Jahresbericht - Deutsches Herzzentrum Berlin
Jahresbericht - Deutsches Herzzentrum Berlin
Jahresbericht - Deutsches Herzzentrum Berlin
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2009<br />
<strong>Jahresbericht</strong>
Inhalt<br />
Inhaltsverzeichnis 2<br />
Vorwort 4<br />
Mitglieder des Stiftungsrates des DHZB 6<br />
Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstandes des DHZB 8<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie 10<br />
Kontaktdaten 11<br />
Tätigkeitsbericht 12<br />
Abteilungsstruktur 14<br />
Chirurgische Leistungen 18<br />
Promotionen und Habilitationen 24<br />
Fortbildung und Konferenzen 28<br />
Bereiche der Chirurgie 36<br />
Akademie für Kardiotechnik 92<br />
Veranstaltungen 96<br />
Klinik für Innere Medizin / Kardiologie 100<br />
Kontaktdaten 101<br />
Tätigkeitsbericht 102<br />
Abteilungsstruktur 104<br />
Promotionen, Habilitationen 105<br />
Ambulante Kardiologische Diagnostik und Therapie 106<br />
Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie 113<br />
Wissenschaftliche Ergebnisse (Auszug) 118<br />
Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />
von Herz- und Gefäßerkrankungen 122<br />
Arbeitsgruppe Rhythmologie 135<br />
Veranstaltungen, Lehre, Weiterbildung 2009 143<br />
Das Akutlabor im DHZB 145<br />
Weitere Forschungsvorhaben 146<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie 158<br />
Kontaktdaten 159<br />
Tätigkeitsbericht 160<br />
Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie 166<br />
Abteilungsstruktur 174<br />
Habilitationen und Promotionen 176<br />
Lehre 180<br />
Forschung 183<br />
Veranstaltungen 185<br />
2<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Institut für Anästhesiologie 188<br />
Kontaktdaten 189<br />
Tätigkeitsbericht 190<br />
Abteilungsstruktur 192<br />
Lehre 194<br />
Forschung 196<br />
Verwaltung 202<br />
Kontaktdaten 203<br />
Tätigkeitsbericht 204<br />
Abteilungsstruktur 206<br />
Pflegedienst 248<br />
Kontaktdaten 249<br />
Tätigkeitsbericht 250<br />
Abteilungsstruktur 252<br />
Projekte/Arbeitsgruppen 258<br />
Tätigkeitsberichte 262<br />
Gemeinsame Einrichtungen 272<br />
Die Webseite des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> 272<br />
Die Homepage der Gesellschaft der Freunde des Deutschen<br />
<strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V. 274<br />
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 276<br />
Seelsorge 279<br />
Impressum 280<br />
3<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Vorwort des Ärztlichen Direktors<br />
Der vorliegende Bericht stellt die wichtigen Ereignisse und Entwicklungen des Deutschen<br />
<strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> während des Jahres 2009 bis in das Frühjahr 2010 dar.<br />
Er konzentriert sich in seinem gedruckten Anteil aus Gründen der Übersichtlichkeit auf<br />
Textbeiträge und Grafiken vor allem der klinischen Arbeit, während die einzelnen<br />
Forschungsprojekte und die zahlreichen Publikationen auf einer CD beigefügt sind.<br />
Der Geschäftsführende Vorstand bedankt sich bei allen Mitarbeitern für die enorme<br />
Leistung, die wiederum erbracht wurde, jetzt auch unter der zunehmend ernsteren<br />
Auflage der ökonomischen Enge, durch die Konvergenzphase der DRG bedingt, was zu<br />
einem bedachteren Umgang mit den Verbrauchsmitteln und einem gezielteren<br />
Personaleinsatz zwang, was letztlich jedoch zu einer ausgeglichenen Haushaltslage<br />
führte.<br />
Dank gilt wiederum den Mitgliedern des Stiftungsrates für die engagierte Unterstützung<br />
des Vorstandes.<br />
Wir betrauern zutiefst den Tod von Herrn Prof. Dr. Helmut Kewitz, der am 21.Oktober<br />
2009 in seinem 90. Lebensjahr von uns gegangen ist. Herr Prof. Dr. Kewitz, zum Zeitpunkt<br />
der Gründung des Stiftungsrates 1985 Ärztlicher Direktor des Klinikums Steglitz der<br />
Freien Universität hat seither, mit einer Ausnahme, an allen Sitzungen des Stiftungsrates<br />
mit Temperament und klarem, kritischem Verstand teilgenommen und immer seine<br />
wertvolle Meinung, vor allem zu Fragen der Wissenschaft und der Zusammenarbeit mit<br />
der universitären Medizin in <strong>Berlin</strong>, eingebracht. Wir verlieren in ihm einen großen Freund<br />
und werden ihn nie vergessen.<br />
Die Zusammenarbeit mit der universitären Medizin war in der praktischen Umsetzung, vor<br />
allem in Klinik und zahlreichen wissenschaftlichen Projekten, immer fruchtbar und<br />
unbeschwert. Ausdruck dieser Zusammenarbeit sind auch die Stiftungsprofessuren, die<br />
das <strong>Herzzentrum</strong> in die Charité einbringt, nämlich für Physiologie und<br />
geschlechtsspezifische Medizin. Es kamen jetzt hinzu das gemeinsame Marfanzentrum<br />
und die Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie, in der eine Stiftungsprofessur<br />
für Herzpathologie angedacht ist.<br />
Das Problem der Lehre am Krankenbett, wobei die Charité aus ökonomischen Gründen auf<br />
die Teilnahme der Lehrbefugten des <strong>Herzzentrum</strong>s und aller sonstigen Mitarbeiter<br />
verzichtete, konnte nun in jüngster Zeit einer praktikablen und konstruktiven Lösung<br />
zugeführt werden. Demnach versehen Mitarbeiter des <strong>Herzzentrum</strong>s studentische Lehre<br />
an den Betten der benachbarten Einrichtungen der Charité selbst, mit Schwerpunkt auf<br />
die Erkrankungen und Verfahren, welche das besondere Spektrum des <strong>Herzzentrum</strong>s<br />
ausmachen.<br />
4<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Weiterhin wurden mehrere Gespräche mit Mitgliedern des Vorstandes der Charité geführt,<br />
wobei die Möglichkeiten einer Abstimmung bzw. einer unmittelbaren Zusammenarbeit in<br />
den Fächern der kardiovaskulären Medizin sowohl des DHZB als auch der Charité sehr<br />
konstruktiv angesprochen wurden.<br />
Die gemeinsame Zukunftsplanung dieses bedeutenden Komplexes drängt sich geradezu<br />
auf, vor dem Hintergrund des abzusehenden Wechsels in mehreren Leitungsfunktionen<br />
beider Einrichtungen einerseits und zu erwartenden Strukturveränderungen innerhalb der<br />
universitären Medizin andererseits. Ein umfassendes und dauerhaftes Konzept zu<br />
schaffen, welches das enorme Potenzial von Charité, DHZB und weiteren, vor allem<br />
wissenschaftlichen Einrichtungen einschließt, ist, so meine ich, jetzt eine Verpflichtung<br />
gegenüber der Zukunft dieser Stadt.<br />
Prof. Dr. med. Dr. h. c. R. Hetzer<br />
5<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Mitglieder des Stiftungsrates<br />
des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />
Präsident des Stiftungsrates<br />
Hubertus Moser, ab Mai 1999<br />
vorm. Prof. Dr. H. Bourmer, 1993 bis Mai 1999, Ehrenpräsident bis 20. Mai 2001 ( † )<br />
Staatssekretär A. Hasinger, 1986 bis Dezember 1993, Ehrenpräsident bis 21. Februar 1994 ( † )<br />
Geborene Mitglieder<br />
nach § 13, Abs. 1, Nr. 1 - 3 der Satzung<br />
Mitglied Vertreter<br />
1. Senatorin für Gesundheit, Umwelt Staatssekretär für Gesundheit, Umwelt<br />
und Verbraucherschutz und Verbraucherschutz<br />
Frau Katrin Lompscher Dr. Benjamin-Immanuel Hoff<br />
2. Senator für Bildung, Senatsverwaltung für Bildung,<br />
Wissenschaft und Forschung Wissenschaft und Forschung<br />
Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner Dr. Jutta Koch-Unterseher<br />
3. Präsident der 2. Vizepräsidentin der<br />
Freien Universität <strong>Berlin</strong> Freien Universität <strong>Berlin</strong><br />
Prof. Dr. Dieter Lenzen Prof. Dr. Monika Schäfer-Korting<br />
4. Präsident der Vizepräsident der Humboldt-Universität<br />
Humboldt-Universität zu <strong>Berlin</strong> für Forschung<br />
Prof. Dr. Christoph Markschies Prof. Dr. Jürgen Prömel<br />
5. Vorsitzender des Vorstands Direktor des Klinikums<br />
Campus Charité Mitte Campus Charité Mitte<br />
Prof. Dr. Karl M. Einhäupl Herr Matthias Scheller<br />
6. Bezirksbürgermeister Mitte Bezirksstadtrat<br />
Dr. Christian Hanke Herr Joachim Zeller<br />
6<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Kooptierte Mitglieder<br />
nach § 13, Abs. 1, Nr. 4 der Satzung<br />
Mitglied Vertreter<br />
1. Dr. h.c. Friede Springer Prof. Dr. Bernhard Servatius<br />
2. Herr Hubertus Moser Herr Hans Nisblé<br />
3. Prof. Dr. Gerhard Blümchen Dr. Jochen Upmeier<br />
4. Herr Günter Dibbern Dr. Volker Leienbach<br />
5. Prof. Dr. Heinz Heidrich Dr. med. Clemens Fahrig<br />
6. Prof. Dr. Hans Maier Herr Ludger Dinkelborg Ph.D.<br />
7. Prof. Dr. Jürgen Mlynek Dr. Rolf Zettl<br />
8. Dr. Eric Schweitzer Herr Jan Eder<br />
9. Prof. Dr. Lothar Späth Frau Maren Mueller<br />
10. Prof. Dr. Hans-Jochen Stolpmann Prof. Dr. Jochen Konradt<br />
11. Dr. Reinhard Uppenkamp Dr. Rainer Kern<br />
12. Herr Hans Wall Herr Roland von zur Mühlen<br />
13. Prof. Dr. Karsten Vilmar Prof. Dr. Werner Schlungbaum<br />
7<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstandes<br />
des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Vorsitzender: Herr Prof. Dr. Roland Hetzer<br />
Stellvertreter: 1. Herr Prof. Dr. Miralem Pasic<br />
2. Herr Prof. Yu-Guo Weng<br />
3. Herr Prof. Dr. Vladimir Alexi-Meskishvili<br />
4. Herr Dr. Michael Hübler<br />
Klinik für Innere Medizin / Kardiologie<br />
Leitender Arzt: Herr Prof. Dr. Eckart Fleck<br />
Stellvertreter: Herr PD Dr. Stephan Dreysse<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Leitender Arzt: Herr Prof. Dr. Felix Berger<br />
Stellvertreter: Herr PD Dr. Peter Ewert<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
Leitender Arzt: Herr Prof. Dr. Hermann Kuppe<br />
Stellvertreter: Herr Dr. Gunther Mai<br />
Verwaltung<br />
Direktor: Herr Dipl.-Ing. Thomas Michael Höhn<br />
Stellvertreter: Herr Klaus Reßmer<br />
Pflegedienst<br />
Pflegedirektorin/Koordinatorin: Frau Ulrike Richert-Schmidt<br />
Stellvertreterin: Frau Martina Jonas<br />
8<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
9<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
10<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Klinik für<br />
Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Leitender Arzt<br />
Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Roland Hetzer<br />
Direktor der Klinik<br />
Augustenburger Platz 1<br />
13353 <strong>Berlin</strong><br />
Telefon +49 30 - 4593 2001<br />
Telefax +49 30 - 4593 2100<br />
11<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsbericht<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Während des Jahres 2009 waren eine Reihe von Veränderungen zu erkennen, die<br />
sowohl das Spektrum der Erkrankungen der zugewiesenen Patienten als auch<br />
technische Neuerungen betrafen.<br />
Die bloßen Koronar-Bypassoperationen gingen an Zahl weiter zurück, dem<br />
allgemeinen Trend in Deutschland folgend. Jetzt kamen vermehrt vor allem Dringliche<br />
und Notfälle, Patienten im Kreislaufschock und zunehmend für Kombinationseingriffe.<br />
Die Anzahl der Herzklappenoperationen dagegen hat zugenommen, hier wiederum<br />
fortgeschrittene Krankheitsstadien, aber auch hochbetagte Patienten, bei denen die<br />
Möglichkeit einer Katheterklappenimplantation im Hybrid-Operationssaal diskutiert<br />
wurde. Diese letzteren Techniken werden jetzt mit hohem Routinegrad ausgeführt. Es<br />
wurden auch mehrere neue und ganz originelle Klappenoperationskonzepte<br />
eingeführt, mit dem Ziel weniger Invasivität und Verzicht auf künstliche Implantate.<br />
Auch die Operationen bei angeborenen Herzfehlern haben wieder zugenommen, jetzt<br />
vor allem bei komplexen Fehlern und bei Frühgeborenen, obwohl die Anzahl der<br />
Kinder, die mit angeborenen Herzfehlern in Deutschland geboren werden, eher<br />
abnimmt.<br />
Dramatisch weiter zurückgegangen sind die Transplantationszahlen, sowohl der<br />
Herzen als auch der Lungen. Mit 347 Herztransplantationen in ganz Deutschland<br />
wurde jetzt ein neues Tief erreicht. Mit der Aktion „Pro-Organspende“, die vom DHZB<br />
aus angestoßen wurde, haben wir nun eine viel beachtete, von zahlreichen<br />
Prominenten und vor allem von der Springer-Presse unterstütze Kampagne, die nach<br />
aller Erwartung das Interesse und die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung<br />
wecken wird.<br />
Entsprechend der rückläufigen Entwicklung bei den Herztransplantationen wurden<br />
nun mehr künstliche Herzpumpen implantiert, zunehmend auch als Dauerimplantate,<br />
mittlerweile viermal so viel wie Transplantationen. Im September 2009 wurde dann<br />
auch erstmals ein implantierbares System sowohl für die linke als auch für die rechte<br />
Herzkammer eingesetzt, das die Möglichkeiten der Behandlung auch für Patienten<br />
eröffnet, denen bisher nur mit wenig patientenfreundlichen externen Systemen<br />
geholfen werden konnte. Auf unserem zweijährlichen Symposium über Mechanische<br />
Kreislaufunterstützung, welches dieses Mal zusammen mit dem Institut für<br />
geschlechtsspezifische Medizin abgehalten wurde, konnten die Experten für<br />
„Künstliche Herzen“ der Welt wiederum hier in <strong>Berlin</strong> zusammen gebracht werden.<br />
12<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Zusammen mit dem <strong>Herzzentrum</strong> in Bad Oeynhausen, welches nach dem DHZB die<br />
zweitgrößte Zahl von künstlichen Herzpumpen weltweit implantiert, wurde ein<br />
europäisches Register „Euromacs“ am 10. Dezember 2009 in <strong>Berlin</strong> gegründet, welches<br />
möglichst umfassend alle Erfahrungen mit diesen Implantaten in Europa sammeln und<br />
analysieren soll.<br />
Ein sehr wichtiger Schritt für die Stabilisierung und mögliche Ausweitung der<br />
chirurgischen Kapazität war die Vergrößerung der Intensivkapazität im<br />
Paulinenkrankenhaus auf 21 Betten, der im Jahre 2010 nochmals 9 Betten folgen<br />
sollen. Damit wird das traditionelle „Nadelöhr“ des Operationsprogramms, nämlich die<br />
Intensivbettenkapazität, gelindert und eine gewisse weitere Expansion ist denkbar.<br />
Prof. Dr. med. Dr. h. c. R. Hetzer<br />
13<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Leitender Arzt<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Prof. Dr. med. Roland Hetzer Chirurgie, Herzchirurgie, Gefäßchirurgie,<br />
Direktor der Klinik Thorax- und Kardiovaskularchirurgie<br />
Vertreter<br />
Prof. Dr. Yu-Guo Weng Chirurgie, Herzchirurgie<br />
Prof. Dr. Vladimir Alexi-Meskishvili Herzchirurgie<br />
Prof. Dr. Dr. Miralem Pasic Chirurgie, Herzchirurgie<br />
Dr. Michael Hübler Herzchirurgie<br />
Oberärzte<br />
Dr. M. Aref Amiri Chirurgie, Herzchirurgie<br />
PD Dr. Matthias Bauer Herzchirurgie<br />
PD Dr. Michael Dandel Innere Medizin<br />
Prof. Dr. Onnen Grauhan Chirurgie, Herzchirurgie<br />
Dr. Tom Gromann Anästhesie<br />
Dr. Robert Hammerschmidt Herzchirurgie<br />
PD Dr. Nicola Hiemann Innere Medizin<br />
Mirsat Kacila Herzchirurgie<br />
Dr. Mahdi Kadry Chirurgie, Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie,<br />
Dr. Dagmar Kemper Innere Medizin, Pulmologie<br />
PD Dr. Christoph Knosalla Herzchirurgie<br />
Prof. Dr. Thomas Krabatsch Herzchirurgie<br />
PD Dr. Horst Laube Chirurgie, Gefäß-, Thorax- und<br />
Kardiovaskularchirurgie<br />
Dr. Hans Brendan Lehmkuhl Innere Medizin, Kardiologie<br />
Prof. Dr. Rudolf Meyer Pathologie<br />
Dr. Rainer Petzina Herzchirurgie<br />
Beate Schaumann Chirurgie<br />
Dr. Dr. Henryk Siniawski Innere Medizin<br />
Prof. Dr. Christof Stamm Herzchirurgie<br />
Dr. Guna Tetere Chirurgie<br />
Dr. Burkhard Zipfel Chirurgie, Herzchirurgie<br />
Funktionsärzte<br />
Eyad Abduljawwad Innere Medizin<br />
Gesine Afif Innere Medizin<br />
Dr. Wolfgang Albert Allgemeinmedizin, Psychosom. Medizin,<br />
Psychotherapie/ -analyse<br />
Dr. Rufus Baretti Herzchirurgie<br />
Dr. Peter Bergs Herzchirurgie<br />
Dr. Martin Bettmann Innere Medizin<br />
Dr. Jörg Brandes Allgemeinmedizin<br />
Dr. Ursula Busch Innere Medizin<br />
Dr. Semih Buz Herzchirurgie<br />
Dr. Birgit Debus Innere Medizin<br />
Dr. Eva Maria Delmo Walter Herzchirurgie<br />
Dr. Thorsten Drews Herzchirurgie<br />
Dr. Volker Düsterhöft Herzchirurgie<br />
Dr. Heinrich Erpenbeck Chirurgie<br />
Petra Gehle Herzchirurgie<br />
14<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Funktionsärzte fortges.<br />
Ekaterina Ivanitskaya Innere Medizin<br />
Beate Jurmann Innere Medizin<br />
Dr. Michael Krämer Anästhesie<br />
Dr. Cora Lüders Biologie<br />
Hans Lufft Innere Medizin<br />
Dr. Evelyn Meye Neurologie<br />
Dr. Michele Musci Herzchirurgie<br />
Dr. Boris Nasseri Herzchirurgie<br />
Dr. Mihriban Pelit Allgemeinmedizin<br />
Dr. Petar Petrov Herzchirurgie<br />
Dr. Evgenij Potapov Herzchirurgie<br />
Dr. Reinhard Pregla Herzchirurgie<br />
Dr. Naser Qedra Herzchirurgie<br />
Dr. Wolfgang Ruisz Innere Medizin<br />
Dr. Oliver Saherwala Innere Medizin<br />
Dr. Raymond Schaffarczyk Herzchirurgie<br />
Dr. Gerard Schmidt Herzchirurgie<br />
Kersten Schnelle Anästhesie<br />
Oliver Simsch Allgemeinmedizin<br />
Roland Warnecke Herzchirurgie<br />
Karsten Weller Herzchirurgie<br />
Dr. Ruhi Yeter Herzchirurgie<br />
Dr. Kadir Yilmaz Innere Medizin<br />
Assistenzärzte<br />
Frank Barthel<br />
Dr. Oliver Birkelbach<br />
Alexandra Brauner<br />
Dr. Christian Brett<br />
Zaida Claros<br />
Marina Diener<br />
Doreen Drews<br />
Angela Englert<br />
Konstanze Ertelt<br />
Dr. Julia Gensicke<br />
Dr. Beate Grote<br />
Stefanie Harbauer<br />
Felix Hennig<br />
Dr. Sandra von Hippel<br />
Michael Hofmann<br />
Dr. Sören Hörnig<br />
Samira Hübler<br />
Dr. Michael Hülsmeyer<br />
Dr. Shwan Hussein<br />
Dr. Adam Kilimnik<br />
Alpay Kizir<br />
Ass.Prof. Takeshi Komoda<br />
Dr. Bärbel Lamparter<br />
Dr. Henrike Liptau<br />
Dr. Alexandra Löw<br />
Daniel Mai<br />
Alexander von Mallasz ( �)<br />
Dr. Martin Matthäus<br />
15<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Assistenzärzte fortges.<br />
Dr. Britta Meyer-Zier<br />
Markus Moser<br />
Markus Müller<br />
Peter Müller<br />
Artashes Navasardyan<br />
Adam Penkalla<br />
Georgi Petrov<br />
Gunther Schmidt, MD-PHD<br />
Christopher Schneeweis<br />
Natalia Solowjowa<br />
Sajjad Soltani<br />
Dr. Alexander Stepanenko<br />
Baris Tutkun<br />
Dr. Axel Unbehaun<br />
Dr. Lavinius Ungur<br />
Jana Veit<br />
Funda Lorini-Villavicenio<br />
Hao Wang<br />
Dr. Harald Wilfling<br />
Petra Zarubova<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Sekretariat des Ärztlichen Direktors<br />
Dr. h.c. Norbert Franz Persönlicher Referent<br />
Prof. Dr. Wolf Rafflenbeul Wissenschaftskoordination<br />
Diana Kendall, B.A., M.A.<br />
Gudrun Peters-Schell<br />
Die Tätigkeiten des Sekretariats werden unterstützt von:<br />
Barbara Barth Qualitätskontrolle, Dienstplangestaltung<br />
Astrid Benhennour<br />
Anne Gale, B.A., E.L.S. Lektorat und Übersetzung (deutsch/englisch)<br />
Franziska Hintz Projektmanagement<br />
Bibliothek, Literaturrecherche, Publikationsarchiv<br />
16<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gudrun Peters und Dr. Norbert Franz<br />
Prof. Hetzer in seinem Büro<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
17<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Chirurgische Leistungen<br />
[n]<br />
4000<br />
3500<br />
3000<br />
2500<br />
2000<br />
1500<br />
1000<br />
500<br />
0<br />
727<br />
[ab April]<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Anzahl der Operationen mit Herz-Lungen-Maschine<br />
1389<br />
2449 2398 2387 2447 2393 2501<br />
2320<br />
2848<br />
3470 3404 3396<br />
‘86 ‘87 ‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
Herz-, Herz/Lungen- und Lungentransplantationen<br />
1986-2009<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
3331<br />
3174<br />
3024<br />
2929 2954 2960<br />
2860<br />
2806 2763 2732<br />
2650<br />
Die Anzahl der „offenen“ Herzoperationen, d.h. derer mit Herz-Lungen-Maschine hat nur scheinbar allmählich<br />
abgenommen. Eine immer größere Zahl wird mittlerweile ohne diese durchgeführt („off-pump“, Hybrideingriffe).<br />
