Großes Bürger- und Polizeifest - bei Polizeifeste.de

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Karin LangeMobbingge und rund 6 Prozent mobben zurück.Diese Versuche waren jedoch in den meistenFällen nicht erfolgreich. Die möglichstfrühe Suche nach Unterstützung ist naheliegender– bei Kollegen, Mitgliedern derInteressenvertretungen oder Vorgesetzten.Die genannten Möglichkeiten sind oftnicht ausreichend und die Betroffenensuchen meistens Unterstützung außerhalbdes Betriebs.Ansprechpartner fürMobbingopferDie Familie sowie der Freundes- undBekanntenkreis spielen hierbei eine zentraleRolle. Zwangsläufig werden dieFamilienmitglieder (76 Prozent) in denMobbingprozess hineingezogen. Entsprechendhäufig wurde auch der Hausarzt(52 Prozent) einbezogen, gefolgt vonPsychologen (39 Prozent). Am häufigstenals hilfreich erlebt wird die Unterstützungvon Psychologen. Mobbingopfern kanneher psychologisch (57 Prozent) als medizinisch(41 Prozent) geholfen werden; dieseszeigt besonders der Vergleich mit denHausärzten. Ein Drittel gab lediglich an,dass keine der um Hilfe ersuchten Personen/Institutionenhelfen konnte. Es bleibtoffen, ob keine Hilfe geleistet wurde, oderob diese subjektiv als nicht hilfreich empfundenwurde.LangzeitfolgenAls Langzeitfolge von Mobbing liegt ofteine tatsächliche oder eine innere Kündigungvor. Sieht das Opfer keine Chancesich gegen das Mobbing zur Wehr zu setzen,entwickelt sich eine innere Kündigung.In dem Zusammenhang werdenNotlösungen resigniert, die als Überlebensstrategieentwickelt wurden.Hieraus resultierende Konsequenzen sind:• Eine geringe Lust, sich für das Unternehmenweiterhin einzusetzen und dieResignation in Verbindung mit demVerlust der Leistungsmotivation.• Dienst nach Vorschrift mit dem Ziel,Kräfte zu sparen.• Bei einer unzureichenden Auslastungwerden seitens des MobbingopfersAktivitäten verübt, die dem ArbeitgeberGeld kosten und ihm wenig odergar nichts einbringen, dafür dem Mobbingopferein gewisses Maß an Selbstwertgefühlerhalten.• Eine Flucht in die Krankheit wird oftmit der Absicht oderFolge praktiziert, vorzeitigin den Ruhestandzu treten.Nur selten werdenMobbingattacken vonwirklich bösen Menschenpraktiziert. Inden meisten Fällenmachen sich die„Täter“ nur wenigGedanken über dieAuswirkungen ihresHandelns, so dass sichhieraus viel häufigerein schleichenderMobbingprozess entwickelt.Außer denPersonen, die denBetroffenen gezieltschaden wollen, dasbedeutet, die sichbewusst Mobbinghandlungenausdenken,gibt es eine Vielzahlvon Beteiligten,die Mobbing überhaupterst ermöglichen. Hierbei handeltes sich um Personen, die entweder ausUnbedachtheit oder Nachlässigkeit amMobbing teilnehmen oder dem Mobbingverlaufzusehen, ohne einzuschreiten.Mobbing tritt deshalb auf, weil es geduldetwird. Würde es gelingen, eine moralischeGrenze zu ziehen, die Mobbinghandlungenbereits in der Organisationals inakzeptabel erscheinen lässt, dannwürde es weitaus seltener zu einem Mobbingprozederekommen. Sicherlich gehtes nicht darum, „Konflikte zu verbieten“,weil diese notwendig sind und ebenfallsdurch Verbote sich nicht vermeiden lassen.Es entsteht nur dann Mobbing – undzwar aus ungelösten Konflikten – wennsich niemand mehr aktiv um den Konfliktkümmert und dieser unbeachtetwuchern darf. Bedingt durch ein mutigesAuftreten von Kollegen und Vorgesetzten,die vor allem deutlich ihre Meinung sagen,kann Mobbing verhindert werden.LiteraturProf. Dr. Sven Max Litzcke, Prof. HorstSchuh, Stress, Mobbing und Burn-out amArbeitsplatz, Springer Medizin Verlag, Heidelberg2005.35

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