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Geschäftsbericht 2010 - Kantonsspital Glarus

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<strong>Geschäftsbericht</strong><strong>2010</strong>


3 Menschen für Menschen4 Kennzahlen des <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong>5 Bericht der Geschäftsleitung6 Menschen für Menschen: Michael Mutter, Facharzt8 Medizinische Klinik10 Chirurgische Klinik12 Menschen für Menschen: Jessica Leuzinger, Pflegefachfrau14 Frauenklinik15 Psychiatrie16 Pflege18 Menschen für Menschen: Sebastian Reich, Fachmann Operationstechnik20 Anästhesie, Intensivpflege, Rettung21 Radiologie22 Beratung und Therapien24 Menschen für Menschen: Silvia Kundert, Mitarbeiterin Lingerie26 Unterstützende Prozesse27 Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> in Zahlen33 Zuwendungen34 Finanzabschluss36 Impressum


2Menschen für Menschen.Von links nach rechts: MichaelMutter, Jessica Leuzinger,Sebastian Reich, Silvia Kundert


Menschen für Menschen3Menschliche Nähe, persönliche Zuwendung undviel Handarbeit sind bei der Behandlung und Betreuungder Patientinnen und Patienten unersetzlichund in einer Zeit des starken ökonomischenDrucks und der grossen Veränderungen in derSpitallandschaft besonders wertvoll.Die neue Spitalfinanzierung wird die SchweizerSpitallandschaft in den nächsten Jahren stark verändern.Wettbewerb, Kostendruck, Wirtschaftlichkeitund Qualitätstransparenz sind die Begriffe, dieden bevorstehenden Veränderungsprozess prägen.Trotz allem wird in den Spitälern die menschlicheArbeitskraft immer im Zentrum stehen. Im Gegensatzzur Industrie, wo Abläufe dank dem Einsatzvon Maschinen rationalisiert und Menschen durchMaschinen ersetzt werden können, erhöhen Maschinenund Technik im Spital die Diagnose- undTherapiesicherheit. Die EDV verbessert die Abläufeund stellt sicher, dass notwendige Informationenrascher und umfassender zur Verfügung stehen.Alle technischen Errungenschaften werden abernie den menschlichen Kontakt zwischen den Mitarbeitendenund den Patientinnen und Patientenersetzen können. Auch die neue Spitalfinanzierungwird nichts daran ändern, dass kranke, verunfallteMenschen und gebärende Frauen Menschen brauchen,die für sie da sind.Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> (KSGL) bietet den Menschenaus dem Glarnerland und der angrenzendenRegionen medizinische Kompetenz in vielen Fachgebieten.Dazu braucht es die Leistung unserer 500Mitarbeitenden aus rund 20 Berufen. Jede einzelnePerson ist eine Visitenkarte für das Spital und prägtzusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen dasGesamtbild unserer Institution.Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KSGL tragendie künftigen gesundheitspolitischen Herausforderungenmit und werden mit Themen wie Kostendruckund Wirtschaftlichkeit konfrontiert, die siemit ihrem Berufsverständnis in Einklang bringenmüssen. Im Alltag ist der ökonomische Druck fürdie Mitarbeitenden eine zusätzliche Belastung, diesie neben der Fürsorge für ihre Patientinnen undPatienten zu tragen haben.Patienten und Angehörige sind oft in einem Ausnahmezustand,wenn sie das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong>aufsuchen. Viele haben Schmerzen oder Angst,sind verunsichert oder traurig. In diesen – oftmalsschwierigen – Situationen geben unsere Mitarbeitendenin ihrer beruflichen Aufgabe, aber auch alsMenschen tagtäglich rund um die Uhr ihr Bestes.Als Anerkennung und zum Dank für ihr grosses Engagementals Menschen und Fachpersonen stehensie im vorliegenden Jahresbericht <strong>2010</strong> im Zentrum.Die vier Mitarbeiterporträts stehen stellvertretendfür alle, die sich im Team des <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong>als Menschen für Menschen einsetzen.Markus Hauser, lic.oec.HSGDirektor


4 Kennzahlen des <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong>Kennzahlen zum Bericht der Geschäftsleitung<strong>2010</strong>2009Austritte stationär *Pflegetage *Durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Tagen *Anteil zusatzversicherte Patienten/PatientinnenAnteil notfallmässige EintritteDurchschnittsalter (inkl. Säuglinge) in JahrenCase-Mix-Index (CMI)GeburtenUmsatz in CHF stationärambulantübrigerAnzahl ambulante Patienten/PatientinnenPersonalbestand (umgerechnet auf Vollzeitstellen)4 64436 8587.917.6 %52.8 %51.00.89329220 618 30415 174 0184 727 71216 059369.84 57737 2868.116.6 %52.4 %50.30.89929521 432 34613 816 5244 567 80617 147369.9* ohne gesunde Säuglinge


Bericht der Geschäftsleitung5Nach der umfassenden Reorganisation im Vorjahrstanden im Geschäftsjahr <strong>2010</strong> die Konsolidierungder operativen Neuorganisation und die Weiterführungder zielorientierten Unternehmensentwicklungim Zentrum.Die im Jahr 2009 umgesetzte operative Reorganisationdes <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong> (KSGL) wurde imGeschäftsjahr <strong>2010</strong> weiterentwickelt und gefestigt.Die mit der Verpflichtung von Frau RegulaBerchtold als Leiterin Nicht operative Patientenprozesseper 1. April <strong>2010</strong> abgeschlossene Neubesetzungder Geschäftsleitung war dabei eine wichtigeWegmarke. <strong>2010</strong> wurde die Verselbstständigungdes KSGL und die Umwandlung in eine AG intensivvorangetrieben, zudem wurden Gespräche mitmöglichen Kooperationspartnern geführt. BeideVorhaben werden im Jahr 2011 zum Abschlussgebracht werden können.Das Geschäftsjahr <strong>2010</strong> zeigt eine leistungsmässigund finanziell erfreuliche Entwicklung. Vor allemdie Nicht Operativen Prozesse (Medizin und Psychiatrie)konnten gegenüber dem Vorjahr gut zulegenund übertrafen mit ihrem Resultat gar das Jahresziel.Der Jahresgewinn von über 700 000 Frankenstimmt zuversichtlich, soll aber nicht über künftigeHerausforderungen hinwegtäuschen.Das <strong>2010</strong> im KSGL eingeführte neue Unternehmenslogoist ein Zeichen der Modernisierung undsteht mit dem Claim «Medizinische Kompetenzfür die Region» für das Selbstbewusstsein des<strong>Kantonsspital</strong>s als wichtiger Teil der Gesundheitsversorgungder Region Glarnerland und angrenzenderGebiete. Der <strong>Geschäftsbericht</strong> 2009 wurdeals erstes Produkt im neuen Erscheinungsbildgestaltet. Mit der komplett überarbeiteten Websitewww.ksgl.ch wurde Ende <strong>2010</strong> ein weiteres starkesZeichen im Rahmen der weiterlaufenden Kommunikationsoffensivegesetzt.Die zur Verfügung stehenden Mittel liessen auch imGeschäftsjahr <strong>2010</strong> weiter gehende Investitionennicht zu. In Mobilien wurde gut eine Million Frankeninvestiert, was angesichts des Anlagebestandesdeutlich zu wenig ist. Damit verliert der Anlagebestanddes <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong> Jahr für Jahr anWert. Dieses Manko muss früher oder später wiederegalisiert werden.Das Team des <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong> setzt sich fürunsere Patientinnen und Patienten, die zuweisendeÄrzteschaft und die Angehörigen mit viel Engagementund professioneller Leistung rund um dieUhr ein. Nur diese starke Mannschaftsleistungmacht zusammen mit einer Vielzahl von Projektendie ständige Weiterentwicklung des KSGL möglich.Die Geschäftsleitung dankt deshalb allen Mitarbeitendenganz herzlich für ihren tollen Einsatz imvergangenen Jahr.Ein herzlicher Dank geht auch an alle Zuweisenden,an das Departement Finanzen und Gesundheitunter Regierungsrat Rolf Widmer sowie an die weiterenpolitischen Behörden für die treue Zusammenarbeitund die grosse Unterstützung.Markus Hauser, lic.oec.HSGDirektorDie Geschäftsleitung des <strong>Kantonsspital</strong>s<strong>Glarus</strong>. Von links nach rechts:Regula Berchtold, Sacha Geier,Markus Hauser, Daniel Meli, AndréRotzer


