Programmheft herunterladen - Münchner Philharmoniker

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Lorin MaazelHaochen ZhangSonntag, 7. April 2013, 11 Uhr '12mphil.de'13


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Ottorino Respighi„Fontane di Roma“1. „Der Brunnen im Giulia-Tal in der Morgendämmerung“: Andante mosso2. „Der Triton-Brunnen am Morgen“: Vivo3. „Der Trevi-Brunnen am Mittag“: Allegro moderato4. „Der Brunnen der Villa Medici in der Abenddämmerung“: AndanteLudwig van BeethovenKonzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 581. Allegro moderato – 2. Andante con moto – 3. Rondo: VivaceLudwig van BeethovenSymphonie Nr. 7 A-Dur op. 921. Poco sostenuto – Vivace – 2. Allegretto3. Presto – Assai meno presto – 4. Allegro con brioLorin Maazel, DirigentHaochen Zhang, KlavierSonntag, 7. April 2013, 11 Uhr5. Abonnementkonzert mSpielzeit 2012/2013115. Spielzeit seit der Gründung 1893Lorin Maazel, ChefdirigentPaul Müller, Intendant


2 Ottorino Respighi: „Fontane di Roma“Von Najaden und TritonenMichael KubeOttorino Respighi(1879–1936)„Fontane di Roma“1. „Der Brunnen im Giulia-Tal in derMorgendämmerung“: Andante mosso2. „Der Triton-Brunnen am Morgen“: Vivo3. „Der Trevi-Brunnen am Mittag“:Allegro moderato4. „Der Brunnen der Villa Medici in derAbenddämmerung“: AndanteLebensdaten des KomponistenGeboren am 9. Juli 1879 in Bologna; gestorbenam 18. April 1936 in Rom.EntstehungFür seine Tondichtung „Fontane di Roma“ wählteRespighi vier berühmte römische Brunnen mitder dazugehörigen landschaftlichen Umgebungals programmatische Vorlage für eine großangelegtesymphonische Dichtung. Einzelne Teiledes Werkes hatte er bereits 1914 skizziert undeinem Freund am Klavier vorgespielt, doch erst1916 konnte Respighi seine „Fontane“ in Bolognavollenden. Sie wurden später durch die„Pini di Roma“ und die „Feste Romane“ zur„Römischen Trilogie“ erweitert.UraufführungUrsprünglich war die Uraufführung der „Fontanedi Roma“ für den 26. November 1916 im römischen„Augusteo“ unter Toscanini vorgesehen,der allerdings wegen eines von ihm kurz zuvorangezettelten kulturpolitischen Skandals seineBeteiligung an dem Konzert absagen musste.So erlebten die „Fontane“ erst am 11. März1917 unter Antonio Guarnieri ihre Premiere undwurden entsprechend kühl aufgenommen. Erstdie Aufführung am 11. Februar 1918 in Mailand,nunmehr unter Arturo Toscanini, brachte einenüberwältigenden Erfolg.


Ottorino Respighi: „Fontane di Roma“3Bratscher, Lehrer und Komponistvon WeltrufDass Ottorino Respighi nicht mit Bühnenwerken,sondern mit symphonischen Dichtungen wieauch mit den an älterer Musik orientierten Suiten„Antiche danze ed arie“ in die Musikgeschichteeinging, muss angesichts der zu Beginndes 20. Jahrhunderts noch sehr lebendigenitalienischen Operntradition überraschen. DieseEigentümlichkeit ist freilich durch recht ungewöhnlichebiographische Stationen zu erklären.So war Respighi zwar nach seinem Studiumin Bologna als Bratschist beim Symphonieorchesterder Stadt angestellt, doch nahmer für die Saison 1900/01 vertretungsweisedie Stellung des Solobratschers der italienischenOperntruppe im entfernten St. Petersburgan und reiste auch 1902/03 nochmals indie russische Metropole. Hier lernte er nichtnur eine vollkommen unbekannte, slawisch geprägteTradition kennen, sondern nahm auchKompositionsunterricht bei Nikolaj Rimskij-Korsakow, dessen außergewöhnlicher Sinn fürKlangfarben etwa in seiner berühmten „Scheherazade“zu bewundern ist.Zurück in Italien keimte bei Respighi das Interessean Musik vergangener Epochen, zu der erbereits während seines Studiums bei GiuseppeMartucci Zugang gefunden hatte. Mit demzeitgenössischen symphonischen Repertoiremachte er sich in den Jahren 1908/09 in Berlinbekannt. 1911 schließlich wurde Respighi Nachfolgerseines Kompositionslehrers Luigi Torchiam Konservatorium in Bologna, 1913 erhielt ereinen Ruf an das angesehene Liceo musicale„Santa Cecilia“ in Rom, das später in Conservatorioumbenannt wurde und heute den NamenAccademia Nazionale di Santa Cecilia trägt.Respighis Kompositionsschülerin Elsa OlivieriSangiacomo, die er 1919 heiratete, sollte sichin den folgenden Jahren als treibende Krafthinter zahlreichen internationalen Aktivitätenund Konzertreisen des Komponisten nach NordundSüdamerika erweisen. Seine ökonomischeFreiheit wie auch sein von Arturo Toscaniniverbreiteter internationaler Ruhm ermöglichtenRespighi Unabhängigkeit gegenüber Mussolinisfaschistischem Regime – eine Unabhängigkeit,die sich in hartnäckigem gleichgültigen Schweigenausdrückte. 1936 starb der Komponist anden Folgen einer Herzmuskelentzündung.Zwischen den StühlenRespighi gehört zur „Generazione dell’ 80“ –jener Generation der um 1880 geborenen Komponisten,die sich neben der Oper auch wiederder Instrumentalmusik zuwandten, die in Italienfür nahezu ein Jahrhundert vernachlässigt wordenwar. Doch während Alfredo Casella (1883–1947), Gian Francesco Malipiero (1882–1973)und Ildebrando Pizzetti (1880–1968) in ihremSchaffen der 1920er Jahre neue Wege beschritten,verharrte Respighi in seinem einmal ausgeprägtenPersonalstil, der in einer eigentümlichenSynthese einen hochromantisch expressivenGestus mit impressionistischer Klangfarbenpracht vereint. Dennoch blieb an einigenseiner Werke der Vorwurf des Eklektizismushaften. Nicht wörtliche Entlehnungen, sondern


4 Ottorino Respighi: „Fontane di Roma“die verblüffende Nähe zu einzelnen Ausdruckscharakteren,Klängen und Techniken, wie mansie in den Kompositionen von Richard Strauss,Claude Debussy, Maurice Ravel oder auch IgorStrawinsky findet, sorgt noch heute für Verunsicherung.Die Irritationen wären jedoch in doppelter Weiseaufzulösen: zum einen durch eine genauereKenntnis von Respighis gar nicht so schmalemkompositorischen Schaffen, das neben den weltberühmtensymphonischen Dichtungen auchmehrere Opern, Ballettmusiken, Kammer- undKlaviermusik, vor allem aber Lieder mit OrchesteroderKlavierbegleitung umfasst. Zum anderenist zu bedenken, dass sich Respighi bruchlos inder Tradition des 19. Jahrhunderts verankertsah und in seinen Kompositionen weder stilistischnoch kompositionstechnisch aufbegehrte.In diesem Sinne konstatierte Massimo Mila noch1933 bei Respighi einen „gusto di ieri e non dioggi“ (einen Geschmack von gestern und nichtvon heute). Milas Verdikt war allerdings in ersterLinie eine Reaktion auf Respighis Unterschriftunter das 1932 veröffentlichte „Manifest italienischerMusik für die Tradition der romantischenKunst des 19. Jahrhunderts“.Der symphonische DichterIm Bereich der symphonischen Dichtung hat vorallem jene Musik einen deutlichen Abdruck inRespighis eigener musikalischer Sprache hinterlassen,die die Spielpläne und Programmeder nördlich der Alpen gelegenen Zentren bestimmte– vor allem die Musik von Richard Wagnerund Richard Strauss, daneben freilich auchdie von Maurice Ravel. Hörbar ist dies zunächstin der ambitionierten „Sinfonia drammatica“(1914). Dem fast einstündigen Werk, in demsich ein Teil des bei Rimskij-Korsakow erworbenenrussischen Erbes widerspiegelt und mitdem sich Respighi als Komponist von reinerInstrumental musik zu positionieren suchte – erbezeichnete das Werk als „Herkulesarbeit“ – ,war jedoch nicht der erhoffte Erfolg beschieden.Dieser gelang erst mit den symphonischenDichtungen der sogenannten „Römischen Trilogie“,wenngleich deren drei Teile zu ganz unterschiedlichenZeiten entstanden: „Fontane diRoma“ (1914/16), „Pini di Roma“ (1923/24) und„Feste romane“ (1928).Den Stücken liegt allerdings kein literarischerVorwurf zugrunde; sie wirken vielmehr wie einlandschaftliches „Tableau“. Für die „Fontane“etwa wählte Respighi einzelne Brunnen mit derdazugehörigen Umgebung aus, ordnete den „Pini“verschiedene Zeitalter und Plätze zu und bildetein den „Feste“ das Treiben weltlicher und geistlicherFeste seit der Antike ab. In allen Fällendieser klanglichen Visualisierungen wähnt sichder Zuhörer auf frappierende Weise „an Ort undStelle“. Zugleich versuchte Respighi über dienahtlose Verbindung der einzelnen Sätze untereinanderein größeres Ganzes zu schaffen. Ohnekonkret an die Gattung „Symphonie“ und diemit ihr verknüpfte Formensprache nebst Viersätzigkeitanschließen zu wollen, war es seinBestreben, durch fließende Übergänge den gegensätzlichenund zumeist einfach aufgebautenCharakterstücken eine Art äußeren Halt zu geben– ein vergleichsweise neuartiges Verfahren,das im Gegensatz zu den nach Gemäldenvon Arnold Böcklin geformten „Vier Tondichtungen“op. 128 (1913) von Max Reger steht,


