Das Mannheimer Wunderwerk - Evangelische Kirche in Mannheim

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Das Mannheimer Wunderwerk - Evangelische Kirche in Mannheim

Programm

Inhalt

Grußwort des Schirmherrn 3

»Das Mannheimer Wunderwerk« 4

Die Steinmeyer-Orgel der Christuskirche

von Johannes Matthias Michel, Mannheim

Donnerstag, 27. Oktober, 19 Uhr Vortrag

»Die Kirche Christi und ihre Kirchenmusik«

25

Samstag, 29. Oktober, 17 Uhr Orgelführung 26

Sonntag, 30. Oktober, 18 Uhr Orgelkonzert

»Das Mannheimer Wunderwerk«

26

Samstag, 05. November, 17 Uhr Orgelführung 26

Sonntag, 06. November, 18 Uhr Konzert »Sinfonische Klangwelten« 27

Freitag, 11. November, 20 Uhr Orgelkonzert 29

Donnerstag, 17. November, 20 Uhr »JAZZ-ORGAN-JAZZ« 30

1


Grußwort

In Mannheim steht die größte Denkmalorgel Baden-Württembergs

und die zweitgrößte Orgel unseres Bundeslandes überhaupt. Mit

ihren 97 Registern und rund 7800 Pfeifen gehört sie zu den wenigen

großen Orgeln der deutschen Spätromantik, die die Weltkriege und

den Stilwandel im 20. Jahrhundert nahezu unbeschadet überstanden

haben. Besonderheiten wie das Fernwerk im Dach der Kirche machen

dieses Instrument zu einer Ausnahmeorgel oder, wie der Leipziger

Komponist Sigfrid Karg-Elert im Jahre 1920 feststellte, zum »Mannheimer

Wunderwerk«.

100 Jahre lang haben mehrere Generationen als Kirchgänger oder

Konzertbesucher diesen zu Herzen gehenden Klängen gelauscht. Die

Liebe der Mannheimerinnen und Mannheimer zu dieser Orgel hat

dazu beigetragen, dass das Instrument heute noch erhalten ist.

Aber auch international ist dieses Instrument unter Fachleuten

berühmt und wurde vielfach gewürdigt.

Um dieses musikalische Juwel den Menschen in unserer Region

immer wieder nahe zu bringen, hat KMD Johannes Michel zum 100.

Geburtstag dieser Orgel ein ORGELfestival ins Leben gerufen, für das

ich gerne die Schirmherrschaft übernommen habe. Ich wünsche allen

Besucherinnen und Besuchern viel Freude an den Klängen im weiten

Kirchenraum der Christuskirche und bleibende musikalische Eindrücke

beim Hören der Orgelmusik auf diesem »Wunderwerk«.

Prof. Dr. Peter Frankenberg

Schirmherr ORGELfestival

3


»… Der hervorragende Meister Steinmeyer

disponierte in seinem Mannheimer Wunderwerk

– Christuskirche – u. a. eine köstliche,

silberne, spinnwebenfeine Cymbel….« 1 .

So charakterisierte der Leipziger Komponist

Sigfrid Karg-Elert im Jahre 1920 eine Orgel,

die er bestens gekannt haben muss, denn

neben detailgetreuen Beschreibungen verschiedener

Mixturen führte er auch die gesamte

Disposition als beispielhaft für den

deutschen Orgeltyp an, den er sich idealer

Weise wünschte. Bereits im Jahre 1911 hatte

er eine Komposition »Impression« veröffentlicht

und mit der Widmung »Herrn Arno

Landmann (Mannheim) zu eigen« 2 versehen.

Das ist insofern erstaunlich, weil Kirche

und Orgel am 1. Oktober 1911 eingeweiht

wurden, Arno Landmann also erst zum letzten

Quartal des Jahres seinen Dienst antrat

und Karg-Elert mit dieser Widmung folglich

sehr zeitnah auf diese Berufung reagierte.

1 Sigfrid Karg-Elert, Orgel und Harmonium, in: Musiktaschenbuch,

Steingräber Leipzig [1920]

2 Sigfrid Karg-Elert, 10 Charakteristische Tonstücke

op. 86, Leuckart Leipzig 1911

4

»Das Mannheimer

Wunderwerk«

Die Steinmeyer-Orgel

der Christuskirche

von Johannes Matthias Michel, Mannheim


6

Aber auch der Titel »Impression« trifft genau den Charakter des neuen Instruments, das damals

außerordentlich fortschrittlich, ja zukunftsweisend disponiert wurde.

Die ersten Planungen für den Bau dieser Orgel gehen zurück auf das Jahr 1909. Hermann

Meinhard Poppen wurde als badischer Orgelbaukommissär mit der Ausschreibung für den Orgelneubau

beauftragt. Die Ausschreibung ging an die Firmen Sauer (Frankfurt/Oder), Schlag &

Söhne (Schweidnitz) und Steinmeyer & Co. (Oettingen). Ursprünglich war eine dreimanualige

pneumatische Orgel mit 59 Registern für 30.000 Mark geplant. Der Auftrag dafür wurde im Jahr

1910 an die Firma Steinmeyer erteilt und umfasste 62 Register für 34.150 Mark. Die Disposition

stammte maßgeblich von Poppen, der Prospektentwurf mit einem Gehäuse aus Eichenholz und

stummen Prospektpfeifen aus

bronziertem Zink von C. Albieken

(Ettlingen). Ein Fernwerk mit 16

Registern und elektrischer Traktur,

spielbar als viertes Manual

von der Hauptorgel, wurde erst

einige Monate später zusätzlich

in Auftrag gegeben, was durch

eine Spende der mäzenatisch

sehr aktiven Fabrikantenfamilie

Lanz (Traktorenbau) möglich war.

Es wurden über 50 m lange Elektrokabel

bis ins Dach der Kirche

verlegt, um diese Orgel vom

Spieltisch aus spielbar zu machen.

Zwei hintereinander angebrachte

Schwelljalousien lassen deren Klang ins Unhörbare verschwinden.

Bis zur Fertigstellung wurde die Registerzahl der Orgel immer umfangreicher und umfasste

schließlich 92 Register. Die Anschaffungskosten stiegen dadurch auf 49.575 Mark.


Zu dem Grundbestand einer deutschen romantischen Orgel mit vielen charakteristischen

Grundstimmen und einer dynamischen Hierarchie der Manuale von ff bis mf (je höher das Manual

gelegen war, desto leiser war die Klangwirkung) traten in Mannheim neue Registergruppen

hinzu, die den bisherigen deutschen Orgeltyp revolutionierten und in ihrer Synthese aus barocken,

französisch-romantischen und modernen Klangvorstellungen neue, geradezu impressionistische

Klangwirkungen zuließen. Auf allen Manualen befinden sich Mixturen, die für diese Zeit ungewöhnlich

hoch disponiert sind. Die vierfache Cymbel des Hauptwerks beginnt auf dem großen

C mit den Teiltönen 2/3’ – 1/2’ – 1/3’ – 1/4’. Dazu treten Aliqoutregister (Teiltonregister), beispielsweise

Quinte 1 1/3’ oder Septime 1 1/7’, wie sie aus dem späteren neobarocken Orgelbau bekannt

sind, und französische Zungenregister im Schwellwerk, die dieses zu einem kräftigen, sinfonischen

Werk erheben.

