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ECHO 2 / 2003 - Westfalenfleiß

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Westfalenfleiß<br />

Ein Magazin für Beschäftigte, Mitarbeiter<br />

Heft 2/<strong>2003</strong><br />

und Freunde<br />

1


Minderheit<br />

2<br />

AWO-Familienfest im September in Münster<br />

Liebe Leserinnen,<br />

liebe Leser!<br />

„Auch weniger<br />

einflussreiche Gruppen<br />

sollen Gehör finden“<br />

Forderung im „Europäischen<br />

Jahr der Menschen<br />

mit Behinderungen“<br />

Die vorliegende Ausgabe unseres<br />

Westfalenfleiß-Echos steht ganz im<br />

Zeichen der Aktionen, die wir im<br />

Rahmen des „Europäischen Jahres der<br />

Menschen mit Behinderungen“ in<br />

Münster mit gestaltet haben. Wie Sie<br />

unter anderem auf den folgenden<br />

Seiten lesen können, sind wir mit<br />

gezielten regionalen<br />

Aktionen aktiv an<br />

die Öffentlichkeit<br />

getreten.<br />

So waren Beschäftigte<br />

und Bewohner<br />

der Werkstätten und<br />

Wohnstätten unserer<br />

Einrichtung mit<br />

einem Demonstrationszug<br />

durch die<br />

Innenstadt am 5.<br />

Mai dabei und haben mit einem<br />

Pfeifkonzert bei der Abschlusskundgebung<br />

auf dem Prinzipalmarkt unüberhörbar<br />

ihre Forderungen zum Ausdruck<br />

gebracht. Am 28. Juni, dem<br />

„Selbsthilfetag“ haben wir uns gemeinsam<br />

mit der Lebenshilfe Münster<br />

e. V. mit einem „Trillerpfeifenkonzert“<br />

zu Wort gemeldet und waren ebenfalls<br />

am 29. Juni beim integrativen Sportund<br />

Funfestival mit einer Tanzgruppe<br />

mit dabei.<br />

„Teilhabe“, „Gleichstellung“ und<br />

„Selbstbestimmung“, - so lauten die<br />

Forderungen, mit denen sich Menschen<br />

mit Behinderungen selbst zu<br />

Wort melden, um die Bevölkerung für<br />

ihre Belange zu sensibilisieren.<br />

Vor diesem Hintergrund möchte ich<br />

Sie einladen, mit teilzunehmen an<br />

dem AWO-Familienfest, das am 19.<br />

und 20. September in Münster stattfindet.<br />

Mit einer Mischung aus Information<br />

und Unterhaltung, Kleinkunst und<br />

Musik sowie einem großen Kinderbereich<br />

im Rathausinnenhof gibt die<br />

Arbeiterwohlfahrt des Bezirks Westliches<br />

Westfalen e. V. in Münsters Innenstadt<br />

einen Einblick in ihre Projekte<br />

der sozialen Arbeit. Der Ministerpräsident<br />

des Landes NRW, Peer<br />

Steinbrück und Harald Schartau,<br />

NRW-Minister für Wirtschaft und<br />

Arbeit, haben ihre Teilnahme bereits<br />

zugesagt. Die Schirmherrschaft übernimmt<br />

der Oberbürgermeister der<br />

Stadt Münster, Dr. Berthold Tillmann.<br />

Das „Europäische Jahr der Menschen<br />

mit Behinderungen“ bestimmt auch<br />

hier das Rahmenprogramm. Dabei<br />

wird auch die Westfalenfleiß gGmbH<br />

vor Ort die Chance ergreifen, sich in<br />

der Öffentlichkeit zu präsentieren.<br />

Ihr Karl-Heinz Garbe


Impressum<br />

Westfalenfleiß-<strong>ECHO</strong> erscheint<br />

vierteljährlich für Mitglieder,<br />

Gesellschafter, Beschäftigte,<br />

Mitarbeiter und Förderer der<br />

Westfalenfleiß gGmbH<br />

Münster.<br />

Herausgeber:<br />

Westfalenfleiß gGmbH<br />

Arbeiten und Wohnen<br />

Kesslerweg 38-42,<br />

48155 Münster<br />

Telefon: (0251) 6 18 00-0<br />

Fax: (0251) 6 18 00 - 55<br />

e-mail:<br />

info@westfalenfleiss.de<br />

homepage:<br />

www.westfalenfleiss.de<br />

Sparkasse Münsterland Ost<br />

Kto. 300517 BLZ 40050150<br />

Bank für Sozialwirtschaft<br />

GmbH Köln<br />

Kto. 6019400 BLZ 3702500<br />

Verantwortlich für den Inhalt:<br />

Karl-Heinz Garbe<br />

Redaktion:<br />

Margret Topp, Helene Wentker<br />

Fotos:<br />

Westfalenfleiß gGmbH<br />

Titelfoto:<br />

Ralf Spangenberg, Münster<br />

Titelgestaltung:<br />

Peter Schladoth, Frankfurt<br />

Anzeigen:<br />

Karl-Heinz Garbe<br />

Die veröffentlichten Beiträge<br />

geben nicht unbedingt die<br />

Auffassung des Herausgebers<br />

wieder.<br />

Für unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte und Fotos wird<br />

keine Haftung übernommen.<br />

Anzeigenschluss ist<br />

jeweils vier Wochen vor<br />

Quartalsende; zur Zeit ist<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 3<br />

gültig.<br />

Auflage: 3.000<br />

Einzelpreis: 0,45 Euro<br />

Druck:<br />

Lensing Druck<br />

Neubrückenstraße 8 - 11,<br />

48143 Münster<br />

Demo und<br />

Pfeifkonzert:<br />

Westfalenfleiß-<br />

Beschäftigte<br />

gingen am 5. Mai<br />

„auf die Straße“.<br />

Schauen Sie auf<br />

den Seiten 4 - 7<br />

Von Blaudruck-Kunst lassen<br />

sich Beschäftigte in der<br />

Werkstatt Nord begeistern.<br />

Lesen Sie auf den Seiten 14 - 15<br />

Ein tolles<br />

Fußballturnier<br />

richtete die<br />

Wohnstätte<br />

Telgte aus.<br />

Schauen Sie<br />

auf den<br />

Seiten 30 - 31<br />

Impressionen<br />

von der<br />

Abschlussveranstal-<br />

tung eines<br />

KFH-Projektes in der Wohnstätte<br />

Telgte sehen Sie auf der Seite 36<br />

Aus dem Inhalt<br />

Aktion 5. Mai<br />

Westfalenfleiß veranstaltet<br />

Demo und Pfeifkonzert Seite 4<br />

5. Mai: Forderungskatalog Seite 6<br />

Westfalenfleiß macht mobil<br />

Mit dabei am Selbsthilfetag<br />

und beim Fun-Festival Seite 8<br />

Im Dunkelcafé<br />

bei Kaffee und Keksen<br />

Ausstellung mit einer<br />

„Erlebnisreise im Dunkeln“ Seite 10<br />

Angepasster Arbeitsplatz<br />

„Eine eigene Welt“ Seite 13<br />

Wenn Rosetten auf<br />

blütenweißem Leinen erblühen<br />

Blaudruck-Kunst an der<br />

Rudolf-Diesel-Straße Seite 14<br />

Café und Hofladen<br />

locken Besucher<br />

Neues Westfalenfleiß-Projekt<br />

noch in dieser Saison Seite 16<br />

„Manchmal gibt’s auch Blümchen!“<br />

24 Jahre im Parkhäuschen:<br />

Marianne Freitag Seite 19<br />

Bilder und Berichte<br />

SPD-Politiker zu Besuch Seite 22<br />

Trauer um Hans Lux Seite 22<br />

Hochkarätige Künstler<br />

Zehnter Konzertabend Seite 23<br />

Ein neues Leben mit<br />

Kuscheltier und Küchendienst<br />

Ein Paar am Albersloher Weg Seite 26<br />

Bilder und Berichte<br />

Spiel-Lust Seite 28<br />

Heinz Reichardt in Rente Seite 29<br />

Wohnstätte Haus Telgte<br />

Großes Fußballturnier Seite 30<br />

Besuch in der WfbM Nord Seite 32<br />

Fußballer in Spanien Seite 33<br />

Heimbeiratsschulungen:<br />

Abschlussfeier Seite 34<br />

KFH-Projekt in Haus Telgte Seite 36<br />

Konzertnachmittag Seite 37<br />

Für Rätselfreunde<br />

Gewinnen mit <strong>ECHO</strong> Seite 38<br />

3


Demo am 5. Mai<br />

Westfalenfleiß veranstaltete<br />

Demo und Pfeifkonzert<br />

„Die Kassen sind leer - für uns<br />

bleibt nichts mehr“, mit diesem<br />

Motto ging Westfalenfleiß mit<br />

einer übergroßen roten Kasse,<br />

leuchtend grünen Plakaten und<br />

Trillerpfeifen am 5. Mai „auf die<br />

Straße“. Münsters Bürgermeister<br />

Günter Schulze Blasum nahm den<br />

Forderungskatalog der Menschen<br />

mit Behinderungen von dem<br />

Werkstattratsvorsitzenden Frank<br />

Szypior vor dem Rathaus entgegen<br />

und versprach, sich der Wünsche<br />

anzunehmen und dafür zu sorgen,<br />

dass sie möglichst schnell umgesetzt<br />

werden. Geschäftsführer<br />

Karl-Heinz Garbe erläuterte mit<br />

Nachdruck: „Auch weniger<br />

einflussreiche Gruppen sollen<br />

Gehör finden!“<br />

5


Resolution vom 5. Mai<br />

Westfalenfleiß-Forderungskatalog<br />

Westfalenfleiß-Resolution zum Aktionstag am 5. Mai <strong>2003</strong> an den Bürgermeister der Stadt Münster<br />

Im Rahmen des "Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen <strong>2003</strong>" (EJMB) beteiligte sich die Westfalenfleiß<br />

gGmbH an den Aktionen zum 5. Mai <strong>2003</strong> in Münster und übergab an den Bürgermeister der Stadt Münster, Günter<br />

Schulze Blasum, eine Resolution mit Forderungen von Menschen mit Behinderungen für eine "barrierefreie Stadt“.<br />