Menschen für Menschen7Michael MutterFacharzt für Innere Medizin und Kardiologie«Ich höre gerne zu, denn das ist in der Medizin nochimmer wichtiger als die ganzen technischen Mittel.»Mit dem Morgenrapport in der Klinik für InnereMedizin startet der 37-jährige Dr. med. MichaelMutter, Oberarzt Innere Medizin und Kardiologie,seinen Arbeitstag am <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong>. Im Teamwerden die Notfälle und Eintritte der vergangenenNacht sowie besondere Probleme besprochenund der interdisziplinäre Austausch mit anderenBereichen wird gepflegt. Nach der Visite auf derIntensivstation widmet er sich in der kardiologischenSprechstunde den aus der Region zugewiesenenambulanten Patientinnen und Patienten. Bei ihnenwie auch bei stationären Patienten führt er kardiologischeSpezialuntersuchungen wie beispielsweiseEchokardiographien durch. Bei der Implantation vonHerzschrittmachern arbeitet der Kardiologe jeweilsmit den Kollegen von der Chirurgie zusammen. DerNachmittag gehört weiteren Visiten wie beispielsweiseder Visite auf der Dialysestation sowie erneutder kardiologischen Sprechstunde, bevor dann dieAbendvisite auf der Intensivstation folgt. Dazwischenfinden oft Konsilien mit der Chirurgie oderanderen Fachgebieten statt.Liebe auf den zweiten Blick«Ich habe im KSGL vor einigen Jahren meine mündlicheFacharztprüfung in innerer Medizin absolviertund da hat man mir ein Angebot für eine Oberarztstellegemacht», schildert Michael Mutter seinenStart in <strong>Glarus</strong> und gibt zu, dass er das Angebot erstein Jahr später angenommen hat, nachdem die Zeitfür ihn reif gewesen sei. Am KSGL befasste er sichgut zwei Jahre intensiver mit der Kardiologie, bevorer dann während dreier Jahren am Triemlispital inZürich die zweite Facharztausbildung zum Kardiologenabsolvierte. Danach ist er wieder als Oberarztnach <strong>Glarus</strong> zurückgekehrt und wird in naher Zukunftdie ärztliche Leitung der Kardiologie am KSGLübernehmen.Den Patienten sagen, wie es weitergehtMichael Mutter geht es als Arzt nicht nur ummedizinische Aspekte sondern auch darum, denMenschen als Persönlichkeit zu erfassen, um seineSymptome und Beschwerden einordnen zu können.«Das Problem zu objektivieren und ein Konzept fürdie Patienten zu entwickeln und ihnen zu sagen,wie es weitergeht – das ist das Schöne an meinemBeruf», umschreibt er die Begeisterung für seineAufgabe. Es sei ihm wichtig, den Patienten zu helfen,ihre Probleme einzuordnen. In <strong>Glarus</strong> gelänge dasmeist gut, denn die Leute seien realistischer als etwadie Städter in Zürich und könnten auch akzeptieren,dass das Leben einmal zu Ende geht. Michael Mutterschätzt das Glarnerland. Er wohnt mit seiner Familieseit Kurzem im Kanton und betreibt zum AusgleichLaufsport – «nicht erst, seit ich Kardiologe bin», wieer sagt.


8 Medizinische KlinikEngagement trägt FrüchteDie medizinische Klinik blickt auf ein erfolgreichesJahr mit höheren stationären Patientenzahlen undgesteigerten Einnahmen im ambulanten Bereichzurück. Mit neuen Angeboten richtet sich die Klinikauf die künftige demografische Entwicklung aus.Das vergangene Jahr war für die medizinische Klinikerneut erfolgreich, da die Zahl der stationärenPatienten gegenüber dem Vorjahr um vier Prozentund die Einnahmen aus den Ambulatorien gar um18 Prozent zunahmen. Dank einer zusätzlichenAssistenzarztstelle und der besseren Arbeitszeitkoordinationkonnten die seit Langem angehäuftenÜberstunden der Assistenzärzte auf ein zumutbaresMass reduziert werden. Ich bedanke michbei den in diese Planung involvierten Personenherzlich. Die Assistenzärzte leisten im <strong>Kantonsspital</strong><strong>Glarus</strong> einen wichtigen Beitrag bei der Betreuungder Abteilungs- und Notfallpatienten. UnsereAnstrengungen für eine seriöse Ausbildung habensich im Resultat der jährlichen gesamtschweizerischenUmfrage der Assistenzärzte niedergeschlagen,wurde doch die Ausbildungsqualität unsererKlinik als überdurchschnittlich gut benotet.(Tumorboard) mit Chirurgen, Gynäkologen undBestrahlungsspezialisten ab, damit Patientinnenund Patienten vom Fachwissen aller Spezialistenprofitieren können.Ausrichtung auf künftige BevölkerungsentwicklungUnsere Patientinnen und Patienten werdenzunehmend älter und leiden unter anderem auchdeswegen vermehrt an Gefässkrankheiten. Vordiesem Hintergrund haben wir im vergangenenJahr das Konzept einer akut geriatrischen Abteilungfür alte pflegebedürftige Menschen und einerangiologischen Sprechstunde für Gefässpatientenentwickelt. Im Bereich der Geriatrie ist die engeZusammenarbeit mit einem Partnerspital vorgesehen,die Abteilung soll ab 2012 betrieben werden.PD Dr. med. Thomas BrackChefarzt Innere MedizinFrau Dr. med. Christina Züger führt mit grossemEngagement und Fachwissen die Abteilung für Onkologie(Krebskrankheiten). Aufgrund der steigendenZahl an Tumorpatienten wird sie von Frau Dr.med. Fabia Weisser als Oberärztin und Spezialistinfür Krebskrankheiten in der Tumorsprechstundetatkräftig unterstützt. Die Abteilung für Onkologiehält wöchentliche interdisziplinäre BesprechungenMedizinische KlinikInnere MedizinPneumologieKardiologieGastroenterologieNephrologie/DialyseDiabetologie/EndokrinologieOnkologiePädiatriewww.ksgl.ch


Medizinische Klinik9Gezielte Suche nach der InfektionsquelleEin 68-jähriger Mann wurde dem <strong>Kantonsspital</strong><strong>Glarus</strong> vom Hausarzt mit Verdacht auf Verschlechterungeiner bestehenden chronisch obstruktivenLungenerkrankung (COPD) zugewiesen. Er fühlte sichseit zwei Tagen abgeschlagen und litt unter zunehmenderAtemnot.Vor mehr als zehn Jahren waren dem Mann wegeneiner koronaren Herzkrankheit aortokoronare Bypässeangelegt und vor sechs Jahren war zur Verbesserungder Pumpfunktion und zur Verhinderung desplötzlichen Herztodes in einer auswärtigen Klinik einDrei-Kammer-Herzschrittmacher mit ICD-Funktion(interner Cardioverter-Defibrillator) implantiertworden. Ausserdem lagen ein Diabetes Typ 2, einemittelschwere Nierenfunktionsstörung und eineHypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) vor.Bei Eintritt war der Patient hypoton, tachykard undhatte 39 Grad Fieber. Wegen des Verdachts auf einenseptischen Schock wurde ihm auf der Intensivstationein intravenöses Breitbandantibiokum verabreicht.In den Blutkulturen konnten am nächsten Tag Bakterien(Staphylococcus aureus) nachgewiesen unddamit konnte die Diagnose einer Staphylokokken-Sepsis gesichert werden.Um die Möglichkeit einer Infektion der Herzschrittmacherdrähteauszuschliessen, wurde ergänzendeine transoesophageale Echokardiographie (Herzultraschalldurch die Speiseröhre) vorgenommen.Tatsächlich zeigte sich in dieser Untersuchung eineVegetation (bakterielle Auflagerung) an einemSchrittmacherdraht im rechten Vorhof. Obwohl derHerzschrittmacher infiziert war, kam seine Entfernungnicht in Frage, da der Patient wegen derschweren Herzinsuffizienz von der Schrittmacherfunktionabhängig war. Deshalb wurde die Antibiotikatherapieauf zwei Präparate ausgeweitet, welchemit hoher Potenz den bakteriellen Keim abzutötenvermögen. Unter dieser Behandlung stabilisierte sichder Zustand des Patienten rasch. Nach vierwöchigerintravenöser Antibiotikatherapie konnte mittelserneuter transoesophagealer Echokardiographienachgewiesen werden, dass die Bakterienvegetationauf der Schrittmacherelektrode vollständig verschwundenwar. Der Patient konnte das Spital nocham gleichen Tag in gutem Allgemeinzustand ohneAntibiotika verlassen.In der klinischen Untersuchung war an der Haut keineEintrittspforte für das Bakterium auszumachen.Da der Erreger typischerweise auch Herzklappenbefallen kann, wurde eine Echokardiographie (Herzultraschall)durchgeführt, in der sich keine Hinweiseauf einen Befall des Herzens ergaben.