[n]<br />
140<br />
120<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
0<br />
43<br />
‘86 ‘87 ‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
[ab April]<br />
69<br />
3<br />
74<br />
96<br />
4<br />
100<br />
12<br />
118<br />
13<br />
15<br />
102 110<br />
22<br />
91<br />
26<br />
85<br />
32<br />
62 64<br />
Die Möglichkeit der Herz- und auch der Lungentransplantation hat ständig weiter abgenommen, bedingt durch den<br />
Rückgang der Zahl der gespendeten Organe. Diese Entwicklung macht die Transplantationen in Deutschland zur<br />
einer „kasuistischen“ Therapie, die nur Wenigen zugute kommt.<br />
18<br />
25<br />
26<br />
77<br />
22 19<br />
52 53<br />
18<br />
66<br />
25<br />
47<br />
28<br />
55<br />
34<br />
60<br />
29<br />
69<br />
43<br />
51<br />
34<br />
35<br />
29<br />
23<br />
40 39
[n]<br />
50<br />
45<br />
40<br />
35<br />
30<br />
25<br />
20<br />
15<br />
10<br />
5<br />
0<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Lungen- und Herz/Lungen-Transplantationen 1989-2009<br />
Single lung<br />
Double lung<br />
Heart and lung<br />
Total 484<br />
Kinder 21<br />
Männlich 279<br />
Weiblich 205<br />
‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
Bei den Lungentransplantationen überwogen initial Einzellungen und kombinierte Herz/Lungentransplantationen,<br />
letztere sind heute nur noch für fortgeschrittene angeborene Fehler mit schweren Lungenfolgen reserviert. Wenn<br />
möglich, werden beide Lungen transplantiert. Insgesamt ist hier der Organmangel eklatant.<br />
Patienten mit MCS<br />
Herzunterstützungssysteme und künstliche Herzen 1987-2009<br />
[n]<br />
180<br />
160<br />
140<br />
120<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
0<br />
Abiomed (44 Pat.)<br />
Arrow CorAide (1 Pat.)<br />
Arrow Lion Heart (6 Pat.)<br />
<strong>Berlin</strong> Heart Incor (181 Pat.)<br />
<strong>Berlin</strong> Heart (Erw.) (552 Pat.)<br />
<strong>Berlin</strong> Heart (Kinder) (117 Pat.)<br />
Bücherl TAH (2 Pat.)<br />
CardioWest TAH (47 Pat.)<br />
HeartWare (22 Pat.)<br />
Jarvik2000 (10 Pat.)<br />
Komb. Incor/Levitronix (3 Pat.)<br />
Komb. TCI/BH (1 Pat.)<br />
Komb. Levitronix /BH (3 Pat.)<br />
15<br />
10 18 26 26 36 32 27<br />
Komb. BH/Incor (3 Pat.)<br />
Komb. Novacor/BH (2 Pat.)<br />
Komb. DuraHeart/Levitronix (1 Pat.)<br />
Komb. HeartMate/Levitronix (4 Pat.)<br />
Levitronix (116 Pat.)<br />
MicroMed DeBakey VAD I (41 Pat.)<br />
MicroMed DeBakey VAD II (2 Pat.)<br />
Novacor (113 Pat.)<br />
TCI-HeartMate (24 Pat.)<br />
Terumo DuraHeart (17 Pat.)<br />
Thoratec HeartMate II (86 Pat.)<br />
VentrAssist (3 Pat.)<br />
13<br />
40<br />
12<br />
29<br />
17<br />
32<br />
‘87 ‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
Die Implantationen von künstlichen Herzpumpen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, bevorzugt mit<br />
voll implantierbaren Rotationssystemen, zunehmend auf Dauer als Ausdruck des Mangels an Spenderherzen, jetzt<br />
auch bei älteren Patienten.<br />
19<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
10<br />
34<br />
18 15<br />
20<br />
22<br />
36 26<br />
15<br />
15 39<br />
11<br />
15<br />
16 29<br />
11 11<br />
19 30 24 23 24<br />
22 28 26 22 18 44 44 18 19<br />
22<br />
25 50<br />
12 16<br />
21
Chirurgische Leistungen<br />
[n]<br />
600<br />
500<br />
400<br />
300<br />
200<br />
100<br />
0<br />
106<br />
[ab Mai]<br />
184<br />
305<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Operationen bei angeborenen Herzfehlern<br />
519<br />
471 478 488<br />
529 davon Tx *OP mit HLM: 379 inkl. 9 Tx / OP ohne HLM: 118<br />
gesamt<br />
506<br />
467 497*<br />
419<br />
432 432 415 380<br />
‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
Die Operationen bei angeborenen Herzfehlern nehmen nach der initialen Etablierung dieses Programms seit Mitte der<br />
90er Jahre deutlich ab als Ausdruck der Einführung interventioneller Techniken bei den einfacheren Fehlern (ASD-<br />
Verschluss u.a.).<br />
Sonstige<br />
Gesamtzahl der Operationen 2009<br />
3.647 Eingriffe<br />
Koronarien<br />
893<br />
thorakorale Eingriffe<br />
64<br />
Kunstherzsysteme<br />
160<br />
Das Spektrum umfasst alle derzeit üblichen Arten der chirurgischen Eingriffe am Herzen und an den großen<br />
Gefäßen, in gewissem Maße auch an den übrigen Thoraxorganen. Gezeigt sind hier alle eigenständigen Operationen,<br />
ob mit oder ohne Herz-Lungen-Maschine.<br />
343<br />
Komb.<br />
313<br />
Rhythmuschirurgie<br />
368 Transplantationen<br />
62<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
350<br />
420<br />
439<br />
Klappen/Koronarien<br />
Klappen<br />
738<br />
453 441<br />
552 Aorta<br />
Angeborene Herzfehler<br />
497<br />
Nicht gerechnet wurden kleinere Eingriffe wie IABP-Im-und Explantationen, Wundrevisionen etc.<br />
20
[n]<br />
900<br />
800<br />
700<br />
600<br />
500<br />
400<br />
300<br />
200<br />
100<br />
0<br />
193<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Altersstruktur der Patienten mit Operationen<br />
mit Herz-Lungen-Maschine<br />
83<br />
54<br />
40<br />
87<br />
0-1 2-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71-80 81-90 >90<br />
Alter<br />
Das Alter bei den offenen Herzoperationen zeigt einen Gipfel im Säuglingsalter und dann wieder bei den älteren<br />
Patienten, eine Altersbegrenzung ist nicht mehr zu erkennen.<br />
Aorteneingriffe 1995-2009<br />
Relative Anteile der endovaskulären und der konventionellen Chirurgie<br />
Patienten mit Aortenerkrankungen (Aneurysmen und Dissektionen) kamen in steigender Zahl (2009: 552 Fälle) zur<br />
Operation. Ein erheblicher Teil wird mit Hybrid-Technik (endovaskulärer Kathetereingriff mit oder ohne chirurgische<br />
Verfahren) durchgeführt.<br />
194<br />
Konventionelle Chirurgie<br />
1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />
Endov. Stent 3 5 7 6 15 29 35 62 50 50 102 78 85 88 101<br />
Konv. Chir. 148 212 250 244 288 262 293 274 287 294 301 357 377 362 451<br />
21<br />
423<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
784<br />
674<br />
Endovaskuläre Aortenstents<br />
117<br />
1
Chirurgische Leistungen<br />
[n]<br />
120<br />
110<br />
100<br />
90<br />
80<br />
70<br />
60<br />
50<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
0<br />
abdominal thorakal<br />
3 5 7 6<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Endovaskuläre Stents<br />
2<br />
13<br />
7<br />
22<br />
19<br />
16<br />
Endovaskuläre Stents wurden initial zur Behandlung der infrarenalen Aortenaneurysmen implantiert. Dieses<br />
Konzept wurde dann in die thorakale Aorta ausgedehnt, welche nun das größere Kontingent ausmacht. Heute sind<br />
auch das thorakoabdominale Segment und der Aortenbogen mit endovaskulären Prothesen zugänglich.<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
40<br />
22<br />
1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />
Prof. Hetzer bei der Händedesinfektion<br />
22<br />
33<br />
17<br />
32<br />
18<br />
61<br />
41<br />
33<br />
45<br />
52<br />
33<br />
55<br />
33<br />
69<br />
32
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Dr. Dr. Hendryk Siniawski von der Echokardiografie<br />
Dr. Peter Bergs und Olga Komanchenko<br />
23<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Promotionen und Habilitationen<br />
Promotionen<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
1987 bis 2009 abgeschlossene Promotionen: 215<br />
davon prämiert mit<br />
summa cum laude: 9<br />
magna cum laude: 80<br />
cum laude: 114<br />
rite: 12<br />
Abgeschlossene Promotionen 2009<br />
Name Alb, Christian<br />
Titel Analyse des Sektionsgeschehens am Universitätsklinikum Charité<br />
im Zeitraum 1931 bis 1939 (eine retrospektive Autopsiestudie)<br />
Name Brunhuber, Claudia<br />
Titel Geschlechterunterschiede in Klinik und Verlauf der dilatativen<br />
Kardiomyopathie<br />
Name Dworatzek, Elke<br />
Titel Untersuchungen zum Einfluss von 17beta-Estradiol auf die<br />
Expression extrazellulärer Matrixgene in Fibroblasten<br />
Name Fritschka, Stephan<br />
Titel Klonierung und funktionelle Analyse der 5'-flankierenden Region<br />
des humanen kardialen ERa-Gens<br />
Name Jasaityte, Ruta<br />
Titel Prediction of short-term outcomes in patients with idiopathic<br />
dilated cardiomyopathy referred for transplantation using standard<br />
echocardiography and strain imaging<br />
Name Maki Abadi, Jaleh<br />
Titel Mutationsanalyse im MYBP-C-Gen bei Patienten mit hypertropher<br />
Kardiomyopathie<br />
Name Wolf, Ulrich<br />
Titel Histologische und histomorphometrische Untersuchungen der<br />
Wand der Aorta ascendens unter Berücksichtigung echokardiographischer<br />
Parameter bei Zuständen von Klappenersatz infolge<br />
bikuspider Aortenklappe<br />
2009 abgeschlossene PhD-Arbeiten HTG<br />
Name Petzina, Rainer<br />
Titel Negative pressure wound therapy in cardiac surgery<br />
24<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Habilitationen<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
1992 - 2009 abgeschlossene Habilitationen: 20<br />
Jahr 1992<br />
Name Schüler, Stephan<br />
Titel Die Ganzkörperhypothermie mittels extrakorporaler Zirkulation<br />
als Verfahren zur Lungenkonservierung – Klinische Erfahrungen und<br />
tierexperimentelle Untersuchungen<br />
Jahr 1993<br />
Name Yankah, Abraham Charles<br />
Titel Klinische und experimentelle Transplantation allogener Herzklappen<br />
Jahr 1994<br />
Name Ennker, Jürgen<br />
Titel Experimentelle Untersuchungen zum Einsatz von Gewebeklebstoffen<br />
in der Thorax- und Kardiovaskularchirurgie<br />
Jahr 1994<br />
Name Hummel, Manfred<br />
Titel Akutes Nierenversagen nach Herztransplantation: Eine multivariate<br />
Risikofaktorenanalyse. Erste klinische Erprobung eines neuen<br />
Therapieansatzes durch die prophylaktische Gabe des renalen<br />
natriuretischen Peptidhormons Urodilatin (CDD/ANP-95-126)<br />
Jahr 1996<br />
Name Warnecke, Henning<br />
Titel Elektrophysiologische Abstossungsdiagnostik nach Herztransplantation:<br />
Entwicklung, Erprobung und klinische Einführung eines neuen Verfahrens<br />
Jahr 1999<br />
Name Grauhan, Onnen<br />
Titel Diagnose und Therapie der humoralen Abstoßung nach<br />
Herztransplantation. Tierexperimentelle Untersuchungen und klinische<br />
Erfahrungen<br />
Jahr 1999<br />
Name Loebe, Matthias<br />
Titel Organerholung unter mechanischer Kreislaufunterstützung<br />
Jahr 2001<br />
Name Ewert, Ralf<br />
Titel Lungenfunktionelle Störungen und interstitielle Lungenveränderungen<br />
bei transplantierten Patienten<br />
Jahr 2001<br />
Name Knosalla, Christoph<br />
Titel Experimentelle und klinische Untersuchungen über den Gebrauch<br />
von Allograft-Material zur in-situ-Behandlung von Infektionen im<br />
Bereich der Aorta<br />
Jahr 2001<br />
Name Zurbrügg, Heinz Robert<br />
Titel Prinzipien der koronaren Bypass-Chirurgie – Pathophysiologie der<br />
Venengraftsklerose<br />
25<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Promotionen und Habilitationen<br />
Habilitationen fortges.<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Jahr 2002<br />
Name Bocksch, Wolfgang<br />
Titel Intravaskuläre Ultraschalluntersuchung bei Diagnostik und<br />
interventioneller Therapie von Herzkranzgefäßerkrankungen am Beispiel<br />
der Transplantatvaskulopathie<br />
Jahr 2002<br />
Name Krabatsch, Thomas<br />
Titel Untersuchungen zu klinischem Stellenwert und zugrundeliegenden<br />
Mechanismen der transmyokardialen Laserrevaskularisation<br />
Jahr 2002<br />
Name Wagner, Frank-Dietrich<br />
Titel Therapieprinzipien zur Unterstützung der rechtsventrikulären Funktion<br />
nach Implantation eines linksventrikulären Assist Device<br />
Jahr 2004<br />
Name Hausmann, Harald<br />
Titel Myokardrevaskularisation bei hochgradig eingeschränkter<br />
linksventrikulärer Funktion. Die Bedeutung präoperativer myokardialer<br />
Vitalitätsdiagnostik für die Prognose postoperativer linksventrikulärer<br />
Funktionsverbesserung<br />
Jahr 2005<br />
Name Bauer, Matthias<br />
Titel Bikuspide Aortenklappe und Dilatation der Aorta ascendens<br />
Jahr 2005<br />
Name Siniawski, Henryk<br />
Titel Active infective aortic valve endocarditis with infection extension: Clinical<br />
features, perioperative echocardiographic findings and results of surgical<br />
treatment<br />
Jahr 2005<br />
Name Sodian, Ralf<br />
Titel Tissue Engineering von kardiovaskulären Geweben<br />
Jahr 2006<br />
Name Dandel, Michael<br />
Titel Stellenwert der linksventrikulären Wandbewegungsanalyse mittels<br />
gepulster Gewebedopplerechokardiographie für die Überwachung der<br />
Abstoßungsreaktionen und Transplantatvaskulopathie nach<br />
Herztransplantation<br />
Jahr 2008<br />
Name Hiemann, Nicola<br />
Titel Mikrovaskulopathie und Herztransplantation<br />
Jahr 2009<br />
Name Potapov, Evgenij V.<br />
Titel Neue Aspekte der Behandlung von Patienten mit terminaler<br />
Herzinsuffizienz mittels mechanischer Kreislaufunterstützung<br />
26<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
27<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Fortbildung und Konferenzen<br />
Weiterbildungsbefugnisse<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Prof. Dr. R. Hetzer 72 Monate (WBO von 1994)<br />
Herzchirurgie<br />
Dr. H. B. Lehmkuhl<br />
Innere Medizin (inkl. 6 Monate Intensivmedizin) 24 Monate (WBO von 1994 )<br />
Innere Medizin und Kardiologie 30 Monate (WBO von 2004)<br />
Prof. Dr. C. Yankah 12 Monate (WBO von 1994)<br />
Gefäßchirurgie<br />
Dr. D. Kemper 12 Monate (WBO von 2004)<br />
Pulmologie<br />
Fortbildungsveranstaltungen, DHZB Bibliothek<br />
DHZB-Transplantationskonferenzen<br />
Termin Uhrzeit Thema<br />
Jeden 1. Dienstag im Monat 18:00-19:00 Uhr Transplantationskonferenz<br />
Jeden 2. Dienstag im Monat 18:00-19:00 Uhr Konferenz: Erworbene Herzerkrankungen<br />
Jeden 3. Dienstag im Monat 18:00-19:00 Uhr Konferenz: Mechanische Kreislaufunterstützung<br />
Jeden 4. Dienstag im Monat 17:00-18:00 Uhr AG Lungentransplantation<br />
Jeden 4. Dienstag im Monat 18:00-19:00 Uhr Aortenkonferenz<br />
Jeden Dienstag und Donnerstag 06:30-07:15 Uhr Assistentenfortbildung<br />
Jeden 2. Mittwoch im Monat 17:00-18:30 Uhr Angeborene Herzfehler<br />
(pädiatrisch-kardiol.-chirurg. Konferenz)<br />
Jeden Donnerstag 16:00-17:00 Uhr Kinderkardiologische Konferenz<br />
Jeden Donnerstag 14:30-15:30 Uhr Herzchirurgische/<br />
Intensivmedizinische Fortbildung<br />
Jeden 1. Mittwoch im Monat 06:30-07:30 Uhr Oberarztkonferenz<br />
Jeden 2., 3. und 4. Mittwoch im Monat 06:30-07:30 Uhr Komplikationskonferenz<br />
Jeden 1. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 18:00-19:00 Uhr<br />
(Prof. Dr. R. Hetzer, PD Dr. M. Hummel)<br />
Datum Referent Thema<br />
03.02.09 Dr. Schuber Thorakale Transplantation bei Kindern, Immunsuppression, PTLD<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
03.03.09 Dr. Kemper, Invasive oder nichtinvasive Diagnostik der pulmonalen<br />
Dr. Hörnig, Funktionsverschlechterung nach LTx, Interventionen<br />
Dr. Schmidt/ nach Ltx<br />
Charité State of the Art<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
07.04.09 Dr. Lehmkuhl, Standards der Immunsuppression nach Herz- und<br />
Dr. Kemper Lungentransplantation<br />
State of the Art<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
28<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
05.05.09 Dr. Potapov Strategien bei der Behandlung von Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz,<br />
VAD, HTx, oder HTx nach VAD<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
02.06.09 Dr. Dandel Pulmonale Hypertonie und Indikation zur langfristigen Behandlung mit<br />
Bosentan, Ilomedin auch nach den Vorgaben des GBA<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
07.07.09 N.N. Pathologe Histopathologische Untersuchungen von Herzmuskelbiopsien und<br />
Lungenbiopsien zur Diagnostik von Abstoßungsreaktionen (zellulär/humoral)<br />
und von Infektionen<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
04.08.09 Dr. Knosalla, Konservierung von Transplantaten mit dem Transmedics System<br />
Prof. Grauhan Diskussion von klinischen Problemen<br />
01.09.09 ISHLT Teilnehmer UPDATE ISHLT PARIS 2009<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
06.10.09 Dr. Kiwus, Leistungsfähigkeit nach HTx und LTx<br />
Dr. Glatz Bericht aus der Rehabilitationsklinik<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
03.11.09 Dr. Lehmkuhl, Prävention opportunistischer Infektionen nach Herz-, Lungen- und<br />
Dr. Kemper, Nierentransplantation<br />
Prof. Reincke/ State of the Art<br />
Charité Diskussion von klinischen Problemen<br />
01.12.09 Tx-Konferenz Besprechung des Programms der Teilnehmer<br />
Transplantationskonferenz 2010<br />
Diskussion von klinischen Problemen<br />
DHZB-Konferenzen „Erworbene Herzerkrankungen“<br />
Jeden 2. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 18:00-19:00 Uhr<br />
(Dr. R. Hammerschmidt)<br />
Datum Referent Thema<br />
10.02.09 PD Dr. Bauer Chirurgische Therapie des chronischen Vorhofflimmerns<br />
10.03.09 Dr. Nasseri, Akuter Myokardinfarkt und Infarkt<br />
Dr. Baretti VSD<br />
Operative Therapie und optimaler Operationszeitpunkt<br />
14.04.09 Dr. Musci Chirurgische Behandlung der aktiven infektiösen Endokarditis<br />
12.05.09 Dr. Schaffarczyk Pulmonale Thrombendarteriektomie bei chronischer embolischer<br />
pulmonaler Hypertonie<br />
09.06.09 Prof. Dr. Pasic Transapikaler/-femoraler Aortenklappenersatz und Hybrid-Operationen<br />
14.07.09 Dr. Potapov Formen der erworbenen Herzinsuffizienz und Therapieoptionen<br />
11.08.09 Prof. Dr. Grauhan Herztumore<br />
08.09.09 Dr. Qedra Ischämische Mitralklappeninsuffizienz<br />
13.10.09 PD Dr. Siniawski HOCM und andere Formen der linksventrikulären Obstruktion<br />
10.11.09 PD Dr. Knosalla, Alternativen zur HTX bei chronischer Myokardinsuffizienz<br />
PD Dr. Dandel<br />
08.12.09 Dr. Petzina Behandlung von sternalen Wundinfektionen nach herzchirurgischen<br />
Eingriffen<br />
29<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Fortbildung und Konferenzen<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
DHZB-Konferenzen „Mechanische Kreislaufunterstützung“<br />
Jeden 3. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 18:00-19:00Uhr<br />
(Prof. Dr. Krabatsch, PD Dr. E. Potapov)<br />
Datum Referent Thema<br />
20.01.09 Dr. Stepanenko, <strong>Berlin</strong>-Houston Telekonferenz zum Schwerpunkt „Heparininduzierte<br />
Dr. Koster Thrombopenie“<br />
17.02.09 Dr. Kaufmann, Notfallverhalten bei technischen Komplikationen mit verschiedenen<br />
Dr. Drews Assist-Systemen<br />
17.03.09 Dr. Miera, Mechanische Kreislaufunterstützung im Kindesalter –<br />
Dr. Potapov Ergebnisse der letzten 5 Jahre<br />
21.04.09 Fa. Ventracor Besonderheiten bei der Implantation und postoperativen Betreuung von<br />
Patienten mit VentrAssist-LVAD<br />
19.05.09 Dr. Stepanenko, ISHLT 2008 – Kurzüberblick <strong>Berlin</strong>-Houston<br />
Prof. Krabatsch, Telekonferenz zum Schwerpunkt „Rechtsherzversagen“<br />
Dr. Potapov Echo-Kriterien für präop. Abschätzung BVAD vs. LVAD<br />
16.06.09 Dr. Messroghli MRT zur Beurteilung der Myokardfunktion<br />
Hr. Wöhling/ Besonderheiten bei der Implantation und postoperativen Betreuung von<br />
Fa. Thoratec Patienten mit HeartMateII<br />
21.07.09 Dr. Drews, <strong>Berlin</strong>-Houston Telekonferenz zum Schwerpunkt „Infektiöse<br />
Dr. Stepanenko Komplikationen“<br />
Frau Seiler Prophylaxe und Therapie von Kabel- und Systeminfekten<br />
18.08.09 Fa. Syncardia Besonderheiten bei der Implantation und postoperativen Betreuung von<br />
Patienten mit TAH Cardiowest<br />
15.09.09 Dr. Stepanenko, Antikoagulationsmanagement:<br />
Dr. Drews Unterschiede bei verschiedenen Assistsystemen<br />
20.10.09 Dr. Pavie <strong>Berlin</strong>-Houston Telekonferenz zum Schwerpunkt „TAH vs. BVAD“<br />
