dt_DFL_BL_Wirtschaftssituation_2014_72dpi

iliga

dt_DFL_BL_Wirtschaftssituation_2014_72dpi

Report2014.Die wirtschaftliche Situationim Lizenzfußball


2 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im Lizenzfußball„Die Bundesliga hat mitihren hohen Investitionenin ‚Steine statt Beine‘langfristige Wertegeschaffen.“Dr. Reinhard RauballPräsident des Ligaverbandes


3Sehr geehrte Damen und Herren,liebe Fußballfreundinnenund -freunde,Die 50. Bundesliga-Saison warmehr als ein Jubiläumsjahr.In vielerlei Hinsicht gehörtediese Spielzeit 2012/2013zu den erfolgreichsten in der Geschichtedes deutschen Profi-Fußballs – vor allemsportlich im Hinblick auf die internationalenWettbewerbe. Erstmals standen mitdem FC Bayern München und BorussiaDortmund zwei deutsche Mannschaftenim Finale der UEFA Champions League.Der erste internationale Titel einer deutschenVereinsmannschaft nach zwölfJahren konnte perfekt gemacht werden.Mit dem FC Bayern München stellt dieBundesliga das aktuell beste Team derWelt. Nie zuvor konnte ein deutscher Clubdie Champions League, den europäischenSupercup und die FIFA-Klub-Weltmeisterschaftin einem Jahr gewinnen. Erfolge,die zum Teil auch in die aktuelle Saisonfallen, in der sich die weiteren deutschenChampions-League-Teilnehmer ebenfallserfolgreich präsentierten. Erstmals stehenvier deutsche Clubs im Achtelfinaledieses Wettbewerbs. Platz drei in derUEFA-Fünfjahreswertung ist der Bundesligaauf geraume Zeit sicher.Auch bei den Zuschauerzahlen bleibtdie Entwicklung erfreulich. Mit durchschnittlich41.914 Besuchern pro Spielwar die Bundesliga 2012/2013 erneutdie Fußballliga mit dem weltweit höchstenZuschauerschnitt. Im Vergleich zurVorsaison war zwar ein leichter Rückgangzu vermelden, der aber vor allem mit derZusammensetzung der Liga, in der siebenClubs mit einer Stadionkapazität von unter30.000 Zuschauern spielten, zu erklärenist. Dennoch erreichte die Bundesligaden dritthöchsten Zuschauerschnitt ihrerGeschichte und verbuchte eine durchschnittlicheStadionauslastung von mehrals 90 Prozent.Eine wichtige Grundlage für die sportlichenErfolge und das dadurch hervorgerufenehohe Zuschauerinteresse ist einim Wesentlichen gesundes finanziellesFundament. Wie der Bundesliga Report2014 zeigt, hat die Bundesliga seit neunJahren in jeder Saison ihren Umsatzgesteigert und kommt 2012/2013 auf2,17 Milliarden Euro Einnahmen. Damitist sie weiterhin die zweitumsatzstärksteLiga in Europa. Dabei handeln die Clubsgrößtenteils mit wirtschaftlicher Vernunftund mit dem Ziel einer strengenKostenkontrolle. Zuletzt konnte daher insechs von sieben Jahren ein substanziellerGewinn nach Steuern erwirtschaftetwerden, der sich allein für die letzten dreiJahre auf 170,2 Millionen Euro summiert.2012/2013 beläuft sich der Gewinn auf62,6 Millionen Euro, der zweithöchstein der Geschichte der Bundesliga. EinBeispiel für die funktionierende Kostenkontrolleist die sogenannte Personalkostenquote:39 Prozent ihrer Einnahmenwenden die Bundesliga-Clubs für dieGehälter von Spielern und Trainerstabauf, im Europadurchschnitt reichen Erstligaclubs65 Prozent ihrer Einnahmen anden Profikader weiter.Die Generalversammlung des Ligaverbandeshat 2013 eine Umstellung desLizenzierungsverfahrens ab der Saison2014/2015 beschlossen. Künftigerfolgt die Lizenzierung auf Basis dessogenannten Konzern- statt wie bisherdes Einzelabschlusses – analog zuden Bewertungskriterien des FinancialFairplay der UEFA. Damit werden auchdie Tochterunternehmen, wie zum Beispieldie Stadion- Gesellschaften derClubs, in die Bewertung miteinbezogen.Beim Einzelabschluss wurden dagegenbisher lediglich die Daten des jeweilszu lizenzierenden Vereins bzw. dessenSpielbetriebs-GmbHs bewertet. Der Konzernabschlussbietet maximale Transparenzsowie eine noch bessere Beurteilungder wirtschaftlichen Verfassungder Clubs. Um dieser Umstellung schonjetzt Rechnung zu tragen, enthält dervorliegende Report sowohl die üblicheDarstellung nach den Einzelabschlüssenals auch bereits einen Ausblick auf die bilanziellenVeränderungen, die durch denKonzernabschluss entstehen. Hier siehtman: Es erhöhen sich zwar einerseits dieVerbindlichkeiten, da die in den vergangenenzehn Jahren erbauten und bisher inden Stadiontöchtern bilanzierten Arenennoch nicht komplett abbezahlt sind, aberauch die Sachanlagewerte steigen dankder Neubauten auf fast eine MilliardeEuro an. Die Bundesliga hat hier also mitihren hohen Investitionen in „Steine stattBeine“ langfristige Werte geschaffen.HerzlichstIhrDr. Reinhard RauballPräsident des Ligaverbandes


4 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im Lizenzfußball


LangfristigeWertegeschaffen5


6 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballSportlich präsentierte sichdie Bundesliga im 50. Jahrihres Bestehens so leistungsstarkwie selten zuvor.Dass mit dem FC BayernMünchen und Borussia Dortmund erstmalszwei deutsche Mannschaften imFinale der UEFA Champions League aufeinandertrafen,zudem alle im Europapokalaktiven deutschen Clubs die K.-o.-Rundeerreichten, ist ein beeindruckender Belegdafür. Zumal der fußballerische Erfolgvon einer anhaltend positiven wirtschaftlichenEntwicklung flankiert wird, die inihrer Gesamtheit vor allem durch Stabilitätund nachhaltiges Wachstum gekennzeichnetist.Die Bundesliga erzielte zum dritten Malin Folge einen signifikanten Gewinn nachSteuern und hat in den vergangenendrei Spielzeiten zusammen mehr als170 Millionen Euro mehr eingenommenals ausgegeben. Vor Steuern und Abschreibungenbeläuft sich der kumulierteGewinn (EBITDA) der vergangenendrei Spielzeiten auf mehr als eine MilliardeEuro. Auch der Umsatz der 18 Clubskonnte in der Saison 2012/2013 erneutgesteigert werden – zum mittlerweileneunten Mal in Folge – und liegt nun bei2,17 Milliarden Euro. Das entsprichteinem Zuwachs von 91 Millionen Eurooder 4,4 Prozent gegenüber der Vorsaison.Diese historische Höchstmarke istdas Ergebnis eines steten Wachstums,wie ein Vergleich mit 2001/2002 zeigt.Damals kletterte der Umsatz erstmalsüber eine Milliarde Euro, in der folgendenDekade hat er sich mehr als verdoppelt.Bemerkenswert dabei: Die Bundesligahat es geschafft, sich in dieser Zeit vonkonjunkturellen und krisenbedingtenSchwankungen der Gesamtwirtschaftweitgehend abzukoppeln.Substanz und Größe eines Wirtschaftsbetriebsgelingen nicht allein durch steigendeErlöse, sondern durch eine gesundeBalance zwischen Einnahmen undAusgaben. Auch das ist den Clubs gelungen:Kumuliert erzielten sie 2012/2013einen Gewinn in Höhe von 62,6 Millionen


