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Jahresbericht - Deutsches Herzzentrum Berlin

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2009<br />

<strong>Jahresbericht</strong>


Inhalt<br />

Inhaltsverzeichnis 2<br />

Vorwort 4<br />

Mitglieder des Stiftungsrates des DHZB 6<br />

Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstandes des DHZB 8<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie 10<br />

Kontaktdaten 11<br />

Tätigkeitsbericht 12<br />

Abteilungsstruktur 14<br />

Chirurgische Leistungen 18<br />

Promotionen und Habilitationen 24<br />

Fortbildung und Konferenzen 28<br />

Bereiche der Chirurgie 36<br />

Akademie für Kardiotechnik 92<br />

Veranstaltungen 96<br />

Klinik für Innere Medizin / Kardiologie 100<br />

Kontaktdaten 101<br />

Tätigkeitsbericht 102<br />

Abteilungsstruktur 104<br />

Promotionen, Habilitationen 105<br />

Ambulante Kardiologische Diagnostik und Therapie 106<br />

Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie 113<br />

Wissenschaftliche Ergebnisse (Auszug) 118<br />

Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />

von Herz- und Gefäßerkrankungen 122<br />

Arbeitsgruppe Rhythmologie 135<br />

Veranstaltungen, Lehre, Weiterbildung 2009 143<br />

Das Akutlabor im DHZB 145<br />

Weitere Forschungsvorhaben 146<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie 158<br />

Kontaktdaten 159<br />

Tätigkeitsbericht 160<br />

Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie 166<br />

Abteilungsstruktur 174<br />

Habilitationen und Promotionen 176<br />

Lehre 180<br />

Forschung 183<br />

Veranstaltungen 185<br />

2<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Institut für Anästhesiologie 188<br />

Kontaktdaten 189<br />

Tätigkeitsbericht 190<br />

Abteilungsstruktur 192<br />

Lehre 194<br />

Forschung 196<br />

Verwaltung 202<br />

Kontaktdaten 203<br />

Tätigkeitsbericht 204<br />

Abteilungsstruktur 206<br />

Pflegedienst 248<br />

Kontaktdaten 249<br />

Tätigkeitsbericht 250<br />

Abteilungsstruktur 252<br />

Projekte/Arbeitsgruppen 258<br />

Tätigkeitsberichte 262<br />

Gemeinsame Einrichtungen 272<br />

Die Webseite des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> 272<br />

Die Homepage der Gesellschaft der Freunde des Deutschen<br />

<strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V. 274<br />

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 276<br />

Seelsorge 279<br />

Impressum 280<br />

3<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Vorwort des Ärztlichen Direktors<br />

Der vorliegende Bericht stellt die wichtigen Ereignisse und Entwicklungen des Deutschen<br />

<strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> während des Jahres 2009 bis in das Frühjahr 2010 dar.<br />

Er konzentriert sich in seinem gedruckten Anteil aus Gründen der Übersichtlichkeit auf<br />

Textbeiträge und Grafiken vor allem der klinischen Arbeit, während die einzelnen<br />

Forschungsprojekte und die zahlreichen Publikationen auf einer CD beigefügt sind.<br />

Der Geschäftsführende Vorstand bedankt sich bei allen Mitarbeitern für die enorme<br />

Leistung, die wiederum erbracht wurde, jetzt auch unter der zunehmend ernsteren<br />

Auflage der ökonomischen Enge, durch die Konvergenzphase der DRG bedingt, was zu<br />

einem bedachteren Umgang mit den Verbrauchsmitteln und einem gezielteren<br />

Personaleinsatz zwang, was letztlich jedoch zu einer ausgeglichenen Haushaltslage<br />

führte.<br />

Dank gilt wiederum den Mitgliedern des Stiftungsrates für die engagierte Unterstützung<br />

des Vorstandes.<br />

Wir betrauern zutiefst den Tod von Herrn Prof. Dr. Helmut Kewitz, der am 21.Oktober<br />

2009 in seinem 90. Lebensjahr von uns gegangen ist. Herr Prof. Dr. Kewitz, zum Zeitpunkt<br />

der Gründung des Stiftungsrates 1985 Ärztlicher Direktor des Klinikums Steglitz der<br />

Freien Universität hat seither, mit einer Ausnahme, an allen Sitzungen des Stiftungsrates<br />

mit Temperament und klarem, kritischem Verstand teilgenommen und immer seine<br />

wertvolle Meinung, vor allem zu Fragen der Wissenschaft und der Zusammenarbeit mit<br />

der universitären Medizin in <strong>Berlin</strong>, eingebracht. Wir verlieren in ihm einen großen Freund<br />

und werden ihn nie vergessen.<br />

Die Zusammenarbeit mit der universitären Medizin war in der praktischen Umsetzung, vor<br />

allem in Klinik und zahlreichen wissenschaftlichen Projekten, immer fruchtbar und<br />

unbeschwert. Ausdruck dieser Zusammenarbeit sind auch die Stiftungsprofessuren, die<br />

das <strong>Herzzentrum</strong> in die Charité einbringt, nämlich für Physiologie und<br />

geschlechtsspezifische Medizin. Es kamen jetzt hinzu das gemeinsame Marfanzentrum<br />

und die Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie, in der eine Stiftungsprofessur<br />

für Herzpathologie angedacht ist.<br />

Das Problem der Lehre am Krankenbett, wobei die Charité aus ökonomischen Gründen auf<br />

die Teilnahme der Lehrbefugten des <strong>Herzzentrum</strong>s und aller sonstigen Mitarbeiter<br />

verzichtete, konnte nun in jüngster Zeit einer praktikablen und konstruktiven Lösung<br />

zugeführt werden. Demnach versehen Mitarbeiter des <strong>Herzzentrum</strong>s studentische Lehre<br />

an den Betten der benachbarten Einrichtungen der Charité selbst, mit Schwerpunkt auf<br />

die Erkrankungen und Verfahren, welche das besondere Spektrum des <strong>Herzzentrum</strong>s<br />

ausmachen.<br />

4<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Weiterhin wurden mehrere Gespräche mit Mitgliedern des Vorstandes der Charité geführt,<br />

wobei die Möglichkeiten einer Abstimmung bzw. einer unmittelbaren Zusammenarbeit in<br />

den Fächern der kardiovaskulären Medizin sowohl des DHZB als auch der Charité sehr<br />

konstruktiv angesprochen wurden.<br />

Die gemeinsame Zukunftsplanung dieses bedeutenden Komplexes drängt sich geradezu<br />

auf, vor dem Hintergrund des abzusehenden Wechsels in mehreren Leitungsfunktionen<br />

beider Einrichtungen einerseits und zu erwartenden Strukturveränderungen innerhalb der<br />

universitären Medizin andererseits. Ein umfassendes und dauerhaftes Konzept zu<br />

schaffen, welches das enorme Potenzial von Charité, DHZB und weiteren, vor allem<br />

wissenschaftlichen Einrichtungen einschließt, ist, so meine ich, jetzt eine Verpflichtung<br />

gegenüber der Zukunft dieser Stadt.<br />

Prof. Dr. med. Dr. h. c. R. Hetzer<br />

5<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Mitglieder des Stiftungsrates<br />

des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />

Präsident des Stiftungsrates<br />

Hubertus Moser, ab Mai 1999<br />

vorm. Prof. Dr. H. Bourmer, 1993 bis Mai 1999, Ehrenpräsident bis 20. Mai 2001 ( † )<br />

Staatssekretär A. Hasinger, 1986 bis Dezember 1993, Ehrenpräsident bis 21. Februar 1994 ( † )<br />

Geborene Mitglieder<br />

nach § 13, Abs. 1, Nr. 1 - 3 der Satzung<br />

Mitglied Vertreter<br />

1. Senatorin für Gesundheit, Umwelt Staatssekretär für Gesundheit, Umwelt<br />

und Verbraucherschutz und Verbraucherschutz<br />

Frau Katrin Lompscher Dr. Benjamin-Immanuel Hoff<br />

2. Senator für Bildung, Senatsverwaltung für Bildung,<br />

Wissenschaft und Forschung Wissenschaft und Forschung<br />

Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner Dr. Jutta Koch-Unterseher<br />

3. Präsident der 2. Vizepräsidentin der<br />

Freien Universität <strong>Berlin</strong> Freien Universität <strong>Berlin</strong><br />

Prof. Dr. Dieter Lenzen Prof. Dr. Monika Schäfer-Korting<br />

4. Präsident der Vizepräsident der Humboldt-Universität<br />

Humboldt-Universität zu <strong>Berlin</strong> für Forschung<br />

Prof. Dr. Christoph Markschies Prof. Dr. Jürgen Prömel<br />

5. Vorsitzender des Vorstands Direktor des Klinikums<br />

Campus Charité Mitte Campus Charité Mitte<br />

Prof. Dr. Karl M. Einhäupl Herr Matthias Scheller<br />

6. Bezirksbürgermeister Mitte Bezirksstadtrat<br />

Dr. Christian Hanke Herr Joachim Zeller<br />

6<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Kooptierte Mitglieder<br />

nach § 13, Abs. 1, Nr. 4 der Satzung<br />

Mitglied Vertreter<br />

1. Dr. h.c. Friede Springer Prof. Dr. Bernhard Servatius<br />

2. Herr Hubertus Moser Herr Hans Nisblé<br />

3. Prof. Dr. Gerhard Blümchen Dr. Jochen Upmeier<br />

4. Herr Günter Dibbern Dr. Volker Leienbach<br />

5. Prof. Dr. Heinz Heidrich Dr. med. Clemens Fahrig<br />

6. Prof. Dr. Hans Maier Herr Ludger Dinkelborg Ph.D.<br />

7. Prof. Dr. Jürgen Mlynek Dr. Rolf Zettl<br />

8. Dr. Eric Schweitzer Herr Jan Eder<br />

9. Prof. Dr. Lothar Späth Frau Maren Mueller<br />

10. Prof. Dr. Hans-Jochen Stolpmann Prof. Dr. Jochen Konradt<br />

11. Dr. Reinhard Uppenkamp Dr. Rainer Kern<br />

12. Herr Hans Wall Herr Roland von zur Mühlen<br />

13. Prof. Dr. Karsten Vilmar Prof. Dr. Werner Schlungbaum<br />

7<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstandes<br />

des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. Roland Hetzer<br />

Stellvertreter: 1. Herr Prof. Dr. Miralem Pasic<br />

2. Herr Prof. Yu-Guo Weng<br />

3. Herr Prof. Dr. Vladimir Alexi-Meskishvili<br />

4. Herr Dr. Michael Hübler<br />

Klinik für Innere Medizin / Kardiologie<br />

Leitender Arzt: Herr Prof. Dr. Eckart Fleck<br />

Stellvertreter: Herr PD Dr. Stephan Dreysse<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Leitender Arzt: Herr Prof. Dr. Felix Berger<br />

Stellvertreter: Herr PD Dr. Peter Ewert<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

Leitender Arzt: Herr Prof. Dr. Hermann Kuppe<br />

Stellvertreter: Herr Dr. Gunther Mai<br />

Verwaltung<br />

Direktor: Herr Dipl.-Ing. Thomas Michael Höhn<br />

Stellvertreter: Herr Klaus Reßmer<br />

Pflegedienst<br />

Pflegedirektorin/Koordinatorin: Frau Ulrike Richert-Schmidt<br />

Stellvertreterin: Frau Martina Jonas<br />

8<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


9<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

10<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Klinik für<br />

Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Leitender Arzt<br />

Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Roland Hetzer<br />

Direktor der Klinik<br />

Augustenburger Platz 1<br />

13353 <strong>Berlin</strong><br />

Telefon +49 30 - 4593 2001<br />

Telefax +49 30 - 4593 2100<br />

11<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsbericht<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Während des Jahres 2009 waren eine Reihe von Veränderungen zu erkennen, die<br />

sowohl das Spektrum der Erkrankungen der zugewiesenen Patienten als auch<br />

technische Neuerungen betrafen.<br />

Die bloßen Koronar-Bypassoperationen gingen an Zahl weiter zurück, dem<br />

allgemeinen Trend in Deutschland folgend. Jetzt kamen vermehrt vor allem Dringliche<br />

und Notfälle, Patienten im Kreislaufschock und zunehmend für Kombinationseingriffe.<br />

Die Anzahl der Herzklappenoperationen dagegen hat zugenommen, hier wiederum<br />

fortgeschrittene Krankheitsstadien, aber auch hochbetagte Patienten, bei denen die<br />

Möglichkeit einer Katheterklappenimplantation im Hybrid-Operationssaal diskutiert<br />

wurde. Diese letzteren Techniken werden jetzt mit hohem Routinegrad ausgeführt. Es<br />

wurden auch mehrere neue und ganz originelle Klappenoperationskonzepte<br />

eingeführt, mit dem Ziel weniger Invasivität und Verzicht auf künstliche Implantate.<br />

Auch die Operationen bei angeborenen Herzfehlern haben wieder zugenommen, jetzt<br />

vor allem bei komplexen Fehlern und bei Frühgeborenen, obwohl die Anzahl der<br />

Kinder, die mit angeborenen Herzfehlern in Deutschland geboren werden, eher<br />

abnimmt.<br />

Dramatisch weiter zurückgegangen sind die Transplantationszahlen, sowohl der<br />

Herzen als auch der Lungen. Mit 347 Herztransplantationen in ganz Deutschland<br />

wurde jetzt ein neues Tief erreicht. Mit der Aktion „Pro-Organspende“, die vom DHZB<br />

aus angestoßen wurde, haben wir nun eine viel beachtete, von zahlreichen<br />

Prominenten und vor allem von der Springer-Presse unterstütze Kampagne, die nach<br />

aller Erwartung das Interesse und die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung<br />

wecken wird.<br />

Entsprechend der rückläufigen Entwicklung bei den Herztransplantationen wurden<br />

nun mehr künstliche Herzpumpen implantiert, zunehmend auch als Dauerimplantate,<br />

mittlerweile viermal so viel wie Transplantationen. Im September 2009 wurde dann<br />

auch erstmals ein implantierbares System sowohl für die linke als auch für die rechte<br />

Herzkammer eingesetzt, das die Möglichkeiten der Behandlung auch für Patienten<br />

eröffnet, denen bisher nur mit wenig patientenfreundlichen externen Systemen<br />

geholfen werden konnte. Auf unserem zweijährlichen Symposium über Mechanische<br />

Kreislaufunterstützung, welches dieses Mal zusammen mit dem Institut für<br />

geschlechtsspezifische Medizin abgehalten wurde, konnten die Experten für<br />

„Künstliche Herzen“ der Welt wiederum hier in <strong>Berlin</strong> zusammen gebracht werden.<br />

12<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Zusammen mit dem <strong>Herzzentrum</strong> in Bad Oeynhausen, welches nach dem DHZB die<br />

zweitgrößte Zahl von künstlichen Herzpumpen weltweit implantiert, wurde ein<br />

europäisches Register „Euromacs“ am 10. Dezember 2009 in <strong>Berlin</strong> gegründet, welches<br />

möglichst umfassend alle Erfahrungen mit diesen Implantaten in Europa sammeln und<br />

analysieren soll.<br />

Ein sehr wichtiger Schritt für die Stabilisierung und mögliche Ausweitung der<br />

chirurgischen Kapazität war die Vergrößerung der Intensivkapazität im<br />

Paulinenkrankenhaus auf 21 Betten, der im Jahre 2010 nochmals 9 Betten folgen<br />

sollen. Damit wird das traditionelle „Nadelöhr“ des Operationsprogramms, nämlich die<br />

Intensivbettenkapazität, gelindert und eine gewisse weitere Expansion ist denkbar.<br />

Prof. Dr. med. Dr. h. c. R. Hetzer<br />

13<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Leitender Arzt<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Prof. Dr. med. Roland Hetzer Chirurgie, Herzchirurgie, Gefäßchirurgie,<br />

Direktor der Klinik Thorax- und Kardiovaskularchirurgie<br />

Vertreter<br />

Prof. Dr. Yu-Guo Weng Chirurgie, Herzchirurgie<br />

Prof. Dr. Vladimir Alexi-Meskishvili Herzchirurgie<br />

Prof. Dr. Dr. Miralem Pasic Chirurgie, Herzchirurgie<br />

Dr. Michael Hübler Herzchirurgie<br />

Oberärzte<br />

Dr. M. Aref Amiri Chirurgie, Herzchirurgie<br />

PD Dr. Matthias Bauer Herzchirurgie<br />

PD Dr. Michael Dandel Innere Medizin<br />

Prof. Dr. Onnen Grauhan Chirurgie, Herzchirurgie<br />

Dr. Tom Gromann Anästhesie<br />

Dr. Robert Hammerschmidt Herzchirurgie<br />

PD Dr. Nicola Hiemann Innere Medizin<br />

Mirsat Kacila Herzchirurgie<br />

Dr. Mahdi Kadry Chirurgie, Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie,<br />

Dr. Dagmar Kemper Innere Medizin, Pulmologie<br />

PD Dr. Christoph Knosalla Herzchirurgie<br />

Prof. Dr. Thomas Krabatsch Herzchirurgie<br />

PD Dr. Horst Laube Chirurgie, Gefäß-, Thorax- und<br />

Kardiovaskularchirurgie<br />

Dr. Hans Brendan Lehmkuhl Innere Medizin, Kardiologie<br />

Prof. Dr. Rudolf Meyer Pathologie<br />

Dr. Rainer Petzina Herzchirurgie<br />

Beate Schaumann Chirurgie<br />

Dr. Dr. Henryk Siniawski Innere Medizin<br />

Prof. Dr. Christof Stamm Herzchirurgie<br />

Dr. Guna Tetere Chirurgie<br />

Dr. Burkhard Zipfel Chirurgie, Herzchirurgie<br />

Funktionsärzte<br />

Eyad Abduljawwad Innere Medizin<br />

Gesine Afif Innere Medizin<br />

Dr. Wolfgang Albert Allgemeinmedizin, Psychosom. Medizin,<br />

Psychotherapie/ -analyse<br />

Dr. Rufus Baretti Herzchirurgie<br />

Dr. Peter Bergs Herzchirurgie<br />

Dr. Martin Bettmann Innere Medizin<br />

Dr. Jörg Brandes Allgemeinmedizin<br />

Dr. Ursula Busch Innere Medizin<br />

Dr. Semih Buz Herzchirurgie<br />

Dr. Birgit Debus Innere Medizin<br />

Dr. Eva Maria Delmo Walter Herzchirurgie<br />

Dr. Thorsten Drews Herzchirurgie<br />

Dr. Volker Düsterhöft Herzchirurgie<br />

Dr. Heinrich Erpenbeck Chirurgie<br />

Petra Gehle Herzchirurgie<br />

14<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Funktionsärzte fortges.<br />

Ekaterina Ivanitskaya Innere Medizin<br />

Beate Jurmann Innere Medizin<br />

Dr. Michael Krämer Anästhesie<br />

Dr. Cora Lüders Biologie<br />

Hans Lufft Innere Medizin<br />

Dr. Evelyn Meye Neurologie<br />

Dr. Michele Musci Herzchirurgie<br />

Dr. Boris Nasseri Herzchirurgie<br />

Dr. Mihriban Pelit Allgemeinmedizin<br />

Dr. Petar Petrov Herzchirurgie<br />

Dr. Evgenij Potapov Herzchirurgie<br />

Dr. Reinhard Pregla Herzchirurgie<br />

Dr. Naser Qedra Herzchirurgie<br />

Dr. Wolfgang Ruisz Innere Medizin<br />

Dr. Oliver Saherwala Innere Medizin<br />

Dr. Raymond Schaffarczyk Herzchirurgie<br />

Dr. Gerard Schmidt Herzchirurgie<br />

Kersten Schnelle Anästhesie<br />

Oliver Simsch Allgemeinmedizin<br />

Roland Warnecke Herzchirurgie<br />

Karsten Weller Herzchirurgie<br />

Dr. Ruhi Yeter Herzchirurgie<br />

Dr. Kadir Yilmaz Innere Medizin<br />

Assistenzärzte<br />

Frank Barthel<br />

Dr. Oliver Birkelbach<br />

Alexandra Brauner<br />

Dr. Christian Brett<br />

Zaida Claros<br />

Marina Diener<br />

Doreen Drews<br />

Angela Englert<br />

Konstanze Ertelt<br />

Dr. Julia Gensicke<br />

Dr. Beate Grote<br />

Stefanie Harbauer<br />

Felix Hennig<br />

Dr. Sandra von Hippel<br />

Michael Hofmann<br />

Dr. Sören Hörnig<br />

Samira Hübler<br />

Dr. Michael Hülsmeyer<br />

Dr. Shwan Hussein<br />

Dr. Adam Kilimnik<br />

Alpay Kizir<br />

Ass.Prof. Takeshi Komoda<br />

Dr. Bärbel Lamparter<br />

Dr. Henrike Liptau<br />

Dr. Alexandra Löw<br />

Daniel Mai<br />

Alexander von Mallasz ( �)<br />

Dr. Martin Matthäus<br />

15<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Assistenzärzte fortges.<br />

Dr. Britta Meyer-Zier<br />

Markus Moser<br />

Markus Müller<br />

Peter Müller<br />

Artashes Navasardyan<br />

Adam Penkalla<br />

Georgi Petrov<br />

Gunther Schmidt, MD-PHD<br />

Christopher Schneeweis<br />

Natalia Solowjowa<br />

Sajjad Soltani<br />

Dr. Alexander Stepanenko<br />

Baris Tutkun<br />

Dr. Axel Unbehaun<br />

Dr. Lavinius Ungur<br />

Jana Veit<br />

Funda Lorini-Villavicenio<br />

Hao Wang<br />

Dr. Harald Wilfling<br />

Petra Zarubova<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Sekretariat des Ärztlichen Direktors<br />

Dr. h.c. Norbert Franz Persönlicher Referent<br />

Prof. Dr. Wolf Rafflenbeul Wissenschaftskoordination<br />

Diana Kendall, B.A., M.A.<br />

Gudrun Peters-Schell<br />

Die Tätigkeiten des Sekretariats werden unterstützt von:<br />

Barbara Barth Qualitätskontrolle, Dienstplangestaltung<br />

Astrid Benhennour<br />

Anne Gale, B.A., E.L.S. Lektorat und Übersetzung (deutsch/englisch)<br />

Franziska Hintz Projektmanagement<br />

Bibliothek, Literaturrecherche, Publikationsarchiv<br />

16<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gudrun Peters und Dr. Norbert Franz<br />

Prof. Hetzer in seinem Büro<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

17<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Chirurgische Leistungen<br />

[n]<br />

4000<br />

3500<br />

3000<br />

2500<br />

2000<br />

1500<br />

1000<br />

500<br />

0<br />

727<br />

[ab April]<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Anzahl der Operationen mit Herz-Lungen-Maschine<br />

1389<br />

2449 2398 2387 2447 2393 2501<br />

2320<br />

2848<br />

3470 3404 3396<br />

‘86 ‘87 ‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

Herz-, Herz/Lungen- und Lungentransplantationen<br />

1986-2009<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

3331<br />

3174<br />

3024<br />

2929 2954 2960<br />

2860<br />

2806 2763 2732<br />

2650<br />

Die Anzahl der „offenen“ Herzoperationen, d.h. derer mit Herz-Lungen-Maschine hat nur scheinbar allmählich<br />

abgenommen. Eine immer größere Zahl wird mittlerweile ohne diese durchgeführt („off-pump“, Hybrideingriffe).<br />

[n]<br />

140<br />

120<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

43<br />

‘86 ‘87 ‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

[ab April]<br />

69<br />

3<br />

74<br />

96<br />

4<br />

100<br />

12<br />

118<br />

13<br />

15<br />

102 110<br />

22<br />

91<br />

26<br />

85<br />

32<br />

62 64<br />

Die Möglichkeit der Herz- und auch der Lungentransplantation hat ständig weiter abgenommen, bedingt durch den<br />

Rückgang der Zahl der gespendeten Organe. Diese Entwicklung macht die Transplantationen in Deutschland zur<br />

einer „kasuistischen“ Therapie, die nur Wenigen zugute kommt.<br />

18<br />

25<br />

26<br />

77<br />

22 19<br />

52 53<br />

18<br />

66<br />

25<br />

47<br />

28<br />

55<br />

34<br />

60<br />

29<br />

69<br />

43<br />

51<br />

34<br />

35<br />

29<br />

23<br />

40 39


[n]<br />

50<br />

45<br />

40<br />

35<br />

30<br />

25<br />

20<br />

15<br />

10<br />

5<br />

0<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Lungen- und Herz/Lungen-Transplantationen 1989-2009<br />

Single lung<br />

Double lung<br />

Heart and lung<br />

Total 484<br />

Kinder 21<br />

Männlich 279<br />

Weiblich 205<br />

‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

Bei den Lungentransplantationen überwogen initial Einzellungen und kombinierte Herz/Lungentransplantationen,<br />

letztere sind heute nur noch für fortgeschrittene angeborene Fehler mit schweren Lungenfolgen reserviert. Wenn<br />

möglich, werden beide Lungen transplantiert. Insgesamt ist hier der Organmangel eklatant.<br />

Patienten mit MCS<br />

Herzunterstützungssysteme und künstliche Herzen 1987-2009<br />

[n]<br />

180<br />

160<br />

140<br />

120<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

Abiomed (44 Pat.)<br />

Arrow CorAide (1 Pat.)<br />

Arrow Lion Heart (6 Pat.)<br />

<strong>Berlin</strong> Heart Incor (181 Pat.)<br />

<strong>Berlin</strong> Heart (Erw.) (552 Pat.)<br />

<strong>Berlin</strong> Heart (Kinder) (117 Pat.)<br />

Bücherl TAH (2 Pat.)<br />

CardioWest TAH (47 Pat.)<br />

HeartWare (22 Pat.)<br />

Jarvik2000 (10 Pat.)<br />

Komb. Incor/Levitronix (3 Pat.)<br />

Komb. TCI/BH (1 Pat.)<br />

Komb. Levitronix /BH (3 Pat.)<br />

15<br />

10 18 26 26 36 32 27<br />

Komb. BH/Incor (3 Pat.)<br />

Komb. Novacor/BH (2 Pat.)<br />

Komb. DuraHeart/Levitronix (1 Pat.)<br />

Komb. HeartMate/Levitronix (4 Pat.)<br />

Levitronix (116 Pat.)<br />

MicroMed DeBakey VAD I (41 Pat.)<br />

MicroMed DeBakey VAD II (2 Pat.)<br />

Novacor (113 Pat.)<br />

TCI-HeartMate (24 Pat.)<br />

Terumo DuraHeart (17 Pat.)<br />

Thoratec HeartMate II (86 Pat.)<br />

VentrAssist (3 Pat.)<br />

13<br />

40<br />

12<br />

29<br />

17<br />

32<br />

‘87 ‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

Die Implantationen von künstlichen Herzpumpen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, bevorzugt mit<br />

voll implantierbaren Rotationssystemen, zunehmend auf Dauer als Ausdruck des Mangels an Spenderherzen, jetzt<br />

auch bei älteren Patienten.<br />

19<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

10<br />

34<br />

18 15<br />

20<br />

22<br />

36 26<br />

15<br />

15 39<br />

11<br />

15<br />

16 29<br />

11 11<br />

19 30 24 23 24<br />

22 28 26 22 18 44 44 18 19<br />

22<br />

25 50<br />

12 16<br />

21


Chirurgische Leistungen<br />

[n]<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

106<br />

[ab Mai]<br />

184<br />

305<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Operationen bei angeborenen Herzfehlern<br />

519<br />

471 478 488<br />

529 davon Tx *OP mit HLM: 379 inkl. 9 Tx / OP ohne HLM: 118<br />

gesamt<br />

506<br />

467 497*<br />

419<br />

432 432 415 380<br />

‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

Die Operationen bei angeborenen Herzfehlern nehmen nach der initialen Etablierung dieses Programms seit Mitte der<br />

90er Jahre deutlich ab als Ausdruck der Einführung interventioneller Techniken bei den einfacheren Fehlern (ASD-<br />

Verschluss u.a.).<br />

Sonstige<br />

Gesamtzahl der Operationen 2009<br />

3.647 Eingriffe<br />

Koronarien<br />

893<br />

thorakorale Eingriffe<br />

64<br />

Kunstherzsysteme<br />

160<br />

Das Spektrum umfasst alle derzeit üblichen Arten der chirurgischen Eingriffe am Herzen und an den großen<br />

Gefäßen, in gewissem Maße auch an den übrigen Thoraxorganen. Gezeigt sind hier alle eigenständigen Operationen,<br />

ob mit oder ohne Herz-Lungen-Maschine.<br />

343<br />

Komb.<br />

313<br />

Rhythmuschirurgie<br />

368 Transplantationen<br />

62<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

350<br />

420<br />

439<br />

Klappen/Koronarien<br />

Klappen<br />

738<br />

453 441<br />

552 Aorta<br />

Angeborene Herzfehler<br />

497<br />

Nicht gerechnet wurden kleinere Eingriffe wie IABP-Im-und Explantationen, Wundrevisionen etc.<br />

20


[n]<br />

900<br />

800<br />

700<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

193<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Altersstruktur der Patienten mit Operationen<br />

mit Herz-Lungen-Maschine<br />

83<br />

54<br />

40<br />

87<br />

0-1 2-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81-90 >90<br />

Alter<br />

Das Alter bei den offenen Herzoperationen zeigt einen Gipfel im Säuglingsalter und dann wieder bei den älteren<br />

Patienten, eine Altersbegrenzung ist nicht mehr zu erkennen.<br />

Aorteneingriffe 1995-2009<br />

Relative Anteile der endovaskulären und der konventionellen Chirurgie<br />

Patienten mit Aortenerkrankungen (Aneurysmen und Dissektionen) kamen in steigender Zahl (2009: 552 Fälle) zur<br />

Operation. Ein erheblicher Teil wird mit Hybrid-Technik (endovaskulärer Kathetereingriff mit oder ohne chirurgische<br />

Verfahren) durchgeführt.<br />

194<br />

Konventionelle Chirurgie<br />

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />

Endov. Stent 3 5 7 6 15 29 35 62 50 50 102 78 85 88 101<br />

Konv. Chir. 148 212 250 244 288 262 293 274 287 294 301 357 377 362 451<br />

21<br />

423<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

784<br />

674<br />

Endovaskuläre Aortenstents<br />

117<br />

1


Chirurgische Leistungen<br />

[n]<br />

120<br />

110<br />

100<br />

90<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

0<br />

abdominal thorakal<br />

3 5 7 6<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Endovaskuläre Stents<br />

2<br />

13<br />

7<br />

22<br />

19<br />

16<br />

Endovaskuläre Stents wurden initial zur Behandlung der infrarenalen Aortenaneurysmen implantiert. Dieses<br />

Konzept wurde dann in die thorakale Aorta ausgedehnt, welche nun das größere Kontingent ausmacht. Heute sind<br />

auch das thorakoabdominale Segment und der Aortenbogen mit endovaskulären Prothesen zugänglich.<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

40<br />

22<br />

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />

Prof. Hetzer bei der Händedesinfektion<br />

22<br />

33<br />

17<br />

32<br />

18<br />

61<br />

41<br />

33<br />

45<br />

52<br />

33<br />

55<br />

33<br />

69<br />

32


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Dr. Dr. Hendryk Siniawski von der Echokardiografie<br />

Dr. Peter Bergs und Olga Komanchenko<br />

23<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Promotionen und Habilitationen<br />

Promotionen<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

1987 bis 2009 abgeschlossene Promotionen: 215<br />

davon prämiert mit<br />

summa cum laude: 9<br />

magna cum laude: 80<br />

cum laude: 114<br />

rite: 12<br />

Abgeschlossene Promotionen 2009<br />

Name Alb, Christian<br />

Titel Analyse des Sektionsgeschehens am Universitätsklinikum Charité<br />

im Zeitraum 1931 bis 1939 (eine retrospektive Autopsiestudie)<br />

Name Brunhuber, Claudia<br />

Titel Geschlechterunterschiede in Klinik und Verlauf der dilatativen<br />

Kardiomyopathie<br />

Name Dworatzek, Elke<br />

Titel Untersuchungen zum Einfluss von 17beta-Estradiol auf die<br />

Expression extrazellulärer Matrixgene in Fibroblasten<br />

Name Fritschka, Stephan<br />

Titel Klonierung und funktionelle Analyse der 5'-flankierenden Region<br />

des humanen kardialen ERa-Gens<br />

Name Jasaityte, Ruta<br />

Titel Prediction of short-term outcomes in patients with idiopathic<br />

dilated cardiomyopathy referred for transplantation using standard<br />

echocardiography and strain imaging<br />

Name Maki Abadi, Jaleh<br />

Titel Mutationsanalyse im MYBP-C-Gen bei Patienten mit hypertropher<br />

Kardiomyopathie<br />

Name Wolf, Ulrich<br />

Titel Histologische und histomorphometrische Untersuchungen der<br />

Wand der Aorta ascendens unter Berücksichtigung echokardiographischer<br />

Parameter bei Zuständen von Klappenersatz infolge<br />

bikuspider Aortenklappe<br />

2009 abgeschlossene PhD-Arbeiten HTG<br />

Name Petzina, Rainer<br />

Titel Negative pressure wound therapy in cardiac surgery<br />

24<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Habilitationen<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

1992 - 2009 abgeschlossene Habilitationen: 20<br />

Jahr 1992<br />

Name Schüler, Stephan<br />

Titel Die Ganzkörperhypothermie mittels extrakorporaler Zirkulation<br />

als Verfahren zur Lungenkonservierung – Klinische Erfahrungen und<br />

tierexperimentelle Untersuchungen<br />

Jahr 1993<br />

Name Yankah, Abraham Charles<br />

Titel Klinische und experimentelle Transplantation allogener Herzklappen<br />

Jahr 1994<br />

Name Ennker, Jürgen<br />

Titel Experimentelle Untersuchungen zum Einsatz von Gewebeklebstoffen<br />

in der Thorax- und Kardiovaskularchirurgie<br />

Jahr 1994<br />

Name Hummel, Manfred<br />

Titel Akutes Nierenversagen nach Herztransplantation: Eine multivariate<br />

Risikofaktorenanalyse. Erste klinische Erprobung eines neuen<br />

Therapieansatzes durch die prophylaktische Gabe des renalen<br />

natriuretischen Peptidhormons Urodilatin (CDD/ANP-95-126)<br />

Jahr 1996<br />

Name Warnecke, Henning<br />

Titel Elektrophysiologische Abstossungsdiagnostik nach Herztransplantation:<br />

Entwicklung, Erprobung und klinische Einführung eines neuen Verfahrens<br />

Jahr 1999<br />

Name Grauhan, Onnen<br />

Titel Diagnose und Therapie der humoralen Abstoßung nach<br />

Herztransplantation. Tierexperimentelle Untersuchungen und klinische<br />

Erfahrungen<br />

Jahr 1999<br />

Name Loebe, Matthias<br />

Titel Organerholung unter mechanischer Kreislaufunterstützung<br />

Jahr 2001<br />

Name Ewert, Ralf<br />

Titel Lungenfunktionelle Störungen und interstitielle Lungenveränderungen<br />

bei transplantierten Patienten<br />

Jahr 2001<br />

Name Knosalla, Christoph<br />

Titel Experimentelle und klinische Untersuchungen über den Gebrauch<br />

von Allograft-Material zur in-situ-Behandlung von Infektionen im<br />

Bereich der Aorta<br />

Jahr 2001<br />

Name Zurbrügg, Heinz Robert<br />

Titel Prinzipien der koronaren Bypass-Chirurgie – Pathophysiologie der<br />

Venengraftsklerose<br />

25<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Promotionen und Habilitationen<br />

Habilitationen fortges.<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Jahr 2002<br />

Name Bocksch, Wolfgang<br />

Titel Intravaskuläre Ultraschalluntersuchung bei Diagnostik und<br />

interventioneller Therapie von Herzkranzgefäßerkrankungen am Beispiel<br />

der Transplantatvaskulopathie<br />

Jahr 2002<br />

Name Krabatsch, Thomas<br />

Titel Untersuchungen zu klinischem Stellenwert und zugrundeliegenden<br />

Mechanismen der transmyokardialen Laserrevaskularisation<br />

Jahr 2002<br />

Name Wagner, Frank-Dietrich<br />

Titel Therapieprinzipien zur Unterstützung der rechtsventrikulären Funktion<br />

nach Implantation eines linksventrikulären Assist Device<br />

Jahr 2004<br />

Name Hausmann, Harald<br />

Titel Myokardrevaskularisation bei hochgradig eingeschränkter<br />

linksventrikulärer Funktion. Die Bedeutung präoperativer myokardialer<br />

Vitalitätsdiagnostik für die Prognose postoperativer linksventrikulärer<br />

Funktionsverbesserung<br />

Jahr 2005<br />

Name Bauer, Matthias<br />

Titel Bikuspide Aortenklappe und Dilatation der Aorta ascendens<br />

Jahr 2005<br />

Name Siniawski, Henryk<br />

Titel Active infective aortic valve endocarditis with infection extension: Clinical<br />

features, perioperative echocardiographic findings and results of surgical<br />

treatment<br />

Jahr 2005<br />

Name Sodian, Ralf<br />

Titel Tissue Engineering von kardiovaskulären Geweben<br />

Jahr 2006<br />

Name Dandel, Michael<br />

Titel Stellenwert der linksventrikulären Wandbewegungsanalyse mittels<br />

gepulster Gewebedopplerechokardiographie für die Überwachung der<br />

Abstoßungsreaktionen und Transplantatvaskulopathie nach<br />

Herztransplantation<br />

Jahr 2008<br />

Name Hiemann, Nicola<br />

Titel Mikrovaskulopathie und Herztransplantation<br />

Jahr 2009<br />

Name Potapov, Evgenij V.<br />

Titel Neue Aspekte der Behandlung von Patienten mit terminaler<br />

Herzinsuffizienz mittels mechanischer Kreislaufunterstützung<br />

26<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

27<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Fortbildung und Konferenzen<br />

Weiterbildungsbefugnisse<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Prof. Dr. R. Hetzer 72 Monate (WBO von 1994)<br />

Herzchirurgie<br />

Dr. H. B. Lehmkuhl<br />

Innere Medizin (inkl. 6 Monate Intensivmedizin) 24 Monate (WBO von 1994 )<br />

Innere Medizin und Kardiologie 30 Monate (WBO von 2004)<br />

Prof. Dr. C. Yankah 12 Monate (WBO von 1994)<br />

Gefäßchirurgie<br />

Dr. D. Kemper 12 Monate (WBO von 2004)<br />

Pulmologie<br />

Fortbildungsveranstaltungen, DHZB Bibliothek<br />

DHZB-Transplantationskonferenzen<br />

Termin Uhrzeit Thema<br />

Jeden 1. Dienstag im Monat 18:00-19:00 Uhr Transplantationskonferenz<br />

Jeden 2. Dienstag im Monat 18:00-19:00 Uhr Konferenz: Erworbene Herzerkrankungen<br />

Jeden 3. Dienstag im Monat 18:00-19:00 Uhr Konferenz: Mechanische Kreislaufunterstützung<br />

Jeden 4. Dienstag im Monat 17:00-18:00 Uhr AG Lungentransplantation<br />

Jeden 4. Dienstag im Monat 18:00-19:00 Uhr Aortenkonferenz<br />

Jeden Dienstag und Donnerstag 06:30-07:15 Uhr Assistentenfortbildung<br />

Jeden 2. Mittwoch im Monat 17:00-18:30 Uhr Angeborene Herzfehler<br />

(pädiatrisch-kardiol.-chirurg. Konferenz)<br />

Jeden Donnerstag 16:00-17:00 Uhr Kinderkardiologische Konferenz<br />

Jeden Donnerstag 14:30-15:30 Uhr Herzchirurgische/<br />

Intensivmedizinische Fortbildung<br />

Jeden 1. Mittwoch im Monat 06:30-07:30 Uhr Oberarztkonferenz<br />

Jeden 2., 3. und 4. Mittwoch im Monat 06:30-07:30 Uhr Komplikationskonferenz<br />

Jeden 1. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 18:00-19:00 Uhr<br />

(Prof. Dr. R. Hetzer, PD Dr. M. Hummel)<br />

Datum Referent Thema<br />

03.02.09 Dr. Schuber Thorakale Transplantation bei Kindern, Immunsuppression, PTLD<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

03.03.09 Dr. Kemper, Invasive oder nichtinvasive Diagnostik der pulmonalen<br />

Dr. Hörnig, Funktionsverschlechterung nach LTx, Interventionen<br />

Dr. Schmidt/ nach Ltx<br />

Charité State of the Art<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

07.04.09 Dr. Lehmkuhl, Standards der Immunsuppression nach Herz- und<br />

Dr. Kemper Lungentransplantation<br />

State of the Art<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

28<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

05.05.09 Dr. Potapov Strategien bei der Behandlung von Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz,<br />

VAD, HTx, oder HTx nach VAD<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

02.06.09 Dr. Dandel Pulmonale Hypertonie und Indikation zur langfristigen Behandlung mit<br />

Bosentan, Ilomedin auch nach den Vorgaben des GBA<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

07.07.09 N.N. Pathologe Histopathologische Untersuchungen von Herzmuskelbiopsien und<br />

Lungenbiopsien zur Diagnostik von Abstoßungsreaktionen (zellulär/humoral)<br />

und von Infektionen<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

04.08.09 Dr. Knosalla, Konservierung von Transplantaten mit dem Transmedics System<br />

Prof. Grauhan Diskussion von klinischen Problemen<br />

01.09.09 ISHLT Teilnehmer UPDATE ISHLT PARIS 2009<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

06.10.09 Dr. Kiwus, Leistungsfähigkeit nach HTx und LTx<br />

Dr. Glatz Bericht aus der Rehabilitationsklinik<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

03.11.09 Dr. Lehmkuhl, Prävention opportunistischer Infektionen nach Herz-, Lungen- und<br />

Dr. Kemper, Nierentransplantation<br />

Prof. Reincke/ State of the Art<br />

Charité Diskussion von klinischen Problemen<br />

01.12.09 Tx-Konferenz Besprechung des Programms der Teilnehmer<br />

Transplantationskonferenz 2010<br />

Diskussion von klinischen Problemen<br />

DHZB-Konferenzen „Erworbene Herzerkrankungen“<br />

Jeden 2. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 18:00-19:00 Uhr<br />

(Dr. R. Hammerschmidt)<br />

Datum Referent Thema<br />

10.02.09 PD Dr. Bauer Chirurgische Therapie des chronischen Vorhofflimmerns<br />

10.03.09 Dr. Nasseri, Akuter Myokardinfarkt und Infarkt<br />

Dr. Baretti VSD<br />

Operative Therapie und optimaler Operationszeitpunkt<br />

14.04.09 Dr. Musci Chirurgische Behandlung der aktiven infektiösen Endokarditis<br />

12.05.09 Dr. Schaffarczyk Pulmonale Thrombendarteriektomie bei chronischer embolischer<br />

pulmonaler Hypertonie<br />

09.06.09 Prof. Dr. Pasic Transapikaler/-femoraler Aortenklappenersatz und Hybrid-Operationen<br />

14.07.09 Dr. Potapov Formen der erworbenen Herzinsuffizienz und Therapieoptionen<br />

11.08.09 Prof. Dr. Grauhan Herztumore<br />

08.09.09 Dr. Qedra Ischämische Mitralklappeninsuffizienz<br />

13.10.09 PD Dr. Siniawski HOCM und andere Formen der linksventrikulären Obstruktion<br />

10.11.09 PD Dr. Knosalla, Alternativen zur HTX bei chronischer Myokardinsuffizienz<br />

PD Dr. Dandel<br />

08.12.09 Dr. Petzina Behandlung von sternalen Wundinfektionen nach herzchirurgischen<br />

Eingriffen<br />

29<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Fortbildung und Konferenzen<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

DHZB-Konferenzen „Mechanische Kreislaufunterstützung“<br />

Jeden 3. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 18:00-19:00Uhr<br />

(Prof. Dr. Krabatsch, PD Dr. E. Potapov)<br />

Datum Referent Thema<br />

20.01.09 Dr. Stepanenko, <strong>Berlin</strong>-Houston Telekonferenz zum Schwerpunkt „Heparininduzierte<br />

Dr. Koster Thrombopenie“<br />

17.02.09 Dr. Kaufmann, Notfallverhalten bei technischen Komplikationen mit verschiedenen<br />

Dr. Drews Assist-Systemen<br />

17.03.09 Dr. Miera, Mechanische Kreislaufunterstützung im Kindesalter –<br />

Dr. Potapov Ergebnisse der letzten 5 Jahre<br />

21.04.09 Fa. Ventracor Besonderheiten bei der Implantation und postoperativen Betreuung von<br />

Patienten mit VentrAssist-LVAD<br />

19.05.09 Dr. Stepanenko, ISHLT 2008 – Kurzüberblick <strong>Berlin</strong>-Houston<br />

Prof. Krabatsch, Telekonferenz zum Schwerpunkt „Rechtsherzversagen“<br />

Dr. Potapov Echo-Kriterien für präop. Abschätzung BVAD vs. LVAD<br />

16.06.09 Dr. Messroghli MRT zur Beurteilung der Myokardfunktion<br />

Hr. Wöhling/ Besonderheiten bei der Implantation und postoperativen Betreuung von<br />

Fa. Thoratec Patienten mit HeartMateII<br />

21.07.09 Dr. Drews, <strong>Berlin</strong>-Houston Telekonferenz zum Schwerpunkt „Infektiöse<br />

Dr. Stepanenko Komplikationen“<br />

Frau Seiler Prophylaxe und Therapie von Kabel- und Systeminfekten<br />

18.08.09 Fa. Syncardia Besonderheiten bei der Implantation und postoperativen Betreuung von<br />

Patienten mit TAH Cardiowest<br />

15.09.09 Dr. Stepanenko, Antikoagulationsmanagement:<br />

Dr. Drews Unterschiede bei verschiedenen Assistsystemen<br />

20.10.09 Dr. Pavie <strong>Berlin</strong>-Houston Telekonferenz zum Schwerpunkt „TAH vs. BVAD“<br />

TAH vs. BVAD – indications & preferences<br />

17.11.09 Fa. <strong>Berlin</strong> Heart Besonderheiten bei der Implantation und postoperativen Betreuung von<br />

Patienten mit <strong>Berlin</strong> Heart System<br />

Dr. Potapov Bericht vom <strong>Berlin</strong>er MCS-Congress<br />

15.12.09 Dr. Dandel Weaning vom Assist-Device – neue Echo-Kriterien<br />

Aortenkonferenz<br />

Jeden 4. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 18:00-19:00 Uhr<br />

(Dr. S. Buz)<br />

Datum Referent Thema<br />

27.01.09 Dr. Buz „How to do it?”, Falldemonstration<br />

24.02.09 Dr. Zipfel Indikationen und Techniken für Hybridverfahren bei Hochrisiko-Patienten<br />

24.03.09 Prof. Kadry Infektionen der Gefässprothesen: Therapeutische Möglichkeiten<br />

28.04.09 Prof. Pasic Zerebrale Protektion bei Aortenbogeneingriffen<br />

26.05.09 Dr. Erpenbeck Abdominelle Komplikationen und deren Management nach Aneurysma-<br />

Operationen<br />

23.06.09 Dr. Buz Eingriffe (chirurgisch und endovaskulär) an thorakalen und<br />

thorakoabdominellen Aneurysmen nach Bauchaortenersatz<br />

28.07.09 Dr. Bauer Aortenisthmusstenose bei Erwachsenen: Behandlung und Ergebnisse<br />

25.08.09 Dr. Zipfel Totaler Aortenbogenersatz mit gebranchten Gefässprothesen:<br />

Indikationen und operative Technik<br />

22.09.09 Prof. Alexi Aorteneingriffe bei Kindern<br />

27.10.09 Dr. Buz Conduit-Ersatz vs. Klappenerhaltende Eingriffe bei Marfan-Patienten,<br />

Langzeitergebnisse<br />

24.11.09 Dr. Hammerschmidt Funktionelle Langzeitergebnisse nach thorakoabdominellen Aortenersatz<br />

29.12.09 Dr. Buz Prediktoren für Morbidität und Mortalität nach endovaskulären chirurgischen<br />

Eingriffen an der Aorta<br />

30<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

AG Lungentransplantation<br />

Jeden 4. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 17:00-18:00 Uhr<br />

(Dr. D. Kemper)<br />

Datum Thema<br />

27.01.09 Lungentransplantation: Aktuelle Zahlen und Fallbesprechung Atemwegskomplikationen und<br />

endoskopische Befunde nach Lungentransplantation<br />

24.02.09 Protektive Beatmung, High Frequency Oscillation Ventilation (HFOV), Pilzinfektionen bei Patienten<br />

mit terminaler CF<br />

4.03.09 CO2-Retention, protektive Beatmung und Weaning-Versagen: Indikationen und Limitationen des<br />

ECLA/Registry-Daten<br />

28.04.09 sLtx vs. dLtx, Indikation, Prognose, aktueller Stand<br />

26.05.09 Tracheotomie, Indikationen, Limitationen, Crash-Kurs Immunsuppression nach<br />

Lungentransplantation<br />

23.06.09 Nierentransplantation, Neues von Immunologie und Diagnostik, Prophylaxen nach<br />

Lungentransplantation<br />

28.07.09 keine Veranstaltung<br />

25.08.09 Terminale CF, prognostische Kriterien, Therapieoptionen, Vorbereitung und Listung zur<br />

Transplantation<br />

22.09.09 Ventilatorische Effizienz, Atemmuskelpumpe und Weaning-Strategien, NIV in der Intensivmedizin<br />

und nach Transplantation<br />

27.10.09 Pulmonalarterielle Hypertonie, Therapie aktueller Stand, Pulmonalarterielle Hypertonie und<br />

Lungentransplantation<br />

24.11.09 Fulminante LAE, Therapieoptionen und Langzeitprognose, Pilzerkrankungen unter<br />

Immunsuppression<br />

22.12.09 keine Veranstaltung<br />

Assistentenfortbildung<br />

Jeden Dienstag, DHZB Bibliothek, 06:30-07:15 Uhr<br />

(Prof. Dr. R. Hetzer, Dr. B. Nasseri)<br />

Datum Referent Thema<br />

03.02.09 Prof. Alexi-Meskishvili Geschichte der Kinderherzchirurgie Teil 1<br />

10.02.09 Prof. Stamm Die embryonale Entwicklung des Herzens und der fetale Kreislauf sowie<br />

Anatomie, Dimensionen und Terminologie des Kinderherzens (Scheidewände,<br />

Klappen, Reizleitungssystem, Koronargefäße, große Gefäße, Shunts, Lunge,<br />

Drücke, Widerstände, Blutsättigungen)<br />

17.02.09 Herr Böttcher Die Herz-Lungen-Maschine beim Kind (Miniaturisierung, Komponenten,<br />

Füllvolumina, Priming)<br />

24.02.09 Prof. Chaoui Pränatale Diagnostik (Amniozentese, Ultraschall, etc.)<br />

03.03.09 Dr. Nasseri Persistierender Ductus Arteriosus (Morphologie, Klinik, Diagnostik,<br />

Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />

10.03.09 Dr. Meyer-Jark Lauris-Schulung<br />

17.03.09 Prof. Alexi-Meskishvili Cor triatrium und supramitrale Membran<br />

24.03.09 Dr. Hübler Lungenvenenfehlmündung (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-<br />

Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />

31.03.09 Prof. Alexi-Meskishvili Atrial Septum Defekt und „Unroofed Coronary Sinus“ Syndrom<br />

(Morphologie, PFO, ASD1, ASD2, SVD, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-<br />

Techniken und Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />

07.04.09 Prof. Alexi-Meskishvili Ventrikel Septum Defekt (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-<br />

Techniken und Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />

14.04.09 Prof. Alexi-Meskishvili Atrioventrikular Septum Defekt (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation,<br />

OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />

21.04.09 Dr. Hübler Tetralogie of Fallot mit pulmonaler Stenose/Atresie (Morphologie, Klinik,<br />

Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />

31<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Fortbildung und Konferenzen<br />

H<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

28.04.09 Prof. Stamm Pulmonal Stenose/Atresie und intaktes Ventrikel Septum (Morphologie,<br />

Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Alternativen,<br />

Resultate)<br />

04.05.09 Herr Blauen, Vermeidung von Sternumdehiszenzen durch innovative Sternumdrähte,<br />

Fumedica Doppeldrahttechnik und Sternal Closure Device<br />

05.05.09 Prof. Alexi-Meskishvili Truncus Arteriosus und aorto-pulmonales Fenster (Morphologie, Klinik,<br />

Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />

19.05.09 Dr. Hübler Koarktation der Aorta und unterbrochener Aortenbogen (Morphologie,<br />

Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />

26.05.09 Prof. Hetzer Ebstein Anomalie (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken<br />

und Pitfalls, Resultate)<br />

09.06.09 Prof. Alexi-Meskishvili Doppelter Auslass Rechter Ventrikel und Linker Ventrikel (Morphologie,<br />

Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />

16.06.09 Prof. Alexi-Meskishvili Univentrikuläres Herz und Fontan-Operation (Morphologie, Klinik,<br />

Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Staging, Pitfalls, Alternativen,<br />

Resultate)<br />

23.06.09 Dr. Hübler Transposition der großen Gefäße (Morphologie, Klinik, Diagnostik,<br />

Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />

30.06.09 Dr. Hübler Hypoplastisches Linksherz Syndrom (Morphologie, Klinik, Diagnostik,<br />

Indikation, OP-Techniken und Staging, Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />

07.07.09 Prof. Hetzer Kongenitale Mitralklappenerkrankungen, Teil 1<br />

(Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken, Pitfalls,<br />

Alternativen, Resultate)<br />

14.07.09 Dr. Nasseri Bland-White-Garland Syndrom<br />

21.07.09 Dr. Hübler Gefäßring und –schlingen (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-<br />

Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />

28.07.09 Prof. Stamm Assist Device/Herztransplantation bei kongenitalen Vitien<br />

04.08.09 Prof. Hetzer Kongenitale Mitralklappenerkrankungen, Teil 2<br />

11.08.09 Dr. Baumgart Sepsis-Behandlung<br />

18.08.09 Dr. Schmidt Grundlagen des hämodynamischen Monitorings<br />

25.08.09 Dr. Zipfel Endovaskuläre Aortenstents<br />

01.09.09 Dr. Nasseri Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie<br />

08.09.09 Prof. Krabatsch Koronare Herzerkrankung, Teil 2<br />

15.09.09 Dr. Hammerschmidt Antiarrhythmische Chirurgie<br />

22.09.09 Dr. Brandes Postoperative Nüchternheit<br />

29.09.09 Dr. Krämer Postoperative Schmerztherapie<br />

06.10.09 Hr. Hennig Behandlung herzchirurgischer Patienten auf der postoperativen Normalstation<br />

13.10.09 Dr. Schaffarczyk Chronisch thromboembolisch pulmonale Hypertonie<br />

03.11.09 Prof. Stamm Pulmonal Stenose/Atresie und intaktes Ventrikel Septum (Morphologie,<br />

Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Alternativen,<br />

Resultate)<br />

17.11.09 Dr. Drews Minimalinvasive Herzchirurgie und Hybridtherapie<br />

24.11.09 Dr. Hübler Die Ross-Operation<br />

08.12.09 Prof. Stamm Stammzelltherapie in der Herzchirurgie<br />

15.12.09 Dr. Potapov Infektionen am Assist-System<br />

32<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Assistentenfortbildung<br />

Jeden Donnerstag, DHZB Bibliothek, 06:30-07:15 Uhr<br />

(Prof. Dr. R. Hetzer, Dr. B. Nasseri)<br />

Datum Referent Thema<br />

05.02.09 Prof. Alexi-Meskishvili Geschichte der Kinderherzchirurgie Teil 2<br />

19.02.09 Herr Merkle (AfK) Physiologische Reaktion auf die Herz-Lungen-Maschine (Inflammation,<br />

humoral, metabolisch u. zelluläre Reaktion, Säure-Base-Haushalt,<br />

Gefäßwiderstände und Verteilung des Blutflusses)<br />

26.02.09 Prof. Meyer Anatomie, Dimensionen und Terminologie des erwachsenen Herzens<br />

(Herzhöhlen, Scheidewände, Klappen, Reizleitungssystem, Koronargefäße,<br />

große Gefäße)<br />

05.03.09 Herr Merkle (AfK) Hypothermie und Kreislaufstillstand (Sauerstoffverbrauch, Phänomene,<br />

Organschäden)<br />

12.03.09 Dr. Baretti Myokardprotektion (Schäden bei myokardialer Ischämie, Kardioplegie und<br />

Management, Reperfusion und die Folgen)<br />

19.03.09 Dr. Meyer-Jark Lauris-Schulung<br />

26.03.09 Dr. Birkelbach Reanimation<br />

02.04.09 Dr. Gromann Intensivstation und postoperatives Management<br />

09.04.09 Dr. Redlin Anästhesie bei der Herzchirurgie (Patientenmanagement: Wann, welche<br />

Narkose bei welcher Chirurgie? Erwachsene vs. Kinder)<br />

16.04.09 Prof. Graf Herzkatheter (Indikation, Kontrastmittel, Katheter, perspektivische<br />

Darstellung, Möglichkeiten und Grenzen)<br />

23.04.09 Dr. Siniawski Echokardiographie (Indikation, perspektivische Darstellung, Möglichkeiten<br />

und Grenzen)<br />

30.04.09 Dr. Kemper Lungenfunktion und Spiro-/Ergometrie (Indikation, Möglichkeiten und<br />

Grenzen)<br />

07.05.09 Dr. Hammerschmidt Juristische Aspekte der Chirurgie (Aufklärung, Verantwortung, etc.)<br />

14.05.09 Dr. Krabatsch Chirurgische Hygiene (Hände- und Hautdesinfektion, Abdeckung, Lagerung)<br />

28.05.09 Herr Zühlke MedGV relevante Gerätekunde<br />

04.06.09 Dr. Bauer Chirurgie bei Vorhofflimmern (Lungenvenenablation, Vorstellung der<br />

verschiedenen Systeme, intracavitäres MAZE)<br />

11.06.09 Dr. Lehmkuhl Herztransplantation: Stellenwert der antiproliferation Medikation bei<br />

Erwachsenen und Kindern<br />

18.06.09 Dr. Unbehaun Transapikaler/transfemoraler Aortenklappenersatz<br />

25.06.09 Dr. Röttgen CT und MRT (Indikation, perspektivische Darstellung, Möglichkeit und<br />

Grenzen)<br />

02.07.09 Prof. Hussmann Wundheilungsstörungen<br />

09.07.09 Dr. Musci Klappenchirurgie bei Endokarditis (häufigste Erreger, OP-Techniken,<br />

Vorgehen mit und ohne Annulusabszess, Resultate)<br />

16.07.09 Dr. Kukucka Intraoperative Echokardiographie (Indikation, perspektivische Darstellung,<br />

Möglichkeit und Grenzen)<br />

23.07.09 Dr. Buz Perikard Erkrankungen (Morphologie, Klinik, Diagnostik, OP-Techniken,<br />

postoperatives Management und Resultate)<br />

30.07.09 Dr. Potapov Herzversagen – Herzunterstützungssysteme (Indikation, Systeme inkl. IABP,<br />

Unterschiede)<br />

06.08.09 Prof. Alexi-Meskishvili Tetralogy of Fallot<br />

13.08.09 Dr. Hübler Ross-OP<br />

20.08.09 Dr. Zipfel Penetrierende und nicht penetrierende Herztraumen<br />

27.08.09 Dr. Hiemann Transplantatvaskulopathie<br />

03.09.09 Prof. Krabatsch Koronare Herzerkrankung,Teil 1<br />

10.09.09 Dr. Qedra Herztumoren<br />

17.09.09 Dr. Yeter Organ Care System für Herztransplantation<br />

24.09.09 Dr. Birkelbach Pulmonalarterienkatheter<br />

01.10.09 Dr. Petzina Gesundheitsökonomie<br />

08.10.09 Dr. Gerard Schmidt Lungenprotektive Beatmung<br />

22.10.09 Dr. Schaffarczyk Chronisch thromboembolisch pulmonale Hypertonie<br />

33<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Fortbildung und Konferenzen<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

29.10.09 Prof. Stamm Die embryonale Entwicklung des Herzens und der fetale Kreislauf sowie<br />

Anatomie, Dimensionen und Terminologie des Kinderherzens (Herzhöhlen,<br />

Scheidewände, Klappen, Reizleitungssystem, Koronargefäße, große Gefäße,<br />

Shunts, Lunge, Drücke, Widerstände, Blutsättigungen)<br />

05.11.09 Dr. Lehmkuhl Hot-Topics: Herztransplantation<br />

12.11.09 Dr. Drews Minimalinvasive Herzchirurgie und Hybridtherapie<br />

26.11.09 Dr. Delmo Walter Tissue Engineering of stentless pulmonary valves<br />

03.12.09 Dr. Unbehaun Anschluss an die HLM<br />

10.12.09 Dr. Hübler Transposition der großen Gefäße (Morphologie, Klinik, Diagnostik,<br />

Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />

17.12.09 Dr. Petzina Mediastinitis-Behandlung<br />

Herzchirurgische/Intensivmedizinische Fortbildung<br />

Jeden Donnerstag, DHZB Bibliothek, 14:30-15:30 Uhr<br />

(Dr. T. Gromann)<br />

Datum Referent Thema<br />

22.01.09 Dr. Brandes Leitlinie: Ernährungstherapie kritisch kranker Patienten<br />

DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

10.02.09 Dr. Lehmkuhl Aktuelle Aspekte zur Immunsuppression 1<br />

DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

05.03.09 Dr. Chavez Rationales Transfusionsverhalten/Massentransfusion<br />

DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

19.03.09 Dr. Baumgart Sepsis Leitlinien (DSG), Surviving Sepsis Campaign 2008<br />

DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

06.04.09 Dr. Krüger Hochfrequenz-Oszilllations-Ventilation (HFOV) beim ARDS<br />

Viasys Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

07.05.09 Prof. E. Müller Pilzinfektionen auf der Intensivstation<br />

Thoraxzentr. Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

Ruhrgebiet<br />

28.05.09 T. Blum Dekubitus-Behandlung auf der Intensivstation<br />

DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

04.06.09 Prof. Weigand Herausforderung schwere bakterielle Infektionen auf<br />

Uniklinikum Gießen der Intensivstation<br />

Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

18.06.09 Dr. Steinhoff Grundlagen der Nierenersatztherapie<br />

Hämotechnologie Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

Frankfurt<br />

09.07.09 Dr. Ungur/ Schwierige Intubation, Methoden der Atemwegssicherung<br />

Hr. Weller<br />

DHZB/LMA Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

23.07.09 Dr. Hoeck Anwendung der aktuellen Resistenz-Statistik im<br />

DRK Kliniken klinischen Alltag<br />

Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

06.08.09 Dr. G. Schmidt Elektrolyt- und Flüssigkeitsimbalancen bei kritisch Kranken<br />

DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

20.08.09 Fr. Franke/ Sterben im Krankenhaus - Abschiedsrituale<br />

Fr. Graewe Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

DHZB/Charité<br />

15.10.09 Dr. Hoeck Influenza-Pandemie 2009<br />

DRK Kliniken Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

29.10.09 Dr. Krüger Hochfrequenz-Oszilllations-Ventilation (HFOV)<br />

Viasys Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

12.11.09 NN Therapiestrategien bei multiresistenten Erregern<br />

Novartis Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

10.12.09 Dr. Krüger Beatmungsstrategien beim akuten Lungenversagen<br />

Viasys (ARDS)<br />

Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />

34<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Beate Schaumann aus der Chirurgischen Ambulanz<br />

Der Innenhof des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />

35<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Die Koronare Herzerkrankung<br />

Thomas Krabatsch, Rufus Baretti<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Im Jahr 2009 wurden am DHZB 879 Patienten mit Koronarer Herzerkrankung (KHK) mit einer<br />

isolierten Aorto-Koronaren-Venen-Bypass-Operation (ACVB-OP) behandelt. Die Abnahme im<br />

Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dem bundesweiten Trend. Etwa ein Viertel dieser<br />

Patienten wurden bei akuter kardialer Ischämie als Notfall oder hochdringlich versorgt. Die<br />

meisten Patienten stammen aus <strong>Berlin</strong> und Brandenburg, die übrigen aus anderen<br />

Bundesländern und der ganzen Welt. Dagegen stieg die Zahl der mit anderen Herzoperationen<br />

kombinierten ACVB-OPs auf 372.<br />

Die Verwendung der linken Brustwandschlagader (Arteria mammaria, „Mammaria“) als<br />

arterielles Bypassgefäß für das verengte Herzkranzgefäß der Herzvorderwand hat einen<br />

positiven Einfluss auf das mittel- und langfristige Ergebnis nach koronar-chirurgischen<br />

Operationen. So treten signifikant weniger Angina-pectoris-Beschwerden oder Herzinfarkte<br />

auf und eine erneute Operation oder Herzkatheterbehandlung ist seltener erforderlich. Durch<br />

ihre Verwendung werden die 10-Jahres-Überlebensrate und die Lebensqualität der Patienten<br />

erhöht. Am DHZB ist die Verwendung der Mammaria seit vielen Jahren ein Routineverfahren –<br />

bei über 94 % aller isolierten koronaren Bypass-Operationen (bundesweit lag die Rate 2008 bei<br />

92,3 % laut BQS-Qualitätsreport 2008).<br />

Als zusätzliches Bypassgefäß wird am DHZB, wie auch überwiegend bundesweit, die<br />

oberflächliche Beinvene (Vena saphena magna) mit guten Langzeitergebnissen eingesetzt. Eine<br />

komplette arterielle Revaskularisation, also die Verwendung von ausschließlich arteriellen<br />

Bypassgefäßen (z. B. rechte Brustwandschlagader, Unterarmschlagader), konnte noch in keiner<br />

Langzeitstudie überzeugende Ergebnisse liefern, und wird bei uns daher nur selten angewandt.<br />

Ebenso verhält es sich bei Koronar-Bypass-Operationen am schlagenden Herzen ohne Einsatz<br />

der Herz-Lungen-Maschine (OPCAB-Verfahren). Auch dieses Verfahren wird nur in<br />

Ausnahmefällen am DHZB eingesetzt (10 der 879), da kein zusätzlicher Nutzen für den<br />

überwiegenden Anteil der Patienten erwiesen ist. Hier ist bundesweit, trotz anfänglicher<br />

Euphorie, ebenfalls eine deutlich abnehmende Tendenz zu verzeichnen.<br />

Beim Akuten Myokardinfarkt verfolgen wir die Strategie einer effektiven Revaskularisation<br />

des ischämischen Herzens und Stabilisierung des Kreislaufs. Die Indikation zum optimalen<br />

Zeitpunkt für Medikation, Intervention respektive ACVB-Operation wird individuell nach der<br />

Dynamik des Infarktgeschehens gestellt. Hierbei haben Schutz sowie Rettung des vom Infarkt<br />

bedrohten Patienten höchste Priorität. Im DHZB etablierte Risiko-Scores helfen bei der<br />

Einschätzung der Prognose.<br />

Patienten, bei denen es in Folge der KHK oder abgelaufener Infarkte zu einer schweren<br />

Beeinträchtigung der myokardialen Pumpfunktion gekommen ist, weisen perioperativ ein<br />

erhöhtes Risiko auf. Diese Patienten bedürfen häufig einer mechanischen<br />

Kreislaufunterstützung. Hier bewährt sich seit vielen Jahren unser Stufen-Therapie-Konzept,<br />

das, beginnend mit dem Einsatz einer Intraaortalen Ballonpumpe (IABP) über die Implantation<br />

uni- oder bi-ventrikulärer Assist-Systeme, bei Bedarf in Kombination mit einer Extra-<br />

Korporalen Membran-Oxygenierung (ECMO), bis zum Totalen Artifiziellen Herzersatz (TAH)<br />

durch eine Pumpe reicht. Für Patienten des DHZB bewährt sich die Entwicklung neuster<br />

36<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Technologie. Wurden die anfänglichen pulsatilen Assist-Systeme von Axialfluss-Systemen<br />

abgelöst, kommen im DHZB nun maßgeblich komfortable Rotationspumpen zum Einsatz.<br />

Bei diesen Patienten untersuchen wir zudem seit mehreren Jahren die adjuvante Gabe von<br />

autologen Knochenmark-Stammzellen, die dem Patienten am Tag vor der Bypass-Operation<br />

aus dem Beckenkamm entnommen und dann angereichert am Herzen verabreicht werden.<br />

Bei Endstadien der KHK, bei denen keine sinnvollen Zielgefäße für eine Bypasschirurgie mehr<br />

vorhanden sind, haben wir auch 2009 wieder in einigen Fällen die Transmyokardiale<br />

Laserrevaskularisation (TMLR) eingesetzt. Hierbei soll eine Neubildung kleinster myokardialer<br />

Gefäße angeregt werden (Angioneogenese), was zu einer Verbesserung der Blutversorgung des<br />

Herzens beitragen soll.<br />

Bei Hoch-Risiko-Patienten sind wir in Kooperation mit unserer Kardiologie am DHZB dabei,<br />

ein sogenanntes Hybrid-Revaskularisations-Verfahren zu etablieren. Dabei erfolgt über einen<br />

kurzen Schnitt an der linken Brustseite in minimalinvasiver herzchirurgischer Technik der<br />

Anschluss der Mammaria an das verengte Herzkranzgefäß der Herz-Vorderwand, und in<br />

gleicher Sitzung in unserem innovationsträchtigen Hybrid-Operationssaal die<br />

Herzkatheterintervention durch den Kardiologen mit Aufweitung (Dilatation, PTCA) der<br />

Koronarverengung bzw. Stent-Einlage. Durch diese Hybrid-Technik wird für den Patienten das<br />

chirurgische Trauma minimiert bei gleichzeitig guter Versorgung der KHK.<br />

37<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Herzklappenchirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Roland Hetzer, M.-Aref Amiri, Eva Maria Delmo Walter, Takeshi Komoda, Michael Hübler<br />

Die gegenwärtige Herzklappenchirurgie nimmt mit mehr als 1000 Fällen jährlich am DHZB<br />

einen sehr bedeutenden und zunehmenden Anteil der operativen Tätigkeiten ein. Sie steht im<br />

Begriff wesentlicher Veränderungen. Diese betreffen zum einen das Spektrum der Patienten,<br />

zum anderen die Techniken und Substitute.<br />

Klappenoperationen im DHZB 2009<br />

1051 Operationen mit Eingriff an 1623 Klappen<br />

Ersatz Ersatz Rekonstruktion<br />

mechanisch biologisch<br />

Aortenklappen 146 744 55<br />

Mitralklappen 61 152 402<br />

Trikuspidalklappen 6 7 96<br />

Pulmonalklappen 2 57 4<br />

Ross-OPs 25<br />

Aortenrelokation bei Aortenklappeninsuffizienz und Aneurysma der Aorta Ascendens: 10<br />

Abb.1: Herzklappenoperationen im DHZB 2009<br />

Durch die Einführung wenig invasiver bzw. Kathetertechniken (Hybridverfahren) konnten<br />

sowohl ganz alte – die älteste Patientin ist 99 Jahre alt – als auch chronisch schwer kranke<br />

Patienten (Euroscore bis zu 95,2 %) erfolgreich operiert werden. Trotz des erhöhten Risikos sind<br />

die Früh- und Spätergebnisse überraschend gut. Unter diesem Eindruck wurde auch die<br />

Indikation zur Korrektur auf Fehlfunktionen geringeren Schweregrads ausgeweitet. Letzteres<br />

bezieht sich vor allem auf die ischämische Mitralinsuffizienz im Zusammenhang mit Eingriffen<br />

an den Koronararterien bzw. den Infarktfolgen. Hier kommen vor allem die am DHZB<br />

entwickelten Rekonstruktionsverfahren zur Anwendung.<br />

Unter den Herzklappenprothesen erfreuen sich gegenwärtig die biologischen Substitute aus<br />

tierischem Material großer Beliebtheit bei den Patienten, wegen des Verzichts auf eine<br />

Dauerantikoagulation. Eine Rolle für diese Präferenz spielt sicher auch das in der Regel höhere<br />

Alter der Patienten, bei denen eine mögliche Re-Operation nicht mehr in die zu erwartende<br />

Lebensspanne fällt und die Option, bei Degeneration der Prothese diese durch einen<br />

schonenden Kathetereingriff in Zukunft ersetzen zu lassen. Wir verwenden als Substitute<br />

klassische gestentete Prothesen, die sich den vor Jahren propagierten ungestenteten Prothesen<br />

überlegen gezeigt haben. Das Gros der Fälle sind hier verkalkte Aortenklappenstenosen, wie sie<br />

bei älteren Menschen und bei der Anlageanomalie der bikuspiden Klappe häufig auftreten.<br />

An der Mitralklappe und erst recht an der Trikuspidalklappe werden bevorzugt<br />

Rekonstruktionen vorgenommen, wobei die handelsüblichen Stabilisierungsringe zur<br />

Verfügung stehen, aber auch traditionell am DHZB entwickelte Verfahren unter Verwendungen<br />

patienteneigenen Perikards, d. h. ohne jeglichen Kunststoff. Besonders attraktiv sind diese<br />

letzteren Verfahren bei Kindern und Säuglingen, denn sie erlauben ein Mitwachsen der<br />

Klappen, und bei aktiver infektiöser Endokarditis, wo jegliches künstliches Material vermieden<br />

werden muss. Aber auch in allen anderen Fällen sind diese Verfahren von Vorteil, wegen des<br />

Fehlens der Notwendigkeit einer Antikoagulation, einer äußerst geringen<br />

Infektionsgefährdung und der an diesem Perikard noch nie beobachteten Schrumpfungen oder<br />