Wir wünschen uns barrierefreie Zugänge zu<br />

����� Restaurants und Kinos<br />

����� Geschäften, Bahnhöfen und Kirchen<br />

Für rollstuhlgerechte öffentliche Verkehrsmittel<br />

Wir wünschen uns<br />

����� breitere Bürgersteige und mehr Blindenampeln<br />

����� längere Grünphasen an Fußgängerampeln<br />

����� mehr Unterstützung und Rücksicht im<br />

Straßenverkehr<br />

����� zuverlässige Fahrdienste<br />

����� mehr Freifahrten für Gehbehinderte und<br />

Rollstuhlfahrer<br />

Akzeptanz in der Öffentlichkeit<br />

Wir wünschen uns<br />

����� dass man uns so nimmt, wie wir sind und uns<br />

mehr zugetraut wird<br />

����� keine blöden Sprüche und Beschimpfungen<br />

����� dass wir ernst genommen werden<br />

����� dass es normal ist, verschieden zu sein<br />

����� dass jeder die Zeit bekommt, die er braucht<br />

6<br />

Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung<br />

Wir wünschen uns<br />

����� mehr Hilfen und Begleitung, um selbstständig<br />

zu werden<br />

����� gleiches Recht für alle, wie zum Beispiel:<br />

„Ich will selbst bestimmen, wie und wo ich wohne!“<br />

����� mehr Chancen zur Selbständigkeit<br />

����� mehr Gerechtigkeit; denn Kürzungen immer auf dem<br />

Rücken der Schwachen - ist das fair?!<br />

Das liebe Geld<br />

Wir wünschen uns<br />

����� keine Kürzungen im Freizeitbereich<br />

����� eine bessere Verteilung: „Die Kassen sind leer<br />

und für uns bleibt nichts mehr!“<br />

����� mehr Taschengeld (Barbetrag) für<br />

Wohnstättenbewohner<br />

����� mehr Bekleidungsgeld<br />

Förderung im Arbeitsleben<br />

Wir wünschen uns<br />

����� gerechte Entlohnung für geleistete Arbeit<br />

����� gesicherte Arbeitsplätze und Löhne<br />

����� mehr Aufträge von Firmen und aus der Industrie<br />

Wir fragen<br />

����� Warum gibt es finanzielle Streichungen im<br />

Berufsbildungsbereich?<br />

����� Warum gibt es so wenig Arbeitsplätze für uns in der<br />

„freien“ Wirtschaft?<br />

����� Warum werden Ausgleichsabgaben gezahlt? -<br />

Stellt uns lieber ein!<br />

Menschen mit Behinderungen wollen nicht länger<br />

übersehen und überhört werden!<br />

Münster, 5. Mai <strong>2003</strong>


Wohnen für Menschen mit Behinderungen<br />

Westfalenfleiß-Forderungskatalog "Wohnen heißt zu Hause sein!"<br />

Unsere Forderungen aus dem Bereich Wohnen sind:<br />

����� Niedrige Mieten und mehr<br />

Wohnungen<br />

����� Mehr Außenwohngruppen<br />

����� Mehr Akzeptanz - keine<br />

blöden Sprüche und Beschimpfungen<br />

über behinderte<br />

Menschen<br />

����� Mehr Betreuer und Begleiter<br />

für die Unterstützung von<br />

behinderten Menschen<br />

����� Hilfe um selbständig zu<br />

werden<br />

����� Mehr Wohnungen für Paare<br />

����� Auswahlmöglichkeiten für das<br />

Wohnen<br />

����� Voneinander lernen und<br />

miteinander lernen<br />

����� Gute und nette Nachbarn<br />

����� Mitmachen in der Gemeindearbeit<br />

Resolution vom 5. Mai<br />

����� Mitmachen in der Politik und in den Parteien<br />

����� Anerkennung in der Gesellschaft „ Es ist normal, verschieden zu sein“<br />