7Euro und somit nach 2006/2007 denzweitbesten Wert aller Zeiten.Das solide Wirtschaften der vergangenenJahre macht sich auch auf der Vermögensseitebemerkbar. Es war und ist erklärtesZiel, Summe und Anteil des Eigenkapitalszu steigern. Auf dem Weg dorthin habendie Clubs einen großen Schritt vorwärtsgemacht. Insgesamt beträgt das Eigenkapitalder Bundesliga nun 840,8 MillionenEuro, das sind 62 Millionen Euro mehr alsein Jahr zuvor.Damit einher geht auch eine weitereVerbesserung der Eigenkapitalquote– sie misst den Anteil des Eigenkapitalsam Gesamtkapital (Bilanzsumme) – auf46,1 Prozent zum Stichtag 30. Juni2013. Ein Wert, der sich auch branchenübergreifendmehr als sehen lassenkann. Die Passivseite der Bilanz weistbei den Verbindlichkeiten eine Zunahmeum knapp 67 Millionen aus. Zugleich istaber auch die Bilanzsumme der Clubs aufden Rekordwert von rund 1,8 MilliardenEuro gestiegen, was einem Plus von fast22 Prozent seit dem Jahr 2010 entspricht.Auf der Ausgabenseite ist „Personal Spielbetrieb“der größte Posten, der in der zurückliegendenSaison 847 Millionen Eurobetragen hat. In absoluten Zahlen ist dasdie bislang höchste Summe. Ins Verhältnisgesetzt zu den Gesamteinnahmenergibt sich eine Personalkostenquotevon 39 Prozent, die nur geringfügig denVorjahreswert (37,8 Prozent) übertrifft.Damit steht die Bundesliga im internationalenVergleich sehr gut da. Laut jüngstemUEFA-Benchmarking Report, dem dieDaten von 670 Erstliga-Clubs der 53 Mitgliedsverbändezugrunde liegen, beträgtder Anteil der Spielergehälter am Gesamtumsatzdurchschnittlich rund zwei Drittel.Die aktuellen Wirtschaftszahlen bestätigenden Kurs: Die Bundesliga ist einewirtschaftliche Erfolgsgeschichte undweist eine nachhaltige Entwicklung auf.Beim Streben nach maximalem sportlichemErfolg die Regeln ökonomischerVernunft zu beachten – das soll auchkünftig ein Markenzeichen des deutschenProfifußballs sein. Ein Maßstab, den auchdie UEFA international anlegen möchte,um gerechten Wettbewerb – vor allemauch in finanzieller Hinsicht – zu ermöglichen.Daher unterstützt die Bundesligamit Nachdruck das „Financial Fairplay“-Konzept der UEFA.Vor diesem Hintergrund haben die Clubs liquiditätswirksame Schnittstellen ausweist,des Ligaverbandes im Rahmen der Generalversammlungumfasst der Konzernabschluss zu-2013 beschlossen, sätzlich die Geschäftszahlen sämtlichermit Blick auf eine LizenzierungsgrundlageTochterfirmen.eine Harmonisierung herbeizuführen. Die DFL hat sich daher als eine der erstenWie bei der UEFA auch wird künftig der großen europäischen Ligen entschieden,sogenannte Konzernabschluss zur Bewertungbereits in diesem Bundesliga Reportder wirtschaftlichen Leistungs-nicht nur die übliche Darstellung auf Basisfähigkeit herangezogen. Im Unterschied der Einzelabschlüsse zu wählen. Zusätzlichzum bisher zugrunde gelegten Einzelabschluss,werden die wirtschaftlichen Kenn-der die Daten der Vereine bzw. ziffern der Bundesliga und der 2. Bundesligader Spielbetriebs-GmbHs sowie derensowohl für 2012/2013 als auchBundesliga Entwicklung Werbe-, Medien- und Spielerlösein Tausend ¤650.000619.891553.175550.000578.833522.699511.886546.186505.355519.629469.336450.000440.846411.164379.285350.0002009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/2013Werbung Mediale Verwertung Spiel


10 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballBundesliga Investitionen der Clubs in ihre Leistungszentrenin Tausend €Talente Annähernd 80 MillionenEuro gaben die 18 Bundesliga-Clubs2012/2013 fürihre Nachwuchsförderung aus.Insgesamt hat der Lizenzfußballseit 2001 rund 820 MillionenEuro in die Leistungszentreninvestiert.2012/20132011/20122010/20112009/2010+3,3 %im Vergleichzum Vorjahr66.18370.85979.29576.790die erfolgreiche Zukunft des deutschenProfifußballs.Die herkömmliche Analyse (auf Basisder Einzelabschlüsse) attestiert, wie eingangsskizziert, dem deutschen Lizenzfußballmit einem historischen Höchstumsatzvon 2,6 Milliarden Euro (plus5,1 Prozent gegenüber 2011/2012) einepositive Entwicklung. Die Bundesligasteuerte mit 84 Prozent den Löwenanteilzu den Erlösen bei – und schaffte mehrereRekorde: Umsatz, Eigenkapital und Eigenkapitalquotewaren noch nie so hoch.Nachdem die Bundesliga in der Vorsaisonerstmals mehr als zwei Milliarden EuroUmsatz erwirtschaftet hatte, gelang aufdiesem Niveau nun ein weiteres Wachstum.Dabei erzielten acht Clubs Gesamterlösevon jeweils mehr als 100 MillionenEuro. Seit 2009/2010 sind die Erlöseder Erstligisten um 402 Millionen Euro(plus 23 Prozent) gestiegen. Gemessenam Beobachtungszeitraum zwischen2009/2010 und 2012/2013, an demsich dieser Report orientiert, haben sichdie Einnahmen der Bundesliga pro Saisondurchschnittlich um 7,1 Prozent vermehrt.Wie gehabt stammen rund drei Viertel desUmsatzes aus Spieltagserlösen (Verkaufvon Zuschauertickets und Hospitality-Einnahmen), Werbung und Vermarktungder Medienrechte. Mit einem Anteil von26,6 Prozent bleibt die Erlösquelle Werbungzwar konstant und hat mit knapp579 Millionen Euro sogar 4,6 Prozentmehr umgesetzt als ein Jahr zuvor, dochsie muss ihre Rolle als führender Umsatzbringerabgeben. Rund 620 Millionen Euroflossen den 18 Clubs aus der Vermarktungder Medienrechte für die Bundesliga, denDFB-Pokal und internationale Wettbewerbezu. Das sind 13,5 Prozent mehr als inder Spielzeit zuvor, was zu einer Umsatzquotevon 28,5 Prozent führt. Die Spieltagserlösesind prozentual ähnlich gestiegenwie der Werbeumsatz, der Anteil amGesamtumsatz bleibt mit 21,6 Prozentnahezu unverändert. Mit durchschnittlich41.914 Besuchern pro Spiel bleibt dieBundesliga auch weiterhin die Fußballligamit dem weltweit höchsten Zuschauerschnitt.Die restlichen 23 Prozent derEinnahmen speisen sich aus Transfers,Merchandising und sonstigen Erträgen.Parallel zu den steigenden Einnahmensind auch die Ausgaben nach oben


11gegangen – um 83,5 Millionen oder4,1 Prozent. Über die vergangenen vierSpielzeiten hinweg zeigt sich eine kontinuierliche,dem Umsatzwachstum angepassteKostenentwicklung. Die Position„Spielbetrieb“ verursachte mit knapp322 Millionen Euro die zweithöchstenKosten (Anteil: 15,2 Prozent) nach denGehältern für Spieler und Trainerstab, fielim Vergleich zum Vorjahr aber um 2,4 Prozentgeringer aus. Mit 291 Millionen Euroschlugen die Ausgaben für Transfers zuBuche (Anteil: 13,8 Prozent). Eine Kostensteigerung,die eher erfreut zur Kenntnisgenommen wird: Für Leistungszentren,Jugend- und Amateurfußball gaben dieClubs zusammen 79 Millionen Euro aus,das sind 3,3 Prozent mehr als im Jahrzuvor und immerhin 19,8 Prozent mehrals 2009/2010. Seit der zwingendenEinführung der Leistungszentren hat derLizenzfußball damit zusammen mehr als820 Millionen Euro in die Nachwuchsförderunginvestiert.Unterm Strich ergibt sich für die Bundesligain der Saison 2012/2013 ein positivesErgebnis nach Steuern: 62,6 MillionenEuro beträgt der Gewinn, das sind13,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. EinDutzend Clubs hat es geschafft, einenÜberschuss zu erzielen.Nachhaltiges Wirtschaften lässt sichauch in den Bilanzen ablesen. Hier zeigtdie Bundesliga eine erfreuliche Entwicklung,vor allem das Eigenkapital hat starkzugenommen (siehe oben). Auch die


13profitiert davon das „Spielervermögen“,das in der Bilanz als immaterieller Vermögensgegenstandgeführt wird. Diejüngsten Erfolge in der UEFA ChampionsLeague bestätigen, dass hier teilweisesehr erfolgreich investiert wurde.Vergleicht man die Zahlen von Einzelabschluss(EA) und Konzernabschluss (KA),ergeben sich die stärksten Abweichungenbeim Sachanlagevermögen. In derKA-basierten Bilanz weist die Bundesligahier einen Wert von 969 MillionenEuro auf – das ist nahezu vier Mal so vielwie in der EA-Auswertung. Die Erklärung2. Bundesliga Einnahme-MixAnteile am Erlös in Prozent (Beträge in Tausend €)2,46 %9,59 %24,91 %2012/201317,42 % 18,20 %Gesamt419.41527,42 %Spiel 76.327Werbung 115.000Mediale Verwertung 104.456Transfer 40.239Merchandising 10.313Sonstiges 73.080