Verkalkungen. Diese Verfahren wurden in zahlreichen Vorträgen und Publikationen in<br />

internationalen Journalen vorgestellt und mit großem Interesse aufgenommen.<br />

38<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Abb.2: Schema Rekonstruktionstechnik der Mitralklappe. Modifizierte Paneth-Plasik durch<br />

Nahtraffung des posterioren Mitralannulus und Verstärkung mittels eines Streifens von<br />

autologem Perikard<br />

Als Zugangsweg zu den Mitral- und auch den Trikuspidalklappen wurden seitliche,<br />

rechtsthorakale Inzisionen, wie wohl schon immer auf Wunsch der Patienten oder bei<br />

schwierigen Re-Operationen praktiziert, erneut intensiviert und – der Mode der Zeit<br />

entsprechend – erheblich verkleinert. Darunter fallen die so genannten „minimalinvasiven“<br />

Zugänge von ca. 5 cm Länge, welche spezielle Instrumente, intrathorakale Videoanwendung<br />

und periphere Kanülierung für die Herz-Lungenmaschine an den Hals- und Leistengefäßen<br />

erfordern. Zunehmend erscheinen jedoch Studien, die belegen, dass über diese sehr kleinen<br />

Inzisionen höhere Raten an zerebralen Komplikationen (unsichere Entlüftung des Herzens),<br />

Koronarobstruktionen (geringere Übersicht) und sogar Herzversagen (unsichere<br />

Herzmuskelprotektion) in Kauf genommen werden. Wir haben daher ein Konzept eingeführt,<br />

das wir als „semi-invasiv“ bzw. „optimal invasiv“ bezeichnen, bei denen rechtsthorakale<br />

Schnitte von 12 bis 15 cm submammär zur Anwendung kommen, die immer noch kosmetisch<br />

günstige Narben hinterlassen, dafür aber eine gute Übersicht und Kontrolle von Herz und<br />

Klappe bieten und eine Kanülierung über die Operationswunde erlauben. Damit ist sowohl dem<br />

Patientenwunsch nach kleinen Schnitten als auch der Sicherheit und Qualität des Eingriffs am<br />

Herzen selbst Rechnung getragen.<br />

Es wurden weitere originelle Verfahren eingeführt, zur Behandlung der Mitralinsuffizienz bei<br />

hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie (anterior leaflet retention plasty), bei der<br />

Kombination Aortenklappeninsuffizienz bei morphologisch normaler Klappe und Aortaascendens-aneurysma,<br />

bei der durch die Verkürzung der Aorta mittels prothetischem<br />

Ascendensersatz die Wiederherstellung eines ausreichend engen suprakoronaren Rings und<br />

eine gute Schlussfunktion der Klappe erzielt wird (aortic valve relocation technique).<br />

Abb.3: Schema Relokation der<br />

Aortenklappe. Aortenklappeninsuffizienz<br />

bedingt durch Dislokation<br />

(A,B) der Klappenebene (D) und Verlust<br />

des suprakoronaren Rings (sinutubulärer<br />

Übergang) (C) als Folge eines<br />

Aorta-ascendens-aneurysmas.<br />

Kompetenz der Klappe wird erreicht<br />

durch einen relativ kurzen Ersatz der<br />

Ascendens (A1 B1) mit einer Prothese<br />

des Kalibers des Klappenannulus. Es<br />

resultiert eine Relokation der<br />

Klappenebene (D1), erkenntlich an der<br />

Aufweitung des Winkels zwischen<br />

Klappenebene und Längsachse des<br />

Körpers (e-e1), sowie Wiederherstellung<br />

des sinu-tubulären Übergangs (C1)<br />

39<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Schließlich wurde ein neues Verfahren zur Behandlung der Aortenwurzelaneurysmen vom<br />

Marfantyp entwickelt, bei dem die Aortenklappe von außen durch einen prothetischen Ring<br />

eingeengt und damit wieder schlussfähig wird, die erweiterten Sinus vorsichtig gerafft und<br />

dann die Aortenwurzel von außen mit einer Gefäßprothese umgeben wird (aortic root<br />

remodeling). Damit befindet sich keinerlei Fremdmaterial im Blutstrom, besonders für<br />

Jugendliche mit Marfan von Vorteil.<br />

Abb.4: Schema Aortenwurzel-Remodeling. Aortenwurzel-Remodeling bei Aortenwurzelaneurysma vom Marfan-Typ. Die<br />

Aortenklappe wird an ihrem Ring von außen durch einen prothetischen Ring umgeben und eingeengt, bis<br />

Klappenkompetenz erreicht ist. Dann werden die erweiterten Klappensinus gerafft und schließlich die wieder<br />

verschlossene Aortenwand mit einer „Sinusprothese“ umgeben, die den Durchtritt der Koronararterien erlaubt. Die<br />

Prothese wird an dem zuvor gelegten annulären Prothesenring verankert. Somit liegt keinerlei Fremdmaterial im<br />

Blutstrom, eine weitere aneurysmatische Ausweitung wird verhindert.<br />

Diese Techniken wurden auf dem großen internationalen Symposium „Aortic Root Surgery –<br />

The Biologic Solution“ hier in <strong>Berlin</strong> am 28. und 29. November 2008 vorgestellt, über welchen<br />

jetzt ein umfassender Kongressband vorliegt (Abb. Titelseite Kongressband) und auf dem<br />

gemeinsamen Kongress von Society for Heart Valve Disease und Heart Valve Society of<br />

America vom 27. Juni bis zum 30. Juni 2009, der zusammen mit Prof. Mohr aus Leipzig hier in<br />

<strong>Berlin</strong> im Ritz Carlton Hotel abgehalten wurde. Über ein dort vom DHZB organisiertes<br />

Symposium über Mitralklappenrekonstruktion<br />

erscheint demnächst ebenso ein umfassender<br />

Kongressband.<br />

Abb.5: „Titelseite Kongressband“: Symposiums-Band über die<br />

Vorträge auf dem internationalen Symposium „Aortic Root Surgery<br />

– The Biological Solution“, abgehalten am 28. und 29. November<br />

2008 im Melia Hotel <strong>Berlin</strong><br />

40<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Chirurgische Therapie der aktiven infektiösen Endokarditis<br />

Michele Musci, Susanne Kosky<br />

Patientenpopulation<br />

Von 4/1986-12/2009 wurden im DHZB 1.550 Operationen bei 1.458 Patienten mit einer<br />

aktiven infektiösen Endokarditis (AIE) vorgenommen, bei Nativendokarditis (NVE) in 72 % (n =<br />

1.116) und Prothesenendokarditis (PVE) in 28 % (n = 434) (Abb. 1).<br />

Abb. 1: Gesamtanzahl der Operationen bei AIE von 4/1986-12/2009 im DHZB.<br />

Im Jahr 2009 wurden im DHZB bei 122 AIE-Patienten 134 Operationen durchgeführt, wobei<br />

eine NVE in 67 % (n = 90) und eine PVE in 33 % (n = 44) der Operationsfälle zugrunde lag. Das<br />

mediane Alter der Patienten betrug 67 Jahre (2-88 Jahre) und das Mann-zu-Frau-Verhältnis<br />

3:1, dabei wurden 4 Kinder mit einem medianen Alter von 7 Jahren (2-14 Jahre) als<br />

Untergruppe mit berücksichtigt.<br />

Die durchgeführten Operationen sind in Tab. 1 in folgenden 4 Gruppen aufgeführt: Einfach-<br />

Klappenersatz (n = 87, 64.9 %), Doppel-Klappenersatz (n = 20, 15.0 %), Klappenersatz und<br />

Rekonstruktion (n = 22, 16.4 %) sowie isolierte Rekonstruktionen (n=5, 3.7 %).<br />

NVE PVE Summe %<br />

n = 90 n = 44 n = 134<br />

(67 %) (33 %) (%)<br />

Einfach-Klappenersatz (n = 87) 64.9 %<br />

AKE 38 8 46 34.3 %<br />

AoConduit-Ersatz 4 11 15 11.2 %<br />

MKE 15 7 22 16.4 %<br />

TKE - 1 1 0.8 %<br />

PKE - 3 3 2.2 %<br />

41<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Chirurgische Therapie der aktiven infektiösen Rechtsherzendokarditis<br />

Bei Patienten mit einer schweren, isolierten Trikuspidalklappenendokarditis und bei denen mit<br />

einer zusätzlichen Linksherzbeteiligung erzielen Rekonstruktionstechniken exzellente<br />

Ergebnisse in Bezug auf Überleben, frühe und langfristige Endokarditis¬rezidive und<br />

Klappendichtigkeit. Somit sollte die TKR prinzipiell immer als primäres chirurgisches Ziel bei<br />

RHE-Patienten in Betracht gezogen werden.<br />

Die 30-Tage, 1-Jahr, 5-, 10- und 20 Jahres-Überlebensraten für isolierte RHE-Operationen<br />

betrug in unserem Patientenkollektiv 96.2 %, 88.4 %, 73.5 %, 70.4 % und 57.7 % im Vergleich<br />

zu 72.0 %, 67.8 %, 50.8 %, 35.6 % und 35.6 % nach RHE-Operationen mit einer zusätzlichen<br />

Linksherzbeteiligung (p = 0.0093).<br />

Die Freiheit von Reoperation aufgrund von Reinfektion betrug für 30 Tage, 1, 5, 10 und 20<br />

Jahre 97.4 %, 95.9 %, 92.2 %, 88.6 % und 88.6 %.<br />

Aufgrund dieser Ergebnisse empfehlen wir, bei einer gut umschriebenen<br />

Endokarditisvegetation oder einem lokalisierten Endokarditisherd auf einem der<br />

Trikuspidalklappensegel bei sonst normaler Klappenanatomie eine Vegetektomie mit<br />

anschließender TKR durchzuführen, unabhängig davon, ob Patienten eine zusätzliche<br />

Linksherzbeteiligung aufweisen. Dabei ermöglicht unsere chirurgische Technik der posterioren<br />

Annuloplastie mit autologem oder homologem Perikard eine vollständige Infektsanierung<br />

ohne Implantation von Fremdmaterial und geht mit einer niedrigen Reinfektionsrate einher.<br />

Sie wurde in den neuesten ESC-Guidelines von 2009 als Empfehlung übernommen.<br />

Bedeutung der Homografts bei der Behandlung der aktiven infektiösen Aortenwurzelendokarditis<br />

Unserer Meinung nach sind Homografts die am besten geeigneten Prothesen zur Behandlung<br />

der aktiven infektiösen Aortenwurzelendokarditis mit assoziierter periannulärer<br />

Abszessbildung und aortoventrikulärer Dehiszenz bei NVE- und PVE- Patienten. Der<br />

Aortenwurzelersatz mit Homografts ermöglicht eine komplette Infekteradikation durch<br />

radikale Exzision des infizierten Aortenannulus bzw. der Aortenwurzel. Die folgen¬de<br />

Rekonstruktion des LVOT wird dadurch begünstigt, dass der muskuläre Cuff und das<br />

anhängende anteriore Mitralklappensegel der Homografts sehr gute Naht- und<br />

Rekonstruktionsmöglichkeiten bieten. Zudem besitzen Homografts eine natürliche<br />

Biokompati¬bilität gegenüber Infektionen.<br />

In unserem Patientenkollektiv betrug die 10-Jahre-Freiheit von Reoperation aufgrund von<br />

Reinfektion nach Homograftimplantation aufgrund einer Aortenwurzelendokarditis (n = 221)<br />

92.9 % für NVE (n = 99) und 92.1 % PVE-Patienten (n = 122) (p = 0.913).<br />

Zu beachten ist, dass jüngeres Patientenalter bei der Homograft-Erstimplantation als<br />

wichtigster Prädiktor für die Entwicklung einer strukturellen Homograft-Degeneration gilt,<br />

deren Risiko sich im Langzeitverlauf erhöht.<br />

Wir empfehlen unsere chirurgische Strategie des radikalen Debridements von allem infiziertem<br />

Gewebe und der Vermeidung von künstlichem Fremdmaterial im infizierten Areal in<br />

Kombination mit der Verwendung von Homografts, weil sich dieses Vorgehen in einer<br />

niedrigen Endokarditisrezidivrate im Früh- und Langzeitverlauf widerspiegelt und zu<br />

signifikant höheren Überlebensraten als in vergleichbaren Studienpopulationen mit<br />

xeno¬prothetischen Klappenersätzen führt.<br />

43<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Chirurgische Therapie der aktiven infektiösen Mitralklappenendokarditis<br />

Die Mitralklappenrekonstruktion (MKR) bei Patienten mit einer aktiven infektiösen<br />

Mitralklappenendokarditis geht, verglichen mit dem Mitralklappenersatz (MKE), mit einem<br />

signifikant besseren Früh- und Langzeitüberleben einher. Sie zeigt eine niedrige<br />

Operationsmortalität und bietet nicht nur ein gutes Früh- und Langzeitüberleben, sondern<br />

zeigt auch gute Ergebnisse bezüglich der Freiheit von Reoperation aufgrund von Reinfektion<br />

oder klappenbedingtem Versagen.<br />

Der Vergleich der Früh- und Spätmortalität von MKE- und MKR-Patienten zeigt folgende 30-<br />

Tage, 1-Jahr, 5-, 10- und 15 Jahres-Überlebensraten auf: 79.3 %, 65.5 %, 50.7 %, 40.4 % und<br />

39.1 % im Vergleich zu 90.1 %, 83.2 %, 77.0 %, 60.5 % und 60.5 % (p = 0.0023). Verglichen mit<br />

MKR-Patienten zeigen MKE-Patienten jedoch eine Endokarditis im fortgeschritteneren<br />

Stadium und zeigen bei Aufnahme eine signifikant höhere Prävalenz an fortgeschrittener<br />

kardialer Dekompensation und müssen häufiger als Notfälle operiert werden. Paravalvuläre<br />

Abszessbildung und PVE gehen bei MKE-Patienten zudem mit einem signifikant schlechteren<br />

Verlauf einher.<br />

Insgesamt entwickelten nur 5.7 % der Mitralklappenendokarditis-Patienten eine zur<br />

Reoperation führende Reinfektion, resultierend in einer 10-Jahre-Freiheit von Reoperation<br />

aufgrund von Reinfektion von 91 % für MKE- im Vergleich zu 89 % für MKR-Patienten, ohne<br />

signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen (p = 0.467). Die Freiheit von Reoperation<br />

aufgrund von klappenbedingtem Versagen betrug für 1 und 10 Jahre 93 % und 76 % für die<br />

MKE- im Vergleich zu 87 % und 73 % für die MKR- Patienten und wies ebenfalls keinen<br />

signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen auf (p = 0.415)<br />

Wenn das gesamte infizierte Gewebe reseziert werden kann und das verbleibende Material die<br />

Rekonstruktion einer kompetenten Mitralklappe erlaubt, sollte in Anlehnung an die<br />

allgemeinen Empfehlungen für Mitralklappenchirurgie auch bei Patienten mit einer aktiven<br />

infektiösen Mitralklappenendokarditis primär immer eine MKR versucht und ein MKE nur<br />

dann durchgeführt werden, wenn eine Rekonstruktion nicht möglich ist.<br />

44<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Katheterinterventionelle Aortenklappenimplantationen<br />

Axel Unbehaun, Miralem Pasic, Semih Buz, Thorsten Drews, Stephan Dreysse<br />

Vorbemerkungen<br />

Die Verfahren der katheterinterventionellen Aortenklappenimplantationen (TAVI) haben seit<br />

ihrer Erstanwendung insbesondere in den vergangenen zwei Jahren einen rasch wachsenden<br />

Anteil an der Behandlung der hochgradigen und symptomatischen Aortenklappenstenose<br />

erfahren. Wenngleich eine abschließende Bewertung im Vergleich zum Standardverfahren,<br />

dem konventionellen Aortenklappenersatz, insbesondere aufgrund der noch fehlenden<br />

Langzeitergebnisse für die Hybrid-Verfahren noch nicht möglich ist, so hat die Verbreitung der<br />

kathetergestützten Verfahren bereits schon heute einen spürbaren Einfluss auf die<br />

Einweisungsdemographie genommen. In zunehmendem Maße werden Patienten der<br />

chirurgischen Versorgung zugewiesen, denen aufgrund eines hohen Alters, aufgrund kardialer<br />

Voroperationen und einer zum Teil erheblichen Komorbidität bislang eine Zuweisung zur<br />

Operation aufgrund der Risikokonstellation verwehrt worden war. Insbesondere für diese<br />

Patientengruppe bieten die minimalinvasiven Verfahren eine Möglichkeit, die hochgradige<br />

Aortenklappenstenose unter Minimierung des operativen Risikos durch Reduktion des<br />

operativen Traumas erfolgreich behandeln zu können.<br />

Frühzeitig, aber mit der gebotenen kritischen Bewertung der Hybrid-Verfahren, wurden am<br />

DHZB die Vorbereitungen zum Aufbau eines TAVI-Programms getroffen. Die Prämissen hierbei<br />

waren: Es sollte kein Patient aufgrund der Schwere der Erkrankung und der Begleitumstände<br />

für die Behandlung abgelehnt werden müssen und die Verfahren sollten möglichst allzeits, also<br />

24 Stunden am Tag, verfügbar sein.<br />

Um minimalinvasive Aortenklappenimplantationen mit dem besten Ergebnis vornehmen zu<br />

können, müssen sowohl personelle als auch spezielle räumliche Voraussetzungen geschaffen<br />

werden. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass diese Eingriffe mit der größtmöglichen<br />

Sicherheit nur dann durch ein speziell geschultes interdisziplinäres Team erfolgen können,<br />

wenn dieses Team über kardiochirurgische Kompetenzen verfügt. Am DHZB sind insbesondere<br />

auch für die Anwendung der Hybrid-Chirurgie auf diesem Gebiet bereits im Jahr 2008 ideale<br />

Voraussetzungen geschaffen worden.<br />

Am 01.03.2008 erfolgte nach einjähriger Umbauzeit die Inbetriebnahme des Hybrid-<br />

Operationssaales. Damit verfügte das DHZB als einer der ersten Standorte in Deutschland über<br />

die idealen räumlichen Voraussetzungen, um minimalinvasive Aortenklappenimplantationen<br />

unter modernsten Angiographieverfahren vorzunehmen, ohne die Sicherheit eines<br />

herzchirurgischen Umfeldes aufgeben zu müssen.<br />

Unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Hetzer wurde Anfang des Jahres 2008 ein<br />

interdisziplinäres, wohl aufeinander abgestimmtes Team geschaffen, welches sich spezialisiert<br />

nicht nur um die Anwendung dieser Verfahren kümmert, sondern die sorgfältige<br />

Patientenauswahl, Patientenvorbereitung und deren postoperative Nachsorge sicherstellt. Das<br />

Team besteht aus fünf Herzchirurgen dreier unterschiedlicher Generationen, aus zwei<br />

erfahrenen Kardiologen und zwei erfahrenen Kardioanästhesisten mit besonderer Expertise<br />

auf dem Gebiet der transösophagealen Echokardiographie (Abb. 1). Weiterhin gehören zum<br />

Team OP-Schwestern und Kardiotechniker, die besonders in den Kathetertechniken<br />

unterrichtet sind. Hinzu kommen Ärzte, Schwestern, Atmungs- und Physiotherapeuten auf den<br />

Normal- und Intensivstationen, die eine erfolgreiche Behandlung hochbetagter und<br />

multimorbider Patienten erst ermöglichen. Die klinikinterne enge Zusammenarbeit mit den<br />

Abteilungen für Computertomographie- und Echokardiographie-diagnostik konnte genutzt<br />

werden.<br />

45<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Abb. 1: Das DHZB-TAVI-Team: Dr. Buz, Dr. Unbehaun,<br />

Frau Grisin (stellvertretend für die OP-Schwestern), Dr.<br />

Drews, Dr. Dreysse, Prof. Dr. Dr. Pasic, Dr. Kukucka, Herr<br />

Krüger, Herr Gutsch (stellvertretend für die Abt. für<br />

Kardiotechnik) und Dr. Mladenow (von links nach rechts)<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Nach intensiven Vorbereitungen mit<br />

umfassender theoretischer Aufarbeitung der<br />

Verfahren, Training am Computersimulator,<br />

Trockenübungen und Besuch der<br />

Ausbildungszentren in Leipzig, Rouen<br />

(Frankreich) und Siegburg konnte am<br />

16.04.2008 die erste transapikale<br />

Aortenklappenimplantation bei einem 83jährigen<br />

Patienten mit hochgradiger Aortenklappenstenose, zurückliegender Bypass-<br />

Operation und erheblich eingeschränkter Lungen- und Nierenfunktion erfolgreich<br />

durchgeführt werden. Am 19.09.2008 folgte die erste transfemorale Aortenklappenimplantation<br />

am DHZB (Abb. 2).<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Abb. 2: Erste transfemorale Aortenklappenimplantation<br />

am DHZB unter der<br />

Leitung von Prof. Dr. Hetzer am 19.09.2008<br />

In der gleichen Zusammensetzung<br />

führt das Implantationsteam alle<br />

TAVI-Prozeduren am DHZB mit<br />

transfemoralem, transapikalem oder<br />

transaxillärem Zugang aus.<br />

Hierdurch ist sichergestellt, dass<br />

jeder Patient die für ihn optimale,<br />

also risikoärmste und sicherste<br />

Behandlung erhält.<br />

Neben der Beherrschung aller Zugangswege werden am DHZB beide bislang zugelassene<br />

Prothesentypen, die ballonexpandierbare Edwards-Sapien aus bovinem Perikard und die<br />

selbstexpandierende Medtronic-CoreValve-Prothese aus porzinem Perikard, implantiert.<br />

Entwicklung des TAVI-Programms im Jahr 2009<br />

Im Jahr 2009 wurden die Implantationszahlen rasch gesteigert und haben am DHZB den<br />

transapikalen Zugang betreffend, die weltweit größte Steigerungsrate erfahren. Bereits am<br />

17.04.2009, ein Jahr nach der ersten Implantation, konnte der 100. Patient mit einer<br />

katheterinterventionellen Klappenimplantation behandelt werden. Insgesamt konnten im Jahr<br />

2009 bei 152 Patienten eine katheterinterventionelle Aortenklappenimplantation vorgenommen<br />

werden. Im internationalen Vergleich handelte es sich hierbei nicht nur um eine sehr große<br />

Patientenzahl, sondern auch um eine Patientengruppe, deren Risikoprofil sie als deutlich kränker<br />

ausweist als in vergleichbaren Untersuchungen. Das mittlere Alter der Patienten, von denen etwa<br />

zwei Drittel Frauen waren, lag bei 80 Jahren (36-97 Jahre).<br />

46


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die errechnete Sterblichkeitswahrscheinlichkeit für eine konventionelle Operation lag zwischen 21<br />

% im STS-Modell und 40 % im logistischen EuroScore-Modell. Es waren allein 62 Patienten der<br />

Hochrisikogruppe mit einem logistischen EuroScore über 40 % (41 % der Patienten) zuzuordnen<br />

und 18 Patienten (12 %) wiesen eine sehr schlechte Herzfunktion mit einer linksventrikulären<br />

Ejektionsfraktion kleiner 30 % auf. Desweiteren waren in dieser Gruppe 28 Patienten (18 %)<br />

bereits am Herzen voroperiert. Dies belegt eindrucksvoll den besonderen Stellenwert der Klinik in<br />

der Versorgung von kritisch kranken Patienten.<br />

Die Ergebnisse sind im internationalen Vergleich herausragend und belegen einen Spitzenplatz.<br />

Die 30-Tage-Mortalität aller im Jahre 2009 operierten Patienten lag unter 4 %, was einer<br />

Reduzierung des operativen Risikos, wenn STS- und EuroScore-Modell zugrunde gelegt werden,<br />

um das fünf- bis zehnfache entspricht. Die Rate an schwerwiegenden Komplikationen war äußerst<br />

gering; so traten beispielsweise peri- und postinterventionelle klinisch relevante Schlaganfälle nur<br />

in einem Fall (0,7 %) auf.<br />

Die Gründe für die erfolgreiche Fortführung des im Jahr 2008 begonnenen TAVI-Programms sind<br />

vielfältig und basieren auf den innovativen Klinikstrukturen, der Vernetzung der einzelnen<br />

Abteilungen und den frühzeitig geschaffenen räumlichen wie personellen Voraussetzungen. Das<br />

wohl aufeinander abgestimmte, immer in der gleichen Zusammensetzung kooperierende Team<br />

und die rund um die Uhr Verfügbarkeit eines hochmodernen Hybrid-Operationssaales bilden die<br />

Grundlagen und sind hier zu erwähnen.<br />

Frühzeitig wurden am DHZB eigene Wege beschritten mit der Zielsetzung, für alle Patienten, bei<br />

denen der konventionelle Eingriff als risikobehaftet einzuschätzen ist, eine sinnvolle<br />

Therapiestrategie zu entwickeln. Die Methodik der transapikalen Aortenklappenimplantation<br />

wurde weiterentwickelt, indem die ursprüngliche Implantationstechnik um eine angiographische<br />

Darstellung von Aortenwurzel, Aortenklappenanulus und den Abgängen der Coronararterien<br />

ergänzt wurde (Abb. 3). Somit war es möglich, die Klappenimplantation langsam und stufenweise<br />

mit präziser Bestimmung des Implantationsortes vorzunehmen. Hierdurch wurde das<br />

Implantationsergebnis entscheidend verbessert und die Rate an paravalvulären Leckagen, worin<br />

derzeit noch eine Limitation der Methode zu sehen ist, deutlich reduziert.<br />

Originaltechnik „The <strong>Berlin</strong> Addition“<br />

Abb. 3: Die Originaltechnik der Klappenfreisetzung (links) bei der transapikalen Aortenklappenimplantation wurde<br />

verbessert durch eine angiographische Visualisierung von Aortenwurzel, Aortenklappenanulus und Abgängen der<br />

Coronararterien (rechts) sowie eine langsame und stufenweise Balloninflation mit präziserer Bestimmung der<br />

Klappenposition<br />

47<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Auch in der Versorgung jener Patientengruppe, bei denen die Aortenklappenstenose mit einer<br />

interventionsbedürftigen coronaren Herzerkrankung vergesellschaft war, wurde innovativ am<br />

DHZB der Weg beschritten, die bedeutsamsten Coronarstenosen elektiv und simultan mit der<br />

Klappenimplantation zu behandeln, womit das TAVI-Verfahren auch für diese Patientengruppe<br />

zu einer echten Hybrid-Alternative im Vergleich zum konventionellen Kombinationseingriff<br />

geworden ist. Insgesamt wurden 15 Patienten (10 %) auf diese Weise behandelt (Abb. 4). In<br />

einem weiteren Fall eines Patienten mit Porzellanaorta und interventionell nicht versorgbarem<br />

Verschluß des Ramus interventricularis anterior wurde erfolgreich eine transapikale<br />

Aortenklappenimplantation simultan mit einer offenen Bypassanlage im OPCAB-Verfahren<br />

vorgenommen. Weitere kombinierte Eingriffe waren die simultane Stentversorgung einer<br />

hochgradigen Nierenarterienstenose und eine linksventrikuläre Aneurysmektomie. Bei der<br />

Behandlung jener inoperablen Patienten im kardiogenen Schock oder mit sehr schlechter<br />

Herzfunktion (linksventrikuläre Ejektionsfraktion unter 20 %) wurde der Eingriff in neun<br />

Fällen (6 %) unter dem Schutz der Herz-Lungen-Maschine vorgenommen. Hierdurch konnte<br />

die Sicherheit der Methodik für diese Patientengruppe verbessert werden, die nur unter der<br />

Sicherheit eines herzchirurgischen Umfeldes überhaupt zu behandeln sind.<br />

A<br />

B C<br />

Abb. 4: Simultane elektive Coronarstentbehandlung im Rahmen der TAVI-Prozedur. Eine hochgradige Stenose der<br />

dominanten rechten Kranzarterie (A) wird mit Stentimplantation behandelt (B) und zeigt ein gutes Primärergebnis (C)<br />

Einfluss des TAVI-Verfahrens auf die Einweisungs-Demographie und Kooperation<br />

mit Zuweisern<br />

Inzwischen hat das DHZB auch auf dem Sektor der minimalinvasiven Aortenklappenchirurgie<br />

einen Bekanntheitsgrad bei den zuweisenden Kardiologen und Kliniken erreicht, der weit den<br />

Raum <strong>Berlin</strong>-Brandenburg übersteigt. Auch im Jahr 2009 erfolgten überregionale<br />

Zuweisungen aus ganz Deutschland, sogar aus Zentren, die über ein eigenes Programm<br />

verfügen. Ein weiterer spürbarer Effekt der Einführung der Methodik ist, dass zunehmend<br />

Patienten zur Einweisung kommen, die aufgrund einer weit fortgeschrittenen Erkrankung,<br />

ihrer Komorbidität und des hohen Alters, bislang für einen Eingriff an der Aortenklappe<br />

abgelehnt waren oder selbst die konventionelle Operation ablehnten. Bereits heute ist deutlich<br />

absehbar, dass dieser Trend in der Zuweisung gerade jener Patienten, die das 80. oder gar 90.<br />

Lebensjahr überschritten haben, sich weiter fortsetzen wird. Im Jahr 2009 wurden vier<br />

Patienten (2,6 % der Gesamtgruppe) zugewiesen und behandelt, die älter als 90 Jahre waren,<br />

und 86 Patienten (57 %), deren Alter zwischen 80 und 90 Jahren lag. Insofern hat die<br />

Einführung der minimalinvasiven Aortenklappenimplantation bereits spürbaren Einfluss auf<br />

die Zahl und Struktur in der Patientenzuweisung genommen und dies wird sich weiter<br />

fortsetzen.<br />

48<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Gemäß der Leitlinie des DHZB, eine enge Kooperation mit den zuweisenden Kardiologen zu<br />

pflegen und Patienten gemeinschaftlich zu behandeln, wurden auch im Jahr 2009 die<br />

Beziehungen, die den TAVI-Sektor betreffen, weiter ausgebaut. Vielfach kamen Kardiologen<br />

aus mehreren zuweisenden <strong>Berlin</strong>er Kliniken zur Klappenimplantation ins DHZB und konnten<br />

sich hier nicht nur persönlich von der Versorgung ihrer Patienten überzeugen, sondern<br />

konnten weiterführend auch in den einzelnen Teilschritten der TAVI-Prozedur unterrichtet<br />

werden und diese in Teilschritten und unter der Obhut des DHZB selbst durchführen. Mehrfach<br />

nahmen Vertreter des DHZB an Informationsveranstaltungen teil, um in auswärtigen Zentren<br />

über die Besonderheiten, Möglichkeiten und Grenzen des TAVI-Verfahrens zu berichten. Zum<br />

9. Kardiologie-Symposium am 17. Januar 2009 wurde eine katheterinterventionelle<br />

Aortenklappenimplantation live aus dem DHZB übertragen und vor einer großen Zahl an<br />

Zuweisern und niedergelassenen Kardiologen präsentiert.<br />

Seit Juli 2009 sind fünf Mitglieder des TAVI-Teams als Proktoren für Edwards Lifesciences tätig<br />

und haben im In- und Ausland an der Ausbildung von Zentren geholfen, die ein eigenes TAVI-<br />

Programm gestartet haben. In der Region <strong>Berlin</strong> und Brandenburg hat das DHZB bei der<br />

Verbreitung der Methode geholfen und ist am Aufbau weiterer TAVI-Programme in anderen<br />

Zentren beteiligt. Auch klinikintern konnte ein Assistent bereits im Rahmen der<br />

Facharztausbildung die Methode erlernen und im Team selbstständig anwenden. Damit kommt<br />

das DHZB seinem Lehrauftrag in vorbildlicher Weise nach, lange bevor dies zum<br />

Pflichtbestandteil in der Ausbildung geworden ist.<br />

Wissenschaftliche Bearbeitung des TAVI-Programms und Ausblick auf das Jahr<br />

2010<br />

Mit Beginn des TAVI-Programms wurde bereits die wissenschaftliche Analyse des Verfahrens<br />

begonnen, gemäß dem Anspruch des DHZB, neue Entwicklungen in der Herzmedizin nicht nur<br />

anzuwenden, sondern diese wissenschaftlich zu begleiten, hierdurch zu verbessern und auf<br />

eine studienfundierte, evidenzbasierte Grundlage zu stellen. Erste Ergebnisse konnten bereits<br />

im Jahr 2009 auf nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt werden.<br />

Ein entscheidender Schritt, der dazu beigetragen hat, die Methode der transapikalen<br />

Aortenklappenimplantation zu verbessern, war die Entwicklung der „<strong>Berlin</strong>-Addition“. Diese<br />

Modifikation der Originaltechnik hat inzwischen weite Verbreitung gefunden. Die langsame<br />

und stufenweise Freisetzung der Sapien-Aortenklappenprothese unter angiographischer<br />

Visualisierung hat die Sicherheit des Verfahrens erheblich verstärkt und das<br />

Implantationsergebnis verbessert.<br />

In umfassender Weise wurde das Ergebnis der Hybrid-Verfahren bewertet, mögliche Probleme<br />

und Komplikationen frühzeitig erkannt und ein fundiertes Konzept an möglichen<br />

Lösungsvorschlägen erarbeitet. Für das DHZB nimmt die Gruppe der Patienten im hohen Alter<br />

und mit Begleiterkrankungen einen ganz besonderen Stellenwert, dem spezifische<br />

Aufmerksamkeit zuteil wird, ein. Für diese Patientengruppe sind nun bei der gegebenen<br />

Verfügbarkeit der Hybridverfahren eigene, zum Teil völlig eigenständige<br />

Behandlungskonzepte zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang ist die mit der<br />

katheterinterventionellen Aortenklappenimplantation vorgenommene elektive, perkutane<br />

Coronarintervention bei Vorliegen einer Aortenklappenstenose und einer coronaren<br />

Herzerkrankung zu erwähnen. Die klinikinternen Überlegungen und Ergebnisse wurden im<br />

49<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Jahr 2009 wissenschaftlich aufgearbeitet, zur Präsentation auf internationaler Ebene im<br />

Rahmen des „46th Annual Meeting, The Society of Thoracic Surgeons“ in Fort Lauderdale<br />

(U.S.A.) im Januar 2010 angenommen und zur Publikation in internationalen hochrangigen<br />

Zeitschriften eingereicht.<br />

Ein weiteres intensiv bearbeitetes Themengebiet war die Analyse zerebraler Mikroembolien im<br />

Rahmen der einzelnen Sequenzen der Klappenimplantation. Hierfür wurden bei einer großen<br />

Zahl an Patienten transkranielle Dopplersonographien durchgeführt und computertomographische<br />

Untersuchungen ausgewertet. Diese Ergebnisse wurden gleichfalls zur<br />

Publikation eingereicht.<br />

Weitere wissenschaftliche Themengebiete, deren Bearbeitung im Jahr 2009 begonnen wurde,<br />

betreffen die Nierenfunktion nach Kontrastmittelexposition im Rahmen der TAVI-Prozedur,<br />

die Analyse der Anwendung der Verfahren bei Patienten mit Aorta porcellanea, vorhandenen<br />

degenerierten Aortenklappenprothesen als „Klappe-in-Klappenimplantation“ oder mit<br />

vorhandenen Mitralklappenprothesen. Beginnend im Jahr 2009 wurden ganz intensiv die<br />

Morphologie von Aortenwurzel, Aortenklappe und des linken Ventrikels und deren Einfluss auf<br />

die Klappenimplantation sowie die echokardiographische Beurteilung der einzelnen<br />

Sequenzen von der Ballonvalvuloplastie bis zur Klappenfreisetzung beurteilt. Publikationen<br />

dieser Ergebnisse sind für das Jahr 2010 zu erwarten.<br />

Abschließend ist zu konstatieren, dass im Jahr 2010 und darüber hinaus in zunehmender Zahl<br />

Patienten zur Einweisung kommen werden, für die eine katheterinterventionelle<br />

Aortenklappenimplantation eine sehr sinnvolle und inzwischen unverzichtbare<br />

Behandlungsoption darstellt. Das DHZB ist dabei in jeglicher Hinsicht auf eine möglicherweise<br />

rapid steigende Anzahl an Patienten eingestellt und kann dabei auch jene Patienten versorgen,<br />

die mit höchstem Risiko behaftet sind. Spezielle und fundierte Therapiestrategien wurden<br />

entwickelt, um ausnahmslos jeden Patienten eine individuelle Behandlung anbieten zu<br />

können. Das DHZB wird auch zukünftig an der wissenschaftlichen Beurteilung der Hybrid-<br />

Chirurgie und der stetigen Verbesserung dieser Verfahren mitwirken.<br />

50<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Chirurgie angeborener Herzfehler<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Christof Stamm, Eva Maria Delmo Walter, Michael Hübler<br />

Die chirurgische Behandlung angeborener Herzfehler am DHZB konnte im Jahr 2009 deutlich<br />

ausgebaut werden. Mit insgesamt 527 Operationen lag die Gesamtzahl der operativen Eingriffe<br />

um mehr als 10 % über der des Vorjahres. Die Anzahl der Operationen unter Verwendung der<br />

Herz-Lungen-Maschine (HLM) stieg auf 379 (37 mehr als im Vorjahr) und die der Eingriffe ohne<br />

HLM auf 148 (18 mehr als im Vorjahr). Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde das<br />

gesamte Spektrum der angeborenen Herzfehler operativ behandelt, inklusive der Korrektur<br />

einfacher Herzfehler (z. B. Verschluss von Vorhof- oder Ventrikelseptumdefekten),<br />

korrigierender Operationen bei komplexen Herzfehlern (z. B. atrioventrikulärer Septumdefekt,<br />

Fallot’sche Tetralogie, Transposition der großen Gefäße) sowie palliativer Operationen bei<br />

schwersten Herzfehlern, die nicht korrigierbar sind (z. B. Fontan-Operationen bei<br />

univentrikulären Herzen, Norwood-Operation bei hypoplastischem Linksherzsyndrom).<br />

Ebenso konnte wieder eine Reihe von Kindern mit erworbener Herzinsuffizienz im Endstadium<br />

durch Kunstherzimplantation, teilweise gefolgt von einer Herztransplantation, erfolgreich<br />

behandelt werden. Neben der Versorgung von herzkranken Kindern und Jugendlichen aus dem<br />

<strong>Berlin</strong>-Brandenburger Raum wurde erneut eine große Anzahl kleiner Patienten aus dem<br />

Ausland, v.a. aus Osteuropa und dem Mittleren Osten, operiert. Hinzu kommt eine Reihe von<br />

Kindern aus afrikanischen oder asiatischen Entwicklungsländern, die dank Spendengeldern<br />

und der Vermittlung durch verschiedene karitative Organisationen am DHZB operiert werden<br />

konnten.<br />

Dank der einzigartigen Ausstattung des Hybrid-Operationssaales (OP 6) konnten die<br />

innovativen interdisziplinären Prozeduren weiter ausgebaut werden. Die sog. Hybrid-<br />

Norwood-Operation, bei der ein Metallstent mittels Herzkatheter in den Ductus arteriosus<br />

eingeführt und gleichzeitig ein chirurgisches banding der Pulmonalgefäße vorgenommen<br />

wird, so dass die sehr belastende Operation im tiefen hypothermen Kreislaufstillstand nicht<br />

mehr im Neugeborenenalter durchgeführt werden muss, entwickelte sich zum Eingriff der<br />

ersten Wahl bei Kindern mit hypoplastischem Linksherzsyndrom. Erste Untersuchungen<br />

ergaben Hinweise darauf, dass die nach ca. 6 Monaten folgende „comprehensive Norwood<br />

Operation“ (Augmentation des Aortenbogens und Anlage eines bidirektionalen Glenn-Shunts)<br />

nun wesentlich besser toleriert wird.<br />

Auch die am DHZB entwickelte miniaturisierte Herz-Lungen-Maschine „Mini-HLM“, welche<br />

ein Füllvolumen von lediglich 105-110 ml benötigt, kam 2009 nunmehr regelmäßig zum<br />

Einsatz. Zusammen mit der routinemäßigen Anwendung der Nah-Infrarot-Spektroskopie<br />

(NIRS) zur direkten Messung der Sauerstoffzufuhr zum Gehirn und anderen Geweben wurde<br />

ein Protokoll entwickelt, mit dessen Hilfe die Notwendigkeit der Transfusion von<br />

Blutprodukten deutlich weiter reduziert werden konnte. Die Präsentation dieses Verfahrens in<br />

wissenschaftlichen Foren und den Medien ist unter anderem auf großes Echo bei Angehörigen<br />

der Zeugen Jehovas gestoßen, welche aus religiösen Gründen der Bluttransfusion ablehnend<br />

gegenüber stehen.<br />

Auch die bereits 2008 durch OA Dr. Hübler erstmals am DHZB durchgeführte „truncal switch“<br />

Operation bei Kindern mit Transposition der großen Gefäße und Stenose der Pulmonalklappe<br />

gehört seit vergangenem Jahr fest zum Spektrum der operativen Eingriffe am DHZB. Die<br />

Ergebnisse dieser extrem komplexen und anspruchsvollen Operation, bei welcher die gesamte<br />

51<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Basis des Herzens (Ausflusstrakt) inklusive der großen Gefäße, Herzklappen und<br />

Koronararterien abgetrennt, um 180 Grad gedreht und wieder mit dem Herzen verbunden wird,<br />

konnten weiter verbessert werden. Darüber hinaus wurden mehrere Modifikationen dieses<br />

Eingriffs (z. B „aortic root translocation“, „truncal half-turn“) eingeführt. Die führende<br />

Stellung des DHZB unter den europäischen Zentren für Kinderherzchirurgie konnte auf diese<br />

Weise weiter ausgebaut werden.<br />

Um die stetig wachsende Anzahl und Komplexität der Eingriffe bei angeborenen Herzfehlern<br />

auch in Zukunft bewältigen zu können, ist eine vorausschauende Personalpolitik auf<br />

chirurgischer Seite unabdingbar. Daher wurde begonnen, Frau Dr. Eva Delmo Walter und Prof.<br />

Dr. Christof Stamm in die Chirurgie angeborener Herzfehler einzuarbeiten. Prof. Stamm besitzt<br />

bereits ausgedehnte Erfahrungen auf dem Gebiet angeborener Herzfehler und war längere Zeit<br />

am Children’s Hospital Boston sowie am Royal Brompton Hospital London wissenschaftlich<br />

tätig. Er unterrichtet regelmäßig Ärzte aus aller Welt in der Morphologie angeborener<br />

Herzfehler in postgraduierten Kursen des National Heart and Lung Institute (Imperial College),<br />

London. Dr. Delmo Walter ist seit 2008 im Labor für Tissue Engineering des Children’s Hospital<br />

Boston tätig. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Harvard Medical School<br />

entwickelte sie dort eine neuartige, vitale Herzklappenprothese, welche in Zukunft den<br />

wiederholten Klappenwechsel bei vielen Kindern mit angeborenen Herzfehlern überflüssig<br />

werden lassen soll. Durch Kombination von modernen, biologisch abbaubaren Kunststoffen<br />

und Stammzellen aus dem Knochenmark sowie dem Blutstrom war es möglich, Herzklappen zu<br />

züchten und in Schafe zu implantieren, welche hervorragende hämodynamische<br />

Eigenschaften besitzen und tatsächlich mit dem Organismus wachsen zu können scheinen. Die<br />

Ergebnisse dieser experimentellen Arbeiten haben auf zahlreichen wissenschaftlichen<br />

Kongressen in Deutschland, den USA, Argentinien und Australien großen Anklang gefunden.<br />

52<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Konventionelle Aortenchirurgie<br />

Robert Hammerschmidt<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Anzahl der 2009 am DHZB durchgeführten konventionellen Aortenoperationen ist im<br />

Vergleich zum Vorjahr erneut angestiegen und lag bei 451 Fällen. Fast die Hälfte der<br />

Operationen wurde dabei als Notfall oder dringlich durchgeführt, wobei unter den 121<br />

Notfällen 86 Patienten mit akuten Typ A-Dissektionen den größten Anteil hatten.<br />

Alle Typ A-Dissektionen, 24 Bogenaneurysmen, 7 Descendensaneurysmen und 34 der<br />

insgesamt 37 thorako-abdominellen Aortenaneurysmen wurden in tiefer Hypothermie<br />

operiert.<br />

Bei 4 Patienten mit mykotischen Aortenaneurysmen wurden drei thorako-abdominelle<br />

Aortenersätze, ein Descendensersatz und ein Beckenarterienersatz unter Verwendung von<br />

Homografts durchgeführt. Zwei dieser Eingriffe mussten notfallmäßig durchgeführt werden.<br />

Dies war nur möglich, da das DHZB über eine der BIS-Foundation angeschlossene Homograft-<br />

Bank verfügt und daher die Lieferung der angeforderten Homografts in den Operationsbereich<br />

binnen kürzester Zeit möglich war.<br />

Durch die von Herrn Prof. Dr. Hetzer eingeführten Techniken der Aortenklappenrelokation und<br />

der Aortenanuloplastik mit Sinus valsalva Reduktion konnten 2009 bei 35 Patienten<br />

klappenerhaltende Operationen durchgeführt werden.<br />

In Tabelle 1 ist die Anzahl der durchgeführten Operationen detailliert wiedergegeben.<br />

Ascendensersatz ohne Aortenklappenersatz / Rekonstruktion 58<br />

Ascendensersatz mit Rekonstruktion der Aortenklappe 85<br />

Ascendensersatz mit Aortenklappenersatz 31<br />

Conduit-Implantation 65<br />

Ascendensraffung 93<br />

Aortenrekonstruktion (überwiegend congenital) 56<br />

Bogenersatz (überwiegend Kombinationseingriffe) 24<br />

Descendensersatz 7<br />

Bauchaortenersatz 15<br />

Thoraco – abdomineller Aortenersatz 37<br />

Tab. 1: Konventionelle Aortenoperationen<br />

Eine spezielle Gruppe unter den Aortenpatienten sind solche mit einem Marfan-Syndrom.<br />

Diese Patienten erkranken schon in sehr jungen Jahren an Herzklappenfehlern und<br />

Aortendissektionen oder Aneurysmen. Gewöhnlich müssen sich diese Patienten daher im Laufe<br />

ihres Lebens mehrfach am Herzen und an der Aorta operieren lassen. 2009 wurden 28<br />

Operationen an 23 Patienten mit einem Marfan-Syndrom durchgeführt.<br />

Elf Patienten waren bereits in den Jahren zuvor operiert worden. Das Alter zum Zeitpunkt der<br />

Operation lag zwischen 14 und 71 Jahren. Der Altersmedian lag bei diesen Patienten – die ohne<br />

operative Versorgung selten älter als 30 Jahre werden – bei 41 Jahren.<br />

53<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Tabelle 2 gibt einen Überblick über die Operationen bei Patienten mit dem Marfan-Syndrom.<br />

Conduit-Implantation<br />

– elektiv 8<br />

– notfallmäßig (Typ A-Dissektion) 4<br />

Aortenwurzelrekonstruktion 3<br />

Aortenbogenersatz 1<br />

Descendensersatz 3<br />

Thorako-abdomineller Aortenersatz 8<br />

Bauchaortenersatz 1<br />

Tab. 2: Operationen bei Patienten mit dem Marfan- Syndrom<br />

Der größte Teil der konventionellen Aortenoperationen wird am DHZB nach verbindlichen<br />

Standards durchgeführt. Bei nahezu allen Erkrankungen, die im Bereich des Aortenbogens<br />

lokalisiert sind bzw. an diesen angrenzen und über eine mediane Sternotomie operiert werden,<br />

ist der tief hypotherme Kreislaufstillstand mit retrograder Kopfperfusion das<br />

Standardverfahren. Bei den Aneurysmen der Aorta descendens und den thorako-abdominellen<br />

Aortenaneurysmen ist die tiefe Hypothermie mit regionaler Perfusion bei nahezu allen<br />

Patienten das Standardverfahren und hat nach unseren Erfahrungen zu einer sehr guten<br />

Protektion aller Organe geführt.<br />

Seit der Einführung der endovaskulären Aortenchirurgie am DHZB im Jahr 1996 hat diese<br />

Technik in den folgenden Jahren zunächst eine prozentuale Zunahme im Verhältnis zu den<br />

konventionellen Aortenoperationen erfahren. In den letzen Jahren stagniert der Anteil jedoch<br />

bei ca. 18 % (siehe Grafik 1).<br />

Konventionelle Chirurgie<br />

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />

Endov.<br />

Stent 3 5 7 6 15 29 35 62 50 50 102 78 85 88 101<br />

Konv. 148 212 250 244 288 262 293 274 287 294 301 357 377 362 451<br />

Chir.<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Endovaskuläre Aortenstents<br />

Grafik 1: Verhältnis endovaskulärer Eingriffe zu konventioneller Aortenchirurgie von 1996 bis 2009<br />

54


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Dabei war zu erwarten, dass der prozentuale Anteil der endovaskulären Operationen stetig<br />

ansteigt, zumal die inzwischen verfügbaren Endoprothesen immer umfangreichere und<br />

kompliziertere Eingriffe ermöglichen. Am DHZB hat die enge Zusammenarbeit zwischen den<br />

Disziplinen jedoch dazu geführt, dass für jeden Patienten – der grundsätzlich sowohl<br />

endovaskulär als auch konventionell operiert werden könnte – ein individuelles<br />

Behandlungskonzept entwickelt wird, bei dem die Vor- und Nachteile beider Verfahren<br />

gegeneinander abgewogen werden. Hierdurch wird vermieden, dass ein Eingriff nur deshalb<br />

endovaskulär durchgeführt wird, weil dies technisch machbar wäre. Im Mittelpunkt steht<br />

vielmehr immer die Frage, von welchem Eingriff der Patient kurz- und langfristig mehr<br />

profitiert. In einigen Fällen haben diese Überlegungen dazu geführt, dass mehrere betroffene<br />

Aortensegmente bei einem Patienten teils endovaskulär und teils konventionell operiert<br />

wurden.<br />

Die Erstellung solcher Behandlungskonzepte ist aber nur an einer Klinik möglich, die alle zur<br />

Verfügung stehenden Operationstechniken anbieten kann. Insofern ist das DHZB für die<br />

Behandlung aller Aortenerkrankungen bestens aufgestellt. Der hohe Standard des DHZB hat<br />

auch dazu beigetragen, dass uns in zunehmendem Maße Patienten aus anderen Bundesländern<br />

und dem Ausland zugewiesen wurden.<br />

55<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Endovaskuläre Aortenchirurgie<br />

Burkhart Zipfel<br />

Einleitung<br />

Technische Entwicklungen<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Seit den Anfängen im Jahr 1995 hat sich die endovaskuläre Behandlung von<br />

Aortenerkrankungen im Therapiespektrum des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> fest etabliert.<br />

Das DHZB hat damit gleich zu Beginn an der weltweit stürmischen Entwicklung dieser Therapie<br />

mitgewirkt und diese durch eigene Erfahrungen beeinflußt.<br />

Hybrid-Operationssaal<br />

Mit der hochmodernen Angiographieanlage im Saal 6 wurde eine wesentliche Verbesserung<br />

der intraoperativen Bildgebung erzielt (Abb.1). Im Jahr 2009 war der Saal mit Operationen aus<br />

dem Programm der endovaskulären Aortenchirurgie, Hybrideingriffen der Gefäßchiurgie, der<br />

minimal invasiven Aortenklappenchirurgie und der Hybrid-Operationen in der Chirurgie<br />

angeborener Herzfehler und Schrittmacher-Implantationen und Implantationen von Venacava-Schirmen<br />

täglich belegt.<br />

Durch die rasche Zunahme der minimal invasiven Aortenklappenchirurgie kam es im Laufe des<br />

Jahres immer wieder zu zeitlichen Engpässen im Saal 6, so dass öfter mit endovaskulären<br />

Eingriffen wieder in einen herkömmlichen Operationssaal mit fahrbarem chirurgischen<br />

Röntgenbildwandler ausgewichen werden musste. Es steht zwar ein neuer Bildwandler mit,<br />

gegenüber dem Vorgänger deutlich verbesserter Leistung und Qualität zur Verfügung, aber die<br />

Limitationen dieser Technik, insbesondere die Einschränkungen der Bildgebung durch den<br />

herkömmlichen Operationstisch wurden im Vergleich zur Arbeit im Hybrid-Operationssaal<br />

deutlich.<br />

Nur Eingriffe, bei denen hauptsächlich im frontalen Strahlengang gearbeitet wird, also<br />

Implantationen von Stentprothesen in der Bauchaorta oder Hybrid-Eingriffe in der Chirurgie<br />

von arteriellen Verschlußprozessen, können mit vergleichbarer Sicherheit mit dem<br />

Bildwandler durchgeführt werden. Für die Implantationen von Stentprothesen im<br />

Aortenbogen, in der thorako-abdominellen Aorta und insbesondere für Stentprothesen mit<br />

Seitenarmen oder endovaskuläre Eingriffe and den Nieren- und Visceralarterien ist der Hybrid-<br />

Operationssaal inzwischen unverzichtbar.<br />

Der Betrieb des Hybrid-Operationssaales im DHZB zieht Fach-Besucher aus aller Welt an. In<br />

Kooperation mit der Herstellerfirma Siemens fungiert das DHZB als Referenzzentrum für<br />

Kliniken, die ähnliche Anlagen planen. In regelmäßigen Abständen hatten Delegationen aus<br />

Ärzten aller beteiligten Fachrichtungen, Technikern und Bauexperten Gelegenheit, den<br />

Hybrid-Saal in Betrieb zu sehen.<br />

56<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Abb. 1: Hybrid-Operationssaal: Vorlegen des Führungsdrahtes für die Stentprothesen-Implantation<br />

PACS<br />

Die im Jahr 2008 eingeführte elektronische Archivierung und Betrachtung sämtlicher<br />

bildgebender Diagnostik in einem PACS (Picture Archiving and Communication System) war<br />

bereits in 2009 aus dem klinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit dieser Technik können<br />

alle Bilder von jedem Computer-Arbeitsplatz im Hause angesehen werden und mit wenig<br />

Aufwand zeitnah mit Voruntersuchungen verglichen werden. Externe Untersuchungen werden<br />

komplett in das System eingelesen und stehen somit patientenbezogen zur Verfügung. Die<br />

zuweisenden Kliniken haben sich sehr rasch darauf eingestellt und liefern die Untersuchungen<br />

auf CD. Für die Aortenchirurgie erhöht dies die Präzision und Sicherheit der Planung der<br />

Eingriffe durch die elektronische Vermessung und die Möglichkeit der digitalen<br />

dreidimensionalen Rekonstruktion der Bilder. Auch die Kommunikation über die<br />

Interpretation von Befunden und Indikationsstellung zur Operation wird erheblich erleichtert,<br />

ggf. auch von außerhalb der Klinik durch spezielle datengeschützte Internet-Verbindungen.<br />

Art der Erkrankungen<br />

Einweisungs-Demographie<br />

Vornehmlich werden Aneurysmen und Dissektionen durch Stentprothesen behandelt, zu etwa<br />

2/3 im Bereich der thorakalen Aorta und in etwa einem 1/3 im Bereich der Bauchaorta. In der<br />

thorakalen Aorta sind 2/3 der Stentprothesen Implantationen Notfälle oder dringliche<br />

Indikationen, während in der Bauchaorta die elektiven Fälle mit ca. 90 % überwiegen. Diese<br />

Verhältnisse sind seit mehreren Jahren etwa konstant (Abb. 2). In 2009 wurden wieder mehr als<br />

100 Stentprotheseneingriffe durchgeführt. Die Einweisung der elektiven Patienten erfolgt<br />

vornehmlich über die Aortensprechstunde, in der auch die regelmäßige Nachsorge aller<br />

endovaskulär oder konventionell operierten Aortenpatienten durchgeführt wird. Ein weiterer<br />

Rückgang war bei traumatischen Aortenrupturen zu verzeichnen, einerseits weil umliegende<br />

Kliniken diese Verletzung inzwischen auch endovaskulär versorgen und sich andererseits die<br />

57<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

[n]<br />

120<br />

110<br />

100<br />

90<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

0<br />

3 5 7 6<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

verbesserte technische Sicherheit für Fahrzeuginsassen bemerkbar macht. Für die elektiven<br />

Indikationen bestätigte sich der Trend, daß die in das DHZB überwiesenen Fälle zunehmend<br />

komplexer werden. Die in der Bevölkerung wesentlich häufigeren abdominalen Aneurysmen<br />

werden auch von den umliegenden gefäßchirurgischen Kliniken <strong>Berlin</strong>s versorgt. Dennoch<br />

schickt eine zunehmende Zahl niedergelassener Ärzte regelmäßig auch Patienten mit dieser<br />

Erkrankung in das DHZB. In zunehmendem Umfang werden auch Patienten mit peripheren<br />

arteriellen Verschlußprozessen kombiniert endovaskulär und chirurgisch behandelt. Auch hier<br />

ist eine Zunahme der von extern gezielt in das DHZB eingewiesen Patienten zu verzeichnen.<br />

Operationstechnik<br />

Weiterentwicklung der Stentprothesen<br />

Mit Hilfe der praktischen Erfahrungen im DHZB wurden die Stentprothesen in<br />

Zusammenarbeit mit der Industrie ständig technisch weiterentwickelt. In 2009 wurden einige<br />

Verbesserungen im Detail eingeführt, die die Implantationstechnik weiter optimieren. Eine<br />

Neuentwicklung wurde mit vielversprechenden Ergebnissen angewendet: ein großer<br />

Aortenstent ohne Prothesenanteil (E-xl Stent), der über abgehende Gefäße implantiert werden<br />

kann, ohne sie zu verschließen und auf diese Weise Stentprothesen zusätzlich verankert oder<br />

eine Aortendissektion weiter nach distal remodellieren kann.<br />

abdominal thorakal<br />

2<br />

13<br />

7<br />

22<br />

19<br />

16<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

40<br />

22<br />

1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />

Abb. 2: Endovaskuläre Stentprothesen im DHZB: Jährliche Entwicklung der Implantationen.<br />

Stentprothesen mit Fenestrationen und Seitenarmen<br />

In der thorako-abdominellen und abdominellen Aorta werden die Möglichkeiten der<br />

endovaskulären Therapie durch Stentprothesen mit Seitenarmen oder Fenstern für die<br />

abgehenden Gefäße erweitert. Diese Stentprothesen werden nach den im CT bestimmten<br />

58<br />

33<br />

17<br />

32<br />

18<br />

61<br />

41<br />

33<br />

45<br />

52<br />

33<br />

55<br />

33<br />

69<br />

32


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Maßen individuell angefertigt. Während der Implantation werden dann die abgehenden<br />

Arterien aus diesen Fenstern heraus sondiert und die Verbindung mit kleinen separaten<br />

Stentprothesen hergestellt (Abb. 3). In 2009 wurden weitere ausgedehnte thorako-abdominelle<br />

Aneurysmen auf diese Weise mit guten Erfolgen behandelt (Abb. 4).<br />

Diese Eingriffe sind im Vergleich zu herkömmlichen endovaskulären Eingriffen wesentlich<br />

aufwendiger und langwieriger. Insbesondere die Strahlenbelastung durch sehr lange<br />

Durchleuchtungszeiten ist erheblich. Sie sind jedoch eine sehr gute Alternative für Patienten<br />

mit fortgeschrittenem Alter oder schweren Begleiterkrankungen, für die ein konventioneller<br />

thorako-abdomineller Aortenersatz besonders belastend ist. Ein Nachteil dieser Technik ist der<br />

sehr lange Zeitbedarf für die Planung und Produktion der Spezialprothesen. Somit steht diese<br />

Technik nicht für Notfälle zu Verfügung. Durch die weltweit zunehmende Nachfrage bei der<br />

bislang einzigen Firma, die diese Spezialprothesen herstellt, sind diese Zeiten sind in 2009 eher<br />

länger geworden.<br />

Abb. 3: Implantation einer fenestrierten Stentprothese, intraoperative Aufnahme aus dem Hybrid-Operationssaal:<br />

Seitenarmstents sind durch das Fenster der Stentprothese in beide Nierenarterien implantiert, unter der linken ist das<br />

Aneurysma zu erkennen. Führungsdrähte liegen in der linken Nierenarterie und in der A. mesenterica superior.<br />

Abb. 4: Thorako-abdominelle Stentprothese vom Aortenbogen bis in die Bauchaorta mit Seitenarmen zur Arteria<br />

mesenterica superior und zur rechten Nierenarterie<br />

Zukunftsperspektiven<br />

Der Betrieb des Hybrid-Operationssaals hat die endovaskulären Aortenchirurgie verbessert. Die<br />

Anwendung von Prothesen mit Seitenarmen wird eine weitere Ausweitung erfahren und mit<br />

Hilfe der genaueren Bildgebung für immer schwierigere Fälle angewendet werden können.<br />

Auch die Ausweitung und Verfeinerung der Hybrid Eingriffe im Bereich der Aortenchirurgie ist<br />

in Sicht. Insgesamt ist damit zu rechnen, daß ein weiter zunehmender Anteil der<br />

Aortenerkrankungen endovaskulär versorgt werden wird und somit diese Eingriffe einen<br />

weiter ansteigenden Anteil am Operationsspektrum des DHZB einnehmen werden.<br />

59<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Marfan-Zentrum der Charité in Kooperation<br />

mit dem Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

Petra Gehle<br />

Marfan-Zentrum<br />

Am 1. November 2009 nahm das Marfan-Zentrum<br />

am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> unter Leitung<br />

von Prof. Dr. Roland Hetzer seinen Betrieb auf. Es<br />

fungiert in <strong>Berlin</strong> und Umland als Ansprechpartner<br />

für Kollegen und Betroffene. Es besteht mit<br />

niedriger Schwelle die Möglichkeit zur<br />

Untersuchung und Therapie bei bestehendem<br />

Verdacht oder bereits gesicherter Diagnose des<br />

Marfan Syndroms oder einer verwandten<br />

fibrillinären Erkrankung. Eine enge Kooperation<br />

mit den Hausärzten und behandelnden Fachärzten<br />

ist sehr wichtig.<br />

Der Gründung des Marfan-Zentrums geht eine<br />

lange Geschichte voraus, die mit den von Prof.<br />

Roland Hetzer zum Teil notfallmäßig operierten<br />

Patienten damals noch in Hannover ihren Ursprung<br />

nahm. Prof. Hetzer erkannte früh, dass vom Marfan<br />

Syndrom betroffene Patienten in Deutschland<br />

medizinisch absolut unterversorgt waren.<br />

Schon 1992 initiierte er deshalb im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> eine Marfan-Sprechstunde,<br />

geführt von Frau Gehle, in der Patienten mit Marfan Syndrom betreut und regelmäßig<br />

kontrolliert werden konnten. Der interdisziplinäre Gedanke wurde schon früh in Teilen<br />

umgesetzt, so dass bereits aus dieser Zeit Kontakte zu Frau Dr. Graul-Neumann und Herrn Dr.<br />

Robinson aus den Bereichen Humangenetik und Molekulargenetik bestehen, die seither die<br />

genetische Marfan-Sprechstunde regelmäßig durchführten. So wurden in den letzten 20<br />

Jahren mehrere Hundert Patienten von den auch heute beteiligten Kollegen betreut, und so eine<br />

hervorragende Expertise erworben.<br />

Erst durch das Gesundheitsmodernisierungssgesetz, das am 19.12.2003 in Kraft trat, wurde die<br />

gesetzliche Grundlage für eine ambulante Behandlung von Patienten mit seltenen<br />

Erkrankungen im Krankenhaus nach § 116b (SGB) geschaffen. Hierdurch ergab sich gerade für<br />

Patienten mit Marfan Syndrom, bei denen sehr viele verschiedene Disziplinen beansprucht<br />

werden, endlich die Möglichkeit einer gemeinsamen Betreuung durch verschiedene Fachärzte<br />

innerhalb eines Zentrums. Die Entstehung des Marfan-Zentrums ist auch besonders dem<br />

Einsatz von Frau Christiane Ulbrich, die als Patientenvertreterin kontinuierlich und<br />

unerschütterlich dieses Ziel verfolgte, zu verdanken. Prof. Hetzer wurde nach Jahrzehnten der<br />

engagierten Vorarbeit zum Ärztlichen Direktor des Marfan-Zentrums <strong>Berlin</strong>.<br />

Behandelt werden können Patienten mit Marfan Syndrom und Erkrankungen aus dem<br />

differentialdiagnostisch verwandten Formenkreis der Fibrillinopathien. Hierzu gehören außer<br />

dem Marfan Syndrom Typ I und II und MASS-Typ, dem neonatalen Marfan Syndrom, dem<br />

Loeys-Dietz-Syndrom, dem Familiären Aortenaneurysma auch die Familiäre Ektopia Lentis.<br />

60<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Hinzu kommen weitere seltenere Syndrome wie das Weill-Marchesani-Syndrom, die<br />

Kongenitale kontrastrukturelle Arachnodaktylie (CCA) und das Shprintzen-Goldberg-<br />

Syndrom.<br />

Die Häufigkeit des Marfan Syndroms wird auf zwischen 1:5.000 und 1:10.000 geschätzt, womit<br />

die Zahl der in <strong>Berlin</strong> betroffenen Patienten etwa zwischen 350 und 700 läge, im Bundesgebiet<br />

zwischen 8.000 und 16.000. Es ist nicht bekannt, wie viele der Betroffenen ärztlich betreut<br />

werden und wie hoch eine zu vermutende Dunkelziffer bisher nicht diagnostizierter<br />

Betroffener ist. In Deutschland gibt es derzeit etwa 10 spezialisierte Marfan Ambulanzen, in<br />

denen zwischen 50 und 300-400 Patienten pro Jahr gesehen werden, das heißt, der Großteil der<br />

Marfan Betroffenen wird bisher noch nicht in einem spezialisierten Kompetenzzentrum<br />

betreut. Bei der Marfan Hilfe e.V. sind derzeit 8 Marfan-Sprechstunden bekannt, zugelassen<br />

sind aber in Deutschland 10:<br />

Die Organisationsstruktur des Marfan-Zentrums ist bei uns auf Oberärztin Petra Gehle als<br />

Koordinatorin zentriert, die das Management der Patientenbehandlung koordiniert und als<br />

Fachärztin für Herzchirurgie eine Kernkompetenz vertritt. Zu den Kernkompetenzen gehören<br />

für das Marfan Syndrom die Disziplinen Herzchirurgie, Kardiologie und Kinderkardiologie. An<br />

den Untersuchungstagen sind Fachärzte der Humangenetik, Augenheilkunde und Orthopädie<br />

sowie der Radiologie beteiligt. Alle übrigen Disziplinen werden nach Bedarf für den jeweiligen<br />

Patienten direkt kontaktiert und einbezogen. An den Ambulanzterminen wird versucht,<br />

möglichst alle notwendigen Untersuchungen an einem Tag durchzuführen.<br />

In den letzten beiden Monaten des Jahres 2009 wurden bereits die ersten 18 Patienten betreut.<br />

Bei acht Patienten lag das Marfan Syndrom vor, bei drei weiteren ein Familiäres<br />

Aortenaneurysma. Aus dieser Gruppe musste bei vier Patienten die Indikation zu einer<br />

Operation gestellt werden. Bereits bei neun Patienten, von denen 4 Erstvorstellungen waren,<br />

wurde das Ziel erreicht, alle Untersuchungen an einem Tag durchzuführen.<br />

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Marfan-Zentrum <strong>Berlin</strong> sehr erfolgreich seine<br />

Arbeit aufgenommen hat und bereits jetzt erkennbar ist, dass eine rege Nachfrage besteht und<br />

damit der Bedarf klar dokumentiert ist. Für die zukünftig zu erwartenden beträchtlichen<br />

Patientenzahlen ist eine solide organisatorische und administrative Untermauerung<br />

unerlässlich. Hier ist die enge Kooperation der beiden Kliniken Charité und DHZB auch auf dem<br />

Gebiet der elektronischen Datenverarbeitung ein wichtiger Faktor.<br />

61<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Herztransplantation<br />

Organ Care System (OCS), TransMedics®<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Ruhi Yeter, Hans B. Lehmkuhl, Michael Hübler, Christoph Knosalla<br />

Seit Bestehen des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> (DHZB) wurden bis zum Ende des Jahres<br />

2009 1.667 Herztransplantationen durchgeführt. In den letzten Jahren stagniert die Anzahl der<br />

Transplantationen, bedingt durch den Mangel an Spenderherzen. Im Gegenzug jedoch nimmt<br />

die Anzahl der auf der Warteliste angemeldeten Patienten, die auf ein Herz warten, stetig zu.<br />

Diesen Zustand belegen auch die statistischen Erhebungen der Deutschen Stiftung<br />

Organtransplantation (DSO).<br />

Im Jahr 2009 wurden im DHZB 39 orthotope Herztransplantationen (HTx) durchgeführt.<br />

Hiervon waren 32 Erwachsene, 69 % männliche und 31 % weibliche Patienten, mit einem<br />

durchschnittlichen Alter von 42 Jahren. Sieben Herzen wurden bei Kindern im Alter von 5<br />

Monaten bis 15 Jahren transplantiert. Die meisten der zur HTx akzeptierten Patienten waren im<br />

HU/U (high urgent/urgent)-Status gelistet. Hierdurch wurden überwiegend hospitalisierte<br />

Patienten transplantiert.<br />

Die häufigsten zugrundeliegenden Erkrankungen waren dilatative Kardiomyopathien (57 %),<br />

postmyokarditische Herzinsuffizienz (20 %) und ischämische Kardiomyopathie (10 %). Zwei<br />

Patientinnen, die bereits vor 13 und 15 Jahren transplantiert wurden und eine<br />

Transplantatvaskulopathie entwickelten, erhielten jeweils eine erneute Herztransplantation<br />

(Re-HTx). 59 % der Empfänger benötigten ein „bridge to transplant“ mit einem<br />

univentrikulären (65 %) bzw. biventrikulären (26 %) Assist Device oder einem „total artificial<br />

heart“ vom Typ Cardiowest (9 %). 77 % der Spenderorgane stammten aus Deutschland und 23<br />

% aus europäischen Ländern wie Belgien, England, Estland, Griechenland, Kroatien, Österreich<br />

und Schweden. Das mittlere Alter der erwachsenen Spenderherzen stieg im Vergleich zum<br />

Vorjahr um 3,5 Jahre an und betrug 47 Jahre.<br />

62<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

In diesem Zusammenhang ist bekannt und durch statistische Analysen aus der ISHLT-<br />

Datenbank bestätigt, dass ein höheres Spenderalter und eine Ischämiezeit über vier Stunden<br />

ein erhöhtes Risiko für ein Graftversagen beinhaltet. Seit Anfang des Jahres 2009 stand dem<br />

DHZB das „Organ Care System“ (OCS) zur Verfügung. Es ermöglicht, das Transplantat, das mit<br />

warmem, oxygeniertem Spenderblut perfundiert ist, leer schlagend und ohne jede Ischämie zu<br />

transportieren. Während des Transports werden vitale Parameter überwacht und durch<br />

zusätzliche Blutproben aus dem koronarvenösen Blut sowie Informationen über den Laktat-<br />

Metabolismus des Herzens gewonnen.<br />

In 14 Fällen, bei denen aus logistischen Gründen eine längere Ischämiezeit zu erwarten war<br />

oder ein sogenanntes „marginales Spenderherz“ angeboten wurde, kam das OCS zum Einsatz.<br />

Hierbei reduzierte sich bei kompletter Klemmzeit im Median von 376 Min. (254-502) die<br />

Ischämiezeit auf im Median 65 Min. (55-88).<br />

Alle 14 Spenderherzen konnten mit primär exzellenter Graft-Funktion transplantiert werden.<br />

Bei einer signifikanten RCA-Stenose eines Spenderherzens wurde gleichzeitig ein single<br />

Bypass durchgeführt. Zwei Patienten verstarben auf Grund nicht-kardialer Ursachen, so dass<br />

sich für dieses Kollektiv ein Ein-Jahres-Überleben von über 85 % ergab.<br />

Überleben [%]<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

Kaplan-Meier Kurve (Überlebenskurve)<br />

0<br />

0 100<br />

200<br />

Tage<br />

300 400<br />

Für ein erfolgreiches Herztransplantationsprogramm sind standardisierte Protokolle der<br />

Immunsuppression und Transplantatüberwachung erforderlich. Auch in 2009 wurde an einer<br />

Induktionstherapie mit anschliessender Triple-Basis-Immunsuppression festgehalten.<br />

Primäres Medikament der postoperativen Induktion blieb das ATG (Antithymozytenglobulin;<br />

Thymoglobulin®). Auch in 2009 wurde Basiliximab (Simulect®) anstelle von ATG zur<br />

Induktionstherapie bei Kindern wegen der besseren Verträglichkeit bei gleicher Wirksamkeit<br />

gewählt. Das Medikament Rituximab (Mabthera®) ist Bestandteil des Induktionsprotokolls für<br />

Patienten mit hohen Autoantikörpertitern und erhöhter Wahrscheinlichkeit für humorale<br />

Abstossungsreaktionen. In der Basis-Immunsuppression blieb auch in 2009 Cyclosporin A<br />

(Sandimmun®) der Calcineurininhibitor erste Wahl. Auf Tacrolimus/FK506 (Prograf®) als<br />

Alternative wurde nur bei schwer handhabbaren Unverträglichkeiten von Cyclosporin A<br />

gewechselt. Steroide in absteigender Dosis erhielten bis ein Jahr nach HTx alle Patienten. Als<br />

Antimetabolit wurden ca. hälftig Mycophenolat Mofetil (CellCept®) und Everolimus<br />

63<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

(Certican®) eingesetzt. Zur verbesserten Überwachung der Transplantatfunktion wurde die<br />

standardisierte Immunhistologie zur Beurteilung humoraler Abstossungsreaktionen in jeder<br />

Biopsie fest etabliert. Das IMEG (Intramyokardiales Elektrokardiogramm) blieb fester<br />

