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Angestellten, Rohstoffen und Fertigfabrikaten zu undvon den Betrieben, und zahlreiche Siedlungen zeugenvon dem Willen, den in ihnen Tätigen gesundeWohngelegenheiten zu schaffen.Die Arbeit für die Aufstellung von Flächenautteilungsplänenfür dieses wirtschaftlich so regsame Gebiet,insbesondere für den Regierungsbezirk Merseburg,ist freiwilliger Natur. Es gelang dem Geschickund der Sachkenntnis Dr. Pragers, Gemeinden und Gemeindeverbände,den Bergbau, die Industrie, den Han-Städte und 12 Landkreise des Regierungsbezirk Merseburgerstreckt und eine Gesamtfläche von rund6 8 5 0 qkm pei einer größten Länge von 140 km und einefgrößten Breite von 80 km umfaßt (vgl. den ÜbersichtsplanAbb. 2), erfolgt durch Bearbeitung einzelner zusammenhängenderTeile des Wirtschaftsgebiets durchje einen Planbearbeiter. Diese sind durch Ausschüssegewählt, die sich aus Vertretern der Gemeinden undGemeindeverbände, des Bergbaues, der Industrie, desHandels und der Landwirtschaft zusammensetzen. In= mTJfl w®■Ö ©® fl^ O—- hße •= ®G >tłDC5fl ^T3 cöb£ ^fl flT3*®^ S3®-o fl®


im Wirtschaftsgebiet Leuna-Geiseltal (Planbearbeiter: Arch.v. W a 11 h a u s e n),im Wirtschaftsgebiet Weißenfels-Zeit z (Planbearbeiter: Reg.-Baumeister a. D. Lehweß),im Wirtschaftsgebiet Naumburg (Sta-dtbauamt-, Planbearbeiter:Stadtbaurat H o ß f e 1 d);b) ohne Bildung eines Ausschussesfür die Stadt Wittenberg (Stadtbauamt, Planbearbeiter:Stadtbrt. Petri und Vermessungsdirektor Becker),Schließung von Industrieland wie auch der Anlage^ vonFlugplätzen gewidmet. Dr. Prager weist in seinemBericht unter anderem auf die große Bedeutung derGemeinschaftsarbeit für die Schaffung von Automobilstraßenzwischen der Reichsbahn, der Post, der Studiengesellschaftfür Automobilstraßenbau und der Kraftverkehrsgesellschafthin; ferner betont er die Notwenhbm -a© "~< ©©-= ^© ©3 3t- —i6©•" o- 3


Von besonderem Interesse war und ist die Fragenach der praktischen Durchführung und der rechtlichenSicherung der Pläne, die auf Grund f r e e r j e ie i n 1»a r u n g geschaffen werden. Es wird zwar erwartetdaß durch die Teilnahme der Gemeinden undGemeindeverbände die Durchführung der durch dieFlächenaufteilungspläne aufgestellten mannigfachenund zum Teil tief eingreifenden Forderungen m verhältnismäßiggroßem Umfange ohne gesetzliche Maßnahmenzu ermöglichen sein wird. Anderseits kann aberz. B. die Sicherstellung von Industrieland, der Schutzvon Grünflächen, von landwirtschaftlich genutztenFlächen, das Nichtbauen auf Kohle und die zur Gewinnungvon Kohle notwendige Verlegung ganzer Ortschaftenund wichtiger Verkehrslinien (Eisenbahnenund Straßen), wahrscheinlich nicht in allen Fällen ohnegesetzliches Eingreifen erreicht werden. Im Geiseltalliegt etwa 25 v. H. des Kohle Vorkommens, das hier auf1,4° bis 1,5 Milliarden Tonnen geschätzt wird, unterbebauten Grundstücken und 10 v. H. unter der Eisenbahn.Der Entwurf des Städtebaugesetzes enthält inbezug auf die bereits an verschiedenen Stellen eingeleiteteund zum Teil weit fortgeschrittene freiwilligeBearbeitung von solchen Aufteilungspläneneine Lücke, die unter allen Umständen beseitigtwerden muß. Es darf erwartet werden, daß die hierzunotwendige Ergänzung des Gesetzentwurfes allen, imEinvernehmen mit behördlichen Stellen oder, wie imReg.-Bezirk Merseburg, auf Anregung des Regierungspräsidentenund unter Führung seines Sachbearbeiters,begonnenen Planbearbeitungen der sonst für dieFlächenaufteilungspläne im Gesetz vorgesehene Rechtsschutzzugebilligt wird.Vor der b is jetzt im Gesetzentwurf vorgesehenenRegelung über die Zuständigkeit für die Bearbeitungder Pläne hat die durch Dr. Prager im Reg.-Bezirk Merseburg geschaffene Organisation den garnicht hoch genug einzuschätzenden Vorzug, daß nichtnur Vertreter von Gemeinden und Gemeindeverbändendie Entscheidung in den Händen haben, sondern dievöllig unentbehrliche Mitwirkung von Vertretern derLandwirtschaft, der Industrie, des Bergbaues, sowieprivatwirtschaftlicher Unternehmungen gesichertworden ist. Es genügt m. E. nicht, die nach demStädtebaugesetzentwurf aufgestellten Flächenaufteilungsplänevor ihrer endgültigen Festsetzung offenzu legen, wie dies bei Baufluchtlinienplänen vorgeschriebenist. Die Erfahrung im Reg.