Großes Bürger- und Polizeifest - bei Polizeifeste.de

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Großes Bürger- und Polizeifest - bei Polizeifeste.de

PDLIZEIEINARTNERPKreisgruppe Remscheidund WuppertalGewerkschaft der PolizeiGroßes Bürger- und PolizeifestRemscheid · 22. November 2008


www.VDPolizei.de22.11.2008,20.00 Uhr„Schützenhaus“in RemscheidPOLIZEI -Gewerkschaft der PolizeiKreisgruppen Remscheid und WuppertalDEIN PARTNERImpressumVerantwortlich für den redaktionellen Teil:Karl-Heinz Sehnke, RemscheidGroßesBürger- und PolizeifestFotos: Die Verfasserwww.photocase.comNachdruck des redaktionellen Teils nur nachausdrücklicher Genehmigung des HerausgebersVerlag, Anzeigenwerbung und Gestaltung:VERLAG DEUTSCHE POLIZEILITERATUR GMBHAnzeigenverwaltungForststraße 3 a • 40721 HildenTelefon 02 11/71 04-0Telefax 02 11/71 04-174AV@VDPolizei.deGeschäftsführer:Bodo Andrae, Joachim KranzAnzeigenleitung: Daniel DiasGestaltung und Layout: Jana KolfhausSatz und Druck:Dorsten Druck GmbH, Dorsten© 2008GrußworteProgrammArtikelDanksagung311233605/2008/43VERLAG DEUTSCHE POLIZEILITERATUR GMBHAnzeigenverwaltung


GrußwortSie alle haben hier eine gute Gelegenheiteinander kennen zu lernen,mehr über die Arbeit der Polizei zuerfahren und sich gegenseitig neuePerspektiven aufzuzeigen.Auch in diesem Jahr veranstaltet dieGewerkschaft der Polizei zusammen mitden Bürgerinnen und Bürgern das PolizeiundBürgerfest im Remscheider Schützenhaus.Das Fest ist zu einer schönen Traditiongeworden und erfährt großenZuspruch bei Gästen und Kollegen derPolizei.Auch das diesjährige Programm wird wiederzahlreiche Bürgerinnen und Bürgeranziehen und unterhalten. Und ich meine,es gibt gute Gründe dafür, gemeinsam zufeiern. Das Bergische Land gehört zu densichersten Regionen in Nordrhein-Westfalenund drauf können wir – Polizei undBürgerschaft – gleichermaßen stolz sein.Gleichzeitig soll dieses Fest auch der Verständigungzwischen den Bürgerinnenund Bürgern und ihrer Polizei dienen.Unsere Polizei leistet täglich einenanspruchsvollen und manchmal auchgefährlichen Dienst für die Menschen inunserer Stadt und in der BergischenRegion. Auch wenn das für viele selbstverständlichist, erfordert es doch ein hohesMaß an sozialer und fachlicher Kompetenz,Belastbarkeit, Engagement und Motivation.Hierfür möchte ich unseren Polizeibeamtinnenund Polizeibeamten auf diesemWeg meinen herzlichen Dank aussprechen.Für die Erfüllung ihrer Aufgaben ist diePolizei weiterhin auf Vertrauen und Unterstützungdurch die Bürgerinnen und Bürgerangewiesen.Nur gemeinsam kann es uns gelingen,das Bergische Städtedreieck noch sichererzu machen, mit dem Ziel, dass wir unsalle sicher und wohl fühlen.Dabei steht die Polizei vor großen Herausforderungenbedingt durch steigendeberufliche Anforderungen an die Polizistensowie Umstrukturierungen bei derPolizei.Es ist ein wichtiges Anliegen diesesAbends, den Rückhalt der Polizei in derBevölkerung zu stärken sowie das Interesseder Bürger für die Arbeit der Polizeiund ein wechselseitiges Verständnis zufördern.Sie alle haben hier eine gute Gelegenheiteinander kennen zu lernen, mehr überdie Arbeit der Polizei zu erfahren undsich gegenseitig neue Perspektiven aufzuzeigen.Das Polizei- und Bürgerfest im RemscheiderSchützenhaus möge dazu beitragen,das beiderseitige Vertrauen zwischen denBürgerinnen und Bürgern und ihrer Polizeiweiter zu festigen, partnerschaftlicheBürgernähe weiter auszubauen. Im Geistedes Leitbildes unserer Polizei: „Die Polizeiist Dein Freund und Helfer!“Deshalb wünsche ich Ihnen einen schönenAbend mit anregenden Gesprächen, einemabwechselungsreichen Programm sowieviel Spaß und Freude – mit Freunden unterFreunden!Beate WildingOberbürgermeisterinder Stadt Remscheid3


GrußwortErfolgreiche Polizeiarbeit ist wesentlichgeprägt von einem intensivenKontakt der Polizei zu den Bürgerinnenund Bürgern. Das ist mir als Polizeipräsidentein wichtiges Anliegen.Liebe Gäste,erfolgreiche Polizeiarbeit ist wesentlichgeprägt von einem intensiven Kontakt derPolizei zu den Bürgerinnen und Bürgern.Das ist mir als Polizeipräsident ein wichtigesAnliegen.Deshalb freue ich mich immer wieder, dastraditionelle Bürger- und Polizeifest derGewerkschaft der Polizei in Zusammenarbeitmit den Kreisgruppen Remscheidund Wuppertal besuchen zu können. Mitdiesem Fest bietet die Gewerkschaft derPolizei die Möglichkeit, in angenehmerAtmosphäre neue Kontakte zu knüpfenbzw. bestehende zu pflegen. Dieser Abendleistet damit auch einen erheblichen Beitragfür unsere Öffentlichkeitsarbeit.Ich unterstütze diese Veranstaltung ausdrücklichund hoffe, dass sie noch vieleJahre bestehen wird.Wir arbeiten jetzt mehr als ein Jahr imDirektionsmodell, und ich habe bei allenOrganisationsentscheidungen besonderenWert auf die polizeiliche Präsenz undAnsprechpartner vor Ort gelegt. Beidessind wesentliche Bausteine für ein gutesSicherheitsgefühl der Bürger/-innen. DiePolizei wird alles daran setzen, dass Wuppertal,Remscheid und Solingen – wie bisher– eine der sichersten Regionen bleibt.Ich wünsche allen Gästen einen nettenAbend und viele interessante Gespräche.Joachim WerriesPolizeipräsident5


