Die Party 2012 Die Party 2012 - bei Polizeifeste.de

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PDLIZEIEIN ARTNERPKreisgruppe BremerhavenG e w e r k s c h a f t d e r Po l i z e iDie Party 201326. Großes Bürger- und PolizeifestBremerhaven • 28. September 2013


www.VDPolizei.de28.09.2013,20.00 UhrStadthalle inBremerhavenGewerkschaft der PolizeiKreisgruppe BremerhavenDIE PARTY 2013ImpressumVerantwortlich für den redaktionellen Teil:xxxx Jörg Eilers, BremerhavenFotos: Die VerfasserNachdruck des redaktionellen Teils nur nachausdrücklicher Genehmigung des HerausgebersSämtliche hier veröffentlichte Anzeigen, die imKundenauftrag für die Drucklegung vom Verlaggestaltet wurden, sind urheberrechtlich geschützt.Nachdruck, Vervielfältigung und elektronischeSpeicherung ist nur mit Zustimmung des Anzeigenkundenund des Verlages erlaubt. Verstößehiergegen werden vom Verlag, auch im Auftragdes Anzeigenkunden, unnachsichtig verfolgt.Verlag, Anzeigenwerbung und Gestaltung:VERLAG DEUTSCHE POLIZEILITERATUR GMBHAnzeigenverwaltungEin Unternehmen der Gewerkschaft der PolizeiForststraße 3 a • 40721 HildenTelefon 02 11/71 04-0 • Telefax 02 11/71 04-174AV@VDPolizei.deGeschäftsführer:Bodo Andrae, Joachim KranzAnzeigenleiterin: Antje KleukerGestaltung und Layout: Jana KolfhausSatz und Druck:DTP KUK & GmbH, Druck Düsseldorf GmbH & Co. KG, Düsseldorf© 2013Bürger- und PolizeifestGrußworteProgrammArtikel26. Großes3111305/2013/42VERLAG DEUTSCHE POLIZEILITERATUR GMBH© 2011Anzeigenverwaltung


GrußwortDie Beamtinnen und Beamten sindauf die Unterstützung durch die Bevölkerungangewiesen, denn einebürgernahe Polizei bildet das Fundamentfür die Gewährleistung derinneren Sicherheit.Ein gutes Verhältnis zwischen Bürgerund Polizei ist Voraussetzung für dieerfolgreiche Arbeit der Ermittlungsbehörden.Die Beamtinnen und Beamten sindauf die Unterstützung durch die Bevölkerungangewiesen, denn eine bürgernahePolizei bildet das Fundament für dieGewährleistung der inneren Sicherheit.Es ist aber auch wichtig abzuschalten unddie oft belastende Alltagsarbeit einmal hintersich zu lassen. DieParty 2013“ derGdP-Kreisgruppe Bremerhaven bietetdazu eine ausgezeichnete Gelegenheit. SeitJahren nimmt das Bürger- und Polizeifesteinen festen Platz im gesellschaftlichenLeben von Bremerhaven ein.Innere Sicherheit, Kriminalitätsbekämpfung,Verkehrssicherheit und andere Bereichestellen uns alle, aber insbesondere Polizeibeamtinnenund -beamte, täglich vorneue Aufgaben. Gemeinsam müssen wirWege und Mittel finden, diese Herausforderungenzu meistern.Deswegen weiß ich Ihr Engagement zuschätzen und danke Ihnen an dieser Stellefür die geleistete Arbeit der vergangenenMonate. Mein Dank gilt zugleich demOrganisationsteam der „Party 2013“, dasdieses Fest bereits zum 26. Mal in Folgeermöglicht hat.Ich wünsche Ihnen für den heutigenAbend auf dem 26. Bürger- und Polizeifestein paar unterhaltsame Stunden in netter,fröhlicher Runde.Ulrich MäurerSenator für Inneres und Sport3


GrußwortAls zuständiger Dezernent freue ichmich darüber, dass die Leistungender Polizei anerkannt werden undgleichzeitig unsere Beamtinnen undBeamten in diesem Bewusstsein dasStadtbild positiv prägen und zumStadtbild gehören.Liebe Gäste des 26. Großen BürgerundPolizeifestes,die erste Veranstaltung dieser Art hat vormittlerweile mehr als einem Vierteljahrhundertstattgefunden. Selbst die damaligenIdeengeber hätten sich wohl nichtträumen lassen, dass dieses gesellschaftlicheEreignis zu einer Traditionsveranstaltungim Bremerhavener Veranstaltungskalenderwerden würde. Das Konzeptdes Großen Bürger- und Polizeifesteshat es geschafft, die uniformierten undnichtuniformierten Ordnungshüter undihre Angehörigen mit den Bürgerinnenund Bürgern unserer Stadt in ausgelassenerFeierstimmung zusammenzubringen.Die anhaltend gute Resonanz zeigt nichtnur, wie erfolgreich dieses Konzept ist,sondern auch das gute Verhältnis der Bremerhavenerinnenund Bremerhavener zuihrer Polizei. Das gemeinsame Miteinanderim Alltag und in der Öffentlichkeit istgeprägt von gegenseitiger Achtung undRespekt. Die Arbeit unserer Polizei wirdanerkannt und immer wieder in guter undangemessener Weise unterstützt.Diese gute Atmosphäre ist auch daraufzurückzuführen, dass die BremerhavenerPolizei eine kommunale Einrichtung ist –also eine ureigene Angelegenheit derStadtgemeinde. Dadurch entsteht die nötigeBürgernähe in dieser Stadt, die Voraussetzungfür gute Polizeiarbeit und dieKooperation mit der Bevölkerung ist.Durch ein gute Aufklärungsquote sowieeine kreative und wirkungsvolle Arbeitbei der Vorbeugung, stimmt das Bild, dasdie Öffentlichkeit von der Polizei hat. Alszuständiger Dezernent freue ich mich darüber,dass die Leistungen der Polizei anerkanntwerden und gleichzeitig unsereBeamtinnen und Beamten in diesemBewusstsein das Stadtbild positiv prägenund zum Stadtbild gehören.„Die Party 2013“ ist das Motto des 26. GroßenBürger- und Polizeifestes – in diesemSinne wünsche ich allen Teilnehmerinnenund Teilnehmern einen gelungenenAbend und eine schöne Feier.Melf GrantzOberbürgermeister5