TAH vs. BVAD – indications & preferences<br />
17.11.09 Fa. <strong>Berlin</strong> Heart Besonderheiten bei der Implantation und postoperativen Betreuung von<br />
Patienten mit <strong>Berlin</strong> Heart System<br />
Dr. Potapov Bericht vom <strong>Berlin</strong>er MCS-Congress<br />
15.12.09 Dr. Dandel Weaning vom Assist-Device – neue Echo-Kriterien<br />
Aortenkonferenz<br />
Jeden 4. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 18:00-19:00 Uhr<br />
(Dr. S. Buz)<br />
Datum Referent Thema<br />
27.01.09 Dr. Buz „How to do it?”, Falldemonstration<br />
24.02.09 Dr. Zipfel Indikationen und Techniken für Hybridverfahren bei Hochrisiko-Patienten<br />
24.03.09 Prof. Kadry Infektionen der Gefässprothesen: Therapeutische Möglichkeiten<br />
28.04.09 Prof. Pasic Zerebrale Protektion bei Aortenbogeneingriffen<br />
26.05.09 Dr. Erpenbeck Abdominelle Komplikationen und deren Management nach Aneurysma-<br />
Operationen<br />
23.06.09 Dr. Buz Eingriffe (chirurgisch und endovaskulär) an thorakalen und<br />
thorakoabdominellen Aneurysmen nach Bauchaortenersatz<br />
28.07.09 Dr. Bauer Aortenisthmusstenose bei Erwachsenen: Behandlung und Ergebnisse<br />
25.08.09 Dr. Zipfel Totaler Aortenbogenersatz mit gebranchten Gefässprothesen:<br />
Indikationen und operative Technik<br />
22.09.09 Prof. Alexi Aorteneingriffe bei Kindern<br />
27.10.09 Dr. Buz Conduit-Ersatz vs. Klappenerhaltende Eingriffe bei Marfan-Patienten,<br />
Langzeitergebnisse<br />
24.11.09 Dr. Hammerschmidt Funktionelle Langzeitergebnisse nach thorakoabdominellen Aortenersatz<br />
29.12.09 Dr. Buz Prediktoren für Morbidität und Mortalität nach endovaskulären chirurgischen<br />
Eingriffen an der Aorta<br />
30<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
AG Lungentransplantation<br />
Jeden 4. Dienstag im Monat, DHZB Bibliothek, 17:00-18:00 Uhr<br />
(Dr. D. Kemper)<br />
Datum Thema<br />
27.01.09 Lungentransplantation: Aktuelle Zahlen und Fallbesprechung Atemwegskomplikationen und<br />
endoskopische Befunde nach Lungentransplantation<br />
24.02.09 Protektive Beatmung, High Frequency Oscillation Ventilation (HFOV), Pilzinfektionen bei Patienten<br />
mit terminaler CF<br />
4.03.09 CO2-Retention, protektive Beatmung und Weaning-Versagen: Indikationen und Limitationen des<br />
ECLA/Registry-Daten<br />
28.04.09 sLtx vs. dLtx, Indikation, Prognose, aktueller Stand<br />
26.05.09 Tracheotomie, Indikationen, Limitationen, Crash-Kurs Immunsuppression nach<br />
Lungentransplantation<br />
23.06.09 Nierentransplantation, Neues von Immunologie und Diagnostik, Prophylaxen nach<br />
Lungentransplantation<br />
28.07.09 keine Veranstaltung<br />
25.08.09 Terminale CF, prognostische Kriterien, Therapieoptionen, Vorbereitung und Listung zur<br />
Transplantation<br />
22.09.09 Ventilatorische Effizienz, Atemmuskelpumpe und Weaning-Strategien, NIV in der Intensivmedizin<br />
und nach Transplantation<br />
27.10.09 Pulmonalarterielle Hypertonie, Therapie aktueller Stand, Pulmonalarterielle Hypertonie und<br />
Lungentransplantation<br />
24.11.09 Fulminante LAE, Therapieoptionen und Langzeitprognose, Pilzerkrankungen unter<br />
Immunsuppression<br />
22.12.09 keine Veranstaltung<br />
Assistentenfortbildung<br />
Jeden Dienstag, DHZB Bibliothek, 06:30-07:15 Uhr<br />
(Prof. Dr. R. Hetzer, Dr. B. Nasseri)<br />
Datum Referent Thema<br />
03.02.09 Prof. Alexi-Meskishvili Geschichte der Kinderherzchirurgie Teil 1<br />
10.02.09 Prof. Stamm Die embryonale Entwicklung des Herzens und der fetale Kreislauf sowie<br />
Anatomie, Dimensionen und Terminologie des Kinderherzens (Scheidewände,<br />
Klappen, Reizleitungssystem, Koronargefäße, große Gefäße, Shunts, Lunge,<br />
Drücke, Widerstände, Blutsättigungen)<br />
17.02.09 Herr Böttcher Die Herz-Lungen-Maschine beim Kind (Miniaturisierung, Komponenten,<br />
Füllvolumina, Priming)<br />
24.02.09 Prof. Chaoui Pränatale Diagnostik (Amniozentese, Ultraschall, etc.)<br />
03.03.09 Dr. Nasseri Persistierender Ductus Arteriosus (Morphologie, Klinik, Diagnostik,<br />
Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />
10.03.09 Dr. Meyer-Jark Lauris-Schulung<br />
17.03.09 Prof. Alexi-Meskishvili Cor triatrium und supramitrale Membran<br />
24.03.09 Dr. Hübler Lungenvenenfehlmündung (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-<br />
Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />
31.03.09 Prof. Alexi-Meskishvili Atrial Septum Defekt und „Unroofed Coronary Sinus“ Syndrom<br />
(Morphologie, PFO, ASD1, ASD2, SVD, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-<br />
Techniken und Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />
07.04.09 Prof. Alexi-Meskishvili Ventrikel Septum Defekt (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-<br />
Techniken und Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />
14.04.09 Prof. Alexi-Meskishvili Atrioventrikular Septum Defekt (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation,<br />
OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />
21.04.09 Dr. Hübler Tetralogie of Fallot mit pulmonaler Stenose/Atresie (Morphologie, Klinik,<br />
Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />
31<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Fortbildung und Konferenzen<br />
H<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
28.04.09 Prof. Stamm Pulmonal Stenose/Atresie und intaktes Ventrikel Septum (Morphologie,<br />
Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Alternativen,<br />
Resultate)<br />
04.05.09 Herr Blauen, Vermeidung von Sternumdehiszenzen durch innovative Sternumdrähte,<br />
Fumedica Doppeldrahttechnik und Sternal Closure Device<br />
05.05.09 Prof. Alexi-Meskishvili Truncus Arteriosus und aorto-pulmonales Fenster (Morphologie, Klinik,<br />
Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />
19.05.09 Dr. Hübler Koarktation der Aorta und unterbrochener Aortenbogen (Morphologie,<br />
Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />
26.05.09 Prof. Hetzer Ebstein Anomalie (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken<br />
und Pitfalls, Resultate)<br />
09.06.09 Prof. Alexi-Meskishvili Doppelter Auslass Rechter Ventrikel und Linker Ventrikel (Morphologie,<br />
Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />
16.06.09 Prof. Alexi-Meskishvili Univentrikuläres Herz und Fontan-Operation (Morphologie, Klinik,<br />
Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Staging, Pitfalls, Alternativen,<br />
Resultate)<br />
23.06.09 Dr. Hübler Transposition der großen Gefäße (Morphologie, Klinik, Diagnostik,<br />
Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />
30.06.09 Dr. Hübler Hypoplastisches Linksherz Syndrom (Morphologie, Klinik, Diagnostik,<br />
Indikation, OP-Techniken und Staging, Pitfalls, Alternativen, Resultate)<br />
07.07.09 Prof. Hetzer Kongenitale Mitralklappenerkrankungen, Teil 1<br />
(Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken, Pitfalls,<br />
Alternativen, Resultate)<br />
14.07.09 Dr. Nasseri Bland-White-Garland Syndrom<br />
21.07.09 Dr. Hübler Gefäßring und –schlingen (Morphologie, Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-<br />
Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />
28.07.09 Prof. Stamm Assist Device/Herztransplantation bei kongenitalen Vitien<br />
04.08.09 Prof. Hetzer Kongenitale Mitralklappenerkrankungen, Teil 2<br />
11.08.09 Dr. Baumgart Sepsis-Behandlung<br />
18.08.09 Dr. Schmidt Grundlagen des hämodynamischen Monitorings<br />
25.08.09 Dr. Zipfel Endovaskuläre Aortenstents<br />
01.09.09 Dr. Nasseri Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie<br />
08.09.09 Prof. Krabatsch Koronare Herzerkrankung, Teil 2<br />
15.09.09 Dr. Hammerschmidt Antiarrhythmische Chirurgie<br />
22.09.09 Dr. Brandes Postoperative Nüchternheit<br />
29.09.09 Dr. Krämer Postoperative Schmerztherapie<br />
06.10.09 Hr. Hennig Behandlung herzchirurgischer Patienten auf der postoperativen Normalstation<br />
13.10.09 Dr. Schaffarczyk Chronisch thromboembolisch pulmonale Hypertonie<br />
03.11.09 Prof. Stamm Pulmonal Stenose/Atresie und intaktes Ventrikel Septum (Morphologie,<br />
Klinik, Diagnostik, Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Alternativen,<br />
Resultate)<br />
17.11.09 Dr. Drews Minimalinvasive Herzchirurgie und Hybridtherapie<br />
24.11.09 Dr. Hübler Die Ross-Operation<br />
08.12.09 Prof. Stamm Stammzelltherapie in der Herzchirurgie<br />
15.12.09 Dr. Potapov Infektionen am Assist-System<br />
32<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Assistentenfortbildung<br />
Jeden Donnerstag, DHZB Bibliothek, 06:30-07:15 Uhr<br />
(Prof. Dr. R. Hetzer, Dr. B. Nasseri)<br />
Datum Referent Thema<br />
05.02.09 Prof. Alexi-Meskishvili Geschichte der Kinderherzchirurgie Teil 2<br />
19.02.09 Herr Merkle (AfK) Physiologische Reaktion auf die Herz-Lungen-Maschine (Inflammation,<br />
humoral, metabolisch u. zelluläre Reaktion, Säure-Base-Haushalt,<br />
Gefäßwiderstände und Verteilung des Blutflusses)<br />
26.02.09 Prof. Meyer Anatomie, Dimensionen und Terminologie des erwachsenen Herzens<br />
(Herzhöhlen, Scheidewände, Klappen, Reizleitungssystem, Koronargefäße,<br />
große Gefäße)<br />
05.03.09 Herr Merkle (AfK) Hypothermie und Kreislaufstillstand (Sauerstoffverbrauch, Phänomene,<br />
Organschäden)<br />
12.03.09 Dr. Baretti Myokardprotektion (Schäden bei myokardialer Ischämie, Kardioplegie und<br />
Management, Reperfusion und die Folgen)<br />
19.03.09 Dr. Meyer-Jark Lauris-Schulung<br />
26.03.09 Dr. Birkelbach Reanimation<br />
02.04.09 Dr. Gromann Intensivstation und postoperatives Management<br />
09.04.09 Dr. Redlin Anästhesie bei der Herzchirurgie (Patientenmanagement: Wann, welche<br />
Narkose bei welcher Chirurgie? Erwachsene vs. Kinder)<br />
16.04.09 Prof. Graf Herzkatheter (Indikation, Kontrastmittel, Katheter, perspektivische<br />
Darstellung, Möglichkeiten und Grenzen)<br />
23.04.09 Dr. Siniawski Echokardiographie (Indikation, perspektivische Darstellung, Möglichkeiten<br />
und Grenzen)<br />
30.04.09 Dr. Kemper Lungenfunktion und Spiro-/Ergometrie (Indikation, Möglichkeiten und<br />
Grenzen)<br />
07.05.09 Dr. Hammerschmidt Juristische Aspekte der Chirurgie (Aufklärung, Verantwortung, etc.)<br />
14.05.09 Dr. Krabatsch Chirurgische Hygiene (Hände- und Hautdesinfektion, Abdeckung, Lagerung)<br />
28.05.09 Herr Zühlke MedGV relevante Gerätekunde<br />
04.06.09 Dr. Bauer Chirurgie bei Vorhofflimmern (Lungenvenenablation, Vorstellung der<br />
verschiedenen Systeme, intracavitäres MAZE)<br />
11.06.09 Dr. Lehmkuhl Herztransplantation: Stellenwert der antiproliferation Medikation bei<br />
Erwachsenen und Kindern<br />
18.06.09 Dr. Unbehaun Transapikaler/transfemoraler Aortenklappenersatz<br />
25.06.09 Dr. Röttgen CT und MRT (Indikation, perspektivische Darstellung, Möglichkeit und<br />
Grenzen)<br />
02.07.09 Prof. Hussmann Wundheilungsstörungen<br />
09.07.09 Dr. Musci Klappenchirurgie bei Endokarditis (häufigste Erreger, OP-Techniken,<br />
Vorgehen mit und ohne Annulusabszess, Resultate)<br />
16.07.09 Dr. Kukucka Intraoperative Echokardiographie (Indikation, perspektivische Darstellung,<br />
Möglichkeit und Grenzen)<br />
23.07.09 Dr. Buz Perikard Erkrankungen (Morphologie, Klinik, Diagnostik, OP-Techniken,<br />
postoperatives Management und Resultate)<br />
30.07.09 Dr. Potapov Herzversagen – Herzunterstützungssysteme (Indikation, Systeme inkl. IABP,<br />
Unterschiede)<br />
06.08.09 Prof. Alexi-Meskishvili Tetralogy of Fallot<br />
13.08.09 Dr. Hübler Ross-OP<br />
20.08.09 Dr. Zipfel Penetrierende und nicht penetrierende Herztraumen<br />
27.08.09 Dr. Hiemann Transplantatvaskulopathie<br />
03.09.09 Prof. Krabatsch Koronare Herzerkrankung,Teil 1<br />
10.09.09 Dr. Qedra Herztumoren<br />
17.09.09 Dr. Yeter Organ Care System für Herztransplantation<br />
24.09.09 Dr. Birkelbach Pulmonalarterienkatheter<br />
01.10.09 Dr. Petzina Gesundheitsökonomie<br />
08.10.09 Dr. Gerard Schmidt Lungenprotektive Beatmung<br />
22.10.09 Dr. Schaffarczyk Chronisch thromboembolisch pulmonale Hypertonie<br />
33<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Fortbildung und Konferenzen<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
29.10.09 Prof. Stamm Die embryonale Entwicklung des Herzens und der fetale Kreislauf sowie<br />
Anatomie, Dimensionen und Terminologie des Kinderherzens (Herzhöhlen,<br />
Scheidewände, Klappen, Reizleitungssystem, Koronargefäße, große Gefäße,<br />
Shunts, Lunge, Drücke, Widerstände, Blutsättigungen)<br />
05.11.09 Dr. Lehmkuhl Hot-Topics: Herztransplantation<br />
12.11.09 Dr. Drews Minimalinvasive Herzchirurgie und Hybridtherapie<br />
26.11.09 Dr. Delmo Walter Tissue Engineering of stentless pulmonary valves<br />
03.12.09 Dr. Unbehaun Anschluss an die HLM<br />
10.12.09 Dr. Hübler Transposition der großen Gefäße (Morphologie, Klinik, Diagnostik,<br />
Indikation, OP-Techniken und Pitfalls, Resultate)<br />
17.12.09 Dr. Petzina Mediastinitis-Behandlung<br />
Herzchirurgische/Intensivmedizinische Fortbildung<br />
Jeden Donnerstag, DHZB Bibliothek, 14:30-15:30 Uhr<br />
(Dr. T. Gromann)<br />
Datum Referent Thema<br />
22.01.09 Dr. Brandes Leitlinie: Ernährungstherapie kritisch kranker Patienten<br />
DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
10.02.09 Dr. Lehmkuhl Aktuelle Aspekte zur Immunsuppression 1<br />
DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
05.03.09 Dr. Chavez Rationales Transfusionsverhalten/Massentransfusion<br />
DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
19.03.09 Dr. Baumgart Sepsis Leitlinien (DSG), Surviving Sepsis Campaign 2008<br />
DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
06.04.09 Dr. Krüger Hochfrequenz-Oszilllations-Ventilation (HFOV) beim ARDS<br />
Viasys Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
07.05.09 Prof. E. Müller Pilzinfektionen auf der Intensivstation<br />
Thoraxzentr. Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
Ruhrgebiet<br />
28.05.09 T. Blum Dekubitus-Behandlung auf der Intensivstation<br />
DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
04.06.09 Prof. Weigand Herausforderung schwere bakterielle Infektionen auf<br />
Uniklinikum Gießen der Intensivstation<br />
Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
18.06.09 Dr. Steinhoff Grundlagen der Nierenersatztherapie<br />
Hämotechnologie Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
Frankfurt<br />
09.07.09 Dr. Ungur/ Schwierige Intubation, Methoden der Atemwegssicherung<br />
Hr. Weller<br />
DHZB/LMA Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
23.07.09 Dr. Hoeck Anwendung der aktuellen Resistenz-Statistik im<br />
DRK Kliniken klinischen Alltag<br />
Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
06.08.09 Dr. G. Schmidt Elektrolyt- und Flüssigkeitsimbalancen bei kritisch Kranken<br />
DHZB Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
20.08.09 Fr. Franke/ Sterben im Krankenhaus - Abschiedsrituale<br />
Fr. Graewe Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
DHZB/Charité<br />
15.10.09 Dr. Hoeck Influenza-Pandemie 2009<br />
DRK Kliniken Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
29.10.09 Dr. Krüger Hochfrequenz-Oszilllations-Ventilation (HFOV)<br />
Viasys Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
12.11.09 NN Therapiestrategien bei multiresistenten Erregern<br />
Novartis Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
10.12.09 Dr. Krüger Beatmungsstrategien beim akuten Lungenversagen<br />
Viasys (ARDS)<br />
Herzchirurgisches Intensivmedizinisches Kolloquium<br />
34<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Beate Schaumann aus der Chirurgischen Ambulanz<br />
Der Innenhof des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />
35<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Die Koronare Herzerkrankung<br />
Thomas Krabatsch, Rufus Baretti<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Im Jahr 2009 wurden am DHZB 879 Patienten mit Koronarer Herzerkrankung (KHK) mit einer<br />
isolierten Aorto-Koronaren-Venen-Bypass-Operation (ACVB-OP) behandelt. Die Abnahme im<br />
Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dem bundesweiten Trend. Etwa ein Viertel dieser<br />
Patienten wurden bei akuter kardialer Ischämie als Notfall oder hochdringlich versorgt. Die<br />
meisten Patienten stammen aus <strong>Berlin</strong> und Brandenburg, die übrigen aus anderen<br />
Bundesländern und der ganzen Welt. Dagegen stieg die Zahl der mit anderen Herzoperationen<br />
kombinierten ACVB-OPs auf 372.<br />
Die Verwendung der linken Brustwandschlagader (Arteria mammaria, „Mammaria“) als<br />
arterielles Bypassgefäß für das verengte Herzkranzgefäß der Herzvorderwand hat einen<br />
positiven Einfluss auf das mittel- und langfristige Ergebnis nach koronar-chirurgischen<br />
Operationen. So treten signifikant weniger Angina-pectoris-Beschwerden oder Herzinfarkte<br />
auf und eine erneute Operation oder Herzkatheterbehandlung ist seltener erforderlich. Durch<br />
ihre Verwendung werden die 10-Jahres-Überlebensrate und die Lebensqualität der Patienten<br />
erhöht. Am DHZB ist die Verwendung der Mammaria seit vielen Jahren ein Routineverfahren –<br />
bei über 94 % aller isolierten koronaren Bypass-Operationen (bundesweit lag die Rate 2008 bei<br />
92,3 % laut BQS-Qualitätsreport 2008).<br />
Als zusätzliches Bypassgefäß wird am DHZB, wie auch überwiegend bundesweit, die<br />
oberflächliche Beinvene (Vena saphena magna) mit guten Langzeitergebnissen eingesetzt. Eine<br />
komplette arterielle Revaskularisation, also die Verwendung von ausschließlich arteriellen<br />
Bypassgefäßen (z. B. rechte Brustwandschlagader, Unterarmschlagader), konnte noch in keiner<br />
Langzeitstudie überzeugende Ergebnisse liefern, und wird bei uns daher nur selten angewandt.<br />
Ebenso verhält es sich bei Koronar-Bypass-Operationen am schlagenden Herzen ohne Einsatz<br />
der Herz-Lungen-Maschine (OPCAB-Verfahren). Auch dieses Verfahren wird nur in<br />
Ausnahmefällen am DHZB eingesetzt (10 der 879), da kein zusätzlicher Nutzen für den<br />
überwiegenden Anteil der Patienten erwiesen ist. Hier ist bundesweit, trotz anfänglicher<br />
Euphorie, ebenfalls eine deutlich abnehmende Tendenz zu verzeichnen.<br />
Beim Akuten Myokardinfarkt verfolgen wir die Strategie einer effektiven Revaskularisation<br />
des ischämischen Herzens und Stabilisierung des Kreislaufs. Die Indikation zum optimalen<br />
Zeitpunkt für Medikation, Intervention respektive ACVB-Operation wird individuell nach der<br />
Dynamik des Infarktgeschehens gestellt. Hierbei haben Schutz sowie Rettung des vom Infarkt<br />
bedrohten Patienten höchste Priorität. Im DHZB etablierte Risiko-Scores helfen bei der<br />
Einschätzung der Prognose.<br />
Patienten, bei denen es in Folge der KHK oder abgelaufener Infarkte zu einer schweren<br />
Beeinträchtigung der myokardialen Pumpfunktion gekommen ist, weisen perioperativ ein<br />
erhöhtes Risiko auf. Diese Patienten bedürfen häufig einer mechanischen<br />
Kreislaufunterstützung. Hier bewährt sich seit vielen Jahren unser Stufen-Therapie-Konzept,<br />
das, beginnend mit dem Einsatz einer Intraaortalen Ballonpumpe (IABP) über die Implantation<br />
uni- oder bi-ventrikulärer Assist-Systeme, bei Bedarf in Kombination mit einer Extra-<br />
Korporalen Membran-Oxygenierung (ECMO), bis zum Totalen Artifiziellen Herzersatz (TAH)<br />
durch eine Pumpe reicht. Für Patienten des DHZB bewährt sich die Entwicklung neuster<br />
36<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Technologie. Wurden die anfänglichen pulsatilen Assist-Systeme von Axialfluss-Systemen<br />
abgelöst, kommen im DHZB nun maßgeblich komfortable Rotationspumpen zum Einsatz.<br />
Bei diesen Patienten untersuchen wir zudem seit mehreren Jahren die adjuvante Gabe von<br />
autologen Knochenmark-Stammzellen, die dem Patienten am Tag vor der Bypass-Operation<br />
aus dem Beckenkamm entnommen und dann angereichert am Herzen verabreicht werden.<br />