-Bezirk Merseburghat den außerordentlichen Wert der unmittelbarenZusammen - und Mitarbeit der hierin den Siedlungsausschüssen vertretenen Stellen undWirtschaftsverbände nur zu deutlich gezeigt.Der Erfolg dieser freiwilligen Arbeit, der ohneZweifel neben der Führung der Gesamtarbeit durch denRegierungspräsidenten in Merseburg und seinen Sachbearbeiterhauptsächlich der Art der von ihnen geschaffenenOrganisationen zu verdanken ist, berechtigtzu den besten Zukunftshoffnungen für eine segensreicheAuswirkung dieser Pläne, welche in ihrer Gesamtheitals einheitlicher „Generalsiedlungsplan für das mitteldeutscheWirtschaftsgebiet“ eine in jeder Beziehungüberaus wertvolle Grundlage für die Entwicklungdieses Gebietes bilden werden. Es darf andererseitserwartet werden, daß die für den Erlaß des neuenStädtebaugesetzes zuständigen Stellen den Anregungenaus dem Reg.-Bezirk Merseburg für eine Verbesserungdes Städtebaugesetzentwurfes, insbesondere zumSchutze und zur rechtlichen Sicherstellung der schonbegonnenen Arbeiten für Flächenaufteilungspläne ganzbesondere Aufmerksamkeit zuwenden. —Zum Entwurf eines preußischen Städtebaugesetzes.or kurzem hat der preuß. Ministerfür Volkswohlfahrt den„Entwurf eines Städteba u g e Sle t z e s“ zur öffentlichenErörterung gestellt, nachdemer bereits i. J. 1923 denEntwurf eines im engeren Rahmengehaltenen Gesetzes herausgegebenhatte, der als „G r u n d-züge für die A u f s t e 1 -1u n g u n d D U r c h f ü h rung von Siedl u n g s -u n d Bebauungsplänen (Fluchtlinie n-p 1ä n e n)“ bezeichnet war. Dieser erste Entwurfwurde zwar in verschiedenen Punkten von den beteiligtenKreisen als eine Verbesserung des altenFluchtliniengesetzes von 1875 anerkannt, das jedochim wesentlichen auch weiterhin die Grundlage bildete,wenn auch schon Erfahrungen, die man beim Ruhrkohlen-Siedlungsverbandgemacht hatte, zum Teil mithineingearbeitet waren. Einstimmig waren daher dieMänner der Praxis der Meinung, daß der Rahmen diesesEntwurfes viel zu eng gezogen sei, daß damit der neuzeitlichenEntwicklung nicht genügend Rechnung getragenwerde, daß vielmehr der ganze Fragenkomplex,der bei der städtebaulichen Entwicklung* auftritt ineinem einheitlichen, zeitgemäßen Städtebaugesetz ’neugeregelt werden müsse. Wir haben auch in der„Deutschen Bauzeitung“ 1924 von verschiedenen SeitenKntiken dieses Entwurfes und Vorschläge für seinennotigen Ausbau gebracht*).In disen Wünschen wurde vor allem betont, daß inden Gesetzen zunächst zum Ausdruck gebracht werdenmüsse, daß die Forderungen der Wirt sc h a f tdie Grundlagen jeden Städtebaus bilden müßten daßferner nicht die zufälligen Gemeindegrenzen, sondernhe weiteren Grenzen der wirtschaftlichen Gemeinschaftbestimmend sei» müßten für die Aufstellung der BevonE n t w u r f s . 57. B c p -e c h u ,*Kubr, S . '.*8. von Sta.lihaurat o ' S c h n H r t i’ ? ' £ ' 97’ B e w ‘ «■ Witten-D r-'lnt . W a g n e r- S p e /e ‘ .^Nürnb “ g! V /132bauungspläne, daß das Gesetz also für die Ausführungund Durchsetzung solcher Pläne auch die nötigenHandhaben bieten müsse. Es wurde von den interessiertenKreisen des Baufaches ein Gegenentwurf ausgearbeitetund dem Ministerium überreicht, der imwesentlichen vom Verbandsdirektor des Ruhrkohlen-Siedlungsverbandes, Dr.-Ing. Schmidt, Essen, aufgestelltwar und alle wertvollen Gesichtspunkte zusammenfaßte,die in der eingehenden Erörterung desEntwurfes zutage getreten waren.Diesen Wünschen und Vorschlägen ist der Wohlfahrtsministergefolgt, Aus dem veränderten Fluchtliniengesetzist nun tatsächlich ein Städtebaugesetz geworden,das die ganze Materie in 118 Paragraphen zubehandeln sucht und dazu eine eingehende Begründungder getroffenen Maßnahmen gibt.Das Gesetz zerfällt in 5 Abschnitte. Im A b ­schnitt I wird das Zustandekommen der Pläne undihr Einfluß auf die bauliche Ausnutzung des Plangebietesbehandelt. In einzelnen regeln die §§ 1 bis 4 dieFlächenaufteilungspläne, § 5 die Baufluchtenpläne,§§ 6 bis 22 die Baufluchtlinienpläne, §§ 23 bis 30 diezwischengemeindliche Regelung. Im Absc h n i 1 1 IIwerden Bauvorschriften gegeben. Die §§ 31 bis 42 behandelndie Baulastenbücher, die §§ 43 bis 58 gebenBauvorschriften für die äußere Gestaltung der Straßen,Plätze, sowie des Orts- und Landschaftsbildes und zwarwerden in den §§ 43 bis 55 die schönheitlichen, inden §§ -56 bis 58 die Verkehrs- und gesundheitspolizeilichenForderung gegeben. Die §§ 59 und 60 regelnnie I' rage der Bauverbote und die Bedingungen, diegegenüber den Gemeinden, für die Errichtung von Gebäuden,die Wohn- und Arbeitszwecken dienen, anStraßen und Plätzen zu erfüllen sind. Die §§ 61 bis 64dieses Abschnittes sind schließlich der Frage der Baudispensegewidmet, In A b s c h n i 11III wird das wichtigeGebiet der Enteignung, Grenzberichtigung und desZwangtausches in den §§ 65 und 66 geregelt, die Umlegungvon Grundstücken in den §§ 67 bis 97. A b ­s c h n i t t IV ist einerseits der Frage der Entschädi-No. 17.