16 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballStichtag 30. Juni 2013 eine Quote von13,4 Prozent, während sie im Konzernabschlussbei 44,3 Prozent liegt. Sprich:Die Stadien stellen einen erheblichenWert für die Clubs dar und machen einenentsprechend hohen Anteil an ihrem Vermögenaus. So steigt beispielsweise dieBilanzsumme um 358 Millionen Euro aufknapp 2,2 Milliarden Euro. Derweil verringertsich das Finanzanlagevermögen von425 auf 36 Millionen Euro. Dieser Effekterklärt sich dadurch, dass im EA bilanziellwirksame Beteiligungen der Clubsan ihren Tochtergesellschaften im Konzernabschlussnicht in die Betrachtungeinfließen.LizenzfuSSball Quote Personalkosten Spielbetriebin %42,54242,440,24039,039,63837,838,13636,72009/2010 2010/20112011/2012 2012/2013Bundesliga 2. BundesligaZusammengefasst bedeutet das: DerAnstieg der Verbindlichkeiten im Vergleichzum Einzelabschluss (plus 428 MillionenEuro) wird durch das höhereSachanlage vermögen (plus 723,6 MillionenEuro) weit übertroffen, allerdingssinkt auch das Finanzanlagevermögen(minus 389,1 Mio.).Das Eigenkapital der Bundesliga bleibtnach KA-Auswertung mit 740 MillionenEuro auf hohem Niveau, ebenso dieEigenkapital-Quote mit 33,9 Prozent.Über die Jahre vermindert sich hier jedochdie finanzielle Belastung der Clubs,da die zur Stadionfinanzierung aufgenommenenVerbindlichkeiten abgetragenwerden.Die Kennziffern und Entwicklungen,die dieser Report aufweist, bestätigendas nachhaltige Wachstum der Bundesliga– und zeigen, dass sportlicheQualität und wirtschaftliche Vernunft inEinklang zu bringen sind. Für die Spielzeit2013/2014 ist zudem eine weitereUmsatzsteigerung zu erwarten: Alleindurch die nationalen Medienverträgewerden rund 120 Millionen Euro mehreingenommen.


18 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballKonzern- vs. EinzelabschlussZur Saison 2014/2015 wirddas Lizenzierungsverfahrendes deutschen Lizenzfußballserweitert. Nach einem Beschlussder Clubs des Ligaverbandes imRahmen der Generalversammlung 2013wird künftig der sogenannte Konzernabschluss(KA) der Clubs zur Bewertung derwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit herangezogen.Dies bedeutet, dass die Clubssowie, wenn vorhanden, deren sämtlicheTochterunternehmen im Lizenzierungsverfahrengemeinsam geprüft werden.Bisher wurden ausschließlich die Vereinebzw. die Spielbetriebs-GmbHs der Clubsim Einzelabschluss (EA) zurate gezogen.In der laufenden Saison würde dies in derBundesliga zehn und in der 2. Bundesligafünf Clubs betreffen, die Tochtergesellschaftenführen. Die übrigen Clubswerden weiterhin nach ihrem Einzelabschlussbewertet. Durch die Einbindungder Tochterunternehmen erhöhen sichzum einen Gesamterlös und -aufwandder Clubs, vor allem ergeben sich abererhebliche Veränderungen in der Bilanz.Entscheidend hierfür sind die Stadiontochtergesellschaften.In diesen sind sowohldie Verbindlichkeiten, die durch dieenormen Investitionen in Neu- und Umbautender Stadien entstanden sind, alsauch die Werte der modernen Stadien alsdeutlich erhöhtes Sachanlagevermögenbilanziert.Dieses Sachanlagevermögen beläuft sichfür die Bundesliga zum Stichtag 30. Juni2013 auf fast 1 Milliarde Euro – undliegt im Konzernabschluss 723,6 MillionenEuro höher als im bisher zurLizenzierung herangezogen Einzelabschluss.Die Verbindlichkeiten erhöhensich gleichzeitig um 428,3 Millionen, weildie durch die immensen Investitionenin die Stadionbauten aufgenommenenVerbindlichkeiten planmäßig noch nichtgetilgt sind. Gleichzeitig verringert sichdas Finanzanlagevermögen von 425 auf36 Millionen Euro. Dies liegt daran, dassim EA bilanziell wirksame Beteiligungender Clubs an ihren Tochtergesellschaftenim Konzernabschluss nicht in die Betrachtungeinfließen.Interessant ist auch ein Blick auf dieEntwicklung des Konzernabschlussesvon 2012 auf 2013 im Vergleich zu denentsprechenden Einzelabschlüssen. Sosteigt das Eigenkapital im KA binneneines Jahres um 94,9 Millionen Euro,deutlich stärker als im EA (+61,9 Mio.).Was zu einer Erhöhung der Eigenkapitalquoteum 3,8 Prozentpunkteauf 33,9 Prozent führt. Zudem liegtder Anstieg der Verbindlichkeiten imKA (+53,3 Mio.) klar unter dem im EA(+66,8 Mio.), was vor allem mit der Tilgungder Stadionverbindlichkeiten erklärtwerden kann. Auf Dauer wird sichdurch diese Tilgung die finanzielle Belastungder Clubs deutlich reduzieren.Bundesliga Bilanz im Einzel- und Konzernabschluss zum 30. Juni 2013ausgewählte Bilanzpositionen in Mio. €, * in %, ** in Prozentpunkteneinzelabschluss Konzernabschluss differenzBilanzsumme 1.825,7 2.184,0 +358,3Sachanlagevermögen 245,3 968,9+723,6Finanzanlagevermögen 425,3 36,2–389,1Eigenkapital 840,8 740,1–100,7Verbindlichkeiten 690,6 1.118,9+428,3Eigenkapitalquote* 46,1 % 33,9 % –12,2**Bundesliga Entwicklung Einzel- und Konzernabschlussim Vergleich in Mio. €, * in %, ** in ProzentpunktenEinzelabschluss Einzelabschluss Differenz Konzernabschluss Konzernabschluss Differenz2011/2012 2012/2013 2011/2012 2012/2013Bilanzsumme 1.755,0 1.825,7 +70,7 2.145,7 2.184,0 +38,3Sachanlagevermögen 237,4 245,3 +7,9 1.001,9 968,9 –33Finanzanlagevermögen 474,0 425,3 –48,7 35,4 36,2 +0,8Eigenkapital 778,9 840,8 +61,9 645,2 740,1 +94,9Verbindlichkeiten 623,8 690,6 +66,8 1.065,6 1.118,9 +53,3Eigenkapitalquote* 44,4 % 46,1 % +1,7** 30,1 % 33,9 % +3,8**


20 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballSteuern und AbgabenAuch 2012/2013 gehörteder deutsche Lizenzfußballwieder zu den großen Steuerzahlernin Deutschland.Insgesamt überwiesen die Clubs mehrals 850 Millionen Euro an Steuern undAbgaben an das Finanzamt und die Sozial-und Unfallversicherungen. Das waren53 Millionen Euro mehr als in der Vorsaison,in der der bisherige Höchststanderreicht worden war, und damit eine Steigerungum noch einmal 6,7 Prozent. Seitder Saison 2004/2005 (379 Mio. Euro)hat der Lizenzfußball sein Steuer- undAbgabenaufkommen demnach mehr alsverdoppelt.Den größten Einzelposten machten dabeidie personenbezogenen Lohnsteuernaus, die sich 2012/2013 auf 450 MillionenEuro summierten und damit mehrals die Hälfte der Gesamtausgaben ausmachten.Bei den betrieblichen Steuernund Abgaben stach die Umsatzsteuerhervor, die bereinigt um die Vorsteuerder Staatskasse 214 Millionen Euroeinbrachte.


21Umsatzsteuerin ¤Lohnsteuerin ¤450.000.000300.000.000355.632.998299.194.747408.081.776336.837.950426.656.624352.723.948450.000.000300.000.000374.771.006328.206.093414.160.062362.767.856450.147.303393.928.351150.000.000150.000.00056.438.25271.243.82673.932.67646.564.91351.392.20656.218.952002010/2011 2011/2012 2012/20132010/2011 2011/2012 2012/2013LizenzfußballBundesliga2. BundesligaLizenzfußballBundesliga2. BundesligaLizenzfuSSball Steuern und AbgAbenin €Bundesliga 2. Bundesliga LizenzfußballBetriebliche Steuern und AbgabenUmsatzsteuer (ohne Vorsteuer) zum 31.12.2012 352.723.948 73.932.676 426.656.624Körperschaftsteuer 19.067.060 1.157.622 20.224.682Gewerbesteuer 21.520.995 1.078.548 22.599.543Sonstige Steuern und Abgaben 5.917.478 1.834.097 7.751.575Summe 399.229.481 78.002.943 477.232.424Personenbezogene Steuern und AbgabenLohnsteuer 393.928.351 56.218.952 450.147.303Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag 27.583.804 4.301.975 31.885.779Sozialversicherung (Renten-, Arbeitslosen-, Krankenversicherung) 47.086.820 22.088.605 69.175.425Gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) 21.129.060 14.035.454 35.164.514Summe 489.728.034 96.644.987 586.373.021Summe betriebliche und personenbezogeneSteuern und Abgaben 888.957.515 174.647.9301.063.605.445abzüglich erstatteter Vorsteuer (Vorsteuer ist ein Parameterfür die Investitionsbereitschaft des Unternehmens) 177.011.486 35.733.881 212.745.367Mittelabfluss aus Steuern und Abgaben(Umsatzsteuer abzüglich Vorsteuer) 711.946.029 138.914.049 850.860.078