Bei Endstadien der KHK, bei denen keine sinnvollen Zielgefäße für eine Bypasschirurgie mehr<br />
vorhanden sind, haben wir auch 2009 wieder in einigen Fällen die Transmyokardiale<br />
Laserrevaskularisation (TMLR) eingesetzt. Hierbei soll eine Neubildung kleinster myokardialer<br />
Gefäße angeregt werden (Angioneogenese), was zu einer Verbesserung der Blutversorgung des<br />
Herzens beitragen soll.<br />
Bei Hoch-Risiko-Patienten sind wir in Kooperation mit unserer Kardiologie am DHZB dabei,<br />
ein sogenanntes Hybrid-Revaskularisations-Verfahren zu etablieren. Dabei erfolgt über einen<br />
kurzen Schnitt an der linken Brustseite in minimalinvasiver herzchirurgischer Technik der<br />
Anschluss der Mammaria an das verengte Herzkranzgefäß der Herz-Vorderwand, und in<br />
gleicher Sitzung in unserem innovationsträchtigen Hybrid-Operationssaal die<br />
Herzkatheterintervention durch den Kardiologen mit Aufweitung (Dilatation, PTCA) der<br />
Koronarverengung bzw. Stent-Einlage. Durch diese Hybrid-Technik wird für den Patienten das<br />
chirurgische Trauma minimiert bei gleichzeitig guter Versorgung der KHK.<br />
37<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Herzklappenchirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Roland Hetzer, M.-Aref Amiri, Eva Maria Delmo Walter, Takeshi Komoda, Michael Hübler<br />
Die gegenwärtige Herzklappenchirurgie nimmt mit mehr als 1000 Fällen jährlich am DHZB<br />
einen sehr bedeutenden und zunehmenden Anteil der operativen Tätigkeiten ein. Sie steht im<br />
Begriff wesentlicher Veränderungen. Diese betreffen zum einen das Spektrum der Patienten,<br />
zum anderen die Techniken und Substitute.<br />
Klappenoperationen im DHZB 2009<br />
1051 Operationen mit Eingriff an 1623 Klappen<br />
Ersatz Ersatz Rekonstruktion<br />
mechanisch biologisch<br />
Aortenklappen 146 744 55<br />
Mitralklappen 61 152 402<br />
Trikuspidalklappen 6 7 96<br />
Pulmonalklappen 2 57 4<br />
Ross-OPs 25<br />
Aortenrelokation bei Aortenklappeninsuffizienz und Aneurysma der Aorta Ascendens: 10<br />
Abb.1: Herzklappenoperationen im DHZB 2009<br />
Durch die Einführung wenig invasiver bzw. Kathetertechniken (Hybridverfahren) konnten<br />
sowohl ganz alte – die älteste Patientin ist 99 Jahre alt – als auch chronisch schwer kranke<br />
Patienten (Euroscore bis zu 95,2 %) erfolgreich operiert werden. Trotz des erhöhten Risikos sind<br />
die Früh- und Spätergebnisse überraschend gut. Unter diesem Eindruck wurde auch die<br />
Indikation zur Korrektur auf Fehlfunktionen geringeren Schweregrads ausgeweitet. Letzteres<br />
bezieht sich vor allem auf die ischämische Mitralinsuffizienz im Zusammenhang mit Eingriffen<br />
an den Koronararterien bzw. den Infarktfolgen. Hier kommen vor allem die am DHZB<br />
entwickelten Rekonstruktionsverfahren zur Anwendung.<br />
Unter den Herzklappenprothesen erfreuen sich gegenwärtig die biologischen Substitute aus<br />
tierischem Material großer Beliebtheit bei den Patienten, wegen des Verzichts auf eine<br />
Dauerantikoagulation. Eine Rolle für diese Präferenz spielt sicher auch das in der Regel höhere<br />
Alter der Patienten, bei denen eine mögliche Re-Operation nicht mehr in die zu erwartende<br />
Lebensspanne fällt und die Option, bei Degeneration der Prothese diese durch einen<br />
schonenden Kathetereingriff in Zukunft ersetzen zu lassen. Wir verwenden als Substitute<br />
klassische gestentete Prothesen, die sich den vor Jahren propagierten ungestenteten Prothesen<br />
überlegen gezeigt haben. Das Gros der Fälle sind hier verkalkte Aortenklappenstenosen, wie sie<br />
bei älteren Menschen und bei der Anlageanomalie der bikuspiden Klappe häufig auftreten.<br />
An der Mitralklappe und erst recht an der Trikuspidalklappe werden bevorzugt<br />
Rekonstruktionen vorgenommen, wobei die handelsüblichen Stabilisierungsringe zur<br />
Verfügung stehen, aber auch traditionell am DHZB entwickelte Verfahren unter Verwendungen<br />
patienteneigenen Perikards, d. h. ohne jeglichen Kunststoff. Besonders attraktiv sind diese<br />
letzteren Verfahren bei Kindern und Säuglingen, denn sie erlauben ein Mitwachsen der<br />
Klappen, und bei aktiver infektiöser Endokarditis, wo jegliches künstliches Material vermieden<br />
werden muss. Aber auch in allen anderen Fällen sind diese Verfahren von Vorteil, wegen des<br />
Fehlens der Notwendigkeit einer Antikoagulation, einer äußerst geringen<br />
Infektionsgefährdung und der an diesem Perikard noch nie beobachteten Schrumpfungen oder<br />
Verkalkungen. Diese Verfahren wurden in zahlreichen Vorträgen und Publikationen in<br />
internationalen Journalen vorgestellt und mit großem Interesse aufgenommen.<br />
38<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Abb.2: Schema Rekonstruktionstechnik der Mitralklappe. Modifizierte Paneth-Plasik durch<br />
Nahtraffung des posterioren Mitralannulus und Verstärkung mittels eines Streifens von<br />
autologem Perikard<br />
Als Zugangsweg zu den Mitral- und auch den Trikuspidalklappen wurden seitliche,<br />
rechtsthorakale Inzisionen, wie wohl schon immer auf Wunsch der Patienten oder bei<br />
schwierigen Re-Operationen praktiziert, erneut intensiviert und – der Mode der Zeit<br />
entsprechend – erheblich verkleinert. Darunter fallen die so genannten „minimalinvasiven“<br />
Zugänge von ca. 5 cm Länge, welche spezielle Instrumente, intrathorakale Videoanwendung<br />
und periphere Kanülierung für die Herz-Lungenmaschine an den Hals- und Leistengefäßen<br />
erfordern. Zunehmend erscheinen jedoch Studien, die belegen, dass über diese sehr kleinen<br />
Inzisionen höhere Raten an zerebralen Komplikationen (unsichere Entlüftung des Herzens),<br />
Koronarobstruktionen (geringere Übersicht) und sogar Herzversagen (unsichere<br />
Herzmuskelprotektion) in Kauf genommen werden. Wir haben daher ein Konzept eingeführt,<br />
das wir als „semi-invasiv“ bzw. „optimal invasiv“ bezeichnen, bei denen rechtsthorakale<br />
Schnitte von 12 bis 15 cm submammär zur Anwendung kommen, die immer noch kosmetisch<br />
günstige Narben hinterlassen, dafür aber eine gute Übersicht und Kontrolle von Herz und<br />
Klappe bieten und eine Kanülierung über die Operationswunde erlauben. Damit ist sowohl dem<br />
Patientenwunsch nach kleinen Schnitten als auch der Sicherheit und Qualität des Eingriffs am<br />
Herzen selbst Rechnung getragen.<br />
Es wurden weitere originelle Verfahren eingeführt, zur Behandlung der Mitralinsuffizienz bei<br />
hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie (anterior leaflet retention plasty), bei der<br />
Kombination Aortenklappeninsuffizienz bei morphologisch normaler Klappe und Aortaascendens-aneurysma,<br />
bei der durch die Verkürzung der Aorta mittels prothetischem<br />
Ascendensersatz die Wiederherstellung eines ausreichend engen suprakoronaren Rings und<br />
eine gute Schlussfunktion der Klappe erzielt wird (aortic valve relocation technique).<br />
Abb.3: Schema Relokation der<br />
Aortenklappe. Aortenklappeninsuffizienz<br />
bedingt durch Dislokation<br />
(A,B) der Klappenebene (D) und Verlust<br />
des suprakoronaren Rings (sinutubulärer<br />
Übergang) (C) als Folge eines<br />
Aorta-ascendens-aneurysmas.<br />
Kompetenz der Klappe wird erreicht<br />
durch einen relativ kurzen Ersatz der<br />
Ascendens (A1 B1) mit einer Prothese<br />
des Kalibers des Klappenannulus. Es<br />
resultiert eine Relokation der<br />
Klappenebene (D1), erkenntlich an der<br />
Aufweitung des Winkels zwischen<br />
Klappenebene und Längsachse des<br />
Körpers (e-e1), sowie Wiederherstellung<br />
des sinu-tubulären Übergangs (C1)<br />
39<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Schließlich wurde ein neues Verfahren zur Behandlung der Aortenwurzelaneurysmen vom<br />
Marfantyp entwickelt, bei dem die Aortenklappe von außen durch einen prothetischen Ring<br />
eingeengt und damit wieder schlussfähig wird, die erweiterten Sinus vorsichtig gerafft und<br />
dann die Aortenwurzel von außen mit einer Gefäßprothese umgeben wird (aortic root<br />
remodeling). Damit befindet sich keinerlei Fremdmaterial im Blutstrom, besonders für<br />
Jugendliche mit Marfan von Vorteil.<br />
Abb.4: Schema Aortenwurzel-Remodeling. Aortenwurzel-Remodeling bei Aortenwurzelaneurysma vom Marfan-Typ. Die<br />
Aortenklappe wird an ihrem Ring von außen durch einen prothetischen Ring umgeben und eingeengt, bis<br />
Klappenkompetenz erreicht ist. Dann werden die erweiterten Klappensinus gerafft und schließlich die wieder<br />
verschlossene Aortenwand mit einer „Sinusprothese“ umgeben, die den Durchtritt der Koronararterien erlaubt. Die<br />
Prothese wird an dem zuvor gelegten annulären Prothesenring verankert. Somit liegt keinerlei Fremdmaterial im<br />
Blutstrom, eine weitere aneurysmatische Ausweitung wird verhindert.<br />
Diese Techniken wurden auf dem großen internationalen Symposium „Aortic Root Surgery –<br />
The Biologic Solution“ hier in <strong>Berlin</strong> am 28. und 29. November 2008 vorgestellt, über welchen<br />
jetzt ein umfassender Kongressband vorliegt (Abb. Titelseite Kongressband) und auf dem<br />
gemeinsamen Kongress von Society for Heart Valve Disease und Heart Valve Society of<br />
America vom 27. Juni bis zum 30. Juni 2009, der zusammen mit Prof. Mohr aus Leipzig hier in<br />
<strong>Berlin</strong> im Ritz Carlton Hotel abgehalten wurde. Über ein dort vom DHZB organisiertes<br />
Symposium über Mitralklappenrekonstruktion<br />
erscheint demnächst ebenso ein umfassender<br />
Kongressband.<br />
Abb.5: „Titelseite Kongressband“: Symposiums-Band über die<br />
Vorträge auf dem internationalen Symposium „Aortic Root Surgery<br />
– The Biological Solution“, abgehalten am 28. und 29. November<br />
2008 im Melia Hotel <strong>Berlin</strong><br />
40<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Chirurgische Therapie der aktiven infektiösen Endokarditis<br />
Michele Musci, Susanne Kosky<br />
Patientenpopulation<br />
Von 4/1986-12/2009 wurden im DHZB 1.550 Operationen bei 1.458 Patienten mit einer<br />
aktiven infektiösen Endokarditis (AIE) vorgenommen, bei Nativendokarditis (NVE) in 72 % (n =<br />
1.116) und Prothesenendokarditis (PVE) in 28 % (n = 434) (Abb. 1).<br />
Abb. 1: Gesamtanzahl der Operationen bei AIE von 4/1986-12/2009 im DHZB.<br />
Im Jahr 2009 wurden im DHZB bei 122 AIE-Patienten 134 Operationen durchgeführt, wobei<br />
eine NVE in 67 % (n = 90) und eine PVE in 33 % (n = 44) der Operationsfälle zugrunde lag. Das<br />
mediane Alter der Patienten betrug 67 Jahre (2-88 Jahre) und das Mann-zu-Frau-Verhältnis<br />
3:1, dabei wurden 4 Kinder mit einem medianen Alter von 7 Jahren (2-14 Jahre) als<br />
Untergruppe mit berücksichtigt.<br />
Die durchgeführten Operationen sind in Tab. 1 in folgenden 4 Gruppen aufgeführt: Einfach-<br />
Klappenersatz (n = 87, 64.9 %), Doppel-Klappenersatz (n = 20, 15.0 %), Klappenersatz und<br />
Rekonstruktion (n = 22, 16.4 %) sowie isolierte Rekonstruktionen (n=5, 3.7 %).<br />
NVE PVE Summe %<br />
n = 90 n = 44 n = 134<br />
(67 %) (33 %) (%)<br />
Einfach-Klappenersatz (n = 87) 64.9 %<br />
AKE 38 8 46 34.3 %<br />
AoConduit-Ersatz 4 11 15 11.2 %<br />
MKE 15 7 22 16.4 %<br />
TKE - 1 1 0.8 %<br />
PKE - 3 3 2.2 %<br />
41<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Chirurgische Therapie der aktiven infektiösen Rechtsherzendokarditis<br />
Bei Patienten mit einer schweren, isolierten Trikuspidalklappenendokarditis und bei denen mit<br />
einer zusätzlichen Linksherzbeteiligung erzielen Rekonstruktionstechniken exzellente<br />
Ergebnisse in Bezug auf Überleben, frühe und langfristige Endokarditis¬rezidive und<br />
Klappendichtigkeit. Somit sollte die TKR prinzipiell immer als primäres chirurgisches Ziel bei<br />
RHE-Patienten in Betracht gezogen werden.<br />
Die 30-Tage, 1-Jahr, 5-, 10- und 20 Jahres-Überlebensraten für isolierte RHE-Operationen<br />
betrug in unserem Patientenkollektiv 96.2 %, 88.4 %, 73.5 %, 70.4 % und 57.7 % im Vergleich<br />
zu 72.0 %, 67.8 %, 50.8 %, 35.6 % und 35.6 % nach RHE-Operationen mit einer zusätzlichen<br />
Linksherzbeteiligung (p = 0.0093).<br />
Die Freiheit von Reoperation aufgrund von Reinfektion betrug für 30 Tage, 1, 5, 10 und 20<br />
Jahre 97.4 %, 95.9 %, 92.2 %, 88.6 % und 88.6 %.<br />
Aufgrund dieser Ergebnisse empfehlen wir, bei einer gut umschriebenen<br />
Endokarditisvegetation oder einem lokalisierten Endokarditisherd auf einem der<br />
Trikuspidalklappensegel bei sonst normaler Klappenanatomie eine Vegetektomie mit<br />
anschließender TKR durchzuführen, unabhängig davon, ob Patienten eine zusätzliche<br />
Linksherzbeteiligung aufweisen. Dabei ermöglicht unsere chirurgische Technik der posterioren<br />
Annuloplastie mit autologem oder homologem Perikard eine vollständige Infektsanierung<br />
ohne Implantation von Fremdmaterial und geht mit einer niedrigen Reinfektionsrate einher.<br />
Sie wurde in den neuesten ESC-Guidelines von 2009 als Empfehlung übernommen.<br />
Bedeutung der Homografts bei der Behandlung der aktiven infektiösen Aortenwurzelendokarditis<br />
Unserer Meinung nach sind Homografts die am besten geeigneten Prothesen zur Behandlung<br />
der aktiven infektiösen Aortenwurzelendokarditis mit assoziierter periannulärer<br />
Abszessbildung und aortoventrikulärer Dehiszenz bei NVE- und PVE- Patienten. Der<br />
Aortenwurzelersatz mit Homografts ermöglicht eine komplette Infekteradikation durch<br />
radikale Exzision des infizierten Aortenannulus bzw. der Aortenwurzel. Die folgen¬de<br />
Rekonstruktion des LVOT wird dadurch begünstigt, dass der muskuläre Cuff und das<br />
anhängende anteriore Mitralklappensegel der Homografts sehr gute Naht- und<br />
Rekonstruktionsmöglichkeiten bieten. Zudem besitzen Homografts eine natürliche<br />
Biokompati¬bilität gegenüber Infektionen.<br />
In unserem Patientenkollektiv betrug die 10-Jahre-Freiheit von Reoperation aufgrund von<br />
Reinfektion nach Homograftimplantation aufgrund einer Aortenwurzelendokarditis (n = 221)<br />
92.9 % für NVE (n = 99) und 92.1 % PVE-Patienten (n = 122) (p = 0.913).<br />
Zu beachten ist, dass jüngeres Patientenalter bei der Homograft-Erstimplantation als<br />
wichtigster Prädiktor für die Entwicklung einer strukturellen Homograft-Degeneration gilt,<br />
deren Risiko sich im Langzeitverlauf erhöht.<br />
Wir empfehlen unsere chirurgische Strategie des radikalen Debridements von allem infiziertem<br />
Gewebe und der Vermeidung von künstlichem Fremdmaterial im infizierten Areal in<br />
Kombination mit der Verwendung von Homografts, weil sich dieses Vorgehen in einer<br />
niedrigen Endokarditisrezidivrate im Früh- und Langzeitverlauf widerspiegelt und zu<br />
signifikant höheren Überlebensraten als in vergleichbaren Studienpopulationen mit<br />
xeno¬prothetischen Klappenersätzen führt.<br />
43<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Chirurgische Therapie der aktiven infektiösen Mitralklappenendokarditis<br />
Die Mitralklappenrekonstruktion (MKR) bei Patienten mit einer aktiven infektiösen<br />
Mitralklappenendokarditis geht, verglichen mit dem Mitralklappenersatz (MKE), mit einem<br />
signifikant besseren Früh- und Langzeitüberleben einher. Sie zeigt eine niedrige<br />
Operationsmortalität und bietet nicht nur ein gutes Früh- und Langzeitüberleben, sondern<br />
zeigt auch gute Ergebnisse bezüglich der Freiheit von Reoperation aufgrund von Reinfektion<br />
oder klappenbedingtem Versagen.<br />
Der Vergleich der Früh- und Spätmortalität von MKE- und MKR-Patienten zeigt folgende 30-<br />
Tage, 1-Jahr, 5-, 10- und 15 Jahres-Überlebensraten auf: 79.3 %, 65.5 %, 50.7 %, 40.4 % und<br />
39.1 % im Vergleich zu 90.1 %, 83.2 %, 77.0 %, 60.5 % und 60.5 % (p = 0.0023). Verglichen mit<br />
MKR-Patienten zeigen MKE-Patienten jedoch eine Endokarditis im fortgeschritteneren<br />
Stadium und zeigen bei Aufnahme eine signifikant höhere Prävalenz an fortgeschrittener<br />
kardialer Dekompensation und müssen häufiger als Notfälle operiert werden. Paravalvuläre<br />
Abszessbildung und PVE gehen bei MKE-Patienten zudem mit einem signifikant schlechteren<br />
Verlauf einher.<br />
Insgesamt entwickelten nur 5.7 % der Mitralklappenendokarditis-Patienten eine zur<br />
Reoperation führende Reinfektion, resultierend in einer 10-Jahre-Freiheit von Reoperation<br />
aufgrund von Reinfektion von 91 % für MKE- im Vergleich zu 89 % für MKR-Patienten, ohne<br />
signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen (p = 0.467). Die Freiheit von Reoperation<br />
aufgrund von klappenbedingtem Versagen betrug für 1 und 10 Jahre 93 % und 76 % für die<br />
MKE- im Vergleich zu 87 % und 73 % für die MKR- Patienten und wies ebenfalls keinen<br />
signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen auf (p = 0.415)<br />
Wenn das gesamte infizierte Gewebe reseziert werden kann und das verbleibende Material die<br />
Rekonstruktion einer kompetenten Mitralklappe erlaubt, sollte in Anlehnung an die<br />
allgemeinen Empfehlungen für Mitralklappenchirurgie auch bei Patienten mit einer aktiven<br />
infektiösen Mitralklappenendokarditis primär immer eine MKR versucht und ein MKE nur<br />
dann durchgeführt werden, wenn eine Rekonstruktion nicht möglich ist.<br />
44<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Katheterinterventionelle Aortenklappenimplantationen<br />
Axel Unbehaun, Miralem Pasic, Semih Buz, Thorsten Drews, Stephan Dreysse<br />
Vorbemerkungen<br />
Die Verfahren der katheterinterventionellen Aortenklappenimplantationen (TAVI) haben seit<br />
ihrer Erstanwendung insbesondere in den vergangenen zwei Jahren einen rasch wachsenden<br />
Anteil an der Behandlung der hochgradigen und symptomatischen Aortenklappenstenose<br />
erfahren. Wenngleich eine abschließende Bewertung im Vergleich zum Standardverfahren,<br />
dem konventionellen Aortenklappenersatz, insbesondere aufgrund der noch fehlenden<br />
Langzeitergebnisse für die Hybrid-Verfahren noch nicht möglich ist, so hat die Verbreitung der<br />
kathetergestützten Verfahren bereits schon heute einen spürbaren Einfluss auf die<br />
Einweisungsdemographie genommen. In zunehmendem Maße werden Patienten der<br />
chirurgischen Versorgung zugewiesen, denen aufgrund eines hohen Alters, aufgrund kardialer<br />
Voroperationen und einer zum Teil erheblichen Komorbidität bislang eine Zuweisung zur<br />
Operation aufgrund der Risikokonstellation verwehrt worden war. Insbesondere für diese<br />
Patientengruppe bieten die minimalinvasiven Verfahren eine Möglichkeit, die hochgradige<br />
Aortenklappenstenose unter Minimierung des operativen Risikos durch Reduktion des<br />
operativen Traumas erfolgreich behandeln zu können.<br />
Frühzeitig, aber mit der gebotenen kritischen Bewertung der Hybrid-Verfahren, wurden am<br />
DHZB die Vorbereitungen zum Aufbau eines TAVI-Programms getroffen. Die Prämissen hierbei<br />
waren: Es sollte kein Patient aufgrund der Schwere der Erkrankung und der Begleitumstände<br />
für die Behandlung abgelehnt werden müssen und die Verfahren sollten möglichst allzeits, also<br />
24 Stunden am Tag, verfügbar sein.<br />
Um minimalinvasive Aortenklappenimplantationen mit dem besten Ergebnis vornehmen zu<br />
können, müssen sowohl personelle als auch spezielle räumliche Voraussetzungen geschaffen<br />
werden. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass diese Eingriffe mit der größtmöglichen<br />
Sicherheit nur dann durch ein speziell geschultes interdisziplinäres Team erfolgen können,<br />
wenn dieses Team über kardiochirurgische Kompetenzen verfügt. Am DHZB sind insbesondere<br />
auch für die Anwendung der Hybrid-Chirurgie auf diesem Gebiet bereits im Jahr 2008 ideale<br />
Voraussetzungen geschaffen worden.<br />
Am 01.03.2008 erfolgte nach einjähriger Umbauzeit die Inbetriebnahme des Hybrid-<br />
Operationssaales. Damit verfügte das DHZB als einer der ersten Standorte in Deutschland über<br />
die idealen räumlichen Voraussetzungen, um minimalinvasive Aortenklappenimplantationen<br />