Ottorino Respighi, der Komponist der „Römischen Trilogie“ (1920)5


6Ottorino Respighi: „Fontane di Roma“mit deren einzeln ausformulierten Satzcharakterensich Respighis deutscher Kollege – allerdingsin einer ganz anderen Richtung – auf demWeg zur „großen“ Symphonie sah.Sprudelnde QuellenDie Geschichte der ewigen Stadt bot Respighizahlreiche Inspirationsquellen. Dass dabei auchdie (Stadt-)Landschaft und das Licht eine wesentlicheRolle spielen, geht aus Respighis Vorwortzur Partitur der „Fontane di Roma“ hervor:„In dieser symphonischen Dichtung hat der KomponistEmpfindungen und Gesichte ausdrückenwollen, die beim Anblick von vier römischenBrunnen in ihm wach wurden, und zwar jedesmalzu der Tageszeit, in der ihre Eigenart ammeisten mit ihrer Umgebung übereinstimmt oderihre Schönheit auf den Betrachter den größtenEindruck macht.“ So stellt er den Brunnen derValle Giulia in einer ländlichen Morgendämmerungdar: „Schafherden ziehen vorüber und verlierensich im frischfeuchten Dunst“ – entsprechenddominiert musikalisch eine impressionistischgetönte, von den Holzbläsern evoziertepastorale Atmosphäre.Geradezu klangmalerisch ist im zweiten Abschnittder 1642 erbaute Triton-Brunnen auf der PiazzaBarberini abgebildet: Auf den Körpern von vierauf dem Kopf stehenden Delphinen liegt eineriesige aufgeklappte Muschel, auf der ein zweischwänzigerTriton reitet. Das urtümliche Kraftausstrahlende Meereswesen bläst mit Hingabein ein Muschelhorn, aus dem ein senkrechterWasserstrahl emporschießt – und RespighisFanfaren rufen gleichsam die Najaden zu einemschäumenden, brillant orchestrierten Tanz.Dieser geht über in den dritten Abschnitt, derden dramaturgischen Höhepunkt der „Fontane“verkörpert und dem 1762 fertiggestellten imposantenTrevi-Brunnen gewidmet ist. Er flankiertweite Teile der Seitenfassade des PalazzoPoli und verkörpert den mythischen Triumph desElements Wasser: Okeanos, der Beherrscher derMeere, thront auf einem von Seepferden gezogenenund von Tritonen gelenkten Wagen, angeführtvon klangmächtig brausenden Fanfarenmotivender Blechbläser. Die raumgreifendeschrittweise Steigerung, begleitet von abruptenHarmoniewechseln, erinnert nicht zufällig anähnliche, die majestätische Erhabenheit derNatur schildernde Wendungen im Œuvre vonRichard Strauss – etwa in der Gipfelszene der„Alpensinfonie“.Abendliche Stille kehrt schließlich im viertenund letzten Abschnitt der „Fontane“ bei derBetrachtung eines von insgesamt vier Brunnender Villa Medici ein. Vermutlich handelt es sichum den mit drei Statuen geschmückten Brunnendes Nymphäums, dessen Wasser von einem antikenSarkophag aufgefangen wird – darauf jedenfallsdeutet der elegische Abgesang hin, inden sich der Schlag der Abendglocke einmischt,bis der Tag endlich zur Ruhe kommt.„In Überschuhen und mit Regenschirm“So ernst es Respighi mit dem ästhetischen Programmwar, das seiner Komposition zugrundeliegt, so zwanglos konnte er dennoch gegenübereiner Signorina Magnetti mit dem Wasser alsdem verbindenden zyklischen Element seiner„Fontane“ kokettieren: „Heute wird man im


Die „Fontana di Trevi“ um die Mittagszeit7


8Ottorino Respighi: „Fontane di Roma“Augusteo meine ,Fontane di Roma‘ aufführen.Sie werden losrauschen und mit ihren Kaskadendas Publikum überschwemmen. […] Hoffen wir,dass nicht zu stark gepfiffen wird ! Es ist gut,auch darauf gefasst zu sein. ,Das Pfeifen seigepriesen‘, sagen die Futuristen, werden aberzu Hyänen, sobald sie selbst ausgepfiffen werden.[…] P.S.: Ich glaube, Toscanini wird in Turindie ,Fontane‘ dirigieren – natürlich in Überschuhenund mit Regenschirm...“... seit 1888FachmännischeBeratungZuverlässigerKundendienstim MeisterbetriebGroße AuswahlStummschaltungenvon PianodiscEigenesÜbungsstudioLindwurmstraße 180337 MünchenTelefon: 2 60 95 23Fax: 26 59 26Nähe U-BahnSendlinger Torwww.klavierhirsch.depiano@klavierhirsch.de


Ludwig van Beethoven: 4. Klavierkonzert G-Dur9„Das wunderbarste von allen“Jörg HandsteinLudwig van Beethoven(1770–1827)Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Durop. 581. Allegro moderato2. Andante con moto3. Rondo: VivaceLebensdaten des KomponistenGeburtsdatum unbekannt; geboren am 15. oder16. Dezember 1770 in Bonn; dort Eintragung insTaufregister am 17. Dezember 1770; gestorbenam 26. März 1827 in Wien.EntstehungBeethovens 4. Klavierkonzert entstand von1805 bis Ende 1806 parallel zur Klaviersonate„Appassionata“ op. 57, zu den sog. Rasumowsky-Quartetten op. 59, zur 4. Symphonie op. 60 undzum Violinkonzert op. 61; erste Skizzen findensich in einem Notizbuch Beethovens, das erbereits in den Jahren 1802/03 angelegt hatte.Schon am 27. März 1806 bot Beethoven dasKonzert einem Verleger an – allerdings erfolglos.Es war also von Beginn an zur Veröffentlichungund nicht exklusiv für den Eigen gebrauchbestimmt, wie unter komponierenden Virtuosensonst üblich.WidmungDas erst 1808 veröffentlichte Konzert ist „SeinerKaiserlichen Hoheit, dem / Erzherzog Rudolphvon Oesterreich / unterthänigst gewidmet von /L. van BEETHOVEN.“ Der talentierte 20-jährigeBruder des Kaisers (dem neben vielem anderenauch die sog. „Hammerklavier“-Sonate op. 106gewidmet ist) bekam von Beethoven Klavierunterricht,und dieser genoss dafür lebenslangdie freundschaftliche Unterstützung seines„hochverehrten erhabenen Schülers und Musen-Günstlings“.UraufführungAm 22. Dezember 1808 in Wien im Rahmen einervon Beethoven im Theater an der Wien veranstalteten„Akademie“, in der auch die Uraufführungenseiner 5. und 6. Symphonie stattfanden(Orchester des Theaters an der Wien; Dirigentund Solist: Ludwig van Beethoven); eine erste,nicht-öffentliche Voraufführung hatte bereitsim März 1807 im Wiener Palais des FürstenJoseph Franz Maximilian von Lobkowitz stattgefunden,bei der ebenfalls Beethoven denSolopart spielte.


10 Ludwig van Beethoven: 4. Klavierkonzert G-DurDer Geist zersprengt die Fesseln„Wenn Sie künftigen Mittwoch nicht verhindertsind, so wünsche ich Sie um halb neun UhrAbends mit der Schlafhaube im Sack bei mir zusehen. Geben Sie mir unverzüglich Antwort.Swieten.“ Der junge Beethoven war ein begehrterGast in den Salons der Wiener Adelshäuser.Bisweilen ließ man ihn gar nicht mehr weg, so etwabeim Baron van Swieten, der vor dem Schlafengehennoch ein paar Bach-Fugen zu hören wünschte.Dass Beethoven als republikanischer Freigeistgalt und etwas ungeschliffene Umgangsformenhatte, störte die Aristokratie kaum – schließlichgab es in Wien, dem „Klavierland“, wie es Mozartgenannt hatte, ab 1792 keinen interessanterenPianisten. Virtuosen wie Hummel oder Clementispielten gemäß des damaligen Stils „besser“,zumindest sauberer und eleganter, aber Beethovenschuf sich selbst seinen Stil, eigenwilligund zukunftsweisend. Er nutzte das Pedal fürneue Klangwirkungen, band melodische Phrasenzu weitgespannten Gesängen (wie im Andantedes 4. Klavierkonzerts zu hören), und setzteungewohnte Energien frei. Das Ideal des „delikaten“Spiels musste verblassen angesichtsdieser Ausdruckskraft.Beethoven gewann seinen Ruhm aber vor allemals genialer Improvisator, der bislang unbekannteZauberreiche der Töne nur so aus dem Ärmelschüttelte. Die Zeitgenossen waren überwältigt,wenn er seiner Phantasie freien Lauf ließ: „DerGeist hatte zersprengt alle beengenden Fesselnund flog siegreich empor in lichte Ätherräume.Jetzt brauste sein Spiel dahin gleich einem wildschäumendenKatarakte, nun sank er zurück, leiseKlagen aushauchend, in Wehmut zerfließend;wieder hob sich die Seele, triumphierend übervorübergehendes Erdenleiden, und fand beruhigendenTrost am unschuldvollen Busen der heiligenNatur.“ Was den eher technischen Aspektdieser Improvisationskunst betrifft, schwärmteein Kritiker, „mit welcher Leichtigkeit und zugleichFestigkeit in der Ideenfolge Beethovenauf der Stelle jedes ihm gegebene Thema nichtetwa in den Figuren variiert, sondern wirklichausführt“. Die Ausführung eines Themas abergehört bereits in den Bereich der Komposition.Der junge Beethoven war also in der Lage, buchstäblich„spielend“ zu komponieren.Auf neuen WegenAb 1795 begann er sich gezielt als Komponist zuetablieren, indem er ausgewählte Werke druckenließ. Und er trat aus den privaten Salons herausvor die große Öffentlichkeit. Am 29. März 1795spielte er im Wiener Hofburgtheater: Wie die„Wiener Zeitung“ meldete, „hat [...] der berühmteHerr Ludwig von Beethoven mit einem von ihmselbst verfaßten ganz neuen Konzerte auf demPianoforte den ungeteilten Beifall des Publikumsgeärndtet“. Offenbar eigens für dieses Debüthatte er das brillante Klavierkonzert in C-Durkomponiert. Beethovens eigenwilliger Stil glänztim repräsentativen Ornat dieser Gattung. Nochhielt er sich strikt an das von Mozart geschaffeneFormmodell. Aber „Mozarts Geist“, den ernach dem bekannten Spruch des Grafen Waldheimstudierend „aus Haydns Händen“ erhaltensollte, weht hier kaum.Weit mehr war es der Geist Haydns selbst – etwadas kunstvolle Spiel mit kleinen Bausteinen – , derBeethovens hochfliegende Phantasie fest in der