10Chirurgische KlinikAuf die Zukunft vorbereitetDie chirurgische Klinik hat sich mit ihrem breitenAngebot <strong>2010</strong> erfolgreich etabliert. Die gezielteNachwuchsförderung und der geplante Ausbau derSprechstunden und des Ambulatoriums sind wichtigeWeichenstellungen im Hinblick auf künftigeHerausforderungen.Die Chirurgie am <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> kann auf einarbeitsreiches und erfolgreiches Jahr <strong>2010</strong> zurückblicken.Es stand im Zeichen der Konsolidierung,insbesondere bei den neu eingeführten minimalinvasivenVerfahren. Es wurden viele Erfahrungengesammelt und in den neuen Verfahren wurdeSicherheit gewonnen. Einrichtungen, Geräte undMaterialien wurden entsprechend angepasst. Dieskonnte im Sinne kostengünstiger Synergien zumTeil auch bereichsübergreifend realisiert werden.Die Ergänzung unseres Kaderteams durch zweierfahrene Fachärzte garantiert, dass wir unserDienstleistungsspektrum weiterhin in gewohnterQualität und Breite anbieten können. Wir legengrossen Wert auf die Ausbildung unserer jungenKolleginnen und Kollegen und bieten ihnen dieMöglichkeit, ihre Kenntnisse und Fertigkeitensowohl intern als auch extern an Kursen und Fortbildungenzu vertiefen. Durch die enge Zusammenarbeitmit unseren Belegärzten erhalten sie zudemgute Einblicke in verwandte Spezialfächer.Mit Blick auf die Herausforderungen der neuenAbgeltung und der Öffnung der Kantonsgrenzenhaben wir uns für das kommende Jahr zum Zielgesetzt, unser Angebot zugunsten der GlarnerBevölkerung und der umliegenden Regionen weiterauszubauen. Mit Priorität nehmen wir bei Sprechstundenund Notfall sowohl baulich als auch vonden Abläufen her Optimierungen vor. So werdendie Sprechstunden und das Ambulatorium imStock 0 des Hauptgebäudes zentralisiert, wo künftigauch die Spezialsprechstunden der Belegärztestattfinden. Damit entsteht ein eigentlicher Stützpunktmit einem permanenten Ansprechpartnerund einer zentralen Organisation für Patientinnenund Patienten. Mit diesem neuen Konzept werdenWege kürzer und die Zusammenarbeit mit unserenKolleginnen und Kollegen der Anästhesie und derPflege wird verbessert. Neben diesen Neuerungenpflegen und entwickeln wir auf allen Ebenen dasbisher Erreichte, damit wir unseren Patientinnenund Patienten weiterhin eine qualitativ hochstehendeChirurgie anbieten können.Dr. med. André RotzerChefarzt ChirurgieChirurgische KlinikAllgemeine ChirurgieTraumatologieViszeralchirurgieGefässchirurgieThoraxchirurgieVenenchirurgieHandchirurgieKieferchirurgieNeurochirurgieOrthopädieHals-Nasen-Ohren-HeilkundeAugenheilkundeUrologiewww.ksgl.ch


Chirurgische Klinik11Dank Operation schnell im Alltag zurückBeim Wandern stolpert der 62-jährige Mann undstürzt einen Abhang hinunter. Er klagt über starkeSchmerzen im linken Knöchel. Die Rega fliegt ihnnach einer Erstversorgung auf die Notfallstation des<strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong>. Dort wird er vom chirurgischenAssistenten und von der zuständigen Pflegefachkraftin Empfang genommen. Sie nimmt demPatienten Blut ab, legt eine Infusion und verabreichtSchmerzmittel, während der Arzt die Befragung undUntersuchung vornimmt. In Absprache mit demKaderarzt werden zur weiteren Abklärung verschiedenediagnostische Massnahmen veranlasst.Anhand einer Thorax-, Wirbelsäulen- und Becken-Röntgenaufnahme können Verletzungen in diesenBereichen ausgeschlossen werden. Die Röntgenuntersuchungbringt hingegen eine Fraktur desAussenknöchels links zutage. Die im Weiterendurchgeführte Ultraschalluntersuchung desAbdomens (Unterbauchs) zeigt keine krankhaftenVeränderungen. Der Patient wird über die Notwendigkeiteiner operativen Versorgung des Knochenbruchsinformiert und es werden mögliche Risikensowie Komplikationen einer Behandlung mit undohne Operation besprochen. Der Patient willigt nachder umfassenden Information in eine Operation ein.Der diensthabende Anästhesist bespricht mit demPatienten die Form der geplanten Anästhesie. DasOperationsteam erhält Informationen zur Dringlichkeitdes Eingriffs, zur Lagerung des Patienten sowiezum benötigten Material und zu den für den Eingrifferforderlichen Instrumenten. Baldmöglichst wird derPatient in den OP-Betrieb eingeschleust.Es werden unter Vollnarkose eine offene Reposition(verschobene Knochen werden in die richtigePosition gebracht) und Osteosynthese (Knochenendenwerden zusammengefügt) mit Platte undSchrauben durchgeführt. Das Operationsergebniswird während des Eingriffs mittels Durchleuchtungkontrolliert und dokumentiert. Bei stabiler Osteosynthese,das heisst, wenn die Knochen fest miteinanderverbunden sind, kann sich der Patient bereitsam folgenden Tag unter physiotherapeutischerAnleitung an Stöcken bewegen. Nach Entfernung derintraoperativ eingelegten Drainage (Absaugen desWundsekrets mit Vakuum) wird ein Kontrollröntgenbildangefertigt. Sobald der Patient sicher mit denStöcken laufen kann, wird er nach Hause entlassen.Nach spätestens zwei Wochen werden die Fäden derOperationsnaht durch den Hausarzt entfernt. DerPatient wird in den nächsten sechs Wochen dengebrochenen Fuss mit maximal 15 kg belasten undsich dann wieder zu einer klinischen und radiologischenKontrolle im Ambulatorium vorstellen. Bisdahin erhält er eine gewichtsadaptierte Thromboseprophylaxe(Medikamente zur Verhinderung vonBlutgerinnseln). Zeigt sich in der radiologischenKontrolle nach sechs Wochen eine gute knöcherneDurchbauung, kann mit der schrittweisen Belastungssteigerungbegonnen werden. In gleicher Weisekönnen berufliche und sportliche Aktivitäten wiederaufgenommen werden.


Menschen für Menschen13Jessica LeuzingerDipl. Pflegefachfrau HF«Wenn man offen auf die Menschen zugeht und ihnenSicherheit gibt, kommt viel Positives zurück.»Der Kontakt mit neuen Patienten beginnt für JessicaLeuzinger mit schriftlichen Informationen zu Personalienund Eintrittsdatum. Die 23-jährige diplomiertePflegefachfrau HF ist in der chirurgischenKlinik des <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong> für die pflegerischeGrundversorgung zuständig. Nach der Begrüssungerklärt sie den Neueintretenden den Spitalbetriebund informiert über die Schritte bis zur Operation.«Ich nehme den Patienten die Ängste, indem ichmit ihnen über ihre Ängste spreche», betont sie. ImAnamnesegespräch wird der Umfang des pflegerischenAufwands eingeschätzt. Dabei geht es auchum intime Dinge wie zurückliegende Suizidversuche,erlittene Fehlgeburten oder schwere Erlebnisse in derFamilie. Im Rahmen der präoperativen Vorbereitungwerden die Patienten in ein Operationshemd eingekleidet,es müssen Schmuck, Piercings, dritte Zähneund sogar der Nagellack entfernt werden. Es sei mitviel Fingerspitzengefühl vorzugehen, denn – unabhängigvon seiner Position im Privaten – fühle sichjeder Patient in dieser Situation nackt. «Der Übergangvom Bett in den Operationssaal ist schwierig,es kommen existenzielle Ängste auf und unsereUnterstützung ist besonders gefragt», fährt JessicaLeuzinger weiter.Später werden Therapien organisiert und teilweiseauch therapeutische Verordnungen ausgeführt,damit die Patienten schnell wieder selbstständigwerden. Die Zusammenarbeit mit den Chirurgenund den Mitarbeitenden der Therapien sei dabeiwichtig. Beim Austritt werden mit den Patienten dienächsten Schritte, sei es die Unterstützung durchdie Spitex, ein Eintritt in eine Rehabilitationseinrichtungoder die Weiterführung der Pflege zu Hause,besprochen.Teamarbeit und stabiles Umfeld sind ein wichtigesFundamentJessica Leuzinger schätzt den Wert einer gutenTeamarbeit hoch ein. Kolleginnen und Kollegen,die hinter einem stehen, seien wichtig. Sie hat ander Pflegeschule <strong>Glarus</strong> die dreijährige Ausbildungzur Fachfrau Gesundheit und anschliessend an derhöheren Fachschule das zweijährige Studium zurdiplomierten Pflegefachfrau HF absolviert. Bald wirdsie selbst Lernende in der praktischen Ausbildungbegleiten. Sie schätzt ihren Beruf – Jessica Leuzingerfreut sich jeweils aber auch auf ihr Leben ausserhalbdes Spitals und erholt sich beim Lesen oder beim Pilatestrainingsowie im Ausgang mit Freunden.Rasch die Selbstständigkeit wiedererlangenNach der Operation beginnt die postoperativeVersorgung. In den ersten Stunden werden die Vitalfunktionenengmaschig überwacht sowie Drainagen,Katheter und Infusionen kontrolliert.