GrußwortNutzen Sie das Bürger- und Polizeifest,um Ihre Polizei mal aus einerganz anderen Sicht kennen zu lernen.Meine Kolleginnen, Kollegen und ichfreuen uns auf Ihren Besuch. SprechenSie uns einfach an.Sehr geehrte Damen und Herrn,liebe Kolleginnen und Kollegen,jetzt ist es wieder soweit. Bürgerinnen undBürger treffen sich mit ihrer Polizei, umgemeinsam in netter Atmosphäre zufeiern. Das Bürger- und Polizeifest stehtals wichtiges Datum in meinem privatenTerminkalender. Meine Frau und ich freuenuns wie jedes Jahr auf einen schönenAbend mit vielen Gesprächen und dasTanzbein soll natürlich auch geschwungenwerden. Ein besonderer Dank gilt an dieserStelle der Gewerkschaft der Polizei,Kreisgruppe Bremerhaven, die diesesschöne Fest bereits zum 26. Mal ausrichtet.Die Zahl der Straftaten geht zurück unddie Aufklärungsquote liegt weiterhin beiüber 50 Prozent. Im Jahr 2012 hat Ihre Polizeidie niedrigste Zahl von Straftaten seit25 Jahren melden können. Und mit knapp53 Prozent Aufklärungsquote wieder eingutes Ergebnis für die Bürgerinnen undBürger der Stadt abgeliefert. Auf fast allenKriminalitätsfeldern gehen die Zahlenzurück. Der große Wermutstropfen ist diehohe Zahl an Wohnungseinbrüchen. EinPhänomen, das auch viele andere Städtein Deutschland zu beklagen haben. MeineKolleginnen und Kollegen und ich setzenalles daran, diesen Trend umzukehren.Doch mittlerweile spüren wir auch die verändertenRahmenbedingungen. An allenBereichen steigen die Anforderungen andie Polizei. Zwei Beispiele: Die rasanteZunahme von Schwertransporten ist fürden städtischen Haushalt und zahlreicheneue Arbeitsplätze ein Segen. Für die Polizeibedeutet dies Bindung von Personal,welches an anderer Stelle in dieser Zeitnicht zur Verfügung steht. Der hohen Zahlan Haus- und Wohnungseinbrüchen setzenwir trotzdem einen großen Personaleinsatzrund um die Uhr entgegen. MitUnterstützung von jungen Polizistinnenund Polizisten aus Bremen gingen wir vonTür zu Tür, um über Einbruchschutz zuinformieren. Diese neue Art des Einbruchschutzeskam bei den Anwohnern sehr gutan. Wir hätten gerne noch mehr Wohnungenund Häuser aufgesucht, doch auchdiese Maßnahme bindet Personal.Erfreulich ist die gute Zusammenarbeit inverschiedenen Netzwerken zur KriminalundVerkehrsprävention. Liebe Bürgerinnenund Bürger, auch Sie können uns guthelfen. Zeigen Sie zum Beispiel Zivilcourageund stellen Sie sich als Zeuge beiStraftaten und Verkehrsunfällen zur Verfügung.Rufen Sie Ihre Polizei über denkostenlosen Notruf 110, wenn Ihnen IhrBauchgefühl sagt, dass die fremden Leuteauf dem Nachbargrundstück dort nichtszu suchen haben. Wir sind für Sie da.Nutzen Sie das Bürger- und Polizeifest,um Ihre Polizei mal aus einer ganz anderenSicht kennen zu lernen. Meine Kolleginnen,Kollegen und ich freuen uns aufIhren Besuch. Sprechen Sie uns einfach an.Gemeinsam möchten wir mit Ihnen diskutierenund feiern.Harry GötzeDirektor der Ortspolizeibehörde7


GrußwortDie GdP-Kreisgruppe Bremerhavenfeiert ihre 26. Party. In einem Jahr, dass unsals Gewerkschaften in harte Auseinandersetzungenführte, die noch lange nichtbeendet sind. Selten wurde der Kampf umdie Übernahme des Tarifergebnisses fürden Beamten- und Versorgungsempfängerbereichso erbittert geführt, selten soemotional.Und selten standen Kolleginnen und Kollegenso oft auf der Straße, um gegen ihrenArbeitgeber zu demonstrieren. Allegemeinsam, aus Bremerhaven und Bremen,Tarifbeschäftigte und Angehörigealler Besoldungsgruppen. Der Zorn derKolleginnen und Kollegen war enorm. Erhatte sich durch die Hartleibigkeit mancherPolitiker aufgestaut, die nicht begreifenwollten, dass es hier um mehr ging,als nur um die Übernahme eines Tarifergebnisses.Hier ging es um Werte wieLasst uns gemeinsam an diesemAbend feiern und manche Verletzungvergessen machen. Und Ihnen liebeBürgerinnen und Bürger möchten wirversichern, dass wir unsere LoyalitätIhnen gegenüber niemals in Fragestellen werden.Wertschätzung und Respekt den Beschäftigtengegenüber, die verloren gegangenschienen.Wie schrieb der KreisgruppenvorsitzendeJörg Eilers in einem seiner „Standpunkte“:„Tarifauseinandersetzungen sind nie einfach,aber die diesjährige Tarifübernahmenimmt uns sowohl inhaltlich wie auchemotional besonders in Anspruch. Das hateinen ganz einfachen Grund, der aber bisjetzt noch nicht in seiner ganzen Klarheitausgesprochen wurde.“Das Grundprinzip von Gewerkschaftenist Solidarität. Wir bilden eine Einheit, eineFront. Daraus beziehen wir unsere Stärke.Wer einen von uns angreift, greift uns allean!Plötzlich war es auch für den Letzten klar,das Gefühl abhängig Beschäftigter zu seinund nicht irgendwie dem Arbeitgeberlagernäher zu stehen.Wenn uns dieser Arbeitskampf, denn daswar und ist er, sowohl im Tarif- als auchim Beamten- und Versorgungsbereich,etwas gebracht hat, dann dieses:Die Grenzen sind schärfer abgesteckt unddie Solidarität ist größer geworden.Lasst uns gemeinsam an diesem Abendfeiern und manche Verletzung vergessenmachen. Und Ihnen liebe Bürgerinnen undBürger möchten wir versichern, dass wirunsere Loyalität Ihnen gegenüber niemalsin Frage stellen werden.Horst GöbelLandesvorsitzender8