unter modernsten Angiographieverfahren vorzunehmen, ohne die Sicherheit eines<br />
herzchirurgischen Umfeldes aufgeben zu müssen.<br />
Unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Hetzer wurde Anfang des Jahres 2008 ein<br />
interdisziplinäres, wohl aufeinander abgestimmtes Team geschaffen, welches sich spezialisiert<br />
nicht nur um die Anwendung dieser Verfahren kümmert, sondern die sorgfältige<br />
Patientenauswahl, Patientenvorbereitung und deren postoperative Nachsorge sicherstellt. Das<br />
Team besteht aus fünf Herzchirurgen dreier unterschiedlicher Generationen, aus zwei<br />
erfahrenen Kardiologen und zwei erfahrenen Kardioanästhesisten mit besonderer Expertise<br />
auf dem Gebiet der transösophagealen Echokardiographie (Abb. 1). Weiterhin gehören zum<br />
Team OP-Schwestern und Kardiotechniker, die besonders in den Kathetertechniken<br />
unterrichtet sind. Hinzu kommen Ärzte, Schwestern, Atmungs- und Physiotherapeuten auf den<br />
Normal- und Intensivstationen, die eine erfolgreiche Behandlung hochbetagter und<br />
multimorbider Patienten erst ermöglichen. Die klinikinterne enge Zusammenarbeit mit den<br />
Abteilungen für Computertomographie- und Echokardiographie-diagnostik konnte genutzt<br />
werden.<br />
45<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Abb. 1: Das DHZB-TAVI-Team: Dr. Buz, Dr. Unbehaun,<br />
Frau Grisin (stellvertretend für die OP-Schwestern), Dr.<br />
Drews, Dr. Dreysse, Prof. Dr. Dr. Pasic, Dr. Kukucka, Herr<br />
Krüger, Herr Gutsch (stellvertretend für die Abt. für<br />
Kardiotechnik) und Dr. Mladenow (von links nach rechts)<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Nach intensiven Vorbereitungen mit<br />
umfassender theoretischer Aufarbeitung der<br />
Verfahren, Training am Computersimulator,<br />
Trockenübungen und Besuch der<br />
Ausbildungszentren in Leipzig, Rouen<br />
(Frankreich) und Siegburg konnte am<br />
16.04.2008 die erste transapikale<br />
Aortenklappenimplantation bei einem 83jährigen<br />
Patienten mit hochgradiger Aortenklappenstenose, zurückliegender Bypass-<br />
Operation und erheblich eingeschränkter Lungen- und Nierenfunktion erfolgreich<br />
durchgeführt werden. Am 19.09.2008 folgte die erste transfemorale Aortenklappenimplantation<br />
am DHZB (Abb. 2).<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Abb. 2: Erste transfemorale Aortenklappenimplantation<br />
am DHZB unter der<br />
Leitung von Prof. Dr. Hetzer am 19.09.2008<br />
In der gleichen Zusammensetzung<br />
führt das Implantationsteam alle<br />
TAVI-Prozeduren am DHZB mit<br />
transfemoralem, transapikalem oder<br />
transaxillärem Zugang aus.<br />
Hierdurch ist sichergestellt, dass<br />
jeder Patient die für ihn optimale,<br />
also risikoärmste und sicherste<br />
Behandlung erhält.<br />
Neben der Beherrschung aller Zugangswege werden am DHZB beide bislang zugelassene<br />
Prothesentypen, die ballonexpandierbare Edwards-Sapien aus bovinem Perikard und die<br />
selbstexpandierende Medtronic-CoreValve-Prothese aus porzinem Perikard, implantiert.<br />
Entwicklung des TAVI-Programms im Jahr 2009<br />
Im Jahr 2009 wurden die Implantationszahlen rasch gesteigert und haben am DHZB den<br />
transapikalen Zugang betreffend, die weltweit größte Steigerungsrate erfahren. Bereits am<br />
17.04.2009, ein Jahr nach der ersten Implantation, konnte der 100. Patient mit einer<br />
katheterinterventionellen Klappenimplantation behandelt werden. Insgesamt konnten im Jahr<br />
2009 bei 152 Patienten eine katheterinterventionelle Aortenklappenimplantation vorgenommen<br />
werden. Im internationalen Vergleich handelte es sich hierbei nicht nur um eine sehr große<br />
Patientenzahl, sondern auch um eine Patientengruppe, deren Risikoprofil sie als deutlich kränker<br />
ausweist als in vergleichbaren Untersuchungen. Das mittlere Alter der Patienten, von denen etwa<br />
zwei Drittel Frauen waren, lag bei 80 Jahren (36-97 Jahre).<br />
46
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die errechnete Sterblichkeitswahrscheinlichkeit für eine konventionelle Operation lag zwischen 21<br />
% im STS-Modell und 40 % im logistischen EuroScore-Modell. Es waren allein 62 Patienten der<br />
Hochrisikogruppe mit einem logistischen EuroScore über 40 % (41 % der Patienten) zuzuordnen<br />
und 18 Patienten (12 %) wiesen eine sehr schlechte Herzfunktion mit einer linksventrikulären<br />
Ejektionsfraktion kleiner 30 % auf. Desweiteren waren in dieser Gruppe 28 Patienten (18 %)<br />
bereits am Herzen voroperiert. Dies belegt eindrucksvoll den besonderen Stellenwert der Klinik in<br />
der Versorgung von kritisch kranken Patienten.<br />
Die Ergebnisse sind im internationalen Vergleich herausragend und belegen einen Spitzenplatz.<br />
Die 30-Tage-Mortalität aller im Jahre 2009 operierten Patienten lag unter 4 %, was einer<br />
Reduzierung des operativen Risikos, wenn STS- und EuroScore-Modell zugrunde gelegt werden,<br />
um das fünf- bis zehnfache entspricht. Die Rate an schwerwiegenden Komplikationen war äußerst<br />
gering; so traten beispielsweise peri- und postinterventionelle klinisch relevante Schlaganfälle nur<br />
in einem Fall (0,7 %) auf.<br />
Die Gründe für die erfolgreiche Fortführung des im Jahr 2008 begonnenen TAVI-Programms sind<br />
vielfältig und basieren auf den innovativen Klinikstrukturen, der Vernetzung der einzelnen<br />
Abteilungen und den frühzeitig geschaffenen räumlichen wie personellen Voraussetzungen. Das<br />
wohl aufeinander abgestimmte, immer in der gleichen Zusammensetzung kooperierende Team<br />
und die rund um die Uhr Verfügbarkeit eines hochmodernen Hybrid-Operationssaales bilden die<br />
Grundlagen und sind hier zu erwähnen.<br />
Frühzeitig wurden am DHZB eigene Wege beschritten mit der Zielsetzung, für alle Patienten, bei<br />
denen der konventionelle Eingriff als risikobehaftet einzuschätzen ist, eine sinnvolle<br />
Therapiestrategie zu entwickeln. Die Methodik der transapikalen Aortenklappenimplantation<br />
wurde weiterentwickelt, indem die ursprüngliche Implantationstechnik um eine angiographische<br />
Darstellung von Aortenwurzel, Aortenklappenanulus und den Abgängen der Coronararterien<br />
ergänzt wurde (Abb. 3). Somit war es möglich, die Klappenimplantation langsam und stufenweise<br />
mit präziser Bestimmung des Implantationsortes vorzunehmen. Hierdurch wurde das<br />
Implantationsergebnis entscheidend verbessert und die Rate an paravalvulären Leckagen, worin<br />
derzeit noch eine Limitation der Methode zu sehen ist, deutlich reduziert.<br />
Originaltechnik „The <strong>Berlin</strong> Addition“<br />
Abb. 3: Die Originaltechnik der Klappenfreisetzung (links) bei der transapikalen Aortenklappenimplantation wurde<br />
verbessert durch eine angiographische Visualisierung von Aortenwurzel, Aortenklappenanulus und Abgängen der<br />
Coronararterien (rechts) sowie eine langsame und stufenweise Balloninflation mit präziserer Bestimmung der<br />
Klappenposition<br />
47<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Auch in der Versorgung jener Patientengruppe, bei denen die Aortenklappenstenose mit einer<br />
interventionsbedürftigen coronaren Herzerkrankung vergesellschaft war, wurde innovativ am<br />
DHZB der Weg beschritten, die bedeutsamsten Coronarstenosen elektiv und simultan mit der<br />
Klappenimplantation zu behandeln, womit das TAVI-Verfahren auch für diese Patientengruppe<br />
zu einer echten Hybrid-Alternative im Vergleich zum konventionellen Kombinationseingriff<br />
geworden ist. Insgesamt wurden 15 Patienten (10 %) auf diese Weise behandelt (Abb. 4). In<br />
einem weiteren Fall eines Patienten mit Porzellanaorta und interventionell nicht versorgbarem<br />
Verschluß des Ramus interventricularis anterior wurde erfolgreich eine transapikale<br />
Aortenklappenimplantation simultan mit einer offenen Bypassanlage im OPCAB-Verfahren<br />
vorgenommen. Weitere kombinierte Eingriffe waren die simultane Stentversorgung einer<br />
hochgradigen Nierenarterienstenose und eine linksventrikuläre Aneurysmektomie. Bei der<br />
Behandlung jener inoperablen Patienten im kardiogenen Schock oder mit sehr schlechter<br />
Herzfunktion (linksventrikuläre Ejektionsfraktion unter 20 %) wurde der Eingriff in neun<br />
Fällen (6 %) unter dem Schutz der Herz-Lungen-Maschine vorgenommen. Hierdurch konnte<br />
die Sicherheit der Methodik für diese Patientengruppe verbessert werden, die nur unter der<br />
Sicherheit eines herzchirurgischen Umfeldes überhaupt zu behandeln sind.<br />
A<br />
B C<br />
Abb. 4: Simultane elektive Coronarstentbehandlung im Rahmen der TAVI-Prozedur. Eine hochgradige Stenose der<br />
dominanten rechten Kranzarterie (A) wird mit Stentimplantation behandelt (B) und zeigt ein gutes Primärergebnis (C)<br />
Einfluss des TAVI-Verfahrens auf die Einweisungs-Demographie und Kooperation<br />
mit Zuweisern<br />
Inzwischen hat das DHZB auch auf dem Sektor der minimalinvasiven Aortenklappenchirurgie<br />
einen Bekanntheitsgrad bei den zuweisenden Kardiologen und Kliniken erreicht, der weit den<br />
Raum <strong>Berlin</strong>-Brandenburg übersteigt. Auch im Jahr 2009 erfolgten überregionale<br />
Zuweisungen aus ganz Deutschland, sogar aus Zentren, die über ein eigenes Programm<br />
verfügen. Ein weiterer spürbarer Effekt der Einführung der Methodik ist, dass zunehmend<br />
Patienten zur Einweisung kommen, die aufgrund einer weit fortgeschrittenen Erkrankung,<br />
ihrer Komorbidität und des hohen Alters, bislang für einen Eingriff an der Aortenklappe<br />
abgelehnt waren oder selbst die konventionelle Operation ablehnten. Bereits heute ist deutlich<br />
absehbar, dass dieser Trend in der Zuweisung gerade jener Patienten, die das 80. oder gar 90.<br />
Lebensjahr überschritten haben, sich weiter fortsetzen wird. Im Jahr 2009 wurden vier<br />
Patienten (2,6 % der Gesamtgruppe) zugewiesen und behandelt, die älter als 90 Jahre waren,<br />
und 86 Patienten (57 %), deren Alter zwischen 80 und 90 Jahren lag. Insofern hat die<br />
Einführung der minimalinvasiven Aortenklappenimplantation bereits spürbaren Einfluss auf<br />
die Zahl und Struktur in der Patientenzuweisung genommen und dies wird sich weiter<br />
fortsetzen.<br />
48<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Gemäß der Leitlinie des DHZB, eine enge Kooperation mit den zuweisenden Kardiologen zu<br />
pflegen und Patienten gemeinschaftlich zu behandeln, wurden auch im Jahr 2009 die<br />
Beziehungen, die den TAVI-Sektor betreffen, weiter ausgebaut. Vielfach kamen Kardiologen<br />
aus mehreren zuweisenden <strong>Berlin</strong>er Kliniken zur Klappenimplantation ins DHZB und konnten<br />
sich hier nicht nur persönlich von der Versorgung ihrer Patienten überzeugen, sondern<br />
konnten weiterführend auch in den einzelnen Teilschritten der TAVI-Prozedur unterrichtet<br />
werden und diese in Teilschritten und unter der Obhut des DHZB selbst durchführen. Mehrfach<br />
nahmen Vertreter des DHZB an Informationsveranstaltungen teil, um in auswärtigen Zentren<br />
über die Besonderheiten, Möglichkeiten und Grenzen des TAVI-Verfahrens zu berichten. Zum<br />
9. Kardiologie-Symposium am 17. Januar 2009 wurde eine katheterinterventionelle<br />
Aortenklappenimplantation live aus dem DHZB übertragen und vor einer großen Zahl an<br />
Zuweisern und niedergelassenen Kardiologen präsentiert.<br />
Seit Juli 2009 sind fünf Mitglieder des TAVI-Teams als Proktoren für Edwards Lifesciences tätig<br />
und haben im In- und Ausland an der Ausbildung von Zentren geholfen, die ein eigenes TAVI-<br />
Programm gestartet haben. In der Region <strong>Berlin</strong> und Brandenburg hat das DHZB bei der<br />
Verbreitung der Methode geholfen und ist am Aufbau weiterer TAVI-Programme in anderen<br />
Zentren beteiligt. Auch klinikintern konnte ein Assistent bereits im Rahmen der<br />
Facharztausbildung die Methode erlernen und im Team selbstständig anwenden. Damit kommt<br />
das DHZB seinem Lehrauftrag in vorbildlicher Weise nach, lange bevor dies zum<br />
Pflichtbestandteil in der Ausbildung geworden ist.<br />
Wissenschaftliche Bearbeitung des TAVI-Programms und Ausblick auf das Jahr<br />
2010<br />
Mit Beginn des TAVI-Programms wurde bereits die wissenschaftliche Analyse des Verfahrens<br />
begonnen, gemäß dem Anspruch des DHZB, neue Entwicklungen in der Herzmedizin nicht nur<br />
anzuwenden, sondern diese wissenschaftlich zu begleiten, hierdurch zu verbessern und auf<br />
eine studienfundierte, evidenzbasierte Grundlage zu stellen. Erste Ergebnisse konnten bereits<br />
im Jahr 2009 auf nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt werden.<br />
Ein entscheidender Schritt, der dazu beigetragen hat, die Methode der transapikalen<br />
Aortenklappenimplantation zu verbessern, war die Entwicklung der „<strong>Berlin</strong>-Addition“. Diese<br />
Modifikation der Originaltechnik hat inzwischen weite Verbreitung gefunden. Die langsame<br />
und stufenweise Freisetzung der Sapien-Aortenklappenprothese unter angiographischer<br />
Visualisierung hat die Sicherheit des Verfahrens erheblich verstärkt und das<br />
Implantationsergebnis verbessert.<br />
In umfassender Weise wurde das Ergebnis der Hybrid-Verfahren bewertet, mögliche Probleme<br />
und Komplikationen frühzeitig erkannt und ein fundiertes Konzept an möglichen<br />
Lösungsvorschlägen erarbeitet. Für das DHZB nimmt die Gruppe der Patienten im hohen Alter<br />
und mit Begleiterkrankungen einen ganz besonderen Stellenwert, dem spezifische<br />
Aufmerksamkeit zuteil wird, ein. Für diese Patientengruppe sind nun bei der gegebenen<br />
Verfügbarkeit der Hybridverfahren eigene, zum Teil völlig eigenständige<br />
Behandlungskonzepte zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang ist die mit der<br />
katheterinterventionellen Aortenklappenimplantation vorgenommene elektive, perkutane<br />
Coronarintervention bei Vorliegen einer Aortenklappenstenose und einer coronaren<br />
Herzerkrankung zu erwähnen. Die klinikinternen Überlegungen und Ergebnisse wurden im<br />
49<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Jahr 2009 wissenschaftlich aufgearbeitet, zur Präsentation auf internationaler Ebene im<br />
Rahmen des „46th Annual Meeting, The Society of Thoracic Surgeons“ in Fort Lauderdale<br />
(U.S.A.) im Januar 2010 angenommen und zur Publikation in internationalen hochrangigen<br />
Zeitschriften eingereicht.<br />
Ein weiteres intensiv bearbeitetes Themengebiet war die Analyse zerebraler Mikroembolien im<br />
Rahmen der einzelnen Sequenzen der Klappenimplantation. Hierfür wurden bei einer großen<br />
Zahl an Patienten transkranielle Dopplersonographien durchgeführt und computertomographische<br />
Untersuchungen ausgewertet. Diese Ergebnisse wurden gleichfalls zur<br />
Publikation eingereicht.<br />
Weitere wissenschaftliche Themengebiete, deren Bearbeitung im Jahr 2009 begonnen wurde,<br />
betreffen die Nierenfunktion nach Kontrastmittelexposition im Rahmen der TAVI-Prozedur,<br />
die Analyse der Anwendung der Verfahren bei Patienten mit Aorta porcellanea, vorhandenen<br />
degenerierten Aortenklappenprothesen als „Klappe-in-Klappenimplantation“ oder mit<br />
vorhandenen Mitralklappenprothesen. Beginnend im Jahr 2009 wurden ganz intensiv die<br />
Morphologie von Aortenwurzel, Aortenklappe und des linken Ventrikels und deren Einfluss auf<br />
die Klappenimplantation sowie die echokardiographische Beurteilung der einzelnen<br />
Sequenzen von der Ballonvalvuloplastie bis zur Klappenfreisetzung beurteilt. Publikationen<br />
dieser Ergebnisse sind für das Jahr 2010 zu erwarten.<br />
Abschließend ist zu konstatieren, dass im Jahr 2010 und darüber hinaus in zunehmender Zahl<br />
Patienten zur Einweisung kommen werden, für die eine katheterinterventionelle<br />
Aortenklappenimplantation eine sehr sinnvolle und inzwischen unverzichtbare<br />
Behandlungsoption darstellt. Das DHZB ist dabei in jeglicher Hinsicht auf eine möglicherweise<br />
rapid steigende Anzahl an Patienten eingestellt und kann dabei auch jene Patienten versorgen,<br />
die mit höchstem Risiko behaftet sind. Spezielle und fundierte Therapiestrategien wurden<br />
entwickelt, um ausnahmslos jeden Patienten eine individuelle Behandlung anbieten zu<br />
können. Das DHZB wird auch zukünftig an der wissenschaftlichen Beurteilung der Hybrid-<br />
Chirurgie und der stetigen Verbesserung dieser Verfahren mitwirken.<br />
50<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Chirurgie angeborener Herzfehler<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Christof Stamm, Eva Maria Delmo Walter, Michael Hübler<br />
Die chirurgische Behandlung angeborener Herzfehler am DHZB konnte im Jahr 2009 deutlich<br />
ausgebaut werden. Mit insgesamt 527 Operationen lag die Gesamtzahl der operativen Eingriffe<br />
um mehr als 10 % über der des Vorjahres. Die Anzahl der Operationen unter Verwendung der<br />
Herz-Lungen-Maschine (HLM) stieg auf 379 (37 mehr als im Vorjahr) und die der Eingriffe ohne<br />
HLM auf 148 (18 mehr als im Vorjahr). Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde das<br />
gesamte Spektrum der angeborenen Herzfehler operativ behandelt, inklusive der Korrektur<br />
einfacher Herzfehler (z. B. Verschluss von Vorhof- oder Ventrikelseptumdefekten),<br />
korrigierender Operationen bei komplexen Herzfehlern (z. B. atrioventrikulärer Septumdefekt,<br />
Fallot’sche Tetralogie, Transposition der großen Gefäße) sowie palliativer Operationen bei<br />
schwersten Herzfehlern, die nicht korrigierbar sind (z. B. Fontan-Operationen bei<br />
univentrikulären Herzen, Norwood-Operation bei hypoplastischem Linksherzsyndrom).<br />
Ebenso konnte wieder eine Reihe von Kindern mit erworbener Herzinsuffizienz im Endstadium<br />
durch Kunstherzimplantation, teilweise gefolgt von einer Herztransplantation, erfolgreich<br />
behandelt werden. Neben der Versorgung von herzkranken Kindern und Jugendlichen aus dem<br />
<strong>Berlin</strong>-Brandenburger Raum wurde erneut eine große Anzahl kleiner Patienten aus dem<br />
Ausland, v.a. aus Osteuropa und dem Mittleren Osten, operiert. Hinzu kommt eine Reihe von<br />
Kindern aus afrikanischen oder asiatischen Entwicklungsländern, die dank Spendengeldern<br />
und der Vermittlung durch verschiedene karitative Organisationen am DHZB operiert werden<br />
konnten.<br />
Dank der einzigartigen Ausstattung des Hybrid-Operationssaales (OP 6) konnten die<br />
innovativen interdisziplinären Prozeduren weiter ausgebaut werden. Die sog. Hybrid-<br />
Norwood-Operation, bei der ein Metallstent mittels Herzkatheter in den Ductus arteriosus<br />
eingeführt und gleichzeitig ein chirurgisches banding der Pulmonalgefäße vorgenommen<br />
wird, so dass die sehr belastende Operation im tiefen hypothermen Kreislaufstillstand nicht<br />
mehr im Neugeborenenalter durchgeführt werden muss, entwickelte sich zum Eingriff der<br />
ersten Wahl bei Kindern mit hypoplastischem Linksherzsyndrom. Erste Untersuchungen<br />
ergaben Hinweise darauf, dass die nach ca. 6 Monaten folgende „comprehensive Norwood<br />
Operation“ (Augmentation des Aortenbogens und Anlage eines bidirektionalen Glenn-Shunts)<br />
nun wesentlich besser toleriert wird.<br />
Auch die am DHZB entwickelte miniaturisierte Herz-Lungen-Maschine „Mini-HLM“, welche<br />
ein Füllvolumen von lediglich 105-110 ml benötigt, kam 2009 nunmehr regelmäßig zum<br />
Einsatz. Zusammen mit der routinemäßigen Anwendung der Nah-Infrarot-Spektroskopie<br />
(NIRS) zur direkten Messung der Sauerstoffzufuhr zum Gehirn und anderen Geweben wurde<br />
ein Protokoll entwickelt, mit dessen Hilfe die Notwendigkeit der Transfusion von<br />
Blutprodukten deutlich weiter reduziert werden konnte. Die Präsentation dieses Verfahrens in<br />
wissenschaftlichen Foren und den Medien ist unter anderem auf großes Echo bei Angehörigen<br />
der Zeugen Jehovas gestoßen, welche aus religiösen Gründen der Bluttransfusion ablehnend<br />
gegenüber stehen.<br />