GrußwortPolizist zu sein – das war lange Zeitein Traumberuf. Viele von uns, die alsPolizistin oder Polizist arbeiten, wissen,dass der Polizeiberuf noch immerein schöner Beruf ist – aber es istkein einfacher Beruf.Sehr geehrte Damen und Herren, liebeKolleginnen und Kollegen,zum diesjährigen Bürger- und Polizeifestder Kreisgruppe Remscheid grüße ich Sieganz herzlich.Polizist zu sein – das war lange Zeit einTraumberuf. Viele von uns, die als Polizistinoder Polizist arbeiten, wissen, dassder Polizeiberuf noch immer ein schönerBeruf ist – aber es ist kein einfacher Beruf.Denn Polizist zu sein bedeutet, jeden Tagvon neuem mit besonderen Belastungenund oft schwierigen Alltagssituationenkonfrontiert zu sein. Polizeibeamte werdengerade dann gebraucht, wenn andereMenschen in eine schwierige Situationgeraten sind, wenn sie Hilfe brauchenoder Schutz vor Bedrohung durchandere.Deshalb freue ich mich, dass die Arbeitmeiner Kolleginnen und Kollegen auf sogroße Anerkennung trifft. Es freut mich,dass dieses Fest Polizei und Bürgerinnenund Bürger zusammenführt. Das bittetuns allen nicht nur Gelegenheit, ineiner freundlicher Atmosphäre miteinanderins Gespräch zu kommen, sondernauch gemeinsam zu feiern.Damit wir nicht nur miteinander diskutieren,sondern gemeinsam ein schönesFest genießen, hat sich die KreisgruppeRemscheid viel einfallen lassen. LassenSie sich einfach entführen, zu einem spannenden,abwechslungsreichen gemeinsamenAbend.Frank RichterLandesbezirksvorsitzenderder GdP Nordrhein-Westfalen7


GrußwortDie Hektik unserer Zeit hat auch vorden Aufgaben der Polizei nicht haltgemacht.Darum besteht bei den täglichenKontakten zwischen Polizeiund Bürgern nicht immer ausreichendZeit, sich kennenzulernen unddadurch Verständnis und Vertrauenzu fördern.Das Verhältnis zwischen den Bürgernund ihrer Polizei ist mannigfachen Belastungenunterworfen. Ausgangspunktesind die unterschiedlichen Begegnungen.Der eine wünscht den Schutz der Polizei,der andere fühlt sich durch die Polizei eingeengt.Trotzdem spricht vieles für einerträgliches mit- statt gegeneinander.Mit dem traditionellen Bürger- und Polizeifestin Remscheid, auch in diesem Jahrwieder gemeinsam mit der KreisgruppeWuppertal zusammen, wollen wir erneutden Versuch wagen, Gemeinsamkeiten zufinden und zu festigen.Die Hektik unserer Zeit hat auch vor denAufgaben der Polizei nicht haltgemacht.Darum besteht bei den täglichen Kontaktenzwischen Polizei und Bürgern nichtimmer ausreichend Zeit, sich kennenzulernenund dadurch Verständnis und Vertrauenzu fördern.Bürger und Polizeibeamte sollten sichbemühen, einander unvoreingenommenzu akzeptieren. Das müssen wir immerwieder neu beweisen.Polizeibeamte stehen auf dem Boden diesesRechtstaates. Während der Bürger sichzwischen den politischen Parteien, Gruppenund Gruppierungen entscheidenkann, bleibt die Polizei dem Grundgesetzverpflichtet.Für diesen nicht immer leichten Beruf werdenwir bezahlt. Wir werden unseren Auftragerfüllen und bitte um Verständnis.Karl-Heinz SehnkeVorsitzender derKreisgruppe Remscheid9


ProgrammGewerkschaft der PolizeiKreisgruppen Remscheidund WuppertalProgrammJÖRG JARÁCONFÉRENCE UND BAUCHREDNERDIE TOBISKOMISCHE KASKADEURECLAUDIA BERLINIHULA-HOPP-ARTISTIKWir wünschen allen Besucherndes heutigen Festabends froheStunden in beschwingter undheiterer Atmosphäre.WILLI GIRMESDIE FARBENFROHE ANTWORTAUF DEPRESSIONENCHICKEN SKINDie Showband begleitet das Programmund spielt anschließend zum Tanz.11


ProgrammJÖRG JARÁBAUCHREDNER UNDENTERTAINER.Jörg Jará ist einer der gefragtestenVetriloquisten Deutschlands.Seit vielen Jahren beschäftigtsich der in Flensburggeborene Künstler mit derKunst des Bauchredens.Jörg Jará hört nicht nur auf seineinnere Stimme, sondernlässt sie auch durch seine Puppeund ständige Partnerin Olgasprechen – oder lässt OlgaJörg sprechen?13


ProgrammDIE TOBISKOMISCHE KASKADEURE. Tempo, Akrobatik,abenteuerliche Stürze und jede Menge Gags sinddie Markenzeichen der Tobis. Kaskadeure von Weltformat,man erlebt eine Show mit hervorragenderKomik, gekonnter Artistik und erstklassigen Stunts.15


ProgrammCLAUDIA BERLINIHULA HOPP.In einer einzigartigen Hula-Hopp-Show werden dieschwierigsten Elemente, gepaart mit moderner Musikund zeitgemäßer Choreogra fie von der sympathischenArtistin in jugendlicher Frische präsentiert.17


ProgrammWILLI GIRMESWir wünschen Ihnen viel Spaß mit dembekannten und erfolgreichen Entertainer &Partykünstler vom Niederrhein.19


ProgrammCHICKEN SKINCHICKEN SKIN– JUST GOODMUSIC.Flexibilität desRepertoires und in derPerformance ist beiChicken Skin selbstverständlich.Seit mehr als 20Jahren spielt die Band zuunterschiedlichsten Anlässen.Ob Jazz-Festival oderTanzwettbewerb, Betriebsfeieroder Karnevalsgala, Familienfest oderSchützenfest, überall sorgt die Band für das geeignetemusikalische Ambiente.Alles wird LIVE gespielt. Disketten, Mini-Disc odersonstige mitlaufende Playbacks suchen Sie vergebens!21


