Was mich am meisten beeindruckt hat…

uni.mainz.de

Was mich am meisten beeindruckt hat…

GAPP 2006

Ein Monat in Amerika


2

Inhaltsverzeichnis

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Seite

Josef Zeimentz: Zu diesem Heft 3

Tim Ackermann: Idaho ... or the wild, wild west ... 4

Jan Dörmer: Amerika-Bericht 9

Lisa Gräf: Vier Wochen „im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ 12

Maximilian Hake: Amerika - Betrachtungen eines Reisenden 14

Jessica Imöhl: GAPP 2006 16

Jan Itjeshorst: GAPP 2006 18

Stefan Kemler: GAPP ´06 20

Bildseite: Impressionen vom Deutschen Abend 22

Stephanie Mayer: GAPP 2006 24

Robert Menges: Bericht Idaho 26

Lea Nikolay: IDAHO - liebenswert, aufregend, interessant, gastfreundlich, toll 29

Vanessa Rüdinger: Impressionen U.S.A. 31

Maximilia Steiner: Amerika - genau wie im Film! 32

Sascha Stoll: Amerika: Gastfreundlichkeit, „Fast Food“ und „School Spirit“ 35

Christiane Zeimentz: Vier Wochen einmal ganz anders 37

Renate Schlutz: 10 Jahre Partnerschaft 40

Programm Deutscher Abend 41

Liste Teilnehmer: Die Amerikafahrer 41

Und das berichtete die Presse:

Ein Monat im Wilden Westen 42

Unterwegs auf Indianerpfaden 43

IMPRESSUM

Die Artikel dieses Heftes wurden als Erfahrungsberichte von

den deutschen Teilnehmern an dem Austausch

nach Boise/Idaho vom 22.9. bis 19.10.2006 verfasst.

Redaktion des Heftes und Layout:

Josef Zeimentz

Digitaler Druck:

Druckerei Lattreuter GmbH, Fäulingstr. 44, 55283 Nierstein


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Zu diesem Heft

von Josef Zeimentz

Es ist nun knapp vier Wochen her, dass wir mit vielen Eindrücken aus Amerika

zurück gekommen sind. Erfahrungen wurden gesammelt, Freundschaften

wurden geknüpft, manche haben jetzt schon wieder Pläne, spätestens im

nächsten Sommer nach Idaho zu fahren und die Freundschaften zu vertiefen.

Oder es ist geplant, dass der Partner bzw. die Partnerin im nächsten Jahr

nach Deutschland kommt und einen Teil der Ferien hier bei uns verbringt.

Dies ist wohl auch die grundlegende Idee des deutsch-amerikanischen Partnerschaftsprogramms

GAPP, das als Rahmen für diese Schülerbegegnung

dient. Im weitesten Sinne geht es dabei um den Abbau von Vorurteilen, die

uns manchmal gar nicht so bewusst sind, aber auch darum, Verständnis für

das Leben in dem anderen Land zu wecken. Und das auf beiden Seiten. Insofern

dient dieses Austauschprogramm auch der Völkerverständigung, weil

es hilft, die Völker einander näher zu bringen, ohne dass der Einzelne seine

Identität aufgeben muss. In diesem Jahr galt es auch, ein kleines Jubiläum

zu feiern, denn der Austausch mit dem Schuldistrikt Meridian in Boise/Idaho

existiert nun schon seit 10 Jahren.

Vor uns liegt ein Heft mit Berichten, die die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem diesjährigen Amerikaaustausch

verfasst haben. Anders als in der Vergangenheit haben wir im Vorfeld keine Einzelthemen zur Betrachtung

verschiedener Aspekte der Zeit in Amerika vergeben, sondern alle wurden gebeten, die gesamte Fahrt aus ihrer

Sicht darzustellen und dabei durchaus auch individuelle Schwerpunkte zu setzen.

Das Berichtsheft enthält viele Bilder als Momentaufnahmen einer fast vierwöchigen Austauschfahrt. Die Bilder verteilen

sich über das Heft in der ungefähren Reihenfolge des Ablaufs des Programmes. Eine DVD mit zirka 1200

Bildern verschiedener Autoren und der Pdf-Druckdatei dieses Heftes ist beigelegt. □

3


Die Vereinigten Staaten von Amerika-

das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Es gibt wohl wenige, die nicht

zumindest insgeheim davon träumen,

auch einmal durch das ehemalige Land

der Indianer zu streifen, die atemberaubende

Landschaft zu genießen oder in

den großen Metropolen den „American

way of life“ zu erleben. Und dies alles

4

Tim Ackermann

soll für mich nun Realität werden? Ich

kann es immer noch nicht glauben!

Es ist 11:00 Uhr MEZ am 22.09.2006

in Frankfurt am Main. Genauer gesagt,

am Flughafen der größten Stadt Hessens.

Gerade habe ich mich von meiner

Mutter verabschiedet und befinde mich

nun zusammen mit den 13 anderen

Schülern und zwei Lehrern des Gymnasiums

Nieder-Olm im zollfreien Bereich

des Airports. So gesehen befinden wir

uns also schon außerhalb von Deutschland.

Doch solche Gedanken macht

man sich in solchen Augenblicken

nicht. Stattdessen gehe ich im Geist

noch ein letztes Mal meine Liste durch,

ob ich auch nichts vergessen habe,

wissend, dass ich jetzt sowieso nichts

mehr ändern könnte. Doch zu meiner

Beruhigung fällt mir nichts ein, was zu

Hause geblieben sein könnte. So fühle

ich mich also wohl gerüstet und hoch

motiviert, als wir um 12:15 Uhr in die

Boing 777 der United Airlines einsteigen.

Doch bereits bei der Platzeinnahme

merke ich, dass nicht immer alles so verläuft,

wie man sich das wünscht. Mein

Platz ist ganze vier Reihen von den Sit-

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Idaho…or the wild, wild west…

von Tim Ackermann

zen der anderen

entfernt. Und so

bleibt mir nichts

anderes übrig,

als den ganzen

acht Stunden

dauernden Flug

UA 941 nach

Chicago die

Sport Bild zu

lesen oder die

Filme „ Da Vinci

Code“ und MI 3

anzuschauen.

Doch irgendwann geht auch der längste

Flug zu Ende und so landen wir um

14:12 Uhr Ortszeit am Airport Chicago.

Doch schon bald bahnt sich ein weiteres

Problem an: Aufgrund eines heftigen

Unwetters geht unser Anschlussflug

nach Boise, Idaho, 5 Stunden später als

geplant von statten. Und so kommt es,

dass um 3 Uhr nachts nach Mountain

Standard Time 16 totmüde Rheinhessen

am Flughafen ankommen, wo die

ebenso leidenden Gastfamilien schon

seit Stunden warten. Doch all die Müdigkeit

und die Anstrengungen sind für

diesen Augenblick vergessen, als man

sich gegenseitig in die Arme schließt

oder sich mit „Shakehands“ begrüßt.

Am nächsten Morgen, meinem ersten

Tag in Amerika, wache ich in einem

fremden Bett auf –der Wecker zeigt

12:15 Uhr an – und frage mich, wie ich

es gestern Abend noch geschafft habe

,mich umzuziehen und unter die Decke

zu schlüpfen. Doch nun fühle ich mich

einigermaßen ausgeruht und bin gespannt,

was der Tag so bringen wird.

Da ich das Frühstück verschlafen habe,

fährt meine neue Gastmutter meinen

Austauschpartner Ben und mich erst

einmal zum Carls Junior, eine amerikanische

Fast-Food Kette, gegen die

Burgerking und McDonalds gaaanz alt

aussehen.

Danach gehen Ben und ich zusammen

mit Max und dessen Partner Jeremiah

erst einmal meine neue Schule, die

„Meridian High School“ erkunden und

auf dem anliegenden Sportplatz Fußball

oder, wie es hier heißt, „Soccer“

spielen.

Am Abend dann findet die große Willkommens-Grillparty

statt, bei der ich

endlich wieder die Gelegenheit habe,

mich mit einigen der anderen Amerikaner,

die in Deutschland waren, zu unterhalten.

So geht der Abend sehr schnell

warten auf

den Weiterflug

in

Chicago

rum.

Am Morgen danach

lerne ich dann auch

endlich den Rest

von Bens Familie

kennen. Da gibt es

Bens sehr herzliche

Mutter, den nicht weniger

freundlichen

Vater, vier goldige,

wenn auch bisweilen

anstrengende

3-5 jährige Adoptivkinder

und zu guter

Letzt den Hund


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Luke, dem es zuweilen in den Sinn

kommt, um 2 Uhr nachts auf mein Bett

zu springen, wenn ich gerade im Tiefschlaf

bin. Es gibt angenehmere Wege

aufzuwachen…

Später am Tag gehen Ben und ich zu

einem Rodeo, wo wir noch weitere aus

der Gruppe treffen, um anschließend

die große Mall zu erkunden.

Der Montag ist dann der erste Tag in

meiner neuen Schule. Dabei merke ich

schnell, dass das Schulsystem völlig anders

als das Deutsche ist: Jeder Schüler

hat höchstens 8 Fächer, die man sich

viel freier wählen kann als in Deutschland

Außerdem gibt es viel mehr Fächer

als bei uns wie z.B. Photography,

Military History, Pottery oder Japanese.

Fächer hingegen wie Religion scheint

es hier überhaupt nicht zu geben.

Der Stundenplan ist nicht auf eine Woche

ausgelegt, sondern reduziert sich

auf zwei Tage, so genannte A- und B-

Days. Also hat man jeden zweiten Tag

die gleichen Fächer. Der Unterricht

selbst ist auch leicht verschieden dem

deutschen gegenüber: Es wird viel mehr

wert auf Praxis gelegt, und während der

Lehrer redet, hört jeder zu….

Über all diesen neuen Erfahrungen vergeht

der Tag wie im Flug. Am Abend

habe ich dann aber auch einmal Zeit,

die amerikanische „Fußballkunst“ zu

bestaunen, da Ben im Schulteam spielt

und ich mittrainieren kann…

Am nächsten Tag dann versuchen sich

die Deutschen mal als Lehrer in der

„Elementary School“, wo wir uns darum

bemühen, den 8-jährigen einige deutsche

Begriffe beizubringen, was sich

zuweilen als etwas schwierig gestaltet.

Am Abend hat Bens Fußballteam ein

„Match“, bei dem die Jungs allerdings

kapp 9:0 unterliegen…

Mittwochs nach der Schule findet

dann ein ganz besonderes Event statt:

„Powder Puff“. Das bedeutet, dass die

Mädchen „American Football“ spielen

und die Jungs den „Cheerleader-Part“

übernehmen. Oder es zumindest versuchen…

Der Donnerstag bringt den ersten Trip

nach Boise, der Hauptstadt von Idaho,

mit sich, wo wir das gewaltige „Capitol“,

das Parlamentsgebäude des Senats

und des Repräsentantenhauses bestaunen

dürfen. Später lernen wir dann

im historischen Museum noch einiges

Aber irgendwann wird es bestimmt weiter gehen!

über die Lebensweise der frühen Siedler

in Idaho und haben sogar die Möglichkeit,

einige Dinge, wie zum Beispiel

das Reiten auf verschiedenen Sätteln

oder das richtige Beladen eines Kanus

selbst auszuprobieren.

Abends gehen dann einige aus der

Gapp-Gruppe (German-American Parnership

Program) ins YMCA (Young

Men Christians Association), wo wir

Deutsche sogar kostenlos Mitglieder

werden dürfen. Dieser Verein hat entgegen

seinem Namen wenig mit Religion

zu tun, sondern ist vielmehr ein

riesiges Fitnesszentrum mit eigenem

Schwimmbad (riesig) und Kletterwand.

Sogar ein Whirlpool ist vorhanden, welcher

allerdings kaum genutzt wird, da

fast jeder der amerikanischen Partner

einen eigenen Whirlpool zuhause hat

(Ben eingeschlossen). Es gibt hier außerdem

große Sporthallen, wo man

Squash, Volleyball oder Basketball spielen

kann.

Der Freitag-Vormittag hält eine neue

Überraschung für uns bereit. Zum ersten

Mal erleben wir den berühmten

amerikanischen „School-Spirit“ bei der

so genannten „Homecoming Assembly“,

einem Event, bei dem jährlich eine

Art Ehemaligentreffen gefeiert wird

und ehemalige Schüler wieder zurückkehren.

Das tun zwar nur wenige, aber

es ist eine willkommen Ausrede für die

Schule, um jährlich ein großes Fest abzuhalten.

Bei diesem Ereignis versam-

meln sich alle Schüler, dann treten die

„Cheerleader“ auf, es werden Lieder

gesungen und kleine Wettkämpfe ausgetragen.

Dabei ist es völlig egal, ob der

Vortrag lustig, spannend oder todlangweilig

ist: Es herrscht immer eine Bombenstimmung.

Am Ende wird dann

noch die Schulhymne gesungen, womit

der Event dann endet…

Am Abend findet das „Homecoming-

Game“ statt: Ein „American-Football“-

Spiel der Mannschaft der MHS gegen

den Lokalrivalen Valivue High School.

Unnötig zu sagen, dass Meridian natürlich

gewinnt…

Den Samstag lassen Ben und ich dann

erst einmal sehr ruhig angehen: Erst

um 10 Uhr schaffen wir es, uns aus

dem Bett zu quälen. Endlich wach fahren

wir nun zu Factory-Outlet Boise. Für

alle, die nicht wissen, was ein „Outlet“

ist, hier eine kleine Definition: Ein „Outlet“

ist eine Ansammlung von hochrangigen

Markenläden, wo diese überproduzierte

Ware zum halben Preis oder

noch weniger verkaufen. Das heißt,

dass man in solch einem „Outlet“ sehr

günstig Markenkleidung kaufen kann.

Und das nutze ich natürlich aus!

Am Abend geht es zusammen mit Ben,

seiner Ballpartnerin Britney und meiner

Partnerin Sonya zum dritten großen

„Homecoming-Event“: Dem „Homecoming–Ball“.

Da in Amerika Paartanz

eher unüblich ist, wird hier allerdings

vorwiegend Hip-Hop gespielt! Nach

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Am Begrüßungsabend gab es viel zu essen und zu trinken.

dem Ball lassen wir den Abend dann

noch in Bens Whirlpool ausklingen…

Sonntagmorgen gehen Robert, Taylor,

Jan, Mike, Ben und ich dann die Bruneau

Sand Dunes besteigen, die mitten in

der Hochebenensteppe Idahos liegen.

Diese Dünen kann man z.B. mit Skiern

oder dem Snowboard befahren!

Am Abend messen Lisa, Ben und ich

uns im Bowlingspielen.

Der Montag Vormittag vergeht relativ

ereignislos, aber am Nachmittag hat

Bens Mannschaft ein Soccer-Spiel. Und

irgendwann fragt mich der Trainer, ob

ich Lust habe zu spielen. Also werde

ich für 10 Minuten eingewechselt, aber

an der 7:0 Niederlage ändert das leider

nichts.

Am Dienstag besuchen wir Deutschen

ein weiteres Mal die Kinder in der „Elementary

School“, um diesen die Zahlen

von 1-20 auf Deutsch beizubringen.

Abends steht dann schon wieder ein

Fußballspiel auf dem Plan. Und diesmal

handelt es sich um das große Entscheidungsspiel,

denn wenn heute gegen

Valivue gewonnen wird, dann kommen

die Warriors (Mannschaftsname) doch

noch in die Endrunde. Die Chancen

stehen allerdings schlecht, denn bisher

hat das Team in der Saison noch kein

Spiel gewinnen können.

Diesmal darf ich immerhin die ganze

zweite Halbzeit ran, und als der Schlusspfiff

ertönt, zeigt die große Anzeigetafel:

Warriors: 3, Guest: 2! Knapp aber

verdient gehen wir unter den Klängen

der amerikanischen Nationalhymne als

Sieger vom Platz.

Am Mittwoch machen wir wieder einen

Trip nach Boise, wo wir uns das

alte Gefängnis der Stadt anschauen.

Dieses war bis 1969 in Betrieb und es

gibt einige interessante Geschichten

darüber, wie zum Beispiel zahlreiche

Ausbruchsversuche oder eine Meuterei

der Gefängnisinsassen, die in der Explosion

der „Dining Hall“ gipfelte. (Wie die

Jungs aber damals an den Sprengstoff

gekommen sind, das weiß bis heute

keiner so recht.) Ein Schauer läuft uns

über den Rücken, als wir den Todestrakt

betreten und eine moderne Art

Galgen zu Gesicht bekommen: Einen

Haken an der Decke und eine Falltür

im Boden. Dort wurde zwar in all den

Jahren, die das Gefängnis in Betrieb

war, nur ein einziger Gefangener hingerichtet,

doch was eigentlich nach 30

Sekunden enden sollte (Tod nach 30

sec.), zog sich bei dem armen Kerl 16

Minuten in die Länge. Kein schöner Gedanke,

eine Viertelstunde an einem Seil

zu baumeln und langsam zu ersticken.

So verlassen wir also das Gefängnis mit

gemischten Gefühlen.

Doch am nächsten Morgen sind alle

trüben Gedanken vergessen, denn

der bisher coolste Ausflug der Fahrt

steht an: Ein 2-tägiger Trip in die Rocky

Mountains. Nach 3 Stunden Busfahrt

kommen wir endlich beim Ziel

an: Einem großen Bergsee nahe der

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Kleinstadt McCall. Gerade angekommen,

unternehmen wir als erstes eine

3 Stunden lange Waldwanderung, bei

der wir teilweise auch eine wunderbare

Aussicht auf den See genießen können.

Nach dieser Natur-Pur-Tour inspizieren

wir unsere Unterbringung – eine Art

Jugendherberge direkt am Seeufer mit

angrenzendem Volleyball- und Basketballfeld.

Natürlich zögern wir nicht, dies

gleich auszunutzen.

Um ungefähr 19:00 Uhr findet sich

die ganze Gruppe am Seeufer beim

Lagerfeuer ein, wo wir bis spät in die

Nacht sitzen und uns die Zeit mit Marsh

Mallows grillen, Lieder singen (gaaanz

„spontan“ von Herr Zeimentz vorgeschlagen),

Sketche und Spiele spielen

oder Tänzen, wie zum Beispiel dem Burgerdance,

vertreiben. Außerdem lassen

wir es uns nicht nehmen, die Amerikaner

in die hohe Kunst der Mainzer

„Humba“ einzuweihen. Die spontane

Nachtwanderung ohne Wissen der Lehrer

fällt dann allerdings leider aus, weil

die meisten zu müde sind und einfach

nur noch ins Bett wollen. Am nächsten

Morgen treffen sich alle zum „Survival

– Training“ in einem mit Seilen und anderen

Dingen ausgestatteten Bereich

des Waldes um die Jugendherberge herum,

wo wir in Gruppenarbeit schwierige

Aufgaben lösen müssen, welche den

Zusammenhalt stärken sollen…

Nach dem Lunch heißt es dann leider

Abschied von McCall nehmen. Ich hoffe

wirklich, dass ich diesen wunderschönen

Flecken Erde noch einmal wieder

sehen werde.

Auf der Heimfahrt machen wir dann

noch bei einigen heißen Quellen halt,

wo wir uns in das ~ 34 Grad heiße Wasser

sinken lassen.

Diesen Abend lädt mich Bens Familie

nach diesem schönen Ausflug noch in

eine Art Steakhaus ein, wo ich die besten

Schweinerippchen meines Lebens

esse.

Die Nacht auf Samstag endet für mich

dann ziemlich früh, denn 2 der Kinder

(Anthony und Ivy) sowie Ben, seine Mutter

und ich machen uns schon um 7:00

Uhr in das 400 Meilen entfernte Salt

Lake City auf.


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Einmal mehr merke ich, wie gastfreundlich

die Jacobsens sind und wie sehr sie

versuchen, mir die ganze Zeit hier so

angenehm wie möglich zu gestalten.

Der ganze Trip ist auf mich angepasst

und soll mir offensichtlich so viel Spaß

wie möglich machen, was auch voll und

ganz gelingt. So ziehen wir also von einem

„Outlet“ zum nächsten, schauen

uns eine alte Spagetti Fabrik an, wo

wir auch zu Abend essen, und haben

zwischendurch immer wieder Zeit für

nette Gespräche. Von der Stadt selbst

kann ich als Sehenswürdigkeit nur den

großen Mormonentempel bestaunen,

aber viel mehr hätte ich auch gar nicht

gewollt. Rückblickend kann man also

sagen, dass dies wohl eines der schönsten

Wochenenden meines Lebens war.

Während der Montagvormittag relativ

ereignislos verläuft, wird’s am Abend

interessant: Ich kaufe das erste Halloween–Kostüm

meines Lebens, welches

ich auf der „Goodbye-Party“ am Freitag

anziehen will.

Am Dienstagabend findet dann das

„Event“ statt, auf das alle Deutschen im

Voraus wohl gerne verzichtet hätten: Der

„German Evening“ Dabei geht es darum,

den Amerikanern die deutsche Kultur

ein bisschen näher zu bringen, sei es

durch Präsentationen, Tänze, Sketche,

Lieder oder deutsches Essen. Im Nachhinein

hat es allen dann doch viel Spaß

gemacht (auch den Amis), und das, obwohl

die Sportfreunde Stiller bei unserem

54,74,90,2010 wahrscheinlich zu

heulen angefangen hätten…

Am Mittwoch steht dann unser letzter

Ausflug nach Boise an, wo wir uns das

Baskenmuseum anschauen, ein große

Volksgruppe in Boise, und anschließend

das Anne Frank–Memorial besuchen.