gung der Grundstücksbesitzer in den §§ 98 bis 106 gewidmet,während die §§ 107 bis 116 die Anliegerbeiträgezu den Straßenbaukosten behandeln. Der A b -schnitt V schließlich enthält die bei Einführung desGesetzes nötigen Übergangsbestimmungen in den §§117und 118.Die Begründung des E ntwurfes schicktzunächst dem Gesetz allgemeine Gesichtspunkte voraus,die bei seiner Aufstellung maßgebend waren, stelltdann den einzelnen Abschnitten eine Gesamtbegründungvoraus und hebt bei jedem Paragraphen dieNeuerungen und besonderen Absichten hervor.In dieser Begründung wird zunächst anerkannt,daß das Fluchtliniengesetz von 1875 den heutigen Anschauungenund Forderungen nicht mehr gerecht wird,da die Verhältnisse sich seit seinem Erlaß grundlegendgeändert haben. Als Grundgedanke ist jetzt übernommen,d a ß d ie wirtschaf tlichen Zusammenhänge heute die städtebauliche En-Wicklung in erster Linie bestimmenmüssen. Es heißt in er Begründung: „Ein bewußtgestaltender Wille muß das Wachstum einer Gemeindeoder die Entwicklung eines Wirtschaftsgebietes mehrals bisher beherrschen. Die Machtmittel, die das Baufluchtengesetzvon 1875 den Gemeinden gab, habennicht ausgereicht, die verschiedenartigen Willenskräfteder Grundstücksinteressenten, der Industrie-Unteinehmungenund anderer in Bahnen zu weisen, die eineWohn weise ermöglichen, die frei von sozialen Ungeheuerlichkeitenist. Wenn die Gemeinden auf diesemGebiete Verbesserungen schaffen und im Sinne derKlärung der großen wirtschafts-geographischen Zusammenhängein dem Wirtschaftsgebiet, das sie umfassenoder dem sie angehören, erfolgreich arbeitenwollen, müssen ihnen die nötigen Machtmittel in dieHände gegeben werden, damit sie Herren einer einheitlichenund ordnungsgemäßen Aufschließung des Gemeindegebieteswerden können“.Dazu kommt der Grundsatz, daß die Interessen benachbarterGemeinden und des sie umgebenden flachenLandes häufig so vielfach miteinander verflochten sind,daß die hiermit zusammenhängenden Fragen nur nacheinheitlichen Gesichtspunkten gelöst werden können,daß hierzu neue Wege beschritten werden müssen, daßes ferner gilt, „Preußen die gesetzliche Grundlage fürdie Durchführung dieser Ideen und außerdem die Möglichkeitzu schaffen, die bauliche Entwicklung der Gemeindenmit der Gesamtentwicklung des Landes,einer sich vorbereitenden Landesplanungin Einklang zu halte n“.Es wird ferner angeknüpft an die L e i t s ä t z e , dieder Arbeitsausschuß des internationalen Kongressesfür Städtebau - und Siedlungswesenin Amsterdam 1924 für die zukünftigeEntwicklung der Länder angenommen hat. Man stelltezunächst fest, daß ein unbeschränktes Anwachsen derGroßstädte unerwünscht und eine Warnung für diekleineren Städte sei; daß die Dezentralisation mittelsTrabantenstädten dem Entstehen allzu großer Städtein vielen Fällen entgegenarbeiten könne; daß dieGroßstädte durch dauernd zu erhaltende Grüngürtelabzuschließen seien; daß den kommunalen und interkommunalenVerkehrsfragen namentlich im Hinblickauf die zunehmende Bedeutung des Kraftwagenverkehrsgrößere Aufmerksamkeit zu schenken sei; daßnamentlich in der Umgebung der Großstädte Überlandplanungennotwendig seien, die aber keineeinheitlichen Bebauungspläne sein, vielmehr dieÜber deckung ganzer Bezirke mit zusammenhängendenBebauungplänen verhindernsollen; daß diese Überlandpläne elastischsein und abgeändert werden müssen, sobald die Zuständesich ändern; daß schließlich Bebauungspläneund Überlandpläne (regionale Nutzungspläne) durchGesetz eine Rechtskraft erlangen sollen, die es ermöglicht,den Boden seiner planmäßigen Bestimmung zuzuführen,solange der Plan zu Recht besteht.Die Begründung führt aus, daß diesen Leitsätzenim Entwurf im wesentlichen Rechnung getragen sei.Der Entwurf will ferner die bisher in vielen Gesetzenverstreuten Vorschriften, die für den Städtebauvon Bedeutung sind, zusammenfassen und die bisherzum Teil fehlende Einheitlichkeit in ihnen herbeiführen.Nicht aufgenommen, da nicht zu einem Städtebaugesetzgehörig, sind dagegen Vorschriften, die besserdurch Polizeiverordnungen geregelt werden, vor allemdie Vorschriften, die z. B. in der preuß. Musterbauordnungaufgenommen worden sind. Ebenso wenigwill das Gesetz technische oder baukünstlerische Vorschriftenfür den Aufbau der Städte geben, vielmehrsollen durch Technik und Kunst nur etwaigeHemmnisse aus dem Wege geräumt werden, es soll aberdas, was Technik und Kunst schaffen, gesetzlich gegenStörungen und Angriffe Dritter, insbesondere gegenüberdem Privatinteresse Einzelner, geschützt werden.Der Entwurf will an Neuem alles bringen, was dermoderne Städtebau zu seiner Entfaltung in rechtlicherHinsicht braucht und wofür die rechtlichen Grundlagenbisher fehlten. Als solche neue Fragen werden hervorgehobendie Einführung der: Flächenaufteilungspläne,Verkehrsbänder, Baulastenbücher, Bausperre,des Zwangsaustausches von Grundstücken usw. Bezüglichder bisherigen formalen Bestimmungen desFluchliniengesetzes von 1875 wird betont, daß sie sichbewährt hätten und daß sie daher mit geringfügigenÄnderungen wieder übernommen worden seien. Zuden einzelnen Abschnitten wird ebenfalls eine allgemeineBegründung vorausgeschickt und darin noch Folgendesausgeführt:Abschnitt I bringt an wesentlichen