GrußwortHauptpersonen unserer Veranstaltungsind aber die Bürgerinnen undBürger unserer Stadt und unsere Kolleginnenund Kollegen. Die Party solldiesen beiden Gelegenheit geben,sich näher kennen zu lernen und gemeinsamzu feiern.Liebe Leserinnen und Leser,wenn man Grußworte wie dieses schreibt,fragt man sich zwangsläufig: Wer wird daslesen? Wen interessiert das überhaupt?Danke! Sie gehören offensichtlich zu denMenschen, die Grußworte in Festschriftenlesen, dafür gebührt Ihnen mein ausdrücklicherRespekt.Was die Artikel in der Festschrift anbelangt,haben wir uns eine großartige Quelleerschlossen. Den Bericht über zukünftigeMobilität hat eine Kollegin beigesteuert,die im Rahmen ihrer Ausbildung ihreBachelor-Thesis zu diesem Thema vorgelegthat. Die Bachelor-Thesis bildet denAbschluss der sehr anspruchsvollen undaußerordentlich gut konzipierten Ausbildungder Polizeianwärter/innen an derHochschule für Öffentliche Verwaltung.Eine gute Qualifikation gilt gemeinhin alsbeste Voraussetzung für einen erfolgreichenberuflichen Werdegang. Die Polizeiin Bremen und Bremerhaven bildet da leidereine Ausnahme. In keinem anderennorddeutschen Bundesland sind die Aufstiegschancenbei der Polizei so schlechtwie bei uns.Das bringt mich zum nächsten Thema, dasich in diesem Zusammenhang ansprechenmuss. Während ich diese Zeilen verfasse,befinden wir uns in der härtesten Tarifauseinandersetzungseit vielen Jahren. Esist Mitte Juni, und die zweite Lesung desGesetzes zur Tarifübernahme stehtunmittelbar bevor. In einem Grußwortbedankt man sich als Gewerkschaftsvorsitzendergerne artig bei der Politik für diegute Zusammenarbeit und Unterstützung,die man erhalten hat. Unterstützunghaben wir aber nur von der Oppositionerfahren und anlässlich der Bundestagswahlwerden wir sinngemäß die Parole„Wer uns quält wird nicht gewählt“ herausgegebenhaben. Am Tag unserer Partyist die Bundestagswahl bereits Vergangenheitund als Gewerkschaften werden wirKonflikte mit den Parteien ausgetragenhaben, von denen ich glaubte, dass sie unstraditionell nahe stehen.Ich hoffe daher bereits heute, dass unsereParty, zu der wir traditionell Vertreterinnenund Vertreter der demokratischen Parteieneinladen, uns Gelegenheit zu einemSchnitt und einem daran anschließendenNeuanfang gibt.Hauptpersonen unserer Veranstaltungsind aber die Bürgerinnen und Bürgerunserer Stadt und unsere Kolleginnen undKollegen. Die Party soll diesen beidenGelegenheit geben, sich näher kennen zulernen und gemeinsam zu feiern.Sehen Sie es mir nach, wenn ich auf einGrußwortklischee nicht verzichten mag.Wir danken der Stadthalle Bremerhavenfür ihre seit vielen Jahren andauerndeUnterstützung. Wir danken dem GastroteamVenhofen. Wir danken unseremOrgateam und wir danken den Inserentendieser Festschrift. Ohne Ihre/Eure Unterstützungwäre diese Party nicht möglich.Und im Namen der Band Prime Time undvon DJ Lars erkläre ich jetzt mit den zeitlosenWorten der Sängerin Pink:Let’s get this party started!Jörg EilersKreisgruppenvorsitzender9


DJ LARSProgrammProgrammGewerkschaft der PolizeiKreisgruppe BremerhavenDie Band Prime Time besteht seit1991. Die Musiker/-in haben sich indieser Zeit im norddeutschen Raumauf Stadtfesten ebenso wie bei TanzundGalaveranstaltungen einen Rufals Partyband mit eigenem Profilerspielt. Neben aktuellen Charthitsprägen Klassiker der Funk-, SoulundRockmusik das Programm derBand, die sich damit bewusst vomTop-40-Einerlei abhebt.Die Besetzung derBand mit zwei Leadsängernund einer ausgebautenRhythmussektionermöglicht eingroßes musikalischesSpektrum.PRIME TIMEDIE „TOP-FOURTY“-BANDVON DER ANDEREN WESERSEITEDie besondere Stärke von Prime Time ist im Trend liegendeMusik mit lateinamerikanischen und karibischen Einflüssen.Leadsängerin Diana und Leadsänger Tommy sorgen alskongeniales Frontpaar für das notwendige Entertainment.Prime Time kann auf gemeinsame Auftritte mit sounterschiedlichen Interpreten und Bands wie dem legendärenJohnny Guitar Watson, Saga, Bernhard Brink,Inga Rumpf, Jürgen Drews und Rudolf Rock mit seinenSchockern zurückblicken. Dennis Edwards von denTemptations hat es schriftlich mit typisch amerikanischemUnderstatement erklärt: „Prime Time, best support we´veever had“ und keine geringere als Chaka Khan hat derLeadsängerin Diana Schmidt nach einer gemeinsamenSession eine große Zukunft vorausgesagt.Wir wünschenallen Besuchern derheutigen Partyfrohe Stunden inbeschwingter undheiterer Atmosphäre.11