11Mphil_18_Piollet_Z0.indd Isidor Neugass: Ludwig 5 van Beethoven (1806)04.03.2008 8:33:22 Uhr


12Ludwig van Beethoven: 4. Klavierkonzert G-DurBahn hielt. So exzentrisch sich der geniale Virtuosein Gestus und Tonfall gab, so hartnäckig strebte ernach Ordnung und Zusammenhalt. Bald entstandeneinzigartige Meisterwerke, aber das schien Beethovennicht zu genügen. 1802 soll er einem befreundetenGeiger anvertraut haben: „Ich bin mit meinenbisherigen Arbeiten nicht zufrieden; von nun an willich einen neuen Weg beschreiten.“„Meine Thätigkeit wird sich wiedervermehren“Dieser „neue Weg“ führte Beethoven zur „Waldstein-Sonate“ und „Eroica“, Werke von unerhörten Dimensionenund rücksichtslos hohem Anspruch. DieZeitgenossen konnten da nicht immer folgen.Aber selbst wenn Beethoven die gewohntenAusmaße sprengte und die Formen fast bis zumZerreißen spannte – der „Zertrümmerer“, dersich um die Tradition nicht schert, war er nicht.In dieser Schaffensphase ging es ihm darum, dieüberlieferten Formen und Techniken seinen neuenIdeen, seinem Ausdruckswillen, seinen emphatischenBotschaften individuell anzupassen.Das ganze Werk sollte zudem einen substanziellenZusammenhang und eine dramatische Spannungerhalten, die sich erst im Finale löst. Beethoven,der einen Sonatensatz leicht improvisierenkonnte, musste nun seine Einfälle reifen lassen.Er begann angestrengt zu grübeln. Er brummteauf langen Spaziergängen vor sich hin. Das Komponierenwurde zum Problem. Nur wenige bedeutendeWerke wurden in den Jahren 1804 bis 1805,während der zähen Arbeit an der Oper „Leonore“,vollendet.Beethoven selbst meinte, ein „innerer Gram“,wohl verschuldet durch die zunehmende Schwerhörigkeit,habe ihn seiner Spannkraft beraubt.Doch sie sollte zurückkehren. Im Frühjahr 1805ließ ihn seine Schülerin Josephine Deym wissen:„Ich liebe Sie unaussprechlich !“, und Beethovenantwortete: „Nun ist es nicht halb mehr so arg,ich habe Ihr Herz gewonnen [...], meine Thätigkeitwird sich wieder vermehren...“ Tatsächlichsetzte während dieses Verhältnisses ein neuerkreativer Schub ein. Werke höchsten Rangesentstanden am laufenden Band: Die Klaviersonate„Appassionata“, die 4. Symphonie, die dreiRasumowsky-Quartette, das Violinkonzert unddas Klavierkonzert in G-Dur.Lyrische Entfaltung und dramatischeEntwicklungMit seinem 4. Klavierkonzert schlug Beethovennun auch in dieser durch Mozarts unentrinnbarenEinfluss etwas verfestigten Gattung einen neuenWeg ein. Der Anfang klingt wie eine spontaneImprovisation: Der Spieler schlägt leise einenvollen Akkord an, lauscht dem Klang und lässtsich von ihm zu einem schlichten Thema inspirieren.Das auf ein Streichquartett zurückgenommeneOrchester probiert einen völlig anderenKlang, rückt das Thema in dessen Licht und sinntihm lange nach. Dann erst beginnt die üblicheExposition, die schon bald eine zweite Melodieauf durchaus unübliche Weise durch die harmonischeLandschaft schweifen lässt. Das Hauptthemaliefert zwar das rhythmische Grundmusterdes Satzes, aber es setzt weder eine zielgerichteteEntwicklung in Gang, noch einen konzertantenDialog: Eher entspringt ihm ein kontinuierlicherFluss musikalischer Gestalten, der einer freienPhantasie ähnelt und sich doch in die Konzertformfügt. Der Solist verkörpert eine kreative


Ludwig van Beethoven: 4. Klavierkonzert G-Dur13Potenz, ein poetisches Vermögen, das sich selbstgenug ist und es nicht auf Konfrontation anlegt.An Virtuosität fehlt es nicht, aber die brillantenPassagen verschmelzen auf bislang unerreichteArt mit dem Orchestersatz. Mit Recht hielt einzeitgenössischer Kritiker dieses 4. Beethoven-Klavierkonzert sogar noch nach Erscheinen desgrandiosen fünften für „das wunderbarste, eigentümlichste,künstlichste und schwierigste vonallen“.Das Allegro moderato vermag sich ohne Konflikteund treibende Dynamik zu entfalten. DochBeethoven hat das ganze Konzert – und diesist wiederum neuartig – durchaus als eine Artzusammenhängender Handlung gestaltet. Dennausgerechnet der langsame, sonst gleichsaminnehaltende Mittelsatz führt zu einer dramatischenZuspitzung, die der Auflösung bedarf.Das Klavier besänftigt zwar noch im Andantedas unerbittliche Orchester, die Kontraste findenzu einer Synthese – aber dies alles bereitetnur den Boden für das Finale, das nicht zufälligaus dem Schlusston des Andante hervorgeht.Die Spannungskurve wird gehalten, Raum zumHusten zwischen den Sätzen bleibt nicht.Ernste SpieleNun verwandelt sich das Gegeneinander endgültigzu einem Miteinander. Der Begriff des„Spiels“ wird diesem Schlusssatz in doppelterHinsicht gerecht: Der virtuosen Spielfreude desSolisten entspricht das nicht minder fesselndeSpiel mit dem kompositorischen Material, andem auch das Orchester teilhat. Im Wechsel,wie in einer gemeinsamen Improvisation, erklingenimmer wieder unerwartete Wendungen,witzige Pointen, ironische Anspielungen. Schondas Hauptthema, das mit einem kecken Signaldie „falsche“ Tonart C-Dur anschlägt, um dannunauffällig in die „richtige“, G-Dur, einzulenken,liefert den Impuls zu diesem Geschehen. „Es isteine Stimmung komödiantischer Inspiration,intellektuellen Vergnügens an musikalischenManipulationen und vor allem an der Verherrlichungspielerischer Spontaneität“, meint derBeethoven-Experte Joseph Kerman.Manipuliert wird dabei die ganze Form: DasRondo ist gleichzeitig ein recht frei gebauterSonatensatz mit zwei Themen, einer gewichtigenDurchführung und einer langen Coda. Damiterklimmt das traditionell eher leicht geschürzteKonzert-Rondo die ästhetische Höhe eines großenSymphonie-Finales. Es erweist sich als Ziel desganzen Werks. Die Pauken und Trompeten, dienun, nach langem Warten, erstmals einsetzen,wenden die innere Folgerichtigkeit dieser Überhöhungtriumphal nach außen – ganz ähnlichwie in Beethovens großen Symphonien. Es-Dur,die „heroische“ Tonart, spielt eine wichtigeRolle. Die Höhepunkte des Satzes prägt ein stiller,lyrischer Ernst, etwa dort, wo die Bratschendas forsche Hauptthema in einen elegischenGesang verwandeln. Wie aber verträgt sichdieser Ernst, dieser bei Beethoven oft mit einemidealistischen Ethos verbundene Tonfall, mitder Munterkeit eines bloßen Spiels ? Eine möglicheAntwort liefert hier Friedrich Schillershoher, humanistischer Spielbegriff, der ebensofür Freiheit und Würde steht: „Denn, um esendlich auf einmal herauszusagen, der Menschspielt nur, wo er in voller Bedeutung des WortsMensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, woer spielt.“