Karin LangeMobbingMOBBINGam ArbeitsplatzDie Arbeitskollegen kann man sich bekanntlich nicht aussuchen. Eine Arbeitsgruppeist fast immer eine Zwangsgemeinschaft. Immerhin arbeitet man nichtzusammen, weil man sich mag, sondern weil bestimmte Aufgaben gelöst werdensollen. Fühlt sich ein Mitarbeiter in dieser Zwangsgemeinschaft nicht wohl,so kann er nicht einfach gehen. Es sei denn, es findet sich relativ schnell einneuer Arbeitsplatz, der aus einer angenehmeren Arbeitsgruppe besteht. Grundsätzlichtritt Mobbing in freiwilligen Zusammenschlüssen nur selten auf, wiezum Beispiel Sportvereinen oder Freizeitclubs. Aus dem einfachen Grund, weilderjenige, der sich nicht akzeptiert fühlt, sich einen anderen Verein oder einanderes Hobby suchen kann. Eine Voraussetzung für Mobbing stellen die festenRahmenbedingungen des Arbeitslebens dar.Was ist unter Mobbing zuverstehen?Der Begriff leitet sich aus dem englischen„to mob“ ab, das gleichzusetzen ist miteinem Bedrängen, Angreifen, Attackieren(Neuberger 1999). In der Bezeichnung„mobile vulgus“ liegt mit hoher Wahrscheinlichkeitder Ursprung des Wortes.Übersetzt heißt das „aufgewiegelte Volksmenge,Pöbel“ (Premper, 2002). Heutespricht man meistens schon in Verbindungmit einzelnen Streitereien oder Beleidigungenvon Mobbing. Die eigentliche Bedeutungdes Begriffes wird verharmlost bzw.das Problem verniedlich.Im Verlauf eines Arbeitstages begegnensich Kollegen und es wird viel kommuniziert– überwiegend fachlich, jedoch auchprivat. In jedem Arbeitsfeld gibt es einekonfliktbelastete Kommunikation. HerrSchulze ist im Stress und faucht seine KolleginFrau Müller an: „Können Sie nichtdie Tür zumachen, oder haben Sie bei sichzu Hause Säcke vor den Türen!“ OhneWorte ist eine konfliktbelastete Kommunikationauch möglich. Verweigert HerrSchulze der Kollegin den Gruß oder erredet demonstrativ über ihren Kopf hinweg,so als sei sie Luft, ist die Kommunikationebenfalls konfliktbelastet. In demZusammenhang stellt sich die Frage, obdas schon Mobbing ist? In dem Fall müsstedie konfliktbelastete Kommunikationüber einen längeren Zeitraum andauern.Grüßt Herr Schulze seine Kollegin bereitsseit einer Woche nicht mehr, ist es mehrals ein normaler Streit. Wird dieses Verhaltenseit Monaten praktiziert, wird FrauMüller darunter leiden. Entwickelt sichdie Situation wie folgt weiter, dass diegesamte Arbeitsgruppe aufhört Frau Müllerzu grüßen, entsteht ein enormer psychischerDruck. Spätestens dann handeltes sich um ein Mobbing.Ein Mobbing kann man sich konkret wiefolgt vorstellen: Kommt der betreffendeKollege ins Zimmer, verstummen dieGespräche, die Tür wird vor der Nasegeschlossen, die Erklärung der Arbeitsabläufeerfolgt unzureichend, so dass es Problemegeben muss, oder die Arbeit wirddem Kollegen ganz entzogen. Für die Dinge,die es schon lange gibt, ist Mobbingder bekannte Begriff: Ignorieren, Einschüchtern,Bloßstellen, Intrigen spinnen(Schröter, 2000).Ursachen und Motive fürMobbingFür Mobbing gibt es verschiedene Ursachenund Motive. Die Zielgruppe derMobbingopfer ist genauso unterschied-lich wie das Persönlichkeitsprofil derSchikanetäter. Die Täter des Mobbingsverfolgen unterschiedlichste Ziele. Stelltman den Versuch einer Kategorisierungan, ist zu unterscheiden zwischen der• Schikane durch den Arbeitgebergegenüber dem Beschäftigten,• Schikane durch den Vorgesetztengegenüber dem Untergebenen,• Schikane durch Kollegen untereinander,• Schikane durch Mitarbeiter gegenüberihren Vorgesetzten („am Stuhl sägen“)oder ihrem Arbeitgeber und• Schikane durch Außenstehende (z.B.Leiharbeitnehmer, Wettbewerber, Zulieferanten).1. Führungskräftegegen MitarbeiterFührungskräfte (Arbeitgeber und Vorgesetzte)können mitunter das Ziel verfolgen,durch Schikanemaßnahmen Mitarbeiterzu disziplinieren, einen Informationsvorsprungzu behalten oder zu errei-23