Auch die bereits 2008 durch OA Dr. Hübler erstmals am DHZB durchgeführte „truncal switch“<br />
Operation bei Kindern mit Transposition der großen Gefäße und Stenose der Pulmonalklappe<br />
gehört seit vergangenem Jahr fest zum Spektrum der operativen Eingriffe am DHZB. Die<br />
Ergebnisse dieser extrem komplexen und anspruchsvollen Operation, bei welcher die gesamte<br />
51<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Basis des Herzens (Ausflusstrakt) inklusive der großen Gefäße, Herzklappen und<br />
Koronararterien abgetrennt, um 180 Grad gedreht und wieder mit dem Herzen verbunden wird,<br />
konnten weiter verbessert werden. Darüber hinaus wurden mehrere Modifikationen dieses<br />
Eingriffs (z. B „aortic root translocation“, „truncal half-turn“) eingeführt. Die führende<br />
Stellung des DHZB unter den europäischen Zentren für Kinderherzchirurgie konnte auf diese<br />
Weise weiter ausgebaut werden.<br />
Um die stetig wachsende Anzahl und Komplexität der Eingriffe bei angeborenen Herzfehlern<br />
auch in Zukunft bewältigen zu können, ist eine vorausschauende Personalpolitik auf<br />
chirurgischer Seite unabdingbar. Daher wurde begonnen, Frau Dr. Eva Delmo Walter und Prof.<br />
Dr. Christof Stamm in die Chirurgie angeborener Herzfehler einzuarbeiten. Prof. Stamm besitzt<br />
bereits ausgedehnte Erfahrungen auf dem Gebiet angeborener Herzfehler und war längere Zeit<br />
am Children’s Hospital Boston sowie am Royal Brompton Hospital London wissenschaftlich<br />
tätig. Er unterrichtet regelmäßig Ärzte aus aller Welt in der Morphologie angeborener<br />
Herzfehler in postgraduierten Kursen des National Heart and Lung Institute (Imperial College),<br />
London. Dr. Delmo Walter ist seit 2008 im Labor für Tissue Engineering des Children’s Hospital<br />
Boston tätig. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Harvard Medical School<br />
entwickelte sie dort eine neuartige, vitale Herzklappenprothese, welche in Zukunft den<br />
wiederholten Klappenwechsel bei vielen Kindern mit angeborenen Herzfehlern überflüssig<br />
werden lassen soll. Durch Kombination von modernen, biologisch abbaubaren Kunststoffen<br />
und Stammzellen aus dem Knochenmark sowie dem Blutstrom war es möglich, Herzklappen zu<br />
züchten und in Schafe zu implantieren, welche hervorragende hämodynamische<br />
Eigenschaften besitzen und tatsächlich mit dem Organismus wachsen zu können scheinen. Die<br />
Ergebnisse dieser experimentellen Arbeiten haben auf zahlreichen wissenschaftlichen<br />
Kongressen in Deutschland, den USA, Argentinien und Australien großen Anklang gefunden.<br />
52<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Konventionelle Aortenchirurgie<br />
Robert Hammerschmidt<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Anzahl der 2009 am DHZB durchgeführten konventionellen Aortenoperationen ist im<br />
Vergleich zum Vorjahr erneut angestiegen und lag bei 451 Fällen. Fast die Hälfte der<br />
Operationen wurde dabei als Notfall oder dringlich durchgeführt, wobei unter den 121<br />
Notfällen 86 Patienten mit akuten Typ A-Dissektionen den größten Anteil hatten.<br />
Alle Typ A-Dissektionen, 24 Bogenaneurysmen, 7 Descendensaneurysmen und 34 der<br />
insgesamt 37 thorako-abdominellen Aortenaneurysmen wurden in tiefer Hypothermie<br />
operiert.<br />
Bei 4 Patienten mit mykotischen Aortenaneurysmen wurden drei thorako-abdominelle<br />
Aortenersätze, ein Descendensersatz und ein Beckenarterienersatz unter Verwendung von<br />
Homografts durchgeführt. Zwei dieser Eingriffe mussten notfallmäßig durchgeführt werden.<br />
Dies war nur möglich, da das DHZB über eine der BIS-Foundation angeschlossene Homograft-<br />
Bank verfügt und daher die Lieferung der angeforderten Homografts in den Operationsbereich<br />
binnen kürzester Zeit möglich war.<br />
Durch die von Herrn Prof. Dr. Hetzer eingeführten Techniken der Aortenklappenrelokation und<br />
der Aortenanuloplastik mit Sinus valsalva Reduktion konnten 2009 bei 35 Patienten<br />
klappenerhaltende Operationen durchgeführt werden.<br />
In Tabelle 1 ist die Anzahl der durchgeführten Operationen detailliert wiedergegeben.<br />
Ascendensersatz ohne Aortenklappenersatz / Rekonstruktion 58<br />
Ascendensersatz mit Rekonstruktion der Aortenklappe 85<br />
Ascendensersatz mit Aortenklappenersatz 31<br />
Conduit-Implantation 65<br />
Ascendensraffung 93<br />
Aortenrekonstruktion (überwiegend congenital) 56<br />
Bogenersatz (überwiegend Kombinationseingriffe) 24<br />
Descendensersatz 7<br />
Bauchaortenersatz 15<br />
Thoraco – abdomineller Aortenersatz 37<br />
Tab. 1: Konventionelle Aortenoperationen<br />
Eine spezielle Gruppe unter den Aortenpatienten sind solche mit einem Marfan-Syndrom.<br />
Diese Patienten erkranken schon in sehr jungen Jahren an Herzklappenfehlern und<br />
Aortendissektionen oder Aneurysmen. Gewöhnlich müssen sich diese Patienten daher im Laufe<br />
ihres Lebens mehrfach am Herzen und an der Aorta operieren lassen. 2009 wurden 28<br />
Operationen an 23 Patienten mit einem Marfan-Syndrom durchgeführt.<br />
Elf Patienten waren bereits in den Jahren zuvor operiert worden. Das Alter zum Zeitpunkt der<br />
Operation lag zwischen 14 und 71 Jahren. Der Altersmedian lag bei diesen Patienten – die ohne<br />
operative Versorgung selten älter als 30 Jahre werden – bei 41 Jahren.<br />
53<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Tabelle 2 gibt einen Überblick über die Operationen bei Patienten mit dem Marfan-Syndrom.<br />
Conduit-Implantation<br />
– elektiv 8<br />
– notfallmäßig (Typ A-Dissektion) 4<br />
Aortenwurzelrekonstruktion 3<br />
Aortenbogenersatz 1<br />
Descendensersatz 3<br />
Thorako-abdomineller Aortenersatz 8<br />
Bauchaortenersatz 1<br />
Tab. 2: Operationen bei Patienten mit dem Marfan- Syndrom<br />
Der größte Teil der konventionellen Aortenoperationen wird am DHZB nach verbindlichen<br />
Standards durchgeführt. Bei nahezu allen Erkrankungen, die im Bereich des Aortenbogens<br />
lokalisiert sind bzw. an diesen angrenzen und über eine mediane Sternotomie operiert werden,<br />
ist der tief hypotherme Kreislaufstillstand mit retrograder Kopfperfusion das<br />
Standardverfahren. Bei den Aneurysmen der Aorta descendens und den thorako-abdominellen<br />
Aortenaneurysmen ist die tiefe Hypothermie mit regionaler Perfusion bei nahezu allen<br />
Patienten das Standardverfahren und hat nach unseren Erfahrungen zu einer sehr guten<br />
Protektion aller Organe geführt.<br />
Seit der Einführung der endovaskulären Aortenchirurgie am DHZB im Jahr 1996 hat diese<br />
Technik in den folgenden Jahren zunächst eine prozentuale Zunahme im Verhältnis zu den<br />
konventionellen Aortenoperationen erfahren. In den letzen Jahren stagniert der Anteil jedoch<br />
bei ca. 18 % (siehe Grafik 1).<br />
Konventionelle Chirurgie<br />
1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />
Endov.<br />
Stent 3 5 7 6 15 29 35 62 50 50 102 78 85 88 101<br />
Konv. 148 212 250 244 288 262 293 274 287 294 301 357 377 362 451<br />
Chir.<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Endovaskuläre Aortenstents<br />
Grafik 1: Verhältnis endovaskulärer Eingriffe zu konventioneller Aortenchirurgie von 1996 bis 2009<br />
54
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Dabei war zu erwarten, dass der prozentuale Anteil der endovaskulären Operationen stetig<br />
ansteigt, zumal die inzwischen verfügbaren Endoprothesen immer umfangreichere und<br />
kompliziertere Eingriffe ermöglichen. Am DHZB hat die enge Zusammenarbeit zwischen den<br />
Disziplinen jedoch dazu geführt, dass für jeden Patienten – der grundsätzlich sowohl<br />
endovaskulär als auch konventionell operiert werden könnte – ein individuelles<br />
Behandlungskonzept entwickelt wird, bei dem die Vor- und Nachteile beider Verfahren<br />
gegeneinander abgewogen werden. Hierdurch wird vermieden, dass ein Eingriff nur deshalb<br />
endovaskulär durchgeführt wird, weil dies technisch machbar wäre. Im Mittelpunkt steht<br />
vielmehr immer die Frage, von welchem Eingriff der Patient kurz- und langfristig mehr<br />
profitiert. In einigen Fällen haben diese Überlegungen dazu geführt, dass mehrere betroffene<br />
Aortensegmente bei einem Patienten teils endovaskulär und teils konventionell operiert<br />
wurden.<br />
Die Erstellung solcher Behandlungskonzepte ist aber nur an einer Klinik möglich, die alle zur<br />
Verfügung stehenden Operationstechniken anbieten kann. Insofern ist das DHZB für die<br />
Behandlung aller Aortenerkrankungen bestens aufgestellt. Der hohe Standard des DHZB hat<br />
auch dazu beigetragen, dass uns in zunehmendem Maße Patienten aus anderen Bundesländern<br />
und dem Ausland zugewiesen wurden.<br />
55<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Endovaskuläre Aortenchirurgie<br />
Burkhart Zipfel<br />
Einleitung<br />
Technische Entwicklungen<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Seit den Anfängen im Jahr 1995 hat sich die endovaskuläre Behandlung von<br />
Aortenerkrankungen im Therapiespektrum des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> fest etabliert.<br />
Das DHZB hat damit gleich zu Beginn an der weltweit stürmischen Entwicklung dieser Therapie<br />
mitgewirkt und diese durch eigene Erfahrungen beeinflußt.<br />
Hybrid-Operationssaal<br />
Mit der hochmodernen Angiographieanlage im Saal 6 wurde eine wesentliche Verbesserung<br />
der intraoperativen Bildgebung erzielt (Abb.1). Im Jahr 2009 war der Saal mit Operationen aus<br />
dem Programm der endovaskulären Aortenchirurgie, Hybrideingriffen der Gefäßchiurgie, der<br />
minimal invasiven Aortenklappenchirurgie und der Hybrid-Operationen in der Chirurgie<br />
angeborener Herzfehler und Schrittmacher-Implantationen und Implantationen von Venacava-Schirmen<br />
täglich belegt.<br />
Durch die rasche Zunahme der minimal invasiven Aortenklappenchirurgie kam es im Laufe des<br />
Jahres immer wieder zu zeitlichen Engpässen im Saal 6, so dass öfter mit endovaskulären<br />
Eingriffen wieder in einen herkömmlichen Operationssaal mit fahrbarem chirurgischen<br />
Röntgenbildwandler ausgewichen werden musste. Es steht zwar ein neuer Bildwandler mit,<br />
gegenüber dem Vorgänger deutlich verbesserter Leistung und Qualität zur Verfügung, aber die<br />
Limitationen dieser Technik, insbesondere die Einschränkungen der Bildgebung durch den<br />
herkömmlichen Operationstisch wurden im Vergleich zur Arbeit im Hybrid-Operationssaal<br />
deutlich.<br />
Nur Eingriffe, bei denen hauptsächlich im frontalen Strahlengang gearbeitet wird, also<br />
Implantationen von Stentprothesen in der Bauchaorta oder Hybrid-Eingriffe in der Chirurgie<br />
von arteriellen Verschlußprozessen, können mit vergleichbarer Sicherheit mit dem<br />
Bildwandler durchgeführt werden. Für die Implantationen von Stentprothesen im<br />
Aortenbogen, in der thorako-abdominellen Aorta und insbesondere für Stentprothesen mit<br />
Seitenarmen oder endovaskuläre Eingriffe and den Nieren- und Visceralarterien ist der Hybrid-<br />
Operationssaal inzwischen unverzichtbar.<br />
Der Betrieb des Hybrid-Operationssaales im DHZB zieht Fach-Besucher aus aller Welt an. In<br />
Kooperation mit der Herstellerfirma Siemens fungiert das DHZB als Referenzzentrum für<br />
Kliniken, die ähnliche Anlagen planen. In regelmäßigen Abständen hatten Delegationen aus<br />
Ärzten aller beteiligten Fachrichtungen, Technikern und Bauexperten Gelegenheit, den<br />
Hybrid-Saal in Betrieb zu sehen.<br />
56<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Abb. 1: Hybrid-Operationssaal: Vorlegen des Führungsdrahtes für die Stentprothesen-Implantation<br />
PACS<br />
Die im Jahr 2008 eingeführte elektronische Archivierung und Betrachtung sämtlicher<br />
bildgebender Diagnostik in einem PACS (Picture Archiving and Communication System) war<br />
bereits in 2009 aus dem klinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit dieser Technik können<br />
alle Bilder von jedem Computer-Arbeitsplatz im Hause angesehen werden und mit wenig<br />
Aufwand zeitnah mit Voruntersuchungen verglichen werden. Externe Untersuchungen werden<br />
komplett in das System eingelesen und stehen somit patientenbezogen zur Verfügung. Die<br />
zuweisenden Kliniken haben sich sehr rasch darauf eingestellt und liefern die Untersuchungen<br />
auf CD. Für die Aortenchirurgie erhöht dies die Präzision und Sicherheit der Planung der<br />
Eingriffe durch die elektronische Vermessung und die Möglichkeit der digitalen<br />
dreidimensionalen Rekonstruktion der Bilder. Auch die Kommunikation über die<br />
Interpretation von Befunden und Indikationsstellung zur Operation wird erheblich erleichtert,<br />
ggf. auch von außerhalb der Klinik durch spezielle datengeschützte Internet-Verbindungen.<br />
Art der Erkrankungen<br />
Einweisungs-Demographie<br />
Vornehmlich werden Aneurysmen und Dissektionen durch Stentprothesen behandelt, zu etwa<br />
2/3 im Bereich der thorakalen Aorta und in etwa einem 1/3 im Bereich der Bauchaorta. In der<br />
thorakalen Aorta sind 2/3 der Stentprothesen Implantationen Notfälle oder dringliche<br />
Indikationen, während in der Bauchaorta die elektiven Fälle mit ca. 90 % überwiegen. Diese<br />
Verhältnisse sind seit mehreren Jahren etwa konstant (Abb. 2). In 2009 wurden wieder mehr als<br />
100 Stentprotheseneingriffe durchgeführt. Die Einweisung der elektiven Patienten erfolgt<br />
vornehmlich über die Aortensprechstunde, in der auch die regelmäßige Nachsorge aller<br />
endovaskulär oder konventionell operierten Aortenpatienten durchgeführt wird. Ein weiterer<br />
Rückgang war bei traumatischen Aortenrupturen zu verzeichnen, einerseits weil umliegende<br />
Kliniken diese Verletzung inzwischen auch endovaskulär versorgen und sich andererseits die<br />
57<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
[n]<br />
120<br />
110<br />
100<br />
90<br />
80<br />
70<br />
60<br />
50<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
0<br />
3 5 7 6<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
verbesserte technische Sicherheit für Fahrzeuginsassen bemerkbar macht. Für die elektiven<br />
Indikationen bestätigte sich der Trend, daß die in das DHZB überwiesenen Fälle zunehmend<br />
komplexer werden. Die in der Bevölkerung wesentlich häufigeren abdominalen Aneurysmen<br />
werden auch von den umliegenden gefäßchirurgischen Kliniken <strong>Berlin</strong>s versorgt. Dennoch<br />
schickt eine zunehmende Zahl niedergelassener Ärzte regelmäßig auch Patienten mit dieser<br />
Erkrankung in das DHZB. In zunehmendem Umfang werden auch Patienten mit peripheren<br />
arteriellen Verschlußprozessen kombiniert endovaskulär und chirurgisch behandelt. Auch hier<br />
ist eine Zunahme der von extern gezielt in das DHZB eingewiesen Patienten zu verzeichnen.<br />
Operationstechnik<br />
Weiterentwicklung der Stentprothesen<br />
Mit Hilfe der praktischen Erfahrungen im DHZB wurden die Stentprothesen in<br />
Zusammenarbeit mit der Industrie ständig technisch weiterentwickelt. In 2009 wurden einige<br />
Verbesserungen im Detail eingeführt, die die Implantationstechnik weiter optimieren. Eine<br />
Neuentwicklung wurde mit vielversprechenden Ergebnissen angewendet: ein großer<br />
Aortenstent ohne Prothesenanteil (E-xl Stent), der über abgehende Gefäße implantiert werden<br />
kann, ohne sie zu verschließen und auf diese Weise Stentprothesen zusätzlich verankert oder<br />
eine Aortendissektion weiter nach distal remodellieren kann.<br />
abdominal thorakal<br />
2<br />
13<br />
7<br />
22<br />
19<br />
16<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
40<br />
22<br />
1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />
Abb. 2: Endovaskuläre Stentprothesen im DHZB: Jährliche Entwicklung der Implantationen.<br />
Stentprothesen mit Fenestrationen und Seitenarmen<br />
In der thorako-abdominellen und abdominellen Aorta werden die Möglichkeiten der<br />
endovaskulären Therapie durch Stentprothesen mit Seitenarmen oder Fenstern für die<br />
abgehenden Gefäße erweitert. Diese Stentprothesen werden nach den im CT bestimmten<br />
58<br />
33<br />
17<br />
32<br />
18<br />
61<br />
41<br />
33<br />
45<br />
52<br />
33<br />
55<br />
33<br />
69<br />
32
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Maßen individuell angefertigt. Während der Implantation werden dann die abgehenden<br />
Arterien aus diesen Fenstern heraus sondiert und die Verbindung mit kleinen separaten<br />
Stentprothesen hergestellt (Abb. 3). In 2009 wurden weitere ausgedehnte thorako-abdominelle<br />
Aneurysmen auf diese Weise mit guten Erfolgen behandelt (Abb. 4).<br />
Diese Eingriffe sind im Vergleich zu herkömmlichen endovaskulären Eingriffen wesentlich<br />
aufwendiger und langwieriger. Insbesondere die Strahlenbelastung durch sehr lange<br />
Durchleuchtungszeiten ist erheblich. Sie sind jedoch eine sehr gute Alternative für Patienten<br />
mit fortgeschrittenem Alter oder schweren Begleiterkrankungen, für die ein konventioneller<br />
thorako-abdomineller Aortenersatz besonders belastend ist. Ein Nachteil dieser Technik ist der<br />
sehr lange Zeitbedarf für die Planung und Produktion der Spezialprothesen. Somit steht diese<br />
Technik nicht für Notfälle zu Verfügung. Durch die weltweit zunehmende Nachfrage bei der<br />
bislang einzigen Firma, die diese Spezialprothesen herstellt, sind diese Zeiten sind in 2009 eher<br />
länger geworden.<br />
Abb. 3: Implantation einer fenestrierten Stentprothese, intraoperative Aufnahme aus dem Hybrid-Operationssaal:<br />
Seitenarmstents sind durch das Fenster der Stentprothese in beide Nierenarterien implantiert, unter der linken ist das<br />
Aneurysma zu erkennen. Führungsdrähte liegen in der linken Nierenarterie und in der A. mesenterica superior.<br />
Abb. 4: Thorako-abdominelle Stentprothese vom Aortenbogen bis in die Bauchaorta mit Seitenarmen zur Arteria<br />
mesenterica superior und zur rechten Nierenarterie<br />
Zukunftsperspektiven<br />
Der Betrieb des Hybrid-Operationssaals hat die endovaskulären Aortenchirurgie verbessert. Die<br />
Anwendung von Prothesen mit Seitenarmen wird eine weitere Ausweitung erfahren und mit<br />
Hilfe der genaueren Bildgebung für immer schwierigere Fälle angewendet werden können.<br />
Auch die Ausweitung und Verfeinerung der Hybrid Eingriffe im Bereich der Aortenchirurgie ist<br />
in Sicht. Insgesamt ist damit zu rechnen, daß ein weiter zunehmender Anteil der<br />
Aortenerkrankungen endovaskulär versorgt werden wird und somit diese Eingriffe einen<br />
weiter ansteigenden Anteil am Operationsspektrum des DHZB einnehmen werden.<br />
59<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Marfan-Zentrum der Charité in Kooperation<br />
mit dem Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
Petra Gehle<br />
Marfan-Zentrum<br />
Am 1. November 2009 nahm das Marfan-Zentrum<br />
am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> unter Leitung<br />
von Prof. Dr. Roland Hetzer seinen Betrieb auf. Es<br />
fungiert in <strong>Berlin</strong> und Umland als Ansprechpartner<br />
für Kollegen und Betroffene. Es besteht mit<br />
niedriger Schwelle die Möglichkeit zur<br />
Untersuchung und Therapie bei bestehendem<br />
Verdacht oder bereits gesicherter Diagnose des<br />
Marfan Syndroms oder einer verwandten<br />
fibrillinären Erkrankung. Eine enge Kooperation<br />
mit den Hausärzten und behandelnden Fachärzten<br />
ist sehr wichtig.<br />
Der Gründung des Marfan-Zentrums geht eine<br />
lange Geschichte voraus, die mit den von Prof.<br />
Roland Hetzer zum Teil notfallmäßig operierten<br />
Patienten damals noch in Hannover ihren Ursprung<br />
nahm. Prof. Hetzer erkannte früh, dass vom Marfan<br />
Syndrom betroffene Patienten in Deutschland<br />
medizinisch absolut unterversorgt waren.<br />
Schon 1992 initiierte er deshalb im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> eine Marfan-Sprechstunde,<br />
geführt von Frau Gehle, in der Patienten mit Marfan Syndrom betreut und regelmäßig<br />