Neuerungenzunächst neben den Fluchtlinienplänen dieFlächen aufteilungspläne, die es den Gemeindenermöglichen sollen, sich ein Bild davon zumachen, wie sich die Erschließung ihrer Feldmark fürdie Besiedlung vollziehen soll. Die Fluchliniengesetzgebung,die sich bisher nur auf die Verkehrsflächen,(Straßen, Plätze) bezog, wird auch auf die E r ­h o l 11 n g s f lä c h e n ausgedehnt. Die Gutsbezirkesind in das Fluchtlinien verfahren ebenfalls einbezogenworden. Es soll erleichtert werden, daßzwischgemeindliche Pläne auch ohne dieschwerfällige Verbandsbildung festgesetzt werdenkönnen. Eingeschränkt ist der bisherige Einfluß derOrtspolizeibehörde, derjenige des Regierungspräsidentendagegen verschärft.In Abschnitt II sind die Baulastenbücherals Neuerungen im preuß. Baupolizeirecht zubetrachten. Es wird'hier ferner die einheitliche Zusammenfassungder ästhetischen Vorschriften der Baupolizeiunter teilweisem Abbau dieser und die Neufassungder Baudispense vorgesehen. Neu sind aucheinige Verkehrs- und gesundheitspoliz. Bestimmungen.Abschnitt III faßt die Vorschriften zusammen,die das Baufluchtliniengesetz und das Wohnungsgesetzbisher über die Enteignung enthielten und dehntdas Enteignungsrecht weiter aus, das nunauch auf die Schaffung von Baugrundstücken und In-dustrie-Ansiedlungen angewendet werden kann. Fürdie Austauschland-Enteignung wird eineneue gesetzliche Grundlage geschaffen, die bisher nurfür einzelne Gegenden bestand, und die außerdem invereinfachten Formen gebracht wird. Die Umlegungwird im allgemeinen aus Gründen des öffentlichenWohles für zulässig erklärt und zwar nicht nur für unbebaute,sondern auch für bebaute Grundstücke.Abschnitt IV regelt die Entschädigungsfragein Abänderung des Fluchtliniengesetzes im allgemeinennach der Fassung des Wohnungsgesetzes von1918, sieht als neue Bestimmung ein Rückkaufsrechtfür die enteigneten Flächen durch den früherenEigentümer vor, wenn die Durchführung der Absichten,die der Enteignung zu Grunde lagen, von der Gemeindeungebührlich lange verzögert werden. Fernerwird eine Entschädigungspflicht der Gemeindenvorgesehen, falls diese ihre ursprünglichenAbsichten nachträglich ändert. Neu geregelt wirdferner die Frage der Anliegerbeiträge sowohlhinsichtlich des Zahlungsmodus, wie der Bemessung22. A ugust 1925. 133


.lcr Höhe der Beiträge. Außerdem wird die B e1 1 -tragspflichtauchaufErholungsflaehen'‘ “ "zu6 Abschnitt V, Übergangsbestimmungen,ist zu bemerken, daß eine Reihe vonfrüheren Gesetzen durch das Städtebaugesetz ubeihauptüberflüssig werden, da sie in dieses hineingearbeitetsind, während eine Reihe von Bestimmungenals überholt oder überflüssig ganz ausscheiden. Es giltdas unter anderem von den Bestimmungen des Zweckverbands-Gesetzesvon 1911, das keine praktischeWirkung in städtebaulicher Beziehung gehabt habe danur in einem einzigen Fall ein Zweckverband zu Aufstellungvon Fluchtlinienplänen geschaffen worden sei.Die durch dieses Gesetz zu erreichende zwischengemeindlicheRegelung der Fluchtlinienpläne wird durchei einer Fachbesprechung des neuen, zuröffentlichen Erörterung gestellten Gesetzentwurfesbedarf es wohl kaum der Heivoihebungder wesentlichen Verbesserungen,die er gegenüber dem ersten Entwurf auf-—I=======:l weist. Es muß unumwunden anerkanntwerden, daß bemerkenswerte Fortschritte nach dem hohenZiele gemacht worden sind, das sich der Gesetzgeber gesteckthat. Aber bei der ungeheuren Schwierigkeit, diein der gesetzgeberischen Bewältigung so vieler neuerProbleme liegt, darf es Niemand wundernehmen, wenn auchjetzt noch eine Fülle von Einwendungen zu erheben undneue Vorschläge zu machen sind. ,Die neugewählte Überschrift: „Städtebaugesetz“hat zwar den Vorzug der schlagwortartigen Kürze,gibt aber ein nur unvollkommenes Bild von dem Inhalt,der gerade bewußt über die Grenzen dessen, was man gemeinhinunter Städtebau versteht, weit hinausgreift. Wennauf Kürze Wert gelegt wird, wäre eine ganz allgemeineBenennung wie „Bebauungsgesetz“ vorzuziehen oder besserwürde ein längerer Titel gewählt, wie etwa „Gesetz fürLandesplanung und Ortsgestaltung“, das auf die großen,neuen Gesichtspunkte binweist, die allerdings bisher inder Begründung vielfach klarer hervortreten, als im Wortlautdes Gesetzentwurfes selbst.Die umfassende Idee der Bezirks- oder Landesplanung,die aus dem als zu eng empfundenen Begriff des bisherigenStädtebaus in den letzten Jahren immer klarer, herauswuchs, wird in dem Entwurf zu einem „Städtebaugesetz“zunächst und hauptsächlich auf die kleinstenSelbstverwaltungskörper übertragen und soihrer eigentlichen Bedeutung beraubt.Unter dieser Unscharfheit leidet von vornherein derGesamteindruck des hochbedeutsamen Gesetzentwurfes,der so den Anschein erweckt, als ob man zwar Großesgewollt, aber auf halbem Wege zum Ziele aus irgendwelchen Rücksichten stehen geblieben sei.Soll der Sinn des Neuen im Gesetzentwurf klarherauskommen, muß das große Ziel der Bezirks- oderLandesplanung an die Spitze gestellt und dann gezeigtwerden, wie es sich auf die Planungen immer kleinererkommunaler Gebilde bis zur Landgemeinde und zumGutsbezirk auswirkt.So wie jetzt der Aufbau angelegt ist, werden Kreiseund Gemeinden mit Aufgaben belastet, denen sie nur inseltenen Ausnahmefällen gewachsen