Karin LangeMobbingchen. Durch ein ständiges Kritisieren oderBefehlen wird die eigene Kompetenzdemonstriert oder eine maximale Ausnutzungder Arbeitskraft zur Gewinnoptimierung(dieses kann unter Umständen ohnebewusste Schikane erfolgen) erzielt. DerVorgesetzte oder Arbeitgeber kannschlichtweg Freude an der Machtausübungverspüren oder das Bedürfniswahrnehmen, durch ein ständiges Kritisierenund Befehlen die eigene Kompetenzzu demonstrieren, sogar gegenüberAußenstehenden. Das sogenannte „Weg-Ekeln“ von Mitarbeitern von ihremArbeitsplatz, zum Beispiel aus Antipathieoder zur Personaleinsparung aus Kostengründen,sollte nicht unberücksichtigtbleiben. Ferner gibt es auch die Motive,dass eine Schikane seitens der Mitarbeiteraus Rache erfolgt, in Verbindung miteinem Ärger, der bereits der Vergangenheitangehört.2. Kollegen gegen KollegenKollegen schikanieren andere Kollegenzum Beispiel aus folgenden Gründen: Vorenthaltungwichtiger Informationen zurSicherung des eigenen Arbeitsplatzes,Buhlen um die Gunst des Chefs, Angriffegegen Ausländer und soziale Randgruppenoder aber die schlichte Umgehung derKooperation mit Mitarbeitern aus Gründender Antipathie oder auf eine Erfahrungberuhend, dass ein bestimmter Kollegeunzuverlässig und fehlerhaft arbeitet.Mobbing und Schikane sind häufigReaktionen auf negative Verhaltensweisenvon Mitarbeitern, Kollegen oder Chefs.3. Mitarbeitergegen VorgesetzteMitarbeiter, auch Führungskräfte, neigenoft dazu ihre Vorgesetzten oder Arbeitgeberzu schikanieren. Meistens geht esdarum, die vorhandenen Führungskräftedurch angenehmere Vorgesetzte zu ersetzenbzw. dieses zu erwirken. Ein möglichesZiel kann es sein, den Führungskräfteneinigen Ärger zu bereiten, dass sieselber kündigen. Jedoch kann es ebenfallsZiel der Mobbingattacke eines Mitarbeiterssein, dem Arbeitgeber oder derFührungskraft entsprechend viel Ärger zuverursachen, dass der Mitarbeiter gekündigtwird, damit letzterer Arbeitslosengeldin Anspruch nehmen kann oder vorzeitigmit einer annehmbaren Abfindung in Pensiongehen wird. Ein weiteres Ziel einessolchen Handelns kann durchaus darinbestehen, eine Führungskraft finanziellunter Druck zu setzen. Der Mitarbeiteroder die Mitarbeiterin, von denen Konfliktenicht konstruktiv, offen und fair zulösen sind, neigt eher zum Mobbing alseine Person, die hierzu fähig ist und Konflikteals eine Chance sieht, um sich verbessernzu können, das heißt auch grundlegendetwas zu verändern. Wer hingegeneinem anderen den Erfolg, die Anerkennung,Freude oder dem Wohlstand neidet,wird mit aller Wahrscheinlichkeit eherzum Mobbing neigen im Vergleich zueiner Person, die anderen Erfolge, Wohlstand,Anerkennung usw. gönnen kann.Der Arbeitgeber der Personal abbaut, auswelchen Gründen auch immer, wird eherzum Mobbing schreiten als der Arbeitgeber,der beabsichtigt die Zahl seinerBeschäftigten zu erhöhen bzw. seineBeschäftigten halten will. Die möglichenUrsachen für Mobbing stellen sich alsweitaus umfassender dar, was zunächstangenommen wird. Vor allem solcheBeschäftigten, die ein Arbeitgeber leichtdurch billigere Arbeitskräfte ersetzenkönnte, wobei sich der Arbeitgeber nurschwer gegen bestehende gesetzlicheArbeitnehmerschutzvorschriften entledigenkann (z.B. Betriebsratsmitglieder,Schwangere, Erziehungsurlauber, Schwerbehinderte,Mandatsträger), leiden verstärktunter Arbeitgebermobbing. Es mussdas Anliegen einer jeden Interessensvertretungund es sollte auch das Interessedes Arbeitgebers sein, im Betrieb die konkretenUrsachen für Mobbing zu ermittelnund geeignete Maßnahmen zur Ursachenbewältigungzu ergreifen.Selbstverteidigungszwangals MobbingvoraussetzungHierbei tritt die sachliche Auseinandersetzungin den Hintergrund, der Konfliktwird personifiziert. Die eigene Machtpositionwird als dauerhaft bedroht erlebt.Die Verunsicherung der Beteiligten gegenüberdem Mobbingopfer hat zugenommen.Es wächst die Bereitschaft, sozialeNormen zur Absicherung der eigenenPosition zu umgehen. Die Absicht derMobber besteht darin, das Opfer zuunkontrollierten Reaktionen zu provozieren.Dieses führt dazu, dass letztendlichein erheblicher Teil der Arbeitszeit zurKonfliktaustragung genutzt wird. ErsteStresssymptome stellen sich bei demBetroffenen ein, die mit der Zeit zunehmendstärker werden. Eine weitere Eskalation(Steigerung) der Phasen sieht wiefolgt aus: Niemand will mehr mit dergemobbten Person zusammenarbeiten.Diese wird weder akzeptiert noch respektiert.Dadurch wird das Opfer unsicher,macht Fehler und fällt auf. Dasschlechte Befinden der Person, welcheserst durch das Mobbing entstanden ist,dient schließlich zur Rechtfertigung weitererAusgrenzungen. Es liegt eine Störungim regulären Arbeitsablauf vor, so dass diegemobbte Person zunehmend als lästigoder störend empfunden wird. Das hatzur Folge, dass der gemobbten Personnahe gelegt wird, zu kündigen und sichentsprechend einen anderen Arbeitsplatzzu suchen. Der Gesamtzustand des Mobbingopfersverschlechtert sich bis hin zuschweren Erkrankungen, hervorgerufenunter anderem durch die soziale Isolationund die Zurückweisungen. Die Konfliktpartnerhaben sich inzwischen als „Täter“und „Opfer“ verfestigt. Die Emotionen derBeteiligten wirken irrational. Entscheidendist in dieser Phase, dass sich die „offiziellenStellen“ der Sache annehmen, weilder gesamte Arbeitsablauf gestört ist.Meistens richtet sich die Intervention derVorgesetzten nicht auf eine konstruktiveBeilegung der angespannten Situation,sondern auf das Opfer, welches als Störerwahrgenommen wird. Die oft vorhandeneHoffnung auf eine „gerechte“ Behandlungseitens der Vorgesetzten wird enttäuscht,wodurch das Ohnmachtsgefühlwächst. Die Situation des Betroffenen wirdschlechter. Ein unvoreingenommenerNeustart wird durch vorauseilende Negativinformationenvereitelt, die Gerüchteküchebrodelt.Die Folgen des MobbingsIm Vergleich zu den Ursachen sind auchdie Folgen des Mobbings vielfältig. Wasden Betroffenen betrifft, so beginnen siebeim seelischen Druck und führen hin bis25