Bestandteil der invasiven Abstossungsdiagnostik. Die etablierte echokardiographische<br />

Abstossungsdiagnostik ist um das „Strain“ und „Strain rate“ ECHO ergänzt worden und wird<br />

derzeit noch wissenschaftlich geprüft.<br />

643 langzeitherztransplantierte Patienten befanden sich zu ambulanten und stationären<br />

Nachsorgeuntersuchungen. Das DHZB war in internationalen, multizentrischen Studien zur<br />

Immunsuppression involviert. Vorrangig leitete das DHZB eine europäische Studie (RAD2411)<br />

zur Prüfung der Nierenfunktion durch reduzierte Cyclosporingaben unter Einsatz von in<br />

Europa zugelassenem Everolimus. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Juli 2009 publiziert.<br />

Daneben hat sich das DHZB an der amerikanischen Zulassungsstudie (RAD2310) für<br />

Everolimus erfolgreich beteiligt; hier hat das DHZB als europäisches Zentrum die meisten<br />

Patienten rekrutiert. Erste Publikationen werden in 2011 erwartet.<br />

In der Zusammenfassung kann festgehalten werden, dass im Jahr 2009 im Vergleich zu den<br />

Vorjahren eine nahezu gleiche Anzahl an Herztransplantationen bei progredientem<br />

Spendermangel und zunehmendem Spenderalter realisiert wurde. Hierbei konnte das Organ<br />

Care System dazu beitragen, dass der Radius der Entfernungen der Spenderkrankenhäuser<br />

deutlich erweitert und die Ischämiezeit aufgrund der kontinuierlichen Perfusion des Herzens<br />

während des Transportes verkürzt werden konnte. Es wurden fast ausschließlich Patienten<br />

transplantiert, die sich in stationärer Behandlung befanden und auf höchster<br />

Dringlichkeitsstufe bei Eurotransplant angemeldet waren. Der Anteil der „bridge to<br />

transplant“-Patienten hat im Vergleich zu den Vorjahren mit knapp 50 % deutlich<br />

zugenommen. Annähernd 20 % der Herztransplantationen wurden bei Kindern durchgeführt,<br />

wodurch das DHZB eine führende Stellung im Eurotransplant-Bereich für die<br />

Kinderherztransplantation einnimmt.<br />

Die zunehmende Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage an Spenderorganen macht es<br />

erforderlich, die angebotenen Herzen mit den zusätzlich zur Verfügung stehenden<br />

Instrumentarien bestmöglich zu verwerten, damit noch mehr Herztransplantationen realisiert<br />

werden können.<br />

64<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

65<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Lungen- und kombinierte Herz-Lungentransplantation<br />

Dagmar Kemper, Ruhi Yeter, Michael Hübler, Christoph Knosalla<br />

Im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> wurden 2009 insgesamt 23 Lungentransplantationen<br />

durchgeführt, davon 3 Einzellungentransplantationen, eine Herz-Lungentransplantation und<br />

19 Doppellungentransplantationen. Bis Ende 2009 erfolgten damit 387<br />

Lungentransplantationen sowie 98 Herz-Lungentransplantationen seit Bestehen des<br />

Transplantationsprogramms.<br />

2009 erfolgte bei einem jungen Patienten mit einer Doppellungentransplantation eine<br />

simultane Nierentransplantation. Erstmalig wurde in <strong>Berlin</strong> eine simultane<br />

Lebertransplantation erfolgreich durchgeführt.<br />

Von den im Jahr 2009 transplantierten Patienten waren 65 % der Patienten im Status HU (high<br />

urgent) gelistet, die Wartezeit auf ein geeignetes Spenderorgan betrug in diesem Status im<br />

Mittel 69 Tage. Eine Patientin war zur Vermeidung einer Intubation vor Transplantation zur<br />

CO2-Elimination über mehr als einen Monat an einem extrakorporalen Lung-Assist-System<br />

(ECLA) angeschlossen, ein weiterer junger Patient wurde bei akutem Lungenversagen nach<br />

knapp zweimonatiger Unterstützung (in der Literatur nachgewiesener drittlängster Zeitraum<br />

vor einer erfolgreichen Lungentransplantation) durch einen extrakorporalen<br />

Membranoxygenator (ECMO) transplantiert. Ohne Dringlichkeit wurde nur ein Patient<br />

transplantiert, alle weiteren Patienten waren im Status U (urgent) gelistet.<br />

Von den Empfängern waren 68 % männliche und 32 % weibliche Patienten, die Spender waren<br />

in 41 % männlich und in 59 % weiblich. Das Alter der transplantierten Patienten lag zwischen<br />

16-65 Jahren, im Mittel bei 47 Jahren. Das Spenderalter lag 2009 im Mittel bei 44 Jahren.<br />

Die Indikation zur Transplantation wurde bei einem weiten Spektrum an Lungen- resp. Herz-<br />

Lungenerkrankungen im Endstadium gestellt:<br />

Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD) waren mit 26 % am häufigsten,<br />

Patienten mit terminalen Lungenfibrosen mit knapp 22 % und Patienten mit Mukoviszidose<br />

mit mehr als 17 % vertreten. Weitere Krankheitsbilder waren vielseitig: Primäre pulmonale<br />

Hypertonie, angeborene Herzfehler, Bronchiektasen und weitere.<br />

66<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Zuweisung der Patienten erfolgte über eine Vorstellung in der Sprechstunde der<br />

Transplantationsambulanz, in zwei Fällen erfolgte die Erstvorstellung von einer<br />

Intensivstation. Die zuweisenden Kliniken waren die pneumologischen Kliniken der Charité,<br />

Campus Mitte, Campus Virchow und Campus Benjamin Franklin sowie die pneumologische<br />

Kinderklinik des Campus Virchow, Christiane Herzog Zentrum, ferner die Evangelische<br />

Lungenklinik <strong>Berlin</strong>, das Helios-Klinikum Emil von Behring (vormals Heckeshorn), die<br />

pneumologische Abteilung der Universitätsklinik Greifswald, die Helios-Klinik in Schwerin<br />

und die Thoraxklinik in Heidelberg. Eine steigende Anzahl von Patienten wird von<br />

niedergelassenen Fachärzten überwiesen.<br />

Chirurgisch erfolgt die Transplantation routinemäßig bei einem Großteil der Patienten ohne<br />

Einsatz der Herzlungenmaschine, so dass ein schnellerer perioperativer Verlauf resultiert.<br />

Ebenso erfolgt im Rahmen der perioperativen Betreuung der Patienten regelhaft der passagere<br />

Einsatz nichtinvasiver Beatmungstechniken mit dem Ziel kürzerer Beatmungszeiten und einer<br />

Reduktion der Anzahl erforderlicher Tracheotomien.<br />

Die Inzidenz akuter Abstoßungen ist insbesondere in der Frühphase weiterhin niedrig, so dass<br />

neben der Induktionstherapie mit Simulect unverändert eine Einstellung auf eine<br />

Dreifachimmunsuppression erfolgt. Eine Umstellung der Therapie auf nach<br />

Lungentransplantation nicht zugelassene Medikamente (off-label-Therapie), im Rahmen<br />

anderer Organtransplantationen allerdings bereits bewährter Therapeutika erfolgt in<br />

begründeten Einzelfällen nach Antrag bei der Krankenkasse.<br />

Die im Rahmen der Nachsorge erforderlichen endoskopischen Untersuchungen und<br />

Interventionen werden seit Mitte 2009 nicht mehr in den Räumlichkeiten der<br />

Transplantationsambulanz, sondern im Op-Saal 7 durchgeführt. Mit der digitalen<br />

Endoskopieeinheit finden sich damit ideale Untersuchungsbedingungen.<br />

Neben der pneumologischen Weiterbildung im Rahmen der Weiterbildungsermächtigung<br />

erfolgt zur in- und externen Weiterbildung sowie zur engeren Anbindung zuweisender<br />

Kollegen an jedem 4. Dienstag im Monat eine Fortbildungsveranstaltung, die sich als<br />

Kolloquium mit der Therapie terminaler Lungenerkrankungen im Intensivbereich (z.B.<br />

protektive Beatmung, nichtinvasive Beatmung, ECLA) sowie mit aktuellen Themen aus dem<br />

Bereich Lungen- und Herzlungentransplantation befasst.<br />

Zusammenfassend hat im Jahr 2009 die Wartezeit auf ein geeignetes Spenderorgan tendentiell<br />

nochmals leicht zugenommen, wobei nahezu ausschließlich hospitalisierte Patienten mit<br />

terminalen Lungenerkrankungen, die die U- oder HU-Kriterien von Eurotransplant erfüllen, zu<br />

einer Transplantation gelangen.<br />

Trotz dieser Tatsache haben die 485 Patienten nach Lungen- und Herz-Lungentransplantation<br />

im DHZB eine seit Jahren statistisch signifikant steigende Lebenserwartung.<br />

67<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Chirurgische Ambulanz<br />

[n]<br />

4500<br />

4000<br />

3500<br />

3000<br />

2500<br />

2000<br />

1500<br />

1000<br />

500<br />

0<br />

3.091<br />

Chirurg. Patienten Tx-Patienten<br />

3.125<br />

3.569<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Beate Schaumann, Onnen Grauhan, Horst Laube<br />

Die chirurgische Ambulanz ist in unserem Hause eine der in <strong>Berlin</strong> bekanntesten und für alle<br />

kardiochirurgischen Probleme offene Anlaufstelle. Für Patienten und Kollegen aus aller Welt ist sie<br />

oftmals die erste Kontaktstelle mit unserer Klinik.<br />

In die Ambulanz werden die zur Operation angemeldeten Patienten zur präoperativen Vorbereitung 8-10<br />

Tage vor Aufnahme eingeladen und die erforderlichen Untersuchungen -und ein ausführliches<br />

ärztliches Gespräch, meist im Beisein der Angehörigen, durchgeführt. Vielfach wird erst hier die Op-<br />

Indikation nach ausführlicher Evaluation gestellt.<br />

Das unnachahmlich perfekte Angebot von Spezialuntersuchungen und unbürokratisch schnellsten<br />

Abläufen, welches ganz besonders von unseren in- und ausländischen Patienten geschätzt wird, hat<br />

dazu geführt, dass der Privatpatientenanteil auf 27 % gesteigert werden konnte. 43 % der<br />

Privatpatienten sind ausländische Patienten. Ihre Herkunft verteilt sich auf alle 5 Kontinente.<br />

Weitere Sprechstunden im Rahmen der chirurgischen Ambulanz sind die Aorten- und Marfan-<br />

Sprechstunde für thorakale -und Bauchaortenaneurysmen sowie die Assist-Sprechstunde, die die<br />

zunehmende Zahl der ambulanten Kunstherzpatienten engmaschig betreut. Um den ganzheitlichen<br />

Gedanken des <strong>Herzzentrum</strong>s zu verdeutlichen, rückt die Zahl der postoperativ zu betreuenden Patienten<br />

mehr und mehr in den Vordergrund. Dies beinhaltet persönliche oder telefonische sowie E-Mail-<br />

Kontakte bezüglich weiterer Lebensführung sowie Telefonate mit den nachbetreuenden Kardiologen,<br />

Hausärzten und Pflegediensten bezüglich Nachsorge, Medikation, Wundbehandlung oder<br />

Verlaufskontrolle (ca.1.500 ärztliche Telefonate = 15.000 Telefonminuten/Jahr).<br />

Wichtig im Rahmen der Nachbehandlung ist die Versorgung komplizierter und chronischer Wunden um<br />

diese Patienten aus der stationären Behandlung entlassen zu können.<br />

Chirurgische- und Transplantations-Ambulanz<br />

Anzahl der Patientenkontakte in 2009<br />

3.434<br />

3.749<br />

3.850<br />

3.951<br />

2005 2006 2007 2008 2009<br />

68<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

3.980<br />

3.834<br />

4.125


Transplantations-Ambulanz<br />

Martin Bettmann<br />

2.328 Chirurgische Patienten<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Gesamtanzahl der Patientenkontakte im Jahr 2009 konnte ein weiteres Mal um 3,6 % auf 4.125<br />

gesteigert werden. Insbesondere geht diese Zunahme auf den Bereich der Patientenbetreuung nach<br />

Transplantation zurück (+ 7,7 %). Zurzeit werden 643 Patienten nach Herz-, 116 nach<br />

Lungentransplantation und 17 nach Herz-Lungentransplantation regelhaft nachbetreut.<br />

Durchschnittlich stellt sich jeder herztransplantierte Patient 2,9mal und jeder lungentransplantierte<br />

Patient 5,7mal pro Jahr in der Tx-Ambulanz vor. Dies verdeutlicht die besondere Betreuungsintensität<br />

der Patienten nach Lungentransplantation. Diese findet auch in der unverändert hohen Zahl von 429<br />

Bronchoskopien jährlich (davon 117 mit Interventionen wie Dilatationen der Atemwege oder Biopsien)<br />

ihren Niederschlag.<br />

Eine weitere Zunahme erfährt auch die telefonische Beratung transplantierter Patienten, betreuender<br />

Hausärzte und Kliniken. So werden rund 120 diesbezügliche Telefonate täglich über die Tx-Ambulanz<br />

abgewickelt.<br />

Die Zahl der vor einer Transplantation ambulant zu evaluierenden Patienten konnte nicht ganz auf dem<br />

Niveau der Vorjahre gehalten werden. Hier erfolgt jedoch eine Kompensation durch die unverändert,<br />

mit zunehmender Tendenz zur Evaluation, direkt stationär eingewiesenen oder aus externen Kliniken<br />

verlegten Patienten. Dies spiegelt sich in der wiederum gestiegenen Anzahl über die Tx-Ambulanz<br />

abgewickelter stationärer Aufnahmen wider.<br />

4.711 Blutentnahmen, 3.368 EKG-Untersuchungen, 1.641 Spiro-Ergometrien und 4.470<br />

Lungenfunktionsuntersuchungen wurden 2009 durchgeführt. Diese Leistungszahlen verdeutlichen<br />

einmal mehr die sehr hohe Leistungsfähigkeit und Flexibilität der Transplantationsambulanz und ihrer<br />

Mitarbeiter. Nur hierdurch ließen sich auch die umfangreichen Umbaumaßnahmen der<br />

Ambulanzräumlichkeiten mit Verlagerung der Bronchoskopie in den OP-Saal 7 und die Integration des<br />

Echokardiographielabors von Dr. M. Dandel in die 2. Etage ohne größere Auswirkung auf die<br />

Patientenversorgung umsetzen.<br />

1.043 Patienten<br />

vor Transplantation<br />

(Herz oder Lunge)<br />

467 Patienten<br />

zur stationären<br />

Aufnahme<br />

Chirurgische Ambulanz<br />

3.834 Patientenkontakte in 2009<br />

756 Patienten<br />

nach Lungentransplantation<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

1.126 Patienten<br />

mit Erkrankungen der Aorta<br />

380 Patienten<br />

mit Assistsystemen<br />

Transplantationsambulanz<br />

4.125 Patientenkontakte in 2009<br />

69<br />

1.859 Patienten<br />

nach Herztransplantation


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Mechanische Herzunterstützungssysteme<br />

Thomas Krabatsch, Evgenij Potapov<br />

Im Jahr 2009 wurden im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> 160 Herzunterstützungssysteme bei<br />

137 Patienten implantiert, was eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.<br />

Diese Tatsache ist durch eine allgemeine Zunahme der Anzahl von Patienten mit terminaler<br />

Herzinsuffizienz und durch die steigende Akzeptanz der Kunstherzbehandlung bei<br />

zuweisenden Kollegen und bei den Patienten selbst zu erklären. Weiterhin nimmt die Anzahl<br />

sehr schwerer und komplexer Herzoperationen allgemein und insbesondere in unserem<br />

Zentrum kontinuierlich zu, was einen Anstieg der Zahl von Patienten mit einem akuten<br />

Herzversagen nach einer Herzoperation nach sich zieht.<br />

Patienten, bei denen ein mechanisches Kreislaufunterstützungssystem implantiert werden<br />

muss, sind allesamt schwer krank. In den meisten Fällen hat die Herzerkrankung bereits zur<br />

Schädigung anderer Organe (z.B. Lungen, Nieren, Leber) geführt. Wir beobachten seit Jahren<br />

eine Zunahme des Schweregrads der Erkrankung bei zugewiesenen Patienten. Durch die<br />

Optimierung der medikamentösen Therapie, die breite Anwendung der kardialen<br />

Resynchronisation (CTR-Therapie) und durch die Verbesserung der Führung von Patienten mit<br />

einer Herzinsuffizienz werden die Patienten wesentlich später, mit weitgehend ausgeschöpften<br />

Reserven, zugewiesen. In einer solchen Situation hilft oft nur eine notfallmässige<br />

Kunstherzimplantation, die wesentlich risikoreicher und mit mehr postoperativen<br />

Komplikationen behaftet ist. Unser Ziel ist die rechtzeitige und individuell angepasste<br />

Implantation eines VAD-Systems, um die Häufigkeit postoperativer Komplikationen<br />

weitgehend zu minimieren.<br />

Die Implantation eines mechanischen Unterstützungssystems ist im DHZB seit langer Zeit zu<br />

einem Routineeingriff geworden. Dies erfordert bestimmte Standards in der Auswahl der<br />

Patienten und in der intra- und postoperativen Betreuung. Solche Behandlungsstandards<br />

wurden in der letzten Zeit in unserem Zentrum erarbeitet.<br />

Zu diesen Standards gehören Algorithmen<br />

• zur Auswahl der Patienten für die Implantation eines Kunstherzens<br />

• für die prognostische Einschätzung der rechtsventrikulären Funktion nach<br />

Implantation eines linksventrikulären Unterstützungssystems (LVAD)<br />

mittels Echokardiographie<br />

• für die Stufentherapie bei der Behandlung der Patienten bei einem Herzversagen<br />

nach einer Herzoperation und<br />

• Kriterien zur Entwöhnung der Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie vom<br />

implantierten Unterstützungssystem bei Besserung der Herzfunktion.<br />

Schon immer wurden am DHZB nicht nur die Patienten aus <strong>Berlin</strong> und Brandenburg, sondern<br />

auch aus den anderen Bundesländern behandelt. Im Jahre 2009 stammten 51 % der Patienten,<br />

die mit VAD-Systemen versorgt wurden, aus anderen Bundesländern.<br />

Mehrere in anderen Herzkliniken operierte Patienten wurden an der Herz-Lungen-Maschine<br />

(ECMO) zu uns verlegt, damit sie hier ein mittel- oder langfristiges mechanisches<br />

Kreislaufunterstützungssystem implantiert bekommen. Acht Patienten kamen aus dem<br />

Ausland. Zum ersten Mal konnten wir 2008 eine Patientin aus Russland mit einem LVAD<br />

versorgen, 2009 waren es bereits zwei Patienten.<br />

70<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Heute werden zunehmend ältere Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz mit einem<br />

Kunstherzen als permanente Lösung behandelt. Dadurch stieg das mittlere Alter der mit VAD<br />

unterstützen Patienten im Vergleich zum Vorjahr von 49 auf 51 Jahre.<br />

Kunstherzimplantationen bei über 70jährigen Patienten werden zu einer Routine. Im Jahr 2008<br />

wurden 5 Patienten, die älter als 70 Jahre waren, mit einem Kunstherzen versorgt, im Jahr 2009<br />

waren es bereits 14.<br />

Im Jahr 2009 kam ein neues Kunstherzsystem am DHZB zum Einsatz – die HVAD-Pumpe der<br />

Firma HeartWare. Dieses System, dessen Hauptbestandteil eine zentrifugale Pumpe ist,<br />

unterscheidet sich von anderen Systemen durch seine noch kleineren Dimensionen und sein<br />

dünneres Steuerungskabel.<br />

Mit der Implantation zweier HVAD-Pumpen im Sinne eines implantierbaren biventrikulären<br />

Unterstützungssystems erreichten wir im Jahre 2009 einen international viel beachteten<br />

Meilenstein auf dem Gebiet der mechanischen Kreislaufunterstützung. Wir entwickelten eine<br />

Reihe von Modifikationen, die eine stabile Funktion des HVAD als „Rechtsherzassist“<br />

ermöglichen. Inzwischen sind 10 Patienten mit einem implantierten biventrikulären Kunstherz<br />

Typ HeartWare HVAD erfolgreich versorgt worden. Das System eröffnet neue Horizonte und<br />

verbessert die Lebensqualität für die biventrikulär dekompensierten Patienten enorm, die sonst<br />

zwei extrakorporale Pumpen bekommen hätten und ein großes Antriebsystem mit sich führen<br />

müssten.<br />

Wegen des gravierenden Mangels an Spenderorganen konnten erneut weniger Patienten mit<br />

einer mechanischen Kreislaufunterstützung transplantiert werden (15 Im Jahr 2007, 17 im Jahr<br />

2008 und 9 im Jahr 2009). Es zeichnet sich somit ein Trend in Richtung der permanenten<br />

Unterstützung ab, insbesondere wenn der Patient mit dem Unterstützungssystem zufrieden ist<br />

und während der Unterstützung keine Komplikationen auftreten.<br />

Im Jahre 2009 wurde bei 13 Patienten eine myokardiale Erholung am Kunstherzen beobachtet<br />

und eine Entwöhnung vom Kunstherzen eingeleitet werden. Um die möglichen<br />

Komplikationen bei der Operation zu minimieren, wurde in unserem Zentrum ein spezielles<br />

Verschlusssystem für die LVADs vom Typ HeartMate II und HeartWare HVAD entwickelt. Die<br />

Zertifizierung und die ersten Einsätze sind für 2010 geplant.<br />

Das Assist-Team des DHZB zu jeder Zeit mehr als 110 Patienten am Assistsystem zu betreuen.<br />

Unserem hohen Anspruch, dies in exzellenter Qualität sicherzustellen, konnten wir nur durch<br />

eine personelle Erweiterung unseres Teams gerecht werden. Nachdem bereits 2008 für die<br />

weitere Verbesserung der Betreuung der VAD-Patienten eine spezielle Arztstelle geschaffen<br />

wurde, gehören unserem Team seit 2009 zwei Verbandsschwestern und eine Arzthelferin an.<br />

Die Richtigkeit dieses Konzeptes hat sich bereits nach wenigen Monaten bestätigt und für das<br />

Jahr 2010 ist die Schaffung einer weiteren Assist-Arztstelle geplant.<br />

Das vor einigen Jahren gebildete Assist-Rescue-Team, das in akuten Situationen Patienten mit<br />

einem Kunstherzen aus dem Ausland für die weitere Versorgung nach <strong>Berlin</strong> transportiert, war<br />

2009 in Singapur im Einsatz.<br />

Auch in diesem Jahr wurden zwei internationale dreitägige Assist-Workshops durchgeführt.<br />

Für das Jahr 2010 sind weitere zwei geplant.<br />

Insgesamt wurden 110 wissenschaftliche Vorträge zum Thema Kunstherz aus dem DHZB<br />

gehalten und 6 Arbeiten in internationalen Zeitschriften publiziert.<br />

Regelmäßige gemeinsame online-Assist-Konferenzen mit dem Baylor College of Medicine in<br />

71<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Anzahl<br />

200<br />

180<br />

160<br />

140<br />

120<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

Cardiowest<br />

Levitronix<br />

DeBakey<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> eingesetzte Assistsysteme<br />

Duraheart<br />

Impella<br />

Incor<br />

Jarvik2000<br />

Excor<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Heartmate II<br />

Steigende Anzahl der Assist-Implantationen<br />

Heartware HVAD<br />

Bücherl TAH<br />

1987 1989 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009<br />

72


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Houston, Texas wurden mittels Internet-Telekonferenzschaltung durchgeführt. Bei diesen<br />

Konferenzen findet ein reger Erfahrungsaustausch statt, es werden gemeinsam interessante<br />

klinische Fälle besprochen und wissenschaftliche Vorträge gehalten.<br />

Die für das Jahr 2009 gesetzten Ziele wurden erreicht:<br />

1. Strikte Einhaltung der erarbeiteten Algorithmen bei der Behandlung von<br />

Kunstherzpatienten<br />

2. Anstieg der Implantationszahl durch verbesserte Aufklärungsarbeit bei<br />

zuweisenden kardiologischen Kliniken<br />

3. Erfolgreiche Einführung des HeartWare LVAD in die klinische Routine<br />

4. Fortsetzen der wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Totales Kunstherz mit<br />

kontinuierlichem Blutfluss“<br />

5. Durchführung weiterer wissenschaftlicher Studien auf dem Gebiet der<br />

Stammzellimplantation, Entwöhnung von mechanischer Kreislaufunterstützung<br />

und Reduktion der postoperativen Komplikationen<br />

6. Verbesserung der individuellen Antikoagulation durch Einführung in die klinische<br />

Routine der von-Willebrandt-Faktor-Bestimmung<br />

7. Durchführung zweier internationaler Workshops und Fortbildungskurse für die<br />

Feuerwehr und Ärzte des Paulinenkrankenhauses<br />

8. Erfolgreiche Durchführung des nunmehr 6. Mechanical Circulatory Support-<br />

Symposium<br />

Für das Jahr 2010 haben wir uns folgende Ziele gesetzt:<br />

1. Weitere Steigerung der Implantationszahl<br />

2. Verbesserung der präoperativen Auswahlkriterien<br />

3. Erarbeitung und Erprobung eines Mechanismus für die notfallmäßige Implantation<br />

eines Kurzzeit-Assist-Systems in einem peripheren Krankenhaus in <strong>Berlin</strong> und<br />

Umland durch das DHZB-Team mit nachfolgendem Transport in das DHZB<br />

4. Zertifizierung und Einführung eines Verschlusssystems für HeartMate II und<br />

HeartWare LVAD in die klinische Routine<br />

5. Durchführung von verschiedenen wissenschaftlichen Studien auf dem Gebiet der<br />

mechanischen Kreislaufunterstützung<br />

6. Durchführung von internationalen Workshops und Fortbildungskursen für die<br />

Feuerwehr und Ärzte des Paulinenkrankenhauses<br />

7. Einarbeitung eines neuen Assistarztes<br />

73<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Kardiochirurgische Intensivmedizin<br />

Tom Gromann, Jörg Brandes<br />

Der Bereich Intensivmedizin wird von der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie geführt<br />

und zählt mit insgesamt 48 Betten zu den größten Intensiveinheiten Deutschlands. Das<br />

Versorgungskonzept garantiert eine intensivmedizinische Versorgung auf höchstem Niveau<br />

und erfüllt die Kapazitätsanforderungen der operativen Klinik.<br />

Die Voraussetzungen für einen optimalen Behandlungsverlauf sind: hochspezialisiertes<br />

Personal, modernste technisch-logistische Ausstattung und ein hoher Betreuungsschlüssel.<br />

Gemeinsam mit 32 ärztlichen Mitarbeitern und einem Team von über 150<br />

Intensivpflegekräften, 6 Atmungstherapeuten und 5 Physiotherapeuten werden jährlich über<br />

3500 Patienten intensivmedizinisch versorgt. Die Ärzte und Pflegekräfte der Intensivstationen<br />

stellen überdies den innerklinischen Reanimationsdienst für die gesamte Klinik.<br />

Auch 2009 war in der Intensivmedizin ein Trend zu komplexeren Patienten und damit höheren<br />

Schweregradklassifizierungen sowie eine sehr hohe Bettenauslastung (94%) zu verzeichnen.<br />

Die intensivmedizinische Betreuung im DHZB umfasst das gesamte Spektrum der modernen<br />

Intensivtherapie – einschließlich extrakorporaler Organersatzverfahren wie Hämofiltration-<br />

Hämodialyse, Leberersatztherapie (MARS®), extrapulmonale Unterstützungssysteme (als<br />

klassische pumpengetriebene ECMO oder pumpenlose Membranventilation) und<br />

Herzunterstützungssysteme (Assist Devices, ECMO, IABP).<br />

Für die intensivmedizinische Versorgung stehen alle etablierten Verfahren zum erweiterten<br />

hämodynamischen Monitoring (Echokardiographie, Swan-Ganz-Katheter, Picco®, FlowTrac®)<br />

zur Verfügung. Diagnostische Verfahren wie Bronchoskopie, Sonographie, EEG und<br />

bispektraler Index (BIS) sind jederzeit bettseitig verfügbar.<br />

Modernste Respiratoren erlauben differenzierte Beatmungsverfahren. Als adjunktive<br />

Therapien im Gesamtkonzept einer schonenden Beatmung haben sich der Interventional Lung<br />

Assist (iLA) Membranventilator® und die Inhalation von Stickstoffmonoxid (iNO) sowie<br />

Iloprost etabliert. Zudem konnten wir die Hochfrequenz-Oszilllations-Ventilation (HFOV) als<br />

eine Therapieoption beim akuten Lungenversagen einführen.<br />

Die großen Erfahrungen im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> bei der Anwendung von Techniken<br />

der Dilatationstracheotomie konnten wir im vergangenen Jahr erfolgreich bei der klinischen<br />

Einführung einer neuen Tracheotomiemethode einbringen (Ballondilatationstracheotomie).<br />

Das Versorgungskonzept der operativen Intensivtherapie mit Integration von Ärzten<br />

verschiedener Fachdisziplinen (Herzchirurgie, Anästhesie, Innere Medizin, Allgemeinmedizin)<br />

hat sich sehr bewährt. Klinische Versorgung und wissenschaftliche Fragestellungen können so<br />

unter einer breiten Perspektive bearbeitet werden und die Ausbildung erhält einen<br />

interdisziplinären Charakter. Das Ärzteteam für die zwei Intensivstationen besteht aus 32<br />

Kollegen, die im Schichtbetrieb die Patienten versorgen (davon 14 Fachärzte, 6 mit<br />

abgeschlossener Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, 2 mit der<br />

Zusatzbezeichnung Ärztliches Qualitätsmanagement). 2009 ist es gelungen, die<br />

Personalbesetzung qualitativ und quantitativ weiter zu stabilisieren. Die vergleichsweise<br />

geringe Fluktuationsrate spricht für die Attraktivität des Arbeitsplatzes Intensivstation.<br />

74<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Qualifikation des Behandlungsteams in der Intensivmedizin ist von essentieller Bedeutung.<br />

Dies betrifft sowohl die ärztlich-medizinische Kompetenz als auch die spezielle Ausbildung im<br />

Pflegebereich. Auf der Basis eines interdisziplinären Weiterbildungskonzeptes ist im Jahr 2009<br />

von der Ärztekammer <strong>Berlin</strong> die Weiterbildungsermächtigung im Bereich Intensivmedizin<br />

(Zusatzbezeichnung) erteilt worden.<br />

Nach einer zweijährigen berufsbegleitenden Weiterbildung haben sechs Atmungstherapeuten<br />

im Jahr 2008 ihre neue Tätigkeit begonnen. Im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> arbeitet damit<br />

die deutschlandweit größte Gruppe mit der Qualifikation zum Atmungstherapeuten. Nach<br />

zweijähriger Projektphase ist die strukturierte Einführung des neuen Berufsbildes mittlerweile<br />

abgeschlossen. Das Gesamtkonzept hat sich im klinischen Routinebetrieb bewährt. Die<br />

Einführung des neuen Berufsbildes hat die besondere Kompetenz der Intensivstationen in der<br />

Behandlung von langzeitbeatmeten Patienten weiter gestärkt. Die Ergebnisse bei der<br />

spezialisierten Betreuung von Patienten mit Lungenfunktionsstörungen zeigten bereits sehr<br />

positive Veränderungen der folgenden Parameter: Reintubationsrate, Wiederaufnahmerate auf<br />

den Intensivstationen, Rate an nosokomialen Pneumonien.<br />

Ein Schwerpunkt der kontinuierlichen Qualitätsentwicklung 2009 war die planmäßige<br />

Anpassung bestehender Vorgehensweisen und die Einführung neuester intensivmedizinischer<br />

Standards in Form von hausinternen Leitlinien. Durch ein hochmotiviertes Team ist es<br />

gelungen, neue Erkenntnisse und Therapiestandards in die klinische Praxis zu implementieren.<br />

Beispielhaft war die berufsgruppenübergreifende (Ärzte, Atmungstherapeuten, Pflegekräfte)<br />

Erarbeitung und Einführung der Leitlinie „Vermeidung und Therapie der Ventilator-(Tubus)assoziierten<br />

Pneumonien“.<br />

Im Rahmen eines Audits („Nutrition Day in Europe“) stellten wir uns einem intraeuropäischen<br />

Vergleich als Benchmark-Projekt.<br />

Für das Jahr 2009 ist erfreulich festzuhalten, dass regelmäßige zertifizierte<br />

Fortbildungsveranstaltungen auf hohem fachlichem Niveau für den intensivmedizinischen<br />

Bereich gewährleistet wurden.<br />

Die erbrachten Leistungen verdanken wir der außergewöhnlichen Einsatzbereitschaft unserer<br />

pflegerischen und ärztlichen Mitarbeiter. Die positive Entwicklung gestattet einen<br />

optimistischen Ausblick für die vor uns liegenden Jahre.<br />

75<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Herzchirurgie und Psychosomatik<br />

Wolfgang Albert<br />

Aufgabengebiete<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Das Aufgabenfeld der psychosomatischen Medizin beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen<br />

zwischen seelischen und körperlichen Prozessen im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung<br />

des Menschen. Zum einen haben psychische Störungen erhebliche Auswirkungen auf die<br />

somatische Ebene, zum anderen können somatische Erkrankungen die psychische<br />

Befindlichkeit und das seelische Gleichgewicht elementar verändern, bis hin zu ausgeprägten<br />

psychisch-psychiatrischen Störungsbildern. Auf diese Weise werden beispielsweise die<br />

Erholungsprozesse nach herzchirurgischen Eingriffen von psychischen Faktoren wesentlich<br />

mitbestimmt, denn die psychische Befindlichkeit ist eine zentrale Determinante der<br />

Lebensqualität, die ein wesentliches Bestimmungsstück für den Erfolg medizinischen Handelns<br />

darstellt.<br />

Insbesondere in der Transplantationsmedizin sind die Patienten mit tiefgehenden Eingriffen in<br />

ihre Körperlichkeit konfrontiert: sie müssen sich lange Zeit mit dem Gedanken an ihr Sterben<br />

auseinandersetzen, dann mit ihrem transplantierten Organ einen neuen Lebensabschnitt<br />

beginnen und berechtigte Zuversicht in ihren Körper gewinnen. Dabei ist es von zentraler<br />

Bedeutung, die Nachsorgenotwendigkeiten zu beachten und eine gute Compliance zu zeigen,<br />

d.h., den ärztlichen Vorgaben zu folgen und insbesondere eine zuverlässige<br />

Medikamentenadherance zu entwickeln. Unsere langjährigen Forschungen haben gezeigt, dass<br />

hiervon das Langzeitüberleben und vor allem die gewonnene Lebensqualität abhängig ist. In<br />

besonderem Maße trifft dies für Kinder und Jugendliche zu, da diese sich durch das<br />

medikamentöse und Verhaltensregime häufig hochgradig eingeengt fühlen und übliche<br />

Abgrenzungs- und Aufbegehrensprozesse in der Adoleszenz mitunter zu schwierigsten<br />

Problemen und lebensbedrohlichen Krisen führen können.<br />

Ähnlich komplexen seelischen Belastungen sind Patienten an den Kreislaufunterstützungssystemen<br />

(sog. Kunstherzsysteme) ausgesetzt, die sich vom Funktionieren ihrer<br />

Pumpen abhängig fühlen und lernen müssen, Sicherheit zu gewinnen und nicht von Ängsten<br />

oder Depressionen überflutet zu werden.<br />

Psychologische und psychiatrische Diagnostik:<br />

Evaluierung von für eine Herz- oder Lungentransplantation vorgesehene Patienten in Hinblick<br />

auf psychische Erkrankungen, schwere hirnorganische Störungen, Alkohol- oder<br />

Medikamentenabhängigkeit bzw. Noncompliance bei den Anforderungen in der Nachsorge.<br />

Dabei sind auch die psychosozialen Lebensbedingungen sehr bedeutsam, wie z.B. die zu<br />

erwartende soziale Unterstützung von Familie und Freunden. Diese Evaluierung erfolgt durch<br />

halbstandardisierte Vorgespräche mit Patienten und Angehörigen und partiell mit<br />

testpsychologischen Untersuchungen.<br />

Ziel ist, eine prognostische Einschätzung zu gewinnen und zugleich eine Beziehung zu den<br />

Patienten herzustellen, um ihnen eventuell therapeutische Hilfe anbieten und weitere<br />

individuelle Informationen vermitteln zu können.<br />

Die Diagnostik kann auch noch im Verlauf nach der Operation (Intensivstation bzw.<br />

Transplantationsstation) sowie in Krisensituationen während der späteren ambulanten<br />

Nachsorgebetreuung im DHZB notwendig sein.<br />

76<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Behandlungsmethoden:<br />

Die Behandlungen gründen sich auf zwei Ansätze. Zum einen werden psychopharmakologische<br />

Medikamente verordnet, um schwere psychiatrische Dekompensationen<br />

zurückzuführen oder Angststörungen, depressive Erkrankungen, Anpassungsstörungen bzw.<br />

organisch bedingte psychische Störungen zu behandeln, zum anderen liegt ein Schwerpunkt<br />

auf psychodynamisch fundierten Einzeltherapien, konfliktzentrierten und unterstützenden<br />

(supportiven) mittelfristigen Interventionen der stationären und ambulanten Patienten, sowie<br />

im Bedarfsfall auch ihrer Angehörigen.<br />

Wichtig ist auch häufig die Vermittlung einer therapeutischen Weiterbehandlung am<br />

Heimatort. In Einzelfällen müssen stationäre psychosomatische und/oder psychiatrische<br />

Behandlungen eingeleitet werden oder außerhäusige Unterbringungen in betreuten<br />

Wohnprojekten initiiert werden. In all diesen Fällen ist eine enge multiprofessionelle<br />

Zusammenarbeit unerlässlich.<br />

Patientenzahlen, personelle Ausstattung und Vernetzungen<br />

Im Jahre 2009 erfolgten insgesamt 537 Patientenkontakte im Bereich der stationären<br />

Versorgung und 287 Patientenkontakte in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung<br />

und Diagnostik vor einer Transplantation oder im Nachsorgezeitraum. Zusätzlich wurden etwa<br />

45 Patienten aus dem kardiologischen Erkrankungsspektrum behandelt, um im Vorfeld der<br />

Indikationsstellung zur Transplantation negative psychogene Einflussfaktoren zu<br />

modifizieren.<br />

Die beiden Halbtagsstellen der Abteilung Psychosomatik waren besetzt durch Herrn Dr. med.<br />

Dipl.-Psych. Wolfgang Albert, FA für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, FA für<br />

Allgemeinmedizin, Psychoanalyse, und Frau Dipl.-Psych. Dorothee Schöne, psychologische<br />

Psychotherapeutin.<br />

Frau Dipl.-Psych. Anita Hudalla ist mit der Durchführung von Nachuntersuchungen<br />

langzeitüberlebender junger Patienten befasst, die im Kindes- oder Jugendalter herz- oder<br />

lungentransplantiert wurden und ausführlich interviewt werden.<br />

Neben der Tätigkeit im DHZB wurden konsiliarische Untersuchungen an Patienten<br />

durchgeführt, die im Paulinenkrankenhaus weiterbehandelt werden sowie an Patienten, die in<br />

der Charité Mitte oder im Heliosklinikum im CBF auf ein Organ warten. Zu diesen Kliniken<br />

besteht eine enge Zusammenarbeit.<br />

Innerhalb des DHZB wurden kontinuierlich Weiterbildungsveranstaltungen für das<br />

Pflegepersonal zu den Themengebieten depressive Störungen und Angsterkrankungen,<br />

hirnorganische Störungen und psychopharmakologische Therapie durchgeführt, um das<br />

Verständnis für psychosomatische Erklärungsmodelle zu fördern und unser<br />

behandlungstechnisches Vorgehen zu erläutern. Zudem erfolgten Supervisionsrunden mit dem<br />

Pflegepersonal einzelner Stationen und der Krankengymnastischen Abteilung. Das Ziel dabei<br />

ist, Krisensituationen bei den Patienten zu analysieren und konkrete Interventionen und<br />

Handlungsleitlinien in der pflegerischen Betreuung zu entwickeln, zu erproben und zu<br />

validieren.<br />

77<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Wissenschaftliche Kontakte und Aufgabenfelder:<br />

• Herr Dr. W. Albert ist bei der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG)<br />

Mitglied im wissenschaftlichen Beirat und stellvertretender Vorsitzender der<br />

Kommission Psychosomatik und Lebensqualität.<br />

• Herr. Dr. W. Albert ist außerdem Vorsitzender der Europäischen<br />

Arbeitsgemeinschaft Psychosomatik in der Transplantationsmedizin, in der sich<br />

Ärzte und Psychologen zusammengeschlossen haben, um aus der praktischen<br />

Arbeit in den Transplantationszentren heraus wissenschaftliche und<br />

psychotherapeutische Projekte zu entwickeln und zu realisieren.<br />

• Die Abteilung Psychosomatik ist in der Kommission des deutschen Kollegiums für<br />

psychosomatische Medizin an der Ausarbeitung der Leitlinien für die<br />

psychosomatische Behandlung im Transplantationsbereich federführend beteiligt.<br />

Forschungsprojekte der Abteilung Psychosomatik:<br />

• Datenbank zur Lebensqualität und zum somatischen Status im Langzeitverlauf<br />

nach Herztransplantation (15-25 Jahre nach Htx)<br />

• Untersuchungen zur Lebensqualität von Patienten 10 Jahre nach Anwendung<br />

einer mechanischen Kreislaufunterstützung<br />

• Studie zur Bedeutung von affektiven psychischen Störungen bei Patienten mit<br />

koronarer Herzerkrankung: „A Stepwise Psychotherapy Intervention for Reducing<br />

Risk in Coronary Artery Disease (SPIRR-CAD)“. Die Studie ist eine von der DFG<br />

geförderte multizentrische Untersuchung.<br />

• Forschungsprojekt: „Compliance und Lebensqualität bei in Kindheit oder Jugend<br />

herztransplantierten Patienten“. Das Projekt wird gefördert von der <strong>Berlin</strong>er<br />

Sparkassenstiftung.<br />

78<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

79<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Stiftung Europäische Gewebebanken<br />

Roland Hetzer, Thomas Höhn, Jürgen Spahn<br />

Im Jahre 2008 wurde auf Initiative des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> die Stiftung<br />

Europäische Gewebebanken gegründet. Sie ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in<br />

<strong>Berlin</strong> und als gemeinnützig anerkannt. Zum ersten Stiftungsratspräsidenten wurde Prof. Dr.<br />

Roland Hetzer gewählt. Sein Stellvertreter ist Prof. Dr. Bruno Reichart, Direktor der<br />

Herzchirurgischen Klinik, Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität<br />

München.<br />

Der geschäftsführende Vorstand setzt sich zusammen aus dem Medizinischen Direktor Prof. Dr.<br />

Bruno Meiser, Geschäftsführender Oberarzt der Herzchirurgischen Klinik am Klinikum<br />

Großhadern sowie dem Kaufmännischen Direktor Dipl.-Ing. Thomas Höhn,<br />

Verwaltungsdirektor des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong>.<br />

Neben den genannten sind folgende Institutionen im Stiftungsrat vertreten: BIS-Foundation<br />

(Leiden, NL), Burkart Verwaltungen GmbH (Singen), Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>,<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> München, Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen,<br />

<strong>Herzzentrum</strong> Dresden – Universität an der Technischen Universität Dresden, Institut für<br />

Rechtsmedizin – Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universitäts-Augenklinik<br />

Freiburg sowie das Universitätsklinikum Münster.<br />

Im Jahre 2008 fand die Gründung der SEGB im International Club in <strong>Berlin</strong> statt<br />

80<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Stiftungszweck<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Zweck der Stiftung ist die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und von<br />

Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Gewebetransplantation und Gewebemedizin<br />

in Deutschland und Europa. Der europäische Ansatz unterstützt die Harmonisierungsbestrebungen<br />

innerhalb der EU bei der Weiterentwicklung und Festlegung medizinischwissenschaftlicher<br />

Standards sowie die damit einhergehende Gesetz- und<br />

Verordnungsgebung; insofern versteht sich die Stiftung in Ausgestaltung ihres<br />

Stiftungszwecks auch als Beraterin der sowohl in Deutschland als auch in Europa zuständigen<br />

staatlichen Stellen, Behörden und nachgeschalteten Institutionen und diesbezüglich zugleich<br />

als Interessenvertreterin aller Kooperationspartner.<br />

Des Weiteren will die Stiftung Europäische Gewebebanken grundsätzlich nationale und<br />

internationale Verbindungen mit in- und ausländischen Stiftungen im Bereich der<br />

Transplantations- und Gewebemedizin pflegen und in diesem Zusammenhang internatio¬nale<br />

wissenschaftliche Veranstaltungen und Forschungsvorhaben auf den Gebieten der<br />

Gewebemedizin und Gewebezüchtung unterstützen.<br />

In Erfüllung ihres Stiftungszwecks ist die Stiftung selbstlos tätig; sie verfolgt in erster Linie<br />

keine eigenwirtschaftlichen Zwecke, sondern ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige<br />

Zwecke. Die Stiftung will im Sinne eines großen und stetig wachsenden Erfahrungs-Netzwerks<br />

für alle sich der Stiftung anschließenden Kliniken und Einrichtungen in Deutschland und<br />

Europa gewährleisten, dass unabhängig und neutral die Organisation und Koordination der<br />

Entnahme, Verteilung und Transplantation von Geweben nach internationalen Standards<br />

erfolgen kann. Hierzu gehören Gewebe aller Art. Aufgrund des außerordentlichen und<br />

langjährigen Know-how mit dem Betrieb großer Gewebebanken durch die von den<br />

Stiftungsmitgliedern vertretenen Kliniken bietet sich die Vernetzung mit der neuen Stiftung für<br />

eine Vielzahl weiterer Institutionen an, die sich schon mit Rücksicht auf die immensen Kosten<br />

und rechtlichen Zugangshürden eines „Alleingangs“ gern potente Partner suchen bzw. suchen<br />

müssen.<br />

Aktivitäten 2009<br />

Die Stiftung Europäische Gewebebanken ist auf dem Gebiet der Gewebespende nicht selbst<br />

operativ tätig, vielmehr verfolgt sie das Ziel, mittels Kooperationsverträgen mit<br />

Gewebebanken, Gewebe-Entnahmeeinrichtungen sowie gewebetransplantierenden<br />

Einrichtungen die Gewebemedizin dahingehend zu fördern, dass möglichst viele Patienten mit<br />

lebenswichtigen Gewebetransplantaten versorgt werden können, unter Gewährleistung eines<br />

höchstmöglichen medizinischen Standards und einer gerechten und transparenten Verteilung<br />

allein nach medizinischen Kriterien. Darüber hinaus bietet sie Musterverträge für<br />

Kooperationen zwischen Entnahmeeinrichtungen und Herstellerbetrieben an.<br />

Feste Kooperationen konnten mit folgenden Gewebebanken abgeschlossen werden:<br />

Gewebebank <strong>Berlin</strong>-Brandenburg, <strong>Berlin</strong><br />

Bayrische Gewebebanken, München<br />

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Gewebebank, Bad Oeynhausen<br />

Mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft wurde ein Mustervertrag für die Zusammenarbeit<br />

zwischen Gewebeeinrichtungen und Krankenhäusern bei der Gewinnung von Gewebe nach §<br />

20b Abs. 2 des Arzneimittelgesetzes (sog. vereinfachtes Erlaubnisverfahren) erarbeitet. In dem<br />

81<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Vertrag werden im Einzelnen die von den Vertragspartnern zu erbringenden Leistungen<br />

geregelt. Darüber hinaus gelang es im Laufe des Jahres 2009, das Institut für Rechtsmedizin der<br />

Universität Hamburg-Eppendorf als neues Mitglied für den Stiftungsrat zu gewinnen und eine<br />

Kooperation zwischen der Rechtsmedizin und der Gewebebank <strong>Berlin</strong>-Brandenburg in die<br />

Wege zu leiten.<br />

Auf Initiative der Stiftung gründete sich innerhalb Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz-<br />

und Gefäßchirurgie eine “Kommission Gewebespende”, in der wissenschaftliche und<br />

behördenrelevante Fragestellungen bei der Gewinnung, Aufbereitung, Lagerung, Verteilung<br />

und Implantation von kardiovaskulären Geweben diskutiert werden können.<br />

Im März 2010 werden sich zum ersten Mal Vertreter aller in Deutschland aktiven<br />

Klappenbanken treffen, um sich über Prozeduren, Methoden und Standards bei der Herstellung<br />

von kardiovaskulären Geweben auszutauschen.<br />

Im letzten Quartal des Jahres 2009 wurden vorbereitende Arbeiten für den Aufbau des<br />

Webauftritts der Stiftung aufgenommen. Zusammen mit der Firma artplan21 soll bis zum<br />

Frühjahr 2010 eine Internetseite zur Verfügung gestellt werden.<br />

Seit Dezember 2009 ist die Stiftung institutionelles Mitglied der European Association of<br />

Tissue Banks, einer wissenschaftlichen Vereinigung, die sich seit ihrer Gründung 1991 die<br />

Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Gewebebanken im europäischen Maßstab zur<br />

Aufgabe gemacht hat. Vom 3. bis 5. November 2010 wird die 19. Jahrestagung der EATB in<br />

<strong>Berlin</strong> stattfinden. Es ist vereinbart, dass die Stiftung Europäische Gewebebanken einen halben<br />

Tag des wissenschaftlichen Programms gestalten wird.<br />

Am 11. Juni 2010 wird die Stiftung ein Symposium zum Thema “Gewebespende in <strong>Berlin</strong>-<br />

Brandenburg: Probleme und Chancen” abhalten, auf dem die Stiftung einer breiteren<br />

Öffentlichkeit bekannt gemacht werden soll.<br />

Am 10.12.2009 fand die Gründung von Euromacs e.V. im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> statt<br />

82<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Euromacs<br />

Thomas Krabatsch, Evgenij Potapov<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Seit vielen Jahren versuchen diejenigen europäischen Kliniken, die in der Implantation<br />

mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme führend sind, ein Register für<br />

Kunstherzpatienten zu etablieren (Euro-VAD Projekt). Aus verschiedenen Gründen ist dies<br />

jedoch trotz intensiver Bemühungen und zahlreicher Treffen der Beteiligten bislang nie<br />

gelungen.<br />

Das Assist-Team des DHZB hat auf Anregung von Prof. Hetzer im Jahr 2009 die Initiative<br />

übernommen und gemeinsam mit einer internationalen Anwaltskanzlei die rechtlichen<br />

Rahmenbedingungen für die Gründung eines Europäischen Kunstherzregisters erarbeitet.<br />

Nachdem dieses Konzept auch den Ärzten des zweiten großen VAD-Zentrums in Deutschland,<br />

dem Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen (Direktor: Prof. Dr.<br />

med. J. Gummert) dargelegt wurde und deren Zustimmung fand, wurde am 10. Dezember 2009<br />

in <strong>Berlin</strong> von 14 Gründungsmitgliedern das Europäische Register für Patienten mit<br />

Mechanischer Kreislaufunterstützung (Euromacs) e.V. ins Leben gerufen.<br />

Drei Monate nach seiner Gründung vereint Euromacs bereits 30 Mitglieder aus 7 Europäischen<br />

Ländern und 15 Kliniken, die mechanische Kreislaufunterstützungssysteme anwenden. Dem<br />

derzeit fünfköpfigen Vorstand des Registers gehören seitens des DHZB Prof. Hetzer als<br />

Vorstandsvorsitzender und Prof. Krabatsch als kooptiertes Mitglied an.<br />

Im März 2010 wurde der Verein offiziell in das Vereinsregister eingetragen. Mit der Webseite<br />

www.euromacs.org wurde eine Plattform geschaffen, den Verein und seine Ziele allen<br />

Interessierten zu präsentieren.<br />

Das Register soll in Zukunft Daten für Forschungszwecke in einem Umfang und einer Qualität<br />

zur Verfügung stellen, die einzelnen Zentren nicht möglich ist. Es wird den Vergleich der<br />

europäischen mit internationalen Daten (z.B. mit INTERMACS) ermöglichen und jährliche<br />

Berichte zur Entwicklung der VAD-Therapie herausgeben.<br />

Das Register wird mit den einzelnen europäischen VAD-Kliniken Kooperationsverträge über<br />

die Dateneinlieferung und mit allen interessierten Forschergruppen Kooperationsverträge über<br />

die Datenlieferung für konkrete Studienprojekte abschließen.<br />

Wesentliche Ziele für das Jahr 2010 sind die Definition der Datenbank des Registers und deren<br />

Realisierung, Gespräche mit der Industrie über die Finanzierung des Registers sowie der<br />

Abschluss von Kooperationsverträgen über die Datenlieferung mit möglichst zahlreichen<br />

europäischen Kliniken.<br />

83<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

PRO – Die Vision eines neuen Miteinanders!<br />

Reinhard Pregla<br />

Voller Sorge beobachten wir im Bereich der Organtransplantation eine erschreckende stetige<br />

Zunahme der Wartezeiten auf eine Transplantation.<br />

Mittlerweile hat ein Patient auf der "normalen" Herz-Warteliste kaum eine Chance, ein Organ<br />

zu erhalten. Lediglich Patienten im HU-Status (high urgent: geschätzte weitere Überlebenszeit<br />

ca. 3 Monate!) bekommen in absehbarer Zeit eine Operationschance. Von den etwa 12.000 in<br />

unserem Land auf ein Spenderorgan wartenden Patienten versterben so jedes Jahr etwa 3.000<br />

Menschen.<br />

Und dies, obwohl perfektionierte chirurgische Techniken und hochpotente pharmakologische<br />

Folgebehandlungen ein über Jahrzehnte nahezu normales Weiterleben nach einer<br />

Transplantation ermöglichen können. Auch Spenderorgane wären in bedeutend höherer Zahl<br />

vorhanden, so es genügend Menschen gäbe, die sich schon zu Lebzeiten mit einer postmortalen<br />

Spende ihrer Organe auseinandersetzen würden. Tragischerweise ist dies bisher noch nicht der<br />

Fall.<br />

Der unvermeidliche eigene Tod oder der naher Angehöriger wird zu Lebzeiten meist verdrängt.<br />

Die Frage nach einer Organspende kommt fast immer unerwartet, zumal dem Tod des<br />

Angehörigen meist kein langes Leiden zu Grunde liegt, sondern unerwartete, kurze und tödlich<br />

endende Krankeit oder Unfall. Ohne sich auf ein Gespräch zu Lebzeiten des Verstorbenen oder<br />

einen Organspenderausweis beziehen zu können, sind Angehörige oft unschlüssig, unsicher,<br />

möchten aus einem „Bauchgefühl“ heraus den Verstorbenen noch beschützen. Die Chance der<br />

Organspende wird so oftmals vertan – nicht ohne späteres Bedauern!<br />

Wichtig scheint auch, dass die letzten Jahre der "Individualismusvergötterung" bei uns oft erst<br />

dann ein Gefühl von "WIR", Opferbereitschaft oder Barmherzigkeit entstehen lässt, wenn wir<br />

selbst oder unsere Liebsten auf Hilfe angewiesen sind. Wir möchten dagegen aufklären und<br />

gleichzeitig für Organspende werben. Diverse Initiativen haben in Vergangenheit und<br />

Gegenwart versucht, die Bereitschaft zur Organspende zu fördern.<br />

Daher sollte unsere Initiative mit einem neuen Konzept in eine nachhaltige, alle Schichten<br />

durchdringende und zusammenführende Kampagne münden:<br />

Wir wollen nicht mit der mitleidorientierten Darstellung von Leid und Bedürftigkeit<br />

appellieren. Wir wollen auch nicht um Organspende werben in einer Art, die dazu führt, daß<br />

sich der Angesprochene bedroht fühlt. Es geht uns vielmehr darum, den Menschen durch<br />

überzeugende persönliche Aussagen gesellschaftlicher Ikonen, Führungspersönlichkeiten und<br />

Menschen mit ganz verschiedenartigen Vorbildfunktionen die persönliche Bereitschaft zur<br />

Organspende als Teil einer Leitkultur zu zeigen, die sogar zu einer selbstverständlichen<br />

Verhaltensnorm werden kann. Die Aussagen sind radikal in ihrer Einfachheit. Sie könnten<br />

sogar helfen, die auseinander driftende Gesellschaft über die Solidarität zur Organspende<br />

wieder ein gutes Stück zusammenzuführen.<br />

84<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Werbeplakat für PRO-Organspende mit Til Schweiger<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

85<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Was wir bisher erreicht haben:<br />

Juli 2009: Die Idee<br />

BVG Bus in <strong>Berlin</strong> mit PRO-Organspende Werbung<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Oktober 2009: Erste Anzeigenkampagne in allen <strong>Berlin</strong>er Springer-Tageszeitungen<br />

(Zehn Fragen zur Organspende), die Webseite www.proorganspende<br />

geht online<br />

November 2009: Erste <strong>Berlin</strong>weite Wall-Plakat-Kampagne, über einen Zeitraum von<br />

zwei Wochen werben 1500 Superhelden-City-Light-Poster für einen<br />

neuen, unbeschwerteren Zugang zum Thema Organspende. Parallel<br />

werden in allen Videoworld-Stores über 40.000 Organspendeausweise<br />

mit Flyern, die die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Organspende<br />

beantworten, verteilt. Der Ansturm ist so groß, dass bereits nach 2<br />

Wochen nachgedruckt werden muss.<br />

Dezember 2009: Das erste Megaposter am Bahnhof Zoo offenbart <strong>Berlin</strong> das klare<br />

Bekenntnis der Initiatoren der Kampagnen. Es folgen diverse andere<br />

Megaposter (Tegel, Schönefeld, Hauptbahnhof). Die ersten<br />

Doppeldecker-Proorganspendebusse rollen ab sofort für 12 Monate<br />

mit dem Superhelden durch <strong>Berlin</strong>.<br />

Die Aktionen von „PRO“, die für die nahe und weitere Zukunft geplant und vorbereitet sind,<br />

werden unser gemeinsames Anliegen noch nachhaltiger unterstützen können – seien Sie<br />

gespannt!<br />

86<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Hochformat vom Grossplakat Zoo oder 17. Juni<br />

87<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Kooperation mit dem Paulinenkrankenhaus<br />

Manfred Hummel<br />

Seit über 10 Jahren besteht eine enge Kooperation zwischen dem Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

und dem Paulinenkrankenhaus. Nach einer zunächst nur begrenzt möglichen Kooperation mit<br />

dem Paulinenkrankenhaus am alten Standort Eschenallee, konnte seit dem Umzug des<br />

Paulinenkrankenhauses zum neuen Standort Dickensweg, dem ehemaligem Britischen<br />

Militärkrankenhaus, im November 2001 die Kooperation sowohl qualitativ als auch quantitativ<br />

deutlich verbessert werden.<br />

Derzeit stehen 148 Betten auf 6 internistischen Stationen, davon 21 Betten zur<br />

intensivmedizinischen Behandlung zur Verfügung, so dass Patienten von der unmittelbar<br />

postoperativen Phase nach thorakalen Eingriffen bis zur Entlassung in die stationäre oder<br />

ambulante Behandlung komplett versorgt werden können.<br />

Darüberhinaus unterhält das DHZB im Paulinenkrankenhaus zwei Operationssäle in denen<br />

Operationen im Rahmen der postoperativen Behandlung von Komplikationen, die Behandlung<br />

von Notfällen postoperativ (z. B. akuten Blutungen) und thorakale Operationen (Bypass-<br />

Operationen, Klappen-Operationen, Aorteneingriffe u.s.w.), mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine<br />

durchgeführt werden können.<br />

Zudem ist es möglich, durch die operative Tätigkeit an zwei Standorten beim akuten Ausfall von<br />

Operationssälen (Renovierungen, Wartungen u.s.w.), die reguläre Versorgung durch das Deutsche<br />

<strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> sowie die Notfallversorgung für <strong>Berlin</strong> und Brandenburg jederzeit<br />

aufrechtzuerhalten.<br />

Bild Pauline<br />

Während des Jahres 2009 wurden in den Operationssälen im Paulinenkrankenhaus 451<br />

Primäreingriffe mit der Herz-Lungen-Maschine darunter 306 Koronareingriffe, 86<br />

Herzklappenoperationen 52 Kombinationseingriffe (Herzklappe und Bypass) sowie 5 Operationen<br />

an der Aorta und 2 Implantationen von Assist-Device-Systemen durchgeführt. Zusätzlich<br />

erfolgten 966 weitere Eingriffe einschließlich der Versorgung von Wunden, abdominelle Eingriffe<br />

bei postoperativen abdominellen Komplikationen (Cholezystektomie, Darmresektionen u.s.w.).<br />

Insgesamt umfasste die operative Tätigkeit 1.417 Operationen.<br />

Durch die Erhöhung der intensivmedizinischen Behandlungskapazität im Paulinenkrankenhaus<br />

2009 von 12 auf 21 Intensivbetten war es möglich, den Engpass bei der postoperativen<br />

Versorgung von Patienten im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> in erheblichem Umfang zu<br />

reduzieren.<br />

88<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Durch die Präsenz von zwei herzchirurgischen Teams am Tag sowie eines herzchirurgischen<br />

Bereitschaftsdienstes in der Nacht, ist sowohl eine hochwertige postoperative Behandlung nach<br />

thorakalen Operationen möglich, als auch die Behandlung von akut auftretenden Problemen, die<br />

einer sofortigen chirurgischen Intervention bedürfen, sichergestellt.<br />

Ein wichtiger weiterer Teil der Zusammenarbeit des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> mit dem<br />

Paulinenkrankenhaus erstreckt sich auf die postoperative Behandlung der immer größer<br />

werdenden Anzahl von Patienten mit mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen, zumal<br />

derzeit rund 150 solcher Systeme pro Jahr im DHZB implantiert werden, mit dem Ziel, die<br />

Patienten nach Hause entlassen zu können oder sie baldmöglichst einer Herztransplantation<br />

zuzuführen.<br />

Für diese Zwecke wurden Ärzte im Paulinenkrankenhaus ausgebildet, eine tägliche Visite durch<br />

einen Kardiotechniker implementiert, der die Assist-Device-Systeme auf ihre korrekte<br />

Funktionalität untersucht. Außerdem wurde ein enger Kontakt mit dem Transplantationsteam des<br />

Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> etabliert, so dass Informationen für eine Indikationsstellung bzw.<br />

Kontraindikationen, für eine Transplantation rasch übermittelt werden können.<br />

Darüberhinaus wurde die Zusammenarbeit mit dem Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> und dem<br />

Paulinenkrankenhaus bei der Behandlung der Patienten vor und nach thorakalen<br />

Transplantationen intensiviert. Die Behandlung vor der Transplantation umfasst einerseits die<br />

Aufrechterhaltung der Kreislauffunktion bei drohendem Herzversagen meist mit Hilfe der die<br />

kontinuierliche Gabe von herzunterstützenden Medikamenten (Katecholaminen), mit der<br />

entsprechenden intensivmedizinischen Überwachungsmöglichkeit ebenso, wie die regelmäßig<br />

(wöchentlich) erforderliche Untersuchung (Re-Evaluation) der Patienten zur Bestimmung der<br />

Dringlichkeit der Transplantation.<br />

Durch die vorhandenen Untersuchungsmöglichkeiten im Paulinenkrankenhaus als internistische<br />

Klinik, sind jederzeit Untersuchungen vor allem endoskopischer und auch sonstiger bildgebender<br />

Art zur Diagnostik und zur Therapie von Komplikationen thorakaler Operationen und nach der<br />

Transplantation mit Ausnahme von Herzkatheter- und MRT-Untersuchungen möglich.<br />

Insgesamt wurden so über 2.500 Patienten im Jahr 2009 im Paulinenkrankenhaus behandelt, die<br />

unmittelbar oder mittelbar zum Primäreingriff im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> aufgenommen<br />

wurden.<br />

Eine weitere wichtige Zusammenarbeit besteht dadurch, dass die Privatstation des Deutschen<br />

<strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> („Andalusien“) sich im 6. Stock des Paulinenkrankenhauses befindet und<br />

Patienten unter der Gesamtverantwortung des DHZB ärztlich und pflegerisch gemeinsam<br />

behandelt werden, bis sie nach Hause oder in eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsbehandlung<br />

entlassen werden können.<br />

Aufgrund der Hochleistungsklinik DHZB und der anschließenden Behandlungsmöglichkeit im<br />

Paulinenkrankenhauses, einer internistischen Abteilung mit 148 Betten, darunter 21 Betten zur<br />

intensivmedizinischen Behandlung, konnte in den letzten Jahren eine für <strong>Berlin</strong> und Brandenburg<br />

beispielhafte hochqualifizierte Behandlungsstruktur nach thorakalen Eingriffen etabliert werden,<br />

die von der präoperativen invasiven Diagnostik, Operationen und interventionellen Eingriffen, der<br />

unmittelbar postoperativen Behandlung bis zur Entlassung nach Hause oder der<br />

Rehabilitationsbehandlung reicht.<br />

Darüber hinaus konnten neue Anforderungen bei der Behandlung schwerer Herzerkrankungen,<br />

wie die Etablierung von Standards der Implantation vor herzunterstützenden Systemen zur<br />

Behandlung von Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz und deren postoperativer Behandlung<br />

mit dem Ziel der Entlassung der Patienten nach Hause in der gemeinsamen Kooperation<br />

umgesetzt werden.<br />

Transplantationsstation) sowie in Krisensituationen während der späteren ambulanten<br />

Nachsorgebetreuung im DHZB notwendig sein.<br />

89<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Bereiche der Chirurgie<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Kooperationen des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />

Norbert Franz<br />

Die in den <strong>Jahresbericht</strong>en des DHZB fortgeschriebenen Aktivitäten der Kooperation sorgten für<br />

ein veritables Spektakel beim gemeinsam ausgerichteten Treffen und Jahreskongress der<br />

Chinesisch-Deutschen Gesellschaft für Medizin und der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für<br />

Medizin in Shanghai am 7 und 8. November 2008.<br />

Unter den Teilnehmern dieses Treffens befanden sich mehr als 100 chinesische Ärzte –meist<br />

Herzchirurgen, die allesamt einen mindestens dreimonatigen Teil Ihrer Ausbildung in der Klinik für<br />

Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> durchgeführt hatten.<br />

Die abendliche Galaveranstaltung rückte so ohne Zutun des Veranstalters allein durch die<br />

Anwesenheit von Herrn Prof. Hetzer das DHZB in den Mittelpunkt. Auf sehr angenehme Weise<br />

verdeutlichte sich Prof. Hetzers erfolgreiches Engagement in der Vermittlung nicht nur der<br />

medizinischen Kenntnisse, sondern auch des „know-how“, das zum Aufbau einer modernen<br />

herzchirurgischen Abteilung gehört. Die Berichte über die beruflichen Erfolge der Gäste, die auf<br />

den im DHZB gewonnenen Erkenntnissen fußen, sind insgesamt beeindruckend.<br />

Stand in diesen Tagen in Shanghai die deutsch-chinesische Kooperation in der Medizin im<br />

Vordergrund, so ist sie doch nur ein Teil der Facette der ausländischen Kooperationen des DHZB.<br />

Hier sind in 2009 insbesondere die Zusammenarbeit mit der Universität in Voronesh und mit dem<br />

Pirogov-Zentrum in Moskau zu nennen.<br />

Eine weitere Ehrendoktorwürde am 1. September 2009, diesmal die der Lomonosov<br />

Staatsuniversität Moskau, zeigte deren Hochschätzung, die mit der Kooperation mit dem DHZB im<br />

Zuge der Errichtung des neuen Medizinischen Zentrums dieser Universität gefestigt wurde.<br />

Berufsgruppenübergreifend und erfreulich entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem Taipei<br />

Veterans General Hospital auf Taiwan. Aus diesem großen Krankenhaus der höchsten<br />

Versorgungsstufe kamen auch in 2009 nicht nur ärztliche Mitarbeiter, sondern auch Intensiv-<br />

Krankenschwestern und eine Oberschwester und Koordinatorin zu den schon etablierten 2monatigen<br />

Fortbildungsaufenthalten in das DHZB. Diese jeweiligen Besuche finden im<br />

Heimatkrankenhaus ihren Niederschlag auch in hausinternen Publikationen und einer<br />

Vortragsreihe. Da das Taipei Veterans General Hospital derzeit seine Forschungslabore ausweitet<br />

und Homograftlabor und Hybrid-Operationssaal einrichtet, wurde auch dafür der Sachverstand<br />

des DHZB gesucht.<br />

Im Zeichen humanitärer Hilfeleistungen stand der dritte Besuch eines OP-Teams des DHZB unter<br />

der Leitung von Herrn Prof. Kuppe in Pjongyang, Nord-Korea. Auch in diesem Jahr waren alle vom<br />

DHZB-Team durchgeführten Operationen erfolgreich. Es steht zu hoffen, dass sich die Situation<br />

im Rot-Kreuz-Krankenhaus in Pjongyang nach der Rückkehr der im DHZB für drei Jahre<br />

fortgebildeten nordkoreanischen Ärzte deutlich verbessert.<br />

Der Kooperation mit der Charité wurde in 2009 neue Impulse durch die Wiederaufnahme der<br />

gemeinsamen Vorstandssitzungen am 9. Juli 2009 gegeben.<br />

Personelle Veränderungen gab es in der Kooperation mit dem Paulinenkrankenhaus, wo die auch<br />

im DHZB als Vertreterin der Pflegedirektorin engagierte Pflegedienstleiterin Frau Busch in den<br />

Ruhestand ging, und ebenfalls im Sana-<strong>Herzzentrum</strong> Cottbus, wo der Chefarzt und dortige<br />

Vertreter Prof. Hetzers, Herr Prof. J. Knörig, in den Ruhestand ging.<br />

90<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Ausbildung ausländischer Gastärzte<br />

im Rahmen der Kooperationen des DHZB 1986-2009<br />

Fellows, 2-5 Jahre 77<br />

(Ärztliche Berufserlaubnis, Integration in die Dienstmannschaft des DHZB)<br />

Facharzt für Herzchirurgie 3<br />

Abgeschlossene medizinische Dissertation 14<br />

Laufende Dissertation 12<br />

Gäste für mindestens 3 Monate 612<br />

(Hospitation, keine Aktive Tätigkeit)<br />

Kongress der Deutsch-Chinesischen Medizinischen Gesellschaft In Shanghai<br />

Einige der ehemaligen chinesischen Gastärzte des DHZB – mittlerweile alle in Chefarztpositionen<br />

91<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Akademie für Kardiotechnik<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Akademische Leitung: Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Roland Hetzer<br />

Organisatorische Leitung und Lehrkardiotechniker: Dipl.-Med. Päd. Frank Merkle<br />

Stellvertretender Lehrkardiotechniker: Herr Harald Woysch<br />

Sekretariat: Frau Karin Pieper<br />

Die Ausbildung zum staatlich geprüften<br />

Kardiotechniker nach der Ausbildungs- und<br />

Prüfungsordnung des Landes <strong>Berlin</strong> wird<br />

weiterhin sehr erfolgreich angeboten. Die<br />

Ausbildung wird auch von Teilnehmern aus<br />

dem Ausland, so z. B. aus Bosnien-<br />

Herzegowina, Griechenland und der Schweiz<br />

in Anspruch genommen. Die Akzeptanz der<br />

Absolventen auf dem Arbeitsmarkt ist wie in<br />

der Vergangenheit sehr hoch.<br />

Seit dem Vorjahr bekommen die Absolventen<br />

der AfK mit Bestehen der Abschlussprüfung<br />

auch das europäische Zertifikat des European<br />

Board of Cardiovascular Perfusion verliehen.<br />

Für das Jahr 2010 ist aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs an klinisch ausgebildeten<br />

Kardiotechnikern die Erhöhung der Ausbildungsplatzanzahl vorgesehen.<br />

Steinbeis Transfer-Institut Kardiotechnik<br />

Direktor: Dipl.-Med. Päd. Frank Merkle<br />

Prüfungsausschuss: Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Roland Hetzer<br />

Prof. Dr. med. Marc O. Schurr<br />

Prof. Dr. med. Stefan Bauer<br />

Sekretariat: Frau Karin Pieper<br />

Seit April 2008 wird der Studiengang Bachelor of Science Cardiovascular Perfusion in<br />

Zusammenarbeit mit der Steinbeis-Hochschule <strong>Berlin</strong> (SHB) angeboten. Hierfür wurde das<br />

Steinbeis-Transfer-Institut Kardiotechnik am DHZB eingerichtet. Parallel zum Studiengang wird<br />

die bisherige Ausbildung nach der Kardiotechniker Ausbildungs- und Prüfungsordnung des<br />

Landes <strong>Berlin</strong> ebenfalls angeboten. Im April 2008 haben die ersten 7 Studenten das Studium<br />

begonnen, im April 2009 kamen weitere 3 Studenten hinzu.<br />

Seit Oktober 2009 wurde durch Anrechnung von Ausbildungsinhalten der Akademie für<br />

Kardiotechnik die Möglichkeit geschaffen, den bisherigen Absolventen der AfK ebenfalls den<br />

Abschluss B.Sc. Cardiovascular Perfusion zu ermöglichen. Hierfür ist jedoch die<br />

Hochschulzugangsberechtigung Voraussetzung. Eine Anrechnung für Studenten nach §11<br />

<strong>Berlin</strong>er Hochschulgesetz ist nicht möglich. Im Oktober 2009 nahmen 6 ehemalige AfK-<br />

Absolventen das Studium unter Anrechnung der Ausbildung auf. Die Reststudiendauer beträgt 18<br />

Monate.<br />

Insgesamt waren im Dezember 2009 13 Studenten und Studentinnen im Studiengang<br />