sein können, nämlichin großstädtischen Verhältnissen.So ganz allgemein von Flächenaufteilungsplanender Einzelgemeinde zu sprechen, geht überhauptkaum an, denn auch die größte Gemeinde kann einensolchen allein, ohne ihre Nachbargemeinden und diesonstigen Interessenten nicht richtig aufstellenDie zwischengemeindliche Regelung, die bei Flächenaufteilungsplänendie Regel bilden wird, darf nicht ineinigen Paragraphen am Schluß, so nebenher erwähntwerden sondern sie muß an die Spitze gestellt und ausihr muß das Weitere entwickelt werdenWas man unter Flächenaufteüungsplänen zu verstehenhak dürfte ausreichend scharf herausgearbeitet seinaber die Definition von Bau stufenplan und Bau 2fluchtlinienplan ist nicht klar, aus dem einfachenGrunde, weil das notwendige Bindeglied, der Bebauungsplan wohl an einigen Stellen dem Namen nachmit schwankender Bedeutung, erwähnt, aber begrifflichnicht eindeutig festgelegt worden ist. Auf die Begriffsbestimmung des Bebauungsplanes kann aber nicht ver­134I. Bemerkungen zu Abschnitt I.Von Landesbaurat Lang, Berlin.im Städtebaugesetz-Entwurf vorgesehene Siedlungsausschüssein einfacherer Form erreicht. —Auf weitere Einzelheiten des Gesetzes soll hiernicht eingegangen werden, vielmehr wird auf denWortlaut des Gesetzes und seine Begründung verwiesen.Seine Einführung in Preußen würde einen bedeutsamenSchritt vorwärts bedeuten und hier Verhältnissefür die städtebauliche Entwicklung schaffen, wiesie in den anderen Ländern bisher noch nicht erreichtsind. Zunächst handelt es sich jedoch nur um einenReferenten-Entwurf, der noch keineswegs beansprucht,eine durchaus vollkommene Lösung zu bieten. Eswerden daher auch aus dem Kreise der Städtebauerzu verschiedenen Punkten des Entwurfes noch Wünschegeäußert und Vorschläge gemacht, von denen wireinige hier nachfolgen lassen. —zichtet werden. Ohne auf genaue Vermessungseinzelheiteneinzugehen, gibt doch der Bebauungsplan den Grundriß,auf dem sich der Baustufenplan erst aufbauen kann.So' entsteht das räumliche Gebilde, was man bisher mit„Städtebau“ zu bezeichnen pflegte. Die Baufluchtlinienplänegeben dazu die feldmesserisch genauen Einzelheiten.S i e brauchen in der Tat nur da aufgestellt werden, „womit dem Beginn der Bebauung oder mit der Zerlegung desGrundbesitzes zum Zweck der Bebauung zu rechnen ist“.§ 6, Abs. 1 spricht aber in diesem Zusammenhänge vonBebauungsplänen. Der Bebauungsplan gibt das Gesamtbildund kann nicht stückweise wie ein Fluchtlinienplan aufgestelltwerden. § 6 muß daher völlig umgestaltet werden,denn in ihm erwartet man entsprechend der Überschrift dieDefinition der Baufluchtlinienpläne, er spricht aber vonBebauungsplänen. Hierdurch entsteht eine erhebliche Begriffsverwirrung,die in § 7, Abs. 1 ihren Gipfelpunkt erreichtin dem seltsamen Satz: „Durch Bebauungspläne wirddie Festsetzung von Baufluchtlinien geregelt“ (!).§ 9 enthält fast ausschließlich Aufgaben des Bebauungsplanes,spricht aber von Fluchtlinien.§ 20 spricht von Aufstellung und Änderung eines Bebauungsplanes,meint aber doch wohl in erster Linie denFluchtlinienplan.Ähnlich wie unter C (Baufluchtlinienpläne) sind auchunter B (Baustufenpläne) die Begriffe nicht scharf genugauseinandergehalten. So gehört § 5. Abs. 4 eigentlich in dieBegriffsbestimmung der Flächenaufteilungspläne. (A).§ 5, Abs. 6, der den wichtigen Begriff der hinterenBaufluchtlinie einführt, gehört jedenfalls nicht unter Baustufenpläne(B).Der Abschnitt muß also in klarer Trennung der Einzelbegriffeund fortschreitend vom Allgemeinen zum Besonderenuntergeteilt werden in:a) Flächenaufteilungspläne: 1. zwischengemeindlich,2. gemeindlich; b) Bebauungspläne; c) Baustufenpläne;d) Fluchtlinienpläne (nicht „Baufluchtlinienpläne“).In der Begründung zu § 2 ist gesagt:„Weiter können durch Unterlassung von FlächenaufteilungsplänenBelange der übergeordneten größerenkommunalen Bezirke (Kreise, Provinzen) verletzt werden.Daher ist auch den Organen dieser die Initiative zurAufstellung von Flächenaufteilungsplänen zugesprochen“.Im ersten Entwurf waren die Provinzen, alsgrößte Selbstverwaltungskörper, überhaupt nicht berücksichtigtworden; hier werden ihre Belange zum erstenmalausdrücklich erwähnt, die doch nicht unerhebliche sind.Liegt doch in der Hand der Provinzen die Verwaltung allerDurchgangsstraßen, der Kleinbahnen, eines Teils der\\ asserläufe und der Melioration, der Elektrizitätsversorgung,des Siedelungswesens, der Denkmalspflege usw., auchsind sie auf vielen anderen Gebieten der sozialen Fürsorgedie gegebenen Träger derjenigen kommunalen Aufgaben,für welche die Kraft oder der Umfang der Kreise und derGemeinden nicht ausreicht. Sie sind also von Hause ausdazu bestimmt und wohl ausgerüstet zur Übernahme auchder neuen zwischengemeindlichen Aufgaben des Städtebaugesetzes.Ihre Einfügung in das Gesetz ist aber bisher nochwenig organisch, der Bedeutung und der Eigenart derrrovinzialbelange und Einrichtungen nicht voll entsprechenderfolgt und bedarf daher in vielen Punkten nochder sorgsamsten Durcharbeitung.Betrachten wir zunächst, wie die in der Begründung hervorgehobeneInitiative der Organe der größeren kommunalenBezirke nach dem Wortlaut des § 2 aussieht,oit wird, im Falle die Gemeinde trotz dringenden Be-No. 17.


