VCP SPUREN: Wasser ist Leben - Thinking Day

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VCP SPUREN: Wasser ist Leben - Thinking Day

Abenteuer

Umwelt

Wasser ist Leben

Eine Arbeitshilfe für

Gruppenleitungen im VCP


Wasser ist Leben

Eine Arbeitshilfe für

Gruppenleitungen im VCP


WAsser ist Leben

Eine Arbeitshilfe für Gruppenleitungen im VCP

VCP | Verband Christlicher Pfadfinderinnen

und Pfadfinder, Bundeszentrale, Wichernweg 3,

34121 Kassel, E-Mail: info@vcp.de, Tel.: 0561/78437-0

Herausgegeben vom Verband Christlicher Pfadfinde-

rinnen und Pfadfinder (VCP).

Autoren: Helmut Naaf, Tim Gelhaar

Redaktion: Diane Tempel-Bornett, Tim Gelhaar

Wir danken für die Mitarbeit von Henning Albrecht,

Günter Drennhaus, Ulrike Drennhaus, Antje Maurer,

Christoph Maurer, Julia Rudolph und Karl Wagner.

Dezember 2009

Copyright © 2009 VCP, Kassel

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung, Verbreitung

und Übersetzung vorbehalten. Kopien für den individuellen

Gebrauch in der pädagogischen Arbeit sind erwünscht. Die Nutzung

ist nur unter Angabe folgender Quelle gestattet:

Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (2009). Wasser

ist Leben. Eine Arbeitshilfe für Gruppenleitungen im VCP. Kassel.

1. Grußwort ....................................................7

i Wasser ist Leben .........................................9

Einleitung ....................................................................... 10

1. Was ist Wasser? .........................................15

1.1 Wasser in uns, Wasser um uns –

ohne Wasser kein Leben .......................................... 16

1.2 Wasser: Ein Verwandlungskünstler .......................... 16

1.3 Der blaue Planet...................................................... 17

1.4 Das Feuchte, Fließende ............................................ 19

1.5 Wasserverbrauch ..................................................... 20

1.6 Der Wasserkreislauf ................................................. 24

1.7 Wassermangel und Verschmutzung ......................... 25

1.8 Der Kampf ums Wasser ........................................... 27

1.9 Wasser als Menschenrecht ...................................... 29

2. Wasser in verschiedenen Kontexten .........33

2.1 Wasser und Religion ................................................ 34

2.2 Wasser und Freizeit/Tourismus ................................ 36

2.3 Wasser und Gesundheit* ........................................ 37

3. Wasser: Daten und Fakten .........................41

3.1 Zahlen und Fakten................................................... 42

3.2 Redewendungen und Sprichworte .......................... 44

4. Virtuelles Wasser .......................................47

5. Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen

Umgang mit Wasser ...............................55

5.1 Globale Konzepte .................................................... 56

5.2 Was kann ich tun? ................................................... 60


ii Gruppenstunden .......................................69

Methoden für Gruppenstunden und Workshops ................... 70

G 1 Der Kreislauf des Wassers ........................................... 72

G 2 Eiswürfel angeln.........................................................

74

G 3 Wie werden schwere Dinge leicht? ............................. 76

G 4 Wasser bergauf fließen lassen .................................... 78

G 5 Wasser ist schwer ...................................................... 80

G 6 Mit Wasser die Zeit messen: Bau einer Wasseruhr ...... 82

G 7 Taucherwettkampf......................................................

84

G 8 Wasser verbiegen ....................................................... 86

G 9 Bau einer Wasserlupe ................................................. 88

G 10 Schwimmt Eis oder geht es unter? .............................. 90

G 11 Motorboot aus Papier.................................................

92

G 12 Büroklammern schwimmen lassen ............................ 94

G 13 Ein Wasserwettspiel....................................................

96

G 14 Pfefferwasser..............................................................

98

G 15 Wasser aufschichten ................................................ 100

G 16 Filterung von schmutzigem Wasser

(Minikläranlage) ....................................................... 102

G 17 Bau eines Springbrunnens ohne Pumpe....................

104

G 18 Können Bäume Wasser pumpen? ............................. 106

G 19 Ist Trinkwasser salzig? .............................................. 110

G 20 Bau einer Wasserrakete ............................................ 114

G 21 Weinglasorchester .................................................... 118

G 22 Flaschenorchester.....................................................

120

G 23 Bilder aus Zucker und Tinte.......................................

122

G 24 Welche Farbe hat ein Filzstift wirklich? ..................... 124

inHALtsVerZeiCHnis

iii Workshops ..............................................127

W 1 Wasser aus biblischer Sicht.......................................

128

W 2 Wasser in den Weltreligionen ................................... 132

W 3 Die Stimme des Wassers ........................................... 138

W 4 Recht auf Wasser – Zugang zum Wasser...................

142

W 5a Virtuelles Wasser:

Wie viel Wasser steckt wirklich drin? ........................ 148

W 5b Virtuelles Wasser:

Die Jeans und der Swimmingpool ............................. 152

W 5c Virtuelles Wasser:

Schon gefrühstückt? ................................................. 154

W 6 (Im) Wasser ist mehr als H O ..................................... 156

2

W 7 Deichbau .................................................................. 160

W 8 Meerwasserentsalzung.............................................

164

W 9a Bestimmung der biologischen Gewässergüte ........... 166

W 9b Bestimmung der chemischen Gewässergüte.............

174

W 10 Wasser-Memory........................................................

178

W 11 Wasserausstellung....................................................

182

Literaturverzeichnis .....................................186

Abbildungsnachweis ...................................188

Anhang ........................................................191


Grußwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

konsequenter Schutz und effiziente Nutzung des Wassers haben oberste

Priorität für den Menschen. Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern

ein ererbtes Gut, das auch für die nachkommenden Generationen geschützt,

verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.

Deshalb sind größte Anstrengungen erforderlich, um das Wasser sauber zu

halten. Wasser ist essenziell für Ökosysteme und Nahrungsmittelproduktion

sowie Grundlage vieler gewerbli cher und industrieller Produktionsprozesse.

Es gilt deshalb konsequent auf die Erreichung eines guten Gewässerzustands

unserer Flüsse, Seen, Küstengewässer und des Grundwassers hinzuarbeiten.

Eine funktionierende Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gilt uns

als selbstverständ lich; für Milliarden von Menschen auf der Erde – selbst in

Teilen Europas – ist dies immer noch eine Vision. Der unzureichende Zugang

zu einer gesicherten Wasserversorgung und das Fehlen von sanitären Einrich-

tungen sowie einer ausreichenden Abwasserbehandlung sind vielerorts nach

wie vor Ursachen für Armut, mangelhafte Ernährung und Krankheit.

Wasser war stets kostbar und wird in den Weltreligionen als »Geschenk der

Götter« oder »Gabe Gottes« gesehen. Als Ursymbol des Lebens steht es für

Schöpfung und Zerstörung, Fülle und Mangel, Geborgenheit und Bedrohung,

Reinheit und Verschmutzung.

Ich begrüße sehr, dass Sie, liebe Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter, es

zu Ihrer Aufgabe machen, vielen Heranwachsenden einen methodisch viel-

fältigen Zugang zu dem komplexen Thema Wasser zu ermöglichen. Hierzu

wünsche ich Ihnen nachhaltigen Erfolg!

1. GrUssWort

Bundesminister Dr. Norbert Röttgen,

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz

und Reaktorsicherheit


i. WAsser ist Leben

1.0 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.1 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.2 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.3 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.4 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.5 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.6 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

i


10 Einleitung

einleitung

Einleitung

Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser,

denn Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück.«

(Th a l e s v o n MileT, 624–546 v. Ch r.)

WasseR ist LeBeN

Wasser ist wichtig für das Leben, mehr noch: Es ist die Lebensgrundlage. Für

uns ist Wasser jedoch so selbstverständlich, dass wir ihm oft keine besondere

Bedeutung beimessen. Wasserknappheit? Kennen wir nicht! Wassermangel?

Kennen wir auch nicht! Verschmutztes Wasser aus der Leitung? Auch das

kennen wir nicht! Dass Wasser etwas Wichtiges ist, merken wir vielleicht,

wenn wir uns auf Fahrt und Lager unser Trinkwasser gut einteilen müssen

oder im Ausland sind und das Wasser aus der Leitung nicht trinken können.

Wir sind mit sauberem Wasser gesegnet, es kommt aus der Wasserleitung,

es ist genügend vorhanden, wir trinken, wir lassen den Wasserhahn laufen,

wir duschen, wir baden, wir waschen die Wäsche, wir waschen das Geschirr,

wir nutzen die Toilettenspülung – es ist ja genügend Wasser da, worauf

sollten wir achten?

Tatsächlich leben auf der Welt jedoch über eine Milliarde Menschen, die

nicht genügend Wasser zum Leben haben. 2,6 Milliarden Menschen – mehr

als ein Drittel der Weltbevölkerung – müssen ohne Abwasserentsorgung

auskommen. Verunreinigtes Wasser und mangelnde Hygiene sind eine der

Hauptursachen für die in vielen Ländern noch sehr hohe Kindersterblichkeit.

Denn wo sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen fehlen, verbreiten sich

Krankheiten besonders schnell.

So selbstverständlich sauberes und jederzeit verfügbares Wasser für uns ist

so kostbar ist es auch und so wenig selbstverständlich ist es für Andere. Grund

genug, uns mit dem Thema Wasser auseinanderzusetzen und zu fragen, wie


WasseR ist LeBeN

wir als Pfadfinderinnen und Pfadfinder zu einem nachhaltigen und gerech-

teren Umgang mit Wasser beitragen können.

Die vorliegende Arbeitshilfe gliedert sich dabei in zwei Teile:

1. In einem ersten Teil (I) werden wichtige Hintergrundinformationen zum

Thema Wasser gegeben. Was ist Wasser und wie hängt Wasser mit ver-

schiedenen Lebensbereichen wie Gesundheit, Bildung, Umwelt oder Er-

nährung zusammen? Welche Bedeutung hat Wasser in der Religion und

was hat Wasser mit Politik, Wohlstand und Armut zu tun? Es werden Da-

ten und Fakten präsentiert, die uns einen anderen und ganzheitlicheren

Blick auf Wasser ermöglichen.

2. In einem zweiten Teil (II) sind konkrete Gestaltungsvorschläge für Grup-

penstunden und Workshops (III) ausgearbeitet, die sich mit dem Thema

Wasser aus ganz verschiedenen Blickwinkeln beschäftigen. Experimen-

telle Ansätze kommen dabei ebenso zum Tragen wie kognitive oder

spirituelle Zugänge wie zum Beispiel Entwürfe für Andachten oder einen

Jugendgottesdienst zum Thema Wasser. Der Praxisteil knüpft an das

Projektthema »Wasser ist Leben« des Jamboree 2007 in England an, auf

dem die Ringverbände BdP, DPSG und VCP einen Wasserpfad und einen

Wasserworkshop angeboten haben. Die hierbei entwickelten Ideen ha-

ben in überarbeiteter Form in der Arbeitshilfe Eingang gefunden. Am

Ende der Arbeitshilfe findet sich eine CD mit allen Materialien zu den

Gruppenstunden und Workshops, die als Druckvorlage genutzt werden

können.

Pfadfinden im VCP bedeutet, »einen Beitrag zu leisten zur Veränderung der

Lebensbedingungen Aller mit dem Ziel sozialer Gerechtigkeit. Er [der VCP]

will helfen, Kindern und Jugendlichen soziale, ökologische und politische

Zusammenhänge bewusst zu machen, und sie dazu anregen und befähigen,

Einleitung

Hintergrundinformationen

konkrete Gestaltungsvorschläge

11


12 Einleitung

WasseR ist LeBeN

ihre Interessen in Solidarität mit Anderen zu vertreten.« (vCP, 2009: Bu n d e s-

o r d n u n g – au f g a B e u n d Ziel)

Die vorliegende Arbeitshilfe will helfen, dies zu ermöglichen. Dementspre-

chend richtet sie sich an alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder im VCP. Sie

wendet sich insbesondere an Gruppen- oder Stammesleitungen, die Grup-

penstunden oder Projekte zum Thema Wasser initiieren möchten und dabei

auf fundierte Hintergrundinformationen sowie konkrete Gestaltungsvor-

schläge zurückgreifen möchten.

Wir wünschen viel Spaß und fruchtbare Diskussionen bei der Auseinander-

setzung mit dem Thema!


WasseR ist LeBeN

Einleitung

13


1. WAs ist WAsser?

1.0 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.1 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.1 Wasser in uns, Wasser um uns – ohne Wasser kein Leben .................................................16

1.2 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.2 Wasser: Ein Verwandlungskünsler ......................................................................................16

1.3 Auflistung Der blaue Inhaltsverzeichnis Planet .................................................................................................................17

............................................. 00

1.4 1.4 Auflistung Das Feuchte, Inhaltsverzeichnis Fließende .......................................................................................................19

............................................. 00

1.5 Wasserverbrauch ................................................................................................................20

1.5 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.6 Der Wasserkreislauf ............................................................................................................24

1.7 1.6 Auflistung

Wassermangel

Inhaltsverzeichnis

und Verschmutzung

.............................................

....................................................................................25

00

1.8 Der Kampf ums Wasser .......................................................................................................27

1.9 Wasser als Menschenrecht .................................................................................................29

1


16 Was ist Wasser?

Wasser in uns, Wasser um uns –

ohne Wasser kein Leben

Wasser: ein Verwandlungskünsler

1.1 Wasser in uns, Wasser um uns –

ohne Wasser kein Leben

WasseR ist LeBeN

Wasser ist eine klare, geruch- und geschmacklose, farblose, lichtdurchlässige

Flüssigkeit. Es kann Flüssigkeiten, Gase und Feststoffe lösen. Wasser besteht

aus zwei Atomen Wasserstoff und einem Atom Sauerstoff (chemische Formel:

H 2 O). Die Atome im Wassermolekül sind nicht gerade hintereinander ange-

ordnet, sondern in Dreiecksform. Die Moleküle ziehen sich gegenseitig über

die sogenannten Wasserstoffbrückenbindungen an und sorgen damit für

die Oberflächen spannung des Wassers. Diese Spannung wird sofort sichtbar:

Wenn man vorsichtig eine Büroklammer auf ein volles Wasserglas legt, bleibt

sie an der Oberfläche. So einfach ist der Stoff gebaut, von dem alles Leben

auf der Erde abhängt.

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Ohne Wasser gäbe es weder Mensch,

noch Tier, noch Pflanze. Bei der Erforschung anderer Planeten und Himmels-

körper sucht man daher immer zuerst auch nach Wasser als Grundelement

des Lebens.

1.2 Wasser: Ein Verwandlungskünstler

Zwischen 0 und 100 °C ist Wasser flüssig. Erreicht Wasser den Siedepunkt

(100 °C), fängt es an zu kochen und geht in den gasförmigen Zustand über,

man spricht von Wasserdampf. Beim Gefrierpunkt (0 °C) erstarrt flüssiges

Wasser zu Eis. Ein Zufall? Nein, denn als der schwedische Astronom Anders

Celsius im 18. Jahrhundert eine Temperaturskala einführte, wählte er diese

beiden Fixpunkte aus. Wasser ist die einzige chemische Verbindung auf der

Erde, die in der Natur in allen drei Aggregatzuständen (fest, flüssig, gasför-

mig) vorkommt.


WasseR ist LeBeN

Das Besondere: Wenn Wasser gefriert, zieht es sich nicht zusammen wie die

meisten anderen Stoffe, sondern dehnt sich aus, d. h. seine Dichte sinkt. So

kommt es, dass beispielsweise eingefrorene Flaschen platzen. Sogar Gestein

kann gesprengt werden, wenn es durchlaufendes Wasser gefriert. Die größte

Dichte hat Wasser bei vier Grad Celsius, erst oberhalb dieser Grenze dehnt

es sich wieder aus.

Gefriert Wasser immer bei 0 °C und siedet es immer bei 100 °C? Nein, dies hängt

vom Luftdruck und von der Höhe ab. Außerdem kann man den Gefrier- und

Siedepunkt verändern, wenn man feste Stoffe in Wasser löst, z. B. Salz. Salz-

wasser hat einen niedrigeren Gefrierpunkt. Daher können Straßen im Winter

durch Streusalz von Eis befreit werden. Mit zunehmender Höhe und dem

damit einhergehenden geringeren Luftdruck sinkt der Siedepunkt. Auf 5 000

Meter Höhe siedet Wasser bereits bei etwa 83 °C, in den höchsten Basislagern

der Achttausender siedet es bereits bei etwa 75 °C. Dementsprechend sind im

Hochgebirge längere Kochzeiten für dasselbe Resultat erforderlich, da das

Wasser nicht so heiß ist. Im Hochgebirge kann man beispielsweise mit Wasser

keine Eier kochen, weil das Wasser je nach Höhe schon bei 80 bis 90 °C siedet.

Dabei werden Eier aber nicht hart. Das Problem kann man lösen, in dem man

dem Wasser reichlich Salz beifügt, was den Siedepunkt wiederum erhöht.

1.3 Der blaue Planet

Als blauer Planet wird unsere Erde oft bezeichnet, weil große Teile der Erde

von Wasser bedeckt sind. Etwa 1,4 Billiarden Liter schwimmen, fließen und

plätschern auf der Erde. Damit sind über 70 Prozent unseres Planeten mit

Wasser bedeckt. So erscheint es zunächst absurd, dass dieses Lebenselixier

auf unserem blauen Planeten jemals knapp werden könnte. Doch bei etwa

97 Prozent handelt es sich um Salzwasser und nur 2,5 Prozent des Wassers

Was ist Wasser?

Der blaue Planet

17


18 Was ist Wasser?

Abbildung 1.1:

Viel Wasser – wenig Trinkwasser:

Globale Wasservorräte auf der Erde

WasseR ist LeBeN

sind Süßwasser. Zwei Drittel dieses Süßwassers wiederum sind als Eis an den

Polen oder Gletschern, im Boden oder in der Atmosphäre nicht nutzbar. So

steht den Menschen nur ein kleiner Teil des weltweiten Wassers für die Nut-

zung zur Verfügung – zum Trinken, Waschen, für die Landwirtschaft, den

Bergbau und die Industrie. Das Wasser auf der Erde wird zwar nicht weniger,

aber immer mehr Menschen müssen sich die Süßwasservorräte teilen, denn

die Erdbevölkerung wächst jedes Jahr um 80 Millionen. Zugleich steigt auch

der Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser.

Ozeane:

ca. 14 Mio km 3 (ca. 97,3%)

Davon in Polkappen und

Gletschern festgelegt: ca. 69%

Davon Grundwasser:

ca. 30%

Süßwasser:

ca. 35 Mio km 3

(ca. 2,5%)

Davon Flüsse und Seen:

ca. 0,1 Mio km 3 (


WasseR ist LeBeN

Wasser ist auch Bestandteil aller Lebewesen. Einige Tiere bestehen fast voll-

ständig aus Wasser (Quallen: 99 Prozent). Ohne Wasser wären grüne Pflanzen

nicht zur Photosynthese fähig. Der menschliche Körper besteht, je nach Alter

und Geschlecht, zu etwa zwei Drittel aus Wasser. Schon geringe Mengen

Wasser können ein Überleben in Extremsituationen sichern, ganz ohne geht

es allerdings nicht. Ein Mensch stirbt normalerweise nach maximal 4 Tagen

ohne Flüssigkeit, da der Stoffwechsel nur dann funktioniert, wenn dem Kör-

per ausreichend Wasser zur Verfügung gestellt wird. Wasser wird benötigt,

um Nährstoffe in alle Körperzellen zu transportieren und um Schlacken und

Gifte aus dem Körper abzutransportieren. Wasser hält das Blut flüssig und

das Körpergewebe elastisch. Der Mensch benötigt täglich etwa 2 bis 2,5

Liter Wasser und etwa die gleiche Menge scheidet unser Körper an einem

Tag wieder aus. In unserem ganzen Leben sind es ca. 65 000 Liter Wasser, die

wir zu uns nehmen. Manch tierischer Erdbewohner ist in der Hinsicht besser

angepasst: Kamele kommen bis zu drei Wochen ohne Wasser aus und können

dann binnen weniger Minuten 130 Liter trinken.

1.4 Das Feuchte, Fließende

Im Althochdeutschen hatte Wasser genau diese Bedeutung. Es wurde wazzar

genannt, auf diesen Begriff geht unser Wort Wasser zurück. Das indogerma-

nische Wort watar ist bereits in hethitischen Texten des 2. Jh. v. Chr. belegt. In

den germanischen und slawischen Sprachen lässt sich diese Herkunft noch am

deutlichsten erkennen: im Litauischen sagt man vanduo, watura heißt Wasser

auf Sanskrit. Aus dem altgriechischen hydor leiten sich viele Fremdwörter mit

dem Wortbestandteil »hydr(o)« ab, etwa der Hydrant oder die Hydraulik.

Das lateinische Wort aqua findet sich in den meisten romanischen Sprachen

wieder. Übrigens: Auf russisch und polnisch nennt man Wasser voda. Wem

aber in Russland ein Wässerchen angeboten wird, der sollte aufpassen: Bei

Was ist Wasser?

Das Feuchte, Fließende

19


20 Was ist Wasser?

Wasserverbrauch

Abbildung 1.2:

Wasserverbrauch nach

Sektoren in Prozent

WasseR ist LeBeN

dieser Verniedlichung des Wortes handelt es sich um nichts anderes als hoch-

prozentigen Wodka.

1.5 Wasserverbrauch

Der größte Wasserverbraucher weltweit ist die Landwirtschaft: Auf sie entfal-

len mehr als zwei Drittel des menschlichen Süßwasserverbrauchs, etwas we-

niger als ein Viertel entfällt auf die Industrie und auf die gesamten privaten

Haushalte der Erde entfallen etwa 8 Prozent des Süßwasserverbrauchs.

Diese Werte unterscheiden sich von Land zu Land und hängen zum Beispiel

vom Klima oder dem Grad der Industrialisierung ab. In Deutschland liegt der

Landwirtschaft

23 %

8 %

Industrie

69 %

Haushalte


WasseR ist LeBeN

Wasserverbrauch in der Landwirtschaft niedriger als der weltweite Durch-

schnitt, dafür benötigen die Industrie und die privaten Haushalte prozentual

mehr Trinkwasser.

Landwirtschaft. Weltweit werden 69 Prozent des Trinkwassers zur Bewäs-

serung von Ackerland benötigt. Der Bedarf ist in den letzten Jahren stark

gestiegen. Ursache dafür ist, dass immer mehr Ackerland künstlich bewässert

wird. Auch in heißen und trockenen Ländern wird mit Hilfe von Bewäs-

serungsanlagen Obst und Gemüse angepflanzt. Allerdings arbeiten viele

Bewässerungsanlagen ineffizient, so gehen weltweit rund 60 Prozent des

Wassers ungenutzt verloren. Weltweit sind zwischen 30 und 40 Prozent der

produzierten Nahrungsmittel von künstlicher Bewässerung abhängig. Oft

hat man keine Vorstellung davon, wie viel Wasser nötig ist, bis wir ein fer-

tiges Nahrungsmittel haben: So müssen rund 1 000 Liter Wasser fließen, bis

ein Kilo Getreide gesät, bewirtschaftet und geerntet ist. 15 000 Liter Wasser

müssen eingesetzt werden, um ein Kilo Rindfleisch zu erhalten (vgl. Kap. 4).

Je feuchter und regenreicher es ist, umso weniger künstliche Bewässerung

ist erforderlich.

Industrie. Rund 23 Prozent des weltweit genutzten Wasser werden in der

Industrie eingesetzt: als Lösungsmittel, zum Reinigen, Spülen, Heizen und

Kühlen. Viele Industriebetriebe siedeln sich deshalb an Seen und Flüssen

an. In Ländern ohne strenge Umweltauflagen hat dies für die Bevölkerung

jedoch oft fatale Folgen. Durch die Wasserentnahme der Industriebetriebe

sinkt der Grundwasserspiegel ab und die Gewässer werden verunreinigt. Die

Menschen vor Ort können das Wasser nicht mehr einfach so zum Trinken und

Kochen verwenden und den Bauern steht nicht mehr ausreichend Wasser

zur Bewässerung ihrer Felder zur Verfügung. Deshalb ist es wichtig, dass

Industrieabwässer gereinigt werden, bevor sie in Flüsse, Seen oder das Meer

geleitet werden.

Was ist Wasser?

Landwirtschaft

Industrie

21


22 Was ist Wasser?

Haushalte

Abbildung 1.3:

Verwendung des Trinkwassers in einem

durchschnittlichen deutschen Haushalt

WasseR ist LeBeN

Haushalte. Nur ein vergleichsweise kleiner Teil des Wassers (ca. 8%) wird di-

rekt in den Haushalten verwendet. Allerdings kommen natürlich die in der

Landwirtschaft und Industrie erzeugten Produkte ebenfalls den Haushalten

zugute, in denen sie konsumiert werden. Nur ein kleiner Teil des Trinkwas-

sers wird tatsächlich getrunken, im Durchschnitt 2 bis 3 Liter pro Tag. Hinzu

kommt der Wasserverbrauch für das Waschen, Duschen, Toilette spülen, Blu-

men gießen, Kartoffeln kochen, und so weiter. Der Durchschnittsdeutsche

verbraucht auf diese Weise rund 129 Liter am Tag. Vor zwanzig Jahren lag

der tägliche Bedarf noch bei etwa 145 Litern, der Verbrauch ist insbeson-

dere durch den Einsatz effizienterer Spartechniken zurückgegangen (z. B.

Stopptaste bei Toilettenspülungen; sparsamere Wasch- und Spülmaschinen).

Tipps, wie wir persönlich sparsam mit Wasser umgehen können, finden sich

in Kapitel 5.2.

Baden und Duschen 30%

Sonstiges 6%

Trinken und Kochen 2%

Autowäsche 2%

Hausgartenbewässerung 4%

Körperpflege 6%

Geschirrspülen 6%

Toilettenspülung 32%

Wäschewaschen 12%


WasseR ist LeBeN

Weltweit gibt es sehr große Unterschiede, wie viel Wasser pro Tag verbraucht

wird. In afrikanischen Dörfern, wo das Wasser mehrere Kilometer weit ge-

tragen werden muss, verbraucht eine Person am Tag nur 3 bis 5 Liter Wasser.

Innerhalb der Industrienationen verbrauchen die USA mit durchschnittlich

300 Litern Wasser pro Tag und Bürger besonders viel Trinkwasser – mehr als

doppelt so viel wie in Deutschland.

Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einer aus-

reichenden Menge an Trinkwasser, wenn pro Tag und Kopf mindestens 20

Liter sauberes Wasser zur Verfügung stehen.

Aus ökologischer Sicht ist der Rückgang des Wasserverbrauchs zu begrüßen

und es ist zweifelsohne erstrebenswert, den Wasserverbrauch zu senken. Es

muss jedoch erwähnt werden, dass auch ein Rückgang des Wasserverbrauchs

zu Problemen führen kann:

Lange Zeit herrschte in der Politik und Wasserwirtschaft die Vorstellung eines stetig

anwachsenden Wasserverbrauchs. In den 1970-er Jahren wurde für das Jahr 2000

eine Zunahme des Wasserverbrauchs um etwa 50% angenommen. Noch 1993 pro-

gnostizierte das Umweltbundesamt einen steigenden Wasserverbrauch. In der Folge

wurden vor allem in Ostdeutschland nach der Wende aus heutiger Sicht überdimen-

sionierte Wasserwerke, Rohrleitungsnetze und Entsorgungsanlagen gebaut. Deren

hohe Fixkosten bei mangelnder Auslastung führen heute zu überhöhten Wasser- und

Abwasserpreisen.

Für die Trinkwasserversorgung ist diese Entwicklung ebenfalls problematisch, denn mit

geringerer Fließgeschwindigkeit steigt die Verweildauer des Wassers in der Leitung,

was die mikrobiologische Qualität beeinträchtigen kann; es kann zu einer Wieder-

verkeimung des Wassers kommen. Durch viele wassersparende Maßnahmen in der

Industrie und den privaten Haushalten ist beispielsweise in Rostock der Trinkwas-

Was ist Wasser?

23


24 Was ist Wasser?

Der Wasserkreislauf

WasseR ist LeBeN

serverbrauch zwischen 1990 und 2004 auf nur noch ein Viertel des ursprünglichen

Werts gesunken. Die Verweildauer des Wassers in den Leitungen erhöht sich damit auf

das Dreifache. Es ist wichtig, technologisch auf den geringeren Wasserverbrauch zu

reagieren, z. B. durch Rückbau.

Quelle: Wikipedia (2009): Wasserverbrauch

1.6 Der Wasserkreislauf

Vom Verbrauch des Wassers zu sprechen ist eigentlich nicht richtig, denn Was-

ser verbraucht sich nicht: Die Gesamtmenge an Wasser auf der Erde wird nicht

mehr und nicht weniger, doch es befindet sich in einem ständigen Kreislauf.

Durch Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser der Weltmeere, Flüsse,

Seen und der Vegetation. Es steigt in die Atmosphäre auf, bildet Wolken und

gelangt in Form von Niederschlag (Regen, Hagel oder Schnee) wieder zurück

zur Erde. Wenn die Niederschläge direkt in die Gewässer fallen, schließt sich

der Kreislauf und kann wieder von vorn beginnen. Fällt das Wasser auf die

Erde, versickert es ins Grundwasser. Über den Grundwasserfluss oder über

Quellen und Flüsse fließt es dann in die Ozeane ab. Auch Schmelzwasser von

Gletschern, Schnee und oberflächlich abgeführtes Regenwasser wird über

Flüsse in die Ozeane transportiert. In den Polargebieten und in Hochgebirgen

wird ein Teil der Niederschläge in fester Form als Eis gespeichert, wo es über

Schmelzwasser wieder in die Ozeane gelangt. Der Kreislauf des Wassers ist

geschlossen. So erklärt sich auch, dass die Meere nicht immer voller werden

und sich in den Bergen immer wieder Wasser findet und nicht irgendwann

»alles runtergeflossen ist«.

Auf der Erde geht also kein Wasser verloren, es ändert nur seinen Zustand.

Wenn man von Wassermangel spricht, spricht man von einem Mangel an


WasseR ist LeBeN

einem Ort zur Verfügung stehendem Trinkwasser. Dies liegt an einer unglei-

chen Verteilung der Wasserreserven, an den ungleich verteilten Technologi-

en, Wasser zu Trinkwasser zu filtern und an der Tatsache, dass die Weltbevöl-

kerung wächst, nicht jedoch die Wasservorkommen.

1.7 Wassermangel und Verschmutzung

Trotz des Wasserreichtums auf der Erde kann etwa jeder fünfte bis sechste

Mensch seinen täglichen Wasserbedarf nicht decken. Der Grund: Zunehmen-

der Wasserverbrauch und Verschwendung sowie Verschmutzung der Was-

serressourcen. Dazu sind die Wasservorräte regional unterschiedlich verteilt:

Während es in den Industriestaaten große Trinkwasservorkommen gibt, sieht

Was ist Wasser?

Abbildung 1.4:

Der Wasserkreislauf

Wassermangel und Verschmutzung

25


26 Was ist Wasser?

WasseR ist LeBeN

es in den Entwicklungsländern ganz anders aus. Und immer mehr Regionen

der Erde leiden unter chronischer Wasserknappheit. Der Wassermangel trifft

vor allem die Ärmsten. In den Entwicklungsländern sterben jedes Jahr 1,5 Mil-

lionen Kinder unter fünf Jahren an Durchfall, weil sie verschmutztes Wasser

getrunken haben. Sauberes Wasser ist in Entwicklungsländern oft ein kaum

bezahlbarer Luxus. In den Slums von Guatemala ist Trinkwasser fast fünfmal

so teuer wie in den USA und der Wassertarif in den Slums von Addis Abeba

liegt um mehr als das Doppelte über dem Preis in den reicheren Stadtvierteln

(un iC e f, 2007).

Die Länder südlich der Sahara leiden am stärksten unter Wassermangel. Das

Problem sind nicht nur die geringen Wasservorräte, sondern insbesondere der

fehlende Zugang zu sauberem Wasser durch die Bevölkerung. Da – gerade

in ländlichen Gegenden – nur wenige Haushalte Zugang zu Wasserleitungen

haben, dominiert das Wasserholen in großen Teilen Afrikas und auch Asiens

den Alltag. Fast überall sind Frauen und Mädchen für die Wasserversorgung

zuständig. Frühmorgens brechen Millionen von ihnen auf, um von den oft

kilometerweit entfernten Wasserstellen das Wasser für den Tag zu holen.

Auf dem Rückweg tragen sie die gefüllten Wasserkanister auf dem Kopf,

die im Durchschnitt 10 bis 15 Kilo wiegen. Das ist eine enorme körperliche

Anstrengung und kostet Zeit: In Afrika verbringen die Wasserträgerinnen bis

zu sechs Stunden am Tag mit der Wasserbeschaffung. Zeit, in der sie nicht

zur Schule gehen, nicht spielen und sich nicht um jüngere Kinder kümmern

können. Die Mädchen, die heute Wasser tragen müssen und nicht zur Schule

gehen können, sind die Analphabetinnen von morgen.