����� Mitbestimmen bei der Arbeit, beim Urlaub, bei der Wohnung und den<br />

eigenen Geschmack mit einbringen dürfen<br />

����� Gute und bewegliche Fahrdienste<br />

����� Genügend Begleiter bei Veranstaltungen<br />

����� Geld und Angebote für Studium<br />

und Weiterbildung<br />

����� Das Selbstbewusstsein muss sich<br />

verbessern: „Mehr Mumm im<br />

Bauch“<br />

����� Lohnerhöhungen der Begleiter<br />

auf Kosten der behinderten<br />

Menschen darf es nicht geben<br />

����� Ersatz für kranke Betreuer<br />

����� Jeder Bewohner soll die Zeit<br />

haben, die er braucht!<br />

Menschen mit Behinderungen<br />

wollen nicht länger übersehen<br />

und überhört werden!<br />

Münster, 5. Mai <strong>2003</strong><br />

7


Pflanzenhotel<br />

Westfalenfleiß<br />

macht mobil<br />

WDR-Fernsehreportage über<br />

Westfalenfleiß-Gärtnerei<br />

Erfolgreich besucht war das<br />

„Ein<br />

„Westfalenfleiß-Café“<br />

Hotel für Pflanzen,<br />

am<br />

-<br />

28.<br />

so<br />

Juni,<br />

dem „Selbsthilfetag“. Darüber<br />

etwas gibt’s?“, staunte WDRhinaus<br />

veranstaltete die Lebenshil-<br />

Redakteurin<br />

fe Münster e.<br />

Jessica<br />

V. gemeinsam<br />

Merten,<br />

mit<br />

als<br />

sie Westfalenfleiß von einer Kollegin ein „Trillerpfeifen- vom<br />

Überwinterungs-Service konzert“.<br />

von<br />

Westfalenfleiß für mediterane<br />

Pflanzen<br />

Beim integrativen<br />

hörte. „Ein<br />

Sportklasse<br />

und<br />

Funfestival am 29. Juni war<br />

Thema“,<br />

Westfalenfleiß<br />

befand<br />

ebenfalls<br />

sie und hatte<br />

erfolgreich<br />

gleich mit einer die Tanzgruppe Idee für einen vertreten.<br />

„Event-<br />

9


Erlebnisreise im Dunkeln<br />

Im Dunkelcafé bei Kaffee und Keksen<br />

Erfolgreiche Münsteraner Ausstellung mit einer „Erlebnisreise im Dunkeln“<br />

„Kommen Sie nur, keine<br />

Angst im Dunkeln!“ ermutigt<br />

uns Ida Hölscher. Zögernd<br />

betreten wir einen<br />

stockdunklen Raum und<br />

der letzte Lichtstrahl verschwindet<br />

hinter der zufallenden<br />

Tür, begleitet von<br />

einem leichten Luftzug.<br />

Kein Lichtschein ist mehr zu<br />

sehen, selbst nicht die<br />

Leuchtziffern unserer Armbanduhren,<br />

- die haben wir<br />

vorne am Eingang bei Petra<br />

Eschkotte hinterlegt, die die<br />

Besucher an diesem Sonntagnachmittag<br />

in Empfang<br />

nimmt. Auch Taschen und<br />

Jacken hat unsere kleine<br />

Gruppe draußen vor der Tür<br />

gelassen und nur unser Geld<br />

haben wir mitgenommen,<br />

weil wir ja schließlich damit<br />

im „Dunkelcafé“ bezahlen<br />

wollen.<br />

Allerdings vertrauen wir<br />

jetzt auch unsere Geldbörsen<br />

Ida Hölscher an, um<br />

unsere Hände frei zu haben,<br />

- denn jetzt fällt die Orientierung<br />

schwer. Die Wand ist<br />

zu ertasten, kalter und<br />

nackter Stein, dann das<br />

wärmere und glattere Holz<br />

eines Türrahmens. Der<br />

Boden unter den Füßen<br />

scheint zu schwanken.<br />

Unsicher ergreife ich die<br />

Hand von Ida Hölscher, die<br />

geduldig und mit beruhigenden<br />

Worten genau<br />

erklärt, wo es „lang geht“.<br />

10<br />

Ida Hölscher weiß von<br />

Geburt an, wie es sich<br />

anfühlt, blind zu sein: Sich<br />

nicht auf den Sehsinn verlassen<br />

zu können, keinen<br />

Schritt vor den anderen zu<br />

setzen, ohne „vorausschauend“<br />

und planend abschätzen<br />

zu können, was einen<br />

nach dem nächsten Schritt<br />

erwartet. Und was für Ida<br />

Hölscher Alltag ist, ist ein<br />

außergewöhnliches Experiment<br />

für uns als Besucher<br />

der Ausstellung „Erlebnisreise<br />

im Dunkeln“.<br />

Erleben, wie blinde<br />

Menschen „sehen“<br />

Das Projekt in der Von-<br />

Steuben-Straße 2 - 6 wurde<br />

im Rahmen des „Europäischen<br />

Jahres der Menschen<br />

mit Behinderungen“ (EJMB)<br />

von Mitgliedern des Münsteraner<br />

Blinden- und<br />

Sehbehindertenverein unter<br />

der Leitung von Edith Grämer<br />

entwickelt und realisiert.<br />

Immerhin, - in der<br />

Bundesrepublik leben allein<br />

155.000 blinde und mehr als<br />

640.000 sehbehinderte<br />

Menschen. Grund genug<br />

auch für sechs Münsteraner<br />

Sponsoren, dieses Projekt<br />

„vor Ort“ zu unterstützen.<br />

Und das Konzept ging auf.<br />

Schnell sprach sich herum,<br />

dass der Schritt in die völlig<br />

abgedunkelten Räume ein<br />

abenteuerliches Erlebnis ist,<br />

das unterschiedliche „Lebenssituationen“<br />

blinder<br />

Menschen auch für Sehende<br />

erfahrbar macht. So wagten<br />

mehr als 1700 Besucher vom<br />

7. April bis 1. Juni die Reise<br />

ins Dunkel.<br />

Allerdings werden die<br />

Besucher nicht<br />

allein gelassen.<br />

In kleinen<br />

Gruppen,<br />

meist zu<br />

dritt oder<br />

auch<br />

einzeln,<br />

werden<br />

sie von<br />

Betroffenen<br />

durch<br />

das Projekt<br />

begleitet.<br />

Wie auch<br />

unsere kleine<br />

Gruppe, die<br />

jetzt von Ida<br />

Hölscher behutsam<br />

und unbeschadet in<br />

den ersten Raum geführt<br />

wird.<br />

In dunklen Räumen tasten,<br />

hören und riechen<br />

Singvögel sind zu hören, es<br />

duftet nach frischer Walderde,<br />

von irgendwo her höre<br />

ich Wasser plätschern und<br />

fast stolpere ich über einen<br />

halbhohen Baumstumpf<br />

und ertaste die rissige<br />

Rinde. Einige Meter weiter<br />

wird der Boden unter meinen<br />

Füßen uneben und<br />

verströmt einen modrigen<br />

Geruch. Ist das vielleicht


Mulch? Ich beuge mich<br />

hinunter, nehme ein wenig<br />

von dem faserigen Material<br />

zwischen beide Hände und<br />

versuche mir tastend mit<br />

den Fingerspitzen „ein Bild“<br />

zu machen. „Ja, das ist<br />

Mulch, - diese kleingehäkselten<br />

Holz- und Gartenabfälle,<br />

die auf öffentliche<br />

Spazierwege gestreut<br />

werden“, stimmt Ida<br />

Hölscher zu und<br />

ermuntert uns,<br />

weiter auf<br />

Entdekkungsreise<br />

zu gehen.<br />

„Oh, das<br />

ist ja ein<br />

Fell“, ruft<br />

plötzlich<br />

die Besucherin<br />

neben mir<br />

erstaunt,<br />

ertastet<br />

meine Hand<br />

und führt sie<br />

behutsam<br />

dorthin. Vorsichtig<br />

gleite ich über das<br />

kurze, rauhe Fell und errate<br />

nach einiger Zeit die Form<br />

eines Schweins. Tatsächlich.<br />

Es ist ein Wildschwein mit<br />

einem kleinen Frischling<br />

direkt daneben. Nun werde<br />

ich mutiger und taste mich<br />

neugierig geworden weiter<br />

vorwärts: Da, ein Eichhörnchen,<br />

- deutlich erkennbar<br />

an dem charakteristischen,<br />

buschigen Schwanz. „Langsam<br />

fängt die Sache an, mir<br />

Spaß zu machen“, sage ich<br />

ins Dunkle hinein und<br />

vertraue ganz auf Ida Hölscher.<br />

Sie lacht.<br />

Schließlich hocken wir vor<br />

einem kleinen Teich, tauchen<br />

die Hände vorsichtig<br />

ins Wasser und ertasten jede<br />

Menge Kieselsteine in<br />

unterschiedlichen Formen, -<br />

kleine und große, runde und<br />

kantige. „Nehmen Sie sich<br />

ruhig einen mit“, sagt Ida<br />

Hölscher, „zur Erinnerung.“<br />

Kaffee und Kekse<br />

im „Dunkelcafé<br />

Aber wir haben das Ziel<br />

unserer kleinen Exkursion, -<br />

das Café im Dunkeln - noch<br />

nicht erreicht. „Den Sonntagskaffee<br />

müssen Sie sich<br />

erst noch verdienen“, verkündet<br />

Ida Hölscher scherzend<br />

und führt uns in den<br />

nächsten Raum. Schon<br />

hören wir Straßenlärm,<br />

hupende Autos, Fahrradklingeln.<br />

Vor uns ertasten<br />

wir rauhe Holzkisten, gefüllt<br />

mit Gemüse und Obst. Auf<br />

ein Neues wird geraten. Die<br />

Zwiebeln riechen nach<br />

Zwiebeln, die Bananen sind<br />

krumm und die großporige<br />

Haut der Apfelsine ist doch<br />

typisch, - oder sind es doch<br />

Pampelmusen?<br />

Die Stimmung in unserem<br />

kleinen Rateteam wird<br />

zunehmend gelöster. Und<br />

als wir - endlich - das Café<br />

erreichen, rufen alle erwartungsvoll:<br />

„Hmh, hier duftet<br />

es nach Kaffee!“ Doch<br />

zunächst werden hörbar<br />

Stühle zurecht gerückt. Als<br />

wir schließlich am Tisch<br />

sitzen und sicheren Boden<br />

unter den Füßen spüren,<br />

begegnen sich unsere Hände<br />

auf der Tischplatte, weil<br />

Erlebnisreise im Dunkeln<br />

jeder versucht herauszufinden,<br />

wo sich was befindet,<br />

als wir Kaffee und Getränke<br />

serviert bekommen. Dann<br />

macht eine Dose mit wohlschmeckenden<br />

Keksen die<br />

Runde. „Greifen Sie nur zu“,<br />

sagt Ida Hölscher.<br />

Immer noch ist es stockdunkel.<br />

Nicht einmal das Kontroll-Lämpchen<br />

einer Kaffeemaschine<br />

ist zu sehen.<br />

Eine wirklich völlig andere,<br />

eigene Welt, in der wir uns<br />

hier befinden. Hören, tasten,<br />

riechen und schmecken<br />

haben in unserer Welt der<br />

Sehenden, in der die Wahrnehmung<br />

sonst vom Sehsinn<br />

dominiert wird,<br />

meistens eine untergeordnete<br />

Bedeutung. Und wir<br />

bekommen eine Ahnung<br />

davon, dass eine starke<br />

Einschränkung des Sehens<br />

eine völlig andere Lebensgestaltung<br />

fordert.<br />

Noch einmal wird die Keksdose<br />

herumgereicht. Ich<br />

greife hinein und nehme<br />

drei Kekse auf einmal und<br />

denke: „Sieht ja keiner,<br />

oder?“ mt<br />

11


Erlebnisreise im Dunkeln<br />

Hätten Sie’s gewusst?<br />

Informationen rund um die Ausstellung<br />

„Erlebnisreise im Dunkeln“<br />

Petra Eschkotte, Mitarbeiterin des<br />

Münsteraner Blinden- und Sehbehindertenvereins<br />

und Assistentin<br />

von Edith Grämer, unter deren<br />

Leitung diese ungewöhnliche<br />

Ausstellung unter Mithilfe von<br />

zahlreichen ehrenamtlichen<br />

Helferinnen und Helfern entwickelt<br />

und realisiert wurde, empfängt uns<br />

bereits am frühen Sonntagnachmittag<br />

im Vorraum der Ausstellung.<br />

„Der Andrang ist heute sehr groß“,<br />

erklärt sie. Wir müssten noch<br />

warten, so Petra Eschkotte, und<br />

erzählt uns derweil von dem<br />

Ansinnen des Projektes. „Wir<br />

richten uns vor allem an sehende<br />

Menschen, die Interesse haben,<br />

einen Einblick in die Erfahrungswelt<br />

blinder Menschen zu erhalten“,<br />

so Petra Eschkotte. „Und“, so<br />

erklärt sie weiter, „sie haben hier<br />

Gelegenheit zu erfahren, welche<br />

nicht-visuellen Erfahrungen<br />

nutzbar sind.“<br />

Sie führt uns in den gegenüberliegenden<br />

Warteraum, wo sich bereits<br />

mehrere interessierte Besucher<br />

aufhalten, - vertieft in die bereitliegenden<br />

Broschüren, die auf die<br />

bevorstehende Reise ins Dunkel<br />

einstimmen sollen.<br />

Die Punktschrift<br />

des Louis Braille<br />

Eine Gruppe mit vier jungen Leuten<br />

steckt konzentriert die Köpfe<br />

zusammen und buchstabiert auf<br />

einer vierfach gefalteten Karte aus<br />

festem weißen Karton das Blinden-<br />

Alphabet, das bereits Anfang des<br />

19. Jahrhunderts von dem mit drei<br />

Jahren durch einen Unfall erblindeten<br />

Franzosen Louis Braille<br />

entwickelt wurde. Das Braille-<br />

System, - längst als internationale<br />

Blindenschrift anerkannt, - besteht<br />

aus insgesamt 63 Zeichen, die sich<br />

aus der unterschiedlichen Kombi-<br />

12<br />

nation von sechs Punkten<br />

zusammensetzen. Auf der<br />

Informationskarte sind<br />

alle Zeichen eingedruckt<br />

und darunter steht ein<br />

Übungssatz, den es zu<br />

entziffern gilt, - nicht ganz<br />

einfach.<br />

Außerdem können sich Besucher<br />

nicht nur darüber informieren, wie<br />

blinde Menschen Bücher lesen,<br />

sondern wie sie beispielsweise den<br />

Umgang mit Geld meistern oder die<br />

Uhrzeit erfahren.<br />

Was kostet das? - Leitfaden zum<br />

Gebrauch von EURO-Münzen<br />

Wer weiß schon, dass EURO-Münzen<br />

an den Rändern unterschiedliche<br />

Markierungen haben?<br />

Petra Eschkotte mit dem Riesenspendensparschwein<br />

des Münsteraner<br />

Blinden- und Sehbehindertenverein<br />

in den Ausstellungsräumen<br />

in der Von-Steuben-Straße 2 - 6.<br />

Bei der 2-EURO-Münze ist es ein<br />

durchgehend fein geriffelter Rand<br />

und bei der 1-EURO-Münze ist dieser<br />

mit Unterbrechungen fein geriffelt.<br />

A B C<br />

Die<br />

50-<br />

CENT-<br />

Münze hat<br />

einen durchgehend grob geriffelten<br />

Rand und die 20-CENT-Münze<br />

sieben Einkerbungen, - die „Spanische<br />

Blume“. Die 10-CENT-Münze<br />

hat, wie die 50-CENT-Münze auch,<br />

einen durchgehend grob geriffelten<br />

Rand, - ist aber kleiner. Einen<br />

glatten Rand haben nur die größere<br />

5-CENT-Münze und die kleinere 1-<br />

CENT-Münze. Und wer genau fühlt,<br />

der tastet bei der 2-CENT-Münze<br />

eine umlaufende Rille im Rand. Die<br />

EURO-Scheine dagegen sind nur<br />

durch ihre unterschiedliche Größe<br />

zu unterscheiden.<br />

Wie spät ist es? - Die Uhrzeit<br />

mit den Fingern „sehen“<br />

Für sehbehinderte und blinde<br />

Menschen gibt es speziell angefertigte<br />

Armbanduhren, bei denen<br />

sich das Uhrglas an einem Scharnier<br />

zur Seite klappen lässt, um an<br />

der Stellung der Zeiger die Uhrzeit<br />

zu ertasten.<br />

Essen nach der Uhr? - Der Löffel<br />

liegt immer bei 12 Uhr<br />

Ein übersichtlich gedeckter Tisch<br />

bedeutet für einen sehbehinderten<br />

Menschen, dass er sich seinen<br />

Teller wie eine Uhr vorstellt.<br />

Das heißt beispielsweise, dass der<br />

Löffel immer oben bei 12 Uhr liegt<br />

und das Frühstücksei bei 11 Uhr<br />

steht. Dann kann nichts mehr<br />

schiefgehen. mt


Angepasster Arbeitsplatz<br />

„Man baut sich eine eigene Welt auf“<br />

Ein fast normaler Arbeitsplatz mit Lesegerät und Spezialsoftware für den PC<br />