14FrauenklinikInnovative WegeDie Frauenklinik des <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong> erbringtin der Gynäkologie und in der Geburtshilfe gutausgebaute Dienstleistungen. Mit der neuen Familienabteilungwird den besonderen Bedürfnissenjunger Familien entsprochen.Klein, aber fein, eingebettet in eine moderneInfrastruktur, getragen von einem Team, das vonKompetenz und Menschlichkeit geprägt ist, sopräsentiert sich die Frauenklinik am <strong>Kantonsspital</strong><strong>Glarus</strong>. Die Behandlungszahlen bewegen sich imRahmen der Vorjahre, während die Intensität derBetreuung der einzelnen Patientin zugenommenhat. Hingegen hat die schweizweit steigende Geburtenzahldas Glarnerland noch nicht erreicht. DieSenologie (Behandlung von Brusterkrankungen)und die gynäkologische Urologie bilden sowohlhinsichtlich Diagnostik wie auch in der Therapiedie Schwerpunkte der Gynäkologie. Die minimalinvasive(laparoskopische) Operationstechnik istam <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> auch in der Gynäkologieetabliert. Dies bedeutet für die Patientin wenigerpostoperative Schmerzen, einen kürzeren Spitalaufenthaltund eine schnellere Rekonvaleszenz.Einbezug der ganzen FamilieIn der Geburtshilfe ist die Realisierung der Familienabteilungim Gange. Mit diesem Projekt erreichenwir eine Verbesserung der Betreuung der Familien,die bei uns ihr Kind zur Welt bringen. Die Familienabteilungbietet den Eltern ein Zuhause, das sichvon der Spitalatmosphäre unterscheidet, für Mutterund Kind aber höchstmögliche Sicherheitgarantiert. Reaktionen wie diese zeigen, dass wirdamit auf dem rechten Weg sind:«Herzlichen Dank für die tolle Begleitung undBetreuung während der ganzen Schwangerschaft,bei der Geburt und im Wochenbett. Wir fühltenuns jederzeit super betreut und aufgehoben.»Die Zahl der ambulanten Konsultationen hatweiter zugenommen. Die Ultraschallsprechstunde,die Sprechstunde für Brusterkrankungen unddie Sprechstunde für Beckenbodenproblematikenwerden vermehrt in Anspruch genommen. Wirwerten diese gesteigerte Nachfrage als Wertschätzungunserer Dienstleistungen und als Beweis desVertrauens in unsere Kompetenz.Dr. med. Kaspar Nicolas von RechenbergChefarzt FrauenklinikExMaster of Medical ManagementFrauenklinikGynäkologieBrusterkrankungenInkontinenzUnerfüllter KinderwunschMinimalinvasive ChirurgieEndometriosePlastische ChirurgieRund um die GeburtGeburtsvorbereitungGeburtshilfeWochenbettstationStillenSchwanger im SpitalBabygaleriewww.ksgl.ch


Psychiatrie15Zukunftsplanung auf solider GrundlageDie Psychiatrie am <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> hat miteiner Untersuchung zum Bedarf nach psychiatrischenLeistungen und zur Angebotsplanung denGrundstein für eine erfolgreiche Entwicklunggelegt.der hohen Behandlungsnachfrage gerecht zuwerden.Dr. med. Regula Guggenbühl SchlittlerLeitende Ärztin PsychiatrieIm Auftrag der Geschäftsleitung des <strong>Kantonsspital</strong>s<strong>Glarus</strong> (KSGL) wurde im Berichtsjahr <strong>2010</strong>die Hauptstudie «Die Psychiatrieversorgung desKantons <strong>Glarus</strong>; Bedarfserhebung und Angebotsplanungfür das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong>» durch Dr.med. Regula Guggenbühl Schlittler, Leitende ÄrztinPsychiatrie (Projektleitung), lic. oec. HSG MarkusHauser, Direktor, und Katrin Thoma, ehemaligeAbteilungsleiterin Psychiatrie, erarbeitet. Mit derUntersuchung wurden Grundlagen für einenAusbau der Behandlungskapazität der Psychiatrieam KSGL sowie für die optimale Ausrichtung ihresAngebots auf die einzelnen psychisch erkranktenMenschen erarbeitet.Die Psychiatrie am KSGL erhielt von der Verbindungder Schweizer Ärzte FMH die Anerkennung alsFMH-Weiterbildungsstätte Kategorie B für Psychiatrieund Psychotherapie. Seit Juni <strong>2010</strong> ergänzt derAssistenzarzt Dr. med. Mohamed Abukhater dasÄrzteteam Psychiatrie neben den beiden LeitendenÄrztinnen Frau pract. med. Gisela Maul Lechler undDr. med. Regula Guggenbühl Schlittler.Den Weg zurück ins Leben findenEin Mann mittleren Alters mit Familie und Berufwünscht eine Hospitalisation. Er gehe seit langemaus Pflichtbewusstsein über seine Grenzen undhabe Mühe, Nein zu sagen. Nun sei er körperlich undseelisch erschöpft. Er fühle sich innerlich leer, ausgebrannt,könne sich nicht mehr freuen, ziehe sichzurück und schlafe kaum noch. Dabei sei er früherein lebenslustiger Mensch gewesen. Unser interdisziplinäresBehandlungsteam unterstützt den depressivenPatienten durch eine auf ihn ausgerichtetewissenschaftlich fundierte Behandlung, mit demZiel, dass er die eigene Ressourcen stärken und seinLeben wieder eigenständig gestalten kann. Dabeistehen stets die Betroffenen und ihre Angehörigenim Zentrum der Aufmerksamkeit.Dank des hohen Einsatzes des interdisziplinärenBehandlungsteams, insbesondere des PflegteamsPsychiatrie, ist die Psychiatriestation in der Lage,


16 PflegeZusammenarbeit als ErfolgsfaktorWährend unserer Arbeit lassen wir uns in der Pflegedurch ein Zitat von Mutter Teresa inspirieren undleiten: «Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest,der nicht nach der Begegnung mit dir zufriedeneroder glücklicher ist.»Mit Blick zurück auf das Jahr <strong>2010</strong> dürfen wirfeststellen, dass der Abschluss und die Umsetzungdes Projekts «Optimierung der Pflegeorganisation»bereits erste Erfolge zeigt. So konnte mit einerneuen Dienstplangestaltung und einer Anpassungder Prozesse für die Pflege die Arbeitssituation fürdie Pflegekräfte optimiert werden. Zu den besonderenHerausforderungen der Pflege gehörte imBerichtsjahr auch die Zusammenlegung von zweimedizinischen Abteilungen auf eine 20-Betten-Abteilung. Diese Massnahme lässt eine flexiblereDienstabdeckung zu und führt zu einer Optimierungdes Pflegeprozesses.Im Zuge der räumlichen Reorganisation wurden diepädiatrischen Betten im Juli auf die medizinischeBettenstation 0 disloziert. Die Arbeitsabläufe, dieSchnittstellen sowie die ärztlich-internistischenund pflegerischen Zuständigkeiten wurden fürdie Betreuung der Kinder der Bettenstation 0 neudefiniert. Die zu betreuenden Kinder haben heuteeine fix zugeteilte Pflegefachperson sowie eineAssistenzärztin bzw. einen Assistenzarzt.Grund für das Erreichen der gesetzten Jahresziele.Bemerkenswert ist zudem die prozessübergreifendeZusammenarbeit der Abteilungen zum Beispielbei Personalengpässen und Pflegeproblemen.Neue Standards und gezielte FörderungFür das Jahr 2011 stehen die Umsetzung der zweineuen Standards «Patienteninformation» und«Abklärung, Behandlung und Betreuung» an. BeideStandards werden auch bei der SanaCERT-Rezertifizierungim Herbst 2011 eingereicht und überprüft.Mit der Standardisierung dieser Verfahren setzenwir die aufgrund der Patientenbefragung von 2009getroffenen Massnahmen um. Damit soll die hohePflegequalität sichergestellt und den Mitarbeitendenzusätzliche Sicherheit in ihrer täglichen Arbeitvermittelt werden. Wesentlich ist dabei auch dievermehrte Förderung einer fundierten, individuellenFort- und Weiterbildung bei den Mitarbeitendenund bei den Abteilungsleitenden.Regula Berchtold, MAS FHHeike BrendlerBereichsleiterinnen PflegeorganisationDie intensive Zusammenarbeit von Pflege undFührungskader wurde fortgesetzt, sie trug zu einerhohen Pflegequalität bei und war ein wesentlicher