Selbst wenn wir in Deutschland heute noch sorglos mit Wasser umgehen

können, ist nicht auszuschließen, dass auch hierzulande Wasser eines Ta-

ges knapp werden könnte. Zunehmender Wasserbedarf, zunehmende Ver-

schmutzung der Wasserressourcen und klimatische Unwägbarkeiten können


WasseR ist LeBeN

sich auch auf unseren Wasserhaushalt negativ auswirken. Längst haben auch

Industrienationen Europas zumindest temporär Wasserprobleme. So sorgen

beispielsweise die monatelange Trockenheit und die Intensivbewässerung

von Obst- und Gemüseplantagen in Südeuropa (z. B. in Spanien oder Zypern)

für Wasserarmut und Engpässe.

1.8 Der Kampf ums Wasser

»In vielen Kriegen des letzten Jahrhunderts ging es um Öl,

aber in den Kriegen dieses Jahrhunderts wird es um Wasser gehen.«

(is M a i l se r a g e l d i n, viZe-Pr ä s i d e nT d e r We l T B a n k)

Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und dem weltweit zunehmen-

dem Wasserbedarf wird sauberes Trinkwasser zunehmend zu einem knappen

Gut. Aus der relativen Knappheit des Wassers ergeben sich Konflikte um die

Nutzung von und den Zugang zu Trinkwasserressourcen. Konflikte zwischen

Staaten bei der Verteilung von Wasser gibt es immer dort, wo mehrere Län-

der dieselbe Quelle nutzen wollen bzw. über gemeinsame Wasservorräte

verfügen. Dies sind in der Regel Flüsse oder Seen. Konflikte ergeben sich

häufig dann, wenn ein Land einem Fluss viel Wasser entnimmt oder das

Wasser aufstaut und den nachfolgenden Staaten am Flusslauf weniger Was-

ser zur Verfügung steht. In Afrika gibt es z. B. Konflikte um die Nutzung der

Wassermassen des Nils oder des Tschadsees. Im Nahen Osten staut die Türkei

am Atatürk-Stausee im Osten des Landes das Wasser der Flüsse Euphrat und

Tigris. Für Syrien und den Irak hat das türkische Staudammprojekt jedoch ver-

heerende Folgen, da diese Länder aufgrund geringer Niederschlagsmengen

auf das Wasser der beiden Flüsse angewiesen sind. Strittig ist dabei immer

die Frage, wem das Wasser eigentlich gehört und wer wie viel entnehmen

darf. Konflikte entstehen außerdem dadurch, dass am Oberlauf eines Flusses

Was ist Wasser?

Der Kampf ums Wasser

27


28 Was ist Wasser?

WasseR ist LeBeN

gelegene Länder Abwässer in Flüsse einleiten, so dass die Staaten am Un-

terlauf das Wasser nicht oder nur mit einem entsprechenden Aufwand als

Trinkwasser nutzen können.

Mindestens vier Trends deuten darauf hin, dass Konflikte um Wasser in die-

sem Jahrhundert radikal zunehmen werden (Uexküll, 2005):

1.

2.

3.

4.

Der Klimawandel wird die Ungleichheit der globalen Wasserverteilung

vermutlich verstärken. Trockene Regionen bekommen noch weniger Nie-

derschlag, während Überschwemmungen gerade dort zunehmen, wo sie

schon jetzt häufig sind.

Die Zunahme der Weltbevölkerung wird sich vor allem in den Ländern

abspielen, in denen der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären An-

lagen schon heute ein Problem darstellt.

Durch Industrialisierung ändert sich zwar die Struktur der Wassernut-

zung, der Gesamtverbrauch nimmt aber zu.

Globale Tendenzen zur Liberalisierung und Kommerzialisierung der Was-

sermärkte gefährden traditionelle Zugangsrechte und können so neue

Konflikte herbeiführen.

Auch in Europa gibt es mögliche Konfliktherde bei der Wassernutzung. Al-

lerdings geht es hier weniger um Nutzungsrechte als vielmehr um die Ver-

schmutzung von Flüssen.

Verteilkämpfe zeigen sich nicht nur zwischen Staaten, sondern auch innerhalb

eines Staates zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, z. B. zwi-

schen Landwirtschaft, Industrie, Tourismus und Flussanrainern, die das Was-

ser zum Kochen, Trinken und Waschen nutzen. Viele Konflikte ergeben sich

dabei aus der Privatisierung von Wasserversorgungssystemen, insbesondere

in den Metropolen der Entwicklungsländer. Wird die Wasserversorgung in


WasseR ist LeBeN

privatwirtschaftliche Hände abgegeben, hat dies zwar oft einen verbesserten

Zugang zur Folge, doch geht dies entsprechend der gewinnorientierten Aus-

richtung der Unternehmen mit einem dramatischen Preisanstieg einher. Viele

Arme können sich in der Folge das Wasser nicht mehr leisten und versorgen

sich aus schmutzigen Wasserquellen, was wiederum verheerende Folgen für

die Gesundheit hat.

1.9 Wasser als Menschenrecht

»Das Menschenrecht auf Wasser schafft für jedermann den Anspruch auf

ausreichendes, sicheres, akzeptables, physisch erreichbares und bezahlbares

Wasser für persönliche und häusliche Zwecke«

(uno-Pa k T i, ko M M e n T a r 15, 2002)

2002 haben die Vereinten Nationen das Recht auf Wasser erstmals explizit

festgeschrieben und damit einen bedeutenden Meilenstein für die Durch-

setzung des Menschenrechts auf Wasser gesetzt. Die Resolution besagt, dass

jeder Mensch ein Recht auf ausreichendes, erschwingliches, sauberes, siche-

res und zugängliches Wasser besitzen soll. Die Staaten müssen dafür Sorge

tragen, dass dieses Recht allen Menschen zuteil wird. Weiter sollen die Staa-

ten gewährleisten, dass die Wasserversorgung transparent und partizipativ

organisiert wird. Es gibt Bestrebungen, das Recht auf Wasser auch in die

UN-Menschenrechtscharta mitaufzunehmen.

Auf dem Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im Jahr 2000 beschloss

die Staatengemeinschaft, dass bis 2015 die Anzahl der Menschen, die keinen

Zugang zu ausreichendem und sauberem Trinkwasser haben, halbiert wer-

den soll. Bis 2025 sollen alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und

hygienischen Sanitäreinrichtungen haben.

Was ist Wasser?

Wasser als Menschenrecht

29


30 Was ist Wasser?

WasseR ist LeBeN

Um das Bewusstsein für den Wert des Wassers zu stärken, hat die UNO den

22. März eines jeden Jahres zum »Weltwassertag« erklärt. Außerdem wurden

die Jahre 2005 bis 2015 zur Internationalen Wasserdekade ausgerufen.

Auch die christlichen Kirchen fordern, Wasser als Menschenrecht anzuerken-

nen. Seit 2008 gibt es in Deutschland die Fastenaktion »Sieben Wochen im

Zeichen des Wassers«, die diese Thematik tiefgründig aufgreift.


WasseR ist LeBeN

Was ist Wasser?

31


2. WAsser in VersCHieDenen Kontexten

1.0 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.1 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.2 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.3 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.4 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.5 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.6 Auflistung Inhaltsverzeichnis

2.1 Wasser

.............................................

und Religion ...........................................................................................................34

00

2.2 Wasser und Freizeit/Tourismus ...........................................................................................36

2.3 Wasser und Gesundheit ......................................................................................................37

2


34 Wasser in verschiedenen Kontexten

Wasser und religion

2.1 Wasser und Religion

»Es ströme aber das Recht wie Wasser

und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.«

(aM o s 5, 24)

WasseR ist LeBeN

Seit Menschengedenken sind die Geschicke des Menschen untrennbar mit

dem Wasser verbunden. Die Hochkulturen und großen Weltreiche entwik-

kelten sich dort, wo es Wasser gab. Von den ersten sesshaft werdenden

Menschen zu den Hochkulturen der Antike über das Mittelalter bis zur Neu-

zeit stand im Zentrum immer ein Konflikt zwischen einem zu viel und einem

zu wenig an Wasser. Ihm war man dabei fast immer ausgeliefert – ob durch

Dürren die Ernte einging oder Hochwasser Leben und Besitz bedrohte. Es

wurde auch zum Gegenstand der Mythologie und der Naturphilosophie,

in Naturreligionen gar zur »Urgottheit«. In vielen religiös-mythologischen

Erzählungen über das Entstehen der Welt symbolisiert der Stoff Wasser den

Zustand vor der Schöpfung beziehungsweise den Grund allen Seins. Noch

heute kommt dem Wasser in den meisten Religionen der Welt eine Sonder-

stellung zu, besonders dort, wo die Frage des Überlebens von der Lösung

der zahlreichen Wasserprobleme abhängt. Pilgerfahrten zu wundertätigen

Quellen und Brunnen zeugen von der Heilserwartung an das Wasser.

In der christlichen Religion fällt einem bei Wasser vermutlich zunächst die

Taufe ein, denn das wesentliche, äußerlich sichtbare Element der Taufe ist

das Wasser. Es wird hier als Symbol für den sichtbaren Eintritt in das Chri-

stentum verstanden und symbolisiert die Zusage der Liebe und des Segens

Gottes. Taufgeschichten aus dem Alten Testament zeigen, dass die Taufe

etwas mit innerlicher und äußerlicher Reinheit und Reinigung zu tun hat.

Wasser steht hier eindeutig als Symbol für die Reinigung und »Entsündi-

gung«. So ist in der Bibel oft auch von »Schuld abwaschen« die Rede. In


WasseR ist LeBeN

der katholischen Kirche erinnert das Weihwasser an die Taufe und an die

Verbindung mit Gott.

Wasser kommt im christlichen Glauben jedoch nicht nur in der Taufe vor.

In der Bibel findet sich der Begriff Wasser über 500 Mal! Dabei hat es sehr

vielfältige und unterschiedliche Bedeutungen: Es symbolisiert das Leben,

aber auch den Tod, Rettung, aber auch Bedrohung, Klarheit und Neubeginn.

Bereits in der Schöpfungsgeschichte ist vom Wasser die Rede, wenn der Geist

Gottes über den Wassern schwebt und schließlich Wasser, Luft und Erde als

die Lebensräume scheidet. Immer wieder taucht in der Bibel Wasser an ent-

scheidenden Stellen als Zeichen Gottes auf.

Weitere zentrale biblische Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament,

in denen es um Wasser geht, sind zum Beispiel:












Die Sintflut (Arche Noah) (1. Mose 6–8),

Der Regenbogen als Zeichen des Bundes, den Gott mit Noah schließt

(1. Mose 9, 12–17),

Mose, der im Schilfkörbchen ins Wasser gelassen wird (2. Mose 2, 1–10),

Teilung des Schilfmeeres (2. Mose 14),

Die Geschichte von Jona (Jona 1–4),

Jesus lässt sich von Johannes im Jordan taufen (Matth 3, 13–17),

Jesus fährt auf das Wasser hinaus, um zu predigen (Mk 4,1),

Die Frau am Jakobsbrunnen (Joh 4, 5–26),

Jesus läuft über das Wasser (Matth 14, 22–23) und stillt den Sturm (Matth,

8, 23–27),

Jesu (Heilungs-)wunder, wie der wunderbare Fischzug (Lk, 5, 1–11), die

Verwandlung von Wasser in Wein (Joh, 2, 1–11), die Krankenheilungen

am Teich (Joh 5, 1–9) oder am See Genezareth (Mk 6, 53–56),

Die Fußwaschung (Joh 13).

Wasser in verschiedenen Kontexten

35


36 Wasser in verschiedenen Kontexten

Wasser und Freizeit/tourismus

WasseR ist LeBeN

Lest die Wassergeschichten aus der Bibel in der Gruppenstunde. Findet heraus, welche

Bedeutung Wasser jeweils hat und was es symbolisiert. An mehreren Stellen in der

Bibel ist von Brunnen und Quellen die Rede. Versucht, einige dieser Stellen zu finden.

Was bedeutet Wasser dort jeweils?

Auch in anderen Weltreligionen hat das Wasser eine herausragende Bedeu-

tung: Es gibt rituelle Waschungen vor dem Gebet im Islam, Waschungen im

Judentum zur Erlangung der kultischen Reinheit oder Reinigungsriten im

Hinduismus u.a.

»Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Quelle, die niemals

versiegt.«

(Jes 58,11)

2.2 Wasser und Freizeit/Tourismus

Wasser bereichert unser Leben auch im Freizeitbereich, denn viele Freizeit-

beschäftigungen finden auf oder im Wasser statt. Ob klassische Sportarten

wie Schwimmen, Rudern oder Tauchen oder Außergewöhnlicheres wie River

Rafting, Kite Surfing oder Unterwasserrugby – all dies lebt vom Wasser. Auch

Schlittschuhlaufen und Skifahren sind im weiteren Sinne Wassersportarten.

Wassersport ist wie Sport im Allgemeinen gut und gesund, doch auch hier

gilt es, eine Sensibilität für den Schutz des Wassers zu entwickeln und einen

nachhaltigen Umgang insbesondere mit Naturgewässern zu pflegen. Dabei

ist nicht nur die Verschmutzung des Wassers ein Problem, sondern auch die

Zerstörung von Lebensräumen von Pflanzen und Tieren in Naturgewässern.

Insbesondere der Motorbootsport hat zahlreiche negative Auswirkungen

auf Naturgewässer.


WasseR ist LeBeN

Für viele Regionen ist der Tourismus zur wichtigsten Lebensgrundlage ge-

worden. Viele beliebte Reiseziele befinden sich in südlichen Ländern mit eher

knappen Wasserressourcen, von denen der Tourismus einen erheblichen Teil

beansprucht. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Urlaubsregionen im Som-

mer aufgesucht werden, eine Jahreszeit, in der sich der Wassermangel durch

ausbleibende Niederschläge noch verschärft. Vielerorts muss das Wasser mit

Tankschiffen oder Pipelines herangeschafft werden. Viele Tourismusregionen

haben also dass Problem, dass insbesondere in trockenen Zeiten ein Vielfaches

an Personen mit Wasser versorgt werden muss. Hinzu kommt, dass viele tou-

ristische Tätigkeiten wie Baden, Golf spielen oder die Nutzung von Wellnes-

sangeboten mit einem hohen Wasserverbrauch einhergehen. Studien zeigen

übereinstimmend, dass man im Urlaub deutlich mehr Wasser verbraucht als

zuhause. Je nach Unterkunft und Zielregion benötigen Touristen im Mittel-

meerraum zwischen 300 und 800 Liter Wasser täglich. Der hohe Wert ergibt

sich insbesondere durch die extensive Bewässerung von Golfplätzen, deren

Wasserverbrauch in etwa der Versorgung einer Kleinstadt entspricht.

Nicht mehr in den Urlaub zu fahren, wäre jedoch die falsche Konsequenz,

denn ein Ausbleiben des Tourismus wäre fatal für die Existenz der in diesen

Gebieten lebenden Menschen. Es muss darum gehen, für einen sparsamen und

ressourcenschonenen Umgang mit Wasser auch im Urlaub zu sensibilisieren.

2.3 Wasser und Gesundheit* 1

Seit Jahrtausenden ist die heilende Kraft des Wassers bekannt: Ob Güsse,

Wickel, Trinkkuren oder pure Badelust – Wasser weckt die Lebensgeister und

*1 Textteile dieses Abschnittes sind dem Artikel »Alles klar? Wissenswertes über Wasser« von

Alexandra Hartung in Mein EigenHeim 01/2009 entnommen.

Wasser in verschiedenen Kontexten

Wasser und Gesundheit

37


38 Wasser in verschiedenen Kontexten

WasseR ist LeBeN

lindert Beschwerden aller Art. Wasser ist wohl das meistgenutzte Heilmittel

der Welt – man denke nur an Schwitzbäder im orientalischen Hamam, an ri-

tuelle Waschungen im Ganges oder an den ausgiebigen Badekult, den schon

die alten Römer betrieben. Der berühmteste Wasserdoktor hierzulande ist

zweifelsohne Sebastian Kneipp, der Mitte des 19. Jahrhunderts die heilende

Wirkung von Wickeln und Wassertreten entdeckte. Seine Lehren sind aktu-

eller denn je.

Warum nicht in der nächsten Gruppenstunde mal Wassertreten gehen? Schuhe und

Strümpfe abstreifen, Hose hochkrempeln und ab im Storchengang durch das kalte

Wasser. Studien aus Kindergärten zeigen: Kinder, die sich so regelmäßig abhärten,

sind viel seltener krank!

Alle Anwendungen, deren Heilerfolg auf dem äußeren Reiz des Wassers oder

dem Temperaturunterschied zwischen Körper und Wasser beruht, werden

unter dem Begriff Hydrotherapie zusammengefasst. Die kalten, warmen oder

wechselwarmen Anwendungen wirken sich günstig auf Kreislauf, Nervensys-

tem, Stoffwechsel, Atmung, Haut und Gewebe aus – sowohl vorbeugend, als

auch, um akute oder chronische Leiden zu lindern. Im Gegensatz dazu stützt

sich die Balneotherapie auf die Heilwasserquellen eines Ortes und nutzt vor

allem die Inhaltsstoffe des Wassers. Schwefelhaltiges Wasser hat zum Beispiel

positive Effekte auf Gelenkerkrankungen oder Neurodermitis.

Letztlich wirkt sich Wasser auch auf die psychische Gesundheit aus und wir

alle haben bestimmt schon mal erlebt, wie gut eine warme Dusche oder ein

warmes Bad nach einem anstrengendem Tag tut.


WasseR ist LeBeN

Wasser in verschiedenen Kontexten

39


3. WAsser: DAten UnD FAKten

1.0 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.1 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.2 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.3 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.4 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.5 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.6 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

3.1 Zahlen und Fakten .............................................................................................................42

3.2 Redewendungen und Sprichworte......................................................................................44

3


42 Wasser: Beeindruckende Daten und Fakten

Zahlen und Fakten

Höchster Wasserfall

Größter See

Längster Fluss

Amazonas

Tiefster See

Größter Ozean

Regenreichster Ort

Antike

Erste kommunale Kläranlage

3.1 Zahlen und Fakten

WasseR ist LeBeN

• Der höchste Wasserfall der Welt ist der Angelfall in Venezuela mit einer

Höhe von 978 Metern, fast 1 Kilometer!

• Der größte See ist das Kaspische Meer mit einer Fläche von 371 000 Qua-

dratkilometern. Der See ist also etwas größer als Deutschland.

• Der längste Fluss der Welt ist der Nil mit einer Länge von 6 671 Kilome-

tern.

• Der Fluss, in dem mit Abstand das meiste Wasser fließt, ist der Amazonas.

Er befördert mehr Wasser als die sechs nächstkleineren Flüsse zusammen.

Die Breite des Flusses beträgt in Brasilien meist mehrere Kilometer.

• Der tiefste See der Welt ist der Baikalsee in Russland mit einer Wassertiefe

von 1 620 Metern. Aufgrund seiner Tiefe enthält er sehr viel Wasser und

ist damit das größte Süßwasserreservoir der Welt.

• Der größte Ozean ist der Pazifik. Seine Fläche macht rund 35 Prozent der

gesamten Erdoberfläche und damit mehr als die Fläche aller Kontinente

zusammen aus. An der tiefsten Stelle (Marianengraben) ist er 11 Kilometer

tief.

• Der regenreichste Ort der Welt ist die Hawaii-Insel Kauai. Dort regnet es

bis zu 350 Tage im Jahr. Würde das Wasser nicht abfließen, verdunsten

oder versickern, stünde es am Ende eines Jahres ca. 13 Meter hoch!

• In der Antike galt Wasser schon als sauber, wenn es einigermaßen klar war.

Hippokrates, der »Vater der Medizin« begnügte sich nicht damit und ent-

warf im 5. Jahrhundert vor Christus den »hippokratischen Ärmel«, einen

Stoffsack zur Filterung von Regenwasser.

• Die erste kommunale Kläranlage nahm ihre Arbeit 1832 im schottischen

Ort Paisley auf. John Gibb, Besitzer einer Bleiche, errichtete sie zur Ver-

sorgung seiner Fabrik und der Stadt. Innerhalb von drei Jahren lieferte sie

gefiltertes Wasser sogar bis nach Glasgow. Heute sorgen in Deutschland

10 400 Kläranlagen für die Reinigung und Aufbereitung der Abwässer.


WasseR ist LeBeN

Wasser ist ein Transportmittel. Schwere Güter können auf dem Schiff, mit





der Bahn oder einem Laster transportiert werden. Vergleichen wir den

Energieverbrauch:

1 LKW-PS bewegt eine Last von 150 Kilogramm,

1 Bahn-PS bewegt eine Last von 500 Kilogramm,

1 Schiffs-PS bewegt eine Last von 4 000 Kilogramm!

Ein übliches Transportschiff mit 110 m Länge hat eine Transport-Kapazi-

tät von 2 100 Tonnen. Auf der Straße würde man zum Transport dieser

Gütermenge etwa 100 LKW benötigen!

• 40 Prozent der Welternte stammen aus Gebieten, in denen die Felder mit

hohem Aufwand künstlich bewässert werden.

• 1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu ausreichendem sau-

berem Wasser. 2,4 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sani-

tären Einrichtungen. Auf der Erde leben rund 6,8 Milliarden Menschen

(2009).

• Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt an Küsten und weniger als

sechzig Kilometer vom Meer entfernt.

trotz weißer schwimmbadkacheln schimmert Wasser im becken

bläulich. Wieso? Wasser ist doch farblos und durchsichtig?

Lichtstrahlen bestehen aus Wellen unterschiedlicher Länge, und damit aus verschie-

denen Farben. Alle Farben zusammen ergeben weißes Licht. Treffen die Strahlen auf

einen Gegenstand, wird ein Teil davon geschluckt (absorbiert), ein Teil durchdringt

das Medium (hier: Wasser) und kann dann zum Beispiel von den Schwimmbadka-

cheln reflektiert werden. Wassermoleküle absorbieren den roten Anteil des Lichts,

der verbleibende blaue Anteil wird von unseren Augen wahrgenommen. Je tiefer das

Wasser, umso intensiver das Blau. Als Schnee wird Wasser aber plötzlich weiß. Denn

Schneekristalle absorbieren überhaupt keine Lichtwellen, sie werfen die Strahlen mit

all ihren Farben zurück.

Wasser: Beeindruckende Daten und Fakten

Transportmittel

Welternte

kein Zugang zu Wasser

Küsten

43


44 Wasser: Beeindruckende Daten und Fakten

redewendungen und sprichworte

Unheimlich: Denkendes Wasser

WasseR ist LeBeN

Forscher unterscheiden rund vierzig Anomalien, das heißt Abweichungen von naturwis-

senschaftlich erwartbarem Verhalten. Kein Wunder also, dass immer wieder merkwür-

dige Thesen über das Wasser auftauchen. 1988 publizierte etwa Jacques Benveniste

im Fachmagazin Nature, Wasser habe ein Gedächtnis. Leider zeigte sich sein flüssiger

Proband jedoch höchst vergesslich, als der Wissenschaftler seinen Versuch zum Beweis

wiederholen sollte. Das hielt den japanischen Alternativmediziner Masaro Emoto nicht

davon ab zu behaupten, Wasser könne zwischen guter und schlechter Musik unter-

scheiden, die Gefühlslage der Menschen widerspiegeln und obendrein auch noch lesen.

Die Beweise dafür fehlen bisher allerdings.

Quelle: f l u t e r, Ma g a z i n d e r bundeszentrale f ü r politische bi l d u n g nr. 23/2007, v e r ä n d e r t

3.2 Redewendungen und Sprichworte

Dass Wasser auch einen großen symbolischen Wert hat, kann man in zahl-

reichen Zitaten, Redewendungen und Sprichworten erkennen, in denen der

Begriff vorkommt.

Wer mit allen Wassern gewaschen ist, schüttet das Kind nicht mit dem Bade aus. Wer

jemandem das Wasser nicht reichen kann, sollte darauf verzichten, anderen das Wasser

abzugraben. Immer wieder Öl ins Wasser gießen, nützt nichts. Manchmal bleibt einem

nichts anderes übrig, als ins kalte Wasser zu springen oder die Kuh vom Eis zu holen.

Stets gegen den Strom zu schwimmen, kostet viel Kraft. Da steht jemandem das Wasser

bis zum Hals – und dann soll er noch so tun, als könne er kein Wässerchen trüben?

Wenn das kein Schlag ins Wasser ist, so doch vielleicht Wasser in den Rhein getragen.

Auch wenn steter Tropfen den Stein höhlt, so ohne weiteres wird bitteres Wasser nicht

in süßes verwandelt. Zu nahe am Wasser bauen, bringt das Fass noch lange nicht

zum Überlaufen. Auch nur mit Wasser kochen, heißt noch lange nicht, Wasser in den


WasseR ist LeBeN

Ohren haben. Und auch wenn stille Wasser tief sind, sind sie durchaus zum Sturm im

Wasserglas fähig.

Wasser: Beeindruckende Daten und Fakten

45


1.0 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.1 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.2 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.3 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.4 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.5 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.6 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

4. VirtUeLLes WAsser

4


48 Virtuelles Wasser

WasseR ist LeBeN

Hier geht es um einen unbekannteren Aspekt zum Thema Wasser. »Virtuelles

Wasser« oder auch »verstecktes Wasser« ist das Wasser, das für die Produkti-

on bzw. Bereitstellung der vielen verschiedenen Güter und Dienstleistungen

gebraucht wird, die wir jeden Tag konsumieren. Es wird definiert als »Wasser,

das zur Herstellung von Produkten benötigt (oder durch Verschmutzung

unbrauchbar gemacht) wird – und am Ort der Verwendung der Produkte

eingespart wird.« (hoeksTra & Ch a P a g a i n, 2006).

Der Begriff Virtuelles Wasser ist nicht unbedingt glücklich gewählt, da er

fälschlicherweise so aufgefasst werden könnte, als ob es das Virtuelle Wasser

gar nicht wirklich gibt, es eben nur virtuell ist. Tatsächlich handelt es sich

aber um real existierendes und tatsächlich verbrauchtes Wasser. Alternativ-

begriffe wie verstecktes oder globales Wasser konnten sich bislang jedoch

nicht durchsetzen.

Auch wenn die Autoren der Ansicht sind, dass der Begriff Virtuelles Wasser

nicht optimal ist, wird er hier verwendet, da er der offizielle wissenschaftliche

Fachbegriff ist.

Ein Beispiel: In Brasilien wird Sojamehl in den dortigen Sojaanbauregionen angebaut,

was eine entsprechende Bewässerung erfordert. Nun wird das Sojamehl nach Deutsch-

land importiert und hier an Schweine verfüttert. Dadurch spart man hierzulande (»am

Ort der Verwendung«) diesen Wassereinsatz, der bereits in Brasilien erfolgte. In der

Folge bedeutet dies, dass wir hier Produkte konsumieren (in diesem Fall z. B. Schwei-

neschinken), dessen Produktion zum Teil auf Kosten des Wasserhaushaltes in den

brasilianischen Sojaanbauregionen erfolgt ist.

Mit Virtuellem Wasser ist die Wassermenge bezeichnet, die nach einer um-

fassenden Bilanz als tatsächlich verbrauchte Menge pro Produkt anfällt. In


WasseR ist LeBeN

die Bilanz geht auch auf den ersten Blick verdeckter Wasserverbrauch ein.

Zum Beispiel fällt bei der Erzeugung von Rindfleisch nicht nur der Verbrauch

von Trinkwasser für die Tiere an, sondern auch die Bewässerung von Futter-

pflanzen. Der Begriff verdeutlicht, dass auch Produkte, die überhaupt kein

Wasser enthalten (z. B. ein T-Shirt) durchaus während ihrer Herstellung und

ihres Transportes Wasser verbraucht haben. Somit steckt eigentlich in jedem

Produkt Wasser.

Wenn man das Virtuelle Wasser in den täglichen Wasserverbrauch mit ein-

rechnet, liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei etwa 4 000 Litern

täglich! Das meiste dieses Wassers ist jedoch nie in Deutschland geflossen,

sondern dort, wo die Produkte, die wir konsumieren, hergestellt wurden.

Das ist insbesondere dann problematisch, wenn wasserintensive Rohstof-

fe (beispielsweise Baumwolle) oder Lebensmittel aus ohnehin wasserarmen

Entwicklungs- und Schwellenländern importiert werden. Denn das darin

enthaltene Wasser steht der einheimischen Bevölkerung nicht mehr zur Ver-

fügung.

Soviel Virtuelles Wasser steckt in Menge Virtuelles Wasser

LebensMitteL

1 Scheibe Brot 40 l

1 Scheibe Käse 50 l

½ l Bier 150 l

1 Hühnerei 135 l

1 Tasse Kaffee 140 l

1 Tasse Tee 35 l

1 Tüte Kartoffelchips 185 l

1 Glas Apfelsaft 190 l

1 Glas Milch 200 l

1 kg Mais 900 l

Virtuelles Wasser

tabelle 4.1:

In verschiedenen Produkten

enthaltenes Virtuelles Wasser

49


50 Virtuelles Wasser

tabelle 4.1 (Forts.):

In verschiedenen Produkten enthaltenes

Virtuelles Wasser

WasseR ist LeBeN

Soviel Virtuelles Wasser steckt in Menge Virtuelles Wasser

1 kg Weizen 1 300 l

1 kg Zucker 1 500 l

1 kg Reis 3 000 l

1 kg Geflügelfleisch 4 100 l

1 kg Schweinefleisch 4 600 l

1 Hamburger 2 400 l

Fast-Food-Menü 6 000 l

1 kg Rindfleisch 15 500 l

AnDere ProDUKte

1 Rose 5 l

1 Blatt weißes DIN A4-Papier 10 l

1 Mikrochip (Gewicht: 2 g) 32 l

1 T-Shirt 3 000 l

1 Jeans 6 000 l

1 Paar Lederschuhe 8 000 l

1 Auto 100 000–450 000 l

Die Angaben in tabelle 4.1 können jedoch nur als grober Richtwert verstanden

werden, denn die Wasserverbrauchsbilanz ist von Region zu Region unter-

schiedlich. So verbraucht der Anbau einer Tomate im trockenen Südspanien

natürlich deutlich mehr Wasser als im kühleren und regenreicheren Norden

Europas.

Wasser sparen können wir also nicht nur, indem wir unseren direkten Wasser-

verbrauch einschränken, sondern auch, in dem wir bei der Auswahl von Pro-

dukten darauf achten, dass sie möglichst wenig Virtuelles Wasser verbraucht

haben. Wie wäre es, statt Südfrüchten häufiger mal einheimisches Obst und

Gemüse zu probieren oder den Fleischkonsum einzuschränken? Oder lieber

etwas weniger und dafür qualitativ hochwertigere Kleidungsstück kaufen,


WasseR ist LeBeN

Virtuelles Wasser

Abbildungen 4.1 und 4.2:

Das »mar de plastico« (Plastikmeer):

Hektarweise Gemüseanbau unter Folien

bei Almeria im spanischen Andalusien.

Von dort beziehen wir in Deutschland

nicht nur 400 000 Tonnen Gemüse im

Jahr, sondern auch 100 bis 150 Mio.

Kubikmeter »Virtuelles Wasser«.

51


52 Virtuelles Wasser

WasseR ist LeBeN

die dann auch länger getragen werden können und nicht nach kurzer Zeit

wieder im Altkleidersack landen?

Das Wasser in unserer Kleidung – beispiel: baumwolle

Ein akkurat zusammengefaltetes T-Shirt im Kleiderschrank ist eine ziemlich trockene

Angelegenheit. Wer sein Baumwollhemd aus seinem Kleiderschrank holt, ist sich in

der Regel nicht bewusst, dass in dem T-Shirt im Extremfall bis zu 20 000 Liter Wasser

stecken können. Die Herkunft der Baumwolle hat bezüglich des Wasserverbrauches

einen wichtigen Einfluss. Während ein Kilo Baumwolle aus Usbekistan über 10 000 Liter

an Virtuellem Wasser enthält, sind es für ein Kilo aus Indien ca. 5 000 Liter Wasser und

für ein Kilo aus den USA »nur« 1 300 Liter. Diese Unterschiede hängen nicht nur mit

klimatischen Bedingungen zusammen, sondern insbesondere auch mit der Effizienz

von Bewässerungsanlagen. Hinzu kommt noch der (ab)wasserintensive Färbeprozess.

Quelle: ch a p a g a i n, hoekstra, sa v e n i j e & ga u t a M (2006).