Karin LangeMobbingPersönlichkeits- undGesundheitsbeeinträchtigung(„PsychosomatischeStörungen“)zur Krankheit, traumatischen Ängstenund psychischen Schäden. Es liegt eineStörung des Betriebsfriedens vor, in Formeines Leistungsabfalls, bezogen auf„innerlich gekündigte“ Arbeitnehmer.Ebenfalls spielen mögliche Arbeitsunfälleeine Rolle, weil es zu Fehlern durchentnervte Arbeitsnehmer kam. EineBeschäftigung, die immer wieder neueIntrigen im Vorgesetzten- oder Kollegenkreisschafft, sorgt für ein vergiftetes Klimaim Betrieb, das zu enormen ReibungsundLeistungsverlusten führt. Insgesamtbewirkt Schikane eine Vergiftung des Klimasder Gesellschaft und nimmt Einflussauf eine erhebliche betriebs- und volkswirtschaftlicheDimension.Gesundheitliche DimensionSoziale Stressfaktoren wirken durchausbelastend. Das Wohlbefinden einesBeschäftigten wird durch Konflikteund Stressfaktoren beeinträchtigt. Mitdem Feierabend lässt der „Gemobbte“seine Probleme oft nicht am Arbeitsplatzzurück, sondern nimmt diesehäufig mit nach Hause und trägt sie indie Familie hinein. Der „Gemobbte“ istbemüht, seine Probleme in der Freizeitpsychisch zu verarbeiten. UngelösteKonflikte am Arbeitsplatz und Handlungen,die auf Schikane beruhen,bewirken auf Dauer eine psychischeund physische Erkrankung.Mobbing erzeugt Stress. PsychischeBelastungen können zu StressreaktionenBetriebswirtschaftliche Komponente(„Arbeitsklima vergiftet,abnehmende Leistungsbereitschaft“)FolgenderSchikaneGesellschaftllich-ethische Aspekte(„zunehmender Werteverfall“)VolkswirtschaftlicheKomponente(„Arbeitsausfälle durchKrankheit,Arbeitsunfälle“)der Organe führen. Es kann durchaussein, dass verschiedene Menschen, diegleichartigen psychischen oder anderenBelastungen ausgesetzt sind, über verschiedeneStresssymptome klagen können.Bezogen auf die langfristigen Folgenfür die Gesundheit schikanierter Menschenkann gesagt werden, dass sich diesein körperliche und psychosomatischeAuswirkungen einerseits sowie psychischeAuswirkungen andererseits unterscheiden.Psychosomatische Störungenäußern sich insbesondere in Form von:Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit,Atembeschwerden, Übelkeit,Schweißausbrüche, Schwindelgefühlen,Herz-Kreislauf-Problemen, Magen-Darm-Beschwerden, Hauterkrankungen, Bronchitis/Asthma,Krankheiten des Muskelsund des Skeletts, sowie in Erkrankungenvon Nieren, Blasen und Harnwegen. Ebenfallsunterliegen die psychischen Auswirkungenin Folge von Stress einer gewissenVielfalt. Meistens handelt es sich hierbeium Störungen psychischer Funktionen,die sich zum Beispiel äußern in:Depressionen, ständiger Müdigkeit, sinkendemSelbstbewusstsein, Überempfindlichkeit,Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit,innerer Spannung und mangelndenAntrieb. Das Tückische in Verbindungmit den psychischen Auswirkungenbesteht darin, dass diese häufig vom sozialenUmfeld bemerkt werden. Die darausresultierende Nachlässigkeit und Gereiztheitstellt meistens eine Ursache für denStreit mit zum Beispiel Partnern, Kollegenund Freunden dar. Es handelt sich umeinen „Teufelskreislauf“, der sich bedingtdurch Stress entwickelt hat und der dieseelischen und körperlichen Leiden immermehr schürt. Der Gesundheitszustand hatsich derartig verschlechtert, dass nun jederKontakt zu Ärzten und Psychologen aufgenommenwird. Nach Ansicht des Betroffenenkommt es oft zu Fehldiagnosen, dieals ungerecht empfunden werden. Leidererkennen Ärzte und Psychologen nicht,dass ausschließlich die Arbeitsbedingungendie Hauptursache für Krankheitenund seelische Störungen sind. Dadurch,dass viele Ärzte und Psychologen übereine geringe Kenntnis der Arbeitsweltenaußerhalb ihres Faches verfügen, verstehensie oft nicht, wie jemand durch vorhandeneProbleme am Arbeitsplatzerkranken kann. Oft werden personenzentrierteDiagnosen gestellt, wie zum Beispiel:„Wechseljahrdepressionen“ oder diedes„Psychovegetativen Erschöpfungssyndroms“.Die Situation hat sich jedoch inden letzten Jahren erheblich verbessertdurch die Arbeit der Mobbingberatungsstellen.Mittlerweile kennen die Mobbingberatungsstellenin vielen Städten Ärzteund Psychologen, die sich entsprechendzum Thema „Mobbing“ qualifiziert habenund dieses kompetent behandeln.ExtremfallOft werden die Betroffenen aufs Abstellgleisgeschoben. Sie werden ausgegrenzt,erhalten sinnlose oder unterforderndeArbeitsaufträge und abgesehen davon,kommt es meistens zur räumlichen undsozialen Isolation. Dieses führt dazu, dassman die Betroffenen langfristig krankschreibt,sie frühverrentet oder ihnen kündigt.Die gemobbten Personen versuchenim Extremfall die Konflikte mit Gewalt zulösen. Es kann durchaus vorkommen, dasssie Selbstmord begehen. Die soziale Isolationund die Stigmatisierung der Opfer bildendas Kernproblem des Mobbings. Eskann zum Beispiel sein, dass zunächst einePerson mobbt, die Mobbergruppe jedochim Verlauf wächst (Feststellung nach Leymann).Ursprünglich neutrale Personenschlagen sich ebenfalls auf die Seite desMobbers. In dem Zusammenhang gibt eseine weitere Gruppe und zwar die sogenanntenMöglichmacher (Leymann, 1993).Diese Gruppe beteiligt sich nicht am Mobben,sie registriert dieses und zieht sich27