Michael RissmüllerCrash Kurs KüsteCrash Kurs Küste– Ein Projekt rüttelt wachIn jedem Jahr sterben in Deutschland weit über tausend jugendliche Menschen im Straßenverkehr. Unzähligeweitere Verkehrsteilnehmer werden schwer verletzt.Auch in Bremerhaven und im umliegenden niedersächsischen Landkreis gibt es Tote und Schwerverletzte mit zum Teillebenslangen körperlichen und geistigen Behinderungen zu beklagen. Eine Arbeitsgruppe der Ortspolizeibehörde hatsich mit der Erarbeitung und Durchführung des regionalen Konzeptes „Crash Kurs Küste“ befasst.Michael Rissmüller begann seineberufliche Laufbahn 1977 beimdamaligen Bundesgrenzschutz undwechselte 1983 zur OrtspolizeibehördeBremerhaven, wo er zunächst alsSachbearbeiter im Einsatzdienst desPolizeireviers Mitte tätig war. Im Jahr2000 wechselte Michael Rissmüllerin den Führungsstab der Ortpolizeibehördeund übernahme im Stabsbereichfür Öffentlichkeitsarbeit die Verkehrserziehung. Seit dem Jahr2005 ist Michael Rissmüller Sachbereichsleiter für Öffentlichkeitsarbeit.Am 12. Oktober 2012 startete der Direktor der Ortspolizeibehörde,Harry Götze, das Pilotprojekt vor über 200 Schülern desSchulzentrums Carl von Ossietzky in der Pauluskirche zu Lehe.Am 17. und 18. Juni 2013 folgten die nächsten Veranstaltungenmit Schülern des Lloydgymnasiums und der Geschwister-Scholl-Schule.Der Ursprung kommt aus England und in Deutschland wird CrashKurs NRW seit einiger Zeit bei der Polizei in Nordrhein-Westfalenerfolgreich durchgeführt. Die dortigen Verkehrsexperten habenunsere Kollegen bei der Planung vorbildlich unterstützt und somitist bei der Ortspolizeibehörde eine neue Umsetzungsidee speziellfür die Nordseeküste entstanden. Das Bremerhavener Projekt findetentgegen dem Bisherigen nicht in der Schule, sondern in einerKirche statt. Ein imaginärer Schulkamerad berichtet über Lautsprecheraus dem „Off“ von seinem tödlich verlaufenen Verkehrsunfall.Zwischendurch geben die Retter, vom Polizisten bis zumÜberbringer der Todesnachricht, dem Seelsorger, einen Einblickin ihre Gedanken- und Gefühlswelt während des Einsatzes.Bei Crash Kurs Küste machen Polizei, Rettungsdienste, Notfallseelsorger,Feuerwehr, Schulamt und andere Beteiligte „gemeinsameSache“.Das Projekt stellt Erfahrungsberichte von Helfern, Unfallfotos unddie erschütternde Geschichte eines tödlich verunglückten Schülersin den Mittelpunkt. Sie zeigen realistisch und authentisch die Folgenauf und machen den Jugendlichen deutlich, dass sie verletzlichund sterblich sind.Crash Kurs Küste zeigt unmissverständlich auf: Hinter nahezujedem Unfall verbirgt sich ein Regelverstoß. Geschwindigkeit,Alkohol, Drogen, Nicht-Anschnallen und der Gebrauch eines Handysgehören zu den Unfallursachen.Durch das Projekt Crash Kurs Küste soll das Bewusstsein derJugendlichen geschärft werden. Die Unfallretter appellieren andie Verantwortung und werben für ein umsichtiges Verhaltenim Straßenverkehr. Zusätzliche Informationen gibt Ihnen gerndie Arbeitsgruppe um den Projektleiter Michael Rißmüller. Telefon0471 – 953 1405.Referenten und Schüler des SchulzentrumCarl von Ossietzky bei Crash Kurs Küste13