WasseR ist LeBeN

Virtuelles Wasser

53


5. WAs MAn tUn KAnn: WeGe ZU eineM nACHHALtiGen UMGAnG Mit WAsser

1.0 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.1 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.2 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.3 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.4 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.5 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

1.6 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

5.1 Globale Konzepte ...............................................................................................................56

5.2 Was kann ich tun? ..............................................................................................................60

5


56 Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

Globale Konzepte

Ausweitung des Wasserangebots

WasseR ist LeBeN

Wir haben gesehen, dass weltweit über eine Milliarde Menschen nicht ge-

nügend Trinkwasser zur Verfügung hat. Hinzu kommt, dass es angesichts

der steigenden Weltbevölkerung immer mehr Menschen mit Trinkwasser

zu versorgen gilt. Weitere Herausforderungen ergeben sich aufgrund des

Klimawandels, des höheren Energie- und Wasserbedarfs in Industrie und

Landwirtschaft sowie der zunehmenden Kommerzialisierung von Wasser-

märkten und -rechten.

Grund genug, darüber nachzudenken, wie möglichst viele Menschen Zugang

zu Trinkwasser bekommen können und was wir dazu beitragen können. Da-

bei muss grundsätzlich zwischen Dingen unterschieden werden, die wir im

Kleinen tun können und wofür wir uns im Großen einsetzen können.

5.1 Globale Konzepte

Eine zukunftsfähige und Konflikten vorbeugende globale Wasserpolitik muss

sich zum Ziel setzen, mit den gegebenen Wasserressourcen so zu haushalten,

dass jeder Mensch in gerechter Weise davon profitieren kann. Dazu gehört

auch, mit den gegebenen Ressourcen möglichst effizient umzugehen. In der

Diskussion um zukunftsweisendes Wassermanagement sind dabei grundsätz-

lich zwei technische und politische Ansätze zu differenzieren:

5.1.1 Ausweitung des Wasserangebots

Das Wasserangebot lässt sich ausweiten, in dem man zusätzliche Wasser-

ressourcen schafft bzw. erschließt. Dadurch wird die in einer bestimmten

Region zur Verfügung stehende Wassermenge erhöht. Möglichkeiten dazu

sind beispielsweise die Erschließung neuer Grundwasserreserven, die Meer-

wasserentsalzung, die Nutzung von Regenwasser durch geeignete Auffang-

methoden oder die Flutwasserspeicherung, z. B. durch den Bau von Stau-


WasseR ist LeBeN

dämmen. Auch durch den Bau von Fernwasserleitungen in bislang nicht oder

unterversorgte Landstriche lässt sich das Wasserangebot ausweiten. Denn

auch wenn sich die globale Wasserversorgung in den letzten Jahren und

Jahrzehnten verbessert hat und mittlerweile 87 Prozent der Weltbevölke-

rung Zugang zu trinkbarem Wasser hat, gilt es hier kontinuierlich weiter zu

verbessern, damit die UN-Ziele des Milleniumsgipfels (s. Kap. 1.9) erreicht

werden können.

Manche dieser Methoden sind aus ökologischer Sicht jedoch problematisch.

So kann zum Beispiel eine übermäßige Entnahme des Grundwassers zum

dauerhaften Absinken des Grundwasserspiegels führen, was wiederum Aus-

trocknung und Verödung von Feuchtgebieten nach sich zieht. Aus nach-

haltiger Sicht ist also jeweils genau zu prüfen, welche Auswirkungen die

Maßnahme hat und ob die natürlichen Kreisläufe gestört werden.

5.1.2 Bessere Nutzung des Wasserangebots

In vielen Regionen der Erde ist nicht das Wasserangebot an sich das Problem,

sondern die unökonomische Nutzung des verfügbaren Wassers. Viele Ansät-

ze zielen daher darauf ab, das vorhandene Wasser besser zu nutzen.

Dazu gehören in erster Linie Wassereinsparungen in der Landwirtschaft.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ca. 60 Prozent des auf die Felder auf-

gebrachten Wassers ungenutzt versickern oder verdunsten und nie die Wur-

zeln der Pflanzen erreichen. Neuere Bewässerungssysteme (z. B. Tröpfchen-

bewässerung) können mit weitaus geringerem Wassereinsatz eine deutlich

höhere Bewässerungseffizienz erzielen. Bewässerungssysteme können au-

ßerdem durch den Einbau von Sensoren zur Messung der Bodenfeuchte

verbessert werden, die eine bedarfsgerechte Bewässerung ermöglichen.

Weitere Einsparpotentiale in der Landwirtschaft ergeben sich durch die

Züchtung und den Anbau von Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen

Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

bessere nutzung des Wasserangebots

Wassereinsparungen in der

Landwirtschaft

57


58 Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

Vermeidung von Wasserverlusten in

den Zuleitungen

Industrie

Private Haushalte

WasseR ist LeBeN

oder salzwassertolerant sind. Durch die Reduktion von Düngemitteln und

Pestiziden oder den Einsatz ökologisch unbedenklicher Substanzen kann

außerdem die Belastung des Grundwassers mit Schadstoffen vermindert

werden.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Vermeidung von Wasserverlusten in den

Zuleitungen. In Deutschland gehen ca. 9 Prozent des Wassers durch undichte

Leitungen ungenutzt verloren, in anderen Staaten ist dieser Anteil oft noch

wesentlich höher. Dies lässt sich durch verbesserte Wasserleitungssysteme

minimieren.

In der Industrie lässt sich der Wasserverbrauch senken, in dem beispielsweise

geschlossene Wasserkreisläufe eingerichtet werden und Wasser mehrfach

genutzt wird, bevor es dem Abwasser zugeführt wird. Neuere Technologien

erlauben es, dass Wasser je nach Branche bis zu dreißig Mal hintereinander

genutzt werden kann, bevor es dem Abwasser zugeführt wird. Da ein Groß-

teil des in der Industrie verwendeten Wassers zur Kühlung eingesetzt wird,

lohnt es insbesondere, effektivere Kühlsysteme zu entwickeln. Die Gewässer-

belastung durch die Industrie konnte außerdem durch eine Verschärfung von

Umweltauflagen gesenkt werden, da Abwässer nun weitgehend von Schad-

stoffen befreit sein müssen, bevor sie in Flüsse geleitet werden. In vielen

Ländern der Welt gibt es jedoch immer noch keine oder nur unzureichende

Umweltauflagen. Dies führt zu einer Abgabe von Abwasser in Flüsse oder ins

Meer, das sehr stark mit Schadstoffen aller Art belastet ist.

Schließlich kann auch im Bereich privater Haushalte das vorhandene Wasser

besser genutzt werden, beispielsweise durch den Einbau wassersparender

Armaturen und Toilettenspülungen oder durch wassersparende Elektroge-

räte (z. B. Waschmaschinen). Auch in Haushalten ist eine Mehrfachnutzung

von Wasser möglich, so kann Restwasser (z. B. vom Duschen) durchaus noch


WasseR ist LeBeN

für die Toilettenspülung verwendet werden. Eine stärkere Regenwasser-

nutzung (z. B. zur Gartenbewässerung oder für die Toilettenspülung) hilft

ebenfalls, den Verbrauch an Trinkwasser zu reduzieren. Wie jeder Einzelne

von uns sparsam mit Wasser umgehen kann und wie man mit wenig Auf-

wand einen bewussteren Umgang mit Wasser erreicht, ist in Kapitel 5.2

dargestellt.

Viele dieser Verbesserungen für Landwirtschaft, Industrie oder die privaten

Haushalte lassen sich durch entsprechende politische Entscheidungen un-

terstützen. So können finanzielle Anreize für den Einsatz wassersparender

Technologien geschaffen werden, gleichzeitig können Bewässerungssubven-

tionen gekürzt werden. In der Landwirtschaft können Subventionen an den

Einsatz moderner Bewässerungssysteme gekoppelt werden ebenso wie an

den Anbau bestimmter Pflanzen, die an die verfügbare Wasserqualität und

Menge angepasst sind.

In manchen Gemeinden erhalten private Haushalte einen Zuschuss bei der

Umstellung auf wassersparende Geräte und Armaturen. Der Gesetzgeber

könnte für Neubauten außerdem vorschreiben, dass ausschließlich Geräte

einer bestimmten Wasserspargüte verbaut werden dürfen.

Um das vorhanden Wasser besser zu nutzen, gibt es durchaus innovative Projekte. Ein

Modellprojekt in Peru beispielsweise nutzt Nebel, der in der Region um die Hauptstadt

Lima äußerst häufig ist – im Gegensatz zu Niederschlägen. Mit Hilfe von so genannten

»Nebelfängern«, acht mal vier Meter große Plastiknetzen, an denen sich der Nebel in

Form von Kondenswasser verfängt, werden bis zu 3 000 Liter Wasser pro Tag aufge-

fangen und gesammelt. Das gewonnene Wasser wird vor allem zur Bewässerung von

Feldern verwendet, da es sich nicht um Trinkwasser handelt.

Quelle: st u d i e n g e s e l l s c h a f t f ü r fr i e d e n s f o r s c h u n g (2008)

Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

59


60 Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

Wasser – schlüssel zur nachhaltigen

entwicklung

Was kann ich tun?

Wasser im alltäglichen Gebrauch

sparen

5.1.3 Wasser – Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung

WasseR ist LeBeN

Sowohl die Ausweitung als auch die bessere Nutzung des Wasserangebots

sind zentrale Themen der Entwicklungszusammenarbeit, denn insbesondere

in Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Wasserversorgung ein Prob-

lem. Während die Wasserknappheit anfänglich jedoch eher als technisches

Problem gesehen wurde das auf bestimmte Länder begrenzt ist, sucht man

inzwischen zunehmend nach globalen Lösungen. Dahinter steht die Erkennt-

nis, dass ohne einen sinnvollen Umgang mit der Ressource Wasser alle an-

deren Ansätze der Entwicklungspolitik zum Scheitern verurteilt sind. Es gilt,

Wege zu finden, wie Wasser gewonnen und genutzt werden kann, ohne die

Ressourcen zu erschöpfen. Dazu gehört die Abwasseraufbereitung genau-

so wie das Auffangen von Regenwasser oder die Meerwasserentsalzung.

Entwicklungspolitisch geht es außerdem um die Frage, wie Wasser gerecht

verteilt werden kann, um möglichst vielen Menschen das Menschenrecht auf

Wasser zu ermöglichen und die durch Wassermangel bedingten Krankheiten

einzudämmen.

5.2 Was kann ich tun?

Theoretische Ansätze und politische Konzepte helfen zwar, die Wasserprob-

lematik als Ganzes zu verstehen und einordnen zu können, konkrete Hand-

lungsanweisungen für einen nachhaltigen und sparsamen Umgang mit Was-

ser im Alltag geben sie jedoch nicht. Wie können wir sinnvoll und realistisch

Wasser sparen? Dies ist auf vielfältige Weise möglich, wobei sich drei große

Bereiche unterscheiden lassen.

5.2.1 Wasser im alltäglichen Gebrauch sparen

In Kapitel 1.5 und in Abbildung 1.2 haben wir gesehen, wo wir in Deutschland

im Haushalt Wasser verbrauchen. In allen dieser Bereiche gibt es Einsparpo-


WasseR ist LeBeN

tentiale. Dabei ist Wasser sparen oft nur eine Umstellung von Gewohnheiten,

die nicht mit einem Komfortverlust einhergehen muss.

Armaturen: Alles dicht?




Platsch ... platsch ... platsch ... . Es ist ja nicht so, dass nur das tropfende

Geräusch eines Wasserhahns nervt. Nein, auch die steigenden Kosten bei

der jährlichen Rechnung des Wasserversorgers sind ärgerlich. Denn ein

tropfender Wasserhahn kann über das Jahr gerechnet sehr viel Wasser

kosten. Ein Tropfen pro Sekunde ergibt schon nach fünf bis sechs Stunden

einen Liter ungenutztes Wasser. Rein rechnerisch sind das rund 1 500 Liter

in einem Jahr. Für die Einsparung dieser unnötigen Kosten lassen sich

tropfende Wasserhähne und andere undichte Wasserinstallationen durch

einen Installations-Fachbetrieb reparieren.

Wassersparende Armaturen reduzieren den Wasserverbrauch massiv. So

verhindern Einhand-Mischarmaturen zum Beispiel, dass beim Einstellen

der richtigen Temperatur viel Wasser verloren geht.

Aus einem WC-Spülkasten mit abgenutzten Dichtungen können durchaus

bis zu 20 Liter Trinkwasser je Stunde auslaufen. Pro Tag summiert sich dies

auf fast 500 Liter, pro Jahr auf 178 000 Liter. Kontrolliert deshalb regelmä-

ßig. Legt nach einer mehrstündigen Benutzungspause ein Blatt Toiletten-

papier im WC-Becken in den Bereich des Spülkasten-Ausflusses. Wird das

Papier feucht, ist der Spülkasten undicht und muss repariert werden.

Händewaschen, Zähneputzen, Duschen, Baden


Beim Händewaschen rauschen oft ca. zwei Drittel des Wassers ungenutzt

durch den Wasserhahn. Denn oft stellt man das Wasser einmal an und

erst wenn die Hände fertig gewaschen sind, wird das Wasser wieder ab-

gestellt. Etwa 15 bis 20 Liter fließen dabei ungenutzt ab, während man

sich die Hände einseift. Stellt das Wasser deshalb öfters ab, bei gleicher

Hygiene kann so der Wasserverbrauch beim Händewaschen um bis zu

Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

Armaturen: Alles dicht?

Händewaschen, Zähneputzen,

Duschen, Baden

61


62 Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

Geschirr spülen und Wäsche waschen




WasseR ist LeBeN

70 Prozent reduziert werden. Bei stark frequentierten Waschbecken kann

eine elektronische Armatur den Wasserfluss steuern, so dass es nur dann

»Wasser marsch« heißt, wenn man die Hände direkt unter die Armatur

hält. Das An- und Abstellen des Wassers erfolgt berührungslos. Das kennt

ihr bestimmt von Autobahnraststätten.

Lässt man das Wasser während des Zähneputzens laufen, verschwindet ei-

ne noch größere Menge an Trinkwasser ungenutzt im Abguss. Stellt auch

hier das Wasser nur bei Bedarf an. Darüber hinaus kann der Gebrauch von

Zahnputzbechern den Wasserverbrauch reduzieren.

Man kann die Wassermenge senken, die pro Minute durch einen Wasser-

hahn fließt, indem man Perlatoren verwendet. Dabei wird dem Wasser

mehr Luft beigemischt, so dass der Wasserstrahl so füllig bleibt wie zuvor,

obwohl weniger Wasser durchfließt. Der Wasserfluss wird so von ca. 15

bis 20 Liter pro Minute auf rund 10 Liter pro Minute begrenzt. Das heißt,

dass der Wasserverbrauch bei gleichem Komfort um 30 bis 50 Prozent

geringer ist.

Für ein Vollbad werden etwa 100 Liter Trinkwasser benötigt, für eine

Dusche hingegen nur ca. 20 bis 40 Liter – je nach Wasserdruck, Duschkopf

und Duschgewohnheiten. Versucht daher häufiger zu duschen und selte-

ner zu baden.

Geschirr spülen und Wäsche waschen



Veraltete Wasch- und Spülmaschinen nutzen das Wasser ungenügend

aus. Bei Neuanschaffung sollte man deshalb auf den Wasserverbrauch des

Gerätes achten. Dieser muss vom Hersteller angegeben werden.

Zahlreiche Waschmaschinen bieten so genannte Intensiv-Spül-Programme

an, die Menschen nützen sollen, die unter empfindlicher Haut und All-

ergien leiden. Diese Programme verbrauchen mehr Wasser als Normal-

Programme. Wenn ihr empfindlich auf Waschmittelreste reagiert, ist es

besser, Waschnüsse oder umwelt- und hautfreundliche Waschmittel zu


WasseR ist LeBeN


nutzen und diese so sparsam wie möglich einzusetzen. Damit wird das

Intensiv-Spülen überflüssig.

Startet die Waschmaschine nur voll beladen und nutzt nach Möglichkeit

wasser- und energiesparende Programme. Behandelt hartnäckige Flecken

mit Gallseife vor. Waschmittel im Baukastenprinzip (waschaktive Substanz,

Wasserenthärter, Bleichmittel) kann man viel genauer nach Bedarf dosie-

ren. Orientiert euch bei der Dosierung zunächst an der Untergrenze des

jeweiligen Härtebereichs (den Härtebereich erfahrt ihr bei eurem Wasser-

versorger). Ist das Waschergebnis nicht zufrieden stellend, kann man die

Dosis beim nächsten Mal immer noch erhöhen. Dosiert das Waschmittel

nach der bewährten Regel: »So viel wie nötig, so wenig wie möglich«. Für

leicht und normal verschmutzte Wäsche reicht oft ein Drittel weniger als

auf der Waschmittelpackung angegeben ist vollkommen aus. Verzichtet

auf Weichspüler und andere Zusatzstoffe.

Blumengießen, Gartenbewässerung


Gießwasser für den Garten muss kein Trinkwasser aus der Leitung sein. Ihr

spart Geld und Trinkwasser, indem ihr Regenwasser sammelt und damit

nur morgens oder abends gießt, denn ansonsten verdunstet zu viel. Wenn

ihr das Wasser über das Regenfallrohr sammelt, empfiehlt sich der Einbau

einer »Regenklappe«. Öffnet die Klappe erst nach einigen Minuten Re-

gendauer, dann ist der meiste Schmutz vom Dach weggewaschen und ihr

erspart den Pflanzen diese Schmutzbelastung.

Mehrfachnutzung


Auch in privaten Haushalten kann Wasser mehrfach genutzt werden. Oft

erfordert dies noch nicht einmal besondere technische Vorrichtungen.

So muss zum Beispiel zuviel entnommenes Wasser (z. B. der Rest im Was-

serkocher) nicht in den Abfluss gekippt werden, sondern es kann zum

Blumengießen verwendet werden. Oder dauert es bei euch länger, bis

Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

Blumengießen, Gartenbewässerung

Mehrfachnutzung

63


64 Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

Virtuelles Wasser sparen


WasseR ist LeBeN

endlich warmes Wasser aus der Dusche kommt? Das kalte Wasser kann

man gleich in einer Gießkanne auffangen und nach dem Duschen fürs

Gießen verwenden.

Angesichts der Tatsache, dass der größte Wasserverbraucher im Haushalt

die Toilettenspülung ist, die wahrlich keines Trinkwassers bedarf, lohnt es

sich, darüber nachzudenken, ob man zu diesem Zweck bereits genutztes

Wasser verwenden kann. Lassen sich Einrichtungen bauen, die Regen-

wasser oder nur leicht verschmutztes Wasser (z. B. aus dem Waschbecken

oder der Dusche) auffangen, das dann für die Toilettenspülung verwandt

werden kann?

Oft freut man sich besonders über eingespartes Wasser, wenn man nach

einiger Zeit die Erfolge sehen kann. Vergleicht eure Wasserrechnungen in

regelmäßigen Abständen und schaut, ob der Wasserverbrauch steigt, sinkt

oder gleich bleibt. In vielen Mietshäusern wird das verbrauchte Wasser je-

doch pauschal nach Wohnungsgröße oder Personenanzahl auf alle Mieter

umgelegt. Dadurch geht zum Teil die Motivation des Einzelnen zum Wasser-

sparen verloren. Sprecht den Vermieter und eure Mitmieter auf den Einbau

von Wohnungswasserzählern an. Damit ist eine gerechte Abrechnung von

Wasserverbrauch und -kosten gewährleistet und ein Anreiz zum Wasserspa-

ren geschaffen.

5.2.2 Virtuelles Wasser sparen

In Kapitel 4 haben wir gesehen, wie viel Virtuelles Wasser in den alltäglichen

konsumierten Lebensmitteln oder in Gegenständen des Alltags steckt. Auch

Virtuelles Wasser können wir sparen – wenngleich es sich nicht direkt am

Wasserzähler oder in der Rechnung der Stadtwerke ablesen lässt. Beim spar-

samen Umgang mit Virtuellem Wasser denken wir global und handeln lokal.

Wir reduzieren zwar nicht unsere persönliche Wasserrechnung, doch durch

eine veränderte Nachfrage tragen wir dazu bei, dass an anderen Orten der


WasseR ist LeBeN

Welt andere Produkte erzeugt werden und vor Ort mehr Wasser für anderes

zur Verfügung steht. Wir wehren uns gegen den Wasserexport aus ohnehin

wasserarmen Regionen zu uns nach Deutschland.

Virtuelles Wasser können wir durch eine Umstellung unseres Konsums spa-

ren, zum Beispiel:




Öfter mal auf Fleisch verzichten, denn gerade die Erzeugung von Fleisch

(und da v.a. Rindfleisch) ist sehr wasserintensiv.

Lieber einheimische als importierte Lebensmittel konsumieren. Beim Ein-

kauf darauf achten, woher die Produkte kommen und Obst und Gemüse

der Region und der Saison bevorzugen. Dies ist übrigens nicht nur aus

Sicht des Virtuellen Wassers sinnvoll, sondern unterstützt die einheimische

Landwirtschaft und vermeidet lange Transportwege.

Lieber weniger und dafür qualitativ hochwertige Kleidung kaufen, die

länger getragen werden kann.

5.2.3 Die Wasserbelastung reduzieren

Wasser lässt sich auch sparen, in dem wir versuchen, das (Ab-)Wasser mög-

lichst wenig zu belasten. Ohne Komforteinbußen können wir zum Beispiel

auf Folgendes achten:





Putz- und Reinigungsmittel sparsam dosieren; auf den Gebrauch von um-

weltfreundlichen Reinigungsprodukten achten.

Öl und Speisereste gehören nicht ins Abwasser.

Farben, Lacke oder Lösungsmittel können Wasser stark verschmutzen und

gehören deshalb zum Sondermüll, wo sie fachgerecht entsorgt werden.

Autowaschen in keinem Fall auf der Straße oder vor dem Haus, sondern

nur in Anlagen mit Wasserauffangbecken, sonst versickern Altöl und Rei-

nigungsmittel ungeklärt ins Grundwasser.

Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

Die Wasserbelastung reduzieren

65


66 Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser


WasseR ist LeBeN

Erneuerbare Energien nutzen und sich für deren Erweiterung einsetzen,

denn pro erzeugter Kilowattstunde werden zwischen 1,6 Liter (Gaskraft-

werke) und 2,3 Liter (Kernkraftwerke) Wasser verbraucht. Wind- oder

Solarkraftwerke benötigen im laufenden Betrieb hingegen überhaupt

kein Wasser.

Natürlich gibt es in allen drei Bereichen noch viel mehr Möglichkeiten, wie

man Wasser sparen kann. Dies hängt auch von der persönlichen Lebenssitu-

ation und Wohnumgebung ab.

Stellt in der Gruppenstunde euren persönlichen Wassersparplan auf. Jede und jeder

einzelne überlegt zunächst, wo sie/er überall Wasser verbraucht und wie sich das auf

die drei Bereiche aufteilt. Nun überlegt, in welchen Bereichen ihr Wasser einsparen

könnt. Wo fällt es leicht und wo nicht? Wo wollt ihr Wasser im alltäglichen Gebrauch

sparen, wo virtuelles Wasser und wo die Grundwasserbelastung reduzieren? Vergleicht

eure Pläne. Bestimmt werdet ihr feststellen, dass jede und jeder von euch für andere

Dinge Wasser verbraucht und in einem anderen Bereich mit den Einsparungen begin-

nen möchte.

Stellt einen Plan auf, der für euch dauerhaft realisierbar ist. Wenn alle ihren Wasserver-

brauch nur um 10 Prozent senken, ist das insgesamt schon eine sehr große Menge an

gespartem Trinkwasser. Überfordert euch nicht mit Ansprüchen an euch selber, denn

dann kann es passieren, dass man schon bald wieder aufgibt. Besser ist es, dauerhaft

auf seinen Wasserverbrauch zu achten und versuchen, ihn zu reduzieren.

Betrachtet das Wassersparen als Anreiz, nicht als Verbot. Wenn auf einem La-

ger eine Wasserschlacht unvermeidlich ist, muss sie ohne schlechtes Gewissen

gemacht werden dürfen. Und natürlich darf ich mich nach wie vor über eine

neue Jeans freuen und genussvoll eine über dem Lagerfeuer gegrillte Wurst

essen. Für Wasserverbrauch sensibel sein, heißt nicht, sklavisch mit sich selbst


WasseR ist LeBeN

umzugehen, sondern Wasser bewusst zu genießen und sich gleichermaßen

über Einsparungen zu freuen.

Was man tun kann: Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser

67


ii. GrUPPenstUnDen

G 1 Der Kreislauf des Wassers..........................................................................................

72

G 2 Eiswürfel angeln........................................................................................................

74

G 3 Wie werden schwere Dinge leicht? ............................................................................ 76

G 4 Wasser bergauf fließen lassen ................................................................................... 78

G 5 Wasser ist schwer ..................................................................................................... 80

G 6 Mit Wasser die Zeit messen: Bau einer Wasseruhr ..................................................... 82

G 7 Taucherwettkampf.....................................................................................................

84

G 8 Wasser verbiegen ...................................................................................................... 86

G 9 Bau einer Wasserlupe ................................................................................................ 88

G 10 Schwimmt Eis oder geht es unter? ............................................................................. 90

G 11 Motorboot aus Papier................................................................................................

92

G 12 Büroklammern schwimmen lassen ........................................................................... 94

1.0 Auflistung Inhaltsverzeichnis G 13 Ein ............................................. Wasserwettspiel...................................................................................................

00

96

1.1 Auflistung Inhaltsverzeichnis

G 14 Pfefferwasser

.............................................

.............................................................................................................

00

98

G 15 Wasser aufschichten ............................................................................................... 100

1.2 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

G 16 Filterung von schmutzigem Wasser (Minikläranlage) ............................................... 102

1.3 Auflistung Inhaltsverzeichnis G 17 Bau ............................................. eines Springbrunnens ohne Pumpe 00 ................................................................... 104

1.4 Auflistung Inhaltsverzeichnis G 18 Können ............................................. Bäume Wasser pumpen? ............................................................................ 00

106

G 19 Ist Trinkwasser salzig? ............................................................................................. 110

1.5 Auflistung Inhaltsverzeichnis ............................................. 00

G 20 Bau einer Wasserrakete ........................................................................................... 114

1.6 Auflistung Inhaltsverzeichnis

G 21 Weinglasorchester

.............................................

...................................................................................................

00

118

G 22 Flaschenorchester....................................................................................................

120

G 23 Bilder aus Zucker und Tinte......................................................................................

122

G 24 Welche Farbe hat ein Filzstift wirklich? .................................................................... 124

ii


70 Gruppenstunden

Methoden für Gruppenstunden und

Workshops

Methoden für die Gruppenstunden

Methoden für die Workshops

Methoden für Gruppenstunden und Workshops

WasseR ist LeBeN

Der vorliegende Praxisteil der Arbeitshilfe »Wasser« will euch konkrete Ge-

staltungsvorschläge für Gruppenstunden und Workshops an die Hand geben.

Das Thema Wasser wird dabei aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrach-

tet. Es geht darum, mit Wasser zu experimentieren, aber auch darum, sich

gedanklich oder künstlerisch-kreativ mit Wasser auseinanderzusetzen.

Ein Schwerpunkt liegt auf naturwissenschaftlichen Experimenten, in denen

die physikalischen Eigenschaften von Wasser erfahren und erkannt werden.

Als christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder stellen wir uns außerdem die

Frage nach der religiösen Bedeutung von Wasser.

Bevor ihr in den Gruppenstunden oder in Stammesprojekten in die Arbeit

zum Thema »Wasser« einsteigt, solltet ihr euch den ersten Teil der Arbeits-

hilfe mit den Hintergrundinformationen zu Gemüte führen. Dadurch seid

ihr für die Arbeit an dem Thema gut vorbereitet und seid mit vielen inter-

essanten Informationen, Daten und Fakten ausgerüstet, die auch für die

Gruppenstunden und Workshops wichtig sind.

Die Methoden für die Gruppenstunden sind so konzipiert, dass sie in der Regel

innerhalb einer Gruppenstunde durchgeführt werden können. Manche Me-

thoden sind so kurz, dass sie als Einstieg in eine Gruppenstunde zum Thema

geeignet sind. Viele der Methoden sind gut miteinander kombinierbar. Für

Gruppenstundenvorschläge fällt in der Regel keine Vorbereitungszeit an

(außer Materialbeschaffung), da der gesamte Aufbau Teil der Gruppenstun-

denaktivität ist.

Die Methoden für die Workshops gehen über den Rahmen einer normalen

Gruppenstunde hinaus. Sie erfordern häufig eine längere und ausführlichere


WasseR ist LeBeN

Vorbereitungszeit. Workshops sind auch für Stammesaktivitäten geeignet,

beispielsweise im Rahmen eines Aktionstags.

Damit man sich einen schnellen Überblick über die Inhalte die einzelnen

Gruppenstunden und Workshops verschaffen kann, diese einheitlich nach

folgenden Gesichtspunkten gegliedert:







Zielgruppe

Zeit (Vorbereitung, Durchführung)

Worum geht es?/Lernziele

Benötigtes Material

Durchführung

Erklärung/Auswertung

Plant ihr ein größeres Projekt zum Thema Wasser? Die Bundeszentrale kann

euch fachkundige Referentinnen und Referenten vermitteln sowie bei der

Umsetzung behilflich sein.

Wir wünschen euch viel Spaß bei der Durchführung und Anleitung der Grup-

penstunden und Workshops!

Gruppenstunden

71


72 Gruppenstunden

G 1

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Der Kreislauf des Wassers

Kinderstufe

Ca. 10-20 Minuten

WasseR ist LeBeN

Obwohl die Erde aufgrund der Wasservorkommnisse auch der blaue Planet genannt wird,

liegt der Anteil des Frischwassers nur bei 3 Prozent, 97 Prozent sind Salzwasser. Der natürliche

Wasserkreislauf spielt für unseren Wasserhaushalt eine gewichtige Rolle.

Lernziel: In dieser Übung sollen die Kinder den Wasserkreislauf für sich spielerisch entde-

cken.

• Karteikarten und dickere Stifte

1. In

der Vorbereitung werden die folgenden Stationen des Wasserkreislaufs auf kleine Kärt-

2.








chen geschrieben:

Es bilden sich Wolken.

Die Sonne erwärmt Boden und Wasser.

Die Blätter geben Wasser ab, das verdunstet.

Es regnet.

Das Wasser verdunstet und der Wasserdampf steigt mit der warmen Luft auf.

Die Wolken steigen höher und kühlen sich ab.

Es entstehen erneut Wolken usw.; die Pflanzen trinken das Regenwasser.

In der Gruppenstunde sollen die Kinder nun den Wasserkreislauf in der richtigen Reihen-

folge anordnen.

3. Evtl. kann man auch gemeinsam ein großes Landschaftsposter anfertigen (vgl. Abbildung

1.4 auf S. 25) und die Kärtchen an den entsprechenden Stellen festkleben. Je nach Alter

der Kinder eignet sich auch ein einfacheres Bild.


WasseR ist LeBeN

Vorlage Wasserkreislauf

Der Wasserkreislauf ist in Kapitel 1.6 erklärt. erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

73


74 Gruppenstunden

G 2

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

eiswürfel angeln

Kinderstufe

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Eiswürfel sind im Sommer zum Kühlen von Getränken sehr beliebt. Ganz leicht kann man sie

ins Getränk werfen. Aber bekommt man sie auch wieder heraus? Und wie würde man das

anstellen, wenn man sich die Finger nicht nass machen will? Wie wäre es mit Angeln?

Lernziel: Die Eigenschaften von Wasser in unterschiedlichen Aggregatzuständen kennen.

• Bindfaden




Salz

Eiswürfel

Bleistift (oder Schaschlik-Spieß)

1. Bindet

den Bindfaden an den Bleistift oder den Schaschlik-Spieß, so dass ihr eine kleine

2.

3.

4.

Angel habt.

Stellt einen Teller mit Eiswürfeln vor euch auf den Tisch und streut etwas Salz darauf, so als

würdet ihr ein Frühstücksei salzen. Legt dann eure Angelschnur auf die salzige Stelle auf

dem Eiswürfel. Wartet einen Augenblick und hebt dann vorsichtig eure Angel hoch.

Nun müsste sich der Eiswürfel mit der Angel anheben lassen. Hat es geklappt?

Veranstaltet einen Wettkampf: Wer angelt zuerst einen Eiswürfel? Wer angelt in einem

bestimmten Zeitraum die meisten Eiswürfel?

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

Versucht zu erklären, wie es funktioniert.

Findet heraus, welche Faktoren einen Einfluss haben: Die Menge an Salz? Die Dicke des

Bindfadens? Die Länge des Bindfadens? Die Größe des Eiswürfels?


WasseR ist LeBeN

Wenn man sich den Eiswürfel und den Bindfaden genau anschaut, stellt man fest, dass der

Bindfaden am Eiswürfel angefroren ist. Wie konnte es dazu kommen? Durch das Salz wird der

Schmelzpunkt des Eises herabsetzt. Das bewirkt, dass das Eis schmilzt. Normalerweise schmilzt

Eis erst bei 0 °C, kommt Salz dazu, dann schmilzt Eis schon eher, z. B. schon bei -0,5 °C.

