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ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH

Perspektiven entwickeln, planen, umsetzen


Inhalt

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Editorial

Das Unternehmen

Kompetenzen und Leistungen

Vielfältige und interdisziplinäre Projekte:

Airbus-Werkserweiterung

Naturschutzfachliche Maßnahmen

Umgehungsstraße Finkenwerder

Elbphilharmonie Hamburg

Sprung über die Elbe:

BallinStadt, IBA_Dock und IBA_Energiebunker

Weitere Projekte der ReGe Hamburg im Überblick

Editorial

Ob Hochbau, Ingenieurbau, Tiefbau oder naturschutzfachliche

Maßnahmen – in Hamburg wird gebaut.

Zugleich wächst die Herausforderung, den Brückenschlag

zwischen lebenswerter Stadt und boomendem Wirtschaftsstandort

zu vollziehen und im nationalen wie auch im

internationalen Vergleich zu bestehen.

Mit der ReGe Hamburg hat sich die Freie und Hansestadt

Hamburg ein eigenes Kompetenzzentrum geschaffen,

das professionelle Lösungen für die Realisierung kom-

plexer und anspruchsvoller Bauprojekte liefert. Und das

bereits seit 10 Jahren.

Als hundertprozentige städtische Tochter mit privatwirtschaftlicher

Organisation arbeiten wir an der

Schnittstelle von Politik, Verwaltung und Privatwirtschaft.

Dies ist das Alleinstellungsmerkmal und die

besondere Qualifikation der ReGe Hamburg.

Von der Planungsphase bis zur Fertigstellung: Ein ganz-

heitliches Management und eine stets handlungsfähige

Projektorganisation mit flachen Hierarchien und kurzen

Entscheidungswegen sind hierbei die Erfolgsgaranten

für die von uns umgesetzten Projekte. Unsere 40 Mitar-

beiter stammen aus öffentlicher Verwaltung und Privat-

wirtschaft und bündeln ingenieurtechnische, betriebswirtschaftliche,

juristische, administrative und PR-Kompetenzen.

Heribert Leutner und Dieter Peters (von links), Geschäftsführung der ReGe Hamburg

Auf der Grundlage von Geschäftsbesorgungsverträgen

übernehmen wir von Fachbehörden und Institutionen

der Freien und Hansestadt Hamburg die komplette

Bauherrenfunktion oder werden mit Management-,

Planungs- und Controllingaufgaben beauftragt. Wir

werden also zum „Berater auf Zeit“, wenn es darum

geht, komplexe städtische Bauprojekte zum Erfolg zu

bringen.

Kurzum: Die ReGe steht für Professionalität, Effizienz

und Zuverlässigkeit!

Heribert Leutner (Sprecher) und Dieter Peters,

Geschäftsführung der ReGe Hamburg

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Das Unternehmen

Von Auftraggebern über Kooperationspartner bis hin

zu politischen Akteuren: Die ReGe genießt in Stadt

und Branche ein sehr hohes Ansehen. Gegründet im

Jahr 2000 als Realisierungsgesellschaft Finkenwerder

mbH, war es zunächst ihr ausschließlicher Gesellschaftszweck,

die stadtseitigen Maßnahmen der Erweiterung

des Airbus-Werksgeländes zu realisieren. Für diese größte

Industrieerweiterung in der Geschichte Hamburgs hat

die ReGe im Mühlenberger Loch Baumaßnahmen riesigen

Ausmaßes bewältigt. Neben der Gewinnung von 170

Hektar Land wurde die Start- und Landebahn um ca. 900

Meter verlängert und eine über vier Kilometer lange

Hochwasserschutzanlage gebaut. Und das sowohl fristgerecht

als auch unter Einhaltung der Kostenvorgaben.

Dieser Erfolg zog weitere Projekte nach sich. 2004 wurde

das Unternehmen in ReGe Hamburg Projekt-Realisierungs-

gesellschaft mbH umbenannt und ihr Gesellschaftszweck

maßgeblich erweitert. Als stadteigene Managementgesellschaft

mit privatwirtschaftlicher Organisation deckt

die ReGe heute ein Leistungsspektrum ab, das von Hoch-,

Tief- und Wasserbau bis hin zu Infrastrukturprojekten

reicht. Nicht selten sind die durchgeführten Maßnahmen

innerhalb der unterschiedlichen Projekte miteinander

verknüpft respektive gehen ineinander über.

Das erfolgreiche Projektmanagement der ReGe basiert

dabei auf dem Zusammenwirken von sehr hohem fach-

lichem Niveau in den unterschiedlichen ingenieurstechnischen

Disziplinen mit umfassender Schnittstellenkompetenz,

Kommunikationsstärke und Konfliktfähigkeit.

Ob als Bauherrenvertretung oder im Rahmen einer

„Beratung auf Zeit“: Im Auftrag der Fachbehörden und

Institutionen der Stadt Hamburg entwickelt, steuert und

koordiniert die ReGe komplexe öffentliche Bauprojekte

und Infrastrukturmaßnahmen und hat sich in sensiblen

und nicht selten von Widerständen seitens der Betroffenen

geprägten Einsatzbereichen erfolgreich etabliert.

Das Dach der Elbphilharmonie: Stahlbau in 110 Metern Höhe Brückenbauwerk 1 der Umgehungsstraße Finkenwerder

Kurz und bündig:

Unternehmensprofil der ReGe

, Hundertprozentige städtische

Tochter mit privatwirtschaftlicher

Organisation

, Beauftragt durch Fachbehörden

und Institutionen der Freien und

Hansestadt Hamburg auf der Basis

von Geschäftsbesorgungsverträgen

, Unternehmensorganisation mit

kurzen Entscheidungswegen und

klaren Zuständigkeiten

, Bündelung ingenieurstechnischer

Fachkompetenz in den Bereichen

Hochbau, Tiefbau, Wasserbau und

Infrastrukturmaßnahmen

Erfolgsbausteine

Airbus-Werksgelände, um 170 Hektar erweitert

, Ganzheitliches Projektmanagement

von der Planung bis zur Abnahme

, Klare Zieldefinition und regelmäßige

Kontrolle des Zielerreichungsgrades

, Kommunikationsstärke in Planfeststellungs-

und Genehmigungsverfahren

sowie im Umgang mit Betroffenen

, Stabile Planungs- und Bauverträge auf

Basis detaillierter Leistungsverzeichnisse

und vergaberechtlich sicherer

Ausschreibungen

, Expertise in Public-Private-Partnership-

Projekten

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Kompetenzen und Leistungen

Die von der ReGe geplanten und gesteuerten Projekte

zeichnen sich insbesondere durch ein hohes Maß an

Komplexität und eine Vielzahl beteiligter Akteure aus

Politik, Verwaltung und Wirtschaft aus. Eine lösungsorientierte

Umsetzung erfordert daher eine zielgenaue

Strategieentwicklung ebenso wie ein breit gefächertes

und interdisziplinär aufgestelltes Team. Ob Hochbau,

Tiefbau, Wasserbau oder Infrastrukturmaßnahmen:

Die ReGe bietet das gesamte Leistungsspektrum für ein

erfolgreich realisiertes Bauvorhaben aus einer Hand.