Später am Abend lädt uns Roberts Gastfamilie

alle zu einer Grillparty ein, wo wir

bis spät in die Nacht am Lagerfeuer sitzen

oder uns die Zeit mit Billard vertreiben

(hier muss ich wohl erwähnen, dass

Jan mich 4 mal platt macht ☺).

Vom Donnerstag ist eigentlich nur erwähnenswert,

dass die meisten sich

nach der Schule zum „Kickball“ spielen

treffen, ein Spiel mit Baseball Regeln,

bei dem der Ball allerdings nicht geschlagen,

sondern mit dem Fuß geschossen

wird.

Später gehen Jan, Lea, Caitlin, Lisa, Sonya,

Ben und ich zu uns nach Hause, wo

wir uns den Film Troja (Troy) anschauen…

Dann bricht der Freitag an – Freitag der

13te. Ich bin ja nicht abergläubig, doch

an diesem Vormittag passiert wirklich

so einiges. Aber der Reihe nach: Alles

beginnt damit, dass ich morgens verschlafe,

womit mir am Morgen nur 5

Minuten bleiben, um mich fertig zu machen.

Weil Jan und ich in der jeweiligen dritten

Stunde unseres Partners wirklich überhaupt

nichts machen können und nur

eineinhalb Stunden sinnlos herumsitzen

würden, beschließen wir, zum erst

Mal, seit wir hier sind, eine Stunde ausfallen

zu lassen und stattdessen zum

Pizza-Hut zu laufen. (Ich hoffe, dass

2 bestimmte Begleitlehrer jetzt nicht

Was mich am meisten beein-

Was mich

Alle hatten Spaß und freuten sich über das Wiedersehen.

noch nachträglich ein Donnerwetter

auf uns herabregnen lassen. Ich will nur

den wahren Sachverhalt festhalten.)

Wie auch immer, wir sind gerade einmal

100 Meter außerhalb des Schulgeländes,

da hält uns auch schon ein

Polizist an. Wir stellen uns dumm und

behaupten, wir wüssten nicht, dass

man das Gelände nicht verlassen darf.

Dennoch besteht der gute Mann, der

übrigens sehr freundlich ist („Ich will

euch keinen Ärger machen, ich will

euch nur helfen, die amerikanischen

Regeln zu verstehen“), darauf, uns zum

Direktor zu bringen, damit der uns die

Schulregeln noch mal erklären kann.

So fahren wir also die ganzen 100

Meter im vergitterten hinteren Teil des

Fahrzeugs zurück zur Schule, wo wir

dann dem Direktor vorgeführt werden.

Dieser reagiert allerdings auch sehr

nett, verspricht unseren Lehrern nichts

zu verraten und bittet uns nur darum,

nun in die Klasse zu gehen, was wir

Was mich auf dieser Reise am meisten beeindruckt oder

eher von neuem bestätigt hat, ist, wie offen die Amerikaner

auf andere zugehen. Freunde finden ist hier nicht schwer, nun

muss ich aufpassen, dass ich mir die hier gefundenen Freunde

auch bewahre. Doch Sorgen mache ich mir darum keine.

Zumindest mit Ben, Jeremiah, Mike, Sonya und Caitlin wird

der Kontakt aufrecht erhalten bleiben. Denn wir haben schon

alle fest ausgemacht, uns nächsten Sommer für eine Woche

mit Partnern in unserem Ferienhaus im Schwarzwald zu treffen.“

Tim Ackermann

druckt hat…

am meisten beeindruckt hat…

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Bradens Vater bruzelte für uns

köstliche Hamburger.

dann auch machen. Dort darf ich mir

dann eine halbe Stunde Bens Gelächter

anhören, der wohl 100 Mal illegal

draußen war, ohne erwischt zu werden.

Und ich schaff´s beim ersten Mal…

Die vierte Stunde (Mathe) mache ich

dann mit einer anderen Gruppe blau,

da Ben einen Test schreibt und mir

nahe legt, mir dies nicht anzutun. (An

die Lehrer: Siehe ~ 10 Zeilen weiter vorne…)

So sitze ich also mit einigen anderen

Deutschen im Schulhof, als ausgerechnet

unsere beiden Lehrer aus dem

Gebäude laufen, um Fotos zu schießen,

glücklicherweise mit dem Rücken zu

uns. So können wir unbemerkt ins

Schulstadion flüchten.

Dort sitzen wir allerdings erst 10 Minuten,

als wir von eben diesen Lehren

plötzlich von hinten angesprochen werden.

Spätestens jetzt wird mir klar, dass

heute nicht mein Glückstag ist. Doch,

oh Wunder, irgendwie können wir uns

aus dieser Situation herausreden, auch

wenn Herr Zeimentz zu Recht den Verdacht

hat, auf eine illegale „Würstchenbude“

(O-Ton, was immer er damit meinen

mag) gestoßen zu sein.

Doch am Abend hat das Pech endlich

ausgedient und eine richtig gediegene

Party steigt, bei der Ben als „Turd Ferguson“

(Person aus der Show „Saturday

Night Life“) und ich als „Scream

erscheinen. Bis spät in die Nacht wird

dann Federball, oder genauer gesagt

Badminton gespielt, am Lagerfeuer gesessen

oder mit einigen menschlichen

Verlusten auf dem Riesentrampolin herumgetollt…

Auf den Freitag folgt dann der Samstag,

der letzt Tag in Idaho. Natürlich ge-

nieße ich diesen noch einmal in vollen

Zügen☺.

Morgens gehen Ben und ich erst noch

einmal in die „Shopping-Mall“, später

dann geht’s mit der ganzen Familie

zum Kürbiskaufen. Dabei läuft man auf

einem großem Kürbisfeld herum, sucht

sich die Wunschkürbisse aus und bezahlt

diese anschließend.

Am Abend treffen sich die meisten

dann noch bei Jeremiah, der eine „Movie-Night“

veranstaltet. Dort schauen

wir uns – bestens mit Knabberkram

und kalten Getränken verpflegt- „Team

America“, „Madagaskar“ und „Saturday

Night Life“ an.

Leider heißt es am nächsten Morgen,

Abschied von Meridian und den amerikanischen

Freunden zu nehmen, was

sich als sehr tränenreich gestaltet.

Dann bekomme ich auch noch Probleme,

weil mein Koffer viel zu schwer ist

(wen wunderts, ich habe hier über 700

$ nur für Kleidung und Schuhe ausgegeben).

Also heißt es umpacken, denn

50 $ Gepäckzuschlag will ich natürlich

nicht bezahlen. Nachdem also die letzten

Umarmungen ausgetauscht sind,

steigen wir in den Flieger nach San

Francisco ein, wo wir um 12:00 Uhr

Ortszeit landen.

Am Nachmittag besuchen wir dann

direkt die „Golden Gate Bridge“ und

wandern ein wenig durch den gleichnamigen

Park.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem

traditionellen „Cable-Car“ zur Market-

Street, wo wir 2 Stunden Zeit zum shoppen

bekommen und die riesigen Kaufhäuser

bestaunen können.

Danach macht sich die ganze Gruppe

nach „Chinatown“ auf, wo wir in den

kleinen Läden bummeln und wo ich

Lisa, wie irgendwann mal versprochen,

in eine Sushibar einlade.

Später haben wir noch die Gelegenheit,

uns SF von oben anzuschauen, und

zwar vom Dach des nobelsten Hotels

der Stadt aus. Und dann begehe ich

die Todsünde…Ich entferne mich von

der Gruppe (Toilette), ohne jemanden

zu verständigen. Natürlich führt dies zu

Schwierigkeiten, denn als ich auf die

Aussichtsplattform zurückkehre, sind

die anderen verschwunden. Eine Weile

suche ich erfolglos, dann beschließe

ich, nach unten zu fahren und vor dem

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Gebäude zu warten. Dort finde ich dann

zwar die anderen, jedoch ohne Herrn

Zeimentz, der sich aufgemacht hatn

um mich zu suchen. Als er endlich zurückkehrt,

ist bereits eine Viertelstunde

vorbei. Und alles wegen mir. Sorry an

alle!

Am letzten Tag unseres SF Aufenthalts

– Dienstag – gehen wir runter zur „Fishermans

Wharf“, dem Hafenviertel, wo

es 100te von kleinen Touristenläden

gibt. Von dort schiffen wir uns nach einigen

Stunden nach Alcatraz, dem berühmten

Zuchthaus, ein.

Eine 35-minütige Audiotour sowie zahlreiche

Hinweisschilder und natürlich

unsere eigenen Beobachtungen geben

uns einen ungefähren Eindruck davon,

wie es den Gefangenen damals ergangen

sein muss.

Das Abendessen nehmen wir in „Chinatown“

ein, wo wir noch mal in gemütlicher

Atmosphäre zusammen sitzen

und über die gemeinsamen Erlebnisse

sprechen können.

Am Abend dann haben wir noch mal

ein „Meeting“, zumindest alle Jungs

und Herr Zeimentz. Auf dieser „Nachbesprechung“

zeigt sich einmal mehr,

dass Herr Zeimentz zuweilen ein sehr

lustiger Kerl mit ausgezeichneten Ideen

ist…

Und nun heißt es, Abschied nehmen

von den USA. Es ist 13:30 am Flughafen

San Francisco und wir „boarden“ gerade

die Maschine UA 900 nach Frankfurt.

Diesmal hat das Gewicht meines

Koffers sogar gestimmt (49,8 Pfund,

höchstens 50 erlaubt) und so kann ich

nun, in der Maschine (Boing 747) angekommen,

ein Fazit ziehen.

Dieser Trip war die aufregendste und

schönste Reise meines Lebens und das

Beste, was mir passieren konnte. Ich

kann jedem empfehlen, auch einmal

nach Amerika zu kommen.

So sitze ich also hier und denke zurück,

denke noch einmal an Meridian, die

High School, Ben und all die anderen

Amerikaner, die mir hier so ans Herz

gewachsen sind, und freue mich auf

das nächste Wiedersehen, während

mich die Boing langsam in Richtung

Heimat zurückträgt… □


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Freitag, 22. 09. 2006, endlich war

es soweit: Ungefähr 2 Monate, nachdem

unsere amerikanischen Freunde

Deutschland verlassen hatten, waren

wir nun an der Reihe, sie zu besuchen.

Also trafen wir uns um 9:30 Uhr

am Frankfurter Flughafen, mehr oder

weniger pünktlich, und gaben unser

Gepäck ab. Dann war es auch schon

Zeit, sich von Eltern und Geschwistern

zu verabschieden. 2 Stunden später

konnten wir dann an Bord unseres

Fluges Richtung Chicago gehen, wobei

sich herausstellte, dass wir gleich

3 Flug-Jungfrauen (mich eingeschlossen)

hatten. Trotz einiger Turbulenzen

kamen wir schließlich, nach 8 Stunden

Flug unbeschadet am größten Flughafen

der USA, O´Hare in Chicago, an,

doch dieser Flughafen sollte keine angenehme

Erinnerung werden…..

Dass wir voraussichtlich 6 Stunden

Aufenthalt haben würden, war uns

allen schon länger bekannt, es gab

ja auch genug Möglichkeiten die Zeit

durchzuschlagen, sei es durch Essen

und Trinken, Souvenirs kaufen oder

dösen. Leider hatte es zu dieser Zeit

schon angefangen, wie wild zu regnen

und zu stürmen, an einigen Stellen

tropfte es schon durch das Flughafendach

und es war schon von Tornados

die Rede. Als wir uns dann nach

Stunden wieder trafen, hatte unser

Flug nach Boise, der Hauptstadt Idahos,

schon 1 Stunde Verspätung. Da es

Jan Dörmer

Amerika-Bericht

von Jan Dörmer

Typisch amerikanisch: das Rodeo

schon später am Abend war, versuchten

natürlich alle, auf den Sitzbänken

zu schlafen, die aber für manche zu

klein waren, dementsprechend müde

waren auch einige Mitglieder der Gruppe.

Es blieb auch nicht bei der einen

Stunde Verspätung, es wurden ganze

4 Stunden, sodass wir nach 10 Stunden

Aufenthalt in Chicago endlich um

1 Uhr Ortszeit in das Flugzeug nach

Boise steigen konnten. Nach einem

eher kurzen (3 Stunden) Flug, kamen

endlich 14 todmüde Schüler und unsere

2 Begleitlehrer Frau Schlutz und

Herr Zeimentz in Boise an. Nach 28

Stunden ohne Schlaf wollte ich nur

noch ins Bett.

Am nächsten Morgen zeigte mir meine

Gastfamilie, die Gerharts, mein

Zuhause für die nächsten 3 Wochen,

ein riesiges, wunderschönes Haus mit

einem Garten, der von manchen auch

„der Park“ genannt wurde. Nachdem

mir Mike, der schon einen Führerschein

und ein eigenes Auto besaß, einige

Plätze in Meridian gezeigt hatte,

fand am Abend die Begrüßungsparty

bei Braden statt. Es wurde gegrillt und

erzählt, mit Freunden, die man fast 3

Monate nicht gesehen hatte.

Sonntags fuhren wir in die „Wüste“, um

Braden bei einem „Drag Race“ zuzusehen

und um Autos anzuschauen, wie

man sie in Deutschland nicht findet.

Danach nahm mich meine Gastfamilie

noch zu etwas typisch Amerikanischen

mit: einem Rodeo. Dort war alles

so, wie man es aus dem Fernsehen

kennt. Es gab Kälberfangen und natürlich

den Höhepunkt eines Rodeos,

das spektakuläre Bullenreiten. Zum

Abschluss des Tages fuhren wir noch

in die Einkaufsmall, in der schon das

erste Geld seinen Besitzer wechselte.

Am Montag war es dann Zeit für meinen

ersten amerikanischen Schultag,

doch da Mikes Auto gleich auf dem

Schulweg eine Panne hatte, war es

mit der Mobilität für den Rest der Woche

vorbei. Doch schließlich kamen wir

irgendwie noch in die Schule, wo einige

Überraschungen auf die deutschen

Schüler warteten.

Auf der MHS(Meridian High School)

sind nur Schüler der Klassen 9-12, aufgeteilt

je nach Klassenstufe in „Freshmen“,

„Sophomores“, „Juniors“ und

„Seniors“, insgesamt 2100 Schüler.

Der Stundenplan ist in „A-Days“ und

„B-Days“ unterteilt, die immer abwechselnd

stattfinden. Pro Tag hat man 4

„Periods“, jede 90 Minuten lang, mit

kurzen Pausen zwischen den einzelnen

„Periods“ und einer 55-minütigen

„Lunch-Break“, in der nur die „Juniors“

und „Seniors“ das Schulgelände

verlassen dürfen. Auch die Fächer

sind anders, man kann aus unserer

9


10

„Cheerleaders“ zeigen, was sie können,

bei der „Assemly“ an „Homecoming“

Sicht ziemlich seltsame Kurse belegen.

Mikes Kurse waren: Militärgeschichte,

Deutsch, U.S. Geschichte,

Chemie(„A-Day“), sowie P.E.(Sport),

Töpfern, Statistiken und Englisch(B-

Day). Hier haben auch die Lehrer ihre

eigenen Räume, außerdem fängt die

Schule schon um 7:45 Uhr an und

geht bis 3 Uhr, Mittwochs beginnt

die Schule 15 Minuten später, dafür

ist die „Lunch Break“ gekürzt. Es gibt

auch keine Freistunden, wer während

des Unterrichts auf dem Flur erwischt

wird und keine „Toilettengeh-Erlaubnis“

hat, bekommt Schwierigkeiten.

Alle deutschen Teilnehmer mussten

sich außerdem mit einem Besucher-

Pass ausweisen. Nach einem mehr

oder weniger ereignislosen Schultag

wurden wir noch vom stellvertretenden

Direktor in der MHS begrüßt.

Am Dienstag besuchten wir die

MES(Meridian Elementary School),

wo wir Grundschulkindern Aspekte

der deutschen Sprache anhand von

Farben, Tieren und anderen einfachen

Dingen erklärten. Nach der Schule

nahm Mike mich ins YMCA mit, einer

Art Jugendzentrum, wo man Sport(u.

a. Squash oder Raquetball) treiben,

das Fitnessstudio benutzen, klettern

und schwimmen kann.

Mittwoch Nachmittags stand dann

das erste sportliche Ereignis an: das

„Powder-Puff Game“. Diese „Football“-Variante,

bei der nur Mädchen

mitspielen, findet ohne „Tackling“

statt, man stoppt den Gegner durch

das Abreißen einer Art Gürtel. Überraschenderweise

gewannen die „Juni-

ors“ gegen die „Seniors“, was eigentlich

nie vorkommt, dementsprechend

ausgelassen war auch die Stimmung,

da die meisten unserer Partner „Juniors“

waren.

Am Donnerstag Morgen fand unser

erster „Field Trip“ nach Boise „Downtown“

statt. Wir besuchten das „State

Capitol“, eine etwas kleinere Nachbildung

des Kapitols in Washington, in

dem der Senat und die Regierung von

Idaho tagen. Danach machten wir uns

auf den Weg zum „Idaho National Historical

Museum“. Dort wurde die doch

eher kurze Entstehungsgeschichte

von Idaho, das erst 1863 gegründet

wurde, beleuchtet. Außer Nachbauten

von alten Küchen und anderen

Zimmern gab es im Freilichtteil das

erste Haus Boises zu bestaunen.

Tags darauf war es Zeit für das

sportliche Großereignis unseres Aufenthalts,

das“ Homecoming-Football-Game“.

Dort konnte man den

berühmten „School Spirit“ am eigenen

Leib erfahren. Die Stimmung war

einfach unglaublich, es gab so viele

verschiedene Anfeuerungsrufe für die

„Warriors“, inklusive „Cheerleadern“,

und es entstand ein richtiges Gemeinschaftsgefühl.

Auch wenn man-

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

che von uns das Spiel noch nicht ganz

verstanden hatten, waren doch alle

restlos begeistert über die gute Stimmung,

die Euphorie und den Sieg der

„Warriors“ über die „Falcons“. Danach

feierten wir noch Lisas 17. Geburtstag

bei Braden.

Am Samstag waren Mike und ich morgens

wieder einmal in der Mall, bevor

der krönende Abschluss der „Homecoming-Week“

bevorstand, der „Homecoming-Ball“.

Zuerst holten Mike und

ich Lisa, mein „Date“ für diesen Abend

ab, anschließend gingen wir in einem

italienischen Restaurant essen. Danach

fuhren wir zur Sporthalle der

MHS, wo der Ball stattfand. Die ganze

Halle war im Hawaiianischen Stil dekoriert

und nicht wiederzuerkennen.

Es war zwar festlich, aber nicht so traditionell

wie in Deutschland, alles war

viel lockerer, die Kleidung, das Essen

und wer dachte, es wird in Paaren getanzt,

erlebte eine Überraschung. Die

Musik, die gespielt wurde, war fast

ausschließlich Hip Hop und Rap, also

insgesamt konnte man den „Homecoming.Dance“

eher mit einer Abiparty

ohne Alkohol als mit einem deutschen

Tanz-Ball vergleichen. Auch

wenn der Abend nicht gerade billig

war, war es ein sehr schönes Erlebnis

und hat auch allen aus der Gruppe

Spaß gemacht.

Den Sonntag verbrachten wir bei

den „Bruneau Sand Dunes“, riesige

Sanddünen, auf denen man Ski oder

Snowboard fahren und rodeln kann.

Auf dem Rückweg besuchten wir Mikes

Großmutter, wo ich mit Mike und

seinen zwei kleinen Brüdern Billard

spielte. Danach war meine erste Woche

in Idaho auch schon vorbei.

Die 2. Woche begann mit einem (fast)

normalen Schultag, außer dass wir

im Deutschunterricht von Frau Hay

alle möglichen Fragen der Schülerin-

Was mich am meisten

„Der „School Spirit“, den wir alle beim „Homecoming Game“

erleben durften, hat mich einfach mitgerissen und mich, obwohl

ich damals erst 5 Tage an der MHS war, zu einem Teil der

Schule werden lassen.“ Jan Dörmer

beeindruckt hat…


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

nen und Schüler über uns ergehen

lassen durften.

Am Dienstag besuchten wir wieder

die Grundschule und am Abend

stand wieder eine besondere Aktivität

an: das „Corn-Maze“, ein riesiges

Maisfeld, in das ein Labyrinth

gemäht worden war. Es war ein lustiger

Abend, alle scheuchten sich

gegenseitig durch das Maisfeld, bis

der Ausgang gefunden wurde (oder

jemand verloren ging), aber zum

Schluss waren alle vollzählig da und

nach einer Fahrt auf dem Heuwagen

fuhren wir schließlich nach Hause.

Diesen Mittwoch stand ein weiterer

„Field Trip“ auf dem Plan, und zwar

zum „Old Pen“, dem alten Staatsgefängnis

von Idaho, das 1973 nach

einem Aufstand geschlossen und als

Touristenattraktion wieder geöffnet

wurde. Die Führung war interessant,

wir lernten viel über die Entstehungsgeschichte

des Gefängnisses, wann

die einzelnen Gebäude errichtet wurden,

wie es dort zuging und bekamen

einige unglaubliche Geschichten

über bestimmte Häftlinge zu hören.