An den Stellen, wo das Salz auf dem Eiswürfel ist, schmilzt das Eis. Der Bindfaden sackt ins

Wasser. Je mehr Eis schmilzt, umso mehr wird das Salz jedoch verdünnt. Nach einer gewissen

Zeit ist das Salzwasser so stark verdünnt, dass es wieder am Eiswürfel festfriert. Da der Bind-

faden in dem Salzwasser liegt, friert er mit ein. Wenn man nun am Faden zieht, zieht man den

Eiswürfel wie an einer Angel mit hoch.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

75


76 Gruppenstunden

G 3

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Wie werden schwere Dinge leicht?

Kinderstufe

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Bestimmt habt ihr im Schwimmbad schon einmal einen Gegenstand vom Beckenboden geholt.

Wenn der Gegenstand etwas tiefer lag (z. B. in drei Metern Tiefe), habt ihr vielleicht folgendes

bemerkt:

Es gar nicht so einfach, von der Wasseroberfläche nach unten zu tauchen.

Der Gegenstand kommt einem im Wasser leichter vor als außerhalb.

Diese Eindrücke können in einem Experiment überprüfen werden.

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen (Auftriebskraft).

• Bindfäden





Bleistift (oder Schaschlik-Spieß)

Tesafilm

zwei identische Nägel oder Schrauben

Glas oder Becher

1. Befestigt

in der Mitte des Bleistiftes oder des Spießes einen Faden und klebt ihn mit Tesa-

2.

3.

film fest, damit er nicht verrutscht. Hängt nun an beiden Enden des Stiftes die beiden Nägel

mit einem Faden auf. Verschiebt die Fäden mit den Nägeln so, dass sie im Gleichgewicht

hängen. Diese Konstruktion nennt man Nagelwaage.

Lasst die Nagelwaage nun langsam herunter und zwar so, dass einer der Nägel in ein Glas

mit Wasser eintaucht und der andere Nagel in der Luft bleibt.

Ihr werdet feststellen, dass die Nagelwaage mit dem Eintauchen ins Wasser aus dem

Gleichgewicht kommt. Der Nagel im Wasser sinkt weniger stark ab, als der Nagel in der

Luft. Es scheint, als ob er durch das ihn umgebene Wasser leichter geworden ist.


WasseR ist LeBeN

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

Wer hat eine Erklärung für diese Beobachtung? Wer kennt andere Beispiele für dieses

Phänomen? Klappt das statt mit Nägeln auch mit Steinen? Klappt es mit allen Gegen-

ständen?

Wie könnte man das Gewicht der Nägel oder Steine im Wasser messen? Ist das Gewicht

tatsächlich unterschiedlich?

Dieses Phänomen nennt man Auftrieb (Erklärung s. u.). Bei welchen praktischen Anwen-

dungen macht man sich den Auftrieb zunutze?

Was ihr beobachtet habt, nennt man Auftrieb. Der Auftrieb ist eine Kraft, die entgegen der

Schwerkraft wirkt. Die Schwerkraft wirkt überall auf der Erde. Das merkt man daran, dass alles

nach unten fällt, also dem Erdmittelpunkt entgegen. Je schwerer ein Gegenstand ist, desto

stärker wirkt die Schwerkraft darauf.

Wenn etwas auf dem Wasser schwimmt, dann ist es leichter als das Wasser. Das bedeutet, dass

die Schwerkraft stärker auf das Wasser wirkt als auf den schwimmenden Gegenstand. Wenn

man z. B. ein Holzstück als »Schiff« schwimmen lässt und es dann mit kleinen Steinchen belädt,

wird es immer tiefer ins Wasser einsinken, bis es schließlich ganz untergeht. In dem Moment

ist dieses »Schiff« schwerer als das Wasser geworden, das heißt, es wird stärker als das Wasser

von der Schwerkraft angezogen.

Auftrieb im Wasser ist dementsprechend die Kraft, die dafür sorgt, dass Gegenstände gegen die

Schwerkraft nach oben gedrückt werden, weil sie nicht so stark von der Schwerkraft angezogen

werden wie das Wasser. Der Auftrieb sorgt also dafür, dass Dinge schwimmen. Je leichter und

größer Gegenstände sind, desto besser schwimmen sie. Vergleicht dazu einmal Holz, Styropor

oder einen Luftballon.

Wie ist es nun aber bei dem Nagel aus dem Experiment? Auch bei Dingen, die eigentlich schwerer

als Wasser sind und im Wasserglas zu Boden sinken, gibt es den Auftrieb. Bei Gegenständen, die

im Wasser untergehen, sieht man dies jedoch nicht unmittelbar. Erst durch den Bau der Nagel-

waage sieht man, dass der Nagel im Wasser zur Wasseroberfläche gezogen wird und somit leich-

ter wird als der andere Nagel. Das gleiche Prinzip kann man z. B. auch bei einem Turmspringer

beobachten: Sobald er ins Wasser eintaucht, verlangsamt sich seine Geschwindigkeit.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

77


78 Gruppenstunden

G 4

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Wasser bergauf fließen lassen

Kinderstufe

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Habt ihr schon einmal Wasser aufwärts fließen sehen? Das geht nicht? Das folgende Experiment

zeigt, dass es doch geht.

Lernziel: Eigenschaften des Wassers kennenlernen (Kohäsionskraft).

• zwei

Gläser




eine kleine Kiste oder Schachtel (ungefähr so hoch wie ein Glas)

ein Plastikhalm zum Abknicken

eine große Schüssel

1. Stellt

die Kiste in die Schüssel. Füllt ein Glas mit Wasser und stellt es auf die Kiste. Stellt das

2.

3.

andere Glas auf den Boden der Schüssel, so dass es tiefer steht als das Glas auf der Kiste.

Haltet den Plastikhalm mit dem kürzeren Ende nach der Knickstelle in das volle, obere

Glas und saugt am anderen Ende, bis der ganze Plastikhalm mit Wasser gefüllt ist. Haltet

jetzt das Ende, an dem ihr gesaugt habt, mit einem Finger zu. Der Plastikhalm muss im

vollen Glas bleiben!

Knickt nun den Plastikhalm an der Knickstelle ab und haltet ihn in das noch unbenutzte

Glas. Was passiert, wenn ihr den Finger von der Öffnung nehmt? Das Wasser fließt zunächst

durch den Plastikhalm bergauf und dann in das andere Glas!

Fragen an die Gruppe:

1.

Wer hat eine Erklärung für diese Beobachtung? Wie kommt es, dass das Wasser zunächst

gegen die Schwerkraft bergauf fließt, bevor es durch das längere Ende des Halmes schließ-

lich wieder hinunterfließt?


WasseR ist LeBeN

2.

3.

Experimentiert mit unterschiedlich langen Halmen, mit unterschiedlich hohen Abständen

zwischen den Gläsern, mit unterschiedlich zähflüssigen Flüssigkeiten. Gebt Spülmittel ins

Wasser. Kann man die Halme beliebig verlängern? Welche Faktoren scheinen den Effekt

zu beeinflussen?

Bei welchen Gelegenheiten auf dem Lager lässt sich dieser Effekt gut nutzen?

Dieses Phänomen hängt mit der Kohäsionskraft des Wassers zusammen. Diese Kraft sorgt dafür,

dass die Wassermoleküle zusammenhängen bleiben.

Klar ist, dass das Wasser aus dem längeren Halmstück abfließt, sobald der Finger weggenom-

men wird. Durch die Kohäsionskraft des Wassers wird das Wasser aus dem kürzeren Halmstück

und damit auch das Wasser aus dem Glas gewissermaßen mitgenommen. Und da das Gewicht

des Wassers im etwas längeren Teil des Plastikhalms größer als das Gewicht des Wassers im

kleineren Halmstück (das in das Wasserglas eingetaucht ist), ist klar, dass das Wasser durch

den längeren Halmteil abfließt. Durch diesen Effekt wird das Wasser im kürzeren Halmstück

entgegen der Schwerkraft nach oben gezogen – es fließt bergauf.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

79


80 Gruppenstunden

G 5

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Wasser ist schwer

Kinderstufe

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Wasser ist schwer. Jeder, der auf dem Lager regelmäßig Wasserkanister schleppt, weiß das.

Ein volles Glas ist schwerer als ein leichtes Glas. Das Gewicht des Wassers spielt in diesem

Experiment eine Rolle.

Lernziel: Wasser als Masse mit Gewicht wahrnehmen.

• Leere

Plastikflasche (gut geeignet sind 1,5 l Flaschen)





Nadel

Tesafilm

Schüssel

Hocker/Stuhl/Tisch o.ä.

1. Stecht

mit Hilfe der Nadel ca. 3 bis 4 cm über dem Flaschenboden ein Loch in die Wand

2.

3.

4.

der Plastikflasche. Stecht ein zweites Loch gleicher Größe etwa 20 cm über dem ersten

Loch in die Flasche.

Verschließt die Löcher mit Tesafilm und füllt die Flasche mit Wasser.

Stellt die gefüllte Flasche auf einen Hocker und die Schüssel davor auf den Boden.

Löst die Tesafilmstreifen und beobachtet, was passiert. Versucht eure Beobachtungen zu

erklären und begründen.

Fragen an die Gruppe:

1.

Ihr werdet beobachten, dass die zwei Wasserstrahle unterschiedlich weit spritzen. Warum

ist das so?


WasseR ist LeBeN

Der untere Strahl spritzt weiter als der obere Strahl. Er ist stärker, was bedeutet, dass er mit

mehr Druck aus der Flasche schießt. Der höhere Druck des unteren Strahls erklärt sich durch das

Gewicht des Wassers in der Flasche. Je tiefer das Loch, umso höher der Wasserdruck.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

81


82 Gruppenstunden

G 6

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Mit Wasser die Zeit messen: bau einer Wasseruhr

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. ein bis zwei Stunden

WasseR ist LeBeN

Den Wunsch, die Zeit zu messen, gibt es schon seit Menschengedenken. Lange bevor es präzise

Uhrwerke gab, entwickelten Menschen unterschiedliche Methoden zur Zeitmessung, z. B. Son-

nenuhren, die man noch heute an vielen Hauswänden sieht. Es gibt auch Wasseruhren.

Das Prinzip einer Wasseruhr ist Folgendes: Wasser tropft aus einem Gefäß in ein anderes.

An mindestens einem der Gefäße ist eine Skala angebracht, an der man ablesen kann, wie viel

Wasser in einem bestimmten Zeitraum zu- oder abgeflossen ist. Der große Vorteil einer Was-

seruhr gegenüber einer Sonnenuhr besteht darin, dass sie auch nachts und in geschlossenen

Räumen funktioniert. Einzige Einschränkung: Bei Frost funktioniert eine Wasseruhr natürlich

nicht. Problematisch ist, dass die Geschwindigkeit des heraustropfenden Wassers vom Druck

abhängt (vgl. G 4). Dadurch fließt in einem bestimmten Zeitraum je nach Wasserfüllstand eine

unterschiedliche Menge an Wasser ab. Für eine korrekte Zeitmessung muss die Skala daran

angepasst sein, d.h. muss unterschiedlich große Skalierungsabstände haben.

Lernziel: Nutzung von Wasser zur Zeitmessung kennenlernen.

• zwei leere Plastikflaschen (gut geeignet sind 1,5 l Wasserflaschen)







Nadel

Tesafilm

Stift

Schere

Stoppuhr

Hocker/Stuhl/Tisch o. ä.

1. Schneidet

bei beiden Flaschen den oberen Teil der Flasche kurz vor der Verjüngung zum

Flaschenhals ab, so dass ihr zwei gleich große nach oben offene Gefäße erhaltet.


WasseR ist LeBeN

2.

3.

4.

5.

6.

Bei einer Flasche stecht ihr mit einer Nadel ca. 1 cm über dem Boden ein kleines Loch

in die Wand. Das Loch darf nicht zu groß werden, sonst tropft das Wasser nicht, sondern

fließt zu schnell heraus.

Verschließt das Loch mit einem Tesafilmstreifen und füllt die Flasche mit Wasser.

Stellt die mit Wasser gefüllte Flasche auf die Kante eines Hockers, so dass das Wasser

durch das Loch austropfen kann. Das untere Gefäß stellt ihr so auf, dass es die Tropfen

gut auffangen kann.

Jetzt muss die Uhr justiert werden: Markiert an der mit Wasser gefüllten Flasche den

Wasserstand. Zieht nun den Tesafilmstreifen ab und markiert nach 5, 10, 15 Minuten etc.

erneut den Wasserstand. Schreibt dazu, wie viel Zeit seit dem Abziehen des Tesafilmstrei-

fens jeweils vergangen ist. Jetzt habt ihr eine Auslaufuhr.

Wiederholt das Verfahren auch mit der unteren Flasche. Markiert den Wasserstand des

eingelaufenen Wassers nach 5, 10, 15 Minuten etc. Dies ist eine Einlaufuhr.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

4.

Vermutlich ist eure Zeitskala nicht gleichmäßig. Warum?

Überlegt, wie man diese Technik noch verbessern kann. Färbt das Wasser ein, um die Skala

besser ablesen zu können.

Lässt sich mit einer anderen Gefäßform eine gleichmäßige bzw. gleichmäßigere Skala

erhalten?

Überlegt euch eine geeignete Konstruktion für eine Wasseruhr auf einem Lager. Auch bei Fes-

ten, Gemeindefeiern usw. lassen sich Wasseruhren als Demonstrationsobjekte einsetzen.

Die ungleichmäßige Zeitskala hängt mit dem abnehmendem Wasserdruck im Auslaufgefäß

zusammen (vgl. G 4). Je weniger Wasser in der oberen Flasche ist, mit umso geringerem Druck

fließt es aus. Je geringer der Druck, desto geringer die Auslaufgeschwindigkeit. Im gleichen

Zeitraum fließt also immer weniger Wasser aus. Eine Wasseruhr läuft also am Anfang schnell

und dann immer langsamer.

Im alten Ägypten waren sowohl Einlauf- als auch Auslauf-Uhren weit verbreitet. Dabei wurden

die Uhren im Laufe der Zeit immer komplizierter und raffinierter.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

83


84 Gruppenstunden

G 7

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

taucherwettkampf

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine halbe Stunde

WasseR ist LeBeN

In diesem Versuch führt ihr einen Taucherwettkampf im Wasserglas durch. Eine vorherige

Manipulation führt zu einem unerwarteten Ergebnis und regt zur Diskussion an, warum das

so sein könnte.

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen (Oberflächenspannung).

• Löschpapier




Schere

zwei Gläser mit Wasser

Spülmittel

1. Schneidet

aus dem Löschpapier zwei gleich große Männchen (die Taucher) aus.

2.

3.

Füllt zwei Gläser mit Wasser und lasst die Taucher auf die Wasseroberfläche.

Bei entsprechender manipulativer Vorbereitung (s.u.) sinken die Taucher unterschiedlich

schnell zu Boden, obwohl es doch scheinbar gleiche Bedingungen sind.

Fragen an die Gruppe:

1.

Was könnten Gründe dafür sein, dass die Taucher unterschiedlich schnell zu Boden sin-

ken?


WasseR ist LeBeN

Gebt in eines der Gläser vorher in einem unbemerkten Augenblick einige Tropfen Spülmittel.

Dadurch wird die Spannung des Wassers herab gesetzt. Der Taucher im mit Spülwasser versetz-

ten Wasser saugt sich daher schneller voll und geht schneller unter.

Führt diese Übung am besten zusammen mit anderen Methoden zur Oberflächenspannung des

Wassers durch (z. B. G 11).

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

85


86 Gruppenstunden

G 8

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Wasser verbiegen

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

Wasser »verbiegen können«…

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen.

• Kugelschreiber

mit Plastikgehäuse




Luftballon

fließendes Wasser aus einem Wasserhahn

Wollpullover

1. Reibt

den Kugelschreiber mehrmals an einem Wollpullover.

2.

3.

Dreht den Wasserhahn ganz schwach auf.

WasseR ist LeBeN

Haltet den Kugelschreiber dicht an den Wasserstrahl. Was beobachtet ihr? Der Wasserstrahl

wird in Richtung des Kugelschreibers abgelenkt.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

4.

Wer kann erklären, warum das Wasser abgelenkt wird?

Wiederholt das Experiment mit mehreren Kugelschreibern. Verbiegt dies den Wasserstrahl

noch stärker?

Ein noch stärkerer Effekt zeigt sich, wenn ihr statt des Kugelschreibers einen Luftballon

nehmt. Probiert weitere Gegenstände aus, womit funktioniert es besonders gut?

Transfer: Könnt ihr Zusammenhänge zwischen den Versuchsergebnissen und der Wolken-

bildung sowie der Entstehung von Blitzen erkennen? Berücksichtigt dabei, dass der Wind

die Wassertröpfchen in der Luft bewegt und aneinander reibt.


WasseR ist LeBeN

Wenn ihr den Plastikkugelschreiber oder den Luftballon an einem Pullover reibt, lädt sich

der Gegenstand elektrisch auf. Diese Ladung zieht andere Teile an. So stehen einem z. B. die

Haare zu Berge, wenn man einen aufgeladenen Luftballon knapp über den Kopf hält. Aus dem

Physikunterricht wisst ihr vielleicht, dass nur geladene Teile angezogen werden. Bedeuten die

Versuchsergebnisse, dass auch Wasser geladen ist?

Die Moleküle des Wassers sind ganz besonderes aufgebaut. Sie besitzen zwei verschieden

geladene Seiten. Eine Seite ist negativ geladen, die andere positiv. Das gleicht sich insgesamt

aus. Wenn man nun den geladenen Kugelschreiber dicht an einen Wasserstrahl hält drehen

sich die Wassermoleküle alle so, dass die negativen Pole dem Kugelschreiber zugewandt sind.

Dieser ist nämlich positiv geladen. Nun ist die eine Seite des Wasserstrahls anders geladen als

die andere. Der Kugelschreiber kann nun die Seite, die entgegengesetzt zu ihm geladen ist, zu

sich heranziehen. Dadurch biegt sich der Strahl zum Kugelschreiber hin.

Was hat diese Beobachtung nun mit Wolkenbildung und Gewitterblitzen zu tun? Bei großen

Temperaturgegensätzen und hoher Luftfeuchtigkeit bauen sich, angefacht durch starken Wind,

hohe Gewitterwolken auf. Der Wind wirbelt dabei die Regentröpfchen und Eiskristalle stark

durcheinander und gegeneinander. Dabei entstehen elektrische Ladungen, die sich immer

stärker aufbauen. Durch atmosphärische Vorgänge, die man noch nicht genau kennt, wird die

Oberseite der Wolke mit den Eiskristallen positiv aufgeladen und die Unterseite mit den Was-

sertröpfchen negativ. Ist der Ladungsunterschied, d.h. die aufgebaute Spannung groß genug,

kommt es zu einem gewaltigen Kurzschluss (Ladungsausgleich), dem Blitz, der sich im Erdboden

oder in einer angrenzenden Wolke entlädt.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

87


88 Gruppenstunden

G 9

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

bau einer Wasserlupe

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

Mit einfachen Mitteln eine Wasserlupe selber herstellen.

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen (Kohäsionskraft).

• Pappe



Schere

Selbstklebende Bücherfolie/ Klarsichtfolie o.ä.

WasseR ist LeBeN

1. Aus

Pappe eine Lupe (Pappring mit Griff dran) ausschneiden. Das Loch des Papprings sollte

2.

3.

4.

nicht größer als ein Daumennagel sein.

Hinter das runde Loch des Papprings die Folie kleben.

Auf die Folie einen Tropfen Wasser geben.

Fertig ist die Lupe: Wenn ihr nun durch den Wassertropfen auf der Folie schaut, seht ihr

die Dinge vergrößert.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

Wie funktioniert das?

Experimentiert: Funktioniert es auch mit einer größeren Lupe, d.h. einem größeren Loch

in der Lupe?


WasseR ist LeBeN

Gegenstände, die ihr euch durch den Wassertropfen hindurch anschaut, werden durch die

Wölbung des Tropfens vergrößert. Diese Wölbung wird durch die Kohäsionskraft des Wassers

bewirkt.

Als Kohäsion (von lateinisch cohaerere = zusammenhängen) bezeichnet man in der Physik

die Bindungskraft zwischen Atomen sowie zwischen Molekülen innerhalb eines Stoffes. An der

Oberfläche eines Stoffes (hier dem Wassertropfen) führt dies zu einer Oberflächenspannung.

Dadurch hält der Tropfen zusammen und wölbt sich, statt »auseinanderzulaufen«.

Der gewölbte Wassertropfen wirkt in diesem Aufbau als sogenannte Konvexlinse, durch die man

(innerhalb einer bestimmten Brennweite) ein vergrößertes virtuelles Bild eines Gegenstandes

sieht. Das ist das Prinzip einer Lupe.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

89


90 Gruppenstunden

G 10

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

schwimmt eis oder geht es unter?

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. ein bis zwei Stunden

WasseR ist LeBeN

Achtung: Bei dieser Methode muss Wasser zu Eis gefrieren. Da dies eine Weile dauert, muss

die Methode in zwei Blöcken erfolgen, die mindestens einen halben Tag auseinander liegen. Es

kann aber auch in zwei aufeinanderfolgenden Gruppenstunden durchgeführt werden.

Erleben, dass Eis nicht immer schwimmt, sondern unter bestimmten Bedingungen auch unter-

gehen kann. Das Thema erfahren, in dem ein Taucher aus Eiswürfeln selber gebaut wird.

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen (Dichte von Wasser im festen und flüssigen

Aggregatzustand).

• Eiswürfelbehälter







Korkenstückchen

Reißzwecken

Nägel

dünner Draht (z. B. Blumendraht)

ein großes Glas

ein Gefrierfach

1. Baut

aus einem Korkenstückchen ein kleines Männchen (den Taucher) und steckt Reißzwe-

2.

3.

cken (als Augen) und Nägel (als Füße) hinein (s. Abbildung). Mit etwas Draht bekommt

der Taucher sogar Hände.

Euer Taucher darf nicht zu groß werden. Er muss in eines der Fächer des Eiswürfelbehälters

passen.

Legt den Taucher in ein Fach des Eiswürfelbehälters, füllt den Eiswürfelbehälter mit Wasser

auf und stellt den Behälter ins Gefrierfach. Wenn das Wasser zu Eis geworden ist, kann

es weitergehen.


WasseR ist LeBeN

4.

Gebt die Eiswürfel mit den eingeschlossenen Tauchern in ein Glas mit Wasser. Was pas-

siert?

Frage an die Gruppe:

1.

Ihr werdet beobachten, dass die Eiswürfel zunächst oben schwimmen, doch dann ganz

langsam zu Boden sinken. Wer kann das erklären?

Wie ihr wisst, schwimmt Eis üblicherweise auf dem Wasser. Dies ist so, weil Eis leichter als

Wasser ist. Warum das? Eis ist doch Wasser, nur gefroren eben.

Je nach Temperatur hat Wasser eine unterschiedliche Dichte. Je größer die Dichte, umso größer

das Gewicht. Wasser hat seine größte Dichte bei 4° C, bei dieser Temperatur ist es am schwers-

ten. Wird es kälter oder wärmer, sinkt die Dichte, die gleiche Wassermenge dehnt sich aus. Lest

dazu auch die Erklärungen im einleitenden Teil (Kap. 1.2). Deshalb ist es z. B. so gefährlich,

Wasserflaschen ins Gefrierfach zu legen; das Wasser dehnt sich aus und die Flasche platzt.

Was bedeutet das für unser Experiment? Gefrorenes Wasser ist leichter als flüssiges Wasser bei

Raumtemperatur. Dadurch schwimmt das Eis an der Wasseroberfläche. Das Eis schwimmt sogar

so gut, dass der Eiswürfel mit dem eingefrorenen Taucher oben bleibt. Mit der Zeit schmilzt aber

das Eis, es wird weniger, und der schwere Taucher zieht das übrige Eis mit nach unten.

Es ist übrigens nicht selbstverständlich, dass Eis oben schwimmt. Wasser ist der einzige Stoff, der

in festem (Aggregat)zustand auf dem flüssigen schwimmt. Zum Vergleich: Ihr habt bestimmt

schon einmal beobachtet, was passiert, wenn ihr Wachsstückchen von einer Kerze in flüssiges,

geschmolzenes Wachs werft. Das feste Wachs sinkt nach unten, weil festes Wachs schwerer ist

als flüssiges Wachs, also genau umgekehrt wie beim Wasser.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

91


92 Gruppenstunden

G 11

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Motorboot aus Papier

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

Aus Papier gebaute Boote ohne Anschubsen fahren lassen.

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen (Oberflächenspannung).

• Papierschiffchen




Spülmittel

Seife

Schüssel mit Wasser

1. Baut

ein Papierschiffchen und lasst es zu Wasser.

2.

3.

4.

WasseR ist LeBeN

Feuchtet eine Fingerkuppe mit etwas Spülmittel an und haltet den Finger hinter dem Boot

ins Wasser. Ihr werdet sehen, dass es sich blitzschnell vom Finger weg bewegt.

Baut nun einen dauerhaften Antrieb für euer Boot, indem ihr ein Stückchen Seife an das

Heck montiert. Das ist nicht so leicht und erfordert etwas Geschick. Am besten bohrt ihr

dazu ein kleines Loch in das Heck des Schiffes und drückt die Seife darüber fest, so dass

das Wasser zwar die Seife berührt, aber nicht ins Boot hineinfließt (s. Abbildung).

Statt des Papierbootes kann man auch eine Walnussschale verwenden. Bringt dabei am

Ende man ein längliches Stück Papier an und lasst es ein wenig ins Wasser hängen. Gebt

einen Tropfen Spülmittel auf dieses Papier und das Nussschalenboot fährt tatsächlich

einige Zeit – allerdings nur bis sich das Spülmittel auf der gesamten Oberfläche verteilt

hat, dann verschwindet der Effekt wieder.

Hinweis: Um den Versuch gegebenenfalls zu wiederholen, muss die Schüssel gründlich ge-

spült und mit frischem Wasser gefüllt werden.

Wenn ihr das Spülmittel schon eingetrocknet einige Zeit am Finger habt, lässt sich die Sache

mit dem Spülmittelfinger auch gut als Zaubertrick vorführen. Im Wasser löst sich das Spülmittel


WasseR ist LeBeN

dann sehr schnell wieder auf. Lasst verschiedene Leute den Trick probieren. Klappt es? Es kann

natürlich nicht funktionieren – es sei denn, man hat ganz zufällig Spülmittel am Finger…

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

Wie funktioniert das?

Experimentiert mit verschiedenen Booten und verschieden großen Stücken Seife. Wer baut

das schnellste Boot?

Substanzen wie Spülmittel oder Seife zerstören die Oberflächenspannung des Wassers.

An diesen Stellen ist die Anziehungskraft des Wassers geringer. Aus diesem Grund wird das

Wasser unter dem Boot stärker von der anderen Seite (ohne Seife, mit Oberflächenspannung)

angezogen. Das leichte Boot wird dabei mitgenommen und wir haben den Eindruck, es fährt

von der Seife weg.

Wo kommt die Oberflächenspannung her? Das Wasser besteht aus winzigen Molekülen,

die wiederum aus einzelnen Atomen zusammengesetzt sind. Die Wassermoleküle ziehen sich

gegenseitig an. Mitten im Wasser fällt das normalerweise nicht auf: Da sich alle Moleküle gleich

stark anziehen, gleichen sich die Kräfte wieder aus. An der Wasseroberfläche gleichen sich die

Kräfte jedoch nicht aus. Da die obere Schicht der Wassermoleküle keinen oberen »Nachbarn«

hat, wird die obere Schicht nach innen gezogen. Diesen Effekt könnt ihr z. B. an der Kugelform

eines Wassertropfens beobachten (vgl. G 8). Alle äußeren Moleküle werden stark nach innen

gezogen. Die Wasseroberfläche besitzt somit eine besondere Festigkeit und wirkt fast wie eine

Gummihaut.

Sicher habt ihr schon mal einen Wasserläufer beobachtet. Er nutzt die Oberflächenspannung,

um sich auf der Wasseroberfläche fort zu bewegen. Spülmittel oder Seife zerstört die Oberflä-

chenspannung. Die Moleküle der Seife oder des Spülmittels schieben sich sozusagen zwischen

die Wassermoleküle, so dass die Festigkeit verloren geht. Hier könnte der Wasserläufer nicht

mehr laufen.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

93


94 Gruppenstunden

G 12

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

büroklammern schwimmen lassen

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine halbe Stunde

WasseR ist LeBeN

Wenn man eine Büroklammer ins Wasser fallen lässt geht sie unter. Klar, denn Metall kann

eigentlich nicht schwimmen. Wenn man jedoch in der Lage wäre, sie ganz flach auf das Wasser

zu legen, könnte man sich die Oberflächenspannung des Wassers zunutze machen und die

Büroklammer schwimmen lassen. Dies soll in diesem Experiment ausprobiert werden.

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen (Oberflächenspannung).

• Büroklammern



Löschpapier

Gefäß mit Wasser

1. Legt eine Büroklammer auf ein Stückchen Löschpapier. Legt nun beides vorsichtig auf die

2.

Wasseroberfläche. Das Papier geht nach kurzer Zeit unter, die Klammer schwimmt.

Mit etwas Fingerspitzengefühl kann man eine Büroklammer sogar ohne Löschpapier auf

die Wasseroberfläche legen. Lasst hierzu die Büroklammer mit einer zu einem L gebogenen

anderen Klammer langsam herunter.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

Überlegt in der Gruppe, warum die Klammer schwimmt?

Wer kann am schnellsten fünf Büroklammern schwimmen lassen?

Experimentiert auch mit anderen Gegenständen. Welche Faktoren beeinflussen, ob ein

Gegenstand, der normalerweise untergeht, auf der Wasseroberfläche abgelegt werden

kann oder nicht?


WasseR ist LeBeN

Auch diese Beobachtung hängt mit der Oberflächenspannung des Wassers zusammen (vgl.

Erklärungen bei G 10). So wie ein Wasserläufer auf dem Wasser gehen kann, so schwimmt auch

die Büroklammer durch die sogenannte Oberflächenspannung des Wassers. Die Oberflächen-

spannung bleibt jedoch nur dann erhalten, wenn man die Klammer ganz behutsam auf dem

Wasser absetzt. Wie beim Wasserläufer, drückt übrigens auch die schwimmende Büroklammer

die Wasseroberfläche etwas ein, so als hätte das Wasser eine Haut.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

95


96 Gruppenstunden

G 13

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

ein Wasserwettspiel

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine halbe Stunde

WasseR ist LeBeN

Ein Wettspiel, das die ganze Gruppe miteinbezieht und bei dem man neben Spaß und Spannung

auch noch etwas über die Eigenschaften von Wasser lernt.

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen (Oberflächenspannung).

• Glas

mit Wasser


Münzen

1. Füllt

das Glas mit Wasser gerade so voll, dass noch etwas Platz zwischen Wasseroberfläche

2.

und Glasrand ist.

Reihum gibt nun jede/r eine Münze ins Glas. Das Wasser steigt an, da die Münzen am

Glasboden Wasser verdrängen. Bald erreicht die Wasseroberfläche den Glasrand. Gibt man

nun weitere Münzen ins Glas, läuft das Wasser nicht gleich über. Es wölbt sich etwas nach

oben und steht in der Mitte höher als der Glasrand. Wer dann eine Münze ins Glas gibt

und das Glas läuft über, hat verloren.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

Warum läuft das Glas nicht sofort über?

Experimentiert mit Gläsern unterschiedlichen Durchmessers und unterschiedlich dicker

Ränder. Wie wirkt sich dies aus?


WasseR ist LeBeN

Auch in diesem Experiment können die Beobachtungen durch die Oberflächenspannung erklärt

werden (vgl. Erläuterungen in G 10). Wenn man den Wasserstand im Glas von der Seite betrach-

tet, stellt man fest, dass die Wasseroberfläche eine über den Rand aufragende Kuppel bildet. Die

Oberflächenspannung hält das Wasser zusammen, bis die Kraft nicht mehr ausreicht und

das Wasser überläuft. Mit jeder Münze, die in das Glas gegeben wird, steigt die Kuppel, bis die

Kraft der Oberflächenspannung nicht mehr ausreicht und das Wasser überläuft. Die Münze des

Verlierers ist sozusagen der Tropfen, der dass Glas zum Überlaufen bringt.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

97


98 Gruppenstunden

G 14

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

erklärung/Auswertung

Pfefferwasser

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine halbe Stunde

WasseR ist LeBeN

Salzwasser kennt ihr. Aber kennt ihr auch Pfefferwasser? Dabei gibt es einige Unterschiede

zwischen Salz- und Pfefferwasser. Pfeffer im Wasser »fürchtet« sich zum Beispiel vor Spülmittel.