Karin LangeMobbingvom Opfer zurück, zum Beispiel aus Angstdavor, entsprechend gemobbt zu werden.Der Weg in die soziale Isolation ist somitbeschritten. In Verbindung mit Gerüchtenkommt es dazu, dass der Betroffene auf dieAngriffe reagiert. Meistens denkt er nochin den Kategorien von Schuld und Wiedergutmachung,während das Umfeld bereitsmit der Isolation begonnen hat. Der Betroffenereagiert zunehmend mit Misstrauenund Unfreundlichkeit, wodurch sich dieneutralen Personen distanzieren. Durchdie fehlende soziale Unterstützung wirddas Bewältigungsvermögen des Betroffenenextrem verschlechtert. Leyman (1993)bringt es auf den Punkt: „Was der Betroffeneauch immer unternimmt, um sich zuretten, es sind die anderen, die einseitigdarüber urteilen, ob er wieder aufgenommenwird oder nicht“. Anstatt das Verteidigungsverhaltendes Betroffenen in Beziehungzur sozialen Situation zu sehen, dasheißt zu den Angriffen zu setzen, wirdunterstellt, das Verhalten sei in der Persönlichkeitbegründet: Den Weg zur Stigmatisierungbahnen Mutmaßungen über diePersönlichkeit und Charaktermängel. DieSchlinge wird umso enger gezogen, je verzweifeltersich das Opfer wehrt.Im Schaubild wird der Mobbingverlaufin knapper Form dargestellt. Die Zeitangabendienen lediglich der Groborientierung.Mobbing kann im Einzelfall entwederrascher oder langsamer verlaufen.Es kann durchaus sein, dass nicht jederBetroffene alle Phasen durchlebt, es könnenPhasen übersprungen werden. DerMobbingprozess kann unterbrochen odergestoppt werden. Ein Mobbingprozessdauert am häufigsten etwa 12 Monate.Was die meisten Mobbingfälle betrifft,waren drei bis fünf Personen feindseligaktiv.Die betrieblicheInteressensvertretungEin Betriebsrat hat viele Möglichkeiten,bei einem Mobbing sinnvoll einzugreifen.Welche Möglichkeiten er letztendlichergreifen möchte, dieses hängt von derStärke des Interesses, von der Problematikim Betrieb, von der verfügbaren Zeitund von der Unterstützung durch dieBelegschaft sowie dem Arbeitgeber ab.Entweder kann der Betriebsrat selberStressoren ausder ArbeitsweltVorphase:eventuell latente Konflikte1. PhaseKonflikte entstehen/werden bewusst2. PhaseErste Mobbinattackenund gezielte Konflikteskalationen3. PhaseNach ca. 6 Monaten.Weitere Konflikteskalationund Stigmatisierung4. PhaseCirca 12 Monate nachBeginn.Einschreiten des Arbeitgebers,disziplinarischeund arbeitsrechtlicheMaßnahmen5. PhaseKündigung, Prozessedafür sorgen oder es werden andere, zumBeispiel aus der Personalverwaltung, fürMobbing zuständig sein. Vor allem dasBetriebsverfassungsgesetz bildet die rechtlicheGrundlage für den Betriebsrat, aktivgegen Mobbing vorzugehen. Außerdemsollten die umfangreichen betriebspolitischenHandlungsmöglichkeiten desBetriebsrates nicht zu gering eingeschätztwerden. Viele Betriebsratsmitglieder haltensich bei Mobbing deshalb zurück, weilsie sich für die Lösungen zwischenmenschlicherbetrieblicher Konflikte nochnicht ausreichend kompetent fühlen. Fürden Betriebsrat wäre es ratsam, wenn ersich präventive (vorbeugende) Gedankenzu diesem Thema machen würde. In einerBetriebsratssitzung könnte man sich zumBeispiel mit folgendem Tagespunktbeschäftigen: „Mobbing – wie wollen wirin Zukunft mit dem Thema umgehen?“Mobbingverlauf(Leymann, 1993; Zuschlag, 2001)Krankheitssymptomebeim Mobbingopferkeine KrankheitssymptomeStressinduzierte psychosomatischeReaktionen, zumBeispiel Schlafstörungen,Magen-/Darmstörungen,leichte depressiveVerstimmungVerstärkung der in Phase 1aufgetretenen SymptomeBehandlungsbedürftigkeitaufgrund psychosomatischerBeschwerdenPsychosomatische Symptomatikverschlimmert sichund breitet sich aus,Ausweitung zum „generellenAngstzustand“Verfestigung der psychomatischenBeschwerdenund kompensatorischeFlucht in die KrankheitReaktionendes Mobbingopferskeine ReaktionenVersuch einer rationalenKonfliktbewältigungRationale Argumentationund gegebenenfallsaggressive AbwehrreaktionenTeils hilflose und teilsaggressive AbwehrreaktionenGegenattacken zur Vermeidungdes wirtschaftlichenRuins und des sozialen Abstiegs,Existensangst undVerzweiflung, Aufsuchenvon Psychologen, Rechtsanwältenund FachärztenKonfrontation mit demAusscheiden aus demArbeitsleben und Isolationin der GesellschaftWerden vom Betriebsrat die Weichengestellt, so behält er auch die Initiative undkann verhindern, dass er mit unschönenEreignissen konfrontiert wird. Eine Mobbingsprechstundekann unter Umständenim Rahmen der bereits vorliegendenSprechstunde des Betriebsrates integriertsein. Hierüber wachsen mehrere Mitgliederin die Mobbingthematik hinein underlangen Kompetenz.LiteraturAxel Esser, Martin Wolmerath, Mobbing derRatgeber für Betroffene und ihre Interessenvertretung,Bund-Verlag GmbH, Frankfurtam Main 1998; Norbert Kollmer, RechtsberaterMobbing im Arbeitsverhältnis, C.F. MüllerVerlag, Hüthig GmbH, Heidelberg 2000;Sven Max Litzcke, Horst Schuh, Stress, Mobbingund Burn-out am Arbeitsplatz, SpringerMedizin Verlag, Heidelberg 200529