dürfnisses keine oder eine ungeeignete Ortssatzung aufstellt,bestimmt, daß auf Antrag der Gemeindeaufsichtsbehördeder Kreisausschuß, Städten von mehr als 10 000Einwohnern gegenüber der Provinzialausschuß (im Gebietedes Siedelungsverbandes Ruhrkohlenbezirk der Verbandsausschußusw., der Stadtgemeinde Berlin gegenüberder Oberpräsident), aus Gründen der Landeskultur oderaus Rücksicht auf das Wohnungsbedürfnis oder der Volksgesundheitbefugt sind, den Erlaß oder die Änderung derOrtssatzung zu verlangen, und, falls dem Verlangen nichtbinnen 6 Wochen entsprochen wird, an Stelle der Gemeindedie Ortssatzung zu erlassen oder abzuändern.Hierzu wäre zu bemerken, daß die gesetzliche Möglichkeitder Initiative, wenn man von einer solchen überhauptsprechen kann, doch sehr eingeengt ist, umsomehr,als sie seltsamer Weise nur der Einzelgemeinde gegenüberzugelassen ist und nicht bei der zwischengemeindlichenRegelung (D), bei der sie wohl in erster Linie amPlatze wäre. Sie ist ferner wiederum von der Initiativeder Gemeindeaufsichtsbehörde abhängig gemacht, kannalso nicht unmittelbar, z. B. auf Anrufen eines Beteiligten,erfolgen. Unter den Gründen, die ein Eingreifen gestatten,ist der häufigste und wichtigste nicht genannt,das Verkehrsinteresse (vergleiche den abweichenden Wortlautin § 13, Abs. 1, der in einem gewissen Gegensatz zu § 2zu stehen scheint) und irgendwie müßten auch die wichtigenBelange der Landesverteidigung Berücksichtigungfinden. Es wäre daher wohl vorzuziehen, statt der unvollständigenAufzählung von Gründen einen allgemeinerenAusdruck wie „aus Gründen des öffentlichen Interesses“zu wählen. Ferner müßte das Recht der Initiativeauf die zwischengemeindliche Regelung (D) ausgedehntund erweitert werden, etwa entsprechend den demRuhrsiedlungsverband zuerkannten Rechte.In § ?> und § 12 müssen unter den Behörden, derenBelange »huch die Aufstellung und Festsetzung von Aufteilungsplänenbetroffen werden, folgerichtig auch dieKreis- und Provinzial-Verwaltungen genannt werden, dieals Wcgmnterhaltungspflichtige usw. in allen Fälleninteressiert sein werden.Es ist zu Eingang dieser Bemerkungen schon gesagtworden, daß die unter D (Zwischengemeindliche Regelung)aufgefülirten Bestimmungen ganz allgemein nicht derüberragenden Bedeutung gerecht werden, die bei der Aufstellungvon Flächenaufteilungsplänen überhaupt geradeder zwischengemeindlichen Regelung zukommt. Im folgendenmögen noch einige Einzelheiten der Abteilung Dbeleuchtet werden.§ 23. Es ist nicht klar, was es heißt: „der Kreis kannbeschließen“. Ist der Kreistag oder der Kreisausschußdamit gemeint? Soll er auch über Städte von über 10 000Einwohnern beschließen, denen doch sonst im Gesetzentwurfeine gewisse Sonderstellung eingeräumt ist? Fernerist als einziger Grund für das Eingreifen des Kreisesgenannt: „sofern eine über ein Gemeindeziel hinausgehendeIndustrie-Entwicklung einsetzt“ Es sind aber auchandere zwingende Gründe denkbar, z. B. eine besondereVerkehrsentwicklung oder Siedlungstätigkeit. Es wärehier auch noch klarzustellen, wie die hier allgemein proklamierteSonderstellung der Kreise im Gebiete des Ruhrsiedelungsverbandes(vgl. § 1, Abs. 1] oder auch sonst Einschränkungenerleidet. Im Zusammenhang damit müßtedie Betätigung weiterer Selbstverwaltungskörper (Provinz)bei der Bezirks- oder Landesplanung behandelt werden(Verbandssatzung, Landessatzung).§ 24. Hier stehen die dem RegierungspräsidentenII. Geländeerschließungsplan.Von Geh. Baurat o. Professor Dr.-Ing. G e r 1a c h , Danzig.(Absatz 1) einerseits und dem Kreis- oder Provinzialausschuß(Absatz 3) andererseits zugedachten Funktionenin einem gewissen Widerspruch in sich und zu denBestimmungen der § 2 und 13, welchen auch die Begründungnicht aufklärt. Oder soll die in der Begründungzu § 2 hervorgehobene Initiative der Kreis- und Provin-zial-Instanz mit dem Absatz 3 erweitert werden? Sie istaber auch hier durch den Zusatz „im Streitfälle“ und dadurch,daß sie sich nur auf den „Umfang“ der Aufgabe,nicht aber auf die Aufgabe selbst bezieht, stark einge-geschränkt. Es erhebt sich auch die Frage, ob hier derAusdruck 10 000 Einwohner schlechtweg absichtlich gewähltist, oder ob es wie sonst heißen soll: bei Städtenvon mehr als 10 000 Einwohnern.§ 25. Während der Gesetzentwurf anzunehmenscheint, daß man bei der zwischengemeindlichen Regelungüberall mit einfachen und kleinen (Siedelungs-) Ausschüssenauskommen wird, hat der erste praktische Versuchdamit im mitteldeutschen Industriebezirk gezeigt, daßman, um größere Gebiete einheitlich zu gestalten, um dieBildung eines (Siedelungs-) Verbandes nicht herumkommt,wenn man ihn dort auch, um das ominöse Wortnicht zu gebrauchen „Gesamtsiedelungsausschuß“ genannthat. Will man also die vielköpfige Verbandsversammlungdes Siedelungsverbandes Ruhrkohlenbezirk alszu schwerfällig vermeiden, so begnüge man sich mit einemVerbandsausschuß, der aber nicht nur, wie vorgesehen,aus politischen Vertretern der Gemeinden und Kreise undder Provinz bestehen darf, sondern in dem auch die verschiedenenWirtschaftsgruppen, ihrer Bedeutung entsprechend,vertreten sein müssen, wie auch z. B. die provinziellenWohnungsfürsorgegesellschaften und andereSachverständige und Interessenverteter. Der irreführendeName „Siedelungsausschuß“ sollte auf alle Fällevermieden werden, um die Begriffsverwirrung, welche dasvielmißbrauchte Schlagwort Siedelung bereits angerichtethat, nicht noch zu vermehren.