Pflege17Selbstständigkeit zurückgebenUm 10.00 Uhr übernehme ich die 75-jährige Frauvon der Intensivstation. Ein Hirnschlag hat auf ihrerrechten Körperseite Einschränkungen bezüglichKraft, Beweglichkeit und Sensibilität zur Folge – sieist verunsichert und deprimiert. Vorher hat sieselbstständig in ihrem Haus gelebt, nun kann sie ihrerechte Hand kaum mehr gebrauchen und sich ohneUnterstützung nur mit Mühe auf den Beinen halten.Ich lasse die Patientin das Erlebte erzählen, sprecheihr Mut zu und stimme sie auf das bevorstehendePflegeprogramm ein. Nach einer Analyse der GehundStehfähigkeit mache ich sie mit dem Rollatorvertraut und begleite sie zum Esstisch. Damit sietrotz eingeschränkter Kraft und Beweglichkeit inihrer rechten Hand essen kann, bekommt die Patientinein spezielles Besteck mit verdickten Griffen. Ichleite sie dazu an, ihren geschwächten Arm vermehrteinzusetzen, um die früheren Fähigkeiten wiederzuerlangen.Am Nachmittag bespreche ich mit ihr denweiteren Spitalaufenthalt. Die Patientin befürchtet,nicht mehr selbstständig im eigenen Haus lebenzu können. Die Treppen im Haus bereiten ihr Sorge,denn eine schmerzhafte Arthrose im linken Kniebehindert sie zusätzlich. Wir schätzen zusammen dienachbarschaftlichen und familiären Ressourcen ein.Damit gelingt mir, die Angst bei der Patientin etwasabzubauen und sie zuversichtlicher zu stimmen.Arm wiederzuerlangen. Häufiges Mobilisieren undUmlagern verhindern das Wundliegen, regelmässigeBewegung und das Tragen von Stützstrümpfen dasEntstehen einer Thrombose. In Zusammenarbeit mitder Physiotherapie wird durch praxisnahes Gehtrainingmit Treppensteigen das Wiedererlangen derGehfähigkeit angestrebt. Die Schmerzen im Kniewerden durch Medikamente und durch Kältewickelreduziert.Mittels Checkliste ermittle ich täglich das Sturzrisikound bestimme zusammen mit der Patientin, abwann sie wieder gefahrlos unbeobachtet im Zimmerumhergehen kann. Sie freut sich mit uns überihre Fortschritte und arbeitet kooperativ an ihrerGenesung mit. Nach einer Woche kann sie viele deralltäglichen Handlungen wieder allein durchführen.Versehen mit detaillierten schriftlichen Unterlagenund meinem mündlichen Bericht übernimmt dasTeam der Rehabilitationsklinik ab diesem Zeitpunktdie weitere Betreuung einer zuversichtlichenPatientin.Mit den gewonnenen Informationen und meinenBeobachtungen erstelle ich die Pflegeplanung mitklar definierten Zielen und entsprechenden Massnahmen.Es geht darum, mit gezielter Förderung dieBewegungsfähigkeit und die Kraft im rechten


Menschen für Menschen 19Sebastian ReichDipl. Fachmann Operationstechnik HF«Es braucht die Fähigkeit vorauszuschauenund zu merken, was der Chirurg braucht.»Beim Morgenrapport um 07.15 Uhr erfährt SebastianReich, für welche Operationen er eingeteilt ist.Als diplomierter Fachmann Operationstechnik HFist der 27-Jährige für die technischen Belange imOperationssaal zuständig. Bevor operiert werdenkann, überprüft er die technischen Einrichtungenwie Lampen und Lüftung im Saal. Dann beginnt dieOP-Vorbereitung mit der Bereitstellung der Sterilgutcontainer,die alle für den Eingriff notwendigenInstrumente enthalten. Implantate wie beispielsweiseHüftgelenksprothesen und sämtliches Verbrauchsmaterialwerden im Operationssaal übersichtlich angeordnet.Ein Fachmann Operationstechnik arbeitetabwechslungsweise als Zudienender oder Instrumentierender.Der Zudienende versorgt den Instrumentierendenmit dem benötigten Material, damitdieser dem Chirurgen die richtigen Instrumente oderdie passende Schraube zur Befestigung einer Plattein die Hand legen kann. Der Instrumentierende stehtdirekt am OP-Tisch und muss wie die Chirurgen vordem Eingriff eine chirurgische Händedesinfektionvornehmen und anschliessend Sterilkleidung undsterile OP-Handschuhe überziehen.Zählkontrolle, damit nichts im Bauch vergessen wirdBevor am Ende der Operation das Operationsfeld miteiner Naht geschlossen wird, müssen die Instrumentesowie sämtliches Verbrauchsmaterial wie Tupferund Bauchtücher gezählt werden, damit nichts imKörper zurückbleibt. Während der Operation hatSebastian Reich nur zu den Patienten mit Lokal- oderSpinalanästhesie direkten Kontakt. «Da kann ichnachfragen, wie es ihnen geht oder ob sie gutliegen», erklärt er und fügt mit etwas Bedauern bei,dass er bei Patienten mit Vollnarkose mit den Menschenauf dem OP-Tisch nicht sprechen könne.Einen anderen Schlag von Menschen kennenlernenSebastian Reich stammt aus Deutschland, wo er seinedreijährige Ausbildung 2009 abgeschlossen hat.Kurz danach hat er seine erste Stelle am <strong>Kantonsspital</strong><strong>Glarus</strong> angetreten – auch der schönen Bergewegen und um einen neuen Schlag von Menschenkennenzulernen. Er liebt seine abwechslungsreicheArbeit, wo er jeden Tag neu gefordert werde. Es gebeschöne Momente im Operationssaal wie Kaiserschnittgeburten,aber auch kritische Momente,wenn während des Eingriffs beispielsweise starkeBlutungen auftreten. Die OP-Technik entwickeltsich laufend weiter, das bringt auch für ihn neueAufgaben. Er freut sich darauf, im kommenden Jahrals Berufsbildner selbst den Nachwuchs auszubilden.Sebastian Reich hat das Glarnerland schätzengelernt und geniesst in der Freizeit beim Wandern,Snowboarden oder Schneeschuhlaufen die Schönheitder Bergwelt.


20Anästhesie, Intensivpflege, RettungHand in Hand Leben rettenAnästhesie, Rettung und Intensivpflegestationarbeiten im <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> als integriertesSystem – neu auch für die Grossbaustelle KraftwerkeLinth-Limmern.Stillstand ist Rückschritt. Getreu diesem Grundsatzwurde im Berichtsjahr im Bereich Anästhesie besonderesGewicht auf die Steigerung von Qualitätund Sicherheit gelegt: Die Anästhesieabteilungwurde vollständig an die aktuellsten Standardsder Schweizerischen Gesellschaft für Anästhesiologieund Reanimation (SGAR) adaptiert und eswurde ein 24-Stunden-Präsenzdienst der Anästhesiefachärzteim Spital eingeführt. Als weitereMassnahme wurde die Infrastruktur optimiert:Die Aussenstationen wurden mit neuen Monitoring-und Beatmungsgeräten ausgerüstet undein modernes Ultraschallgerät unterstützt bei derRegionalanästhesie.Die Operationsabteilung darf sich über daserfolgreich bestandene erste Audit der ZentralenSterilgutversorgung in <strong>Glarus</strong> durch die Swissmedicfreuen. Die Einführung von e-SIMS (electronicSynthes Inventory Management System) brachteeine deutliche Verbesserung der Inventur vonInstrumenten und Verbrauchsmaterial sowie derLeistungserfassung.Linth-Limmern) beschäftigt. Neu wurde auch eineDirektübermittlung von EKG-Daten vom Defibrillatordes Rettungswagens auf die Intensivstationoder auf iPhone installiert. Die mechanische Reanimationshilfe«LUKAS» wurde auf den Rettungswagenund im KLL implementiert.Dr. med. Sacha Geier, MBAChefärztin AnästhesiePerfektes Zusammenspiel von Anästhesie, Rettungund IntensivstationEin junger Mensch kollabiert in seiner Wohnung.Der Hausarzt und das alarmierte Rettungsteamdes <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong> führen eine vorbildlicheWiederbelebung vor Ort durch. Das EKG wird direktvom Defibrillator auf die Intensivstation des Spitalsübermittelt. Die diensthabenden Fachärzte entscheidenaufgrund der Schwere des aufgetretenenHerzinfarkts, dass der Patient ohne Zeitverlust direktzur Herzkatheteruntersuchung und -behandlungins nächste Zentrumsspital verlegt werden soll. Dortkonnte er rechtzeitig erfolgreich behandelt werden.Im Jahr <strong>2010</strong> war der Rettungsdienst unter der neuenärztlichen Leitung von Dr. med. Andreas Glatzvor allem mit der Planung und der Übernahme derBetreuung der Grossbaustelle KLL 2015 (Kraftwerke