Die Anregungen für diese Neuerungen bekam Poppen durch seinen Kontakt mit den Protagonisten

der elsässischen Orgelreform um Albert Schweitzer. Insbesondere ist hier Émile

Rupp zu nennen, mit dem Poppen über die Planung der Orgel einen regen Briefverkehr führte. 3

Rupp, seines Zeichens »kaiserlicher Musikdirector, Orgelvirtuose und Organist der ev. Garnisionskirche,

Orgelbautheoretiker und Musikschriftsteller«, schrieb im April 1910 an Poppen einen

Brief, in dem er dessen Dispositionsentwurf verbesserte: »Die Disposition ist an sich wunderschön

und von neudeutsch-orchestraler Biegsamkeit, allein ich vermisse noch etwas die Betonung

des Schwellwerks als durchgreifendes Additions-Clavier. Wir können uns hier kein

Schwellclavier III ohne Zungen 16’ 8’ 4’ denken und verzichten viel lieber auf eine 16’ Zungenstimme

im I. Clavier (Hauptwerk). Überhaupt habe ich die Theorie, das Hauptwerk möglichst

von allem die Klarheit der Polyphonie beschwerenden Ballast zu befreien und diese Elemente

auf einem 4. (Solo)clavier zu vereinigen.« 4 Rupp schlägt für das vierte Manual Aliquote auf

16’-Basis vor, darunter auch eine Septime 2 2/7’ und für das Pedal entsprechend auf 32’-Basis

eine Septime 4 4/7’. Des Weiteren versucht er den jungen Hermann Poppen davon zu über-

3 Gerhard D. Wagner, Die Steinmeyer-Orgel der Christuskirche Mannheim, in AO 32/1984, S. 173 ff

4 ebenda

7


zeugen, dass auf jedem Manual ein gedecktes 16’-Register vorhanden

sein müsse, rät von Hochdruck-Prinzipalen ab, weil sie die Klarheit der

Polyphonie stören und plädiert für eine Cymbel zusätzlich zur Mixtur

im Hauptwerk. »Im Übrigen halte ich den Reichtum an 4’ Stimmen

für einen großen Vorzug Ihrer Disposition; gerade in diesem Punkt hat

der deutsche Orgelbau lange Jahre schwer gesündigt.« 5 Schließlich

lobte er am 7. 6. 1910 dann den verbesserten Entwurf : »….freut es

mich sehr, dass das Instrument nun in so idealer Weise dem elsässischen

Verschmelzungs-Standpunkt Rechnung tragen soll, was allein

Ihrer Initiative zuzuschreiben sein wird …«. 6

Dennoch hatte Poppen durchaus eigene Vorstellungen. Interessant

ist, dass er trotz der Offenheit für die dem Barock nachempfundenen

Register keineswegs dem Ideal einer spätromantischen Orgel abgeschworen

hatte, wie ein Schreiben an Albert Steinmeyer vom 17. 3. 1911

zeigt: »Und dann namentlich die Zungen!! So weich und edel als irgend

möglich. Nichts plärrendes, ‚Schnarrwerk’artiges!! (…) Das ganze

Werk muß ein Bad des Wohlklangs werden auch für orchester-verwöhnte

Ohren! Und Her[r] Rupp muß hier Respekt kriegen können vor

den Orchester-Wirkungen einer Orgel, die er einstweilen noch für ‚Effekthascherei’

erklärt. So ein Spieß!« 7 Eine Ansicht, die auch der bereits

zitierte Sigfrid Karg-Elert teilte: »Die idealste Vollkommenheit in der

Ausprägung der Rohrwerke zeigt fraglos die französische und engli-

5 Brief vom 3. 5. 1910, ebenda

6 ebenda. Wiederholt wird in den Dokumenten auch der Heidelberger Universitätsmusikdirektor

Philipp Wolfrum als Berater für diesen Neubau genannt,

aber sein Anteil oder Einfluss bleibt im Dunkeln.

7 ebenda

8


sche Orgel, die sich stark dem Orchesterklang nähert (…) Auf dem

Umweg über Frankreich und England (Willis) gewann nun das kultivierte

Rohrwerk auch in der modernen deutschen Orgel (….) immer

mehr und mehr Raum, nachdem zuvor lange Zeit die derbe, grelle Trompete

und die rohe grunzende Posaune die einzigen schreienden Überreste

der glanzvollen Rohrwerksfamilie bildeten.« 8

Die Kirche und die Orgel wurden am 1. Oktober 1911 im Beisein

des Großherzogs von Baden, der gleichzeitig das Kirchenoberhaupt der

Evangelischen Landeskirche war, eingeweiht. Arno Landmann spielte

als Nachspiel des Gottesdienstes die Toccata F-Dur von Johann Sebastian

Bach. Am 8. Oktober folgte dann ein Kirchenkonzert mit Chor- und

Orgelmusik, in dem Landmann die Orgel mit Werken von Bach, Liszt,

Franck und Guilmant der Öffentlichkeit präsentierte. Eine lokale Zeitung

berichtete darüber: »Das geräumige Gotteshaus war bis auf den

letzten Platz besetzt, ein wohltuender Kontrast zu so manchen Konzerten,

die mühsam mit Freibilletbesuchern gefüllt werden. Die Neigung

der breiten Masse strebt, soweit seriöse Musik für sie überhaupt

in Betracht kommt, der geistlichen Musik zu. Die spricht zu ihrem Gemüte

am eindringlichsten und nachhaltigsten.« 9 Am 3. Dezember

spielte Landmann das »Erste Orgelkonzert« mit Max Regers »Halleluja!

Gott zu loben, bleibe meine Seelenfreud« und César Francks »Grande

Pièce Symphonique«. Hier vermerkte die Presse allerdings »... bei leider

nur sehr mäßigen Besuche …«. 10 Insgesamt spielte er während seiner

Dienstzeit bis zum Jahre 1942 die enorme Anzahl von 334 Konzerten.

8 S. Karg-Elert, Orgel und Harmonium, S. 284

9 Zeitungsausschnitt aus dem Nachlass Arno Landmann o. O., o. J.

10 ebenda

9


10

Zur Einweihung ihres Opus

1100 druckte die »Kgl. Bayer. Hof-

Orgel- und Harmoniumfabrik

Firma G. F. Steinmeyer & Co., Oettingen

(Bayern)« einen achtseitigen

Prospekt, der u. a. ein Foto des

ersten Spieltisches, die genaue

Beschreibung der Orgel mit Disposition,

Winddruck, Mixturenzusammensetzung

und Hilfszügen

sowie das ausführliche Gutachten

Poppens enthält. Auffällig am

Spieltisch sind neben der Walzenrolle

fünf Schwelltritte sowie zahlreiche

Pistons als Hilfszüge. Poppen nennt 92 Register und 7869 »sprechende« Pfeifen und

bezeichnet die Orgel als das »größte Werk in Baden« und das »umfangreichste in Süddeutschland«.

Außerdem erschienen in Fachzeitschriften Berichte über den Orgelneubau 11 . Nicht unerwartet

lobt Emil Rupp den Neubau und weist darauf hin, dass die »vom Elsaß ausgehenden

Orgelbau-Reformideen« durch die Verschmelzung mit der orchestralen »reindeutschen« Schule

hier ihre Lebensfähigkeit unter Beweis stellen. Auch lobt er im Gegensatz zu späteren Autoren 12

»eine vorzügliche Akustik«, die u. a. »der Verwendung von Korkholz für die kassettierte Kuppel

zuzuschreiben ist. Ich habe noch keine moderne Zentralkirche angetroffen, welche so frei von

11 Arno Landmann, Die neue Orgel der Christuskirche in Mannheim,

In: Urania 10/1911 S. 73f - Rupp, J. F. Emil, Die neue Orgel der evangel. Christuskirche in Mannheim, In: Zeitschrift

für Instrumentenbau, 32. Jhg. S. 196ff - Arno Landmann, Die neue Orgel in der Christuskirche in

Mannheim, In: Die Orgel, Bremen 12/1912, S. 13-15

12 N. N., Tagungsbericht der GdO, In Ars Organi, 24/1976, S. 32


störenden Nachhallerscheinungen wäre. Obwohl der Gesamtklang der Orgel machtvoll und

frisch wirkt, bemerkt man dennoch keine schrille Obertönigkeit, wie sie bisher bei Verwendung

zahlreicher Aliquote und Repetitionsmixturen (…) zu verzeichnen war.« 13 Arno Landmann lobt

ebenfalls die Register der hohen Fußtonlagen: »Es ist empfehlenswert, bei der Disposition größerer

Orgeln außer zarten Grundstimmen auch diskret intonierte gemischte Stimmen zu berücksichtigen.«

14 Dies erinnert deutlich an die impressionistischen Klangvorstellungen

Karg-Elerts: »Verwendbar sind die 2-füssigen Register auf Sw. und Ch. nur dann zu coloristischen

Hellretouchierungen, wenn sie sehr still intoniert sind, in welchem Falle sie dann ihren

primären Charakter verlieren und lediglich das Timbre der 8’ Register metaphonieren.« 15

Landmann erwähnt als weitere Besonderheiten die Flötenstimmen, denen er »eine große

Innigkeit im Klang« bescheinigt, die 12 Oktavkoppeln, das Fernwerk mit »13 Manual- und 3 eigene[n]

Pedalstimmen« sowie zwei Jalousiekästen, durch die es »eine Schwellfähigkeit« besitzt,

»die überraschend wirkt« und die Vox Humana, »eine der schönsten Stimmen der Orgel«. 16 Im

Gegensatz zu späteren Äußerungen erwähnt er die präzise pneumatische Traktur, die gerade

für staccato-Spiel geeignet ist und die Möglichkeit des Zusammenspiels mit dem elektrischen

Fernwerk, weshalb er sich noch den Einbau einer Koppel »III z IV« wünscht – vermutlich war IV

zu III gemeint, was aber wegen der unterschiedlichen Technik nicht möglich gewesen wäre.