„Auch aus Steinen, die einem

in den Weg gelegt werden,

kann man Schönes bauen.“

Johann Wolfgang von Goethe

Übernahme der Bauherrenfunktion

Bei jedem Bauprojekt haben Bauherren eine Vielzahl

von Aufgaben und Pflichten zu übernehmen. Diese

erstrecken sich dabei über alle Projektphasen von der

Projektentwicklung bis zur Baurealisierung und Abnahme.

Die notwendigen Ressourcen zur Wahrnehmung

dieser Aufgaben können oftmals von Bauherren nicht

vorgehalten werden. Hier bietet die ReGe als städtische

Bauherrenvertretung die Übernahme aller Bauherrenfunktionen

für den öffentlichen Auftraggeber an –

zugeschnitten auf die Anforderungen des jeweiligen

Projektes. Dies geschieht in der Regel in Form von Ge-

schäftsbesorgungsverträgen. Die ReGe wird dann „im

Namen und im Auftrag“ des Bauherren gegenüber allen

Planern, Baufirmen, Behörden und sonstigen am Projekt

Beteiligten tätig.

Projektmanagement

Die Voraussetzungen für eine Projektrealisierung im

Zeit- und Kostenrahmen umfassen eine qualifizierte und

detaillierte Planung ebenso wie eine vergaberechtlich

unanfechtbare Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen

und eine bauvertragsgemäße Durchführung der

Baumaßnahmen. Über alle Projektphasen sind die

verschiedenen Fachdisziplinen des Ingenieurbaus, der

Architektur, des Ausbaus und der technischen Ausstattung

zu kontrollieren und zu steuern. Die ReGe übernimmt

für Bauvorhaben in allen Handlungsbereichen

zu Kosten, Terminen, Qualitäten und Organisation das

komplette Projektmanagement.

Entwicklung von Bedarfsanalysen

und Planungsalternativen

Vor Beginn der konkreten Projektplanung sind der Bedarf

des Bauherrn bzw. des Nutzers zu ermitteln und grundsätzliche

Planungsalternativen zu untersuchen und anhand

verschiedener Kriterien vergleichend zu bewerten. Dies

gilt nicht nur für die konkreten Projektparameter, sondern

auch z. B. für die Vorbereitung von politischen Entscheidungen

wie auch für die in Genehmigungsverfahren vor-

zunehmenden Abwägungen. Auch zu Einzelfragen können

grundsätzlich alternative Problemlösungen entwickelt und

untersucht werden, die z. B. ökonomische und ökologische

Vorteile bieten.

Projekt- und ortsbezogene Problem-

und Betroffenheitsanalysen

Wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Projektrealisierung

ist die richtige Einschätzung der durch das Vorhaben

ausgelösten Betroffenheiten und Probleme im direkten

und weiteren Umfeld. Dabei geht es nicht nur um die

rechtlichen Aspekte, die z. B. im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens

zu bewältigen sind, sondern um

weiter reichende Konsequenzen für einen Lebensraum,

seine Wohn- und Infrastruktur und die zukünftigen

Entwicklungsmöglichkeiten. Hierfür sind die vorhandenen

Strukturen und Nutzungen zu analysieren,

wirtschaftliche Konsequenzen zu ermitteln und ggf.

bereits vorhandene Konflikte zu identifizieren. Für die

Durchsetzbarkeit und Akzeptanz von Großprojekten ist

es oftmals geboten, in direkten Verhandlungen mit den

Betroffenen einvernehmliche Problemlösungen anzustreben.

Die ReGe bietet dazu die Entwicklung von

Lösungen zur Akzeptanzförderung und deren Umsetzung

z. B. durch direkte Kommunikation vor Ort an.

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Vorbereitung und Abwicklung von

Genehmigungsverfahren

Die Durchführung von Bauvorhaben erfordert in aller

Regel die Schaffung von Baurecht, d. h. es ist eine

vorhabensbezogene Baugenehmigung oder ein Planfeststellungsbeschluss

zu erlangen. Grundlage dafür bildet

ein entsprechender Antrag an die zuständige Genehmigungs-

oder Planfeststellungsbehörde. Die ReGe bietet

die Vorbereitung und Begleitung von Genehmigungsplanungen

an. Dies beinhaltet die technischen Planungen

ebenso wie ggf. erforderliche Umweltverträglichkeitsuntersuchungen

und die Einholung von Fachgutachten. Auf

dieser Basis erstellt die ReGe umfassende und konsistente

Antragsunterlagen. Planungstiefe und Antragsinhalte

werden dabei in Abstimmung mit den zuständigen

Fachbehörden und der Planfeststellungsbehörde auf die

Belange und Erfordernisse des jeweiligen Planrechts

abgestellt. Bei Umweltverträglichkeitsstudien, FFH-Verträglichkeitsuntersuchungen

und bei der Kommunikation

mit Umweltverbänden sowie Umwelt- und Naturschutzbehörden

verfügt die ReGe über besondere Expertise.

Für eine punktgenaue Erlangung von Baugenehmigungen

und Planfeststellungsbeschlüssen ist neben der

Güte der Antragsunterlagen die effiziente Organisation

und Strukturierung der öffentlichen Erörterung wesentliche

Erfolgsvoraussetzung. Dies umfasst die qualifizierte

Auswertung von Einwendungen ebenso wie deren

lösungsorientierte Kommentierung. Die ReGe bietet für

das Management dieser Phase ihre aus umfangreichen

Verfahren gewonnenen Erfahrungen an.