Mareike UmlandtPolizeiMein Praktikumbei Amt 90/4 – Öffentlichkeitsarbeitder Polizei BremerhavenPolizei – ein faszinierendes Berufsfeld. Das habe ich schon während meineszweiwöchigen Schulpraktikums bei den Schutzpolizisten festgestellt. Beruflichsoll es für mich jedoch in eine andere Richtung gehen: Öffentlichkeitsarbeit.Aber warum nicht einfach beides miteinander verbinden?04. Februar, 08.00 Uhr, Dienstantritt. Fürdie nächsten neun Wochen ist das Stadthaus6 mein Arbeitsplatz. Ich bin nervös,der erste Tag ist schließlich immer etwasaufregend. Werde ich mich wohlfühlen?Welche Aufgaben soll ich machen? Sindalle nett? Solche und andere Fragen gehenmir durch den Kopf. Doch die Nervositätverfliegt schnell, als ich herzlich in dieRunde aufgenommen werde. Nach einerkurzen Vorstellungsrunde folgt zunächsteine Einführung in die Arbeit des Amtes90/4 – Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.Anschließend zeigen die Polizeibeamtenmir meinen Arbeitsplatz für die nächstenWochen. Klein, aber fein, mit einem eigenenPC und Drucker. Recht schnell beginneich also mit meinen ersten praktischenArbeiten: Pressemitteilungen schreiben.Klingt erst einmal leicht, einfach die W-Fragen beantworten und immer schönsachlich bleiben. Doch schnell muss ichfeststellen, dass es als Außenstehender garnicht so einfach ist, mit Polizeiwissenumzugehen. Man soll die Bürger informieren,sie aufmerksam machen, aber auchnicht in Angst versetzen. Gleichzeitigmuss man aufpassen, welche Informationenman an die Öffentlichkeit weitergibt.So mancher Hinweis entpuppt sich alsTäterwissen und sollte aus ermittlungstaktischenGründen nicht veröffentlichtwerden (und könnte vor Gericht zu dessenVorteil verwendet werden). Doch nacheinigen Übungen habe ich den Dreh rausund darf meine ersten eigenen Pressemitteilungenverschicken und ins Internetstellen. Dabei soll es jedoch nicht bleiben.Mit der Unterstützung von PressesprecherUwe Mikloweit schreibe ich wenig spätereigene Artikel für die Mitarbeiterzeitungder Polizei, den INSIDER. Die Online-Zeitungwird circa alle drei Wochen an sämtlicheMitarbeiter der OrtspolizeibehördeBremerhaven sowie an die Pensionäre verschickt.Wer jetzt denkt, es handelt sichhier nur um lieblose Texte, die unter Zeitdruck„mal eben schnell“ zusammengewürfeltwerden, der liegt eindeutig falsch.Mit Bildern und farbigen Hintergründen,mit Tabellen und knackigen Texten wirddiese Zeitung gestaltet und so zu eineminteressanten Informationsmedium für dieMitarbeiter.Neben der Pressearbeit soll ich auch einenEinblick in die Projektentwicklung erhalten.Denn das Amt 90/4 besteht neben derPressestelle noch aus einem weiterenZweig: Der Verkehrssicherheitsberatung.Hier arbeiten die Polizeibeamten MichaelRißmüller und Frank Schurr zielgruppenorientiertan neuen Projekten und Konzeptenfür mehr Sicherheit im Straßenverkehr.Neu ist das Projekt „Crash Kurs Küste“,das mich in den nächsten Wochennoch weiter beschäftigen soll. Ich lerne,wie man ein Projekt entwickelt und welcheSchritte beachtet werden müssen. Dazufertige ich Informationsmaterial, wie Flyerund Broschüren, bei denen ich meiner Kreativitätfreien Lauf lassen kann. Um fürCrash Kurs Küste zu werben, stelle ich dasProjekt sogar den Schulleitern der gymnasialenOberstufen Bremerhavens vor.Damit komme ich zu einem weiteren wichtigenAspekt meines Praktikums: Rhetorik.Stabsbereichsleiter Wolfgang Harlos schultmich zunächst im klassischen Präsentierenund Referieren, ehe es an das Interview-Training geht. Ich erhalte die Rolle der Pressesprecherinder Polizei und beantworteFragen zu unterschiedlichen Themen. DieSituation kommt mir zuerst sehr fremd vor,schließlich hat man nicht alle Tage einMikrofon vor der Nase. Doch nach einigerZeit gewöhne ich mich daran und werdeimmer besser. Schließlich soll ich mich auchim Moderieren üben. Dafür schlüpfen dieMitarbeiter aus dem Amt 90/4 in völligneue Rollen, während ich ihnen Fragenzum Thema Rocker stelle. Natürlich binich sehr aufgeregt, aber für das erste Malläuft es gar nicht schlecht.Wenn ich schon einmal bei der Polizei bin,möchte ich aber auch andere Bereiche kennenlernen,die einem sonst verwehrt bleiben.Deshalb gastiere ich hin und wiederbei der Kriminalprävention, der Einsatzleitstelle,dem Lagezentrum und der Kriminalpolizei.Überall nimmt man sich Zeitfür meine Fragen und ist bestrebt, mirmöglichst viel zu zeigen. Freundlich undhumorvoll, dass scheinen hier alle zu sein.Diese lockere Art, mit der die Polizeibeamtenmiteinander umgehen, macht einfachSpaß und zieht sich durch sämtlicheBereiche. Kein Wunder also, dass mir meinPraktikum von Tag zu Tag besser gefällt.Ich habe nie das Gefühl, jemanden zu störenoder eine zusätzliche Belastung darzustellen.Von Anfang an darf ich selbstständigarbeiten, ohne dass dabei die theoretischenGrundlagen außer Acht gelassenwerden. Jedem, der im Bereich Öffentlichkeitsarbeittätig sein möchte oder einfachInteresse an der Polizei hat, sei einPraktikum beim Amt 90/4 also wärmstensempfohlen.05. April, 16.00 Uhr, Dienstschluss. Dieneun Wochen sind schnell vergangen.Vielleicht ein bisschen zu schnell. Traurigbin ich schon ein wenig, aber noch mehrfreue ich mich über das gelungene Praktikum.Es hat sich gelohnt.Mareike Umlandt ist 22 Jahre alt und gebürtigeBremerhavenerin. Seit 2010 studiert sie Soziologiean der Universität Bremen und wird voraussichtlichin diesem Jahr ihren Bachelor-Abschlusserreichen. Anschließend möchte Mareike Umlandtim PR-Bereich arbeiten. Während ihres neunwöchigenPraktikums bei der Öffentlichkeitsarbeitder Ortspolizeibehörde Bremerhaven konnte sieeinige praktische Erfahrungen sammeln.15