Kardiotechnik eingeschrieben.<br />

92<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Steinbeis Transfer-Institut Medicine and Allied Health<br />

Direktoren: Dipl.-Med. Päd. Frank Merkle<br />

Prof. Dr. med. Stefan Bauer<br />

Prof. Dr. med. Marc O. Schurr<br />

Prüfungsausschuss: Prof. Dr. med. Dr. h.c.mult. Roland Hetzer<br />

Prof. Dr. med. Marc O. Schurr<br />

Prof. Dr. med. Stefan Bauer<br />

Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. rer. medic Erwin Ludwig<br />

Sekretariat: Frau Karin Pieper<br />

Zum 01. Juni 2009 wurde der Studiengang B.Sc. Physician Assistance der Steinbeis-Hochschule<br />

<strong>Berlin</strong> vom Vorgängerinstitut IHCI übernommen. Das neu gegründete Steinbeis-Transfer-Institut<br />

Medicine and Allied Health wurde wie das STI Kardiotechnik am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

angesiedelt. Zum Oktober 2009 waren insgesamt 46 Studentinnen und Studenten<br />

eingeschrieben.<br />

Als Folge der Neustrukturierung des Gesundheitswesens wurde der Bachelor-Studiengang B.Sc.<br />

Allied Health neu konzipiert. Der Studiengang bietet medizinischem Personal erstmals die<br />

Möglichkeit einer fachspezifischen akademischen Graduierung auf Bachelor-Niveau. Es sind drei<br />

Wahlpflichtfächer vorgesehen: Physician Assistance, Cardiology Assistance und Intensive Care<br />

Practitioner.<br />

Der Studiengang Bachelor of Science Allied Health ist modular aufgebaut. Im sogenannten<br />

Common Trunk werden die für die Ausbildung gemeinsamen Inhalte Organisation und Recht,<br />

Betriebswirtschaftslehre, Medizinische Technik, Theoretische Medizin und Klinische Medizin<br />

unterrichtet. In den Wahlpflichtfächern werden spezifische Kenntnisse neu erworben oder<br />

bestehendes Fachwissen erweitert.<br />

Nach Abschluss des Studiengangs haben die Absolventen Sachkenntnis in medizinischen<br />

Grundlagenfächern sowie vertiefte Kenntnisse in den Wahlpflichtbereichen. Weitere Kenntnisse<br />

werden in Pflege- und Gesundheitswissenschaften, Verwaltung, Betriebswirtschaftslehre,<br />

Kommunikation sowie Selbst- und Wissensmanagement vermittelt. Die Absolventen sind<br />

befähigt, wissenschaftliche Ausarbeitungen anzufertigen und bei Studien zu assistieren.<br />

Im Bereich Akademie für Kardiotechnik, STI Kardiotechnik sowie STI Medicine and Allied Health<br />

waren zum Wintersemester 2009/2010 insgesamt 82 Teilnehmer eingeschrieben. Für das Jahr<br />

2010 sind weitere Studiengangsprojekte in Planung.<br />

DHZB Simulations-Operationssaal<br />

Am 19. März 2009 wurde der vom Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> errichtete Simulations-<br />

Operationssaal in Betrieb genommen. Die Finanzierung des Simulations-Operationssaals wurde<br />

durch eine Förderung des Landes <strong>Berlin</strong> sowie durch Sponsorengelder der medizintechnischen<br />

Industrie unterstützt.<br />

Der Operationssaal besitzt einen voll funktionsfähigen Operationstisch mit<br />

Lagerungsmöglichkeiten für verschiedene Operationen, eine OP-Leuchte, ein System zum<br />

Überwachen der Patienten-Vitalfunktionen (Patientenmonitoring) sowie Röntgenbildbetrachter<br />

und andere medizintechnische Geräte. Ein modernes Narkosegerät ist ebenfalls vorhanden. Eine<br />

für die Simulation des extrakorporalen Kreislaufs umgebaute Herz-Lungen-Maschine sowie ein<br />

Patientenkreislaufsimulator werden für die Zwecke der Ausbildung in der Kardiotechnik<br />

verwendet. Eine eigens angefertigte Trainingseinheit mit einem schlagenden Herzen und mit der<br />

Möglichkeit zur Beatmung lässt ein realitätsnahes OP-Umfeld entstehen. Die Simulation kann für<br />

Trainingszwecke aufgezeichnet werden, so dass ein Feedback für die Teilnehmer möglich ist.<br />

93<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Akademie für Kardiotechnik<br />

20<br />

15<br />

10<br />

5<br />

0<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Einrichtung des für Ausbildungszwecke geplanten Operationssaals erfolgte in der neu<br />

bezogenen Etage der Akademie für Kardiotechnik im 2. Obergeschoss der Osram-Höfe (über der<br />

Krankenpflegeschule). Diese Einrichtung steht neben den Auszubildenden der Akademie für<br />

Kardiotechnik ebenso den Auszubildenden zum Operationstechnischen Assistenten sowie den<br />

Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege sowie den Studenten der beiden<br />

Studiengänge B.Sc. Cardiovascular Perfusion und B.Sc. Allied Health zur Verfügung. Zusätzlich<br />

kann die Einrichtung für die Ausbildung von Fachärzten in Herzchirurgie, Kardiologie und<br />

Anästhesie sowie zur Fortbildung von niedergelassenen Ärzten verwendet werden.<br />

Der erste europäische Workshop zur Herz-Lungen-Maschinen Simulation wurde am 4. Dezember<br />

2009 von der Akademie für Kardiotechnik veranstaltet.<br />

weiblich<br />

männlich<br />

Aufgenommene Bewerber<br />

’88 '89 ’90 ’91 ’92 ’93 ’94 ’95 ’96 ’97 ’98 ’99 ’00 ’01 ’02 ’03 ’04 ’05 ’06 ’07 ’08 ’09<br />

94<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


20<br />

18<br />

16<br />

14<br />

12<br />

10<br />

8<br />

6<br />

4<br />

2<br />

0<br />

Absolventen<br />

Kardiotechniker<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Absolventen 1988 - 2009 (n=273)<br />

’88 '89 ’90 ’91 ’92 ’93 ’94 ’95 ’96 ’97 ’98 ’99 ’00 ’01 ’02 ’03 ’04 ’05 ’06 ’07 ’08 ’09<br />

In diesem Diagramm sind die Zu- und Abgänge der jeweiligen Jahrgänge dargestellt.<br />

Für die Jahre 2008 und 2009 gibt es noch keine Absolventen.<br />

AfK Absolventen<br />

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />

95<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Veranstaltungen<br />

Der NutritionDay 2009<br />

2. Teilnahme des DHZB<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Datenerhebung am NutritionDay am 21.Januar 2010 erfolgte im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong><br />

unter Leitung der leitenden Diätassistentin Marion Bohl und unter ärztlicher Aufsicht von Dr.<br />

Lehmkuhl und einem Team von Diätassistentinnen auf einer Normalstation, beiden<br />

Intensivstationen sowie der Transplantationsstation.<br />

Der NutritionDay in Europe ist eine gemeinnützige Initiative mit dem Ziel, das Wissen und die<br />

Aufmerksamkeit um das Thema Mangelernährung zu verbessern. Eine adäquate<br />

Nahrungsversorgung muss ein integraler Bestandteil des Qualitätsmanagements in<br />

Krankenhäusern und Pflegeheimen werden, um eine bessere Gesundheitsversorgung zu<br />

gewährleisten.<br />

Wir können feststellen, dass die Teilnahme für uns im DHZB, zu einer verbesserten<br />

interdisziplinären Zusammenarbeit geführt hat.<br />

96<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


MCS Symposium / MCS Workshop<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

97<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Veranstaltungen<br />

Ausstellungen 2009<br />

Quelle: Werbestudio zum Weissen Rössl<br />

Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

98<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Quelle: Uljana Egli


Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

Die Publikationen, Vorträge sowie die Forschungsprojekte<br />

der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />

finden Sie auf beiliegender CD.<br />

99<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

100<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Leitung<br />

Prof. Dr. med. Eckart Fleck<br />

Direktor der Klinik<br />

Augustenburger Platz 1<br />

13353 <strong>Berlin</strong><br />

Telefon: +49 30 4593 - 2400<br />

Telefax: +49 30 4593 - 2500<br />

E-mail: kardiologie@dhzb.de<br />

101<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsbericht<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

aus der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Die enge Verzahnung ambulanter und stationärer Diagnostik und Therapie ermöglicht<br />

jährlich die Behandlung von über 10.000 Patienten in der Klinik für Innere Medizin-<br />

Kardiologie des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong>.<br />

Dieses Konzept, basierend auf der optimalen Nutzung personeller, apparativer und<br />

räumlicher Möglichkeiten gewährleistet eine lückenlose und umfassende Betreuung<br />

und Therapie unserer Patienten. Somit ist auch in Zeiten wachsender Patientenzahlen<br />

und finanzieller Restriktionen eine qualitativ hochwertige Therapie ohne Einbußen an<br />

Qualität und Sicherheit für den einzelnen Patienten möglich. Die stetig zunehmenden<br />

Zahlen bestätigen dabei die Mitarbeiter der Klinik in ihren Bemühungen, eine hoch<br />

qualifizierte und gleichzeitig menschennahe und zugewandte Patientenbetreuung zu<br />

praktizieren. Parallel hierzu werden kontinuierlich wissenschaftliche Fragestellungen<br />

in der Klinik für Innere Medizin-Kardiologie des DHZB bearbeitet und durch<br />

Veröffentlichungen dokumentiert, deren Ergebnisse in der Diagnostik und Therapie<br />

den Patienten in der Zukunft nutzen werden.<br />

Prof. Dr. Eckart Fleck<br />

Direktor der Klinik<br />

102<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

103<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Leitender Arzt<br />

Prof. Dr. med. Eckart Fleck, FESC<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

C4 Professor für Innere Medizin der Charité der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität<br />

zu <strong>Berlin</strong>; Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung<br />

Oberärzte<br />

Dr. med. Stephan Dreysse (Ltd. Oberarzt, Herzkatheterbereich)<br />

Prof. Dr. med. Hong Gerds-Li (Invasive Elektrophysiologie)<br />

PD. Dr. med. Stephan Götze (Schrittmachertherapie/Resynchronisation,<br />

Lehrbeauftragter)<br />

PD Dr. med. Philipp Stawowy (Station H1, experimentelle Kardiologie,<br />

Forschungsbeauftragter)<br />

Prof. Dr. med. Kristof Graf (Kardiologische Ambulanz, experimentelle<br />

Kardiologie)<br />

Fachärzte<br />

Dipl.-med. Alexander Frumkin Dr. med Rolf Gebker<br />

PD Dr. med. Michael Gräfe PD Dr. med. Cosima Jahnke<br />

Dr. med. Christoph Klein Dr. med. Charalampos Kriatselis<br />

Dr. med. Engin Osmanoglu PD Dr. med. Ingo Paetsch<br />

Dr. med. Matthias Roser<br />

Dr. med. Ernst Wellnhofer<br />

Dr. med. Jens Weissenborn<br />

Assistenzärzte<br />

Dr. med. Vesna Furundzija Thomas Hucko<br />

Dr. med. Jan Kaufmann Dr. med. Sebastian Kelle<br />

Dr. med. Adam Kilimnik Dr. med. Robert Manka<br />

Dr. med. Johannes Möller Dr. med. Christopher Schneeweis<br />

Dr. med. Funda Taner<br />

Georgia Winbeck<br />

Dr. med. Usan Thanabalasingham<br />

Büroleitung/Einbestellungsmanagement<br />

Ingeborg Artmann<br />

MVZ/Funktionsdiagnostik/Studien-Koordination<br />

Monica Post<br />

Gastärzte<br />

Haten Al Salaheen, M.D. (Jordanien) Dr. med. Michael Frick<br />

(Universität Würzburg)<br />

Ashraf Hamdan, M.D. (Israel) Faezh Khattab, M.D. (Syrien)<br />

Min Tang, M.D. (China) Gang Ye, M.D. (China)<br />

Wissenschaftliche Mitarbeiter<br />

Kirstin Atrott Dr. Riad Bourayou<br />

Dr. Thore Dietrich Dipl.-Ing. (FH) Heike Meyborg<br />

Marleen Neumann Dr. Bernhard Schnackenburg<br />

Christiane Schneemann PD Dr. Dietger Stibenz<br />

Forschungsaufenthalte<br />

Dr. med. Sebastian Kelle: Johns Hopkins University, Baltimore, USA<br />

Dr. med. Robert Manka: Eidgenössische Technische Hochschule<br />

Zürich, Schweiz<br />

104<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Promotionen und Habilitationen<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Abgeschlossene Promotionen 1990-2009: 75<br />

davon bewertet mit<br />

summa cum laude: 4<br />

magna cum laude: 33<br />

cum laude: 28<br />

rite: 10<br />

Abgeschlossene Habilitationen 1990-2009: 8<br />

Abgeschlossene Promotionen 2009<br />

Name: Bokemeyer, Johanna<br />

Titel: Einfluss von Statinen auf Beta-1-Integrin-vermittelte Zell-Matrix-<br />

Interaktion zwischen vaskulären glatten Muskelzellen und Kollagen<br />

Name: Fischoeder, Arne<br />

Titel: Regulation von Matrix Metalloproteinase-9 durch Insulin in humanen<br />

THP-1 Monozyten<br />

Name: Kilimnik, Adam<br />

Titel: Regulation und Funktion der Proprotein Convertase PC5 in glatten<br />

Gefäßmuskelzellen der Ratte<br />

Name: Maki Abadi, Jaleh<br />

Titel: Mutationsanalyse im MYBP-C-Gen bei Patienten mit hypertropher<br />

Kardiomyopathie<br />

Name: Tachezy, Michael<br />

Titel: Eignet sich ED-B Fibronektin als Zielmolekül für Athersoklerose in der Nah-<br />

Infrarot-Fluoreszenz-Bildgebung?<br />

Abgeschlossene Habilitation 2009<br />

Name: Jahnke, Cosima<br />

Titel: Stellenwert der Magnetresonanz Koronarangiographie in der Diagnostik der<br />

koronaren Herzerkrankung<br />

105<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Ambulante kardiologische Diagnostik und Therapie<br />

Die Kardiologische Ambulanz und das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im<br />

Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

Die Ambulanz und das MVZ sind weiterhin Anlaufstellen nicht nur für Patienten mit akuten<br />

Beschwerden, sondern auch für Patienten, die eine ambulante kardiologische Diagnostik<br />

wünschen oder sich zur Nachsorge nach kardiologischen oder kardiochirurgischen Eingriffen<br />

vorstellen.<br />

Im Jahr 2009 stellten sich über 900 Patienten mit akuter thorakaler Schmerzsymptomatik vor, für<br />

die unsere Einrichtung die erste Anlaufstelle im Notfall war. Als Ansprechpartner standen hier PD<br />

Dr. Michael Gräfe (Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie), Dr. Engin Osmanoglou (Facharzt<br />

für Innere Medizin) sowie Prof. Dr. Kristof Graf und PD Dr. Stephan Götze (beide Fachärzte für<br />

Innere Medizin und Kardiologie) zur Verfügung, die gleichzeitig Mitarbeiter des Medizinischen<br />

Versorgungszentrums (MVZ) im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> sind.<br />

Durch die Einrichtung einer „Chest Pain Unit“ wurde der organisatorische Ablauf gestrafft und<br />

optimiert und gleichzeitig internationalen Maßstäben und Leitlinien angepasst. Eine<br />

Zertifizierung ist beantragt und wird voraussichtlich 2010 erfolgen. Neben der Betreuung<br />

ambulanter Patienten findet hier auch die Funktionsdiagnostik der stationären Patienten aus dem<br />

<strong>Herzzentrum</strong> statt.<br />

In der Anmeldung werden die Patienten aufgenommen, ihre Personalien erfasst und<br />

Untersuchungsakten angelegt. Als koordinierendes Bindeglied zwischen Patienten und geplanten<br />

Untersuchungen steht im Flurbereich eine Arzthelferin als Ansprechpartner auch für allgemeine<br />

Fragen zur Verfügung, eine Funktion, die von den Patienten sehr gut aufgenommen wird.<br />

Arztzimmer und Funktionsdiagnostikbereiche befinden sich in nächster Nähe, so dass auf kurzen<br />

Wegen alle Untersuchungen durchgeführt werden können:<br />

Laboruntersuchungen, Ruhe-EKG (2 Arbeitsplätze), Belastungs-EKG (3 Arbeitsplätze), Langzeit-<br />

EKG, Langzeit-Blutdruckmonitoring, Dopplersonographien sowie die routinemäßigen<br />

echokardiographischen Untersuchungen inklusive TEE und Stress-Echokardio¬graphie (3<br />

Arbeitsplätze), Belastungsuntersuchungen, Rechtsherzkatheteruntersuchungen inklusive<br />

Spiroergometrien und Kipptischuntersuchungen.<br />

Diagnostische und therapeutische Schwerpunkte<br />

• Untersuchung und Beratung bei akutem Brustschmerz<br />

• Beratung, Planung und Betreuung komplexer Interventionen in allen Gefäßprovinzen,<br />

Wiedereröffnung von Gefäßverschlüssen, Bestrahlung, spezielle Stents<br />

• Therapiekonzepte und Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz, hypertrophe<br />

Kardiomyopathien, biventrikuläre Stimulation<br />

• Diagnose und Betreuung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen<br />

• Spezielle Behandlungsverfahren (Ablation) von Rhythmusstörungen<br />

• Diagnose und Betreuung von Patienten mit Klappenerkrankungen, Klappensprengungen<br />

• Betreuung und interventionelle Therapie von Vorhof-Septumdefekten (ASD, PFO)<br />

• Betreuung und interventionelle Therapie von Aortenaneurysmen<br />

• Schrittmacher- und ICD-Kontrollen, spezielle interventionelle Verfahren<br />

• Vorbereitung und Nachsorge schwerster Herzinsuffizienzformen<br />

• Diagnose und Betreuung von Patienten mit komplexen angeborenen Herzfehlern<br />

106<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Spezielle diagnostische Verfahren<br />

• Ultraschalluntersuchungen, 3D-Erfassung (transthorakal und transösophageal),<br />

Gefäßdoppler, Gewebedoppler inklusive Strain- und Strainrate-Darstellung<br />

• Belastungstests zur Ischämiediagnostik (Stressechokardiographie, Stress-MRT)<br />

• MRT: Herz und Gefäße<br />

• MRT: Funktionsuntersuchungen Perfusion, Wandbewegung, Gewebe (Narben)-<br />

Darstellung, Gefäßfluss, Klappenfunktion<br />

• CT-Untersuchungen der Gefäße<br />

• Invasive diagnostische Verfahren<br />

• Invasive elektrophysiologische Verfahren<br />

Untersuchungszahlen 2009<br />

Ambulante Patienten: gesamt 8.637<br />

Ambulante Patienten: Neuvorstellungen 1.515<br />

Ambulante Patienten: Beratungen 3.648<br />

Ambulante Patienten: Wiedervorstellungen 3.474<br />

Akute Vorstellungen (CPU) 909<br />

Transthorakale Echokardiographien 6.363<br />

Dobutamin-Stress-Echokardiographien 182<br />

Transösophageale Echokardiographien 822<br />

Doppleruntersuchungen peripherer Gefäße<br />

(einschl. Doppleruntersuchung der supraaortalen Gefäße) 1.239<br />

Ruhe-EKG 15.658<br />

Belastungs-EKG 4.228<br />

24h-EKG 2.041<br />

RR-Monitoring 963<br />

Schrittmacherkontrollen 1.523<br />

Defibrillatorkontrollen 1.960<br />

Angiologische Untersuchungen 54<br />

Oberbauchsonographien 48<br />

Schilddrüsensonographien 82<br />

Kipptischuntersuchungen 23<br />

Chest Pain Unit<br />

Um ambulante Patienten mit akutem<br />

Koronarsyndrom schneller zu identifizieren und<br />

einer raschen sowie adäquaten Behandlung<br />

zuführen zu können, wurde im Jahr 2009 im DHZB<br />

eine Chest Pain Unit (CPU) etabliert.<br />

Organisatorisch ist die Chest Pain Unit der<br />

kardiologischen Überwachungsstation (H1<br />

Kardiologie) zugeordnet und befindet sich<br />

räumlich in direkter Nachbarschaft zu den<br />

kardiologischen Ambulanzen. Durch die Chest Pain<br />

Unit wird allen Patienten, die sich mit einem neu aufgetretenen Schmerzereignis akut in der<br />

kardiologischen Ambulanz bzw. dem MVZ des DHZB vorstellen, eine rasche und qualitativ<br />

hochwertige Diagnostik sowie Therapie geboten. Für diese Aufgabe ist die Chest Pain Unit mit<br />

geschultem ärztlichen und medizinischen Personal und einer hochwertigen technischen<br />

Ausstattung bestens ausgerüstet. Die Behandlung richtet sich nach den nationalen und<br />

internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und berücksichtigt die Schwere der Erkrankung<br />

107<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Ambulante kardiologische Diagnostik und Therapie<br />

sowie das individuelle Risiko des Patienten. Um diese hochwertige Patientenversorgung<br />

sicherstellen zu können, wurden durch die Klinik eine Vielzahl von Therapiestandards entwickelt.<br />

Bei Bedarf können die Patienten stationär aufgenommen und weiterversorgt werden. Die<br />

unmittelbare Nähe der Chest Pain Unit zu den Herzkatheterlaboren der Klinik und der<br />

kardiochirurgischen Intensivstationen erlaubt eine schnelle Versorgung aller kritisch kranken<br />

Herzpatienten. Andererseits besteht die Möglichkeit, Patienten ohne erkennbares Risiko oder bei<br />

Ausschluss einer schweren Herzerkrankung rasch nach Hause zu entlassen und eine weitere<br />

ambulante Betreuung einzuleiten. Durch das CPU-Konzept ist es möglich, Behandlungskosten<br />

gering zu halten und Fehlbelegungen zu vermeiden, um alle verfügbaren Ressourcen der Klinik für<br />

die kranken Patienten optimal zu nutzen.<br />

Das neu entwickelte CPU-Konzept des DHZB erfüllt inhaltlich alle Kriterien, die Ende des Jahres<br />

2008 von der „Task Force Chest Pain Unit“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie publiziert<br />

wurden und mit denen erstmals national verbindliche Mindeststandards für die Versorgung von<br />

Patienten mit Verdacht auf Koronarsyndrom definiert worden sind. Ein entsprechender Antrag zur<br />

offiziellen Zertifizierung der Chest Pain Unit wurde bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie<br />

gestellt.<br />

Echokardiographie<br />

Die Echokardiographie der Abteilung Innere Medizin / Kardiologie am DHZB verfügt über drei<br />

Philips IE 33-Geräte und ein Volcano s5 System mit modernster Technologie. Neben den<br />

Standarduntersuchungen werden alle gängigen erweiterten Untersuchungen durchgeführt.<br />

• Transösophageale Echokardiographie (TEE)<br />

• Stress-Echokardiographie<br />

• Kontrast-Echokardiographie<br />

• 3D-Echokardiographie<br />

• Gewebedoppler und Speckle Tracking<br />

• Intravaskulärer Ultraschall<br />

• Gefäßdoppler<br />

108<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Das Echokardiographie-Team führt die primäre kardiovaskuläre Bildgebung bei stationären<br />

Patienten, Konsiliar-Patienten und ambulanten Patienten im MVZ durch. Alle Indikationen<br />

entsprechen dem „Manual zur Indikation und Durchführung der Echokardiographie“ der<br />

Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (Buck T. et al. Clin Res Cardiol Suppl 2009;4(Suppl<br />

1):3-51). Bei allen Patienten erfolgt eine vollständige transthorakale Standarduntersuchung bei<br />

Erstvorstellung. Erweiterte oder gezielte Untersuchungen erfolgen nach klinischer Indikation<br />

insbesondere zur Beurteilung<br />

• der diastolischen Funktion (Tissue-Doppler, Pulmonalvenenflüsse),<br />

• der Viabilität und der Ischämie bei KHE (Stress-Echo),<br />

• der Beurteilung von Klappen und Prothesen (TEE, 3D-TEE),<br />

• der Beurteilung kardialer Emboliequellen und Shunts (TEE, 3D-TEE),<br />

• der mechanischen Asynchronie vor CRT und im Follow-up (Tissue-Doppler),<br />

• bei Verdacht auf Endokarditis oder Klappendysfunktion (TEE, 3D-TEE),<br />

• bei PFO- oder ASD-Verschluss (TEE, 3D-TEE),<br />

• zum Ausschluss von Thromben vor Kardioversion oder Pulmonalvenenisolation (TEE),<br />

• zur Beurteilung der Aorta bei Aneurysma bzw. v.a. Dissektion (TEE),<br />

• zur Beurteilung von intrakoronaren Stents und Plaques (IVUS).<br />

Beispiele:<br />

Abb.1: M-Mode: MKP Sehnenfadenabriss mit<br />

beträchtlicher MI und LV-Dilatation<br />

Abb.3: ASD im 2D-TEE<br />

109<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Abb.2: Normaler Pulmonalvenenfluss im TEE<br />

Abb.4: Schirmchen und Pulmonalvenenostien<br />

im 3D-TEE


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Ambulante Kardiologische Diagnostik und Therapie<br />

Abb.5: Dysfunktion (ein Segel öffnet nicht richtig) einer Carbomedics Mitralklappe im 3D-TEE<br />

Abb.6: Links: Deformierter Stent, Rechts: Entfalteter Stent<br />

Unter Leitung von Herrn Dr. Gräfe und Herrn Dr. Wellnhofer (Member of the European Association<br />

of Echocardiography – EAE) wurden 2009 vier Kollegen aus dem DHZB, drei Rotandinnen und<br />

zwei Rotanden aus der Charité und eine Gastärztin aus Athen weitergebildet. Letztere hat 2009<br />

erfolgreich die Prüfung für die „EAE Accreditation“ abgelegt. Lernziele sind insbesondere die<br />

selbstständige Durchführung und kritische Beurteilung der vollständigen transthorakalen<br />

Standarduntersuchung und die Assistenz bei erweiterten Untersuchungen einschließlich ihrer<br />

Beurteilung.<br />

Ernährungsberatung am MVZ<br />

Im vergangenen Jahr konnte im MVZ des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> die Etablierung einer<br />

professionellen Ernährungs- und Diätberatung vollzogen werden. Das Team besteht aus fünf von<br />

der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)<br />

zertifizierten Mitarbeiterinnen als Diabetesberaterin, Diätassistentin sowie Ernährungsberaterin<br />

unter Leitung von Frau Marion Bohl. Ärztlicherseits wird das Team von Dr. Engin Osmanoglou,<br />

Facharzt für Innere Medizin mit spezieller Ausbildung zur Diabetesbetreuung, unterstützt.<br />

Die Kosten werden von nahezu allen Privat-, Primär- und Ersatzkassen übernommen. Eine<br />

Ausnahme stellt derzeit noch die AOK dar, die eine Ernährungsberatung in ihren eigenen Service-<br />

Centern bevorzugt.<br />

110<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Nach Einführung der ambulanten Ernährungsberatung im DHZB hat das Leistungsangebot eine<br />

große Akzeptanz sowohl bei den Mitarbeitern des Hauses als auch bei den Zuweisern erfahren.<br />

Regelmäßige Fortbildungen zu den Themen Metabolisches Syndrom und Herz-<br />

Kreislauferkrankungen haben hierzu beigetragen. Somit konnten erstmals im vergangenen Jahr<br />

über 300 ambulante Beratungsleistungen dokumentiert werden. Die im Rahmen der<br />

kardiovaskulären Betreuung relevanten Krankheitsbilder bilden den Schwerpunkt des Programms.<br />

Es besteht ein Beratungsthemenkatalog mit Leistungsinhalten für Einzel- und Gruppenberatung.<br />

Die individuelle Schulung erfolgt gemäß der erarbeiteten Curricula. Die Diät- und<br />

Ernährungsberatung erfolgt in der Regel nach der ärztlichen Verordnung, entsprechend der<br />

individuellen Symptomatik und dem Beratungsbedarf. Da unter Umständen ein Kostaufbau<br />

notwendig ist, kann eine längerfristige Betreuung notwendig werden. Hierzu verfügt das<br />

Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> über eine entsprechende Lehrküche. In regelmäßigen öffentlichen<br />

Seminaren werden Fortbildungsveranstaltungen durch das Team angeboten.<br />

Schwerpunkt der Beratung bilden:<br />

Diabetes mellitus, Hyperlipoproteinämie, Übergewicht/Adipositas, Arterielle Hypertonie,<br />

Hyperurikämie sowie Nieren- und Lebersinsuffizienz.<br />

Stationäre Patientenversorgung H1 Kardiologie<br />

Die Klinik für Innere Medizin – Kardiologie behandelt Patienten aus dem gesamten Gebiet der<br />

Inneren Medizin mit Schwerpunkt auf der Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen.<br />

Mit einer Verfügbarkeit von 20 Betten erfüllt die Station alle fachlichen und baulichen<br />

Anforderungen einer Coronary Care Unit mit den Möglichkeiten einer kompletten nichtinvasiven<br />

und invasiven Patientenüberwachung/Telemetrie und damit den Voraussetzungen für die<br />

Therapie kardiologische Notfälle wie z. B. dekompensierte Herzinsuffizienz/low output oder<br />

lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.<br />

Insbesondere werden hier Patienten nach komplexen kardiologischen Eingriffen wie PTCA/PTA<br />

Rekanalisation von Koronargefäßen, Halsgefäßen, Nierenarterien oder Beinarterien,<br />

Valvuloplastien, Implantation von Herzschrittmachersystemen und elektrophysiologischen<br />

Eingriffen betreut. Aufgrund der zunehmenden Komorbidität der Patienten werden in großer<br />

Fallzahl auch endokrinologische, nephrologische und pneumologische Begleiterkrankungen<br />

therapiert. Hierzu zählen insbesondere die Therapie des metabolischen Syndroms/Diabetes<br />

mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Niereninsuffizienz und die chronisch-obstruktive<br />

Lungenerkrankung. Durch die enge Kooperation mit anderen Krankenhäusern ist bei Bedarf die<br />

Weiterbetreuung der Patienten nach erfolgter kardiologischer Diagnostik und Therapie in anderen<br />

Spezialabteilungen gesichert.<br />

Der Stellenschlüssel gliedert sich in einen Oberarzt, 1-2 Fachärzte bzw. Ärzte mit Facharztreife und<br />

2-3 Ärzte in der Ausbildung zum „Facharzt für Innere Medizin und/oder Kardiologie“. Hierdurch<br />

sind im Tagdienst in der Regel 4-5 Ärzte tätig, die Facharztpräsenz ist gesichert. Der Klinikdirektor<br />

verfügt über die Weiterbildungsermächtigung im Fachgebiet „Innere Medizin“ und dem<br />

Schwerpunkt „Kardiologie“. Die Weiterbildung der Ärztinnen und Ärzte der Klinik ist darüber<br />

hinaus durch enge Kooperationen mit Kliniken der Charité Universitätsmedizin-<strong>Berlin</strong> und anderer<br />

<strong>Berlin</strong>er Krankenhäusern der Maximalversorgung im gesamten Spektrum der Inneren Medizin<br />

gesichert.<br />

Zur Optimierung der Arbeitsabläufe in der Patientenversorgung sind alle ärztlichen und<br />

pflegerischen Arbeitsbereiche mit EDV-Systemen ausgestattet, die die Verfügbarkeit der<br />

Patientenakte und aller Befunde zeitnah ermöglichen.<br />

111<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Ambulante Kardiologische Diagnostik und Therapie<br />

Insbesondere zählen hierzu alle bildgebenden Abläufe wie Herzkatheter-, Röntgen-, EKG- und<br />

Magnetresonanztomographie-Untersuchungen sowie Laborparameter. Bei Entlassung aus dem<br />

stationären Aufenthalt erhält der Patient seinen endgültigen Arztbrief mit sämtlichen Befunden<br />

ausgehändigt. Die ärztliche und pflegerische Arbeit wird durch eine Stationsassistentin<br />

unterstützt.<br />

Angeschlossen sind vier Betten einer Tagesklinik, die ein wichtiges Bindeglied im ambulanten<br />

(kardiologische Ambulanz/MVZ des DHZB) und stationären Behandlungs¬prozess darstellt und<br />

Behandlungsabläufe verbessert sowie Wartezeiten begrenzt. Durch den Anschluss an die zentrale<br />

Telemetrieeinheit ist im Notfall auch eine Überwachung über die Nacht gewährleistet. Die Station<br />

H1K ist aufgeteilt in zwei Einzelzimmer, zwei 4-Bett-Zimmer und fünf 2-Bett-Zimmer, die alle<br />

über Waschgelegenheiten, WC, Dusche, Telefon, Fernseher und Internetanschluss verfügen.<br />

Der überwiegende Anteil der kardiologischen Patienten wird geplant stationär aufgenommen.<br />

Insgesamt wurden in 2009 2.760 Patienten vollstationär behandelt (5.546 Behandlungstage;<br />

mittlere Verweildauer 2,0 Tage), etwa ein Drittel dieser Patienten wurden als Notfall vollstationär<br />

behandelt. Bei den meisten Notfallpatienten erfolgte die stationäre Aufnahme aufgrund instabiler<br />

Angina pectoris bzw. eines akuten Koronarsyndroms oder einer akuten Herzinsuffizienz.<br />

1 Angina pectoris/Koronare Herzerkrankung<br />

2 Herzinsuffizienz<br />

3 Akutes Koronarsyndrom<br />

4 Herzrhythmusstörungen<br />

Tabelle 1:<br />

Rangfolge der häufigsten kardiologischen Diagnosen stationär behandelter kardiologischer Patienten 2009<br />

1 Diabetes mellitus<br />

2 Niereninsuffizienz<br />

3 Metabolisches Syndrom<br />

4 Erkrankungen der Schilddrüse<br />

Tabelle 2:<br />

Rangfolge der häufigsten nichtkardiologischen Diagnosen der stationär behandelten kardiologischen Patienten 2009<br />

112<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie<br />

Mitarbeiter:<br />

Dr. R. Gebker, Dr. T. Hucko, PD Dr. C Jahnke, Dr. S. Kelle, Dr. C. Klein, PD Dr. I. Paetsch, Dr. R.<br />

Manka<br />

Gastärzte:<br />

Dr. A. Hamdan (Tel Hashomer, Israel), M. Frick (Universität Würzburg)<br />

Die am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> beispielhaft betriebene Anwendung der kardiovaskulären<br />

Magnetresonanztomographie (CMR) und die weltweit anerkannte Forschung haben dazu<br />

beigetragen, dass sich die CMR in den vergangenen Jahren bei der Diagnostik und<br />

Therapieentscheidung kardiovaskulärer Erkrankungen fest etabliert hat.<br />

Der Trend steigender Untersuchungszahlen hat sich auch 2009 unverändert fortgesetzt, so dass<br />

im vergangenen Jahr über 3.000 Untersuchungen am DHZB durchgeführt wurden. Parallel zu<br />

dieser Entwicklung hat die Zahl der regionalen und überregionalen Zuweiser weiter zugenommen,<br />

wobei jeweils eine ausführliche Beratung bei der Indikationsstellung zur CMR sowie sich<br />

ergebender therapeutischer Konsequenzen stattfindet.<br />

Das klinische Leistungsspektrum der CMR am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> umfasst alle Klasse-I<br />

-und II-Indikationen der internationalen kardiologischen Fachgesellschaften.<br />

Die häufigsten klinischen Fragestellungen an die CMR sind:<br />

• Pharmakologische Belastungsuntersuchungen mit Dobutamin und Adenosin zur nichtinvasiven<br />

Ischämiediagnostik mit Indikationsstellung zur invasiven Herzkatheteruntersuchung<br />

und Koronarangiographie:<br />

Die Erfassung der Lokalisation und des Ausmaßes einer Herzmuskel-Minderdurchblutung<br />

stellt die Grundlage einer rationalen perkutan-interventionellen oder<br />

chirurgischen Revaskularisationstherapie dar und führt zu einer Reduktion<br />

unnötiger invasiver Prozeduren.<br />

• Beurteilung der Myokardtextur:<br />

Störungen der Myokardtextur können als Ursache einer Veränderung der Herzfunktion<br />

(Minderdurchblutung, Entzündung, Klappenerkrankung, Speichererkrankungen,<br />

Infiltrationen, Perikarderkrankungen etc.) identifiziert werden und stellen eine wichtige<br />

Entscheidungshilfe für eine optimale Therapiewahl dar.<br />

• Darstellung der epikardialen Koronararterien und möglicher Gefäßanomalien, inklusive<br />

der Charakterisierung der hämodynamischen Relevanz von Koronaranomalien.<br />

• Identifikation und Charakterisierung kardialer und peri- sowie parakardialer<br />

Raumforderungen (primär kardiale oder mediastinale Tumoren, sekundäre<br />

Metastasenabsiedlung am Herzen).<br />

• Darstellung der großen arteriellen und venösen Thoraxgefäße und möglicher<br />

Gefäßanomalien.<br />

• Charakterisierung der arteriellen Gefäßwände großer thorakaler Gefäße, der<br />

supraaortalen Gefäße und der Koronararterien hinsichtlich atherosklerotischer<br />

Veränderungen.<br />

• 3-dimensionale MR-Angiographien der peripheren arteriellen Gefäße:<br />

Diese erlauben eine ambulante Diagnostik peripherer arterieller Durchblutungsstörungen<br />

zur adäquaten Planung einer interventionellen oder chirurgischen Revaskularisationsstrategie;<br />

dies ist im Gegensatz zur konventionellen, invasiven Röntgenangiographie<br />

auch bei langstreckigen, kompletten Gefäß-verschlüssen infolge Kollateralenfüllung<br />

stets möglich.<br />

113<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie<br />

Anzahl der CMR-Untersuchungen<br />

3500<br />

3000<br />

2500<br />

2000<br />

1500<br />

1000<br />

500<br />

0<br />

1999 2000 2001<br />

2002 2003 2004<br />

Jahr<br />

2005 2006 2007 2008 2009<br />

Abb. 1: Untersuchungszahlen (gesamt) "Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie"<br />

im Zeitraum 1999 bis 2009 (2009: 3400 Patienten)<br />

Indikationen<br />

Die internationalen kardiologischen Fachgesellschaften (American Heart Association, American<br />

College of Cardiology, European Society of Cardiology, Society of Cardiovascular Magnetic<br />

Resonance) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie haben unter Berücksichtigung<br />

relevanter wissenschaftlicher Ergebnisse der letzten Jahre Leitlinien und Positionspapiere<br />

veröffentlicht, die für wichtige Bereiche der klinischen CMR-Praxis (Indikationen, Ausbildung und<br />

Anerkennung von Ausbildungsinhalten, Untersuchungsprotokolle, Befunderstellung) von<br />

Bedeutung sind:<br />

1. CRIC Clinical Research in Cardiology Supplements 2007;2(2):77-96.<br />

2. SCMR Journal of Cardiovascular Magnetic Resonance 2007;9(1):3-4.<br />

3. JACC Journal of the American College of Cardiology 2006;48(7):1475-97.<br />

4. Journal of the American College of Cardiology 2008;51(3):404-8.<br />

5. Circulation 2007;116(11):1318-35.<br />

6. Journal of Cardiovascular Magnetic Resonance 2009;11:5.<br />

114<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Forschung<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Die CMR-Arbeitsgruppe am DHZB ist eine der weltweit führenden Forschungsgruppen auf diesem<br />

Gebiet. Dies wird durch die seit Jahren konstant hohe Zahl an wissenschaftlichen Publikationen,<br />

das große internationale Interesse, die Durchführung von Kursen im Rahmen der CMR-Akademie<br />

und internationaler Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen belegt.<br />

Die Optimierung der Untersuchungsabläufe und die Qualitätsverbesserung der Bildgebung des am<br />

Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> installierten 3.0 Tesla MR-Scanners wurde konsequent<br />

weiterbetrieben: zusätzlich zur Implementierung von Messungen des myokardialen<br />

Oxygenierungsstatus ("Blood Oxygen Level Dependent", BOLD Imaging) wurden neue Verfahren<br />

zur myokardialen Perfusionsmessung (T2 Stern Effekt, 3D-Perfusion) etabliert. Zudem wird im<br />

Rahmen eines Forschungsprojekts die Etablierung einer 19Fluor-MR-Spektroskopie in<br />

Kombination mit einer protonenbasierten anatomischen MR-Bildgebung angestrebt.<br />

Fluorbasierte Kontrastmittel bei kardiovaskulären Erkrankungen<br />

Das Ziel dieses Projekts besteht in der Etablierung einer MR-Bildgebung mit fluorbasiertem<br />

Kontrastmittel zur Darstellung von entzündlich-atherosklerotisch veränderten Gefäßläsionen mit<br />

einem klinisch nutzbaren 3.0 Tesla System. Das Projekt wird aus Mitteln des Zukunftsfonds <strong>Berlin</strong><br />

und aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert und in<br />

enger Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern Capsulution und B. Braun Melsungen<br />

durchgeführt.<br />

Kooperationspartner<br />

• Eidgenössisch Technische Hochschule Zürich, Prof. Dr. P. Boesiger, Prof. Dr. S. Kozerke<br />

• Johns Hopkins University Baltimore, Prof. Dr. M. Stuber<br />

• Kardiovaskuläre MRT am Universitätsklinikum Würzburg, Prof. Dr. W. Bauer<br />

• Philips Research Laboratories Hamburg, Dr. K. Nehrke, Prof. Dr. P. Boernert<br />

• Imperial College London, Dr. V. Puntmann<br />

• Interdisziplinäres Stoffwechselzentrum der Charité Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>,<br />

Prof. Dr. U. Plöckinger<br />

• Center for Cardiovascular Research, Institute of Pharmacology, Charité<br />

Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>, Prof. Dr. T. Unger<br />

115<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie<br />

Forschungsprojekte<br />

Methodisch-technische Projekte<br />

• Direkte Vergleichsstudie von 3D-MR-Angiographie, CT-Koronarangiographie und der<br />

invasiven Koronarangiographie zur Detektion der obstruktiven Koronarerkrankung<br />

• Entwicklung und Implementierung einer 3D-Messtechnik am 3.0 Tesla System (sog.<br />

k-t SENSE Bildgebung) zur Evaluation der Myokardperfusion (Beurteilung der<br />

regionalen Myokarddurchblutung in Ruhe und während koronarer Vasodilatation<br />

mit Adenosin, Kooperation mit Prof. Boesiger und Prof. Kozerke, ETH Zürich)<br />

• Etablierung und Beurteilung eines nutzerunabhängigen Technik zur Planung einer<br />

standardisierten CMR-Untersuchung (SMART HEART Studie)<br />

• Technologische Etablierung von 19F-Imaging mit Umrüstung und Erweiterung des 3.0<br />

Tesla Systems<br />

• Entwicklung einer ultraschnellen, hochaufgelösten 2D-Perfusionstechnik (sog. k-t<br />

SENSE Technik) am 1.5 Tesla System zur Evaluation der Myokardperfusion während<br />

hochdosiertem Dobutamin-Atropin-Stress<br />

• Entwicklung einer Methode zur Bestimmung des Oxygenierungsstatus des Myokards in<br />

Ruhe und während koronarer Vasodilatation ("Blood Oxygen Dependent" (BOLD)<br />

Imaging)<br />

• Entwicklung einer Methode zur direkten Quantifizierung der Myokardperfusion ohne<br />

Verwendung eines Gadolinium-haltigen Kontrastmittels ("Spin-Labeling")<br />

• Entwicklung einer Methode zur Messung T2 Stern-abhängiger Effekte der<br />

Myokardperfusion (Kooperation mit Prof. G. Ertl und Prof. Dr. W. Bauer,<br />

Universitätsklinikum Würzburg)<br />

• Vergleich der 3D-MR-Koronarangiographie am 3.0 Tesla System mit und ohne langsame<br />

Kontrastmittelinfusion (Kooperation mit Prof. Dr. M. Stuber, Johns Hopkins University).<br />

• Charakterisierung der regionalen linksventrikulären Wandbewegung mittels SENC-MR-<br />

Bildgebung am 3.0 Tesla System<br />

• Erfassung von atherosklerotischen Plaques in den epikardialen Koronararterien, den<br />

Thoraxgefäßen und den supraaortalen Halsgefäßen<br />

• Optimierung der 32- und 16-Kanalspulentechnologie für die kardiale und vaskuläre<br />

Bildgebung<br />

• Kombinierte 3D-MR-Angiographie, Fluss- und Myokardperfusionsmessungen zur<br />

Charakterisierung der hämodynamischen Relevanz leicht- bis mittelgradiger<br />

Koronarstenosen (luminale Koronarstenose 40-60 %)<br />

• Implementierung und Optimierung der 4-dimensionalen, kontrastverstärkten MR-<br />

Angiographie der grossen thorakalen und peripheren Gefäße (32- und 16-<br />

Kanalspulentechnologie mit zeitlich aufgelöster 3-dimensionaler Bilddatenakquisition)<br />

• Vergleich von 2D-cine, 3D-cine und 3D-Angiographie zur Charakterisierung des<br />

linken Vorhofs<br />

Tierexperimentelle Projekte<br />

• Etablierung der Kleintierbildgebung am 3.0 Tesla System (Solenoid-<br />

Spulentechnologie, Kooperation mit dem PHILIPS Forschungslabor Hamburg)<br />

• Darstellung chronischer Myokardinfarkte der Ratte und des postinfarziellen<br />

ventrikulären Remodeling (3-dimensionale Ventrikelvolumetrie und<br />

Volumetrie/Segmentierung der Infarktnarben)<br />

• Untersuchungen zur Reproduzierbarkeit der volumetrischen Messungen des<br />

Rattenventrikels und der Infarktnarben (Inter- und Intraobservervariabilität sowie<br />

Variabilität multipler Messungen bei Folgeuntersuchungen)<br />

116<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

• Pharmakologische Intervention (Sartane) zur Reduktion des ventrikulären Remodeling<br />

im Rattenmodell<br />

• Perfusions- und Myokardnarbendarstellung sowie segmentale Wandbewegungsanalyse<br />

in einem "closed chest"-Modell der chronischen Koronarischämie im Schwein nach<br />

perkutaner Implantation langsam okkludierender Koronarstents<br />

• Etablierung der Kleintierbildgebung am 7.0 Tesla System zur in-vivo-<br />

Charakterisierung atherosklerotischer Gefäßveränderungen und Durchführung von<br />

Interventionsstudien beim Kleintiermodell<br />

• Testung Fluor-basierter Kontrastmittel im Tiermodell am 3.0 Tesla System<br />

Klinisch-wissenschaftliche Projekte<br />

• Erfassung der inkrementellen Prognosewertigkeit einer kombinierten (funktionellen<br />

und morphologischen) Myokarddiagnostik (Narbendarstellung, Vitalitätsdiagnostik,<br />

Ischämiediagnostik) bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung<br />

• Beurteilung des Stellenwertes der Dobutamin-Stress-Magnetresonanztomographie für<br />

das klinische Management von Patienten<br />

• Evaluation der Wertigkeit einer zusätzlichen Perfusionsuntersuchung während der<br />

Dobutamin-Stress-Magnetresonanztomographie bei Patienten mit linksventrikulärer<br />

Hypertrophie<br />

• Einfluss der zusätzlichen Perfusionsuntersuchung unter Dobutamin-Stress auf die<br />

Interreader-Variabilität<br />

• Stellenwert der myokardialen Adenosin-Perfusionsuntersuchung bei Patienten nach<br />

ACVB-Operation<br />

• Vergleichsstudie zwischen Dobutamin- und Adenosin-Stress-<br />

Magnetresonanztomographie bei Patienten nach ACVB-Operation (ACVB-COMBI-<br />

Studie)<br />

• Geschlechtsspezifische Analyse der diagnostischen und prognostischen Wertigkeit der<br />

Dobutamin-Stress-Magnetresonanztomographie<br />

• Evaluation der diastolischen Ventrikelfunktion (E/A-Messung, Vorhofvolumina,<br />

Pulmonal-venenflussmessungen, Grid-Tagging)<br />

• Etablierung einer 3-dimensionalen MR-Vorhofangiographie zur Steuerung invasiver<br />

elektrophysiologischer Untersuchungen (insbes. Pulmonalvenenablationen, "EP-<br />

Cockpit")<br />

• Einfluss von Parametern der Vorhoffunktion (Volumina, Funktion, Anatomie der<br />

Pulmonalvenenostien etc.) auf die kurz-, mittel- und langfristige Erfolgsrate der<br />

elektrophysiologischen Pulmonalvenenisolation<br />

• Einfluss von anatomischen Anomalien der Vorhöfe und der Lage der Pulmonalvenenostien<br />

auf die Erfolgsrate elektrophysiologischer Ablationsverfahren<br />

117<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Wissenschaftliche Ergebnisse (Auszug)<br />

Strain-Encoded MRI für die Erfassung der linksventrikulären Funktion<br />

und Zeitpunkt der Kontraktion bei 3.0 Tesla<br />

A. Hamdan, T. Thouet, S. Kelle, E. Wellnhofer, I. Paetsch, R. Gebker, B. Schnackenburg, A.S.<br />

Fahmy, N.F. Osman, A. Bornstedt, E. Fleck<br />

Zielstellung: Untersucht werden sollte die Reproduzierbarkeit von strain-encoded (SENC)<br />

magnetic resonance imaging (MRI) für die Erfassung der regionalen linksventrikulären Funktion<br />

und Zeitpunkt der myokardialen Kontraktion bei 3.0 Tesla.<br />

Material und Methoden: Die Studienpopulation bestand aus 16 gesunden Probanden. SENC-<br />

Messungen wurden in drei Kurzachsen- (apical, medial und basal) sowie drei Längsachsen-Ebenen<br />

(zwei-; drei- und vier-Kammer) durchgeführt. Für die Erfassung der Variabilität der Messungen<br />

(zwischen Untersuchern sowie zwischen den Studien) wurden die Messungen durch zwei<br />

voneinander unabhängigen Untersuchern erfasst. Zur Bestimmung der Reproduzierbarkeit<br />

wurden vier Studien an zwei Tagen wiederholt.<br />

Ergebnisse: Der maximale longitudinale und zirkumferentielle strain war am höchsten am Apex.<br />

Der höchste longitudinale und zirkumferentielle strain erfolgte am frühesten basal. Der Interclass-<br />

Korrelations-Koeffizient zwischen den Untersuchern und den reproduzierten Studien lag<br />

zwischen 0,92 und 0,98.<br />

Zusammenfassung: Die aktuelle Studie demonstriert die Möglichkeit von SENC MRI die regionale<br />

linksventrikuläre Funktion sowie den zeitlichen Verlauf zu messen. SENC MRI könnte eine<br />

objektive Methode zur Quantifizierung der regionalen linksventrikulären Funktion darstellen.<br />

Kurz-Achsen-Ebene (a) und Längs-Achsen-Ebene (b); dargestellt mit strain-encoded MRI in einem gesundem<br />

Probanden von der End-Diastole bis zur End-Systole reichend<br />

Eine maximale myokardiale Kontraktion wird als rot, keine Kontraktion als weiß dargestellt<br />

Die Längs-Achsen-Ebenen zeigen zirkumferentiellen strain, die Kurz-Achsen-Ebenen longitudinalen strain<br />

120<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Magnetresonanztomograph im DHZB<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

121<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />

von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />

Prof. Dr. E. Fleck, Dr. S. Dreysse, Prof. Dr. J-H. Gerds-Li, PD Dr. S. Götze, Prof. Dr. K. Graf, Dr.<br />

C. Klein, Dr. C. Kriatselis, PD Dr. P. Stawowy<br />

Die interventionellen Therapie von Herz- und Gefäßerkrankungen ist Schwerpunkt der Klinik für<br />

Innere Medizin / Kardiologie. Neben den etablierten Behandlungsverfahren werden auch neue<br />

Technologien wie die Implantation von Aortenklapppen mittels Kathetertechnik oder die<br />

Anwendung von medikamentös beschichteten (drug eluting) Ballons in der kardiologischen<br />

Abteilung des DHZB eingesetzt und weiterentwickelt.<br />

In den Katheterlaboren werden durchgeführt<br />

1. Kardiale Diagnostik und interventionelle Therapie am Herzen und<br />

2. Diagnostik und interventionelle Therapie am peripheren Gefäßsystem.<br />

Zu den speziellen am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> durchgeführten<br />

kardialen Interventionen zählen<br />

• ASD/PFO-Verschluss<br />

• TASH ( Behandlung der hypertrophen, obstruktiven Kardiomyopathie)<br />

• Valvuloplastie der Mitralklappenstenose<br />

• Transkutane Implantation von Aortenklappenprothesen (in Kooperation<br />

mit der Herzchirurgie)<br />

Die peripheren Interventionen umfassen<br />

• Interventionen an den großen peripheren Gefäßen (Becken/Bein)<br />

• Behandlung von Nierenarterienstenosen<br />

• Therapie von Carotisstenosen<br />

• Seltene Lokalisationen (der oberen Extremität und thorakoabdomineller Gefäße)<br />

Abb.1: Rekanalisierung einer verschlossenen Arteria femoralis superficialis re.<br />

Links oben und unten: Markierung der proximalen (oben) und distalen (unten) Verschlussstelle<br />

Mitte: Stententfaltung nach Rekanalisierung<br />

Rechts oben und unten: Ergebnis nach Rekanalisierung und Stenting<br />

122<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Logistik<br />

Anzahl Herzkatheterlabore 3<br />

Anzahl Herzkatheterärzte 9<br />

Anzahl Ärzte Interventionen 7<br />

Allgemeine Leistungszahlen 2009 (<strong>Deutsches</strong> Register)<br />

durchgeführte Linksherzkatheter (komplett mit Angio und Coro) 1.564<br />

durchgeführte Koronarinterventionen (PTCA u. verwandte Methoden) 1.246<br />

davon Prozeduren mit Stentimplantationen in %: 89,5<br />

durchgeführte Valvuloplastien 14<br />

Katheterablation bei HOCM 3<br />

Spezielle Interventionen 2009 (Europäisches Register)<br />

PTCA (gesamt) 1.246<br />

Multivessel PTCA (1 Sitzung) 625<br />

PTCA wegen akutem Myokardinfarkt 92<br />

PTCA und Diagnostik in einer Sitzung 6<br />

Verschlusssysteme für die arterielle Punktionsstelle 2.695<br />

Notfallmäßige Bypass-OP 1<br />

Anzahl an Stents (Fälle) 1.115<br />

Multiple Stents (Fälle) 648<br />

Drug eluting Stents 930<br />

Intrakoronarer Ultraschall 22<br />

Intrakoronarer Doppler 12<br />

Intraaortale Gegenpulsation (IABP) 10<br />

Einsatz GpIIb/IIIa-Antagonisten 82<br />

PTV der Mitralklappe 14<br />

Katheterverschluss eines PFO 24<br />

Katheterverschluss eines ASD 5<br />

PTA der Arteria carotis 8<br />

PTA der Nierengefäße 39<br />

PTA der Beingefäße 100<br />

Anzahl<br />

3500<br />

3000<br />

2500<br />

2000<br />

1500<br />

1000<br />

500<br />

0<br />

LHK<br />

PCI<br />

2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />

Jahr<br />

Grafik 1: Anzahl von Linksherzkathetern bzw. Interventionen<br />

123<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />

von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />

Koronarinterventionen<br />

Im Jahre 2009 wurden insgesamt 1.564 diagnostische Herzkatheteruntersuchungen und 1.246<br />

Interventionen an den Koronargefäßen durchgeführt (Tab.1). Bei 1.278 Patienten (98 %) wurden<br />

diagnostische Herzkatheteruntersuchung und interventionelle Behandlung in einer Sitzung (Tab.<br />

2) durchgeführt. Dadurch kann der stationäre Aufenthalt insgesamt verkürzt, dem Patienten ein<br />

Zweiteingriff in der Regel erspart und die Kosten reduziert werden.<br />

Anteil (%)<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

1400<br />

1200<br />

1000<br />

800<br />

Anzahl 1600<br />

600<br />

400<br />

200<br />

0<br />

Ad hoc<br />

2. Sitzung<br />

2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />

Jahr<br />

Grafik 2: Anteil der Ad-hoc-Interventionen, 98 % in 2009<br />

Stent<br />

Ballon<br />

2006 2007 2008 2009<br />

Jahr<br />

Grafik 3: Anzahl von Stents im Vergleich zu reinen Balloninterventionen (89,5 % in 2009). In fast 90 % der Fälle<br />

wurden bei den durchgeführten Interventionen Stents eingesetzt<br />

124<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Anteil (%)<br />

Anteil (%)<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

DES BMS<br />

2006 2007 2008 2009<br />

Jahr<br />

Grafik 4: Anteil medikamentös beschichteter Stents (DES) und normaler Stents (BMS)<br />

Tabelle 4 zeigt den kontinuierlich ansteigenden Anteil von drug eluting Stents (DES), die im<br />

Vergleich zu den bare metal Stents (BMS) durch ihre signifikant niedrigere Restenoserate eine<br />

wesentlich bessere Prognose für die Patienten erzielen. Die Medikamenten¬beschichtung<br />

(Everolimus, Paclitacel u.a.) der DES verhindert ein übermässiges Gewebewachstum im<br />

Stentbereich.<br />

Eingefäß-Intervention Mehrgefäß-Intervention<br />

2006 2007 2008 2009<br />

Jahr<br />

Grafik 5: Mehrgefäß-Interventionen versus Eingefäß-Interventionen<br />

In gut der Hälfte aller durchgeführten Eingriffe werden die Patienten in einer Sitzung an mehreren<br />

Koronargefäßen behandelt. Dadurch kann in der Regel eine komplette Revaskularisierung erzielt,<br />

dem Patienten ein zweiter Eingriff erspart und Kosten reduziert werden.<br />

125<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />

von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />

Das akute Koronarsyndrom<br />

Zu den akuten Koronarsyndromen zählen der ST-Hebungsinfarkt (STEMI), der Infarkt ohne ST-<br />

Hebung (NSTEMI) und die instabile Angina pectoris mit Enzymanstieg und/oder EKG-<br />

Veränderungen. Diese Patienten profitieren von einer raschen Behandlung des (sub)total<br />

verschlossenen Infarktgefäßes mit Angioplastie und Stentimplantation. Diese Therapie ist durch<br />

die Abteilung Kardiologie rund um die Uhr und sieben Tage die Woche durch den<br />

Herzkatheterrufdienst für Ärzte und Pfegekräfte gewährleistet.<br />

Die interventionelle Akutversorgung (sub)akuter Verschlüsse der peripheren Gefäße und die<br />

Durchführung dringlicher präoperativer Angiographien wird durch diesen Dienst ebenso<br />

sichergestellt. Die Überweisung akuter Infarkte in das Herzkatheterlabor erfolgt überwiegend<br />

direkt aus zuweisenden Kliniken; eine eigene Notaufnahme steht dem DHZB nicht zur Verfügung.<br />

Abb. 2: Verschluss der Hinterwandarterie bei akutem Koronarsyndrom<br />

Links oben: medialer RCA-Verschluss<br />

Rechts oben: Teil-Rekanalisierung nach Draht-Passage<br />

Links unten: Stent-Implantation<br />

Rechts unten: Endergebnis<br />

Die Wiedereröffnung chronisch verschlossener Herzkranzgefäße und aortokoronarer Bypässe ist<br />

ein wichtiger Aspekt in der interventionellen Therapie. Hierdurch können Ischämiezonen beseitigt<br />

werden und damit eine Verbesserung der Herzfunktion und -größe sowie in vielen Fällen eine<br />

deutliche Beschwerdeverbesserung bei den Patienten erzielt werden.<br />

126<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Abb. 3: Rekanalisierung eines verschlossenen LIMA-Bypasses<br />

Oben links: Pfeil: Verschluss des LIMA-Grafts kurz vor der koronaren Anastomose<br />

Oben rechts: Partielle Wiedereröffnung nach Rekanalisierung nach PTCA<br />

Unten links: Stentimplantation<br />

Unten rechts: Endergebnis mit kompletter Darstellung der Vorderwandarterie<br />

Abb. 4: Rekanalisierung eines verschlossenen RCA-Bypasses<br />

Links: Verschluss des Bypasses direkt am aortalen Abgang<br />

Mitte: Rekanalisierung mit Drahtlage im distalen Gefäßabschnitt (Pfeil unten)<br />

und Stentimplantation proximal (Pfeil oben)<br />

Rechts: Endresultat mit offenem Bypass und Darstellung der Gefäßperipherie<br />

127<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Spezielle Koronarbefunde<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />

von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />

Gemeinsames Ostium aller drei Herzkranzgefäße (Abb. 5).<br />

Aus dem Ostium der rechten Kranzarterie (RCA) entspringt nicht nur die Hinterwandarterie,<br />

sondern auch die Seitenwand- (RCX) und Vorderwandarterie (LAD). Einen Krankheitswert hat ein<br />

solcher Befund in der Regel nicht.<br />

Abb. 5: Koronaranomalie. Bereits die Aortenwurzelangiographie (links) zeigt nur ein Koronarostium. Hieraus<br />

entspringen die Hinterwanarterie (RCA), die Seitenwandarterie (RCX) und die Vorderwandarterie (LAD).<br />

Vasospasmus<br />

Pectanginöse Beschwerden können, auch ohne Vorhandensein von Koronarstenosen, durch einen<br />

Vasospasmus der Koronargefäße ausgelöst werden und führen, wenn sie häufig und<br />

langanhaltend auftreten, in einigen Fällen zu myokardialen Läsionen. Diese endotheliale<br />

Dysfunktion kann in der Herzkatheteruntersuchung durch intravenöse Gabe von „Ergonovin“<br />

nachgewiesen werden und hat als Konsequenz die medikamentöse Einstellung mit einem<br />

Kalziumantagonisten oder Nitrat.<br />

Abb. 6: Vasospasmus aller drei Koronararterien<br />

Links: Ausgangsbefund der rechten Kranzarterie<br />

Rechts: Verzögerte und inkomplette Darstellung der rechten Kranzarterie nach<br />

Ergonovin-Gabe; gleichzeitig vasospastischer Gefäßabbruch von LAD und<br />

RCX der linken Kranzarterie! (Pfeile oben re.)<br />

128<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Anzahl<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

0<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Links: Nach Nitro-Gabe ist der Gefäßspasmus der rechten Kranzarterie voll reversibel<br />

Rechts: Auch LAD und RCX sind wieder komplett perfundiert<br />

Spezielle interventionelle Verfahren und Behandlungsmethoden<br />

Zu den speziellen am Herzen durchgeführten Interventionen (neben den routinemäßig<br />

durchgeführten Ballondilatationen und Stentimplantationen) zählen:<br />

• Valvuloplastie (PTV, Herzklappensprengung)<br />

• TASH (interventionelle Behandlung der obstruktiven Kardiomyopathie)<br />

• ASD/PFO-Verschluss (Verschluss von Vorhofseptumefekten)<br />

• Implantation von Aortenklappenprothesen (transfemoral, transapikal, transaxillär)<br />

PTV<br />

Grafik. 6: Anzahl PTV, ASD und PFO<br />

ASD/PFO<br />

2006 2007 2008 2009<br />

Jahr<br />

129<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />

von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />

Valvuloplastie der Mitralklappe (PTV)<br />

Bei diesem Verfahren handelt es sich um die sogenannte Ballon-Sprengung von stenosierten<br />

Mitralklappen (Abb. 7). Über eine venöse Punktion in der Leiste wird mit Hilfe eines Katheters im<br />

rechten Vorhof transseptal punktiert und der Katheter mit integriertem Ballon in der stenosierten<br />

Mitralklappe positioniert; durch die kurzzeitige Aufdehnung des Ballons wird die Stenose<br />

gesprengt. Dieses Verfahren ist bei entsprechenden morphologischen Voraussetzungen eine gute<br />

Alternative zum operativen Klappenersatz. Systeme zur interventionellen Therapie von undichten<br />

Mitralklappen befinden sich weiterhin in der Erprobung, bieten jedoch bisher keine zuverlässigen<br />

Resultate.<br />

Abb. 7: Mitralklappensprengung (PTV)<br />

Oben links: Mitralklappenebene(Pfeil li.), Pigtail-Katheter in der Spitze des linken Ventrikels<br />

Oben rechts: Ballonkonfiguration während der Entfaltung, Vorhof-Anteil (li.) noch nicht entfaltet<br />

Unten links: Sprengung der Klappe komplett, noch minimale Taille am Mitralring (Pfeil)<br />

Unten rechts: Abschluss-Angiographie zum Ausschluss einer Mitralklappeninsuffizienz<br />

Interventioneller Verschluss von Vorhofseptumdefekten (ASD/PFO)<br />

Der Verschluss von klinisch relevanten Vorhofseptumdefekten (ASD) mit Okkludern (Schirmchen)<br />

ist bei gegebenen morphologischen Voraussetzungen seit vielen Jahren eine etablierte<br />

interventionelle Therapie.<br />

Ein persistierendes Foramen ovale (PFO) findet sich bei ca. 25 % der Bevölkerung und stellt an sich<br />

keinen relevanten Befund dar. Es kann jedoch Ursache von zerebralen Durchblutungsstörungen<br />

infolge einer paradoxen Embolie vom rechten in den linken Vorhof sein und muss dann in der<br />

Regel verschlossen werden, sofern differentialdiagnostisch keine andere Genese gesichert werden<br />

konnte. Hierfür steht ein spezielles PFO-Schirmchen zur Verfügung.<br />

130<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Abb. 8: Verschluss eines persistierenden Foramen ovale<br />

Oben links: Katheter kreuzt das Vorhofseptum im Bereich des PFO (Pfeil), angiographische<br />

Anfärbung des linken Vorhofs<br />

Oben rechts: Beide Schirmchen sind bereits freigesetzt (obere Pfeile), rechtsatriales Schirmchen<br />

noch am Katheter (unterer Pfeil) fixiert<br />

Unten links: Schirmchen ist komplett freigesetzt, das Septum liegt dazwischen, der Katheter<br />

ist zurückgezogen<br />

Unten rechts: Angiographie im rechten Vorhof (Pfeil li.) zeigt die Septumgrenze (Pfeil re.)<br />

Implantation von Aortenklappen-Stent-Prothesen<br />

Seit Anfang 2008 werden im DHZB von einem Team aus Herzchirurgen und Kardiologen<br />

interventionell Aortenklappenprothesen implantiert. Dieses innovative Verfahren ermöglicht es,<br />

stenosierte Aortenklappen mit einem klappentragenden Stent-System sicher und effektiv zu<br />

behandeln. Es handelt sich um eine Konstruktion aus einem Ballon- bzw. selbstexpandierenden<br />

Stent, in den eine aus Rinderperikard gefertigte Aortenklappe eingebracht ist. Über einen<br />

transapikalen, transfemoralen oder transaxillären Zugang wird das Stent-System im<br />

Aortenklappenanulus positioniert und freigesetzt.<br />

Dieses Verfahren wird bevorzugt in einem Hybrid-OP durchgeführt, der über eine leistungsfähige<br />

Katheteranlage und optimale chirurgische Ausstattung verfügt, um notfalls auf eine<br />

konventionelle OP übergehen zu können. Die Erfolgsrate dieses Eingriffs ist am DHZB im<br />

internationalen Vergleich hervorragend. Diese Therapieform ist derzeit noch den multimorbiden,<br />

inoperablen Patienten vorbehalten, die vor einem solchen Eingriff standardisierten Screenings<br />

unterliegen. Mit der weiteren technischen Entwicklung (kleinere Systeme) und positiven<br />

Langzeitergebnissen wird die Methode zunehmend in den kardiologischen Herzkatheterlaboren<br />

transfemoral durchgeführt werden können.<br />

131<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />

von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />

Abb. 9: Implantation einer Corevalve® Aortenklappen-Stent-Prothese transfemoral<br />

Oben links: Vordilatation der Aortenklappenstenose (Pfeil). Transoesophageales<br />

Echo (TEE) zum Monitoring und Schrittmacher (SM) für „rapid pacing“<br />

während der Prothesenentfaltung<br />

Oben rechts: Prothese zur Hälfte freigesetzt, proximaler Anteil ist noch im<br />

„Sheet“ (Pfeil)<br />

Unten links: Prothese komplett freigesetzt, Pfeil markiert den Anulus<br />

Unten rechts:Angiographische Abschlussaufnahme, Pfeile markieren den Anulus<br />

Periphere Interventionen<br />

Die Diagnostik und interventionelle Therapie peripherer Gefäßerkrankungen bezieht sich auf<br />

Verengungen der hirnversorgenden Gefäße, der Nierenarterien, der Viszeralgefäße, der Arterien<br />

der oberen Extremität und vor allem auf Stenosen der Becken- und Beinarterien bei peripherarterieller<br />

Verschlusskrankheit. Die Diagnostik peripherer Gefäßleiden wird zunehmend durch die<br />

nichtinvasive Darstellung mittels Magnetresonanztomographie abgelöst, mit der eine<br />

interventionelle Behandlung geplant und gezielt durchgeführt werden.<br />

132<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Anzahl<br />

250<br />

200<br />

150<br />

100<br />

50<br />

0<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

A. carotis A. renalis A. iliaca A. femoralis Sonstige<br />

2006 2007 2008 2009<br />

Jahr<br />

Grafik 7: Anzahl und Verteilung peripherer Interventionen<br />

Interventionelle Therapie hochgradiger Stenosierungen<br />

der hirnversorgenden Gefäße<br />

Wenn die Indikation und die morphologischen Voraussetzungen zur Therapie von Stenosierungen<br />

der hirnversorgenden Gefäße gegeben sind, kann diese operativ, aber auch interventionell mittels<br />

Dilatation und primärer Stentimplantation erfolgen (s. Abb.10). Die Indikation für einen solchen<br />

Eingriff ist nach den gültigen Richtlinien streng zu stellen, denn das periprozedurale Risiko eines<br />

apoplektischen Ereignisses liegt, wie bei der chirugischen Therapie, bei ca. 3 %.<br />

Abb. 10: Interventionelle Therapie einer hochgradigen Stenose der Arteria carotis interna<br />

Links: Stenose (Pfeil)<br />

Mitte: Ballon- / Stententfaltung<br />

Rechts: Endresultat<br />

133<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />

von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />

Interventionelle Therapie von Nierenarterienstenosen<br />

Die Stentversorgung einer relevanten Nierenarterienstenose ist eine interventionelle Therapie zur<br />

Behandlung einer arteriellen Hypertonie, die sich auf diesen morphologischen Befund gründet.<br />

Neben dem antihypertensiven Effekt besteht der Nutzen einer solchen Intervention im Erhalt bzw.<br />

in der Verbesserung der Nierenfunktion insgesamt.<br />

Abb. 11: Stentimplantation einer hochgradigen Stenose der Arteria renalis rechts<br />

Links: Markierung der Stenose durch Pfeil<br />

Mitte: Stent-Entfaltung<br />

Rechts: Endresultat<br />

Interventionelle Angiologie der Becken- und Beingefäße<br />

Während die Diagnostik der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit heutzutage weitgehend<br />

durch Angiographie-MRT und Doppler geleistet werden kann, ist die elektive Behandlung von<br />

Gefäßstenosen (insbes. bei Claudicatio intermittens) wie auch die Versorgung akuter<br />

Gefäßprobleme (Dissektion, Gefäßverschlüsse perioperativ bzw. periinterventionell) ein wichtiges<br />

Arbeitsfeld unserer Abteilung. Stetige Weiterentwicklungen spezieller Ballons und Stents<br />

ermöglichen die erfolgreiche Akut- und Elektivbehandlung dieser Probleme.<br />

Abb. 12: Rekanalisierung der Arteria femoralis communis dexter<br />

Links: Pfeil markiert den Verschluss der Arteria femoralis communis<br />

Mitte links: Ballondilatation nach Rekanalisierung mit Draht<br />

Mitte rechts: Platzierung eines „self expanding“ Stents<br />

Rechts: Endergebnis<br />

134<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Arbeitsgruppe Rhythmologie<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Elektrophysiologie, Herzschrittmacher, Defibrillatoren und<br />

Stimulationsverfahren bei Herzinsuffizienz<br />

Prof. Dr. H. Gerds-Li, PD Dr. S. Götze, Dr. C. Kriatselis, Dr. M. Roser, G. Winbeck, Dr. J. Möller,<br />

Dr. F. Taner<br />

2009 wurden zusammengefasst insgesamt 708 Eingriffe durchgeführt: elektrophysiologische<br />

Untersuchungen und Ablationen, Schrittmacher- und Defibrillatorimplantationen sowie<br />

Aggregatwechsel, Sondenrevisionen, Sondenkorrekturen und Sondenextraktionen.<br />

Elektrophysiologie<br />

Nach einem erfolgreichen Jahr 2008 konnten wir für 2009 die Leistungszahlen in der<br />

interventionellen Elektrophysiologie weiter steigern. Bei insgesamt 315 elektrophysiologischen<br />

Untersuchungen mit 283 Ablationstherapien wurden bei 73 Patienten Ablationen des<br />

rechtsatrialen Isthmus bei dokumentiertem typischem Vorhofflattern und bei 17 Patienten<br />

Ablationen einer akzessorischen Bahn vorgenommen. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr<br />

weiter gestiegen (siehe Abbildung).<br />

Interventionelle Therapie von Vorhofflimmern<br />

Vorhofflimmern ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung, besonders bei<br />

älteren Menschen. Beim Vorhofflimmern wird die normale rhythmische Erregung der Herzvorhöfe<br />

durch eine hochfrequente ungeordnete Vorhofaktion unterdrückt. Die Therapie des<br />

Vorhofflimmerns hat im Wesentlichen drei Aufgabenstellungen zu erfüllen: Neben der<br />

Frequenzkontrolle bei bestehendem Vorhofflimmern sind es, wenn möglich und indiziert, die<br />