Bereits ein halbes Jahr nach der Einweihung, im Frühjahr 1912, wurden erste bauliche Änderungen

an der Orgel vorgenommen: Der Schwellkasten um die drei Hochdruckregister des

ersten Manuals (Tuba mirabilis, Clarine und Jubalflöte) wurde entfernt. Der Anlass dafür ist

nicht überliefert, vermutlich nahmen die Schwellklappen den Registern zu viel Kraft. Im Jahr

1915 wird das Pedalregister Kontrabaß 16' durch einen Streichbaß 16' ersetzt, 1920 erfolgt der

Einbau eines elektropneumatischen Schwellapparats für die Fernwerkjalousien, 1925 erhält die

13 Rupp, Die neue Orgel usw., S. 197

14 Landmann, Die neue Orgel usw., Bremen, S. 13

15 Sigfrid Karg-Elert, Partita in E op. 100, Novello London 1928

16 Landmann, Die neue Orgel usw., Bremen, S. 14

11


12

Tuba mirabilis 8’ neue Pfeifen, 1928 wird im

I. Manual eine Superoktavkoppel eingebaut,

allerdings ohne Ausbau der oberen Oktave

wie in den anderen Manualen. Weiterhin

wird eine Transmission des Großprinzipal 16'

aus dem I. Manual als Kontrabaß 16' ins Pedal

(c'-f' selbständige Pfeifen) gelegt. 1930 erfolgt

eine erste Ausreinigung und 1934 der Einbau

der Transmissionen Fagott 16' und 8' im Pedal

aus dem Register Fagott 16' des III. Manuals.

Landmann erinnert sich später noch an weitere

Umbauten, ohne einen genauen Zeitpunkt

zu nennen: »Einem Wunsch aus

Hörerkreisen entsprechend liessen wir nach

einigen Jahren im Speicher einen Schallkanal bauen, der den Klang des Fernwerks über einen

Umweg in die Mitte der Kuppel leiten sollte. Durch den Umweg wurde aber der Klang zu

schwach. Ich liess daher den Schallkanal abbauen und den Klang wieder direkt (vom Speicher

über der Mittelempore durch 3 Rosetten) in den Kirchenraum kommen. (…) Die zu eng

beieinander stehenden, stummen Prospektpfeifen der Orgelfront liess ich später auseinanderrücken.«

17

Am 6. Dezember 1936 berichtet Arno Landmann in einem Brief an den Evangelischen Kirchengemeinderat

über die Schwierigkeiten, mit Orchesterinstrumenten zusammen zu musizieren.

Die tiefe Stimmung der Orgel »über ein Viertel unter normal!« bringt es mit sich, dass

sich Streichinstrumente während der Aufführung verstimmen und Bläser immer zu hoch spielen.

»Musikalische Hörer verliessen bei der ‚Johannes-Passion’ aus diesem Grund während der

Aufführung die Kirche!« Auch forderte er einen elektrischen Umbau der Orgel hin zu einer elek-

17 Arno Landmann, Zur Information: Bach-Chor betr., Typoskript o. O., o. J. [nach 1945]


tropneumatischen Traktur und begründete dies mit einer Fülle von Argumenten. Der Spieler

würde »vom Klang des 1. Manuals fast betäubt«, ebenso von den vorne stehenden Pedalstimmen.

»37 Register blieben unbenutzt liegen (….) [es] spielte sich so das klangliche Geschehen

auf nur 2 Manualen – dem 2. und 3. Manual – ab! (…) Das Fernwerk klang am Spieltisch um

vieles schwächer (….), vom Gesang der Gemeinde war (…) fast nichts zu hören (…). Mitwirkende

Solisten mussten aus einer Entfernung von sieben Metern begleitet werden. Eine unmittelbare

Verständigung war nicht möglich. Eine absolute Klarheit des Spiels bei polyphoner Musik war

am alten Spieltisch nicht durchführbar, da (…) Pfeifenreihen in der Nähe früher ansprechen als

Pfeifen in der Ferne.« 18 Reparaturarbeiten an der Pneumatik waren schwierig, die Zahl der Spielhilfen

war beschränkt. »Der Gedanke, dass das klanglich so reich ausgestattet Orgelwerk nicht

voll ausgenutzt werden sollte, ließ mir keine Ruhe.« 19

Außerdem wurden zu dieser Zeit die großen Orgeln der unmittelbaren Umgebung (Konzertsaal

der IG-Farben in Ludwigshafen, Hochschule für Musik, die Orgeln des Konzerthauses

Rosengarten) auch elektrifiziert.

Landmann machte sich selbst auf und versuchte in einer Art frühen »Fundraisings«, Geld

für einen Umbau aufzutreiben. »Gelegentlich eines Orgelgastspiels in Aachen erzählte mir der

dortige Kollege, er habe für den zeitgemäßen Umbau seiner Orgel Stiftungen zusammengebracht.

Sogar Reichsminister Goebbels habe 2000 Mark für die Orgel der Christuskirche (in

Aachen) beigesteuert. Jetzt war meine Geduld am Ende. (…) Ich warf mich in feierliches

‚Schwarz’ und trug die Sache meinen Freunden vor.« 20 »Manche hörten nicht gut zu und wurden

immer schwerhöriger, je deutlicher ich die Sache demonstrierte.« 21 Doch schließlich setzten

sich die kunstsinnigen Gattinnen aus den wohlhabenden Kreisen durch.

18 Arno Landmann, Vom elektrischen Umbau der Orgel der Christuskirche In: Evangelischer Jahrweiser für

Groß-Mannheim 1940, S. 42-45

19 ebenda

20 Landmann war Mitglied des Mannheimer Herrenclubs »Räuberhöhle«, auf die er hier vermutlich anspielt.

21 ebenda

13


14

Insgesamt kamen auf diese Weise 4.350

Mark zusammen. Am 14. Dezember 1938 genehmigt

die Finanzabteilung des Evangelischen

Oberkirchenrats in Karlsruhe einen

Kostenplan über 10.630 RM, der einen gravierenden

Eingriff für die Steinmeyer-Orgel darstellt:

die Einrichtung einer elektrischen

Traktur mit freistehendem Spieltisch sowie

die Höherstimmung der Orgel, »und zwar das

Normal-a auf 880 Schwingungen«. Am 28. Januar

1939 informiert Landmann den »verehrl.

Sprengelrat der Christuskirche«, dass der

Umbau nach Ostern beginnen wird und nach

3–4 Wochen abgeschlossen sein soll.

Auf Grund der nun vorliegenden elektropneumatischen

Traktur war es möglich, die

Register des Fernwerks an die der Hauptorgel

zu koppeln und klanglich zu kombinieren.

Arno Landmann, der in einem Konzert am 8.

Juli 1939 die überarbeitete Orgel erstmalig

vorführte, preist dies als »ganz außergewöhnlich

feierliche Wirkung«. Durch den

neuen elektrischen Spieltisch konnten vier

freie Kombinationen als Registrierhilfe eingerichtet

werden. An die Stelle des alten Spieltisches

im Gehäuse wurde das Register

Choralbass 4’ aus dem Pedal gesetzt. In den

frei gewordenen Stimmstock wurde ein


neues Register Blockflöte 2’ gestellt. Außerdem

wurde ein neuer Schwellapparat

für das Fernwerk eingebaut. Die Celesta,

die im Fernwerk zu leise klang und daher

kaum genutzt wurde, wurde in das

Hauptwerk versetzt. Neu dazu kam ein

»melodisches Glockenspiel« 22 , wobei ein

Zimbelstern mit sechs Glocken in C-Dur

gemeint war. Ingesamt wie die Orgel nun

97 Register auf vier Manualen auf.

Aus ungeklärten Gründen wurde

die gesamte Orgel von 435 Hz auf 448,5 Hz

statt auf die zu erwartenden 440 Hz

(Kammerton a’) gestimmt, was sich in der

Praxis ebenfalls als Problem bemerkbar machte. Dieser Zustand wurde wiederholt dokumentiert

und war bis ins Jahr 2000 vor zu finden. 23

Glücklicherweise blieb die Christuskirche im Zweiten Weltkrieg von Bombenschäden weitgehend

verschont. Trotzdem waren an der Orgel einige Schäden zu vermelden. »Durch die Explosion

einer unter dem Orgelfenster krepierten Bombe wurden ganze Pflastersteine, Mörtel

und Sand von der Westseite her in die Orgel geworfen, auch von der Decke fiel durch die Erschütterungen

Sand in die Pfeifen, so dass eine Ausreinigung der Orgel nicht zu umgehen ist«,

beschreibt der damalige Organist Dr. Oskar Deffner am 10.8.1947 in einem Brief an die Firma

Steinmeyer die Folgen. Steinmeyer seinerseits bestätigte dies am 31.3.1948.