VerkehrAnn-Kathrin ThalmannZukünftige Mobilität auf Deutschlands Radwegen:ElektrofahrräderImmer mehr Elektrofahrräder, sind auf deutschen Radwegenund Straßen unterwegs. Auch wenn diese nicht auf den erstenBlick als solche erkannt werden, sondern wie Fahrräder aussehen,sind Elektrofahrräder mit ihren Bezeichnungen E-Bike undPedelec im Trend. Denn die Bedeutung von E-Bike und Pedelecim Straßenverkehr hat in den letzten Jahren beständig zugenommen.Unter anderem wird dieser Trend von den Absatzzahlenuntermauert, die der deutsche Zweirad-Industrie-Verband e.V.darstellt:Aus Sicht des ADAC e.V. tragen Pedelecs zur Förderung eines sauberenStadtverkehrs bei. Sie sind eine interessante Lösung zurBewältigung der Nahmobilität für ältere Personen und Berufspendlerund vergrößern somit den persönlichen Aktionsradius.So legt der Nutzer eines Pedelecs durchschnittlich 9,8 km zurück,dagegen werden bei einer Fahrt mit einem herkömmlichen Fahrraddurchschnittlich 6,3 km zurückgelegt.Aber Vorsicht! Elektrofahrrad ist nicht gleich Elektrofahrrad. Dennals Elektrofahrräder gelten allgemein „zwei- und dreirädrige Fahrzeugemit Tretantrieb und elektrischer Motorunterstützung.“ Daes sich bei dem Begriff Elektrofahrrad jedoch um einen Oberbegriffhandelt und es rechtliche Unterschiede gibt, muss das Elektrofahrradin drei weitere Kategorien unterteilt werden: Pedelec,schnelles Pedelec und E-Bike.PedelecWurden im Jahr 2005 lediglich 25.000 Elektrofahrräder verkauft,haben sich die Absatzzahlen bis zum Jahr 2008 mehr als vervierfacht,auf 110 Tsd. verkaufte Exemplare. Es folgten die Jahre 2009bis 2011 mit weiteren Steigerungen. Von 150 Tsd. im Jahr 2009,über 200 Tsd. im Jahr 2010, bis hin zu 300 Tsd. Exemplare im vergangenenJahr 2011. Dies entspricht einer Absatzsteigerung von33% im Jahr 2010 zum Vorjahr 2009. Eine Absatzsteigerung konnteebenfalls im zurückliegenden Jahr 2012 erzielt werden, indem 380Tsd. Exemplare verkauft wurden. Somit sind Elektrofahrräder derzeitdas stärkste Wachstumssegment im deutschen Fahrradmarkt.Und ohne staatliche Förderung hat die deutsche Fahrradindustriees geschafft, insgesamt über 1,3 Mio. Elektrofahrräder auf DeutschlandsStraßen und Radwege zu bringen.Begründen lässt sich diese Entwicklung mit einem grundlegendenImagewandel zur Erschließung neuer Zielgruppen. Denn nichtnur „Silver Ager“ gehören zu den Fahrern von Elektrofahrrädern,sondern auch immer mehr junge Leute lassen sich von neuen undmodernen Fahrzeugtypen begeistern. Denn die Produktvielfaltwächst stetig weiter. Ein weiterer Grund für Elektrofahrräder istdas steigende Umweltbewusstsein der deutschen Bürger, dasdurch tendenziell steigende Benzin- und Energiekosten einUmdenken in Sachen Mobilität bewirkt. Daher hat sich das Interessean Pedelecs und E-Bikes von 24% im Jahr 2009 auf 47% imJahr 2011 fast verdoppelt.Bei dem Begriff Pedelec handelt es sich um ein Kofferwort und ersteht für Pedal Electric Cycle. Susanne Brüsch hat diesen Begriffim Rahmen ihrer Diplomarbeit 1999 an der Ruprecht-Karls-Universitätin Heidelberg entwickelt, um somit eine klare sprachlicheAbgrenzung zu den übrigen Elektrofahrradkategorien vorzunehmen.Es handelt sich bei 90% der derzeit verkauften Elektrofahrräderum sogenannte Pedelecs. Mit einem Pedelec gibt man mittels Pedalenund Beinen Gas. Es handelt sich somit um ein Hybridfahrzeugaus Motorkraft und Muskelkraft.Das herkömmliche Pedelec verfügt, zusätzlich zu einem handelsüblichenFahrrad, über einen Akkumulator (Akku) und einen elektrischenZusatzantrieb (Elektromotor), dessen Motornennleistungauf maximal 250W begrenzt ist. Weiterhin ist es mit einer speziellenSensortechnik ausgestattet. Dazu gehört ein Geschwindigkeitssensorund ein Kraftsensor oder Bewegungssensor. Diese BauteilePedelec mit Mittelmotor(Tretlagermotor)16


Verkehrverleihen dem Pedelec die Antriebskombination aus Muskelkraftund Motorkraft. Denn der Fahrer eines Pedelecs erhält nur Motorunterstützung,wenn gleichzeitig in die Pedalen getreten wird.Insgesamt lässt sich folgende Definition als treffend bezeichnen:„Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) unterstützt den Fahrer miteinem Elektromotor bis maximal 250 Watt, während des Tretensund nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h.“Für die verkehrsrechtliche Einordnung des Pedelecs ist die Richtlinie2002/24/EG über die Typgenehmigung für zweirädrige oderdreirädrige Kraftfahrzeuge zu beachten. Danach sind „Fahrrädermit Trethilfe, die mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb miteiner maximalen Nenndauerleistung von 0,25 kW ausgestattetsind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeitprogressiv verringert und beim Erreichen einerGeschwindigkeit von 25 km/h oder früher, wenn der Fahrer imTreten einhält, unterbrochen wird,“ von der o.g. Richtlinie ausgenommen.Dadurch hat der Gemeinschaftsrechtsgeber die maßgeblicherechtliche Qualität (=ausschließlicher Antrieb durch Muskelkraft)für ein Fahrrad anscheinend aufgegeben, in dem Fahrrädermit Trethilfe von der Richtlinie über die Typgenehmigungfür zweirädrige oder dreirädrige Kraftfahrzeuge ausgenommenwurden. Somit ist ein Pedelec aufgrund der Ausnahme von dero.g. Richtlinie verkehrsrechtlich den Fahrrädern zu zuordnen.Zusätzlich gibt es in der Europäischen Union eine juristischeBezeichnung für Pedelecs: Electronically Power Assisted Cycles(kurz EPAC). Diese Klasse bezeichnet man juristisch auf Deutschals Fahrräder mit limitierter Tretunterstützung.Pedelec mitAnfahr-/SchiebehilfeAnn-Kathrin Thalmann hat ihre Ausbildungals PK-Anwärterin bei derOrtspolizeibehörde Bremerhaven imJahr 2009 begonnen und 2012erfolgreich mit dem Bachelor abgeschlossen.In ihrer Bachelorthesis hatsich Ann-Kathrin Thalmann mit demThema „Elektrofahrräder“ auseinandergesetzt.Die Bachelorarbeitwurde von der Deutschen Verkehrswachtausgezeichnet. Ann-KathrinThalmann verrichtet seit dem Herbst letzten Jahres Dienst als Sachbearbeiterim Einsatzdienst des Polizeireviers Geestemünde.• Schiebehilfe ist, wenn ein vorhandener Gasdrehgriff betätigtwird, mittels dessen das Pedelec wie ein Mofa ohne Pedalierenbis 6 km/h beschleunigt.Die Anfahrhilfe ermöglicht somit dem Fahrer ein leichteres Anfahrenaus dem Stand, aber jedoch keinen ständigen Antrieb. DieSchiebehilfe dagegen ermöglicht seinem Fahrer einen ständigen,ausschließlich elektromotorischen Antrieb mit einer Geschwindigkeitvon bis zu 6 km/h ohne Pedaleinsatz. Dieser kann beimSchieben aus dem Keller oder im beladenen Zustand in der Fußgängerzonehilfreich sein.Pedelecs mit solch einer Zusatzausrüstung werden bisher verkehrsrechtlichebenfalls als Fahrräder eingestuft.S-PedelecManche Pedelecmodelle sind mit einer sogenannten Anfahr- oderSchiebehilfe ausgestattet. Sie gibt dem Fahrer die Möglichkeitdurch gedrückt Halten eines Knopfes, Hebels, Schalters oder durchBetätigung eines Gasdrehgriffes am Lenker, auch ohne Tretunterstützung,eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h zu erreichen.Dabei muss zwischen einer Anfahr- und einer Schiebehilfe unterschiedenwerden:• Anfahrhilfe ist, wenn ein vorhandener Knopf gedrückt wird,um das Pedelec auch ohne Pedalieren auf 6 km/h zu beschleunigenund der Motor dann abschaltet.Pedelec mit AnfahrhilfeS-Pedelec mit Mittelmotor (Tretlagermotor)Als S-Pedelec wird eine weitere Kategorie der Elektrofahrräderbezeichnet. Das „S“ steht heutzutage für Speed oder Schnell. Früherdahingegen stand es für Schweiz, denn dort trat 1993/1994 dieseArt der Elektrofahrräder erstmals auf. Daher gibt es zu dem BegriffS-Pedelec weitere Bezeichnungen: Schnelles Pedelec, Speed-Pedelec,Pedelec S-Klasse (Schweizer Klasse), Power Bike.Beim S-Pedelec gibt es verschiedene Ausführungen. Einerseits gibtes ein S-Pedelec, das wie ein normales Pedelec funktioniert undmit dessen Antriebsart vergleichbar ist. Es verfügt lediglich übereinen größeren Elektromotor, dessen Motornennleistung auf maximal500W begrenzt ist. Der Unterschied liegt bei der Geschwindigkeitsbegrenzung,ab wann die Tretunterstützung durch denElektromotor ausbleibt. Denn der Elektromotor schaltet erst beim17