kontrolliert werden konnten. Der interdisziplinäre Gedanke wurde schon früh in Teilen<br />
umgesetzt, so dass bereits aus dieser Zeit Kontakte zu Frau Dr. Graul-Neumann und Herrn Dr.<br />
Robinson aus den Bereichen Humangenetik und Molekulargenetik bestehen, die seither die<br />
genetische Marfan-Sprechstunde regelmäßig durchführten. So wurden in den letzten 20<br />
Jahren mehrere Hundert Patienten von den auch heute beteiligten Kollegen betreut, und so eine<br />
hervorragende Expertise erworben.<br />
Erst durch das Gesundheitsmodernisierungssgesetz, das am 19.12.2003 in Kraft trat, wurde die<br />
gesetzliche Grundlage für eine ambulante Behandlung von Patienten mit seltenen<br />
Erkrankungen im Krankenhaus nach § 116b (SGB) geschaffen. Hierdurch ergab sich gerade für<br />
Patienten mit Marfan Syndrom, bei denen sehr viele verschiedene Disziplinen beansprucht<br />
werden, endlich die Möglichkeit einer gemeinsamen Betreuung durch verschiedene Fachärzte<br />
innerhalb eines Zentrums. Die Entstehung des Marfan-Zentrums ist auch besonders dem<br />
Einsatz von Frau Christiane Ulbrich, die als Patientenvertreterin kontinuierlich und<br />
unerschütterlich dieses Ziel verfolgte, zu verdanken. Prof. Hetzer wurde nach Jahrzehnten der<br />
engagierten Vorarbeit zum Ärztlichen Direktor des Marfan-Zentrums <strong>Berlin</strong>.<br />
Behandelt werden können Patienten mit Marfan Syndrom und Erkrankungen aus dem<br />
differentialdiagnostisch verwandten Formenkreis der Fibrillinopathien. Hierzu gehören außer<br />
dem Marfan Syndrom Typ I und II und MASS-Typ, dem neonatalen Marfan Syndrom, dem<br />
Loeys-Dietz-Syndrom, dem Familiären Aortenaneurysma auch die Familiäre Ektopia Lentis.<br />
60<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Hinzu kommen weitere seltenere Syndrome wie das Weill-Marchesani-Syndrom, die<br />
Kongenitale kontrastrukturelle Arachnodaktylie (CCA) und das Shprintzen-Goldberg-<br />
Syndrom.<br />
Die Häufigkeit des Marfan Syndroms wird auf zwischen 1:5.000 und 1:10.000 geschätzt, womit<br />
die Zahl der in <strong>Berlin</strong> betroffenen Patienten etwa zwischen 350 und 700 läge, im Bundesgebiet<br />
zwischen 8.000 und 16.000. Es ist nicht bekannt, wie viele der Betroffenen ärztlich betreut<br />
werden und wie hoch eine zu vermutende Dunkelziffer bisher nicht diagnostizierter<br />
Betroffener ist. In Deutschland gibt es derzeit etwa 10 spezialisierte Marfan Ambulanzen, in<br />
denen zwischen 50 und 300-400 Patienten pro Jahr gesehen werden, das heißt, der Großteil der<br />
Marfan Betroffenen wird bisher noch nicht in einem spezialisierten Kompetenzzentrum<br />
betreut. Bei der Marfan Hilfe e.V. sind derzeit 8 Marfan-Sprechstunden bekannt, zugelassen<br />
sind aber in Deutschland 10:<br />
Die Organisationsstruktur des Marfan-Zentrums ist bei uns auf Oberärztin Petra Gehle als<br />
Koordinatorin zentriert, die das Management der Patientenbehandlung koordiniert und als<br />
Fachärztin für Herzchirurgie eine Kernkompetenz vertritt. Zu den Kernkompetenzen gehören<br />
für das Marfan Syndrom die Disziplinen Herzchirurgie, Kardiologie und Kinderkardiologie. An<br />
den Untersuchungstagen sind Fachärzte der Humangenetik, Augenheilkunde und Orthopädie<br />
sowie der Radiologie beteiligt. Alle übrigen Disziplinen werden nach Bedarf für den jeweiligen<br />
Patienten direkt kontaktiert und einbezogen. An den Ambulanzterminen wird versucht,<br />
möglichst alle notwendigen Untersuchungen an einem Tag durchzuführen.<br />
In den letzten beiden Monaten des Jahres 2009 wurden bereits die ersten 18 Patienten betreut.<br />
Bei acht Patienten lag das Marfan Syndrom vor, bei drei weiteren ein Familiäres<br />
Aortenaneurysma. Aus dieser Gruppe musste bei vier Patienten die Indikation zu einer<br />
Operation gestellt werden. Bereits bei neun Patienten, von denen 4 Erstvorstellungen waren,<br />
wurde das Ziel erreicht, alle Untersuchungen an einem Tag durchzuführen.<br />
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Marfan-Zentrum <strong>Berlin</strong> sehr erfolgreich seine<br />
Arbeit aufgenommen hat und bereits jetzt erkennbar ist, dass eine rege Nachfrage besteht und<br />
damit der Bedarf klar dokumentiert ist. Für die zukünftig zu erwartenden beträchtlichen<br />
Patientenzahlen ist eine solide organisatorische und administrative Untermauerung<br />
unerlässlich. Hier ist die enge Kooperation der beiden Kliniken Charité und DHZB auch auf dem<br />
Gebiet der elektronischen Datenverarbeitung ein wichtiger Faktor.<br />
61<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Herztransplantation<br />
Organ Care System (OCS), TransMedics®<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Ruhi Yeter, Hans B. Lehmkuhl, Michael Hübler, Christoph Knosalla<br />
Seit Bestehen des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> (DHZB) wurden bis zum Ende des Jahres<br />
2009 1.667 Herztransplantationen durchgeführt. In den letzten Jahren stagniert die Anzahl der<br />
Transplantationen, bedingt durch den Mangel an Spenderherzen. Im Gegenzug jedoch nimmt<br />
die Anzahl der auf der Warteliste angemeldeten Patienten, die auf ein Herz warten, stetig zu.<br />
Diesen Zustand belegen auch die statistischen Erhebungen der Deutschen Stiftung<br />
Organtransplantation (DSO).<br />
Im Jahr 2009 wurden im DHZB 39 orthotope Herztransplantationen (HTx) durchgeführt.<br />
Hiervon waren 32 Erwachsene, 69 % männliche und 31 % weibliche Patienten, mit einem<br />
durchschnittlichen Alter von 42 Jahren. Sieben Herzen wurden bei Kindern im Alter von 5<br />
Monaten bis 15 Jahren transplantiert. Die meisten der zur HTx akzeptierten Patienten waren im<br />
HU/U (high urgent/urgent)-Status gelistet. Hierdurch wurden überwiegend hospitalisierte<br />
Patienten transplantiert.<br />
Die häufigsten zugrundeliegenden Erkrankungen waren dilatative Kardiomyopathien (57 %),<br />
postmyokarditische Herzinsuffizienz (20 %) und ischämische Kardiomyopathie (10 %). Zwei<br />
Patientinnen, die bereits vor 13 und 15 Jahren transplantiert wurden und eine<br />
Transplantatvaskulopathie entwickelten, erhielten jeweils eine erneute Herztransplantation<br />
(Re-HTx). 59 % der Empfänger benötigten ein „bridge to transplant“ mit einem<br />
univentrikulären (65 %) bzw. biventrikulären (26 %) Assist Device oder einem „total artificial<br />
heart“ vom Typ Cardiowest (9 %). 77 % der Spenderorgane stammten aus Deutschland und 23<br />
% aus europäischen Ländern wie Belgien, England, Estland, Griechenland, Kroatien, Österreich<br />
und Schweden. Das mittlere Alter der erwachsenen Spenderherzen stieg im Vergleich zum<br />
Vorjahr um 3,5 Jahre an und betrug 47 Jahre.<br />
62<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
In diesem Zusammenhang ist bekannt und durch statistische Analysen aus der ISHLT-<br />
Datenbank bestätigt, dass ein höheres Spenderalter und eine Ischämiezeit über vier Stunden<br />
ein erhöhtes Risiko für ein Graftversagen beinhaltet. Seit Anfang des Jahres 2009 stand dem<br />
DHZB das „Organ Care System“ (OCS) zur Verfügung. Es ermöglicht, das Transplantat, das mit<br />
warmem, oxygeniertem Spenderblut perfundiert ist, leer schlagend und ohne jede Ischämie zu<br />
transportieren. Während des Transports werden vitale Parameter überwacht und durch<br />
zusätzliche Blutproben aus dem koronarvenösen Blut sowie Informationen über den Laktat-<br />
Metabolismus des Herzens gewonnen.<br />
In 14 Fällen, bei denen aus logistischen Gründen eine längere Ischämiezeit zu erwarten war<br />
oder ein sogenanntes „marginales Spenderherz“ angeboten wurde, kam das OCS zum Einsatz.<br />
Hierbei reduzierte sich bei kompletter Klemmzeit im Median von 376 Min. (254-502) die<br />
Ischämiezeit auf im Median 65 Min. (55-88).<br />
Alle 14 Spenderherzen konnten mit primär exzellenter Graft-Funktion transplantiert werden.<br />
Bei einer signifikanten RCA-Stenose eines Spenderherzens wurde gleichzeitig ein single<br />
Bypass durchgeführt. Zwei Patienten verstarben auf Grund nicht-kardialer Ursachen, so dass<br />
sich für dieses Kollektiv ein Ein-Jahres-Überleben von über 85 % ergab.<br />
Überleben [%]<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
Kaplan-Meier Kurve (Überlebenskurve)<br />
0<br />
0 100<br />
200<br />
Tage<br />
300 400<br />
Für ein erfolgreiches Herztransplantationsprogramm sind standardisierte Protokolle der<br />
Immunsuppression und Transplantatüberwachung erforderlich. Auch in 2009 wurde an einer<br />
Induktionstherapie mit anschliessender Triple-Basis-Immunsuppression festgehalten.<br />
Primäres Medikament der postoperativen Induktion blieb das ATG (Antithymozytenglobulin;<br />
Thymoglobulin®). Auch in 2009 wurde Basiliximab (Simulect®) anstelle von ATG zur<br />
Induktionstherapie bei Kindern wegen der besseren Verträglichkeit bei gleicher Wirksamkeit<br />
gewählt. Das Medikament Rituximab (Mabthera®) ist Bestandteil des Induktionsprotokolls für<br />
Patienten mit hohen Autoantikörpertitern und erhöhter Wahrscheinlichkeit für humorale<br />
Abstossungsreaktionen. In der Basis-Immunsuppression blieb auch in 2009 Cyclosporin A<br />
(Sandimmun®) der Calcineurininhibitor erste Wahl. Auf Tacrolimus/FK506 (Prograf®) als<br />
Alternative wurde nur bei schwer handhabbaren Unverträglichkeiten von Cyclosporin A<br />
gewechselt. Steroide in absteigender Dosis erhielten bis ein Jahr nach HTx alle Patienten. Als<br />
Antimetabolit wurden ca. hälftig Mycophenolat Mofetil (CellCept®) und Everolimus<br />
63<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
(Certican®) eingesetzt. Zur verbesserten Überwachung der Transplantatfunktion wurde die<br />
standardisierte Immunhistologie zur Beurteilung humoraler Abstossungsreaktionen in jeder<br />
Biopsie fest etabliert. Das IMEG (Intramyokardiales Elektrokardiogramm) blieb fester<br />
Bestandteil der invasiven Abstossungsdiagnostik. Die etablierte echokardiographische<br />
Abstossungsdiagnostik ist um das „Strain“ und „Strain rate“ ECHO ergänzt worden und wird<br />
derzeit noch wissenschaftlich geprüft.<br />
643 langzeitherztransplantierte Patienten befanden sich zu ambulanten und stationären<br />
Nachsorgeuntersuchungen. Das DHZB war in internationalen, multizentrischen Studien zur<br />
Immunsuppression involviert. Vorrangig leitete das DHZB eine europäische Studie (RAD2411)<br />
zur Prüfung der Nierenfunktion durch reduzierte Cyclosporingaben unter Einsatz von in<br />
Europa zugelassenem Everolimus. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Juli 2009 publiziert.<br />
Daneben hat sich das DHZB an der amerikanischen Zulassungsstudie (RAD2310) für<br />
Everolimus erfolgreich beteiligt; hier hat das DHZB als europäisches Zentrum die meisten<br />
Patienten rekrutiert. Erste Publikationen werden in 2011 erwartet.<br />
In der Zusammenfassung kann festgehalten werden, dass im Jahr 2009 im Vergleich zu den<br />
Vorjahren eine nahezu gleiche Anzahl an Herztransplantationen bei progredientem<br />
Spendermangel und zunehmendem Spenderalter realisiert wurde. Hierbei konnte das Organ<br />
Care System dazu beitragen, dass der Radius der Entfernungen der Spenderkrankenhäuser<br />
deutlich erweitert und die Ischämiezeit aufgrund der kontinuierlichen Perfusion des Herzens<br />
während des Transportes verkürzt werden konnte. Es wurden fast ausschließlich Patienten<br />
transplantiert, die sich in stationärer Behandlung befanden und auf höchster<br />
Dringlichkeitsstufe bei Eurotransplant angemeldet waren. Der Anteil der „bridge to<br />
transplant“-Patienten hat im Vergleich zu den Vorjahren mit knapp 50 % deutlich<br />
zugenommen. Annähernd 20 % der Herztransplantationen wurden bei Kindern durchgeführt,<br />
wodurch das DHZB eine führende Stellung im Eurotransplant-Bereich für die<br />
Kinderherztransplantation einnimmt.<br />
Die zunehmende Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage an Spenderorganen macht es<br />
erforderlich, die angebotenen Herzen mit den zusätzlich zur Verfügung stehenden<br />
Instrumentarien bestmöglich zu verwerten, damit noch mehr Herztransplantationen realisiert<br />
werden können.<br />
64<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
65<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Lungen- und kombinierte Herz-Lungentransplantation<br />
Dagmar Kemper, Ruhi Yeter, Michael Hübler, Christoph Knosalla<br />
Im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> wurden 2009 insgesamt 23 Lungentransplantationen<br />
durchgeführt, davon 3 Einzellungentransplantationen, eine Herz-Lungentransplantation und<br />
19 Doppellungentransplantationen. Bis Ende 2009 erfolgten damit 387<br />
Lungentransplantationen sowie 98 Herz-Lungentransplantationen seit Bestehen des<br />
Transplantationsprogramms.<br />
2009 erfolgte bei einem jungen Patienten mit einer Doppellungentransplantation eine<br />
simultane Nierentransplantation. Erstmalig wurde in <strong>Berlin</strong> eine simultane<br />
Lebertransplantation erfolgreich durchgeführt.<br />
Von den im Jahr 2009 transplantierten Patienten waren 65 % der Patienten im Status HU (high<br />
urgent) gelistet, die Wartezeit auf ein geeignetes Spenderorgan betrug in diesem Status im<br />
Mittel 69 Tage. Eine Patientin war zur Vermeidung einer Intubation vor Transplantation zur<br />
CO2-Elimination über mehr als einen Monat an einem extrakorporalen Lung-Assist-System<br />
(ECLA) angeschlossen, ein weiterer junger Patient wurde bei akutem Lungenversagen nach<br />
knapp zweimonatiger Unterstützung (in der Literatur nachgewiesener drittlängster Zeitraum<br />
vor einer erfolgreichen Lungentransplantation) durch einen extrakorporalen<br />
Membranoxygenator (ECMO) transplantiert. Ohne Dringlichkeit wurde nur ein Patient<br />
transplantiert, alle weiteren Patienten waren im Status U (urgent) gelistet.<br />
Von den Empfängern waren 68 % männliche und 32 % weibliche Patienten, die Spender waren<br />
in 41 % männlich und in 59 % weiblich. Das Alter der transplantierten Patienten lag zwischen<br />
16-65 Jahren, im Mittel bei 47 Jahren. Das Spenderalter lag 2009 im Mittel bei 44 Jahren.<br />
Die Indikation zur Transplantation wurde bei einem weiten Spektrum an Lungen- resp. Herz-<br />
Lungenerkrankungen im Endstadium gestellt:<br />
Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD) waren mit 26 % am häufigsten,<br />
Patienten mit terminalen Lungenfibrosen mit knapp 22 % und Patienten mit Mukoviszidose<br />
mit mehr als 17 % vertreten. Weitere Krankheitsbilder waren vielseitig: Primäre pulmonale<br />
Hypertonie, angeborene Herzfehler, Bronchiektasen und weitere.<br />
66<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Zuweisung der Patienten erfolgte über eine Vorstellung in der Sprechstunde der<br />
Transplantationsambulanz, in zwei Fällen erfolgte die Erstvorstellung von einer<br />
Intensivstation. Die zuweisenden Kliniken waren die pneumologischen Kliniken der Charité,<br />
Campus Mitte, Campus Virchow und Campus Benjamin Franklin sowie die pneumologische<br />
Kinderklinik des Campus Virchow, Christiane Herzog Zentrum, ferner die Evangelische<br />
Lungenklinik <strong>Berlin</strong>, das Helios-Klinikum Emil von Behring (vormals Heckeshorn), die<br />
pneumologische Abteilung der Universitätsklinik Greifswald, die Helios-Klinik in Schwerin<br />
und die Thoraxklinik in Heidelberg. Eine steigende Anzahl von Patienten wird von<br />
niedergelassenen Fachärzten überwiesen.<br />
Chirurgisch erfolgt die Transplantation routinemäßig bei einem Großteil der Patienten ohne<br />
Einsatz der Herzlungenmaschine, so dass ein schnellerer perioperativer Verlauf resultiert.<br />
Ebenso erfolgt im Rahmen der perioperativen Betreuung der Patienten regelhaft der passagere<br />
Einsatz nichtinvasiver Beatmungstechniken mit dem Ziel kürzerer Beatmungszeiten und einer<br />
Reduktion der Anzahl erforderlicher Tracheotomien.<br />
Die Inzidenz akuter Abstoßungen ist insbesondere in der Frühphase weiterhin niedrig, so dass<br />
neben der Induktionstherapie mit Simulect unverändert eine Einstellung auf eine<br />
Dreifachimmunsuppression erfolgt. Eine Umstellung der Therapie auf nach<br />
Lungentransplantation nicht zugelassene Medikamente (off-label-Therapie), im Rahmen<br />
anderer Organtransplantationen allerdings bereits bewährter Therapeutika erfolgt in<br />
begründeten Einzelfällen nach Antrag bei der Krankenkasse.<br />
Die im Rahmen der Nachsorge erforderlichen endoskopischen Untersuchungen und<br />
Interventionen werden seit Mitte 2009 nicht mehr in den Räumlichkeiten der<br />
Transplantationsambulanz, sondern im Op-Saal 7 durchgeführt. Mit der digitalen<br />
Endoskopieeinheit finden sich damit ideale Untersuchungsbedingungen.<br />
Neben der pneumologischen Weiterbildung im Rahmen der Weiterbildungsermächtigung<br />
erfolgt zur in- und externen Weiterbildung sowie zur engeren Anbindung zuweisender<br />
Kollegen an jedem 4. Dienstag im Monat eine Fortbildungsveranstaltung, die sich als<br />
Kolloquium mit der Therapie terminaler Lungenerkrankungen im Intensivbereich (z.B.<br />
protektive Beatmung, nichtinvasive Beatmung, ECLA) sowie mit aktuellen Themen aus dem<br />
Bereich Lungen- und Herzlungentransplantation befasst.<br />
Zusammenfassend hat im Jahr 2009 die Wartezeit auf ein geeignetes Spenderorgan tendentiell<br />
nochmals leicht zugenommen, wobei nahezu ausschließlich hospitalisierte Patienten mit<br />
terminalen Lungenerkrankungen, die die U- oder HU-Kriterien von Eurotransplant erfüllen, zu<br />
einer Transplantation gelangen.<br />
Trotz dieser Tatsache haben die 485 Patienten nach Lungen- und Herz-Lungentransplantation<br />
im DHZB eine seit Jahren statistisch signifikant steigende Lebenserwartung.<br />
67<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Chirurgische Ambulanz<br />
[n]<br />
4500<br />
4000<br />
3500<br />
3000<br />
2500<br />
2000<br />
1500<br />
1000<br />
500<br />
0<br />
3.091<br />
Chirurg. Patienten Tx-Patienten<br />
3.125<br />
3.569<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Beate Schaumann, Onnen Grauhan, Horst Laube<br />
Die chirurgische Ambulanz ist in unserem Hause eine der in <strong>Berlin</strong> bekanntesten und für alle<br />
kardiochirurgischen Probleme offene Anlaufstelle. Für Patienten und Kollegen aus aller Welt ist sie<br />
oftmals die erste Kontaktstelle mit unserer Klinik.<br />
In die Ambulanz werden die zur Operation angemeldeten Patienten zur präoperativen Vorbereitung 8-10<br />
Tage vor Aufnahme eingeladen und die erforderlichen Untersuchungen -und ein ausführliches<br />
ärztliches Gespräch, meist im Beisein der Angehörigen, durchgeführt. Vielfach wird erst hier die Op-<br />
Indikation nach ausführlicher Evaluation gestellt.<br />
Das unnachahmlich perfekte Angebot von Spezialuntersuchungen und unbürokratisch schnellsten<br />
Abläufen, welches ganz besonders von unseren in- und ausländischen Patienten geschätzt wird, hat<br />
dazu geführt, dass der Privatpatientenanteil auf 27 % gesteigert werden konnte. 43 % der<br />
Privatpatienten sind ausländische Patienten. Ihre Herkunft verteilt sich auf alle 5 Kontinente.<br />
Weitere Sprechstunden im Rahmen der chirurgischen Ambulanz sind die Aorten- und Marfan-<br />
Sprechstunde für thorakale -und Bauchaortenaneurysmen sowie die Assist-Sprechstunde, die die<br />
zunehmende Zahl der ambulanten Kunstherzpatienten engmaschig betreut. Um den ganzheitlichen<br />
Gedanken des <strong>Herzzentrum</strong>s zu verdeutlichen, rückt die Zahl der postoperativ zu betreuenden Patienten<br />
mehr und mehr in den Vordergrund. Dies beinhaltet persönliche oder telefonische sowie E-Mail-<br />
Kontakte bezüglich weiterer Lebensführung sowie Telefonate mit den nachbetreuenden Kardiologen,<br />
Hausärzten und Pflegediensten bezüglich Nachsorge, Medikation, Wundbehandlung oder<br />
Verlaufskontrolle (ca.1.500 ärztliche Telefonate = 15.000 Telefonminuten/Jahr).<br />
Wichtig im Rahmen der Nachbehandlung ist die Versorgung komplizierter und chronischer Wunden um<br />