22 vervielfältigte, typographische Einladung: »An meine Freunde!«, Mannheim, Datum des Poststempels

23 z. B. der Vermerk eines anonymen Orgelbauers auf der Rückseite eines Einbandes der »Kleinen geistlichen

Konzerte« von Heinrich Schütz: 448,5 Hz = 897 20 Grad Stimmung Große Orgel Christus-Kirche

Samstag 3. 6. 68. Ohne weitere Eingriffe konnte die Orgel auf 445 Hz bei 18 Grad gestimmt werden.

15


16

»Es müssen praktisch alle Pfeifen heraus [...], von Splittern durchlöcherte Pfeifen [...] stehen im

1. Stock des Maschinenhauses.« Laut seiner Schätzung »benötigen zwei Mann zur Reparatur

der Schwellkasten allein mindestens 14 Tage bis drei Wochen.«

1952 wurde eine zweite komplette Ausreinigung an der Orgel vorgenommen und zwei Magazinbälge

für das zweite und dritte Manual eingebaut. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden

einige Änderungen an der Disposition vorgenommen: Entfernt wurden die Register

Quintflöte 5 1/3’ und Viola da Gamba 8’ im ersten Manual, statt dessen wurden ein Nachthorn 2’

und eine Koppelflöte 8’ eingebaut. Im zweiten Manual wurden die Register Unda maris 8’, Doppelgedeckt

8’, Dulziana 8’ und Klarinette 8’ ausgebaut, wofür eine Schweizerpfeife 2’, eine Quintade

8’, ein Krummhorn 8’ und ein Scharff 4-fach 1 1/3’ eingefügt wurden. Außerdem wurde der

Schwellkasten des zweiten Manuals entfernt. Im dritten Manual wurden die Register Dolce 4’,

Flageolett 2’ und Piccolo 1’ durch die Register Querpfeife 4’, Flachflöte2’ und Sifflöte 1’ ersetzt.

Sämtliche Pfeifen der Orgel wurden 1963 nachintoniert, außerdem wurde in diesem Jahr

die Windlade repariert. Kantor Heinz Markus Göttsche machte am 1. April 1963 eine offensichtlich

vom besonderen Datum inspirierte Eingabe an die Kirchenverwaltung, in der er vorschlug,

die Entlüftungsrohre durch Einbau von Labien zu den Tönen Kontra-Bes und Kontra-Hisis umzubauen.

Außerdem empfahl er die Koppelung der kleinen Barockorgel auf der Seitenempore

mit der Hauptorgel durch eine sogenanntes »Nylon-System« vorzunehmen. Diese dünnen

Nylon-Fäden könnten quer durch die Kirche geführt werden, aber auch über die Sakristei zu

einem weiteren Spieltisch, »der vom Pfarrer beim Versagen des Organisten von der Sakristei

aus bedient werden könnte.« Die aufgestellten Wasserbehälter zur Luftbefeuchtung empfahl

er mit Goldfischen zu bestücken. »Schon Michael Praetorius rühmt (Syntagma Musicum, Band

XXV, Seite 331 ff.) den günstigen Einfluß von Goldfischen auf den Orgelklang.« Der Klang würde

»in eigenartiger Weise gewissermaßen übergoldet«. Trotz dieser humorvollen Vorschläge war

die Wertschätzung der Orgel auf einem Tiefpunkt angelangt. Göttsche selbst hatte u. a. die

Idee, die Orgelempore zu einer Werktagskirche mit einem kleinen Instrument umzugestalten

und eine neue, große Orgel an anderer Stelle aufzustellen. Schon kurz nach seinem Dienstantritt

ließ er sich offensichtlich von einem befreundeten Orgelbauer ein inoffizielles Angebot


machen, er schreibt am 11.9.1960: »Lieber Klaus, Vielen Dank für das Angebot. Die Preise sind

sehr gut anzunehmen. Nun muss ich eine Serie von lichten Augenblicken abpassen bei einer

Serie von maßgeblichen Persönlichkeiten, eine schwierige Sache, wenn in der Christuskirche

eine intakte 96-stimmige Orgel daneben steht.«

In den folgenden Jahren kam es zunehmend zu technischen Störungen an der Orgel, so

dass weitere Ausbesserungen nötig wurden. Der Spieltisch wurde 1969 nochmals instandgesetzt.

1984 kam es zu einer umfangreichen Renovierung der Orgel. Insbesondere die Windladen

und Taschenventile wurden erneuert und ein neuer Spieltisch, inzwischen der dritte für diese

Orgel, wurde angeschafft. An diesem konnte auch eine elektronische Setzeranlage mit 32 Speicherplätzen

in Betrieb genommen werden. Außerdem wurde das Gehäuse ausgebessert und

die Orgel in vielerlei Hinsicht klanglich überarbeitet. Die Zungenstimmen wurden restauriert,

der vorübergehend ausgebaute Schwellkasten des 2. Manuals wieder eingebaut und der Zimbelstern

repariert. Insgesamt wurde die Orgel nach den Umbauten in den Jahren zuvor wieder

näher an das Original angepasst und die seit 1911 veränderten Pfeifen entsprechend umintoniert.

Einige Register wie die Viola da Gamba 8’, die Quintflöte 8’, die Unda maris 8’, das Doppelgedeckt

8’ und die Klarinette 8’ wurden wiederhergestellt. Letztere wurde allerdings

aufschlagend gebaut, so dass sie im Klang eher einem Dulzian ähnelte. Der Dulzian 16’ im dritten

Manual wurde wieder zu einem Fagott 16’ intoniert. Weiterhin wurden zwei Stoßbälge, die

teilweise bereits vorhanden waren, eingebaut.

Die nächste größere Renovierung wurde im Jahr 1995 durch die Firma E. F. Walcker & Co.

vorgenommen. Dabei wurde insbesondere das Fernwerk überholt, der stillgelegte Tremulant

der Vox Humana und die Subkoppel 8’ wieder aktiviert und der Winddruck im Fernwerk von 110

auf 126 mm WS (Wassersäule) heraufgesetzt, wodurch die Traktur schneller und präziser arbeitete.

Auch an der Hauptorgel wurde der Winddruck erhöht und die Veränderungen der Fünfziger-und

Sechzigerjahre rückgängig gemacht: im ersten Manual von 100 auf 120 mm WS, im

zweiten Manual von 103 auf 125 mm WS, im Pedal, Motorbalg und Hochdruckwerk von 125 auf

140 mm WS. Im dritten Manual blieb der Winddruck unverändert auf 110 mm WS. Auch der

Winddruck der Pneumatik und für die Schweller konnte mit 180 mm WS beibehalten werden.

17


18

Außerdem wurde das zweite

Manual, die Pedalzungen und

die Unda maris neu intoniert,

wobei letztere wieder als

Unterschwebung gestimmt

wurde. Im dritten Manual

wurde ein Glockenspiel aus

12 repetierenden Glöckchen

eingebaut.

Im Jahr 2000 wurde die

gesamte Stimmung der Orgel

durch die Firma Lenter auf

445 Hz herabgesetzt. Ein Jahr

später wurde eine erste mit

einem Microcontroller gesteuerte

Setzeranlage mit 640

freien Kombinationen eingerichtet,

die von Markus Ridinger

konzipiert und angefertigt

wurde. 2002 baute die Firma

Lenter eine teils historische,

teils rekonstruierte durchschlagende

Klarinette und ein

historisches Dolce 4’ ein, bevor

sie im folgenden Jahr die neue

Celesta im Fernwerk mit eigenem

Motor und eigener

Schwellvorrichtung anbrachte.


1911 hatte man eigentlich

ein Glockenspiel für das

Fernwerk bei der Firma Schiedmeyer

in Stuttgart bestellt,

was aber wegen verspäteter

Lieferung erst am 28.11.1911 abgenommen

wurde. Dabei

stellte sich heraus, dass aus

Versehen eine »Celesta« eingebaut

wurde.