14Ludwig van Beethoven: 7. Symphonie A-Dur„Apotheose des Tanzes“ oder „Musik eines Irren“ ?Irina PaladiLudwig van Beethoven(1770–1827)Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 921. Poco sostenuto – Vivace2. Allegretto3. Presto – Assai meno presto4. Allegro con brioLebensdaten des KomponistenGeburtsdatum unbekannt: geboren am 15. oder16. Dezember 1770 in Bonn, dort Eintragung insTaufregister am 17. Dezember 1770; gestorbenam 26. März 1827 in Wien.EntstehungBeethovens 7. Symphonie entstand in zeitlicherNähe und zum Teil parallel zur 8. Symphonie F-Durop. 93 und zu Kammermusikwerken wie demf-Moll-Streichquartett op. 95 und dem B-Dur-Klaviertrio op. 97. Skizzen, soweit erhalten, reichenbis in die Jahre 1805 und 1806 zurück, darunter„Variations“ betitelte Aufzeichnungen zum späterso populär gewordenen Hauptthema des 2. Satzes.Konkrete Vorarbeiten sind ab 1809 datierbar;die endgültige Ausarbeitung erfolgte von Herbst1811 bis Frühjahr 1812 in Wien (Abschlussdatumin Beethovens Autograph: 13. April 1812). AnfangNovember 1816 erschienen Partitur und Stimmenmaterialbei S. A. Steiner & Co. in Wien.WidmungBeethoven widmete seine 7. Symphonie demReichsgrafen Moritz von Fries (1776-1826); derauch von Goethe hochgeschätzte Kunstsammlerund Mitinhaber des angesehenen Wiener BankhausesFries, das den weltweiten Handel mit demsog. Maria-Theresien-Taler betrieb, entstammteeiner jüdischen Patrizier- und Bankiersfamilie ausder Schweiz und zählte in Wien zu Beethovensund Schuberts wichtigsten Förderern.UraufführungAm 8. Dezember 1813 in Wien in der GroßenAula der neuen Wiener Universität im Rahmeneiner „Akademie“, die Beethoven zusammen mitseinem Freund Johann Nepomuk Mälzel veranstaltete,dem „rühmlichst bekannten K. und K.Hofmechaniker“ und Erfinder des „Mälzel’schenMetronoms“. Im Orchester, dem BeethovensFreund Ignaz Schuppanzigh als Konzertmeistervorstand, wirkten u. a. die Komponisten JohannNepomuk Hummel, Giacomo Meyerbeer, IgnazMoscheles, Antonio Salieri und Louis Spohr mit;der 2. Satz musste auf Verlangen des Publikumssofort wiederholt werden. Im selben Wohltätigkeitskonzertzugunsten der in der Schlacht beiHanau (1813) „invalide gewordenen österreichischenund bayerischen Krieger“ dirigierte Beethovendie Uraufführung seines musikalischenSchlachtengemäldes „Wellingtons Sieg oderDie Schlacht bei Vittoria“ op. 91.Stephan Kohler


Franz MPH_01011_PH-Thielemann5_RZ.indd Klein: Nach einer „Lebendmaske“ 15 gestaltete Büste Ludwig van Beethovens (1812) 25.02.11 17:1915


16Ludwig van Beethoven: 7. Symphonie A-DurPolitischer HintersinnVon Richard Wagner als „Apotheose des Tanzes“gerühmt, von Carl Maria von Weber als „Musikeines Irren“ bezeichnet, hat Ludwig van Beethovens7. Symphonie bei Kennern und Musikliebhabernschon immer gleichermaßen für Aufregunggesorgt. Allzu verständlich, dass mandas Werk von allen Seiten zu beleuchten versuchteund dabei gerne nach Inhalt, Programm,ja nach einem geheimen Sinn suchte. Für derartigeAuslegungen reichten rein musikalischeMittel freilich nicht aus. Beethovens Zeit genosseninteressierten sich vor allem für die politischenImplikationen des Werks, d. h. für seine unmittelbareVerknüpfung mit dem Phänomen Napoleon.Zusammen mit den Ouvertüren „Coriolan“ und„Egmont“, der Programmsymphonie „WellingtonsSieg oder Die Schlacht bei Vittoria“ gehörtdie „Siebte“ nämlich zu Beethovens sog. „antinapoleonischen“Werken. Sie alle entstandenin der Zeit ab 1806, als die erste Begeisterungfür den „grand’ uomo“ aus Korsika schon längstin Hass umgeschlagen war – hatte sich dochNapoleon vom Völkerbefreier zum Unterdrückerund Tyrannen entwickelt. Spätestens seit NapoleonsKaiserkrönung im Jahr 1804 betrachteteBeethoven ihn als seinen „persönlichen Feind“.In höchster Erregung soll er damals die Titelseitedes fertigen Manuskripts seiner 3. Symphonie,der „Eroica“, die ursprünglich NapoleonBonaparte gewidmet war, zerrissen haben: „Istder auch nicht anders wie ein gewöhnlicherMensch ! Nun wird er auch alle Menschenrechtemit Füßen treten, nur seinem Ehrgeizefrönen, er wird sich nun höher wie alle andernstellen, ein Tyrann werden !“Zeitgeschichtliche FunktionZusammen mit dem musikalischen Schlachtengemälde„Wellingtons Sieg oder Die Schlachtbei Vittoria“ gelangte die 7. Symphonie im Rahmeneiner „Großen Akademie“ zugunsten derInvaliden der Napoleonischen Kriege – über5000 Zuhörer sollen dem Konzert beigewohnthaben – unter Beethovens Leitung am 8. Dezember1813 in Wien zur Aufführung. Genau zweiMonate zuvor hatte die Völkerschlacht bei Leipzigstattgefunden, deren Gemetzel über 100.000Tote und Verwundete forderte. Dennoch führtedie Schlacht letztendlich zum Zusammenbruchdes napoleonischen Systems.Vor diesem historischen Hintergrund wird dertriumphale Erfolg, den Beethoven mit seinenneuen Werken am 8. Dezember 1813 hatte, besserverständlich. „Wellingtons Sieg“ und die7. Symphonie wurden sofort als Einheit von„Kampf und Sieg“ aufgefasst; die Symphoniewurde umgehend zum Liebling des Publikums.Auch die zahlreichen Zeitungsbesprechungenfielen überaus positiv aus. Die „Leipziger MusikalischeZeitung“ brachte überschwänglichsteLobeshymnen auf den Komponisten. Der Rezensenthielt das Werk „für die melodiereichste,gefälligste und fasslichste unter allen BeethovenschenSymphonien“.„Orgie des Rhythmus“Doch nur wenig später erhoben sich auchkritische Stimmen. Mit seiner Aussage, Beethovensolle für seine 7. Symphonie „ins Irrenhaus“geschickt werden, schloss sich Carl Mariavon Weber einer damals verbreiteten Meinung


François Gérard: Reichsgraf Moritz von Fries, der Widmungsträger der 7. Symphonie, mit seiner Familie (1804)17


18Ludwig van Beethoven: 7. Symphonie A-Duran. Moniert wurde vor allem der Mangel anPoesie und Kantabilität – für den „lyrisch“ veranlagtenWeber einer der kapitalsten Fehler. InBeethovens Todesjahr 1827 erschien in derFrankfurter „Allgemeinen Musikzeitung zur Beförderungder theoretischen und praktischenTonkunst, für Musiker und Freunde der Musiküberhaupt“ eine Rezension, die als exemplarischfür Webers Position bezeichnet werden kann:„Die Symphonie aus A # – deren Komponistzweifellos einmal ein außerordentliches Talentoder Genie besaß, dann freilich in eine Art vonVerrücktheit geriet – ist ein wahres Quodlibetvon tragischen, komischen, ernsten und trivialenIdeen, welche ohne allen Zusammenhang vomhundertsten in das tausendste springen, sichzum Überdruss wiederholen, und durch den unmäßigenLärm das Trommelfell fast sprengen.Wie ist es möglich, an einer solchen RhapsodieVergnügen zu finden ?“Was macht dennoch das Besondere dieser Musikaus ? Romain Rolland, der vorzügliche Beethoven-Kenner, hat es poetisch als „Orgie des Rhythmus“bezeichnet. Prosaisch würde das heißen:der Rhythmus als dominierendes Element stelltalles andere in den Schatten, ein obsessiv repetitivesMoment bestimmt das ganze Werk,und doch ist Beethovens Spiel mit dem rhythmischenUrmuster in jedem der vier Sätze von erstaunlichsterRaffinesse: Höchste Variationskunstbei einem zyklisch konzipierten Werk undhöchster Genuss beim Auskosten kompliziertesterrhythmischer Metamorphosen werden hiergeboten.1. Satz: Poco sostenuto – VivaceIn geheimnisvoller Aura präsentiert sich derBeginn des 1. Satzes. Es ist die längste langsameEinleitung, die Beethoven für eine seinerSymphonien schrieb. Breit angelegt, von geradezubetörender Schönheit, mutet dieses ungewöhnliche„Vorspiel“ wie ein echter Symphoniesatzoder eine feierliche Ouvertüre an.Zwei selbstständig geführte Themen und einegroße Vielfalt an musikalischen Ideen prägendiese absolut „unklassische“ Einleitung. Vorsichtig,ja beinahe schüchtern stellen die Bläser (Oboen,Klarinetten, Hörner und Fagotte) nacheinanderdas erste Motiv vor, das nur wenige Takte späterim vollen Glanz des Orchesters großartiggesteigert wird. Liedhaft schlicht („dolce“) ertöntanschließend in der Oboe das zweite Thema.Eine schwärmerische, fast frühromantischeGrundhaltung prägt diesen Beginn. Das rhythmischeMoment bleibt paradoxerweise ausgespart,so dass man die folgende „Orgie“ nochnicht vermuten kann.Die obsessive Wiederholung des Tons e durch dieFlöte leitet in den Vivace-Teil über. Hier entfesseltsich ein wilder, ungezähmter Tanz, der in hüpfendem6/8 Takt den ganzen Satz bestimmt. Fürein zweites, kontrastierendes Thema gibt es kaumnoch Entfaltungsmöglichkeiten. Bei aller Freiheitder Form unterliegt der sozusagen mono thematische1. Satz dennoch einer streng symphonischenGestaltung. In der Coda gerät der tänzerischeWirbel im strahlenden A-Dur buchstäblich ausden Fugen: Das Insistieren des ganzen Orchesters