Probiert es aus!

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen (Oberflächenspannung).

• Glas

mit Wasser


Schwarzer Pfeffer

1. Füllt

ein Glas mit Wasser und streut etwas Pfeffer auf die Oberfläche.

2.

Gebt nun einen Tropfen Spülmittel in die Mitte des Wassers. Was passiert?

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

Ihr werdet beobachten, dass sich der Pfeffer blitzschnell vom Spülmittel wegbewegt.

Warum ist das so?

Experimentiert mit anderen Gewürzen. Zeigt sich dort derselbe Effekt?

Auch diese Beobachtung erklärt sich wieder mit der Oberflächenspannung des Wassers

(vgl. Erläuterungen in G 10). Dort, wo das Spülmittel im Wasser schwimmt, ist die Ober-

flächenspannung zerstört, und es gibt keine Anziehung mehr zwischen den benachbarten

Wassermolekülen. Nur die Moleküle außerhalb des Gebietes mit Spülmittel ziehen sich noch

an. Der auf dem Wasser schwimmende Pfeffer wird mitgezogen und es scheint, als ob er vor

dem Spülmittel flüchtet.


WasseR ist LeBeN

Gruppenstunden

99


100 Gruppenstunden

G 15

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Wasser aufschichten

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Bestimmt habt ihr schon mal einen Cocktail gesehen, der aus unterschiedlichen Farbschichten

besteht, zum Beispiel unten rot und oben gelb. Auch ein klassischer Latte Macchiato besteht

ursprünglich aus drei Schichten; unten Milch, dann Kaffee, oben Milchschaum. Wieso vermi-

schen sich die einzelnen Schichten nicht? Ist das auch bei Wasser so?

In diesem Experiment wird ein bunter Cocktail mit verschiedenen Flüssigkeiten gemixt.

Lernziel: Eigenschaften von Flüssigkeiten kennenlernen (Dichte).

• Gläser




verschiedene Flüssigkeiten, z. B. Sirup, Honig, Speiseöl, etc.

mit Tinte oder Lebensmittelfarbe gefärbtes Wasser

Verschiedene Gegenstände zum Eintauchen, z. B. Nüsse, kleine Bauklötze, Steinchen,

Cocktailtomaten, Schrauben, Nägel, Weintrauben, ungekochte Nudeln, etc.

1. Gebt

zuerst den Sirup in den Becher, indem ihr ihn am besten über den Stiel eines Esslöffels

2.

3.

4.

5.

langsam in das Gefäß laufen lasst, bis es zu einem Viertel gefüllt ist.

Gebt nun etwa dieselbe Menge Speiseöl dazu.

Gebt schließlich das gefärbte Wasser dazu, wiederum etwa dieselbe Menge.

Wartet ab. Nach einiger Zeit haben sich die Flüssigkeiten in Schichten abgesetzt.

Gebt nun verschiedene Gegenstände in das Glas. Was passiert?

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

Warum setzen sich die Flüssigkeiten voneinander ab?

Experimentiert auf welcher Schicht welche Gegenstände schwimmen. Wie kann man das

erklären?


WasseR ist LeBeN

3.

4.

Erklärt das Verhalten der Gegenstände, indem ihr die Begriffe »leichter« oder »schwerer«

durch den Fachbegriff Dichte ersetzt. Schreibt alle im Versuch verwendeten Materialien in

der Reihenfolge zunehmender Dichte auf.

Versucht auch Antworten auf die folgenden Transferfragen zu finden und überlegt, was

das mit diesem Experiment zu tun haben könnte:

a.)

b.)

Welche Auswirkungen hat ein Öltankerunfall für angrenzende Küsten?

Weshalb kann man beim Baden im salzhaltigen Toten Meer nicht untergehen?

Die Flüssigkeiten vermischen sich nicht dauerhaft, da sie unterschiedlich schwer bzw. leicht

sind. In der Physik spricht man von unterschiedlicher Dichte. Eine leichte Flüssigkeit, d.h. eine

Flüssigkeit mit geringer Dichte, schwimmt über der schwereren, d.h. derjenigen mit größerer

Dichte. Aus diesem Grund setzen sich die Flüssigkeiten unterschiedlicher Dichte voneinander

ab und bilden Schichten. In unserem Versuchsaufbau hat Sirup offensichtlich die größte Dichte,

Wasser die geringste.

Auch die Gegenstände, die in das Gefäß gegeben werden haben eine bestimmte Dichte. Daher

kann man beobachten, dass einige der Dinge ganz untergehen, während andere in unterschied-

lichen Höhen, d.h. auf unterschiedlichen Schichten schwimmen.

Während das Speiseöl in diesem Experiment schwerer ist als Wasser, ist es bei Rohöl anders

herum, es ist leichter (d. h. hat eine geringere Dichte) und schwimmt auf dem Wasser. Bei

einem Öltankerunfall wird nun das auf dem Wasser schwimmende Öl an Land gespült – und

schädigt Strand und Lebewesen. Hinzu kommt, dass das salzhaltige Meerwasser schwerer ist

als normales Trinkwasser und sich dieser Effekt dadurch noch mal verstärkt.

Das besonders salzhaltige Wasser des Toten Meeres hat demzufolge eine besonders hohe

Dichte. Es ist sehr schwer und wird stärker von der Erdanziehungskraft angezogen. Wenn man

im Toten Meer schwimmt, erfährt man aus diesem Grund einen besonders großen Auftrieb;

man kann nicht untergehen.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

101


102 Gruppenstunden

G 16

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Filterung von schmutzigem Wasser

(Minikläranlage)

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

Ca. ein bis zwei Stunden

WasseR ist LeBeN

In Kapitel 1.5 haben wir gesehen, dass jede und jeder Deutsche im Durchschnitt 129 Liter Was-

ser am Tag »verbraucht«, genauer gesagt, verschmutzt. Grund genug darüber nachzudenken,

wie Wasser eigentlich wieder gereinigt wird, damit es wieder als Trinkwasser zur Verfügung

steht.

In diesem Experiment bauen wir eine einfache Filteranlage, mit der man gut zeigen kann, wie

verschmutztes Wasser wieder klar wird. Diese Versuche eignen sich auch für Vorführungen bei

Lagern oder Gemeindefesten.

Lernziel: Einen einfachen Wasserfilter bauen und anwenden. Dabei etwas über Filterprozesse

lernen.

• vier

Plastikflaschen





Kies

Sand

Aktivkohle (bekommt man z. B. im Aquarienhandel)

Filterpapier (z. B. Kaffeefilter)

1. Die

Plastikflaschen horizontal in der Mitte auseinanderschneiden. Für den Filter werden

2.

3.

vier Flaschenoberteile (Flaschenhälse) und ein Flaschenunterteil benötigt.

In das Flaschenunterteil wird ein Flaschenhals mit dem Hals nach unten hineingesteckt.

Dann wird in den Flaschenhals ein Filterpapier gelegt.

Auf den Flaschenhals wird nun der nächste Flaschenhals gesteckt (s. Abbildung). Dieser

wird mit Aktivkohle gefüllt.


WasseR ist LeBeN

4.

5.

6.

Der dritte Flaschenhals wird aufgesteckt und mit Sand gefüllt.

Der vierte Flaschenhals wird aufgesteckt und mit Kies gefüllt.

Nehmt sichtbar verschmutztes Wasser (z. B. mit Lehm oder Erde) und gießt es oben in die

Filteranlage.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

Was beobachtet ihr?

Könnte man die vier Filter auch in einer anderen Reihenfolge anordnen? Wäre das glei-

chermaßen effektiv?

Kann man davon ausgehen, dass das gefilterte Wasser unbedenklich trinkbar ist?

Jede der vier Stationen hat eine Filterfunktion. Das verschmutzte Wasser fließt zuerst durch

einen groben Filter und dann werden die Filter immer feiner. Der Kies sortiert ähnlich wie ein

grobes Sieb das Gröbste aus. Der Sand filtriert dann grobe Schmutzpartikel heraus. Die Aktiv-

kohle nimmt eine Art chemische Reinigung vor und das Filterpapier am Ende filtert sehr feine

Schmutzpartikel heraus. Nachdem das schmutzige Wasser durch die Minikläranlage geflossen

ist, kommt unten relativ klares und sauberes Wasser heraus. Die hier verwandten Filter können

jedoch nicht alle Schadstoffe herausfiltern. Insbesondere Minipartikel (z. B. Schwermetalle)

werden von diesem Aufbau nicht herausgefiltert, so dass man das Wasser – auch wenn es

sauber aussieht – besser nicht trinken sollte.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

103


104 Gruppenstunden

G 17

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

bau eines springbrunnens ohne Pumpe

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Warum gibt es eigentlich Wassertürme? Warum sprudeln Quellen? Und wie baue ich eine

Lagerdusche?

Lernziel: Das Prinzip der »Kommunizierenden Röhren« kennenlernen und anwenden. Die

Funktionsweise von artesischen Brunnen erklären können.

• Trichter




Schlauch

Glasspitze (z. B. von einer Pipette) oder Plastikspitze einer Silikontube

Becher

1. Steckt

auf die eine Seite des Schlauches den Trichter, auf die andere Seite die Plastikspit-

2.

3.

ze.

Biegt den Schlauch U-förmig, so dass die Plastikspitze etwas höher als der Trichter mit der

Öffnung nach oben steht.

Gießt Wasser in den Trichter und senkt anschließend die Plastikspitze immer weiter ab.

Was passiert?

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

4.

Was habt ihr beobachtet? Warum spritzt das Wasser aus der Glasspitze heraus?

Überlegt, wo euch dieses Prinzip im Alltag begegnet?

Wie könnte man dieses Prinzip auf einem Lager nutzen?

In einigen von Bergen umgebenen Senken sprudeln natürliche Springbrunnen, sogenannte

»artesische Brunnen« empor. Könnt ihr das mit den gemachten Beobachtungen erklä-

ren?


WasseR ist LeBeN

5.

Was muss in Anlehnung an die Versuchsergebnisse bei der Trinkwasserversorgung von

Gemeinden berücksichtigt werden? Warum haben manche Gemeinden wohl einen Was-

serturm?

Die Beobachtungen lassen sich mit dem Prinzip der »Kommunizierenden Röhren« oder

»Kommunizierenden Gefäße« erklären. So bezeichnet man oben offene, aber unten mit-

einander verbundene Gefäße, in diesem Fall ein Schlauch in U-Form. Eine Flüssigkeit steht auf

beiden Seiten des Schlauches gleich hoch, weil die Schwerkraft und der Luftdruck auf beiden

Seiten identisch sind.

Senkt man nun eine Seite bis unterhalb des Wasserstandes ab, tritt das Wasser heraus. Die sehr

dünne Spitze in diesem Versuchsaufbau bewirkt, dass das Wasser mit großem Druck aus der

kleinen Öffnung austritt und wir es sprudeln sehen.

Das Prinzip der kommunizierenden Gefäße wird auch heute noch vielfach genutzt, etwa bei

speziellen Messgeräten wie der Schlauchwaage, mit der man Höhenunterschiede auf Bruchteile

von Millimetern über längere Entfernungen messen kann.

Auch Wassertürme bedienen sich dieses Prinzips. Durch die erhöhte Lage des Wasserturms

erfolgt die Wasserversorgung der angeschlossenen Gebäude allein mithilfe der Schwerkraft des

Wassers im Wasserturm. Außerdem sorgt das Prinzip für einen konstanten Druck im Wassernetz

einer Stadt. Damit das System funktioniert, darf allerdings kein Abnehmer höher als der Ein-

speisepunkt des Wasserturms liegen. Deshalb befinden sich Wassertürme oft auf Erhöhungen

und fallen daher gut ins Auge.

Auf einem Lager ließe sich dieses Prinzip z. B. mit einer Dusche nutzen. Ein Wasserbehälter wird

auf einen erhöhten Punkt installiert und von dort führt ein Schlauch zu einer Dusche. Das Wasser

tritt ganz von alleine aus, sofern sich der Duschkopf unterhalb des Wasserbehälters befindet.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

105


106 Gruppenstunden

G 18

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Können bäume Wasser pumpen?

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Achtung: Wenn man den Teil des Experimentes mit den Blumen durchführt, muss die Methode

in zwei Blöcken erfolgen, die mindestens einen halben Tag auseinander liegen. Es kann aber

auch in zwei aufeinanderfolgenden Gruppenstunden durchgeführt werden.

Wenn man einen Strohhalm in ein Wasserglas steckt, stellt man fest, dass das Wasser im

Strohhalm etwas höher steigt als im übrigen Glas. Diesen Effekt nennt man Kapillarwirkung.

Wie erklärt sich das und wozu kann man diesen Effekt nutzen? Dies soll in einem Experiment

untersucht werden.

Lernziel: Erfahren, was man unter der Kapillarwirkung versteht; Ideen entwickeln, wofür

dieser Effekt nützlich sein kann.

• gefärbtes

Wasser




zwei Glasplatten

verschieden dünne Glasröhrchen (Kapillaren)

eine weiße Blume (z. B. eine Tulpe)

1. Stellt

die Glasplatten an den Rand des Glases gelehnt ins Wasser, so dass sie sich unten im

2.

3.

Wasser befinden und oben herausschauen. Dabei ist wichtig, dass sich die Glasplatten an

einer Seite (z. B. links) fast und an der anderen Seite ganz berühren, so dass sich zwischen

den Platten ein Wasserfilm bilden kann. Beobachtet genau den Wasserstand in der Schüssel

und an den Glasplatten.

Stellt nun die Glasröhrchen verschiedenen Durchmessers ins Wasser und vergleicht den

Wasserstand. Was stellt ihr fest?

Stellt nun die frisch angeschnittene Blume in das gefärbte Wasser. Überprüft nach einem

Tag oder in der nächsten Gruppenstunde, was passiert ist.


WasseR ist LeBeN

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

Sowohl zwischen den beiden Glasplatten als auch in den Glasröhrchen steigt das Wasser

höher als im Rest des Glases. Was könnte eine Erklärung dafür sein?

Experimentiert mit Glasröhrchen unterschiedlichen Durchmessers: Erkennt ihr einen Zu-

sammenhang zwischen der Enge der Kapillare und dem Wasserstand darin?

Was stellt ihr nach einiger Zeit bei der Blume fest? Versucht anhand dieser Beobachtung zu

erklären, wie ein Baum das nötige Wasser bis in seine äußersten Blätter pumpen kann.

Die beobachtete Erscheinung heißt Kapillarität und beruht auf der Anziehungskraft zwischen

dem Wasser und der Gefäßwand. Je kleiner der Zwischenraum zwischen den Glasplatten oder

der Durchmesser der Glasröhrchen, umso größer ist der Kapillardruck. Je größer der Kapil-

lardruck, umso höher steigt das Wasser. Eine Kapillare von 1 µm Durchmesser erzeugt einen

Saugdruck von 1,4 bar, das entspricht bei Wasser einer Saughöhe von 14 Metern. Das Wasser

steigt aufgrund von sogenannten Adhäsionskräften an der Wand des Röhrchens empor,

aber lediglich bis zu dessen Ende, selbst wenn die Kapillarität eine größere Steighöhe erlauben

würde. Ebenso werden zwei Glasplatten, zwischen denen sich ein Wasserfilm der Dicke 1 µm

befindet, vom Wasser mit einem Druck von 1,4 bar aneinander gehalten. Das ist ganz schön

viel! Deshalb zerbrechen feucht gewordene Objektträger beim Mikroskop häufig, wenn man

versucht, sie auseinander zu ziehen.

Wo in der Natur spielt die Kapillarität eine wichtige Rolle? In Bäumen und anderen

Pflanzen wird das Wasser von den Wurzeln aufgenommen und dann bis in die Krone transpor-

tiert, wo es an Blättern und Nadeln verdunstet oder für die Photosynthese benötigt wird. Beim

Transport gegen die Schwerkraft wirkt die Verdunstung im oberen Bereich der Pflanze als Sog

(Transpirationssog), Kohäsionskräfte des Wassers in der Pflanze verhindern ein Abreißen des

Flüssigkeitsstroms, und der Kapillareffekt begünstigt mit dem osmotischen Effekt (Wurzeldruck)

den Aufstieg. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen können Bäume maximal 130 Meter hoch

werden, da dann der osmotische Druck zusammen mit den Kapillarkräften nicht mehr ausreicht,

die Schwerkraft zu überwinden.

Ein Beispiel für eine Anwendung der Kapillarität ist die Feder des Füllfederhalters. Sie hat in

der Regel auf halber Länge ein kleines, rundes Loch, in dem sich die Tinte sammelt, um von

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

107


108 Gruppenstunden

WasseR ist LeBeN

dort durch die Kapillarwirkung durch einen sehr feinen Schlitz an die Spitze transportiert zu

werden. Schreibpapier saugt dann mittels des Kapillareffekts die Tinte regelrecht auf und sorgt

dafür, dass neue Tinte nachfließen kann. Haftet die Tinte hingegen nicht, ist es nicht möglich,

mit einem Füllfederhalter zu schreiben (z. B. auf Glas).


WasseR ist LeBeN

Gruppenstunden

109


110 Gruppenstunden

G 19

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

ist trinkwasser salzig?

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Achtung: Bei diesem Experiment muss Wasser verdunsten. Das kann je nachdem, ob der

Versuch drinnen oder draußen (bei Sonne) stattfindet und in Abhängigkeit der Temperatur,

Luftfeuchtigkeit, etc. einige Zeit dauern. Die Methode muss daher in zwei Blöcken erfolgen,

die mindestens einen Tag auseinander liegen. Es kann aber auch in zwei aufeinanderfolgenden

Gruppenstunden durchgeführt werden. Man kann die Verdunstung beschleunigen, wenn man

die Gefäße in die direkte Sonne oder in den Ofen stellt.

Häufig unterschieden wir zwischen Salzwasser (Meerwasser) und Süßwasser. Nur letzteres kön-

nen wir trinken. Doch ist das Trinkwasser wirklich salzfrei? In diesem Experiment soll überprüft

werden, ob auch im Trinkwasser Salz enthalten ist.

Lernziel: Erfahren, dass auch im Trinkwasser Salze sind und lernen, wie man Wasser entsalzen

kann.

• Flache

Glasgefäße




Mikroskop (oder eine Lupe)

Objektträger

Teelöffel

1. Füllt

die Glasgefäße mit Trinkwasser und lasst sie solange stehen, bis das Wasser ver-

2.

3.

dunstet ist.

Untersucht die Gefäße. Sind sie Gefäße nun leer? Was ist auf dem Boden der Gefäße

zurück geblieben?

Falls sich etwas auf dem Gefäßboden befindet, kratzt dies zusammen und gebt es auf

einen Objektträger.


WasseR ist LeBeN

4.

5.

Legt den Objektträger unter das Mikroskop. Was seht ihr?

Probiert das Pulver. Wonach schmeckt es?

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

4.

Die im Gefäß zurückgebliebene Substanz schmeckt salzig. Sieht sie auch aus wie Salz? Was

könnte die Substanz außer Salz noch enthalten?

Spielt unter dem Mikroskop mit der Beleuchtung, so könnt ihr unterschiedliche Farbeffekte

erzielen.

In diesem Versuch ist das Wasser verdunstet, wir haben keinen Zugriff mehr darauf. Es

gibt aber auch die Möglichkeit, verdunstendes oder verdampfendes Wasser mit einer Folie

aufzufangen. An der Folie kondensiert der Wasserdampf und wir haben wieder Wasser.

Wie nennt man dieses Verfahren? Wie unterscheidet sich das kondensierte Wasser wohl

vom ursprünglich im Gefäß enthaltenden Trinkwasser? Wenn ihr dieses Wasser nun erneut

verdunsten lasst, bleibt dann wieder Salz zurück?

Führt weitere Untersuchungen durch:

a.)

b.)

Wenn ihr etwas von der pulvrigen Substanz mit in den Chemieunterricht nehmt und

dort auf Löslichkeit und Flammenfärbung beim Verbrennen untersucht, könnt ihr

feststellen, dass die Substanz nicht nur Kochsalz (NaCl) enthält, sondern viele weitere

Salze, wie Jodsalze, Fluoritsalze und Kaliumsalze.

Wie kann man feststellen, ob es sich bei der nach dem Verdampfen und Konden-

sieren wiedergewonnenen Flüssigkeit um destilliertes oder »normales« Wasser

handelt? Nehmt zwei isolierte Drähte (Klingeldraht), verbindet eine Batterie mit

einer Taschenlampenbirne und steckt die beiden Drahtenden in ein mit Wasser

gefülltes Glas. Brennt das Birnchen, so handelt es sich um normales also salzhalti-

ges Wasser. Brennt das Birnchen nicht, so handelt es sich um destilliertes Wasser.

Warum ist das so?

Auch Trinkwasser enthält Salze, nur lange nicht so viel wie Meerwasser. Der menschliche Körper

benötigt diese Salze aus dem Trinkwasser für seinen Stoffwechsel. Würde man statt Trinkwasser

destilliertes Wasser trinken, würde dies zu einem Mangel des Körpers an Elektrolyten (v. a.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

111


112 Gruppenstunden

WasseR ist LeBeN

Salzen) führen. Wenn man nicht genügend Salze zu sich nimmt, kann dies zu einer Wasserver-

giftung (Hyperhydration) führen.

Durch Verdunstung und Kondensation lassen sich die Salze aus dem Trinkwasser trennen und

man erhält destilliertes Wasser. Destilliertes Wasser leitet keinen elektrischen Strom, da ihm die

leitenden Natriumchlorid-Ionen entzogen wurden.

Auf der der Arbeitshilfe beiliegenden CD finden sich weitere Informationen zur Wasserentsal-

zung.


WasseR ist LeBeN

Gruppenstunden

113


114 Gruppenstunden

G 20

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

bau einer Wasserrakete

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

Ca. ein bis drei Stunden

WasseR ist LeBeN

Wasser kann ungeheure Kraft haben. So viel, dass es sogar eine Rakete zum Abschuss bringen

kann. Die Kraft des Wassers wird in diesem Experiment deutlich. Für experimentierfreudige

Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist es eine faszinierende Methode, da man mit einfachen

Mitteln eine starke Wirkung erzielt.

Der Bau der Wasserrakete ist relativ (material-)aufwändig, so dass es sich anbietet, dies im

Rahmen einer größeren Veranstaltung (z. B. Stammesaktivität, Gemeindefest) durchzuführen.

Bei entsprechender vorheriger Vorbereitung kann man die Wasserrakete auch gut mit auf ein

Lager nehmen.

Viele Vorarbeiten können evtl. auch schon von ein bis zwei Personen im Vorfeld erledigt werden,

um Längen in der Vorbereitung zu vermeiden.

Achtung: Es bleibt nicht aus, dass man bei diesem Versuch nass wird, es ist daher eher etwas

für wärmere Tage.

Lernziel: Die Kraft des Wassers erleben.

• Große

Plastikflasche (mind. 1,5l, besser 2l)









Korken

Fahrrad-Blitzventil

Bohrmaschine und Bohrer

Standluftpumpe

Alu-Stange (ca. 1m lang)

Holzplatte (ca. 50x50x2cm)

Vier Holzwürfel (ca. 6x6x6cm)

Gartenschlauchschelle


WasseR ist LeBeN






Stichsäge

Holzleim

Plastikkegel

Bindedraht

Kreppband

Vorbereitung der Startrampe:

1.

2.

3.

Sägt in die Mitte der Holzplatte ein Loch (Kurvensägeblatt). Das Loch muss so groß sein,

dass der Hals der Plastikflasche dort gut hinein passt.

Klebt an den vier Ecken die vier Holzwürfel mit Holzleim fest. Nun habt ihr ein flaches

Tischchen.

Klebt die Alu-Stange mit Kreppband der Länge nach an die Plastikflasche, stellt die Flasche

mit dem Flaschenhals in das Loch im Tischchen und markiert die Stelle, an der die Alu-

Stange auf die Platte stößt. Bohrt an dieser Stelle ein Loch mit dem gleichen Durchmesser

wie die Alu-Stange. Die Alu-Stange hat die Funktion eines Leitwerks. Die Klebestreifen

können entfernt werden.

Vorbereitung der Rakete:

4.

5.

6.

Durchbohrt den Korken in der Mitte der Länge nach und steckt das Blitzventil stramm an

der einen Seite in den Korken. Es muss soweit herausschauen, dass ihr noch die Pumpe

anschließen könnt.

Klebt den Plastikkegel mit Kreppband von außen auf den Boden der Flasche. Das ist die

Raketenspitze. Als Raketenspitze kann man auch den Flaschenhals einer anderen Plastik-

flasche nehmen und auf den Flaschenboden stülpen. Dann den Schraubverschluss darauf

lassen.

Steckt die Alu-Stange als »Leitwerk« in das zuvor gebohrte Loch in der Bodenplatte,

steckt die Flasche mit dem Flaschenhals in das große Loch. Legt nun mit dem Bindedraht

drei Schlaufen um Stange und Flasche, die ihr mit Kreppband an der Flasche festklebt.

Die Schlaufen sind die Ösen, mit denen die Flasche an der Führungsschiene nach oben

fliegen soll. Macht sie also nicht stramm, die Flasche muss sich locker nach oben bewegen

lassen.

Durchführung

Gruppenstunden

115


116 Gruppenstunden

7.

8.

WasseR ist LeBeN

Nehmt die Flasche wieder aus der Konstruktion heraus und füllt sie etwa halb voll mit

Wasser. Verschließt die Flasche mit dem Korken. Mit der Gartenschlauchschelle dreht ihr

den Korken nun so fest, dass die Flasche dicht ist. Achtung: Die Schlauchschelle muss die

Flasche dicht verschließen, darf aber nicht zu fest angezogen werden, da sich der Korken

beim Start der Rakete aus der Schelle lösen können muss.

Fädelt die Rakete (Flasche) nun wieder auf die Alu-Stange und stellt sie auf die Startrampe.

Schließt die Pumpe am Blitzventil an.

Start der Rakete:

9.

10.

Nun müsst ihr kräftig pumpen. Hilfreich ist es, wenn ihr eine Fahrradpumpe habt, die unten

ein Manometer hat. So könnt ihr genau den Druck ablesen. Je nachdem wie stramm der

Korken sitzt, muss ein Druck von ca. 6 bar aufgebaut werden, bis die Rakete losfliegt. Der

Start kommt dann ganz plötzlich. Ein exakter Countdown ist nicht möglich bzw. erst nach

vielen Versuchen, da jede Wasserrakete in Abhängigkeit der Materialien und der Bauweise

anders reagiert.

Haltet genügend Abstand, so dass niemand durch die Rakete verletzt wird und niemand

nass wird, der dies nicht möchte.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

Was ist euch aufgefallen? Hattet ihr Angst, die Plastikflasche könnte platzen? Keine Sorge,

Plastikflaschen platzen erst bei einem Druck von 9-12 bar. Zur Sicherheit trotzdem besser

eine Mehrweg- statt einer Einwegflasche aus Plastik verwenden; diese halten einem

größeren Druck stand.

Wie hoch ist die Flasche geflogen?

Dann macht doch gleich den nächsten Start und experimentiert: Verhält sich die Rakete

anders, wenn ihr mehr Wasser in die Flasche füllt? Was wirkt sich noch auf die Wasser-

rakete aus?

Achtung: Die startende Rakete nimmt eine unkontrollierbare Flugbahn ein und kann bei-

spielsweise auf Zuschauer treffen. Um einen stabileren Flug zu erreichen, können zusätzlich

Flossen oder Leitflügel an die Rakete geklebt werden. Um Schäden durch den Aufprall der Fla-

sche zu vermeiden kann man die Kegelspitze auch durch einen halbierten Tennisball ersetzen.


WasseR ist LeBeN

Es handelt sich hier um das Wechselspiel zwischen hoch komprimierter Luft als Treibsatz und

nicht zusammendrückbarem Wasser mit Verschlusskorken und Blitzventil. Irgendwann hält die

Flasche dem Druck der komprimierten Luft nicht mehr stand und löst sich von der Startrampe.

Der Schuss geht wegen des großen Gewichtsunterschiedes nach hinten bzw. nach unten los,

während die leichte Plastikflasche einen Rückstoß nach oben bekommt. Dabei tritt das Wasser

aus.

Die größte Flughöhe erreicht man bei einem Wasser/Luft-Volumenverhältnis von 2:3, d. h. die

Flasche wird nur zu etwa einem Drittel mit Wasser gefüllt.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

117


118 Gruppenstunden

G 21

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Weinglasorchester

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

In diesem Experiment lernt ihr nicht nur etwas über Wasser, sondern auch über den Schall.

Die Methode ist gut geeignet für eine Aufführung bei einem Lagerabend oder bei einem Ge-

meindefest.

Lernziel: Lernen, wie Wasser und Schalleitfähigkeit zusammenhängen. Anwendungsbeispiele

überlegen.

• 8 möglichst dünnwandige Gläser (z. B. Weingläser)

1. Füllt

die Gläser mit unterschiedlich viel Wasser.

2.

3.

4.

5.

6.

Wascht euch die Hände, so dass sie fett- und schweißfrei sind. Feuchtet dann einen Finger

an und bewegt ihn langsam über den Rand eines Glases. Haltet dabei das Glas unten

fest und drückt den Finger vorsichtig auf den Rand des Glases. Es entsteht ein schöner,

eigenartig durchdringender Ton. Ist kein Ton zu hören, müsst ihr vorsichtig den Druck auf

das Glas erhöhen.

Durch verschieden hohe Füllungen kann man unterschiedliche Tonhöhen erzeugen. Je

schneller man rotiert, desto lauter ist der Ton.

Durch Zufügen oder Wegnehmen von Wasser lässt sich die Tonhöhe regulieren.

Mit acht Gläsern könnt ihr euch eine ganze Tonleiter aufbauen.

Versucht nun, ein einfaches Lied zu spielen. Dies geht am besten, wenn jeder nur für ein

oder zwei Gläser zuständig ist und diese »bespielt«.

Fragen an die Gruppe:

1.

Warum hängt die Tonhöhe vom Wasserstand im Glas ab? Sind die Töne bei viel Wasser

oder bei wenig Wasser höher?


WasseR ist LeBeN

2.

3.

4.

Was ist der höchste bzw. tiefste Ton, den ihr erzeugen könnt? Wirkt sich die Form und Größe

des Glases auf die Tonhöhe und den möglichen Tonumfang aus?

Wenn ihr mehrere Tonleitern aufbaut, könnt ihr sogar mehrstimmig spielen.

Wo könnte man sich die Tatsache, dass alle Stoffe eine unterschiedliche Schalleitfähigkeit

haben zunutze machen? (Stichwort Echolot)

Dieser Effekt ist schon lange bekannt und wurde schon von Galileo Galilei beschrieben. Durch

das Gleiten des nassen Fingers wird das Glas zu Schwingungen angeregt. Diese Schwin-

gungen, die eine Frequenz von etwa 1000 Hz haben, übertragen sich auf die Flüssigkeit (die

Wasseroberfläche kräuselt sich) und auf die Luft (man hört einen schön klingenden Ton). Die

Grundschwingung kommt durch die Bewegung des Glases zustande. Deshalb ist die Tonhöhe

von der Geschwindigkeit des Fingers weitgehend unabhängig. Sie hängt aber vom Umfang

des Glases ab (je größer der Umfang, desto tiefer der Ton). Die Tonhöhe wird außerdem durch

die Wassermenge beeinflusst: Mehr Wasser im Glas erzeugt tiefere Töne, denn es muss mehr

Masse bewegt werden.

Je mehr Wasser im Glas ist, umso langsamer ist die Schwingung und umso kleiner ist die Fre-

quenz (= Anzahl der Schwingungen in einer Sekunde). Je geringer die Frequenz, umso tiefer

der Ton. Weniger Wasser hingegen erzeugt dementsprechend höhere Töne.

Paradoxerweise wird der Ton auch bei dickeren Gläsern höher: Obwohl auch hier mehr Masse

bewegt wird, bewirkt die größere Steifigkeit des Glases, dass es trotz größerer Masse höher

klingt. Mittels des gleichen Effekts erzeugen Geigenbogen und -saite den Ton einer Geige, er

bewirkt aber auch das Knarren von Türen und das Quietschen von Kreide auf der Tafel.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

119


120 Gruppenstunden

G 22

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Flaschenorchester

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. ein bis zwei Stunden

WasseR ist LeBeN

Sicher habt ihr alle schon einmal über eine leere Glasflasche geblasen und dabei einen Ton

gehört. Diesen Effekt wollen wir uns zunutze machen und gezielt bestimmte Töne erzeugen.

So lässt sich eine Tonleiter aufbauen und man kann mit mehreren Flaschen ganze Musikstücke

blasen.

Das Flaschenorchester eignet sich hervorragend für einen Auftritt bei einem Lagerabend oder

bei einem Gemeindefest.

Lernziel: Eigenschaften von Wasser kennenlernen.