Ihre erste Brille bekam<br />

Sandra Lütkehaus im Alter<br />

von drei Jahren. Weder sie,<br />

noch die Eltern des aufgeweckten<br />

und quirligen<br />

kleinen Mädchens ahnten<br />

damals, in welchem dramatischen<br />

Maße sich ihr<br />

Sehvermögen im Laufe<br />

ihrer Entwicklung verschlechtern<br />

würde.<br />

Schließlich lautete die<br />

Diagnose „Hornhautverkrümmung“,„Netzhautablösung“,„Sehnervverkrümmung“<br />

und „Gesichtsfeldeinschränkung“.<br />

Hinzu kam<br />

eine hochgradige Lichtempfindlichkeit<br />

und Sandra<br />

Lütkehaus konnte sich auf<br />

Dauer auch in geschlossenen<br />

Räumen nicht mehr<br />

ohne eine verdunkelnde<br />

Brille aufhalten.<br />

Seit Juli 2002 arbeitet die<br />

nunmehr 35-jährige trotz<br />

ihrer starken Sehbehinderung<br />

als Büroangestellte bei<br />

der Westfalenfleiß gGmbH<br />

an einem „fast normalen“<br />

Arbeitsplatz.<br />

Dass das möglich ist, hat sie<br />

nicht zuletzt ihrer eigenen<br />

Zielstrebigkeit zu verdanken.<br />

Vor drei Jahren begann<br />

sie nämlich eine Ausbildung<br />

zur Büropraktikerin, die sie<br />

Mitte letzten Jahres erfolgreich<br />

abschließen konnte.<br />

Die Praktika absolvierte sie<br />

auch bei Westfalenfleiß, so<br />

dass sie in dieser Zeit bereits<br />

schon Mal in das für sie<br />

Sandra Lütkehaus (li.) mit<br />

ihren Arbeitskollegen Frank<br />

Szypior und Marlies Tönsmann<br />

an der Empfangszentrale<br />

von Westfalenfleiß am<br />

Kesslerweg. Fotos: mt<br />

Verwaltungsmitarbeiterin<br />

Sandra Lütkehaus an ihrem<br />

Arbeitsplatz bei der Westfalenfleiß<br />

gGmbH. Bis um das<br />

Achtfache vergrößert das<br />

Bildschirmlesegerät die<br />

Textvorlagen.<br />

neue Metier „hineinschnuppern“<br />

konnte. „Allerdings“,<br />

so stellt Sandra Lütkehaus<br />

kategorisch fest, „wenn ich<br />

die technischen Hilfsmittel,<br />

- wie das Bildschirmlesegerät<br />

und die spezielle PC-<br />

Software für sehbehinderte<br />

Menschen nicht hätte, -<br />

dann könnte ich diese<br />

Verwaltungsarbeiten gar<br />

nicht machen!“ Sie wendet<br />

sich wieder ihrer PC-Arbeit<br />

zu und betont: „Es macht<br />

mir großen Spaß!“ mt<br />

13


Blaudruck<br />

Wenn Rosetten auf<br />

blütenweißem Leinen erblühen<br />

Westfalenfleiß bietet Blaudruck-Kunst an der Rudolf-Diesel-Straße an<br />

Konzentriert beugt sich<br />

Melanie Esser über den<br />

blütenweißen Stoff. Punktgenau<br />

setzt sie das Modell<br />

auf. Eine indigoblaue Rosette<br />

entsteht. Vorsichtig<br />

beschichtet sie das Modell<br />

erneut mit einem<br />

Schwamm, den sie zuvor<br />

mit „Blauweißchen’s Farben“<br />

getränkt hat. Und<br />

wieder drückt sie das Modell<br />

langsam auf die vorgezeichnete<br />

Linie des Stoffes.<br />

Die nächste Rosette ist<br />

geschafft.<br />

Stolz erklärt währenddessen<br />

Gruppenleiterin Inge<br />

Schmitt die Geheimnisse<br />

des Blaudrucks - eine der<br />

neuesten arbeitsbegleitenden<br />

Maßnahmen, die Westfalenfleiß<br />

für Beschäftigte<br />

an der Rudolf-Diesel-Straße<br />

14<br />

anbietet. Solche Förderangebote<br />

sollen Kreativität<br />

und Freude an der Tätigkeit<br />

geben. Wer sich wie Melanie<br />

Esser an den Blaudruck<br />

heranwagt, der muss verschiedene<br />

Fertigkeiten<br />

mitbringen. „Feinmotorisches<br />

und kunsthandwerkliches<br />

Geschick und künstlerischen<br />

Ideenreichtum, um<br />

Muster und Formen zu<br />

einem harmonischen Ganzen<br />

zusammen zu setzen“,<br />

nennt Inge Schmitt wichtige<br />

Voraussetzungen.<br />

Längst ist der Blaudruck in<br />

den Werkstätten zum Selbstläufer<br />

geworden. Von der<br />

Landgardine bis zum Nostalgie-Handtuch,<br />

von der<br />

Tischdecke bis zum Lavendelbeutel,<br />

vom Schleifenband<br />

bis zur Leinentasche<br />

reicht die Palette der Angebote,<br />

die vier Beschäftigte<br />

zuvor mit Blaudruck-Mustern<br />

verschönert haben.<br />

Verkauft werden die Artikel<br />

auf dem Erntedankfest auf<br />

Gut Kinderhaus. Und sie<br />

finden reißenden Absatz,<br />

wie Produktionsleiterin<br />

Marion Esser berichtet.<br />

Auch in diesem Jahr sollen<br />

die Blaudrucke an einem<br />

eigenen Stand zum Kauf<br />

angeboten und die Arbeitstechnik<br />

demonstriert werden.<br />

Warum man bisher nur<br />

einmal im Jahr mit solchen<br />

Arbeiten an die Öffentlichkeit<br />

geht, obwohl die Artikel<br />

im letzten Jahr binnen<br />

kürzester Zeit vergriffen<br />

waren, erklärt Marion Esser:<br />

„Für uns bleibt der Blaudruck<br />

eine arbeitsbegleitende<br />

Maßnahme, keine Mas-<br />

Gabriele Radau (li.) und<br />

Heike Horstmöller führen<br />

einige der Blaudruck-<br />

Arbeiten vor, die vier Beschäftigte<br />

in der Werkstatt<br />

an der Rudolf-Diesel-Straße<br />

fertigen. Fotos: hwe


Blaudruck<br />

Melanie Esser (re.) und Inge Schmitt demonstrieren die Kunst des Blaudrucks, wie sie seit<br />

einigen Monaten in der Werkstatt an der Rudolf-Diesel-Straße praktiziert wird.<br />

senproduktion. Außerdem<br />

soll sich das Angebot, wie<br />

wir es am Tag der offenen<br />

Tür kurz vor Weihnachten<br />

machen, von dem auf dem<br />

Erntedankfest unterscheiden.“<br />

„Und Blaudruck“,<br />

fährt Marion Esser fort,<br />

„passt am Allerbesten ins<br />

bäuerliche Ambiente eines<br />

Gutshofes.“<br />

Das fanden vor drei Jahren<br />

auch Inge Schmitt und ihre<br />

Kollegin Helgard Wollwage.<br />

Da Inge Schmitt bereits<br />

einen Blaudruck-Kurs<br />

absolviert hatte, war der<br />

Schritt in ein neues Seminar<br />

bald getan. Die Westfalenfleiß-Mitarbeiterinnen<br />

meldeten sich bei Ellen<br />

Ossendorf an, die in Davensberg<br />

eine eigene Blau-<br />

druck-Werkstatt und entsprechende<br />

Lehrgänge<br />

leitet. Bald fühlten sich die<br />

Mitarbeiterinnen fit genug,<br />

um im September 2001 mit<br />

vier Beschäftigten das<br />

„Unternehmen Blaudruck“<br />

an der Rudolf-Diesel-Straße<br />

eigenverantwortlich zu<br />

starten. Der Erfolg sollte<br />

ihnen bald recht geben. Die<br />

Stücke, die da auf von Imprägnierungen<br />

freiem<br />

Leinen und Baumwollstoffen<br />

gedruckt werden, können<br />

sich sehen lassen. Und<br />

das will was heißen. „Denn<br />

die Kunst liegt zum einen im<br />

Entwurf, damit schöne<br />

Muster entstehen. Zum<br />

anderen kommt es darauf<br />

an, die Blaudruck-Farben<br />

gleichmäßig aufzubringen,<br />

damit das Ganze später wie<br />

aus einem Guss wirkt“, so<br />

Inge Schmitt. Dass das mal<br />

mehr mal weniger gelingt,<br />

hat sie kürzlich erst auf<br />

einem Hobbymarkt entdecken<br />

können, auf dem<br />

ebenfalls Blaudruck-Arbeiten<br />

vorgestellt wurden. „Da<br />

hab ich gedacht: Das können<br />

wir besser. Da arbeiten<br />

wir gleichmäßiger“, ist Inge<br />

Schmitt hörbar stolz auf die<br />

gute Westfalenfleiß-Qualität.<br />

Währenddessen nimmt<br />

Melanie Esser wieder ein<br />

Modell zur Hand, beugt sich<br />

über ihre Arbeit, und schon<br />

entfaltet sich eine weitere<br />

Rosette auf blütenweißem<br />

Leinen. hwe<br />

15


Norbert Mussenbrock, Projektleiter des „Hofcafés und Bauernladens“, freut sich mit den<br />

Gutsmitarbeitern Andreas Beyerlin und Alfred Wachelau (v.l.) darauf, dass sich schon bald<br />

die ersten Café-Gäste auf dem Gut tummeln. Fotos: mt<br />

Café und Hofladen locken Besucher<br />

Neues Westfalenfleiß-Projekt geht noch in dieser Saison an den Start<br />

Entspannt und gelassen<br />

faltet Norbert Mussenbrock<br />

die Baupläne zusammen.<br />

Doch der Schein trügt ein<br />

wenig. Ganz so ruhig wie<br />

der Projektleiter „Café und<br />

Hofladen“ auf Gut Kinderhaus<br />

wirkt, ist er nicht.<br />

Natürlich sähe er das neue<br />

urige Café unter der dicken<br />

alten Kastanie auf dem Gut<br />

und in der alten Deele<br />

sowie der Upkammer, gerne<br />

sobald wie möglich eröffnet.<br />

„Das kribbelt einem in den<br />

Fingern, wenn man sieht,<br />

dass die Fahrradsaison<br />

eröffnet ist und die Gastronomie<br />

schon gute Geschäfte<br />

16<br />

macht“, gibt Norbert Mussenbrock<br />

zu. Doch das Café<br />

auf Gut Kinderhaus kommt<br />

ein bisschen später aus den<br />

Startlöchern als ursprünglich<br />

geplant. Spätestens im<br />

August, meint Geschäftsführer<br />

Karl-Heinz Garbe, werden<br />

sich auf Gut Kinderhaus<br />

die Kaffeegäste tummeln.<br />

Sobald die Handwerker den<br />

neuen Wohntrakt auf dem<br />

Gut eingerichtet haben,<br />

rücken weitere Kolonnen<br />

nach, um den Traum vom<br />

Café in die Tat umzusetzen.<br />

Denn jeweils 60 Gäste sollen<br />

sowohl im Haus mit seiner<br />

Deele und Kaminfeuer<br />

sowie der Upkammer als<br />

auch draußen im Eingangsbereich<br />

unter der mächtigen<br />

Kastanie Platz finden.<br />

„Beim Betreten des Cafés<br />

fällt der Blick auf die Kuchentheke“,<br />

erläutert Mussenbrock.<br />

Dass die mit<br />

Torten gut bestückt ist und<br />

einladend wirkt, dafür<br />

sorgen 15 Menschen mit<br />

psychischen Behinderungen<br />

in Wolbeck, die in dem so<br />

genannten Europaprojekt<br />

„Equal“ seit einiger Zeit<br />

Speisen und auch Kuchen<br />

aus eigener Herstellung für<br />

Catering-Zwecke erstellen.