Diese war zwischen den beiden

Jalousien des Fernwerks

aufgestellt und nach dem System

Mustel als Kunstharmoniums-Celesta

gebaut. Poppen

hielt dieses Register für eine

»wesentliche, interessante

und wahrscheinlich auch im

Orgelbau bisher einzigartige

Bereicherung«, mit dem sich

»eine Menge eigenartiger und

wohl auch verblüffender Wirkungen

erzielen ließ«. Ein Zuhörer

schrieb an Albert

Steinmeyer, der das Glockenspiel

selbst etwas zu mager

fand, die Wirkung am

12.10.1911: »Die Celesta hat sich

19


20

im Konzert glänzend bewährt und hat allgemein großes Aufsehen erregt. Es braucht daran

nicht das mindeste geändert zu werden«. Auf Dauer gefiel sie dann wohl doch nicht. Arno Landmann

hielt sie für wertlos, weil sie zu weit weg stand und wohl doch zu leise war. Außerdem

verändert sich durch die besonders hohen Temperaturschwankungen im Fernwerk die Stimmtonhöhe

der Labialpfeifen im Laufe des Jahres so sehr, dass sich die Celesta, die davon nicht beeinflusst

wird, nicht immer mit diesen kombinieren lässt. 1939 wurde die Celesta ins Hauptwerk

eingebaut, was im Nachhinein auch Rätsel aufgibt, denn die enorme Höherstimmung der Orgel

um 13,5 Hz lässt sich mit Klangplatten eigentlich nicht machen. Wann die Celesta ausgebaut

wurde, ist nicht überliefert. Wahrscheinlich dürfte sie schon bei der Reparatur der Kriegsschäden

entsorgt worden sein. In einem Brief an das Landesdenkmalamt aus dem Jahre 1974 findet

sich der Hinweis: »Die Celesta ist ausgebaut«. Im Jahre 2002 konnte eine historische Celesta

der Firma Daegen (Chicago) angekauft werden, die von der Orgelbaufirma Laukuff restauriert

wurde und von Markus Lenter einen neuen pneumatischen Spielapparat konstruiert bekam.

Dieses Register ist aber um ein mehrfaches größer als sein Vorgänger, so dass ein eigenes Gehäuse

mit Schwelljalousie und Motor über den Schallkanal des Fernwerks gehängt wurde. Von

dieser Position aus klingt das Instrument zwar in der typischen Klangfarbe der Celesta, aber

sehr viel klarer als die ursprüngliche Celesta und mit mehr Klangvolumen in den Raum, so dass

es jetzt als Soloregister unabhängig von der Jahreszeit und damit der Stimmtonhöhe der Fernwerksregister

einsetzbar ist. Im Jahre 2003 wurde das ca. 1930 erbaute Register eingeweiht.

Im gleichen Jahr wurde der dritte Spieltisch verändert, wobei eine Walzenrolle und getrennte

Schwelltritte für die beiden Fernwerksjalousien rekonstruiert wurden. Die Setzeranlage

von Markus Ridinger wurde in einer zweiten Ausbaustufe erweitert. Seitdem können insgesamt

3200 Kombinationen auf 5 Benutzer verteilt werden. Hinzu kamen neue Funktionen wie Registerfessel,

Korrektur zum Wiederherstellen gelöschter Registrierungen und Verschieben von

Kombinationsblöcken durch nachträgliches Einfügen von Kombinationen. Die neuesten Umbauten

beinhalteten im Jahr 2004 die Erneuerung der Bälge im Fernwerk, wobei erst 2010 ein

zusätzlicher Motor installiert wurde, da der Originalmotor bei früheren Renovierungen nur in

unzureichender Größe ersetzt wurde. Wie beim Motor der Hauptorgel auch waren die origina-


len Motoren geliefert worden, bevor alle Wände zugemauert waren, so dass die Ersatzbeschaffung

nicht unproblematisch war.

Im Jahr ihres 100. Geburtstages erklingt die Steinmeyer-Orgel der Christuskirche wieder nahezu

so, wie sie zwischen 1911 und 1939 geklungen haben dürfte. In drei Punkten gibt es allerdings

nach wie vor Anlass zur Diskussion: Der moderne Spiel tisch passt optisch nicht zur

Stileinheit von Kirche und Instrument, die Stimmtonhöhe liegt um ca. 10 Hz bezogen auf den

Kammerton a’ zu hoch und die elektropneumatische Traktur hat ein anderes Spielverhalten als

die pneumatische. Insofern dürfte die Geschichte dieses Instruments noch nicht zu Ende geschrieben

sein.

Für Recherchearbeiten zu diesem Text

danke ich meinen früheren Assistenten Heike

Ittmann (Lampertheim) und

Michael Kremzow (Nordhausen) und für die

kritische Durchsicht und inhaltliche Mitarbeit

Elisabeth Göbel (Mannheim).

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Disposition der Orgel im Jahr 2011

I. Manual

II. Manual

Großprinzipal 16’

(Schwellwerk)

Bordun 16’

Rohrflöte 16’

Prinzipal 8’

Geigenprinzipal 8’

Gemshorn 8’

Nachthorn 8’

Gedeckt 8’

Konzertflöte 8’

Jubalflöte 8’ (Hochdruck) Doppelgedeckt 8’

Spitzflöte 8’

Salizional 8’

Viola di Gamba 8’

Dulziana 8’

Oktav 4’

Unda maris 8’

Fugara 4’

Kleinprinzipal 4’

Traversflöte 4’

Rohrflöte 4’

Superoktav 2’

Gemshorn 4’

Quintflöte 5 1/3’

Flauto dolce 4’

Quinte 2 2/3’

Piccolo 2’

Kornett 8’ 3-6fach

Sesquialtera 2 2/3’ 2fach

Mixtur 2’ 5fach

Larigot 2’ 2fach

Cymbel 2/3’ 4fach

Cymbel 1’ 3fach

Tuba mirabilis 8’ (Hochdruck) Clarinette 8’

Clarine 4’ (Hochdruck) Tremulant

Koppeln II/I, III/I, IV/I, Super I, Koppeln III/II, IV/II,

Super II/I, Super III/I, Sub II/I, Super II, Super III/II,

Sub III/I

Sub III/II

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III. Manual

IV. Manual

(Schwellwerk)

(Fernwerk, schwellbar)

Stillgedeckt 16’

Celesta 4'

Hornprinzipal 8’

Quintatön 16’

Soloflöte 8’

Prinzipal 8’

Lieblichgedeckt 8’

Hellflöte 8’

Quintatön 8’

Bordun 8’

Zartflöte 8’

Echogamba 8’

Viola 8’

Vox angelika 8’

Aeoline 8’

Seraphonfugara 4’

Vox coelestis 8’

Harmonieflöte 4’

Prinzipal 4’

Flautino 2’

Kleingedeckt 4’

Progressivharmonika 2 2/3’ 3fach

Fernflöte 4’

Trompete 8’

Dolce 4’

Vox Humana 8’

Flageolett 2’

Tremulant,

Piccolo 1’

Tremulant Vox Humana ab

Gemsquinte 2 2/3’

Violon 16’ (Pedal im FW)

Terz 1 3/5'

Bordunbaß 16’ (Pedal im FW)

Superquinte 1 1/3’

Prinzipal 8’ (Pedal im FW)

Septime 1 1/7’

Plein Jeu 2 2/3’ 5fach

Fagott 16’

Trompete harmonique 8’

Oboe 8’

Clairon 4’

Tremulant

Glockenspiel

Koppeln VI-III, Super III, Sub III

Koppeln Super IV, Sub IV


Pedal

Zimbelstern (regulierbar)

Untersatz 32’

Einzelabsteller für die Zungenregister

Prinzipalbaß 16’

Mixturen ab, Manual 16’ ab, Koppeln ab, General 0, Tutti, Crescendo

Kontrabaß 16’

3200facher Setzer, zahlreiche Sequenzschalter vor und zurück,

Subbaß 16’

Walze, Schwelltritte II, III, IVa, IVb

Streichbaß 16’

Zartbaß 16’

Oktavbaß 8’

Violoncello 8’

Gedecktbaß 8’

Choralbaß 4’

Baßflöte 4’

Blockflöte 2’

Quintbaß 10 2/3’

Mixtur 5 1/3’ 5fach

Bombarde 32’

Posaune 16’

Fagott 16’

Trompete 8’

Fagott 8’

Clairon 4’

Koppeln I/P, II/P, III/P, IV/P, Super II/P

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CD-Aufnahmen mit der Steinmeyer-Orgel

Hermann Schäffer, Brahms Orgelwerke;

Motette, Düsseldorf 1984

Arvid Gast, Reger Orgelwerke;

Motette, Düsseldorf 1991

Andreas Petersen, Orgelkonzert in D;