• leere

Glasflaschen (für eine Tonleiter werden acht Flaschen benötigt)

1. Füllt

die Flaschen unterschiedlich hoch mit Wasser.

2.

3.

4.

Wenn man schräg über die Öffnung bläst, entsteht ein Ton. Justiert den Wasserstand so,

dass die Töne der acht Flaschen eine Tonleiter ergeben, bzw. die Töne, die ihr für ein be-

stimmtes einfaches Musikstück braucht.

Verteilt die Flaschen an die Gruppenmitglieder und versucht zunächst eine einfache Me-

lodie zu spielen. Jeder sollte höchstens für zwei Flaschen zuständig sein und diese »be-

spielen«.

Übt ein einfaches Lied ein und führt es auf.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

Wie hängt der Füllstand der Flaschen mit der Tonhöhe zusammen?

Experimentiert mit Flaschen unterschiedlicher Größe und unterschiedlicher Öffnungen. Wie

wirkt sich dies aus? Was ist am besten geeignet?


WasseR ist LeBeN

3.

Ihr könnt an den Flaschen Markierungen anbringen, welcher Wasserstand für einen be-

stimmten Ton benötigt wird. So lässt sich das Orchester schnell wieder aufbauen und die

Flaschen müssen nicht mehr lange justiert werden.

Beim Blasen über die Öffnung der Flaschen werden Luftwirbel erzeugt. Diese Luftwirbel bewe-

gen die Luft im Flaschenhals in einem bestimmten Rhythmus bzw. in einer bestimmten Frequenz

auf und ab. Eine solche Bewegung nennt man Schwingung. Während bei der vorhergehenden

Gruppenstunde (G 20: Weinglasorchester) die Gläser geschwungen haben, schwingt in diesem

Fall die Luftsäule in der Flasche. Je mehr Wasser sich in der Flasche befindet, umso weniger

Luft ist darin enthalten, die schwingen kann. Je weniger Luft schwingen kann, umso höher ist

die Frequenz und damit der erzeugte Ton.

Also: Viel Wasser in der Flasche ergibt eine schnellere Schwingung und damit einen hohen Ton,

wenig Wasser in der Flasche ergibt eine langsame Schwingung und einen tieferen Ton.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

121


122 Gruppenstunden

G 23

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

bilder aus Zucker und tinte

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Experimentieren mit Wasser muss nicht immer an den Physikunterricht erinnern. Diese Me-

thode erinnert eher an den Kunstunterricht. Doch wie lassen sich mit Wasser Kunstwerke

herstellen?

Lernziele: Mit Wasser künstlerisch experimentieren und dabei weitere Eigenschaften von

Wasser kennenlernen (Lösungseigenschaften).

• Zuckerwürfel



verschiedene farbige Tinten

Teller

1. Füllt

einen flachen Teller mit etwas Wasser.

2.

3.

4.

Träufelt auf einen Zuckerwürfel einige Tropfen Tinte.

Stellt den Zuckerwürfel mit der gefärbten Seite nach unten in die Mitte des Tellers. Was

passiert?

Nehmt mehrere Zuckerwürfel mit Tinte verschiedener Farbe.

Fragen an die Gruppe:

1.

2.

3.

4.

Es entstehen verschiedene dünne Farbstreifen. Wie kann dies erklärt werden?

Wie wirken sich Tellerform und Wasserhöhe auf das Ergebnis aus?

Haltet die Wasserbilder fotografisch fest und macht eine Ausstellung.

Wasser spielt auch in der Kunst eine große Rolle: Welche weiteren Kunstwerke hängen

mit Wasser zusammen? Stichwort: Kunst aus Eis, Wasserspiele, etc.


WasseR ist LeBeN

Tinte löst sich im kalten Wasser langsamer auf als Zucker. Der Zucker verteilt sich für unser Auge

unsichtbar und nimmt dabei die Tinte mit. Dabei entstehen die Farbschlieren.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

123


124 Gruppenstunden

G 24

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Welche Farbe hat ein Filzstift wirklich?

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Die Tinte in einem Filzstift ist aus verschiedenen Farben zusammengesetzt. In diesem Experi-

ment werden die Farben voneinander getrennt und einzeln sichtbar.

Lernziel: Erfahren, dass Wasser ein Lösungsmittel ist.

• Filzstifte




Löschpapier (oder Kaffeefilter)

Toilettenpapier

flache Schale

1. Malt

auf das Löschpapier mit den Filzstiften dicke Punkte in einer Reihe, etwa 1-2 cm vom

2.

3.

4.

5.

Rand entfernt.

Taucht den Rand des Papiers so ins Wasser, dass die Farbpunkte gerade noch über der

Wasseroberfläche sind.

Das Löschpapier saugt nun das Wasser auf. Dabei werden die Farbpunkte in ihre verschie-

denen Farben getrennt.

Wenn man das Papier trocknet, kann man die Farbtrennung noch besser erkennen.

Stecht in einem nächsten Schritt ein kleines Loch in das Löschpapier. Malt mit dem Filzstift

um das Loch herum. Steckt nun in das Loch ein kleines Röllchen aus Toilettenpapier und

achtet darauf, dass das Röllchen fest im Loch sitzt. Stellt ein Glas mit Wasser bereit und

lasst das Toilettenpapier hineinhängen. Was passiert? Im Idealfall erhaltet ihr eine bunte

Blume – und das mit nur einem Filzstift!

Frage an die Gruppe:

Wie erklärt ihr euch die Beobachtungen?


WasseR ist LeBeN

Bei diesem Versuch handelt es sich um ein sehr weit verbreitetes Verfahren zur Stofftrennung. In

der Physik und der Chemie sagt man »Chromatographie« dazu. Das Papier saugt das Wasser

auf und transportiert es weiter. Dabei verdünnt das Wasser die Filzstiftfarbe und nimmt sie auf

seinem Weg mit. Es verdunstet immer mehr Wasser und ein Teil der Farbe bleibt am Papier hän-

gen. Das Wasser kann die einzelnen Farben unterschiedlich leicht transportieren und sie somit

unterschiedlich weit mitnehmen. Jede Farbe bildet am Ende einen Streifen auf dem Papier.

erklärung/Auswertung

Gruppenstunden

125


1.0

1.1

1.2

1.3

1.4

1.5

1.6

iii. WorKsHoPs

W 1 Wasser aus biblischer Sicht......................................................................................

128

W 2 Wasser in den Weltreligionen .................................................................................. 132

W 3 Die Stimme des Wassers .......................................................................................... 138

W 4 Recht auf Wasser – Zugang zum Wasser..................................................................

142

W 5a

W 5b

Virtuelles Wasser:

Wie viel Wasser steckt wirklich drin? ....................................................................... 148

Virtuelles Wasser:

Die Jeans und der Swimmingpool ............................................................................ 152

W 5c Virtuelles Wasser: Schon gefrühstückt? ................................................................... 154

W 6 (Im) Wasser ist mehr als H O .................................................................................... 156

2

W 7 Deichbau ................................................................................................................. 160

W 8 Meerwasserentsalzung............................................................................................

164

W 9a Bestimmung der biologischen Gewässergüte .......................................................... 166

W 9b Bestimmung der chemischen Gewässergüte............................................................

174

W 10 Wasser-Memory.......................................................................................................

178

W 11 Wasserausstellung...................................................................................................

182

iii


128 Workshops

W 1

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

Wasser aus biblischer sicht

»ich will Wasser gießen auf das Durstige …«

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. ein bis zwei Stunden

WasseR ist LeBeN

Im ersten Teil dieser Arbeitshilfe (vgl. Kap. 1) haben wir bereits die Bedeutung des Wassers im

christlichen Glauben kennengelernt. Über 500 Mal fällt der Begriff »Wasser« in der Bibel. Es

wird von Unheil bringendem Wasser berichtet (z. B. die Sintflut), ebenso wie von Wasser als

Quelle des Lebens. Die Bibel spricht von Wasser in ganz unterschiedlicher Art und Weise.

Die zentrale Bedeutung von Wasser in der Bibel lässt erahnen, wie wichtig Wasser ist und dass

es auch über Leben und Tod entscheiden kann. Der sorglose und unbedachte Umgang mit Was-

ser, den wir heutzutage zumeist in unserem Land haben, erschwert uns jedoch das Verständnis

der biblischen Bilder und ihrer Bedeutung.

In diesem Workshop setzen wir uns genauer mit der Bedeutung des Wassers in der Bibel und

im christlichen Glauben auseinander. In welchen Zusammenhängen begegnet uns Wasser in

der Bibel? Wo spielt Wasser noch heute eine Rolle im Christentum?

Die Auseinandersetzung erfolgt in Form eines Stationenweges. Dabei werden insgesamt sie-

ben Stationen durchlaufen, in denen jeweils eine andere Seite von Wasser im biblischen bzw.

christlichen Kontext erlebt und erfahren wird.

Lernziele:




Bewusstmachen der Dialektik des Wassers als Lebensspender und Lebenszerstörer,

Auseinandersetzen mit der Bedeutung des Wassers im Christentum auf Grundlage bibli-

scher Geschichten,

Reflektion eigener Erfahrungen und Erlebnisse mit Wasser; wo hat die persönliche Gottes-

beziehung etwas mit Wasser zu tun?


WasseR ist LeBeN

• Bibel




Konkordanz (zum Auffinden von Bibelstellen nach Stichworten)

Evtl. Illustrationen biblischer Wassergeschichten

Schreibmaterial

Die Gruppenleitung sollte die Bibelgeschichten kennen und textliche Unklarheiten geklärt ha-

ben. Je nach örtlichen Rahmenbedingungen können außerdem die einzelnen Stationen schon

im Vorfeld gestaltet werden bzw. das Material zur Gestaltung muss bereitgestellt werden.

1. Einstiegsphase

Elemente könnten sein:





Brainstorming zum Thema Wasser (allgemein oder bereits auf den christlichen Kontext

bezogen),

Phantasiereise zum Thema Wasser (Vorschlag s. Anhang auf CD),

hinführender Text (Vorschlag s. Anhang auf CD),

Vorlesen einer biblischen Geschichte zum Thema Wasser, zum Beispiel Psalm 104.

2. Stationenweg

Einzeln oder in Kleingruppen werden sieben Stationen durchlaufen. Bei jeder Station begegnet

man Wasser in einem anderen biblischen Kontext und in einer anderen Bedeutung.

benötigtes Material

Vorbereitung

Durchführung

Workshops

129


130 Workshops

Weiterführende ideen

Station Bibelstelle Inhalt

WasseR ist LeBeN

1 Genesis 1 Gott ordnet das Chaos (er erschafft nicht das

Wasser!); Das Wasser bekommt seinen Platz auf

der Erde.

2 Psalm 1;

Psalm 104, 10–14,16,25;

Jesaja 41,18; Jesaja 44,3–4

3 Psalm 69,2–4,15–16;

Psalm 124,1–5;

Jona 2, 4+6

Wasser ist Leben. Leben bei Gott ist wie Leben

eines Baumes am Wasser.

Wasser ist Bedrohung. Leben ohne Gott ist

Bedrohung.

4 Johannes 4, 5ff Jesus ist Lebenswasser; Die samaritische Frau am

Brunnen.

5 Markus 1,1ff Die jüdische Taufe; Johannes tauft Jesus.

6 Römer 6 Die Bedeutung der Taufe bei Paulus.

7 Apostelgeschichte 2, 8, 10, 19 Taufpraxis in der frühen Christenheit.

Die Stationen könnten jeweils dem Inhalt entsprechend gestaltet sein (z. B. mit Bildmaterial).

3. Reflektionsphase

Was habe ich erlebt? Was habe ich erkannt? Welche Bedeutung hat Wasser für mich? Wo

möchte ich mein Verhalten im Umgang mit Wasser auf den Prüfstand stellen? Was bedeutet

die Taufe für mich?

• Um

zunächst für die Notwendigkeit des Wassers und die damit oft verbundenen Mühen



zu sensibilisieren, könnte man zu Beginn des Workshops den täglichen Wasserbedarf

in Eimern herbeischleppen. Pro Person sind das knapp 13 Eimer mit je zehn Litern Füll-

menge.

Ein Teil dieses Workshops könnte eine Meditation zu Bildern mit biblischen Wasserge-

schichten sein.

Als Einstieg und/oder Abschluss kann man das Lied »Wasser ist Leben« singen (s. Anhang

auf CD).


WasseR ist LeBeN

• Dieser

Workshop ist in der Ausgestaltung und Durchführung sehr flexibel und kann an die


Bedürfnisse und Voraussetzungen der Zielgruppe angepasst werden. Die vorgeschlagenen

Elemente können jederzeit modifiziert werden, ebenso können weitere Impulse hinzuge-

nommen werden.

Die spirituelle Auseinandersetzung in diesem Workshop lässt sich gut mit einer Andacht

oder einem Gottesdienst abschließen. Eine Arbeitshilfe mit mehreren vollständigen An-

dachts- und Gottesdienstentwürfen, die zum World Scout Jamboree 2007 erschienen ist,

findet sich im Anhang.

Anmerkungen

Workshops

131


132 Workshops

W 2

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Vorbereitung

Durchführung

Weiterführende ideen

Wasser in den Weltreligionen

Ranger- und Roverstufe

mindestens eine Stunde, je nach Ausgestaltung auch deutlich mehr

WasseR ist LeBeN

Dieser Workshop gibt euch Anregungen, das Thema »Wasser in den Weltreligionen« ausführ-

lich zu behandeln. Dabei bleibt es euch überlassen, wie ihr das Thema konkret ausgestalten

wollt – dies hängt von zeitlichen Rahmenbedingungen ebenso wie von der Gruppe ab. Man

kann die Texte einfach (vor)lesen und auf sich wirken lassen oder selber weitere Materialien

(Filme, Informationen, Märchen, etc.) zu den einzelnen Weltreligionen zusammentragen und

in die Auseinandersetzung mit dem Thema einbinden. Das nachfolgende Material ist in diesem

Sinne als Inspiration zu verstehen, das euch bei der Ausgestaltung eines ganz eigenen Projektes

helfen kann.

Variiert je nach Ausführung und Umsetzung

Je nach Fragestellung können zusätzliche Informationen zur Bedeutung des Wassers in den

einzelnen Weltreligionen recherchiert und den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt werden.

Sollte der Schwerpunkt auf Märchen liegen (s. u.), müssen entsprechende Geschichten gesucht

werden.

Kann individuell gestaltet werden (s. o.).

• Für einen Thementag oder auf einem Gemeindefest könnt ihr eine »Spirituelle Weltreise«

gestalten. Je nach Zeit, Platz und Möglichkeiten könnt ihr Stationen mit passenden Bildern

und Musik gestalten, die zum Beispiel das Christentum, das Judentum, den Islam, den

Buddhismus und den Hinduismus veranschaulichen.

• Es gibt viele Märchen, Sagen und Legenden, in denen Wasser eine Rolle spielt. Dazu

könnt ihr zu jeder Religion eine Geschichte oder ein passendes Märchen aussuchen und


WasseR ist LeBeN


vorlesen. Hier ist es interessant, Vergleiche anzustellen, Gemeinsamkeiten und Unterschie-

de festzustellen. Ihr könnt auch die verschiedenen Schöpfungsmythen vergleichen und

sehen, welche Rolle das Wasser darin spielt.

Weitere verwandte Themen, mit denen man sich in diesem Zusammenhang auseinander-

setzen kann:

Wasser in der Mythologie: Märchen aus ganz verschiedenen Ländern – von Griechen-

land über die arabischen Länder bis nach Deutschland thematisieren die gefahrvolle Suche

nach dem »Wasser des Lebens«, das unheilbar Kranke gesunden lässt und wertvoller als

Gold ist.

• Im Wasser leben gute und schöne, aber auch böse Geschöpfe. Sie können Menschen

verführen, sind ihnen aber auch ausgeliefert, wenn sie ihren Machtbereich im Wasser

verlassen. Die kleine Meerjungfrau, die schöne Undine, der Fischer und seine Frau, der

böse Wassermann, selbst der Froschkönig, der aus dem Brunnen die goldene Kugel der

Königstochter holt … alle diese Figuren zeugen von der Faszination und dem Respekt, den

Menschen vor dem Wasser haben.

Wasser als Ritualmittel: Wasser dient als Ritualmittel. In katholischen Kirchen stehen

am Eingang Weihwasserbecken, mit denen sich Gläubige beim Eintreten in die Kirche be-

netzen. Viele Gläubige pilgern zu heiligen Quellen, die bekannteste ist Lourdes. In diesen

Bereichen wird die Verbindung zwischen irdischem und »heiligem« Wasser deutlich.

• Dieser Workshop setzt die Bereitschaft und die Fähigkeit voraus, sich mit religiösen Texten


auseinandersetzen zu wollen.

Die Beschäftigung mit dem Thema ist besonders wirkungsvoll, wenn ausreichend Zeit für

die Recherche, Durchführung und Auswertung zur Verfügung steht.

Wasser aus philosophisch-religiöser Sicht – Zitate

Wasser, du hast weder Geschmack noch Farbe noch Aroma. Man kann

dich nicht beschreiben. Man schmeckt dich, ohne dich zu kennen.

Es ist nicht so, dass man dich zum Leben braucht: Du selbst bist das

Anmerkungen

texte für W2

Workshops

133


134 Workshops

WasseR ist LeBeN

Leben. Du bist der köstlichste Besitz dieser Erde. Du schenkst uns ein

unbeschreibliches einfaches und großes Glück.

ANTOINE DE SAINT-EXUPÉRY (1900-1944)

Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles, und in das

Wasser kehrt alles zurück.

THALES, GRIECHISCHER PHILOSOPH UND MATHEMATIKER (5. JH. V. CHR.)

Das Beste aber ist das Wasser.

PINDAROS, GRIECHISCHER DICHTER (5. JH. V. CHR.)

Wasser gibt nach, aber erobert alles. Wasser löscht Feuer aus, wenn

es zu heiß wird flieht es als Dampf und formt sich neu. Wasser spült

weiche Erde fort, wenn es auf Felsen trifft, sucht es einen Weg, sie zu

umgehen. Es befeuchtet die Atmosphäre, so dass der Wind zur Ruhe

kommt. Wasser gibt Hindernissen nach, doch seine Demut täuscht,

denn keine Macht kann verhindern, dass es seinem vorbestimmten

Lauf zum Meer folgt.

UNBEKANNTER DICHTER

Nichts auf der Welt ist so weich und nachgiebig wie das Wasser. Und

doch bezwingt es das Harte und Starke.

LAOTSE, CHINESISCHER PHILOSOPH (6. JH. V. CHR.)

Wasser und Religion

Das Judentum, das Christentum und der Islam entstanden in Regionen, in den häufig

Wassermangel vorherrschte. Wasser war existentiell zum Überleben – auch dies war

ein Grund für die Bedeutung von Wasser in den drei großen Religionen.


WasseR ist LeBeN

Im Judentum ist der reinigende Aspekt des Wassers ganz besonders wichtig. Es gibt

sehr viele Reinigungspflichten, die nicht nur rituelle, sondern auch hygienische Gründe

haben. Das häufige Waschen war auch ein Grund dafür, warum jüdische Menschen im

Mittelalter seltener an Seuchen erkrankten. Die sogenannte Mikwe, das Ritualbad

mit fließendem Wasser ist für jede jüdische Gemeinde verpflichtend. Wenn es kein

Quellwasser gibt, dient ein Grundwasserbrunnen. Vor jedem Sabbat (Ruhetag), nach

jedem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und nach der Berührung mit einem Toten muss

die Mikwe aufgesucht werden. Frauen suchen nach jeder Menstruation und Geburt

die Mikwe auf. Orthodoxe Juden gehen sogar täglich in die Mikwe. Bei der rituellen

Waschung darf nichts mehr am Körper sein, keine Kontaktlinsen, kein Schmuck oder

Schminke. Vor dem rituellen Bad wäscht oder duscht man sich. In der Mikwe muss man

komplett untertauchen, um gereinigt zu sein. Vor allen religiösen Handlungen und vor

den Mahlzeiten sind die Hände zu waschen. Dabei wird das Wasser abwechselnd über

die rechte und die linke Hand gegossen und dazu ein Segensgebet gesprochen. Auch

zum Judentum konvertierte Menschen gehen in die Mikwe, um »wiedergeboren« zu

werden. Hier hat die Mikwe eine ähnliche Funktion wie die christliche Taufe.

Auch im Christentum hat Wasser einen großen Symbolwert. Er ist Gottes Geschenk,

aber auch Gottes Strafe. Im ersten Schöpfungsbericht der Bibel (1. Mose 1,1–3) wird

berichtet, dass die Erde zuerst völlig mit Wasser bedeckt war. Dann trennte Gott das

Wasser von der Erde. Im zweiten Schöpfungsbericht dagegen (1. Mose 2,4–6) ist zuerst

alles trocken und dürr, dann zieht Nebel auf und befeuchtet die Dürre. So entsteht der

Garten Eden. In der Sintflut wird Wasser zum Vollstrecker der göttlichen Strafe. Nur

Noah, seine Familie und die ausgewählten Tiere überleben das nasse Strafgericht.

Der Regenbogen, der Himmel und Erde verbindet ist auch das Symbol für den neuen

Bund zwischen Menschen und Gott. Im Alten Testament gibt es viele Geschichten über

Wasser, aber auch den Mangel daran. Sei es der Kampf um Brunnen, sei es die Teilung

des Roten Meeres, damit die Israeliten trockenen Fußes vor den ägyptischen Verfolgern

Workshops

135


136 Workshops

WasseR ist LeBeN

flüchten konnten und ihre Angst, in der Wüste zu verdursten. Doch auch hier geschieht

ein Wunder. Noah schlägt mit seinem Stock an einen Felsen in der Wüste, aus dem

frisches Quellwasser fließt.

Im Neuen Testament hat Jesus Macht über das Wasser. Er beruhigt einen Seesturm, er

wandelt auf dem Wasser, durch seine Worte hat es heilende Wirkung (Heilung des Blin-

den im Teich) und er verwandelt es sogar in Wein. Doch die wichtigste Rolle spielt das

Wasser bei der Taufe. Jesus selbst lässt sich von Johannes, dem Täufer im Jordan taufen.

Mit der Taufe wird der Mensch in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Sie steht

symbolisch für »Untertauchen – Sterben« und wieder auftauchen – Auferstehen.

In katholischen Kirchen stehen am Eingang Weihwasserbecken. Hostien werden aus

Mehl und geweihtem Wasser gebacken. Gläubige pilgern zu heiligen Quellen, die

bekannteste ist Lourdes. In diesen Bereichen wird die Verbindung zwischen irdischem

und »heiligem« Wasser deutlich.

Im babylonischen Schöpfungsmythos ist Tiamat, der Urozean eine weibliche Gottheit

und steht symbolisch für Salzwasser. Ihr Gatte Apzu verkörpert das Prinzip des Süß-

wassers. In den Apokryphen begegnen wir den beiden Ungeheuern Behemoth und

Leviathan. Behemoth, der das männliche, das geordnete Prinzip verkörpert, lebt in der

Wüste auf dem Land. Leviathan, das weibliche Prinzip, steht für Chaos und wartet auf

dem Meeresgrund auf den Weltuntergang. Wasser wird häufig mit dem weiblichen

Prinzip verbunden.

Das Wasser ist im Islam ein Geschenk Allahs an Menschen, Tiere und Pflanzen. Das

Paradies des muslimischen Glaubens ist ein üppiger, schattiger Garten mit vielen

Brunnen. Allah wird mit einem grenzenlosen Ozean verglichen. Gärten und Oasen

stehen als Zeichen für die Zuwendung Allahs an die Gläubigen. Wasser ist das Symbol

für Reinheit. Vor jedem der fünf Gebete, die ein Muslim täglich spricht, unterzieht er

sich einer rituellen Waschung, die nicht nur der äußerlichen, sondern auch der inneren

Reinigung dient. Auf der Pilgerfahrt nach Mekka, die jede und jeder Gläubige einmal

im Leben machen soll, ist das Trinken aus einer heiligen Quelle Pflicht.


WasseR ist LeBeN

Der Hinduismus ist die Religion, in der Wasser die größte Bedeutung hat. Wasser gilt

als Urquelle des Lebens und ist ein unsterbliches Element. Das Wasser ist vom Himmel

auf die Erde geflossen und es transportiert die Seelen zum Ort ewigen Lebens. Der

Ganges in Indien ist der Heilige Fluss, in den die Asche der Toten gestreut wird. Schon

der Anblick des Ganges reinigt nach der Vorstellung der gläubigen Hindus die Seele von

Sünden. Auch bei großen Festen und Hochzeiten darf ein Behältnis mit Gangeswasser

nicht fehlen. Es gibt in Indien viele Gewässer, in denen die Gläubigen sich von ihren

Sünden reinigen können.

Im Buddhismus dagegen gilt Wasser als vergänglich und hat keine größere Bedeu-

tung als die der anderen drei großen Elemente Feuer, Erde und Luft. Doch auch hier

steht Wasser als Sinnbild für den Strom des Lebens, ein Symbol für den Weg in eine

bessere Welt. Beim buddhistischen Neujahrsfest wird reichlich Wasser auf die feiernde

Menge gegossen – mit den besten Wünschen fürs Neue Jahr.

Im Taoismus steht Wasser für das Weiche, das jedoch auf Dauer das Harte überwin-

det. Es ist ein Sinnbild wahrer Tugend, die jedoch bescheiden bleibt. Es gilt als Symbol

weiblicher Kraft und für die Nacht. Das Feuer steht als Symbol für männliche Kraft.

Wasser und Feuer ergänzen sich und bilden ein harmonisches Ganzes.

Workshops

137


138 Workshops

W 3

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Vorbereitung

Die stimme des Wassers

Kinderstufe

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

Variante (1): ca. eine halbe bis eine Stunde

Variante (2): zwei bis vier Stunden, je nach Intensität

WasseR ist LeBeN

Das Tropfen eines undichten Wasserhahns, das Plätschern der Dusche, das Rauschen eines

Bergbaches oder der Wellen des Meeres – all diese Geräusche sind uns vertraut und wir

können sie ganz einfach zuordnen. Aber erkennen wir solche Wassergeräusche auch, wenn

wir sie nur hören? So einfach ist es gar nicht, das Geräusch einer Geschirrspülmaschine, einer

Autowaschanlage oder dem Auflösen einer Brausetablette ohne die dazugehörigen Bilder

einzuordnen.

In diesem Workshop geht es darum, Wassergeräusche selbst aufzunehmen und zu erraten.

Dabei sollen Wassergeräusche auch mit alternativen Materialien nachgeahmt werden.

Lernziele: Die akustische Sensibilität für verschiedene Wassergeräusche schärfen. Erfahren,

in wie vielen verschiedenen Geräuschen man Wasser begegnen kann. Wassergeräusche selber

produzieren.

• Verschiedene

Behältnisse


Tonaufnahmegerät

Für Variante (1) verschiedene Wassergeräusche im Vorfeld ausprobieren, für Variante (2) planen,

wo entsprechend der zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten Wassergeräusche aufgenom-

men werden könnten.


WasseR ist LeBeN

(1) In der Gruppenstunde

(Kinderstufe, Jungpfadfinderinnen/Jungpfadfinder)

1. Alle sitzen um ein flaches Wasserbecken und schließen die Augen.

2. Abwechselnd macht jede/r aus der Gruppe Geräusche mit dem Wasser: Wasser spritzen,

Wasser über die Hand laufen lassen, im Wasser rühren, mit der Hand auf das Wasser klat-

schen usw.

3. Nach jedem Geräusch rät die Gruppe, wie das Geräusch entstanden ist.

(2) Zwischen den Gruppenstunden

(Pfadfinderinnen/Pfadfinder; Ranger/Rover)

1. Geht in Kleingruppen mit einem Aufnahmegerät auf Geräuschejagd. Versucht, Wasserge-

räusche aus verschiedenen Lebensbereichen aufzunehmen (Natur und Umwelt; Haushalt;

Industrie; etc. ). Der infokasten auf der folgenden Seite gibt euch dazu viele Anregungen.

2. In der nächsten Gruppenstunde werden die Aufnahmen vorgestellt und müssen von den

Anderen erraten werden.

Fragen an die Gruppe:






Wie kann man die Geräusche auch ohne Wasser nachahmen, so dass man beim Hören der

Aufnahme denkt, es sei Wasser? Dies macht man sich beispielsweise bei Radio und Film

und Fernsehen zunutze.

Welche Geräusche sind ohne die dazugehörigen Bilder leicht zu erraten, welche schwer?

Welche Geräusche können verschiedene Ursachen haben? So kann beispielsweise ein

rauschender Bach wie Verkehrslärm klingen.

Wie wirken die Wassergeräusche auf uns? Was beruhigt uns (vielleicht das Rauschen des

Meeres), was reibt uns auf (vielleicht das unregelmäßige Tropfen eines Wasserhahns)?

Überlegt, wie oft ihr in eurem Alltag üblicherweise Wasser hört. Es ist erstaunlich, wie

Wasser auch unsere Ohren durch den Tag begleitet.

Durchführung

Workshops

139


140 Workshops

Anmerkungen

beispiele für Wassergeräusche

Die Varianten (1) und (2) sind auch beide kombiniert durchführbar.

Natur und Umwelt

Rauschender Bach

Steine in Bach werfen

Fluss

Wasserfall

Meeresbrandung am

Strand

Meeresbrandung am

Damm

Meeresbrandung bei

starkem Wind

Meeresgluckern im Watt

Regen im Wald

Regen in der Stadt

Gewitter

Regen auf dem Autodach

(von innen)

Regen auf dem Autodach

(von außen)

Lagerfeuer löschen

Haushalt

Badewanne füllen

Badewanne leeren

Blubbern mit Trinkhalm

Brausetablette auflösen

Dampfbügeleisen

Dampfkochtopf

Dusche

Dusche gegen den Vorhang

Spülbecken füllen

Spülbecken leeren

Eiswürfel im Glas

übergießen

Milchaufschäumer

Espressokocher

Kaffeemaschine

Getränkedose öffnen

Gurgeln

Blubbern einer Heizung

Gurgeln mit Stimme

Hände waschen

Kochendes Wasser

Getränkeflasche öffnen

Getränk (mit/ohne Kohlensäure)

eingießen

Geschirrspülmaschine

Tropfen langsam

Tropfen schnell

Tropfen auf Herdplatte

Zähne putzen (manuell/

elektrisch)

Waschmaschine

Wasser trinken

Wasserkocher

Wassersprudler

Wasserspender

WC Spülung

WasseR ist LeBeN

Geschlossenes WC-System

im Zug

Haustier beim Trinken

Technik und Industrie

Handpumpe

Wassermühle

Autowaschanlage

Kläranlage

Wassersport

Schwimmen

Sprung ins Wasser

Schritte im Schnee

Schritte auf Eis

Schlitten im Schnee

Gleitende Schlittschuhe

Paddelboot

Ruderboot

Surfsport

Skifahren

Snowboard


WasseR ist LeBeN

Workshops

141


142 Workshops

W 4

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Vorbereitung

recht auf Wasser – Zugang zum Wasser

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. eine halbe Stunde

WasseR ist LeBeN

In Kapitel 1.9 haben wir kennengelernt, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Men-

schenrecht ist. Tatsächlich haben auf der Erde jedoch über eine Milliarde Menschen nicht

genügend Trinkwasser zum Leben. Viele Menschen erreicht dieses Grundrecht nicht. Wer

ausreichend Trinkwasser zur Verfügung hat und wer nicht, ist oft sehr willkürlich. Diese

Willkür soll in diesem Workshop erlebt werden. Damit soll für das Menschenrecht auf Wasser

sensibilisiert werden.

Lernziele: Erkennen, dass der Zugang zu genügend sauberem Trinkwasser nicht selbstver-

ständlich ist; die Willkür der Wasserverteilung erleben; über Ursachen und Verbesserungsmög-

lichkeiten ins Gespräch kommen; den Zugang zu sauberem Wasser als entscheidend für eine

friedliche und nachhaltige Entwicklung der Menschheit erkennen.

• Sitzbänke

und Tische





Becher in zwei unterschiedlichen Größen (z. B. 0,3l und 0,5l)

Gefüllter Wassereimer

Zwei Würfel

Süßigkeiten zur Belohnung

Vorbereitung des Raumes:



Die Tische und Bänke werden in einem offenen Viereck gegenüber gestellt, so dass sich

jeweils die Tische und die Bänke gegenüber stehen.

Auf einen der Tische werden die Becher gestellt, und zwar so, dass an einem Ende der Tisch-

platte die kleinen Becher stehen und am anderen Ende die großen. Alle Becher sind leer. In

der Mitte des Tisches liegen die Würfel. Vor dem Tisch steht ein mit Wasser gefüllter Eimer.


WasseR ist LeBeN

Der andere Tisch dient als Zieltisch und ist zu Spielbeginn leer. Zur Visualisierung von zwei

Zielflächen kann man quer über die Tischmitte mit Klebeband eine Trennlinie anbringen.