Dieses Projekt, - mit dem<br />

Ziel, Menschen mit Behinderungen<br />

für eine Tätigkeit<br />

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt<br />

vorzubereiten,<br />

hat die Westfalenfleiß<br />

ebenfalls mit Hilfe der<br />

Handwerkskammer Münster<br />

und dem Landschaftsverband<br />

Westfalen-Lippe<br />

angestoßen, weil sie einen<br />

Trend der Zeit frühzeitig<br />

erkannt hat, denn: „Dienstleistung“,<br />

sagt Geschäftsführer<br />

Karl-Heinz Garbe,<br />

„hat Zukunft und nichts<br />

anderes.“<br />

Nicht zuletzt deshalb hat<br />

man die gemeinnützige<br />

Münsteraner Dienstleistungs-Service<br />

gGmbH<br />

(MDS) gegründet, deren<br />

alleiniger Gesellschafter die<br />

Westfalenfleiß ist. Der MDS<br />

wird auch Träger des Cafés<br />

und Hofladens sein, in dem<br />

für Menschen mit Behinderungen<br />

sechs neue Arbeitsplätze<br />

entstehen. Aus die-<br />

Der Hofladen noch mit „Durchblick“ in der Bauphase:<br />

Norbert Mussenbrock ist zuversichtlich, dass das neue<br />

Projekt noch in dieser Saison an den Start geht.<br />

Gut Kinderhaus<br />

Sind auch gespannt auf den Startschuss für das Hofcafé<br />

und den neuen Bauernladen auf dem Gut Kinderhaus:<br />

Produktionsleiter Bernhard Witte und Wohnstättenleiterin<br />

Petra Schlingmann.<br />

sem Grund fördert der<br />

Landschaftsverband das<br />

Projekt als Integrationsunternehmen<br />

mit 30 Prozent.<br />

Weitere 30 Prozent trägt die<br />

Stiftung Wohlfahrtspflege,<br />

20 Prozent fließen von der<br />

„Aktion Mensch“ und noch<br />

einmal 20 Prozent werden<br />

als trägereigenes Darlehen<br />

der „Mutter“ Westfalenfleiß<br />

an die neue gGmbH überwiesen.<br />

Natürlich sei der Einstieg in<br />

die Gastronomie wirtschaftlich<br />

geprüft worden, berichtet<br />

Karl-Heinz Garbe weiter.<br />

Eine Beratungsgesellschaft<br />

aus dem Hotel- und Gaststättenbereich<br />

hat eine<br />

Marktanalyse vorgelegt, die<br />

für das Café Mut macht.<br />

An Ideen mangelt es ohnehin<br />

nicht. Neben dem Standardangebot<br />

an leckeren<br />

Torten, wärmenden Getränken<br />

und auch einem kühlen<br />

Blonden und Schnäpschen<br />

sollen saisonale Aktionen<br />

wie Spargelwochen,<br />

Brunchbüffets, Glühwein<br />

zur Weihnachtszeit oder<br />

besondere Angebote für<br />

Vereine und Tagungsgruppen<br />

weitere Gäste anlocken.<br />

17


Gut Kinderhaus<br />

Frank Platzek als „Kaninchenflüsterer“? Schon bald können<br />

sich die Gäste des neuen Cafés und Hofladens auf dem<br />

Gut Kinderhaus selbst davon überzeugen.<br />

Spielgeräte, ein Streichelzoo,<br />

eine Vogelvoliere, Kutschfahrten<br />

und Fahrradverleih<br />

sind nicht nur für junge<br />

Familien mit Kindern da.<br />

Und ein neuer Hofladen, in<br />

dem die Westfalenfleiß<br />

Produkte aus eigener Herstellung<br />

von der Marmelade<br />

bis zu frischem Obst und<br />

Gemüse anbietet, ergänzt<br />

das Angebot. Außerdem soll<br />

18<br />

der Hofladen den kleinen<br />

Straßenstand wirkungsvoll<br />

ersetzen.<br />

„Wenn das demnächst alles<br />

so umgesetzt ist wie geplant,<br />

dann ist hier richtig was<br />

los“, schwelgt Karl-Heinz<br />

Garbe in Vorfreude. Eine<br />

Vorfreude, die er mit den<br />

Menschen auf dem Gut teilt.<br />

„Denn die“, sagt er, „freuen<br />

sich, wenn Besucher in das<br />

Café und auf den Hof kommen:<br />

Weil das Aktion bedeutet.<br />

Hier wird Geld verdient.<br />

Und auch die Tatsache, dass<br />

viele auf dem Gut arbeiten,<br />

dort, wo was los ist, macht<br />

die Beschäftigten stolz“,<br />

weiß Karl-Heinz Garbe.<br />

Noch sitzt er zusammen mit<br />

Norbert Mussenbrock etwas<br />

einsam am Tisch unter der<br />

alten Kastanie, schaut auf<br />

den kleinen Bauerngarten.<br />

Auch der wird aufgepeppt,<br />

bevor die neuen Café-Gäste<br />

kommen. „Schon bald“,<br />

verspricht Karl-Heinz Garbe.<br />

„Auf jeden Fall noch in<br />

diesem Sommer.“ hwe<br />

Treue Kunden des Westfalenfleiß-Bauernhofes<br />

Gut<br />

Kinderhaus bedauern das<br />

Ende der Erdbeerzeit. Doch<br />

schon bald geht’s weiter mit<br />

frischen Stachelbeeren,<br />

Himbeeren und Johannisbeeren.