Christuskirche Mannheim 2000

Christiane Michel-Ostertun, Die Kirschin Elfriede – Ein Orgelkonzert für Kinder;

Strube, München 2002

Glocken – Chöre – Orgeln;

Christuskirche Mannheim 2004

Christiane Michel-Ostertun, Die Konferenz der Tiere – Ein Orgelkonzert für Kinder;

Strube, München 2004

Christiane Michel-Ostertun, Eberhards verwegene Abenteuer – Ein Orgelkonzert für Kinder;

Strube, München 2006

Johannes Matthias Michel, Colors of Pipe Organ Jazz;

Ambiente, Algermissen 2007

La Fête de Saint Hubert, Deutsche Naturhornsolisten, Johannes Michel, Orgel;

Darbringhaus und Grimm, Detmold 2009

Sinfonische Klangwelten für Blechbläser und Orgel – Mannheimer Blech;

Johannes Michel, Orgel, Ehrhard Wetz, Leitung

Strube, München 2011

Johannes Matthias Michel, Das Mannheimer Wunderwerk, Reger, Karg-Elert, Landmann;

Ambiente, Algermissen 2011


eröffnung

Donnerstag, 27. Oktober, 19 Uhr Christuskirche

Glocken

Orgelvorspiel

Begrüßung

Heinz-Günter Kämpgen

Vorsitzender des Ältestenkreises

Gemeinsames Lied »Ich singe dir mit Herz und Mund«

EG 324, 1 – 3 + 13

Vortrag

»Kirche Christi und ihre Kirchenmusik«

Prof. Dr. Peter Bubmann Theologischer Fachbereich der Universität Erlangen-Nürnberg

Gemeinsames Lied »Ein Ton trifft mein Leben«

Fritz Baltruweit und Jan van Lingen

Dank

Pfr. Dr. Matthias Meyer

Gemeinsames Lied »Mein schönste Zier und Kleinod bist«

EG 473, 1 + 2 + 4

An der Orgel: Johannes Michel

– Im Anschluss laden wir zu einem Empfang im Konfirmandensaal ein

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Samstag, 29. Oktober, 17 Uhr Christuskirche

Orgelführung – »Das Mannheimer Wunderwerk«

Elisabeth Göbel und Johannes Matthias Michel

Sonntag, 30. Oktober, 18 Uhr Christuskirche

Orgelkonzert Präsentation der neuen CD »Das Mannheimer Wunderwerk«

Programm

Max Reger Phantasie für Orgel über den Choral

(1873 – 1916) »Wachet auf, ruft uns die Stimme« op. 52, 2 (1900)

Sigfrid Karg-Elert Impression op. 86, 9 (1911)

(1877 – 1933)

Arno Landmann Variationen über den Choral »Wer nur den lieben

(1887 – 1966) Gott lässt walten«, op.12 (1924)

Sigfrid Karg-Elert Partita retrospettiva op. 151 (1931)

(1877 – 1933)

An der Orgel: Johannes Michel, Mannheim

Samstag, 05. November, 17 Uhr Christuskirche

Orgelführung – »Das Mannheimer Wunderwerk«

Elisabeth Göbel und Johannes Michel


Sonntag, 06. November, 18 Uhr Christuskirche

Sinfonische Klangwelten

Programm

Richard Strauss Feierlicher Einzug der Ritter des Johanniterordens

(1864 – 1949) (Bearbeitung: Johannes Matthias Michel)

Sigfrid Karg-Elert Aus: Choralimprovisationen Op. 65

(1877 – 1933) 46. Aus tiefer Not

47. Ein feste Burg ist unser Gott (Phantasie)

51. Schmücke dich, o liebe Seele

Anton Bruckner 2 Motetten

(1824 – 1896) Ave Maria

Christus factus est

F. Mendelssohn Bartholdy aus der Sinfonie Nr. 5 in d-Moll »Reformationssinfonie«

(1809 – 1847) (Bearbeitung: Johannes Matthias Michel)

Introduktion

Choral

Variation

Finale

– PAUSE –

Johannes Matthias Michel »... und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde«

(*1962) Konzert für 10 Blechbläser, Orgel und Pauken

Andante quieto

Allegro agitato

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Sigfrid Karg-Elert Kathedral-Fenster Op. 106

(1877 – 1933) Sechs Stücke über gregorianische Hymnen

Nr. 1 Kyrie Eleison

Nr. 2 Ave Maria (Sequenza)

Giacomo Puccini Preludio sinfonico (1882)

(1858 – 1924) (Bearbeitung: Matthias Gromer)

Andante mosso

Charles Marie Widor aus der Sinfonie Nr. 6, g-Moll, op. 42,2

(1844 – 1937) (Bearbeitung: Johannes Matthias Michel)

Allegro

Ausführende

Ensemble »Mannheimer Blech«

Johannes Michel, Orgel

Ehrhard Wetz, Leitung


Freitag, 11. November, 20 Uhr Christuskirche

Orgelkonzert

Programm

Camille Saint-Saëns Improvisation Nr. 7 a-Moll

(1835 – 1921) Prélude et Fugue H-Dur

César Franck Fantaisie in A

(1822 – 1890)

Charles Tournemire Fantaisie-Improvisation sur »Ave Maris Stella«

(1870 – 1939) reconstituée par M. Duruflé

Maurice Duruflé Scherzo

(1902 – 1986) Fugue sur le carillon des heures de la Cathédrale

de Soisson

Daniel Roth aus dem »Livre d’Orgue pour le Magnificat«

(*1942) IX – Sicut locutus est (Récit de trompette)

Marcel Dupré Prélude et Fugue As-Dur

(1886 – 1971)

Daniel Roth Improvisation

(*1942)

An der Orgel: Daniel Roth, Paris

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Donnerstag, 17. November, 20 Uhr Christuskirche

JAZZ – ORGAN – JAZZ

Programm

Barbara Dennerlein, Deutschlands international erfolgreichste

Jazzorganistin, gastiert heute in der Christuskirche Mannheim.

Der Titel ihres Soloprogramms »Hammond meets Churchorgan«

weist bereits darauf hin, dass sowohl ihre Hammondorgel B3

als auch die große Steinmeyer-Orgel der Christuskirche erklingen

werden. Die mehrfach ausgezeichnete Jazz-Organistin wird dabei

eine Symbiose aus Jazz und klassischen Elementen präsentieren.

Ihr Programm enthält vor allem zahlreiche eigene Werke, welche

die speziellen Klangeigenschaften von Hammond- und Kirchenorgel

berücksichtigen.

Dennerleins Interesse, Jazz auch an der »Mutter der Hammonds«,

sprich an einer Kirchenorgel, zu interpretieren, wurde

1994 mit einer Einladung zu den Würzburger Bachtagen geweckt.

In der Folgezeit konzertierte sie im Hamburger Michel, im Gewandhaus in Leipzig, in

der Münchener Philharmonie, an der größten Kirchenorgel im Passauer Dom und in vielen

Konzerthäusern und Kathedralen weltweit.

Im Dezember 2002 erschien ihre CD »Spiritual Movement No. 1«, die Barbara Dennerlein

ausschließlich auf der Pfeifenorgel eingespielt hat.

Als Nachfolge-CD wurde »Spiritual Movement No.2« veröffentlicht, live eingespielt an

der Schuke-Orgel der berühmten Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin.

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Ausführende

Barbara Dennerlein, München


Ausführende

Mannheimer Blech

Mannheimer Blech nennt sich das junge Ensemble

aus Blechbläsern/Innen und Schlagzeu gern/Innen,

die an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende

Kunst Mannheim studieren bzw. bereits

Absolventen sind. Sie entstammen den Instrumentalklassen

von Prof. Peter Arnold (Horn), Prof. Günther

Beetz (Trompete), Prof. Carlos Crespo (Horn), Siegfried

Jung (Tuba), Prof. Dennis Kuhn (Schlagzeug), Prof. Kurt

Nagel (Trompete) und Prof. Ehrhard Wetz (Posaune).

Einige Mitspieler haben bereits Festanstellungen

oder Aushilfsstellen an deutschen Opern- oder Sinfonieorchestern,

andere sind Mitglieder der Orchesterakademie

Rhein-Neckar, einer Kooperation der Musikhochschule

mit dem Nationaltheaterorchester

Mannheim, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Ludwigshafen, dem Philharmonischen

Orchester der Stadt Heidelberg sowie dem Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim. Im

Jahr 2001 von Prof. Ehrhard Wetz gegründet, tritt Mannheimer Blech regelmäßig im Rahmen von

Hochschulkonzerten (z. B. beim Heidelberger Kammermusikfestival) und darüber hinaus bei Kammermusikreihen,

Festivals, Open-Air-Veranstaltungen oder Kirchenkonzerten im In- und Ausland auf.