Radiologie21Wachstumspotenzial genutztDie steigende Zahl an ambulanten Zuweisungenbelegt die hohe Bedeutung der regionalen Versorgungsfunktionder Radiologie des <strong>Kantonsspital</strong>s<strong>Glarus</strong>.Die Radiologie am <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> konnteim Berichtsjahr speziell in der CT (Computertomographie)und MR (Magnetresonanztomographie)wiederum eine zunehmende Zahl an ambulantenZuweisungen verzeichnen. Insgesamt wurden <strong>2010</strong>fast 18 000 Untersuchungen durchgeführt, davonrund 100 invasive Gefässuntersuchungen mitanschliessender Gefässdilatation und Stentapplikationüber Katheter.Personelle Engpässe konnten trotz des ausgetrocknetenArbeitsmarktes erfolgreich überwundenwerden. Es konnten neue kompetente Mitarbeiterinneneingeführt und damit konnte eine patientenfreundlicheRadiologie mit Betreuung auch zuRandzeiten sichergestellt werden.Kleiner Eingriff mit grosser WirkungBereits im Jahr 1997 hat ein Patient eine Bypassoperationam linken Bein wegen eines sogenanntenRaucherbeins erhalten. Damals hatte sich dieSchlagader des Oberschenkels komplett verschlossenund die Durchblutung des Beins war nicht mehrgewährleistet. Ohne Bypassoperation hätte dieszu einem Verlust des Beines geführt. Der Bypassfunktionierte über Jahre gut. Der Patient hatte dannim Herbst <strong>2010</strong> insbesondere beim Bergaufgehenerneut Beschwerden. Die in der Radiologie umgehenddurchgeführte Gefässdarstellung zeigte, dasssich hinter dem Bypass die Unterschenkelschlagaderverschlossen hatte. Mittels eines kleinen Ballonkatheterskonnte die betroffene Stelle von der Leisteaus erfolgreich wiedereröffnet werden. Eine vomPatienten befürchtete erneute Operation erübrigtesich damit und er kann wieder ohne Beschwerdenseinem Hobby – dem Bergwandern – frönen.Auf Ende <strong>2010</strong> hat die Geschäftsleitung im Rahmender Gesamterneuerung Radiologie die Ersatzbeschaffungvon Computertomographie- und Skelettröntgenanlagelanciert, um weiterhin zeitgemässeUntersuchungsverfahren zu gewährleisten.Dr. med. Bert RostChefarzt Radiologie


22 Beratung und TherapienDurchwegs hohe Zufriedenheit bei Patienten und KundenDer Bereich Therapien des <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong>wurde durch Patienten und Kunden sehr gutbewertet. Mit verschiedenen Massnahmen sollder hohe Standard gehalten und teilweise nochgesteigert werden.Die Resultate der im Berichtsjahr im Bereich Therapiendurchgeführten Patienten- und Kundenumfragesind für alle vier Abteilungen des Therapiebereichs– Physiotherapie mit Sanatrain, Ergotherapie,Musiktherapie und Diabetesberatung – sehrerfreulich. Aufnahme, Therapie, Betreuung undErfolg wurden durch die Befragten überwiegendsehr gut bis hervorragend bewertet. Im gesamtenTherapiebereich wird die interdisziplinäre Zusammenarbeitsowohl bei der Betreuung von stationärenund auch bei ambulanten Patientinnen undPatienten intensiv gelebt. In der Diabetologie- undEndokrinologie-Sprechstunde lag der Fokus auf derengen Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Diabetes-und Ernährungsberatung, mit dem Ziel, diePatienten im Selbstmanagement ihrer Erkrankungstärker zu fördern. Als neues Verfahren wurde indiesem Bereich die kontinuierliche Glucosemessungzu Diagnosezwecken eingeführt. Mit 994Patientengesprächen in der Diabetologie/Endokrinologiewurden 21 Prozent mehr Beratungen als imVorjahr verzeichnet.Die Musiktherapie festigte ihre Behandlungsangeboteauf der Intensivstation. Dieser Angebotsteilwurde 2009 gestartet, sein Erfolg wird 2011überprüft.Für die Handrehabilitation mit Ergo- und Physiotherapiewurde im Berichtsjahr ein Konzept erstellt, welches2011 zur Umsetzung bereit ist. Damit soll künftigdie interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt unddie Therapie sowohl für die Patienten selbst wie auchfür die Therapeuten effizienter gestaltet werden. Inder Physio- und Ergotherapie werden Praktikantenintensiv in den Spitalalltag eingebunden. Sie leistenhochwertige Arbeit und geben als Studentinnen undStudenten der Hochschule neuste theoretische undwissenschaftliche Inputs. Dieser Wissensaustauschist für die Therapeuten Ansporn, sich ständig auf denaktuellsten Wissensstand zu bringen. Mit den <strong>2010</strong>neu erstellten Schemata werden die einzelnen therapeutischenAbläufe klarer strukturiert und optimalin die Prozesslandschaft eingefügt. Damit werdenim ganzen Therapiebereich einheitliche Qualitätsstandardsgeschaffen und gesamthaft wird eineQualitätssteigerung erreicht. Das SanaTrain hat auch<strong>2010</strong> wiederum die Qualitop-Zertifizierung erhalten.Kunden mit Zusatzversicherung können damitpräventive Massnahmen bei der Krankenversicherunggeltend machen.Anja VermeeBereich TherapienBeratung und TherapienDiabetesberatungErgotherapieErnährungsberatungPhysiotherapieLaborTraditionelle chinesische MedizinMusiktherapieSanaTrainwww.ksgl.ch


Beratung und Therapien23Weihnachten zu HauseEine 51-jährige Patientin wurde per Notfall im Oktobermit einer schweren Sepsis unklaren Ursprungsauf der Intensivstation des <strong>Kantonsspital</strong>s <strong>Glarus</strong>aufgenommen. Sie war nicht ansprechbar. In denersten zwei Wochen wurde täglich zwei- bis dreimalintensiv Physiotherapie mit Atem- und Bewegungstherapiedurchgeführt, während dieser Zeit zeigtedie Patientin keine körperlichen Reaktionen. Ziel wares, die Beweglichkeit zu erhalten, Liegeschäden zuvermeiden und die Atmung zu unterstützen. Nachca. 14 Tagen war die Patientin wieder ansprechbarund die Therapie wurde entsprechend angepasst.Mit täglich zweimal Physiotherapie und einmal Ergotherapiekonnte die Aktivität der Patientin weitergefördert werden bis hin zur Mobilisation mittelsStehbrett, Standing und Gehhilfen. Zusätzlich kamendie Ernährungsberatung und die Musiktherapie zumEinsatz und unterstützten den Genesungsprozess.tägliche Leben möglich gemacht werden. In Zusammenarbeitaller involvierten Disziplinen wurde derTherapieerfolg ständig überprüft und die Therapieunter Einbezug der Patientin neu abgestimmt.Anfang Dezember, rund zwei Monate nach der Einlieferungin die Notfallstation, wurde die Patientinzur Rehabilitation in den 8. Stock des Spitals verlegtund durfte Weihnachten wieder völlig selbstständigbei ihrer Familie zu Hause verbringen.Nach einem Monat konnte die Patientin auf dienormale Bettenstation verlegt werden. Auch hierwurden die Therapien aufeinander abgestimmtweitergeführt. Die Patientin nahm täglich an derWassergruppentherapie teil, es wurde zudem eineEinzeltherapie mit jeweils einmal Ergotherapie undeinmal Physiotherapie sowie medizinischer Trainingstherapieim Sanatrain durchgeführt. Danebenwurde die Patientin weiterhin von der Ernährungsberatungbegleitet. Mit dem aufeinander abgestimmtenEinsatz der verschiedenen therapeutischenMassnahmen konnte die Selbstständigkeit derPatientin wiederhergestellt, ihre Kraft und Koordinationverbessert und damit ihre Integration ins