„Manchmal gibt’s auch ein Blümchen!“<br />

Seit 24 Jahren sitzt Marianne Freitag im Parkhäuschen am Domplatz<br />

„Hallo, Frau Freitag.“ Der<br />

ältere Herr im Café grüßt<br />

freundlich herüber. „Den<br />

kenn ich auch. Ein Stammkunde<br />

auf unserem Parkplatz“,<br />

sagt Marianne Freitag<br />

stolz.<br />

Tag für Tag sitzt die 55-<br />

Jährige in „ihrem“ Westfalenfleiß-Parkhäuschen<br />

am<br />

Domplatz - und das seit 24<br />

Jahren. „Im Urlaub vermisse<br />

ich meine Arbeit jedesmal“,<br />

erzählt Marianne Freitag<br />

und an Ruhestand mag sie<br />

gar nicht denken. Der Kontakt<br />

zu den Menschen ist es,<br />

der sie an dem Dienst als<br />

Parkplatzbedienstete der<br />

Westfalenfleiß gGmbH so<br />

reizt. „Manchmal kommen<br />

unsere Kunden nach ihrem<br />

Marktgang herüber und<br />

bringen ein Blümchen oder<br />

eine Apfelsine mit. Andere<br />

drücken uns ein Trinkgeld in<br />

die Hand. Viele suchen auch<br />

einen kleinen Plausch“,<br />

freut sich die Handorferin<br />

über die Freundlichkeit der<br />

Münsteraner.<br />

Citynahe Parkplätze<br />

sind sehr gefragt<br />

Klar, fährt sie fort, gebe es<br />

auch „die Motzer.“ Solche,<br />

die sich über besetzte Parkplätze<br />

oder Platzgebühren<br />

aufregen. Aber die meisten<br />

seien froh über die citynahen<br />

Parkmöglichkeiten.<br />

„Besonders ältere Menschen<br />

scheuen den Weg in die<br />

Parkhäuser“, hört Marianne<br />

Freitag auf ihrem Posten<br />

immer wieder. Senioren<br />

fürchteten sich dort vor<br />

Überfällen ebenso wie vor<br />

dem Einparken auf engem<br />

Portrait<br />

Raum. Umso mehr bedauert<br />

Marianne Freitag es, wenn<br />

wieder eine Parkfläche in<br />

Münster verschwindet.<br />

94 Einstellplätze stehen am<br />

Domplatz zur Verfügung.<br />

Macht seit 24 Jahren Dienst im Westfalenfleiß-Parkhäuschen<br />

am Domplatz: Marianne Freitag.<br />

19


Portrait<br />

Und der Run auf die begehrten<br />

„Autoboxen“ ist groß.<br />

Zahme „Stadthühner“<br />

auf dem Domplatz<br />

Viele Fahrer, die am Dom<br />

kreisen, kennt Marianne<br />

Freitag seit Jahren. Stadtbekannt<br />

geworden, erinnert<br />

sie sich lachend, sei sie<br />

jedoch durch „ihre Hühner.“<br />

Die Geschichte von den<br />

Hühnern, die sich vor vier<br />

Jahren vom Markt davonstahlen,<br />

in Bäume flüchteten<br />

und sich von dort weder<br />

vertreiben noch einfangen<br />

ließen, machte Schlagzeilen.<br />

„Richtig hübsche Hühner<br />

20<br />

waren das: Ein schwarzes,<br />

ein buntes, ein braunes“,<br />

fährt Marianne Freitag fort.<br />

Gemeinsam mit einer Kollegin<br />

besorgte sie Hühnerfutter,<br />

und im Nu war das<br />

Federvieh zahm.<br />

Domhühner im<br />

Kochtopf gelandet?<br />

Die Freude über Münsters<br />

berühmte Domhühner<br />

währte nicht lange. Eines<br />

Nachts verschwanden sie.<br />

„Gestohlen und im Kochtopf<br />

gelandet“, vermutet Marianne<br />

Freitag.<br />

Friedlich ist der Schichtdienst<br />

zwischen 7 und 14<br />

Ärger oder Bedrohungen hat<br />

Marianne Freitag in den 24<br />

Jahren ihrer Tätigkeit nie<br />

erlebt. Fotos: hwe<br />

Uhr oder von 13.30 bis 22.30<br />

Uhr ansonsten. Das hatte<br />

Marianne Freitag anders<br />

erwartet, als sie vor mehr als<br />

zwei Jahrzehnten im Parkplatzdienst<br />

der Westfalenfleiß<br />

begann.<br />

Aus acht Tagen<br />

wurden 24 Jahre<br />

„Nur für eine Woche“, wollte<br />

die Mutter von drei Kindern<br />

damals die neue Aufgabe<br />

testen. Denn sie sorgte sich<br />

auch um die eigene Sicherheit<br />

vor allem in den Abendstunden.<br />

„Aber aus acht<br />

Tagen sind 24 Jahre geworden“,<br />

lacht Frau Freitag<br />

vergnügt. „Und in der gan-


zen Zeit hat es keinen Ärger,<br />

keine Bedrohungen gegeben“,<br />

stellt sie fest. Polizei<br />

habe sie nie rufen müssen.<br />

Schlägerei auf dem Parkplatz?<br />

Ebenfalls Fehlanzeige.<br />

Mitarbeiterin mit<br />

Leib und Seele<br />

„Ich darf“, sagt die 55-<br />

Jährige nachdenklich, „gar<br />

nicht daran denken, eines<br />

Tages nicht mehr zum<br />

Domplatz zu fahren.“<br />

Aber dann, meint sie, gebe<br />

es ja immer noch Aushilfsdienste,<br />

die sie übernehmen<br />

könne. So wie manche ihrer<br />

rund 35 Kollegen, die in<br />

Schichtdiensten auf den<br />

zehn Westfalenfleiß-Parkplätzen<br />

in der Stadt in den<br />

„Gute Fahrt“ wünscht<br />

Marianne Freitag.<br />

Kassenhäuschen sitzen,<br />

Parkscheine abrechnen und<br />

den Fahrern „gute Fahrt“<br />

wünschen.<br />

hwe<br />

Portrait<br />

Der Run auf die begehrten „Autoboxen“ ist groß. Umso mehr<br />

bedauert Marianne Freitag es, wenn wieder eine Parkfläche<br />

in Münster verschwindet.<br />

21


Politikerbesuch<br />

Informativer Gedankenaustausch<br />

Mitglieder der SPD-Ratsfraktion besuchten die Westfalenfleiß gGmbH<br />

Über die Lage der beruflichen<br />

Integration von Menschen<br />

mit Behinderungen<br />

informierten sich im April<br />

Mitglieder der Münsteraner<br />

SPD-Ratsfraktion anlässlich<br />

eines Besuches bei der<br />

Geschäftsführung der<br />

Westfalenfleiß gGmbH.<br />

Im Vordergrund des Gedankenaustausches<br />

standen vor<br />

allem die Erörterung über<br />

die Gefährdung von Arbeitsplätzen<br />

für Menschen mit<br />

Behinderungen und neue<br />

Projekte von Westfalenfleiß.<br />

So machte Karl-Heinz Garbe<br />

deutlich, dass die Arbeitsplatzreduzierung<br />

durch<br />

Automatisierung, Rationalisierung<br />

und Betriebsinsolvenz<br />

besondere Probleme<br />

bereite.<br />

Westfalenfleiß trauert um Hans Lux<br />

Die Interessen und Bedürfnisse der Menschen waren Ausgangspunkt für sein Handeln<br />

Die Westfalenfleiß gGmbH trauert<br />

um Hans Lux, den langjährigen<br />

Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung<br />

und Mitglied des<br />

Aufsichtsrates bis 1994, der am 4.<br />

April im Alter von 81 Jahren<br />

verstarb. Mit Hans Lux hat Westfalenfleiß<br />

einen Mann verloren, der<br />

die Geschicke der gGmbH über<br />

lange Jahre mit geprägt hat.<br />

Hans Lux wurde 1921 in Breslau<br />

geboren, nach dem Zweiten<br />

Weltkrieg führte ihn sein Weg nach<br />

Nordrhein-Westfalen. Er hat „unter<br />

Tage“ gearbeitet, wurde Lehrer,<br />

Rektor, Schulrat und leitender<br />

Beamter bei der Bezirksregierung<br />

Detmold. Eine berufliche Karriere,<br />

die ihn nicht davon abhielt, sich<br />

immer wieder für das Wohl derer zu<br />

engagieren, denen in unserer<br />

22<br />

Und er betonte weiter, dass<br />

Westfalenfleiß mit eigenen<br />

Projekten, - wie dem Ladenlokal<br />

in Hiltrup und dem<br />

Im Bild (v.l.): Karl-Heinz Garbe und Gerda Fockenbrock von<br />

der Geschäftsführung von Westfalenfleiß, SPD-Sozialexpertin<br />

Beanka Ganser, SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang<br />

Heuer, Bürgermeister Fritz Krüger und Verwaltungsleiter<br />

Siegfried Thomaszick von der Westfalenfleiß gGmbH.<br />

Hans Lux<br />

Gesellschaft nicht alle Türen offen<br />

stehen, - vor allem Menschen mit<br />

Behinderungen, deren Interessen<br />

ihm besonders während seiner<br />

Café auf Gut Kinderhaus, -<br />

neue Wege gehe, um alternative<br />

Arbeitsplätze zu<br />

schaffen.<br />

Amtszeit am Herzen lagen.<br />

Viele Westfalenfleiß-Beschäftigte<br />

und Mitarbeiter von Westfalenfleiß<br />

haben Hans Lux noch in guter<br />

Erinnerung, da er lange Jahre die<br />

Ferienfreizeiten in das Skigebiet<br />

Pflersch mit begleitet hat.<br />

Hans Lux hat seine Aufgaben als<br />

Aufsichtsratsmitglied und Vorsitzender<br />

der Gesellschafterversammlung<br />

engagiert geführt und sich<br />

mit ganzer Kraft für das Unternehmen<br />

eingesetzt.<br />

Immer standen die Bedürfnisse der<br />

Menschen im Mittelpunkt seiner<br />

Aktivitäten und waren Ausgangspunkt<br />

für sein Handeln und<br />

Respekt und Anerkennung wurde<br />

ihm von allen gesellschaftlichen<br />

Kräften entgegen gebracht.


Konzertabend mit hochkarätigen Gästen<br />

Erfolgreicher Auftritt mit Pianist Jürgen Bleibel und Gästen aus den USA<br />

„Der Mai ist gekommen“, -<br />

mit diesem Lied gab der<br />

Gospelchor unter der neuen<br />

Leitung von Leo Michalke<br />

sein Debüt und bildete<br />

gleichzeitig damit den<br />

Auftakt zum Westfalenfleiß-<br />

Konzertabend am 22. Mai,<br />

der zum zehnten Mal von<br />

Dieter Kunath arrangiert<br />

wurde.<br />

Verstärkung aus den USA<br />

hatte der Münsteraner<br />

Pianist Jürgen Bleibel mitgebracht:<br />

Die hochkarätigen<br />

Künstler Doreen Maria<br />

DeFeis (Sopran) und James<br />

Hooper (Bariton), die mit<br />

klassischen Arien und<br />

einem Medley aus der Welt<br />

des Musicals das Publikum<br />

bezauberten.<br />

Über die Grenzen Münsters<br />

hinaus hat sich längst auch<br />

Jürgen Bleibel als künstlerischer<br />

Leiter überaus erfolgreicher<br />

Jazzreihen einen<br />

Namen gemacht. Dass er<br />

auch in der Klassik „zuhause“<br />

ist, bewies er beim<br />

zehnten Westfalenfleiß-<br />

Konzertabend mit seinem<br />

Die Sopranistin Doreen<br />

Maria DeFeis sang im Duett<br />

mit dem Bariton James<br />

Hooper (re.) beim zehnten<br />

Westfalenfleiß-Konzert, das<br />

von Dieter Kunath gestaltet<br />

wurde. Der Münsteraner<br />

Pianist Jürgen Bleibel begleitete<br />

die hochkarätigen<br />

Künstler aus den USA auf<br />

dem Klavier. Fotos: mt<br />

Klaviersolo mit dem Mephisto-Walzer<br />

Nr. 1 von<br />

Franz Liszt „Der Tanz in der<br />

Dorfschenke” nach der<br />

Faust-Dichtung von N.<br />

Lanau.<br />

Weiter ging es mit der Arie<br />

“Piangero” aus der Oper<br />

“Julius Caesar” von G.F.<br />

Händel mit Doreen Maria<br />

DeFeis (Sopran), James<br />

Hooper (Bariton) und Jürgen<br />

Bleibel am Klavier.<br />

Die Sopranistin Doreen<br />

Maria DeFeis stammt aus<br />

23


Konzertabend<br />

einer alten italienischen<br />

Musikerfamilie und ist ein<br />

internationaler Star, der in<br />

der ganzen Welt auftritt, so<br />

in New York, Venedig und<br />

Wien. Sie absolvierte ihre<br />

künstlerische Ausbildung an<br />

der Eastman-School of<br />

24<br />

Music und der berühmten<br />

New Yorker Musikhochschule,<br />

der Juillard School of<br />

Music. Der Bariton James<br />

Hooper begann seine musikalische<br />

Karriere mit dem<br />

San Franzisco Western<br />

Opera Theatre und gastiert<br />

Der Pianist Jürgen Bleibel:<br />

Ein Schwerpunkt seines<br />

künstlerischen Schaffens<br />

sind Auftritte und Aufnahmen<br />

für Rundfunk und<br />

Fernsehen mit eigener<br />

Jazzformation sowie mit<br />

internationalen Größen des<br />

Jazz. Zuletzt produzierte er<br />

die CD „Legends of Jazz“.<br />

in verschiedensten europäischen<br />

Musikhäusern.<br />

Besonderen Applaus bekam<br />

das Trio für ein Medley<br />

aus der Welt des Musicals<br />

wie “Summertime” aus<br />

“Porgy und Bess“ von G.<br />

Gab sein Debüt beim Westfalenfleiß-Konzertabend im Mai, der zum zehnten Mal von Dieter<br />

Kunath gestaltet wurde: Der Gospelchor unter der neuen Leitung von Leo Michalke.


Gershwin und Songs wie<br />

“Maria”, “I Feel Pretty”,<br />

“Somewhere” und<br />

“Tonight”aus der “West<br />

Side Story” von L. Bernstein.<br />

Der Abschluss des<br />

erfolgreichen Konzertabends<br />

mit “Amazing<br />

Grace” ging besonders<br />

„unter die Haut“. Begleitet<br />

von Jürgen Bleibel am<br />

Klavier sang der Gospelchor<br />

Westfalenfleiß unter<br />

der Leitung von Leo Michalke<br />

gemeinsam mit der<br />

Applaus für die hochkarätigen Künstler: Das Westfalenfleiß-<br />

Publikum ist begeistert.<br />

Sopranistin Doreen Maria<br />

DeFeis und dem Bariton<br />

James Hooper den Schluss-<br />

Song und begeisterte damit<br />

nicht nur den Veranstalter<br />

Dieter Kunath, sondern das<br />

gesamte Westfalenfleiß-<br />

Publikum. mt<br />

Mit Enthusiasmus und Begeisterung sind die Mitglieder des Gospelchors Westfalenfleiß bei<br />

der Sache, wenn einmal in der Woche die Chorprobe ansteht. „Da schlummern einige<br />

Talente“, betont der neue Leiter des Chores, Leo Michalke. Und wenn die Probe dann noch<br />

mit Kaffee und Kuchen von dem Förderer Dieter Kunath (Bild re.) gesponsert wird, dann<br />

steht einem erfolgreichen Auftritt nichts mehr im Wege.<br />

25


Thomas Czubay und Gisela Schumacher kuscheln gemeinsam in der neuen Wohnung am<br />

