und Landschaftspläne auf jeden Fall enthalten müssen. Die Landschaftsplanung

als Teil der Naturschutzgesetzgebung unterliegt der Rahmengesetzgebungskompetenz

des Bundes. Landschaftsplanerische Festsetzungen, die auf der

Grundlage eines Grünordnungsplanes festgesetzt wurden, werden bislang in der Regel

gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 20 als Flächen oder Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege

und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft oder als nachrichtliche Übernahme

gemäß § 9 Abs. Nr. 6 in einen Bauleitplan übernommen. Es ist sinnvoll, diese

Festsetzungen auf Grundlage landesspezifischer gesetzlicher Regelungen für zielgerichtete

Auswertungen näher in einem Objektmodell zu beschreiben. Das Objektmodell

XPlanGML gibt bislang nur die bundeseinheitlich geltenden gesetzlichen Bestimmungen

vollständig wieder. Es ermöglicht jedoch auch ebenso, Festsetzungen

und Darstellungen, die auf Landesrecht beruhen, aufzunehmen bzw. auf diese über

eine URL zu verweisen. Die Aufnahme landesspezifischer Festsetzungen kann jedoch

dabei nicht näher in einem Objektartenkatalog spezifiziert werden.

Objektmodelle, die um landesspezifische Erweiterungen ergänzt wurden, lassen sich

jedoch nur innerhalb eines Bundeslandes austauschen. Wenn man landesspezifische

Darstellungen bzw. Festsetzungen in einem Bauleitplan objektstrukturiert in einem

anderen Bundesland wiedergeben möchte, muss man wahrscheinlich semantische

Übersetzungstabellen zwischen den jeweiligen Bundesländern definieren. Diese

Problematik wurde bislang nicht näher vertieft. Dazu gab es bisher auch keinen direkten

Projektauftrag.

Für die Festsetzungen und Darstellungen landschaftsplanerischer Kartenwerke hat

das Bundesamt für Naturschutz 1997 angeregt, einen Planzeichenkatalog für die örtliche

Landschaftsplanung fortzuschreiben. Die in diesem Katalog vorgeschlagenen

Planzeichen stellen eine sinngemäße Entwicklung der in der Planzeichenverordnung

(PlanzV) festgesetzten Planzeichen dar.

Eine Möglichkeit bestünde darin, bei der Übernahme von Festsetzungen aus einem

Landschaftsplan als eigenständige Festsetzungen in einen Bebauungsplan (§9 Abs.

1 Nr. 20 BauGB) auf den Katalog der „Planzeichen für die örtliche Landschaftspla-

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