19Blasius Höfel [nach einer Zeichnung von Louis Letronne]: Ludwig von Beethoven (1814)MPH_01011_PH-Thielemann5_RZ.indd 19 25.02.11 17:19


20Ludwig van Beethoven: 7. Symphonie A-Durauf dem Ton e (wie bereits in der Überleitung zumVivace-Teil in der Flöte) geht hier bis an die Grenzendes musikalisch Möglichen.2. Satz: AllegrettoDie freudige Siegesstimmung wird jedoch gleichzu Beginn des folgenden Satzes in Frage gestellt.Unvermittelt erklingt ein trauriger Bläser akkordin a-Moll und wirkt befremdend nach demtriumphalen Schluss des 1. Satzes. Mit demschwebenden, quasi „unentschlossenen“ Klang– die Hörner als tiefste Stimme spielen nicht,wie erwartet, den Fundament-Ton a, und derKlang bleibt deshalb sozusagen „offen“ – setztBeethoven ein Ausrufezeichen, eine Art Mahnung:Nach der Siegesvision des 1. Satzes trauertder Komponist hier um die von Napoleons Truppenzerstörte „Welt“. Wie in der „Eroica“ kamdazu nur ein stilisierter Trauermarsch in Frage:diesmal nicht zum Begräbnis eines Helden, sondernzum Gedenken an alle im Kampf Gefallenen.Das zunächst ruhig dahinschreitende Themaerinnert an mittelalterliche Gesänge, die manzu Wallfahrten oder Prozessionen sang: Einzweitaktiger Ostinato-Rhythmus, von den tiefenStreichern „bis zum Umfallen“ wiederholt, bildetdas Fundament und gleichzeitig Thema diesesmittelalterlichen „Conductus“. Kanonartig setzendie übrigen Instrumente ein. Der zunächst„sotto voce“ vorgetragene Klagegesang wird imVerlauf des Satzes immer mächtiger und bedrohlicher,der „Conductus“ einem kompliziertenkontra punktischen Verfahren unterzogen. DerSteigerungseffekt wird einerseits durch Veränderungender Dynamik erreicht, andererseitsaber – und das ist das Faszinierende an diesemSatz – durch das komplizierte rhythmischeGerüst, das Beethoven dem Ganzen unterlegt.Tempoänderungen schreibt er nicht vor, unddoch scheint das Klagelied immer unruhigerund schneller zu werden.Der Satz war ursprünglich mit „Andante“ überschrieben:schrittweise, jedoch nicht langsam,sollte sich der „Conductus“ fortbewegen. Dochbald entschied sich Beethoven für die „Allegretto“-Version; er machte damit deutlich, dass der Satzkeineswegs schleppend vorzutragen sei. DerTrauermarsch lichtet sich für einen Augenblickmit einem „Maggiore“-Teil in A-Dur auf: EineIdylle im pastoralen Ton, ein Hoffnungsschimmer,der wie eine Vision vorbeizieht. Bei dieser ländlichen„Gesangsszene“ fungiert die Klarinetteals Schalmei; der traurige, zweitaktige Grundrhythmuswird zu einer freundlichen, dudelsackähnlichenBegleitung. Nach dieser Episode kehrtder Trauermarsch leicht ab gewandelt zurück.Bei der Uraufführung am 8. Dezember 1813 lösteder 2. Satz eine solche Begeisterung aus,dass er sofort wiederholt werden musste.3. Satz: Presto – Assai meno prestoDer Rhythmus als Urelement kehrt im 3. Satz,einem typischen Scherzo, mit neuer Kraft wieder,ja bricht mit geradezu elementarer Gewaltein. Eine rhythmische Pointe, die das Themaverschleiert und den Zuhörer verunsichert, stehtam Anfang: Mit der Betonung des Auftaktsverstößt Beethoven gegen alle Regeln der Komposition,das Gefühl für den schlichten Dreier-Takt geht zunächst völlig verloren. Für dieseArt musikalischer Witze hatte Beethoven bekanntlicheine Vorliebe. Die eigenwillige Metrik,


22 Die KünstlerLorin MaazelDirigentDer in Paris geborene Amerikaner erhielt mit fünfJahren Violin- und mit sieben Jahren Dirigierunterricht.Bereits als Jugendlicher stand Lorin Maazelam Pult aller großen amerikanischen Orchester.1953 gab er sein europäisches Debüt als Dirigentam Teatro Massimo Bellini in Catania / Sizilien.Rasch entwickelte er sich zu einem der führendenDirigenten, trat 1960 als erster Amerikanerin Bayreuth auf, debütierte 1961 beim BostonSymphony Orchestra und 1963 bei den SalzburgerFestspielen.Seit über einem halben Jahrhundert ist LorinMaazel einer der am meisten geschätzten Dirigentender Welt. Zuletzt leitete er als Musikdirektordas Opernhaus in Valencia / Spaniensowie von 2002 bis 2009 die New Yorker Philharmoniker.Außerdem ist er Gründer und KünstlerischerLeiter des viel beachteten CastletonFestivals in USA. Im September 2012 trat LorinMaazel seine Amtszeit als Chefdirigent derMünchner Philharmoniker an.Seither hat Lorin Maazel mehr als 150 Orchesterin über 5000 Opern- und Konzertaufführungendirigiert, darunter zahlreiche Uraufführungen.Lorin Maazel war Chefdirigent des Symphonieorchestersdes Bayerischen Rundfunks (1993–2002), Music Director des Pittsburgh SymphonyOrchestra (1988–1996), als erster AmerikanerDirektor und Chefdirigent der Wiener Staatsoper(1982–1984), Music Director des ClevelandOrchestra (1972–1982) und künstlerischer Leiterund Chefdirigent der Deutschen Oper Berlin(1965–1971).1985 ernannte das Israel Philharmonic OrchestraLorin Maazel zum Ehrenmitglied, außerdemist er Ehrenmitglied der Wiener Philharmonikerund erhielt die Hans von Bülow-Medaille derBerliner Philharmoniker.


Die Künstler23Haochen ZhangKlavier2005 zog der heute 22-jährige in die VereinigtenStaaten, um bei Gary Graffman am Curtis Instituteof Music zu studieren. Im darauffolgendenJahr spielte er das 2. Rachmaninow-Konzert mitdem Philadelphia Orchestra. Auftritte mit derStaatsphilharmonie Krakau, dem China PhilharmonicOrchestra, dem San Francisco SymphonyOrchestra, dem Israel Philharmonic Orchestra,dem London Philharmonic Orchestra, dem HongKong Philharmonic Orchestra und dem SingaporeSymphony Orchestra folgten.Haochen Zhang hatte seinen ersten Konzertauftrittim Alter von fünf Jahren mit sämtlichenzweistimmigen Inventionen von Bach sowieSonaten von Haydn und Mozart in der ShanghaiConcert Hall. Mit sechs spielte er sein erstesKonzert mit Orchester, im Alter von sieben undneun erhielt er jeweils den ersten Preis beimKlavierwettbewerb von Shanghai. 2004 gabHaochen Zhang sein Debüt beim 59. InternationalenChopin-Festival im polnischen Duszniki-Zdrój,wo er alle Chopin-Etüden op. 25 zurAufführung brachte.2007 war Haochen Zhang der jüngste Gewinnerder China International Competition, 2008 gaber 18-jährig sein Debüt in der New Yorker CarnegieHall, wo er mit dem New York Youth SymphonyOrchestra Mozarts d-Moll-KlavierkonzertKV 466 interpretierte. 2009 erhielt HaochenZhang als einer der jüngsten und als erster chinesischerTeilnehmer die Goldmedaille beim 13.Internationalen Van Cliburn-Wettbewerb in FortWorth, Texas. Unmittelbar danach begab er sichauf eine 60 Konzerte umfassende Welttourneemit Konzerten u. a. in Krakau, Peking, New York,Aspen, Washington und Hannover, wo er seinDeutschland-Debüt gab. Sein Münchner Debütgab Haochen Zhang im November 2010 mit einemKlavierabend im Herkulessaal.