Einstimmung der Teilnehmenden

1. Die Spielleitung begrüßt die Teilnehmenden nach Art von Moderatoren einer Spielshow.

Dies ist wichtig, damit die Teilnehmenden erkennen, dass es sich hier um eine gespielte

Rolle handelt und nicht um die Person der Gruppenleiterin oder des Gruppenleiters per-

sönlich.

2. Die Spielleitung teilt die Teilnehmenden in zwei Gruppen ein, wobei die eine Gruppe aus ca.

zwei Dritteln der Teilnehmenden besteht und die andere Gruppe aus ca. einem Drittel. Bei der

Gruppeneinteilung geht die Spielleitung willkürlich vor, persönliche Wünsche werden nicht

berücksichtigt. Diese Willkür, die für die Reflexion des Spiels von Bedeutung ist, soll für die

Teilnehmenden erlebbar gemacht werden. Eine bewährte Möglichkeit zur Gruppeneinteilung

ist es, den Teilnehmenden je eine Farbe zuzuteilen, zum Beispiel die VCP-Farben blau, rot und

grau. Zwei Farben bilden dann eine gemeinsame Gruppe, beispielsweise blau und rot.

3. Die Gruppen nehmen jeweils auf den Bänken Platz, auf der Bank der größeren Gruppe

kann es eng werden. Das ist so gewollt und gehört dazu.

4. Nun werden die Spielregeln erklärt, ohne zunächst weiter auf den Themenhintergrund

einzugehen.

Die Spielregeln




Der Wassereimer ist die einzige Wasserquelle, dort erhält man Wasser – aber nur nach

bestimmten Regeln.

Ziel jeder Gruppe ist es, soviel Wasser wie möglich in den zugeteilten Bechern vom Start-

tisch 1 auf die Spielgruppen-Zielfläche des Zieltisches 2 abzustellen.



die Gruppe Rot-Blau hat die kleinen Becher,

die Gruppe Grau hat die großen Becher.

Das Spiel geht über fünf Minuten. Gewonnen hat die Spielgruppe, die am meisten Wasser

aufgenommen und auf dem Zieltisch abgestellt hat. Alternativ kann man das Spiel auch

beenden, sobald der Eimer mit Wasser leer ist.

Durchführung

Workshops

143


144 Workshops

reflektion







Die Gewinnergruppe erhält als Siegprämie die Süßigkeiten.

WasseR ist LeBeN

Jeweils die/der vorderste Mitspieler/in auf der Sitzbank einer Spielgruppe darf zum Start-

tisch gehen und dort mit dem Zahlenwürfel würfeln. Sie/Er darf so oft hintereinander und

so schnell wie sie/er kann würfeln, bis eine der Gruppennummern oben liegt. Die Nummern

sind den Gruppen fest zugeteilt:



die Gruppe Rot-Blau hat die Nummern 1 und 2,

die Gruppe Grau hat die Nummern 3, 4, 5 und 6.

Sobald ein/e Spieler/in eine entsprechende Nummer gewürfelt hat, darf sie/er einen Becher

nehmen, der Quelle Wasser entnehmen, den vollen Becher zum Zieltisch tragen und ihn

in seine Zielfläche stellen.

Wer seinen Becher sicher zum Ziel gebracht hat, setzt sich auf die Bank ans Ende seiner

Gruppe.

Sobald der transportierte Becher auf dem Zieltisch steht, darf die/der nächste Spieler/in

auf der Bank an den Starttisch treten und weiterspielen.

Nach dem Ende des Spiels nehmen die Teilnehmenden wieder ihre Plätze auf den Sitz-

bänken ein und die Spielleitung zelebriert die Feststellung der Siegergruppe, indem sie

die Menge des Wassers für beide Gruppen laut und deutlich auszählt, dann die Sieger-

gruppe herausstellt, ihr gratuliert und dem Verlierer das Bedauern über seine Niederlage

ausspricht.

Die Situation

In der Regel wird die Gruppe Grau das Spiel gewinnen, da sie mehr zugeteilte Nummern auf

dem Würfel hat, damit öfter zum Zuge kommt und schneller den nächsten Wassertransport

starten kann. Außerdem kann sie durch die größeren Becher bei jedem Wassertransport mehr

transportieren als die andere Gruppe.

Die zahlenmäßige Überlegenheit der Gruppe Rot-Blau kann dies nicht aufwiegen, da die

kleinere Anzahl der ihnen zugeteilten Würfelzahlen sie ausbremst, sie nicht mehr Spielerinnen

oder Spieler parallel ins Rennen schicken kann als die andere Gruppe und mit den zugeteilten

kleineren Bechern natürlich auch weniger bei jedem Lauf transportieren kann.


WasseR ist LeBeN

Die Spielerinnen und Spieler sollten bis zum Spielende erkannt haben, dass das Spiel unfair ist,

einseitig eine Gruppe bevorzugt und die andere Gruppe keine Chance hat zu gewinnen – es

sei denn, man ändert die Bedingungen!

Impulsfragen für die Reflektion

Für die Reflektion ist es wichtig, dass die Spielleiter nun wieder ihre eigentliche Rolle einnehmen

und die Moderatorenrolle ablegen.





Wie fühlt ihr euch als Sieger/Verlierer?

Was ist euch aufgefallen?

Waren die Chancen gleich?

Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Spiel und dem Thema »Recht auf Was-

ser«?

Dies kann dazu anregen, auch über die folgenden Fragen zu sprechen:







Welchen Zugang haben wir in unserem Alltag zum Wasser? Erleben wir irgendwelche

Einschränkungen?

Fällt es uns leicht, mit Einschränkungen (z. B. auf einem Lager) zu leben?

Können wir Wasser für alles nutzen, wann und wie wir es wollen?

Wem gehört eigentlich das Wasser unter unserem Haus/unserer Wohnung?

Gehören wir in unserem Alltag eher zur grauen Gruppe oder zur rot-blauen?

Wie lassen sich die Bedingungen ändern, damit beide Teams faire Chancen haben? Was

bedeutet das für uns im globalen Kontext?

• Zur

weiteren Sensibilisierung für das Thema könnte man den Raum mit Bildern dekorieren,

die den unterschiedlichen Zugang zu Wasser erkennen lassen, zum Beispiel ein Mensch im

Bad am Wasserhahn, Swimmingpool, Menschenschlange mit Kanistern an Wasserausga-

bestelle, mit Schlössern versiegelte Wasseranschlüsse, etc.

Weiterführende ideen

Workshops

145


146 Workshops

Anmerkungen

WasseR ist LeBeN

• Diese

Methode ist als Einstieg in die Auseinandersetzung mit dem Thema »Wasser als






Menschenrecht« gedacht. Sie ist vor allem dann eindrucksvoll, wenn das Thema im Nach-

hinein aufgearbeitet wird.

In der Spielphase erleben die Teilnehmenden Gefühle von Ungerechtigkeit, Ärger und Wut.

Dies kann sich auch gegen die Gruppenleitung richten. Man muss in der Lage sein, dies

auszuhalten, bevor in der Reflektion aufgeklärt wird, worum es geht und dass das Erleben

dieser Emotionen Teil der Methode ist.

Die Methode sollte im Freien durchgeführt werden, da man damit rechnen muss, dass

Wasser verschüttet wird.

Mindesteilnehmerzahl: 10 Personen.

Das Spiel sollte beendet werden, wenn der Elan der Spielerinnen und Spieler nachlässt,

aber nicht bevor ein Sieger deutlich zu erkennen ist.

Nach abgeschlossener Reflektion sollten die Süßigkeiten auf alle Teilnehmenden gerecht

verteilt werden.


WasseR ist LeBeN

Workshops

147


148 Workshops

W 5a

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Vorbereitung

Virtuelles Wasser:

Wie viel Wasser steckt wirklich drin?

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

In Kapitel 4 wurde dargestellt, dass nahezu alle Produkte verstecktes oder Virtuelles Wasser

enthalten: Wasser, das erforderlich war, um die Produkte herzustellen und zu transportieren. Es

ist verblüffend, wie viel Virtuelles Wasser zur Produktion einer Jeans, eines Laptops oder auch

nur eines Schnitzels benötigt wird. Beim Kauf kann man dies oft nicht erahnen, denn man sieht

es den Produkten nicht an.

Im Zuge der Auseinandersetzung mit den Themen Wasser, Nachhaltigkeit und Ökologie ist

es sinnvoll, den Blick auch auf das Virtuelle Wasser zu lenken. Das Thema eignet sich gut

für Gottesdienste in der Gemeinde, auf dem Lager oder auch für spezielle themenbezogene

Aktionen.

Lernziel: Erfahren, wie viel Virtuelles Wasser in alltäglichen Produkten steckt und dadurch zu

einem bewussteren Umgang gelangen.

• Wäscheleine

oder Schnur





Wäscheklammern

Karteikarten

Klebestreifen

Tabelle mit Verbrauchszahlen für Virtuelles Wasser (siehe Anhang)

Karteikarten mit verschiedenen Lebensmitteln, Kleidungsstücken und anderen Produkten be-

schriften. Je Karteikarte nur einen Begriff verwenden. Für die Begriffe müssen die Angaben zum

Virtuellen Wasser bekannt sein. Einige Angaben finden sich in tabelle 4. 1 in Kapitel 4, weitere

Angaben auf der CD im Anhang.


WasseR ist LeBeN

1. Hängt die Wäscheleine in Augenhöhe auf.

2. Markiert die Schnur mit Klammern o. ä. mit Wasserliterangaben; zu Anfang in Abständen

von 25 l, später in Abständen von 100 l und 1 000 l.

3. Die Karteikarten werden unter den Teilnehmenden verteilt. Jede/r stellt reihum das Pro-

dukt auf ihrer/seiner Karte vor und überlegt, wo im Produktionsablauf für dieses Produkt

Virtuelles Wasser verbraucht werden könnte. Die Anderen können dies kommentieren und

ergänzen.

4. Nun wird die Karte mit einer Wäscheklammer an der Stelle der Schnur befestigt, was der

Schätzung nach der benötigten Gesamtmenge an Virtuellem Wasser entspricht.

5. Sind alle Karten aufgehängt, teilt die Gruppenleitung die wissenschaftlich bestimmten

Werte mit. Weicht eure Einschätzung stark von dem tatsächlichen Wert ab? Wo habt ihr

euch außerordentlich verschätzt? Warum? Was verblüfft besonders?

6. Hängt die Karten nun an die richtige Stelle.

7. Wie könnte jede/r aus der Gruppe den Virtuellen Wasserverbrauch senken? Auf was kann

man leicht verzichten, was fällt schwer? Tragt die Ideen auf einem Plakat zusammen und

hängt dies im Gruppenraum oder im Schaukasten der Kirchengemeinde auf.

Macht eine Ausstellung zum Thema: »Wie viel Wasser essen wir?«. Baut dazu aus Dachlatten

den Rahmen eines 1m x 1m x 1m großen Würfels (s. Abbildung). Dieser Würfel entspricht einem

Volumen von 1m³, das sind 1 000 Liter. Malt den Würfel blau an und stellt ihn auf einen Tisch.

Legt in den Würfel verschiedene Lebensmittel, für die bei der Produktion 1 000 Liter Virtuelles

Wasser gebraucht werden. So lässt sich anschaulich eine Verbindung schaffen zwischen dem

Produkt und der Menge des dafür benötigten Virtuellen Wassers. Am oberen Rand des Würfels

können außerdem thematische Informationen befestigt werden (s. Abbildung). Einmal angefer-

Durchführung

Weiterführende ideen

Workshops

149


150 Workshops

WasseR ist LeBeN

tigt, ist die Ausstellung ist schnell aufgebaut und eignet sich für Gottesdienste, Gemeindefeiern

und Lager – auch in Kombination mit der Wasserausstellung (s. Workshop W11).

Etwa 1 000 Liter Wasser werden benötigt für die Produktion/Herstellung

von:

1 Liter Milch

1 Liter Kaffee

4 kg Kartoffeln

1 Brot (750g)

½ T-Shirt

1 000 Blatt Papier

½ Hamburger

1 Liter Wein

2 kg Orangen

30 Mikrochips

200 g Schweinefleisch

65 g Rindfleisch

300 g Reis

1 Liter Apfelsaft


WasseR ist LeBeN

• Im

Vorfeld der Übung bietet es sich an, den Begriff des Virtuellen Wassers einzuführen und




an Beispielen zu verdeutlichen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Teilnehmenden mit der

Methode nichts anfangen können.

Die Gruppenleitung sollte darüber informiert sein, wie der Verbrauch an Virtuellem Wasser

bei den genannten Produkten zustande kommt, damit sie auf Nachfragen aus der Gruppe

der Teilnehmenden kompetent antworten kann. Dies ist besonders bei solchen Produk-

ten angeraten, die besonders viel Virtuelles Wasser verbrauchen, hier wird am ehesten

nachgefragt. Man sollte auch darauf vorbereitet sein, bemerkenswerte Unterschiede zu

erklären, beispielsweise warum enthält eine Tasse Kaffee soviel mehr Virtuelles Wasser als

eine Tasse Tee, warum Rindfleisch so viel mehr als Geflügelfleisch? In jedem Fall sollte die

Gruppenleitung die Inhalte des Kapitels 4 kennen.

Entscheidender als das Aufhängen an der korrekten Stelle der Leine ist die Auseinander-

setzung mit dem Thema. Für Nachfragen sollte sich dementsprechend viel Zeit genommen

werden.

Es bietet sich an, W 5a, W 5b und W 5c zu kombinieren. Während in diesem Workshop ein

allgemeines Bewusstsein für den Virtuellen Wasserverbrauch geschaffen werden soll, wird

dies in W 5b und W 5c an Beispielen exemplarisch vertieft.

Anmerkungen

Workshops

151


152 Workshops

W 5b

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Virtuelles Wasser:

Die Jeans und der swimmingpool

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

Bis man im Geschäft eine Jeans kaufen kann, sind für ihre Produktion im Durchschnitt 6 000

Liter Virtuelles Wasser verbraucht worden, im manchen Regionen sogar bis zu 10 000 Liter. Das

ist die Füllmenge für einen kleineren Swimmingpool. Doch wie kommt diese Zahl zustande? In

diesem Workshop soll das Bewusstsein für den Virtuellen Wasserverbrauch am Beispiel eines

alltäglichen Produktes (Jeans) vertieft werden.

Lernziel: An einem Alltagsprodukt analysieren, wofür wie viel Virtuelles Wasser benötigt wird.

• Stifte

und Papier bzw. Tafel/Flipchart

1. Tragt zusammen, welche Produktionsschritte euch bei der Herstellung einer Jeans einfallen.

Ergänzt dies ggf. mit den Angaben aus der untenstehenden Tabelle.

2. Nun schätzt den Virtuellen Wasserverbrauch der einzelnen Produktionsschritte. Wo vermu-

tet ihr den größten Virtuellen Wasserverbrauch?

3. Die Gruppenleitung teilt euch nun die wissenschaftlich ermittelten Werte mit. Wo zeigen

sich Abweichungen zu euren Schätzungen?

Produktionsschritte in der

Herstellung einer Jeans

Virtueller Wasserverbrauch

Baumwollproduktion ca. 5 000–8 000 l

Spinnen, Weben ca. 300 l

Bleichen, Färben ca. 300 l

Drucken, Ausrüsten ca. 100 l

Gesamt (Weltdurchschnitt) ca. 6 000 l


WasseR ist LeBeN

Fragen an die Gruppe:



Sind euch weitere Produktionsschritte eingefallen, die in der Tabelle nicht aufgeführt sind?

Recherchiert, was dafür an Virtuellem Wasser verbraucht wird.

Warum ist die Baumwollproduktion so wasserintensiv? Warum ist die Baumwollproduktion

in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich wasserintensiv?

• Findet

heraus, welche Länder die größten Baumwollproduzenten der Erde sind.



Im Durchschnitt werden 6 000 Liter Virtuelles Wasser für eine Jeans benötigt. Warum

schwankt dieser Wert von Land zu Land? Die Antwort findet sich in Kapitel 4.

Wie viele Jeans kauft ihr euch pro Jahr? Wie viel Wasser wird gespart, wenn jeder in der

Gruppe eine Jeans weniger kauft?

Es gelten dieselben Anmerkungen wie für W 5a.

Weiterführende ideen

Anmerkungen

Workshops

153


154 Workshops

W 5c

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Durchführung

Virtuelles Wasser: schon gefrühstückt?

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. eine Stunde

WasseR ist LeBeN

»In Deutschland, Österreich oder der Schweiz besteht das Frühstück meistens aus einem

heißen Getränk (Kaffee, Tee, Milch oder Kakao) sowie aus Backwaren (vornehmlich Brot und/

oder Brötchen) und verschiedenen Belägen und Aufstrichen (Butter oder Margarine, Wurst,

Käse, Marmelade, Honig, Quark), manchmal auch aus einem Glas Saft, einem gekochten

Ei, zunehmend auch aus Müsli, Getreide, Joghurt oder Obst (Hotelfrühstück).« (Wikipedia,

2009: Frühstück). Wie viel Virtuelles Wasser steckt eigentlich in einem solchen ganz normalen

Frühstück?

Lernziel: Anhand einer alltäglichen Mahlzeit analysieren, wie viel Virtuelles Wasser benötigt

wird. Erkennen, welche Lebensmittel auf dem Frühstückstisch vergleichsweise viel bzw. wenig

Virtuelles Wasser in ihrer Herstellung benötigt haben.

• Stifte

und Papier bzw. Tafel/Flipchart


Tabelle mit den Verbrauchszahlen für Virtuelles Wasser (siehe Anhang)

1. Zunächst schreibt jede/r auf, was sie/er normalerweise zum Frühstück isst und trinkt. Am

besten denkt man dabei an ein ausgedehntes Sonntagsfrühstück oder einen Brunch.

2. Nun wird der Virtuelle Wasserverbrauch der einzelnen Frühstücksbestandteile eingeschätzt.

Was ist vermutlich besonders wasserintensiv?

3. Die Gruppenleitung teilt nun die wissenschaftlich ermittelten Werte mit. Rechnet zusam-

men, wie viel Virtuelles Wasser ein durchschnittliches Frühstück beinhaltet. Wo zeigen sich

Abweichungen zu euren Schätzungen?


WasseR ist LeBeN

Lebensmittel Menge Virtuelles Wasser

Orangensaft 1 Glas 170 L

Kaffee 2 Tassen 280 L

Brot 2 Scheiben 80 L

Käse 30 g 150 L

Ei 1 200 L

Schinken 50 g 150 L

Müsli / Cornflakes (100 g Weizen) 100 L

Milch 0,2 l 200 L

Gesamt »Hotelfrühstück« 1 330 L

• Führt

die Ermittlung des Virtuellen Wasserverbrauchs auch für andere Mahlzeiten durch.


Wo können wir durch eine Ernährungsumstellung besonders viel Virtuelles Wasser einspa-

ren? Wo könnte ich mir dies vorstellen, wo fällt Verzicht schwer?

Es gelten dieselben Anmerkungen wie für W 5a.

Weiterführende ideen

Anmerkungen

Workshops

155


156 Workshops

W 6

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

(im) Wasser ist mehr als H 2 o

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

Teil 1: ca. eine Stunde

Teil 2: kann je nach örtlichen Bedingungen bis zu einem halben Tag dauern

WasseR ist LeBeN

Auch wenn Wasser klar und rein aussieht, so enthält es doch viele verschiedene Stoffe. Viele

von ihnen können wir nicht sehen, denn sie sind im Wasser gelöst oder sie sind so klein, dass

man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Viele dieser Stoffe sind für den Menschen

wichtig, andere sind gesundheitsschädlich und giftig. Dabei reicht oft schon eine sehr geringe

Konzentration, um Wasser zu verunreinigen. So genügt zum Beispiel schon 1 Tropfen Altöl, um

1 000 Liter Wasser zu verunreinigen.

1 Tropfen Öl verunreinigt 1 000 Liter Wasser: Warum ist das so?

Mineralische Öle enthalten, im Gegensatz zu pflanzlichen Ölen, einen ganzen Cocktail

giftiger Stoffe, vor allem aromatische Kohlenwasserstoffe (Benzol und seine Abkömm-

linge) und chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW). Wenn diese Stoffe ins Wasser gelan-

gen, können sie sich in Spuren darin lösen. Gefährlich daran ist:



Sie sind schwer abbaubar und schädigen die im Wasser lebenden Mikroben. So

wird die Selbstreinigungskraft des Wassers, zum Beispiel in der biologischen

Reinigungsstufe einer Kläranlage, unterbunden.

Sie machen Trinkwasser schon in geringsten Spuren unbrauchbar, da sie sich im

menschlichen Körper ablagern. Über längere Zeit können so Vergiftungserschei-

nungen hervorgerufen werden.

Um die Qualität des Wassers zu bestimmen, werden regelmäßig Untersuchungen zur Gewäs-

sergüte durchgeführt. Für Trinkwasser sind diese besonders streng, doch auch für Badewasser


WasseR ist LeBeN

(z. B. in Schwimmbädern oder Badeseen) oder Abwässer müssen bestimmte Grenzwerte ein-

gehalten werden.

Der Workshop besteht aus zwei Teilen, die sich gut kombinieren lassen, aber auch unabhängig

voneinander durchgeführt werden können.

Lernziele:




Entdecken, was Wasser alles enthalten kann,

Wasseranalyseberichte verstehen und auswerten können,

ein Bewusstsein entwickeln, wie sich eine Verunreinigung von Wasser (z. B. aus Unacht-

samkeit oder Gleichgültigkeit) vermeiden lässt.

• Kantholz

mit einer Seitenlänge von ca. 5cm oder (abgespielte) Tennisbälle (für Teil 1)


wasserfeste Stifte (für Teil 1)

Teil 1: Aus einem Kantholz einige Stücke absägen, so dass man Würfel mit etwa 5x5x5 cm

erhält.

Teil 2: Je nach zur Verfügung stehender Zeit könnten die Wasseranalyseberichte von der Grup-

penleitung auch schon im Vorfeld besorgt werden. Ggf. Besichtigungstermin beim Wasserwerk

vereinbaren. Man sollte sich im Vorfeld kundig machen, ob und wo öffentliche Wasseranaly-

setafeln aufgestellt sind.

Der Workshop besteht aus zwei Teilen:

Teil 1: Wasserbestandteile kennenlernen und visualisieren

1. Überlegt, welche unsichtbaren Bestandteile im Wasser enthalten sein könnten. Welche sind

wichtig für die Gesundheit des Menschen, welche schädlich? Welche sind Bestandteile

normalen Trinkwassers?

2. Gleicht eure Sammlung mit dem infokasten auf der folgenden Seite ab. Auf was seid ihr

gekommen? Was hättet ihr nicht im Wasser vermutet? Im Anhang (CD) findet sich eine

ausführliche Wasseranalyse, die noch viele weitere Inhaltsstoffe auflistet.

benötigtes Material

Vorbereitung

Durchführung

Workshops

157


158 Workshops

WasseR ist LeBeN

3. Beschriftet die Holzwürfel (s. o. ) mit den Bestandteilen des Wassers. Dabei könnt ihr auch

die chemischen Formeln angeben. Alternativ kann man auch Tennisbälle verwenden.

4. Gebt die beschrifteten Würfel in ein flaches Wasserbecken (z. B. ein Planschbecken). Ihr

werdet überrascht sein, wie viele Würfel/Bälle im Wasser schwimmen.

Inhaltsstoffe im Wasser (Auszüge)

Lebensnotwendige natürliche

Inhaltsstoffe:

Calcium (Ca)

Magnesium (Mg)

Natrium (Na)

Carbonat (CO3)

Hydrogencarbonat (HCO3)

Sulfat (SO4)

Chlorid (Cl-)

Ungünstige natürliche Inhaltsstoffe:

Mikroorganismen

Keime

Ammonium (NH4)

Kochsalz (NaCl)

Teil 2: Wasseranalyseberichte verstehen und auswerten

1. In jeder Stadt oder Gemeinde wird das Trinkwasser regelmäßig analysiert. Besorgt euch

beim Wasserwerk oder der Gemeindeverwaltung die aktuelle Trinkwasseranalyse für euren

Wohnort.

2. Auch wenn es zunächst etwas trocken scheint: Schaut euch die Werte an und vergleicht sie

mit früheren Analyseberichten oder mit Analysen aus anderen Orten. Was fällt euch auf?

Betrachtet die zulässigen Grenzwerte: Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für

die Trinkwasserqualität ziehen?

Inhaltsstoffe aus menschlichem

Einfluss:

Mikroorganismen

Keime

Nitrat (NO3)

Nitrit (NO2)

Ammonium (NH4)

Schwermetalle

Phosphat (PO4)

Rückstände von Medikamenten (Antibiotika,

Hormonhaltige Präparate)

Umweltgifte:

Arsen (As)

Schwermetalle

Organische Inhaltsstoffe


WasseR ist LeBeN

Teil 1:



Teil 2:





Teil 1:



Je nach Zielgruppe und Temperatur könnte man versuchen, die Würfel/Bälle ohne Zuhilfe-

nahme der Hände herauszunehmen.

Verratet nicht, aus welcher der vier Kategorien (lebensnotwendig; ungünstig; aus mensch-

lichem Einfluss; Umweltgift) die Inhaltsstoffe des Wassers stammen. Dies sollen die Teil-

nehmenden zuordnen und darüber ins Gespräch kommen. Bei welchen Inhaltsstoffen fällt

die Zuordnung leicht, wo ist man überrascht?

Oftmals finden sich Wasseranalysetafeln auch an öffentlichen Brunnen und öffentlich

zugängigen Mineralwasserquellen. Versucht, solche zu finden, fotografiert die Tafeln und

vergleicht die Werte.

Die Suche nach öffentlichen Wasseranalysetafeln könnte auch eine Aufgabe für einen

Hajk sein.

Auf jeder Flasche Mineralwasser steht ein Wasseranalyseauszug der wichtigsten Inhalts-

stoffe. Vergleicht verschiedene Mineralwässer hinsichtlich der Inhaltsstoffe und macht

eine Geschmacksprobe. Kann man die unterschiedliche Wasserzusammensetzung auch

schmecken?

Besichtigt das örtliche Wasserwerk und lernt es in einer Führung kennen.

Dieser Workshop knüpft spielerisch an Vorwissen aus dem Schulunterricht an. Im Vorfeld

sollte von der Gruppenleitung geklärt werden, welches Vorwissen die Teilnehmenden

haben. Auf Unterschiede (z. B. aufgrund unterschiedlicher schulischer Hintergründe) muss

Rücksicht genommen werden, damit alle etwas beitragen können.

Das Planschbecken mit den Würfeln/Bällen eignet sich gut, um in einem Gottesdienst, bei

einem Gemeindefest, oder einem Stammestag aufgestellt zu werden.

Weiterführende ideen

Anmerkungen

Workshops

159


160 Workshops

W 7

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Deichbau

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. ein bis zwei Stunden

Achtung: ca. dieselbe Zeit wird auch nochmals zur Vorbereitung benötigt.

WasseR ist LeBeN

Deiche schützen Küsten vor Hochwasser und Überschwemmungen durch Sturmfluten oder

Stürme. Bestimmt habt ihr schon dramatische Bilder davon gesehen. In Norddeutschland gab

es 1962 eine verheerende Sturmflut, der viele Deiche nicht standhielten. In den armen Regionen

dieser Erde kommen immer wieder viele Menschen ums Leben, weil es keine Deiche gibt, die die

Menschen vor dem Meer schützen. Im Zuge des Klimawandels und eines drohenden Anstiegs

des Meeresspiegels wird es immer wichtiger, stabile Deiche zu bauen.

In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden theoretisch kennen, wie Deiche konstruiert sind

und bauen praktisch selber einen Miniaturdeich.

Lernziel: Den Aufbau und die Form von Küstendeichen kennenlernen.

• Zwei

Spanplatten (ca. 100cm x 40cm x 1,5cm) als Seitenplatten









Zwei Spanplatten (ca. 60cm x 40cm x 1,5cm) als Seitenplatten

Eine Spanplatte (ca. 100cm x 60cm x 1,5cm) als Bodenplatte

Eine Plastikwanne (ca. 50cm x 40cm x 25cm). Die Wanne muss zwischen die langen Sei-

tenwände des Wasserkastens passen; evtl, müssen die Maße der Seitenplatten angepasst

werden (s. Skizze).

Zwei starke Schrauben mit Sechskantkopf, die die mit Wasser gefüllte Wanne halten kön-

nen.

Zwei Plastikrohre (ca. 30 cm Länge) mit Gewinde und jeweils zwei Muttern.

Zwei Wassereimer

Eimer mit Sand

Eimer mit Kleie oder Lehm


WasseR ist LeBeN




Eimer mit Erde

Dichtungsmasse (z. B. Silikon) mit Spritzvorrichtung

Holzleim

Je nach zur Verfügung stehender Zeit kann die für den Workshop benötigte Holzkiste schon im

Vorfeld zusammengebaut werden. Man kann sie aber auch im Rahmen einer Gruppenaktivität

anfertigen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Kiste nicht direkt nach dem Zusam-

menbauen verwendet werden kann, sondern zunächst trocknen muss.

Folgende Schritte sind dazu nötig (s. Skizze):

1. Die Spanplatten in den passenden Maßen im Baumarkt zuschneiden lassen und zusam-

menleimen.

2. Nach dem Trocknen innen die Fugen mit Dichtungsmasse abdichten.

3. In die Vorderseite zwei Löcher bohren, so dass die beiden Rohre als Ausläufe eingesetzt

und wasserdicht mit den Muttern verschlossen werden können.

4. Die Schrauben von innen so in die Seitenwände schrauben, dass die Wanne eingehängt

und zur Seite schwenken kann.

Vorbereitung

Workshops

161


162 Workshops

Durchführung

WasseR ist LeBeN

1. Die Wasserkiste so auf eine andere Kiste oder zwei Böcke stellen, dass die beiden Wasser-

eimer unter die beiden Ausläufe passen (siehe Fotos).

2. Nun bekommen die Teilnehmenden die Aufgabe, in der Kiste einen möglichst widerstands-

fähigen Deich aufzuschütten. Dafür stehen Sand, Kleie und Erde zur Verfügung.

3. Am besten überlegen die Teilnehmenden in Kleingruppen, wie sie die Aufgabe bewältigen

wollen. Welche Materialien werden in welcher Kombination und Reihenfolge genutzt?

Welche Form soll der Deich haben?

4. Nach der Bauphase kommt der Stabilitätstest: Füllt die eingehängte Wanne mit Wasser,

hängt sie auf die Schrauben in die Wasserkiste und kippt sie gegen die Wand aus. Der

Wasserschwall drückt jetzt gegen den Deich und läuft dann durch die Rohre ab. Hält der

Deich?


WasseR ist LeBeN

Deiche bestehen meist aus einem Sandkern, der von einer Schicht aus Kleie oder Lehm be-

deckt wird. Darauf wird zur Vermeidung von Erosion und zur Erhöhung der Stabilität Gras

angepflanzt. Sowohl um die Grasnarbe kurz und dicht zu halten, als auch um den Boden fest

zu trampeln, werden Deiche oft von Schafen beweidet. Die Deichhöhe ist von der jeweiligen

Landschaft und Flutgefahr abhängig.

Die nachfolgenden Abbildungen verdeutlichen, wie ein Deich heutzutage gebaut wird:

Diese Aktion lässt sich gut auf Gemeindefesten oder auf einem Lager durchführen.

erklärung/Auswertung

Anmerkungen

Workshops

163


164 Workshops

W 8

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Vorbereitung

Durchführung

Meerwasserentsalzung

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. ein bis zwei Stunden

WasseR ist LeBeN

In vielen Ländern der Erde herrscht Wasserknappheit. Zukunftsprognosen lassen vermuten,

dass die Wasserknappheit in vielen Regionen der Erde noch zunehmen wird (s. dazu auch Kap.

1.7 und 1.8). Es gibt es viele Überlegungen, wie die Trinkwasserversorgung in diesen Regionen

verbessert werden kann. Ein Ansatz ist die Meerwasserentsalzung.

Verfahren zur Wasserentsalzung können durchaus auch in Regionen, die nicht am Meer liegen

zum Einsatz kommen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Grundwasser aufgrund intensiver

landwirtschaftlicher Düngung einen sehr hohen Salzgehalt hat.

Lernziele: Das Prinzip der (Meer-)Wasserentsalzung und die Funktionsweise einer Filteranlage

kennenlernen.

• Filteranlage

(auszuleihen in der VCP Bundeszentrale in Kassel)



Lebensmittelfarbe

Salz

Wenn mit der gesamten Filteranlage gearbeitet werden soll, muss diese rechtzeitig vorher in

der Bundeszentrale in Kassel ausgeliehen werden.

Die Filteranlage sollte von der Gruppenleitung schon im Vorfeld aufgebaut werden. Macht

euch im Vorfeld mit der Funktionsweise vertraut, damit ihr dies den Teilnehmenden vermitteln

könnt.