§ 26 behandelt in knappen Sätzen die Fälle derzwischengemeindlichen Regelung, in denen das Gebiet derPlanung über einen Regierungsbezirk oder eine Provinzhinausgreilt. Da solche Falle nicht selten Vorkommenwerden, dürfte eine genauere Kompetenzabgrenzung notwendigsein. Es ist z. B. nicht gesagt, wer an Stelle desRegierungspräsidenten tritt, wer z. B. den Vorsitzendenernennt. Es scheint, daß hier an ähnliche Regelunggedacht ist, wie sie der § 58 des Landesverwaltungsgesetzesvorsieht. Auch dürfte uer Umstand, daßverschiedene Provinzen beteiligt sind, nicht ohne weiteresdas Eingreifen des zuständigen Ministers nötig machen,sondern nur, wenn keine Einigung unter den Beteiligtenerfolgt.Über die besonderen Verhältnisse der Provinz Brandenburg,welche durch die Sonderstellung der sie in einemweiten Umkreis beeinflussenden Stadt Berlin bedingt sind,sagt das Gesetz nichts, obwohl es die besondere StellungBerlins als eigene Provinz und des Oberpräsidenten zuihm hervorhebt (§ 2, Abs. 2 und 3). Soll aber der Zweckdes Gesetzes, weitere Eingemeindungen überflüssig zumachen (vgl. die Begründung zu § 23 bis 30) wirklich erreichtund eine sinnvolle Gestaltung der von der dominierenden4-Millionenstadt beeinflußten großen Teile derProvinz Brandenburg, die über die unmittelbaren Nachbar-Restkreise hinaus in verschiedenen Regierungsbezirkenliegen, ermöglicht werden, so wird es sich nicht umgehenlassen, für die Provinz Brandenburg und Berlin eine besondereRegelung vorzusehen, die beiden Teilen gerecht wirdund die Verwirklichung der in der Begründung (§ 48—49)gesteckten hohen Ziele hier erleichtert, wo es in ihrer Artmindestens ebenso schwierige und dringende Probleme derBevölkerungs-, Verkehrs- und Kulturpoltik zu lösen gilt,wie im Ruhrgebiet. —owohl im alten Fluchtliniengesetz vom Die richtige Erkenntnis, daß man zunächst über die2. Juli 1875, das in diesem Jahre allgemeinen sein städtebaulichen und wirtschaftlichen Grundzügeim klaren sein müsse, bevor man an die Bearbeitung50. Geburtsfest feiern konnte, als auch imWohnungsgesetz vom 28. März 1918, in von genaueren, technisch und rechtlich einwandfreienwelches das Fluchtliniengesetz unter entsprechenderErweiterung hinsichtlich der von Fluchtlinienplänen für einzelne Straßen oderBebauungsplänen für größere Geländeflächen oderAnforderungen des neuzeitlichen Wohnungsbedürfnisses Straßenteile herantreten kann, führte in der Praxis dazu,übernommen worden ist, finden wir zuerst den grundlegendentechnischen und rechtlichen Ausdruck Fluchtsichtsplänein Übereinstimmung mit dem Erlassean Stelle der anfangs nur nebensächlich behandelten Über­deslinien- und Bebauungsplan (früher „Retablissementsplan“genannt). Nur nebenher ist in den ministeriellenAusführungsvorschriften vom 28. Mai 1876 voneinem Übersichtsplan, der eine allgemeine technischeOrientierung bieten soll, nicht aber eine öffentlichrechtlicheBindung darstellt, die Rede.Ministers der öffentl. Arbeiten vom 20. Dez. 1906 „Allgemeine“oder „Gesamt-“ oder „General-Bebauungspläne“ aufzustellen, die den Zweckhaben sollten, ein Bild von der zukünftigen baulichen undwirtschaftlichen Entwicklung einer Gemeinde zu geben.Weiterhin wurde dann hierfür durch den Erlaß des22. A ugust 1925. 135


Preußischen Ministers für yolkswehitahrtvomLSept. 1921amtlich der Begriff „S i e d 1u n g s p 1 a n festol^t-Nicht mit Unrecht wies dann der Verbandsdn. u •R Schmidt-Essen darauf hm, daß dieser Ausdiu,^nicht treffend genug und ^ eng pfaßt^ se^und^scW^zunächst im Techn. Gemeindeblatt 1924.Allgemeinen Aufteilungsplan der G e -iiieinde“ und bald nachher im Techn. Gemeindeblatt1924 Nr. 4 den „Allgemeinen Nutzungsplanals „das die Materie am besten erfassende Wort r-Demgegenüber betonte der Referent im preuß. Minsterium für Volkswohlfahrt, Geh. Reg.-Rat Fischer nTechn. Gemeindeblatt 1924 Nr. 17, daß auch der vorgeschlagene„Nutzungsplan“ nicht das Richtige .reffe, abgesehenvon seiner Farblosigkeit errege er rechtlicheBedenken: allenfalls könnte man ihn „Nutzungsbeschränkungsplan“nennen; er schlage vielmehr,um das in England übliche Wort „regional plan zu vermeiden,den Ausdruck , . F 1ä c h e n a u f t e 1 1u n g s p 1a nvor, der auf anderen Gebieten bisher nicht üblich und einwohl nirgends gebrauchter „terminus teehnicus“ sei1)-In den neuerdings veröffentlichten amtlichen „Entwuiteines Städtebaugesetzes nebst Begründung“ (Berlin, CarlHevmanns Verlag 1925) ist dementsprechend der„Flächenaufteilungsplan“ als neuer wichtigertechnischer und rechtlicher Begriff eingeführt worden.Da der genannte Entwurf aber noch keine Gesetzeskrafterlangt hat, so möchte ich nicht unterlassen, dergeplanten Einführung dieses Ausdrucks gegenüber meineBedenken zu äußern und kurz zu begründen, um so mehr,als viele leitende Techniker und Verwaltungsbeamte vonstaatlichen und städtischen Behörden meine Auffassungteilen und mir die Anregung gegeben haben, diese derbreiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was hiermitgeschehen soll.Der „A u f t e i 1 u n g s p 1a n“ ist m. W. ein seit Jahrzehntenin technischen Kreisen viel gebrauchter Ausdruckund bedeutet dasselbe wie „P a r z e 11 i e r u n g s p 1 a n“.Früher ließ ein „Terrainbesitzer“ durch den Landmessersein ganzes „Terrain“ oder wenn bereits ein Bebauungsplanvorhanden war, auch einzelne Baublöcke „parzellieren“und verkaufte die Parzellen an Kaufliebhaber.Heute, wo man nach den bahnbrechenden Arbeitenunseres unvergeßlichen Otto Sarrazin überflüssige, durchgute deutsche Ausdrücke ersetzbare Fremdwörter zu vermeidensucht, nennt man das in der Praxis meist „aufteilen“und den betreffenden Plan einen „GrundstücksoderFlächenaufteilungsplan“, Schon Sarrazin übersetztz. B. in seinem Verdeutsehungswörterbuch, (dessen 1. Auflage1886 erschienen ist), Parzellierung mit „Grundstücksteilung,Aufteilung, Zerteilung, Zerlegung usw.