22 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballArbeitsplätze im ProfifußballFast 1.000 zusätzliche Arbeitsplätzewurden in der Saison2012/2013 rund um den Lizenzfußballgeschaffen, dasentspricht einer Steigerung um etwa2 Prozent im Vergleich zur Vorsaison.Insgesamt arbeiteten rund 45.000 Menschenin direkter Anstellung oder durchBeauftragung der 36 Clubs der Bundesligaund der 2. Bundesliga. Für die Lizenznehmerund ihre Tochterunternehmenwaren 15.546 Voll- und Teilzeitkräfte,Auszubildende und Aushilfskräfte tätig.Die Zahl der indirekt Beschäftigten(Sicherheits- und Wachdienst, Sanitätsdienst,Sonstige) lag bei 29.668.Beschäftigte im LizenzfuSSballBundesliga 2. Bundesliga Lizenzfußball2011/2012 2012/2013 2011/2012 2012/2013 2011/2012 2012/2013LizenznehmerVollzeitangestellte 2.742 2.705 1.421 1.441 4.163 4.146Auszubildende 65 69 27 26 92 95Teilzeitangestellte 651 873 923 588 1.574 1.461Aushilfskräfte 3.765 4.281 1.806 2.142 5.571 6.423TochtergesellschaftenVollzeitangestellte 544 556 150 132 694 688Auszubildende 29 17 5 13 34 30Teilzeitangestellte 187 170 108 94 295 264Aushilfskräfte 2.317 1.602 1.137 837 3.454 2.439Indirekt BeschäftigteSicherheits- und Wachdienst 6.799 7.535 5.072 4.538 11.871 12.073Catering-Firmen 7.230 9.067 3.861 2.721 11.091 11.788Sanitätsdienst 1.158 1.127 597 576 1.755 1.703Sonstige 2.960 2.545 1.209 1.559 4.169 4.104Summe 27.968 30.547 16.316 14.667 44.284 45.214


WirtschaftszahlenBundesliga23


24 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballBilanzDie Bilanzsumme der 18 Clubsist gegenüber der Vorsaisonum 4 Prozent gestiegen underreichte mit 1,83 MilliardenEuro einen neuen Höchstwert. Kräftigzugelegt haben das „Spielervermögen“,das den bilanziellen Wert eines Profifußballersbeziffert, mit einem Plus von11,4 Prozent sowie die Position „Forderungen,Vorräte, Wertpapiere“ mit einemWachstum von 22,3 Prozent. Das Spielervermögenmachte mit 413,8 MillionenEuro annähernd ein Viertel (22,7 Prozent)der Aktiva aus, das Finanzanlagevermögenlag bei 425,4 Millionen Euro.Auf der Passivseite zeigte sich weiterhineine erfreuliche Entwicklung des Eigenkapitals,das zum Stichtag 30. Juni 2013bei 840,8 Millionen Euro und somitdeutlich über der Summe der Verbindlichkeiten(690,7 Millionen Euro) lag. ImBetrachtungszeitraum seit 2010 ist dasEigenkapital um 57 Prozent gestiegen.Ein ebenfalls positiver Trend ergibt sichbei der Eigenkapitalquote, die erneut um1,7 Prozentpunkte angestiegen ist.Bundesliga Entwicklung des Spielervermögensin Tausend €Aufwärtstrend Das Spielervermögenist noch einmal deutlich um11,4 Prozent oder rund 42,5 MillionenEuro im Vergleich zum Vor­20132012+11,4 %im Vergleichzum Vorjahr413.772371.279jahr angestiegen. Es übertrifftdamit den bisherigen Höchstwert2011339.308aus dem Jahr 2010 um 18,5 MillionenEuro.2010395.214Bundesliga Aktivain Tausend €30.06.2010 30.06.2011 30.06.201230.06.2013Immaterielle Vermögensgegenstände 6.895 6.906 5.8787.450Spielervermögen 395.214 339.308 371.279413.772Sachanlagevermögen 218.612 225.146 237.381245.384Finanzanlagevermögen 445.349 427.206 474.004425.369Forderungen, Vorräte, Wertpapiere 228.198 287.991 314.318384.268Kasse/Bank 159.029 331.779 319.812304.772Aktive Rechnungsabgrenzung 45.387 35.912 28.54841.359Aktive latente Steuern 0 1.834 1.063 850Aktiver Unterschiedsbetragaus der Vermögensverrechnung 0 6.503 2.7622.536Summe 1.498.685 1.662.585 1.755.045 1.825.760


25Bundesliga pAssivain Tausend €30.06.2010 30.06.2011 30.06.201230.06.2013Eigenkapital 534.477 752.884 778.862 840.812SoPo für Investitionszuschüsse 5.768 5.428 5.089 4.750Rückstellungen 88.474 101.410 117.769 107.555Verbindlichkeiten 644.605 593.837 623.803 690.699davon aus Anleihen 50.516 46.920 54.924 70.109davon gegenüber Kreditinstituten 146.170 105.336 107.162 75.473davon aus Lieferungen & Leistungen 99.551 84.578 102.492 121.246davon Sonstige 348.368 357.003 359.225 423.871Passive Rechnungsabgrenzung 225.361 205.144 227.042 180.945Passive latente Steuern 0 3.882 2.479 999Summe 1.498.685 1.662.585 1.755.0451.825.760


26 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballGewinn-und-Verlust-RechnungBundesliga Erlösin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Spielertrag 379.285 411.164 440.846 469.336Anteil am Gesamterlös 21,43 % 21,17 % 21,18 % 21,60 %Werbung 511.886 522.699 553.175 578.833Anteil am Gesamterlös 28,92 % 26,92 % 26,58 % 26,64 %Mediale Verwertung 505.355 519.629 546.186 619.891Anteil am Gesamterlös 28,55 % 26,76 % 26,24 % 28,53 %Transfer 106.354 195.498 209.826 155.030Anteil am Gesamterlös 6,01 % 10,07 % 10,08 % 7,14 %Merchandising 73.857 79.326 93.813 120.364Anteil am Gesamterlös 4,17 % 4,08 % 4,51 % 5,54 %Sonstiges 193.442 213.665 237.676 229.133Anteil am Gesamterlös 10,93 % 11,00 % 11,42 % 10,55 %Summe 1.770.178 1.941.980 2.081.522 2.172.588UMSATZ Mit 2,17 Milliarden Euro erzieltedie Bundesliga in der Spielzeit2012/2013 einen Rekordumsatz. Im Vergleichzur vorigen Saison bedeutet daseinen Zuwachs von 4,4 Prozent, im Durchschnittsind die Erlöse seit 2009/2010jährlich um 7,1 Prozent gestiegen. Damitkonnte die Bundesliga zum neunten Malin Folge ihren Umsatz steigern. Acht der18 Clubs wiesen einen Jahresumsatz vonmehr als 100 Millionen Euro auf.Abgesehen von den erfahrungsgemäßvolatilen Transfererlösen und der Position„Sonstiges“ betraf das Wachstum sämtlicheErlösfelder. Den größten Teil steuertenmit 28,5 Prozent die Einnahmen aus denMedienrechten bei, es folgten Werbungmit 26,6 Prozent und Spieltagserlöse mit21,6 Prozent. Zusammen erwirtschaftetendiese drei Säulen – bei seit Jahrenkonstanter Entwicklung – also rund77 Prozent des Gesamtumsatzes, wobeidie Medieneinnahmen (plus 13,5 Prozent)zuletzt stärker zugelegt haben alsSpieltags- (6,5 Prozent) und Werbeerlöse(4,6 Prozent). Prozentual betrachtet zeigtsich über den Zeitraum der vergangenenBundesliga ErlösAnteile in Prozent2009/20102010/20112011/20122012/20134,17 %10,93 %21,43 %4,08 %11,00 %21,17 %4,51 %11,42 %21,18 %5,54 %10,55 %21,60 %6,01 %Gesamt1.770.17810,07 %Gesamt1.941.98010,08 %Gesamt2.081.5227,14 %Gesamt2.172.58828,55 %28,92 %26,76 %26,92 %26,24 %26,58 %28,53 %26,64 %SpielWerbungMediale VerwertungTransferMerchandisingSonstiges