Auf Einladung der Gesellschaft »Baden-Württemberg International« reiste Mannheimer Blech 2007

nach China und wurde dort bei seinen Auftritten vom Publikum enthusiastisch gefeiert. Die erste

CD des Ensembles mit Werken aus 4 Jahrhunderten wurde 2004 als Produktion der Musikhochschule

Mannheim veröffentlicht. Auf sehr positive Resonanz stößt die 2007 erschienene zweite

CD mit Kompositionen und Arrangements aus der Romantik von J. Brahms (Haydn-Variationen),

H. Berlioz, E. Grieg und E. Elgar sowie die »Variationen über ein Thema von Brahms« des holländischen

Komponisten J. Koetsier. Eine weitere Einspielung mit Werken für Blechbläser und Orgel, zusammen

mit KMD Johannes M. Michel, erschien 2011.

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Peter Bubmann

Peter Bubmann (* 1962 in Augsburg) ist ein evangelischer Theologe, Kirchenmusiker

und Komponist. Seit 2002 ist er Professor für Praktische Theologie im Fachbereich

Theologie der Universität Erlangen-Nürnberg. Bubmann stammt aus

einem bayerischen Pfarrhaus. Er studierte von 1982 bis 1985 Kirchenmusik am

Richard-Strauß-Konservatorium München und evangelische Theologie von 1982

bis 1989 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Ruprecht-

Karls-Universität Heidelberg. Während des Studiums komponierte er neue geistliche

Lieder sowie populäre Kirchenmusik und leitete die Studiogruppe Zebaoth.

Nach dem Abschluss des Studiums 1989 schrieb Bubmann in Heidelberg seine

Dissertation, von 1993 bis 1995 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl

für Ethik von Prof. Dr. Wolfgang Huber. 1995 promovierte Bubmann mit einer Arbeit

über »Fundamentalethik als Theorie der Freiheit«. Anschließend arbeitete

Bubmann als Vikar der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Goldbach

und nach der Ordination zum Pfarrer als Schulpfarrer am Wirsberg-Gymnasium

in Würzburg.

1999 erhielt Bubmann einen Lehrauftrag für Religionspädagogik am Institut

für Evangelische Theologie der Universität Koblenz-Landau und wurde Professor für Gemeindepädagogik,

Ethik und musische Bildung an der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg, Fachbereich

Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit. Seit dem Wintersemester 2002 lehrt und forscht

er als Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Erlangen-

Nürnberg (Schwerpunkt: Religions- und Gemeindepädagogik).

Von 2006 bis 2007 war Bubmann Studiendekan, von 2007 bis 2009 Fachbereichssprecher und

Prodekan der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie. Peter Bubmann forscht und publiziert

vor allem zu Grundfragen der Religions- und Gemeindepädagogik und zu den Themen Theologie

der Musik, Kirchenmusik, Populäre Kultur und Kirche, Lebenskunst, Kirchentheorie und Pastoraltheologie.

Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift »Musik und Kirche« und war Mitautor des EKD-Textes

»Kirche klingt«. Bubmann ist Gründungsmitglied des Wissenschaftlichen Arbeitskreises »Populäre

Kultur & Religion«.

Peter Bubmann hat die Melodien zu zwei Liedern komponiert, die in den bayerischen Regionalteil

des Evangelischen Gesangbuches Aufnahme gefunden haben: EG 571 und EG 632.


Barbara Dennerlein

Die 1964 in München geborene Barbara Dennerlein gehört zum Kreis der wenigen

deutschen Künstler mit internationaler Reputation. Ihr Ruf begründet

sich auf brillanten eigenen Kompositionen und perfekter, virtuoser Spieltechnik

mit der sie außergewöhnliche Klangcollagen kreiert. Sie versteht es einzigartig,

ihr Lieblingsinstrument, die Hammond-B3-Orgel – aber auch die

klassische Kirchenorgel – in den Kontext zeitgenössischer, aktueller Jazz-Musik

zu stellen.

Musikalisch gibt es für Barbara Dennerlein keine starren Grenzen, sondern

immer fließende Übergänge. Sie schafft es, Einflüsse aus Swing und Bebop,

Blues, Soul, Latin und Funk mit traditionellem wie auch modernem Jazz zu

kombinieren. »Jazz«, bekennt Barbara Dennerlein, »ist für mich ein Synonym

für Freiheit. Der Freiheit von Vorurteil und Diskriminierung, der Freiheit von

Zwang und Konvention.« Dies will sie ihrem Publikum vermitteln und schafft

damit vor allem auf der Bühne ein unvergleichliches und fesselndes Erlebnis.

Nach zahlreichen CD- Veröffentlichungen, Auszeichnungen und Preisen gehört

Barbara Dennerlein zur ersten Riege der Jazz-Protagonisten und hat sich

nicht nur in die Herzen der Zuhörer, sondern auch der Kritiker gespielt.

Preise, Awards, Charts:

1985 Preis der deutschen Schallplattenkritik für LP »BEBAB« (Bebab Rec.)

1986 Preis der deutschen Schallplattenkritik für CD »Tribute To Charlie« (Koala Rec.)

1990 1. Platz im Critic's Poll, TDWR des amerikanischen Downbeat

1991 1. Platz im Critic's Poll, TDWR des amerikanischen Downbeat

1993 1. Platz im Critic's Poll, TDWR des amerikanischen Downbeat

1995 Preis der deutschen Schallplattenkritik für CD »Take Off« (Verve/Motor Music)

1995 Platz 1 der Jahres-Jazz-Charts in Deutschland mit CD »Take Off«

1995 Platz 1 der deutschen Jazz-Charts über Monate hinweg

1995 – 1999 Best Organist im jährlichen Poll in Rio de Janeiro's täglicher Zeitung

»Tribuna da Imprensa« (Press Tribune)

1995 1. Jazz Award für CD »Take Off«

1995 2. Jazz Award für CD »Take Off«

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1996 1. Jazz-Award für CD »Junkanoo« (Verve/Motor Music)

1996 1. Platz im Critic’s Poll, TDWR des amerikanischen Downbeat

1997 Kulturpreis der Regierung von Oberbayern für besondere kulturelle Verdienste

1997 2. Jazz-Award für CD »Junkanoo«

1998 1. Platz im Critic's Poll, TDWR des amerikanischen Downbeat

1999 1. Jazz Award für CD »Outhipped« (Verve/Universal)

2000 Nominierung für »Jazz Awards 2000« USA, fourth annual presentation of honors for

excellence in jazz music and jazz journalism produced by the JJA (Jazz Journalists Association)

2001 2. Jazz Award für CD »Outhipped«

2001 2. Platz im Critic's Poll, TDWR des amerikanischen Downbeat

2001 »Love Letters«, Barbara Dennerlein Duo, CD des Monats, August 2001,

Keyboards Magazin, Germany

2003 »Jazz Eaters Award 2003« for the best Jazz Performance,

Kaunas Jazz Festival Litauen

2003 Berufung zur 1. Deutschen Jazz-Botschafterin der DJF (Deutsche Jazzföderation)

2004 Berufung zur Kulturbotschafterin der bayerischen Kulturhauptstadt Regensburg für die

Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2010

2005 »Organist Of The Month«, IAJO (International Archives For The Jazz Organ)

2007 CD »Change Of Pace« in den Musikmarkt Jazzcharts »Jazz Top 20«

2007 5. Platz im Critic's Poll, TDWR des amerikanischen Downbeat

2007 No.1 (Bester Organist) im 28th Annual Jazz Station Poll – The Best Jazz of 2007

in Rio de Janeiro's Jazz Station

2008 No.1 (Bester Organist) im 30th Annual Jazz Station Poll – The Best Jazz of 2008

in Rio de Janeiro's Jazz Station

2009 Shockwaves NME Award ‘09 (1 Million YouTube-Video-Aufrufe)

– New Musical Express / Online Magazin

2009 7. Platz im Readers Poll des amerikanischen Downbeat

www.barbaradennerlein.com


Elisabeth Göbel

Elisabeth Göbel begann ihr Studium an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in

Bayreuth, wo sie 2007 ihr Diplom als B-Kirchenmusikerin und ein Jahr später die Ab schluss -

prüfungen als Diplommusiklehrerin mit Hauptfach Klavier ablegte. 2008 wechselte sie an

die Hochschule für Musik und Theater Hannover, um dort ihr Kir chen musikstudium fortzusetzen.