24PhilharmonischeBlätterAuftaktKammermusikDie Kolumne von Elke HeidenreichWas genau ist Kammermusik?Man darfruhig zur genauenBegriffsbestimmungauch mal das Lexikonfragen: Kammermusikfand im Gegensatzzur kirchlichen Musik in privaten, zunächstfürstlichen Räumen statt, also in einem intimerenRahmen. Seit dem 18. Jahrhundert gehört die Kammermusikzur bürgerlichen Musikkultur und ist ausden Konzertsälen nicht mehr wegzudenken. DieMünchner Philharmoniker bieten in den nächstenWochen ein Programm an, das von der Klassik bisin die Moderne reicht und alle Formen kammermusikalischenSchaffens umfasst von Mendelssohnund Brahms, Chausson und Prokofjew, Sibelius,Schnittke und Roussell, Bekanntes und Unbekanntes,und man möchte im Grunde Matinee für Matineedabei sein. Ich persönlich habe immer Spaßdaran, mehr über das Leben der Komponisten zuwissen. Natürlich spricht die Musik für sich, abermich interessiert, wie sie waren, wie sie gelebt haben,wie leicht oder wie schwer es ihnen fi el, dieseMusik zu schreiben, die die Jahrhunderte überdauerthat. Ich liebe Musikeranekdoten – kennen Sie dievon Jean Sibelius, der tagelang im Hinterzimmereines Hotels zum Kartenspielen verschwand? SeineFrau Aino schrieb einen Zettel: Wann gedenkst dunachhause zu kommen? Er schickte ihn durch denHoteldiener zurück: Liebste, wie soll ich das wissen,ich bin ja Komponist, nicht Hellseher. Der Mannhat Witz – fi ndet man den auch in seiner Musik?So etwas fasziniert mich.Wussten Sie, dass Beethoven furchtbar schlampigwar? Seine Wohnungen müssen desaströs gewesensein- Essensreste, ein Nachttopf unter dem Klavier,herumliegende Kleider, und wenn ihm beim Komponierenzu heiß wurde, schüttete er sich einen Topfkaltes Wasser über den Kopf. Und misstrauisch warer, weil er doch kaum noch hörte, was wollten diesegestikulierenden Vermieterinnen von ihm? Er warfEier nach ihnen, er warf auch im Lokal das Essennach den Kellnern, wenn es ihm nicht schmeckte.Aber so unordentlich er war: sein Kaffee, den er ingroßen Mengen trank, musste exakt 60 Kaffeebohnenpro Tasse enthalten, abgezählte 60, gemahlenund aufgebrüht. Ein Verrückter? Vielleicht, aberwas für eine Musik hat er uns geschrieben! GustavMahler sagte in einem Gespräch: „Du fragst, ob sieBeethoven heute verstehen? Was fällt dir ein? Weilsie mit seinen Werken aufgewachsen sind, weil eranerkannt ist, hören, spielen und lieben sie ihn vielleicht,aber nicht, weil sie seinem Fluge zu folgenvermöchten. Die können mit ihren Triefaugen nie indie Sonne schauen.“Da bleibt uns nur, unsere Triefaugen zu schließen,die Beethoven’sche Sonne strahlen und unswärmen zu lassen, dankbar.Meine Lieblings-Musikkarikatur ist von Rattelschneck.Da sitzt ein Mann und hört Kammermusik.Er sagt: „Gleich kommt die Stelle, wo ich immerweinen muss. Die Stelle dauert drei Sekunden.Ich weine aber länger.“


PhilharmonischeBlätter6 Fragen an …25Elke Funk-HoeverInstrument: VioloncelloBei den Münchner Philharmonikernseit 1994Wolfram LohschützInstrument: ViolineBei den Münchner Philharmonikernseit 19901 Welches Instrumentdürften IhreKinder nicht lernen?Sie dürfen spielen, wassie wollen. Wobei wirfroh wären, wenn esnicht Kontrabass, Harfe,Schlagzeug oder Tuba wäre, die sind so sperrig.2 Was sagt man Leuten nach, die IhrInstrument spielen? Und stimmt das?Sympathisch, humorvoll, blitzgescheit, nett, teamfähig,interessant. Das stimmt natürlich...3 Schon mal den Instrumentenkofferstehen gelassen?Ich habe das Bogen-Etui in der S-Bahn liegen lassenund dann zufällig ca. 1,5 Stunden später jeneS-Bahn abgepasst, die aus entgegengesetzterRichtung wieder kam. Der Zugführer hat mir tatsächlichden Bogen überreicht!4 Gab es einen Auftritt, der Sie besondersbewegt hat?Ich kämpfe öfter mit der Fassung. Beim Schlussvon Mahlers 2. Symphonie oder dem Ende von„Faust‘s Verdammnis“ von Berlioz zum Beispiel.5 Haben Sie die Blechbläser hinter Ihnenschon mal verflucht?Nicht gerade verfl ucht, aber die können schonschön laut spielen.6 Welcher Komponist wird viel zu seltengespielt?Es gibt noch einige Komponisten, z.B. Gouvy,Ouslow, Röntgen, um nur wenige zu nennen.1 Was raten SieEltern, derenKinder keine Lustzum üben haben?Lassen Sie ihre Kindermal in ein tolles (Kinder-)Konzert gehenoder in eine Oper wie „Hänsel & Gretel“.2 Was müssen Sie tun, um sich für IhrenJob fit zu halten?Ständige Ruhephasen, „Taekwondo“, „Alexander-Technik“, Bergwandern, Radeln. Und täglich Üben.3 Gab es einen Auftritt, der Sie besondersbewegt hat?Als Zubin Mehta nach einem krankheitsbedingtenAusfall Celibidaches Bruckners 4. in Wien übernahm,am Ende Tränen in den Augen hatte und gestand,nicht er habe dieses Konzert dirigiert, sondernder „große Maestro“!4 Bei welchem Ereignis in der Geschichteder Münchner Philharmoniker wären Siegerne dabei gewesen?Mahler dirigiert die Uraufführung seiner 8.Symphonie!5 Welches musikalische Erlebnis hat Siegeprägt?„Lenny“ Bernstein – seine Konzerte in New York,und die persönliche Begegnung mit ihm imSchleswig-Holstein-Festival-Orchester.6 Spielt man als Profi in der Freizeit auchnoch einfach so zum Spaß?Ja, besonders Kammermusik mit meinem Streichquartett,dem LENBACH-Quartett.


26PhilharmonischeBlätterÜber die Schulter geschautDie Kammermusik bei den Münchner PhilharmonikernChristian BeukeSie weitet den Horizont, blickt über Grenzen undist eine künstlerische Herausforderung für jedenOrchestermusiker: die Kammermusik. Auch wenndie Symphoniekonzerte in der Philharmonie imGasteig meist größere Aufmerksamkeit erfahren,spielt die Kammermusik für die Münchner Philharmonikermehr als eine Nebenrolle. Sie ist fest imSelbstverständnis verankert, eine Herzensangelegenheitder Orchestermusiker, und ein wichtigerBestandteil im Programm. Ein kurzer Überblick.Die Kammerkonzerte im KünstlerhausDie Kammerkonzerte im Künstlerhaus am Lenbachplatzsind die „Klassiker“ im philharmonischenAngebot. In acht Sonntags-Matineen präsentierensich unterschiedliche kammermusikalischeFormationen, vom Trio über das Quintettbis zum Oktett. Die Programmplanung liegt inden Händen der Musiker, die Reihe im Künstlerhauswird koordiniert von den beiden PhilharmonikernSven Faulian und Bernhard Metz. „Wiejeder Wein ein gutes Essen abrundet, ist es fürjeden Orchestermusiker wichtig, Kammermusikzu spielen. Das eine ist ohne das andere unvorstellbar“.Allerdings gibt es auch Grenzen. Mit denWünschen und Vorschlägen aus dem Orchesterließen sich mehr als doppelt so viele Konzerteveranstalten. „Da heißt es auch mal, sich in Geduldzu üben“, so Bernhard Metz. „Dafür habendie Kollegen dann auch Verständnis. Und in dernächsten Spielzeit steigen die Chancen, sich seinenWunsch zu erfüllen.“Auf die kommende Spielzeit 2013/14 sind die beidenPlaner besonders stolz. Denn so viel Prominenzgab es wohl noch nie bei den Kammerkonzerten.„Mit der Sopranistin Anja Harteros, demTenor Mark Padmore und der Schauspielerin DietlindeMaazel haben gleich drei Hochkaräter zugesagt,“freut sich Sven Faulian. Darüber hinaus wirdes mit den „Meisterwerken“ eine neue, mehrjährigangelegte Reihe geben, die sich dem Streichquartettals kammermusikalische Königsklasse widmet.AlmkonzerteDie kammermusikalischen Aktivitäten sind nichtallein auf München beschränkt. Und sie kommenauch mal ganz unprätentiös daher. Mit „Auf da Oim“feierte im Juni 2012 ein ganz besonderes ProjektPremiere. In den urigen Hütten der Frasdorfer Niederalmenwaren vier verschiedene Kammermusikensemblesder Münchner Philharmoniker zuerleben. Nach einem gut einstündigen Aufstiegzur ersten Alm lud das Flötenquartett zum erstenKonzert in die Rauchalm ein. Nach einem gemütlichenWeitermarsch fand auf der Hofalm das zweiteKonzert statt. Dort auf dem Programm: eineMozart- und eine Dvořák-Serenade. Nach einerBrotzeit folgte das Klarinettenquintett auf derSchmiedalm, den offi ziellen Abschluss bildete einStreicherduo auf dem Tanzboden der Hofalm.Die Idee zu den Almkonzerten stammt vom HornistenAlois Schlemer. Er wohnt in Frasdorf undwusste schon als kleiner Bub, dass Musik auf den