Da in dieser Woche Donnerstag und

Freitag schulfrei waren, fuhren wir

nach McCall, einer kleinen Stadt 2-

3 Stunden nördlich von Boise, und

dort in das Camp „Ida Haven“, um zu

wandern, sich (noch) besser kennen

zu lernen und die Natur von Idaho

zu erforschen. Nach einem gemütlichen

Lagerfeuer spielten wir am

nächsten Morgen einige Spiele, um

unsere Teamfähigkeit zu verbessern.

Danach fuhren wir noch zu einer heißen

Quelle, um dort schwimmen zu

gehen, dann war der Ausflug auch

schon zu Ende, aber Mikes Eltern

holten uns beide dort ab, und wir verbrachten

den Rest des Wochenendes

in ihrer Ferienhütte in New Meadows.

Höhepunkt dieses Ausflugs war die

Tour mit dem Boot der Gerharts, wobei

ich mich erfolgreich am Angeln

versuchte.

In der letzten Woche, die wir in Idaho

verbrachten, standen eher abendliche

Aktivitäten an, auch ein recht

interessanter „Field Trip“ ins Baskenmuseum

in Boise, einer einzigartigen

Einrichtung über das Volk

der Basken, das seit Jahrhunderten

Beim Football Spiel

in Nordspanien und Südfrankreich

lebt. An diesem Abend trafen sich

alle GAPPies bei Ben, um den Abend

am Lagerfeuer (bzw. Billardtisch) zu

verbringen.

Außerdem fand am Dienstag der

deutsche Abend statt, auf den wir

uns in unzähligen Homeroom“-Stunden

vorbereitet hatten, es war ein

voller Erfolg und ich denke, dieser

Abend wird allen Beteiligten in guter

Erinnerung bleiben.

Freitags fand dann die Halloween-Abschiedsparty

bei meiner Gastfamilie

statt. Der ganze Garten war schön

gruselig dekoriert, die verschiedenen

Kostüme (Zombie, Nonne oder

auch Schokoriegel) und die Speisen

(„Eyeballs“!) trugen zu einer schönen

Atmosphäre bei.

Leider war am Sonntag auch schon

„time to say goodbye“, wir verabschiedeten

uns von unseren Familien,

die wir alle sehr ins Herz geschlossen

hatten und starteten um

11 Uhr mit einer Stunde Verspätung

Richtung San Francisco.

Nach der Ankunft im Motel Capri

machten wir uns auf den Weg zu einem

der bekanntesten Wahrzeichen

von San Francisco: der „Golden Gate

Bridge“. Dort wurden natürlich viele

Fotos gemacht, und nach der Überquerung

der Brücke und des Golden

Gate Parks gingen wir zurück ins Motel

und anschließend Pizza essen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit

dem „Cable Car“ die berühmten steilen

Straßen von San Francisco ent-

lang, bis zu einer riesigen Mall, wo

wir noch einmal ausgiebig shoppen

konnten. Danach besuchten wir das

berühmte „Chinatown“, wo man allerhand

Ramsch, aber auch einige

schöne Souvenirs erstehen konnte.

An diesem Abend gingen wir alle zusammen

in ein schönes italienisches

Restaurant und schließlich zurück zu

unserem Motel Capri.

An unserem letzten ganzen Tag in

San Francisco besuchten wir den

Pier 39 mit dem Hard Rock Café, den

Seehunden, die sich im Wasser tummeln

und natürlich auch „The Rock“

Alcatraz, die berühmte Gefängnisinsel.

Nach einem Zwischenstopp am

„Ghirardelli Square“ besuchten wir

ein letztes Mal „Chinatown“, wo wir

auch zu Abend aßen.

San Francisco ist auf jeden Fall einen

Besuch wert, da waren sich alle

Gruppenmitglieder einig!

Doch dann war auch schon Zeit,

sich von Amerika zu verabschieden,

pünktlich um 2 Uhr mittags startete

unser Flug nach Frankfurt.

War es besser als Deutschland?

Oder schlechter? Es gab positive und

negative Erlebnisse, wobei die positiven

eindeutig überwiegen, also ich

würde sagen: “Well, it´s different!“

An dieser Stelle noch ein herzliches

Dankeschön an Frau Schlutz und

Herrn Zeimentz, die ihre Ferien

geopfert haben, um mit einer Horde

(unkontrollierbarer) Schüler die USA

zu besuchen. Danke !! □

11


Als wir uns alle wie vereinbart um

9.30 Uhr (mit ein paar Verspätungen,

okay ich kam zu spät) am 22. September

am Flughafen in Frankfurt

trafen, waren alle samt Eltern sehr

aufgeregt, aber die Stimmung war super

gut! Das Einchecken dauerte eine

Weile und als wir dann später auch

endlich durch den Zoll waren

(mit übertriebenen Sicherheitskontrollen),

mussten wir uns endgültig

von Deutschland und unserer Familie

verabschieden! Dann ging´s los, 8

½ Stunden nach Chicago! Dort angekommen

wurden wir von einem

Gewitter überrascht, woraufhin unser

Anschlussflieger nach Boise 5 Stunden

Verspätung hatte, was bedeutete,

wir hatten 11 tolle Stunden Aufenthalt

in Chicago. Müde, ungewaschen

und leicht gelangweilt im selben Terminal!

Aber so schnell lassen wir uns

die Laune nicht vermiesen. Demnach

kamen wir um kurz nach drei Uhr morgens

in Idaho an und waren endlich

froh ins Bett zu kommen, nach einem

allerdings sehr fröhlichen Empfang.

Am nächsten Tag sah die Welt schon

ganz anders aus, als wir uns dann am

Abend zur Willkommensparty in Bradens

Haus trafen. Das Wochenende

verlief recht erholsam mit Shopping,

Essen gehen und die Familie kennen

lernen. Meiner Meinung nach fühlte

12

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Vier Wochen „im Land

der unbegrenzten Möglichkeiten“

von Lisa Gräf

Lisa Gräf

sich jeder auf anhieb wohl in seiner

Gastfamilie und wir waren alle sehr

beeindruckt vom „ American Lifestyle“,

wie zum Beispiel den ewig breiten

Straßen (die 8-spurigen Autobahnen),

den vielen, oder besser gesagt,

riesigen Autos, sowie den Häusern,

die oftmals, zumindest meines Erachtens

alle gleich aussahen.

Am ersten Schultag mussten wir fast

alle feststellen, wie unterschiedlich

unsere Schulsysteme sind, sie sich

nicht nur in der Länge der Unterrichtsstunden

unterscheiden, sondern auch

in den Fächern selbst. Wer von uns

hat je schon mal ein Fach wie „Welding“

(Schweißen), „Photography“

oder „Pottery“ (Töpfern) belegt? In der

Mittagspause geht’s dann mal schnell

mit dem Auto zu Subway, Mägges und

Co. Und dann wieder „back at school“,

wo für uns Deutsche dann der „Homeroom“

beginnt. Jeden Mittag von 1.30

bis 3.00 Uhr, in dem wir Probleme, Erfahrungen

austauschten sowie für unseren

legendären „German Evening“

probten. An dieser Stelle noch mal ein

herzliches Dankeschön an die Lehrer,

die das alles mit uns vorbereitet, uns

zugehört und sich mit uns rumgeärgert

haben und ohne deren Hilfe wir,

glaub ich, etwas verloren gewesen

wären!

Nach der Schule haben wir auch öfters

was unternommen oder sind

abends auf ein Fußballspiel, Footballspiel

oder andere Veranstaltungen

gegangen.

Danach war man dann oft geschafft

vom turbulenten Tagesablauf.

Jeden Dienstag in der 2. Stunde ging’s

ab in die „Elementar School“, wo wir

den kleinen „Kids“ etwas Deutsch

beibrachten. Ich glaube, dass wir alle

echt Spaß dabei hatten!

Natürlich haben wir auch Ausflüge gemacht:

in ein Gefängnis, ins Basken-

und Anne Frank Museum, was sehr

interessant war! Aber wir waren ohne

Frage sehr beeindruckt von der „Homecoming

Week“ in der ersten Woche,

bei der ein Footballspiel freitags und

ein Ball samstags Tradition sind. Fast

alle Mädels und Jungs unserer GAPP-

Gruppe waren mit ihrem jeweiligen

„Date“ und super festlich gekleidet

vor Ort. Auch wenn der Ball nur bis 23

Uhr ging und ausnahmslos Hip Hop

gespielt wurde, hatte jeder Spaß! In

der 3. und letzten Woche in Meridian

fand unser „German Evening“ dann

endlich statt. Natürlich waren wir alle

sehr nervös, denn wir hatten wochenlang

an unserem Programm geübt,

„Presentations“ vorbereitet, Sketche,

Lieder und Tänze einstudiert, um für

diesen Abend unser amerikanisches

Publikum zu unterhalten und zu beeindrucken!

Zur großen Freude aller

ist er meiner Meinung nach besser

gelaufen als gedacht, das Publikum

schien echt begeistert, nicht zuletzt

auch von dem Humor den die Darsteller

einbrachten!

Wir alle waren stolz auf uns und sind

der Meinung, dass sich das lange

Üben wirklich gelohnt hat. Am nächsten

Abend fand noch eine Grillparty

im Haus von Ben Pulsipher statt, bei

der wir alle gemütlich am Lagerfeuer

saßen!

Ja, so viel Spaß wir auch hatten, so

schnell verflog auch die lustige Zeit in

Meridian, und alle waren noch einmal

richtig gut drauf an der Halloween-

Abschiedsparty, die in Mikes Haus

stattfand. Alle waren super lustig verkleidet

und echt jedem ist etwas anderes

eingefallen, wie zum Beispiel

Engel, Footballspieler, Schokoriegel,

Katze und noch viel mehr.

Am nächsten Tag war die Stimmung

sehr geknickt, da es der letzte Tag vor

unserem Flug nach San Francisco war

und ich leider wegen einem kleinen

Trampolinunfall an der Abschiedsparty

zum Arzt musste. Allerdings hatte

ich nichts Gravierendes und so trafen

wir uns alle am nächsten Morgen zum

traurigen Abschied am Flughafen in


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Boise. Als der Flieger um 11 Uhr startete,

waren wir 1 ½ Stunden später in

San Fran! Etwas enttäuscht vom kühlen

Wetter bezogen wir erst mal unser

Motel, das allen jedoch sehr gut

gefiel!

Als wir später über die „Golden Gate

Bridge“ liefen, war jeder einfach nur

angetan von dem Anblick, der sich

uns von San Francisco bot!

Die Innenstadt war ebenfalls sehr

beeindruckend und vor allem „Chinatown“!

Dort sieht es nicht nur aus wie in China,

es ist auch alles voll von Chinesen,

wie wir am 2. Tag feststellten.

San Fran ist die hügeligste Stadt,

die ich je gesehen habe, und manche

Straßen , die wir zu „besteigen“

hatten, kamen mir vor wie Hochleistungssport!

Allerdings kann man ja

auch das „Cablecar“ benutzen, das

auf jeden Fall eine Tour wert ist.

Ebenfalls wunderschön ist der Hafen

„Fisherman’s Wharf“ mit seinen vielen

Geschäften! Aber keiner von uns

wird je Alcatraz , die Gefängnisinsel

vergessen, zu der man nur mit dem

Schiff kommt und die ein gut besuchtes

Touristenziel ist!

Schließlich war dann auch nach 4

Tagen unsere Zeit in San Francisco

vorüber und wir mussten leider wieder

nach Hause! Ich zumindest habe

mich, auch wenn es mir super gut

gefallen hat, wieder sehr auf meine

Familie und zu Hause gefreut.

Dürfte ich mir jetzt allerdings einen

Ort aussuchen, wo ich später einmal

leben möchte, wäre es ohne Frage

San Fran! □

Deutschunterricht in Frau Hays Klassenraum

Was mich am meisten

„Das Beste und Aufregendste, was ich je gesehen habe, ist San Francisco!

Nicht nur weil die Stadt so riesig ist und reich an Sehenswürdigkeiten, sondern treffen dort unheimlich

viele verschiedene Kulturen und Menschenrassen aufeinander, dass es einfach eine Bereicherung für

die Allgemeinbildung und die Zukunft ist! Eine Stadt, die einfach alles hat und wo man alles kaufen

kann, was das Herz begehrt! Für mich hat dieser Ort etwas Heimisches und ich kenne bisher keine

schönere Stadt!

Wer Trubel, Shoppen, Sehenswürdigkeiten und viele Menschen mag, sollte San Fran nicht missen, es

ist unbedingt einen Besuch wert!“ Lisa Gräf

beeindruckt hat…

13


Das ist es also, dies ist Amerika.

Sehen Sie nur, dort sind die Großen

Seen, dort Chicago und dort, im Nordwesten,

liegt Idaho.

Die Landschaft bot sich mir trocken

und karg dar, eine Wüstenlandschaft,

die von gewaltigen Bergen flankiert

wird, auf denen wilde Waldgebiete

gedeihen, genährt durch viele Flüsse

und Seen, voll klaren Wassers. So

würde es ein Reiseführer beschreiben.

Doch sehen Sie einmal genauer

hin. Dann erkennen Sie eine Kultur

von Menschen, die sich hier entwickelt

haben.

Hier ist man zuvorkommend und

freundlich, nie habe ich eine wirklich

gemeine Bemerkung gehört. Dies

konnte ich auch direkt während des

Austauschprogramms fühlen.

Denn zum Beispiel nach dem sehr

langen und ermüdenden Flug wurden

wir äußerst nett am Flughafen in Boise

empfangen. Nachdem wir uns ausgeruht

hatten, erfuhr ich dann auch,

dass eine Willkommensparty bei

14

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Amerika – Betrachtungen eines Reisenden

von Maximilian Hake

Maximilian Hake

einem der Austauschschüler stattfinden

würde. Mein erster Kontakt mit

dem amerikanischen Essen. Es ist

gut, es ist reichlich, vielleicht etwas

zu gut und zu reichlich. Auf jeden Fall

sollte man als Europäer in Amerika

aufpassen, dass man nicht wie ein

Luftballon zunimmt.

Leider hatte mein Austauschpartner

Brad kurz vor unserer Ankunft in den

USA einen neuen Job angenommen.

Er musste also viel arbeiten und hatte

daher wenig Zeit für mich oder irgendwelche

Sachen, die wir mit der

Gruppe unternahmen. Das bekam ich

leider auch schon in den ersten Tagen

hier zu spüren, wobei man anmerken

muss, dass eine solche Anstellung für

die in den Vereinigten Staaten lebenden

Jugendlichen essentiell ist, um

ihre Autos und ihren „Lifestyle“ zu finanzieren.

Denn Autos sind hier wichtig, da in

den USA die Distanzen zwischen dem

Ort, an dem man sich befindet, und

dem Ort, zu dem man möchte, meist

sehr groß sind. Ich war beeindruckt

von der massiven Gestalt dieser Leviathanen

der Straße. Alle Parkbuchten

sind verbreitert und man kann eigentlich

überall mit einem sogenannten

„Drive-thru“ rechnen, einem Schalter,

durch den man Essen oder anderes

direkt aus dem Laden in das Auto

gereicht bekommt. Ich sah sogar einen

an einer Bank, so dass man nicht

mehr reingehen muss, um sein Geld

abzuheben.

Diese Begeisterung konnte man auch

bei dem „Dragsterrennen“ spüren,

das wir besuchten. „Dragster“ sind

aufgemotzte Rennmaschinen, die um

die schnellsten Zeiten gegeneinander

antreten. Es ist ein unvergessliches

Erlebnis: Der Geruch von Benzin, das

hier übrigens viel günstiger ist, eine

Menge Fans und viele schöne Autos.

Viel gab es auch anderorts zu sehen,

zum Beispiel in der Mall. Ein beeindruckender

Konsumtempel, in dem

diverse Läden dicht an dicht stehen

und das auf zwei Etagen. Brad war

so nett und ist mit mir dorthin gefahren,

damit ich ein paar Geschenke für

meine Schwester kaufen konnte.

Doch jetzt kommen wir zum Ernst des

(amerikanischen) Lebens, der Schule.

Was ich hier erlebt habe, unterscheidet

sich sehr stark von unserem

Schulsystem. Das erste, was einem

Besucher auffällt, sind die Fächer,

die fast ausschließlich anders sind

als diejenigen, an die ich gewöhnt

bin. Brad hat zum Beispiel das Fach

„Automotive“, in dem die Schüler

lernen, wie Autos funktionieren und

wie man sie repariert. Dann gibt es

„Health“, das eine Mischung aus Biologie

und Sozialkunde präsentiert. Es

werden auch „klassischere“ Fächer

wie Mathematik, Englisch und Physik

geboten und natürlich Deutsch.

Die Schüler belegen insgesamt zwar

weniger Fächer, aber dafür hat man

hier mehr Zeit im Unterricht, nämlich

90 Minuten. Diese braucht man aber

auch, da die Lehrer viel öfter, so kam

es mir zumindest vor, eine schriftliche

Überprüfung der Unterrichtsergebnisse

durchführen.

Während es nicht oder nur sehr stark

begrenzt erlaubt ist, sich in der Unterrichtszeit

außerhalb des Klassensaals

aufzuhalten, gibt es eine große

„Lunch“ - Pause, in der die Schüler

sich, falls sie dazu im Stande sind,

mit dem Auto zu einem der zahlreichen

Fast–Food Restaurants bege-

Was mich am meisten beeindruckt hat…

„Zu beschreiben, was ich am beeindruckensten fand, ist annähernd unmöglich. Doch ich würde

sagen, es waren die wilden Flüsse und die ungebändigte Natur Idahos, die den größten Eindruck auf

mich gemacht haben, denn sie sind etwas, was wir in Deutschland nicht haben und so für mich zum

einmaligen Erlebnis wurden.“ Maximilian Hake

Was mich am meisten beeindruckt hat…


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

ben, um sich ein schnelles Mittagsessen

zu holen. Ich, der ja an ein gutes

altes Pausenbrot gewöhnt ist, fand es

erstaunlich, diese gewaltige Blechlawine

zu sehen, die sich, gleich einer

metallenen Tide, täglich um dieselbe

Zeit erhebt.

Doch was ist mit denjenigen, die noch

nicht fahren dürfen? Antwort: Sie

sind jung, glücklich und lernen gern

Deutsch. Wir besuchten eine Grundschule,

dreimal während unseres Aufenthalts,

und teilten uns dort in Gruppen

auf, um verschiedenen Klassen

unsere Sprache näherzubringen. Es

war wirklich schön, da die Kinder ihre

Begeisterung offen zeigten und selbst

noch nach dem Pausenzeichen deutsche

Wörter wissen wollten.

Deutsche Wörter konnte man dieser

Tage auch in Idahos Hauptstadt Boise

vernehmen, in der wir uns zweimal

aufhielten. Wir, das heißt die Deutschen,

gingen in das „Capitol“, das

politische Zentrum dieses Staates,

eine verkleinerte Kopie des berühmten

Washingtoner „Capitols“, lernten

im Historischen Museum etwas über

die Besiedlung und die relativ kurze

Geschichte Idahos, das als dreiundvierzigster

Staat der USA aufgenommen

wurde und wir besichtigten

Boises Baskenviertel, wo wir im Museum

erfuhren, dass viele Basken in

die Vereinigten Staaten von Amerika

emigrierten und dann von Kalifornien

nach Idaho zogen.

Damals befand sich dieser Teil des

amerikanischen Kontinents noch voll

im „Wilden Westen“. Allerdings war

es wohl den friedliebenden Bewohnern

Idahos etwas zu wild, und so

wurde 1881 das „Idaho Penitentiary“

gebaut, ein staatliches Gefängnis,

um die Straßen sicherer zu machen.

Unsere Gruppe stattete dieser 1973

geschlossenen und später zum historischen

Ort erklärten Einrichtung während

der zweiten Woche einen Besuch

ab. Der Führer, der uns begleitete, war

sehr sympathisch und hatte viele interessante

Geschichten zu erzählen, wie

die eines jungen Insassen, der einen

Esslöffel nicht abgeben wollte, weil er

eine Waffe daraus gemacht hatte. Er

befand sich bereits in Einzelhaft, so

ließen ihn die Wärter nicht aus seiner

Zelle heraus, bis er den Löffel Monate

später abgab (er starb nicht, sondern

gab nur den Löffel ab).

Löffel, ach ja, da gab es noch etwas

auszulöffeln, und zwar das Essen in

der Jugendherberge in McCall. Nachdem

wir mehrere sehr erholsame

Stunden durch die idyllische Waldlandschaft

gewandert waren und

viele tolle Sachen, zum Beispiel eine

Schlange, die Ben Pulsipher gefangen

hatte, gesehen hatten, kehrten

wir dort zum Abendessen ein und

machten später am Lagerfeuer ein

paar Gruppenspiele. Am folgenden

Tag ging es dann auch weiter mit den

Gruppen, denn nun stand „Teambuilding“

an. Wir mussten verschiedene

Aufgaben meistern, die ich teilweise

sehr herausfordernd fand.