Albersloher Weg und freuen sich über ihre neu erworbene Selbstständigkeit.<br />

Ein neues Leben mit<br />

Kuscheltier und Küchendienst<br />

Ein Paar berichtet über seinen Umzug ins neue Haus am Albersloher Weg<br />

Der Stoff-Leopard „Czubay“<br />

hat schon bessere Tage<br />

gesehen. Richtig dünn ist er<br />

geworden und ein bisschen<br />

schlabberig vom vielen<br />

Waschen. An der Liebe, die<br />

sein Besitzer Thomas Czubay<br />

für das Kuscheltier<br />

empfindet, hat das nichts<br />

ändern können.<br />

Zärtlich nimmt er den etwas<br />

unförmigen Leoparden auf<br />

den Arm. „Du bist zu groß<br />

für so was. Du bist doch<br />

erwachsen“, tadelt ihn sein<br />

„Mäuschen“. Eigentlich mag<br />

Gisela Schumacher, Thomas<br />

Czubays Freundin, die<br />

Kuscheltier-Konkurrenz<br />

nicht so gern. Aber Thomas<br />

Czubay bleibt gelassen,<br />

wenn seine Leoparden-<br />

Liebe ins Kreuzfeuer der<br />

Kritik gerät.<br />

26<br />

Abgesehen von kleinen<br />

Szenen wie diesen verstehen<br />

sich der 36-jährige Thomas<br />

Czubay und seine 51-jährige<br />

Freundin jedoch prima. Und<br />

seit sie vor einigen Wochen -<br />

„am 11. Februar, einem<br />

Dienstag“, wie Thomas<br />

Czubay sich wie aus der<br />

Pistole geschossen erinnert -<br />

ins neue Haus der Westfalenfleiß<br />

gGmbH am Albersloher<br />

Weg gezogen sind,<br />

ist die Partnerschaft der<br />

beiden noch fester geworden.<br />

„Irgendwann wollen<br />

wir uns auch verloben.“<br />

Strahlend sieht Gisela Schumacher<br />

„ihr Mäuschen“ an<br />

und streicht ihm über den<br />

Rücken. „Er ist mir ein toller<br />

Partner. Das macht richtig<br />

Spaß mit uns beiden“, lobt<br />

sie.<br />

Dass sie manchmal Haushaltspflichten<br />

für ihn mitübernimmt,<br />

sagt sie nicht.<br />

Denn Thomas Czubay ist ein<br />

breit gefächertes Freizeitprogramm<br />

wichtig. Montags<br />

Freizeitgruppe bei der<br />

Lebenshilfe, mittwochs<br />

Schreibkurs, dazwischen die<br />

Tätigkeit für den Heimbeirat<br />

und Fortbildungen. Und<br />

natürlich die Arbeit in den<br />

Werkstätten von Westfalenfleiß.<br />

Da bleibt für „das<br />

bisschen Haushalt“ nicht<br />

immer Zeit. Dafür engagiert<br />

sich Gisela Schumacher mit<br />

großer Hingabe in und für<br />

die neue gemeinsame<br />

Wohnung. Putzen habe sie<br />

schon gelernt. Mit der<br />

Wäsche klappt es auch<br />

immer besser. Und einkau-


fen für das Leben zu zweit:<br />

All das mache ihr Riesenfreude,<br />

wird sie nicht müde<br />

zu betonen. Früher hat<br />

Gisela Schumacher gelegentlich<br />

mit dem Zug ihre<br />

Mutter besucht, die in<br />

einem Seniorenheim bei<br />

Hannover lebt. Diese Ausflüge<br />

sind seltener geworden,<br />

denn: „Jetzt hab ich ja einen<br />

eigenen Haushalt. Da kann<br />

man nicht mehr so wie man<br />

gerne möchte...“, sagt sie<br />

und Stolz klingt ihren Worten<br />

unüberhörbar mit.<br />

Die neue Selbstständigkeit<br />

möchte das Paar um keinen<br />

Preis mehr missen. Jetzt<br />

haben sie einen eigenen<br />

Schlüssel zu Haus und<br />

Wohnung, „ein Statussymbol“,<br />

wie Wohnstättenleite-<br />

Für „das bisschen Haushalt“<br />

bleibt nicht viel Zeit. Aber<br />

auch das gehört mit zur<br />

Selbstständigkeit.<br />

rin Marija Olbrich erklärend<br />

hinzufügt. Diese Unabhängigkeit<br />

sei ein großartiges<br />

Gefühl, erzählt Thomas<br />

Czubay. Natürlich sind da<br />

noch die Bezugsbetreuer,<br />

die die beiden und anderen<br />

Bewohner des Hauses<br />

begleiten und unterstützen.<br />

„Diese Mitarbeiter“, erläutert<br />

Marija Olbrich, „sind<br />

von 16 bis 22 Uhr und an<br />

den Wochenenden im<br />

Haus.“ Sie führen Menschen<br />

wie Thomas Czubay und<br />

Gisela Schumacher an die<br />

neue Selbstständigkeit<br />

heran. Ziel, so Marija Olbrich,<br />

sei möglicherweise<br />

eines Tages das Leben in<br />

einer eigenen Wohnung.<br />

Derzeit nämlich treten die<br />

beiden in der neuen Wohnung<br />

am Albersloher Weg<br />

nicht selbst als Mieter auf.<br />

Westfalenfleiß bietet den<br />

Wohnraum und die komplette<br />

Betreuung.<br />

Dennoch gleicht die Konzeption<br />

des Hauses der<br />

eines Mietshauses. Mit<br />

Flurdienst und in Zukunft<br />

Verantwortung für die<br />

Instandhaltung der Außenanlagen.<br />

Solche Arbeiten<br />

müssen sich die Menschen<br />

mit Behinderungen in den<br />

neun Zweier- und vier<br />

Einzelappartements dann<br />

teilen. Aber das, strahlen<br />

Thomas Czubay und Gisela<br />

Schumacher, tue man gern.<br />

Wohngemeinschaft Albersloher Weg<br />

Leopard „Czubay“ ist immer mit dabei. Fotos: hwe<br />

Am Anfang war das allerdings<br />

mit der Entscheidung<br />

zum Umzug an den Albersloher<br />

Weg gar nicht so<br />

einfach. Gisela Schumachers<br />

Schwester, die auch<br />

die Verantwortung als Betreuerin<br />

trägt, meldete<br />

Bedenken an. „Schaffst du<br />

das denn? Werdet ihr euch<br />

verstehen?“, hat sie die zehn<br />

Jahre jüngere Gisela gefragt.<br />

Doch die war zuversichtlich,<br />

dass die Verbindung mit<br />

Thomas, die seit sieben<br />

Jahren hält, Zukunft hat.<br />

Und so gab die Schwester<br />

ihre Einwilligung. „Du hast<br />

dich ganz gut rausgemacht“,<br />

habe ihre Schwester sie<br />

beim ersten Besuch in der<br />

neuen Wohnung gelobt,<br />

erzählt Gisela Schumacher<br />

strahlend. Sie selbst sieht<br />

das genauso. „Ich zieh hier<br />

nie mehr aus“, sagt sie<br />

überzeugt. Und Freund<br />

Thomas fällt ein: „Ich auch<br />

nicht.“<br />

hwe<br />

27


Haus Gremmendorf<br />

Ein spannendes Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier veranstalteten Betreuer der Wohnstätte<br />

Haus Gremmendorf. Mit sportlichem Ehrgeiz und großer Spiel-Lust waren die Bewohner<br />

begeistert dabei und hatten ihre Freude daran, die „Männchen“ fliegen zu lassen.<br />

28<br />

RCG Technik Münsterland GmbH<br />

Robert-Bosch-Straße 14 • 48153 Münster<br />

Tel. 02 51 / 6 82 26 00 • Fax 02 51 / 6 82 26 20


THE<br />

THE<br />

Verabschiedung<br />

Abschied nach 37 Jahren fällt schwer<br />

Blumen und Geschenke für Heinz Reichardt von den Kollegen in Telgte<br />

„Danke für das Lächeln und<br />

die Freude, die du jeden Tag<br />

neu in den Betrieb gebracht<br />

hast!“ Mit diesen Worten<br />

verabschiedete der Produktionsleiter<br />

des Zweigbetriebes<br />

in Telgte, Manfred<br />

Nosthoff, im April den<br />

langjährigen Beschäftigten<br />

Heinz Reichardt.<br />

Seit 37 Jahren ist Heinz<br />

Reichardt bei Westfalenfleiß<br />

tätig. „Er war immer“, so<br />

lobte Manfred Nosthoff im<br />

Rahmen einer kleinen<br />

Feierstunde seine Verdienste,<br />

„ein zuverlässiger Mitarbeiter<br />

in der Besen- und<br />

Bürstenproduktion.“<br />

Um ihm das Rentnerdasein<br />

ein wenig zu „versüßen“,<br />

bekam er von seinen Kollegen<br />

ein ganz besonderes<br />

Abschiedsgeschenk: einen<br />

bunt geschmückten Geschenkkorb<br />

mit Backzutaten,<br />

- genau das Richtige für<br />

den begeisterten Hobbybäcker.<br />

„Den ersten Kuchen spende<br />

ich der Belegschaft“, versprach<br />

Heinz Reichardt, der<br />

neben diesem Hobby seine<br />

zukünftige freie Zeit<br />

besonders dem Westfalenfleiß<br />

Gospelchor widmen<br />

will, bei dem er schon seit<br />

den Anfängen mitmacht.<br />

Außerdem ist er Mitglied im<br />

Chor der Evangelischen<br />

Kirchengemeinde.<br />

Die Arbeit war für Heinz<br />

Reichardt ein wichtiger Teil<br />

seines Lebens. „Es fällt mir<br />

sehr schwer, meine Arbeit<br />

hier niederzulegen“, ge-<br />

THEO ’S REISEN<br />

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reise philosoph<br />

Tel. (0251) 490 27 22 • Fax (0251) 490 27 23<br />

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Unsere Erfahrungen in der Durchführung von<br />

Reisen, die langjährige Zusammenarbeit mit<br />

ausgesuchten Agenturen und die individuelle<br />

Beratung, zeichnen uns als kompetenten Partner<br />

Ihrer Reise aus.<br />

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stand der 73-jährige, der am<br />