PhilharmonischeBlätterÜber die Schulter geschaut27Hütten eine große Bedeutung hat. Umso mehr warer davon überzeugt, dass sich hochkarätige Kammermusikauch für Almhütten eignet. Nach demgroßen Erfolg der Erstaufl age waren sich alle Beteiligtensofort darin einig, die Almkonzerte 2013fortzusetzen. Am 23. Juni wird es wieder soweitsein, nähere Informationen folgen in Kürze.Klassik in der Münchner Club-SzeneIm Februar 2013 wagten sich die Münchner Philharmonikermit einem weiteren Projekt in die Club-Szene in München. Das Streichquartett bestehendaus Julian Shevlin, Simon Fordham, Valentin Eichlerund David Hausdorf spielten im Club BobBeaman.Einer Location, die eigentlich für elektronischeMusik und kräftige Beats steht. Die ReiheKlassik im Club gibt es schon ein paar Jahre, erstmaligwaren die Münchner Philharmoniker auf derBühne – oder besser: auf der Tanzfl äche – zu erleben.Mit Werken von Haydn, Schubert und Beethovenbegeisterten die vier Philharmoniker ihraufmerksam lauschendes Publikum im restlosausverkauften BobBeaman. Doch die Clubbesucherfaszinierten auch die Musiker. „Die erste Reihewar ja nur zwei Meter von uns entfernt und saßauf dem Boden oder auf Pappkisten. Um uns herumein großer Kreis mit rund 300 Leuten, die vermutlichnicht täglich klassische Musik hören. Und ichhabe kein einziges Husten gehört. Nur eine umgefalleneBierfl asche“, schmunzelt KonzertmeisterJulian Shevlin. Der nächste Auftritt, dann mit einemanderen philharmonischen Kammerensemble,soll am 10. Mai im Club Harry Klein stattfi nden.Das Kammerorchester der MünchnerPhilharmonikerEine feste Größe und auch in München vielenKonzertbesuchern bekannt ist dagegen das Kammerorchesterder Münchner Philharmoniker. Einfeierliches Konzert anlässlich des 75. Geburtstagesvon Benjamin Britten im Großen Konzertsaalder Münchner Musikhochschule im Jahr1988 gilt als seine Geburtsstunde. Im Sommer2004 übernahm der philharmonische KonzertmeisterLorenz Nasturica-Herschcowici die künstlerischeGesamtleitung des Kammerorchesters,das von nun an mit Künstlern wie Hélène Grimaud,Anne-Sophie Mutter und Nikolaj Znaider zusammenarbeitete.Im letzten Jahr war das Kammerorchesterder Münchner Philharmoniker gemeinsammit den Pianisten Martin Stadtfeld und DavidFray auf einer großen Tournee durch Deutschlandzu erleben, mit mehr als 15 Konzerten in u.a. Berlin,Hamburg, München und Dresden.Blasmusik und Marsch-CD „Ehrensache“Ein weiteres Kammerorchester hat im März seinDebüt gegeben. Im Festsaal des Hofbräuhausesspielten die Bläser der Münchner Philharmonikerin einem Konzert eben jene Märsche, die sie zuvorgemeinsam mit Lorin Maazel und Zubin Mehtafür eine CD aufgenommen haben. Ulrich Haider,Hornist und Initiator des Projektes, fasst dieGrundidee wie folgt zusammen: „Dieses Konzertführt uns zurück zu den Wurzeln. Wir haben unseremusikalische Laufbahn in Blasorchesternbegonnen, dort gehören Märsche zum Standardrepertoire.Die ganz besondere Qualität dieser Musikwar ausschlaggebend für den Wunsch, sie ineinem Konzert auf höchstem Niveau zu präsentieren.“Die CD erscheint am 7. Juli 2013, Vorbestellungensind unter www.mom-music.de möglich.Die Verkaufserlöse kommen ausschließlichder Orchesterakademie der Münchner Philharmonikerzugute.


28PhilharmonischeBlätterAus dem Gasteig„Ich lebe Gastronomie“Marc Uebelherr, der Geschäftsführer der Gastronomie im GasteigAlexander PreußTreffpunkt „gast“. Marc Uebelherr istleicht zu finden, er überragt die meistenGäste um Kopfeslänge. Er möchteunser Gespräch gern im „le copain“führen. Noch schnell ein paar Wortewechseln mit dem Küchenchef, einTelefonat mit der Baustelle seines aktuellenProjektes und dann ein paarSchritte über das Celibidacheforum in eine anderegastronomische Welt in der Glashalle. Er verschafftsich einen kurzen Überblick und scheintinnerlich zu prüfen, ob er als Gast zufrieden wäre.Er wäre es, das sieht man ihm an.Die Zufriedenheit seiner Gäste sei der Sinn seinesBerufslebens, sagt er. Im Gasteig bedeutetdas, den Besucher quasi in der Tiefgarage abzuholenund seinen Aufenthalt angenehm kulinarischzu begleiten. Dafür hat sich Marc Uebelherrim Gasteig einiges einfallen lassen. SeineGasteig Kult und Speise GmbH betreibt nebendem bekannten „gast“ das „le copain“ in derGlashalle und neu die „Philine“ im Durchgangzum Celibidache-Forum. Für sämtliche Veranstaltungenim Gasteig wird das Catering ausgerichtetund die „Skybar“ in der Philharmonie bietet zusätzlichRaum für Empfänge.Die Vielseitigkeit ist ihm wichtig. „Hier steht mitunterder Skateboardfahrer aus Haidhausen nebendem Musiker im Frack, der gleich ein tollesKonzert spielen wird.“ Das Angebot und die Atmosphäresoll Konzertbesucher ebenso ansprechenwie Studenten, Mitarbeiter des Hausesoder Familien mit Kindern. Das sagtder zweifache Familienvater, dererst kürzlich an Fasching das „gast“in ein Kinderparadies mit Zauberer-Vorstellung verwandeln ließ.Marc Uebelherr stammt eigentlichaus einer Musikerfamilie. In derGastronomie ist er ein Quereinsteiger.„Musik und Kulinarik gehören zusammen“.Damit sich das Publikum vor und nach dem Konzertnicht gestört fühlt, bleibt die Musik im „gast“jeweils für eine Stunde vor und nach dem Konzertaus. Musikalischer Hochgenuss braucht ein Pendant.Deshalb werden alle Speisen frisch zubereitet.„Alles hausgemacht“ in der Zentralkücheim „gast“.Das „gast“ hat am Tag etwa 600 bis 800 Gäste.An Konzerttagen ist es überfüllt, deshalb hatauch das „le copain“ bis 23 Uhr geöffnet, um allenBesuchern gerecht zu werden. In der neu eröffneten„Philine“ wird es zur umfangreichenWeinkarte und Antipasti bald ein Klavier geben.Marc Uebelherr träumt von einer angenehmenStimmung zwischen Musikern und Konzertbesuchern.Es darf auch musiziert werden.Die Diskussionen um den Gasteig verfolgt er mitSkepsis. Er schätzt die umfangreichen Angebotedes Hauses und steht mit seinen Institutionen ingutem Kontakt. „Mir ist der Gasteig ans Herz gewachsen.Ich bin ein Teil davon, gewissermaßendie kulinarische Seele des Gasteig.“


PhilharmonischePhil harmonischeZahl:2.811So viele Besucher verzeichnetendie Kammerkonzerte imKünstlerhaus am Lenbachplatzin der letzten Spielzeit.Philharmonische NotizenIn Kürze29BlätterReise-MarathonMärz, April und Mai sind für die Münchner Philharmonikerintensive Reisezeit. Im März stehenvier Konzerte in der Schweiz auf dem Plan. ZwölfKonzerte wird das Orchester auf seiner Asien-Reise durch Japan, China und Korea geben bevores im Mai über Wien und Prag nach Udine undBasel geht.CD MarschmusikDie Aufnahmen für die Marschmusik-CD „Ehrensache“der Bläser der Münchner Philharmonikerunter der Leitung von Chefdirigent Lorin Maazelund Ehrendirigent Zubin Mehta sind abgeschlossen.Die CD erscheint am 7. Juli 2013, Vorbestellungenunter www.mom-music.de. Die Verkaufserlösekommen der Orchesterakademieder Münchner Philharmoniker zugute.OrchesterakademieZwei ehemalige Stipendiatinnen haben ihreProbespiele gewonnen. Caroline Busser ist Solo-Cellistin in Kaiserslautern und Yukino Thompsonist stellvertretende Solo-Oboistin im Orchesterder Bayerischen Staatsoper hier in München.Wir begrüßen unsere neuen Stipendiaten:Thomas Hille aus Nürnberg (Kontrabass),Bernhard Mitmesser aus Österreich (Klarinette),Francesco Pietralunga aus Italien (Posaune),Gergely Csikota aus Ungarn (Trompete) undMichael Schwarzfischer aus München (Tuba).BestandenPhilippe Mesin aus den 1. Violinen hat seine Probezeitbestanden und ist festes Mitglied derMünchner Philharmoniker.AufgestiegenUnsere Hornistin Maria Teiwes hat das Probespielum die stellvertretende Solo-Horn Positionin unserem Orchester gewonnen. Sie beginntihre Probezeit im September.Solo-BratscheEbenfalls im September beginnt die Probezeitvon Jano Lisboa aus Portugal. Er war bisherSolo-Bratscher im Münchner Kammerorchesterund hat sich die Stelle des Solo-Bratschers inunserem Orchester erspielt.DruckfrischDas neue Jahresprogramm der Münchner Philharmonikerist da. Jetzt erhältlich an allen bekanntenAuslagen im Foyer der Philharmonieoder im Abonnement-Büro. Oder im Internet unterww.mphil.de.