VerkehrErreichen einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab. Das normalePedelec dahingegen bei 25 km/h.Andererseits gibt es ein S-Pedelec, das eine Mischung aus E-Bikeund Pedelec ist. Auch hier ist die Motornennleistung des Elektromotorsauf maximal 500 W begrenzt. Jedoch kann der Elektromotornicht nur eine Tretunterstützung beim Pedalieren bis 45 km/h leisten,sondern auch ausschließlich elektromotorisch und tretunabhängigdas S-Pedelec bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/hantreiben. Der reine Motorantrieb erfolgt durch Betätigung einesDrehgriffs oder eines Kippschalters am Lenker.Werden mit einem S-Pedelec - durch spezielle Zuschaltung einesElektromotors - Höchstgeschwindigkeiten bis zu 45 km/h erzielt,ist dieses Fahrzeug als Kleinkraftrad einzustufen. Es ist irrelevant,ob das Erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h ausschließlichdurch elektrische Motorleistung oder durch kombinierteMuskel- und Motorleistung erfolgt. Daher ist ein S-Pedelecein Kleinkraftrad L1e mit geringer Leistung.E-BikeBei der dritten Kategorie der Elektrofahrräder handelt es sich umdas E-Bike. Es wird oft als Oberbegriff beziehungsweise als Synonymfür das Pedelec verwendet. Jedoch ist das E-Bike nicht gleichein Pedelec. Es ist eindeutig von den anderen Elektrofahrrädern,nicht nur verkehrsrechtlich, abzugrenzen.Beim E-Bike wird mit der Hand Gas gegeben. Das heißt, dass dasE-Bike ebenfalls über einen Elektromotor mit Akkumulator (Akku)verfügt. Angetrieben wird das E-Bike jedoch rein elektrisch undunabhängig vom Treten (Muskelkraft). Über einen Drehgriff amLenker oder einem ähnlichem Bedienelement wird die Motorleistunggesteuert. Das bedeutet, dass der Fahrer rein elektrisch fahrenkann, ohne in die Pedale treten zu müssen. Ein Mittreten ist alsonicht erforderlich, kann aber erfolgen.Die Nennleistung des Elektromotors ist je nach zulässiger Höchstgeschwindigkeitunterschiedlich. Im Handel werden meist dreiverschiedene Geschwindigkeitsbegrenzungen angeboten: 20km/h, 25 km/h und 45 km/h. Somit sind sie verkehrsrechtlichnicht identisch.Das E-Bike mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von20 km/h und einer maximalen Motornennleistung von 500 W istverkehrsrechtlich als Leichtmofa im Sinne des § 1 Leichtmofa-Ausnahmeverordnungeinzustufen. Mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeitvon 25 km/h und einer maximalen Motornennleistungvon 1 kW gelten E-Bikes als Mofa im Sinne von § 4 Absatz1 Nr. 1 FeV. Erreichen E-Bikes eine Geschwindigkeit von bis zu 45km/h und ist die Motornennleistung bis 4 kW begrenzt, werdensie als Kleinkraftrad eingestuft.Ein E-Bike ist somit ein Kraftrad, das durch einen Elektromotorrein elektrisch angetrieben wird, unabhängig davon, ob Pedalenzum Treten vorhanden sind oder nicht.UnfallgefahrenMit dem Gebrauch von zweirädrigen Elektrofahrzeugen könnenGefahren und Risiken bestehen, die nicht immer auf dem erstenBlick erkennbar sind. Auch wenn die Elektrofahrräder aussehenwie Fahrräder, fahren sie sich anders. Und dies birgt neue Risiken.Zum einen sind es die Unfallgefahren, die auch für einen herkömmlichenFahrradfahrer bestehen. Ferner stehen aber auchandere Risiken mit der Benutzung eines Pedelecs, S-Pedelecs oderE-Bikes in Verbindung. Zum anderen kann von der technischenAusrüstung eine gewisse Gefahr ausgehen.Die Unfallgefahren resultieren hauptsächlich aus den höherenGeschwindigkeiten, die mit zweirädrigen Elektrofahrzeugengefahren werden. Liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit einesherkömmlichen Fahrrades bei 6 bis 12 km/h, fährt ein Pedelecdahingegen durchschnittlich 20 bis 30 km/h. Aufgrund solcherDifferenzgeschwindigkeiten werden Elektrofahrradfahrer auf vieleherkömmliche und langsamere Fahrradfahrer stoßen, egal ob aufRadweg oder Fahrbahn. Dass diese Fahrer ungerne langsamenFahrradfahrern hinterherfahren, wird zur Folge haben, dass Überholmanöverkünftig die Regel sind.Weiterhin führt eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit zueinem längeren Anhalteweg. Zum einen verlängert sich der Bremswegknapp um das Dreifache, wenn die Geschwindigkeit von 15km/h auf 25 km/h steigt. Und zum anderen verlängert die Technikden Reaktionsweg, da die Motorabschaltung erst etwa um 1 bis 2Sekunden verzögert eintritt, wenn ein Bremsvorgang vom Fahrereingeleitet wird und er gleichzeitig zu treten aufhört.GeschwindigkeitBremsweg15 km/h(4,17 m/sek)25 km/h(6,94 m/sek)1,9 m5,4 mBremswege anhand fahrradüblichen BremsverzögerungenE-Bike mit 45 km/h HöchstgeschwindigkeitUm diese Reaktionswegverlängerung auszuschalten und dieSicherheit zu steigern, gibt es einen Unterbrecherschalter, der inden Bremsgriffen integriert ist und bei Betätigung eines oder beiderBremshebel aktiviert wird, so dass der Motor sofort und ohne jeglicheVerzögerung abschaltet. Da dieser mit einem Kabel mit dem19