1. Baut die Filteranlage mit Hilfe der Anleitung auf.

2. Macht die Teilnehmenden mit der Funktionsweise der Filteranlage vertraut. Was sind

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu der Filterung mit einem Kaffeefilter?


WasseR ist LeBeN

3. Nehmt die Filteranlage gemäß der Beschreibung in Betrieb. Verwendet zur besseren Sicht-

barkeit mit Lebensmittelfarbe eingefärbtes Wasser.

4. Beobachtet den Filtervorgang und stellt fest, ob sich die Farbe des Wassers verändert.

5. Führt eine Filterung mit Salzwasser durch.

6. Macht einen Geschmackstest: Ist noch Salz zu schmecken?

• Die

Präsentation der Filteranlage in Verbindung mit entsprechenden Hintergrundinforma-



tionen über Wasserknappheit und Meerwasserentsalzung eignet sich gut für ein Gemein-

defest oder einen Stammestag.

Auf der CD im Anhang findet ihr eine ausführliche Beschreibung der Funktionsweise einer

Filteranlage.

Der Workshop kann gut in Verbindung mit der Gruppenstunde G 16 durchgeführt werden.

Außerdem eignet sich die Präsentation der Filteranlage als praktischer Teil zusammen mit

der Wasserausstellung (W 11).

Anmerkungen

Workshops

165


166 Workshops

W 9a

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

Wie funktioniert das?

bestimmung der biologischen Gewässergüte

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. zwei bis drei Stunden

Hintergrund: Biologische Bestimmung der Gewässergüte

WasseR ist LeBeN

Die Gewässergüte gibt den Grad der Verschmutzung von Flüssen, Seen oder Bächen an. Dabei

werden vier Gewässergüteklassen unterschieden:

Gewässergüteklasse I: unbelastetes bis sehr gering belastetes Wasser

Gewässergüteklasse II: mäßig belastetes Wasser

Gewässergüteklasse III: stark verschmutztes Wasser

Gewässergüteklasse IV: sehr stark verschmutztes Wasser

In Deutschland wird seit 1975 regelmäßig eine Gewässergütekarte aller Gewässer erstellt.

Für die biologische Wasseranalyse von fließenden Naturgewässern wurde das sogenannte

Saprobiensystem entwickelt. Saprobien sind kleine Lebewesen, die im Wasser leben. Die Anzahl

und die Art der im Wasser gefundenen Lebewesen gibt Aufschluss über die Wasserqualität,

denn viele Lebewesen sind von ganz speziellen Umweltbedingungen abhängig. Da die Sap-

robien etwas über die Gewässergüte aufzeigen, werden sie auch als Zeigerorganismen oder

Bioindikatoren bezeichnet.

Saprobien sind Lebewesen, die in faulenden Stoffen leben bzw. in Gewässern, die fäulnisfähige

(d. h. organische Stoffe) enthalten. Sie erlauben es, die Belastung eines Gewässers mit organi-

schen Stoffen und damit indirekt seinen Sauerstoffhaushalt ohne chemische Analyse anhand

der Art und Häufigkeit der vorhandenen Organismen festzustellen.


WasseR ist LeBeN

Je nachdem welche und wie viele Tierchen einer bestimmten Art man in einer Wasserprobe

findet, kann man damit relativ gut feststellen, welche Gewässergüteklasse das Gewässer hat.

Mit der biologischen Gewässeruntersuchung lassen sich dabei Aussagen über den Zustand

eines Gewässers über einen längeren Zeitraum hinweg treffen, wohingegen die chemische

Untersuchung (vgl. Workshop W9b) nur den gegenwärtigen Zustand des Gewässers anzeigt.

Worum geht es in diesem Workshop?

Dieser Workshop enthält die Anleitung dazu, selber eine biologische Gewässergüteanalyse

durchzuführen.

Lernziele: Die Gewässergüteklasse eines Gewässers mittels biologischer Untersuchungen

bestimmen; das Saprobiensystem kennenlernen und anwenden.

• mehrere

kleine Siebe/Fischnetze/Aquariennetze/Kescher o. ä.









mehrere Schalen oder Teller (am besten aus hellem Material, dann sind die Lebewesen

besser erkennbar)

Schuhe, mit denen man ins Wasser gehen kann

Gummihandschuhe

weiche Pinsel

Lupe

Pinzette

Schreibunterlagen und Stifte

Tabellen und Abbildungen zur Bestimmung der Zeigerorganismen

Material bereitstellen, Ausdrucke der Saprobiensysteme, der Tabellen, und Bestimmungsabbil-

dungen anfertigen. Örtliche Bachläufe auf geeignete Entnahmestellen prüfen, Betretungsver-

bote beachten.

1. Markiert am Bachlauf mehrere Stellen, an denen ihr jeweils eine Wasserprobe entnehmt.

Nummeriert die Stellen durch, so dass im Nachhinein nachvollzogen werden kann, welche

Probe von welcher Stelle stammt.

benötigtes Material

Vorbereitung

Durchführung

Workshops

167


168 Workshops

WasseR ist LeBeN

2. Füllt ein Gefäß mit Bachwasser. Dann hebt an jeder Probestelle einige Steine hoch. Haltet

das Sieb in Fließrichtung direkt hinter den Stein, um mit der Strömung flüchtende Tiere

aufzufangen. Außerdem könnt ihr die auf dem Stein sitzenden und an der Unterseite

haftenden Tiere mit einem weichen Pinsel in das mit Wasser gefüllte Gefäß abstreifen.

3. Weitere Tierchen lassen sich mit einem feinen Sieb einfangen, besonders in der Nähe

von Wasserpflanzen. Schüttelt dazu vorhandene Wasserpflanzen kräftig durch (nicht aus-

reißen!) und sammelt die dabei freischwimmenden Tiere mit dem Kescher ein. Spült die

Tierchen dann in die flache Beobachtungsschale um.

4. Klassifiziert die Tierchen anhand einer Bestimmungsvorlage von Saprobien (s. Abbildung

W9a.1; auch auf CD). Tragt die beobachteten Tierchen sowie deren Anzahl in eine Tabelle ein

(s. tabelle W9a.1). Viele Tierchen sind so klein, dass ihr mit einer Lupe arbeiten müsst.

5. Wenn alle Tierchen klassifiziert sind, wird in einem nächsten Schritt die Häufigkeit codiert

(s. tabelle W9a.1). Bei 1 bis 2 gefundenen Tierchen wird die Zahl 1 eingetragen, bei 3 bis

10 Tierchen die 2; bei 11 bis 30 Tierchen die 3; bei 31 bis 60 Tierchen die 4; bei 61 bis 100

Tierchen die 5; bei 101 bis 150 Tierchen die 6; und bei mehr als 150 Tierchen die Zahl 7.

6. Außerdem gibt es für jedes Tierchen einen Bestimmungsschlüssel, aus dem ein Gütefaktor

ermittelt wird. Diesen Faktor findet ihr in tabelle W9a.1. So hat zum Beispiel der Bachfloh-

krebs den Faktor 2,0. Nun wird für jede gefundene Saprobienart das Produkt aus Häufigkeit

und Faktor berechnet und in der rechten Spalte der Tabelle eingetragen (s. tabelle W9a.1).

7. Sind alle Beobachtungen eingetragen, lässt sich die Gewässergüte durch einfache Rechen-

operationen bestimmen: Addiert die Spalten »Häufigkeit« und »Produkt«, vertauscht in der

untersten Zeile die Endergebnisse und dividiert sie bis auf eine Dezimalstelle genau. Das

Ergebnis ist der sogenannte WGKI (WasserGüteKlassenIndex). Nach dem Saprobienindex

(s. tabelle W9a.2) ergibt das eine Gewässergüteklasse von II.

Beispiel: Die Summe der Spalte »Häufigkeit« ist 120 und die Summe der Spalte »Pro-

dukt« ist 240. Nun wird der Quotient aus 240 durch 120 gebildet, das Ergebnis ist 2,0

(WGKI), dies entspricht laut tabelle W9a.2 der Gewässergüteklasse II. Die entnom-

mene Probe ist also mäßig belastet.


WasseR ist LeBeN

8. Gebt die Tierchen nach der Untersuchung wieder an ihre alte Stelle zurück in das Gewäs-

ser.

• Führt

auch eine chemische Untersuchung durch (Workshop W9b) und vergleicht die Ergeb-


nisse beider Analysen. Habt ihr jeweils dieselbe Gewässergüteklasse ermittelt?

Die Ergebnisse der Wasseranalysen können als Bestandteil der Wasserausstellung (Work-

shop W 11) mitaufgenommen werden.

• Der

Workshop eignet sich gut zur Durchführung in Kleingruppen. Vergleicht die Ergebnisse







der einzelnen Kleingruppen: Haben alle dieselbe Gewässergüteklasse ermittelt? Wodurch

können Abweichungen bedingt sein?

Auf dem VCP Bundeszeltplatz Großzerlang stehen alle erforderlichen Materialien zur bio-

logischen und chemischen Gewässergüteanalyse zur Verfügung.

Die Dateien des Saprobiensystems stehen im Anhang (CD) als Druckvorlage zur Verfü-

gung.

Um eine korrekte und umfangreiche Gewässergüteanalyse durchzuführen, müsst ihr ver-

mutlich noch weitere Informationen einholen. Bereitet euch als Gruppenleitung gut vor, in

dem ihr euch zum Beispiel im Internet oder in Lexika eingehender informiert.

Sucht im Internet oder Lexikon auch nach dem Stichwort »Zeigerorganismen«. Ihr werdet

auf zahlreiche Abbildungen von Kleinstlebewesen stoßen, die auch in eure Analyseproben

enthalten sein könnten.

Führt die Untersuchung bei stabil niedriger Wasserführung, keinesfalls jedoch unmittelbar

nach einem Hochwasser durch.

Im Anhang befindet sich die Gewässergütekarte für Deutschland des Bundesumweltmi-

nisteriums.

Weiterführende ideen

Anmerkungen

Workshops

169


170 Workshops

Abbildung W9a.1

Beispiel eines Bestimmungsschlüssels

für Zeigerorganismen der

Gewässergüte.* 1

*1 Eine Druckvorlage dieser Abbildung fin-

det sich im Anhang auf CD.

WasseR ist LeBeN


WasseR ist LeBeN

Lebewesen Anzahl Häufigkeit

01. Steinfliegenlarve (groß) 1,5

02. Steinfliegenlarve (klein) 1,0

03. Köcherfliegenlarve mit Köcher 1,5

04. Köcherfliegenlarve ohne Köcher 2,0

05. Hakenkäfer 1,5

06. Hakenkäferlarve 1,5

07. Erbsenmuschel (Kugelmuschel) 2,8

08. Lidmückenlarve 1,0

09. Vielaugenstrudelwurm 1,0

10. Teichschlange 2,0

11. Schneckenegel 2,5

12. Wasserassel 2,5

13. Rollegel 2,8

14. Waffenfliegenlarve 3,0

15. Rattenschwanzlarve 4,0

16. Abwasserpilz 3,5

17. Schlammröhrenwürmer 3,5

18. rote Zuckmückenlarve 3,5

19. Eintagsfliegenlarve (flach) 1,5

20. Eintagsfliegenlarve (rund) 2,0

21. Dreieckskopfstrudelwurm (Plattwurm) 1,5

22. Flussmuschel (Wandermuschel) 2,0

23. Flussnapfschnecke (Mützenschnecke) 2,0

24. Bachtaumelkäfer 2,0

25. Schlammfliegenlarve 2,5

26. Flussflohkrebs 2,2

27. Egel 2,5

28. Stechmückenlarve 2,7

29. Wimpertierchen 3,0

30. Bachflohkrebs 2,0

Summe

(Güte-)

Faktor Produkt

dividiert durch

WGKI

=

Workshops

tabelle W9a.1

Zeigerorganismen zur Bestimmung der

Gewässergüte. Vorlage zur eigenen

Gewässergüteklassebestimmung.

171


172 Workshops

tabelle W9a.2

Wassergüteklassen

WasseR ist LeBeN

Güteklasse I II III IV

Grad der organischen

Belastung

unbelastet bis

geringfügig

mäßig stark sehr stark

Saprobienstufe oligosaprob mäßig saprob mesasaprob polysaprob

Saprobienindex 1,0–1,5 1,8–2,3 2,7–3,2 3,5–4,0

Farbe auf der Gewässergütekarte

blau grün gelb rot


WasseR ist LeBeN

Workshops

173


174 Workshops

W 9b

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

bestimmung der chemischen Gewässergüte

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. ein bis drei Stunden

WasseR ist LeBeN

Neben der biologischen Untersuchung der Gewässergüte (vgl. Workshop W 9a) kann die

Gewässergüte auch chemisch bestimmt werden. Bei der chemischen Analyse wird die Kon-

zentration verschiedener Stoffe in einer Wasserprobe bestimmt. Dabei lassen sich Parameter

feststellen, die die biologische Analyse nicht erfasst. Die chemische Untersuchung ist jedoch

deutlich aufwändiger und erfordert mehr Material wie entsprechende Messgeräte, Chemikalien

und Teststreifen.

Allerdings kann man mit der chemischen Methode den Zustand des Gewässers nur zum Zeit-

punkt der Probenentnahme feststellen, also nicht den langfristigen Zustand. Werden beispiels-

weise kurz vor der Wasserentnahme Abwässer eingeleitet, so kann dies zu einer völlig fal-

schen Beurteilung der Gewässergüte führen. Zur Sicherheit empfehlen sich daher regelmäßige

Wiederholungsmessungen. Außerdem empfiehlt sich die Kombination von biologischer und

chemischer Analyse.

Dieser Workshop enthält die Anleitung dazu, selber eine chemische Gewässergüteanalyse

durchzuführen.

Lernziel: Die Gewässergüteklasse eines Gewässers mittels einer chemischen Analyse zentraler

Inhaltsstoffe bestimmen. Biologische und chemische Wasseranalysen hinsichtlich Durchfüh-

rung, Auswertung und Ergebnis vergleichen.

• Verschließbare

Gefäße für die Wasserproben (z. B. Marmeladengläser),



Aufkleber und Stifte für die Kennzeichnung der Wasserproben,

Gewässeruntersuchungskasten zur chemischen Wasseruntersuchung (z. B. auf dem VCP

Bundeszeltplatz Großzerlang (BZG) oder in der Schule/Uni).


WasseR ist LeBeN

• In der Schule/Uni abklären, ob ein Gewässeruntersuchungskasten zur Verfügung steht und




genutzt werden kann,

Falls die Untersuchung auf dem BZG stattfinden soll, rechtzeitig abklären, wann der Ge-

wässeruntersuchungskasten genutzt werden kann,

Ausdrucke der Tabellen anfertigen,

Bachläufe auf geeignete Entnahmestellen prüfen.

1. Entnehmt an mehreren Stellen im Bachverlauf Wasserproben aus der Bachmitte und von

den Bachrändern.

2. Füllt die Proben in verschließbare Gefäße. Beschriftet sie (wo genau und wann entnom-

men) und verwahrt sie bis zur Untersuchung an einem dunklen Ort.

3. Führt mithilfe eines Gewässeruntersuchungskastens eine chemische Analyse der Wasser-

proben durch. Die chemische Untersuchung sollte nicht direkt am Bach durchgeführt wer-

den, sondern zum Beispiel in der Schule/Uni oder in einem Labor auf dem Bundeszeltplatz

Großzerlang.

4. Dokumentiert die Ergebnisse in einer entsprechenden Tabelle. Eine Vorlage findet sich im

Anhang auf CD.

5. Vergleicht die Ergebnisse mit den Ergebnissen der biologischen Untersuchung (Workshop

W 9a). Kommt ihr jeweils zur gleichen Gewässergüteklasse?

Parameter Messmethoden

pH-Wert Sonde, Teststreifen

Leitfähigkeit Sonde, Teststreifen

Ammonium Photometer, Teststreifen

Nitrat Photometer, Teststreifen

Nitrit Photometer, Teststreifen

Phosphat Photometer, Teststreifen

Chemischer Sauerstoffbedarf Photometer, Teststreifen

Vorbereitung

Durchführung

Workshops

tabelle W9b.1

Chemisch bestimmbare Parameter

der Gewässergüte und mögliche

Messmethoden.

175


176 Workshops

Auswertung

WasseR ist LeBeN

Mit der chemischen Analyse bestimmbare Werte und deren Bedeutung:

• Der pH-Wert misst die Anzahl der vorhandenen Säureionen. Je mehr Säure, umso kleiner

ist der pH-Wert. Er ist ein Maß für Gärungsvorgänge im Wasser. Der normale pH-Wert liegt

bei 6,5 bis 7,5.

• Phosphat ist ein wichtiger Nährstoff. Wenn es davon aber zu viel in einen Fluss oder

See gibt, bringt es das Nährstoffgleichgewicht durcheinander. Es wachsen verstärkt Algen

und Wasserpflanzen, die dann anderen Lebewesen (z. B. Fischen) den Sauerstoff wegneh-

men. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache Eutrophierung genannt. Der Phosphatgehalt

ist somit ein Indikator für Überdüngungserscheinungen, zum Beispiel durch Jauche. Die

Nachweisgrenze liegt bei 0,01 mg/l, die Allgemeinen Güteanforderungen (AGA) für Ober-

flächengewässer empfehlen 0,3 mg/l als maximalen Wert.

• Die Leitfähigkeit macht Angaben zum Salzgehalt des Wassers. In der Gruppenstunde

G18 haben wir gesehen, dass Wasser elektrischen Strom umso besser leitet, je mehr Salze

in ihm gelöst sind. Mit der Kenntnis der Leitfähigkeit kann allerdings noch keine Aussage

darüber getroffen werden, welche Salze das Wasser enthält. Dazu sind weitere Analysen

nötig. Die normalen Werte für Wasser aus dem Wasserhahn liegen bei 300 bis 800 µS/

cm. Der Grenzwert für Trinkwasser ist 2 500 µS/cm. Meerwasser hat Leitfähigkeiten bis

60 000 µS/cm.

• Ammonium entsteht bei Fäulnisprozessen und ist ein guter Nährstoff für Pflanzen und

daher auch Bestandteil von Düngemitteln. In einem gesunden Gewässer ist dieser Stoff

kaum zu finden, da die Pflanzen bei ausreichender Sauerstoffversorgung Ammonium

schnell aufnehmen. Wenn der Ammoniumgehalt über 1 mg/l steigt gilt dies als typischer

Verschmutzungsanzeiger, da dann das Gewässer die Nährstoffe nicht verarbeiten kann

(z. B. durch Sauerstoffmangel).

• Nitrat ist ebenfalls ein guter Nährstoff für Pflanzen. Es entsteht durch Oxidation von Ammo-

nium bzw. Nitriten und ist ebenfalls Bestandteil von Düngemitteln. Nitrate sind vor allem ein

Zeichen für Auslaugung reichlich gedüngter Böden. Sie reichern sich häufig im Grundwasser

an. Für Trinkwasser liegt der Richtwert bei 25 mg/l und der Grenzwert bei 50 mg/l.

• Nitrite entstehen bei Sauerstoffmangel durch vollständige Oxidation aus Ammonium

oder durch Reduktion von Nitraten und zeigen stets eine starke Abwasserbelastung an.


WasseR ist LeBeN

Die Nachweisgrenze liegt bei 0,005 mg/l, von einer hohen Belastung spricht man ab

0,1 mg/l.

• Beim Sauerstoff wird das Verhältnis des vorhandenen zum möglichen Sauerstoffgehalt

gemessen. Unterschieden werden muss der Sauerstoffgehalt des Wassers dabei von der

Sauerstoffsättigung. Die Differenz zu 100 Prozent heißt Sauerstoffdefizit. Folgende Güte-

klassen werden unterschieden: Güteklasse I (95–100%), Güteklasse II (70–85%), Güte-

klasse III (25–50%) und Güteklasse IV (


178 Workshops

W 10

Zielgruppe

Durchführungszeit

Worum geht es?

benötigtes Material

Vorbereitung

Wasser-Memory

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

ca. eine halbe Stunde

WasseR ist LeBeN

Achtung: Die Vorbereitung des Wasser-Memory ist zeitaufwändig. Hierfür sollten mehrere

Stunden eingeplant werden.

Das Wasser-Memory ermöglicht auf spielerische Weise wissenswerte Informationen über Was-

ser zu vermitteln und zu erfahren. Hieraus können sich gut weitere Fragen und Diskussionen

ergeben, so dass es insbesondere als spielerischer Einstieg in das Thema geeignet ist. In der

Herstellung ist das Wasser-Memory gleichzeitig eine Möglichkeit, die erworbenen Kenntnisse zu

vertiefen, da Fragen und Antworten aus verschiedenen Bereichen ausgewählt werden müssen.

Anders als beim klassischen Memory, bei dem zwei identische Kärtchen aufgedeckt werden

müssen, geht es beim Wasser-Memory darum, zwei korrespondierende Karten mit Frage und

Antwort zusammenzubringen. Ansonsten gelten dieselben Regeln wie beim Memoryspiel.

Lernziele: Spielerisch Wissenswertes über Wasser erfahren (in der Anwendung); Wissen zum

Thema vertiefen (in der Vorbereitung).

• Karteikarten

(DIN A7)


Laminiergerät mit Laminierfolien

Herstellung der Memory-Karten:

1. Überlegt euch mindestens zehn Fragen und entsprechend viele Antworten zum Thema

Wasser. Lasst euch von den Kapiteln 1 bis 5 im ersten Teil dieser Arbeitshilfe oder eurem

eigenen Wasserprojekt inspirieren.

2. Die Fragen sollten vom Schwierigkeitsgrad so gewählt werden, dass sie von den Teilneh-

menden prinzipiell beantwortet werden können. Evtl. habt ihr am Ende mehrere Spielver-

sionen für unterschiedliche Zielgruppen und Altersstufen.


WasseR ist LeBeN

3. Schreibt jeweils eine Frage auf eine Karteikarte und die zugehörige Antwort auf eine

andere.

4. Um Frage- und Antwortkärtchen voneinander zu trennen, empfiehlt es sich, eine andere

Farbe für die Rückseite zu verwenden, zum Beispiel blau für Fragekarten und rot für Ant-

wortkarten.

5. Wichtig ist, dass die Karten gleich groß sind und die Rückseiten der Frage- und Antwort-

karten jeweils gleich aussehen.

6. Wenn die Karten häufiger benutzt werden sollen, empfiehlt es sich, sie zu laminieren.

1. Die Karten werden gemischt und mit dem Text nach unten gleichmäßig auf einem Tisch

verteilt. Alternativ können sie auch an einer Pinnwand befestigt werden.

2. Jede/r Spieler/in deckt nun zwei Karten nach Wahl auf und zwar immer eine Frage- und

eine Antwortkarte, d. h. immer eine blaue und eine rote Karte.

3. Hat man zwei zueinander gehörende Karten (Frage und Antwort) gefunden, darf die/der

Spieler/in die Karten behalten und ist noch einmal an der Reihe.

4. Passen Frage und Antwort nicht zusammen, werden die beiden Karten wieder umgedreht

und an derselben Stelle auf dem Tisch hingelegt.

5. Ist man sich nicht sicher, ob Frage und Antwort zusammenpassen, hilft die Gruppenleitung

weiter.

6. So geht es weiter bis alle zueinander gehörenden Karten gefunden worden sind.

7. Wer am Ende des Spiels am meisten Karten hat, hat gewonnen und bekommt einen kleinen

Preis.

• Man

kann das Memory auch auf Zeit spielen: Wer innerhalb eines bestimmten Zeitraums




am meisten korrespondierende Kartenpaare aufgedeckt hat, hat gewonnen.

Überlegt gemeinsam weitere Fragen und Antworten und ergänzt die Anzahl der Karten.

Je mehr Karten man einsetzt, desto schwieriger wird das Memory.

Die Methode ist auch gut geeignet für ein großes Memory (DIN A4) auf einem Lager oder

bei einem Gemeindefest.

Durchführung

Weiterführende ideen

Workshops

179


180 Workshops

Anmerkungen

WasseR ist LeBeN

• Für

das World Scout Jamboree 2007 hat der Trupp Hessen bereits ein Wasser-Memory in

deutscher und englischer Sprache entworfen. Dieses findet sich als Vorlage im Anhang auf

der CD und kann vielleicht als Anregung dienen.


WasseR ist LeBeN

Workshops

181


182 Workshops

W 11

Zielgruppe

Durchführungszeit

Durchführung

Worum geht es?

Wasserausstellung

Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe

Ranger- und Roverstufe

Vorbereitungszeit: ein halber bis ein ganzer Tag; evtl. länger

variabel

WasseR ist LeBeN

Mit dieser Arbeitshilfe habt ihr mittlerweile schon viel über Wasser gelernt. Vielleicht habt

ihr dadurch auch eure Einstellung zu Wasser und zum Wasserverbrauch geändert. Vieles von

dem, was ihr euch spielerisch und in Projekten und Gruppenstunden erarbeitet habt, wusstet

ihr vor der Auseinandersetzung mit dem Thema noch nicht. Bestimmt geht es Anderen auch

so.

Um euer Wissen über Wasser weiterzugeben und für euch abschließend aufzubereiten, was

ihr alles über Wasser gelernt habt, könntet ihr eine Ausstellung zum Thema Wasser anfertigen.

Die Ausstellung könnte man im Gruppenraum, im Stammesheim im Gemeindehaus oder in der

Kirche aufhängen oder -stellen – je nach örtlichen Gegebenheiten und Inhalt der Ausstellung.

Am besten wählt ihr euch ein Thema oder einen Schwerpunkt für die Ausstellung, beispielsweise

»Wasser ist Leben« oder »Wasser ist Zukunft« oder »Wasser in der Bibel« etc.

Bei diesem Workshop geht es also nicht so sehr darum, etwas Neues über Wasser zu lernen,

sondern darum, das, was ihr gelernt habt, aufzubereiten und Anderen zugänglich zu machen

und davon zu erzählen (z. B. im Rahmen der Ausstellungseröffnung).

Die Ausstellung lässt sich gut mit einem Quiz zu den Inhalten der Ausstellung verbinden. Teilt

einen Fragebogen mit Fragen aus, die aufgrund der ausführlichen Betrachtung der Ausstellung

beantwortet werden können. Dies stellt für Ausstellungsbesucher einen zusätzlichen Anreiz dar,

die Plakate aufmerksam durchzulesen.

Lernziel: Das komplexe Thema Wasser in einer Ausstellung aufarbeiten und Anderen vorstel-

len.


WasseR ist LeBeN

Für die Ausstellung:




Papier oder Karton (mindestens DIN A3)

Laminiergerät mit Laminierfolien

Wäscheleine und Klammern oder Stellwände und Pins

Für das Quiz:





Papier

Box zum Sammeln der ausgefüllten Fragebögen

Stifte zum Ausfüllen der Fragebögen

Preise für die Gewinner/innen

Ausstellung:

1. Klärt zunächst den Schwerpunkt eurer Ausstellung und die Rahmenbedingungen: Wo und

wie lange kann sie aufgestellt werden? Für welche Zielgruppe soll die Ausstellung sein?

2. Überlegt, welche Informationen Teil der Ausstellung werden sollen.

3. Gestaltet die Plakate – am besten einheitlich (z. B. handschriftlich oder mit PC geschrie-

ben). Falls ihr mit dem Computer schreibt, könnt ihr normal auf DIN A 4 schreiben und

anschließend im Copyshop beliebig vergrößern lassen. Empfehlenswert ist ein einheitliches

Layout (Farben, Schriftarten, VCP-Zeichen), so dass die Ausstellung als Einheit wahrgenom-

men wird.

4. Überlegt, in welcher Reihenfolge die Anordnung der Plakate sinnvoll ist.

5. Baut die Ausstellung auf und ladet zur Ausstellungseröffnung ein.

Quiz:

1. Überlegt euch Fragen zu den Inhalten der Ausstellung. Diese können mehrere Antwortal-

ternativen enthalten, von denen die richtige angekreuzt werden muss.

2. Händigt jeder/jedem Ausstellungbesucher/in einen Fragebogen und einen Stift aus und

sammelt die ausgefüllten Fragebögen am Ende wieder ein.

3. Wertet die Fragebögen am Ende der Ausstellung aus und kürt die Gewinnerin oder den

Gewinner.

benötigtes Material

Durchführung

Workshops

183


184 Workshops

Weiterführende ideen

Anmerkungen

WasseR ist LeBeN

• Auf

den Fragebögen des Quiz kann man am Ende noch zusätzlich die Frage aufnehmen,


was an der Ausstellung besonders gut gefallen hat und was nicht so gut gefallen hat. Dann

könnt ihr das vielleicht noch optimieren.

Die Wasserausstellung kann gut mit der Präsentation des sogenannten Wasserschiebers

verbunden werden. Mit dem Wasserschieber werden verschiedene Daten und Fakten zum

Thema Wasser bzw. Trinkwasser anschaulich dargestellt und miteinander in Bezug ge-

bracht. Der Wasserschieber kann entweder in der Bundeszentrale in Kassel ausgeliehen

werden oder selber hergestellt werden. Eine Bauanleitung sowie genauere Informationen

über den Wasserschieber finden sich im Anhang auf der CD.

• Im

Anhang finden sich die Plakate einer Ausstellung zum Thema »Wasser ist Zukunft« von




der »Vereinigung Deutscher Gewässerschutz«. Lasst euch bei der Gestaltung eurer eigenen

Ausstellung davon inspirieren.

Im Anhang findet sich auch ein Vorschlag für ein Wasserquiz.

Wichtig ist, dass die Informationen in der Ausstellung korrekt sind. Die Gruppenleitung

sollte daher alle Plakate gegenlesen und Unklares überprüfen. Dazu muss evtl. noch eine

ergänzende Recherche (z. B. im Internet) durchgeführt werden.

Es empfiehlt sich, die Plakate der Ausstellung zu laminieren. Dann sind sie haltbarer und

lassen sich besser aufhängen.


WasseR ist LeBeN

Workshops

185


186 Workshops

Literaturverzeichnis

WasseR ist LeBeN

Folgende Referenzen wurden bei der Erstellung der Arbeitshilfe miteinbezo-

gen. Für Interessierte eignen sich die Originaltexte zur vertiefenden Lektüre.

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versteckt im Einkaufskorb. Schriftenreihe der Vereinigung Deutscher

Gewässerschutz, Band 73. Bonn.

WikiPedia (2009). Virtuelles Wasser. Recherchedatum: 10. August 2009.

Für die freundliche Überlassung von Textmaterial danken wir (in der Reihen-

folge des Literaturverzeichnisses) Alexandra Hartung, den Pfadfindern und

Pfadfinderinnen Österreichs und UNICEF. Das Textmaterial ist jeweils den im

Literaturverzeichnis angegebenen Quellen entnommen.

Workshops

187


188 Abbildungsnachweis

Abbildungsnachweis

WasseR ist LeBeN

Bei den folgenden Personen und Einrichtungen liegen die Rechte für die in

dieser Publikation verwendeten Fotos und Abbildungen. Ihnen sei für die

freundliche Überlassung herzlich gedankt:

S. 1 oben links: unbekannt

oben rechts: unbekannt

unten links: Kurt Michel/Pixelio

unten rechts: unbekannt

S. 18 Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg

S. 25 John M. Evans, U.S. Geological Survey

S. 51 oben Alpujarra Sostenible

S. 51 unten National Aeronautics and Space Administration (NASA)

S. 73 unbekannt

S. 162 Helmut Naaf

S. 163 unbekannt

S. 170 unbekannt

Wir danken allen Fotografinnen und Fotografen.

Die in den Gruppenstunden G 2, G 3, G 4, G 5, G 6, G 7, G 8 (nur S. 86), G 9,

G 10, G 11, G 12, G 13, G 15, G 16, G 17, G 18, G 19, G 20 (nur S. 116), G 21 und

den Workshops W 5a und W 7 (nur S. 161) verwendeten Grafiken stammen

von Julia Rudolph. Die in den Gruppenstunden G 8 (nur S. 87) und G 20 (nur S.

115) verwendeten Grafiken stammen von Helmut Naaf. Für die Anfertigung

der Grafiken danken wir herzlich.

ABBILDUNGSNACHWEIS


WasseR ist LeBeN

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Layout Ralf Tempel, FOLIANT-Editionen, Unterstraße 12,

24977 Langballig, info@foliant-editionen.de

Druck Strube, Felsberg

Papier Luxo Samtoffset 115 g/m 2

Die Herstellung dieser Publikation erfolgte mit freundlicher

Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren,

Frauen und Jugend.

Copyright © 2009 VCP, Kassel

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung, Verbreitung und Übersetzung

vorbehalten. Kein Teil des Werks darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm

oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung reproduziert oder unter

Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

WasseR ist LeBeN


Anhang

Die CD enthält vertiefende und weiterführende Informationen sowie verschiede Arbeitsmaterialien für die Gruppen-

stunden und Workshops.

ANHANG

Die CD fehlt? Wende dich an die VCP Bundeszentrale.

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