“. Wollte manalso, um Verwechslungen vorzubeugen einen neuen terminusteehnicus für das Städtebaugesetz einführen, sokönnte man vielleicht „Flächen) v e r teilungsplan“ (statt„Flächen a u f teilungsplan) sagen. Immerhin ist aber auchhier noch eine Irreführung möglich.Als früheres ständiges Mitglied der „Wohnungsgesetzkommission“des preuß. Abgeordnetenhauses erlaube ichmir daher einen, die Absichten des neuen Städtebaugesetzesbesser kennzeichnenden Ausdruck in Vorschlagzu bringen, den ich bereits bei mehreren größeren städterbaulichenGutachten, die vor der Veröffentlichung desneuen Gesetzentwurfes lagen, verwendet habe, nämlich,.G eländeerschließungsplan“.In diesem Ausdruck ist alles das enthalten, was sowohlHerr Dr. R. Schmidt mit seinem „Nutzungsplan“als auch Herr Ghmrt. Fischer mit seinem .Flächen-aufteilungsplan“ besagen wollte. Der Plan soll die .Erschließung“des in Frage kommenden Geländes’darstellen,und zwar nach dem Wortlaut des GesetzentwurfesVermischtes.Ein Generalbebauungsplan der Stadt Wilsdruff ist demStädtebauer Arch. B. D. A. und D. W. B Ottovv uh. W u 11 e in Verbindung mit dem Gartenarch. R Roseübertragen worden. Die Aufgabe, die bereits zur Genehmigung vor hegt, umfaßt einen Flächenaufteilungsplan fürdas gesamte Stadtgebiet, einen Fluchtlinienplan für die alte• tadt, sowie eine alles umfassende Bauordnung. In demvorgesehenen Spiel- und Sportgelände wird demnächstnach den Planen des Arch. Wulle ein Licht-, Luft undSchwimmbad angelegt, auch ist die Neuanlage einerB .u v liX ^ hvomb23l Mäi m ? E n ii H J1 ” ” “ "136.... u,« .Zentralbllltl d«r(ft 9) unter Berücksichtigung des Wohnungsbedürfnisses.,der Gesundheit undder Ernährung der Bevölkerung, des zuerwartenden Verkehrs und der Bedürfnisse einerindustriellen Entwickelung“, also sowohl die voraussichtlichenWohn-, Arbeits- und Verkehrsflächen, als auchdie zur Gesunderhaltung und zur Ernährung der Bevölkerungbestimmten Grün- und I reiflächen enthalten.Im übrigen ist der § 6 des Entwurfs selbst ein klassischerZeuge für die Richtigkeit meiner Auffassung. Erlautet nämlich wörtlich:Tritt im Wohngebiete (§ 5) oder Industriegebiete(§ lg) ein Bedürfnis zur Aufteilung eines Geländes in Baugrundstücke(sic!) hervor oder soll ein Gelände insonstiger Weise der Besiedlung erschlossen werden(siel), bedarf es der Aufstellung eines Bebauungsplanes ...Bebauungspläne sollen nur dort aufgestellt werden, womit dem Beginn der Bebauung oder mit der Zerlegung desGrundbesitzes zum Zwecke der Bebauung (alias ,Aufteilung1!)zu rechnen ist; sie haben sich den Zwecken,die der Flächenaufteilungsplan (sic!) verfolgt, einzölligen........... “Es braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden,daß die einzelnen grundlegenden Begriffe sowohl hier wieauch bei den Erörterungen dieses Gegenstandes an anderenStellen etwas .durcheinanderfließen und unbedingt einerschärferen Abgrenzung bedürfen.Trotzdem der amtlich angeregte „Flächenaufteilungsplan“sich im technischen Schriftwesen schon einzubürgernbeginnt, so hege ich doch die bescheidene Hoffnung, daßder „Gelän-deerschließungsplan“ bei der Fachgenossenschaft,vielleicht auch bei dem zuständigen Ministeriumund bei dem Gesetzgeber freundliche Aufnahmefinden wird.In ähnlicher Weise könnte man für solche Übersichtspläne,die sich auf größere Geländeflächen, also auf ganzeKreise oder Kreisgruppen, Regierungsbezirke oder sogarProvinzen erstrecken, die Bezeichnung „Landeserschließungspläne“(statt „Überlandpläne“) wählenund dies in den Rai.men des neum Städtebaugesetzes mitaufnehmen2).Es würden alsdann in Zukunft unter Abschnitt I diesesGesetzes folgende Pläne die technische und rechtlicheGrundlage zu bilden haben:A. Geländeerschließungspläne (statt der „Flächenaufteilungspläne“des Entwurfs).B. Baustufenpläne.C. Fluchtlinien- und Bebauungspläne (statt des imEntwurf zu eng gefaßten Ausdruckes „Baufluchtlinienpläne“).D. Landeserschließungspläne (statt des im Entwurfnicht glücklich gewählten verwirrenden Ausdruckes„Zwischengemeindliche Regelung“).Da die zwischengemeindliche Regelung bei allen unterA bis D in Frage kommenden Plänen notwendig werdenkann, so dürfte sich vielleicht die Einschiebung eines besonderenHauptabschnittes zwischen I und II empfehlen,wodurch 6 statt 5 Abschnitte entständen. Auf dieseWeise würde sich für den sonst so anerkennenswertenlogischen Aufbau des Gesetzentwurfes m. E. auch hinsichtlichdes gesetzlich vorgeschriebenen Planmaterials eineklarere durchsichtigere Struktur erzielen lassen, welchedie bisherige Begriffsunsicherheit beseitigt. Auch würdeder in den bisherigen Gesetzen formell etwas stiefmütterlichbehandelte, in der Praxis aber allgemein geschätzteBegriff „Bebauungsplan“ äußerlich mehr zu der Geltunggelangen, die ihm auch heute noch gebührt angesichts desjetzt neu in die Erscheinung tretenden „Geländeerschließungsplänes“. —Schießstätte neben dem Stadtpark von demselben Architektengeplant, —t^üi'e W eise würde das, was der neu/eiil.ehe Städtebau zuuurchdenken und zu bearbeiten sich ansch ickt, in der sogenannten städtebaulichenLandesplanung über die engen Grenzen des Weichbildeseldmark der Städte und Landgem einden hinweg die großeng elchartigen \\ ohn- und W irtsehaltsverhältnisse zu erfassen (w ie sie bereits>eim Siedlungsv uband K uhrkohlenbezirk, beim M itteld utschen Siedlungs\erband usw sieh vorbereitet hat) eine höchst erfreuliche großzügigeForderung erfahren. —... Inhalt: über die Aufstellung ein es G eneralsiedlungsplanesfür (len mitteldeutschen Industriebezirk. — Zum Entwurf einespreußischen Stadtebaugesetzes. —.... d°r Deutschen Bauzeitung, G. m. b. H. in Berlin,ru r die Redaktion verantwortlich: Fritz Eiselen in Berlin.Druck: W. Büxenstein, Berlin SW 48.No. 17.

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