27vier Jahre das Merchandising als wachstumskräftigsteErlösquelle. Seit 2009konnte das Geschäft mit Fanartikeln umrund 63 Prozent gesteigert werden undsteuerte zuletzt 5,5 Prozent zum Bundesliga-Umsatzbei.Als „Sonstiges“ zusammengefasst sindunter anderem sonstige betrieblicheErlöse, Erlöse aus Catering, sonstigeHandelserlöse, Erlöse aus dem DFB-Grundlagenvertrag sowie außerordentlicheErlöse. Ihr Anteil am Gesamtumsatzbetrug 10,6 Prozent.Als Werbeplattform ist die Bundesligaweiterhin äußerst attraktiv. Das lässt sichan Zahlen ablesen: Während der Werbeumsatzder 18 Clubs innerhalb der vergangenenvier Spielzeiten um 13,1 Prozentgestiegen ist, haben zwischen 2009 und2012 die Ausgaben für Werbung in ganzDeutschland nur um 3 Prozent zugelegt,wie der Zentralverband der deutschenWerbewirtschaft (ZAW) ermittelt hat.auFWAND Nahezu parallel zu den höherenEinnahmen sind auch die Ausgaben2012/2013 gestiegen – im Vergleich zumVorjahr um 4,1 Prozent auf 2,1 MilliardenEuro. Die mit Abstand größte Kostenstelleverursachte das „Personal Spielbetrieb“,gemeint sind damit Gehälterund Prämien für Spieler und Trainerstab.Insgesamt wurden hierfür rund 847 MillionenEuro ausgegeben – 7,6 Prozentmehr als in der Saison 2011/2012. DerAnteil am Gesamtaufwand belief sich auf40,2 Prozent, ein über die vergangenenJahre betrachtet konstanter Wert, der sogarunter der Quote von 2009/2010 und2010/2011 liegt.Für die Verpflichtung von neuen Profisbrachten die Clubs Transferaufwendungenvon insgesamt rund 291 Millionen Euro auf,das sind 1,8 Prozent weniger als im Jahrzuvor. Im Gesamtetat schlugen die Transferkostenmit einem Anteil von 13,8 Prozentzu Buche, was den geringsten Wert imBetrachtungszeitraum darstellt.Eine Kostensteigerung, die durchaus erfreulichist, betrifft Jugend, Amateure undLeistungszentren: Für ihre Nachwuchsförderunggaben die Bundesligisten zusammen79,3 Millionen Euro aus, das sind3,8 Prozent des Gesamtaufwands und2,5 Millionen Euro oder 3,3 Prozent mehrals im Vorjahr.Gut ein Fünftel der Ausgaben (21 Prozent)entfiel auf „Sonstiges“ mit denwichtigsten Unterpositionen Verwaltung,Werbung, Material und Handel.Bundesliga Aufwand Spielbetriebin Tausend ¤Bundesliga Erlös Merchandisingin Tausend ¤350.000329.663321.622120.000120.364300.000250.000284.253301.565–2,4 %im Vergleichzum Vorjahr95.00070.00073.85779.32693.813+28,3 %im Vergleichzum Vorjahr2009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/20132009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/2013Bundesliga Aufwandin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Personal Spielbetrieb 750.075 780.853 787.661 847.474Anteil am Gesamtaufwand 40,59 % 41,33 % 38,87 % 40,17 %Personal Handel/Verwaltung 94.960 93.505 109.826 127.230Anteil am Gesamtaufwand 5,14 % 4,95 % 5,42 % 6,03 %Transfer 283.258 266.693 296.116 290.668Anteil am Gesamtaufwand 15,33 % 14,11 % 14,61 % 13,78 %Spielbetrieb 284.253 301.565 329.663 321.622Anteil am Gesamtaufwand 15,38 % 15,96 % 16,27 % 15,24 %Jugend/Amateure/Leistungszentrum 66.183 70.859 76.790 79.295Anteil am Gesamtaufwand 3,58 % 3,75 % 3,79 % 3,76 %Sonstiges 369.313 375.976 426.390 443.658Anteil am Gesamtaufwand 19,98 % 19,90 % 21,04 % 21,03 %Summe 1.848.042 1.889.452 2.026.446 2.109.947


Wirtschaftszahlen2. Bundesliga33


34 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballBilanzDie Bilanzsumme der 2. Bundesligawies mit 237 MillionenEuro den höchsten Standder vergangenen vier Jahreauf. Gegenüber 2012 legte sie um satte43 Prozent zu. Das Plus speiste sich ausfast allen Aktiv-Positionen, am kräftigstenwuchs das Finanzanlagevermögen(plus 178 Prozent). Das „Spielervermögen“hat sich auf 16,7 Millionen Euro mehrals verdoppelt.Das Eigenkapital bewegte sich mit minus43,5 Millionen Euro auf dem gleichenNiveau wie 2010 und 2011. Die Verbindlichkeitenlagen bei 170,6 Millionen. DieEigenkapitalquote stagnierte bei minus18,4 Prozent, war aber deutlich besser alsnoch vor drei Jahren (minus 30,9 Prozent).Die teilweise großen Verschiebungengegenüber 2012 erklären sich unter anderemdurch die veränderte Zusammensetzungder 2. Bundesliga. Beispielsweisestiegen einige finanzstarke Clubs aus derBundesliga ab.2. Bundesliga Entwicklung Sachanlagevermögenin Tausend €Sprung Um mehr als 12,5 MillionenEuro oder fast 40 Prozentist das Sachanlagevermögender Clubs der 2. Bundesliga im2013201231.492+39,9 %im Vergleichzum Vorjahr44.058Vergleich zum Stand von 2012gestiegen. Es machte damit den201137.929drittgrößten Posten bei den Aktivaaus.201028.941


352. Bundesliga Aktivain Tausend €30.06.2010 30.06.2011 30.06.201230.06.2013Immaterielle Vermögensgegenstände 2.428 2.935 8.210 7.929Spielervermögen 10.714 14.311 7.252 16.671Sachanlagevermögen 28.941 37.929 31.492 44.058Finanzanlagevermögen 25.901 58.463 24.886 69.174Forderungen, Vorräte, Wertpapiere 51.033 57.729 35.664 53.075Kasse/Bank 18.273 23.894 54.849 39.382Aktive Rechnungsabgrenzung 2.324 4.509 2.378 6.018Aktive latente Steuern 0 1.158 754 537Aktiver Unterschiedsbetragaus der Vermögensverrechnung 0 0 0 0Summe 139.614 200.929 165.485 236.8422. Bundesliga Passivain Tausend €30.06.2010 30.06.2011 30.06.201230.06.2013Eigenkapital –43.180 –45.284 –30.774 –43.549SoPo für Investitionszuschüsse 383 1.725 1.605 1.484Rückstellungen 22.437 20.316 25.283 35.285Verbindlichkeiten 127.690 163.511 126.976 170.611davon aus Anleihen 7.490 11.221 4.514 23.728davon gegenüber Kreditinstituten 27.641 47.456 26.154 33.154davon aus Lieferungen & Leistungen 20.634 21.994 18.291 28.774davon Sonstige 71.926 82.840 78.017 84.955Passive Rechnungsabgrenzung 32.285 60.661 41.987 72.215Passive latente Steuern 0 0 409 796Summe 139.614 200.929 165.485 236.842


36 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballGewinn-und-Verlust-Rechnung2. Bundesliga Erlösin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Spielertrag 62.405 58.346 84.478 76.327Anteil am Gesamterlös 19,94 % 16,30 % 21,97 % 18,20 %Werbung 81.469 111.311 109.515 115.000Anteil am Gesamterlös 26,03 % 31,09 % 28,48 % 27,42 %Mediale Verwertung 105.350 109.451 107.650 104.456Anteil am Gesamterlös 33,66 % 30,57 % 28,00 % 24,91 %Transfer 21.318 19.612 22.845 40.239Anteil am Gesamterlös 6,81 % 5,48 % 5,94 % 9,59 %Merchandising 7.483 10.167 10.412 10.313Anteil am Gesamterlös 2,39 % 2,84 % 2,71 % 2,46 %Sonstiges 34.991 49.114 49.580 73.080Anteil am Gesamterlös 11,18 % 13,72 % 12,90 % 17,42 %Summe 313.016 358.000 384.479 419.4152. Bundesliga ErlösAnteile in Prozent2009/20102010/20112011/20122012/20132,39 %6,81 %11,18 %19,94 %13,72 %16,30 %12,90 %21,97 %17,42 %18,20 %2,84 %5,48 %2,71 %5,94 %2,46 %Gesamt313.016Gesamt358.000Gesamt384.4799,59 %Gesamt419.41533,66 %26,03 %30,57 %31,09 %28,00 %28,48 %24,91 %27,42 %SpielWerbungMediale VerwertungTransferMerchandisingSonstiges