Es war fast genauso herausfordernd

für mich, die Moderation und meine

Präsentation für den „German Evening“

vorzubereiten. Aber dann war

er, soweit ich das feststellen konnte,

ein voller Erfolg. Wir waren alle sehr

unterhaltsam und haben es auch geschafft,

etwas über Deutschland zu

vermitteln. Ich bin der Meinung, dass

In den Deutschstunden

gab es viel

Gruppenarbeit

und im „Homeroom“

wurde auch schon mal

draußen geprobt.

unsere Anstrengung und natürlich

auch die zehnjährige Erfolgsgeschichte

GAPP’s es geschafft haben unsere

Heimat und Amerika etwas näher zusammenzubringen.

Abschließen möchte ich meinen Report

mit meinem „amerikanischsten“

Erlebnis hier, dem „Homecoming–

Ball“. Sie fragen sich vielleicht, was

das ist. Es ist Hollywood zum anfassen.

Wie schon in diversen Filmen gesehen,

machten wir erst einige Fotos

im privaten Umfeld, um danach in

einem mexikanischen Restaurant essen

zu gehen. Ich war mit Brad, seiner

Freundin und deren Freunden unterwegs

und wir hatten, obwohl das amerikanische

„Date“, das Andrea, Brads

Freundin, für mich organisiert hatte,

abgesagt hatte, eine Menge Spaß.

Auf dem Ball traf ich viele Leute aus

unserer Gruppe und interessanterweise

auch zwei deutsche Mädchen, die

für zehn Monate in Idaho bleiben.

Alles in allem hatten wir eine gute

Zeit in diesem Staat und haben viele

Erfahrungen gesammelt. □

15


Biep - Biep Biep - Biep Biep Biep. Verschlafen

stelle ich den Wecker aus:

5:15, Zeit zum Aufstehen. Müde wanke

ich ins Bad, springe schnell unter

die Dusche und dann ab was frühstücken.

Um kurz nach halb 7 geht‘s los

zur Hauptstraße, dort dann in den alten,

gelben Schulbus ins Warme. An

allen möglichen Ecken und Straßen

steigen alllerlei weitere Schüler ein,

als wir uns langsam Richtung Schule

bewegen...

So fing für mich eigentlich jeder Tag

in Meridian, Idaho, an. Am Wochenende

musste ich natürlich nicht so

früh aufstehen und auch nicht in die

Schule, aber während der Woche

schon. Dass man da müde ist und

sich die „Zu Bett gehen“-Zeit“ auf 10

Uhr eingependelt hat, ist dann klar.

Trotzdem versuchten wir, im Gegensatz

zu einigen amerikanischen Schülern,

im Unterricht wach zu bleiben

und so viel wie möglich von den 90

Minuten mitzubekommen. Da war

es ganz praktisch, dass in der ersten

Woche auch „Homecoming Week“

war, in der sowieso nicht alles ganz

so normal ist. Jeden Tag gab es ein

Motto, nach dem sich die Schüler anziehen

sollten bzw. konnten, wie z.B.

„Lazy Day“, an dem alle in Schlafanzügen

herum gelaufen sind, oder „Hat

Day“ (Hut- bzw. Kappentag). In den

Mittagspausen war auch immer was

los, z.B. konnte man an einem Tag die

Lehrer mit Torte bewerfen. Und nach

Schulschluss gab es neben den ganzen

„extra-curricular activities“ besondere

Veranstaltungen wie „Powder

Puff“. Dabei spielen die Mädchen

„Football“ (oder versuchen es) und

die Jungen sind die „Cheerleaders“.

Von jeder Stufe gibt es ein Team und

die beiden unteren („Freshmen“ und

„Sophomores“) sowie die beiden oberen

(„Juniors“ und „Seniors“) spielen

gegeneinander. Fast die ganze Schule

schaut zu, und es ist eine einmalige

Stimmung. Das Beste war, dass ich

sogar im Team der „Juniors“ mitspielen

durfte. Wir hatten zweimal vorher

Training und haben sogar ein paar

16

GAPP 2006

von Jessica Imöhl

Spielzüge geübt. Um einen Gegner zu

stoppen, musste man ihn nicht, wie

normalerweise, zu Boden bringen,

sondern eine der 2 Flaggen, die um

die Taille gebunden waren, abreißen.

Es hat total viel Spaß gemacht, und

wir haben sogar gewonnen - obwohl

die Schiedsrichter alle „Seniors“ waren...

Am Ende der Woche waren dann

die beiden „Highlights“: das richtige

„Football“-Spiel der Schulmannschaft

gegen eine andere Schule am Freitag

(wir „Meridian Warriors“ haben natürlich

gesiegt) und Samstagabend

der „Homecoming Dance“. Da laufen

dann alle in den schillerndsten

Kleidern herum und es werden die

„legendären“ „Homecoming“-Fotos

gemacht. Aber es ähnelt mehr einer

Art Abiparty, weil es in Amerika nicht

so Tanzschulen wie bei uns gibt. Trotzdem

war es ein einmaliges Erlebnis.

In den zwei anderen Wochen hatten

wir auch normal Schule, wenn wir

nicht Ausflüge nach Boise ins „Capitol“

(das ist genauso wie in Washington,

nur dreimal kleiner), Idaho „Historical

Museum“ oder Baskenmuseum

sowie ins alte Gefängnis der Hauptstadt

gemacht haben. Alle zwei Tage

hat man die gleichen Schulstunden,

d.h. 4 Stunden pro Tag, 3 vormittags,

dann „Lunch“ und anschließend noch

eine Nachmittagsstunde. Der Unterricht

ist ganz anders als in Deutschland.

Nicht nur länger (90 Minuten),

sondern auch mehr oder weniger ein

Lehrermonolog, aus dem man sich

dann das Wichtigste aufschreiben

muss. Natürlich werden auch Fragen

an die Schüler gestellt, die sie dann

beantworten (oder auch reinrufen),

oder es sind Aufgaben im Buch zu

erledigen, aber in Deutschland ist es

doch mehr ein Zusammenarbeiten

von Lehrer und Schülern. Jeder Lehrer

hat dort auch seinen eigenen Klassenraum,

der sich nie ändert. Deswegen

kann man die Räume auch viel mehr

dem Fach nach gestalten, und man

weiß auch immer, wohin man gehen

muss. Auch der „school spirit“ ist hier

überall viel mehr vorhanden, z.B. hat

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Jessica Imöhl

jedes Sportteam eigene T-Shirts und

bei allen „Events“ werden stolz die

Schulfarben blau und gold getragen

und Schlachtrufe für die Schule gerufen.

Sogar eine eigene Schulhymne

gibt es. Jeden Tag in der Schule wird

zusätzlich die „Pledge of Allegiance“

gesprochen und an allen Veranstaltungen

die Nationalhymne gesungen,

ein weiteres Zeichen für den Stolz der

Amerikaner auf ihr Land, die USA.

Zwischen den Stunden und vor Schulbeginn

hält man sich auf den Fluren,

v.a. vor den „Lockers“ (Spinde) auf

oder auch draußen im Hof, und für

das Mittagessen stehen Cafeteria,

„vending machines“ (Automaten)

oder auch - wenn man Junior oder Senior

ist - die „Fastfood“ Restaurants in

der Nähe zur Verfügung. Überhaupt

wird in den USA schnelles Essen groß

geschrieben. Nur abends gab es immer

ein gemeinsames Essen mit der

Familie, meistens zu Hause, aber ein

paar Mal auch in Restaurants (z.B.

mexikanisch, mongolisch, ...). Es gab

zwar fast immer ein bisschen Gemüse,

aber trotzdem vermisst man

bald unser frisches „Grünzeug“. In

Amerika wird einfach nicht so sehr

auf gesundes Essen geachtet. Auch

Mülltrennung und überhaupt Umweltschutz

gibt es eher selten, ganz an-


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

ders als bei uns, dafür gibt es hier andere

wichtigere Dinge: In die Schule

fahren, zu Freunden fahren, ins Kino

fahren...

Ja, hier wird vieles mit Autos gemacht,

aber es ist eigentlich ganz gemütlich,

immer irgendwo zu sitzen anstatt zu

laufen. Die Fahrzeuge sind auch alle

viel größer als in Deutschland, v.a. die

riesigen „Trucks“ sind immer wieder

faszinierend, aber auch die ganz alten

Autos, die fast schon Kult sind, mit denen

manche Schüler noch jeden Tag

zur Schule fahren. Das ganze Leben

ist mehr auf Autos fokusiert und die

ganzen Straßen sind viel breiter und

vor allem gerader. Überhaupt ist hier

alles viel größer und die Städte strukturierter

durch die geraden Straßen

und die daraus folgende Blockeinteilung.

Alle Viertel in Meridian haben

auch Namen, ich habe z.B. in „Golfview“

gewohnt.

Am Wochenende haben wir viele

Ausflüge unternommen, z.B. in den

Zoo von Boise, die Mall, „Boondocks“

(eine Art Vergnügungszentrum) oder

dem „Haunted Corn Maze“ (Maisfeldlabyrinth)

in der Nähe.

Zusätzlich waren wir mit der gesamten

deutsch-amerikanischen GAPP-

Gruppe für 2 Tage in McCall. Zuerst

haben wir eine mehrstündige Wanderung

bis auf die Spitze des Berges

gemacht, von wo aus man eine wunderschöne

Sicht auf den See hatte.

Anschließend ging es dann in unsere

Unterkunft direkt am Wasser. Abends

saßen wir alle an unserem „bonfire“

(Lagerfeuer), haben gesungen, erzählt,

gelacht und mehrere Spiele gemacht.

Am nächsten Morgen mussten

wir schon früh aufstehen und

nach dem Frühstück ging es an die

„Teambuilding“-Aktivitäten. Auf dem

Nachhauseweg haben wir noch einen

kurzen Abstecher an die „Hot Springs“

Und am Dienstag ging es in die

„Elementary School“ zum Deutschunterricht

für die Grundschüler.

gemacht und dann war dieser Ausflug

leider auch schon wieder zu Ende. Es

hat jedenfalls total viel Spaß gemacht

und die Gruppe so richtig zusammen

geschweißt. So kam es auch, dass

an der „Goodbye-Party“ schon einige

sehr traurig waren, so schnell Idaho

schon wieder verlassen zu müssen.

Die 3 Wochen vergingen wie im Flug,

man hatte so viel gesehen und erlebt,

gerade neue Freunde gefunden und

so viele Leute kennen gelernt, dass

man einfach noch nicht gehen wollte.

Vielleicht sieht man viele nie wieder,

und auch die Gruppe wird nie mehr

wieder so zusammen sein. Man hatte

die ganzen GAPPies einfach lieb gewonnen

und so fiel der Abschied doppelt

schwer. Am Flughafen flossen

dann auch einige oder besser gesagt

mehrere Tränen, aber man ist mit guten

Erinnerungen weggeflogen und

viele haben schon Pläne gefasst, sich

wieder zu besuchen. □

Was mich am meisten beeindruckt hat…

„Am meisten beeindruckt hat mich die Weite und Vielfalt des Landes, in dem man wirklich alles sehen

kann, und die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen, die ich getroffen habe. Egal ob im Supermarkt

oder in der Schule, alle haben mich lieb aufgenommen und waren sehr interessiert an uns „fremden

Deutschen“, viele wollen uns sogar mal einen Besuch in Deutschland abstatten.“ Jessica Imöhl

Was mich am meisten beeindruckt hat…

17


18

Jan Itjeshorst

Boah! Geil! Hammer! Wie oft fielen

diese Worte ?! Angekommen am

Frankfurter Flughafen, checkten wir

mit Freude und vielen Erwartungen

ein. Die Spannung war riesengroß.

8,5 Stunden Flug nach Chicago waren

nicht zu lang, verglichen mit

den10 Stunden Aufenthalt am Flughafen

von Chicago, denn das Wetter

spielte nicht mit und unser Flug

wurde mehrmals verschoben. Wir

nahmen es gelassen und unserer

Vorfreude war kein Abbruch getan.

Als es dann um 0.37 Uhr endlich in

Richtung Boise weiterging, waren

wir dann allerdings schon ziemlich

geschlagen und müde. Die 3,5 Stunden

Flug nach Boise haben die meisten

(darunter auch ich) mit schlafen

verbracht. Die Maschine landete und

Aufregung kam in mir hoch, da ich

meinen Austauschpartner noch nicht

kannte. Wie sieht er aus? Ist er nett

?...... . Als ich dann meine Gastfamilie

zum ersten Mal sah, waren alle

Sorgen verflogen und mir war klar,

dass es eine schöne Zeit wird.

Am nächsten Tag ging´s dann gleich

in die Mall und von dort aus weiter

zur Begrüßungsparty bei einem amerikanischen

GAPP–Teilnehmer. Das

restliche Wochenende waren wir außerdem

noch bei einem „Dragrace“,

da ein GAPPie daran teilnahm. Un-

GAPP 2006

von Jan Itjeshorst

glaublich, wie laut und schnell Autos

sein können! Montag: Erster Schultag

an der Meridian High School.

Da diese Woche die „Homecomingweek“

war, stand jeder Tag unter

einem anderen Motto. Montags war

„Lazy Day“, d.h alle kamen mit Pyjama

und Hausschuhen. Eine neue

Erfahrung war es, dass keine Rucksäcke

in der Schule erlaubt sind, nur

eine Mappe mit Stiften und Sachen

für die Fächer. Bücher ? – Nein. Kein

Schleppen von schweren, dicken

Wälzern, denn die liegen ja schon

in den jeweiligen Räumen der Lehrer

bereit. Zudem wird im Unterricht

nicht untereinander geredet, sondern

zugehört oder eben geschlafen ... .

Nach der Schule ging´s dann zum

täglichen Footballtraining. Die Jungs

werden richtig hart ran genommen.

Und das bei der trockenen Luft – Respekt!

Den Tag darauf besuchten wir zum

ersten Mal die „Elementary School“

von Meridian, um den Zweitklässlern

ein wenig Deutsch beizubringen.

Die Kleinen haben sich echt gut gemacht!

Nachmittags musste ich mir

einfach ein Fußballspiel der MHS

angucken, das sie leider mit 9:0 verloren

hat. Mittwochs war dann das

große „Powder Puff Game“ (Mädchenfootball

mit Flaggen) angesagt

und mitten drin Jessica. Sensation!

Zum ersten Mal gewannen die „Juniors“

und nicht die „Seniors“, die vorher

immer die Nase vorn hatten. Freitags

war dann DAS Footballspiel des

Jahres: das „Homecoming Game“

gegen die „Falcons“ aus Vallivue. Natürlich

wurde dieses gewonnen und

ich durfte mit Tyler sogar ans Spielfeld.

Unglaublich war für mich der

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

„School spirit“, den ich bis zu diesem

Zeitpunkt aus Deutschland gar nicht

kannte. Die „Cheerleader“ waren die

Stimmungsmacher und alle machten

voller Leidenschaft mit, um ihr

Team anzufeuern.

Dann war wieder Wochenende und

der „Homecomingball“ kam. Morgens

waren wir schießen, und man

kann sich nicht vorstellen, was für

einen Rückschlag diese Gewehre

haben. Bezüglich des „Homecomingballs“

hieß es vorher, um 23 Uhr

wäre Schluss, und das wurde auch

strikt eingehalten. Um 23 Uhr gingen

die Lichter aus, die Musik stoppte,

und alle gingen, ohne einen Tropfen

Alkohol getrunken zu haben, denn es

gab ja nur Wasser, gutgelaunt nach

Hause oder noch weiterfeiern. Mit

diesem tollen Abend nicht genug,

ging es sonntags „Quad“ und „Motocross“

fahren. Einfach nur geil! Ich

konnte meinen Augen nicht trauen,

als ich einen kleinen Jungen sah, der

mit Stützrädern auf einer kleinen

Motocrossmaschine saß und über

die Sandhügel sauste. „Bei uns lernt

man Fahrradfahren und in Amerika

Motocross“, dachte ich mir. Montags

hieß es dann wieder „ab in die

Schule“! Tags darauf stand das „Corn

Maze“ auf dem Plan, ein riesiges Labyrinth

aus und in einem Maisfeld.

Zum Glück hatte sich niemand verlaufen

und alle fanden den Weg zurück.

Donnerstags war dann der Höhepunkt

der Woche: McCall! Mit dem

Bus zum Anfang der Wanderstrecke

gefahren, nahmen wir den in ca.

2000 m liegenden Höhepunkt in Angriff.

Drei Stunden Wanderung waren

durch die geniale Naturlandschaft

Was mich am meisten

„Während meiner Zeit in Amerika machte ich viele neue Erfahrungen,

lernte die Mentalität der Amerikaner kennen und ich genoss

jeden Augenblick!! Am meisten beeindruckten mich die Autos und

die lockere Lebenseinstellung.“ Jan Itjeshorst

beeindruckt hat…


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

einfach nur Spaß. Nachmittags am

Camp angekommen, bezogen wir unsere

Zimmer und gingen sofort wieder

hinaus zum 10 Meter entfernten

See, in dem wir leider nicht schwimmen

durften, und zum Volleyballfeld.

Abends saßen wir dann alle beisammen

am Lagerfeuer und machten es

uns gemütlich. Die folgende Nacht

war kurz, allerdings entschädigten

die am darauf folgenden Freitag

anstehenden „Teambuilding“-Spiele

für alles. Auf unserer Heimreise von

McCall machten wir noch kurz an ei-

ner heißen Quelle halt und badeten

im warmen Wasser. Die restlichen 2

Stunden Heimfahrt hielt es dann fast

niemanden mehr wach.

An der MHS wieder angekommen,

ging ich mit meiner Gastfamilie Pizza

essen . So was leckeres! Orangen

, Mandeln , Ananas , Schinken .......

hört sich komisch an, war aber verdammt

lecker !! Samstags hatten

wir 2 Freikarten für ein „Boise-State-Game“

(College Football), das die

Broncos mit 55:7 gegen Lousiana

Tech gewannen. Aber die Party ging

eigentlich schon vor dem Spiel los,

denn auf dem Parkplatz gab´s sogenannte

„Tailgate-Partys“ , d.h. man

trifft sich mit Freunden, bringt einen

Fernseher oder massenweise Grillzeug

mit und dann feiert man schon

vor dem Spiel.

Damit das restliche Wochenende

nicht langweilig wurde, entschieden

wir uns zu golfen. Ich hätte nicht gedacht,

dass Golfen soooooo schwer

ist. Dienstags abends war dann „German

Evening“. Ein voller Erfolg!! Alle

waren aufgeregt und gingen ihre

Präsentation noch mal durch, aber

am Ende lief alles gut. Zwei Tage

vor Abflug nach San Francisco war

Abschiedsparty bei Mike. Da Tyler

und ich nicht wirklich ein Halloweenkostüm

hatten, entschieden wir uns

kurzfristig beide, als „Footballer“ zu

gehen. Samstags war dann auch

schon wieder Sachen-Packen angesagt.

Man lässt sich alles noch mal

durch den Kopf gehen und merkt,

wie kurz die Zeit war.

Sonntag morgen ca.9 Uhr: Verabschiedung

von den Gastfamilien und

von den amerikanischen GAPP-Teilnehmern.

Natürlich flossen Tränen,

da keiner weiß, ob man sich je wieder

sieht. Ein letztes Mal gewunken

und weg war man.

Nun hatten wir nur noch 3 Tage im

Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Aber in San Francisco. Wir versuchten,

in den 3 Tagen alles von

dieser großen Stadt zu sehen. Kaum

angekommen am Motel machten

wir uns auf zur „Golden-Gate-Bridge“!

Wir standen nun an dem Platz, an

dem schon so viele Filme gedreht

wurden und von wo man einen grandiosen

Blick auf San Francisco und

„Alcatraz“ hat. Alle waren begeistert

und fasziniert. Außerdem besuchten

wir noch „Chinatown“, ein chinesischer

Stadtteil mitten in San Francisco,

in der manche Leute nicht ein

Wort Englisch sprechen. Am letzten

Tag stand dann mein persönlicher

Höhepunkt während der 3 Tage auf

dem Plan – ALCATRAZ. Der Platz,

in dem „Scarface“ Al Capone einsaß

. Mit der Audiotour auf Deutsch

schlenderten wir durch das Gefängnis

und bewunderten dieses Hochsicherheitsgefängnis.


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20

Stefan Kemler

Welche Erwartungen hat man von

einem einmonatigen Aufenthalt in

einem fremden Land, das man zum

ersten Mal besucht? Ich, für meinen

Teil, hatte große Erwartungen vom

Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Es fing mit dem Flug von Frankfurt

nach Chicago an. Nach einem spannenden

und überhaupt nicht nervenden

Zwischenstopp von 10 Stunden

auf dem Chicagoer Flughafen ging´s

dann, in den meisten Fällen extrem

müde, Richtung Boise weiter. Die

Spannung stieg kontinuierlich. Als

wir dann in Boise ankamen und mit

all unserem Gepäck zum Treffpunkt

pilgerten, war ich schon nervös, weil

ich meinen Partner ja noch gar nicht

kannte. Man hat sich ja schon vorher

durch E-Mails ein Bild von seinem

Partner gebildet und hofft dann natürlich

auch, dass man in diesem

Punkt nicht enttäuscht wird, aber

das wurde ich nicht. Drew war auf

den ersten Blick echt nett, und ich

hatte sehr viel Glück, ihn als Partner

ja zu bekommen, was sich auf

den 2. Blick mehrmals bewahrheitet

hat. Da war ich also: 3 Wochen bei

der Familie Walston wohnen und mit

ihnen leben. Dies verband ich auch

nie mit Angst, sondern mit Vorfreude

und Enthusiasmus.