Ausschreibungen und Vergaben

Bauleistungen im Rahmen der jeweils aktuellen Vergabevorschriften

erfolgreich auszuschreiben und zu vergeben,

erfordert neben dem fach- und sachbezogenen

Know-how detaillierte Kenntnis des Vergaberechts und

der entsprechenden aktuellen Rechtssprechung. Die

ReGe hat in ihren bisherigen Projekten einschlägige

Erfahrungen gesammelt, die in einer eigenen Rechtsabteilung

konzentriert vorliegen und fortgeschrieben

werden. Diese rechtlichen Kenntnisse in Verbindung mit

der hohen fachlichen Qualifikation in den unterschiedlichen

Planungsbereichen sind ein weiterer Erfolgsbaustein

der Koordinierungs- und Managementleistungen

der ReGe.

Projektcontrolling und Kostenmanagement

Um ihre Auftraggeber und Investoren vor den finanziellen

Grundrisiken eines Bauvorhabens zu schützen, bietet die

ReGe ein Instrument an, welches als Ergänzung der klas-

sischen Objektüberwachung zunehmend wichtiger wird.

Das von der ReGe durchgeführte Projektcontrolling beginnt

bereits in der Vorbereitungsphase des Bauvorhabens im

Rahmen der Konzeptberatung und der Ausgestaltung der

Verträge und wird während der gesamten Projektabwicklung

als unabhängige Kontrollinstanz fortgesetzt. Die Erarbeitung

von projektspezifischen Finanzierungs- und Organisations-

modellen gewährleistet eine stetige Überwachung der Ge-

samtkosten des Projektes. Als Prognosewerkzeug bietet

das Projektcontrolling zudem die Möglichkeit, voraussicht-

liche Abweichungen rechtzeitig zu erkennen, die Konsequenzen

zu bewerten und gegebenenfalls durch Korrekturmaßnahmen

gegenzusteuern. Die Informationsbeschaffung

erfolgt selbstständig unter Hinzuziehung der am

Projekt beteiligten Personen und Unternehmen. Projektcontrolling

und Kostenmanagement sind immanenter

Bestandteil des Leistungsspektrums der ReGe und tragen

maßgeblich zur Erreichung der Projektziele bei.

Presse und Public Relations

Ob im Hinblick auf die von der ReGe umgesetzten Projekte

oder in ihrer Funktion als städtische Managementgesellschaft:

Die ReGe befindet sich in fortwährender Interaktion

mit unterschiedlichen Teilöffentlichkeiten. Die Multiplikatoren

der ReGe reichen von Auftraggebern, Auftragnehmern,

Kooperationspartnern und Umweltverbänden

über politische Akteure und städtische Institutionen bis hin

zu involvierten Bürgern und nicht zuletzt den Medien. Ein

besonderes Augenmerk der ReGe gilt daher dem gezielten

Einsatz von strategischen Kommunikationsmaßnahmen,

um eine positive Außenwahrnehmung der Projekte

sicherzustellen. Die Stabsstelle „Presse und Public Relations“

plant, steuert und kontrolliert die Kommunikationsprozesse

in direkter Absprache mit den beteiligten Akteuren.

Klassische Pressearbeit gehört hierbei ebenso zu den

PR-Leistungen der ReGe wie Informationsveranstaltungen

für interessierte Bürger, Vorträge, Round Tables und

Präsentationen. Nicht zuletzt beteiligt sich die ReGe an

den relevanten Messen, um auch dort eine starke Präsenz

bei den wichtigen Bezugsgruppen Hamburgs herzustellen.

„Um das Ziel zu erreichen,

ist es nicht entscheidend, wie der

Wind weht, sondern wie wir

die Segel setzen.“ Lucius Seneca

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Vielfältige und

interdisziplinäre Projekte

Das Neben- und Miteinander von „steingewordener

Geschichte“ und wegweisenden neuen Bauprojekten,

Stadtentwicklung für die Bürger und boomenden

Industriezweigen machen Hamburg zu einer der Vorzeigemetropolen

Europas. Die ReGe schafft die Voraussetzungen

und setzt die Planungsprozesse für die tragenden

Säulen von Hamburgs Wachstum in die Tat um. Und

das bereits seit 10 Jahren. Nicht selten setzt die ReGe

innerhalb eines Projektes über eine langen Zeitraum

vielfältige ineinandergreifende, interdisziplinäre Maßnahmen

um.

„Es geht nicht nur darum,

dass man die richtigen Dinge

tut, sondern man muss die

richtigen Dinge richtig tun.“

Setzen der Sandsäulen mit Schwimmpontons im Mai 2001

Peter Drucker

Airbus-Werkserweiterung

Damit das europäische Zukunftsprojekt A380 in

Hamburg realisiert werden konnte, bewältigte die

ReGe die größte Industrieerweiterung in der Geschichte

der Stadt: Die Vergrößerung des Airbus-Werksgeländes

um 170 Hektar im Mühlenberger Loch und die Verlängerung

der Start- und Landebahn um insgesamt ca.

900 Meter. Voraussetzung für alle damit einhergehenden

Maßnahmen war die Bewältigung des angesichts der

zahlreichen umwelt-, naturschutz-, wasser-, luftverkehrs-,

arbeitsschutz-, und immissionsschutzrechtlicher Bestimmungen

diffizilen Genehmigungsverfahrens. In größtenteils

schwierigen direkten Verhandlungen mit Grundstückseigentümern

und Pächtern führte die ReGe zudem

das Flächenmanagement zur Beschaffung der erforderlichen

Flächen durch.

Deichgrundlinie vor Verfüllung des Mühlenberger Lochs im November 2001 Erweitertes Werksgelände nach Fertigstellung

Die bauliche Realisierung umfasste die

folgende Teilmaßnahme:

, Landgewinnung im Mühlenberger

Loch und Verlegung der Hochwasser-

schutzeinrichtungen

, Verlängerung der Start- und

Landebahn nach Norden und Süden

, Schaffung von naturschutzrechtlich

erforderlichen Ausgleichsflächen

(Süßwasserwatten)

, Verlagerung und Neuschaffung von

Freizeitflächen

Landgewinnung im Mühlenberger Loch

Die ReGe hat für die Airbus-Werkserweiterung im Mühlenberger

Loch Baumaßnahmen riesigen Ausmaßes

umgesetzt. Ausreichende Landflächen in der direkten

Nähe zum vorhandenen Airbus-Werk in Finkenwerder

standen nicht zur Verfügung. Daher kam nur die

Inanspruchnahme einer Teilfläche des Mühlenberger

Lochs in Betracht. Die Landgewinnung von 170 Hektar

dort erfolgte durch das Auftragen von ca. 12 Millionen

Kubikmeter Sand. Und das ohne dabei die weichen

Sedimente des natürlichen Wattbodens zu verdrängen.