Herstellung und der Erhalt des Sinusrhythmus (Rhythmuskontrolle) sowie die Vermeidung der<br />

Vorhofflimmern-assoziierten kardiogenen Thromboembolie.<br />

2009 wurden im DHZB 114 Patienten mit Vorhofflimmern (überwiegend paroxysmales, auch<br />

persistierendes und permanentes) mittels Pulmonalvenen-Isolation und Substratmodifikation<br />

interventionell behandelt. Die Zusammenarbeit zur weiteren Entwicklung von EP-Cockpit mit EP-<br />

Prenavigator wurde fortgeführt, und die 2008 erstmals weltweit eingesetzte neue<br />

Behandlungsmethode der 3D-Rotationsangiographie mit einem neuartigen multipolaren<br />

Ablationskatheter (z.B. Cryo-Ballon-Katheter, Mesh-Ablator und PVAC-Katheter der Firma<br />

Ablation Frontiers) weiter optimal eingesetzt.<br />

Qualitätssicherung<br />

Die Arbeitsgruppe Elektrophysiologie beteiligt sich weiterhin an überregionalen<br />

Registeraktivitäten (<strong>Deutsches</strong> Ablationsregister), um auch hier die Notwendigkeit zu<br />

unterstreichen, durch nachvollziehbare und vollständige klinische Dokumentation die medizinisch<br />

und ökonomisch unverzichtbaren Informationen von Seiten der Leistungserbringer zu erstellen.<br />

Liste von Herzrhythmusstörungen, die mit Ablationsverfahren behandelt werden können<br />

- Vorhofflimmern (paroxysmal, persistierend und permanent)<br />

- AV-Knoten-Reentry-Tachykardie<br />

- Vorhofflattern<br />

- Wolff-Parkinson-White-Syndrom<br />

- Ektope atriale Tachykardien<br />

- Kammer-Extrasystolen<br />

- Kammer-Tachykardien<br />

135<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Arbeitsgruppe Rhythmologie<br />

EPU-Untersuchungszahlen 2009<br />

4 %<br />

7 %<br />

Anzahl der Untersuchungen<br />

15 %<br />

7 %<br />

300<br />

250<br />

200<br />

150<br />

100<br />

50<br />

0<br />

Insgesamt<br />

EPU-Statistik 2009<br />

9 + (1)<br />

14 + (4)<br />

14 + (2)<br />

9 %<br />

20 + (1)<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

A-Fli. Nicht A-Fli. A-Fla. EAT AVNRT Ventr.<br />

Ektopie<br />

34 52<br />

74<br />

31 %<br />

9<br />

23 %<br />

4 %<br />

Herzschrittmacher- und Defibrillatortherapie<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

2008<br />

2009<br />

VT AVRT Nur EPU<br />

ACS<br />

§<br />

HK mit koronarer Dx<br />

HK mit anderer Dx<br />

SM/ICD: Revision, Implantation<br />

EPU +/- Ablation<br />

eKV bei VHF<br />

#<br />

Sonstige ohne HK<br />

iAP/Myokardinfarkt ohne HK*<br />

§<br />

aus abrechnungstechnischen Gründen nicht als<br />

iAP klassifiziert<br />

#<br />

Dekompensation, Pleuraerguss, Anämie etc.<br />

*HK vom Pat. abgelehnt<br />

Herzschrittmachertherapie<br />

Die transvenöse Implantation von 1-, 2- und 3-Kammer-Schrittmachern im Herzkatheterlabor<br />

gehört seit vielen Jahren zum etablierten Leistungsspektrum unserer Klinik. Hierbei werden<br />

entsprechend den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie überwiegend 2-Kammer-<br />

Schrittmachersysteme implantiert, wobei hier ein wichtiges Augenmerk dem Einsatz moderner 2-<br />

Kammer-Schrittmachersysteme gilt, die durch neue Programmierungs-algorithmen eine<br />

Vermeidung unnötiger rechtsventrikulärer Stimulation ermöglichen.<br />

136


100<br />

90<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

0<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Eine weitere wichtige Neuerung stellt der Einsatz MR-kompatibler Schrittmachersysteme dar, die<br />

auch bei Herzschrittmacherpatienten die MR-basierte Diagnostik in der kardiologischen und<br />

übrigen Bildgebung ermöglichen. Während die Implantationszahlen für konventionelle 1- und 2-<br />

Kammer-Schrittmacher wie auch in den Vorjahren weiterhin konstant bleibt, nimmt die Zahl von<br />

Defibrillatoreingriffen, Sondenkorrekturmaßnahmen und Systemexplantationen weiter zu.<br />

Zuweisungen von extern erfolgen insbesondere mit speziellen Indikationen und Fragestellungen,<br />

die sich zum Beispiel mit dem Einsatz von Herzschrittmachern zur Vorbeugung von<br />

Vorhofflimmern befassen oder die subkutane Implantation von sogenannten „Loop-Recordern“<br />

erfordern, elektrodenlosen Langzeit-EKGs zum Aufspüren von intermittierenden<br />

Herzrhythmusstörungen oder der Abklärung von Synkopen.<br />

Als weiterer Schwerpunkt ist weiterhin die Korrektur von Schrittmachern, Elektroden und im<br />

Bereich von Narben anzusehen. Insbesondere die Explantation bzw. Extraktion von ICD-<br />

Elektroden stellt einen nicht risikofreien Eingriff dar, der nur in unmittelbarer Nähe der<br />

Kardiochirurgie in Operationsbereitschaft erfolgen kann und neben ausgiebiger technischer<br />

Erfahrung in der Regel auch den Einsatz von Extraktionssystemen erfordert, die es erlauben,<br />

relativ atraumatisch Narbengewebe der Elektrode von der Gefäß- und Herzwand abzuschälen.<br />

Insgesamt wurden 49 Korrektur- und Explantationseingriffe durchgeführt.<br />

Implantierbare Defibrillatoren (ICD)<br />

Die Implantation von Defibrillatoren erfolgt seit vielen Jahren risikoarm unter hämodynamischer<br />

Überwachung in Lokalanästhesie im Katheterlabor. Durch eine Vielzahl aktueller Studien hat der<br />

Stellenwert der ICDs zur Vorbeugung des plötzlichen Herztods sowohl bei Patienten mit<br />

ischämischer als auch bei nicht-ischämischer Kardiomyopathie auch ohne zusätzliche<br />

elektrophysiologische Testung weiter zugenommen. Die Entscheidung zur Prävention des<br />

plötzlichen Herztods bei schwerst herzinsuffizienten Patienten, die für eine Herztransplantation<br />

in Frage kommen, erfolgt individuell in Abhängigkeit von der Grunderkrankung und anderen<br />

Parametern. 2009 wurden in der Klinik für Innere Medizin / Kardiologie 128 ICD-Implantationen<br />

und 45 ICD-Aggregatwechsel vorgenommen.<br />

Anzahl<br />

ICD Implantationen<br />

SR DR CRT Loop SR DR CRT DR CRT TR So-W So-R<br />

Neuimplantation Wechsel<br />

Aufrüstung<br />

137<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

187 Eingriffe<br />

TR: Taschenrevision<br />

SO-W: Sondenwechsel<br />

So-R: Sondenrevision<br />

Expl: Explantation<br />

Expl


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Darüberhinaus werden unverändert sehr viele Patienten zur Abklärung von Schrittmacher- oder<br />

ICD-Problemen wie Fehlfunktionen, Fehlentladungen und Veränderungen im Bereich der Geräte<br />

oder Elektroden vorgestellt. Aufgrund kontinuierlicher Updates der Programmiergeräte, die für<br />

alle gängigen Aggregattypen vorhanden sind, können auch schwierige Fragestellungen<br />

beantworten werden.<br />

Klinische Studien (unter DHZB-Leitung)<br />

Klinisch-wissenschaftliche Projekte<br />

Die Kooperation zwischen der Elektrophysiologie-Gruppe des DHZB und dem Ingenieur Herrn<br />

Inaki Romero (Holst Centre, Eindhoven, Holland) wurde auch 2009 fortgeführt. Diese Kooperation<br />

hat zwei primäre Ziele: die Frequenz-Analyse von Vorhofflimmern am Oberflächen-EKG und ihrer<br />

Korrelation mit dem langfristigen Erfolg nach einer interventionellen Behandlung und die<br />

Entwicklung eines kleinen tragbaren Geräts zur kontinuierlichen Registrierung des Herzrhythmus<br />

mit der Möglichkeit der Speicherung von Daten für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen. Das<br />

Gerät ist nun serienreif und befindet sich in der klinischen Test-Phase.<br />

Die Arbeitsgruppe „Interventionelle Elektrophysiologie“ am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> ist<br />

eine der auf nationaler und internationaler Ebene führenden Forschungsgruppen auf dem Gebiet<br />

der 3D-Rotationsangiographie vom linken Vorhof, belegt durch zahlreiche Publikationen zum<br />

Thema in den letzten drei Jahren, und ist inzwischen durchaus als Referenzzentrum anzusehen.<br />

Abb. 1: Darstellung der optimalen Projektion der Pulmonalvenen-Ostien durch den linken<br />

Vorhof (3D-Rotationsangiographie)<br />

139<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Arbeitsgruppe Rhythmologie<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Abb. 2: Optimale Platzierung des Cryo-Ballon-Katheters in der RIPV durch 3D-Rotationsangiographie<br />

vom linken Vorhof und Pulmonalvenen-Ostien<br />

INSIGHT-HF (Telemonitoring externer Sensoren und Home Monitoring bei<br />

Herzinsuffizienz-Patienten)<br />

Herzinsuffizienz ist in den Industrienationen eine der Hauptursachen für Tod und wiederholte<br />

Einweisung ins Krankenhaus. Eine optimale Medikation in Kombination mit einer ICD-Therapie<br />

verringert signifikant die Sterblichkeit der Patienten. Dennoch bleiben häufige<br />

Krankenhausaufenthalte eine Belastung. Telemonitoring ermöglicht eine verbesserte zeitnahe<br />

Nachsorge der herzinsuffizienten Patienten und führt nachweislich zu einer erhöhten<br />

Lebensqualität sowie zur Reduktion von Notfallmaßnahmen und Einweisungen ins Krankenhaus.<br />

Auf diese Weise kann Telemonitoring auch zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen.<br />

Die Home-Monitoring-Funktion, die in implantierbare Cardioverter/Defibrillatoren (ICD) von<br />

Biotronik integriert ist, ermöglicht eine tägliche Übertragung interner Geräteparameter sowie<br />

Daten über Herzrhythmus und Aktivität des Patienten. In der Anwendungsbeobachtung Insight-<br />

HF sollen Home Monitoring (HM) und das Telemonitoring der externen Sensoren Gewicht und<br />

Blutdruck parallel angewendet werden. Das Ziel von Insight-HF ist es, die erhobenen Daten<br />

retrospektiv auf mögliche Korrelationen zwischen HM-Parametern und den genannten<br />

Vitalparametern zu untersuchen. Von besonderem Interesse sind dabei die Veränderungen bei<br />

definierten Grenzwertüberschreitungen des Gewichts sowie vor möglichen kardiovaskulären<br />

Ereignissen, die mit einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz einhergehen.<br />

Für die Studie wurden insgesamt 35 Patienten am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> eingeschlossen,<br />

die in einem Nachsorgezeitraum von jeweils sechs Monaten beobachtet werden sollen. Vor dem<br />

Einschluss mussten die Patienten eine schriftliche Einverständniserklärung zur Studienteilnahme<br />

abgeben, anschliessend wurde ein BIOTRONIK ICD mit Home-Monitoring-Funktion implantiert.<br />

140<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Die Patienten erhielten bei der Entlassung ein Blutdruckmessgerät und eine Waage der Firma<br />

Vitaservices GmbH & Co. KG, mit denen täglich Messungen durchgeführt werden sollen. Das<br />

telemedizinische Service Center von Vitaservices führt bei Grenzwertüberschreitungen des<br />

Gewichts ein technisches Monitoring durch, um mögliche Fehler bei der Durchführung der<br />

Messung seitens des Patienten auszuschließen.<br />

Im Abstand von einem, drei und sechs Monaten nach der Implantation erfolgen routinemäßige<br />

Nachsorgeuntersuchungen des Patienten am Studienzentrum. Der Studienabschluss wird Anfang<br />

2010 erwartet.<br />

ERACE (Electronic Repositioning with Acuity and Easytrack Leads)<br />

Die kardiale Resynchronisationstherapie bei herzinsuffizienten Patienten führt trotz verbesserter<br />

Elektroden und Implantationstechniken bei einer signifikanten Anzahl von Patienten zu einer<br />

inadäquaten Stimulation des Nervus phrenicus durch die linksventrikuläre Elektrode. Im Rahmen<br />

der multizentrischen ERACE-Studie, gesponsort durch die Firma Boston Scientific, wurden<br />

prospektiv die Vorteile einer Umpro¬grammierung der linksventrikulären Stimulationsstrompfade<br />

durch das sogenannte elektronische Repositioning überprüft. In den Jahren 2008 und 2009<br />

wurden 309 Patienten in 54 deutschen und französischen Zentren eingeschlossen und jeweils für<br />

sechs Monate nachuntersucht. Die Auswertung der Studie, bei der unsere Klinik mit insgesamt 35<br />

eingeschlossenen Patienten den größten Beitrag geleistet hat, wird Anfang 2010 abgeschlossen<br />

sein.<br />

Stimulationsmöglichkeiten zur Vermeidung einer inadäquaten<br />

Stimulation des N. Phrenicus<br />

PICCO-Optivol-Studie<br />

Diese Studie untersucht Mechanismen und Monitoring-Möglichkeiten der kardialen<br />

Dekompensation, die insbesondere durch das Auftreten eines Lungenödems zu<br />

lebensbedrohlichen Situationen für die Patienten führen kann. Im Rahmen der PICCO-Optivol-<br />

Studie wird ein CRT-ICD-Aggregat implantiert, das durch eine zusätzliche<br />

Thoraximpedanzmessung eine indirekte Beurteilung des Lungenwassers erlaubt (OptiVol-<br />

Algorithmus). Hierbei zeigt eine Verringerung des elektrischen Widerstands zwischen Aggregat<br />

und Elektrode einen zunehmenden Flüssigkeitsgehalt der Lunge an, der klinisch einer drohenden<br />

Dekompensation entspricht. Durch eine Warntonfunktion des Aggregats und durch<br />

telemonitorische Kontrolle kann so eine sich entwickelnde kardiale Dekompensation bereits im<br />

Frühstadium erkannt und durch zusätzliche Diuretikagabe rekompensiert werden, ohne dass eine<br />

Hospitalisierung unbedingt erforderlich ist. Im Rahmen dieser Studie werden die Optivol-<br />

Impedanzmessungen mit Hilfe der invasiven PICCO-Lungenwassermessmethode überprüft, um<br />

mit zwei grundsätzlich verschiedenen diagnostischen Verfahren Aussagen über die<br />

Flüssigkeitsbelastung der Lunge des Patienten machen zu können.<br />

141<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Arbeitsgruppe Rhythmologie<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Ziel ist es, Korrelationen beider Messmethoden zu berechnen, um den Mechanismus einer<br />

kardialen Dekompensation und Rekompensation besser zu verstehen.<br />

Darüberhinaus erfolgt der Vergleich des hämodynamischen Effekts bei intrinsicher Herzaktivität<br />

und biventrikulärer Stimulation bei Implantation und bei der 3- und 12-Monatsnachsorge.<br />

Pulmonary Congestion OptiVol Fluid Trends<br />

Intrathoracic Impedance<br />

Impedance ( )� Fluid index ( �days)<br />

100<br />

60<br />

20<br />

90<br />

80<br />

70<br />

0<br />

0<br />

142<br />

Physician Programmable Threshold<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

OptiVol Fluid Index<br />

40 80 120 160 200<br />

Days<br />

Daily Impedance<br />

Reference Impedance<br />

40 80 120 160 200<br />

Days


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Veranstaltungen, Lehre, Weiterbildung 2009<br />

Lehrveranstaltungen der Kardiologie<br />

2009 hat die Klinik für Innere Medizin – Kardiologie eine Vielzahl studentischer Lehrveranstaltungen<br />

abgehalten, die sowohl im Rahmen interdisziplinärer Veranstaltungsreihen der<br />

Charité als auch in eigenen Lehr- und Unterrichtskonzepten stattfanden. Hierzu gehören die<br />

Beteiligung an interdisziplinären Lehrveranstaltungen im Rahmen des interdisziplinären<br />

Untersuchungskurs, die Beteiligung am Reformstudiengang sowie die Vergabe von<br />

Hausarbeitsthemen an Studierende in der Integrationseinheit “Grundlagen des wisenschaftlichen<br />

Arbeitens“. Darüberhinaus wurden eine Vielzahl freiwilliger Lehrveranstaltungen von der Klinik für<br />

Innere Medizin / Kardiologie des DHZB angeboten, die den Studenten der medizinischen Fakultät<br />

der Humboldt-Unversität klinisch relevante Themen in Form von Seminaren und Übungen<br />

vermitteln.<br />

Etablierte und neue klinische Ergebnisse sowie Forschungsarbeiten werden in der studentischen<br />

Lehre und im Rahmen der CMR-Akademie (www.cmr-academy.com) unter Leitung von Prof. E.<br />

Fleck und PD Dr. Ingo Paetsch vermittelt. Im Jahr 2009 wurden zahlreiche Kurse mit einer Dauer<br />

von einem Tag bis zu drei Monaten angeboten. Insgesamt wurden bisher über 660 Teilnehmer<br />

(Radiologen, Kardiologen, Medizinisch-Technische Assistenten) mit dem Ziel der selbständigen<br />

Anwendung der MR-Bildgebungsmethode aus- und weitergebildet. Ca. 50 % der Teilnehmer<br />

stammten aus Deutschland, der Rest unter anderem aus Island, Österreich, der Schweiz,<br />

Großbritannien, Italien, Niederlande, Belgien, Norwegen, den USA, Saudi-Arabien und China.<br />

Alle Kurse sind von der Akademie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (www.dgk.org), der<br />

Society for Cardiovascular Magnetic Resonance (www.scmr.org) und der Ärztekammer <strong>Berlin</strong><br />

(http://www.aerztekammer-berlin.de/) zertifiziert. Als weltweit anerkanntes Referenzzentrum für<br />

die Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie können am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> alle<br />

Ausbildungsstandards gemäss den Leitlinien der American Heart Association und des American<br />

College of Cardiology erworben werden (Level I, II und III).<br />

Fortbildungsveranstaltungen der Kardiologie<br />

Es wurden mehrere Fortbildungsaveranstaltungen im DHZB durchgeführt. Insgesamt besuchten<br />

mehr als 170 kardiologische Fachärzte, Internisten und Allgemeinmediziner aus Deutschland die<br />

Klinik für Innere Medizin / Kardiologie. Hierbei konnten Sie im Rahmen eines zweitägigen<br />

Intensivkurses aktuelle Diagnostik und Therapie in Kleingruppen „live“ demonstriert bekommen<br />

und nach Vorträgen und Referaten aktuelle Therapiestandards, leitliniengerechte Therapien und<br />

innovative Entwicklungen diskutieren. Die Klinik veranstaltete Weiterbildungsnachmittage für die<br />

<strong>Berlin</strong>er Kollegen und Zuweiser der Klinik. Alle Veranstaltungen waren durch die <strong>Berlin</strong>er<br />

Ärztekammer zertifiziert.<br />

143<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Veranstaltungen, Lehre , Weiterbildung 2009<br />

Editorial Office der Zeitschrift „Der Kardiologe“ am DHZB<br />

Schriftleitung:<br />

Prof. Dr. med. E. Fleck, Klinik für Innere Medizin – Kardiologie, <strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

und Prof. Dr. med. H.-J. Trappe, Med. Klinik II (Kardiologie / Angiologie), Marienhospital<br />

Herne, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum<br />

Rubrikherausgeber:<br />

Prof. Dr. med. S. Willems, Hamburg, Prof. Dr. med. C: Hamm, Bad Nauheim, Prof. Dr. med. K.<br />

Graf, <strong>Berlin</strong>, Prof. Dr. med. U. Kintscher, <strong>Berlin</strong>, Prof. Dr. med. W. Zimmermann, Göttingen,<br />

Priv.-Doz. Dr. med. P. Stawowy, <strong>Berlin</strong><br />

Die Zeitschrift Der Kardiologe bietet einen „State of the Art“ für alle kardiologisch tätigen Ärzte.<br />

Inhaltlich werden sämtliche Bereiche der Kardiologie praxisnah abgedeckt. Der Fokus liegt auf<br />

gesichertem Wissen mit hoher Relevanz für die tägliche Arbeit.<br />

Das inhaltliche Spektrum umfasst aktuelle Leitlinien und Empfehlungen der deutschen<br />

Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung, Übersichten aus der klinischen<br />

Pharmakologie sowie praxisrelevante Kasuistiken.<br />

In der Rubrik „Journal Club“ kommentieren Experten herausragende Publikationen aus der<br />

internationalen Fachliteratur.<br />

Beiträge der Rubrik „CME: Weiterbildung – Zertifizierte Fortbildung“ bieten gesicherte Ergebnisse<br />

wissenschaftlicher Forschung und machen ärztliche Erfahrung für die tägliche Praxis nutzbar.<br />

Nach Lektüre der Beiträge kann der Leser sein erworbenes Wissen überprüfen und online CME-<br />

Punkte erhalten.<br />

144<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Das Akutlabor im DHZB<br />

1.000.000<br />

300.000<br />

0<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Das Akutlabor des DHZB ist ausgerüstet und organisiert, schnell eine große Zahl von Analysen<br />

rund um die Uhr zu bearbeiten. Es besteht eine Kooperation mit dem Medizinischen Labor Dr. Berg<br />

und ein gemeinsames Qualitätsmanagementsystem. Das Untersuchungsprogramm ist darauf<br />

ausgerichtet, sowohl die spezielle Labordiagnostik des <strong>Herzzentrum</strong>s zu bedienen als auch die<br />

Versorgung von HIV/HCV-Schwerpunktpraxen sicher zu stellen.<br />

Im Jahr 2009 wurden ca. 1,5 Millionen Analysen den Stationen, anderen Krankenhäusern und<br />

ambulanten Einsendern zur Verfügung gestellt, außerdem wurden ca. 40.000<br />

Erythrozytenkonzentrate, Gefrierplasmen oder Thrombozytenkonzentrate ausgegeben. Die<br />

Untersuchungsergebnisse lagen im Allgemeinen 90 Minuten nach Eintreffen der Proben im Labor<br />

in der EDV vor. Blutgasanalysen und Eilproben sind in der Regel nach der Hälfte dieser Zeit fertig.<br />

Die einzelnen Bereiche sind im Folgenden aufgeführt:<br />

800.000<br />

700.000<br />

600.000<br />

500.000<br />

Anzahl 900.000<br />

400.000<br />

200.000<br />

100.000<br />

Gerinnung Klin. Chemie Hämatologie PCR Medik. Blutgase<br />

Das breite Untersuchungsspektrum konnte auch in diesem Jahr weiter ausgebaut werden. In die<br />

tägliche Routine wurde die MRSA-PCR eingeführt, so dass die Stationen zeitnah auch am<br />

Wochenende die Patienten screenen können. Die Massenspektrometrie wurde um die<br />

Medikamente Efavirenz, Etravirin, Maraviroc, Raltegravir, Tipranavir und Ribavirin erweitert.<br />

Insbesondere das Ribavirin, ein Medikament zur Behandlung der Hepatitis C, wird nur an sehr<br />

wenigen Stellen in Deutschland analysiert. Der Gerinnungsarbeitsplatz nahm den für die Assist-<br />

Patienten wichtigen von-Willebrand-Faktor-Antigen-Test zusätzlich ins Programm. Die<br />

Thrombozytenfunktionsdiagnostik wurde mit der Einführung des „Multiplates“ mit modernster<br />

Technik erweitert.<br />

Die größte Herausforderung für das Labor in diesem Jahr war die komplette Umstellung auf ein<br />

modernes EDV-System der Firma Swisslab. Die Umstellung erfolgte während des Betriebs und<br />

funktionierte reibungslos. Für das Jahr 2010 sind einige ambitionierte Projekte geplant.<br />

Konzeptionell sollen eher hochspezialisierte Untersuchungen eingeführt werden. So soll ein<br />

zweites Massenspektrometer angeschafft werden, um die ohnehin schon breite Palette an<br />

Untersuchungen zu erweitern.<br />

Auch der PCR-Arbeitsplatz soll weiter ausgebaut werden. So sind die Validationen für eine<br />

quantitative CMV-PCR, eine quantitative EBV-PCR und eine genetische Untersuchung auf P1A-<br />

Rezeptorpolymorphismus kurz vor dem Abschluss. Letztere Untersuchung kann bei den INCOR-<br />

Patienten eine Risikostratifizierung für Blutungskomplikationen geben.<br />

145<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Weitere Forschungsvorhaben<br />

Hämodynamische Funktionen<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Neuartige Methode für die belastungsarme, nichtinvasive Langzeitmessung des<br />

Blutdrucks. Kooperationsprojekt unter Leitung des Labors für Biofluidmechanik, Charité<br />

Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />

BMBF-Projekt 01EZ0920<br />

Fördermodul: Modul 2 (Innovationswettbewerb-Transfer)<br />

Projektlaufzeit: 3. Quartal 2009-2012<br />

Förderbescheid/Projektbeginn 3. Quartal 2009<br />

Kooperationspartner:<br />

Labors für Biofluidmechanik, Charité Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>, Spiegelberg GmbH<br />

& Co. KG, Klinik für Innere Medizin / Kardiologie DHZB, Interdisziplinäres<br />

Schlafmedizinisches Zentrum, Charité Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />

Ziel des Antrags ist die Entwicklung einer neuartigen Methode für die belastungsarme,<br />

nichtinvasive Langzeitmessung des Blutdrucks. Diese soll sich in den Tagesablauf des Patienten<br />

integrieren und ihn möglichst wenig stören. Die neuartige Methode beruht konzeptionell auf drei<br />

Funktionselementen:<br />

- einer leicht zu positionierenden Ultraschallsensor-Okkluder- Einheit,<br />

- einer Klebung zur sicheren Befestigung dieser Einheit<br />

und einer speziellen Lösungsmittel-zuführung, die eine leichte und schmerzfreie Entfernung der<br />

Sensor-Okkluder- Einheit ermöglicht.<br />

Die Arbeiten sollen in einem Zeitraum von<br />

drei Jahren durchgeführt werden.<br />

Sie werden in Teilaufgaben gegliedert, die im<br />

Wesentlichen umfassen:<br />

Entwicklung, Konstruktion und Fertigung<br />

der Sensor-Okkluder-Einheit und des<br />

Klebemoduls, Aufbau der Druckmesselektronik,<br />

Optimierung der Handhabbarkeit<br />

für Arzt und Patienten, Belastungsüberprüfung<br />

des Patienten im Schlaflabor,<br />

Herstellung eines Funktionsmusters und<br />

Durchführung einer klinischen Machbarkeitsstudie.<br />

Dieses Konzept gewann einen Preis im<br />

Innovationswettbewerb zur Förderung der<br />

Medizintechnik 2008.<br />

Abb.: Urkunde<br />

146<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Das Teilprojekt in der Kardiologie am DHZB beinhaltet:<br />

Mitarbeit am Design-Input und Design-Review-Prozess (Pflichtenheft), an der Risikoanalyse und<br />

an der entwicklungs-begleitenden Optimierung sowie die Durchführung einer klinischen<br />

Machbar-keitsstudie mit einem Prototyp/ Funktionsmuster.<br />

Strukturqualität<br />

Das DHZB verfügt über ein zertifiziertes Qualitätsmanagement KTQ®<br />

Projektstand:<br />

Ein Kick-Off-Meeting erfolgte Anfang Dezember 2009,<br />

die erste Version des Designinputs (Pflichtenhefts) liegt vor.<br />

147<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Weitere Forschungsvorhaben<br />

Projekt „Coronary Flow Profiling“<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Dr. Wellnhofer in Zusammenarbeit mit Dr. Goubergrits vom Labor für Biofluidmechanik,<br />

Charité-Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />

Ziel des interdisziplinären Projekts in Zusammenarbeit mit Dr. Goubergrits vom Labor für<br />

Biofluidmechanik, Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong> ist die Entwicklung einer Methode zur<br />

hämodynamisch basierten Charakterisierung der koronaren Atherosklerose mittels<br />

dimensionsloser Funktion und Diskriminanzanalyse. Strömungsmechanische Einwirkungen auf<br />

die Gefäßwand, insbesondere Wandschubspannungen, haben einen entscheidenden Einfluss auf<br />

die Verteilungsmuster atherosklerotischer Gefäßveränderungen sowie auf die Anpassung und den<br />

Umbau der Gefäßwand. Umgekehrt ist das Verteilungsmuster der Wandschubspannungswerte<br />

durch die Gefäßgeometrie bedingt. Die strömungsmechanische und morphometrische Analyse<br />

von Koronarien wird an 3D-Rekonstruktionen der Koronararterien von drei Patientengruppen<br />

(gesunde Patienten, Patienten mit stenosierender Koronaratherosklerose und Patienten mit<br />

dilatierender Koronaratherosklerose) durchgeführt. Ziel des Vorhabens ist es, den Risikokomplex<br />

Strömungsmechanik und Geometrie der klinischen Diagnose und Prognose verfügbar zu machen<br />

und gleichzeitig die Interaktion von Strömung, Geometrie und Gefäßumbau zu erforschen.<br />

Die Arbeiten beinhalten methodische und klinische Fragestellungen.<br />

Methodische Untersuchung<br />

Auswirkung der Einbeziehung von Seitenästen in die Simulation auf die Wandschubspannung<br />

(WSS). Seitenäste zweigen Fluss ab und führen zu einer Verminderung des Volumenstroms im<br />

Hauptgefäß. Simulationen mit und ohne Seitenäste wurden an 17 Gefäßen verglichen. Der Fehler<br />

der WSS erreichte an manchen Stellen 12 Pa und betraf nicht nur die Abgangsregionen, sondern<br />

auch distale Einengungen und Krümmungen. Eine Simulation ohne Seitenäste kann nicht<br />

empfohlen werden, da die Fehler insbesondere an Orten auftreten, für welche das kritische Risiko<br />

einer Plaquebildung besteht.<br />

Abb xx Flusssimulation mit und ohne Seitenäste /<br />

Klinische retrospektive Untersuchung an eigenen<br />

Bilddaten / Die große Variabilität der Gefäßgröße<br />

und der Flüsse erlaubt keinen direkten Vergleich<br />

von WSS-Messungen verschiedener Gefäße.<br />

Ein dimensionsloser Ansatz umgeht diese<br />

Schwierigkeit (Beispiele: Auswurffraktion,<br />

Reynolds-Zahl). Numerische Flusssimu-lationen<br />

wurden in 3 Gruppen von rechten Koronararterien<br />

vorgenommen (7 Kontrollen, 5 Patienten mit<br />

obstruktiver (CAD) und 5 Patienten mit<br />

aneurysmatischer (AnCAD) koronarer<br />

Herzerkrankung.<br />

Wir definierten normalisierte Flächenfunktionen<br />

als Prozent der Fläche, deren WSS in einem<br />

bestimmten Bereich z.B. < 1.5 Pa lag. Außerdem<br />

wurde ein Stenoseindex für das gesamte Gefäß<br />

definiert als Verhältnis des auf das<br />

Perfusionsgebiet normalisierten Gefäßabgangsquerschitts<br />

zum mittleren bzgl. der<br />

Gefäßverjüngung normalisierten Querschnitts<br />

des Hauptgefäßes.<br />

148<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Stenoseindex = 100*(Din_n/Dmean_n)2 mit Din_n = Din*Lmean_TT/LTT und<br />

Dmean_n=Dmean*LMS/Lmean_MS, mit Din Eingangsdurchmesser, Lmean_TT mittlere Länge des<br />

gesamten Gefäßes in der Kontrollgruppe, LTT Länge des gesamten Gefäßes, LMS Länge des<br />

Hautgefäßes, Lmean_MS mittlere Länge des Hauptgefäßes in der Kontrollgruppe.<br />

Die WSS zeigte signifikante (p < 0.05) Unterschiede zwischen Kontrollen, CAD und AnCAD. Eine<br />

Diskriminanzfunktion mit den Variablen prozentuale Fläche mit niedriger (< 1,5 Pa) WSS,<br />

normalisiertem Stenosegrad und Korrelation der WSS im Hauptgefäß mit dem gesamten Gefäß<br />

klassifizierte CAD und AnCAD korrekt und identifizierte 3 Kontrollpatienten mit hohem<br />

Risikoprofil und Gefäßfunktionsstörung.<br />

Projektstand:<br />

Mit der Firma PIE Medical konnte 2009 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen werden.<br />

CAAS 3D QCA wird in Zukunft die Rekonstruktion ganzer Koronargefäßbäume mit<br />

Verzweigungen erlauben. Zwei Publikationen zum Thema sind in Arbeit, ein DFG-Antrag ist in<br />

Vorbereitung. Derzeit erfolgen Untersuchen mit instationärer Strömung.<br />

Veröffentlichungen aus dem Projekt 2009:<br />

Ergebnisse können unter der folgenden Adresse in deutscher oder englischer Version eingesehen<br />

und heruntergeladen werden:<br />

http://www.charite.de/biofluidmechanik/de/forschung/datenbank_DE_0.html<br />

Wellnhofer E, Goubergrits L, Kertzscher U, Affeld K, Fleck E.<br />

Novel non-dimensional approach to comparison of wall shear stress distributions in coronary<br />

arteries of different groups of patients. Atherosclerosis 2009:202(2):483-490.<br />

(Impact Factor 4.601)<br />

Goubergrits L, Wellnhofer E, Kertzscher U, Affeld K, Petz C, Hege HC.<br />

Coronary artery WSS profiling using a geometry reconstruction based on biplane angiography.<br />

Annals of Biomedical Engineering 2009;37(4):682-91.<br />

(Impact Factor 2.605)<br />

Kooperation im Projekt:<br />

„Prognosefaktoren der Transplantatvaskulopathie nach Herztransplantation“<br />

Projektleiter: Frau Dr. med. habil. N.E. Hiemann, Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie.<br />

DFG (He 1669/13-1): 25.03.2003 bis 31.07.2005.<br />

Bei dieser 2003 begonnenen Studie betreut Dr. med. Ernst Wellnhofer die invasive kardiologische<br />

Diagnostik einschließlich intravaskulärem Ultraschall (IVUS) und koronarer Funktionsdiagnostik.<br />

Projektstand der invasiven Diagnostik (Dr. med. Ernst Wellnhofer):<br />

Der Vergleich der IVUS-Untersuchungen 4 Monate und 1 Jahr nach Herztransplantation ist jetzt<br />

vollständig ausgewertet. Die entsprechenden hämodynamischen Daten und morphologischen<br />

und funktionellen Befunde sind in einer Datenbank hinterlegt. Die ersten Herzkatheter mit IVUS<br />

zum FU im 5. Jahr sind 2009 erfolgt.<br />

149<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Weitere Forschungsvorhaben<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Für das Jahr 2010 sind entsprechende Veröffentlichungen in Planung.<br />

Abb. 1: Links: typischer IVUS-Befund bei Transplantatsvaskulopathie (TVP) (ringförmige Verdickung der Gefäßinnenwand).<br />

Rechts: Bild einer Kombination aus importierter Koronarerkrankung und TVP (verkalkte<br />

alte Plaque zwischen 9:00 und 12:00)<br />

Abb 2: Analyse der Veränderungen von Gefäßlumen und Plaque im ersten Jahr (1 Monat schwarz, 1 Jahr rot). Klassischer<br />

Verlauf mit Wandumbau von einem fokalen zu einem diffusen Verteilungsmuster der Plaque (max. Plaquedicke rechts<br />

oben und Plaquefläche links unten). Leichte diffuse Einengung des Lumens (Negativ-Remodelling)<br />

150<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Abb. 3: Analyse der Veränderungen von Gefäßlumen und Plaque im ersten Jahr (1 Monat<br />

schwarz, 1 Jahr rot). Plaqueabnahme bei importierter koronarer Herzerkrankung<br />

Die Bedeutung von Proprotein-Convertasen bei der Entstehung der Atherosklerose<br />

und Restenose<br />

PD Dr. P. Stawowy, Dr. V. Furundzija, Dr. J. Kaufmann, Dipl.-Ing. (FH), H. Meyborg, Doktoranden<br />

2009: A. Fischoeder; B. Baumann, J. Fritzsche<br />

Kooperationspartner:<br />

PD Dr. K. Kappert, Prof. Dr. U. Kintscher, Institut für Pharmakologie/Cardiovascular Research<br />

Center (CCR), Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />

Prof. Dr. U. Querfeld, Otto-Heubner-Centrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik für Pädiatrie<br />

m. S. Nephrologie, Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />

Michel Chrétien, MD; Diseases of Aging and Regional Protein Chemistry Centers, Ottawa Health<br />

Research Institute, ON, Canada<br />

Nabil G. Seidah, PhD; Laboratory for Biochemical Neuroendocrinology, Clinical Research Institute<br />

Montreal, QC, Canada<br />

Atherosklerose ist eine progressive inflammatorische Erkrankung, gekennzeichnet durch die<br />

Anhäufung von Lipiden, Entzündungszellen und glatten Gefäßmuskelzellen in der Gefäßwand.<br />

Initiiert wird die Entstehung atherosklerotischer Läsionen durch Adhäsion und Diapedese von<br />

Monozyten durch die Endothelzellbarriere, begleitet von einer Differenzierung von Monozyten zu<br />

Makrophagen. Dies befähigt sie zur aktiven Teilnahme am Entzündungsprozess und zur<br />

151<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Weitere Forschungsvorhaben<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Endozytose modifizierter Lipoproteine. Das Wachstum der atherosklerotischen Läsion erfolgt<br />

durch die Akkumulation von Lipiden, aber auch durch Proliferation und Migration von<br />

Gefäßmuskelzellen und deren Synthese von extrazellulärer Matrix (ECM). Die Proliferation und<br />

Migration von Gefäßmuskelzellen und deren gesteigerte ECM-Synthese ist daneben von zentraler<br />

Bedeutung bei der Entstehung von Restenosen nach therapeutischen Eingriffen.<br />

Abb. 1: Vimentin-Färbung (grün) in humanen Makrophagen<br />

Eine Vielzahl der an der Entstehung und Progression der Atherosklerose beteiligten Prozesse<br />

werden durch Wachstumsfaktoren, Chemokine, Enzyme und Adhäsionsrezeptoren reguliert, von<br />

denen die Mehrzahl als inaktive Proproteine synthetisiert werden. Diese Proproteine unterliegen<br />

der spezifischen, limitierten Endoproteolyse, die zu ihrem biologisch aktiven Produkt führt.<br />

Endoproteolytische Aktivierung erfolgt an Sitzen mono-, di- oder multibasischer Aminosäuren<br />

mit dem allgemeinen Motiv (K/R)-(X)n-(K/R) ? und setzt die Anwesenheit von Proprotein-<br />

Convertasen (PCs) voraus.<br />

Die Substrat-Aktivierung wird weiterhin bestimmt durch individuelle Gewebe-, Zell- und<br />

subzelluläre Expressionsmuster von Enzym und Substrat sowie durch physikochemische<br />

Eigenschaften des Substrat-Propeptides. Bisher sind sieben eng verwandte Subtilisin/Kexinähnliche,<br />

Kalzium-abhängige Serin-Proteasen charakterisiert worden: PC1, PC2, Furin, PC4, PC5<br />

A & B, PACE4 und PC7. Jedes dieser Enzyme, allein oder in Kombination mit anderen, ist<br />

verantwortlich für die Gewebe-spezifische Prozessierung von Proproteinen. Aufgrund der<br />

potentiellen Substrate könnten diese Enzyme wichtige Regulatoren bei kardiovaskulären<br />

Erkrankungen sein.<br />

Das Ziel unserer Arbeiten ist es, die Regulation und Funktion der Proprotein-Convertasen Furin<br />

und PC5 zu untersuchen. Unsere Arbeiten zeigen, dass diese PC-Isoenzyme, verglichen mit nicht<br />

erkrankten Gefäßen, in fortgeschrittenen, vulnerablen humanen atherosklerotischen Läsionen<br />

verstärkt exprimiert werden.<br />

152<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Abb. 2: Expression von Furin-Convertase in Schaumzellen (humane instabile atheroskelrotische Läsion)<br />

Auf subzellulärer Ebene wurden Makrophagen und glatte Gefäßmuskelzellen als Hauptquellen<br />

von Furin und PC5 identifiziert. In diesen Zellen kolokalisieren die PCs mit ihren möglichen<br />

Kandidatensubstraten: Integrin alpha(v) und Matrix Metalloproteinase MT1-MMP. Integrine sind<br />

Zellmembran-lokalisierte Rezeptoren, welche die Kommunikation der Zelle mit der ECM<br />

ermöglichen. Sie sind damit maßgeblich an der Signaltransduktion, aber auch an Zellfunktionen<br />

wie Adhäsion und Migration beteiligt. Matrix Metalloproteinasen sind die wichtigsten<br />

proteolytischen Enzyme im Interstitium und sind in der Lage, ECM abzubauen. Erst die<br />

Kooperation von Integrinen und Matrix Metalloproteinasen ermöglicht Zellmotilität. Im<br />

experimentellen Restenose-Modell der Rattenaorta konnten wir demonstrieren, dass die mRNA<br />

und das Protein von Furin und PC5 in proliferierenden glatten Gefäßmuskelzellen in der<br />

Neointima induziert werden. Diese Daten belegen also weiter die Bedeutung dieser PC-Isoenzyme<br />

in der Entstehung der Atherosklerose und Restenose.<br />

Zur Untersuchung der Bedeutung von Furin und PC5 für Zellfunktionen und Signaltransduktion<br />

führen wir Zellkulturexperimente durch. Die Ergebnisse zeigen, dass Furin/PC5 Integrin alpha(v)<br />

und Membran-gebundene Matrix Metalloproteinase MT1-MMP aktivieren. Hierbei besteht eine<br />

differenzierte Notwendigkeit von Furin/PC5 in unterschiedlichen Zelltypen: Furin aktiviert<br />

Integrin alpha(v) in Gefäßmuskelzellen, aber nicht MT1-MMP; in Makrophagen aktivieren die PCs<br />

aber beide Kandidatensubstrate. Somit regulieren sie die Signaltransduktion, Proliferation und die<br />

Adhäsion/De-Adhäsion von Makrophagen und glatten Gefäßmuskelzellen. Inhibition von<br />

Furin/PC5 in vitro hemmt damit die Zellfunktionen von Makrophagen und glatten<br />

Gefäßmuskelzellen und könnte neue therapeutische Ansätze darstellen. Um die Funktion dieser<br />

Enzyme weiter definieren zu können, beschäftigen wir uns darüber hinaus auch mit der<br />

Regulation ihrer natürlichen Inhibitoren. Unsere Versuche zeigen, dass die Transformation von<br />

Monozyten zu Makrophagen, also der Prozess, der die Zellen befähigt, an der chronischen<br />

Entzündung in der Atherosklerose teilzunehmen, von einer Induktion von Furin und, begleitend,<br />

von einem Verlust seines natürlichen Inhibitors gekennzeichnet ist.<br />

Diese Daten könnten somit zur Entwicklung neuer Wirksubstanzen zur Hemmung von Furin/PC5<br />

in kardiovaskulären Zellen beitragen.<br />

153<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Weitere Forschungsvorhaben<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Übersichtsarbeit zum Thema:<br />

Stawowy P, Fleck E.<br />

Proprotein convertases furin and PC5: Targeting atherosclerosis and restenosis at multiple levels.<br />

Journal of Molecular Medicine 2005;83(11):865-75.<br />

Thrombozytenfunktionsdiagnostik<br />

Prof. Dr. E. Fleck, Dr. J. Kaufmann, PD Dr. P. Stawowy, Dipl. Ing. (FH) H. Meyborg<br />

Hintergrund: Nach aktueller Studienlage sprechen 4 % bis 30 % der Patienten, die im Rahmen<br />

einer interventionellen Therapie bei koronarer Herzerkrankung mit Clopidogrel behandelt werden,<br />

in Untersuchungen der Thrombozytenfunktion inadäquat auf die Therapie an (Low- bzw.<br />

Nonresponder). Es konnte gezeigt werden, dass eine gesteigerte Thrombozytenfunktion mit einer<br />

erhöhten Rate kardiovaskulärer Ereignisse nach perkutaner koronarer Intervention (PCI) assoziiert<br />

ist. Als Ursachen für diese Response-Variabilität werden neben der Patienten-Compliance<br />

Unterschiede in der enteralen Resorption, in der hepatischen Metabolisierung in den aktiven<br />

Metaboliten, in der Wirkung am Rezeptor (ADP- bzw. P2Y12-Rezeptor am Thrombozyten) und<br />

alternative Aktivierungswege der Thrombozyten, z. B. durch Faktoren der Gerinnungskaskade,<br />

diskutiert.<br />

Zielsetzung: Ziel der Studie ist es, mögliche Ursachen der Response-Variabilität zu untersuchen<br />

und diese zum einen mit der laborchemisch bestimmten Thrombozytenfunktion, zum anderen<br />

mit dem Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse zu korrelieren. Es werden neben herkömmlichen<br />

Substanzen auch neue Wirkstoffe getestet.<br />

Die angewendeten Testverfahren zur Untersuchung der Thrombozytenfunktion werden<br />

miteinander verglichen und durch Korrelation der Testergebnisse mit dem klinischen Verlauf im<br />

Hinblick auf ihre klinische Relevanz validiert.<br />

Methoden: Untersucht werden Patienten mit koronarer Herzerkrankung, die im Rahmen einer<br />

perkutanen koronaren Intervention (PCI mit Stentimplantation) Thienopyridine und ASS erhalten.<br />

Die Patienten werden über die Dauer der dualen Thrombozytenaggregationshemmenden<br />

Therapie beobachtet. In bestimmten zeitlichen Intervallen werden Thrombozytenfunktionstests<br />

durchgeführt, Plasma zur Bestimmung von Proteinen aliquotiert und DNA für<br />

molekulargenetische Untersuchungen isoliert. Zu jedem Zeitpunkt werden darüber hinaus<br />

Routinelaborparameter abgenommen und der klinische Verlauf dokumentiert. Als Testverfahren<br />

zur Untersuchung der Medikamentenwirkung am Thrombozyten stehen die optische<br />

Aggregometrie (APACT 4S Plus, LABiTec), die Impedanzaggregometrie im Vollblut (Multiplate,<br />

Dynabyte) und als durchflusszytometrisches Verfahren die Messung der thrombozytären<br />

Vasodilator-stimulierten Phosphoprotein (VASP)-Phosphorylierung als Marker der ADP-<br />

Rezeptorinhibition (PLTVASP/P2Y12, BioCytex) zur Verfügung. Molekulargenetisch werden<br />

Determinanten der enteralen Resorption (MDR1) und der hepatischen Cytochrom P 450abhängigen<br />

Metabolisierung (CYP3A4, CYP2C19) untersucht. Darüber hinaus werden mögliche<br />

Surrogatmarker der in vivo Thrombozytenaktivierung im Patientenplasma gemessen und mit den<br />

etablierten Verfahren zur Thrombozyenfunktionstestung korreliert.<br />

154<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Multimodale Bildgebung und Therapie in der experimentellen Atherosklerose und<br />

deren Transfer von der rein experimentellen Bildgebungsmodalität des<br />

Ultrahochfeld-MRT (7 Tesla) hin zu klinischen MRT-Scannern (3 Tesla)<br />

Prof. Dr. E. Fleck, Prof. Dr. K. Graf, Dr. R. Gebker, Dr. T. Dietrich, Dr. R. Bourayou, T. Hucko, K.<br />

Atrott, PD Dr. M. Gräfe, M. Neumann, PD I. Paetsch, PD Dr. M. Stawowy, PD Dr. D. Stibenz, C.<br />

Schneemann, Dr. C. Schneeweiss<br />

Kooperationspartner:<br />

Dr. Carsten Grötzinger, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie,<br />

Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>; Professor Mat Daemen, Pathologie, Universität Maastricht;<br />

Professor Ulrich Diernagelund, PD, und Dr. Andreas Wunder, Experimentelle Neurologie, Charité –<br />

Universitätzmedizin <strong>Berlin</strong>; Ralph Weissleder, MD, PhD, und David Sosnovik , MD, Harvard<br />

University, Boston; Dr. Bernhard Schnackenburg, Philips Medical Hamburg; PD Dr. Joachim Hütter<br />

und Dr. Lutger Dinkelborg, Bayer Schering Pharma AG, <strong>Berlin</strong>; Dr. Lillienthal, Sanofi AG, <strong>Berlin</strong>.<br />

Professor Ulrich Kintscher, Cardiovascular Research Center (CCR), Charité – Universitätsmedizin<br />

<strong>Berlin</strong>.<br />

Da gezeigt werden konnte, dass der Ruptur eines Plaques histologisch nachweisbare<br />

Veränderungen vorausgehen und man durch Immunhistologische Untersuchungen festgestellt<br />

hat, dass die molekulare Zusammensetzung der „stabilen“ und der „instabilen“ Plaques<br />

unterschiedlich ist, wird versucht, diese unterschiedlichen Moleküle an bildgebungsrelevante<br />

Moleküle zu koppeln und so für die bildgebende Diagnostik nutzbar zu machen. Zurzeit werden<br />

spezifische Ansätze von ED-B Fibronektin oder CD 40 verfolgt.<br />

Durch diese spezifischeren molekularen Kontrastmittel könnte sich der Umbau der Plaques<br />

charakterisieren lassen, und durch dieses nichtinvasive bildgebende Verfahren wäre man einen<br />

wichtigen Schritt zur Prävention, Therapie und Sekundärprophylaxe in breiten<br />

Bevölkerungsgruppen weiter.<br />

Diese ist erforderlich, da immer noch viele der akuten Herzinfarkte durch die bisherige Diagnostik<br />

nicht vorhergesehen werden. Das liegt daran, dass schon wenig ausgeprägte Gefäßveränderungen<br />

zu einer Ruptur und zu einem Gefäßverschluss und damit zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall<br />

führen können, diese wenig ausgeprägten Gefäßveränderungen aber unter der bisherigen<br />

Auflösungsgrenze der bildgebenden Diagnostik liegen. Unter Berücksichtigung der aktuellen<br />

wissenschaftlichen Ergebnisse und der technischen Entwicklungen in der kardialen<br />

Magnetresonanztomographie (CMR) scheint dieses Problem im zunehmendem Maße künftig<br />

lösbar.<br />

Die Realisierung eines solchen Projekts erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, die durch<br />

eine enge Kooperation mit verschiedenen nationalen und internationalen Partnern gewährleistet<br />

ist.<br />

155<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Weitere Forschungsvorhaben<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Abb. 1: Charakteristische Hematoxylin/Eosin-kryo-Schnitte (5µm), gefärbt mit Hämatoxylin/ Eosin, und die<br />

korrespondierenden longitudinal aufgeschnittenen und mit Sudann III gefärbten thorakalen Aorten von ApoEdefizienten<br />

Mäusen von drei unterschiedlich behandelten Gruppen<br />

Aortenwurzel Aortenbogen<br />

Abb.2: Representative hoch aufgelöste turbo-spin-Echokardiographie (Ultrahochfeld-MRT (7 Tesla). Mit black-blood-<br />

Technik aufgenommene Sequenzen von Aortenwurzeln und Aortenbögen ApoE-defizienter Mäuse, eingeteilt in 3<br />

verschiedene Behandlungsgruppen und deren korrespondierende Hematoxylin/Eosin-kryo-Schnitten (6µm)<br />

156<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Abb. 3: Nah-Infrarot-in-vivo-Bildgebung von ApoE-defizienten Mäusen mit spezifischen Antikörperfragmenten<br />

gegen CD 40 und deren korrespondierende Sudan-III-gefärbte thorakale Aorten und deren spezifische Fluoreszenz-<br />

Schnitten [20µm] der Aortenwurzeln<br />

Abb. 4: Quantifizierung von Ratten-Infarkten mittels eines humanen klinischen 3 Tesla MRT<br />

Die Publikationen und Vorträge<br />

der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

finden Sie auf beiliegender CD.<br />

157<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pierre-Auguste Renoir – Porträt Coco (1896-1899)<br />

Paris – Sammlung L. D. Gaboriaud<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

158<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Leitung<br />

Prof. Dr. med. Felix Berger<br />

Direktor der Klinik<br />

Augustenburger Platz 1<br />

13353 <strong>Berlin</strong><br />

Telefon: +49 30 4593 - 2800<br />

Telefax: +49 30 4593 - 2900<br />

159<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsbericht<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

5 Jahre nach Amtsübernahme nach langjähriger Führung der Klinik durch Prof. Dr. Lange zeigt<br />

sich die Klinik für angeborene Herzfehler gut gerüstet für die Zukunft. Im klinischen Sektor<br />

behauptet sie nach wie vor eine Spitzenposition in Deutschland, wie auch im internationalen<br />

Vergleich zumindest in Europa. Die Anzahl der stationär behandelten Patienten konnte um fast<br />

100 gesteigert werden, womit bei unveränderter Inzidenz angeborener Herzfehler an die hohen<br />

Zahlen zu Beginn des 21. Jahrhunderts direkt angeknüpft werden konnte. Die Steigerung der<br />

Patientenbehandlung spielt sich nahezu exklusiv in der Altersgruppe der Kinder zwischen 1 und<br />

18 Jahren ab, dabei konnte die Zahl der behandelten Neugeborene und Säuglinge, wie auch der<br />

Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern ebenfalls konstant gehalten werden. Das Ausmaß von<br />

Diagnostik und Behandlung angeborener Herzfehler an unserer Klinik zeichnet sich weiterhin<br />

durch einen sehr großen Anteil an Überregionalität aus, wobei ganz gezielt die Rekrutierung von<br />

Patienten aus dem Ausland forciert wurde. Hier spielen die russischen Staaten eine besondere<br />

Rolle, von den fast 1.200 stationär behandelten Fällen kommen fast 140 Patienten aus Russland<br />

und den russischen Anrainerstaaten. In diesem Zusammenhang sind auch strukturelle<br />

Veränderungen innerhalb der Klinik erfolgt, Website, Online-Portale und direkte<br />

Kommunikationsstrukturen in Landessprache – um dem Servicebedarf der meist nicht<br />

deutschsprachigen Patienten auch gerecht zu werden. Nicht zuletzt deshalb sind feste<br />

Kooperationen mit russischen Stiftungen etabliert worden, die unkompliziert die finanzielle<br />

Abwicklung für diese Patienten gewährleisten können. Mit fast 15 % Anteil ausländischer<br />

Patienten an der Gesamtpatientenzahl und ähnlicher Größenordnung aus budgetärer Sicht der<br />

Klinik ist hier eine kritische Größe erreicht, weswegen große Anstrengungen unternommen<br />

wurden, eine gewisse Zuweiserstabilität und Verlässlichkeit hinsichtlich dieser Patientenströme zu<br />

erreichen. Bisher stellt dieser Sektor ungebrochen einer der Wachstumsmärkte dar, der ohne die<br />

inländische Basisversorgung zu beeinträchtigen, auch noch weiter entwickelt werden soll und<br />

kann. Ein Garant für die nationale und internationale Wahrnehmung und Ausnahmestellung des<br />

DHZB war und ist die jederzeitige Aufnahmebereitschaft für Notfälle aus allen Teilen<br />

Deutschlands und der Welt, was sich auch insbesondere dadurch abzeichnet, dass selbst große<br />

renommierte Zentren in Deutschland Ihre Patienten ans DHZB überweisen, weil insbesondere die<br />

Therapie der finalen Herzinsuffizienz mit dem Einsatz der mechanischen Kreislaufunterstützung<br />

auch bei Säuglingen und Kleinkindern bis hin zum Herztransplantationsprogramm im Kindesalter<br />

mit spezieller Expertise versehen ist. Gerade auf diesem schwierigen Behandlungsfeld der kritisch<br />

kranken Kinder zeichnet sich eine große Problematik ab, da aufgrund der<br />

Spenderorganverknappung die Wartezeiten selbst für Kinder in kritischem Zustand enorm<br />

verlängert sind. Besonders deswegen ist für die Zukunft eher damit zu rechnen, dass die Anzahl an<br />

elektiven Transplantationen von der Warteliste deutlich abnimmt und immer mehr die passagere<br />

mechanische Kreislaufunterstützung für diese Patienten eine Rolle spielt. Darüber hinaus spielt in<br />

diesem speziell jungen Patientenkollektiv eine lange Wartezeit eine erhebliche, insbesondere auch<br />

die Sozialstruktur der betroffenen Kinder und Familien direkt beeinflussende Rolle. Nicht selten<br />

sind Probleme wie Trennung, Arbeitslosigkeit, Deprivierung und Psychosomatische Erkrankungen<br />

bei den Eltern begleitend, da mittlerweile durchgehend mit Wartezeiten von mehreren Monaten<br />

bis zur Transplantation zu rechnen ist und die Angehörigen häufig fern der Heimat aus ihrem<br />

normalen Umfeld herausgerissen sind. Um diese Gesamtproblematik mit auffangen zu können,<br />

wird ein besonderer Stellenwert auf therapiebegleitende psychologische Betreuung gelegt. In der<br />

Zwischenzeit wurden Erfolg versprechende Anstrengungen unternommen, um neben der<br />

Krankenhausseelsorge auch speziell für diese Patienten eine längerfristig fremdfinanzierte<br />

Psychologin einstellen zu können.<br />

160<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Die direkte Nachbarschaft des DHZB aus der Sicht der Klinik für angeborene Herzfehler zeigt nach<br />

wie vor in <strong>Berlin</strong> und Brandenburg nahezu ein Alleinstellungsmerkmal hinsichtlich der Chirurgie<br />

der angeborenen Herzfehler, nur marginal ist die Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong> an der<br />

herzchirurgischen Versorgung der angeborenen Herzfehler beteiligt. Hier haben sich insbesondere<br />

der strategisch enorm wichtige Standort zum großen Perinatalzentrum der Charité auf dem<br />

Campus Virchow Klinikum und die gute integrative kooperative Interaktion mit der Klinik für<br />

Pädiatrie mit Schwerpunkt Kinderkardiologie und der gesamten universitären Kinderklinik der<br />

Charité als ein funktionierendes Kooperationsmodell erwiesen. Mit dem Zusammenbrechen der<br />

kinderkardiologischen Klinik an der Universität Rostock ist über ähnliche<br />

Kooperationsbemühungen mittlerweile eine stabile Zuweisersituation entstanden, die die<br />

Patientenversorgung insbesondere auch kritisch kranker Neugeborener aus Mecklenburg-<br />

Vorpommern durch das DHZB sicher stellen lässt. Bisher basiert dieses Versorgungsmodell noch<br />

auf Absprachen zwischen den versorgenden Einrichtungen, parallel dazu werden jedoch<br />

Anstrengungen unternommen, um über vertragliche Kooperationsvereinbarungen unter<br />

Einbeziehung der landespolitischen Versorgungsstrukturierung eine die Patientenversorgung<br />

betreffende verlässlichere Situation für das DHZB anzustreben.<br />

Im Bereich der Gesundheitspolitik ergeben sich für die Klinik für angeborene Herzfehler neue<br />

Herausforderungen, sind diesbezüglich eindeutige gesetzliche Vorgaben durch den gemeinsamen<br />

Bundesausschuss veröffentlicht worden. Der Gesetzgeber hat mit dem § 116b SGB V explizit die<br />

Einrichtung von Spezialambulanzen an Krankenhäusern propagiert. Aus der Sicht unserer Klinik<br />

spielen hier wesentlich die Krankheitsbilder Marfan Syndrom und Pulmonal Arterielle<br />

Hypertension die entscheidende Rolle. Im Jahre 2009 wurden daher alle Vorbereitungen in<br />

Kooperation mit der Charité unternommen, um hier die Spezialambulanzen eröffnen zu können.<br />

Mittlerweile ist die erste Spezialambulanz in direkter Kooperation mit der Charité für Marfan<br />

Patienten am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> erfolgreich gestartet, die Vorbereitungen zur<br />

Spezialambulanz für Patienten mit Pulmonal Arterieller Hypertension laufen auf Hochtouren.<br />

Eine weitere Möglichkeit einer Spezialambulanz wurde vom Gesetzgeber hinsichtlich des<br />

gesamten Gebietes der Kinderkardiologie eröffnet. Dieses sensible Feld betrifft direkt die<br />

Interaktion mit den zahlreichen niedergelassenen Kinderkardiologen in <strong>Berlin</strong> und Brandenburg<br />

(<strong>Berlin</strong> / Brandenburg weist die höchste regionale Anzahl an niedergelassenen Kinderkardiologen<br />

Deutschlands auf), so dass bewusst in direkter Kommunikation mit unseren langjährig treuen<br />

Zuweisern auf eine Eröffnung einer Spezialambulanz für Kinderkardiologie nach §116b SGB V<br />

bisher verzichtet wurde. Dennoch muss man aus Kliniksicht feststellen, dass, obwohl ein MVZ Sitz<br />

Kinderkardiologie existiert und zwei persönliche Ermächtigungen die ambulante Versorgung<br />

dieser Patienten derzeit hinlänglich regelt, die Interaktion mit der Kassenärztlichen Vereinigung<br />

insbesondere mit der Einführung des Regelleistungsvolumens zunehmend schwierig wird und<br />

manchmal das Gefühl entsteht, einer gewissen Willkür ausgesetzt oder zumindest vom<br />

Wohlwollen der Gremien abhängig zu sein. Im Jahr 2010 ist die Konkretisierung der<br />

Zulassungsvoraussetzung nach §116b für Kinderkardiologie geplant, an der wir uns in<br />

Beraterfunktion für den G-BA beteiligen durften. Basierend auf dem Trend des G-BA weniger eine<br />

Mindestmengenregelung als vielmehr eine hohe Strukturqualität zu fordern, erhoffen wir uns eine<br />

nachvollziehbare Klarheit, um ohne die Niedergelassenen zu beschneiden, die Beantragung einer<br />

Spezialambulanz für Kinderkardiologie betreiben zu können. Dies würde das schwierig<br />

rezufinanzierende Feld der ambulanten Medizin für Angeborene Herzfehler am Deutschen<br />

<strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> von einer immer wieder neu zu beantragenden Ermächtigungssituation mit<br />

all den verbundenen Schwierigkeiten freistellen können. Sämtliche Schritte sind stets in enger<br />

Abstimmung mit unseren direkten regionalen Kooperationspartnern, den niedergelassenen<br />

Kinderkardiologen, erfolgt, um mit intensiver und umfänglicher Informationspolitik Transparenz<br />

für unsere Partner zu wahren.<br />

161<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsbericht<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Der Trend viele angeborene Herzfehler interventionell ohne Operation zu behandeln ist<br />

ungebrochen und eine der herausragenden Stärken der Klinik für Angeborene Herzfehler mit einer<br />

unangefochtenen Vormachtstellung auf diesem Gebiet in Deutschland und Europa. Die Klinik für<br />

Angeborene Herzfehler hat in diesem Zusammenhang sowohl für den größten europäischen<br />

Kongress für Interventionelle Kardiologie angeborener Herzfehler in Mailand, als auch für den<br />

Weltkongress für Kinderkardiologie komplexe interventionelle Herzkatheteruntersuchungen mit<br />

großem Erfolg und großer Reputation live via Satellit übertragen. Für die interventionelle<br />

Pulmonalklappenimplantation sind wir internationales Ausbildungs-und Trainingszentrum<br />

geworden und haben in diesem Zusammenhang in Kooperation mit der Firma Medtronic schon<br />

zwei internationale Proctor-Meetings veranstaltet. Das interventionelle Herzkatheterprogramm<br />

ist bei weitem das umfangreichste gemessen an Anzahl und Komplexität in Deutschland,<br />

weswegen man hier von der Funktion einer Referenzklinik für Interventionelle Kardiologie<br />

angeborener Herzfehler sprechen kann.<br />

Parallel zu den Entwicklungen der interventionellen Kardiologie ist von den Kollegen der Klinik für<br />

Herz-Thorax- und Gefäßchirurgie die chirurgische Versorgung hochkomplizierter Herzfehler<br />

innovativ weiter vorangetrieben worden. Als letztjährige herausragende Neuetablierung muss die<br />

Fontankomplettierung ohne den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine genannt werden.<br />

Bemerkenswert bleibt, dass aufgrund der exzellenten chirurgischen und anästhesiologischen<br />

Versorgung unserer komplexen Patienten, eines der größten operativen Programme Deutschlands<br />

über die kleinste Intensiveinheit (lediglich 7 Beatmungsplätze) organisiert werden kann. Die<br />

Beatmungs -und Liegezeiten sind im direkten Vergleich mit den anderen großen Kliniken in<br />

Deutschland mit Abstand die Kürzesten. Obwohl man immer wieder an Kapazitätsgrenzen stößt,<br />

konnte durch intensive Logistik die Anzahl an operierten Patienten erheblich gesteigert werden, so<br />

dass die Maximalzahlen der 90-er Jahre wieder erreicht wurden. Die Hybridtherapie angeborener<br />

Herzfehler wird konsequent vorangetrieben, so dass mit hoher Effizienz nicht nur die Therapie des<br />

Hypoplastischen Linksherzsyndroms sondern insbesondere die Behandlung hochkomplexer<br />

angeborener Herzfehler schonender und effektiver gestaltet werden kann. Gerade dafür ist der<br />

hochmoderne Hybrid-Operationsaal optimal gestaltet und mit allen notwendigen technischen<br />

Erfordernissen ausgerüstet, was auch an der Auslastung des Operationssaales abzulesen ist. Der<br />

hohe Anteil an<br />

Neugeborenen- und Erwachsenen-Chirurgie ist dabei unverändert und untermauert die<br />

Wichtigkeit dieser beiden Patientengruppen. Bei nahezu unveränderter Inzidenz angeborener<br />

Herzfehler sind die steigenden Patientenzahlen im Erwachsenenalter ein eindrücklicher Beweis für<br />

die Qualität der medizinischen Betreuung dieser Patienten. Die Patienten erreichen mittlerweile<br />

durch die qualitätsgesicherten Behandlungsmöglichkeiten mit über 90 % Wahrscheinlichkeit das<br />

Erwachsenenalter. Dabei sind Leistungsfähigkeit und Lebensqualität und soziale Integration die<br />

Eckpfeiler der Einschätzung des Behandlungsergebnisses, da trotz steigender Komplexität die<br />

Behandlungsletalität auf niedrigem Niveau gehalten werden konnte.<br />

Im assoziierten Kompetenznetz für Angeborene Herzfehler sind im Verlaufe des Jahres 2009<br />

entscheidende Strukturveränderungen eingetreten. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt, Prof.<br />

Dr. Abdul-Khaliq, ein ehemaliger langjähriger Mitarbeiter unserer Klinik, jetzt<br />

Universitätsprofessor an der Universität in Homburg Saar, wurde zum neuen<br />

Vorstandsvorsitzenden des neuen Kompetenznetzes für angeborene Herzfehler e.V. gewählt.<br />

Parallel dazu konnte ein in der Funktion eines Aufsichtsrats arbeitender Lenkungsausschuss<br />

gewählt werden, der auch an der Strukturierung des Kompetenznetzes als Vorbereitung für die<br />

Zukunft und die Verstetigung des Forschungsnetzes über die öffentliche Förderperiode von 2012<br />

hinaus beteiligt ist.<br />

162<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Unsere Klinik für Angeborene Herzfehler ist in nahezu allen Hauptprojekten wissenschaftlich<br />

engagiert und trägt sehr förderlich für das hohe Ziel der Patientenrekrutierung bei. Neben der<br />

klinischen Maximalversorgung der Patienten und im Einklang mit der Satzung des DHZB konnte<br />

die Forschungsleistung der Klinik für Angeborene Herzfehler weiter auf sehr hohem Niveau<br />

ausgebaut werden.<br />

2–jähriger Junge 24 h nach erfolgreicher Operation eines angeborenen Herzfehlers<br />

Die Drittmitteleinwerbungen sind im direkten Vergleich mit den anderen Kliniken in Deutschland<br />

bei weitem am Höchsten und sind ein direkter Beleg für die hohe Qualität der Forschungsleistung<br />

unserer mittlerweile auch international etablierten Forschergruppen. Nicht zuletzt deswegen<br />

konnte erfolgreich erstmals für das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> eine umfangreiche<br />

Forschungsförderung der Europäischen Union im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms in<br />

Kooperation mit den Universitäten Zürich, Wien und Eindhoven eingeworben werden. Im<br />

Zusammenspiel mit den beteiligten Universitäten soll eine autolog gezüchtete zum Wachstum<br />

fähige Herzklappe in einem resorbierbaren Stent fixiert werden und mit Hilfe minimal invasiver<br />

Herzkathetertechnik implantiert werden (FP7 – LifeValve, Projektnummer 242008, Dr. B. Schmitt).<br />

Das Forschungsprojekt wird über die nächsten 5 Jahre mit 3.292.372,-€ von der EU gefördert.<br />

Daneben konnten durch konsequente weitere Einwerbung von Drittmitteln die aufwändigen<br />

Forschungsprogramme der großen Forschungsgruppen unserer Klinik, der nicht-invasiven<br />

Bildgebung (Prof. Dr. Kühne), der Erforschung der Auswirkungen der Hypothermie auf unreife<br />

Zelllinien (Frau Dr. K. Schmitt) und die interventionelle Kardiologie (PD Dr. Ewert) weitergeführt<br />

werden. Ein Großteil der Forschungsleistung konnte auch wiederum im Jahr 2009 in zahlreichen<br />

Publikationen veröffentlicht werden (24 Originalarbeiten in hochrangigen überwiegend<br />

internationalen Zeitschriften). Zusätzlich konnten wir für die beiden Kolleginnen Frau PD Dr.<br />

Nagdyman und Frau PD Dr. Klaassen das ordentliche Habilitationsverfahren an der Charité<br />

erfolgreich abschließen. Damit sind mittlerweile seit Bestehen der Klinik für angeborene<br />

Herzfehler 11 Habilitationen und 75 Promotionen erfolgreich abgeschlossen worden, was man<br />

auch als Ausdruck der kontinuierlichen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses<br />

interpretieren darf.<br />

163<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsbericht<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Die Hauptschwerpunkte der wissenschaftlichen Ausrichtung unserer Klinik:<br />

• Quantitative Echokardiografie (Leiter: Dr. B. Peters, Dr. M. Yegitbasi)<br />

• Gewebedoppleruntersuchungen angeborener Herzfehler<br />

(Leiter: Dr. O. Miera, Dr. M. Yegitbasi)<br />

• Neuroprotektion (Leiterin: Fr. PD Dr. N. Nagdyman; Fr. Dr. K. Schmitt)<br />

• Pulmonale Hypertension und rechtsventrikuläre Physiologie<br />

(Leiter: Dr. O. Miera, Fr. B. Farahwaschy)<br />

• Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (Leiter: Dr. S. Ovrutskiy, Fr. Dr. N. Nagdyman)<br />

• Herzkatheterinterventionen (Leiter: PD Dr. P. Ewert)<br />

• Magnetresonanztomografie angeborener Herzfehler und nichtinvasive Bildgebung<br />

(Leiter: Prof. Dr. T. Kühne, Fr. Dr. E. Riesenkampff, Dr. S Nordmeyer, Dr. B. Schmitt)<br />

- Interventionelle MRT-Untersuchungen<br />

- Hämodynamische Messungen im MRT<br />

- Erstellung dreidimensionaler naturgetreuer Herzmodelle als Hilfe zur Operationsentscheidung<br />

- Virtuelle Operationsplanung<br />

- Funktionsanalyse des rechten Ventrikels<br />

- Darstellung von Flussvektoren<br />

- Analyse der Muskelfaserorientierung des Myokards<br />

- Vernetzung auf dem Gebiet der Bildgebung in der Medizin<br />

• Schrittmachertherapie und Resynchronisationstherapie bei angeborenen Herzfehlern<br />

(Leiter: Dr. P. Peters)<br />

• Langzeitverlauf bei angeborenen Herzfehlern<br />

(Leiter: Dr. S. Ovrutskiy, Prof. Dr. V. Alexi-Meskishvili)<br />

• Kreislaufunterstützung bei Kindern (Leiterin: Dr. Miera, Dr. M. Hübler, Prof. Dr. Y. Weng)<br />

• Blutsparendes und blutfreies Operieren im Neugeborenen -und Säuglingsalter<br />

(Leiter: Dr. M. Hübler, Dr. M. Redlin, Hr. W. Böttcher)<br />

• Hypothermieforschung am unreifen Neuron, an der unreifen Myokard-und Endothelzelle<br />

(Leiterin: Fr. Dr. K. Schmitt, Fr. Dr. A. Diestel, Fr. C. Spencer,)<br />

Die Kongressveranstaltungen, das 6. DHZB Lange Symposium „Herz im Takt“ am 24. und 25.<br />

Januar 2009 im dbb Forum an der Friedrichstraße und die beiden Peer-to-Peer Symposien<br />

„Interventioneller Pulmonalklappenersatz“ am 14. und 15. September 2009 und 17. und 18.<br />

Dezember 2009 <strong>Berlin</strong> waren mit großem Erfolg und Publikumsinteresse gekrönt. Gerade das<br />

mittlerweile traditionelle, jährliche DHZB Lange Symposium erfreut sich zunehmender<br />

Beliebtheit, zu dem gerne auch die vielen ehemaligen Mitarbeiter der Klinik insbesondere aus<br />

Deutschland und dem näheren Ausland zur Fortbildung an die ehemalige Wirkungsstätte<br />

zurückkehren.<br />

Prof. Dr. med. Felix Berger<br />

Direktor der Klinik<br />

164<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Prof. Dr. med. Felix Berger am Kinderbett<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