372. Bundesliga Aufwand Transferin Tausend ¤2. Bundesliga Erlös Transferin Tausend ¤40.00040.00040.23930.00026.509+27,9 %im Vergleichzum Vorjahr32.27230.000+76,1 %im Vergleichzum Vorjahr20.00022.14225.22920.00021.31819.61222.8452009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/20132009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/2013UMSATZ Zum dritten Mal in Folge steigertedie 2. Bundesliga ihren Umsatzauf nun 419 Millionen Euro. Dieser neueBestwert entspricht einem Plus von9,1 Prozent gegenüber der Vorsaison, imVergleich zu 2009/2010 ergab sich garein Zuwachs von einem Drittel. GrößteErlösposition war die Werbung mit einemAnteil von 27 Prozent und einem Plus von5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einnahmendurch die Medienrechtevermarktung,mit einem Anteil von 25 Prozentdie zweitgrößte Erlösquelle, sind leichtum 3 Prozent gesunken. Mit 40 MillionenEuro durch Transfers erzielten die Clubsein Plus von 76 Prozent gegenüber demVorjahr und einen Höchstwert der vergangenenvier Jahre. Wie in der Bundesligawaren auch in der 2. Bundesliga Werbung,Medienrechtevermarktung und Spieltagserlösemit zusammen gut 70 Prozentdie wichtigsten Umsatzsäulen.auFWAND Die Kosten sind, fast imGleichschritt mit dem Umsatz, um8,2 Prozent auf 436 Millionen Euro geklettert.Davon entfielen 36,7 Prozentauf „Personal Spielbetrieb“ und 23 Prozentauf „Spielbetrieb“, die zusammen mitder Position „Sonstiges“ (20,5 Prozent)den Löwenanteil der Gesamtkosten ausmachten.Das restliche Fünftel verteiltesich nahezu gleichgewichtig auf Transfers,Personalkosten Verwaltung/Handelund Nachwuchs/Leistungszentren.Die Personalkosten für Spieler und Trainersind zwar auf 160 Millionen Euro gestiegen,der Anteil am Gesamtaufwandfiel jedoch geringer aus als in den Spielzeiten2009/2010 und 2010/2011.2. Bundesliga Aufwandin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Personal Spielbetrieb 132.942 141.602 140.986 160.002Anteil am Gesamtaufwand 39,29 % 37,57 % 34,96 % 36,68 %Personal Handel/Verwaltung 17.716 22.115 25.104 27.942Anteil am Gesamtaufwand 5,24 % 5,87 % 6,23 % 6,41 %Transfer 22.142 26.509 25.229 32.272Anteil am Gesamtaufwand 6,54 % 7,03 % 6,26 % 7,40 %Spielbetrieb 73.548 83.213 94.891 100.219Anteil am Gesamtaufwand 21,73 % 22,08 % 23,53 % 22,98 %Jugend/Amateure/Leistungszentrum 19.521 21.705 26.348 26.456Anteil am Gesamtaufwand 5,77 % 5,76 % 6,53 % 6,07 %Sonstiges 72.526 81.746 90.710 89.301Anteil am Gesamtaufwand 21,43 % 21,69 % 22,49 % 20,47 %Summe 338.394 376.892 403.269 436.192


38 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballErgebnis und KennzahlenDie Hälfte der Zweitligisten,nämlich neun Clubs, hat dievergangene Saison mit einempositiven Ergebnis nachSteuern abgeschlossen. Zwar machtendie Clubs insgesamt erneut einen Verlustvon 16,8 Millionen Euro, sie konnten diesenjedoch im Vergleich zu den Vorjahrenreduzieren. Das EBITDA, das Ergebnisvor Zinsen, Steuern und Abschreibungen,fiel 2012/2013 mit knapp 600.000 Euroerneut positiv aus.2. Bundesliga Gesamtergebnis nach Steuernin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/20132. Bundesliga –25.378 –18.891 –18.790 –16.7782. Bundesliga Ebitda im Schnittin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/20132. Bundesliga –172 531 534 5982. Bundesliga Anzahl Clubs mit positivem Ergebnisnach Steuern2012/201392011/2012102010/201182009/20106


39Personalaufwand Spielbetriebin Relation zum GesamterlösFür ihre Mitarbeiter gaben die18 Zweitligisten insgesamt188 Millionen Euro aus, dasentspricht 45 Prozent des Gesamtumsatzes.85 Prozent der Personalkostenentfielen dabei auf Spieler undTrainer. Im Verhältnis zum Gesamtumsatzmachte der Personalaufwand Spielbetrieb38,1 Prozent aus, das entsprichtetwa der Quote der Bundesliga (39 Prozent).Es war der zweitniedrigste Anteil inden vergangenen vier Jahren, gleichwohlmarkierten 160 Millionen Euro an Personalaufwandfür Profispieler und -trainerin der 2. Bundesliga eine Höchstmarke.Im Vergleich zur Saison 2009/2010 sinddiese Ausgaben um ein Fünftel gestiegen,die Quote „Personalaufwand Spielbetriebzum Gesamterlös“ ist zugleich von 42,5auf 38,1 Prozent gesunken.2. Bundesliga Gesamtin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Personalaufwand Spielbetrieb 132.942 141.602 140.986 160.002Quote I 42,5 % 39,6 % 36,7 % 38,1 %Personalaufwand Spielbetrieb + Handel/Verwaltung 150.658 163.718 166.090 187.944Quote II 48,1 % 45,7 % 43,2 % 44,8 %Erlös gesamt 313.016 358.000 384.479 419.415


40 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballClusterbildung nach HöhePersonalaufwand SpielbetriebÄhnlich wie in der Bundesligazeigt sich auch bei den Zweitligisten,dass Clubs mit höherenPersonalausgaben für denSpielbetrieb auch mehr Umsatz und mehrKosten aufwiesen. Zwischen den für diesenZweck gebildeten Clustern ergabensich zahlreiche Unterschiede.Die erste Gruppe lag bei Umsatz undKosten um gut 60 Prozent über dem Mittelwert,Cluster II erreichte mit 84 beziehungsweise83 Prozent nicht ganz denDurchschnitt, während die unteren sechshalb so viel einnahmen und ausgaben wiealle 18 Clubs der 2. Bundesliga im statistischenMittel.ClusterEntsprechend der Höhe ihresPersonalaufwands Spielbetriebin der Saison 2012/2013ergibt sich für die 2. Bundesligafolgende Einteilung in dreiSechsergruppen.Cluster IClubs mit PersonalaufwandSpielbetrieb von mehr als8,5 Millionen EuroCluster IIClubs mit PersonalaufwandSpielbetrieb zwischen 7,0 und8,5 Millionen EuroCluster IIIClubs mit PersonalaufwandSpielbetrieb von weniger als7,0 Millionen Euro


412. Bundesliga erlösSchnitt pro LizenznehmerMediale2012/2013 Spiel Werbung Verwertung Transfer Merchandising Sonstiges Gesamtin T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in %Cluster I 6.470 153 11.153 175 6.860 118 4.471 200 1.252 218 8.189 202 38.394 165Cluster II 4.539 107 4.585 72 5.646 97 1.455 65 151 26 3.083 76 19.459 84Cluster III 1.713 40 3.428 54 4.903 84 781 35 316 55 908 22 12.050 52Schnitt 2. BL 4.240 100 6.389 100 5.803 100 2.236 100 573 100 4.060 100 23.301 1002. Bundesliga AufwandSchnitt pro LizenznehmerPersonal Personal Jugend/2012/2013 Spielbetrieb Verwaltung Transfer Spielbetrieb Amateure/LZ Sonstiges Gesamtin T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in %Cluster I 13.248 149 2.732 176 3.576 199 8.685 156 2.434 166 9.020 182 39.695 164Cluster II 7.739 87 1.024 66 1.136 63 5.128 92 1.353 92 3.725 75 20.104 83Cluster III 5.680 64 901 58 667 37 2.891 52 622 42 2.139 43 12.900 53Schnitt 2. BL 8.889 100 1.552 100 1.793 100 5.568 100 1.470 100 4.961 100 24.233 100


42 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballClusterbildung nach TabellenplatzDie sportlichen Top 6 der 2. Bundesligaerzielten 48 Prozentmehr Umsatz als der Durchschnittund gaben 54 Prozentmehr Geld aus. Die Gruppen II und III lagenum rund 20 bis 30 Prozent unter dem Mittelwertund wiesen im direkten Vergleichnur geringe Unterschiede auf.2. Bundesliga erlösSchnitt pro LizenznehmerMediale2012/2013 Spiel Werbung Verwertung Transfer Merchandising Sonstiges Gesamtin T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in %Platz 1 bis 6 6.310 149 8.474 133 7.040 121 3.953 177 1.104 193 7.520 185 34.401 148Platz 7 bis 12 3.114 73 5.002 78 5.461 94 2.068 93 312 54 2.441 60 18.399 79Platz 13 bis 18 3.297 78 5.690 89 4.909 85 685 31 303 53 2.219 55 17.103 73Schnitt 2. BL 4.240 100 6.389 100 5.803 100 2.236 100 573 100 4.060 100 23.301 1002. Bundesliga AufwandSchnitt pro LizenznehmerPersonal Personal Jugend/2012/2013 Spielbetrieb Verwaltung Transfer Spielbetrieb Amateure/LZ Sonstiges Gesamtin T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in % in T€ in %Platz 1 bis 6 12.375 139 2.270 146 3.539 197 8.022 144 2.113 144 9.062 183 37.382 154Platz 7 bis 12 7.246 82 1.130 73 1.202 67 4.693 84 1.208 82 3.170 64 18.648 77Platz 13 bis 18 7.047 79 1.257 81 638 36 3.988 72 1.088 74 2.652 53 16.669 69Schnitt 2. BL 8.889 100 1.552 100 1.793 100 5.568 100 1.470 100 4.961 100 24.233 100


WirtschaftszahlenLizenzfußball43


44 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballBilanzUm 7,4 Prozent stieg die Bilanzsummedes deutschen Lizenzfußballszwischen 2012 und2013 – auf den Rekordwertvon 2,1 Milliarden Euro. Das entsprichteinem Zuwachs um gut ein Viertel binnenvier Jahren. Rund 89 Prozent der Bilanzsummesind den 18 Bundesligisten zuzurechnen.Nach dem Finanzanlagevermögen in Höhevon 495 Millionen Euro und Forderungen,Vorräten, Wertpapieren mit 437 MillionenEuro rangiert an dritter Stelle das um13,7 Prozent gewachsene Spielervermögenmit 430 Millionen Euro.Das Eigenkapital der 36 deutschen Profi-Clubs erklimmt zum Stichtag 30. Juni2013 mit nahezu 800 Millionen Euroein Rekordniveau und ist im Vergleichzu 2010 um 62 Prozent gestiegen. DieEigenkapitalquote hat sich bei 38,7 Prozentstabil entwickelt.