Karin LangeMobbingPSYCHISCHEBELASTUNGENin Verbindung mit MobbingDurch Mobbing werden rund zwei Drittel der Betroffenen demotiviert und reagierenmit erhöhtem Misstrauen, Nervosität und Verunsicherung. Mobbing führt beiüber 50 Prozent zu Leistungs- und Denkblockaden sowie Konzentrationsmängeln,Angstzuständen, Selbstzweifeln und Rückzug.In einem Viertel der Fälle entwickeltendie Betroffenen Schuldgefühle. Bei 1,3 Prozentkam es zu keinen Auswirkungen. DieLeistungsfähigkeit der Betroffenen leideterheblich. Eine zu beobachtende Leistungsverschlechterungkann wiederumneue Aspekte für ein Mobbing liefern. DieBetroffenen erkrankten in rund 44 Prozentder Fälle und zwar erkrankte die Hälftedavon länger als sechs Wochen. Nur bei13 Prozent führte das Mobbing zu keinengesundheitlichen Schäden. Eine therapeutischeHilfe in Anspruch nahmen rund einDrittel der Gemobbten. In Verbindung mitMobbing tritt ein breites Spektrum anKrankheitsbildern auf, u.a. reichen diesevon typischen Stresssymptomen wieSchlafstörungen, Kopfschmerzen undMigräneanfällen über Atemnot, Lähmungserscheinungenund Neurodermitis(Hauterkrankungen) bis zu Depressionen,Erkrankungen des Magen-Darm-Bereiches, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen.Die Mobbingfolgen sindbesonders dann massiv, wenn die Attackentäglich auftreten. Sind die Opfereinem täglichen Mobbing ausgesetzt, soerkranken über 50 Prozent daran. Erfolgendie Mobbing-Attacken mehrmals imMonat, sind es 30 Prozent, die daranerkranken. Das bedeutet, mit einer zunehmendenDauer des Mobbingprozessessteigt die Anzahl der Mobbingfolgen. DieDaten von Meschkutat (2002) belegen, dassMobbing die berufliche Integrität derBetroffenen infrage stellt und deren persönlicheund soziale Sicherheit gefährdet.Zu einer freiwilligen Berufsversetzungkam es bei jedem dritten Betroffenen. Über20 Prozent der Mobbingopfer kündigtenselbst, rund 15 Prozent wurden vomArbeitgeber gekündigt. Im Vergleich zuMännern reagieren Frauen deutlich häufigermit Krankheit, freiwilliger Versetzungoder Kündigung. Möglicherweisestehen Männer noch immer häufiger inder Rolle des Familienernährers, weshalbeine mögliche Arbeitsplatzaufgabe fürsie keine Alternative darstellt. Es ist nichtauszuschließen, dass das männliche Idealdes Belastbaren und Durchsetzungsstarkendazu führen kann, in der Mobbingsituationzu verbleiben (Meschkutat, 2002).Mobbingfolgen sind vor dem Hintergrundstresstheoretischer Modelle erklärbar(Premper, 2002). Depressive Stimmungenund obsessives (zwanghaftes) Verhaltensind nach Fischer und Riedesser (1999) diehäufigsten Symptome infolge von Mobbing.Die Obsession (Blockierung, Einschließung,Zwangshandlung) zeigt sichvor allem in der Tendenz, dass sich dasMobbingopfer fortwährend mit den belastendenEreignissen beschäftigt, die eigeneMobbinggeschichte den Angehörigenund Freunden immer wieder erzählt, bisdiese abweisend und genervt reagieren.Dadurch nimmt die soziale Unterstützungab, verstärkt werden letztendlich depressiveGefühle und Gefühle einer Hilflosigkeit.Hieraus resultierende Folgen seitensdes Mobbings für das Familienleben unddie Freizeitaktivitäten sind:• Das Mobbingopfer kommt missgelauntnach Hause, reagiert überempfindlich,gereizt und aggressiv bereitsbei kleinen Anlässen.• Das Mobbingopfer ist depressiv, antriebslosund verzweifelt, so dass essich weder zu Familienunternehmungennoch zu weiteren Freizeitaktivitätenaufraffen kann.• Das Mobbingopfer verängstigt die Familienmitglieder,bezogen auf dieSchilderungen der sich täglich von ihmam Arbeitsplatz erduldeten Mobbingattackensowie durch den drohendenArbeitsplatzverlust, entsprechend derKonsequenzen, die für die Familie erfolgenkönnten, wie zum Beispiel einHausverkauf, Umzug oder Ausgabeneinschränkung.• Das Mobbingopfer wird wegen zahlreicherKrankheitssymptome einenFacharzt aufsuchen und benötigt fürdiesen Aufwand viel Zeit und Geld,wobei Letzteres der Familie fehlenwird.• Das Mobbingopfer wird arbeitsunfähigund bleibt zu Hause, wo es der Familieauf die Nerven und zur Last fällt.• Depressive Stimmung, Gereiztheit undAntriebslosigkeit führen zu Eheproblemen.• Sportliche, soziale und ehrenamtlicheAktivitäten gibt das Mobbingopferauf, weil es sich entweder dafür zuschwach oder zu krank fühlt oder eshat sich zum Beispiel mit den Freundenim Sportverein gestritten.Organisatorische FolgenWas war für die Betroffenen der Hauptgrundfür eine Beendigung des Mobbings?Durch Kündigung oder Auflösung desArbeitsvertrages konnte das Mobbing inmehr als der Hälfte der Fälle beendet werden.Ebenfalls eine vergleichsweise hoheAnzahl gab eine Versetzung als Grund an.Weitere Gründe, wie zum Beispiel Krankheit,Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit,rechtliche Schritte, Aussprache usw. waren31


Karin LangeMobbingeher selten. Das bedeutet,dass Mobbingprozessemeistens bis zum Endedurchgezogen und erstbeendet werden, wenn dieBetroffenen gehen. In frühenStadien des Mobbingskönnen Interventionen wieAussprachen eine Chancebeinhalten, den Prozess zubeenden.Die Auswirkungen vonMobbing beeinflussenwirtschaftlich negativ denBetrieb und das innerbetrieblicheKlima. Zweifellosbeträchtlich sind diedurch Mobbing verursachtenbetriebswirtschaftlichenund gesellschaftlichenKosten. Für einenBetrieb setzen sich die Kostenwie folgt zusammen:• Verminderte Arbeitsproduktivität beiMobbingtätern und -opfern,• höhere Fehlzeiten wegen Krankheit,• höhere Fluktuation, Kündigung undVerletzungen,• arbeitsorganisatorische Probleme wiebeispielsweise ungenügende Informationsweitergabe,• Verschlechterung des Betriebsklimas(Verweigerungshaltung, Dienst nachVorschrift),• arbeitsrechtliche Verfahren.Nach Premper (2002) kann davon ausgegangenwerden, dass die Unternehmenmit Kosten in Höhe von 15.000 bis 50.000Euro pro Jahr rechnen müssen.Neben diesen betrieblichen Kosten entstehender Gesellschaft u.a. durch Rehabilitationskuren,Heilbehandlungen, Dauerarbeitslosigkeitoder Frühverrentung entsprechendhohe Kosten. Darüber hinausverursacht Mobbing auch betriebliche undvolkswirtschaftliche Schäden.Folgen für die GesellschaftNicht nur die allgemeine Ziel- und Orientierungslosigkeiteinzelner Gesellschaftsmitglieder,sondern ganzer Organisationenoder Wirtschaftszweige ist Ursacheund Symptom einer zunehmenden Auflösungmoralischer Vorstellungen, bezogenauf solidarisches und soziales Verhalten– denn dieses bietet geradezueinen Nährboden für Mobbingaktionenjeglicher Art. Die Anforderungen derArbeitswelt werden geprägt durch eineLeistungsverdichtung, den Termindruckund was die Notwendigkeit der Organisationvon Arbeitsabläufen betrifft. Diedamit in Verbindung stehende Verantwortungindividueller EntscheidungsundHandlungsspielräume stellt keinenegative Bedingung dar, sondern kanndurchaus die Arbeitszufriedenheit unddie Eigenverantwortlichkeit stärken. InVerbindung mit der Zunahme härter werdenderKonkurrenzkämpfe wird Mobbingauch zu einem wirtschaftlichen Kostenfaktor:Handelt es sich um eine schleichendeZerstörung funktionaler Arbeitsbeziehungenan der Basis, kann hierauseine übergreifende Gefährdung entstehen,die sich dann auf den rentablen, produktivenStandort bezieht. SteigendeKosten im Sozialversorgungs- undGesundheitssystem belasten nicht nur dieBeitragszahler sondern auch die öffentlichenHaushalte von Bund, LändernundGemeinden. Letztendlich steht dieQualität deutscher Produktion auf demSpiel.Nach Hartmann (1995) ist in Deutschlandvon einem gesamtwirtschaftlichen Schadenin Höhe von 15 bis 30 Millionen Euroauszugehen. Neben den betrieblichenKosten gehören dazu auch höhere RentenundKrankenbeiträge wegen Frühverrentungund steigender Behandlungskostensowie partnerschaftlicher und familiärerProbleme infolge psychischer und körperlicherBeschwerden, entsprechend darausresultierender Behandlungskosten.Was kann gegen Mobbinggetan werden?Folgende drei Aspekte sind nach Knorzund Zapf (1996) für einen erfolgreichenUmgang mit Mobbing wichtig:• Frühzeitig sollten Betroffene Grenzenziehen und konsequent aus dem üblenSpiel Mobbing aussteigen.• Eine persönliche Stabilisierung ist notwendig.• Es ist nur dann möglich ein Mobbingdauerhaft zu beenden, wenn die Formder Zusammenarbeit oder die Interaktionvon Mobber und Gemobbten sichgrundsätzlich ändern.Rechtzeitig und angemessen muss schondie Grenzziehung erfolgen. Bezogen aufdie empirischen Befunde von Knorz undZapf (1996) sprechen diese eher dafür, dassdas Vermeiden jeglicher Eskalation (z. B.die Steigerung/Zunahme eines Mobbingverlaufes)zu einer Besserung der Situationführt. Die am häufigsten gewählteStrategie besteht in der Kontaktaufnahmemit der Gegenseite; diese Handlung wirdvon 75 Prozent ausgeübt. Etwa ein Drittelbereitete dem Mobber Lösungsvorschlä-33