165<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Herkunft Patienten 2009<br />

n = 1185 stationäre Aufnahmen<br />

ges<br />

Schleswig Holstein<br />

Bremen<br />

Hamburg<br />

Niedersachsen<br />

Mecklenburg -Vorpommern<br />

Sachsen-Anhalt<br />

Brandenburg<br />

Abb. 1:<br />

Die Rekrutierung internationaler Patienten mit angeborenen Herzfehlern konnte auf hohem Vorjahresniveau stabilisiert werden. Unverändert kommen die<br />

meisten Patienten aus Osteuropa und hier insbesondere aus Russland und seinen Anrainerstaaten.<br />

100%<br />

80%<br />

60%<br />

40%<br />

20%<br />

0<br />

3<br />

30<br />

14<br />

53<br />

3<br />

37<br />

15<br />

45<br />

3<br />

44<br />

16<br />

37<br />

Nordrhein -Westfalen<br />

Rheinland -Pfalz<br />

4<br />

Saarland<br />

3<br />

43<br />

18<br />

36<br />

1<br />

28<br />

3<br />

15<br />

Hessen<br />

4<br />

Baden-Württemberg<br />

18<br />

6 49<br />

27<br />

Thüringen<br />

2<br />

74<br />

Bayern<br />

Abb. 2 und 3:<br />

Die prozentuale Verteilung der zur stationären und ambulanten Betreuung zugewiesenen Patienten aus <strong>Berlin</strong>, dem direkten Umland und deutschlandweit<br />

ist unverändert. Mit 15 % ausländischen Patienten im stationären und 6 % im ambulanten Bereich stellt die internationale Patientenrekrutierung einen<br />

wichtigen Stellenwert im Erlösmix der Klinik für Angeborene Herzfehler dar. Eine weitere Steigerung scheint hier nicht realistisch, umso wichtiger sind die<br />

Anstrengungen zur Konsolidierung dieses so wichtigen außerbudgetären Geschäftsfeldes.<br />

<strong>Berlin</strong><br />

485<br />

244<br />

Sachsen<br />

Stationäre Aufnahmen (n ges=<br />

21.804)<br />

Prozentuale Herkunft der Patienten<br />

3<br />

38<br />

22<br />

37<br />

1<br />

40<br />

22<br />

37<br />

2<br />

42<br />

20<br />

36<br />

3<br />

38<br />

19<br />

40<br />

5<br />

44<br />

17<br />

34<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

13<br />

3<br />

43<br />

19<br />

35<br />

32<br />

Osteuropa 138<br />

Westeuropa 14<br />

Mittl. Osten 16<br />

Andere 12<br />

<strong>Berlin</strong> Brandenburg Deutschlandweit Ausland<br />

‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

166<br />

3<br />

40<br />

18<br />

39<br />

5<br />

36<br />

19<br />

40<br />

6<br />

36<br />

23<br />

35<br />

10<br />

33<br />

20<br />

37<br />

8<br />

32<br />

25<br />

35<br />

6<br />

30<br />

24<br />

40<br />

8<br />

28<br />

23<br />

41<br />

10<br />

28<br />

23<br />

39<br />

15<br />

26<br />

24<br />

35<br />

15<br />

23<br />

21<br />

41


100%<br />

80%<br />

60%<br />

40%<br />

20%<br />

0<br />

[n]<br />

1500<br />

1000<br />

500<br />

0<br />

11,5<br />

9<br />

79<br />

Abb. 3: siehe Abb. 2<br />

21%<br />

67%<br />

12%<br />

16<br />

18<br />

65,5<br />

>18 Jahre n= 6.526<br />


[n]<br />

4000<br />

3000<br />

2000<br />

1000<br />

0<br />

1145<br />

29%<br />

71%<br />

1612<br />

20%<br />

80%<br />

3001<br />

23%<br />

77%<br />

3256<br />

25%<br />

75%<br />

3061<br />

27%<br />

73%<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

3252<br />

34%<br />

66%<br />

2989<br />

34%<br />

66%<br />

3252<br />

33%<br />

67%<br />

3504<br />

35%<br />

65%<br />

3767<br />

37%<br />

63%<br />

Abb.: 5:<br />

Die Anzahl ambulant betreuter Patienten konnte auf hohem Vorjahresniveau stabilisiert werden. Am hälftigem Verteilungsmuster Kinder und Erwachsene<br />

mit angeborenem Herzfehlern hat sich nichts geändert. Der Trend zunehmend mehr Diagnostik und Therapie in den ambulanten Sektor zu verlagern, ist<br />

mittlerweile auch für das Kindesalter nachzuvollziehen. Damit sind stetig die Anforderungen an eine hochqualitative ambulante Betreuung gestiegen.<br />

Wenn dennoch die hohen Patientenzahlen gehalten werden können, muss dies auch als Effizienzsteigerung in diesem Bereich interpretiert werden.<br />

[n]<br />

35<br />

30<br />

25<br />

20<br />

15<br />

10<br />

5<br />

0<br />

>18 Jahre<br />


[n]<br />

1000<br />

900<br />

800<br />

700<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

2<br />

108<br />

‘88<br />

5<br />

184<br />

‘89<br />

26<br />

305<br />

‘90<br />

120<br />

419<br />

‘91<br />

224<br />

471<br />

‘92<br />

200<br />

478<br />

‘93<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

172<br />

488<br />

‘94<br />

184<br />

519<br />

‘95<br />

195<br />

529<br />

‘96<br />

221<br />

506<br />

‘97<br />

314<br />

432<br />

‘98<br />

Abb. 7:<br />

Die Gesamtzahl der im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> behandelten Patienten mit angeborenen Herzfehlern konnte erheblich im Jahr 2009 gesteigert<br />

werden. Dabei sind sowohl die Anzahl interventionell, als auch der operativ behandelten Patienten deutlich gestiegen. Damit kommt erstmals die Zahl von<br />

1.000 behandelten Patienten mit einem angeborenen Herzfehler im DHZB im Kalenderjahr in greifbare Nähe. Das DHZB behauptet damit wiederum eine<br />

Spitzenposition unter den spezialisierten Zentren in Deutschland.<br />

[n]<br />

350<br />

300<br />

250<br />

200<br />

150<br />

100<br />

50<br />

0<br />

30<br />

Interventionen<br />

Operationen<br />

interventioniert<br />

operiert<br />

63<br />

52<br />

69<br />

Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Operationen und Katheter-Interventionen<br />

304<br />

432<br />

‘99<br />

345<br />

415<br />

‘00<br />

357<br />

380<br />

‘01<br />

425<br />

343<br />

‘02<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

421<br />

350<br />

‘03<br />

Patienten im Erwachsenenalter (n = 3.971)<br />

ges<br />

90<br />

96<br />

118<br />

155 160 169<br />

227<br />

231<br />

271<br />

291<br />

409<br />

420<br />

‘04<br />

249 244 234<br />

392<br />

441<br />

‘05<br />

227<br />

365<br />

511<br />

‘06<br />

388<br />

485<br />

‘07<br />

236 233<br />

‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

Abb. 8:<br />

Das DHZB bleibt Referenzzentrum für die Behandlung angeborener Herzfehler im Erwachsenenalter. Diese Patienten sind charakterisiert durch meist<br />

vielfache Vorbehandlungen und hoher Begleitmorbidität, was für die Therapie des Einzelnen eine hohe Behandlungsintensität und –komplexität bedeutet.<br />

Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> liegt mit jährlich mehr als 250 behandelten Patienten im Erwachsenenalter weiterhin international in der Spitzengruppe<br />

der Maximalversorgungszentren in Europa. Der hohe Anteil an interventionell behandelten Patienten ist Ausdruck einer Spezialisierung auf diese minimalinvasive<br />

Behandlungsformen.<br />

169<br />

404<br />

472<br />

‘08<br />

264<br />

449<br />

527<br />

‘09<br />

262


[n]<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

[n]<br />

900<br />

600<br />

300<br />

0<br />

33<br />

73<br />

235<br />

423<br />

28%<br />

571<br />

39%<br />

553<br />

36%<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

106<br />

>18 Jahre<br />


[n]<br />

20<br />

10<br />

0<br />

4,3%<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Stationäre Mortalität nach Operationen angeborener Herzfehler<br />

Korr Pall<br />

Re-Korr Kreislaufunterstützungsysteme<br />

Transplantation sonst.OP<br />

3,3% 3,5%<br />

1,8%<br />

2,1%<br />

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />

Abb. 11:<br />

Die Letalitätszahlen konnten auf internationalem Standard stabil niedrig gehalten werden, insbesondere wenn man bedenkt, dass in die Gesamtletalität<br />

auch verstorbene Patienten am Kunstherz, nach komplizierten Herz- oder Herz-Lungen-Transplantationen und auch die nach multiplen Voroperationen, die<br />

per se mit einem erheblich höheren Risiko belegt sind, mit eingehen. Zur Senkung der Gesamtletalität hat dabei über die Jahre sicherlich eine<br />

leitliniengerechte Therapien als Garant für eine hohe Behandlungsqualität beigetragen.<br />

Klappenimplantationen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern<br />

1988–2009 (n = 1311)<br />

Mitralklappe<br />

85<br />

Trikuspidalklappe<br />

52<br />

autologe<br />

Aortenklappen<br />

97<br />

Pulmonalklappe OP<br />

757<br />

Aortenklappe<br />

273<br />

Abb. 12:<br />

Bei angeborenen Herzfehlern sind Klappenoperationen besonders häufig. Wenn auch die Rekonstruktionen unter Erhalt der eigenen Klappen zunehmen und<br />

einen zunehmenden Stellenwert einnehmen, so ist der operative Ersatz der Pulmonalklappe und der Aortenklappe noch nicht wegzudenken. Im Bereich der<br />

Aortenklappenoperationen ist der autologe Aortenklappenersatz mit der eigenen Pulmonalklappe in Aortenposition, die sogenannte Ross-Operation, eine<br />

besondere Spezialität des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong>. Bei der Pulmonalklappenoperation ist der nichtoperative Ersatz mit Hilfe der kathetergestützten<br />

Implantation einer Stentklappe (Melodyklappe) eine alternative Möglichkeit minimalinvasiv einen Herzklappenersatz vorzunehmen. In Deutschland<br />

verfügt hier das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> über die größte Einzelzentrumserfahrung und fungiert als internationales Trainings- und<br />

Ausbildungszentrum.<br />

171<br />

2,2%<br />

4,0%<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

3,2%<br />

3,7%<br />

3,8%<br />

Pulmonalklappe IV<br />

Melody 47


[n]<br />

90<br />

60<br />

30<br />

0<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Pulmonalklappenimplantationen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern<br />

1988–2009 (n = 804)<br />

Melody (n=47)<br />

Xenograft (n=332)<br />

Homograft (n=418)<br />

Mechanische Klappe (n=7)<br />

‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

Abb. 13 :<br />

Mit der Einführung des interventionellen Pulmonalklappenersatzes mit der Melody-Klappe (lila Säule) im Jahre 2007 hätte man eigentlich einen Rückgang<br />

der operativen Zahlen (Summe aus Anzahl der Xenograft-, Homograft- und mechanische Klappen-OPs) um den Anteil an interventionell implantierten<br />

Klappen erwarten können. Die durchschnittliche Anzahl von 50 Pulmonalklappenoperationen der letzten 6 Jahre jedoch konnte dennoch wieder erreicht<br />

werden. Das bedeutet, dass der Anteil der interventionell implantierten Klappen mit einer Neurekrutierung von Patienten einhergegangen ist. Dies ist ein<br />

eindeutiger Beweis dafür, dass eine Investition in eine neue Behandlungstechnik mit der Erlangung eines Alleinstellungsmerkmals nicht nur die Erweiterung<br />

des eigenen Behandlungsspektrums sondern insbesondere auch eine Steigerung der Patientenzahlen mit sich bringt.<br />

Abb. 14:<br />

Einer der Forschungsschwerpunkte der nichtinvasiven Bildgebungseinheit unter der Leitung von Prof. Dr. Kühne ist die computergestützte Operationsplanung. Anhand von MRT<br />

Datensätzen wird in aufwändigen Computersimulationen der optimale Patch zur Rekonstruktion eines angeborenen Herzfehlers berechnet. Die drei intraoperativen Fotos zeigen die<br />

Anpassung eines Kunststoffflickens an die Anatomie des kleinen Patienten bei dem Verschluss eines angeborenen Loches zwischen den beiden Pumpkammern. Im linken Bild wird der<br />

weiße Flicken in das Herz eingenäht und nach rechts vor vollständiger Fixierung durch die Schere manuell an die Erfordernisse angepasst. Dies erfordert eine erhebliche Erfahrung und<br />

ein gutes dreidimensionales Vorstellungsvermögen des Chirurgen, da er nicht nur Größe und Form anpassen muss, sondern insbesondere vorausberechnen muss, wie sich die<br />

Rekonstruktion bei der Füllung des Herzens mit Blut und bei der Pumpbewegung nach Abgang von der Herz-Lungen-Maschine verhält. Ähnlich der Planung eines Schnittmusters soll<br />

nun mit Hilfe der Computersimulation mit virtueller Dreidimensionalität der Bildgebungsdatensätze die optimale Form berechnet werden. Rechts unten ist die computergestützt<br />

errechnete Form eines Flickens zur optimalen Erweiterung eines engen Aortenbogens angebildet. Vogue Men’s Titel: Veranschaulichung der virtuellen Planung einer Operation nach<br />

einem Schnittmuster aus Vogue Men’s September 6, 2005.<br />

172<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Computersimulation


Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Flusssensitive 4-D MRT<br />

– Darstellung der Flussvektoren –<br />

Abb. 15:<br />

Diese Illustration zeigt den Arbeitsablauf einer Berechnung des “optimalen” Patches für die Korrektur eines unterentwickelten Aortenbogens. Das Bild oben links bringt die<br />

segmentierten Regionen des Aortenbogens als Grundlage zur Berechnung und Computersimulation zur Darstellung. Das mittlere Bild der oberen Reihe zeigt die Konturen des<br />

berechneten Flickens. Anhand dieses Schnittmusters kann der Chirurg den Patch bei der Operation zurecht schneiden oder der Patch kann maßgeschneidert industriegefertigt für den<br />

individuellen Patienten bestellt werden. Die beiden rechten Bilder zeigt ein nach originalen MRT-Daten gefertigtes Abbild eines hypoplastischen Bogens (oben rechts) vor und nach<br />

der operativen Korrektur durch den Chirurgen mit dem maßgeschneiderten Patch (unten rechts). Es resultiert ein optimales Ergebnis was nciht nur morphologisch sondern auch<br />

flussdynamisch optimiert vorausberechnet war.<br />

Abb. 16:<br />

Bei der 4-D flusssensitiven MRT wird die Geschwindigkeit des fließenden Blutes in 3 räumlichen Richtungen über die Zeit bestimmt. Diese Berechnung und Darstellung eröffnet die<br />

Möglichkeit einer detaillierten Analyse der dreidimensionalen Flusscharakteristiken des Blutes an oder um anatomische Strukturen des Herzens oder der Gefäße. Gemessen und<br />

analysiert werden dabei Beschleunigung, Turbulenz, antegrade, retrograde und helikale Flussvektoren. Es ist nun erstmals möglich, komplexe Flussmuster dreidimensional zu<br />

visualisieren und interpretieren. Als Beispiel ist links ein normaler Aortenbogen und rechts ein Aortenbogen mit einer Verengung (grüner Pfeil) und einem Aneurysma (lila Pfeil), eine<br />

ballonartige Aussackung, dargestellt. Im linken Bild erkennt man sehr schön das laminare Flussmuster ohne Turbulenzen und nahezu keine helikalen Flussvektoren als Ausdruck eines<br />

normalen physiologischen Flussmusters. Im rechten Bild hingegen sind hohe Geschwindigkeiten (tiefe rote Farbe der Flussvektoren) mit hohem Anteil an turbulenten und helikalen<br />

Flussmustern insbesondere im Verengungsbereich (grüner Pfeil). Im Bereich des Aneurysmas (lila Pfeil) ist sehr schön die zirkulierende schneckenförmige Flussanordnung<br />

nachzuvollziehen, die einerseits der Form des Aneurysmas nachempfunden -und andererseits auch eine gute Erklärung für die Dimensionszunahme dieser gefährlichen<br />

Gefäßveränderungen über die Zeit ist. Das kleine Bild im rechten unteren Bildbereich zeigt zur Veranschaulichung die Morphologie mit der Darstellung der Enge vor dem Aneurysma.<br />

173<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Direktor:<br />

Prof. Dr. F. Berger<br />

Stellv. Direktor:<br />

PD Dr. P. Ewert<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Oberärzte:<br />

Dr. O. Miera PD Dr. N. Nagdyman<br />

Dr. S. Ovrutskiy Dr. B. Peters<br />

Facharzt für Kinderheilkunde mit Schwerpunktbezeichnung Kinderkardiologie:<br />

PD Dr. P. Ewert Dr. O. Miera<br />

PD Dr. N. Nagdyman Dr. S. Ovrutskiy<br />

Dr. B. Peters Dr. M. Yigitbasi<br />

(Medizinisches Versorgungszentrum)<br />

Facharzt für Kinderheilkunde:<br />

Dr. V. Amann Dr. T. Fleck<br />

Dr. S. Klaassen Dr. U. Liebaug<br />

Dr. E. Riesenkampff Dr. B. Schmitt<br />

Dr. S. Schubert S. Yilmaz<br />

Facharzt für Innere Medizin & Kardiologie:<br />

Dr. U. Liebaug<br />

EMAH Zertifizierung<br />

Prof. Dr. F. Berger PD Dr. P. Ewert<br />

PD Dr. N. Nagdyman Dr. B. Peters<br />

Assistenzärzte:<br />

N. Al-Wakeel Dr. S. Dirks<br />

P. Hacke Dr. M. Kanaan<br />

K. Klimes K. Stulich<br />

Rotanden:<br />

P. Kramer (Rotation Charité)<br />

J. Nordmeyer (Rotation Kindernachsorgeklinik <strong>Berlin</strong>-Brandenburg)<br />

S. Rosenstein (Rotation St. Joseph-Krankenhaus)<br />

Assistenzärzte (fremdfinanziert):<br />

P. Barikbin / Rotant aus Charité Dr. Nabil Burshan / Libyen<br />

M. Madi / Syrien Dr. D. Messroghli / BMBF-Projekt<br />

Dr. S. Nordmeyer / MRT-Projekt Dr. M. Prsa / Kroatien<br />

Dr. E. Riesenkampff / MRT-Projekt T. Sabi / VW-Stiftung<br />

Dr. K. Schmitt /<br />

Projekt Fördergemeinschaft<br />

Dtsch. Kinderherzzentren<br />

Dr. U. Voß / Rotantin aus Krhs. Lindenhof<br />

Dr. A. Wacker / Stipendiatin Dr. H. Wohlleben / Rotant aus St. Joseph-<br />

Deutsche Herzstiftung Krankenhaus<br />

174<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Wissenschaftlich-Technische Assistentinnen:<br />

D. Moeske-Scholz H. Schultz<br />

Schwerpunkt Projektmanagement und DRG-Koordination<br />

Studienkoordinatorin:<br />

Anke Olsson (Drittmittel-finanziert)<br />

Hospitationen / Gastärzte:<br />

Anna Bagrintseva / Minsk Antje Gebers / Magdeburg<br />

Annika Grünheid / Magdeburg Filiz Karakaya / <strong>Berlin</strong><br />

Alena Karalkova / Minsk Dr. Shelby Kutty / USA<br />

Fabricio Leite Pereira / <strong>Berlin</strong> Diomid Makeev / Russland<br />

Andrei Marakov / Russland Raphaela Ristau / Hamburg<br />

Karina Walta / Magdeburg<br />

Dr. Willberg / <strong>Berlin</strong><br />

Friederike Wiegand / Kassel<br />

PJ / Famulaturen / Praktikum:<br />

Wiltrud Abels / <strong>Berlin</strong> Valentina Marie Belzer / <strong>Berlin</strong><br />

Jan-Christoph Clausen / <strong>Berlin</strong> Laura Janus / <strong>Berlin</strong><br />

Eileen Pardun / Kiel Cara Pies / <strong>Berlin</strong><br />

Svitlana Pugashovan / <strong>Berlin</strong> Katerina Risteska / <strong>Berlin</strong><br />

Sekretariat<br />

D. Lorenz<br />

Persönliche Referentin<br />

K. Neumann<br />

Schwerpunkt Patientenmanagement / Einbestellung<br />

S. Wibbeke<br />

Schwerpunkt Klinik-Personalmanagement<br />

175<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Habilitationen und Promotionen<br />

Weiterbildungsbefugnisse<br />

Habilitationen und Promotionen<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Prof. Dr. F. Berger<br />

Kinderkardiologie 36 Monate<br />

Pädiatrie 24 Monate<br />

PD Dr. P. Ewert<br />

Pädiatrie 24 Monate<br />

Dr. B. Peters<br />

Pädiatrische Intensivmedizin 24 Monate<br />

1991 bis 2009 abgeschlossene Promotionen: 75<br />

davon prämiert mit<br />

summa cum laude: 4<br />

magna cum laude: 26<br />

cum laude: 42<br />

rite: 3<br />

Promotionen 2009<br />

Name Gelernter, Dinah<br />

Titel Perkutane Ballonangioplastie der Aortenisthmusstenose<br />

unter Echtzeit-MRT-Kontrolle<br />

Name Meinus, Carolin<br />

Titel Magnetresonanz-geführte perkutane Implantation von Herzklappenstents<br />

in Aortenposition<br />

Name Pietzner, Klaus<br />

Titel Orales Everolimus inhibiert neointimale Proliferation in transkutan<br />

implantierten Herzklappenstents in der pulmonalen Position bei Schweinen<br />

Name Renner, Christiane<br />

Titel Einfluss der Immunsuppressiven Medikation auf die Epstein-Barr Viruslast<br />

bei Kindern nach Herztransplantation<br />

Name Stückler, Susanne<br />

Titel Vergleich natriuretischer Peptide bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern<br />

im perioperativen Verlauf<br />

176<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

2001 bis 2009 insgesamt abgeschlossene Habilitationsverfahren: 11<br />

Jahr 2001<br />

Name Dittrich, Sven<br />

Titel Untersuchungen zur Nierenfunktion bei der Behandlung<br />

angeborener Herzfehler<br />

Jahr 2001<br />

Name Schneider, Martin Benno Erik<br />

Titel Implantation ballon-expandierbarer Stents zur Therapie von<br />

Gefäßstenosen im Kindesalter<br />

Jahr 2002<br />

Name Abdul-Khaliq, Hashim<br />

Titel Untersuchungen zur Entwicklung neuroprotektiver Strategien<br />

bei operativer Behandlung angeborener Herzfehler<br />

Jahr 2002<br />

Name Schulze-Neick, Ingram<br />

Titel Postoperative pulmonalen Hypertension nach Korrektur angeborener<br />

Herzfehler: Behandlung, Pathophysiologie, und vaskulo-bronchiale<br />

Interaktionen<br />

Jahr 2003<br />

Name Berger, Felix Hermann<br />

Titel Die interventionelle Therapie von Vorhofseptumdefekten vom<br />

Secundumtyp mit dem Amplatzer Septal OccluderTM<br />

Jahr 2003<br />

Name Ewert, Peter<br />

Titel Interventioneller Verschluss von Vorhofdefekten – besondere<br />

Indikationen und neue therapeutische Strategien<br />

Jahr 2004<br />

Name Stiller, Brigitte<br />

Titel Mechanische Kreislaufunterstützung im Kindesalter<br />

Jahr 2005<br />

Name Schmitz, Lothar<br />

Titel Beurteilung der diastolischen Funktion des linken Ventrikels durch<br />

transmitrale Doppler Echokardiographie. Untersuchungen an Kindern<br />

und Jugendlichen<br />

Jahr 2006<br />

Name Kühne, Titus<br />

Titel Interventionelle Kardiovaskuläre MRT<br />

Jahr 2009<br />

Name Nagdyman, Nicole<br />

Titel Neuromonitoring mittels Nah-Infrarot-Spektroskopie und<br />

biochemische Parameter im Kindesalter<br />

Jahr 2009<br />

Name Klaassen, Sabine<br />

Titel Sarkomere Proteine und genetisch bedingte Herzinsuffizienz<br />

177<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Habilitationen und Promotionen<br />

Chefarztberufungen 1999 bis 2009<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Aus der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie sind bisher als Chefärzte /<br />

leitende Ärzte hervorgegangen:<br />

Univ.-Prof. Dr. Hashim Abdul-Khaliq<br />

Univ.-Prof. med. Dr. Felix Berger<br />

PD Dr. Ingo Dähnert<br />

Univ.-Prof. Dr. Sven Dittrich<br />

Univ.-Prof. Dr. Andreas Gamillscheg<br />

Univ.-Prof. Dr. Gerd Hausdorf<br />

Dr. Zhen Jin<br />

Univ.-Prof. Dr. Christoph Kampmann<br />

Dr. Oliver Kretschmar<br />

Dr. Jan Nürnberg<br />

Dr. Beatrix Schmidt<br />

Univ.-Prof. Dr. Martin Schneider<br />

PD Dr. Ingram Schulze-Neick<br />

Dr. Hans-Peter Sperling<br />

Univ.-Prof. Dr. Brigitte Stiller<br />

Dr. Frank Uhlemann<br />

Dr. Joachim von der Beek<br />

178<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

179<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Lehre<br />

Studentische Lehre<br />

Studentische Pflicht-Lehre<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Hauptvorlesung Kinderheilkunde, HU,<br />

Systematik angeborener Herzfehler,<br />

in Kooperation mit der HU 4 Stunden/Semester<br />

Hauptvorlesung Kinderheilkunde im<br />

Reformstudiengang der HU 2 Stunden/Semester<br />

Praktikum der Kinderheilkunde,<br />

HU, Praktikum 2-10 Stunden/Woche<br />

Hauptvorlesung für Zahnmediziner,<br />

HU / Angeborene Herzfehler,<br />

Endokarditisprophylaxe, Kardiologie 2 Stunden/Semester<br />

Hauptvorlesung in der Pathologie der HU 3 Stunden/Semester<br />

Unterricht an der Akademie für Kardiotechnik:<br />

Systematik angeborener Herzfehler<br />

und spezielle Aspekte der Zirkulation 12 Stunden/Semester<br />

Anleitung zum selbständigen wissenschaftlichen<br />

Arbeiten für Doktoranden kontinuierlich<br />

Angebotene Wahllehrveranstaltungen<br />

Auskultation angeborener Herzfehler im Kindes- und Erwachsenenalter<br />

Tag jeden 3. Freitag im Monat, 14.30-16.00 Uhr<br />

Verantwortlich Dr. M. Kanaan, Dr. S. Ovrutskiy<br />

Ort H4<br />

Echokardiographie des normalen Herzens<br />

Tag jeden 1. Freitag im Monat, 15.00-16.30 Uhr<br />

Verantwortlich Dr. B. Peters, PD Dr. N. Nagdyman<br />

Ort Ambulanz<br />

Herzkatheterdiagnostik und Intervention bei angeborenen Herzfehlern<br />

Tag 14-tägig Mittwochs 15.00-16.30 Uhr<br />

Verantwortlich PD Dr. P. Ewert<br />

Ort HK II<br />

180<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Fortbildungsveranstaltungen<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Abteilungsinterne Assistentenfortbildungen<br />

Jeden Freitag, Bibliothek, 13.00-13.30 Uhr<br />

Datum Referent Thema<br />

09.01. Dr. H. Kolbeck Akuter Brustschmerz beim Kind – Differentialdiagnose<br />

16.01. Dr. M. Yigitbasi Echokardiographische Diagnostik bei Erwachsenen mit<br />

angeborenem Herzfehler<br />

23.01. Y. Ghanem Endokarditis: Symptome, Zeichen, Diagnose und<br />

Behandlung<br />

30.01. Dr. S. Dormann Hyperbilirubinämie<br />

06.02. Dr. N. Biessei Kinderkardiologische Rehabilitation<br />

13.02. Dr. J. Riesenkampff PAPVD und MRT<br />

20.02. Dr. J. Andreae Herztumoren<br />

27.02. K. Fedarava Di George-Syndrom<br />

06.03. P. Hacke ICD-Therapie bei angeborenen Erkrankungen<br />

13.03. Dr. A. Gratopp Akutes Leberversagen im Kindesalter<br />

20.03. Dr. S. Schubert Update Kinderherz-Transplantation<br />

27.03. Dr. U. Liebaug Vena Galeni Malformationen<br />

03.04. Dr. S. Dirks Morbus Fabry<br />

17.04. Dr. A. Moysich Interventioneller Ductus-Verschluss<br />

24.04. Dr. K. Schmitt Vorstellung einer neuen Studie: Erythrozytengabe –<br />

alt/neu/gewaschen/ungewaschen<br />

08.05. Prof. Dr. T. Kühne Diagnostik von Kardiomyopathien/Myokarditis<br />

15.05. Dr. B. Schmitt Wie viel oder wie wenig Sauerstoff braucht der Mensch?<br />

22.05. Dr. T. Fleck Restriktive Kardiomyopathie<br />

29.05. Dr. Messroghli Myocarditis – Kardiomyopathie<br />

05.06. Dr. S. Dormann Einführung Parenterale Ernährung<br />

12.06. Dr. H. Kolbeck Loeys-Dietz-Syndrom<br />

19.06. N. Rao Stents in Coarctation in growing children<br />

26.06. Dr. S. Nordmeyer Hypertonus bei Aortenisthmusstenose<br />

03.07. D. Juhnevica Mitralklappenstenose in der Schwangerschaft<br />

10.07. Dr. J. Andreae Nephrotoxizität durch Calcineurin-Inhibitoren<br />

17.07. Dr. J. Riesenkampff Morbus Fallot, nicht nur eine Erkrankung des rechten<br />

Ventrikels: die Rolle des rechten Vorhofs<br />

24.07. Dr. J. Nordmeyer Homografts als Pulmonalklappenersatz –<br />

Variante oder Goldstandard?<br />

31.07. T. Sabi Aortopulmonales Fenster<br />

07.08. PD Dr. Ewert Langzeitergebnisse von Pulmonalarterienstents<br />

14.08. PD Dr. Ewert Röntgenunterweisung<br />

21.08. Dr. M. Yigitbasi Systemischer rechter Ventrikel (Literatursammlung)<br />

28.08. Dr. V. Amann Sepsis<br />

11.09. Dr. S. Klaassen Genetisches Screening bei primären Kardiomyopathien<br />

18.09. Dr. A. Gratopp Management of Severe (Traumatic) Brain Injury<br />

25.09. T. Sabi Probevortrag Weimar:<br />

Transkatheter aortopulmonaler Shunt<br />

02.10. Dr. K. Schmitt Probevortrag:<br />

Hypothermie zur Neuroprotektion – eine Zellkulturstudie<br />

02.10. Dr. T. Fleck Probevortrag:<br />

Volumen- und blutsparende extrakorporale Zirkulation<br />

181<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Lehre<br />

Datum Referent Thema<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

09.10. K. Stulich Brugada-Syndrom<br />

16.10. P. Hacke Aortenbogenanomalien<br />

23.10. Dr. S. Dirks HIT II und Argatroban<br />

30.10. Dr. U. Liebaug Antiarrhythmisches Management in der Schwangerschaft<br />

06.11. Prof. Dr. Kühne Pulmonalklappenersatz bei Fallot –<br />

operieren/intervenieren wir immer noch zu spät?<br />

06.11. Dr. T. Fleck Nicht-invasive Messung der zerebralen Oxygenierung<br />

und des Herzzeitvolumens bei Kindern unter Propofol-<br />

Sedierung<br />

20.11. Dr. D. Messroghli Ischämiediagnostik: Indikation und Möglichkeiten<br />

27.11. Dr. S. Schubert Der T-Cell count<br />

04.12. S. Yilmaz Medikamentöse Therapie bei Marfan Syndrom<br />

Hausinterne Fortbildungen<br />

Kinderkardiochirurgisch-kinderkardiologische Fall-Demonstrationen<br />

Jeden Donnerstag, Bibliothek, 16-18 Uhr (PD Dr. P. Ewert)<br />

Fortbildung für Personal, niedergelassene Ärzte und Kollegen anderer Kliniken<br />

„2. Mittwoch – Angeborene Herzfehler“<br />

Jeden 2. Mittwoch im Monat, Weißer Saal, 17.00-18.30 Uhr (verantwortlich: Dr. B. Peters) von<br />

der Ärztekammer <strong>Berlin</strong> zertifiziert mit 2 Fortbildungspunkten<br />

Datum Referent<br />

14.01. Fr. PD Dr. Hiemann / DHZB, Chirurgie<br />

Transplantatvaskulopathie bei Kindern nach Herztransplantation<br />

11.02. Prof. Dr. Felix Berger / CA DHZB, KIKA<br />

Saisonale RSV-Prophylaxe bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern<br />

11.03. PD Dr. Christof Stamm / DHZB, Chirurgie<br />

Chirurgische Aspekte des Williams-Beuren-Syndroms<br />

08.04. Dr. E. Riesenkampff / DHZB, KIKA<br />

3D-Visualisierung komplexer kongenitaler Vitien mittels MRT<br />

13.05. Prof. Dr. W. Henrich / Charité, CVK, leitender OA Klinik für Geburtsmedizin<br />

Das Herz aus pränataler Sicht<br />

10.06. Prof. Dr. Felix Berger / CA DHZB, KIKA<br />

Angeborene Koronaranomalien<br />

08.07. Prof. Dr. Felix Berger / CA DHZB, KIKA<br />

Pulmonalatresie mit intaktem Ventrikelseptum – Behandlungskonzepte im Neonatalalter<br />

12.08. Dr. Hübler / DHZB, Dr. Ovrutskiy / DHZB, KIKA<br />

Erste Erfahrungen mit der Aortic-Root-Translocation-Chirurgie undOperation bei d-TGA<br />

am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

09.09. Dr. Joachim von der Beek /<br />

Ärztlicher Leiter der Kindernachsorgeklinik <strong>Berlin</strong>-Brandenburg gGmbh/Bernau<br />

Familienorientierte Rehabilitation bei Angeborenen Herzfehlern? Ein Zuviel oder Zuwenig<br />

an stationärer kinderkardiologischer Nachsorge?<br />

14.10. Prof. Dr. Matthias Peuster / Leiter der Abteilung f. Pädiatrische Kardiologie<br />

und Intensivmedizin-Universitätsklinikum Rostock<br />

Gefäßstenosen im Kindesalter: Möglichkeiten und Grenzen der Stenttherapie<br />

11.11. PD Dr. Ewert / DHZB, KIKA<br />

2 Jahre Erfahrung mit dem perkutanen Pulmonalklappenersatz (Melody-Klappe)<br />

09.12. Dr. Ovrutskiy / DHZB, KIKA<br />

Risikofaktoren für den früh-postoperativen Verlauf nach Fontan-Operation<br />

182<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Forschung<br />

Publikationen 2009<br />

Forschungsförderung 2009<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Die Publikationen und Vorträge<br />

der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

finden Sie auf der beiliegenden CD.<br />

PD Dr. Ewert: Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren<br />

Thema: „Interventionelle Anlage eines aortopulmonalen Shunts“<br />

2009: 29.000, -€<br />

PD Dr. Ewert: Volkswagenstiftung<br />

Thema: „Developing process for Nano-structuring of polymer stents“<br />

2009: 74.200,-€<br />

PD Dr. Ewert: Forschungsförderung der Charité<br />

Sachleistungen: 8.148,-€<br />

Projektnummer: 89 542 155 (2006-562)<br />

Prof. Dr. Kühne: Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren<br />

ca. 250.000,-€<br />

Prof. Dr. Kühne: Kompetenznetz AHF 2. Förderphase (2007-2009)<br />

Personalkosten: 700.000,-€<br />

Prof. Dr. Kühne: Forschungsförderung der DFG (2008 bis 2010)<br />

Personalleistungen: 1 x W2 Professur<br />

Prof. Dr. Kühne: Kompetenznetz AHF 3. Förderphase (2009-2011)<br />

Personalkosten: 260.000,-€<br />

Prof. Dr. Kühne: BMBF "Nachwuchsgruppe Bildgebung" (2008-2012)<br />

Sach-und<br />

Personalkosten: 1.150.000,-€<br />

PD Dr. Kühne: Forschungsförderung der Charité<br />

Sachleistungen: 8.148,-€<br />

Projektnummer: 89 542 157 (2006-570)<br />

PD Dr. Kühne: Berufungsgelder der Charité<br />

Sachleistungen: 18.000,-€<br />

Projektnummer: 89 542 500<br />

Dr. Miera: Forschungsförderung der Charité<br />

Sachleistungen: 4.074,-€<br />

Projektnummer: 89 542 162 (2006-561)<br />

Dr. Ovrutskiy: Forschungsförderung der Charité<br />

Sachleistungen: 4.074,-€<br />

Projektnummer: 89 542 159 (2007-403<br />

183<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Forschung<br />

Forschungsförderung 2009 fortges.<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Dr. Peters: Forschungsförderung der Charité<br />

Sachleistungen: 4.074,-€<br />

Projektnummer: 89 542 160 (2008-533)<br />

Dr. B. Schmitt: 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union<br />

LifeValve-Nr.: 242008<br />

Thema: „Autologer Herzklappen Stent für minimal-invasive Implantation“<br />

2009-2014: 3.292.372,-€<br />

Dr. K. Schmitt: Europäischer Fond für regionale Entwicklung<br />

Thema: „Die Rolle von Entzündungsfaktoren bei der Protektion<br />

und Regeneration des unreifen Gehirns durch Hypothermie“<br />

2008-2010: 611.195,-€<br />

Dr. K. Schmitt: Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e.V. Bonn<br />

Forschungsantrag<br />

Thema: „Hypothermie zur Organprotektion im neugeborenen Alter“<br />

2006-2009: 350.000,-€<br />

Dr. K. Schmitt: Deutsche Stiftung für Herzforschung<br />

Thema: „Auswirkungen von tiefer Hypothermie und Herzkreislaufstillstand auf<br />

neonatale Gehirnzellen“<br />

01.07.08 (2 Jahre): 60.000,-€<br />

Dr. K. Schmitt: Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische<br />

Kardiologie (DGPK)<br />

2009: 5.000,-€<br />

Dr. K. Schmitt: Forschungsförderung der Charité<br />

Sachleistungen: 8.148,-€<br />

Projektnummer: 89 542 158 (2006-667)<br />

Dr. Schubert: Forschungsförderung der Charité<br />

Sachleistungen: 4.074,-€<br />

Projektnummer: 89 542 161 (2007-405)<br />

Charité Forschungsförderung (LOM):<br />

Sachleistungen: 40.740,-€<br />

Personalleistungen: 1 ½ BAT IIa-Stellen, 1 BAT II-Stelle<br />

Forschungsprojekte<br />

Die Forschungsprojekte<br />

der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

finden Sie auf der beiliegenden CD.<br />

184<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Veranstaltungen<br />

Kongressveranstaltungen<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Datum: 24.-25. Januar 2009<br />

Titel: 5. DHZB-Lange-Symposium für Angeborene Herzfehler<br />

Veranstalter: DHZB, Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Ort: dbb forum <strong>Berlin</strong><br />

185<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Veranstaltungen<br />

Kongressveranstaltungen<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Datum: 14.-15. September 2009 und 17.-18. Dezember 2009<br />

Titel: Melody P2P-Training im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

Veranstalter: DHZB, Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Fa. Medtronic<br />

Ort: <strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

186<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Live-Übertragungen über Satellit:<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

187<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Institut für Anästhesiologie<br />

188<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Institut für Anästhesiologie<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

Leitung<br />

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hermann Kuppe<br />

Direktor des Instituts<br />

Augustenburger Platz 1<br />

13353 <strong>Berlin</strong><br />

Telefon: +49 30 4593 - 2601<br />

Telefax: +49 30 4593 - 2700<br />

189<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsbericht<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

Institut für Anästhesiologie des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />

Im Jahr 2009 profitierten wir von der im Vorjahr abgeschlossenen Erneuerung und<br />

Neuaustattung unserer Operationssäle und sahen uns gleichzeitig vor die<br />

Herausforderung gestellt, die damit verbundenen neuen technischen Möglichkeiten<br />

optimal für unsere Patienten zu nutzen.<br />

Die intraoperative Echokardiographie (Herz-Ultraschall) ermöglicht als bildgebendes<br />

Verfahren die Darstellung von Herzmorphologie und Herzfunktion in Echtzeit. In<br />

Ergänzung zu Angiographie, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie<br />

(MRT) wird unmittelbar präoperativ der Befund aktualisiert und der<br />

chirurgische Operationsplan verfeinert. Gleichzeitig erhalten wir Anästhesisten einen<br />

tieferen Einblick in die Pathophysiologie der Erkrankung und können unseren<br />

pharmakologischen Therapieplan entsprechend der aktuellen Befunde festlegen.<br />

Der Dank gilt allen Mitarbeitern, die sich mit wachsendem Interesse dieser bildgebenden<br />

Verfahren für ihre intraoperativen Entscheidungsprozesse bedienen.<br />

Die neuen Techniken ermöglichen jetzt auch die Speicherung der digitalen<br />

Echokardiographie-Sequenzen im Haussystem (Excelera), so dass jeder Kollege die darauf<br />

beruhenden intraoperativen Entscheidungen mitverfolgen und nachvollziehen kann.<br />

Die komplexen, mit intraoperativer Echokardiographie begleiteten Operationen am DHZB<br />

nehmen weiterhin zu. 2009 wurden mehr als 3.500 intraoperative Echokardiographie-<br />

Untersuchungen durchgeführt, dokumentiert und in einer zentralen Auswertungsstation<br />

gespeichert. Auf Basis dieser präzisen Dokumentation könnte das DHZB in Zukunft eine<br />

Vergütung dieser hochspezialisierten Untersuchungen anstreben.<br />

Die neuen technischen Möglichkeiten bewähren sich besonders bei den minimalinvasiven<br />

Aortenklappenimplantationen in unserem Hybrid-Operationssaal, in dem intraoperativ<br />

sowohl die Angiographie als auch die Echokardiographie zum Einsatz kommen. Dabei<br />

möchte ich die beispielhafte Team-Arbeit aller Kollegen aus den beteiligten<br />

Fachrichtungen der Chirurgie, Anästhesie, Kardiologie und Kardiotechnik bei der Planung<br />

und Durchführung dieser komplexen Eingriffe hervorheben.<br />

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hermann Kuppe<br />

Direktor des Instituts<br />

190<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Institut für Anästhesiologie<br />

191<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Direktor:<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

Professor Dr. med. h.c. Hermann Kuppe<br />

Vertreter:<br />

Dr. med. Gunther Mai Dr. med. Mathias Redlin<br />

Dr. med. Marian Kukucka Dr. med Alexander Mladenow<br />

PD Dr. med. Andreas Koster<br />

SC 3 Professuren (2):<br />

Prof. Dr. med. Helmut Habazettl Prof. Dr. med. Wolfgang Kübler<br />

Oberärzte:<br />

Dr. med. Moritz Bültmann Dr. med. Michael Plaß<br />

Funktionsärzte:<br />

Dr. med. Olaf Brettschneider Herbert Full<br />

Dr. med. Katharina Gräfe Dr. med. Corina Härtel<br />

Dr. med. Matthias Hommel Dr. med. Katharina Jakobs<br />

Dr. med. Michael Krämer Dr. med. Jutta Metz<br />

Dr. med. Ties Meyer-Jark Harald Schulze<br />

Dr. med. Daniela Sdoukos Dr. med. Angelika Strohm<br />

Alexander Tscherkaschin Frank Unterstab<br />

Assistenzärzte:<br />

Dr. med. Bärbel Lamparter-Schummert Dr. med. Georg Carolos Syrmas<br />

Alexander Lavinius Ungur Karsten Weller<br />

Ltd. Oberärzte im Sana-<strong>Herzzentrum</strong> Cottbus:<br />

Dr. med. Andreas Smechowski (Ltd. Oberarzt <strong>Herzzentrum</strong> Cottbus)<br />

Gastwissenschaftler:<br />

Ye Fan, VR China Dr. Benjamin O‘Brien, London, UK<br />

Li Ming Wang, VR China Jun Ying, VR China<br />

192<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Anästhesien:<br />

Intensivtherapie:<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

4.838<br />

Auf der Intensivpflegestation stehen drei Mitarbeiter des Institutes für Anästhesiologie<br />

für die Versorgung der durch die Herzchirurgie betreuten Patienten zur Verfügung.<br />

Kooperationen:<br />

Mit der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des<br />

Universitätsklinikums der Charité Campus Virchow und Campus Mitte wurde das<br />

gemeinsame Ärzteaustauschprogramm auch im Berichtsjahr erfolgreich fortgesetzt.<br />

Habilitationen und Promotionen<br />

1990 - 2009 abgeschlossene Promotionen: 21<br />

davon bewertet mit<br />

summa cum laude: 0<br />

magna cum laude: 6<br />

cum laude: 12<br />

rite: 3<br />

1990 - 2009 abgeschlossene Habilitationen: 1<br />

Jahr: 2001<br />

Name: Koster, Andreas<br />

Titel: „Neue therapeutische Optionen für das Antikoagulationsmanagement<br />

während des kardiopulmonalen Bypasses bei Patienten mit<br />

heparininduzierter Thrombozytopenie“<br />

193<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Lehre<br />

Regelmäßige Lehrtätigkeit<br />

•<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

PJ-Unterricht Kardioanästhesie im Rahmen des Curriculums für PJ-Studenten der<br />

Humboldt-Universität, Charité Campus Virchow. Einmal pro Semester<br />

• Seminar für Studenten der Charité: Grundlagen der Kardioanästhesie und Narkoseführung<br />

bei Patienten mit Herzerkrankung. Zwei Stunden im Monat<br />

• Gesamter Unterrichtsanteil Anästhesie an der Krankenpflegeschule des DHZB für die<br />

Ausbildung zur Fachschwester bzw. zum Fachpfleger in Anästhesie und Intensivmedizin<br />

einschl. Zwischen- und Abschlussprüfungen<br />

• Betreuung von Doktoranden (Themenschwerpunkte: Neuromonitoring, hämodynamisches<br />

Monitoring)<br />

• Regelmäßige wöchentliche Fortbildungsveranstaltungen während des Semesters für alle<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s<br />

• Regelmäßige 14-tägige Veranstaltungen zu speziellen Themen, die gemeinsam mit dem<br />

Institut für Physiologie der Freien Universität <strong>Berlin</strong> organisiert werden<br />

• Lehrtätigkeit des Instituts für Anästhesiologie an der Steinbeis-Hochschule <strong>Berlin</strong><br />

Lehrtätigkeit des Institutes für Anästhesiologie<br />

an der Steinbeis Hochschule <strong>Berlin</strong><br />

Ein wichtiger Schritt im Jahr 2008 war auch die Einführung des Bachelor Studiengangs<br />

„Cardiovascular Perfusion“ im Rahmen der Kooperation der Akademie für Kardiotechnik des DHZB und<br />

des Steinbeis-Transfer-Instituts.<br />

Die Kardiotechnik ist ein fester Bestandteil der Kardiochirurgie. An der Akademie für Kardiotechnik<br />

werden seit über 20 Jahren Kardiotechniker für die vielfältigen Anforderungen ausgebildet. In einer<br />

zweijährigen Ausbildung werden sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen vermittelt, um der<br />

anspruchvollen Tätigkeit des Kardiotechnikers gerecht zu werden.<br />

Durch die Einrichtung des Bachelor-Studiengangs „Cardiovascular Perfusion“ haben das Deutsche<br />

<strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> und die Steinbeis-Hochschule <strong>Berlin</strong> die Ausbildung zum Kardiotechniker auf ein<br />

akademisches und international vergleichbares Niveau gebracht. Damit werden sich auch die<br />

beruflichen Perspektiven der Kardiotechnik nachhaltig verändern.<br />

Im Zuge des Bachelor-Studienganges wurden die Lehrpläne und medizinischen Inhalte im Fachbereich<br />

Anästhesie den steigenden Anforderungen an das Berufsbild des Kardiotechnikers angepasst und<br />

reflektieren die neuesten Erkenntnisse im Bereich der allgemeinen Anästhesie und speziellen<br />

Kardioanästhesie.<br />

Somit ist ein universitärer Standard des Wissens gewährleistet, der von Lehrkräften, die aus der<br />

täglichen Praxis kommen, theoretisch fundiert und praxisnah vermittelt wird. Im Rahmen des<br />

Bachelor-Studienganges werden durch die Abteilung Anästhesie insgesamt 120 Unterrichtsstunden<br />

verteilt auf sechs Semester geleistet.<br />

194<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Institut für Anästhesiologie<br />

195<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Forschung<br />

Forschungsschwerpunkte<br />

Intraoperative Echokardiographie<br />

Neuromonitoring<br />

Kinderkardioanästhesie<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

Beurteilung der regionalen myokardialen Funktion mit Deformationsparametern,<br />

erhoben mittels „speckle tracking“<br />

Leitung: Dr. Kukucka, Prof. Habazettl<br />

Rolle der intraoperativen Echokardiographie während minimalinvasiver<br />

Aortenklappenimplantation<br />

Leitung: Prof. Pasic, Dr. Kukucka<br />

Intraoperative Prädiktoren für rechtsventrikuläre Insuffizienz nach LVAD-<br />

Implantation und intraoperative Echokardiographie während VAD-Implantation<br />

Leitung: Dr. Kukucka, PD Dr. Potapov<br />

Stammzellaplikation bei Patienten mit reduzierter linksventrikulärer Funktion<br />

Leitung: Dr. Nasseri, Prof. Stamm, Dr. Kukucka<br />

Sekundäre pulmonale Hypertension bei chronischer Herzinsuffizienz<br />

Experimenteller Therapieeinsatz von Sildenafil<br />

Leitung: Prof. Kübler, Dr. Kukucka<br />

Evaluierung der Nah-Infrarot-Spektroskopie als Neuromonitoring bei Neonaten<br />

und kleinen Kindern während des Kardiopulmonalen Bypasses<br />

Leitung: Dr. Redlin<br />

Reduktion des Fremdblutbedarfs am Kardiopulmonalen Bypass bei Neonaten und<br />

kleinen Kindern:<br />

Dr. Redlin, Dr. Hübler (Chirurgie),<br />

Dr. Miera (Abteilung für angeborene Herzfehler) und<br />

Herr Böttcher (Kardiotechnik).<br />

196<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Institut für Anästhesiologie<br />

Organperfusion und Vaskuläre Regulationsmechanismen<br />

Institut für Physiologie<br />

Ziele des Forschungsschwerpunkts<br />

• Experimentelle Erforschung klinischer Probleme der vaskulären Regulation und<br />

Organperfusion<br />

• Untersuchung pathophysiologischer Prozesse und Mechanismen in Mikrozirkulation<br />

und Vaskulärer Biologie<br />

• Erarbeitung neuer therapeutischer Konzepte, Entwicklung und Erprobung neuer<br />

Monitoringverfahren<br />

Forschungsbereiche:<br />

Regulation der Organperfusion<br />

• Endotheliale Dysfunktion und Angioadaptation in der Lungenstrombahn bei chronischer<br />

Linksherzinsuffizienz (Teilprojekt des EU Integrated Projects "Functional Genomics of<br />

Pulmonary Hypertension")<br />

• Beziehungen zwischen Gefäßmorphologie, Hämodynamik, Metabolik und Funktion<br />

• Endotheliale Genregulation durch Schubspannung und Sauerstoffpartialdruck<br />

• Darmperfusion bei SIRS und Sepsis: Effekte der thorakalen Epiduralanästhesie auf die<br />

Mikrozirkulation des Darms (Kooperation mit der Klinik für Anästhesiologie und<br />

operative Intensivmedizin, Charité Campus Benjamin Franklin)<br />

• Zelluläre und molekulare Mechanismen der hypoxisch-pulmonalen Vasokonstriktion<br />

(Projektförderung durch das Canadian Institute for Health Research)<br />

• Angioadaptation nach Implantation von axialen Flußpumpen<br />

• Regulation der Blutflussverteilung zwischen Arbeitsmuskulatur, Atemmuskulatur und<br />

Gehirn bei maximaler körperlicher Belastung bei Sportlern und COPD-Patienten:<br />

Nichtinvasive regionale Blutflussmessung mit Nah-Infrarot-Spektroskopie (Kooperation<br />

mit dem Department of Physical Education and Sport Sciences, National und<br />

Kapodistrian University of Athens, Greece, und dem Department of Medicine, University<br />

of California San Diego, La Jolla, CA, USA)<br />

Mikrozirkulation und Vaskuläre Biologie<br />

• Mikrozirkulation und vaskuläre Biologie<br />

• Einfluß der Atmung und Beatmung auf Alveolardynamik, Strömungsmechanik und<br />

Gasaustausch zwischen Alveolen und umliegenden Kapillaren (Teilprojekt des DFG-<br />

Forschungsschwerpunkts "Protektive Beatmung")<br />

• Korrelation der Mikrohämodynamik mit genetischen Expressionsmustern<br />

• Angioadaptation, Angiogenese<br />

• Alveoläre Flüssigkeitsabsorption und -sekretion als zentrale Mechanismen des<br />

Lungenödems<br />

• Strukturelle und funktionelle Adaptation von Endothelzellen unter Mikrogravitation<br />

197<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Forschung<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

• Funktionelle Untersuchungen von mittels Tissue Engineering hergestellten<br />

kardiovaskulären Geweben<br />

• Etablierung einer zweidimensionalen spektroskopischen Methode zur<br />

intravitalmikroskopischen Messung der Sauerstoffsättigung in Mikrogefäßen<br />

• Regulation der mikrovaskulären Gefäßpermeabilität durch Sphingolipide<br />

(Teilprojekt des DFG-Schwerpunktprojekts "Sphingolipide". Kooperation mit dem<br />

Institut für Pharmakologie und Toxikologie, RWTH Aachen)<br />

Therapiekonzepte<br />

• Systemische und inhalative Applikation von Vasodilatoren bei Linksherzinsuffizienz<br />

• Protektive Effekte von inhaliertem NO bei zerebraler und myokardialer Ischämie<br />

• Modulation der Angiotensin-(1-7)/Mas-Achse als neue protektive Strategie zur<br />

Behandlung des akuten Lungenversagens (DFG-gefördertes Einzelprojekt in<br />

Kooperation mit dem „Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System“ (ECCPS),<br />

Universität Marburg-Giessen)<br />

Monitoring<br />

• Nah-Infrarot-spektroskopische Messung der zerebralen Oxygenierung bei<br />

herzchirurgischen Eingriffen an Kindern<br />

• Präoperative quantitative Echokardiographie zur Prädiktion von Rechtsherzversagen<br />

nach Implantation von linksventrikulären Unterstützungssystemen<br />

• Intraoperatives Monitoring der Myokardfunktion nach transapikalem Ersatz der<br />

Aortenklappe mittels transösophagealer Echokardiographie<br />

198<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Organperfusion<br />

Regulation der Blutflußverteilung<br />

Musculus Quadriceps<br />

0 30 60 70 80 90 100<br />

Arbeitsbelastung [% max]<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

Regulation der Blutflußverteilung zwischen Arbeitsmuskulatur, Atemmuskulatur und<br />

Gehirn bei maximaler körperlicher Belastung bei Sportlern und COPD-Patienten:<br />

nichtinvasive regionale Blutflussmessung mit Nah-Infrarot-Spektroskopie<br />

Maximale körperliche Belastung führt zu einer raschen Erschöpfung mit der Folge, dass die<br />

entsprechende Tätigkeit eingestellt werden muss. Limitierender Faktor ist dabei beim gesunden<br />

Menschen das Herz-Kreislaufsystem, das bei Nicht-Sportlern den Sauerstofftransport nur etwa<br />

bis zum 5-fachen, bei ausgeprägten Ausdauersportlern bis zum 10-fachen des Ruhewerts<br />

steigern kann. Seit langem wurde postuliert, dass es dabei zu einer Umverteilung des<br />

Blutflusses der Arbeitsmuskulatur zugunsten der Atemmuskulatur kommen könnte,<br />

entsprechende Daten konnten bisher jedoch nicht vorgelegt werden. Weiterhin ist unklar,<br />

worin das eigentliche Erschöpfungssignal besteht, das letztlich zur Einstellung der<br />

anstrengenden Tätigkeit führt. Entsprechende Signale von Metabo-Rezeptoren aus der<br />

Arbeitsmuskulatur bzw. der Atemmuskulatur wurden gefordert. Alternativ wird die<br />

Auffassung vertreten, dass die Konzentration der Durchblutung auf die Arbeitsmuskulatur zu<br />

einer Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führt, das Erschöpfungssignal also zentral<br />

im Gehirn entsteht.<br />

Zur Untersuchung dieser Fragen wurde eine internationale Kooperation mit dem Department<br />

of Physical Education and Sport Sciences der National und Kapodistrian University of Athen<br />

und dem Department of Medicine, University of California San Diego, La Jolla eingegangen.<br />

Die Probanden leisten auf dem Fahrradergometer graduell ansteigende körperliche Arbeit,<br />

während die Lungenfunktion mit einem Spirometer erfasst wird. Die regionale Durchblutung<br />

der Arbeits- und Atemmuskulatur bzw. des Gehirns wird mit Hilfe der Nah-Infrarot-<br />

Spektroskopie und der Indikator-Substanz Indocyaningrün (ICG) nach der Indikator-<br />

Verdünnungsmethode gemessen. Ein Nachteil dieser Messmethode besteht darin, dass<br />

gleichzeitig die arterielle ICG-Konzentration gemessen werden muss, wozu eine arterielle<br />

Kanülierung und kontinuierliche Blutabnahme mittels einer Pumpe erforderlich ist.<br />

100<br />

[ml/min/100g]<br />

Muskel Blutfluss (MBF)<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

MBF<br />

BFI<br />

20<br />

15<br />

10<br />

5<br />

0<br />

Auswirkungen von BedRest auf die Änderungen der Hautperfusion in Reaktion auf Phenylephrin und Salbutamol. Die<br />

konstriktorische Wirkung von Phenylephrin wurde als Fläche unter der Kurve AUC der reaktiven Hyperämie nach 1 Minute<br />

Ischämie bestimmt und war durch BedRest nicht beeinflusst. Dagegen war die Perfusionszunahme nach Applikation von<br />

Salbutamol nahezu verdreifacht. Mittelwerte ± SEM; # p < 0,01<br />

199<br />

BFI [nM/s]<br />

Blutfluss Index (BFI)<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

20<br />

15<br />

10<br />

5<br />

Musculus Intercostalis<br />

Musculus Quadriceps<br />

Musculus Intercostalis<br />

Musculus Quadriceps<br />

0<br />

0 20 40 60 80 100<br />

Muskel Blutfluss [ml/min/100g]


Forschung<br />

Institut für Anästhesiologie<br />

Deshalb wurde untersucht, ob auch ein nichtinvasiv bestimmbarer Blultflussindex (BFI) die<br />

Änderungen der Gewebedurchblutung bei körperlicher Arbeit erfassen kann. Beide<br />

Durchblutungsparameter wurden aus den ICG-Konzentrationskurven bestimmt und<br />

verglichen. Es zeigte sich eine hervorragende Übereinstimmung der Mittelwerte beider<br />

Parameter (siehe Abb.; r = 0.98 und 0.96). Dagegen zeigte sich eine erhebliche Streuung der<br />

Einzelwerte bei immer noch akzeptabler Korrelation beider Parameter (r = 0.72).<br />

Die Abbildung links zeigt den parallelen Verlauf von Muskeldurchblutung und BFI in der<br />

Oberschenkelmuskulatur während zunehmender körperlicher Belastung. In der rechten<br />

Abbildung ist die exzellente Korrelation von Muskeldurchblutung und BFI für die<br />

Oberschenkel- und Atemmuskulatur dargestellt (Habazettl et al. Near-infrared spectroscopy<br />

and indocyanine green derived blood flow index for non-invasive measurement of muscle<br />

perfusion during exercise. Journal of Applied Physiology 2010 Jan 28. [E-pub ahead of print])<br />

Eine Zweitauswertung der gleichen ICG-Konzentrationskurven durch einen weiteren<br />

unabhängigen Beobachter und die Analyse der Inter-Observer-Variabilität mittels Bland and<br />

Altman Plots zeigte, dass sich die Bestimmung des nichtinvasiven BFI besser reproduzieren<br />

lässt als die der absoluten Muskeldurchblutung.<br />

Zusammenfassend zeigen diese Ergebnisse, dass arbeitsbedingte Änderungen der<br />

Muskeldurchblutung auch durch die nichtinvasive Bestimmung des BFI erfasst werden können<br />

und in zukünftigen Studien auf die invasive Messung der absoluten Durchblutung verzichtet<br />

werden kann.<br />

Mikrozirkulation<br />

Regulation der mikrovaskulären Gefäßpermeabilität durch Sphingolipide<br />

(Teilprojekt des DFG-Schwerpunktprojekts "Sphingolipide", Kooperation mit dem Institut für<br />

Pharmakologie und Toxikologie, RWTH Aachen)<br />

Platelet-activating factor (PAF) erhöht die pulmonale<br />

mikrovaskuläre Permeabilität innerhalb weniger Minuten.<br />

Dieser Effekt ist gleichermaßen durch eine Aktivierung der<br />

Cyclooxygenase und der sauren Sphingomyelinase (ASM)<br />

mediiert. Entsprechend vermindert die pharmakologische<br />

Hemmung der ASM durch Imipramin die Ausbildung des<br />

akuten Lungenschadens in einer Reihe präklinischer<br />

Tiermodelle. Die diesem neuen Signalweg zugrunde<br />

liegenden Mechanismen sind bislang allerdings noch<br />

ungeklärt.<br />

Caveolae sind Plasmadomänen, die besonders reich an<br />

Sphingomyelin (dem Substrat der ASM) sind und enthalten<br />

Caveolin-1 (cav1), das die endotheliale NO-Synthase (eNOS)<br />

bindet und hemmt. Daher untersuchten wir die Beziehung<br />

zwischen ASM, cav1 und eNOS im Kontext des PAFinduzierten<br />

Lungenödems am Modell der isoliertperfundierten<br />

Maus- und Rattenlunge. Caveolae wurden aus<br />

pulmonalen Endothelzellen nach Markierung mit Silica-<br />

200<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Institut für Anästhesiologie<br />

Beads durch Präparation der Detergenzien-resistenten Membranfraktion isoliert. Die<br />

endotheliale NO-Synthese wurde direkt mittels in situ Fluoreszenzmikroskopie quantitativ<br />

bestimmt. In Caveolae, die 10 Minuten nach PAF-Stimulation frisch isoliert wurden, wurde<br />

eine Anreicherung von Caveolin-1, eNOS und ASM-Aktivität beobachtet. PAF verminderte<br />

gleichzeitig die endotheliale NO-Synthese. Diese Effekte wurden durch direkte<br />

Lungenperfusion mit ASM repliziert, während sie in ASM-defizienten Mäusen nicht auftraten.<br />

Inhibitoren des ASM-Signalwegs wie Imipramin, D609 oder Dexamethason blockierten die<br />

PAF-induzierte Anreicherung von Caveolin-1 und eNOS in Caveolae, den simultanen Abfall<br />

der NO-Produktion und die Ausbildung eines PAF-induzierten Lungenödems. Die<br />

Rekonstitution der endothelialen NO-Produktion durch Gabe exogener NO-Donoren<br />

verhinderte die PAF-induzierte mikrovaskuläre Barrierestörung.<br />

Zusammenfassend können wir aus den erzielten Daten folgern, dass PAF eine Störung der<br />

mikrovaskulären Barrierefunktion mit konsekutiver Ausbildung eines Lungenödems induziert,<br />

indem es über eine Aktivierung der ASM eine Anreicherung von Caveolin-1 und eNOS in<br />

Caveolen bewirkt. Diese führt zu einer Hemmung der endothelialen NO-Synthese, die letztlich<br />

funktionell zur mikrovaskulären Barrierestörung beiträgt.<br />

Details dieser Untersuchungen können nachgelesen werden in:<br />

Yang Y, Yin J, Baumgartner W, Samapati R, Solymosi EA, Reppien E, Kuebler WM*, Uhlig S*:<br />

Platelet-activating factor reduces endothelial NO production – role of acid sphingomyelinase.<br />

European Respiratory Journal 2009 Nov 19 [E-pub ahead of print] (*shared senior authorship).<br />

Die Publikationen und Vorträge<br />

des Instituts für Anästhesie<br />

finden Sie auf beiliegender CD.<br />

201<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

202<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Leitung:<br />

Verwaltung<br />

Verwaltung<br />

Thomas Michael Höhn<br />

Verwaltungsdirektor<br />

Augustenburger Platz 1<br />

13353 <strong>Berlin</strong><br />

Telefon: +49 30 4593 - 1200<br />

Telefax: +49 30 4593 - 1300<br />

203<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsbericht<br />

Verwaltung<br />

Verwaltung des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />

Die Satzung der Stiftung <strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> regelt in ihrem Paragraphen 10 die<br />

Aufgaben des Verwaltungsdirektors, der Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands ist.<br />

Hiernach obliegen ihm die Leitung der Verwaltungs-, Wirtschafts- und Versorgungsbereiche<br />

und dabei insbesondere die Entscheidungen in den Personalangelegenheiten, die<br />

wirtschaftliche Betriebsführung des DHZB einschl. Aufstellung des Wirtschaftsplans und des<br />

Jahresabschlusses, die Angelegenheiten der Organisation sowie die Fachaufsicht über die<br />

Mitarbeiter der eigenen Verantwortungsbereiche. Dies war 1985 die Ausgangsposition, primär<br />

orientiert an den Klinikverwaltungsstrukturen der damaligen universitären und städtischen<br />

Einrichtungen.<br />

Seit Mitte der neunziger Jahre wurden im DHZB innovative Entwicklungsprozesse in Gang<br />

gesetzt, deren Ergebnisse sich u. a. in dem Organigramm „Abteilungsstruktur“ widerspiegeln.<br />

Eine klassische Krankenhausverwaltung wurde im DHZB nicht realisiert, sondern vielmehr<br />

eine moderne Organisation, maßgeblich geprägt durch die Ausgründung von<br />

Tochtergesellschaften, speziell herausgebildet und ständig weiterentwickelt zur Erbringung der<br />

nichtmedizinischen Dienstleistungen als kompetenter und verlässlicher Partner der<br />

medizinischen Einrichtungen zwecks wirtschaftlicher und qualitativer Optimierung des<br />

gesamten Leistungsgeschehens im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong>.<br />

Die Kernaufgaben und die Verantwortung des nichtmedizinischen Managements liegen<br />

innerhalb eines weit reichenden Spektrums der zukunftsorientierten Betriebs-, Leistungs-,<br />

Budget- und Investitionsplanung und umfassen dafür entwickelte Strategien bzw. daraus<br />

abgeleitete Projekte sowie deren planerische und vertragliche Ausgestaltung, Realisierung,<br />

Kontrolle und Weiterentwicklung, den Aufbau dementsprechender Partnerschaften und<br />

Kooperationen sowie die Erschließung neuer Geschäftsfelder.<br />

Der Jahresabschluss 2008 als Einstieg in das Wirtschaftsjahr 2009 war außergewöhnlich<br />

geprägt durch die freiwillige Antizipation der Regelungen des BilMoG, was zu erheblichen<br />

Bewertungsänderungen bei den Rückstellungen für die betriebliche Altersversorgung<br />

(Unterstützungskasse des DHZB) und zu einer dementsprechenden Verringerung des<br />

Jahresergebnisses geführt hat. Durch diese Maßnahmen wurden jedoch dem Jahr 2009 und<br />

prospektiv den Folgejahren zusätzliche finanzielle Lasten genommen und die Leistungskraft<br />

der Unterstützungskasse solchermaßen substanziell finanziell abgesichert.<br />

Da die wirtschaftlichen Ergebnisse insgesamt seit dem Beginn der DRG-Konvergenzphase<br />

kontinuierlich rückläufig sind, reduzieren sich dadurch auch die Spielräume für Innovationen<br />

und eigenfinanzierte Investitionen. 2009 wurden jedoch im Rahmen des<br />

Konjunkturprogramms II Fördermittel für Investitionen in Höhe von ca. 2,1 Mio. Euro<br />

akquiriert, so dass bereits geplante Maßnahmen vorbereitet und auf den Weg gebracht werden<br />

konnten.<br />

204<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Aufgrund einer fehlenden Budget- und Entgeltvereinbarung für das Jahr 2009 wurde auf der<br />

Basis eines vorläufigen Wirtschaftsplans gearbeitet. Im Ergebnis werden leichte<br />

Verbesserungen gegenüber den kalkulierten Ansätzen erwartet.<br />

Im Rahmen des KISneu-Projekts erfolgte ab Anfang 2009 eine Teil-Inbetriebnahme der neuen<br />

Systeme einschließlich eines Labor-Informationssystems und neuer Spezialsoftware für das<br />

Finanz- und Rechnungswesen. Die Umstellungsprozesse waren insbesondere für die<br />

Mitarbeiter, die, wie die IT-Mitarbeiter, direkt am Projekt beteiligt waren, aber auch für die<br />

Mitarbeiter des Gesamtunternehmens eine große Herausforderung, die mit Erfolg<br />

angenommen und trotz aller Widrigkeiten gemeistert wurde. Wenngleich manches hätte besser<br />

gehen können, war das gute Ergebnis aus der Teil-Umsetzung des bedeutendsten und<br />

tiefgreifendsten Projekts der letzten dreiundzwanzig Jahre ein wesentlicher Meilenstein auf der<br />

Zukunftsstrecke des DHZB.<br />

Im Rahmen der Anhörungen zur Weiterentwicklung des <strong>Berlin</strong>er Krankenhausplans hat sich<br />

das DHZB erfolgreich zukunftsorientiert einbringen können.<br />

Insgesamt gesehen gewannen die Themen und Fragen zur Zukunftsstrategie und<br />

-entwicklung sowohl für den Geschäftsführenden Vorstand als auch für den Stiftungsrat des<br />

DHZB zunehmend an Raum und Bedeutung, so dass hieraus auch neue Bearbeitungsfelder,<br />

Schwerpunkte und Prioritäten für die Verwaltung erwachsen sind.<br />

Thomas Michael Höhn<br />

Verwaltungsdirektor<br />

205<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Frau Sandra Mussa<br />

Sekretariat<br />

Stiftung Europäische<br />

Gewebebanken<br />

Herr Mehran Moazami-Goudarzi<br />

Assistent VD<br />

International Business<br />

Herr Thomas Grunwald<br />

Innere Verwaltungsdienste<br />

Arbeitsschutz<br />

Bereichsleitung<br />

Verwaltung<br />

Verwaltungsdirektor<br />

Herr Thomas Höhn<br />

Stabsstellen<br />

Herr Michael Regitz<br />

Controlling / Organisation<br />

Frau Nermin Cabrera Fugardo<br />

Qualitätsmanagement<br />

Bereichsleitung<br />

Frau Jacqueline Spitaler Frau Karina Rosenke<br />

International Business im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Frau Petra Kasimirski<br />

Sekretariat VD<br />

Stiftungsrat<br />

Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> (DHZB) verfügt über sämtliche erforderlichen<br />

Voraussetzungen, um Patienten mit Wohnsitz im Ausland bezüglich ihrer medizinischen<br />

Bedürfnisse hinsichtlich diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen und Eingriffe<br />

vollständig zu betreuen.<br />

Durch den Geschäftsbereich International Business des DHZB, welcher die gemeinsamen<br />

Bemühungen der Ärzteschaft, Pflege und Verwaltung bezüglich der<br />

Behandlungsanbahnung, -durchführung und Abwicklung auf hohem Niveau zum<br />

wirtschaftlichen Wohl des DHZB gestaltet und durchführt, wurden im Geschäftsjahr 2009<br />

Erlöse von rund 6,2 Millionen Euro erwirtschaftet und 411 stationäre Patienten betreut,<br />

was sowohl hinsichtlich der Patientenanzahl als auch der Erlöse eine Steigerung im<br />

Vergleich zum Vorjahr (rund 6,0 Millionen Erlöse und 392 Patienten) bedeutet.<br />

Ähnlich wie in den Vorjahren stammt die überwiegende Mehrheit der Patienten aus<br />

Russland und den so genannten GUS-Staaten.<br />

206


Prozent<br />

450<br />

400<br />

350<br />

300<br />

250<br />

200<br />

150<br />

100<br />

50<br />

0<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

0<br />

Verwaltung<br />

‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04<br />

Jahr<br />

‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />

48,90<br />

Entwicklung der Auslandsfallzahlen und Erlöse<br />

Patienten<br />

Erlöse in €<br />

5,35 5,10<br />

Qualitätsmanagement<br />

Top10 der Herkunftsländer in 2009<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

7.000.000<br />

6.000.000<br />

5.000.000<br />

4.000.000<br />

3.000.000<br />

2.000.000<br />

1.000.000<br />

3,65 3,16 3,16 1,95 1,7 1,46 1,21<br />

Russland Ukraine Azerbaijan Kasachstan Kroatien Libyen Yemen Georgien Weißrussland U.S.A.<br />

Das Ziel des Qualitätsmanagements (QM) im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> ist es, eine<br />

deutliche Optimierung der Versorgungsqualität unter Berücksichtigung der<br />

Mitarbeiterzufriedenheit und Erhöhung der Wirtschaftlichkeit zu bewirken.<br />

Für die Entwicklung des Qualitätsmanagementprozesses ist der Verwaltungsdirektor<br />

als Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands verantwortlich.<br />

Das Qualitätsmanagement ist als eine Stabsstelle dem Verwaltungsdirektor des Hauses<br />

unterstellt und für die Koordinierung, Organisation und Durchführung aller<br />

Qualitätsmanagementaktivitäten des DHZB nach Vorgaben des Organisationsentwicklungsteams<br />

