Großes Bürger- und Polizeifest - bei Polizeifeste.de

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Karin LangeMobbingvom Opfer zurück, zum Beispiel aus Angstdavor, entsprechend gemobbt zu werden.Der Weg in die soziale Isolation ist somitbeschritten. In Verbindung mit Gerüchtenkommt es dazu, dass der Betroffene auf dieAngriffe reagiert. Meistens denkt er nochin den Kategorien von Schuld und Wiedergutmachung,während das Umfeld bereitsmit der Isolation begonnen hat. Der Betroffenereagiert zunehmend mit Misstrauenund Unfreundlichkeit, wodurch sich dieneutralen Personen distanzieren. Durchdie fehlende soziale Unterstützung wirddas Bewältigungsvermögen des Betroffenenextrem verschlechtert. Leyman (1993)bringt es auf den Punkt: „Was der Betroffeneauch immer unternimmt, um sich zuretten, es sind die anderen, die einseitigdarüber urteilen, ob er wieder aufgenommenwird oder nicht“. Anstatt das Verteidigungsverhaltendes Betroffenen in Beziehungzur sozialen Situation zu sehen, dasheißt zu den Angriffen zu setzen, wirdunterstellt, das Verhalten sei in der Persönlichkeitbegründet: Den Weg zur Stigmatisierungbahnen Mutmaßungen über diePersönlichkeit und Charaktermängel. DieSchlinge wird umso enger gezogen, je verzweifeltersich das Opfer wehrt.Im Schaubild wird der Mobbingverlaufin knapper Form dargestellt. Die Zeitangabendienen lediglich der Groborientierung.Mobbing kann im Einzelfall entwederrascher oder langsamer verlaufen.Es kann durchaus sein, dass nicht jederBetroffene alle Phasen durchlebt, es könnenPhasen übersprungen werden. DerMobbingprozess kann unterbrochen odergestoppt werden. Ein Mobbingprozessdauert am häufigsten etwa 12 Monate.Was die meisten Mobbingfälle betrifft,waren drei bis fünf Personen feindseligaktiv.Die betrieblicheInteressensvertretungEin Betriebsrat hat viele Möglichkeiten,bei einem Mobbing sinnvoll einzugreifen.Welche Möglichkeiten er letztendlichergreifen möchte, dieses hängt von derStärke des Interesses, von der Problematikim Betrieb, von der verfügbaren Zeitund von der Unterstützung durch dieBelegschaft sowie dem Arbeitgeber ab.Entweder kann der Betriebsrat selberStressoren ausder ArbeitsweltVorphase:eventuell latente Konflikte1. PhaseKonflikte entstehen/werden bewusst2. PhaseErste Mobbinattackenund gezielte Konflikteskalationen3. PhaseNach ca. 6 Monaten.Weitere Konflikteskalationund Stigmatisierung4. PhaseCirca 12 Monate nachBeginn.Einschreiten des Arbeitgebers,disziplinarischeund arbeitsrechtlicheMaßnahmen5. PhaseKündigung, Prozessedafür sorgen oder es werden andere, zumBeispiel aus der Personalverwaltung, fürMobbing zuständig sein. Vor allem dasBetriebsverfassungsgesetz bildet die rechtlicheGrundlage für den Betriebsrat, aktivgegen Mobbing vorzugehen. Außerdemsollten die umfangreichen betriebspolitischenHandlungsmöglichkeiten desBetriebsrates nicht zu gering eingeschätztwerden. Viele Betriebsratsmitglieder haltensich bei Mobbing deshalb zurück, weilsie sich für die Lösungen zwischenmenschlicherbetrieblicher Konflikte nochnicht ausreichend kompetent fühlen. Fürden Betriebsrat wäre es ratsam, wenn ersich präventive (vorbeugende) Gedankenzu diesem Thema machen würde. In einerBetriebsratssitzung könnte man sich zumBeispiel mit folgendem Tagespunktbeschäftigen: „Mobbing – wie wollen wirin Zukunft mit dem Thema umgehen?“Mobbingverlauf(Leymann, 1993; Zuschlag, 2001)Krankheitssymptomebeim Mobbingopferkeine KrankheitssymptomeStressinduzierte psychosomatischeReaktionen, zumBeispiel Schlafstörungen,Magen-/Darmstörungen,leichte depressiveVerstimmungVerstärkung der in Phase 1aufgetretenen SymptomeBehandlungsbedürftigkeitaufgrund psychosomatischerBeschwerdenPsychosomatische Symptomatikverschlimmert sichund breitet sich aus,Ausweitung zum „generellenAngstzustand“Verfestigung der psychomatischenBeschwerdenund kompensatorischeFlucht in die KrankheitReaktionendes Mobbingopferskeine ReaktionenVersuch einer rationalenKonfliktbewältigungRationale Argumentationund gegebenenfallsaggressive AbwehrreaktionenTeils hilflose und teilsaggressive AbwehrreaktionenGegenattacken zur Vermeidungdes wirtschaftlichenRuins und des sozialen Abstiegs,Existensangst undVerzweiflung, Aufsuchenvon Psychologen, Rechtsanwältenund FachärztenKonfrontation mit demAusscheiden aus demArbeitsleben und Isolationin der GesellschaftWerden vom Betriebsrat die Weichengestellt, so behält er auch die Initiative undkann verhindern, dass er mit unschönenEreignissen konfrontiert wird. Eine Mobbingsprechstundekann unter Umständenim Rahmen der bereits vorliegendenSprechstunde des Betriebsrates integriertsein. Hierüber wachsen mehrere Mitgliederin die Mobbingthematik hinein underlangen Kompetenz.LiteraturAxel Esser, Martin Wolmerath, Mobbing derRatgeber für Betroffene und ihre Interessenvertretung,Bund-Verlag GmbH, Frankfurtam Main 1998; Norbert Kollmer, RechtsberaterMobbing im Arbeitsverhältnis, C.F. MüllerVerlag, Hüthig GmbH, Heidelberg 2000;Sven Max Litzcke, Horst Schuh, Stress, Mobbingund Burn-out am Arbeitsplatz, SpringerMedizin Verlag, Heidelberg 200529

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