45LizenzfuSSball Entwicklung des Eigenkapitalsin Tausend €Liquide Im dritten Jahr in Folgeist das Eigenkapital des deutschenLizenzfußballs gestiegenund erreicht mit 797 MillionenEuro den höchsten Stand allerZeiten. Seit 2010 ist das Eigenkapitaldamit um rund 62 Prozentangewachsen.2013201220112010491.297+6,6 %im Vergleichzum Vorjahr748.088707.600797.263Lizenzfussball Aktivain Tausend €30.06.2010 30.06.2011 30.06.201230.06.2013Immaterielle Vermögensgegenstände 9.323 9.841 14.088 15.378Spielervermögen 405.928 353.620 378.532 430.443Sachanlagevermögen 247.553 263.075 268.874 289.442Finanzanlagevermögen 471.250 485.669 498.890 494.543Forderungen, Vorräte, Wertpapiere 279.231 345.719 349.981 437.343Kasse/Bank 177.303 355.674 374.660 344.154Aktive Rechnungsabgrenzung 47.712 40.422 30.927 47.377Aktive latente Steuern 0 2.991 1.817 1.387Aktiver Unterschiedsbetragaus der Vermögensverrechnung 0 6.503 2.761 2.537Summe 1.638.300 1.863.514 1.920.529 2.062.604Lizenzfussball PASSivain Tausend €30.06.2010 30.06.2011 30.06.201230.06.2013Eigenkapital 491.297 707.600 748.088 797.263SoPo für Investitionszuschüsse 6.150 7.153 6.694 6.235Rückstellungen 110.911 121.726 143.052 142.841Verbindlichkeiten 772.294 757.348 750.778 861.310davon aus Anleihen 58.006 58.141 59.439 93.837davon gegenüber Kreditinstituten 173.811 152.792 133.316 108.627davon aus Lieferungen & Leistungen 120.185 106.572 120.783 150.020davon Sonstige 420.293 439.843 437.240 508.826Passive Rechnungsabgrenzung 257.646 265.806 269.030 253.160Passive latente Steuern 0 3.881 2.888 1.796Summe 1.638.300 1.863.514 1.920.529 2.062.604


46 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballGewinn-und-Verlust-RechnungUMSATZ Bundesliga und 2. Bundesligamelden seit Jahren immer wieder Umsatzrekorde.Geradezu folgerichtig istder Ertrag des Lizenzfußballs in den zurückliegendenvier Spielzeiten um rundein Viertel gestiegen – auf den Bestwertvon 2,6 Milliarden Euro. Die drei größtenund anteilmäßig nahezu ebenbürtigenEinnahmequellen sind Medienrechte-,Werbe- und Spieltagserlöse. Zusammenmachen sie gut drei Viertel (76 Prozent)des Gesamtumsatzes aus – und das seitJahren nahezu unverändert in dieserGrößenordnung. Wirtschaftlich dominiertdie Bundesliga: 2012/2013 war siefür 84 Prozent der Erlöse aller 36 Clubsverantwortlich. Ein Anteil, der seit Jahrenpraktisch stabil ist.LizenzfuSSball Verteilung GesamtErlösin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Bundesliga 1.770.178 1.941.980 2.081.522 2.172.588Anteil am Gesamterlös 84,97 % 84,43 % 84,41 % 83,82 %2. Bundesliga 313.016 358.000 384.479 419.415Anteil am Gesamterlös 15,03 % 15,57 % 15,59 % 16,18 %Summe 2.083.194 2.299.980 2.466.001 2.592.003LizenzfuSSball Erlösin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Spielertrag 441.690 469.510 525.324 545.663Anteil am Gesamterlös 21,20 % 20,41 % 21,30 % 21,05 %Werbung 593.354 634.010 662.690 693.832Anteil am Gesamterlös 28,48 % 27,57 % 26,87 % 26,77 %Mediale Verwertung 610.705 629.079 653.836 724.347Anteil am Gesamterlös 29,32 % 27,35 % 26,51 % 27,95 %Transfer 127.672 215.110 232.670 195.269Anteil am Gesamterlös 6,13 % 9,35 % 9,44 % 7,53 %Merchandising 81.340 89.493 104.225 130.677Anteil am Gesamterlös 3,90 % 3,89 % 4,23 % 5,04 %Sonstiges 228.433 262.779 287.256 302.215Anteil am Gesamterlös 10,97 % 11,43 % 11,65 % 11,66 %Summe 2.083.194 2.299.980 2.466.001 2.592.003


47LizenzfuSSball Aufwandin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Personal Spielbetrieb 883.018 922.456 928.648 1.007.476Anteil am Gesamtaufwand 40,39 % 40,70 % 38,22 % 39,57 %Personal Handel/Verwaltung 112.676 115.621 134.930 155.172Anteil am Gesamtaufwand 5,15 % 5,10 % 5,55 % 6,09 %Transfer 305.400 293.203 321.345 322.940Anteil am Gesamtaufwand 13,97 % 12,94 % 13,23 % 12,68 %Spielbetrieb 357.801 384.778 424.554 421.841Anteil am Gesamtaufwand 16,36 % 16,98 % 17,47 % 16,57 %Jugend/Amateure/Leistungszentrum 85.703 92.564 103.138 105.751Anteil am Gesamtaufwand 3,92 % 4,08 % 4,24 % 4,15 %Sonstiges 441.840 457.722 517.101 532.959Anteil am Gesamtaufwand 20,21 % 20,20 % 21,28 % 20,93 %Summe 2.186.436 2.266.343 2.429.715 2.546.139AUFWAND Parallel zu den steigendenErlösen sind auch die Aufwendungenvon Jahr zu Jahr gewachsen – auf mehrals 2,5 Milliarden Euro. Im Zeitraum seit2009/2010 haben sich die Mehrausgabenauf 16,5 Prozent addiert. Als größteKostenposition schlägt dabei „PersonalSpielbetrieb“ zu Buche, das 2012/2013erstmals bei knapp über einer MilliardeEuro und somit um 8,5 Prozent höher alsin der Vorsaison lag. Auch auf dem Aufwandskontoliegt die Bundesliga mit einemAnteil von 83 Prozent gegenüber der2. Bundesliga deutlich vorn.LizenzfuSSball Entwicklung der Erlösein Tausend ¤2.500.0002.250.0002.000.0002.083.1942.299.9802.466.001+5,1 %im Vergleichzum Vorjahr2.592.003LizenzfuSSball Aufwand Spielbetriebin Tausend ¤450.000400.000350.000357.801384.778424.554 421.841–0,6 %im Vergleichzum Vorjahr2009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/20132009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/2013


48 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballErgebnis und KennzahlenLizenzfuSSball Anzahl Clubs mit positivem Ergebnisnach Steuern2012/2013212011/2012242010/2011202009/201013Zum dritten Mal in Folge erzieltder deutsche Lizenzfußball einpositives Ergebnis nach Steuern– mit knapp 46 MillionenEuro fällt es so hoch aus wie nie in denvergangenen vier Jahren. Der 2009/2010erlittene Verlust von 103 Millionen Euroist durch die Überschüsse in den darauffolgendenSpielzeiten von kumulierten115,8 Millionen Euro nun mehr als wettgemacht.Insgesamt wiesen in der vergangenenSaison 21 von 36 Clubs einen Gewinnaus, zwölf davon kamen aus der Bundesliga.Beim EBITDA kommen die Clubsauf insgesamt 394,3 Millionen Euro Gewinnvor Abzug von Zinsen, Steuern undAbschreibungen.LizenzfuSSball gESAmtergebnis nach Steuernin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Lizenzfußball –103.242 33.637 36.286 45.864LizenzfuSSball Ebitda im Schnittin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Lizenzfußball 5.388 8.854 9.611 10.952