30PhilharmonischeBlätterOrchestergeschichteSiegfried Wagners Auftritte als Interpret von Werkenseines Vaters und Großvaters sowie eigenen KompositionenGabriele E. MeyerNur wenige Tage vor Siegfried Wagners erstemAuftritt am 10. März 1913 feierten die MünchnerPhilharmoniker in der festlich geschmückten Tonhalleden hundertsten Geburtstag seines Vaters.(Der vorgezogene Termin erklärt sich aus der alljährlichen„sommerlichen“ Tätigkeit des Orchestersin Bad Kissingen.) Siegfried Wagner, Komponist,Dirigent und Leiter der Bayreuther Festspieleab 1908 versuchte angesichts der fi nanziell prekärenLage im gesamten Festspielbereich nicht zuletztmit regelmäßigen Konzertreisen weitere Geldmittelzu akquirieren. Am Abend des „EinzigenKonzerts mit dem verstärkten Konzert-Vereins-Orchester“ stellte er sich mit Ausschnitten ausseinen eigenen Opern vor, gerahmt von RichardWagners „Faust-Ouvertüre“, dem „Siegfried-Idyll“ und dem Vorspiel zu „Die Meistersinger vonNürnberg“. Unabhängig von der schon damalsgeäußerten Frage nach dem Sinn, ein Konzertprogrammmit „Opernbruchstücken“ zu bestreiten,beklagte sich der Rezensent der „MünchnerPost“, das Kind aus Andersons „Des Kaisers neueKleider“ zitierend, heftigst über die Zumutung,sich „2½ Stunden lang die langweiligste und dürftigsteMusik anzuhören, die man sich in Deutschlandeben noch deswegen bieten läßt, weil ihrKomponist – der Sohn eines Heroen ist“. Selbstder Dirigent fand keine Gnade. Die „MünchnerNeuesten Nachrichten“ hingegen beurteilten denAbend trotz offenkundiger Schwächen in Werkund Ausführung wesentlich fairer, weil „die Teilstückeerst als Glieder eines Ganzen in ihrer vollenBedeutung“ gewürdigt werden könnten. –Mitte des Jahres 1929 erbat sich Siegfried Wagnerfür ein weiteres Gastdirigat von der Stadt dasalte Programm, um sich bei der Auswahl der Werkenicht zu wiederholen. Das Konzert am 22. Januar1930 eröffnete der Enkel mit der SymphonischenDichtung „Orpheus“ seines GroßvatersFranz Liszt, wobei Oscar von Pander von den„MNN“ Wagners Verzicht auf jegliches Rubatoinsbesondere in den großangelegten Steigerungenausdrücklich hervorhob. Ganz anders fi el diesesMal auch das Urteil über den KomponistenSiegfried Wagner aus, der wiederum Teile ausseinem umfangreichen Opernschaffen präsentierte.Als instrumentales Zwischenspiel hatteWagner noch sein „Konzertstück für Violine undkleines Orchester“ gewählt, wobei es sich hierhöchstwahrscheinlich um das schon am 3. März1922 zum ersten Mal in München aufgeführte„Konzertstück für Flöte und kleines Orchester“ gehandelthaben dürfte. „Getragen von der ausgezeichnetenBegleitung des Komponisten“ spielteKonzertmeister Carl Snoeck den Solopart „mit tadelloserKlarheit und Sicherheit“. Den krönendenBeschluss bildete die „vorzügliche Interpretation“der Tannhäuser-Ouvertüre von Richard Wagner. –„Siegfried Wagner wurde“, ganz anders als beiseinem philharmonischen Debüt, „mit anhaltendemBeifall und einem prächtigen Lorbeerkranzüberaus herzlich gefeiert und ließ an den Ovationenmit Berechtigung auch das treffl iche Orchesterder Münchner Philharmoniker teilnehmen.“


PhilharmonischeBlätterDas letzte Wort hat ...31Bob RossHornist der Münchner Philharmoniker und Gründer von „Blechschaden“In unserem Orchester sind vieleMusiker aus den verschiedenstenLändern dieser Welt vertreten. Dazukommen noch die vielen Gastdirigenten,so dass oftmals mehrEnglisch als Deutsch gesprochenwird.Am Ende des 19. Jahrhunderts wares in Amerika genau umgekehrt.Damals wurde in den großen amerikanischenOrchestern Deutschgesprochen, weil viele Musiker ausDeutschland waren. Zur englischenSprache ein Beispiel: als Celibidache zu denPhilharmonikern als Chef kam, hat er zum Orchestervorstandgesagt, er soll uns sagen, wirdürfen ihn nur mit Maestro ansprechen. Als Celiherauskommt, ein bisschen dirigiert, hat meinKollege aus Amerika als erster eine Frage gestellt;„Entschuldigen Sie, my...ass...tro...“Meine schottische Mutter hat eher Keltisch alsEnglisch verstanden; als ich in Bayreuth spielte,rief ich in Schottland an, um ihr dies zu erzählen.Sie hatte furchtbare Angst, weil sie micham Telefon nicht gut verstand. Sie meinte, ichspiele in Beirut und mein Chef sei Celigadaffi.Damals war zudem die große Nahostkrise.Und was „Nahost“ betrifft: alswir mit dem Orchester noch vorder Wende in Ostdeutschlandwaren, wurden wir im Hotel inLeipzig schikaniert. Ich wollte einGetränk in der Hotel-Bar bestellen.„Sie haben Jeans an, Siewerden hier nicht bedient“, sagteder Kellner. Dann kam einSchlagzeuger von uns in die Hotellobbyund trug ebenfalls Jeans.Da standen so Typen, die offensichtlichvon der Stasi waren,und einer sagte: „Sie dürfen mitJeans nicht herein!“ Da hat mein Kollege ganzeinfach seine Jeans ausgezogen und ist halbnacktdurch die Lobby in Richtung Fahrstuhl gelaufen.Schlagzeuger sind schlagfertig... imSchottenrock hätte ich wahrscheinlich mehrGlück gehabt.Übrigens habe ich damals in Bayreuth meinenPolterabend mit Blechbläserkollegen gefeiert.Da wir im Garten laut musiziert haben, kampünktlich um 22 Uhr die Polizei. Ich stand da imSchottenrock und begrüßte die Polizisten mit„Sorry, aber ich werde bald heiraten“. Der älterePolizist schaute mich und meine Abendkleidungan und sagte „Und Du bist die Braut, oder?“


32 VorschauSo. 05.05.2013, 11:00 6. KaKo„Was hat Brahms eigentlichmit Chausson zu tun?“Ernest ChaussonKlavierquartett A-Dur op. 30Johannes BrahmsKlavierquartett Nr. 3 c-Mollop. 60Simon Fordham, ViolineJulia Rebekka Adler, ViolaSissy Schmidhuber, VioloncelloJulian Riem, KlavierMi. 08.05.2013, 20:00 7. Abo aDo. 09.05.2013, 19:00 5. Abo h5Sa. 11.05.2013, 19:00 5. Abo e5So. 12.05.2013, 11:00 6. Abo mSergej ProkofjewAuszüge aus „Romeo und Julia“op. 64Sergej ProkofjewKonzert für Violine und OrchesterNr. 2 g-Moll op. 63Johannes BrahmsSymphonie Nr. 2 D-Dur op. 73Lorin Maazel, DirigentJanine Jansen, ViolineSo. 26.05.2013, 11:00 7. KaKo„3³“Albert RousselStreichtrio a-Moll op. 58Alfred SchnittkeStreichtrioFranz SchubertStreichtrio B-Dur D 581Helena Madoka Berg, ViolineBurkhard Sigl, ViolaManuel von der Nahmer,VioloncelloImpressumHerausgeberDirektion der MünchnerPhilharmonikerLorin Maazel, ChefdirigentPaul Müller, IntendantKellerstraße 4, 81667 MünchenLektorat: Stephan KohlerCorporate Design:Graphik: dm druckmediengmbh, MünchenDruck: Color Offset GmbH,Geretsrieder Str. 10,81379 MünchenTextnachweiseMichael Kube, Jörg Hand stein,Irina Paladi , Elke Heidenreich,Alex ander Preuß, Gabriele E.Meyer und Bob Ross schrieben ihreTexte als Original beiträge für dieProgrammhefte der MünchnerPhil harmoniker. LexikalischeAngaben und Kurzkommentare:Stephan Kohler. Künstlerbiographien:Stephan Kohler (Maazel),Agenturtext (Zhang).Alle Rechte bei den Autorinnenund Autoren; jeder Nachdruck istseitens der Urheber genehmigungsundkostenpflichtig.BildnachweiseAbbildungen zu Ottorino Respighi:Sammlung Stephan Kohler,Mün chen; Beppe Ceccato, Rom –Die ewige Stadt, Erlangen 1998.Abbildungen zu Ludwig vanBeethoven: Joseph Schmidt-Görgund Hans Schmidt (Hrsg.), Ludwigvan Beethoven, Bonn / Hamburg /Braunschweig 1969; H. C. RobbinsLandon, Beethoven – A documentarystudy, New York /Toronto 1970. Künstlerphotos:wildundleise.de (Maazel Titelbild,Funk-Hoever, Lohschütz);B. Bernstein (Maazel S. 22);Agenturmaterial (Zhang); Leonievon Kleist (Elke Heidenreich);Archiv der Münchner Philharmoniker.Gedruckt auf holzfreiem und FSC-Mixzertifiziertem Papier der SorteLuxoArt Samt.


In Kooperation mit:In freundschaftlicherZusammenarbeit mit


'12mphil.de'13115. Spielzeit seit der Gründung 1893Lorin Maazel, ChefdirigentPaul Müller, Intendant

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