Am 1. Wochenende ging´s dann sofort

rund mit der Begrüßungsparty

bei Braden am Samstag und einem

GAPP `06

von Stefan Kemler

„Drag Race“, eine Art Autorennen,

bei dem es auf präzises Schalten

und Geschwindigkeit ankommt, und

anschließend einem Rodeo, ein traditionelles

„Event“ mit mehreren

Disziplinen aus der Cowboy Kultur,

am Sonntag. Ich konnte mich sehr

schnell einleben und die neue Erfahrung

vom „American Lifestyle“

voll genießen. Montags ging es dann

zum ersten Mal in die Schule. Darauf

hatte ich mich am meisten gefreut,

weil die Unterschiede zwischen den

Jugendkulturen und dem alltäglichen

Schulleben zwischen Deutschland

und den Staaten mich am meisten

interessierten. Außerdem wollte ich

so viele Leute wie möglich kennen

lernen.

Das Schulleben zeigt zum Beispiel

sehr viele Unterschiede auf. Zuerst

ist das Schulsystem natürlich komplett

anders aufgebaut. Die Schüler

wählen Kurse und müssen nicht wie

Schüler in Deutschland Fächer wie

Deutsch oder Mathe jedes Jahr nehmen.

Dann gibt es noch viele Unterschiede,

mehr oder weniger gravierend,

die im Ganzen dann aber schon

die Schule an sich und das Schülerdasein

sehr von uns differenzieren.

Allein schon die Tatsache, dass viele

Freizeitaktivitäten mit der Schule

verbunden sind, lässt die Beziehung

von Schüler und Schule schon ganz

anders aussehen.

Die erste Woche war die „Homecoming“

Woche. Jeder Tag stand unter

einem anderen Motto, wie z.B. „Hat

Day“, an dem dann viele Schüler

mit Hüten oder Kappen in die Schule

kamen. Am Freitag war dann das

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

„Homecoming Football Match“ zwischen

Meridian und Vallivue, was unsere

„Highschool“ (Meridian) natürlich

gewann, wenn auch knapp.

Am nächsten Tag folgte dann der

„Homecoming Ball“, den man überhaupt

nicht mit unseren Abipartys

gleichsetzen kann, weil es erstens

keinen Alkohol gab und 2. war der

Ball schon um 11 Uhr zu Ende. Am

Sonntag haben wir dann, mit einer

befreundeten Familie unseren großen

Ausflug gemacht. Es ging zu

„Craters of the Moon“, eine Vulkanlandschaft.

In der nächsten Woche ging´s dann

nur 3 Tage in die Schule, weil es ein

langes Wochenende gab und wir von

Donnerstag bis Freitag nach McCall

gefahren sind. McCall ist eine Bergregion

in Idaho, die von Wäldern

und freier Natur dominiert wird. Wir

machten eine mehrstündige Wanderung,

spielten Volleyball und saßen

abends zusammen am Lagerfeuer in

Ida Haven, unserem Zuhause für diese

2 Tage. So konnte sich die ganze

Gruppe noch besser kennen lernen

und mehr zusammenwachsen.

Am Freitag ging es dann zurück nach

Meridian. Dieses Wochenende habe

ich am meisten genossen, weil ich

nun viele Freunde von Drew kannte

und wir vor allem mit zwei guten

Freunden von ihm, Ryan und Carli,

viel unternahmen. Ich denke, dass

das einer der wichtigsten Bestandteile

von GAPP ist. Neue Leute kennen

lernen und Freundschaften zu schließen,

trotz vieler Hindernisse, wie z.B.

Alters-und Interressenunterschiede

und unterschiedlicher Muttersprachen.

Was mich am meisten

„In Idaho hat mich die Offenheit der Jugendlichen am meisten beeindruckt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es dort nicht darauf

ankommt, welche Klamotten du trägst oder welche Freunde du

hast, sondern wer du bist.“ Stefan Kemler

beeindruckt hat…


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Die letzte Woche in Boise begann.

Ich genoss so viel wie möglich. Am

besten fand ich in der Schule „Photography“,

weil es Kreativität erfordert

und vor allem fördert. Jeden Dienstag

sind die deutschen GAPP Teilnehmer

in eine „Elementary School“ (Grundschule)

gegangen, um den kleinen

Kindern eine halbe Stunde lang ein

wenig Deutsch beizubringen. Dies

war auch eine gute Erfahrung.

So verging auch die letzte Woche in

Meridian und langsam wurde einem

klar, dass man bald alles hinter sich

lassen und die Heimreise antreten

musste. Ich versuchte nun die restliche

Zeit voll zu genießen und lernte

noch mehr Leute kennen, aber ge-

rade dies machte es noch schwerer,

Meridian zu verlassen. Als dann die

Abschiedsparty gekommen war, fiel

meine Stimmung in den Keller und

ich war bestimmt nicht der Einzige,

der gern noch ein paar Wochen geblieben

wäre. Das einzige, was mich

ein bisschen aufgemuntert hat, war

der Samstag, weil es mein 18. Geburtstag

war. Ich habe tolle Geschenke

von den Walstons und von Drew’s

Freunden (Ryan und Carli) geschenkt

bekommen und dann haben wir den

Tag noch voll ausgenutzt.

Am Sonntag war´s dann aber soweit

und ich musste der Wahrheit ins

Auge blicken. Der Abschied war nicht

einfach, aber für mich steht eins fest:

C

A

M

P

I

D

A

-

H

A

V

E

N

Ich werde versuchen zurück zu kommen.

GAPP 2006 war für mich einfach

genial und ich schätze es sehr,

dass ich die Gelegenheit hatte, an

diesem Austausch teilzunehmen. Die

Zeit in Idaho wird für mich in Zukunft

nicht einfach nur als Englisch Verbesserungskurs,

sondern viel mehr als

eine Zeit voller neuer Erfahrungen

und vor allem neuer Freundschaften

stehen. Außerdem hat sich es mir

mal wieder bestätigt, dass man aus

allem, vor allem aus einem Privileg

wie einem Austausch, das Beste machen

muss und dafür auch Kompromisse

eingehen muss. Man sollte immer

offen für neue Erfahrungen sein

und diese auch schätzen. □

21


22

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Impression

Deutschen


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

en vom

Abend

23


1.Idaho

24

Stefanie Mayer

Im Nachhinein kann ich wohl darüber

lachen, wenn ich daran denke,

wie unsere „Große Reise“ angefangen

hat. Aber ich glaube „damals“

war es mir eher zum Heulen zumute,

als wir nach langem Flug in Chicago

ankamen und sich unsere ursprüngliche

Wartezeit auf den Flug nach

Boise, Idaho, von 6 Std. auf 12 Std.

vergrößerte. Auf jeden Fall war es

eine Erfahrung wert, 12 Stunden auf

harten Flughafensitzen zu verbringen

und nicht zu wissen, ob es überhaupt

noch weitergeht. Und das in einem

der größten Flughäfen der Welt.

Jetzt kommt es mir wie ein Traum

vor, wenn ich an die riesige Warteschlange

von Leuten zurückdenke,

die Informationen über ihre verspäteten

oder auch „gecancelten“ Flüge

erhalten wollten. Zwischen diesen

wartenden Menschen überall Pfützen,

das Flughafendach war leider

undicht (die ganze Verspätung hing

ja mit einem Unwetter zusammen).

Na ja, man sollte wohl auch so etwas

mal erlebt haben, dann merkt man

wenigstens, was ein richtiges Bett einem

bedeuten kann...

Und hier kommt meine nächste

Austausch-Flughafen-Erfahrung:

Auf dem langen Flug von Frankfurt

nach Chicago haben sich einige aus

unserer Gruppe mit den Stewardessen

und Stewarden angefreundet,

die dann manchen von uns zum

GAPP 2006

von Stephanie Mayer

Abschied eine echte rote Rose geschenkt

haben. Ich habe auch zu den

Glücklichen gehört☺. Doch ganz so

glücklich war ich dann doch nicht

mehr, als wir durch den Zoll in Chicago

mussten und mich ein Zollmann

plötzlich in die entgegengesetzte

Richtung der restlichen „Gappies“

schickte und ich überhaupt nicht

mehr wusste, was los war. „Go to the

green sign please!“ Ziemlich verloren

hab ich mich dann auf die Suche

nach dem grünen Zeichen gemacht

und musste erst mal lachen, als ich

vor dem grünen Schild „Agriculture”

(=> Landwirtschaft) stand und ich

endlich erfasst hatte, dass es um die

Rose ging. Unglücklicherweise hatte

ich vergessen, auf den Zollpapieren

bei der Zeile „ich führe Schnecken,

Bakterien oder Pflanzen ins Land

ein“ das Ja-Kästchen anzukreuzen.

Nachdem die Rose dann kritisch mit

der Taschenlampe untersucht worden

war, konnte ich dann endlich mit

Rose!! (durch die ganze Prozedur war

sie schon eh halbwegs zerfallen...)

zur wartenden Gruppe zurückkehren.

So - Zeitsprung - nun sind wir aber

endlich in Boise gelandet, Ortszeit:

ca. 3:00 am Morgen, und nach einer

übermüdeten Begrüßung mit unseren

amerikanischen Freunden und

deren Gastfamilien ging es endlich

nach Hause. Und dabei kam ich wohl

zum ersten Mal mit etwas typisch

Amerikanischem in Verbindung: die

Trucks! Natürlich kenne ich diese riesigen

Autos aus Filmen, aber irgendwie

ist es noch mal ein komplett anderes

Gefühl, direkt davor zu stehen

und schon beim Einsteigen ein paar

Probleme zu haben (die Reifen waren

ungefähr so groß wie ich).

Doch es war dann wohl das schönste

Gefühl der Welt, nach einem über 30stündigem

Tag sich endlich ins Bett

fallen zu lassen....nun ja, leider konnte

ich nur 2 Stunden schlafen, weil

Jackie, meine Partnerin, am nächsten

Tag ein Softballspiel in Twin Falls

(ca.3 Std. von Boise entfernt) hatte.

Obwohl ich ziemlich müde war, fand

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

ich diese Sportart, die bei uns ja

eher unbekannt ist, ziemlich interessant,

und schon da ist mir aufgefallen,

dass Sport für die Jugendlichen

hier eine sehr große Rolle spielt. Je

mehr Sportarten man macht, desto

angesehener und beliebter ist man.

Der Ehrgeiz der Schüler ist sehr groß,

und auch die Eltern unterstützen den

Sport ihrer Kinder sehr. Beispielsweise

habe ich ein Mädchen kennen

gelernt, das mitten in ihrem „Senioryear“

(also ihrem letzten Schuljahr

vor der Graduation) von ihrer alten

Schule auf die Meridian Highschool

wechselt, und das nur, weil sie in

dem Meridian Highschool Softballteam

spielen will. Weil die Schule

aber zu weit von ihrem Haus entfernt

ist, zieht sie jetzt alleine in eine Wohnung

um...

So wichtig wäre mir persönlich Sport

dann doch nicht, aber insgesamt

finde ich es besser, dass Sport und

Schule hier zusammengehören, denn

ich sehe darin viele Vorteile. Erstens

muss man dann nicht wie bei uns

weite Strecken fahren, um erst einmal

zu seinem Sportverein zu gelangen.

Außerdem bin ich der Meinung,

dass Sport die Schüler motiviert und

vielleicht auch einen Grund bietet,

sich auf die Schule zu freuen. Ich

denke, es schweißt nebenbei auch

die Schulgemeinschaft zusammen.

Ich habe wohl noch nie zuvor so einen

Teamgeist erlebt. Es gibt ein

sehr großes Angebot an Sportarten

Was mich am

meisten

„Alles in allem eine wunderschöne

Zeit, die ich niemals

vergessen werde, in der ich

viele Erfahrungen gemacht

habe, und die ein bisschen zu

kurz war.“ Stefanie Mayer

beeindruckt

hat…


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

und jede Sportart hat dabei ihre eigenen

„Shirts“, die die Schüler auch im

Unterricht tragen und im Vergleich zu

anderen Schul-T-Shirts noch ziemlich

gut aussehen...

Meine erste Schulwoche an der Meridian

Highschool war eine Besondere,

da es sich um die „Homecoming-

Week“ handelte. Jeden Tag gab es

ein anderes Verkleidungsmotto, wie

z.B „Lazy Day“, „Hat Day“ und „Mismatch

Day“, bei denen sich viele

Schüler ziemlich ausgefallene „Outfits“

ausgedacht haben. Außerdem

fanden nebenbei noch zusätzliche

Veranstaltungen statt, wie das „Powderpuff

Game“, wo die Mädchen in

die Rolle der „Footballer“ schlüpfen

und die Jungen die „Cheerleader“

darstellen. Der erste Höhepunkt der

Woche war dann das richtige „Football

Game“, bei dem die Stimmung

einfach atemberaubend war (Teamgeist!!)

,zumal Meridian gewann!

Ein weiterer Höhepunkt war dann der

„Homecoming Ball“. Bälle sind für die

Schüler hier von großer Bedeutung.

Die Mädchen geben für ihre Kleider

sehr viel Geld aus und verbringen einen

ganzen Tag damit, sich fertig zu

machen. Mir ist generell aufgefallen,

dass die Mädchen hier sehr lange

im Bad verbringen. Ich wurde ziemlich

dumm angeguckt, als ich gesagt

habe, dass ich kein Glätteisen besitze...Aber

es war trotzdem ein tolles

Erlebnis, für einen Abend in eine

Prinzessin verwandelt zu werden ☺.

Nun ein paar Punkte zur High

School allgemein:

- Den größten Teil der Schule stellt

der Parkplatz dar, natürlich kommt

jeder mit dem Auto zur Schule, auch

wenn man nur 5 Min. von der Schule

wegwohnt.

- Es gibt keine Fenster in den Klassenräumen

und es ist, bedingt durch

die Klimaanlagen, eiskalt... .

- Jeder Schüler hat insgesamt 8 Fächer,

die er selbst wählen kann. (Es

gibt auch Fächer, wie Auto, Angeln,

Gitarre, Töpfern, Fahnentanz? oder

Fotografie, was mich sehr beeindruckt

hat, weil dieses Fächersystem

viel individueller ist als bei uns.)

- 1 Schulstunde hat 90 Minuten, es

gibt 3 bzw 4 Schulstunden pro Tag.

- Nicht die Schüler, sondern die Lehrer

haben hier ihren eigenen Klassenraum.

- Tests sind immer angekündigt, und

alles wird vorher in der gleichen Stunde

noch mal besprochen, manchmal

werden Tafelanschriebe für den Test

auch einfach stehen gelassen... .

- Keine Epochalnoten! Also: Schlafen,

I-pod und Mp3-Player meistens

erlaubt!!!

- Was ich hier viel extremer als bei

unserer Schule empfunden habe,

ist, dass sich hier viel mehr Cliquen

bilden. Vor dem Unterricht sitzen die

Schüler meistens vor ihren „Lockern“

(Schließfächern). Auf der einen Seite

die „Punks“, dann die „Gothics“, daneben

die „Emo-kids“, dann ein paar

„Cheerleader“ mit toupierten Haaren

und gegenüber die „Footballer“

(wie man es eben aus den Filmen

kennt....)

Hier noch ein paar Dinge, die mir

zum Alltagsleben aufgefallen

sind:

- Das 2. Zuhause der Leute hier ist ihr

Auto, man läuft auch Kurzstrecken

nicht (wenn ich hier leben würde,

würde ich es wohl genauso machen,

denn an den meisten Straßen gibt es

keinen Bürgersteig...).

- Fast jeder Jugendliche hat hier einen

Job, egal ob in der Waschstraße

oder im „Fastfood“-Restaurant, viele

schaffen sich diesen Job nur an, um

das Benzin für ihr Auto bezahlen zu

können.

- Zum Essen: nun ja, dass hier viel

„Fastfood“ gegessen wird, brauche

ich wahrscheinlich nicht zu erwähnen.

Es gibt ganze Straßen voll von

„Fastfood“-Restaurants, also man findet

echt mehr als nur McDonalds! Mir

hat’s geschmeckt! Manche Sachen

konnte man fast gar nicht mehr „Fastfood“

nennen, weil es schon ziemlich

gesund war, z.B. „Mexican Fast Food“,

mein Favorit☺.

- Was ich vermisst habe: das deutsche

Brot! Hier gibt es nur Toastbrot, und

das bewahrt man im Kühlschrank auf

und isst es meistens ungetoastet!!!

Insgesamt kann ich sagen, dass ich

eine wunderschöne Zeit in Idaho verbracht

habe, mich sehr wohl in meiner

Gastfamilie gefühlt habe, viele

Freundschaften geschlossen habe

und gerne länger geblieben wäre.

Zum Abschluss noch ein Sprichwort:

WER NICHT WEG GEHT, KOMMT

NICHT WIEDER. Auf Englisch würde

sich das dann vielleicht so anhören:

IF YOU DON’T GO AWAY YOU WON’T

COME BACK!!!

2. San Francisco

Nach unserem dreiwöchigen Aufenthalt

in Idaho haben wir ja noch

3 Tage in San Francisco verbracht.

Gut gefallen haben mir natürlich die

Attraktionen, wie die „Golden Gate

Bridge“. Außerdem hat „China Town“

mich sehr beeindruckt. Man fühlt sich

wie in einer anderen Welt, wenn man

durch das Tor tritt, dass „China Town“

von dem Rest der Stadt abtrennt.

Noch nicht mal in den Geschäften

sprechen die Leute richtig Englisch,

und die Bruchstücke, die sie gesprochen

haben, habe ich nicht wirklich

verstanden...

Sehr interessant fand ich an San

Francisco auch, was für eine internationale

Stadt es ist. Man findet hier

mit Sicherheit jede Kultur und Menschen

aus jedem Land dieser Welt

wieder. □

Neidobjekt unserer Schüler:

Jeder hat hier einen „Locker“ für

seine Schulbücher.

25


Die ganze Reise begann am

22.09.2006 am Frankfurter Flughafen,

Terminal 1, Abflughalle B. Dort

nämlich startete der Flug UA 941

in Richtung Chicago um 12.45 Uhr.

Dafür traf sich die Gruppe schon um

9.30 Uhr, um rechtzeitig zum Einchecken

dazusein. Jedoch gab es

hier schon kleine Probleme, da um

die Mainmetropole die Straßen dicht

waren und sich kilometerlange Staus

bildeten. Dies war der Grund, warum

sich einige leicht verspäteten. Nun

lief alles nach Plan. Der Start, der

Flug und die Landung in Chicago

verliefen problemlos. Dort hatten wir

dann regulär 5 Stunden Aufenthalt.

Jeder aß und trank etwas und ruhte

sich für den gleich bevorstehenden

Flug nach Boise aus. Jedoch wandelte

sich das schöne Wetter langsam

aber sicher zum schlechten Wetter.

Es schüttete wie aus Eimern und

es stürmte. Viele Flüge wurden abgesagt.

Die Abflugszeit unseres Anschlussfluges

wurde immer weiter

nach hinten verlegt. Alle bangten, ob

der Flug noch stattfinden oder auch

dem Wetter zum Opfer fallen würde.

Am Ende (nach langem Warten) wurde

der Flug um 0.45 Uhr angesetzt; 4

Stunden nach Planabflug! Bis dahin

wurde vor allem sehr viel geschlafen.

Trotz dieses Hin und Her kamen wir

um 3.30 Uhr (!!!) todmüde in Boise

an (planmäßig: 23 Uhr). Auch die am

Flughafen wartenden Gastfamilien

sahen ein wenig erschöpft aus. Endlich

dann im neuen zu Hause angekommen,

fiel ich sofort ins Bett.

Am nächsten Morgen stand ich dann

gegen 11.40 Uhr auf und machte

26

BERICHT IDAHO

von Robert Menges

mich mit der Familie bekannt. Mein

Partner Ben hatte schon an diesem

Morgen ein „Cross Country“ Rennen,

das ich mir dann auch gleich angeschaut

habe. Abends dann wieder

zu Hause, wurde gegessen, etwas

gespielt und erneut geschlafen. Aber

sonntags war es dann auch schon

wieder vorbei mit schlafen: Um 9

Uhr begann der Gottesdienst. Dieser

war nach ca. 1 Stunde beendet und

es ging noch einmal für 2 Stunden

in eine Art Konfirmandenunterricht.

Nach insgesamt 3 Stunden im Gotteshaus

verlief der Tag unspektakulär

weiter.

Dann war es soweit: Der erste Schultag!

Morgens ging es mit dem Bus zu

einem besonderen „Science-Center“,

wo die Fächer Mathe, Physik und

„Statistics“ auf einem höheren Level

unterrichtet wurden. Nach 2 „Periods”

erreichten wir per Bus pünktlich zur

3. „Period” die Meridian Highschool

(MHS). Dort hatte ich meistens nur

1 wirkliche Unterrichtsstunde, da

danach nur noch Mittagspause und

unser “Homeroom“ stattfanden.

Mir fielen einige Unterschiede des

amerikanischen Schulsystems zum

deutschen auf; z.B. dass der Lehrer

seinen eigenen Klassensaal hat,

zu dem die Schüler jeweils wandern

müssen. Außerdem sind die geforderten

Lernleistungen/Erwartungen

viel niedriger als in Deutschland.