Aufgrund der sehr geringen Tragfähigkeit des Schlickbodens

war die Umsetzung eine ingenieurtechnische

Herausforderung. Zur Stabilisierung des Untergrundes

wurden insgesamt 60.000 geotextilummantelte Sandsäulen

gesetzt. Auf dieser Basis wurde ein Damm

um die zukünftige Werksfläche errichtet, der später

zu einem Hochwasserschutzdeich ausgebaut wurde.

Innerhalb dieser abgetrennten Fläche wurde der Sand

in feinen Schichten eingespült. Der vorgegebene sehr

enge Zeitrahmen erforderte zudem eine Beschleunigung

der nötigen Konsolidierung des Bodens, die mithilfe von

insgesamt 2 Millionen Vertikaldrains erreicht wurde. Die

Hochwasserschutzanlage hat eine Gesamtlänge von

4,5 Kilometer. Zum Fahrwasser der Elbe wurde anstelle

des Deiches eine massive Spundwand gesetzt, ein Siel-

und Pumpbauwerk zur Entwässerung der neuen Fläche

und eine Kaianlage mit Umschlagseinrichtungen für den

Seetransport großer Flugzeugteile gebaut. Alle Maßnahmen

wurden fristgerecht und unter Einhaltung sowohl

der Kostenvorgaben als auch der hohen luftfahrttechnischen

Anforderungen im August 2004 fertiggestellt.

Zahlen & Fakten:

, Erweiterungsfläche 170 ha auf

weichem, nicht tragfähigem Wattsediment

, 60.000 Sandsäulen auf

ca. 3,5 km Deichlinie

, Komplette Fertigstellung der

Deichlinie nach 18 Monaten Bauzeit

, Einbau von rund 12 Mio. m³ Sand

, 12 km Sandspülleitung von

Hahnöfersand

, Bodenverbesserung mit 2,1 Mio. Stück

Vertikaldrains (Länge: 26.000 km)

, Fristgerecht und unter Einhaltung

der Kostenvorgaben fertig gestellt

, Das Kostenvolumen für die

gesamte Maßnahme betrug

693 Mio. Euro

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Verlängerung der Start- und Landebahn

Vorhafen

Planung Start- und Landebahn-Verlängerung nach Norden inklusive Verlegung des Vorhafens

Da die Start- und Landebahn in Finkenwerder für den

A380 zu kurz war, musste sie um 309 Meter nach Norden

und 589 Meter nach Süden verlängert, von 45 auf 60

Meter verbreitert und die beiden seitlichen Sicherheitsflächen

von 100 auf 150 Meter erweitert werden. Mit der

Verfüllung des Mühlenberger Loches wurde die sowohl

für die Erweiterung des Airbus-Werksgeländes als auch

die Verlängerung der Start- und Landebahn nach Norden

notwendige Fläche gewonnen. Für die Verlängerung die

Elbe heran wurde daraufhin die wasser-seitige Einfahrt

zum Rüschkanal und Teile der dortigen Bootsliegeplätze

verlegt. Dabei musste ein Teil des Rüschparks aufgegeben

und ein dort vorhandener massiver, ehemaliger U-Boot-

Bunker beachtet werden. Der erhebliche Geländesprung

von der Oberkante der Piste bis auf den Grund des direkt

daneben verlaufenden seeschifftiefen Fahrwassers der

Halbinsel

Landebahn

Elbe von ca. 25 Metern wurde mit einer gewaltigen

Spundwand aus großen Stahlrohren mit ebenso gewaltigen

Ankern zur Stabilisierung der Wand überwunden.

Zur Verlängerung nach Süden wurden der dort vorhandene

Neß-Hauptdeich und ein Teil des Neuenfelder

Hauptdeichs zurückgebaut. Zunächst verlegte man die

Hauptdeichlinie auf den neuen Deich um das Erweiterungsgelände

Mühlenberger Sand. Als weitere Maßnahme

wurde die Verbindungsstraße zwischen Finkenwerder

und Cranz in der vorhandenen Trasse aufgegeben und

gänzlich neu geplant. Im Juli 2007 wurde die Verlängerung

der Start- und Landebahn an Airbus Deutschland

übergeben. Sämtliche Arbeiten wurden unter laufendem

Flugbetrieb in kontinuierlicher Abstimmung mit der

Flugleitung durchgeführt.

Verlängerte Start- und Landebahn nach Süden und neue Verbindungsstraße Bunker Rüschpark (oben), neu gestalteter Vorhafen (unten)

Rüschhalbinsel und -park

Dass sich Gewerbebetriebe und Freizeitmöglichkeiten

für die Bevölkerung sehr gut ergänzen können, bewies

die ReGe auf der Rüschhalbinsel. Als Ausgleich für den

verlorenen Teil des Rüschparks im Zuge der Start- und

Landebahn-Verlängerung Nord wurde das für die

Menschen in der Region wichtige Naherholungsgebiet

um weitere Attraktionen ergänzt.

Um den weiterhin bestehenden Teil des Rüschparks

maßgeblich aufzuwerten, wurde die ReGe mit der

Neugestaltung des Areals beauftragt. Neue Spielflächen

für Kinder, Aussichtspunkte, Ruheplätze und nicht

zuletzt der eigens gebaute Anleger für die Elbfähren

„Rüschpark“ erhalten und erweitern die Rüschhalbinsel

als attraktives Ausflugsziel.

Neben einem neuen Wegesystem durch den Park und

einer neuen Promenade am benachbarten Steendiekkanal

baute die ReGe zudem ein neues begehbares

Unterfeuer an der Westspitze der Mole an der neuen

Hafeneinfahrt. Es eröffnet seither den Blick über die

benachbarte Landebahn-Halbinsel, auf die Landepiste

und die startenden und landenden Flugzeuge und bis

tief in den Hamburger Hafen.

Das besondere Highlight: Die ReGe hat aus der Ruine

und den Resten des U-Boot-Bunkers Fink 2 aus dem

Zweiten Weltkrieg ein würdiges Mahnmal entstehen

lassen. Der aus einem städtebaulichen Wettbewerb

siegreich hervorgegangene Entwurf stammt von den

Hamburger Architektinnen Beate Kirsch und Anja Bremer.

Die fünf über die Wasseroberfläche herausragenden

Bunkerfundamente wurden freigelegt, sodass sie heute

für Besucher der Rüschhalbinsel erlebbar sind.

Im August 2006 wurde der neu gestaltete Rüschpark

der Bevölkerung von Finkenwerder übergeben.