Menschen für Menschen25Silvia KundertMitarbeiterin in der Lingerie«Wir liefern frische Wäsche, damit die Patientenin einem sauberen Bett liegen.»Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> hat Silvia Kundert einenguten Eindruck gemacht, als sie sich vor fünf Jahrenauf das Inserat der ausgeschriebenen Stelle in derLingerie gemeldet hat. Heute arbeitet die 46-jährigeFrau dort und ist zusammen mit ihren Kolleginnenund Kollegen für die Aufbereitung der bereitsgewaschenen Wäsche zuständig. Das Sortimentumfasst Berufskleider des Spitalpersonals, Patientenhemdensowie Bettwäsche und OP-Tücher. DieWäschestücke kommen gewaschen und getrocknetin zerknittertem Zustand zu Silvia Kundert. Kleiderwerden auf die grosse Bügelmaschine gegeben, wosie von Maschinenhand in die Form gestreckt undmit Dampf gebügelt werden. Bettwäsche, OP-Tücherund andere grosse Wäschestücke werden in nassemZustand in die Wäschemangel gegeben, zwischenzwei Walzen getrocknet, gebügelt und anschliessendzusammengefaltet. Die fertige Wäsche wird von derLingerie gemäss Tagesverbrauch auf die Stationenverteilt. Auf den Etagen gibt es noch ein Wäschelagerals Reserve und im Keller ein Überlager.Genauigkeit und Ehrlichkeit stehen an erster Stelle«Ärzte und Pflegende sind nahe an der Versorgungder Patienten, wir sind aber auch ein wichtiger Teilder Kette», umschreibt Silvia Kundert mit Stolz ihr Arbeitsfeld.Oft finden sich in den schmutzigen KleidernGeld, Wertsachen oder vergessene Kugelschreiberund Feuerzeuge. «Wir sind auch noch so etwas wieein Fundbüro», erklärt sie und weist mit Nachdruckdarauf hin, dass alles genauestens aufgeschriebenund nach Möglichkeit den Besitzern zurückgegebenwerde. Diese Dienstleistung werde sehr geschätztund sei nur in einem überschaubaren Betrieb wiedem <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> möglich.Bäuerin und FamilienfrauDer Arbeitstag im Spital beginnt für Silvia Kundertum 07.00 Uhr morgens und endet mit zwei Pausenund der Mittagszeit um 17.00 Uhr. Die Mutter vonvier erwachsenen Kindern arbeitet 60 Prozent undversorgt zusammen mit ihrem Mann noch einenLandwirtschaftsbetrieb in Schwanden. Die Aufgabeim <strong>Kantonsspital</strong> erlaubt ihr, nach 20 Jahren alsFamilienmanagerin mehr aus dem Haus zu kommenund sich neuen Herausforderungen zu stellen.Es gefällt ihr in der Lingerie. «Wir sind ein gutesTeam, fast wie eine Familie», schwärmt sie. Von denPatienten bekämen sie wenig direkten Dank, dafüraber umso mehr von Kolleginnen und Kollegen derPflege. Besonders geschätzt sind die Kuchen. Nebender Arbeit im Spital und auf dem Bauernhof bleibtSilvia Kundert nicht mehr allzu viel Zeit für anderes.Wandern und Radfahren liegen aber noch drin.


26Unterstützende ProzesseDas Team «hinter der Front»140 Mitarbeitende verschiedenster nichtmedizinischerBerufe sorgen als Einheit der UnterstützendenProzesse rund um die Uhr für einen reibungslosfunktionierenden Spitalbetrieb.Die Mitarbeitenden der Unterstützenden Prozessehaben <strong>2010</strong> viel realisiert: die zentrale Planung derOperationssaal- und Bettenressourcen durch diePatientendisposition, den Ausbau des Patientenwesensund die Optimierung der Leistungserfassung.Dann die Weiterentwicklung der Kostenrechnungund die Führung der Tarifverhandlungen sowie dieStandardisierung des Produkte-, Material- und Formularsortiments.Dazu kommen Reorganisationenim Bereich Infrastruktur: Der Hausdienst wurde indie Hauswirtschaft integriert und damit wurdendie Strukturen der Reinigungsprozesse optimiert.Die Informatiklandschaft wurde von 25 auf dreiServer virtualisiert und damit eine leistungsfähigere,ausfallsichere Systemumgebung geschaffen.Dies sind nur einige Beispiele von vielen Herausforderungen«hinter der Front». Ein weitererHöhepunkt im Berichtsjahr war der Teamanlass imJuni für alle Mitarbeitenden der UnterstützendenProzesse – ein Geschicklichkeitsparcours mit einemSpitalautorennen. Sportlicher Wettkampfgeistund reger Austausch bilden Teams und förderndie Zusammenarbeit – gute Voraussetzungen fürtägliche Höchstleistungen.Problemlöser vom Dienst06.20 Uhr – Störungsmeldung in der Heizzentrale.Der Empfang informiert einen Pikettmitarbeiter destechnischen Dienstes. Kurz darauf ist dieser vor Ortund begegnet dabei gleich den Mitarbeitenden desHausdienstes, die auf die Etagen ausschwärmen undunermüdlich für Sauberkeit sorgen. 7.50 Uhr – dieSoftware der zentralen Patientendaten-Schnittstelleist abgestürzt und der Betrieb in der Dispositionunterbrochen. Dank einer raschen Intervention derIT-Spezialisten ist das Problem in 20 Minuten gelöst.9.35 Uhr – Hektik auf einer Bettenstation: Ein Spezialverbandist nicht mehr verfügbar. Die Beschaffungkontaktiert umgehend den Lieferanten: Per Kurierwird der Verband rechtzeitig nachgeliefert und derPatient kann ohne Verzug versorgt werden.11.00 Uhr – die Küche bereitet am Band über 100Patientenessen zu. Gleichzeitig meldet eine Verpflegungsassistentinein vergessenes Spezialessen. KeinProblem für die Diatküche – die Patientin bekommtihr Essen gleichzeitig mit ihrer Zimmernachbarin.Ein spezieller Tag? Nein – ein spannender wie vieleandere für die Mitarbeitenden der UnterstützendenProzesse.Daniel MeliLeiter Unterstützende Prozesse und Finanzen


Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> in Zahlen27Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> (KSGL) blickt aus finanziellerSicht auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Wie2009 wurden auch <strong>2010</strong> gegenüber dem Vorjahrmehr Leistungen erbracht. Stationär wurden 67Fälle (ohne gesunde Säuglinge) mehr als 2009behandelt. Bei 36 858 verrechneten Pflegetagen lagdie Aufenthaltsdauer bei 7,9 Tagen und ging erneutum 0,2 Tage zurück. Der Zusatzversicherungsanteilkonnte im Halbprivat-Bereich leicht gesteigertwerden.Ambulant verrechnete das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong>im Tarmed und im paramedizinischen Bereich über10,5 Millionen Taxpunkte, was einer Zunahme von633 299 Taxpunkten (+ 6 Prozent) entspricht. Zuwächsekonnten insbesondere in den FachgebietenOnkologie und Radiologie erzielt werden.Der Betriebsertrag erhöht sich um CHF 703 358 aufCHF 40 520 034 (+ 1,8 Prozent). Neben der Leistungszunahmeist eine Steigerung bei der Medikamenten-und Materialienverrechnung sowie beiexternen Dienstleistungen zu verzeichnen. Durchdie Zusammenarbeit mit externen Partnern wieSpital Linth, RehaClinic <strong>Glarus</strong>, Axpo KraftwerkeLinth-Limmern konnten im Berichtsjahr rundCHF 1 500 000 erwirtschaftet werden.Der Betriebsaufwand ist mit CHF 62 859 178um CHF 1 773 915 (+ 2,8 Prozent) höher als in derVorjahresperiode.Die Personalkosten sind als grösster Kostenblockum CHF 1 267 140 gestiegen. Die Zunahme zeigtsich vor allem in den Bereichen Anästhesie/Operationssaalsowie im Rettungsdienst. Weiter sinddarin Zusatzkosten für die Ausfinanzierung derPensionskasse sowie zusätzliche Rückstellungenfür Sozialleistungen auf Ferien- und Gleitzeitguthabenim Betrag von CHF 490 000 enthalten.Der Anteil des medizinischen Aufwands liegt <strong>2010</strong>bei 18,4 Prozent des Gesamtaufwands und damitum 0,1 Prozent tiefer als im Vorjahr. Die Mitte 2009aufgenommene Zusammenarbeit des <strong>Kantonsspital</strong>s<strong>Glarus</strong> mit Geblog – einer Einkaufsgemeinschaftmit 20 Spitälern – zeigte erste erfreulicheResultate, konnte doch durch gemeinsame Verhandlungenund Produktestandardisierungen demKostenwachstum entgegengewirkt werden. Dieübrigen Sachaufwendungen bewegten sich mehroder weniger auf dem Niveau des Vorjahrs.Der Kantonsbeitrag wurde <strong>2010</strong> voll ausgeschöpft .Dank der positiven Fallentwicklung konnten für dieüber der Planmenge erbrachten Fälle Zusatzentgeltein Rechnung gestellt werden.Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> weist im Geschäftsjahr<strong>2010</strong> einen Gewinn von CHF 733 612 aus. Bereinigtum ausserordentliche Erträge und den höherenKantonsbeitrag schliesst das KSGL im operativenSpitalgeschäft mit einem Plus von CHF 270 000ab. Erstmals seit einigen Jahren schlägt sich dasLeistungsplus auch im Gewinn nieder. Mit diesemResultat ist das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> seit 2005 erstmalswieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.