Manchmal wird vor dem Test der

Stoff noch einmal in derselben Stunde

wiederholt. Die Anzahl der unterschiedlichen

Fächer ist geringer,

da es nur 2 Arten von Schultagen

gibt („A-Days“ und „B-Days“), an denen

jeweils nur 3 Unterrichtsblöcke

Was mich am meisten

„Am meisten beeindruckt hat mich die Gastfreundschaft und Aufnahmebereitschaft

der Amerikaner. Meine Familie hat versucht,

mir alles zu ermöglichen, was ich machen wollte. Auch sonst in

der Schule, auf der Straße und in den Geschäften waren alle sehr

freundlich und nett, und ich habe mich (fast) überall wohl gefühlt.“

Robert Menges

beeindruckt hat…

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Robert Menges

à 90 Minuten unterrichtet werden.

Außerdem wird der Sport nicht von

Vereinen organisiert, sondern findet

nach der Schule im Schulverband

statt. Insgesamt wurde ich nett und

freundlich von allen Schülern und

Lehrern aufgenommen.

Da „Homecoming-Week“ war, stand

jeder Tag unter einem besonderen

Motto. Dieser Tag war z.B. der „Lazy

Day“, d.h. viele Schüler kamen in

Schlafanzügen oder ähnlichem zum

Unterricht. Dienstags stand immer

zuerst eine halbe Stunde eigener Unterricht

in der „Meridian Elementary

School“ (MES) auf dem Programm.

Wir brachten den Grundschülern einige

leichte deutsche Begriffe und

ein paar Farben und Zahlen bei. An

jedem Nachmittag war für meinen

Partner „Cross Country“ Training, an

dem ich aber aus mir unbekannten

Gründen (vielleicht versicherungsrechtlichen)

nicht teilnehmen durfte.

Also schaute ich mir mit Jan das

„Footballtraining“ an, da Jans Partner

Tyler „Footballer“ ist und er somit

auch warten musste. Wir arbeiteten

uns von der Tribüne aus in die Rituale

und Regeln des Footballspiels

ein. Am Abend besuchte ich ein Fußballspiel

(„soccer“) des MHS-Teams.

Trotz der 0:9 Niederlage war bei uns

eine gute Stimmung. Am Mittwoch


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

i n B o i s e

war dann fast ein normaler Schultag.

Es war „Hat Day“ und abends

fand das „Powder Puff Game” statt.

Dies ist ein Footballspiel, bei dem

die Mädchen „Football“ spielen und

die Jungen „Cheerleader“ sind. Es

war sehr lustig.

Am Donnerstag stand dann unser erster

Ausflug an. Wir fuhren nach Boise,

um dort das „Capitol“ und das „Idaho

Historical Museum“ zu besichtigen.

Ich fand insbesondere das „Capitol”

beeindruckend. Am Abend besuchte

ich mit Jan und dessen Gastfamilie

ein Footballspiel seines Partners. Sie

gewannen 63:26, und es hat mir sehr

viel Spaß gemacht. Die Atmosphäre

U

n

t

e

r

w

e

g

s

►bei den Basken

►im Parlament

auf den Rängen war ausgelassen.

Am Freitag fand nach der großen

„Assembly“, wo vor allem „Cheerleader“

auftraten, das größte „Event“

der „Homecoming-Week“ statt: Das

„Homecoming-Game“. Das Stadion

war gut gefüllt, und es herrschte

eine gute Stimmung. Auch weil das

Spiel vom MHS-Team gewonnen wurde.

Auch wurden die „Homecoming-

Queen” und der „Homecoming-King”

gewählt. Dieser Titel wurde zwar von

´ unserer` Jackie knapp verpasst,

dafür wurde sie aber „Senior-Queen“

(oder irgendetwas Vergleichbares).

Da sich fast die gesamte GAPP-Gruppe

im Stadion an einem Platz zusammenfand,

war der Abend sehr unter-

►vor der City Hall

►älteste Blockhütte von 1863

haltsam. Nach dem Spiel trafen wir

uns fast alle bei Braden und feierten

Lisas 17. Geburtstag. Samstags habe

ich zuerst einmal lange geschlafen.

Nachmittags sind wir dann ins Kino

in den Film „Open Season“ gegangen.

Wieder zu Hause angekommen,

haben wir einen familieninternen

Spielabend veranstaltet. Es wurde

Billard, Dart und Tischtennis gespielt.

Am Sonntag besuchten wir die Bruneau

Sanddünen. Dort trafen wir dann

auch Jan, Mike, Ben und Tim. Es hat

viel Spaß gemacht die Dünen herunterzurutschen.

Am folgenden Montag war der erste

echte ganz normale Schultag. Am

27


nächsten Tag unterrichteten wir erneut

in der MES und abends fuhren

wir alle zum „Corn Maze“, einem

Labyrinth in einem Maisfeld. Es war

eine witzige Veranstaltung. Am darauf

folgenden Mittwoch fand unser

zweiter „Field Trip“ statt. Wir besuchten

ein altes Gefängnis. Uns wurde

alles sehr nett erklärt und es war

sehr interessant. Am Ende konnten

wir uns sogar in einigen Zellen einsperren

lassen. Nach der Heimkehr

wurde schon mit dem Packen für die

bevorstehende Reise nach McCall

begonnen. Donnerstagmorgen war

es dann soweit: Die 2-tägige Reise

nach McCall begann. Zuerst wanderten

wir ca. 2 Stunden durch den

Wald. Es war eine wunderschöne

Landschaft dort und ich habe viele

Bilder gemacht. Insgesamt war es

eine schöne Wandertour. Nach dem

Beziehen der Zimmer (mit Ben und

Tim) wurden gleich Volleyball, Fußball

und Football herausgekramt und

wir fingen sofort an zu spielen. Am

Abend wurde natürlich ein Lagerfeuer

angefacht, bei dem jedes Zimmer

verschiedene Aktivitäten vorführen

sollte. Es war sehr lustig. Leider sind

wir freitags schon wieder abgereist.

Bevor es aber wieder per Bus zurückging,

absolvierten wir ein so genanntes

„Teambuilding“. Verschiedene

Aufgaben mussten als Team gelöst

werden, was gut geklappt hat. Auch

dies war ein gelungener „Event“.

Nach einem kleinen, schönen Zwischenstopp

an einer heißen Quelle,

in der wir baden waren, kamen wir

abends wieder in der MHS an.

Der Samstagmorgen war schrecklich.

Ich musste um 5 Uhr aufstehen;

am Wochenende! Meine Gastfamilie

lud mich zu einem 2-tägigen Trip ein.

Wir fuhren nach Park City (bei Salt

Lake City) in den Olympia Park. Während

der 5-stündigen Fahrt wurden

gleich 2 Filme geschaut. Endlich angekommen

wurden sofort alle Sommerrodelbahnen,

„Alpine Slider“ und

„Zip Lines“ ausprobiert. Nach diesem

Programm ließen wir uns brasilianisches

Essen gut schmecken. Nach

einem lustigen Abend im Hotel ging

es am Sonntagmorgen 2 Stunden

lang in den „Park City Outlets“ einkaufen.

Mit meinen neuen Errungen-

28

schaften startete unsere 5-stündige

Heimreise. Unterwegs kamen wir an

einem sehr schönen Canyon vorbei,

an dem wir einen ca. 15-minütigen

Zwischenstopp einlegten. Zu Hause

ruhten wir uns gemeinsam und gemütlich

aus.

Schließlich begann –leider- unsere

letzte Woche in Meridian. Der Montag

war ganz normal. Nachmittags

ging es dann das erste Mal mit Jan

und Tyler in die Mall in Boise. Das

Warenangebot war gut und günstig,

und wir konnten dem ein oder

anderen Artikel nicht widerstehen.

Am folgenden Dienstag veranstalteten

wir für die Schulgemeinde unseren

„German Evening“ als kleine

Präsentation Deutschlands und als

Dankeschön an die Schule, dass sie

uns so freundlich aufgenommen hat.

Ich glaube, er hat den meisten Besuchern

gut gefallen, obwohl der Saal

leider nicht ganz gefüllt war.

Am Mittwoch fuhren wir zu unserem

letzten „Field Trip“ nach Boise und

besuchten das Baskenmuseum, in

dem wir viele interessante Informationen

erhielten. Am Abend fand dann

Reiten wie zu

Cowboy-Zeiten

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

in „meinem Haus“ ein Grillfest statt.

Es war sehr lustig und hat viel Spaß

gemacht. Wir haben viel in Gruppen

gespielt und uns am Feuer rege unterhalten.

Der Donnerstag war ein

normaler Schultag. Am späten Nachmittag

schaute ich mir erneut ein

Footballspiel an.

Dann war es leider schon soweit:

Der letzte Schultag in den USA. Man

musste sich von allen neuen Freunden

verabschieden. Abends trafen

sich dann alle bei Mike zu einer Halloween-Abschiedsparty.

Fast alle

kamen verkleidet; vom „Footballer“

über Schneemann zu „Hawaiian“, Pirat

und Elf. Allen hat es gut gefallen.

Vor allem das Trampolinspringen war

eine Attraktion. Samstags, vor dem

Videoabend bei Jerimiah, waren Ben

und ich im Kino.

Dann stand schon der Abreisetag

an. Am Flughafen flossen einige Tränen,

aber spätestens im Flugzeug

Richtung San Francisco überwog die

Freude auf die folgenden 3 Tage, bevor

dann die endgültige Heimreise

aus den USA anstand. □

Hauptattraktion

im Idaho Museum


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

L I EBENSWERT

AUFREGEN D

INTERESS A NT

GASTFREUNDLIC H

T O LL

von Lea Nikolay

Zugegebenermaßen war ich schon

ziemlich nervös, als wir nach Amerika

aufgebrochen sind - einen Monat in einem

fremden Land, so weit weg von

zu Hause! Doch schon der Flug machte

viel Spaß, denn irgendwie hatten wir

es den Stewards angetan: Sie kümmerten

sich um uns, gaben uns Kreuzworträtsel

gegen die Langeweile, und

am Schluß gab es für jedes Mädchen

eine Rose. Diese Rose war dann auch

der Grund für Steffie und mein erstes

Highlight in Amerika: Wir wurden von

der Gruppe weggeschickt und im Bereich

„Agriculture“ wurden unser Gepäck

und die Rose durchleuchtet, als

ob wir Aussätzige wären, nur weil wir

auf den Einreisepapieren nicht angekreuzt

hatten, dass wir Pflanzen nach

Amerika einführen wollen, da wir zu

diesem Zeitpunkt noch nicht wussten,

dass wir eine Rose geschenkt bekommen

würden. Aber die Leute dort waren

sehr nett zu uns und fanden das

Ganze auch recht lustig. Ein paar Stunden

später begann für uns alle dann

der wahre Horror, denn unser Flug

nach Boise wurde auf Grund einiger

Unwetter stündlich verschoben und

Jan, Braden und ich beim

„Powder Puff Footballgame“

jeder versuchte auf den wirklich sehr

gemütlichen Bänken Schlaf zu finden,

bis wir gegen 1 Uhr nachts endlich losfliegen

konnten.

In Boise wurden wir dann sehr lieb von

allen Amerikanern und ihren Eltern

abgeholt und konnten nach rund 30

Stunden auf den Beinen endlich ins

Bett.

Die nächsten drei Wochen sollten jedoch

viel Spaß bringen!

Prägnant dafür war besonders die

Gastfreundschaft der Amerikaner,

denn nicht nur in der eigenen Gastfamilie

wurde man sehr zuvorkommend

behandelt; wann immer man erzählte,

dass man aus Deutschland kam war

man begeistert und bereute, dass man

kein Deutsch konnte. Auch wurde man

jedesmal gefragt, wie es einem geht,

wenn man ein Geschäft betrat.

Sehr unterschiedlich zu Deutschland

war auch auf jeden Fall die Schule: 1½

Stunden Unterricht und sehr andere

Fächer, manche mehr und manche weniger

interessant. Besonders beeindruckend

war aber auch, dass man vieles

aus Filmen kannte und es interessant

war, das alles einmal in Wirklichkeit zu

sehen: alles wird mit

dem Auto gemacht,

überall „Fast Food“

Restaurants und

natürlich „Homecoming“!

Angefangen hat das

Ganze für mich mit

der „Assembly“ in

der Sporthalle, eine

Art Einstimmung

auf „Homecoming“,

mit „Cheerleadern“

und allem drum und

dran – genau wie

im Fernsehen. Das

„Football Game“ abends war ebenfalls

sehr eindrucksvoll und hat Riesenspaß

gemacht – auch wenn „Football“ nie

mein Lieblingssport werden wird, und

ich es auch nicht so ganz verstanden

habe, aber die Stimmung war einfach

unglaublich, da wurde für viele das

Spiel zur Nebensache.

Auch der „Homecoming Ball“ am

nächsten Abend war ein „Event“: Fotos

machen, Essen gehen und dann zum

Ball. Das einzig Komische war, dass

um 23 Uhr knallhart die Musik aus-

und das Licht angemacht wurden und

damit eindeutig klar war: Ende.

Typisch für Amerika ist auch die Tatsache,

dass alles riesig sein muss:

riesige Trucks, Geschäfte, sogar die

Früchte sind genmanipuliert, damit sie

größer sind!

Unsere amerikanischen Austauschschüler

haben sich sehr viel Mühe gegeben,

unsere Zeit hier so schön wie

möglich zu machen und wurden es nie

müde uns irgendwohin zu fahren (vielen

Dank Braden, dass du mich immer

mitgenommen und überall hingefahren

hast). Wir sind oft Shoppen gegangen,

die Mall fanden wirklich alle toll,

waren bowlen, im Kino (gesalzenes

Popcorn schmeckt nicht) oder haben

uns einfach nur unterhalten. Aber egal

was wir gemacht haben, es hat immer

sehr viel Spaß gemacht.

Auch unser „German Evening“ war ein

großer Erfolg, alle waren begeistert,

auch wenn er vielleicht etwas zu lang

war.

Auch meine anfänglichen Probleme,

mich mit einem Amerikaner zu unterhalten

waren nach kurzer Zeit wie

weggeblasen und ich konnte einfach

drauflosreden.

29


30

Wir sechs Mädels auf der Golden Gate Bridge

Ein weiterer Höhepunkt war sicher

auch für alle die 2 Tage in McCall, der

einzige Ausflug mit der ganzen Gruppe.

Wir sind zu einem Aussichtspunkt

über dem See gewandert, haben ein

Lagerfeuer gemacht und am nächsten

Morgen Teamspiele veranstaltet.

Auf dem Rückweg haben wir noch

einen Stopp bei den heißen Quellen

gemacht. Es waren 2 tolle Tage, aber

leider das einzige Mal, dass die ganze

Gruppe etwas gemeinsam gemacht

hat.

Nach einer tollen Halloween-Abschiedsparty

und einem letzten gemeinsamen

DVD-Abend hieß es dann

am Sonntagmorgen „Goodbye“ zu sagen.

Zumindest für die meisten Mädchen

war es ein sehr tränenreicher Abschied,

aber auch bei ein paar Jungen

sind die Tränen geflossen. Aber ich

hoffe, dass es kein Abschied für immer

war.

Ich habe mich wirklich sehr wohl und

immer willkommen gefühlt und hatte

eine wundervolle Zeit.

Doch als nächstes stand San Francisco

auf dem Programm und hat

uns schnell von unserer „Trauer“ abgelenkt.

Noch am selben Tag ging es

einmal über die „Golden Gate Bridge“

und wieder zurück

und abends

leckere Riesenpizza

essen.

Am nächsten Tag

sind wir mit dem

„Cable Car“ zum

Union Square

zum Shoppen

gefahren und anschließend

nach

„Chinatown“, wo

ich zum ersten

Mal in meinem

Leben Sushi gegessen

habe, und

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

ich muss sagen – es hat mir sogar

ganz gut geschmeckt! Abends sind

wir in einem italienischen Restaurant

super lecker Pasta essen gegangen.

Am letzten Tag waren dann Alcatraz,

Fishermen’s Wharf, Pier 39 und Lombard

Street an der Reihe. Alcatraz

hat mir sehr gut gefallen, aber beim

anschließenden Shoppen haben Lisa

und vor allem Tim mich in den Wahnsinn

getrieben, weil sie in wirklich jeden

Touri-Shop gehen mussten. Mit

wunden Füßen ging es dann abends

wieder zurück nach „Chinatown“ chinesisch

essen. Meine Ente war leider

nicht sonderlich toll, da sie zum größten

Teil nur aus Knochen bestand.

Und damit waren nicht nur unsere

Tage in San Francisco, sondern auch

der gesamte Austausch zu Ende, auf

den wir uns alle schon seit Monaten

gefreut hatten. Es waren 4 wundervolle

Wochen, die mir für immer in sehr

guter Erinnerung bleiben werden. □

Was mich am meisten beeindruckt hat…

„Am meisten beeindruckt hat mich die Gastfreundlichkeit der Amerikaner. Ich habe immer gedacht,

Amerikaner wären nur auf ihr Land konzentriert und alles andere interessiere sie nicht. Doch wann und

wo auch immer, ob in der Schule oder in einem Geschäft, man erzählt hat, dass man aus Deutschland

kommt, war man immer interessiert, fragte woher genau man kommt und entschuldigte sich, dass man

kein Deutsch konnte. Wenn man ein Geschäft betrat, wurde man begrüßt und gefragt, wie es einem

geht; Das werde ich in Deutschland wirklich vermissen.

Auch war man bei den Gastfamilien immer willkommen (hier mein Dank an Bradens Eltern), konnte

dort essen oder einfach nur rumhängen, ohne sich vorher groß anzukündigen.

Es war nie ein Problem, jemanden wohin zu fahren oder mitzunehmen. Im Vergleich zu den Leuten in

den USA sind die Deutschen doch recht unhöflich, obwohl ich das vorher wirklich nicht gedacht hätte.“

Lea Nikolay

Was mich am meisten beeindruckt hat…


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Vanessa Rüdinger

Mmh…mal überlegen. Was gab’s

Neues? Was war anders?

Dinge, die ich täglich hörte:

• „Sweeeeeet!!!!!“

(dieser Ausdruck passte, laut der

Amerikaner, zu fast allem)

• „What’s up today?!“

(ein beliebter Ausdruck, um sich

nach dem Wohlbefinden einer Person

zu erkundigen)

Dinge, die ich (fast) jeden Tag

gemacht habe:

• mit dem Auto gefahren

• „Fast Food“ gegessen

• mit dem Handy telefoniert

Dinge, die ich einmal pro Woche

gemacht habe:

• ins Kino gegangen

• „Milkshake“ getrunken

• einen Winnie Pooh gekauft

mich im „Football“ spielen versucht

Dinge, die ich weitaus öfter als

einmal gegessen habe:

• „Bagels“

• „Poptartes“

• „Hot Dogs“

• Mexikanisches

• Miniatur Karotten

• …generell „Fast Food“

Impressionen U.S.A.

von Vanessa Rüdinger

Dinge, die ich nicht so gerne

mochte:

• die Klotüren der öffentlichen Toiletten

(aufgrund des „meterlangen“

Spaltes zwischen Klotür und Wand)

Dinge, die ich vermissen werde:

• Die Katzen meiner Gastfamilie

• Das gute Wetter

• Die Kinder, der „Elementary

School“ (vor allem den kleine

Knaben am hintersten Tisch)

• „Cable cars” & Feuerleitern in San

Fransisco

• Die Ruhe um 7 h morgens in Mc

Call

• Die “classes”, der Meridian High

School

• …& die damit verbundenen Lehrer

• Die Autos

• Und vor allem die vielen unter

schiedlichen Charaktere des Austau-

sches… ja ich werde sie vermissen…

Dinge, die ich meiner „Hostfamily“

gerne sagen möchte:

DANKE! Danke dafür, dass ich mich

schon nach wenigen Tagen wie zuhause

gefühlt habe. Deshalb war

es nicht verwunderlich, dass ich sie

öfter als einmal als meine „Familie“

bezeichnet habe:

„Kannst du mich nach Hause fahren?“

– „Unsere Katzen sind krank!“

Im Maisfeldlabyrinth

Solche Sätze sind bei mir häufiger

gefallen und das nicht grundlos. Ich

habe eine neue Mutter und eine

neue Schwester gewonnen.

Vielen, vielen Dank für Freiheiten,

Herzlichkeit und Verständnis. Ich

werde euch vermissen.

DANKE!

Was war anders als erwartet?

• „High School“ macht mehr Spaß

als unser Gymnasium, da man die

freie Klassenwahl besitzt

•Es ist möglich, sich jeden Tag von

Fast Food zu ernähren.

•Und es ist möglich, für nur 10 Meter

Fußweg das Auto zu nutzen

Welche „Befürchtungen“ haben

sich bestätigt?

• „Air conditioning“ läuft permanent

• „Football“ ist wirklich der Lieblingssport

der Amis

• Benzin ist wirklich billiger

• Es gibt wirklich riesige „Trucks“

Was ich am meisten in der Zeit

in den USA vermisst habe:

• Gemüse/ Wasser (deutsches Leitungswasser)

• Mein Tanztraining

• Deutsche Nachrichten

►►►

31


Meine „Top 5“ in SF:

1) Golden Gate Park („Artists“)

2) Financial District („Buildings“)

3) Market Street („Shopping“)

4) Golden Gate Bridge („Boats“)

5) Chinatown („Green Mango Juice“)

Interessante Fakten:

1) Jeder Amerikaner hat seine Lieblings-Fast-Food-Kette.