Karin LangeMobbingge und rund 6 Prozent mobben zurück.Diese Versuche waren jedoch in den meistenFällen nicht erfolgreich. Die möglichstfrühe Suche nach Unterstützung ist naheliegender– bei Kollegen, Mitgliedern derInteressenvertretungen oder Vorgesetzten.Die genannten Möglichkeiten sind oftnicht ausreichend und die Betroffenensuchen meistens Unterstützung außerhalbdes Betriebs.Ansprechpartner fürMobbingopferDie Familie sowie der Freundes- undBekanntenkreis spielen hierbei eine zentraleRolle. Zwangsläufig werden dieFamilienmitglieder (76 Prozent) in denMobbingprozess hineingezogen. Entsprechendhäufig wurde auch der Hausarzt(52 Prozent) einbezogen, gefolgt vonPsychologen (39 Prozent). Am häufigstenals hilfreich erlebt wird die Unterstützungvon Psychologen. Mobbingopfern kanneher psychologisch (57 Prozent) als medizinisch(41 Prozent) geholfen werden; dieseszeigt besonders der Vergleich mit denHausärzten. Ein Drittel gab lediglich an,dass keine der um Hilfe ersuchten Personen/Institutionenhelfen konnte. Es bleibtoffen, ob keine Hilfe geleistet wurde, oderob diese subjektiv als nicht hilfreich empfundenwurde.LangzeitfolgenAls Langzeitfolge von Mobbing liegt ofteine tatsächliche oder eine innere Kündigungvor. Sieht das Opfer keine Chancesich gegen das Mobbing zur Wehr zu setzen,entwickelt sich eine innere Kündigung.In dem Zusammenhang werdenNotlösungen resigniert, die als Überlebensstrategieentwickelt wurden.Hieraus resultierende Konsequenzen sind:• Eine geringe Lust, sich für das Unternehmenweiterhin einzusetzen und dieResignation in Verbindung mit demVerlust der Leistungsmotivation.• Dienst nach Vorschrift mit dem Ziel,Kräfte zu sparen.• Bei einer unzureichenden Auslastungwerden seitens des MobbingopfersAktivitäten verübt, die dem ArbeitgeberGeld kosten und ihm wenig odergar nichts einbringen, dafür dem Mobbingopferein gewisses Maß an Selbstwertgefühlerhalten.• Eine Flucht in die Krankheit wird oftmit der Absicht oderFolge praktiziert, vorzeitigin den Ruhestandzu treten.Nur selten werdenMobbingattacken vonwirklich bösen Menschenpraktiziert. Inden meisten Fällenmachen sich die„Täter“ nur wenigGedanken über dieAuswirkungen ihresHandelns, so dass sichhieraus viel häufigerein schleichenderMobbingprozess entwickelt.Außer denPersonen, die denBetroffenen gezieltschaden wollen, dasbedeutet, die sichbewusst Mobbinghandlungenausdenken,gibt es eine Vielzahlvon Beteiligten,die Mobbing überhaupterst ermöglichen. Hierbei handeltes sich um Personen, die entweder ausUnbedachtheit oder Nachlässigkeit amMobbing teilnehmen oder dem Mobbingverlaufzusehen, ohne einzuschreiten.Mobbing tritt deshalb auf, weil es geduldetwird. Würde es gelingen, eine moralischeGrenze zu ziehen, die Mobbinghandlungenbereits in der Organisationals inakzeptabel erscheinen lässt, dannwürde es weitaus seltener zu einem Mobbingprozederekommen. Sicherlich gehtes nicht darum, „Konflikte zu verbieten“,weil diese notwendig sind und ebenfallsdurch Verbote sich nicht vermeiden lassen.Es entsteht nur dann Mobbing – undzwar aus ungelösten Konflikten – wennsich niemand mehr aktiv um den Konfliktkümmert und dieser unbeachtetwuchern darf. Bedingt durch ein mutigesAuftreten von Kollegen und Vorgesetzten,die vor allem deutlich ihre Meinung sagen,kann Mobbing verhindert werden.LiteraturProf. Dr. Sven Max Litzcke, Prof. HorstSchuh, Stress, Mobbing und Burn-out amArbeitsplatz, Springer Medizin Verlag, Heidelberg2005.35


DanksagungVIELENwww.VDPolizei.deDANK!Liebe Inserenten!Mit der Beteiligung in der Festschrift anlässlich unseres Polizeifesteshaben Sie uns sehr geholfen. Wir danken Ihnen dafür sehr herzlich!Liebe Leser!Alle Inserate dieser Festschrift verdienen Ihre Aufmerksamkeit.Bitte berücksichtigen Sie diese Unternehmen bevorzugt bei Ihrernächsten Disposition.IhreGewerkschaft der PolizeiKreisgruppen Remscheid und Wuppertal36

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