28 Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> in ZahlenAnzahl ambulante Fälle<strong>2010</strong> *%2009%+/-%Medizin1 4399.01 4008.2392.8Onkologie1260.82591.5- 133- 51.4Medizinische Diagnostik(Endoskopie/Kardiologie)2 33014.52 51814.7- 188- 7.5Psychiatrie3862.42361.415063.6Chirurgie4 04725.24 29825.1- 251- 5.8ORL (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde)820.5760.467.9Ophtalmologie3872.47474.4- 360- 48.2Gynäkologie und Geburtshilfe1 2267.61 2267.100.0Radiologie4 99531.15 20030.3- 205- 3.9Übrige1921.21661.02615.7Physiotherapie6293.96914.0- 62- 9.0Ergotherapie640.41610.9- 97- 60.2Ernährungsberatung1561.01691.0- 13- 7.7Total16 059100.017 147100.0- 1 088- 6.3Total TaxpunkteTarmed-Tarif gesamt9 554 1378 956 821597 3166.7Paramedizinische Tarife gesamt1 431 0441 246 58794 4577.6* neue Falldefinition


Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> in Zahlen29Radiologie<strong>2010</strong>%2009%+/-%Anzahl Untersuchungen *Konventionelles Röntgen9 25251.89 08652.01661.8Computertomographie2 47213.82 34813.41245.3MRI3 17017.73 02617.31444.8Ultraschall2 97216.63 01117.2- 39- 1.3Total17 866100.017 471100.03952.3* ambulant/stationärIntensivstation<strong>2010</strong>%2009%+/-%Anzahl Patienten/PatientinnenChirurgie42740.431830.810934.3Medizin57854.667565.5- 97- 14.4Frauenklinik181.7222.1- 4- 18.2Pädiatrie353.3161.619118.8Total1 058100.01 031100.0272.6IPS-Prozesse (Schichten)SGI Kategorie 1A51011.574115.0- 231- 31.2SGI Kategorie 1B1 14125.71 48530.1- 344- 23.2SGI Kategorie 22 20849.72 04641.41627.9SGI Kategorie 358213.166713.5- 85- 12.7Total4 441100.04 939100.0- 498- 10.1Anästhesie<strong>2010</strong>%2009%+/-%Anzahl Allgemein- und RegionalanästhesienOperationen in Allgemeinanästhesie2 07959.22 09463.2- 15- 0.7Operationen in Regionalanästhesie1 26235.91 03731.322521.7Operationen in Kombinationsanästhesie1704.81845.6- 14- 7.6Total3 511100.03 315100.01965.9Notfälle609465davon nachts332289


30Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> in ZahlenRettungsdienst<strong>2010</strong>%2009%+/-%EinsätzeD1 mit Anästhesie1407.61748.3- 34- 19.5D1 ohne Anästhesie28115.227212.993.3D2 sofortiger Einsatz78242.388141.8- 99- 11.2D3 planbarer Einsatz64534.978037.0- 135- 17.3Total1 848100.02 107100.0- 259- 12.3davon Primärtransporte1 1471 160davon Sekundärtransporte614598Sozialdienst<strong>2010</strong>%2009%+/-%Betreute Patienten/PatientinnenMänner49956.849458.451.0Frauen37943.235241.6277.7Total878100.0846100.0323.8Labor<strong>2010</strong>% 2009% +/-%Anzahl Analysen127 133121 7355 3984.4Dialyse<strong>2010</strong>% 2009% +/-%Anzahl Behandlungen1 8611 884- 23- 1.2


Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> in Zahlen31Anzahl Austritte stationär *<strong>2010</strong>%2009%+/-%Medizin1 69436.51 62835.6664.1Psychiatrie1623.51423.12014.1Chirurgie1 23026.51 25227.4- 22- 1.8Orthopädie3768.13688.082.2ORL (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde)831.8771.767.8Neurochirurgie851.8801.756.3Ophtalmologie110.2160.3- 5- 31.3Urologie1302.81363.0- 6- 4.4Gynäkologie und Geburtshilfe59412.860113.1- 7- 1.2Pädiatrie2796.02776.12- 0.7Total4 644100.04 577100.0671.5Allgemein3 97285.53 90685.3661.7Halbprivat50210.849310.891.8Privat1703.71783.9- 8- 4.5Total4 644100.04 577100.0671.5* ohne gesunde SäuglingeAnzahl Pflegetage stationär *<strong>2010</strong>%2009%+/-%Medizin16 28844.216 49744.2- 209- 1.3Psychiatrie3 1128.42 9167.81966.7Chirurgie8 12322.08 35122.4- 228- 2.7Orthopädie2 791762 9778.0- 186- 6.2ORL (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde)2680.72470.7218.5Neurochirurgie6041.66061.6- 2- 0.3Ophtalmologie220.1340.1- 12- 35.3Urologie8272.29762.6- 149- 15.3Gynäkologie und Geburtshilfe3 94610.73 86210.4842.2Pädiatrie8772.48202.2577.0Total36 858100.037 286100.0- 428- 1.1Allgemein30 37582.431 03783.2- 662- 2.1Halbprivat4 98813.54 71312.62645.6Privat1 5064.11 5364.1- 30- 2.0Total36 858100.037 286100.0- 428- 1.1* ohne gesunde Säuglinge


32Das <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong> in ZahlenDurchschnittliche Aufenthaltsdauer in Tagen *<strong>2010</strong>2009+/-Medizin9.610.1- 0.5Psychiatrie19.220.5- 1.3Chirurgie6.66.7- 0.1Orthopädie7.48.1- 0.7ORL (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde)3.23.20.0Neurochirurgie7.17.6- 0.5Ophtalmologie2.02.1- 0.1Urologie6.47.2- 0.8Gynäkologie und Geburtshilfe6.66.40.2Pädiatrie3.13.00.2Total7.98.1- 0.2* ohne gesunde Säuglinge


Zuwendungen33Zuwendungen<strong>2010</strong>Spitalfonds Brigitta Kundert/Schmid-LütschgSpende Peter Kretschmar, <strong>Glarus</strong>Spende Familie Gabriela und Christian Marti-Hauser, <strong>Glarus</strong>100.00400.00Total Zuwendungen an KSGL-Fonds500.00Diverse BestimmungszweckeSpende Bernadette Kistler sel., Ennenda573.95Total Diverse Bestimmungszwecke573.95Gesamttotal1 073.95


34 FinanzabschlussErfolgsrechnung in CHF<strong>2010</strong>2009Differenz2009BetriebsertragStationärer Ertrag Grund- und Zusatzversicherung20 571 94321 235 431- 663 488Ertragsminderungen/Sockelbeiträge- 2 397 028- 2 350 907- 46 121Arzthonorare stationär2 443 3892 547 821- 104 433Ärztliche Leistungen ambulant3 370 5513 189 630180 921Technische Leistungen ambulant6 420 9276 143 842277 085Nichtärztliche Leistungen/Material/Fremdleistungen5 382 5404 483 052899 488Total Ertrag aus medizinischen Leistungen35 792 32235 248 870543 452Übrige Erträge aus Leistungen an Patienten/Patientinnen337 492282 13555 356Finanzertrag253 331288 826- 35 495Erträge aus Leistungen Personal und Dritter4 136 8893 996 844140 045Total sonstiger Ertrag4 727 7124 567 806159 907Total Betriebsertrag40 520 03439 816 676703 358BetriebsaufwandLohnaufwand33 176 97932 127 2611 049 718Sozialversicherungsaufwand6 017 3275 725 675291 652Arzthonoraraufwand Spitalärzte4 016 3274 137 917- 121 591Übriger Personalaufwand520 787473 42747 360Total Personalaufwand43 731 41942 464 2801 267 140Medizinischer Bedarf9 081 0188 696 594384 424Medizinische Fremdleistungen2 485 5602 576 833- 91 273Lebensmittel1 094 8871 097 943- 3 056Hotellerie368 509388 744- 20 236Unterhalt Immobilien und Mobilien1 840 0291 855 633- 15 604Energie und Wasser766 116819 626- 53 510Beratung/Planung/Administration und Informatik1 903 3431 752 628150 714Übriger patientenbezogener Aufwand191 383309 160- 117 777Übriger nichtpatientenbezogener Aufwand842 679755 12287 557Total Sachaufwand18 573 52418 252 285321 239


Finanzabschluss35Erfolgsrechnung in CHF<strong>2010</strong>2009Differenz2009Investitionen < CHF 10 000315 802160 431155 371Investitionen > CHF 10 000237 433177 32860 105Miete1 0005 277- 4 277Leasing025 663- 25 663Total Anlagenutzung554 235368 699185 536Total Betriebsaufwand62 859 17861 085 2631 773 915Operatives Ergebnis- 22 339 144- 21 268 587- 1 070 557Ausserordentlicher/betriebsfremder Ertrag167 2550167 255Unternehmensergebnis vor Beiträgen und Subventionen- 22 171 889- 21 268 587- 903 302Leistungseinheiten17 604 76516 235 4871 369 278Leistungspakete3 000 0002 750 000250 000Sockelbeiträge2 300 7362 245 47855 258Total Beiträge und Subventionen22 905 50121 249 7761 674 536Unternehmensergebnis733 612- 37 622771 234Gewinn-/Verlustanteil Kanton366 806- 18 811385 617


36 ImpressumHerausgeber<strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong>KonzeptHealthcare Communicators AG, ZürichRedaktion<strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong>Healthcare Communicators AG, ZürichGestaltungMarkus Beerli Visuelle Gestaltung, LinthalFotosSamuel Trümpy, <strong>Glarus</strong>DruckSpälti Druck AG, <strong>Glarus</strong>Auflage900 ExemplareCopyright© 2011, <strong>Kantonsspital</strong> <strong>Glarus</strong>


Burgstrasse 998750 <strong>Glarus</strong>Telefon 055 646 33 33www.ksgl.ch

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