2) Fast niemand achtet bei einem

High School Footballspiel auf das

Footballspiel.

3) Cookies können Pizzagröße besitzen.

Was hat mir die Reise in die USA

gebracht?

• neue Freundschaften

• tolle Fotos

• noch mehr Selbstständigkeit

Ich durfte einer der Glücklichen sein,

die am diesjährigen GAPP 2006 teilnehmen

konnten. Die vier Wochen

waren einfach der Hammer!

Wie sich aus der Überschrift schon

vermuten lässt, es war einfach alles

wie im Film: die Autos, die Straßen,

die Schule, die Häuser,.....In den

folgenden Zeilen möchte ich versuchen,

einen kleinen Bericht meines

Amerika-Besuchs wiederzugeben.

Nach einem sehr langen und anstrengenden

Flug sind wir schließlich

um ungefähr 3 Uhr nachts in Boise

angekommen, wo unsere Partner

und Gastfamilien schon auf uns warteten

und uns mit Luftballons und

Plakaten empfingen. Nachdem wir

mein Gepäck geholt hatten, fuhren

wir zu meinem „neuen Zuhause“, wo

ich total müde ins Bett fiel.

Am nächsten Morgen hieß es früh

aufstehen. Ich wurde von Jerimiah,

seiner Mutter, seinem Vater, seinem

Bruder und seinen Großeltern in das

wunderschöne Sunrise Cafe eingeladen,

wo ich mit einem typisch amerikanischen

Frühstück in den amerikanischen

Lebensstil eingeführt wurde.

32

Unsere deutsche Gruppe…

… wollte immer Sport treiben

… hatte so viele Insider, um damit

ein ganzes Buch füllen zu können

… wertet erst zuhause

… ist zwischen 14 & 18 Jahren alt

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

… war eine Attraktion an der Meridian

High School

… hat den „German Evening“ gerockt

… hat sich lieb

… ist einfach SUPER!


Was mich am meisten

„Die Gastfreundlichkeit der Amerikaner und das rege Interesse an

allem Neuen sind unwahrscheinlich groß. Türen werden offen stehen

gelassen, Fremde werden automatisch zu Freunden und man

bekommt immer eine Mitfahrgelegenheit.

Ich habe mich so oft absolut willkommen gefühlt, sodass ich nicht

nur meine Gastfamilie als (meine) Familie bezeichnen würde.

Branhams, Wights und Jonssons waren immer eine zweite Anlaufstelle

und gaben mir das Gefühl von Geborgenheit. Danke für die

Essenseinladungen, Ausflüge und Freundlichkeit.“

Vanessa Rüdinger

beeindruckt hat…

Amerika – genau wie im Film!

von Maximilian Steiner

Maximilian Steiner

Gestärkt besuchten wir dann den

„Farmers´Market“ mit seinen für

Idaho typischen Spezialitäten, wie

z.B. seinen roten Kartoffeln.

Anschließend fuhren wir zu Jerimiahs

altem Haus. Meine Gastfamilie

befand sich zu der Zeit gerade im

Umzug, und so kam es, dass ich in

den folgenden Tagen noch öfter als

Umzugshelfer engagiert wurde. Mein

erster Tag in Amerika fand mit der

Begrüßungsparty bei Braden einen

schönen Ausklang. Am nächsten Tag

ging es gleich rasant weiter. Wir fuhren

zum „Firebird Racing Way“, wo es

sehr viele schnelle und heiße Wagen

zu bestaunen gab. Und das tolle war,

Braden Jesser war auch am Start.

Anschließend besuchten wir das

„Meridian Lions´ Rodeo“ mit seinen

wagemutigen Teilnehmern und den

wilden Stieren und Pferden. Sogar

die ganz kleinen versuchten sich

schon beim Schafsreiten zu beweisen.

Spaß pur! Da Jerimiah nun zur

Arbeit ins Louie’s musste, zeigte mir

seine Mutter Kellie die riesige Mall

mit ihren unendlich vielen Läden.

Die Geschäftsöffnungszeiten sind

in Amerika ganz unterschiedlich zu

Deutschland. Es gibt welche, die bis

24 Uhr und sogar welche, die rund

um die Uhr geöffnet sind. Abends

ging´s mit ein paar Deutschen und

ihren Partnern ins Kino.

Am darauffolgenden Montag war der

erste Schultag. Die „Meridian High

School“ war eine ganz neue Erfahrung

für mich. Die Schultage waren

in A- und B-Tage unterteilt, die sich

immer abwechselten, und die Klassenstufen

wurden unterschieden


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

nach „Freshmen“, „Sophomores“,

„Juniors“ und „Seniors“. Am A-Tag

belegte Jerimiah die Fächer Auto,

„German“, Algebra II, „Mechanics“

und am B Tag Auto, „Teacher Assistant“,

„Sports´ Medicine“ und „US

History“. Ein großer Teil der Fächer

ist unterschiedlich zu unseren. Sie

gleichen schon eher einer Art Berufsausbildung,

wie z.B. Auto oder „Mechanics“.

Insgesamt glaube ich jedoch,

dass unsere Schule wesentlich

anspruchsvoller ist. Jeder Lehrer hat

an der „High School“ seinen eigenen

Raum. Jede Stunde dauert 90 Minuten

und zwischen der 3. und 4. Stunde

gibt es eine „Lunchbreak“ von

55 Minuten, in der sich die Schüler

in der Cafeteria, im Supermarkt, in

„Fast Food Restaurants“ oder durch

selbstmitgebrachtes „Lunch“ stärken

können. Die Schule beginnt um

7.45 Uhr und endet um 15 Uhr, beginnt

jedoch mittwochs erst um 8.05

Uhr. Ein Punkt, der mir sehr gefällt,

ist, dass jegliche sportliche Aktivitäten

an die Schule gebunden sind.

Jerimiahs Freunde und Mitschüler

waren alle sehr nett zu mir. Dienstags

sind wir Deutschen zur „Elementary

School“ gegangen, was in

Deutschland die Grundschule wäre.

Es hat riesigen Spaß gemacht, den

„Kids“ Deutsch beizubringen und in

kleinen Gruppen mit ihnen zu arbei-

ten. Mittags hat mich Jerimiah mit zu

seinem „Wrestling Training“ genommen,

was einfach der pure Wahnsinn

war. „Wrestling“, auf Deutsch Ringen,

ist total kompliziert, und man

muss super hart und fit sein, um diesen

Sport ausüben zu können. Mir

wurden 2-3 Griffe beigebracht, und

ich bekam mit aller Härte zu spüren,

dass Ringen nichts für „Weicheier“

ist. Abends sind wir in eine Art „Fun

Center“, das „Boondocks“, gegangen,

wo es eine Menge Computerspiele,

Minigolf, Go-Karts,....gab.

Mittlerweile hatte ich festgestellt,

dass ein Großteil der Jugendlichen

einen Job hat, wie z.B. Jerimiah, der

in einem italienischen Restaurant

arbeitet. Das erste schulische Sport

-„Event“, das ich erlebt habe, war

das „Powder Puff Match“, bei dem

die „Junior“ Mädchen „Flag Football“

gegen die „Senior“ Mädchen spielten.

Sie wurden dabei tatkräftig von

männlichen „Cheerleadern“ unterstützt.

Am nächsten Tag stand unser erster

„Boise Field Trip“ auf dem Programm.

Wir wurden von Eltern unserer

Partner nach Boise gefahren,

wo wir das Historische Museum und

das Kapitol besuchten, das eine genaue

Wiedergabe des in Washington

vorhandenen Kapitols ist, allerdings

nur in ungefähr 1/3 seiner Größe. Da

wir uns in der sogenannten „Homecoming

Week“ befanden, stand am

Freitagabend ein großes „Football

Match“ an. Um dafür noch mal richtig

heiß gemacht zu werden und die

Schulgemeinschaft zu stärken, kam

die ganze Schule am Vormittag in

der Turnhalle zusammen und hielt

dort eine „Assembly“ ab, was eine

große Schülerversammlung ist.

Abends stand dann das Match gegen

die Vallivue High School an, was Meridian

natürlich souverän gewann. Es

war ein einmaliges Gefühl zu sehen,

wie die ganze Schule ihr Team anfeuerte

und das große Highlight für

mich war an diesem Abend, mit dem

„Touchdown-Golf-Kart“ mitzufahren,

das nach jedem „Touchdown“ eine

Runde vor den Fanrängen drehte.

Dabei durfte ich sogar die Schulflagge

halten. Das war einfach ein super

Erlebnis.

Samstags war der große „Homecoming

Ball“, den ich mit Vanessa,

Jerimiah und ein paar Freunden besuchte.

Jeder zog sich fein an, dann

ging´s in´s mexikanische Restaurant

und schließlich um 20 Uhr zum Ball.

Natürlich hatte jeder ein traditionelles

Ballfoto von sich machen lassen,

und danach wurde eifrig auf HipHop

Musik getanzt. Der ganze Abend war

total lustig.

Hier haben wir drei Tage gewohnt: Das Capri Motel

33


Am folgenden Sonntag bin ich dann

zu Tyler Jonsson gefahren, um mit

ihm, Jan I., Vanessa und Tylers Eltern

in der Wüste „Quad“ zu fahren.

Nun war die erste Woche schon um

und ich hatte mich so langsam an

das amerikanische Leben gewöhnt.

Da man in Idaho den Führerschein

schon mit, ich glaube, 16 Jahren machen

darf und die Autos und Benzinpreise

wesentlich billiger sind als in

Deutschland, hat fast jeder Jugendliche

schon mindestens ein Auto, was

ich sehr beeindruckend finde. Jerimiah

besitzt sogar zwei „Trucks“.

In der nächsten Woche gings ins

„Corn Maze“, was ein Labyrinth in einem

Maisfeld ist, und zum „Old Pen“,

dem alten Staatsgefängnis von Boise.

Man hat einen kleinen Einblick

34

Fahrt mit der berühmten „Cable Car“

in das Leben der früheren Insassen

bekommen, was doch sehr erschreckend

sein konnte.

Donnerstag und Freitag fuhren wir

in die Rocky Mountains in ein kleines

„Camp“ in der Nähe der Stadt

McCall, wo wir erst einmal wandern

gegangen sind. Die Landschaft und

Wildnis waren einfach wunderschön,

und abends sangen wir beim Lagerfeuer

ein paar Lieder und brieten

und aßen „Marshmallows“ . Morgens

gab es dann „Teambildung“-Spiele

mit Übungen, um das Vertrauen und

das Gruppengefühl untereinander zu

stärken.

Am Wochenende war für mich der

Höhepunkt meines Idaho-Besuchs.

Meine Gastmutter Kellie hatte Frei-

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

karten für ein „Football Match“ der

„Boise State University“. Vor dem

„Match“ ging es auf dem Parkplatz

erst mal zur „Tailgateparty“, wo gegessen

und getrunken wurde und wir

uns über das bevorstehende „Match“

unterhielten. Meiner Meinung nach

sollte man diese „Tailgatepartys“

auch in Deutschland vor den Fußballspielen

einführen. Danach ging das

Spiel endlich los. Boise wurde von

30.000 Zuschauern angefeuert und

gewann verdient gegen die Louisiana

Tech. So was muss man einfach

erlebt haben. Das Wochenende ging

mit einem Ausflug nach Oregon zum

Oregon „Trail Interpretive Center“, einem

alten Planwagen-Museum, zu

Ende.

In der letzen Schulwoche fand der

doch recht lustige „German Evening“

statt, der uns richtig gut gelungen

ist, und der letzte unserer drei „Field

Trips“ nach Boise, wo wir das Basque

Center besichtigten. Der „offizielle

Abschluss“ unseres Idaho-Besuches

war die Abschlussparty bei Mike, die

eine Art „Halloween Party“ mit Kostümen

war.

Sonntags mussten wir dann leider

Abschied von unseren amerikanischen

Freunden und Gastfamilien

nehmen, was jedem von uns sehr

schwer fiel. Die wunderbare Zeit in

Idaho war nun vorüber, doch unsere

Reise wurde mit einem dreitägigen

Aufenthalt in San Francisco gekrönt,

wozu es einfach nur ein Wort zu sagen

gibt...unbeschreiblich!

Guckt es euch am besten selbst einmal

an! □

Was mich am meisten beeindruckt hat…

„Das wahrscheinlich Beeindruckendste für mich in den vier Wochen in Amerika war die Gastfreundlichkeit

und Offenheit der „Amis“. Unsere Familien, Schulfreunde und „Fremde“ waren immer überaus

freundlich, und man hat sich bei ihnen richtig wohl gefühlt.

Die vier Wochen in Idaho und San Francisco waren wahrscheinlich die bisher größte und beeindruckendste

Erfahrung meines Lebens, und auf diesem Weg möchte ich mich auch noch mal herzlichst bei meinen

Eltern, Frau Schlutz, Herrn Zeimentz und meiner Gastfamilie bedanken, die mir diese Gelegenheit ermöglichten.

Danke!!!“ Maximilian Steiner

Was mich am meisten beeindruckt hat…


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Amerika: Gastfreundlichkeit, „Fast Food“

und „School Spirit“

Sascha Stoll

Wenn man an die USA denkt, kommen

vielen Leuten Begriffe wie Kulturschock,

Patriotismus und „Fast

Food“ Gesellschaft in den Sinn. Ich

wollte sehen was wirklich daran ist

und meine eigenen Erfahrungen

sammeln. So nahm ich vom 22.9.-

16.10. an dem Schüleraustausch

zwischen der Meridian Highschool in

Idaho und dem Gymnasium Nieder-

Olm teil.

Nach einem anstrengenden Flug

mit 10 Stunden Aufenthalt in Chicago

komme ich erschöpft und müde

nach 32 Stunden um 3 Uhr nachts in

Boise, der Hauptstadt von Idaho an.

Trotz der Uhrzeit werden wir von unseren

Austauschpartnern stürmisch

begrüßt. Jeder freut sich über das

Wiedersehen und ist gespannt, seine

Gastfamilie kennen zu lernen.

Ich werde 3 Wochen bei der Familie

Jesser verbringen. Der erste Eindruck

ist durchweg positiv. Die Eltern sind

sehr nett und die Landschaft sieht so

aus, wie man es sich vorgestellt hat,

kaum grüne Pflanzen, breite Straßen

und hell erleuchtete Restaurants in

der Stadt. Überraschend ist die Auf-

Ein Bericht über den Schüleraustausch GAPP 2006 in Idaho

von Sascha Stoll

teilung in Wohngebiete („Subdivisions“)

und Stadt, wo es Geschäfte,

Restaurants und fast keine Wohnungen

gibt. Die „Sudivisions“ sind sehr

symmetrisch angeordnet,

aber die Häuser sind individuell angelegt.

Es gibt Richtlinien über die

Art der Pflanzen und die Farben der

Häuser.

Am ersten Tag gibt es gleich ein

richtig amerikanisches Frühstück:

„French Toast“, „Mable Syrup“ und

„Sausages“. Das lässt sich am ehesten

mit „Armen Ritter und Würstchen“

vergleichen. Das schmeckt

trotz der für Deutsche ungewöhnlichen

Kombination recht gut.

Als nächstes fahren wir dann gleich

in einen typischen amerikanischen

Supermarkt. Alles ist riesig. Die Gefäße

für Säfte o.ä. haben oft 3-5 Liter

Inhalt. An der Kasse gibt es nur

Selbstbedienung.

Natürlich fahren wir mit dem Auto,

obwohl der Supermarkt nur drei Minuten

entfernt ist. In meiner Familie

haben Autos einen sehr hohen Stellenwert.

Der Vater Lonnie hat viele

Jahre Rennen gefahren und Braden,

mein Austauschpartner, ist schon

früh in seine Fußstapfen getreten.

Am zweiten Tag darf ich dann auch

gleich an einem solchen „Event“ teilnehmen.

Früh morgens machen wir uns mit

der ganzen Familie im „Truck“ mit

Anhänger für das Rennauto zum

„Firebird Raceway“ auf. Der liegt in

einer Art Talkessel und beinhaltet

eine „Drag Racing“ Rennstrecke, die

ca. eine Viertel Meile lang ist mit Tribünen

und einen riesigen Parkplatz,

auf dem die Autos zur Schau gestellt

werden. Die meisten Wagen sind aus

den Jahren 1970-1980: Chevrolets,

Mustangs und Pontiacs. Das Ziel ist

es, mit einer möglichst guten Reaktionszeit

die Viertel Meile in seiner vor-

her durch so genannte „Time Trials“

erreichten Zeit zurückzulegen. Die

Lautstärke ist enorm, da die meisten

Autos große Motoren mit bis zu 900

PS besitzen.

Nebenbei grillt man „Hot Dogs“ und

unterhält sich mit anderen Leuten.

Oft verbringt man den ganzen Tag

auf dem „Raceway“. Hier lerne ich

zum ersten Mal die Offenheit und

Gastfreundlichkeit der Amerikaner

kennen. Einer der Leiter der Rennstrecke

ist begeistert, dass ich aus

Deutschland komme und fragt, ob

ich Lust auf eine kleine Tour durch

das Gelände habe. Er zeigt mir den

„Tower“, die Werkstatt und den Kommentator.

Ich darf mich dann auch

gleich per Mikrofon allen Leuten auf

der Rennstrecke vorstellen.

Danach gibt er mir eine Bratwurst

mit Sauerkraut und eine große Pepsi

aus und macht Fotos von allen, die er

dann später ins Internet stellt. Überhaupt

fällt einem auf, dass die Menschen

viel mehr auf Personen zugehen

und freundlicher rüberkommen.

In Geschäften zum Beispiel wird

man immer vom Personal freundlich

begrüßt und gefragt, wie es einem

geht und ob man helfen kann, und

das immer mit einem Lächeln auf

den Lippen.

So auch in der Schule. Schüler und

Lehrer stellen viele Fragen über „Germany“,

Politik und was zu Hause anders

ist. Negative Aussagen über die

Zeit des zweiten Weltkriegs habe ich

nicht gehört. Die meisten waren nur

interessiert, ob und wie wir dieses

Thema in der Schule behandeln.

Der Unterricht unterscheidet sich

sehr stark von dem in Deutschland.

Eine Unterrichtsstunde hat 90 Minute,

was mir immer sehr lange vorkam.

Das Angebot an Fächern ist auch

vielfältiger als bei uns. Es gibt Töpfern,

Chor, Automechanik und noch

35


viele andere. Jedes Fach wird gleich

bewertet, es gibt keine Leistungsfächer

oder ähnliches.

Zusätzlich hat jeder Lehrer seinen

eigenen Klassenraum individuell

gestaltet, oft mit Postern, Plakaten

und Bildern über das jeweilige Fach.

Im Unterricht selbst sind die Klassen

an sich ruhiger aber auch nicht besonders

aufmerksam. Mitarbeit wird

nicht benotet und ist dementsprechend

selten anzutreffen.

Aber was mich auf der Meridian

High sehr beeindruckt hat, ist der

„School-Spirit“, besonders bei den

„Football“-Spielen. In der ersten Woche

war „Homecoming-Week“. Es

gibt verschiedene Mottos jeden Tag

und den Höhepunkt bilden das „Football“-Spiel

am Freitag und der Ball

am Samstag. Beim „Homecoming-

Game“ trägt fast jeder Schüler blau

und gelb, die Farben der Schule. Ca.

40“ Cheerleader“ feuern dann zusammen

mit den Zuschauern das

Team an. Es gibt mindestens 15 verschiedene

Lieder und Anfeuerungsrufe.

Die Stimmung ist so gut, wie bei

einem Fußballspiel in Deutschland,

obwohl es nur an die 2000 Plätze

gibt. „Unsere“ Schule hat dann, wenn

auch knapp, mit 49:47 gewonnen. So

konnte man entspannt den Tanzball

mit vorherigem „Dinner“ am nächsten

Tag genießen.

Die nächsten Wochen waren dann

durch viel Programm mit der Gruppe

und der Familie geprägt. Dazu gehörte

ein dreimaliger Besuch der Grund-

36

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Was mich am meisten

„Am meisten hat mich die Gastfreundlichkeit und das offene Verhalten

aller Amerikaner beeindruckt.“ Sascha Stoll

beeindruckt hat…

schule, wo wir den Kleinen ein paar

deutsche Wörter beibrachten und

dreimal ein Trip nach Boise, um die

Stadt zu erkunden. Wir besuchten

das Kapitol, ein altes Gefängnis und

das Basken-Zentrum. Dabei lernten

wir die Stadt und das Land Idaho

besser kennen. Gekrönt wurden die

3 Wochen mit der Fahrt nach Mc

Call, sowie mit dem Wochenende im

Yellowstone Park, das ich mit meiner

Gastfamilie verbracht habe. In

Mc Call, einer Art Jugendherberge in

den Bergen, machten wir Wanderungen

durch die wunderschöne Landschaft,

lernten bei herausfordernden

Gruppenaktivitäten Probleme zu bewältigen

und genossen das Zusammensein

am Lagerfeuer.

Danach bekam ich dann die einzigartige

Möglichkeit, als einziger der

Gruppe den riesigen und fantastischen

„Yellowstone National Park“

an der Grenze von Montana und

Wyoming zu besuchen. Trotz sieben

Stunden Fahrt waren es die aufregendsten

drei Tage meines Aufenthalts.