VerkehrMotor verbunden ist. Dieser ist jedoch nicht in allen Fahrzeugmodellenserienmäßig verbaut.Außerdem ist es für andere Verkehrsteilnehmer (Fahrzeugführerund Fußgängern) schwieriger zu erkennen, wie schnell solch einFahrzeug unterwegs ist. Sie nehmen es zuallererst als Fahrradwahr. Jedoch ist das gelernte Wissen um die Geschwindigkeit vonFahrradfahrern nicht mehr anwendbar. Das führt dazu, dass dieVerkehrsteilnehmer eine entsprechend langsamere Geschwindigkeiterwarten und die tatsächliche Geschwindigkeit eines Elektrofahrradesfalsch einschätzen. Das hat zur Folge, dass gefährlicheund riskante Situationen vor allem an Kreuzungen und Ein-/Ausfahrtenentstehen.Ein weiterer Problempunkt der Geschwindigkeit ist in der eigenenGeschwindigkeitseinschätzung des Elektrofahrradfahrers zusehen. Denn der Fahrer muss mit höherer Geschwindigkeit aucheinen längeren Bremsweg berücksichtigen. Oft wird hierbei auchdas eigene Reaktionsvermögen des Fahrers unterschätzt.Einen weiteren Gefahrenpunkt stellt der Ausbau von Radwegendar. Oftmals ist die Radwegbreite für einen Überholvorgang nichtausreichend. Denn ein gefahrloses Überholen zwischen Radfahrernist erst ab einer befestigten Breite von 1,60 m möglich. Jedochbeträgt die bauliche Radwegbreite oft nur 1,00 m zuzüglich eines50 cm breiten Sicherheitsraum, so dass Radwege für eine Fahrtrichtungnicht breiter als 1,50 m sind. Um diesen Gefahrenpunktzu minimieren, muss zukünftig der Elektrofahrradverkehr mit seinenhöheren Geschwindigkeiten in der Empfehlung für Radverkehrsanlagen(ERA) berücksichtigt werden. Zusätzlich dazu müsstendie einzelnen bestehenden Radwege auf ihre Radwegbenutzungspflichtüberprüft werden.Welche Bedingungen die Fahrer solcher Elektrofahrräder zu beachtenhaben, ist nachfolgend mit der Angabe von technischen Detailszusammengefasst.FahrzeugbezeichnungEinordnungmax.MotorleistungBetriebserlaubnisFahrerlaubnis /MindestalterHelmpflichtbauartbedingteHöchstgeschwindigkeitVersicherungspflichtRadwegbenutzungAnhängerKindersitzPedelecFahrrad mit limitierterTretunterstützung 250 W Tretunterstützung: 25 km/h Nein Nein Nein Nein Ja K und L zulässigPedelec mitAnfahr-/SchiebehilfeFahrrad mit limitierterTretunterstützungAnfahr-/Schiebehilfe: 6 km/h250 WTretunterstützung: 25 km/hNein Nein Nein Ja Ja K und LzulässigS-PedelecKleinkraftrad mitgeringer Leistung(Klasse L1e)500 W Tretunterstützung: 45 km/h Ja Ja 1)Ja 2)15 JahreJa Nein LzulässigS-PedelecKleinkraftrad mitgeringer Leistung(Klasse L1e)500 Wreiner E-Antrieb: 20 km/hTretunterstützung: 45 km/hJa Ja 1)Ja 2)15 JahreJa Nein LzulässigE-Bike Leichtmofa 500 W 20 km/h 3) Ja Ja 1)Ja 2)15 JahreNein Nein 4) LzulässigE-Bike Mofa 1 kW 25 km/h 3) Ja Ja 1)Ja 2)15 JahreJa Nein 4) LzulässigE-Bike Kleinkraftrad 4 kW 45 km/h 3) Ja Ja 1)Ja,Klasse M16 JahreJa Nein 4) Lzulässig20

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