(OE-Team) in Abstimmung mit dem Geschäftsführenden Vorstand<br />

207<br />

0


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

verantwortlich. Das QM ist abteilungsübergreifend und in enger Vernetzung mit den<br />

weiteren Stabsstellen tätig.<br />

Kennzeichnend für das gesamte Jahr 2009 war die weitere Bearbeitung der KTQ-<br />

Empfehlungen der vergangenen Rezertifizierung. Dies geschah vorrangig im Rahmen<br />

der Besprechungen des OE-Teams.<br />

Darüber hinaus gehörten zu den Aufgaben für 2009 u. a. die fortlaufende<br />

Durchführung, Erfassung und Auswertung der Patientenbefragung und des<br />

Beschwerdemanagements. Aufgrund einer eher geringen Rücklaufquote bei der<br />

Patientenbefragung wurde im Juni 2009 über zwei Wochen eine zusätzliche<br />

Intensivbefragung bei den stationären Patienten mit sehr zufriedenstellendem<br />

Ergebnis durchgeführt.<br />

Meinungskasten DHZB-Projektgruppe<br />

Des Weiteren wurde, abgeleitet aus den Ergebnissen der vorangegangenen<br />

Patientenbefragungen, im Januar und Februar des Jahres eine Analyse der Wartezeiten<br />

je in der Chirurgischen und in der TX-Ambulanz durchgeführt. Dabei wurden neben<br />

den Wartezeiten vor, zwischen und nach Abschluss der Untersuchungen auch die<br />

Behandlungszeiten als solche genauer betrachtet.<br />

Zu den ständigen Aufgaben des QM gehören auch die Übernahme, die Moderation und<br />

Leitung von Projekt- und Arbeitsgruppen, die Koordinierung, Planung und<br />

Durchführung von Projekten (Projektmanagement) oder auch die Durchführung von<br />

internen Audits zur Überprüfung der Umsetzung festgelegter Standards. Letztere<br />

wurden im Berichtsjahr in Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst hinsichtlich der<br />

Umsetzung und Einhaltung der Dokumentationsstandards durchgeführt.<br />

Als ein wesentliches Projekt des Jahres ist sicherlich die Erstellung eines OP-<br />

Dokumentationshandbuches für das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> zu nennen. Das<br />

Handbuch soll zur Sicherstellung einer einheitlichen, sachgerechten und plausiblen<br />

Dokumentation beitragen. Es soll einerseits als Dienstanweisung fungieren und<br />

andererseits einen verbindlichen Dokumentationsleitfaden darstellen.<br />

208<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Um Fehler und Risiken im Behandlungsprozess so gering wie möglich zu halten<br />

müssen die Faktoren Mensch, Technik und Organisation optimal aufeinander<br />

abgestimmt sein. Das Ziel des Risikomanagements im DHZB ist es, Patienten- und<br />

Mitarbeitersicherheit zu erhöhen sowie durch Verbesserung von Prozessen und<br />

Strukturen Fehler zu vermeiden. Ein Instrument zum frühzeitigen Erkennen möglicher<br />

Fehler- und Risikoquellen ist das Critical Incident Reporting System (CIRS). Vor diesem<br />

Hintergrund konnte das bereits in 2008 begonnene Projekt zur Etablierung eines<br />

hausinternen Meldesystems zur freiwilligen, anonymen und sanktionsfreien<br />

Berichterstattung von kritischen Ereignissen und Beinahezwischenfällen erfolgreich<br />

abgeschlossen werden.<br />

Darüber hinaus wurde zum wiederholten Mal eine Risikoanalyse durch externe<br />

Experten im DHZB durchgeführt. Dabei wurden an vier Tagen im Mai 2009 alle<br />

Kliniken und ausgewählte Fachbereiche auditiert. Bei einer Risikoanalyse wird die<br />

aktuelle Risikolage des Krankenhauses unter den Fokus einer haftungsrelevanten<br />

Betrachtung gestellt. Dies erfolgt durch Anlegen jeweils gültiger Maßstäbe zu den<br />

häufigsten Problemfeldern. Die ca. 350 Prüfkriterien wurden unterteilt in die<br />

Kategorien Organisation, Aufklärung, Behandlung und Dokumentation. In<br />

ausgedehnten Interviews und Vor-Ort-Begehungen wurden dann neben dem<br />

Ärztlichen Direktor Herrn Prof. Hetzer auch die weiteren Chefärzte, die leitenden Ärzte<br />

und Pflegekräfte befragt. Die Stationen, Funktionsbereiche sowie der OP-Trakt wurden<br />

besichtigt und Detailfragen mit dem Verwaltungsdirektor besprochen.<br />

Im Ergebnis erhielt das DHZB einen ausführlichen Risikobericht. An dieser Stelle sei<br />

darauf hingewiesen, dass das DHZB diese Untersuchung mit einem sehr positiven<br />

Ergebnis abschließen konnte. Die Bewertung orientiert sich an so genannten<br />

Ampelphasen, wobei eine rote Ampel für ein hohes Haftungsrisiko und einer<br />

Gefährdung der Gesundheit der Patienten steht.<br />

Ampelphasen im Risikobericht<br />

209<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

Die Farbe gelb signalisiert ein generelles Haftungsrisiko aus rechtlichen Gründen. Eine<br />

gelb/grüne Ampelkonstellation steht für latente Haftungsrisiken, d. h. bestimmte<br />

organisatorische oder vertragliche Vereinbarungen bedürfen einer Aktualisierung.<br />

Das DHZB hat als bisher einzige medizinische Einrichtung keine rote Ampel erhalten.<br />

Die formulierten Umsetzungsempfehlungen der Auditoren wurden durch das<br />

Qualitätsmanagement analysiert und nach Priorität gelistet. Sämtliche Empfehlungen<br />

wurden im OE-Team besprochen und weitere Maßnahmen zur Umsetzung abgeleitet.<br />

Der Qualitätsbericht ist laut Gesetz von den Krankenhäusern alle zwei Jahre zu<br />

erstellen. Die Veröffentlichung über das Berichtsjahr 2008 erfolgt im Jahre 2009. Der<br />

Qualitätsbericht soll der Öffentlichkeit, in besonderem Maße aber den Patientinnen und<br />

Patienten sowie den einweisenden Ärztinnen und Ärzten als Informationsquelle<br />

dienen. Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> hat dadurch die Möglichkeit, seine<br />

Leistungen und Qualität abzubilden und transparent zu machen.<br />

Das Qualitätsmanagement arbeitet als ständiges Mitglied in sämtlichen Gremien des<br />

Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> mit. Dazu zählen die Verwaltungskonferenz, die<br />

Arzneimittelkommission, die Transfusionskommission, die OP-Materialkommission,<br />

die Hygienekommission, die Laborkommission und die DRG/MIS-Runde. Außerdem ist<br />

das Qualitätsmanagement im Arbeitsschutzzirkel tätig.<br />

Unter anderem konnten weitere Hygienefortbildungen für Ärzte über die<br />

Hygienekommissionssitzung angeregt werden. Die Überarbeitung des<br />

Transfusionshandbuchs wurde über die Transfusionskommission eingeleitet und durch<br />

das QM koordiniert.<br />

Als Schnittstelle zwischen Vorstand und Mitarbeitern ist das QM ein wichtiger<br />

Kommunikationspartner für beide Seiten. Sämtliche Maßnahmen und Projekte der<br />

Krankenhausleitung mit Qualitätsmanagement-Relevanz werden u. a. über die<br />

Stabsstelle Qualitätsmanagement an die Mitarbeiter kommuniziert. Ebenso stellt die<br />

Stabsstelle die Kommunikation von Beschwerden, Vorschlägen zur<br />

Qualitätsverbesserung und weiteren qualitätsrelevanten Sachverhalten an die<br />

Krankenhausleitung sicher.<br />

210<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Controlling / Organisation<br />

Verwaltung<br />

Die Stabsstelle Controlling und Organisation direkt dem Verwaltungsdirektor<br />

unterstellt. Die Hauptaufgabe besteht in der Versorgung des Klinikvorstands mit<br />

Statistiken und Auswertungen, auf deren Grundlage die Klinikleitung operative,<br />

taktische und strategische Entscheidungen treffen kann.<br />

Data-Warehousing<br />

Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> hat 2009 die Business Intelligence Software QlikView der<br />

Firma QlikTech gekauft und eingeführt. Mit Hilfe dieser Software wurde ein Konzept<br />

für ein Data-Warehouse auf Grundlage der Theorie von unabhängigen Data Marts<br />

erstellt. Im Jahr 2009 wurden damit Teile von NEXUS Medfolio/Medicare, SCC und<br />

Teile aus dem früheren Krankenhausinformationssystem VistA in die Strukturen von<br />

QlikView überführt.<br />

Zur Unterstützung des Leitungs- und Führungssystems des DHZB wurde die Stabsstelle<br />

„Dienstplanschreibung“ des Pflegedirektorats als Pilotprojekt initiiert, um mit der<br />

QlikView-Software eigenständige Auswertungen zur Stationsbelegung auf Grundlage<br />

von Echtzeitdaten zu ermöglichen.<br />

DRG-Visiten<br />

Im Rahmen der täglichen chirurgischen Patienten- und Verlegungsbesprechungen<br />

unterstützt das Controlling die Entscheidungsfindung der Ärzte mit DRG-relevanten<br />

Informationen. Dies betrifft insbesondere die Kodierung von Diagnosen und<br />

Prozeduren.<br />

211<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

Kennzahlen<br />

Mit Einführung des neuen Krankenhausinformationssystems wurden mit QlikView fast<br />

alle Kennzahlen, die bisher aus den jetzt nicht mehr vorhandenen Systemen erstellt<br />

wurden, neu programmiert. Dieser Vorgang war Ende 2009 noch nicht ganz<br />

abgeschlossen und wird sich noch weit in das Jahr 2010 erstrecken. Die im Jahr 2008<br />

eingeführten monatlichen Lagebesprechungen mit den Leitern der Kliniken für Herz-,<br />

Thorax- und Gefäßchirurgie, Innere Medizin – Kardiologie und Angeborene Herzfehler<br />

und Kinderkardiologie sind seit 2009 Routine.<br />

Benchmark-Projekte<br />

Im Rahmen der "Arbeitsgemeinschaft deutscher Kinderherzzentren" wird mit dem<br />

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen, dem<br />

<strong>Herzzentrum</strong> München und der Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin an der<br />

Verbesserung der Darstellung der Daten aus der Kinderkardiologie und -chirurgie<br />

gearbeitet.<br />

Die Ende 2008 mit dem <strong>Herzzentrum</strong> München und dem Herz- und Diabeteszentrum<br />

Bad Oeynhausen vereinbarte Ausweitung des Benchmarks auf die Kliniken Herz-,<br />

Thorax- und Gefäßchirurgie und Innere Medizin – Kardiologie war Ende 2009<br />

technisch und inhaltlich umgesetzt worden, so dass 2010 die ersten Vergleiche<br />

beginnen können. Multizentrisch beteiligt sich die Abteilung Controlling an<br />

Arbeitsgruppen der SANA Herzzentren, bei denen praktische Themen des<br />

Medizincontrollings behandelt werden. Je nach Thema in dieser Gruppe werden die<br />

Abteilung Medizincontrolling oder das Finanz- und Rechnungswesen beteiligt.<br />

Das Benchmarking mit dem "SANA Analyser" wurde vom DHZB im Dezember 2009<br />

beendet, da die daraus gewonnen Daten nicht den gesetzten Erwartungen des<br />

Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> entsprochen haben.<br />

Kommissionsarbeit<br />

Die Stabsstelle Controlling und Organisation arbeitet in verschiedenen Kommissionen<br />

und Arbeitsgruppen des DHZB mit und unterstützt diese durch speziell auf das Thema<br />

bezogene Auswertungen. Als wichtigste Kommissionen wären die<br />

Arzneimittelkommission, die Transfusionskommission, die Hygienekommission, die<br />

Verwaltungskonferenz, die DRG-MIS-Runde, die Kooperationsgruppe mit dem<br />

Paulinenkrankenhaus und das Organisations- und Entwicklungsteam zu nennen.<br />

Fortbildungen<br />

Die Stabsstelle bietet in Zusammenarbeit mit dem Fallmanagement hausinterne<br />

Fortbildungen an. Diese behandeln Themen wie DRG-Grundlagen, DRG-Update,<br />

Diagnosenverschlüsselung für Ärzte oder DRG-relevante Dokumentation für<br />

Pflegekräfte.<br />

Hausübergreifend fanden im Bereich der Krankenpflegeausbildung Vorlesungen zur<br />

DRG und Krankenhausfinanzierung in der Wannsee-Schule e.V. und der Aus-, Fortund<br />

Weiterbildungsstätte für Krankenpflege des DHZB statt.<br />

212<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Ausblick auf 2010<br />

Im Jahr 2010 werden die Erfahrungen des Pilotprojekts der Stabsstelle<br />

„Dienstplangestaltung“ ausgewertet und auf andere Abteilungen übertragen. In der<br />

Planung ist, zum Beispiel den Kliniken für Angeborene Herzfehler<br />

(Diagnosenauswertung) und für Innere Medizin und Kardiologie (Monitoring der<br />

ambulanten Leitungen) eigenständige Analysen mit QlikView zu ermöglichen.<br />

Außerdem sollen noch weitere Systeme an das Data-Warehouse angebunden werden.<br />

In der Abbildung ist der zukünftige Zustand dargestellt. Diese Arbeiten werden<br />

voraussichtlich über das Jahr 2010 hinausgehen.<br />

213<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

Innere Verwaltungsdienste<br />

Der Bereich Innere Verwaltungsdienste ist eine Stabsstelle des Verwaltungsdirektors,<br />

der abteilungsübergreifende Funktionen und Aufgaben für das ganze Haus<br />

wahrnimmt. Dazu gehören insbesondere<br />

die Sammlung, Ordnung und Herausgabe von Informationen<br />

(z. B. Telefonbuch und Raumnutzung)<br />

die Erstellung und Aktualisierung von Organisationsmitteln<br />

(z. B. Dienstanweisungen und Formulare)<br />

die Wahrnehmung gesetzlicher Aufgaben<br />

(z. B. Arbeitsschutz, Datenschutz und Urheberrechte) sowie Sicherheitsfragen.<br />

Eine Besonderheit in 2009 lag in der Entwicklung und dem Einsatz von Piktogrammen<br />

zur Wissensvermittlung.<br />

Neuen Kollegen muss Wissen über ihren künftigen Arbeitsplatz vermittelt werden. Die<br />

Vermittlung muss innerhalb weniger Minuten geschehen. Das Wissen muss sich gut<br />

einprägen. Sprach- und Kulturunterschiede dürfen dabei keine Barrieren sein. Dafür<br />

haben sich Piktogramme mit Kurz-Texten sehr gut bewährt.<br />

Für die Anfertigung wird das Wissen zunächst in Einzelthemen gegliedert. Für jedes<br />

Einzelthema wird ein Piktogramm mit einem Kurztext entwickelt. Das Piktogramm mit<br />

Kurztext wird auf einer ganzen DIN A4-Seite dargestellt. Die fertige DIN A4-Seite wird<br />

in eine Kunststoffhülle eingegeben. Alle so erstellten Seiten werden in inhaltlicher<br />

Reihenfolge in einem Ordner eingelegt.<br />

214<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Diesen Ordner bekommt der neue Kollege zur Durchsicht vorgelegt. Er kann die<br />

einzelnen Seiten in seinem individuellen Tempo lesen und betrachten. Danach wird der<br />

neue Kollege gefragt, ob er alles verstanden hat. Im Falle eines Verständnisproblems<br />

erfolgt eine mündliche Erklärung. In fast allen Fällen wird so das eingangs<br />

beschriebene Ziel erreicht.<br />

Die Grundlage dieser Methode ist das Piktogramm. Die ersten Piktogramme wurden<br />

bereits vor 80 Jahren entwickelt. Sie sollten den Nutzern einen Zugang zum Wissen<br />

ohne Schriftsprache ermöglichen. Der Grafiker Gerd Arntz (1900-1988) hat dafür über<br />

4.000 Piktogramme gezeichnet. Darunter finden sich auch erste Piktogramme für das<br />

Gesundheitswesen.<br />

Gibt es Piktogramme, die ohne jede Voraussetzung Wissen vermitteln können? Gibt es<br />

Piktogramme, die ohne Text, Erklärung oder Zusammenhang funktionieren?<br />

Verkehrszeichen z. B. sind ohne die Straßenverkehrsordnung nicht verständlich.<br />

In ähnlicher Weise dürfte dies vermutlich für alle bekannten Piktogramme gelten. Die<br />

vielleicht einzige Ausnahme könnte aber der Smiley sein.<br />

215<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Finanz- und Rechnungswesen<br />

Geschäftsbuchhaltung<br />

Finanzbuchhaltung<br />

Abschlüsse/Steuern<br />

Dritt- und Fördermittel<br />

Personalrechnung<br />

Frau Marion Dassow<br />

Debitoren<br />

Zahlungsverkehr<br />

Systemunterstützung<br />

Frau Bärbel Rink<br />

Kreditoren<br />

Kassenbuchhaltung<br />

Zahlungsverkehr<br />

Zuzahlungen<br />

Frau Kerstin Schindler<br />

Zahlungsverkehr Ausland<br />

Patientenzuzahlungen<br />

Sonderaufgaben<br />

Frau Anita Metsch<br />

Zahlungsverkehr Ausland<br />

Patientenzuzahlungen<br />

Sonderaufgaben<br />

Frau Anita Metsch<br />

Anlagenbuchhaltung<br />

Frau Sigrid Bauer<br />

Eingangsrechnungsbearbeitung<br />

Kreditorenbuchhaltung<br />

Frau Christa Lechner<br />

Frau Roswitha Kuhlig<br />

Frau Barbara Walczak<br />

Verwaltung<br />

Finanz- und Rechnungswesen<br />

Abteilungsleitung<br />

Stellvertretender Verwaltungsdirektor<br />

Bevollmächtigter der Unterstützungskasse<br />

des DHZB e.V.<br />

Herr Klaus Reßmer<br />

Leistungsabrechnung<br />

Stationäre<br />

Patientenabrechnung<br />

Frau Cornelia Herter<br />

Frau Karin Schubert<br />

Frau Kerstin Seyda<br />

Frau Regine Zibull<br />

MDK-Prüfungen<br />

Frau Doreen Teuchert<br />

Abrechnungsstreitfälle<br />

Frau Petra Buchholz<br />

Privatliquidation<br />

Abrechnung<br />

wahlärztlicher Leistungen<br />

Frau Katrin Dehmel<br />

Frau Sylvia Giehler<br />

Sonstige Leistungsabrechnung<br />

Frau Beate Pape<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Frau Susanne Caterba<br />

Sekretariat Abteilungsleitung<br />

Unterstützungskasse<br />

Rechnungsprüfung Konsile<br />

Kosten- und Leistungsabrechnung<br />

Controlling<br />

Kaufmännisches Controlling<br />

Kalkulation<br />

Frau Kerstin Bachmann<br />

Kosten- und<br />

Leistungsrechnung<br />

Frau Jolanta Lipska-Boden<br />

Das Jahr 2009 war im Finanz- und Rechnungswesen, wie in weiten Teilen des DHZB,<br />

geprägt von der Umstellung auf neue IT-Systeme für die stationäre<br />

Leistungsabrechnung auf Nexus Medicare und für die Buchhaltung auf SAP.<br />

216


Anzahl<br />

24000<br />

23500<br />

23000<br />

22500<br />

22000<br />

21500<br />

21000<br />

20500<br />

20000<br />

19500<br />

19000<br />

Verwaltung<br />

Die besondere Herausforderung bestand in der Notwendigkeit, ab dem 1. Januar des<br />

Jahres die neuen Systeme zu nutzen und gleichzeitig die für das Geschäftsjahr 2008<br />

noch abzuwickelnden Geschäftsvorfälle wie eingehende Lieferantenrechnungen oder<br />

die zu erstellenden Rechnungen an Krankenkassen, in den Altsystemen, zu verarbeiten.<br />

Eine der wichtigsten Aufgaben war die Sicherstellung der Liquidität in den ersten<br />

Wochen und Monaten des Jahres, bis die Rechnungsschreibung mit dem neuen System<br />

vollumfänglich erfolgen konnte. Hier zeigte sich, dass das Prinzip des „vorsichtigen<br />

Kaufmanns“, dass das DHZB finanzierungsseitig auszeichnet, von besonderer<br />

Bedeutung war. Die Aufgabe der Umstellung konnte nur durch den besonderen Einsatz<br />

aller Mitarbeiter des Finanz- und Rechnungswesens gemeistert werden.<br />

Die Mitarbeiter des Finanz- und Rechnungswesens sind zuständig für die Abrechnung<br />

von vorstationären, stationären und sonstigen Leistungen des DHZB sowie privater<br />

Chefarztleistungen, die im Rahmen von mit dem DHZB geschlossenen Verträgen von<br />

den Leitenden Ärzten der Fachabteilungen und Instituten erbracht werden. Im Jahr<br />

2009 wurden wieder Leistungen im Wert von mehr als 100 Millionen € fakturiert,<br />

worunter auch sonstige Leistungen wie die Berechnung von Miet- und<br />

Servicepauschalen für Patienten mit Herzunterstützungssystemen fallen, die<br />

außerhalb ihres stationären Aufenthalts betreut werden. Jährlich werden ca. 23.000<br />

eingehende Rechnungen von Lieferanten und Dienstleistern registriert, zur sachlichen<br />

Prüfung weitergereicht, verbucht und schließlich unter Ausnutzung von Skonti<br />

fristgerecht gezahlt.<br />

Lieferantenrechnungen<br />

2005 2006 2007 2008 2009<br />

Kalenderjahr<br />

217<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Personalabteilung<br />

Herr Klaus Nagel<br />

Abteilungsleitung<br />

Verwaltung<br />

Über die etwa 20 zu verwaltenden Bankkonten des DHZB werden Kontoumsätze in der<br />

Größenordnung von 200 Millionen € abgewickelt, darunter auch über 6 Millionen € für<br />

Zahlungseingänge für die Behandlung ausländischer Patienten. Darüber hinaus ist das<br />

Finanz- und Rechnungswesen für das Mahnwesen, die Anfragen des MDK und der<br />

Krankenkassen zu abgerechneten Leistungen und die Abwicklung von Zuzahlungen<br />

zuständig. Des Weiteren werden die Buchhaltungen für das Axel-Springer-Gästehaus,<br />

die Unterstützungskasse des DHZB und des Nationalen Registers für Angeborene<br />

Herzfehler e. V. geführt. Einen bedeutenden Umfang hat auch die Verwaltung von<br />

Forschungsgeldern angenommen, da sich diese Aktivitäten im DHZB insgesamt<br />

ausweiten.<br />

Im Bereich der Kostenrechnung des Finanzcontrollings werden Auswertungen und<br />

Analysen zur internen Budgetierung, zur Entgeltkalkulation und für die Vorbereitung<br />

der Budget- und Pflegesatzverhandlungen vorgenommen. Die Verrechnung von<br />

Kosten und Leistungen für interne und externe Zwecke erfolgen in enger Abstimmung<br />

zwischen der Buchhaltung und der Kostenrechnung und bilden auch die Grundlage für<br />

die steuerliche Bewertung der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe. Steuerliche Aspekte<br />

gewinnen zunehmend an Bedeutung und betreffen sowohl die Versorgung von<br />

Patienten und Angehörigen wie auch die umfangreichen Forschungsaktivitäten des<br />

DHZB.<br />

Personalabteilung<br />

Frau Regina Schäfer<br />

Stellv. Leiterin der Personalabt.<br />

Personalreferentin,<br />

Stellv. Bevollmächtigte der<br />

Unterstützungskasse des DHZB e.V.<br />

Frau Verena Weichert<br />

Mitarbeit techn. Abrechnung<br />

Vergütung<br />

Personalsachbearbeitung<br />

Frau Marion Barnick<br />

Herr Harald Saretzki<br />

Vergütung<br />

Personalsachbearbeitung<br />

Frau Katrin Hoske<br />

Sekretariat<br />

In der Personalabteilung, die sechs Mitarbeiter umfasst, werden sämtliche Personalangelegenheiten<br />

für die Mitarbeiter des DHZB erledigt.<br />

218<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Die Leitung der Personalabteilung nimmt insbesondere personalwirtschaftliche sowie<br />

arbeitsrechtliche und betriebsverfassungsrechtliche Aufgabenstellungen<br />

einschließlich der Prozessbegleitung vor dem Arbeitsgericht wahr. Sie arbeitet mit<br />

allen Abteilungen und Bereichen des Hauses sowie mit dem Betriebsrat des DHZB eng<br />

zusammen und trägt Sorge für die Beachtung aller im Personalbereich relevanten<br />

Gesetze. Sie ist Ansprechpartner im DHZB bei Betriebsprüfungen der Steuerverwaltung<br />

und der Sozialversicherungsträger. Die Personalabteilung hat, gemeinsam mit anderen<br />

Stellen, eine leistungsfähige und den Bedürfnissen der Unternehmensleitung gerecht<br />

werdende EDV-Verwaltung einschließlich eines betriebswirtschaftlich orientierten<br />

Berichtswesens (s. Grafik „Mitarbeiter/Innen DHZB Stand 31.12.2009“) bereitzustellen,<br />

zu nutzen und ggf. anzupassen.<br />

Verwaltungsdienst<br />

sonst.Personal, Azubis/ SW<br />

Sonderdienst<br />

Pflegedienst<br />

Personal der<br />

Ausbildungsstätte<br />

Med.Techn.Dienst<br />

Funktionsdienst<br />

Ärztlicher Dienst<br />

Mitarbeiter/Innen DHZB (Stand: 31.12.2009)<br />

2<br />

3<br />

7<br />

7<br />

46<br />

52<br />

62<br />

94<br />

120<br />

120<br />

117<br />

118<br />

Die Personalabteilung begleitet den Mitarbeiter während der gesamten Dauer seines<br />

Arbeitsverhältnisses mit dem DHZB, beginnend mit seiner Einstellung. Diese führt über<br />

die Personalsuche mit der Vornahme interner und externer Stellenausschreibungen,<br />

die Durchführung der betrieblichen Mitbestimmung und das schriftliche<br />

Einstellungsangebot hin zur Erstellung des Arbeitsvertrags einschließlich ggf.<br />

individueller Inhalte und Nebenabreden.<br />

Hierbei gewährleistet die Personalleitung deren rechtssichere Gestaltung unter<br />

Beachtung von Gesetzgebung und Rechtsprechung. Sie hat darauf zu achten, dass<br />

ausländische Mitarbeiter (s. Tabelle „Staatsangehörigkeiten DHZB-Mitarbeiter/Innen<br />

2009“) über die entsprechenden aufenthaltsrechtlichen und Berufserlaubnisse<br />

verfügen. Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses werden die Mitarbeiter von<br />

ihrem Personalsachbearbeiter oder von der Personalleitung in ihren Personalangelegenheiten<br />

beraten.<br />

219<br />

176<br />

178<br />

194<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

380


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

Die Personalabteilung nimmt die monatliche Erstellung der Gehaltsabrechnung unter<br />

Beachtung insbesondere der Haustarifverträge des DHZB mit dem Marburger Bund und<br />

der Gewerkschaft ver.di sowie unter Beachtung des häufig kurzfristigen Wandlungen<br />

unterworfenen Steuer- und Sozialversicherungsrechts vor. Hierzu werden Daten vom<br />

Dienstplansystem „SP-Expert“ angeliefert, welche insbesondere Zeitzuschläge sowie<br />

Rufbereitschaften, Bereitschaftsdienste und andere Zuschläge betreffen.<br />

Staatsangehörigkeiten DHZB – Mitarbeiter/Innen 2009<br />

amerikanisch 2<br />

armenisch 1<br />

bosnisch 2<br />

britisch 1<br />

bulgarisch 1<br />

chinesisch 2<br />

deutsch 978<br />

französisch 3<br />

griechisch 4<br />

israelisch 1<br />

italienisch 3<br />

japanisch 1<br />

kroatisch 4<br />

lettisch 1<br />

libanesisch 2<br />

niederländisch 2<br />

österreichisch 9<br />

polnisch 4<br />

russisch 3<br />

schwedisch 1<br />

staatenlos 1<br />

türkisch 10<br />

gesamt 1036<br />

Auch Versetzungen, Veränderungen der regelmäßigen Arbeitszeit und der<br />

Eingruppierung, Beurlaubungen und die Gewährung von Elternzeit gehören zum<br />

täglichen „Geschäft“ der Personalabteilung. Mit anderen Krankenhäusern werden zum<br />

Zweck der ärztlichen Weiterbildung gegenseitige Rotationen von Mitarbeitern<br />

vereinbart.<br />

220<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses eines Mitarbeiters mit seinem Austritt (s.<br />

Grafik „Fluktuation“) wird regelmäßig mit der Erstellung eines Arbeitszeugnisses<br />

abgeschlossen. Die Erstellung von Bescheinigungen für die Mitarbeiter und von<br />

zahlreichen, gesetzlich vorgeschriebenen Statistiken runden das Bild der Arbeit der<br />

Personalabteilung ab.<br />

Personal Ausbildungstätte<br />

Sonderdienst<br />

Verwaltungsdienst<br />

Funktionsdienst<br />

Med. techn. Dienst<br />

Pflegedienst<br />

Ärztlicher Dienst<br />

Fluktuation DHZB 2009 (in %)<br />

0 2 4 6 8 10 12 14 16 18<br />

Im Kalenderjahr 2009 haben sich die Haustarifverträge des DHZB weiterhin bewährt,<br />

nachdem die bereits 2008 erfolgte Aufhebung der Tarifgemeinschaft zwischen<br />

Marburger Bund und der Gewerkschaft ver.di diese getrennte Entwicklung der<br />

Tarifverträge eingeleitet hatte. Die Tarifverhandlungen erfolgen seitdem mit den<br />

einzelnen Tarifpartnern.<br />

Das aufgrund gesetzlicher Verpflichtung nach § 84 SGB IX zum 01.09.2008 durch<br />

Betriebsvereinbarung eingeführte „Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)“<br />

verpflichtet das DHZB, für Beschäftigte, die innerhalb eines Jahres länger als sechs<br />

Wochen bzw. 42 Kalendertage ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig<br />

erkrankt sind, ein „betriebliches Eingliederungsmanagement“ anzubieten.<br />

Im betrieblichen Eingliederungsmanagement suchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer<br />

gemeinsam nach Möglichkeiten, festzustellen, wie die Arbeitsunfähigkeit des<br />

Mitarbeiters möglichst überwunden werden kann und mit welchen Leistungen oder<br />

Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden<br />

kann. Die Gespräche sind für die Mitarbeiter freiwillig. Das betriebliche<br />

Eingliederungsmanagement umfasst betriebliche Maßnahmen der Prävention,<br />

Gesundheitsförderung und Rehabilitation.<br />

221<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

Nach einer Anlaufphase Ende 2008 mit zunächst ca. 100 Informationsgesprächen<br />

zwischen Personalleitung und Mitarbeitern fanden 2009 monatlich durchschnittlich<br />

ca. 10 Informationsgespräche statt. In mehr als 90 Prozent der Gespräche verbleibt es<br />

beim ersten Informationsgespräch.<br />

Im Oktober 2006 wurde vom DHZB unter Beteiligung von Mitarbeiterinnen und<br />

Mitarbeitern aller Abteilungen des DHZB und des Betriebsrats das Projekt<br />

„Entwicklung eines Gesamtkonzeptes zur Führung von Mitarbeiterfördergesprächen“<br />

begonnen. Unter der Projektleitung der Personalleitung wurde unter Beteiligung aller<br />

ärztlichen und nichtärztlichen Abteilungen des DHZB ein „Leitfaden<br />

Mitarbeitergespräche“ (Kurzbezeichnung) erarbeitet, der nach bereits erfolgter<br />

Pilotprojekt-Phase in einer kleineren Zahl von Mitarbeitergesprächen und nach<br />

Zustimmung des Betriebsrats ab 2010 in allen Abteilungen und Bereichen des DHZB<br />

eingesetzt wird. Ziel ist es insbesondere, in Übereinstimmung mit der Vision und dem<br />

Leitbild des DHZB und hieraus abgeleitet strukturierte Mitarbeitergespräche zur<br />

Personalentwicklung zu etablieren und diese zu einem festen Bestandteil einer<br />

erfolgreichen und zufrieden stellenden Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern sowie den Vorgesetzten zu entwickeln. Während der gesamten<br />

Projektdauer bis Ende 2009 hat der Geschäftsführende Vorstand des DHZB die<br />

Entwicklung des Projekts begleitet und einhergehend mit der Veröffentlichung des<br />

Leitfadens im Intranet eine zweijährige Erprobungsphase gestartet.<br />

Mit dem positiven Bericht „Bewertung einer DRG-basierten Methodik zur internen<br />

Personalbudgetierung am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong>“ der unabhängigen BDO<br />

Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) vom<br />

November 2009 wurde unter Zusammenwirken der Abteilungen Finanz- und<br />

Rechungswesen, Personalabteilung, Organisation und Controlling und<br />

Verwaltungsdirektion die am DHZB etablierte betriebswirtschaftliche Methode der<br />

Budgetierung als geeignetes Verfahren zum Kostencontrolling und zur<br />

Kostensteuerung im Personalbereich anerkannt. Dieses Verfahren ist angesichts<br />

bestehender Erlössituation nach DRG geeignet, Veränderungen auf der Erlösseite in<br />

den Personalbudgets der Abteilungen und Bereiche abzubilden und diesen<br />

verbindliche Personalbudget-Vorgaben zur Verfügung zu stellen.<br />

Neben den alljährlich jeweils kurz vor Jahresende üblichen Änderungen<br />

steuerrechtlicher und sozialversicherungsrechtlicher Gesetze wurde mit dem „Gesetz<br />

über das Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises (ELENA Verfahrensgesetz)“<br />

von März 2009 ein wichtiger Meilenstein zum Abbau bestehender Bürokratie, aber<br />

auch ein Signal für mehr Innovation geschaffen (so das Bundesministerium für<br />

Wirtschaft und Technologie auf seiner Homepage):<br />

Rund drei Millionen Arbeitgeber stellen Jahr für Jahr etwa 60 Millionen<br />

Bescheinigungen in Papierform aus. Diese Nachweise benötigen ihre Beschäftigten, um<br />

gegenüber öffentlichen Stellen die Voraussetzungen für den Bezug einer bestimmten<br />

Leistung nachweisen zu können.<br />

So ermittelt beispielsweise die Arbeitsverwaltung auf der Grundlage der vom<br />

222<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Arbeitgeber ausgestellten Arbeitsbescheinigung den Anspruch auf Arbeitslosengeld.<br />

Zwischen der elektronischen Personalverwaltung des Arbeitgebers und der<br />

elektronischen Sachbearbeitung in den Behörden klafft eine Lücke, die weiterhin durch<br />

den traditionellen Informationsträger Papier überbrückt wird. Dieser Medienbruch<br />

wird durch das ELENA-Verfahren beseitigt. Nach dem Aufbau der Infrastruktur im<br />

Jahre 2009 mit entsprechender Übermittlung von Meldungen der Arbeitgeber ab<br />

01.01.2010 wird das ELENA-Verfahren dann ab 01.01.2012 in der Praxis verbindlich<br />

angewendet werden. Gleichzeitig soll bis zum Jahre 2015 geprüft werden, ob alle<br />

Bescheinigungen des Sozialrechts in das Verfahren eingebunden werden können.<br />

Unterstützungskasse des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V.<br />

Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> gewährt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern<br />

sowie den im Wege eines Betriebsübergangs zur GHIB bzw. DL-GmbH übergegangenen<br />

Mitarbeitern über die Unterstützungskasse des DHZB e. V. eine betriebliche<br />

Altersversorgung in Form einer Alters-, Erwerbsminderungs- sowie<br />

Hinterbliebenenrente.<br />

Gremien der Unterstützungskasse des DHZB sind<br />

Vorstand (Vorsitzender Herr Michael Thomas Höhn)<br />

Mitgliederversammlung<br />

Beirat<br />

Bevollmächtigter Herr Klaus Reßmer und Regina Schäfer (Stellv.)<br />

Mitarbeit: Frau Susanne Caterba<br />

Die Unterstützungskasse im DHZB ist eine rechtlich selbstständige Einrichtung für die<br />

betriebliche Altersversorgung in Form eines eingetragenen Vereins. Sie unterliegt nicht<br />

der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin). Das<br />

Vermögen der Unterstützungskasse wird durch Zuwendungen des DHZB und durch<br />

eigene Vermögenserträge der Unterstützungskasse aufgebaut und erhalten. Es wird<br />

gesichert durch jährliche Beiträge zur Insolvenzsicherung an den Pensions-<br />

Sicherungs-Verein.<br />

Die Unterstützungskasse schließt mit Versicherungsunternehmen Lebensversicherungen<br />

zugunsten der Mitarbeiter/Innen und leistet die jährlichen Zahlungen.<br />

Anders als im öffentlichen Dienst ist eine Eigenbeteiligung durch den Mitarbeiter nicht<br />

zu leisten.<br />

223<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

Im Jahre 2009 wurden in der Sitzung der Gremien der Unterstützungskasse u. a.<br />

Änderungen im Leistungsplan beschlossen. Gegenstand dieser Änderungen sind<br />

hauptsächlich die Einbeziehung der Mitarbeiter des MVZ (Medizinisches<br />

Versorgungszentrum), sofern diese zuvor beim DHZB beschäftigt waren, und<br />

Regelungen zur Berücksichtigung der Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters.<br />

Aufgrund der schrittweisen Anpassung der Altersgrenze für die Regelaltersrente von<br />

65 auf 67 Jahre ab 2012 wurde die Weiterentwicklung der Versorgungsbausteine ab<br />

dem 66. Lebensjahr im Leistungsplan festgelegt.<br />

Mit dem Gesetz zur Strukturreform des Versorgungsausgleichs vom 03.04.2009<br />

wurden die Regelungen zur Durchführung des Versorgungsausgleichs für ab dem<br />

01.09.2009 anhängige Scheidungsverfahren geändert. Der Versorgungsausgleich<br />

regelt die Verteilung von Rentenansprüchen zwischen den Ehepartnern nach einer<br />

Scheidung. Für den Bereich der betrieblichen Altersversorgung haben sich einige<br />

Änderungen ergeben. Vorrangig ist durch das Gesetz die interne Teilung vorgesehen, d.<br />

h. der Ausgleichsberechtigte erwirbt Ansprüche an der betrieblichen Altersversorgung<br />

des Ausgleichsverpflichteten für in der Ehezeit erworbene Anrechte. Der<br />

Ausgleichsberechtigte erhält damit die Stellung eines ausgeschiedenen Mitarbeiters im<br />

Sinne des Betriebsrentengesetzes.<br />

In Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit der externen Teilung. Dabei begründet das<br />

Familiengericht für die ausgleichsberechtigte Person zulasten des Anrechts der<br />

ausgleichsverpflichteten Person ein Anrecht in Höhe des Ausgleichswerts bei einem<br />

anderen Versorgungsträger als demjenigen, bei dem das Anrecht der<br />

ausgleichsverpflichteten Person besteht. In der Unterstützungskasse wird zurzeit eine<br />

Teilungsordnung erarbeitet. Bis diese vorliegt, gelten die gesetzlichen Vorgaben.<br />

224<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

German Heart Institute <strong>Berlin</strong>-Services GmbH (GHIB)<br />

Herr<br />

Mehran Moazami-Goudarzi<br />

Prokurist<br />

Technik und<br />

Versorgung<br />

Medizintechnik<br />

Medizinische<br />

Dokumentation,<br />

Qualitätssicherung<br />

Medizinischer<br />

Schreibdienst<br />

GHIB<br />

Geschäftsleitung<br />

Herr Thomas Höhn<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Frau Andrea Schnettler<br />

Assistentin<br />

der Geschäftsleitung<br />

IT-Services<br />

Patienten-Daten-<br />

Management<br />

Einkauf<br />

Studienzentrale<br />

Zentralarchiv<br />

Patientenaufnahme<br />

Patienteneinbestellung<br />

Sozialdienst<br />

Die GHIB-Services GmbH wurde im September 2001 gegründet und ist ein<br />

Tochterunternehmen des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> (DHZB), wobei das DHZB 100<br />

Prozent des Stammkapitals hält.<br />

Die Aufgabe der GHIB-Services GmbH besteht in der Erbringung von nichtmedizinischen<br />

bzw. nicht-pflegerischen Dienstleistungen für das DHZB, verbundene<br />

Unternehmen sowie Kooperationspartner und Dritte.<br />

Im Vordergrund steht jedoch die Leistungserbringung für das DHZB. Ziel der GHIB-<br />

Services GmbH ist es, qualitativ hochwertige Dienstleistungen zu marktgerechten<br />

Preisen zu erbringen.<br />

225


Abteilungsstruktur<br />

Technik und Versorgung<br />

Herr Christian Ozminski<br />

Bereichsleitung<br />

Ver- Entsorgung / Materiallogistik<br />

Stellv. Techn. Leiter<br />

Brandschutzbeauftragter<br />

Abfallbeauftragter<br />

Herr Fred Wendland<br />

Hausinspektor<br />

Verwaltung<br />

GHIB<br />

Technik und Versorgung<br />

Herr Jörg-Peter Schmahl<br />

Abteilungsleitung / Technische Leitung<br />

Bereichsleitung Betriebstechnik<br />

Ltd. Fachkraft für Arbeitssicherheit<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Frau Sylvia Schweitzer<br />

Sekretariat<br />

Technik und Versorgung<br />

Dienstleistungs-GmbH<br />

Service Center<br />

(Help Desk)<br />

Im Gesetz zur Umsetzung von Zukunftsinvestitionen der Kommunen und Länder stellt<br />

der Bund zur Förderung der Stabilität und das Wachstum der Wirtschaft Sondermittel<br />

zur Verfügung. Im Bescheid des Senats von <strong>Berlin</strong> wurden dem Deutschen <strong>Herzzentrum</strong><br />

<strong>Berlin</strong> finanzielle Mittel für drei Sondermaßnahmen im Rahmen des<br />

Konjunkturprogramms II zugewiesen.<br />

Start der Maßnahme Konjunkturpaket II<br />

Umbau der vorhandenen Lüftungsanlage der OP-Bereiche, Säle 1–6 und<br />

Funktionsräume, die seit über 20 Jahren in Betrieb ist. Durch diese Sanierung wurde<br />

der Bedarf der Zu- und Abluftmenge im OP-Bereich um ca. 7000 m³/ h reduziert. Die<br />

Erwärmungssysteme sowie die Kälteregister und die Wärmerückgewinnung der alten<br />

Anlage waren unwirtschaftlich und wurden durch neue, selektiv regelbare Anlagen<br />

ausgetauscht. Weiterhin wird durch eine Duplexanlage die Versorgungssicherheit stark<br />

erhöht, gesenkt dagegen werden die Energie- und Wartungskosten.<br />

Die Teilsanierung der Pflegebereiche H1K und H2 von je einem 4-Bett-Zimmer zu zwei<br />

2-Bett-Zimmern und der Umzug des Ruheraums Kardiologie sowie der Umbau des<br />

Raums 0.3364 zu Arztdienstzimmern erfolgte in drei Bauabschnitten. In Vorleistung<br />

erhielt die Abteilung Psychosomatik neue Räume im „Türmchen“. Der erste<br />

Bauabschnitt, der Umbau der ehemaligen Dienstzimmer der Abteilung Psychosomatik<br />

zu einer Ruheraumeinheit (zwei 2-Bett-Zimmer mit integrierter WC- und Duscheinheit<br />

sowie ein Patientenaufenthaltsraum), begann im Jahr 2009 und werden zum März 2010<br />

fertig gestellt.<br />

226


Verwaltung<br />

Anschließend wird der Umbau von je einem 4-Bett-Zimmer auf den Stationen H1 und<br />

H2 und der Umbau des ehemaligen Ruheraums zu Dienstzimmern erfolgen. Der Umbau<br />

des ehemaligen Biopsieraums in der Chirurgischen Ambulanz zu einem<br />

Elektrokardiographieraum II, einem Arztdienstzimmer und der Neugestaltung des<br />

Personalaufenthaltsraums wurden im Jahr 2009 abgeschlossen. Im Jahr 2010 erfolgt<br />

die Modernisierung des OP-Saals 7, unter Berücksichtigung der Vereinheitlichung der<br />

OP-Ausstattung (zum Zentral-OP) und der neuen Anforderung durch Biopsien und<br />

Bronchoskopien.<br />

Instandhaltungsübersicht<br />

Zur Werterhaltung des Gebäudekomplexes DHZB werden jährlich umfangreiche<br />

Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, die im Rahmen der Wartungs- und<br />

Instandhaltungsreparaturen eine effiziente sowie betriebs- und funktionssichere<br />

Nutzung der Immobilie gewährleisten. Diese werden unter Anleitung der Mitarbeiter<br />

der Abteilung Technik organisiert und durchgeführt. Hervorzuheben sind für das Jahr<br />

2009 folgende Maßnahmen:<br />

Die Räume der Akademie für Kardiotechnik wurden erweitert und neugestaltet, ein<br />

weiterer Seminarraum und ein Simulations-OP konnten im März fertig gestellt und<br />

übergeben werden.<br />

Schulungsraum OP-Simulationsraum<br />

Im Rahmen der Instandsetzung erfolgte die Herrichtung neuer Arbeitsplätze für die<br />

Bereiche Einkauf, Betriebsrat und Psychosomatik. Die Sanierung bzw. der Austausch<br />

der Kühlzellen in der Zentralküche sowie der Umbau des Schwesterndienstplatzes und<br />

der Stationsküche auf der Station H1 Chirurgie konnten zur Verbesserung der Lagerung<br />

von Lebensmitteln und der Arbeitsbedingungen im Schwesternstützpunkt beitragen.<br />

Die Umsetzung der im Jahr 2009 durchgeführten Maßnahmen trugen im wesentlichen<br />

zur Verbesserung und Erhöhung der Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter, der<br />

Arbeitsschutz- und Versorgungssicherheit, der Patientenversorgung und im<br />

Patientenservice bei.<br />

227<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

IT-Services / Patienten-Daten-Management<br />

Herr Stefan Vogel<br />

Stellvertretende Leitung<br />

System- und Netzwerkadministration<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Herr Phillipp Krüger<br />

System- und Netzwerkadministration<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Herr Bernd Haage<br />

System- und Netzwerkadministration<br />

Herr Detlef Gössmann<br />

System- und<br />

Datenbankadministration<br />

Studiendatenbanken<br />

Frau Sabine Stolle<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Laborinformationssystem<br />

Herr Lutz Bernard<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Krankenhaus-Informationssystem<br />

Kardiologie-Informationssystem<br />

Herr Armin Grohmann<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Krankenhaus-Informationssystem<br />

Patientendatenmanagement<br />

Frau Heidi Ogrodowczyk<br />

Leitung: Patientendatenmanagement<br />

System- und Anwendungsbetreuung<br />

Herr Wolfgang Dargel<br />

Systemtechnik<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Patientendatenmanagement<br />

Herr Joseph Walenta<br />

Projektleitung<br />

Patientendatenmanagement<br />

GHIB<br />

IT-Services<br />

Herr Reiner Petersen<br />

Abteilungsleitung<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Herr Joachim Saudhof<br />

Infrastruktur<br />

System- und Netzwerktechnik<br />

Ausbildungsbeauftragter<br />

Herr Simon Gasper<br />

Systemtechnik<br />

System- und Netzwerkadministration<br />

Herr Jörn Stock<br />

System- und Netzwerkadministration<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Videokonferenztechnik<br />

Herr Gerd Neumann<br />

Systemadministration<br />

Kommunikationsserver<br />

Anwendungsbetreuung Labor<br />

Herr Clemens Schmidt<br />

System- und Anwendungsbetreuung<br />

Administrative Systeme<br />

Dienstplanungssystem<br />

Herr Jörn Collmann<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Krankenhausinformationssystem<br />

Webmaster<br />

Frau Monika Seidelmann<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Krankenhausinformationssystem<br />

Herr Jörg Hauck<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Patientendatenmanagement<br />

Krankenhaus-Informationssystem<br />

Herr Wolfgang Blietz<br />

Schulungen<br />

Webmaster<br />

Herr Michael Dräger<br />

Schulungen<br />

Anwendungsbetreuung<br />

Kardiologie-Informationssystem<br />

Die Abteilung Informationstechnik betreibt die gesamte DV-technische Infrastruktur<br />

des DHZB. Zur DV-Technik gehören das Datennetzwerk mit seinen aktiven und<br />

passiven Komponenten, die Datenverarbeitungsanlagen mit Server-Systemen,<br />

Massenspeichern und Arbeitsplatzrechnern sowie eine breites Spektrum von<br />

228


Verwaltung<br />

Anwendungsprogrammen, die für die klinische Dokumentation genutzt werden,<br />

klinische Abläufe unterstützen, administrative und betriebswirtschaftliche Vorgänge<br />

abbilden oder der allgemeinen Büroautomatisierung dienen. Viele dieser<br />

Anwendungen haben Schnittstellen zu Geräten der Medizin- und Betriebstechnik oder<br />

kommunizieren mit Partnern außerhalb des DHZB.<br />

Das Rückgrat der IT-Infrastruktur bildet ein leistungsfähiges Netzwerk, das<br />

ausreichende Kapazität auch für datenintensive Anwendungen wie bildgebende<br />

Verfahren (z. B. CT, MR) oder Videoübertragungen an allen über das Stadtgebiet von<br />

<strong>Berlin</strong> verteilten Standorten des DHZB bereit hält. Zwischen dem DHZB-Hauptgebäude<br />

und seinen Außenstellen werden Telefongespräche ebenfalls über Datennetz<br />

übertragen.<br />

Neben dem Zugang des DHZB zum weltweiten Internet gibt es dedizierte Verbindungen<br />

zu externen Rechenzentren, die beispielsweise für die Personalabrechnung, für die<br />

Datenübermittlung zu den Krankenkassen oder für den Datenaustausch mit Banken<br />

eingerichtet wurden. Fremdfirmen ist es über das Internet möglich, zur vorbeugenden<br />

Wartung oder Störungsbehebung auf die von ihnen gelieferten technischen Anlagen<br />

oder medizintechnischen Geräte im DHZB zuzugreifen.<br />

Die universelle Nutzung des Datennetzes erfordert entsprechende Schutzvorkehrungen<br />

und gestaffelte Sicherheitsstufen, die sensible Patienten- und Personaldaten vor<br />

unberechtigten Zugriffen schützen und gleichzeitig z. B. den Zugang für Patienten mit<br />

privaten Rechnern zum Internet erlauben.<br />

In der täglichen Routine werden im DHZB mehr als 100 unterschiedliche Programme<br />

von über 1000 Benutzern an ebenso vielen Arbeitsplätzen verwendet. Die von den<br />

Anwendungen benötigte Rechenleistung und Speicherkapazität stellen zentrale<br />

Server-Systeme bereit, die zur Erhöhung der Ausfallsicherheit in zwei voneinander<br />

getrennten Rechnerräumen installiert sind. Für die Patientenversorgung eingesetzte<br />

wichtige Systeme sind jeweils doppelt mit identischen gespiegelten Daten vorhanden.<br />

Zusätzlich werden nächtliche Sicherungen erstellt und an einem dritten Ort gelagert.<br />

Sämtliche Systeme werden von der IT-Abteilung kontinuierlich überwacht und<br />

gewartet, um Betriebsstörungen zu vermeiden und um auf sich abzeichnende<br />

Kapazitätsengpässe rechtzeitig zu reagieren. Die klinische Routine erfordert die<br />

Verfügbarkeit von 24 Stunden an 7 Tagen der Woche, die durch entsprechende<br />

Rufdienste rund um die Uhr sichergestellt wird.<br />

Neben dem technischen Betrieb der DV-Systeme betreut die Abteilung<br />

Informationstechnik die Anwendungen des Krankenhausinformationssystems auch<br />

inhaltlich. Änderungen der gesetzlichen Regularien und der internen Organisation<br />

sowie neue Verfahren in der Medizin erfordern permanent die Anpassung der<br />

Anwendungssysteme an neue Anforderungen. Gemeinsam mit den Benutzern werden<br />

diese neuen Anforderungen ermittelt und die notwendigen Anpassungen spezifiziert,<br />

die anschließend durch Konfiguration der Anwendungen, Funktionserweiterungen<br />

durch die Hersteller oder durch Eigenentwicklungen realisiert werden. Zum Schluss<br />

229<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

sind die neuen oder geänderten Programme kontrolliert in die bestehende Umgebung<br />

zu integrieren. Darüber hinaus umfasst die Anwendungsbetreuung die telefonische<br />

Benutzerberatung sowie die Einweisung und Schulung neuer Mitarbeiter<br />

einschließlich der Erstellung von Schulungsunterlagen und Handbüchern.<br />

Neues Krankenhausinformationssystem (KIS)<br />

Das bestimmende IT-Projekt 2009 war die im Vorjahr begonnene Umstellung des in der<br />

Vergangenheit überwiegend selbst entwicklelten KIS durch das Standardprodukt<br />

Nexus MedFolio in der Klinik sowie die Ablösung der im Finanz- und Rechnungswesen<br />

bisher genutzten Anwendungen von Fliegel Data durch SAP R/3 zum Jahreswechsel<br />

2008/2009. Das zuvor im alten KIS integrierte Laborinformationssystem (LIS)<br />

einschließlich der Blutkonservenverwaltung wurde Mitte Februar durch das<br />

Standardprodukt Swisslab der Firma Roche ersetzt.<br />

Das KIS und das LIS sind wesentliche Anwendungen eines Krankenhauses und werden<br />

in allen Bereichen von nahezu allen Berufsgruppen benötigt und genutzt.<br />

Dementsprechend war vor der Umstellung flächendeckend geschult worden. Nach dem<br />

Start der neuen Software wurde von sämtlichen IT-Mitarbeitern sowie zahlreichen<br />

Mitarbeitern der Firma Nexus und den in das Projekt involvierten Beratern der Firmen<br />

EMDS AG und HCMB GmbH eine mehrwöchige Echtbegleitung bei den Anwendern vor<br />

Ort angeboten.<br />

Wie bei einer Maßnahme diesen Umfangs und dieser Komplexität nicht anders zu<br />

erwarten, offenbarten die neuen Systeme im praktischen Betrieb einige<br />

Unzulänglichkeiten, die überwiegend durch die individuellen Anforderungen der<br />

Spezialklinik DHZB begründet waren, die ein universelles Standardprodukt nicht<br />

optimal abdeckt. Das Jahr 2009 war deshalb von vielen Nachbesserungen und der<br />

Optimierung des neuen Systems geprägt.<br />

Videomanagement- und Videokonferenzsystem<br />

Während der Sanierung des OP-Trakts wurden die Operationssäle im DHZB mit<br />

hochauflösender Videoaufnahme-, Steuerungs- und Übertragungstechnik<br />

ausgestattet. 2009 wurde ein Videomanagementsystem in Betrieb genommen und die<br />

Bibliothek mit einem leistungsfähigen Videokonferenzsystem ausgestattet. Mit dem<br />

System wurden 2009 erstmals Operationen direkt in Echtzeit aus einem OP-Saal über<br />

das Internet in die Veranstaltungsräume von Symposien und Konferenzen übertragen.<br />

Patientendaten-Managementsystem (PDMS)<br />

Das im DHZB 1995 eingeführte und auf allen Stationen eingesetzte Intensiv- und<br />

Verlaufsdokumentationssystem Sunrise Critical Care (SCC/Emtek) hat das Ende seines<br />

Software-Lebenszyklus erreicht. Es wird vom Lieferanten nur noch begrenzte Zeit<br />

gewartet und unterstützt. Das Nachfolgeprodukt des US-amerikanischen Herstellers<br />

wurde nicht für den europäischen Markt angepasst und ist in Deutschland nicht<br />

verfügbar, so dass das DHZB gezwungen ist, auf ein neues Produkt umzustellen.<br />

230<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

2009 wurde mit dem Auswahlverfahren begonnen. Präsentationen durch die Hersteller<br />

und Besuche bei Referenzinstallationen haben stattgefunden. Nach einer ersten<br />

Begutachtung von sieben potenziellen Systemen wurden nach einer detaillierten<br />

Bewertung durch ein Auswahlteam von zwei favorisierten Anbietern dem DHZB<br />

Testinstallationen zur Verfügung gestellt.<br />

Ein formales Ausschreibungsverfahren, die endgültige Auswahl sowie die<br />

Konfiguration und die Einführung des neuen PDMS sind für das Jahr 2010 vorgesehen.<br />

Server-Virtualisierung<br />

Mit der Implementierung des neuen KIS wurde das Konzept der virtuellen Server im<br />

DHZB eingeführt. Mit dieser Technik benötigen Server nicht jeweils eine eigene<br />

Hardware, sondern es können sich mehrere Systeme einen Pool physischer Rechner<br />

teilen und trotzdem vollkommen unabhängig voneinander arbeiten. Mit<br />

Virtualisierung wird die Anzahl der benötigten Rechner reduziert – es genügen wenige<br />

sehr leistungsfähige Server – der Bedarf an Speicherplatz verringert und durch<br />

Redundanz gleichzeitig die Verfügbarkeit erhöht. Die Systemadministration wird<br />

vereinfacht, es kann flexibler auf neue Anforderungen reagiert werden und nicht<br />

zuletzt lässt sich mit Virtualisierung Energie einsparen. 2009 wurden etwa 30 bisher<br />

mit individuellem Rechner betriebene Server in die virtuelle Umgebung überführt.<br />

231<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Medizintechnik<br />

Herr Heinz Zimny<br />

Medizintechniker<br />

Stellvertretung<br />

Verwaltung<br />

GHIB<br />

Medizintechnik<br />

Frau Mandy Balfanz<br />

Bereichsleitung<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Herr Jens Drebes<br />

Herr Thomas Hiller<br />

Medizintechniker<br />

Frau Jana Graep<br />

Sachbearbeitung<br />

Zu den Hauptaufgaben der Medizintechnik zählen die Sicherung der<br />

Funktionsfähigkeit des Fachbereichs Medizintechnik durch Organisation und<br />

Umsetzung eines Versorgungs- und Instandhaltungsmanagements auf dem Gebiet der<br />

Medizintechnik für das DHZB.<br />

Im Rahmen des Konjunkturprogramms II wurden 2009 für verschiedene<br />

Beschaffungsmaßnahmen pauschale Fördermittel beantragt. Fördermittel wurden als<br />

Ersatzbeschaffung für die Überwachungsmonitoringanlage der Stationen H2 und H3<br />

genehmigt.<br />

Des Weiteren wurde die Finanzierung für die Ausstattung der Operationssäle 11 und 12<br />

im Paulinenkrankenhaus und für die Beschaffung von Beatmungsgeräten für die<br />

Station IPS II ermöglicht.<br />

Für das DHZB betrug die für die Beschaffung der Medizintechnik genehmigte Summe<br />

im Rahmen des Konjunkturprogramms II 0,5 Mio. € .<br />

In der Antrags-, Ausschreibungs- und Beschaffungsphase arbeiteten die Firma<br />

Mediplan, der Einkauf und die Medizintechnik sehr eng zusammen.<br />

Im Rahmen der OP-Sanierung des Zentral-OP wurden 2009 weitere neue Geräte als<br />

Ersatzbeschaffung gekauft und somit innovative Maßstäbe zur optimalen OP-<br />

Unterstützung gesetzt. Für sehr spezielle Beatmungsanwendungen wurde ein<br />

Hochfrequenz-Oszillations-Beatmungssystem Typ: 3100 B gekauft. Dieses Gerät eignet<br />

sich für Erwachsene und Kinder (auch Neugeborene).<br />

232


Verwaltung<br />

Hochfrequenz-Oszillations-Beatmungssystem Typ:<br />

3100 B mit Atmungstherapeut<br />

Ferner sind sieben Blut- und Flüssigkeitswärmesysteme vom Typ Hotline HL-290, fünf<br />

Point of Care-Blutgrinnungsmeßgeräte vom Typ ACT 200 und ein modernes<br />

Ultraschallgerät vom Typ SSD-ALPHA 10 gekauft und in Betrieb genommen worden.<br />

Das moderne Ultraschallsystem bietet volle Flexibilität und eine hervorragende<br />

Bildqualität. Verbesserte Bildqualität sorgt für eine genauere effiziente Diagnose.<br />

Dr. Lehmkuhl mit Ultraschallgerät<br />

vom Typ SSD-ALPHA 10<br />

Jede innovative Neu- oder Ersatzbeschaffung führt zu qualitativen Anpassungen<br />

innerhalb des Leistungsspektrums der Medizintechnik und verlangt von den<br />

Mitarbeitern entsprechende fachliche Weiterentwicklung und ein hohes Maß an<br />

Flexibilität.<br />

233<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Einkauf<br />

Frau Manuela Schütz<br />

Stellvertretung<br />

Medizinische<br />

Verbrauchsartikel<br />

Verwaltung<br />

GHIB<br />

Einkauf<br />

Herr Reinhard Schumacher<br />

Bereichsleitung<br />

(Investitionen, Lagerartikel)<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Frau Ilona Kubala<br />

EDV<br />

Büro- und Wirtschaftsbedarf<br />

Laborbedarf<br />

Wie in den letzten Jahren sind auch für den Einkauf die im jährlichen Turnus<br />

stattfindenden Beratungen, Verhandlungsvorbereitungen und schließlich<br />

Preisverhandlungen in der Kardiogruppe des SANA-Einkaufverbunds in diesem Jahr<br />

von besonderer Bedeutung gewesen.<br />

Die Treffen fanden im Oktober und November 2009 zuerst im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong><br />

<strong>Berlin</strong> und anschließend in der Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde statt. Nach<br />

der erstmaligen Verhandlung von Produkten aus dem Bereich der<br />

Elektrophysiologie/Ablation im Vorjahr konnte 2009 gemeinsam mit der Industrie eine<br />

transparentere Struktur in diese Warengruppe gebracht werden, die in den letzten<br />

Jahren eine zunehmende medizinische und wirtschaftliche Bedeutung für das DHZB<br />

gewonnen hat.<br />

Im Laufe des Jahres 2009 wurden mehr als 15.000 Bestellungen für das Deutsche<br />

<strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> und das Paulinenkrankenhaus mit einer Auftragssumme von<br />

37.000.000,00 Euro bearbeitet. Damit stieg trotz abnehmenden Gesamtauftragwerts<br />

zum Vorjahr die Zahl der Einzelaufträge an. Einen herausragenden Platz haben im<br />

Beschaffungswesen des DHZB die Herzunterstützungssysteme mit einem Umsatz von<br />

7.500.000,00 Euro und erstmalig die Transkatheter-Herzklappen mit einem Warenwert<br />

von 2.700.000,00 Euro.<br />

Das neue Warenwirtschaftssystem AMOR 3 wurde in die Routineanwendung überführt<br />

und mit den ebenfalls neuen SAP-Anwendungen in der Finanzbuchhaltung<br />

konsolidiert.<br />

234


Verwaltung<br />

Medizinische Dokumentation / Qualitätssicherung<br />

GHIB<br />

Medizinische Dokumentation<br />

Qualitätssicherung<br />

Herr Jean-Pierre Knecht<br />

Bereichsleitung<br />

Qualitätssicherung<br />

Frau Barbara Bensch<br />

Frau Dagmar Froherz<br />

Frau Michelle Menzel<br />

Dokumentationsabteilung<br />

Frau Griet Leuenhagen<br />

Frau Karoline Raskin<br />

Frau Daniela Winkelmann<br />

Die Erhebung, Dokumentation und Auswertung spezifischer Krankenhausdaten zur<br />

Erfüllung der gesetzlich geforderten Dokumentationspflichten gehören zum<br />

Haupttätigkeitsfeld der Abteilung. Dies betrifft insbesondere<br />

die externe vergleichende Qualitätssicherung gem. § 137 SGB V auf Bundesebene<br />

(Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Klinik Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie)<br />

die Qualitätssicherung in der stationären Versorgung gem. § 137 SGB V im Land<br />

<strong>Berlin</strong> (Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Klinik Angeborene Herzfehler/<br />

Kinderkardiologie und für die Klinik Innere Medizin – Kardiologie).<br />

Des Weiteren erfolgen Datenerhebungen und -kontrollen zur Ermittlung interner<br />

Kennzahlen im Sinne des Medizincontrollings sowie als Grundlage einer vollständigen<br />

Dokumentation zwecks Abrechnung von Krankenhausleistungen gegenüber den<br />

Leistungsträgern.<br />

Das Jahr 2009 war geprägt durch die Einführung eines neuen Krankenhausinformationssystems<br />

und hierdurch bedingte neue Verfahrensweisen. Vor diesem<br />

Hintergrund erfolgte nun für das Jahr 2009 insbesondere die Dokumentation (inklusive<br />

Nachkontrolle und hundertprozentige Datenlieferung) von 1425 bzw. 3113 QS-Fällen<br />

auf Bundes- bzw. auf Landesebene; des Weiteren wurden 7275 stationäre<br />

Behandlungsfälle in Bezug auf deren Abrechenbarkeit geprüft und vervollständigt.<br />

Nebenbei erfolgten ad-hoc-Auswertungen und Statistiken für den internen Benchmark<br />

sowie für diverse Publikationen.<br />

Gemeinsam mit der Studienzentrale und dem Verwaltungsdirektor wurden auch in<br />

2009 sowohl beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und<br />

Information (DIMDI) als auch beim Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus<br />

(INEK) DRG-Weiterentwicklungsanträge eingereicht.<br />

235<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Frau Christine Detschades<br />

Frau Katarina Hoffmann<br />

Frau Susanne Kosky<br />

Frau Noemi von Mallasz<br />

Frau Monika Teichmann<br />

Frau Elke Wenzel<br />

Studienkoordination<br />

Verwaltung<br />

Somit konnte aufgrund dieser 34 Änderungsanträge auch aktiv auf die<br />

Weiterentwicklung des derzeitig gültigen Abrechnungssytems Einfluss genommen<br />

werden.<br />

Ebenso wurden mehr als 40 Anfragen im Rahmen des NUB-(Neue Untersuchungs- und<br />

Behandlungsmethoden)-Verfahrens gestellt.<br />

Schließlich erfolgte eine gezielte Mitarbeit der Dokumentationsabteilung im Rahmen<br />

von Anfragen oder Begehungen durch den Medizinischen Dienst der Kassen.<br />

Studienzentrale<br />

Frau Anne Gale<br />

Copyeditor<br />

GHIB<br />

Studienzentrale<br />

Frau Sabine Hübler<br />

Bereichsleitung<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Frau Julia Stein<br />

Statistik<br />

Herr Ewald Hennig<br />

Forschung und Entwicklung<br />

Herzunterstützungs- und<br />

Herzersatzsysteme<br />

Frau Ursula Seiler<br />

Die Studienzentrale feierte im Jahr 2009 ihr 15jähriges Bestehen. Anfang 1994 auf<br />

Initiative von Herrn Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Roland Hetzer gegründet, beschäftigt<br />

die Studienzentrale aktuell insgesamt acht feste Mitarbeiterinnen<br />

(Studienkoordinatoren, Copy Editor, Statistiker) und darüber hinaus bedarfsbestimmt<br />

zusätzliche studentische Hilfskräfte oder Freelancer.<br />

Unter ärztlicher Leitung stehend, hat sie ihren Schwerpunkt im Bereich der Betreuung<br />

der klinischen Forschung. Gesetzliche Vorgaben durch Arzneimittel- bzw.<br />

Medizinproduktegesetz und Ethikkommission, aber auch Regelungen des ICH-Good<br />

Clinical Practice bestimmen maßgeblich Form und Durchführung einer klinischen<br />

Studie. Betreut werden sowohl Auftragsforschung als auch Projekte, deren Ursprung<br />

im DHZB selbst liegen (Investigator initiated trials).<br />

236


Verwaltung<br />

Seit ihrer Gründung hat die Studienzentrale allein für die Klinik für Herz-, Thorax und<br />

Gefäßchirurgie knapp 500 Projekte unterschiedlicher Größe beratend begleitet<br />

und/oder administrativ und organisatorisch umgesetzt.<br />

Die Studienzentrale versteht sich als Dienstleister mit dem Ziel, die vorhandenen<br />

Ressourcen effizienter zu nutzen. Die Wissenschaftler sollen entlastet werden, um sich<br />

mehr auf ihre core competence konzentrieren zu können. Das „ Rundum-Sorglos-<br />

Paket für klinische Studien“<br />

umfasst<br />

im Vorfeld: Hilfestellung bei Ethikantragsformulierung einschließlich<br />

schriftlicher Patienteninformation, Unterstützung bei der Erstellung von<br />

Förderanträgen, Versicherungsüberprüfung, Vertragsgestaltung und Überprüfung<br />

bestehender Verträge, Meldung bei zuständigen Landes- und/oder<br />

Bundesbehörden, Budgeterstellung, Organisation von Informationsveranstaltungen<br />

für alle interessierten Mitarbeiter<br />

während der Studie: Vorauswahl potentieller Studienteilnehmer, Betreuung der<br />

Studienteilnehmer über den gesamten Verlauf der Studie, Koordinierung aller<br />

notwendigen Untersuchungen im DHZB und in Kooperation mit niedergelassenen<br />

und/oder externen Ärzten, Dokumentation aller für die Studie relevanten Daten,<br />

Budgetüberwachung<br />

nach der Studie: statistische Auswertung der gesammelten Daten (Statistikerin),<br />

Unterstützung bei der Erstellung der Publikation und bei der Veröffentlichung in<br />

englischer Sprache (Copy Editor)<br />

Ende 2009 entschied sich das Management zu einer Ausweitung des Portfolios der<br />

Studienzentrale. Das in den letzten Jahren erworbene Know-How und die Kompetenz<br />

im Bereich klinischer Studien sollen zukünftig nicht nur den Kliniken des DHZB,<br />

sondern auch externen Institutionen und Firmen zur Verfügung stehen. Die<br />

Studienzentrale kann inzwischen alle klassischen Leistungen einer Clinical Research<br />

Organisation (CRO) anbieten. Erste entsprechende Anfragen namhafter Unternehmen<br />

liegen bereits vor.<br />

Neben der projektbezogenen Arbeit für klinische Studien pflegen die Mitarbeiterinnen<br />

der Studienzentrale mehrere sehr umfangreiche Datenbanken (z. B. TX-, Assist-,<br />

Aortenchirurgie-, Klappen-, Endokarditis-Datenbank).<br />

Diese dienen als Beitrag zur internen Qualitätssicherung und als Grundlage<br />

wissenschaftlicher Arbeiten. Erfasst werden alle im Haus operierten Patienten und<br />

deren prä-, intra- und postoperative Daten. Hierfür werden Patientengruppen gezielt<br />

angeschrieben und befragt.<br />

237<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Mitarbeiter der Studienzentrale<br />

Verwaltung<br />

Zeitgleich mit der Einführung der minimalinvasiven Innovationen im Bereich der<br />

Klappenchirugie wurde in 2009 der Grundstock gelegt für die Erhebung und<br />

wissenschaftliche Auswertung der Daten von Patienten, die sich im DHZB an Stelle<br />

einer konventionellen Klappenoperation mit Eröffnung des Brustkorbs einem<br />

minimalinvasiven Klappenersatz unterziehen.<br />

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Studienzentrale ist die Durchführung von<br />

lokalen, nationalen und internationalen wissenschaftlichen Veranstaltungen. Das im<br />

zweijährigen Turnus stattfindende „MCS-Symposium“ wurde im November 2009<br />

abgehalten und erfreute sich erneut großen internationalen Interesses. Die sich<br />

abzeichnende Tendenz steigender Teilnehmerzahlen der letzten Jahre hielt auch in<br />

2009 an. Das MCS-Symposium mit seinem Focus auf mechanische<br />

Herzkreislaufunterstützung ist inzwischen die weltweit größte Veranstaltung dieser<br />

Art. Die Vorträge des von der Studienzentrale im November 2008 organisierten<br />

internationalen „<strong>Berlin</strong> Heart Valve Symposium“ wurden als medizinisches Fachbuch<br />

im Springer-Verlag veröffentlicht.<br />

238<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Medizinischer Schreibdienst<br />

Verwaltung<br />

Die Hauptaufgabe des medizinischen<br />

Schreibdienstes besteht in der Erstellung<br />

patientenbezogener medizinischer Dokumente<br />

nach ärztlichen Vorgaben.<br />

Dazu gehören das Schreiben von ambulanten<br />

und stationären Arztberichten nach<br />

Phonodiktat, die korrekte Eingabe und<br />

Verwaltung von Adressdaten sowie die<br />

Dokumentation der geschriebenen Briefe im<br />

hauseigenen Krankenhausinformationssystem.<br />

Der Medizinische Schreibdienst bestand 2009<br />

aus 13 fest angestellten Mitarbeitern. In Zeiten<br />

personeller Unterbesetzung wie Urlaubszeiten<br />

oder krankheitsbedingten Ausfällen steht dem<br />

Schreibdienst geschultes Leasingpersonal zur<br />

Verfügung.<br />

2500<br />

2000<br />

1500<br />

1000<br />

500<br />

0<br />

Eingangsstatistik 2009<br />

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

GHIB<br />

Medizinischer Schreibdienst<br />

Frau Gabriele McGarrity<br />

Bereichsleitung<br />

Frau Birgit Fölsch<br />

Stellvertretende Leitung<br />

Medizinische Schreibkräfte<br />

Frau Gundula Al-Sharif<br />

Frau Grit Anheyer<br />

Frau Sandra Bartoschek<br />

Frau Viola Buchert<br />

Frau Helke Hermann<br />

Frau Rita Miericke<br />

Frau Sabrina Müller<br />

Frau Angelika Pohl<br />

Frau Michaela Rahmstorf<br />

Herr Frank Rau<br />

Frau Gina Schlüter<br />

Frau Barbara Stepczynski<br />

Leasingkräfte<br />

Folgende Statistik zeigt den Auftragseingang von Phonodiktaten aus den jeweiligen<br />