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Naturschutzfachliche Maßnahmen

Das Mühlenberger Loch hat als EG-Vogelschutz- und

Flora-Fauna-Habitat-Gebiet einen hohen Schutzstatus

und ist Teil des NATURA-2000-Netzwerkes. Um die

verloren gegangene Funktion im Naturhaushalt zu

ersetzen, ist die ReGe in der Folge der Erweiterung des

Airbus-Werksgeländes für die Realisierung der erforderlichen

Kohärenzmaßnahmen verantwortlich. Ein Einsatzbereich,

der neben ingenieurstechnischem Know-how

auch Diplomatie und Fingerspitzengefühl verlangt, um

nicht nur das Machbare zu definieren, sondern auch

Anwohner und Umweltverbände zu überzeugen.

Ausgleichsmaßnahme Hahnöfersand nach Fertigstellung, 2006

1. Ausgleichsmaßnahme Hahnöfersand

Aufgabe der ReGe war es, auf der im frühen 20. Jahrhundert

aufgespülten Elbinsel Hahnöfersand durch

Rückverlegung der Deichlinie und Bodenabtrag insgesamt

104 Hektar neue Süßwasserwattflächen und Flach-

wasserzonen zu schaffen, die dem natürlichen Tideeinfluss

unterliegen. Dies erfolgte in zwei Buchten mit einer

Größe von 63 Hektar und 41 Hektar. Ein Jahr nach Bau-

beginn begann die ReGe, den wachsenden Vogelbestand,

den Fischbestand und die sich bildende Ufervegetation

zu beobachten und zu dokumentieren. Die auf Hahnöfersand

neu geschaffenen Watt und Flachwasserzonen

etablierten sich rasch als Rastgebiete von Zugvögeln

wie u. a. Krickenten, Brandgänsen, Schnatterenten und

Löffelenten. Die Krickente erreichte in den letzten Jahren

mit bis zu 6.300 gezählten hier rastenden Exemplaren

sogar mehrfach Bestände von internationaler Bedeutung.

2005 wurden die Baumaßnahmen abgeschlossen.

Bereits 2008 zeigte das Monitoring einen Bestand an

Tieren und Pflanzen an, der es ermöglichte, das Gebiet

als Naturschutzgebiet auszuweisen. 2010 wurden die

Flächen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet bei der EU

angemeldet.

2. Ausgleichsmaßnahme

Borghorster Elbwiesen

Ergänzend zur Ausgleichsmaßnahme Hahnöfersand soll

durch die Wiederherstellung des Tideeinflusses der Elbe

auf die „Borghorster Elbwiesen“ ein weiteres Gebiet mit

Süßwasserwatt- und Flachwasserbereichen zur Sicherung

des Zusammenhangs des NATURA 2000-Netzwerke

geschaffen werden.

Ursprünglich ein offenes Vorland, wurden die Borghors ter

Elbwiesen 1968 durch einen Leitdamm vom Strom abge-

trennt. Ziel der jetzt geplanten Kohärenzsicherungsmaßnahme

ist die Schaffung von neuen tidegeprägten Süß-

wasserlebensräumen wie beispielsweise Watten und

Flachwasserzonen, Schlammuferfluren, Tideröhrichte,

Feuchte Hochstaudenfluren, Tideauenwald und Auengrünland.

Zum uneingeschränkten Erhalt des Hochwasserschutzes

ist es vorgesehen, die Tide- und Oberwasserzuläufe

durch ein Sperr- und Schöpfwerk zu steuern und so bei

hohen Sturmfluten und länger andauernden Hochwasser-

ereignissen Beeinträchtigungen der umliegenden

Grundstücke und Gebäude zu verhindern.

Nach Einreichung des Planfeststellungsantrages

im Frühjahr 2011 ist der Beginn der Umsetzung 2012

geplant.

Süßwasserwattfläche Hahnöfersand

3. Naturierung der Filterrückspülbecken

Falkensteiner Ufer

Die beiden in Hamburg-Blankenese gelegenen ehemaligen

Filterrückspülbecken des dortigen Wasserwerks

wurden im Rahmen dieser Naturierungsmaßnahme

gewässerökologisch aufgewertet. Hierfür wurde das

östlich gelegene Becken an die Elbe angeschlossen und

naturnah umgestaltet. Ziel der Maßnahme ist es, als

weitere Ausgleichsmaßnahme auch hier Flachwasserbereiche

und Wasserwechselzonen und damit ein Refugium

für Tiere und europaweit seltene Biotoptypen wie den

Schierlings-Wasserfenchel zu schaffen. Voraussetzung

hierfür war neben dem Tideeinfluss im Ostbecken auch

die Umgestaltung der bisher steilen Betonufer zu flachen

Böschungen. Das westlich gelegene Becken wird als

tidefreies Gewässer erhalten und die Qualität als Laich-

gewässer für Amphibien verbessert. Um Hamburgs neues

Naturkleinod für Besucher erlebbar zu machen, finanzierte

der Bezirk Altona zudem einen angrenzenden Park.

Im März 2011 wurde die Baumaßnahme fertiggestellt.

Filterrückspülbecken Falkensteiner Ufer (oben),

Bewuchs Sumpfsimse Hahnöfersand (unten)

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Umgehungsstraße Finkenwerder

Bis zu 20.000 Fahrzeuge fahren derzeit täglich durch

den Ortskern von Finkenwerder. Eine Entlastung der

Bewohner Finkenwerders rückt mit der Umgehungsstraße

in greifbare Nähe. Im Auftrag des Landesbetriebes

Straßen, Brücken und Gewässer der Behörde für Stadtentwicklung

und Umwelt realisiert die ReGe neben dem

Straßenbau auch alle vorbereitenden Baumaßnahmen

wie die Verlegung von Gewässern und den Bau mehrerer

anspruchsvoller Brückenbauwerke.

Um die für die Realisierung der Umgehungsstraße

notwendigen Grundstücke zu erwerben, hatte die ReGe

2006 die Güterverhandlungen mit den Betroffenengruppen

aufgenommen. Auf Initiative der ReGe einigten sich 2007

alle beteiligten Akteure auf die Einrichtung des Treuhandfonds

Süderelbe, in dem die Stadt Mittel in Höhe von

42 Millionen Euro für Flächenerwerb, Flächentausch,

Wertausgleiche und Kompensationsmaßnahmen zur

Verfügung stellte.

Die ReGe wurde daraufhin zur Treuhänderin des Fonds

bestellt und mit dem Flächenmanagement und den weite-

ren Güterverhandlungen beauftragt. Bereits im März 2009

hatte die ReGe die notwendigen Grundstücke erworben.