Sie erhielt Unterricht u.a. von Pier Damiano Peretti und Tobias Lindner (Orgel) und

Gereon Krahforst (Improvisation) und schloss ihr Studium mit der kirchenmusikalischen A-

Prüfung im Juli 2010 ab. Zusätzlich zum Studium nahm sie an verschiedenen Kursen, u.a. bei

Michael Radulescu, Jon Laukvik und Hans-Ola Ericsson (Orgel) und Gilead Mishory (Klavier)

teil. Im Jahr 2008 wurde sie als Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes Bayreuth ausgezeichnet.

Von August 2010 bis Januar 2011 war sie im Rahmen einer Elternzeitvertretung

als Propsteikantorin an der Marktkirche St. Cosmas und Damian in Goslar tätig. Seit Februar 2011 ist sie

Assistentin von Landeskantor Johannes Matthias Michel an der Christuskirche Mannheim.

Johannes Matthias Michel

Johannes M. Michel studierte nach dem Abitur Klavier in Basel, anschließend

folgte das Studium der Kirchenmusik in Heidelberg und Frankfurt mit dem Abschluss

der A-Prüfung 1988 (u. a. bei Wolfgang Dallmann, Horst Hempel, Heinz

Werner Zimmermann und Violetta Dinescu). Bis 1992 Studium in der Solistenklasse

Orgel an der Musikhochschule Stuttgart bei Professor Dr. Ludger

Lohmann mit dem Abschluss eines Solistenexamens. Seit Januar 1999 ist er

Kirchenmusikdirektor an der Christuskirche Mannheim, Bezirkskantor für

Mannheim und Landeskantor Nordbaden. Hier leitet er den Bachchor Mannheim

und den Kammerchor Mannheim. Johannes Michel ist Vorsitzender der

Karg-Elert-Gesellschaft und Herausgeber von deren Publikationen (Mitteilungen,

Jahrbuch, Bibliographie) und Komponist zahlreicher vorwiegend kirchenmusikalischer Werke.

Er unterrichtete an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg (1989-2001) und seit 2001 an

der staatlichen Hochschule für Musik in Mannheim künstlerisches Orgelspiel.

Neben einer umfangreichen Konzerttätigkeit in Europa und USA sind zahlreiche Mitschnitte bei Rundfunk-

und Fernsehanstalten entstanden. Auf der Orgel und dem Kunstharmonium hat Michel über

zwölf CD-Einspielungen vorgelegt.

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Daniel Roth

Daniel Roth, weltweit als einer der führenden französischen

Orgelvirtuosen bekannt, hat als Interpret wie als Lehrer verschiedene

prestigeträchtige Positionen eingenommen. Mit 20

Jahren debütierte er an der Basilika Sacré Cœur in Montmartre,

Paris, als Assistent seiner Orgelprofessorin Rolande Falcinelli, der

er später dort auch als Titularorganist nachfolgte, ehe er 1985

in der gleichen Funktion an die Kirche St. Sulpice als Nachfolger

von Ch. M. Widor, M.Dupré, und J. J. Grunenwald wechselte. Von

1974 bis 1976 war er Artist-in-residence des National Shrine of

the Immaculate Conception und Professor an der Catholic University

in Washington D.C. Nach Jahren der Lehrtätigkeit an

Hochschulen und Konservatorien in Marseille, Strasbourg und

Saarbrücken war Daniel Roth als Nachfolger von Helmut Walcha

und Edgar Krapp Professor für Orgel an der Musikhochschule

Frankfurt am Main von 1995 bis 2007.

Die erste musikalische Ausbildung bekam er am Conservatoire

seiner Heimatstadt Mulhouse, Alsace. Durch seine Bewunderung

für Albert Schweitzer gelangte er frühzeitig zur Orgel.

1960 Eintritt in das Conservatoire National Supérieur in Paris,

wo er 5 Premier Prix erreichte: Harmonielehre-Klasse M. Duruflé,

Kontrapunkt, Fuge-Klassen M. Bitsch, Begleitung am Klavier –

Klasse H. Puig Roget, Orgel und Improvisation – Klasse Rolande

Falcinelli. Danach Studien zur Alten Musik und Vorbereitung auf internationale Wettbewerbe mit

Marie Claire Alain: 5 Preise, darunter Prix de haute exécution et d’improvisation des Amis de l’orgue-

Paris 1966, Premier Grand Prix de Chartres, Interprétation, Improvisation 1971.

Seit diesen Jahren macht Daniel Roth eine internationale Karriere als Konzertorganist, Solist bei

berühmten Orchestern, er gibt Meisterkurse, referiert auf Tagungen und wirkt als Jurymitglied bei

Wettbewerben. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen (Filmportrait ZDF3 Sat., BBC, Rick

Steeve USA, video film Dallas, Texas), Schallplatten- und CD-Aufnahmen bei Philips, EMI, Erato, Arion,

Motette (Düsseldorf), Wergo, IFO (Schott, Mainz), Priory (London), Aeolus, JAV (USA).


Er ist Mitglied der französischen staatlichen Kommission für Historische Orgeln. Am 11. November

2005 hat er die neue Karl-Schuke-Orgel (Berlin) des Konzertsaals »Grande Duchesse Joséphine-

Charlotte« Luxembourg, für deren Bau er künstlerischer Berater war, eingeweiht.

Als Komponist von verschiedenen Werken für Orgel, für Flöte und Orgel, für Chor und Orgel sowie

für Orchester, bei Leduc, Bärenreiter, Schott (Mainz), Novello, Butz veröffentlicht, einige sind auf CD erhältlich,

wurde er mit dem Florent-Schmitt-Preis von der Académie des Beaux-Arts (Institut de France)

ausgezeichnet. Für seine vielfältigen Verdienste wurde er zum »Chevalier de la Légion d’Honneur«,

»Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres« und »Honorary Fellow of the Royal College of Organists«

(England) ernannt, und bekam den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2006 beim Festival Schwäbisch-Gmünd.

Ehrhard Wetz

Der Leiter des Ensembles »Mannheimer Blech«, Prof. Ehrhard Wetz, studierte

an der Mannheimer Musikhochschule und machte zunächst Karriere

als Soloposaunist in renommierten Orchestern: Staatsoper Stuttgart,

Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg, Bayreuther

Festspielorchester. Im Jahr 1996 berief ihn die Musikhochschule Lübeck

auf eine Professur für Posaune, vier Jahre später kehrte er in seine Heimat

an die Mannheimer Hochschule als Posaunenprofessor zurück. Dort unterrichtet

er, als Nachfolger seines ehemaligen Lehrers Prof. Paul Schrekkenberger,

eine große Posaunenklasse und widmet sich mit intensivem

Einsatz der Kammermusik für Blechbläser. Darüber hinaus ist er international

als Solist, als Soloposaunist verschiedener Formationen, als Dirigent

sowie als Dozent von Meisterkursen und als Wettbewerbs-Juror aktiv.

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Charles Marie Widor (1844 – 1937):

aus der Symphonie Nr. 6 g-Moll op. 42, 2

Sinfonische Klangwelten

für Blechbläser & Orgel

MANNHEIMER BLECH

JOHANNES MATTHIAS MICHEL (Orgel)

EHRHARD WETZ (Leitung)

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 – 1847):

aus der Sinfonie Nr. 5 in d-Moll

Giacomo Puccini (1858 – 1924):

Preludio sinfonico (1882)

Marcel Dupré (1886 – 1971):

Poème Héroïque, op. 33 (1937)

Johannes Matthias Michel (*1962):

»… und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde«,

Konzert für 10 Blechbläser, Orgel und Pauken (1994), Festliche Ouvertüre (2001)

Richard Strauss (1864 – 1949):

Feierlicher Einzug der Ritter des Johanniterordens (1907)

€ 15,– ab sofort erhältlich


»Das Mannheimer Wunderwerk«

100 JAHRE STEINMEYER-ORGEL

DER CHRISTUSKIRCHE MANNHEIM

JOHANNES MATTHIAS MICHEL

Sigfrid Karg-Elert (1877 – 1933):

Partita retrospettiva op. 151 (1931), Impression op. 86, 9 (1911)

Arno Landmann (1887 – 1966):

Variationen über den Choral »Wer nur den lieben Gott lässt walten«, op. 12 (1924)

Max Reger (1873 – 1916):

Phantasie für Orgel über den Choral »Wachet auf, ruft uns die Stimme« op. 52, 2 (1900)

€ 15,– ab 30. Oktober erhältlich

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