Einzigartige Naturspektakel,

wie Geysire, Wasserfälle und „Canyons“,

kombiniert mit Büffeln, Elchen,

Bären und Adlern aus nächster Nähe,

beeindruckten mich zutiefst. Meine

Gastfamilie war immer sehr nett und

lustig und der Vater hatte oft witzige

Ideen. Zum Beispiel hatten wir sehr

viel Spaß, als uns ein Elch verfolgte,

weil der Vater dessen Stimme nachgeahmt

hatte. Zum Glück stand unser

Auto ganz in der Nähe.

Die letzte Woche war geprägt von

sportlichen Aktivitäten, Grillfesten

und der Halloween Abschiedsparty,

bei der jeder verkleidet war. Sie wäre

sicherlich die beste Party gewesen,

wäre es nicht auch gleichzeitig unsere

Abschiedsfeier gewesen. So war

die Stimmung etwas gedrückt.

Nach einem tränenreichen und sehr

traurigen Abschied ging es drei Tage

nach San Francisco und dann nach

Hause. Schließlich kann ich auf 4

Wochen voller Spaß, Erfahrungen

und Überraschungen zurückblicken.

Auch wenn ich traurig bin, dass es

so schnell vorbei war, sind mir doch

die Familie und die Gruppe ans Herz

gewachsen.

Ich bin sehr glücklich, dass ich diese

einmalige Chance hatte und kann

jedem empfehlen an einem solchen

Programm teilzunehmen. □

Beim Schulleiter der

Meridian High School

v.l.n.r.

Renate Schlutz,

Schulleiter Geoff Stands

Anne Hay,

Josef Zeimentz


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Vier Wochen einmal ganz anders

von Christiane Zeimentz

Christiane Zeimentz

Als wir nach stundenlangem Aufenthalt

in Chicago, wo wir auf nur Flughafenbänken

„schlafen“ konnten,

um 3 Uhr nachts in Boise ankamen,

war ich schon sehr aufgeregt, meine

neue Familie kennenzulernen. Meine

Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet

und ich bin froh, in einer

so netten Familie gelebt zu haben.

Nach einer kurzen Nacht gingen wir

am nächsten morgen in die Kirche,

wo die erste große Überraschung

auf mich wartete. Da meine Gastfamilie

Adventisten sind, ist es keine

gewöhnliche Kirche. Der Gottesdienst

findet in einer Halle statt, in

der sogar Basketballkörbe hängen.

Die Leute sitzen an runden Tischen,

wo sie sich auch mal während des

Gottesdienstes unterhalten. Der

Pfarrer ist ganz normal angezogen

und wenn die Leute etwas aus seiner

Rede toll finden, rufen sie „Amen“.

Zur Begleitung der Lieder spielt eine

Band und der Text wird an die Wand

projiziert. Der Gottesdienst ist 1 ½

Stunden lang, aber es ist egal, wann

man kommt, die Leute kommen und

gehen, wie sie wollen. So sind wir

zum ersten Gottesdienst eine halbe

Stunde zu spät gekommen und nach

uns kamen immer noch andere. Außerdem

gibt es nach jedem Gottesdienst

ein Mittagessen für alle, bei

dem man sich beim Gespräch näher

kommen soll.

Nicht nur die Kirche, sondern auch

der Schulalltag auf der High School

ist ganz anders als in Deutschland,

wie ich am nächsten Montag dann

bemerken sollte. So haben beispielsweise

die Lehrer ihren eigenen Klas-

senraum, zu dem die Schüler dann

immer gehen müssen. In diesen

Räumen gibt es kaum Fenster, und

wenn, dann sind meistens die Rollläden

unten. Außerdem läuft immer

die Klimaanlage, wodurch es dann

schon mal sehr kalt werden kann.

Die Schulstunden sind 90 Minuten

lang, so dass man an einem Tag nur

4 verschiedene Fächer hat. Da jeder

aber höchstens 8 Fächer hat, die er

frei wählen kann, und alle Fächer

gleichrangig sind, wiederholt sich

der Stundenplan jeden 2. Tag.

Am Anfang der 2. Stunde sagt die

ganze Klasse die „Pledge of Allegiance“

auf, wo die Treue gegenüber

der amerikanischen Flagge und der

Republik, für die sie steht, geschworen

wird.

Nach der Schule gibt es das Angebot,

an AGs teilzunehmen, wie z.B.

„Football“, „Cheerleading“ oder Theater.

Die Teilnehmer der AGs trainieren

dann jeden Tag für mindestens

2 Stunden mit oft strengen Lehrern.

Deswegen sind sie dann auch sehr

gut. Dafür gibt es in der Umgebung

nicht so viele Vereine, wo man trainieren

kann, sondern das meiste findet

in der Schule statt.

Die erste Schulwoche war „Homecoming

Week“; es gab jeden Tag ein

Motto, nach dem man sich verkleidete

(z.B. „Pyjamaday“ oder „Hawaiday“).

In einer Mittagspause konnten

die Schüler den Lehrern, die hinter

einer Pappwand standen, Torten

ins Gesicht werfen. Außerdem fand

ein „Powder-Puff Game“ statt, ein

Lehrer lassen sich mit Torten bewerfen in der „Homecoming“ Woche.

Was mich am meisten

„Am meisten hat mich die Offenheit und Freundlichkeit der Amerikaner

beeindruckt. Jeder wird mit offenen Armen empfangen und

freundlich behandelt. Man wird auch schneller als Freund betrachtet

und bei anderen Leuten eingeladen. Außerdem gehen die Amerikaner

viel schneller aufeinander zu oder bieten sich gegenseitig

Hilfe an.

Was mich auch beeindruckt hat, war, dass die Haustüren eigentlich

immer von außen geöffnet werden können und jeder einfach reinkommen

kann, ohne zu klingeln.“ Christiane Zeimentz

beeindruckt hat…

37


Footballspiel, bei denen die Rollen

vertauscht waren, also die Mädchen

Football spielten und die Jungs

„cheerleadeten“. Ein großer Spaß!

Alles steigerte sich bis Freitag, wo

dann morgens in der Schule eine

„Assembly“ war, in der Sportler etwas

vorführten und der Schulgeist

gefeiert wurde.

Abends war dann ein Footballspiel,

was richtig cool war, weil alle das

Team angefeuert haben, es eine super

Stimmung war und außerdem

sehr gute Cheerleader dabei waren,

was man in Deutschland ja fast nie

sieht. Auf diesem Footballspiel wurden

dann auch die „Homecoming

Queen“ und der „King“ vorgestellt

und geehrt.

Samstags war dann der „Homecoming

Ball“. Alle waren fein angezogen,

aber was mich dann doch überrascht

hat, war, dass es kein Ball war

wie in Deutschland, sondern eher mit

einer Abiparty vergleichbar. Es wurde

also HipHop gespielt. Leider war der

Ball schon um 23 Uhr zu Ende.

38

In der nächsten Woche machten wir

dann, wie jede Woche einmal, einen

Ausflug nach Boise.

Dort besuchten wir das Capitol, was

ich richtig beeindruckend fand, da alles

aussah als wäre es aus Marmor(

war aber kein echter) und wir auch in

die Versammlungsräume konnten.

Danach besichtigten wir noch das

historische Museum, wo wir etwas

über die Geschichte von Idaho und

Boise lernen konnten.

In der 2. Woche waren wir im alten

„Penitentiary“ und konnten sehen,

wo früher die Gefangenen in kleinen

Zellen gehalten wurden, dass sie

auch mal in Dunkelkammern eingesperrt

wurden und dass sie durch

Hängen getötet wurden.

In der 3. Woche waren wir dann im

Baskenmuseum. Ich fand sehr interessant,

dass in Boise immer noch

baskisch von den Basken gesprochen

wird.

Ein anderes Ereignis, was jede Woche

stattfand, war das Unterrichten

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

der Zweitklässler in der „Elementary

School“. Wir gingen dort jeden Dienstag

für eine halbe Stunde hin, um

den Kleinen ein bisschen Deutsch

beizubringen, was mir sehr viel Spaß

gemacht hat.

Als wir das erste Mal in den Klassenraum

kamen riefen sie „Ohhhhhh

Germans!!“

Es war toll, sich Sachen auszudenken,

wie man den Kindern etwas

beibringen kann und dies dann auch

umzusetzen. Außerdem habe ich sie

mit der Zeit auch ins Herz geschlossen

und werde die Unterrichtsstunden

wohl nie vergessen.

Mit am Besten hat mir der zweitägige

Ausflug nach Mc Call gefallen, den

wir in der 2. Woche mit allen Deutschen

und ihren Partnern unternahmen.

Dort in den Bergen ist wirklich

eine wunderschöne Landschaft und

bei unserer Wanderung hatten wir

dann auch noch eine super Aussicht

auf den See zwischen den Bergen

und Wäldern.

Rund um den Union Square in San Francisco


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Am Abend hatten wir dann ein lustiges

Zusammensein am Lagerfeuer

mit Sketchen, Spielen und Liedern.

Dass wir schon um 23 Uhr ins

Bett mussten, erwies sich dann am

nächsten morgen als sehr sinnvoll,

da wir schon um 8 Uhr frühstücken

mussten (das Essen war spitze) und

um 9 Uhr dann mit „Teambuildingspielen“

begannen, wie z.B. Klettern

durch ein „Spinnennetz“.

Nach dem Mittagessen fuhren wir

dann in ein Schwimmbad mit Wasser

aus heißen Quellen, das erste

Schwimmbad in meinem Leben, in

das ich ohne zu zögern und zittern

rein gegangen bin.

Auch mit meiner Familie habe ich in

den 3 Wochen einige Ausflüge gemacht.

Wir waren uns ein Rodeo angucken,

wo ich richtige Cowboys sehen konnte.

Ich fand es cool, weil es war wie

im Fernsehen: auf wilden Stieren mit

Hörnern reitende Cowboys. Einer wurde

sogar von einem Stier getreten.

Wir waren auch in felsigen Bergen

wandern und klettern, was mir sehr

viel Spaß gemacht hat.

Außerdem besuchten wir die Shoshonafalls,

wo man eine tolle Aussicht

auf die Wasserfälle und einen

See hatte. Dort haben wir auch noch

gepicknickt.

Ein tolles Erlebnis war auch, als wir

in einem japanischen Restaurant essen

waren. Dort saßen wir um einen

Herd herum und der Koch hat dann

vor unseren Augen unser Essen zubereitet

und dabei mit den Zutaten

jongliert.

In der letzten Woche veranstalteten

wir dann unseren „German Evening“,

auf den wir uns lange Zeit vorbereitet

hatten. Meiner Meinung nach

war er sehr gut und hat auch Spaß

gemacht. Die Mühe hat sich wirklich

gelohnt, alle Vorträge haben gut geklappt,

wenn auch unser Lied wohl

ziemlich schief klang….Übung macht

den Meister!

Nach einem tränenreichen Abschied

in Boise am Flughafen, der dann

Sonntags stattfand, ging es ab nach

San Francisco, wo wir 3 Tage als Hö-

hepunkt unserer Reise verbrachten.

Dort haben wir viel von der Stadt gesehen,

konnten gut shoppen, hatten

viel Spaß und waren abends sehr lecker

essen!

Alles in allem kann ich nur sagen.

Dass ich die 4 Wochen Amerika sehr

genossen habe!

Es war eine tolle Zeit und ich will

auch all denen danken, die dazu beigetragen

haben! □

Unterschiede = Differences

- Nationalstolz

- Autos ( viel mehr und größere)

- Offenheit und Freundlichkeit der Leute

- Aufbau der Stadt ( Wohngebiete – Einkaufsgebiete)

- Preise ( z.B. Benzin viel billiger und Obst viel teurer)

- Fast Food

- Türschlösser

- Hauseingang durch Garage

- Wetter ( morgens und abends kalt – mittags heiß)

- Alles gibt es nur in Riesenpackungen zu kaufen

- Öffentliche Toiletten haben IMMER einen Spalt an der Seite der Tür

- Obst wird mit einem Pulver gegen Pestizide gewaschen

- Waschmaschine wäscht kalt

- Fast niemand lästert

- Tests sind sogenannte Quizes und werden angekündigt

(es gibt immer Antworten zur Auswahl)

- Müll wird nicht getrennt

- Führerschein mit 16

- Alkohol mit 21

- Niemand raucht in der Öffentlichkeit

- Chips zum Mittagessen

- Amerikanern ist fast immer warm -> Klimaanlage läuft durchgehend

- Landschaft ( Wüste)

- Menschen achten oft mehr auf ihr Äußeres

- Es gibt Pillen gegen alles

- Schulgeist und Schulgemeinschaft

- Football ist der beliebteste Sport

- Hauptmahlzeit gibt es abends

- Man kann an der Zapfsäule für das Benzin bezahlen

Einkaufszentrum

der besonderen

Art

in Boise:

Die Mall

39


40

Renate Schlutz

Das Jahr 2006 war ein Jubiläumsjahr

in der Partnerschaft zwischen

dem Gymnasium Nieder-Olm und

der Meridian High School in Idaho,

denn vor 10 Jahren begann der Austausch

zwischen den beiden Schulen.

Jede Austauschfahrt wurde mit

viel Energie vorbereitet und war ein

prägendes Erlebnis für alle Beteiligten.

Ich denke, das gilt auch für den

diesjährigen Austausch.

Der Besuch unserer amerikanischen

Partner ging im Juni 2006 über die

Bühne. Sie drückten mit ihren deutschen

Gastgebern die Schulbank

und genossen darüber hinaus ein

abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

So besuchten unsere Gäste

das Polizeipräsidium und die Altstadt

von Mainz und wurden durch die Firma

Böhringer in Ingelheim geführt.

Gemeinsame Ausflüge unternahmen

wir nach Frankfurt und Trier, und eine

schweißtreibende Fahrradtour durch

Rheinhessen stand ebenfalls auf

dem Programm. Außerdem machten

die Amerikaner für drei Tage eine

Tour entlang des Rheins von Mainz

bis Köln.

Im September/Oktober 2006 fand

dann der Gegenbesuch der deutschen

Schüler in Meridian statt. Voller

Erwartungen machten wir uns

am 2.September auf den Weg und

diese wurden mehr als erfüllt. Die

Unser Bericht an die GAPP-Organisatoren

10 Jahre Partnerschaft

von Renate Schlutz (Koordinatorin)

deutschen Schüler erlebten spannende

und auch lustige Schultage,

da die „Homecoming Week“ in die

Zeit unseres Aufenthaltes fiel. Das

in diesem Zusammenhang ausgetragene

Footballspiel sowie „Assembly“

und „Homecoming Ball“ hinterließen

nachhaltige Eindrücke. Drei Mal

machten wir uns auf den Weg in eine

nahegelegene „Elementary School“,

um den Grundschülern dort in kleinen

Unterrichtssequenzen ein wenig

Deutsch beizubringen. Beide Seiten

hatten viel Spaß an dieser Aufgabe.

„Field Trips“ führten uns zum „Capitol“

und ins ehemalige Staatsgefängnis

von Boise, zum „Historical“

und „Basque Museum“ der Stadt

und zum „Anne Frank Human Rights

Memorial“.

Ein Höhepunkt war ein zweitägiger

Ausflug gemeinsam mit den amerikanischen

Schülern an den Payette

Lake bei Mc Call in den Rocky Mountains.

Krasser können Landschaftsunterschiede

kaum sein. Während

die Gegend um Boise wüstenhaft

kahl ist, erfreute uns nun ein hochgelegener

idyllischer Bergsee umgeben

von riesigen Wäldern. An einem Tag

unternahmen wir eine Wanderung

und saßen abends am Lagerfeuer,

am anderen Morgen bewältigten wir

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

„Teambuilding“ Aufgaben und gingen

am Nachmittag in heißen Quellen

schwimmen.

Viel zu schnell ging die Zeit bei unseren

amerikanischen Freunden vorbei.

Mit einem gelungenen „German

Evening“ bedankten wir uns bei unseren

Gastgebern und brachten ihnen

zugleich Aspekte der deutschen

Kultur näher. Sie revanchierten sich

mit einer typischen „Halloween Party“.

Alle erschienen in phantasievollen

Kostümen, und gemeinsam feierten

wir fröhlich und auch ein wenig

wehmütig Abschied. Viele Pläne für

zukünftige Treffen auf beiden Seiten

des Atlantiks wurden geschmiedet.

Vor dem endgültigen Heimflug nach

Deutschland schoben wir einen dreitägigen

„Stopover“ in San Francisco

ein. Die deutschen Schüler waren begeistert

von dieser Metropole, deren

Zauber sich wohl keiner entziehen

kann.

Was ist das Fazit dieses Austausches

in einem Satz? Er weckte zum einen

Verständnis für die jeweils andere

Kultur, daneben wurden aber auch

„Anlaufstellen“ für künftige Besuche

geschaffen. Als Koordinatorin hoffe

ich, dass viele dieser Anlaufstellen in

der Zukunft genutzt werden. □

Unterwegs in „China Town“


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Deutscher Abend

am Dienstag, den 10. Oktober 2006

im Musiksaal der Meridian High School

P r o g r a m m a b l a u f

Moderation: Lisa Gräf, Maximilian Hake

1. Klavier: Beethoven ‚Für Elise’- Sascha Stoll

2. DVD über Mainz, Kommentar von Schülern – Christiane Zeimentz, Lea Nikolay

3. „Ballroom Dancing“ Vorführung: Tango und Disco Fox – Christiane Zeimentz, Stefan

Kemler, Jessica Imöhl, Sascha Stoll, Lea Nikolay, Tim Ackermann, Lisa Gräf, Jan Dörmer

4. Präsentation: Tischtennis – mein Sport - Sascha Stoll

5. Präsentation: Deutsche Feste - Maximilian Hake

6. Sketch von Loriot (in Englisch): Das Frühstücksei - Vanessa Rüdinger, Stefan Kemler

7. Präsentation: Fastnacht in Mainz und Umgebung – Max Steiner, Tim Ackermann

8. Präsentation: Handball, ein typisch europäischer Sport - Jessica Imöhl

9. Präsentation: Volleyball – meine Karriere - Jan Dörmer

10. Märchen(in Englisch): Rotkäppchen - Jan Itjeshorst, Christiane Zeimentz, Vanessa

Rüdinger, Maximilian Hake, Stephanie Mayer, Sascha Stoll

11. Präsentation: Deutsches Essen - Vanessa Rüdinger, Stephanie Mayer

P A U S E (mit Snacks und Getränken) -

12. Präsentation: Regeln und Gesetze für Jugendliche in Deutschland – Lisa Gräf

13. Präsentation: Die Big Band am Gymnasium Nieder-Olm - Robert Menges

14. Präsentation: Badminton - Stefan Kemler

15. Präsentation: Soccer - Jan Itjeshorst

16. Lied: Sportsfreunde Stiller (WM-Fußballsong) - Alle

17. Sketch von Loriot: Garderobe - Stephanie Mayer, Tim Ackermann

18. Zehn Mal Deutschland: Bildimpressionen mit Kommentar - Christiane Zeimentz

19. Klavier: Beethoven ‚Mondscheinsonate’ – Christiane Zeimentz

20. Gruppentanz der deutschen Schüler ■ Einbezug der amerikanischen Partner

Dauer des Programms: ca. 2 Stunden

Die Amerikafahrer

Gäste und ihre Gastgeber in den USA

Name Gastgeber Addresse Telefon

Tim Ackermann, Ben Jacobsen, 2490 W. Teano Dr., Meridian, 846-9553

Jan Dörmer, Michael Gerhart, 2626 N. Bullock Ave., Meridian, 888-9386

Lisa Gräf, Sonya Sheldon, 4990 McMurtrey, Meridian, 884-0634

Maximilian Hake, Brad Pakish, 2320 N. ZirconAve., Meridian, 884-0811

Jessica Imöhl, Kimberly Clemson, 1800 N. Greenfield Ave, Meridian, 884-8104

Jan Itjeshorst, Tyler Jonsson, 1482 E. Cougar Creek Dr, Meridian, 855-0238

Stefan Kemler, Drew Walston, 3028 W. Foxtrotter Dr., Meridian, 884-1399

Stephanie Mayer, Jaclyn Wight, 2065 W. Sonoma Dr, Meridian, 888-5332

Robert Menges, Ben Pulsipher, 2475 W. Torana Dr, Meridian, 884-5174

Lea Nikolay, Caitlin Mackness, 3630 N. Greenwich Way, Meridian, 888-4047

Vanessa Rüdinger, Diana Green, 3113 W. Cedar Grove, Meridian, 871-0803//866-6938

Maximilian Steiner, Jeremiah Dickinson, 5855 W. Becky Ln., Meridian, 286-9879

Sascha Stoll, Braden Jesser, 4032 W. Blue Creek Dr., Meridian, 887-0876//871-9219

Christiane Zeimentz, Courtney Branham, 4285 Quaker Ridge, Meridian, 888-5124

Renate Schlutz/Josef Zeimentz, Anne Hay, 5650 Fieldcrest Drive, Boise, ID 83704, 377-3625

41


42

GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

Und das berichtete die Presse:


GAPP 2006: Ein Monat in Amerika

43


Die ganze GAPP-Gruppe 2006

am See im Camp Ida-Haven

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