Damit einhergehend wurden alle Klagen und sonstigen

Rechtsbehelfe der Betroffenen zurückgenommen. In

enger Abstimmung mit den teilweise divergenten An-

forderungen von Naturschutz, Obstbau und der direkt

angrenzenden Deponie Francop hat die ReGe daraufhin

das Projekt zur Zufriedenheit aller Beteiligten in die Tat

umgesetzt. Die Eröffnung der Umgehungsstraße ist für

Sommer 2012 geplant.

„Wenn wir uns einig sind, gibt es

wenig, was wir nicht können.“

John F. Kennedy

Die Realisierung eines Infrastruktur-

projektes wie der Umgehungsstraße

Finkenwerder umfasst vielfältige

Einzelmaßnahmen

Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie ist Hamburgs kulturelles Wahrzeichen

und zugleich eine der herausforderndsten

Baustellen Europas. Das 200.000-Tonnen-Bauwerk steht

mitten im Strom der Elbe, getragen von 1.700 Stahlbetonpfählen,

mit einem Konzertsaal auf 50 Metern Höhe, der

aus Schallschutzgründen vom restlichen Gebäude entkoppelt

ist, erfordert ein Höchstmaß an Ingenieurskunst.

Der Entwurf der Elbphilharmonie stammt von den

Schweizer Architekten Herzog & de Meuron. Eine Idee,

wie sie zukunftsweisender nicht sein könnte: Der Bau einer

Philharmonie auf dem historischen Kaispeicher A, um -

mantelt von einem Hotel, 45 Wohnungen sowie einer frei

zugänglichen Plaza mit einem 360°-Panorama-Blick über

die Stadt.

Im Mai 2004 wurde die ReGe Hamburg als Bauherrin für

die Elbphilharmonie eingesetzt. Nachdem die Machbarkeit

des Projektes geprüft und das Nutzungskonzept als Public

Private Partnership ausgearbeitet war, suchte die ReGe

europaweit nach einem privaten Partner für den Bau, die

Finanzierung und den 20-jährigen Betrieb. Die Ausschreibung

gewann das aus Hochtief Construction AG und

Commerz Real AG bestehende Konsortium Adamanta. Der

Komplexität des Vorhabens angemessen, teilen sich die

Partner die Aufgaben: Die Commerz Real AG verantwortet

die Finanzierung des kommerziellen Mantels, die Hochtief

Construction AG stellt die Bauausführung sicher und

entwickelt gemeinsam mit der Quantum AG als Bauträger

80 Prozent der Fensterelemente sind montiert, das Dach nimmt

die ca. 45 Eigentumswohnungen. Nach dem einstimmigen

Beschluss der Bürgerschaft begannen die Bauarbeiten mit

der Grundsteinlegung am 02. April 2007. Seither koordiniert

und steuert die ReGe Hamburg als Komplementärin der

stadteigenen Elbphilharmonie Hamburg Bau GmbH & Co.

KG die Arbeit der privaten Partnerin Adamanta und dem

Generalplaner Herzog & de Meuron / Höhler & Partner.

Kennzahlen Gebäude:

Form an: Die Elbphilharmonie im Januar 2011

, Bruttogeschossfläche: 120.000 m²

, Verarbeiteter Beton: 63.000 m³

, Verarbeiteter Stahl: 18.000 Tonnen

, Anzahl Fensterelemente: 1.089

, Gewicht Großer Konzertsaal:

12.500 Tonnen

, Sitzplätze Großer Konzertsaal: 2.150

, Fläche Gebäudedach: ca. 6.000 m²

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Sprung über die Elbe:

BallinStadt, IBA_Dock und IBA_Energiebunker

Rekonstruiert auf Basis der Original-Baupläne von 1907: Das Auswanderermuseum BallinStadt „Zero-Balance-Konzept“ auf dem Wasser: Das IBA_Dock

BallinStadt Auswanderermuseum

Mehr als fünf Millionen Menschen wanderten zwischen

1850 und 1934 über den Hamburger Hafen aus, um in der

Neuen Welt ihr Glück zu suchen. Ihren Geschichten ist

das BallinStadt Auswanderermuseum gewidmet. In drei

originalgetreu rekonstruierten Wohn- und Schlafpavillons

der 1907 vom Hamburger Reeder errichteten Auswandererhallen

befindet sich heute eine interaktive Ausstellung

mit eigenem Familienforschungsbereich.

Im April 2005 wurde die ReGe mit der Realisierung der

baulichen Anlage auf Grundlage historischer Fotos und

Bauakten beauftragt. Auf Initiative der ReGe wurde das

Bauvorhaben im Mai 2006 um den Bau des angrenzenden

BallinParks sowie eines Fähranlegers erweitert.

Zur gleichen Zeit waren die vorbereitenden Rodungs-

und Rückbauarbeiten sowie die Erschließungsmaßnahmen

bereits abgeschlossen – eine besondere Herausforderung

in Anbetracht des hohen Kontaminierungsgrades

des Geländes. Für die drei Gebäude wurde in der

Folge eine Tiefgründung von 126 Stahlbetonpfählen

eingebracht. Nach nur 10 Monaten Bauzeit waren die

Hochbauarbeiten fertiggestellt. Die Errichtung des Parks

und der Außenanlagen mit einer Fläche von ca. 3 Hektar

begannen im November 2006. Der Anleger wurde im

März 2007 vor Ort installiert.

Alle drei Teilprojekte wurden pünktlich zur Eröffnung der

BallinStadt am 4. Juli 2007 innerhalb des vorgegebenen

Budgets fertiggestellt.

IBA_Dock

Das IBA_Dock im Müggenburger Zollhafen ist Deutschlands

größtes schwimmendes Ausstellungs- und Bürogebäude.

Es ist das erste realisierte Projekt innerhalb der

IBA, dessen Heizenergiebedarf auf einem „Zero-Balance-

Konzept“ beruht. Im Rahmen des Projektmanagements

für die IBA Hamburg war die ReGe hierbei für die

Planungskoordination, Ausschreibungen und Vergaben,

Genehmigungen sowie das Baumanagement verantwortlich.

Ein zweistöckiges, hoch belastbares Ponton zu bauen, er-

forderte ingenieurstechnische Raffinesse: Bei einer Nutz-

fläche von über 1.000 m² musste es zugleich der dort

begrenzten Wassertiefe und einem maximalen Tidehub

von 11 m gerecht werden. Nicht zuletzt war die Erlangung

der notwendigen Genehmigungen vor dem Hintergrund

der besonderen Genehmigungslage für schwimmende

Gebäude eine herausfordernde Koordinationsaufgabe.