Abteilungen an den Schreibdienst zur Bearbeitung im Jahre 2009:<br />

239<br />

Chirurgie<br />

Kardiologie<br />

Kinderkardiologie<br />

Gesamt


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

Das erste Quartal 2009 war geprägt von Abstimmungsprozessen bezüglich der<br />

Funktionalitäten des neuen Krankenhausinformationssystems im Echtbetrieb. In enger<br />

Zusammenarbeit mit den Entwicklern wurden die Belange des Schreibdiensts<br />

hinsichtlich der Bedienerfreundlichkeit und der Vernetzung mit anderen Systemen<br />

verfeinert.<br />

Verbesserungen hinsichtlich einer schnelleren Einarbeitung in das Schreibprogramm<br />

für neue Mitarbeiter als auch die vereinfachten Möglichkeiten zum Zusammenfügen<br />

verschiedener Dokumente aus anderen Systemen konnten die Arbeit der<br />

Schreibdienstmitarbeiter erleichtern.<br />

Seit dem Jahr 2009 bietet das DHZB außerdem einen Übersetzungsservice für<br />

Arztbriefe russischsprachiger Patienten an. Hierbei arbeitet der Schreibdienst eng mit<br />

einem externen Übersetzungsbüro zusammen und koordiniert die Übergabe,<br />

Versendung und Kontrolle der zu übersetzenden Dokumente, wobei der Datenschutz<br />

dabei höchste Priorität hat.<br />

Zentralarchiv<br />

GHIB<br />

Zentralarchiv<br />

Frau Andrea Last<br />

Bereichsleitung<br />

Frau Claudia Stibbe<br />

Stellvertretende Leitung<br />

Frau Britta Graebe<br />

Frau Silke Reinhardt<br />

Frau Elke Seemann<br />

Frau Nicole Winkler<br />

Im Archiv sorgen sechs gut geschulte Kräfte mit Fachwissen im Archivwesen,<br />

Kenntnissen der rechtlichen Vorschriften bzgl. der Archivierung von<br />

Patientendokumenten im Krankenhaus und zum Datenschutz für eine<br />

gesetzeskonforme Dokumentation und Ablage der Patientendokumente per EDV sowie<br />

den reibungslosen Hin- und Rücktransport von Akten für alle Abteilungen im<br />

Haupthaus. Da sich seit Gründung des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> der<br />

Patientenstamm kontinuierlich vergrößert hat, wurde das Zentralarchiv aufgrund von<br />

Kapazitätsmangel ca. zwei km vom Haupthaus entfernt zu den Osram-Höfen<br />

ausgelagert.<br />

240<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Die Hauptaufgaben des Archivs bestehen in der Neuanlage von Patientenakten nach<br />

vorgegebener Ordnungssystematik und in der Aktenausgabe und -rücknahme bereits<br />

bestehender Patientenakten bei Vorstellung der Patienten in den unterschiedlichen<br />

Abteilungen. Ein weiterer umfangreicher Aufgabenteil ist die Zuordnung aktueller<br />

Befunde erneut vorstellig gewordener Patienten in deren Altakten. Auch<br />

Patientendokumente in Form anderer Medien wie Röntgenbilder und Filme werden im<br />

Archiv systematisch abgelegt. Die Arztbrief-Sicherung beinhaltet eine systemtechnische<br />

Sperrung bereits versendeter Patientendokumente, um nachträgliche<br />

Veränderungen auszuschließen.<br />

Folgende Mengen wurden im Jahr 2009 im Archiv bearbeitet:<br />

4.000<br />

3.500<br />

3.000<br />

2.500<br />

2.000<br />

1.500<br />

1.000<br />

500<br />

0<br />

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez<br />

Fr. Britta Graebe mit Archivcontainer<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Akten-Neuanlage<br />

Aktenausgabe u. -Rücknahme<br />

Befundeaufnahme in Altakten<br />

Röntgenbilder-Archivierung<br />

Film/CD-Archivierung<br />

Arztbrief-Sicherung<br />

Aufgrund stetig wachsender Patientenzahlen<br />

wurden im Jahr 2009 ca. 50 Regalmeter für die<br />

Aktenablage neu angeschafft.<br />

Der Transport und die Ablage der Akten erfolgen<br />

stets unter Berücksichtigung sämtlicher<br />

Bestimmungen des Datenschutzes, dazu gehören<br />

sowohl besondere Sicherheitsvorkehrungen in den<br />

Archivräumen selbst als auch beim Transport der<br />

Akten.<br />

Patientenakten werden in abschließbaren Koffern,<br />

die unter ständiger Aufsicht eines Mitarbeiters<br />

stehen, transportiert, so dass jederzeit der<br />

Datenschutz gewährleistet ist.<br />

241


Abteilungsstruktur<br />

Patientenaufnahme<br />

Frau Tina Casper<br />

Frau Cornelia Korn<br />

Frau Elke Romanotto<br />

Frau Doris Szostak<br />

Frau Gitta Zmokun<br />

Leasingkräfte<br />

Verwaltung<br />

Patientenaufnahme / Patienteneinbestellung / Sozialdienst<br />

Frau Sabine Höfler<br />

Stellvertretende Leitung<br />

GHIB<br />

Patientenaufnahme<br />

Patienteneinbestellung<br />

Sozialdienst<br />

Frau Sabine Rost<br />

Bereichsleitung<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Patienteneinbestellung<br />

Frau Gerlinde Nerling<br />

Frau Ursula Wruck<br />

Sozialdienst<br />

Frau<br />

Monika Klein-Ellinghaus<br />

Herr Ralf Heift<br />

Der Bereich Anmeldung stellt die zentrale Anlaufstelle für Patienten, Angehörige und<br />

Besucher des DHZB dar. Derzeit arbeiten dort 13 Mitarbeiterinnen im Drei-Schicht<br />

Betrieb und gewährleisten eine 24-stündige Besetzung. Organisatorisch angegliedert<br />

sind die Bereiche Chirurgische Einbestellung und Sozialdienst mit jeweils zwei<br />

Mitarbeiterinnen.<br />

Hauptaufgabe der Anmeldung ist die administrative Abwicklung von stationären<br />

Aufnahmen in- und ausländischer Patienten einschließlich der Bearbeitung sämtlicher<br />

hierfür notwendigen Formalitäten für die klinischen Abteilungen Innere Medizin –<br />

Kardiologie, Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie sowie Herz, Thorax- und<br />

Gefäßchirurgie.<br />

Die Chirurgische Einbestellung organisiert und koordiniert gemeinsam mit dem<br />

verantwortlichen Oberarzt für die OP-Planung die Vergabe der Operationstermine,<br />

sorgt für die Anforderung und Bereitstellung erforderlicher Behandlungsunterlagen<br />

und leistet Unterstützung bei der OP-Planung.<br />

Der Sozialdienst berät und informiert Patienten über sozialrechtliche Ansprüche im<br />

Zusammenhang mit ihrer Erkrankung und stellt die postoperative Nachsorge<br />

außerhalb der Klinik sicher.<br />

Im Jahre 2009 wurde durch die Schaffung einer personellen Schnittstelle zwischen<br />

dem Finanz- und Rechnungswesen des DHZB und dem Bereich Anmeldung die<br />

Rechnungslegung für selbstzahlende Patienten erleichtert und beschleunigt. Die<br />

Bündelung von gleichgelagerten Aufgabeninhalten in Verbindung mit kürzeren<br />

Kommunikationswegen vereinfachen die notwendigen abteilungsübergreifenden<br />

Abstimmungsprozesse.<br />

242


Verwaltung<br />

Ziel ist es, dem Patienten den größtmöglichen Service auch hinsichtlich der<br />

Rechnungslegung zu bieten.<br />

Gleichzeitig konnte die EDV-technische Systematisierung und Standardisierung von<br />

Behandlungsangeboten des DHZB für Patienten mit Wohnsitz im Ausland weiter<br />

ausgebaut werden, so dass Patientenanfragen zeitnah und effektiv beantwortet werden<br />

sowie der Aufwand dabei minimiert wird.<br />

Die ebenfalls im Jahre 2009 erfolgte Implementierung des neuen<br />

Krankenhausinformationssystems und der damit verbundene Schulungsbedarf im<br />

ersten Quartal und die Implementierung eines neu strukturierten Schichtsystems für<br />

die Mitarbeiter der Anmeldung waren zentrale Themen des abgelaufenen Jahres im<br />

Bereich.<br />

Mitarbeiter der Patientenaufnahme<br />

243<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Herr<br />

Mehran Moazami-Goudarzi<br />

Prokurist<br />

Verwaltung<br />

DHZB Reinigungs- und Dienstleistungs-GmbH (DL-GmbH)<br />

Frau Sarah Ottawa<br />

Qualitätsmanagement<br />

Sterilisation<br />

Reinigungsdienste<br />

Außenanlagepflegedienst<br />

Postdienste<br />

DL-GmbH<br />

Geschäftsleitung<br />

Herr Thomas Höhn<br />

Frau Ingrid Pelzer<br />

Objektleitung<br />

Frau Svenja Meissner<br />

Herr<br />

Wolfgang Bonkowski<br />

Vorarbeiter<br />

Herr Hamudi Mansour<br />

Betriebsleitung<br />

Herr<br />

Michael Wildgrube<br />

Bereichsleitung<br />

Technik<br />

Transport<br />

und<br />

Hilfsmittel<br />

Wäsche-, Warenund<br />

Logistikdienste<br />

Krankentransport<br />

und<br />

Bettendienst<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />

Herr Jürgen Weber<br />

Prokurist<br />

Service Center<br />

Gebäudetechnik<br />

Hausmeisterdienste<br />

Medientechnik<br />

Information<br />

Kommunikation<br />

Sicherheit<br />

Der Wandel im Gesundheitswesen, mit dem ein zunehmender Kostendruck für deren<br />

Einrichtungen verbunden ist, stellt hohe Anforderungen an das Krankenhausmanagement.<br />

So gilt es heute, neben den Kostenzwängen innerhalb der originären<br />

medizinischen Leistung, insbesondere den dem Krankenhausalltag angeschlossenen<br />

Tätigkeiten wie Werterhaltung, Versorgung und Betreuung Beachtung zu schenken<br />

und sie auf den Prüfstein zu stellen.<br />

Nicht zuletzt sind sie es, die durch gezielte Verbesserungen der Ablauforganisation und<br />

entsprechende Neustrukturierung gute Einsparpotenziale auf konstant hohem<br />

Qualitätsniveau versprechen.<br />

244


Verwaltung<br />

Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> hat dies bereits 1986 erkannt und die Bereiche<br />

Reinigung und Transport an ein externes Dienstleistungsunternehmen, das Facility<br />

Management-Unternehmen Zehnacker GmbH, ausgelagert. Basierend auf der<br />

erfolgreichen Zusammenarbeit gründeten das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> und die<br />

Zehnacker GmbH dann gut zehn Jahre später, 1997, eine gemeinsame<br />

Dienstleistungsgesellschaft – die Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> Reinigungs- und<br />

Dienstleistungs-GmbH.<br />

Für ein zuverlässiges Management-Konzept im Gesundheitsbereich gibt es keine<br />

Standardlösung: Die DHZB Dienstleistungs-GmbH verfolgt jederzeit das Ziel, ihren<br />

Kunden optimale Lösungen unter konsequenter Einbeziehung der vorgegebenen<br />

Bedürfnisse und Erfordernisse als Gesamtprodukt anzubieten. Gemeinsam mit ihren<br />

Kunden erarbeiten sie maßgeschneiderte Individualkonzepte, welche durch<br />

wirtschaftlichen Einsatz von Mitteln ein Maximum an Leistung bieten<br />

(Kundenzufriedenheitsanalyse).<br />

Die Messung und Analyse von Kundenzufriedenheit wird in einer schnelllebigen Zeit<br />

mit stetig größer werdender Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen zu einem<br />

immer wichtigeren Wettbewerbsvorteil. Wer über gesichertes Wissen über die<br />

Bedürfnisse und Einschätzungen seiner Kunden verfügt, erhöht die<br />

Wahrscheinlichkeit, sich langfristig erfolgreich am Markt behaupten zu können.<br />

Zufriedenheit oder Unzufriedenheit entsteht durch Erfüllung oder Nicht-Erfüllung von<br />

Erwartungen, die mit Inanspruchnahme einer Unternehmensleistung verknüpft sind.<br />

Die Erwartungen des Kunden entstehen durch verschiedene Faktoren wie z. B. das<br />

individuelle Anspruchsniveau, das Image des Anbieters, seine Versprechungen oder<br />

das Wissen um mögliche Alternativen.<br />

Die Analyse der Kundenzufriedenheit erfolgt anhand einer standardisierten<br />

Kundenzufriedenheitsbefragung mittels Softwareeinführung, welche digital, online<br />

und automatische Auswertungen erzeugen kann.<br />

Die Kundenzufriedenheit ist eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren des Unternehmens,<br />

ihre Erhebung damit ein wichtiges Instrument.<br />

Zufriedenheit: Beratung Diätassistenten / Freundlichkeit Servicepersonal<br />

245<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Verwaltung<br />

Die Analyseergebnisse werden in einen Berichts- und einem Tabellenband eingegeben.<br />

Die graphische und tabellarische Darstellung der Resultate erfolgt in leicht<br />

nachvollziehbarer und konzentrierter Form. So sind z. B. die wichtigsten<br />

Informationen in einer Tabelle, welche die für alle Kundengruppen und Teilbereiche<br />

berechneten Indexwerte enthält, dargestellt. Diese Darstellungsform gemeinsam mit<br />

der Erklärung und Interpretation der Ergebnisse erleichtert es erheblich, Programme<br />

und Maßnahmen zu entwickeln, um die Zufriedenheit der Kunden und somit die<br />

Effektivität und Effizienz eines Unternehmens bzw. einer Organisation zu steigern.<br />

Gebäudetechnik<br />

In den haustechnischen Bereichen werden die Anlagen über die Gebäudeleittechnik<br />

EBI (Honeywell Enterprise Buildings Integration) überwacht.<br />

Unter Gebäudeleittechnik (GLT) versteht man die automatisierungstechnische<br />

Instrumentalisierung, bezogen auf die technische Gebäudeausrüstung. In der Regel<br />

meint man damit die Software, die es ermöglicht, eine Vielzahl technischer Funktionen<br />

innerhalb eines Gebäudes mittels DDC (Direkt Digital Control) zu überwachen und zu<br />

steuern. Sie ist somit ein Teil der Gebäudeautomation. Mit der GLT-Software ist es<br />

möglich, automatisierte Abläufe zu visualisieren und auszuwerten. Sie sammelt Daten<br />

von allen angeschlossenen Komponenten, die entweder direkt oder über zusätzliche<br />

Schnittstellen (DDC-Unterstationen) mit dem System verbunden sind. Dies kann sich<br />

sowohl auf die Heizungsparameter wie auch auf die Übernahme von Lüftungsanlagen<br />

beziehen. Mit dem CAFM, dem Computer Aided Facility Management, kann sie also<br />

durch die Informationstechnik das Facility Management optimieren. Laufende<br />

Prozessdaten über Lüftungsklappen, Ventile und Störmeldungen werden hier<br />

gespeichert und archiviert. Dazu zählen auch Messwerte wie Druck und Temperatur.<br />

Zusätzlich können eigenständige Systeme wie Brandmeldeanlagen angeschlossen<br />

werden. Gleichzeitig kann sie alle diese Daten auf eine verständliche Weise graphisch<br />

darstellen.<br />

So umgerüstet ist nun ein Fernzugriff mittels eines Laptops über das Internet möglich,<br />

und alle erforderlichen Eingriffe in die Gebäudeleittechnik können vorgenommen<br />

werden. Somit kann die Beseitigung von Störungen auch kurzfristig aus der Ferne<br />

übernommen und zeitnah korrigiert werden.<br />

Zusätzlich werden die Störmeldungen von ausgewählten Lüftungsanlagen über einen<br />

Daks-Server auf festgelegte Telefonnummern ausgegeben. Ebenso besteht ein 24-<br />

Stunden Notdienst, der an 365 Tagen zeitnah alle eventuell auftretenden Störungen an<br />

den haustechnischen Anlagen behebt.<br />

246<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Verwaltung<br />

Übersicht der Anlagen , die auf der Gebäudeleittechnik gemeldet werden bzw. von hier gesteuert werden<br />

können.<br />

Systemübersicht der Honeywell EBI (Enterprise Buildings Integrator)<br />

247<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pflegedienst<br />

248<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pflegedienst<br />

Pflegedienst<br />

Leitung<br />

Frau Ulrike Richert-Schmidt<br />

Pflegedirektorin/Koordinatorin<br />

Augustenburger Platz 1<br />

13353 <strong>Berlin</strong><br />

Telefon: +49 30 – 4593 1700<br />

Telefax: +49 30 – 4593 1800<br />

249<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsbericht<br />

Pflegedienst<br />

Pflegedienst des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />

Auch das Jahr 2009 war für den Pflegedienst gekennzeichnet von Veränderungen. Das<br />

Hauptaugenmerk wandte sich u.a. auf die Einrichtung eines hausweiten<br />

Ausfallmanagements bei akuten Krankheitsausfällen und das Einrichten eines<br />

Mitarbeiterpools.<br />

Viele MitarbeiterInnen erlebten hier einen kompletten Paradigmenwechsel, da bis zu<br />

Beginn dieses Projektes alle MitarbeiterInnen fest einer Station zugeordnet waren. Nun<br />

erfolgte der Personaleinsatz stationsübergreifend anhand des individuellen<br />

tatsächlichen Bedarfs bei Krankheitsausfällen.<br />

Da dies Regelungen des Haustarifvertrages Ver.di tangierte, wurde mit dem Betriebsrat<br />

eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen. Diese regelt Aspekte wie z. B. den Einsatzort,<br />

flexible Arbeitszeiten und die Vergütung.<br />

Ziel war es, Mitarbeiterressourcen gezielter einzusetzen und akuten Krankheitsausfällen<br />

kompetent und strukturiert zu begegnen.<br />

Ergänzend zu dieser Maßnahme und ganz anders geartet war die Umsetzung eines<br />

weiteren Projekts im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz/Betriebliches<br />

Gesundheitsmanagement. Professionell gesteuert durch die Berufsgenossenschaft für<br />

Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege wurden im Pflegedienst Arbeitssituationsanalysen<br />

in Form von Gruppendiskussionsverfahren durchgeführt – mit dem<br />

Augenmerk, dass MitarbeiterInnen gezielt als Experten für ihre Arbeit beteiligt<br />

wurden.<br />

Zielsetzung war:<br />

• Verbesserung der Arbeitsbedingungen<br />

• Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit<br />

• Optimierung von Arbeitsprozessen<br />

• Verbesserung der Informations- und Kommunikationsprozesse<br />

und der Zusammenarbeit<br />

• Förderung der Mitarbeitergesundheit<br />

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege erhob zu diesen<br />

Themenbereichen qualitative Daten. Ergebnisse werden in Kürze präsentiert und<br />

daraus resultierende Maßnahmen nach Möglichkeit umgesetzt.<br />

Der Dank gilt hier allen MitarbeiterInnen, die an diesen Projekten mit viel Engagement<br />

mitgearbeitet haben.<br />

Ulrike Richert-Schmidt<br />

Pflegedirektorin/Koordinatorin<br />

250<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Leitungsorganisation<br />

Gruppenbild der Intensivpflege<br />

Pflegedienst<br />

251<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Pflegedirektorin/Koordinatorin<br />

Frau Ulrike Richert-Schmidt<br />

Stellvertretende Pflegedirektorin<br />

Frau Martina Jonas<br />

Assistentin der Pflegedirektion<br />

Frau Jutta Boritzki<br />

Pflegedienst<br />

Stabstelle Arbeitszeitmanagement/Ausfallmanagement<br />

Herr Arno Meyer<br />

Herr Helmut Kemmet<br />

Herr Michael Simon<br />

Frau Petra Neumann<br />

Frau Jeanette Liersch<br />

Sekretariat<br />

Frau Anke Ludwig<br />

Klinik für Herz-, Thorax und Gefäßchirurgie<br />

Organisationseinheit IPS 1/2 und Anästhesiepflege<br />

LeiterInnen der Organisationseinheit<br />

Frau Petra Kurpik Frau Josephine Tonka (ab 01.08.09)<br />

Herr Tino Hortig (ab 01.08.09)<br />

Stellvertretende LeiterIn der Organisationseinheit<br />

Frau Josephine Tonka (bis 31.07.09) Herr Tino Hortig (bis 31.07.09)<br />

PraxisanleiterInnen<br />

Herr Markus Weber Frau Sabrina Raygrotzki<br />

Frau Silke Lipowski Herr Karsten Kühn<br />

Herr Thomas Radke<br />

Leitungsassistentin<br />

Frau Gabriele Geurtz<br />

Stationsassistentinnen:<br />

Frau Silvia Schusterbauer Frau Brigitte Häslich<br />

252<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pflegedienst<br />

Intensivpflegestation 1<br />

13 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin<br />

und der Anästhesie<br />

5 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

Insgesamt<br />

97 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,<br />

1 Gesundheits- Kinderkrankenpflegerin, davon<br />

61 in Teilzeit<br />

Intensivpflegestation 2<br />

8 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin<br />

und der Anästhesie<br />

5 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

Insgesamt<br />

57 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,<br />

1 Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, davon<br />

42 in Teilzeit<br />

Anästhesiebereich<br />

14 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin<br />

und der Anästhesie<br />

1 Fachpflegekraft mit Weiterbildung für leitende Funktionen in Einrichtungen<br />

der Pflege im Gesundheits- und Sozialweisen<br />

Insgesamt<br />

24 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />

9 in Teilzeit<br />

Station H1 Chirurgie<br />

Stationsleiterin Stellv. Stationsleiterin<br />

Frau Monika Krüger Frau Claudia Salmen<br />

Praxisanleiterin Stationsassistentin<br />

Frau Esther Schulz Frau Christiane Piller<br />

2 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen in<br />

Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

Insgesamt<br />

20 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />

16 in Teilzeit<br />

253<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Pflegedienst<br />

Station H2<br />

Stationsleiterin<br />

Stellv. Stationsleiter<br />

Frau Bärbel Bette Herr Felix Freiheit<br />

Praxisanleiter Stationsassistentin<br />

Herr Thomas Reichetanz Frau Silke Hartwig<br />

2 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

2 Gesundheits- Kinderkrankenpflegerinnen<br />

Insgesamt<br />

46 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />

25 in Teilzeit<br />

Station H3<br />

Stationsleiter Stellv. Stationsleiterinnen<br />

Herr Stefan Heimann Frau Renate Halle<br />

Frau Ilona Metzner<br />

Praxisanleiterin Stationsassistentin<br />

Frau Anna Mrozek (ab 01.04.09) Frau Silke Wagner<br />

4 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

2 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin und Anästhesie<br />

Insgesamt<br />

20 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />

14 in Teilzeit<br />

Operationsabteilung<br />

Leiterin OP-Pflege Stellv. Leiterin OP-Pflege<br />

Frau Diana Wächter (ab 16.02.09) Frau Diana Wächter (bis 15.02.09)<br />

Praxisanleiterinnen OP-Assistentinnen<br />

Frau Anja Laaß Frau Kordula Schersenski<br />

Frau Steffi Bader Frau Alexandra Baade<br />

1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

6 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung im Operationsdienst<br />

1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung in der Intensivmedizin und Anästhesie<br />

Insgesamt<br />

39 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,<br />

3 Operationstechnische AssistentInnen (OTA), davon<br />

17 in Teilzeit<br />

254<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Chirurgische Ambulanzbereiche<br />

Pflegerische Leiterin<br />

Frau Heike Bettmann<br />

Pflegedienst<br />

8 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen<br />

2 Medizinisch-Technische Assistentinnen<br />

3 Arzthelferinnen<br />

Insgesamt<br />

12 MitarbeiterInnen, davon<br />

7 in Teilzeit<br />

Physiotherapie<br />

Leiterin<br />

Frau Antje Teske (ab 16.02.09)<br />

Frau Antje Teske kommissarische Leiterin (bis 15.02.09)<br />

Praxisanleiterinnen<br />

Frau Regina Bernauer Frau Cornelia Ratfelder<br />

1 PhysiotherapeutIn mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

Insgesamt<br />

16 Physiotherapeuten, davon<br />

7 in Teilzeit<br />

Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />

Station H1 Kardiologie<br />

Stationsleiterin Stellv. Stationsleiterin<br />

Frau Evelyn Gramsch Frau Renate Stutz<br />

Praxisanleiterinnen<br />

Frau Christiane Berg Frau Andrea Stahr<br />

Stationsassistentin Frau Martina Wolf<br />

2 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung in der Anästhesie- und Intensivpflege<br />

Insgesamt<br />

21 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />

17 in Teilzeit<br />

255<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Abteilungsstruktur<br />

Pflegedienst<br />

Herzkatheterlabor<br />

Leiterin<br />

Stellv. Leiterin<br />

Frau Dagmar Butter Frau Barbara Währisch<br />

Praxisanleiter<br />

Herr Guiseppe Bosco Herr Peter Wieck<br />

1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung in der Anästhesie- und Intensivpflege<br />

Insgesamt<br />

17 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,<br />

1 Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, davon<br />

7 in Teilzeit<br />

Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />

Organisationseinheit Kinderintensivstation und H4<br />

Leiterin der Organisationseinheit<br />

Frau Christine Valentin<br />

Stellv. Leiterinnen der Organisationseinheit<br />

Frau Sevgi Akdag Frau Carola Schuster<br />

PraxisanleiterInnen<br />

Frau Yvonne Freitag Frau Dagmar Bürger<br />

Frau Steffi Paul Herr Michael Wappler<br />

Stationsassistentin<br />

Frau Birgit Scherbarth<br />

10 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin und Anästhesie<br />

1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />

in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />

Insgesamt<br />

64 Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen,<br />

1 Gesundheits- und Krankenpflegerin,<br />

1 Erzieherin, davon<br />

53 in Teilzeit<br />

256<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pflegedienst<br />

Aus-, Fort und Weiterbildungsstätte<br />

Leitende Lehrkraft<br />

Stellv. ltd. Lehrkraft<br />

Herr Bernd Hoffmann Frau Gisela Wirths (bis 28.02.09)<br />

4 Lehrkräfte für Pflegeberufe<br />

1 Diplom-Medizin-Pädagogin<br />

Sekretariat<br />

Frau Evelyn Jagozinski-Thuma<br />

Ausbildungsplätze<br />

60 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen<br />

20 Operationstechnische Assistentinnen (OTA)<br />

15 davon aus Kooperationshäusern<br />

5 DHZB<br />

Sonderaufgaben – alle Bereiche<br />

?<br />

Fachkrankenschwester für Krankenhaushygiene<br />

Fachlich dem Ärztlichen Direktor unterstellt<br />

Frau Sibylle Wöbke<br />

Pflege-Wundmanager<br />

Herr Thomas Blum<br />

Pflege-Emtek/Schulungen<br />

Herr Wolfgang Blietz<br />

Praktische Ausbildung/Lehrbeauftragte<br />

Frau Birgit Undi<br />

Pflege-Controlling Technik und Material<br />

Herr Joachim Löll<br />

Pflege-Controlling Administration und Dokumentation<br />

Herr Matthias Schütze<br />

257<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Projekte/Arbeitsgruppen<br />

Pflegedienst<br />

Projekt: Organisationseinheit IPS1/IPS2/Anästhesie<br />

Zielsetzung für die Organisationseinheit<br />

• Flache Hierarchien<br />

• Eindeutige Kommunikationsstrukturen und Zuständigkeiten erhöhen die<br />

Mitarbeiterzufriedenheit<br />

• Gemeinsamer Personalpool bietet die Flexibilität, die Einsätze entsprechend des<br />

Pflegeaufwandes zu steuern<br />

• Die Pflege-Controlling-Stellen Administration/Dokumentation und<br />

Technik/Material sichern die Ergebnisqualität im Sinne des Haftungsrechts<br />

und der Ökonomie<br />

• Die Auslagerung des Ausfallmanagements in die Stabstelle SP-Expert erhöht<br />

die Zeitressourcen des Leitungsteams für Managementaufgaben<br />

• Strukturierte geregelte Zuständigkeiten optimieren die Zusammenarbeit<br />

zwischen den Schnittstellen<br />

Im Januar 2009 nahmen drei neue stellvertretende Leitungen ihren Dienst auf. Die<br />

pflegerische Leitung der Organisationseinheit kam aus der Abteilung.<br />

Im ersten Halbjahr gab es eine Neustrukturierung in der Leitungsebene aufgrund<br />

personeller und organisatorischer Gegebenheiten.<br />

Seit August 2009 gibt es drei gleichberechtigte Leitungen in der Organisationseinheit,<br />

die stellvertretenden Positionen wurden nicht neu besetzt, da sich die Leitungen<br />

nunmehr untereinander vertreten. Die neue Struktur ist bis zum 31.12.2011 befristet. Die<br />

Stabstellen bleiben unverändert.<br />

Projekt: Ausfallmanagement<br />

Das Projekt Ausfallmanagement im Pflegedienst ging 2009 in die praktische<br />

Umsetzung.<br />

• Sicherstellung der adäquaten pflegerischen Versorgung der Patienten bei<br />

krankheitsbedingten Personalausfällen<br />

• Implementierung eines Mitarbeiterpools<br />

• Koordinierung der Einarbeitung der Mitarbeiter des Mitarbeiterpools<br />

• Qualifikation der Mitarbeiter durch spezielle Fortbildungsangebote<br />

• Übernahme der Dokumentation abweichender Arbeitszeiten im Dienstplan für<br />

die Stationen IPS1, IPS2, H3 und H1 Chirurgie<br />

Meilensteine 2009<br />

Zum 1. April wurde ein Mitarbeiterpool mit 19 Mitarbeitern implementiert. Im Jahresdurchschnitt<br />

waren 24 MitarbeiterInnen im Mitarbeiterpool tätig.<br />

Die AusfallmanagerInnen koordinierten die Einarbeitungen in den verschiedenen Bereichen<br />

mit einer Gesamtzahl von 55 Einarbeitungen. Frühzeitig wurde die Einarbeitungsplanung<br />

auf die Organisationseinheit Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie und den OP-<br />

Pflegedienst ausgeweitet. Hier erfolgten jeweils zwei Einarbeitungen.<br />

Die Koordination von Schichtbesetzungen und der Einsatz von Poolmitarbeitern bei<br />

krankheitsbedingten Personalausfällen für die Stationen IPS1/IPS2/H3 (Start 1. April) sowie<br />

258<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pflegedienst<br />

H1 Chirurgie (Start 1. Juli) gehörten zu den Tätigkeiten der AusfallmanagerInnen.<br />

Hauptaugenmerk lag auf der Führung und Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen des<br />

Mitarbeiterpools. Die Tätigkeiten der AusfallmanagerInnen wurden mit der Stabstelle<br />

Arbeitszeitmanagement durch Übernahme der Soll-Dienstplanung für die Stationen<br />

IPS1/IPS2/H3/H1 Chirurgie/IPS Kinder/H 4 verknüpft. Dies gewährleistet eine einheitliche<br />

Ist-Dokumentation in den oben genannten Stationen.<br />

Projektstand:<br />

Der Stand des Projekts befindet sich im angestrebten Zeitplan.<br />

Pflege auf der Intensivstation<br />

BGW-Rückenprävention<br />

Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören zu den schwerwiegendsten<br />

Gesundheitsproblemen von Mitarbeitern in Krankenhäusern. Im Vordergrund stehen dabei<br />

Rückenerkrankungen und Schulter-Arm-Beschwerden, die teilweise mit erheblichen<br />

Beeinträchtigungen und Verlust an Lebensqualität verbunden sind.<br />

Ein Blick auf die Krankenstandszahlen macht die Größenordnung des Problems deutlich.<br />

Diese liegen in Krankenhäusern weit über dem Branchendurchschnitt. Diese Tendenz ist<br />

auch im DHZB erkennbar. Strukturierte Gespräche im Rahmen des betrieblichen<br />

Wiedereingliederungsmanagement festigen diese These.<br />

Im Jahr 2009 haben insgesamt 16 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen und 4<br />

Physiotherapeuten am dreiwöchigen Rückenkolleg im BG-Reha Zentrum City Hamburg<br />

teilgenommen. Nach dieser Maßnahme findet eine zweitägige-Arbeitsplatzbegleitung<br />

durch eine Praxisbegleiterin der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und<br />

Wohlfahrtspflege) statt. Im Anschluss hieran findet eine gemeinsame Auswertung mit dem<br />

Mitarbeiter, der leitenden Pflegekraft der Abteilung, der stellvertretenden Pflegedirektorin,<br />

der stellvertretenden Personalleiterin, der Praxisbegleiterin und dem Berufshelfer der BGW<br />

statt.<br />

259<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Projekte/Arbeitsgruppen<br />

Pflegedienst<br />

Für die betriebliche Praxis empfiehlt sich eine strategische Vorgehensweise: Nach der<br />

Analyse steht an erster Stelle die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, begleitet von<br />

Auswahl und Anschaffung geeigneter Arbeitsmittel. Aber auch die Arbeitsorganisation wie<br />

z. B. Abläufe müssen angepasst werden.<br />

Erst wenn diese Rahmenbedingungen geschaffen sind, ist es an der Zeit, die rückengerechte<br />

Arbeitsweise einzuführen. Die Rahmenbedingungen im DHZB sind relativ gut, lediglich das<br />

Mobiliar in den Patientenzimmern sollte bei Neuanschaffungen laut BGW im Sinne der<br />

optimalen ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung ausgewählt werden.<br />

Initiiert durch die BGW-Praxisbegleiter wurden flächendeckend für die Abteilungen diverse<br />

sogenannte „kleine Hilfsmittel“ angeschafft und deren Handhabung in der Praxis geschult,<br />

u.a.<br />

• Rollbretter<br />

• Gleittunnel<br />

• Antirutschmatten<br />

• Drehscheiben<br />

• Haltegürtel<br />

Des weiteren wurde die Inhouse-Fortbildung Rückenschule um einen Praxisteil erweitert<br />

und ein Tages-Workshop „Ergonomische Arbeitsweisen im OP“ speziell für OP-Pflegekräfte<br />

geplant. Im Jahr 2010 stehen die ersten Refresher-Kurse für die MitarbeiterInnen<br />

in Hamburg an.<br />

BGW-Arbeitssituationsanalyse (ASitA)<br />

Durch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege wurde im<br />

Herbst 2009 eine Arbeitssituationsanalyse im Gruppendiskussionsverfahren im Pflegedienst<br />

durchgeführt. Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses zum Thema<br />

Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung eignet sich das Instrument zur Erhebung der<br />

betrieblichen Belastungssituationen im Rahmen einer Ist-Analyse.<br />

Die ASitA basiert auf der Einschätzung, dass die Mitarbeiter selbst am ehesten über<br />

belastende und fördernde Aspekte ihrer Arbeitssituation Auskunft geben können. Neben der<br />

Aufdeckung von Schwachstellen regt sie zur Entwicklung von Ideen und Problemlösungen<br />

an und bietet die Möglichkeit zur Reflexion von motivationsfördernden Aspekten und<br />

Ressourcen in der Arbeitssituation.<br />

Zielsetzung der Arbeitssituationsanalyse:<br />

• Verbesserung der Arbeitsbedingungen<br />

• Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit<br />

• Optimierung von Arbeitsprozessen<br />

• Verbesserung der Informations- und Kommunikationsprozesse<br />

und der Zusammenarbeit<br />

• Förderung der Mitarbeitergesundheit<br />

260<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pflegedienst<br />

Im Frühjahr wurde mit den Vertretern der BGW und der Steuerungsgruppe DHZB das<br />

Prozedere festgelegt. Die MitarbeiterInnen wurden umfangreich über die Maßnahme<br />

informiert, durch Veröffentlichung im Intranet, einer Mitarbeiterinformationsveranstaltung<br />

im Juli und den monatlichen Teambesprechungen der Bereiche.<br />

Der vorgegebene Rahmen der geplanten Arbeitssituationsanalyse:<br />

• Im November finden die ca.1,5-stündigen Workshops statt<br />

• Die Teilnahme ist freiwillig<br />

• Die Workshops gelten als Arbeitszeit<br />

• Maximal 10-15 Teilnehmer eines Bereichs/einer Hierarchieebene pro Workshop<br />

• Der Ablauf der Workshops ist vorgegeben und wird durch die BGW-Experten<br />

moderiert<br />

Ergebnisse:<br />

Es fanden 7 Workshops in der Zeit vom 4.11.2009 bis zum 19.11.2009 mit insgesamt 52<br />

MitarbeiterInnen statt. Das aufgeführte Diagramm stellt eine erste Auswertung im<br />

Dezember durch die BGW dar.<br />

Gewichtung der Themen<br />

Die Steuerungsgruppe hat beschlossen, dass an den Ergebnissen im Jahr 2010 weitergearbeitet<br />

werden soll. Eine Arbeitsgruppe wird gebildet, die sich aus je zwei<br />

MitarbeiterInnen der sieben Workshops zusammensetzt. Zwei Termine im Januar/Februar<br />

2010 sind geplant, um eine Entscheidungsvorlage für die Steuerungsgruppe zu erarbeiten.<br />

261<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsberichte<br />

Pflege-Wundmanagement<br />

Inhouse-Fortbildungen<br />

Pflegedienst<br />

• Inhouse-Fortbildung Wundmanagement, neues Schwerpunktthema „Chronische<br />

Wunden“ (91 Teilnehmer)<br />

• Ärzte-Fortbildung Dekubitustherapie (ca. 10 Teilnehmer)<br />

• Organisieren von Gerätefortbildungen gemäß MPG<br />

Weiterbildung zum Wacert<br />

Akkreditierte berufsbildergänzende Qualifizierung nach dem Curriculum<br />

der DGfW e. V.<br />

Feuchte Wundversorgung<br />

Modifikation des Produktsortiments zur feuchten Wundbehandlung im DHZB<br />

Erstellen einer Verbandstoffübersicht in Form eines Posters mit folgenden Kriterien:<br />

• Kombinationsmöglichkeiten entsprechend dem jeweiligen Wundstatus<br />

• Hautschützende und -pflegende Maßnahmen bei bestimmten Problemstellungen<br />

• Kurzcharakteristika von Verbandstoffen:<br />

„Was hat welchen Effekt“? auf einem Blick<br />

Expertenstandard “Dekubitusprophylaxe“<br />

Audits im April und Oktober 2009<br />

Um den aktuellen Stand der praktischen Umsetzung stichprobenhaft zu evaluieren, sieht der<br />

Expertenstandard ESDP zweimal im Jahr Audits vor.<br />

Der Erhebungsbogen wird vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege<br />

(DNQP) entsprechend vorgegeben. Als Datenquelle werden stets die zwei Quellen Emtek<br />

Dokumentation und Patientenbefragung genutzt, um ein möglichst umfassendes Bild zu<br />

erhalten. Alle Antwortvorgaben sind „Ja/Nein-Kategorien“ mit der gleichzeitigen<br />

Möglichkeit eines Kommentars.<br />

Die patientenbezogenen Daten geben Auskunft über die Erfüllung der Ergebniskriterien des<br />

Standards.<br />

262<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Audit-Ergebnisse April 2009:<br />

Pflegedienst<br />

Die Erhebung fand an drei Tagen statt, gewichtet entsprechend der Risikoeinschätzung<br />

der Stationen (bei insgesamt 40 Patienten).<br />

27.04.2009 28.04.2009 29.04.2009<br />

IPS 1 4 4 4<br />

IPS 2 4 4 4<br />

H 2 2 2 2<br />

IPS Ki 1<br />

H3 2 2<br />

H1C 2 2<br />

H1K 1<br />

Auswertung:<br />

Dekubitus bei Aufnahme?<br />

Dekubitus im Haus erworben?<br />

13 Patienten 15 Patienten 12 Patienten<br />

(Frage 0) = 1 Patient<br />

(Frage E.7) = 4 Patienten<br />

Bei den erworbenen Dekubitalulcera handelt es sich in drei Fällen um den Grad 2 und in<br />

einem Fall um den Grad 3.<br />

Wurde unmittelbar zu Beginn der pflegerischen Versorgung eine Einschätzung des<br />

Dekubitusrisikos mit Hilfe der modifizierten Waterlow-Skala (Corvariante) vorgenommen?<br />

(Frage E1.1) = 39 Ja, 1 Nein<br />

Liegt eine aktuelle Risikoeinschätzung vor?<br />

(Frage E1.2) = 39 Ja, 1 Nein<br />

Wurde nach einem individuellen Bewegungsplan verfahren?<br />

(Frage E.2) = 37 Ja, 1 Nein, 2 Nicht anwendbar<br />

263<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsberichte<br />

Grafik 1: Ergebnisse Mai 2009<br />

Audit-Ergebnisse Oktober 2009:<br />

Pflegedienst<br />

Die Erhebung fand an drei Tagen statt, gewichtet entsprechend der Risikoeinschätzung<br />

der Stationen (bei insgesamt 40 Patienten).<br />

20.10.2009 21.10.2009 22.10.2009<br />

IPS 1 4 4 4<br />

IPS 2 4 4 4<br />

H 2 2 2 2<br />

IPS Ki 1<br />

H4<br />

H3 2 2 1<br />

H1C 2 2<br />

H1K 1<br />

15 Patienten 15 Patienten 11 Patienten<br />

264<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Auswertung:<br />

Dekubitus bei Aufnahme?<br />

Dekubitus im Haus erworben?<br />

Pflegedienst<br />

(Frage 0) = 2<br />

(Frage E.7) = 4 Patienten<br />

Bei den erworbenen Dekubitalulcera handelt es sich in drei Fällen um den Grad 2 und in<br />

einem Fall um den Grad 3.<br />

Wurde unmittelbar zu Beginn der pflegerischen Versorgung eine Einschätzung des<br />

Dekubitusrisikos mit Hilfe der modifizierten Waterlow-Skala (Corvariante) vorgenommen?<br />

(Frage E1.1) = 40 Ja, 0 Nein<br />

Liegt eine aktuelle Risikoeinschätzung liegt vor?<br />

(Frage E1.2) = 39 Ja, 1 Nein<br />

Wurde nach einem individuellen Bewegungsplan verfahren?<br />

(Frage E.2) = 40 Ja, 0 Nein<br />

Grafik 2: Ergebnisse Oktober 2009<br />

Bewertung der Ergebnisse und Fazit<br />

Die Audits aus dem Jahr 2008 und 2009 zeigen im Ergebnis eine deutlich niedrigere<br />

Dekubitusrate als in den Jahren 2004-2007.<br />

Die Instrumente Algorithmus und die Risikoskala Corvariante werden von den<br />

Pflegekräften umfassend angewandt.<br />

Die Risikoeinschätzung fand bei nahezu allen Patienten statt.<br />

Die Patienten wurden ausreichend informiert, angeleitet und in den pflegerischen<br />

Prozess einbezogen.<br />

Der individuelle Bewegungsplan wird zu 100% umgesetzt.<br />

265<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsberichte<br />

Praxisanleiter-Arbeitsgruppe<br />

Zielsetzung 2009<br />

Die Praxisanleiter im DHZB<br />

Pflegedienst<br />

• Einarbeitungen der MitarbeiterInnen des Ausfallpools<br />

• Praktische Examensprüfungen auf der H1 Chirurgie, H2, H3<br />

im August/September 2009<br />

• Erarbeitung von Handlungsfeldern und Lernsituationen für die praktische<br />

Ausbildung der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen<br />

• Überarbeitung der Pflegerichtlinien<br />

• Planung und Organisation der Inhouse-Fortbildungen<br />

In der Praxisanleiter-AG waren im Jahr 2009 21 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aktiv<br />

tätig. Die AG tagte anhand einer strukturierten Tagesordnung jeden zweiten Mittwoch im<br />

Monat. In den Tagungen wurden die gesetzten Ziele schwerpunktmäßig bearbeitet und<br />

kontinuierlich umgesetzt. Es haben insgesamt 55 erfolgreiche Einarbeitungen in den<br />

Bereichen stattgefunden. Die Ergebnisse der praktischen Prüfungen auf den Stationen<br />

waren gut bis sehr gut.<br />

Nachfolgend aufgeführte Fortbildungsschwerpunkte haben im Rahmen der<br />

Tagungen stattgefunden:<br />

• „Wahrheit am Krankenbett“<br />

• Hygienehandbuch<br />

• „Nach KTQ ist vor KTQ“<br />

• Umgang mit schwierigen Patienten<br />

• Prüfungsvorbereitung anhand des neuen Krankenpflegegesetzes<br />

• Pulmonale Arterielle Hypertonie<br />

• Lernsituation: Beobachtung einer Punktionsstelle nach HK<br />

• CIRS<br />

• „Chest pain unit“<br />

• OPS 2010 PKMS<br />

266<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Inhouse-Fortbildung<br />

Pflegedienst<br />

Für Fortbildungsveranstaltungen, die aufgrund aktueller, gesetzlicher und berufpolitischer<br />

Hintergründe oder hausinterner Bestimmungen als besonders empfehlenswert eingestuft<br />

und mit Stern gekennzeichnet waren, wurde Arbeitszeit gewährt. Als Nachweis gilt das<br />

Zertifikat. Für die freiwillige Registrierung beruflich Pflegend er können für die<br />

Veranstaltungen Punkte erworben werden. Die Punktevergabe für die jeweiligen<br />

Veranstaltungen erfolgt über die RbP GmbH in <strong>Berlin</strong>. Die Planung und die Organisation der<br />

Veranstaltungen wurden durch die AG-Praxisanleiter gewährleistet.<br />

Zielsetzung:<br />

• Optimierung der fachlichen Kompetenzen<br />

• Zeitnahe Vermittlung von evidenzbasierten Erkenntnissen<br />

• Praxisorientierte Qualitätssicherung<br />

• Motivation für Veränderungsprozesse<br />

• Berufsethik<br />

Schwerpunktthemen im Jahr 2009 waren:<br />

• Reanimation<br />

• Notfallmanagement<br />

• Wundmanagement<br />

• Rückenschule,<br />

Ergonomische Arbeitsweise<br />

• Nichtinvasive Ventilation<br />

• Assist-Device-Systeme<br />

• Transapikale Klappen<br />

• Blutgasanalyse<br />

• EPU und Ablation<br />

• Stress/Burnout<br />

• Umgang mit Angehörigen,<br />

Sterbebegleitung<br />

• Wahrheit am Krankenbett<br />

Im Jahr 2009 fanden 83 Inhouse-<br />

Fortbildungen mit insgesamt 783<br />

Teilnehmern statt. Die Fortbildungen<br />

wurden von den Mitarbeitern sehr gut<br />

angenommen. Siehe Anlage Statistik<br />

Inhouse-Fortbildung.<br />

Wundmanagement<br />

267<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsberichte<br />

Pflegedienst<br />

Teilnahmestatistik Inhouse-Fortbildungen<br />

Januar 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Reanimation 2x 10<br />

Notfallmanagement 15<br />

Rückenschule, Anleitung zum rückengerechten Bewegen 3<br />

Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 7<br />

Qualitätsmanagement-KTQ 7<br />

Gesamt: 42<br />

Februar 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

EPU und Ablatio 13<br />

Reanimation 2x 17<br />

Umgang mit Angehörigen 9<br />

Notfallmanagement 18<br />

Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 7<br />

Rückenschule, Anleitung zum rückengerechten Bewegen 5<br />

Gesamt: 69<br />

März 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Reanimation 12<br />

Wundmanagement 13<br />

Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 8<br />

Notfallmanagement 10<br />

Rückenschule, Anleitung zum rückengerechten Bewegen 6<br />

Gesamt: 49<br />

April 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Reanimation 2x 24<br />

Rückenschule Teil<br />

Theorie und Wahrnehmungsübungen<br />

4<br />

Notfallmanagement 16<br />

Wahrheit am Krankenbett 9<br />

Sterbebegleitung und Begleitung Angehörigen im Krankenhaus<br />

Wundmanagement 12<br />

Hygiene<br />

MRE – Multiresistente Keime<br />

21<br />

Transapikale Klappen 19<br />

Gesamt: 105<br />

268<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pflegedienst<br />

Mai 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Wundmanagement 15<br />

Reanimation 2x 16<br />

Notfallmanagement 14<br />

Vermeidung von nosokomialen Pneumonien 5<br />

Rückenschule Teil 2<br />

Transfer und rückengerechtes Arbeiten<br />

7<br />

Gesamt: 57<br />

Juni 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Wahrheit am Krankenbett 12<br />

Sterbebegleitung und Begleitung Angehörigen im Krankenhaus<br />

Wundmanagement 8<br />

Rückenschule Teil 1<br />

Theorie und Wahrnehmungsübungen<br />

6<br />

Reanimation 11<br />

Notfallmanagement 15<br />

Gesamt: 52<br />

Juli 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Reanimation 7<br />

Rückenschule Teil 2<br />

Transfer und rückengerechtes Arbeiten<br />

2<br />

Blutgasanalyse 10<br />

Assist-Device-Systeme 13<br />

Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 5<br />

Notfallmanagement 6<br />

Wundmanagement 13<br />

Gesamt: 56<br />

August 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Transapikale Klappen 8<br />

Wundmanagement 5<br />

Reanimation 2x 11<br />

Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 6<br />

Rückenschule Teil 1<br />

Theorie und Wahrnehmungsübungen<br />

9<br />

Fürsorge und Autonomie 4<br />

Notfallmanagement 4<br />

Gesamt: 47<br />

269<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Tätigkeitsberichte<br />

Pflegedienst<br />

September 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Blutgasanalyse 2x 7<br />

Reanimation 6<br />

Hygiene 27<br />

Assist-Systeme 13<br />

Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 9<br />

Rückenschule Teil 2<br />

Transfer und rückengerechtes Arbeiten<br />

7<br />

Transapikale Klappen 19<br />

Notfallmanagement 11<br />

Gesamt: 99<br />

Oktober 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Dienstanweisung Expresspflege<br />

Ziele, praktische Umsetzung<br />

11<br />

Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 5<br />

Wundmanagement<br />

Chronische Wunden<br />

2<br />

Assist-Device-Systeme 10<br />

Reanimation 18<br />

Rückenschule Teil 1<br />

Theorie und Wahrnehmungsübungen<br />

9<br />

Notfallmanagement 9<br />

Stress/Burnout 2x 27<br />

EMTEK, Medfolio, Lauris 21<br />

Gesamt: 112<br />

November 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Wundmanagement<br />

Chronische Wunden<br />

14<br />

Sterbebegleitung 3<br />

Transapikale Klappen 9<br />

Reanimation 15<br />

Rückenschule Teil 2<br />

Transfer und rückengerechtes Arbeiten<br />

8<br />

Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 1<br />

Gesamt: 50<br />

270<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Pflegedienst<br />

Dezember 2009<br />

Thema Teilnehmer<br />

Wundmanagement<br />

Chronische Wunden<br />

9<br />

Reanimation 8<br />

Dienstanweisung Expresspflege<br />

Ziele, praktische Umsetzung<br />

12<br />

Assist-Device-Systeme<br />

Sterbebegleitung<br />

8<br />

Transapikale Klappen 8<br />

Gesamt: 45<br />

Fortbildungen<br />

Gesamt: 83<br />

Teilnehmer<br />

Gesamt: 783<br />

Arbeitszeitmanagement<br />

Im Dienstplanprogramm SP-Expert werden 1.540 Mitarbeiter auf der Grundlage von 4<br />

unterschiedlichen Tarifverträgen verwaltet. Die Unterstützung der Dienst -und<br />

Urlaubsplanung im Pflege -und Funktionsdienst sowie die Dokumentation der<br />

abweichenden Arbeitszeiten im Funktionsdienst gehören u.a. zu den Aufgaben der<br />

Stabstelle Arbeitszeitmanagement. Die Erstellung der Sollplanung und Dokumentation der<br />

abweichenden Arbeitszeiten in Kooperation mit dem Arztdienst Anästhesie gehört ebenfalls<br />

seit Mai zu den Aufgaben der Stabstelle. Regelmäßige Auswertungen wie z.B.<br />

Ausfallstatistiken oder Auswertungen zu Rufdiensteinsätzen werden in der Stabstelle<br />

erstellt. Dazu gehören auch Auswertungen zu besonderen Fragestellungen rund um die<br />

Personaleinsatzplanung wie z. B. Recherchen zur Übertragung von Resturlauben.<br />

Die Betreuung der Anwender und Serviceleistungen für Mitarbeiter bei Fragen zur<br />

Dienstplanung und zur Gehaltsabrechung werden durch die Stabstelle durchgeführt.<br />

Durch die Erweiterung des SP-Expert Web Terminal, die bereits im Jahr 2008 begonnen hat,<br />

ist es nunmehr allen Mitarbeitern des Pflege -und Funktionsdienstes möglich, ihre<br />

Dienstplanwünsche direkt in das Web Terminal einzugeben, diese werden dann online ins<br />

Dienstplanprogramm übernommen.<br />

Mit der Überarbeitung der Betriebsvereinbarung Arbeitszeitflexibilisierung für Mitarbeiter,<br />

die dem Ver.di-Tarifvertrag unterliegen, war es notwendig, den Nullliniendurchlauf des<br />

Arbeitszeitkontos unabhängig von Änderungen im Ist-Dienstplan auch im Soll-Dienstplan<br />

darzustellen. Dieses hatte umfangreiche Modellierungsarbeiten im Dienstplanprogramm<br />

SP-Expert zur Folge, die mit Ablauf des Jahres 2009 noch nicht abgeschlossen waren.<br />

Die Programmversion V10 ist nach umfangreicher Testung erfolgreich ins Echtsystem<br />

übernommen worden. In Vorbereitung zur Übernahme ins Echtsystem ist zurzeit die<br />

Programmversion V11. Diese bietet u.a. mit dem Modul Smart Client für die Zukunft völlig<br />

neue Oberflächen sowie bessere und schnellere Auswertungsmöglichkeiten.<br />

271<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gemeinsame Einrichtungen<br />

Screenshot der Startseite des Webauftritts des DHZB<br />

Gemeinsame Einrichtungen<br />

Die Webseite des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />

Franziska Hintz, Wolfgang Blietz, Jörn Collmann<br />

Wie im vergangenen Jahr angekündigt, wurde in 2009 mit dem geplanten Relaunch<br />

(Optimierung) der Webseite des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> begonnen.<br />

Es stellte sich zunächst die Frage, aus welchen Gründen ein Relaunch zu vollziehen – der bei<br />

einer so umfangreichen mehrsprachigen Webseite mit ca. 600 Seiten bis zu 2 Jahre Arbeit in<br />

Anspruch nehmen würde – und nicht nur eine einfache Aktualisierung anzustreben.<br />

272<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gemeinsame Einrichtungen<br />

Die Gründe dafür liegen auf der Hand, nachdem wir im Jahre 2007 den 1. Platz im Wettbewerb<br />

„Beste Klinikwebseite“ gewonnen hatten, mussten wir feststellen, dass auch andere Kliniken<br />

intensiv und erfolgreich an ihren Webseiten gearbeitet hatten.<br />

Nicht allein der gestiegene Wettbewerb und die größere Bedeutung von Webseiten für<br />

Unternehmen des Gesundheitswesens, sondern auch die rasante medizinische Entwicklung<br />

machten eine Überarbeitung und Aktualisierung der deutschen und englischen Seite<br />

notwendig.<br />

Vor allem ist erkannt worden, dass ein gelungener Webauftritt als wichtiges Instrument des<br />

Online-Marketings für das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> zu verstehen -und unterstützen ist. Die<br />

Webseite ist ein komfortables Medium um mit Patienten, Einweisern und der interessierten<br />

Öffentlichkeit zu kommunizieren und umfassend über die hochspezialisierten Leistungen die<br />

das <strong>Herzzentrum</strong> anbietet zu informieren.<br />

Was im Berichtsjahr, neben den Standardaufgaben, begonnen wurde mit<br />

Layoutüberarbeitungen, Austausch von Bildern, Neueinstellungen -und Überarbeitung der<br />

Klinikteams, Aktualisierung von Leistungsstatistiken sowie der erstmaligen<br />

Onlinepräsentation des <strong>Jahresbericht</strong>s 2008 etc., wird mit den weiteren Aktivitäten im Bezug<br />

auf die Optimierung der Webseite nach wie vor ein wichtiges und auszubauendes Ziel für das<br />

Jahr 2010 sein.<br />

273<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gemeinsame Einrichtungen<br />

Gemeinsame Einrichtungen<br />

Die Homepage der Gesellschaft der Freunde<br />

des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V.<br />

Franziska Hintz, Wolfgang Blietz<br />

Gemeinsam. Von Herzen. Helfen.<br />

Mit diesen Worten startet die Hauptseite des neuen Webauftritts der Gesellschaft der Freunde<br />

des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V.<br />

Während die Gesellschaft im Jahr 2008 ihr 20-jähriges Bestehen feierte und auf viele<br />

erfolgreiche Projekte, Veranstaltungen und Charity-Aktionen zurückgreifen konnte – wurde<br />

der Zustand der Webseite des Vereins immer offensichtlicher.<br />

Die inhaltlichen Strukturen waren veraltet, unvollständig – das Layout nicht mehr zeitgemäß<br />

und die Benutzerfreundlichkeit ließ ebenfalls zu wünschen übrig.<br />

Screenshot der Startseite des Webauftritts der Gesellschaft der Freunde des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V.<br />

274<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gemeinsame Einrichtungen<br />

Nicht nur für Unternehmen des Gesundheitswesens wie dem DHZB sondern auch für diesen<br />

Verein der die Arbeit des <strong>Herzzentrum</strong>s in vielfältiger Art und Weise unterstützt, ist es von<br />

besonderer Wichtigkeit sich der Öffentlichkeitsarbeit zu öffnen und aktives Marketing zu<br />

betreiben. Ein Kommunikationsinstrument wie die Homepage trägt neben anderen<br />

Marketingmaßnahmen wesentlich dazu bei, die Aktivitäten des Vereins in der Öffentlichkeit zu<br />

verbreiten, sich darzustellen und somit von anderen Institutionen dieser Art abzuheben.<br />

In Analogie zum Webauftritt des DHZB wurde also immer deutlicher, dass ein neuer<br />

Webauftritt der Freundesgesellschaft geschaffen werden musste, der dessen Aktivitäten,<br />

Benefizveranstaltungen und Projekte in einem angemessenen Rahmen präsentieren würde.<br />

Die Gesellschaft entschloss sich bei der Umsetzung eines neuen Websauftritts auf vorhandene<br />

Strukturen des DHZB zurückzugreifen und Franziska Hintz mit der redaktionellen<br />

Koordination und Organisation sowie Wolfgang Blietz mit der redaktionellen Beratung und<br />

technischen Umsetzung zu beauftragen. Für die Ausführung der optischen Neugestaltung und<br />

das technische Grundgerüst konnte der Verein pro bono die Firma BOB Design aus Trier<br />

gewinnen.<br />

Es folgte eine Planungsphase von annähernd 2 Jahren in denen zahlreiche Aspekte geklärt<br />

werden mussten:<br />

• Welchen Namen soll die Seite tragen?<br />

• Umfang und Gestaltung der Webseite?<br />

• Welcher Provider kommt in Frage?<br />

• Was ist bei der Registrierung zu beachten?<br />

• Welche rechtlichen Vorschriften sind zu beachten?<br />

• Wieviel Webspace ist erforderlich?<br />

• Wer organisiert den Umzug der alten Seite zum neuen Provider?<br />

• Welche –und wie viele Domains werden benötigt?<br />

• Wer verwaltet diese? Wer ist Domaininhaber und / oder administrativer<br />

Ansprechpartner?<br />

• Was kostet das Betreiben der Seite?<br />

• Welches Contentmanagementsystem (System zur Verwaltung der Website)<br />

soll gewählt werden?<br />

Bis zum Herbst 2009 ist es dann gelungen den Mitgliedern des Vereins eine Seite zu<br />

präsentieren, die alle erforderlichen Navigationen und Themen bereitstellt.<br />

Eine kleine Anzahl von Inhalten wurden aus der alten Webseite übernommen und aktualisiert<br />

– viele neue hinzugenommen. Immer unter dem Aspekt:<br />

Was interessiert unsere Mitglieder? Was möchte ein zukünftiges Mitglied über uns in<br />

Erfahrung bringen? Wie können wir die Aktivitäten der Gesellschaft am Besten darstellen?<br />

Um diese Anforderungen zu erfüllen wurde, neben vielen anderen, ein neuer<br />

Navigationspunkt Galerie mit einem die Veranstaltung beschreibenden Text und einer sehr<br />

gezielten Auswahl an Fotos mit Untertiteln zu den verschiedenen Benefizveranstaltungen, wie<br />

Konzerten, Galas aber auch Flöhmärkten zugunsten der Freundesgesellschaft eingestellt..<br />

Die Redaktion dankt abschließend Professor Peter Fissenewert und Frau Ilona Scheffler für ihre<br />

Unterstützung.<br />

275<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gemeinsame Einrichtungen<br />

Gemeinsame Einrichtungen<br />

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 2009<br />

Barbara Nickolaus<br />

Mehrere Anlässe standen diesmal im Interesse der bundesweiten Medien.<br />

Deutschlands erster SIM (Simulations)- OP, eingerichtet in den Räumen der Akademie für<br />

Kardiotechnik des DHZB, verfügt über ein hochspezifisches, auf Ausbildungsbedürfnisse des<br />

Herzchirurgen, Kardioanästhesisten, Kardiotechniker ausgerichtetes Equipment. Im SIM-OP des<br />

DHZB in Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule werden nicht nur am Bildschirm virtuell,<br />

sondern mit echtem OP-Instrumentarium an einem Spezialtorso Einzelschritte von Operationen<br />

trainiert oder aber Fehler in der Arzneimittelbeimengung oder Notfallsituationen, auf die die<br />

Studenten schnell reagieren müssen, durch Lehrkräfte simuliert. Der SIM-OP führte zu einem<br />

außergewöhnlichen Medienansturm (überwiegend der elektronischen Medien), der in zwei<br />

Pressekonferenzen und mehreren Fototerminen kanalisiert wurde.<br />

Der anrührende Fall des Rostocker Babys Marla, das zunächst ein „Kunstherz“ erhielt und nach<br />

einigen Monaten herztransplantiert wurde, führte zu einem sich über viele Wochen hinziehenden<br />

Medienecho zunächst der elektronischen Medien und später der Printmedien, bevorzugt der<br />

Yellow Press/Frauenzeitschriften.<br />

Marla bot der Presse ein besonders positiv besetztes Beispiel für die Vorteile der<br />

Organtransplantation. Der Europa- und der Welt-Tag der Organspende, die gerade in <strong>Berlin</strong> sehr<br />

massiv auf den eklatanten Organspendemangel hinwiesen, wurden gefeiert u. a. mit einer<br />

Massenveranstaltung am Brandenburger Tor, einem erstmals in Deutschland stattfindenden<br />

Organspendekongress und dem damit einhergehenden Auftakt zu Organspendekampagnen des<br />

Senators für Gesundheit und der Deutschen Stiftung Organspende. Das DHZB gemeinsam mit der<br />

Gesellschaft der Freunde des DHZB, Wall AG, Techniker Krankenkasse und einer Vielzahl weiterer<br />

Sponsoren, hob ebenfalls eine große Organspendekampagne aus der Taufe unter dem Motto „Das<br />

kannst Du auch - Organspenden heißt Leben retten“. Hierzu gehörten u. a. div. Großplakate sowie<br />

BVG- Busbemalung, auf dem Comic-Helden in Rettungssituationen gezeigt werden. Mehrere<br />

Pressekonferenzen unterstützten die einzelnen Kampagnen-Schritte.<br />

276<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gemeinsame Einrichtungen<br />

Großes Interesse fand das von Prof. Hetzer auf einer Pressekonferenz im Rahmen des 6.<br />

Internationalen Kunstherz-Kongresses MCS des DHZB vorgestellten modifizierten HeartWare-<br />

Implantationsverfahren. Erstmals steht damit ein voll implantierbares biventrikuläres<br />

Kreislaufunterstützungssystem zur Verfügung, das dem Prinzip des echten Kunstherzens (TAH)<br />

ähnelt, bei dem aber anders als beim TAH das natürliche Herz im Körper verbleibt.<br />

Im Gegensatz zu „normalen“ Sendungen der Wissenschaftsreihe „Xenius“ von Arte wurde eine<br />

komplette Sendung im DHZB an mehreren Drehtagen mit zwei Drehteams und zwei Moderatoren<br />

zu den Themen Gewebebank, Kunstherz, Hybrid-OP, Baby-HLM, Organ Care System<br />

aufgezeichnet.<br />

Das humanitäre Hilfsprojekt des DHZB „Brücke zu herzkranken Kindern“ zugunsten von<br />

herzkranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten (gegründet 1998 im Zuge der Bosnien-Krise)<br />

wurde 2009 Preisträger der vom Bundespräsidenten als Schirmherr geförderten Standortinitiative<br />

„365 Orte im Land der Ideen“ und feierte mit Empfang, Kinderfest und Pressekonferenz die<br />

offizielle Preisverleihung im DHZB.<br />

Zu den besonders wichtigen Marketingveranstaltungen mit großer Markenbindung gehörten die<br />

„Lange Nacht der Wissenschaften“ mit über 1500 Teilnehmern aus allen Altersstufen, „Tage der<br />

Gesundheitsberufe“ in der Urania und der „Girls’Day“ im DHZB als Berufsfindungstage für<br />

Schülerinnen zwischen 11 und 17 Jahren. Hier informierten Herzchirurgin, operationstechnische<br />

Assistentin und Kardiotechnikerin über ihre Berufe und erlaubten mit OP-Instrumentarium<br />

umzugehen. Zunehmend mehr wird das DHZB eingeladen, einen Info-Stand bei<br />

Gesundheitstagen von Verwaltungsdienststellen oder im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen<br />

mit Hunderten von Besuchern zu platzieren.<br />

277<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gemeinsame Einrichtungen<br />

Pressekonferenzen<br />

Presse-/Fototermine (Auszüge)<br />

Events mit Marketingcharakter<br />

DHZB Aktuell<br />

Gemeinsame Einrichtungen<br />

• Preisverleihung an DHZB-„Brücke zu herzkranken Kindern“ durch<br />

Standortinitiative des Bundespräsidenten<br />

• Kooperation des DHZB mit dem Jüdischen Krankenhaus<br />

• Ein Jahr Malteser-Elternfrühstück auf der H 4<br />

• Pressekonferenz 1 - SIM-OP<br />

• Pressekonferenz 2 - SIM-OP<br />

• 100. transapikale Herzklappenoperation im Hybrid-OP<br />

• Organ Care System/Transmedics<br />

• Herzklappensymposium des DHZB<br />

• Baby Marla nach Herztransplantation<br />

• Welttag der Organspende<br />

• Auftakt der Organspendekampagne des DHZB<br />

• Kunstherzkongress des DHZB/HeartWare-Implantationsverfahren<br />

• rbb Quivive zu Stammzelltherapie<br />

• Pressetermine SIM-OP<br />

• Karstadt-Spende für H 4<br />

• Prof. Liotta/Vortrag<br />

• RTL zu Kind Delfina/Prof. Berger<br />

• Pressetermin Herzklappenoperationen/Prof. Hetzer<br />

• Fotoshooting Internationale Fotoagentur Keystone<br />

• Pressetermin Marla verlässt das DHZB<br />

• Europäischer Studentenkongress/Prof. Hetzer<br />

• Bild der Wissenschaften im Hybrid-OP<br />

• Herzinsuffizienz (Öffentliche DHZB-Veranstaltung)<br />

• Quivive bei Prof. Berger<br />

• ZDF bei Prof. Fleck<br />

• Benefiz-Veranstaltung mit B. Elm/J. Kowalski<br />

• Goldener Julius an Prof. Hetzer<br />

• Pressetermin Norbert Blüm im DHZB<br />

• Gala „Von Herzen helfen“<br />

• Lange Nacht der Wissenschaften<br />

• Tage der Gesundheitsberufe (Urania)<br />

• Girls’Day im DHZB<br />

• Muko-Lauf<br />

• Februar (4 Seiten)<br />

• Mai (4 Seiten)<br />

• August (6 Seiten)<br />

• November (4 Seiten)<br />

278<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Seelsorge<br />

Pfarrerin Christine Franke<br />

Gemeinsame Einrichtungen<br />

Die Seelsorge ist auf allen Stationen des DHZB präsent:<br />

Auf dem täglichen Rundgang über die drei Intensivstationen IPS 1, IPS 2 und Kinder-IPS wird der<br />

Betreuungsbedarf von Patientinnen, Patienten und Angehörigen, aber auch von Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern erfragt bzw. wahrgenommen. Ebenso geschieht dies auf den Rundgängen über die<br />

übrigen Stationen H1 C, H1 K, H2, H3 und der Kinderstation H4 .<br />

Das Redebedürfnis vieler Patientinnen und Patienten ist groß. Nach einer Zeit des Zuhörens<br />

bedanken sich manche von ihnen mit dem Satz „Vielen Dank für Ihre tröstenden Worte!“<br />

Auch gibt es eine Religiosität der Unkirchlichen: Tagtäglich werden in der Krankenhaus-Kapelle<br />

viele Kerzen angezündet; Patienten und Angehörige schreiben gern in ein Buch, das in der Kapelle<br />

ausliegt. In der Kapelle wird sehr oft das Gespräch mit der Seelsorge gesucht.<br />

Die Seelsorgerinnen (evangelische Pastorin und nicht-konfessionsgebundene Seelsorgerin, nach<br />

Absprache auch ein katholischer Priester) vertreten sich gegenseitig an den Wochenenden, im<br />

Urlaub und in Krankheitsfällen; außerdem gibt es seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit den<br />

SeelsorgerInnen der Rudolf-Virchow-Klinik und des Jüdischen Krankenhauses die Möglichkeit<br />

eines Seelsorge-Notruf-Telefons, so dass Seelsorge an allen Tagen des Jahres über 24 Stunden<br />

verfügbar ist.<br />

Vielen kranken Menschen und ihren Angehörigen kann im Krankenhaus geholfen werden – nicht<br />

allen. Manche von ihnen können wir begleiten in ihrer letzten Lebensphase, in ihren Hoffnungen<br />

und Ängsten, in ihrer Trauer, in ihren Erinnerungen und ihrem letzten Kampf, loslassen zu müssen.<br />

Angehörige nehmen gerne das Angebot wahr, den verstorbenen Menschen noch einmal zu sehen<br />

und von ihm Abschied zu nehmen, denn es ist dann leichter zu begreifen und zu akzeptieren, was<br />

ihr Herz noch nicht fassen kann. Wir Schwestern begleiten die Angehörigen dabei und achten auf<br />

Signale, um gegebenenfalls danach zu fragen, ob sie wünschen, dass wir beten und den<br />

Verstorbenen segnen. Viele wünschen das: Worte und Gesten, die uns halten, wenn wir haltlos sind.<br />

Die Mehrzahl der Gespräche führen wir aber nicht mit Sterbenden, sondern mit Patientinnen und<br />

Patienten, die z. B. aufgrund ihrer Krankheit mit veränderten Lebenssituationen fertig werden<br />

müssen, die plötzlich erfahren, wie zerbrechlich ihr Leben ist und dass sie nicht alles im Griff haben;<br />

sie blicken zurück und sie blicken nach vorn, um herauszufinden, wo sie jetzt stehen. Das braucht<br />

Zeit und führt manchmal zu neuen Sichtweisen, die helfen, das Wichtige vom Unwichtigen zu<br />

unterscheiden. Wenn wir Menschen besuchen, bringen wir Zeit mit, die vom anderen benötigt wird.<br />

Wir bestimmen nicht den Zeittakt und nicht die Thematik.<br />

Einen großen Raum in der Patientenbetreuung nimmt die Seelsorge in der präoperativen Phase ein<br />

– ein lediglich kurzer Kontakt, der die Ängste vor der Operation zum Inhalt hat; häufig werden von<br />

Patientinnen, Patienten sowie Angehörigen hier Gebet und Segen gewünscht.<br />

Nicht zuletzt ist die Unterstützung und Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein<br />

wichtiger und zeitintensiver Schwerpunkt. Unter der besonderen Verschwiegenheit der Seelsorge<br />

kann über Erlebtes am Arbeitsplatz, aber auch über private Angelegenheiten gesprochen werden.<br />

Zweimal wöchentlich veröffentlicht die Seelsorge im Intranet einen kurzen Gruß, der von<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelesen werden kann.<br />

Die Seelsorge ist bei den Inhouse-Fortbildungen mit Themen wie z. B „Wahrheit am Krankenbett“,<br />

„Umgang mit Angehörigen“, „Sterbebegleitung“ oder „Autonomie und Fürsorge“ ebenso wie in der<br />

Krankenpflegeschule vertreten.<br />

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<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009


Gemeinsame Einrichtungen<br />

Impressum und Kontakt<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

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Telefax +49 30 – 4599 1300<br />

E-Mail<br />

Internet<br />

info@dhzb.de<br />

www.dhzb.de<br />

Herausgeber Prof. Dr. med. h.c. mult. Roland Hetzer<br />

Redaktion, Organisation Franziska Hintz<br />

Satz, Gestaltung Helge Haselbach<br />

Lektorat Franziska Hintz, Astrid Benhennour<br />

Grafik Karla Weber, Helge Haselbach<br />

Fotografie Jürgen Backa, Helge Haselbach, Barbara Nickolaus, Thomas Farr, Pavel Sticha<br />

Umschlaggestaltung Helge Haselbach, Franziska Hintz<br />

Copyright <strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />

Druck www.laser-line.de<br />

280<br />

<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009

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