7. März 1966 seine Tätigkeit<br />

begann und nun in den<br />

wohlverdienten Ruhestand<br />

geht.<br />

Produktionsleiter Manfred Nosthoff (l.) und Heinz Reichardt.<br />

Sessendrupweg 60 • 48161 Münster<br />

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29


Treffen in Telgte<br />

„Telgte vor - noch ein Tooor!“<br />

Zu einem integrativen Fußballturnier<br />

in der Dreifachhalle in Telgte<br />

trafen sich am 27. April neun<br />

Mannschaften aus verschiedenen<br />

Einrichtungen für Menschen mit<br />

Behinderungen aus Münster-<br />

Gremmendorf, Wolbeck, Telgte,<br />

Beckum, Warendorf, Ostbevern,<br />

Enniger und Everswinkel.<br />

Ausgerichtet wurde dieses sportliche<br />

Ereignis von der Wohnstätte<br />

Telgte der Westfalenfleiß gGmbH<br />

unter der Regie von Raimund<br />

Plieth. Immerhin, - die Wohnstätte<br />

Telgte feiert in diesem Jahr ihr<br />

zehnjähriges Bestehen, - Grund<br />

genug für Bewohner und Betreuer<br />

des „Haus Telgte“, sich so richtig<br />

„ins Zeug zu legen“. Sie stellten<br />

ein attraktives Rahmenprogramm<br />

mit Live-Band, Zauberer und<br />

Schminkangebot auf die Beine und<br />

sorgten für ein spannendes<br />

Fußballmatch, das in drei Gruppen<br />

ausgetragen wurde. Dass Telgte<br />

dann zweiter wurde und dem Team<br />

aus Ostbevern als guter Gastgeber<br />

den Vortritt ließ, trübte die gute<br />

Stimmung nicht. Darin waren sich<br />

alle einig: „Dabei sein ist alles!“<br />

31


Besuchergruppe in der Rudolf-Diesel-Straße<br />

Vor Ort<br />

Hildegardis-Schülerinnen in der<br />

Werkstatt Nord zu Besuch<br />

Eine Unterrichtsreihe zu dem<br />

Thema „Es ist normal, verschieden<br />

zu sein“ brachte die Berufschulklassen<br />

der Sozialpflege der<br />

Münsteraner Hildegardisschule auf<br />

die Idee, sich „vor Ort“ ein Bild<br />

über eine Werkstatt für Menschen<br />

mit Behinderungen zu machen.<br />

Die angehenden Sozialpflegerinnen<br />

machen in der Regel ihr<br />

Vorpraktikum in einem Kindergarten,<br />

- einige jedoch absolvieren es<br />

auch in einer Einrichtung für<br />

Menschen mit Behinderungen.<br />

Grund genug für die Klassenlehrerin<br />

Monika Ruppik, eine Exkursion<br />

zur Westfalenfleiß gGmbH zu<br />

organisieren.<br />

So nahm Produktionsleiterin<br />

Marion Esser am 7. und 14. Mai<br />

jeweils 18 Schülerinnen in der<br />

Werkstatt Nord in der Rudolf-<br />

Diesel-Straße in Empfang und<br />

zeigte ihnen „vor Ort“ wie der<br />

Werkstattalltag für Menschen mit<br />

Behinderungen aussieht.<br />

32


Fußball<br />

Jochen Zeranka (v. l.) mit dem Bürgermeister von Pineda de Mar, Dolmetscher Francisco<br />

Corzo und José Antonio Canillas, Geschäftsführer der spanischen Partnerwerkstatt Horitzonto.<br />

Westfalenfleiß-Fußballer in Spanien<br />

Besuch der spanischen Werkstatt und Freundschaftsspiele in Pineda de Mar<br />

Auf „große Tour“ gingen der<br />

amtierende Deutsche<br />

Fußballmeister 2002 und<br />

eine Fußballmannschaft<br />

der Lebenshilfe aus Hamm.<br />

Ziel war die Partnerwerkstatt<br />

Horitzonto in Pineda<br />

de Mar an der Küste der<br />

Costa Brava in Spanien. Bei<br />

strahlendem Sonnenschein<br />

wurden das Hammer Fußballteam<br />

und die Westfalenfleiß-Fußballer<br />

mit Jochen<br />

Zeranka, Trainer Markus<br />

Milkowski und Klaus Mil-<br />

kowski zu ihrem einwöchigen<br />

Besuch empfangen.<br />

Neben einem informativen<br />

Gedankenaustausch standen<br />

eine Werkstattbesichtigung<br />

und mehrere Freundschaftsspiele<br />

auf dem Programm.<br />

Abfahrt der Westfalenfleiß-Fußballer,<br />

die im März die Partnerwerkstatt von<br />

Westfalenfleiß in Spanien besuchten.<br />

33


Abschlussveranstaltung der Heimbeiratschulung<br />

imm002<br />

34


Abschlussveranstaltung der Heimbeiratschulung<br />

Abschlussveranstaltung der Heimbeiratschulung <strong>2003</strong><br />

Mit der feierlichen Übergabe der<br />

Zertifikate und einem Abschlussfest<br />

am 23. Mai in den Seminarräumen<br />

der Katholischen Fachhochschule<br />

(KFH) beendeten 17 Heimbeiratsmitglieder<br />

des Wohnverbundes der<br />

Westfalenfleiß gGmbH ihren<br />

zweiten Schulungsblock. 12 der 17<br />

Teilnehmer aus Gremmendorf,<br />

Kinderhaus, Telgte und Wolbeck<br />

waren bereits im Jahr 2002 mit<br />

dabei, als das studentische Feldprojekt<br />

der KFH erstmals unter der<br />

Federführung von Prof. Dr. Thomas<br />

Hülshoff und Westfalenfleiß-<br />

Geschäftsführerin Gerda Fockenbrock<br />

mit Studierenden entwickelt worden<br />

war. Das Experiment verlief so<br />

erfolgreich, dass die Zusammenarbeit<br />

in diesem Jahr mit den<br />

studentischen Kursleitern Ingrid<br />

König und Frank Vestrick fortgeführt<br />

wurde. Stolz präsentierten die<br />

frisch geschulten Heimbeiratsvertreter<br />

ihren Freunden und Angehörigen<br />

ihre Zertifikate und Erinnerungsbücher.<br />

35


KFH-Projekt in der Wohnstätte Telgte<br />

36<br />

Frauen-Power<br />

Gemeinsames Projekt der Wohnstätte Telgte<br />

mit der Katholischen Fachhochschule<br />

Wem würde das nicht gefallen, - ein Frauen-Verwöhnwochenende<br />

mit Gymnastik, Bodypainting und Farbund<br />

Stilberatung? Für die Studentinnen der Katholischen<br />

Fachhochschule (KFH) Esther Elz, Julia Brüning<br />

und Beate Pollack war dies das „Highlight“ eines<br />

dreimonatigen „Frauen-Projektes“, das sie mit Bewohnerinnen<br />

der Wohnstätte Telgte gemeinsam planten<br />

und durchführten. Im Rahmen einer sommerlichen Abschlussfete<br />

präsentierten sie am 6. Juni in der Wohnstätte<br />

Telgte die Ergebnisse anhand von Plakaten, Collagen,<br />

Videofilmen und Fotos.


Konzertnachmittag<br />

Zu einem Konzertnachmittag besonderer Art hatte Dieter Kunath im Mai alle Beschäftigten am Kesslerweg<br />

zu „Musik in den Feierabend“ eingeladen. Mit bekannten Melodien zum Mitsingen, Schunkeln und<br />

Tanzen begeisterten die jungen Trompeter Martin Becker und Christoph Lennartz (Bild re.) das Publikum<br />

und wiederholten ihr Konzert mit Unterstützung von Markus Michael (Keyboard und Gesang) in<br />

der Werkstatt an der Rudolf-Diesel-Straße. Auch hier zeigte sich das Publikum begeistert. Fotos: mt<br />

37


Preisrätsel<br />

2.<br />

3.<br />

6.<br />

Liebe Rätselfreunde!<br />

Das Lösungswort des Preisrätsels aus dem Westfalenfleiß-<strong>ECHO</strong><br />

1/<strong>2003</strong> lautete:<br />

„GESCHENKIDEEN“. Es gewann Stefanie Tänzer.<br />

Sie erhielt als Gewinn von Verwaltungsleiter<br />

Siegfried Thomaszick einen tragbaren CD-<br />

Player überreicht. Herzlichen Glückwunsch!<br />

Wenn Sie auch gewinnen möchten, versuchen<br />

Sie Ihr Glück. Mit dem farbig unterlegten Lösungswort<br />

erraten Sie den gesuchten Begriff.<br />

Schreiben Sie uns das Lösungswort auf eine<br />

Postkarte und schicken diese an:<br />

Redaktion Westfalenfleiß-<strong>ECHO</strong>, Kesslerweg 38-<br />

42, 48155 Münster.<br />

Einsendeschluss ist der 1. August <strong>2003</strong>. Viel<br />

Glück wünscht - Ihre <strong>ECHO</strong>-Redaktion!<br />

38<br />

1.<br />

4.<br />

5.<br />

1.<br />

6.<br />

4.<br />

2.<br />

Freut sich über den „Discman“: Stefanie<br />

Tänzer. Sie gewann beim Preisrätsel der<br />

Westfalenfleiß-<strong>ECHO</strong> 1/<strong>2003</strong> und erhielt<br />

von Verwaltungsleiter Siegfried<br />

Thomaszick den tragbaren CD-Player.<br />

Herzlichen Glückwunsch! Foto: mt<br />

3.<br />

5.


Wir bieten folgende Arbeitsbereiche an:<br />

Garten- und Landschaftspflege<br />

Gärtnerei - naturnaher Anbau -<br />

Schul- und Betriebsverpflegung<br />

Sortier- und Verpackungsarbeiten<br />

Elektrogerätemontage<br />

Holzverarbeitung<br />

Bürsten- und Besenfertigung<br />

Montagearbeiten<br />

Skin- und Blisterverpackung<br />

Metallverarbeitung<br />

Wäscherei<br />

Näherei<br />

Copy-Shop<br />

Tampondruck<br />

Hauptwerkstatt<br />

Kesslerweg 38-42, Postfach 48046 Münster<br />

Tel. 0251-61800-0, Fax: 0251-61800-55<br />

Gärtnerei<br />

Kesslerweg 38, 48155 Münster, Tel. 0251-61800-50<br />

Ladenlokal „Mensch und Natur“<br />

Bodelschwinghstr. 13, 48165 Münster-Hiltrup, Tel. 02501-98966-7, Fax: 02501-<br />

98966-8<br />

Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr Sa. 8 - 14 Uhr<br />

Zweigwerkstatt „Werkstatt Telgte“<br />

Orkotten 25, 48291 Telgte, Tel. 02504-6902-0, Fax: 02504-6902-22<br />

Zweigwerkstatt Münster Nord<br />

Rudolf-Diesel-Straße 43, 48157 Münster, Tel. 0251-89971-0, Fax: 0251-89971-14<br />

Landwirtschafts-Betrieb „Gut Kinderhaus“<br />

Obstplantage „Gut Kinderhaus“<br />

Am-Max-Klemens-Kanal 19, 48159 Münster, Tel 0251-92103-0, Fax: 0251-92103-59<br />

Industrieservice Münster (ISM)<br />

Höltenweg 105, 48155 Münster, Tel. 0251-62737-0, Fax: 0251-62737-22<br />

Zum Kaiserbusch 14, 48165 Münster,<br />

Tel. 0251-39903-0, Fax: 0251-39903-22<br />

e-mail: info@westfalenfleiss.de • homepage: www.westfalenfleiss.de<br />

39

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