Das Gebäude selbst ist als Exponat für innovative Bau-

und Energiespar-Technologien konzipiert. So werden

Sonne und das Wasser der Elbe zur Energiegewinnung

genutzt. Nach nur zehn Monaten Bauzeit konnte die ReGe

das IBA_Dock zeit- und kostengerecht an die IBA Hamburg

GmbH übergeben.

IBA_Energiebunker Wilhelmsburg

Der ehemalige Flakbunker in Wilhelmsburg wurde 1943

erbaut und bot im Zweiten Weltkrieg bis zu 30.000 Men-

schen Schutz. Nun wird der Koloss aus 80.000 Kubikmetern

Stahlbeton im Rahmen des IBA-Klimaschutzkonzeptes

„Erneuerbares Wilhelmsburg“ zum Öko-Kraftwerk aus-

gebaut. Die Dach- und Südfassade werden mit ca. 3.500 m 2

für Solarenergie genutzt. Im Inneren wird ein Blockheizkraftwerk

auf Biomassebasis eingerichtet. Die überschüssige

Wärme wird in einem ca. 2.000 m 3 großen Wärmespeicher

gesammelt. Die Erneuerung wird mit einer

Ausstellung zu Geschichte des Flakbunkers und zum

Stadtteil vervollständigt und einem Café mit Aussichts-

terrasse auf 30 Metern Höhe ergänzt, um den Energiebunker

der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im

Auftrag der IBA realisiert die ReGe hierbei die Sanierung

der Gebäudehülle des ehemaligen Flakbunkers und die

Wiederherstellung des durch eine Entfestigungssprengung

1947 zerstörten inneren Tragwerks. Weiterhin ist

die ReGe mit dem Bau des Cafés und des Dokumentationszentrums

auf den Dachebenen des Bunkers betraut.

Die ReGe übernimmt ein vollumfängliches Projektmanagement,

indem sie die Planungskoordination, Ausschreibungen

und Vergaben, Genehmigungen sowie

das Bauvertragsmanagement verantwortet.

Beginn der Bauarbeiten am Bunker, 2011 Visualisierung des fertiggestellten IBA_Energiebunkers

18 19


Weitere Projekte der ReGe

im Überblick

Infopavillon Elbphilharmonie

Der Elbphilharmonie-Pavillon befindet sich auf den

Magellan-Terrassen in der HafenCity Hamburg. Mit

direktem Blick auf die Baustelle Elbphilharmonie

fungiert er als Ausstellungs- und Veranstaltungsort

sowie als Startpunkt der Baustellenführungen. Neben

Informationen zu Architektur und Musikbetrieb im

Erdgeschoss kann im Obergeschoss das 1:10-Modell

des Großen Konzertsaals besichtigt werden.

Der Entwurf für den Pavillon stammt vom Studio Andreas

Heller, Hamburg. Mit der Bauherrenfunktion wurde die

ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH

beauftragt. Im Oktober 2008 wurde der Fliegende Bau

mit einer Nutzfläche von 200 m² nach nur wenigen

Monaten Planungs- und Bauzeit eröffnet.

Infopavillon Umwelthauptstadt 2011

Als „Umwelthauptstadt 2011“ wird Hamburg ein Jahr

lang zur europaweiten Plattform für Umweltfragen. Mit

dem Management zur Realisierung des zentralen Info-

pavillons am Hauptbahnhof wurde die ReGe Hamburg

betraut. Von Entwurfsplanung über Genehmigungsverfahren

bis Aufbau: Die Umsetzung erfolgte in Rekordzeit

und in vorgegebenem Kostenrahmen.

Der Informationspavillon auf dem Vorplatz des Hamburger

Hauptbahnhofes besteht aus vier 40-Fußcontainern mit

einer Fläche von ca. 100 m². Darin erhalten interessierte

Hamburger und Besucher seit Januar 2011 Informationen

rund um die Aktionen der Umwelthauptstadt. In einer

Dauerausstellung sowie wechselnden Sonderausstellungen

werden zudem unter anderem die Themenschwerpunkte

„Natur & Stadtgrün“, „Klima & Energie“

oder „Ressourcenschutz & Wirtschaft“ vorgestellt.

Mit Auftragsbeginn am 17. Juni 2010 war die ReGe

Hamburg verantwortlich für die Koordinierung der Ent-

wurfsplanung, die Vorbereitung und Abwicklung der

unterschiedlichen Genehmigungsverfahren sowie die

Vergabe und schließlich den Aufbau des Pavillons. Trotz

des extrem engen Zeitplans gelang die Fertigstellung

fristgerecht zu Beginn des Jahres „Umwelthauptstadt

2011“.

Congress Centrum Hamburg (CCH)

Der Altbau des CCH mit den großen Kongresssälen und

dem Foyer präsentiert sich seit seiner Fertigstellung in

1973 seinen Besuchern und Gästen in seiner äußeren

und inneren Gestalt nahezu unverändert. Im Zusammen-

hang mit grundsätzlichen Überlegungen zu einer zukunfts-

fähigen Gestaltung und Ausstattung als international

gefragtes Kongresszentrum hat die ReGe im Auftrag der

Hamburg Messe und Congress GmbH eine Expertise

zum baulichen Zustand und möglichen Zukunftsszenarien

angefertigt und damit Grundlagen für weitere politische

Entscheidungen geschaffen.

Genehmigungsplanung Hafenquerspange

Zur Verbesserung der Verkehrsanbindung des Hamburger

Hafens an das überregionale Fernstraßennetz wird

seit vielen Jahren eine Querverbindung zwischen den

Autobahnen A1 und A7 südlich der Elbe gefordert. Eine

solche leistungsfähige Ost-West-Verbindung im Süden

der Stadt würde zudem den innerstädtischen Verkehr

zwischen den östlichen und westlichen Stadtgebieten

und den dortigen Anschlüssen an A1 und A7 entlasten.

Als Ergebnis eines umfänglichen Varianten-Vergleichs

wurde die sogenannte Nordtrasse zwischen Waltershof

an der A7 und der A1 im nördlichen Bereich Wilhelmsburgs

als Vorzugsvariante mit dem Bundesverkehrsministerium

in ihrer Linienführung bestimmt. Für diese

Nordtrasse hat die ReGe im Auftrag des Landesbetrieb

Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) die Entwurfs-

und Genehmigungsplanung durchgeführt.