49Personalaufwand Spielbetriebin Relation zum GesamterlösDie Kosten für das Personalsind erneut gestiegen, im vergangenenJahr um 9,3 Prozentauf nun knapp 1,2 MilliardenEuro. Das entspricht einem Anteil amGesamtumsatz der lizenzierten Fußballclubsvon 44,9 Prozent. Unverändertmachen die Ausgaben für Spieler undTrainerstab 87 Prozent des gesamtenPersonalaufwands aus. Der Rest entfälltauf die Club-Mitarbeiter in Verwaltungund Handel. Bezogen auf den Gesamtumsatzbeträgt die Quote der Profikader-Personalkostenrund 39 Prozent –das ist gut ein Prozentpunkt mehr als inder Saison zuvor, liegt aber im Gegensatzzu den Spielzeiten 2009/2010 und2010/2011 weiterhin unter 40 Prozent.Auf die Bundesliga entfallen 84 Prozentaller Personalaufwendungen im deutschenLizenzfußball.LizenzfuSSball gESAmtin Tausend €2009/2010 2010/2011 2011/20122012/2013Personalaufwand Spielbetrieb 883.018 922.456 928.648 1.007.476Quote I 42,4 % 40,1 % 37,7 % 38,9 %Personalaufwand Spielbetrieb + Handel/Verwaltung 995.693 1.038.076 1.063.578 1.162.648Quote II 47,8 % 45,1 % 43,1 % 44,9 %Erlös gesamt 2.083.194 2.299.980 2.466.001 2.592.003


50 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballZuschauerberichtZum zweiten Mal in der Geschichtedes deutschen Profifußballslockten Bundesligaund 2. Bundesliga in der Saison2012/2013 zusammen insgesamtmehr als 18 Millionen Zuschauer in dieStadien. Zwar gingen die Besucherzahlenin der Bundesliga im Vergleich zumVorjahr, in dem der bisherige Zuschauerrekordaufgestellt worden war, leicht zurück,doch mit 12,8 Millionen Besuchernbei den 306 Spielen und somit einemSchnitt von 41.914 pro Spiel erzieltedie Bundesliga dennoch ihr drittbestesErgebnis aller Zeiten. Erklären lässt sichder leichte Zuschauerrückgang mit derBesetzung der Bundesliga in der Saison2012/2013, in der sieben Clubs mit einerStadionkapazität unter 30.000 Zuschauernspielten. Über sämtliche Clubsund Spiele gerechnet waren 91 Prozentaller Sitz- und Stehplätze in den Stadienbelegt. Dabei verkauften die Clubs imSchnitt rund 26.000 Dauerkarten, womitdiese einen Anteil von 62 Prozent allerabgesetzten Tickets ausmachten.In der 2. Bundesliga konnte die Anzahlder verkauften Dauerkarten sogar nocheinmal um 2 Prozent auf durchschnittlichüber 8.200 pro Club erhöht werden. Insgesamtkamen hier knapp 5,2 MillionenZuschauer oder im Schnitt 16.926 Besucherpro Spiel in die Arenen.


51Bundesliga Kaufkarten2010/2011 2011/2012 2012/2013Zuschauer gesamt 12.882.904 13.553.692 12.825.813davon Dauerkarten gesamt 7.765.957 8.009.922 7.949.387relativer Anteil Dauerkarten 60,28 % 59,76 % 61,98 %davon Tageskarten gesamt 5.116.947 5.453.770 4.876.426relativer Anteil Tageskarten 39,72 % 40,24 % 38,02 %Zuschauer je Spiel 42.101 44.293 41.914davon Dauerkarten je Spiel 25.379 26.470 25.978davon Tageskarten je Spiel 16.722 17.823 15.9362. Bundesliga Kaufkarten2010/2011 2011/2012 2012/2013Zuschauer gesamt 4.448.977 5.261.9395.179.395davon Dauerkarten gesamt 1.812.948 2.466.462 2.516.816relativer Anteil Dauerkarten 40,75 % 46,87 % 48,59 %davon Tageskarten gesamt 2.636.029 2.795.477 2.662.579relativer Anteil Tageskarten 59,25 % 53,13 % 51,41 %Zuschauer je Spiel 14.539 17.19616.926davon Dauerkarten je Spiel 5.925 8.060 8.225davon Tageskarten je Spiel 8.614 9.136 8.701LizenzfuSSball Kaufkarten2010/2011 2011/2012 2012/2013Zuschauer gesamt 17.331.881 18.815.63118.005.208davon Dauerkarten gesamt 9.578.905 10.556.384 10.466.203relativer Anteil Dauerkarten 55,27 % 56,16 % 58,13 %davon Tageskarten gesamt 7.752.976 8.249.247 7.539.005relativer Anteil Tageskarten 44,73 % 43,84 % 41,87 %Zuschauer je Spiel 28.320 30.74529.420davon Dauerkarten je Spiel 15.652 17.265 17.102davon Tageskarten je Spiel 12.668 14.510 12.318


52 Bundesliga Report 2014 Die wirtschaftliche Situation im LizenzfußballZuschauerentwicklungEntwicklung Zuschauerzahlenseit der Saison 1963/1964VerkaufteKarten15.000.000KonstanzDer deutsche Profifußball kam inder Saison 2012/2013 mit mehrals 18 Millionen Zuschauern aufdie zweithöchste Besucherzahlaller Zeiten.18.005.20811.775.58312.825.81310.000.0005.000.0005.909.7765.037.2805.179.39501972/1973 1982/1983 1992/1993 2002/2003 2012/2013LizenzfußballBundesliga2. Bundesliga (seit 1974/1975)Die Bundesliga war auch inder vergangenen Saison2012/2013 wieder die Fußballligamit dem weltweithöchsten Zuschauerschnitt. Durchschnittlich41.914 Besucher kamen zu jedem der306 Spiele. Im Vergleich zur englischenPremier League kamen somit im Schnittrund 6.000 Fans mehr pro Spiel, die spanischePrimera División wurde sogar um13.700 Zuschauer, die italienische Serie Aum 18.600 deutlich übertroffen.Trotz des geringen Zuschauerrückgangsim Vergleich zur Vorsaison konnte dieBundesliga somit ihre konstant hohenZuschauerzahlen, die sich seit Ende der80er Jahre weit mehr als verdoppelthaben, halten. Auch in der 2. Bundesligawurde mit 5,18 Millionen Besucherndie dritthöchste Publikumsresonanz seitEinführung der Liga 1974 erreicht.Zuschauerschnitt der Top Five Ligen in Europain der Saison 2012/2013Quellen: DFL/weltfussball.deBundesliga41.914Premier League35.921Primera División28.249Serie A23.300Ligue 119.207


Lizenzfußball:850 Mio. Steuern und AbgabenÄhnlich wie der Umsatz steigt auchdas Steuer- und Abgabeaufkommen desProfi fußballs kontinuierlich an. In der Saison2012/2013 überwiesen die 36 Clubsinsgesamt rund 850 Millionen Euro andas Finanzamt und an die Sozialkassen.Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dieseine Steigerung um 6,7 Prozent oder53,8 Millionen Euro. Damit hat der Lizenzfußballallein in den vergangenen vier Jahrenzusammen mehr als 3 Milliarden Euroan Steuern und Abgaben bezahlt.LizenzfuSSball Steuern und Abgabenin ¤850.000.000850.860.078+6,7 %im Vergleichzum Vorjahr800.000.000797.060.950750.000.000700.000.000700.257.170718.579.6832009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/2013


Lizenzfußball:45.000 Jobs im ProfifußballRund 45.000 Menschen in Deutschlandverdanken dem deutschen Profifußballdirekt oder indirekt ihren Arbeitsplatz.Allein in der Saison 2012/2013 wurdenetwa 1.000 neue Jobs rund um die Bundesligaund die 2. Bundesliga geschaffen.Bei den Clubs und ihren Tochterunternehmenwaren 15.546 Voll- und Teilzeitkräfte,Auszubildende und Aushilfskräfte tätig.Die Anzahl der indirekt Beschäftigten(Sicherheits- und Wachdienst, Sanitätsdienst,Sonstige) lag bei 29.668.LizenzfuSSball Arbeitsplätze im ProfifuSSball46.00045.21444.28444.000+2,1 %im Vergleichzum Vorjahr42.00040.81040.00040.4682009/2010 2010/2011 2011/2012 2012/2013


HERAUSGEBERDFL Deutsche Fußball Liga GmbHGuiollettstraße 44–46D-60325 Frankfurt/MainT +49 69 65005-0F +49 69 65005-557E info@bundesliga.deW bundesliga.deOffizielleR Premium-Partner der BundesligaOffizielle Partner der BundesligaVerantwortlichChristian PfennigREDAKtion und KoordinationTobias SchildMITARBEITTom Ballenweg, Jörg Degenhart, Eckart Gutschmidt,Dr. Dirk Meyer-Bosse, Werner Möglich,Corinna Schmidt, Malte SchulzFOTOREDAKtionDFL Deutsche Fußball Liga GmbHOffizielle Lizenzpartner der BundesligaBILDNACHWEISDFL Deutsche Fußball Liga GmbH,Getty Images Deutschland GmbH,Witters Sport-Presse-Fotos GmbHGESTALTUNGSpeedpool GmbHDRUCKBlattwerk Hannover GmbHStand: 22. Januar 2014


DFL Deutsche Fußball Liga GmbHGuiollettstraße 44–46D-60325 Frankfurt/MainT +49 69 65005-0F +49 69 65005-557E info@bundesliga.deW bundesliga.de

Ähnliche Magazine