Konzeptstudie Südliche Hafenerschließung

Für die Bewältigung des zunehmenden Transportaufkommens

auf der Straße u. a. durch wachsende Umschlagszahlen

im Seeschiffsverkehr muss auch die innere

Straßeninfrastruktur im Hafenbereich weiter ausgebaut

und ertüchtigt werden. Neben der Haupthafenroute mit

der Köhlbrandbrücke betrifft dies insbesondere den süd-

lichen Hafenbereich bis an die B 73. Auch aus Redundanzgründen

wird neben der Hafenquerspange eine zweite

Ost-West-Verbindung im Hafen zwischen A1 und A7 für

unverzichtbar gehalten. Die ReGe hat im Auftrag der

LSBG Möglichkeiten für den Ausbau der vorhandenen

Infrastruktur untersucht und unter Berücksichtigung

aller relevanten Faktoren, insbesondere mit Blick auf

geltendes Naturschutzrecht und vorhandener Flächennutzungen

Korridore für zusätzliche, leistungsfähige

Trassen vorgeschlagen. Die Ergebnisse sind in den von

der Hamburg Port Authority (HPA) vorgelegten Masterplan

Hafenstraßen eingeflossen.

Sandgewinnung aus dem Feld

Delphin in der Nordsee

Um den riesigen Sandbedarf für die Airbus-Werkserweiterung

im Mühlenberger Loch zu decken, sicherte sich

die ReGe eine Sandquelle in der Nordsee nordwestlich

der Insel Neuwerk. Dazu wurde ein eigenes Planfeststellungsverfahren

durchgeführt, aufgrund dessen die

Entnahme von insgesamt 8 Millionen m 3 Sand genehmigt

wurde.

20 21


Ausgleichsmaßnahme Salzwiesen

auf Neuwerk

Auch die Sandentnahme aus der Nordsee ist ein Eingriff

in die Natur. Als Ausgleich für die Sandgewinnung

engagierte sich die ReGe für die Förderung und Weiterentwicklung

der Salzwiesen auf der etwa neun Seemeilen

südöstlich der Sandentnahme gelegenen Hamburger

Insel Neuwerk. Sie gelten als besonders schützenswert,

waren jedoch in ihrem Bestand gefährdet, weil die

für ihre Existenz notwendige Salzwasserzufuhr seit der

Errichtung eines Sommerdeichs im Jahr 1925 nur noch

bei besonders hohen Flutwasserständen erfolgte.

Um die natürliche Salzwiesenvegetation wiederherzustellen

und sie dauerhaft zu erhalten, entwickelte und

realisierte die ReGe die notwendigen Maßnahmen, die

einen verstärkten Meerwassereintrag in die ca. 50

Hektar große östliche Vorlandfläche ermöglichen. Hierzu

wurde das ursprüngliche, in Resten noch vorhandene

Prielsystem wieder an das Tidegeschehen vor dem

Neuwerker Sommerdeich angeschlossen, sodass nun

vermehrt Salzwasser einfließen kann und es in kürzeren

Abständen als zuvor zu einer Wiedervernässung der

Wiesen kommt.

Wasserwirtschaftliche Neuordnung

der Alten Süderelbe

Naturschutzfachliche sowie hydrologische Kompetenz

und nicht zuletzt Verhandlungsstärke: Durch intensive

Verhandlungen konnte die ReGe das zwischenzeitlich

ins Stocken geratene Planfeststellungsverfahren wieder

auf Kurs bringen. Ziel war und ist es, sowohl aus natur-

schutzfachlichen Gründen als auch zur Verbesserung der

hydraulischen Verhältnisse bei der Versorgung des Obst-

anbaugebietes den Wasserstand in der Alten Süderelbe

auf NN +0,30 Meter anzuheben und dauerhaft anzuglei-

chen. Seit dem 01. Januar 2010 ist die ReGe nun von

der Hamburg Port Authority beauftragt, auch die noch

ausstehenden Maßnahmen des Planfeststellungsverfahrens

vorzubereiten und nach Wiederherstellung der

Vollziehbarkeit des Beschlusses zu realisieren.

Flächenmanagement / Grundstücksankäufe

Im Rahmen des Flächenmanagements erwirbt die ReGe

Hamburg für die Freie und Hansestadt Hamburg Flächen

für Gewerbe- und Wohngebiete (80 ha), für Ausgleichs-

und Ersatzmaßnahmen (350 ha), für den Hochwasserschutz

(12 ha) im Süden Hamburgs. Von Neugraben-

Fischbek über Hamburg-Mitte und Wilhelmsburg bis

Bergedorf und Curslack werden so im stetigen Austausch

mit Eigentümern seit Anfang 2010 erfolgreich

Flächen für die Stadt Hamburg sichergestellt, die dann

den Projektträgern zeitnah zur Verfügung stehen.

Impressum

Herausgeber

ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH

Veritaskai 2,

D - 21079 Hamburg

www.rege-hamburg.de

Redaktion

Nina Siepmann (V.i.S.d.P.)

Gestaltung

lab3 mediendesign

Abbildungsnachweis

Anastasia Pelikh/ iStock (S. 9 o.)

Arbeitsgemeinschaft Umgehung Finkenwerder II (S. 16 u.)

Burkhard Kuhn Fotofrizz/ ReGe Hamburg (Titelbild r., S. 5, S. 11 r., S. 13)

Büro Dierking (S. 22 u. l.)

Falcon Crest / ReGe Hamburg (S. 10, S. 14)

IBA Hamburg GmbH/ Johannes Arlt (S. 8/9, S. 19)

Klaus Janke (S. 22 o.)

Kieler Institut für Landschaftsökologie (S. 7 u. , S. 15 u. l. u. r., S. 22 u. r.)

Michael Zapf (S. 18 l.)

Möbius Bau (S. 11 l., S. 12)

Oliver Heissner (Titelbilder o. u. l., S. 4 l. , S. 6 l., S. 9 u., S. 13 o. u. u., S. 17,

S. 18 r., S. 20 l., S. 21 u.)

Philipp Gülland (S. 3, S. 15 o.)

Thomas Hampel (S. 4 r., S. 7 o., S. 16 o.)

www.mediaserver.hamburg.de/Michael Lindner (S. 20 u. r.)

www.mediaserver.hamburg.de/ C. Spahrbier (S. 21 o.)

Hamburg, April 2011; © 2011 All rights reserved

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ReGe Hamburg

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Veritaskai 2

D – 21079 Hamburg

Telefon: +49 (040) 380 880 - 0

Fax: +49 (040) 380 880 10

info@rege-hamburg.de

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