diese Patienten aus der stationären Behandlung entlassen zu können.<br />
Chirurgische- und Transplantations-Ambulanz<br />
Anzahl der Patientenkontakte in 2009<br />
3.434<br />
3.749<br />
3.850<br />
3.951<br />
2005 2006 2007 2008 2009<br />
68<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
3.980<br />
3.834<br />
4.125
Transplantations-Ambulanz<br />
Martin Bettmann<br />
2.328 Chirurgische Patienten<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Gesamtanzahl der Patientenkontakte im Jahr 2009 konnte ein weiteres Mal um 3,6 % auf 4.125<br />
gesteigert werden. Insbesondere geht diese Zunahme auf den Bereich der Patientenbetreuung nach<br />
Transplantation zurück (+ 7,7 %). Zurzeit werden 643 Patienten nach Herz-, 116 nach<br />
Lungentransplantation und 17 nach Herz-Lungentransplantation regelhaft nachbetreut.<br />
Durchschnittlich stellt sich jeder herztransplantierte Patient 2,9mal und jeder lungentransplantierte<br />
Patient 5,7mal pro Jahr in der Tx-Ambulanz vor. Dies verdeutlicht die besondere Betreuungsintensität<br />
der Patienten nach Lungentransplantation. Diese findet auch in der unverändert hohen Zahl von 429<br />
Bronchoskopien jährlich (davon 117 mit Interventionen wie Dilatationen der Atemwege oder Biopsien)<br />
ihren Niederschlag.<br />
Eine weitere Zunahme erfährt auch die telefonische Beratung transplantierter Patienten, betreuender<br />
Hausärzte und Kliniken. So werden rund 120 diesbezügliche Telefonate täglich über die Tx-Ambulanz<br />
abgewickelt.<br />
Die Zahl der vor einer Transplantation ambulant zu evaluierenden Patienten konnte nicht ganz auf dem<br />
Niveau der Vorjahre gehalten werden. Hier erfolgt jedoch eine Kompensation durch die unverändert,<br />
mit zunehmender Tendenz zur Evaluation, direkt stationär eingewiesenen oder aus externen Kliniken<br />
verlegten Patienten. Dies spiegelt sich in der wiederum gestiegenen Anzahl über die Tx-Ambulanz<br />
abgewickelter stationärer Aufnahmen wider.<br />
4.711 Blutentnahmen, 3.368 EKG-Untersuchungen, 1.641 Spiro-Ergometrien und 4.470<br />
Lungenfunktionsuntersuchungen wurden 2009 durchgeführt. Diese Leistungszahlen verdeutlichen<br />
einmal mehr die sehr hohe Leistungsfähigkeit und Flexibilität der Transplantationsambulanz und ihrer<br />
Mitarbeiter. Nur hierdurch ließen sich auch die umfangreichen Umbaumaßnahmen der<br />
Ambulanzräumlichkeiten mit Verlagerung der Bronchoskopie in den OP-Saal 7 und die Integration des<br />
Echokardiographielabors von Dr. M. Dandel in die 2. Etage ohne größere Auswirkung auf die<br />
Patientenversorgung umsetzen.<br />
1.043 Patienten<br />
vor Transplantation<br />
(Herz oder Lunge)<br />
467 Patienten<br />
zur stationären<br />
Aufnahme<br />
Chirurgische Ambulanz<br />
3.834 Patientenkontakte in 2009<br />
756 Patienten<br />
nach Lungentransplantation<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
1.126 Patienten<br />
mit Erkrankungen der Aorta<br />
380 Patienten<br />
mit Assistsystemen<br />
Transplantationsambulanz<br />
4.125 Patientenkontakte in 2009<br />
69<br />
1.859 Patienten<br />
nach Herztransplantation
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Mechanische Herzunterstützungssysteme<br />
Thomas Krabatsch, Evgenij Potapov<br />
Im Jahr 2009 wurden im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> 160 Herzunterstützungssysteme bei<br />
137 Patienten implantiert, was eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.<br />
Diese Tatsache ist durch eine allgemeine Zunahme der Anzahl von Patienten mit terminaler<br />
Herzinsuffizienz und durch die steigende Akzeptanz der Kunstherzbehandlung bei<br />
zuweisenden Kollegen und bei den Patienten selbst zu erklären. Weiterhin nimmt die Anzahl<br />
sehr schwerer und komplexer Herzoperationen allgemein und insbesondere in unserem<br />
Zentrum kontinuierlich zu, was einen Anstieg der Zahl von Patienten mit einem akuten<br />
Herzversagen nach einer Herzoperation nach sich zieht.<br />
Patienten, bei denen ein mechanisches Kreislaufunterstützungssystem implantiert werden<br />
muss, sind allesamt schwer krank. In den meisten Fällen hat die Herzerkrankung bereits zur<br />
Schädigung anderer Organe (z.B. Lungen, Nieren, Leber) geführt. Wir beobachten seit Jahren<br />
eine Zunahme des Schweregrads der Erkrankung bei zugewiesenen Patienten. Durch die<br />
Optimierung der medikamentösen Therapie, die breite Anwendung der kardialen<br />
Resynchronisation (CTR-Therapie) und durch die Verbesserung der Führung von Patienten mit<br />
einer Herzinsuffizienz werden die Patienten wesentlich später, mit weitgehend ausgeschöpften<br />
Reserven, zugewiesen. In einer solchen Situation hilft oft nur eine notfallmässige<br />
Kunstherzimplantation, die wesentlich risikoreicher und mit mehr postoperativen<br />
Komplikationen behaftet ist. Unser Ziel ist die rechtzeitige und individuell angepasste<br />
Implantation eines VAD-Systems, um die Häufigkeit postoperativer Komplikationen<br />
weitgehend zu minimieren.<br />
Die Implantation eines mechanischen Unterstützungssystems ist im DHZB seit langer Zeit zu<br />
einem Routineeingriff geworden. Dies erfordert bestimmte Standards in der Auswahl der<br />
Patienten und in der intra- und postoperativen Betreuung. Solche Behandlungsstandards<br />
wurden in der letzten Zeit in unserem Zentrum erarbeitet.<br />
Zu diesen Standards gehören Algorithmen<br />
• zur Auswahl der Patienten für die Implantation eines Kunstherzens<br />
• für die prognostische Einschätzung der rechtsventrikulären Funktion nach<br />
Implantation eines linksventrikulären Unterstützungssystems (LVAD)<br />
mittels Echokardiographie<br />
• für die Stufentherapie bei der Behandlung der Patienten bei einem Herzversagen<br />
nach einer Herzoperation und<br />
• Kriterien zur Entwöhnung der Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie vom<br />
implantierten Unterstützungssystem bei Besserung der Herzfunktion.<br />
Schon immer wurden am DHZB nicht nur die Patienten aus <strong>Berlin</strong> und Brandenburg, sondern<br />
auch aus den anderen Bundesländern behandelt. Im Jahre 2009 stammten 51 % der Patienten,<br />
die mit VAD-Systemen versorgt wurden, aus anderen Bundesländern.<br />
Mehrere in anderen Herzkliniken operierte Patienten wurden an der Herz-Lungen-Maschine<br />
(ECMO) zu uns verlegt, damit sie hier ein mittel- oder langfristiges mechanisches<br />
Kreislaufunterstützungssystem implantiert bekommen. Acht Patienten kamen aus dem<br />
Ausland. Zum ersten Mal konnten wir 2008 eine Patientin aus Russland mit einem LVAD<br />
versorgen, 2009 waren es bereits zwei Patienten.<br />
70<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Heute werden zunehmend ältere Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz mit einem<br />
Kunstherzen als permanente Lösung behandelt. Dadurch stieg das mittlere Alter der mit VAD<br />
unterstützen Patienten im Vergleich zum Vorjahr von 49 auf 51 Jahre.<br />
Kunstherzimplantationen bei über 70jährigen Patienten werden zu einer Routine. Im Jahr 2008<br />
wurden 5 Patienten, die älter als 70 Jahre waren, mit einem Kunstherzen versorgt, im Jahr 2009<br />
waren es bereits 14.<br />
Im Jahr 2009 kam ein neues Kunstherzsystem am DHZB zum Einsatz – die HVAD-Pumpe der<br />
Firma HeartWare. Dieses System, dessen Hauptbestandteil eine zentrifugale Pumpe ist,<br />
unterscheidet sich von anderen Systemen durch seine noch kleineren Dimensionen und sein<br />
dünneres Steuerungskabel.<br />
Mit der Implantation zweier HVAD-Pumpen im Sinne eines implantierbaren biventrikulären<br />
Unterstützungssystems erreichten wir im Jahre 2009 einen international viel beachteten<br />
Meilenstein auf dem Gebiet der mechanischen Kreislaufunterstützung. Wir entwickelten eine<br />
Reihe von Modifikationen, die eine stabile Funktion des HVAD als „Rechtsherzassist“<br />
ermöglichen. Inzwischen sind 10 Patienten mit einem implantierten biventrikulären Kunstherz<br />
Typ HeartWare HVAD erfolgreich versorgt worden. Das System eröffnet neue Horizonte und<br />
verbessert die Lebensqualität für die biventrikulär dekompensierten Patienten enorm, die sonst<br />
zwei extrakorporale Pumpen bekommen hätten und ein großes Antriebsystem mit sich führen<br />
müssten.<br />
Wegen des gravierenden Mangels an Spenderorganen konnten erneut weniger Patienten mit<br />
einer mechanischen Kreislaufunterstützung transplantiert werden (15 Im Jahr 2007, 17 im Jahr<br />
2008 und 9 im Jahr 2009). Es zeichnet sich somit ein Trend in Richtung der permanenten<br />
Unterstützung ab, insbesondere wenn der Patient mit dem Unterstützungssystem zufrieden ist<br />
und während der Unterstützung keine Komplikationen auftreten.<br />
Im Jahre 2009 wurde bei 13 Patienten eine myokardiale Erholung am Kunstherzen beobachtet<br />
und eine Entwöhnung vom Kunstherzen eingeleitet werden. Um die möglichen<br />
Komplikationen bei der Operation zu minimieren, wurde in unserem Zentrum ein spezielles<br />
Verschlusssystem für die LVADs vom Typ HeartMate II und HeartWare HVAD entwickelt. Die<br />
Zertifizierung und die ersten Einsätze sind für 2010 geplant.<br />
Das Assist-Team des DHZB zu jeder Zeit mehr als 110 Patienten am Assistsystem zu betreuen.<br />
Unserem hohen Anspruch, dies in exzellenter Qualität sicherzustellen, konnten wir nur durch<br />
eine personelle Erweiterung unseres Teams gerecht werden. Nachdem bereits 2008 für die<br />
weitere Verbesserung der Betreuung der VAD-Patienten eine spezielle Arztstelle geschaffen<br />
wurde, gehören unserem Team seit 2009 zwei Verbandsschwestern und eine Arzthelferin an.<br />
Die Richtigkeit dieses Konzeptes hat sich bereits nach wenigen Monaten bestätigt und für das<br />
Jahr 2010 ist die Schaffung einer weiteren Assist-Arztstelle geplant.<br />
Das vor einigen Jahren gebildete Assist-Rescue-Team, das in akuten Situationen Patienten mit<br />
einem Kunstherzen aus dem Ausland für die weitere Versorgung nach <strong>Berlin</strong> transportiert, war<br />
2009 in Singapur im Einsatz.<br />
Auch in diesem Jahr wurden zwei internationale dreitägige Assist-Workshops durchgeführt.<br />
Für das Jahr 2010 sind weitere zwei geplant.<br />
Insgesamt wurden 110 wissenschaftliche Vorträge zum Thema Kunstherz aus dem DHZB<br />
gehalten und 6 Arbeiten in internationalen Zeitschriften publiziert.<br />
Regelmäßige gemeinsame online-Assist-Konferenzen mit dem Baylor College of Medicine in<br />
71<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Anzahl<br />
200<br />
180<br />
160<br />
140<br />
120<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
0<br />
Cardiowest<br />
Levitronix<br />
DeBakey<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> eingesetzte Assistsysteme<br />
Duraheart<br />
Impella<br />
Incor<br />
Jarvik2000<br />
Excor<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Heartmate II<br />
Steigende Anzahl der Assist-Implantationen<br />
Heartware HVAD<br />
Bücherl TAH<br />
1987 1989 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009<br />
72
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Houston, Texas wurden mittels Internet-Telekonferenzschaltung durchgeführt. Bei diesen<br />
Konferenzen findet ein reger Erfahrungsaustausch statt, es werden gemeinsam interessante<br />
klinische Fälle besprochen und wissenschaftliche Vorträge gehalten.<br />
Die für das Jahr 2009 gesetzten Ziele wurden erreicht:<br />
1. Strikte Einhaltung der erarbeiteten Algorithmen bei der Behandlung von<br />
Kunstherzpatienten<br />
2. Anstieg der Implantationszahl durch verbesserte Aufklärungsarbeit bei<br />
zuweisenden kardiologischen Kliniken<br />
3. Erfolgreiche Einführung des HeartWare LVAD in die klinische Routine<br />
4. Fortsetzen der wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Totales Kunstherz mit<br />
kontinuierlichem Blutfluss“<br />
5. Durchführung weiterer wissenschaftlicher Studien auf dem Gebiet der<br />
Stammzellimplantation, Entwöhnung von mechanischer Kreislaufunterstützung<br />
und Reduktion der postoperativen Komplikationen<br />
6. Verbesserung der individuellen Antikoagulation durch Einführung in die klinische<br />
Routine der von-Willebrandt-Faktor-Bestimmung<br />
7. Durchführung zweier internationaler Workshops und Fortbildungskurse für die<br />
Feuerwehr und Ärzte des Paulinenkrankenhauses<br />
8. Erfolgreiche Durchführung des nunmehr 6. Mechanical Circulatory Support-<br />
Symposium<br />
Für das Jahr 2010 haben wir uns folgende Ziele gesetzt:<br />
1. Weitere Steigerung der Implantationszahl<br />
2. Verbesserung der präoperativen Auswahlkriterien<br />
3. Erarbeitung und Erprobung eines Mechanismus für die notfallmäßige Implantation<br />
eines Kurzzeit-Assist-Systems in einem peripheren Krankenhaus in <strong>Berlin</strong> und<br />
Umland durch das DHZB-Team mit nachfolgendem Transport in das DHZB<br />
4. Zertifizierung und Einführung eines Verschlusssystems für HeartMate II und<br />
HeartWare LVAD in die klinische Routine<br />
5. Durchführung von verschiedenen wissenschaftlichen Studien auf dem Gebiet der<br />
mechanischen Kreislaufunterstützung<br />
6. Durchführung von internationalen Workshops und Fortbildungskursen für die<br />
Feuerwehr und Ärzte des Paulinenkrankenhauses<br />
7. Einarbeitung eines neuen Assistarztes<br />
73<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Kardiochirurgische Intensivmedizin<br />
Tom Gromann, Jörg Brandes<br />
Der Bereich Intensivmedizin wird von der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie geführt<br />
und zählt mit insgesamt 48 Betten zu den größten Intensiveinheiten Deutschlands. Das<br />
Versorgungskonzept garantiert eine intensivmedizinische Versorgung auf höchstem Niveau<br />
und erfüllt die Kapazitätsanforderungen der operativen Klinik.<br />
Die Voraussetzungen für einen optimalen Behandlungsverlauf sind: hochspezialisiertes<br />
Personal, modernste technisch-logistische Ausstattung und ein hoher Betreuungsschlüssel.<br />
Gemeinsam mit 32 ärztlichen Mitarbeitern und einem Team von über 150<br />
Intensivpflegekräften, 6 Atmungstherapeuten und 5 Physiotherapeuten werden jährlich über<br />
3500 Patienten intensivmedizinisch versorgt. Die Ärzte und Pflegekräfte der Intensivstationen<br />
stellen überdies den innerklinischen Reanimationsdienst für die gesamte Klinik.<br />
Auch 2009 war in der Intensivmedizin ein Trend zu komplexeren Patienten und damit höheren<br />
Schweregradklassifizierungen sowie eine sehr hohe Bettenauslastung (94%) zu verzeichnen.<br />
Die intensivmedizinische Betreuung im DHZB umfasst das gesamte Spektrum der modernen<br />
Intensivtherapie – einschließlich extrakorporaler Organersatzverfahren wie Hämofiltration-<br />
Hämodialyse, Leberersatztherapie (MARS®), extrapulmonale Unterstützungssysteme (als<br />
klassische pumpengetriebene ECMO oder pumpenlose Membranventilation) und<br />
Herzunterstützungssysteme (Assist Devices, ECMO, IABP).<br />
Für die intensivmedizinische Versorgung stehen alle etablierten Verfahren zum erweiterten<br />
hämodynamischen Monitoring (Echokardiographie, Swan-Ganz-Katheter, Picco®, FlowTrac®)<br />
zur Verfügung. Diagnostische Verfahren wie Bronchoskopie, Sonographie, EEG und<br />
bispektraler Index (BIS) sind jederzeit bettseitig verfügbar.<br />
Modernste Respiratoren erlauben differenzierte Beatmungsverfahren. Als adjunktive<br />
Therapien im Gesamtkonzept einer schonenden Beatmung haben sich der Interventional Lung<br />
Assist (iLA) Membranventilator® und die Inhalation von Stickstoffmonoxid (iNO) sowie<br />
Iloprost etabliert. Zudem konnten wir die Hochfrequenz-Oszilllations-Ventilation (HFOV) als<br />
eine Therapieoption beim akuten Lungenversagen einführen.<br />
Die großen Erfahrungen im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> bei der Anwendung von Techniken<br />
der Dilatationstracheotomie konnten wir im vergangenen Jahr erfolgreich bei der klinischen<br />
Einführung einer neuen Tracheotomiemethode einbringen (Ballondilatationstracheotomie).<br />
Das Versorgungskonzept der operativen Intensivtherapie mit Integration von Ärzten<br />
verschiedener Fachdisziplinen (Herzchirurgie, Anästhesie, Innere Medizin, Allgemeinmedizin)<br />
hat sich sehr bewährt. Klinische Versorgung und wissenschaftliche Fragestellungen können so<br />
unter einer breiten Perspektive bearbeitet werden und die Ausbildung erhält einen<br />
interdisziplinären Charakter. Das Ärzteteam für die zwei Intensivstationen besteht aus 32<br />
Kollegen, die im Schichtbetrieb die Patienten versorgen (davon 14 Fachärzte, 6 mit<br />
abgeschlossener Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, 2 mit der<br />
Zusatzbezeichnung Ärztliches Qualitätsmanagement). 2009 ist es gelungen, die<br />
Personalbesetzung qualitativ und quantitativ weiter zu stabilisieren. Die vergleichsweise<br />
geringe Fluktuationsrate spricht für die Attraktivität des Arbeitsplatzes Intensivstation.<br />
74<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Qualifikation des Behandlungsteams in der Intensivmedizin ist von essentieller Bedeutung.<br />
Dies betrifft sowohl die ärztlich-medizinische Kompetenz als auch die spezielle Ausbildung im<br />
Pflegebereich. Auf der Basis eines interdisziplinären Weiterbildungskonzeptes ist im Jahr 2009<br />
von der Ärztekammer <strong>Berlin</strong> die Weiterbildungsermächtigung im Bereich Intensivmedizin<br />
(Zusatzbezeichnung) erteilt worden.<br />
Nach einer zweijährigen berufsbegleitenden Weiterbildung haben sechs Atmungstherapeuten<br />
im Jahr 2008 ihre neue Tätigkeit begonnen. Im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> arbeitet damit<br />
die deutschlandweit größte Gruppe mit der Qualifikation zum Atmungstherapeuten. Nach<br />
zweijähriger Projektphase ist die strukturierte Einführung des neuen Berufsbildes mittlerweile<br />
abgeschlossen. Das Gesamtkonzept hat sich im klinischen Routinebetrieb bewährt. Die<br />
Einführung des neuen Berufsbildes hat die besondere Kompetenz der Intensivstationen in der<br />
Behandlung von langzeitbeatmeten Patienten weiter gestärkt. Die Ergebnisse bei der<br />
spezialisierten Betreuung von Patienten mit Lungenfunktionsstörungen zeigten bereits sehr<br />
positive Veränderungen der folgenden Parameter: Reintubationsrate, Wiederaufnahmerate auf<br />
den Intensivstationen, Rate an nosokomialen Pneumonien.<br />
Ein Schwerpunkt der kontinuierlichen Qualitätsentwicklung 2009 war die planmäßige<br />
Anpassung bestehender Vorgehensweisen und die Einführung neuester intensivmedizinischer<br />
Standards in Form von hausinternen Leitlinien. Durch ein hochmotiviertes Team ist es<br />
gelungen, neue Erkenntnisse und Therapiestandards in die klinische Praxis zu implementieren.<br />
Beispielhaft war die berufsgruppenübergreifende (Ärzte, Atmungstherapeuten, Pflegekräfte)<br />
Erarbeitung und Einführung der Leitlinie „Vermeidung und Therapie der Ventilator-(Tubus)assoziierten<br />
Pneumonien“.<br />
Im Rahmen eines Audits („Nutrition Day in Europe“) stellten wir uns einem intraeuropäischen<br />
Vergleich als Benchmark-Projekt.<br />
Für das Jahr 2009 ist erfreulich festzuhalten, dass regelmäßige zertifizierte<br />
Fortbildungsveranstaltungen auf hohem fachlichem Niveau für den intensivmedizinischen<br />
Bereich gewährleistet wurden.<br />
Die erbrachten Leistungen verdanken wir der außergewöhnlichen Einsatzbereitschaft unserer<br />
pflegerischen und ärztlichen Mitarbeiter. Die positive Entwicklung gestattet einen<br />
optimistischen Ausblick für die vor uns liegenden Jahre.<br />
75<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Herzchirurgie und Psychosomatik<br />
Wolfgang Albert<br />
Aufgabengebiete<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Das Aufgabenfeld der psychosomatischen Medizin beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen<br />
zwischen seelischen und körperlichen Prozessen im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung<br />
des Menschen. Zum einen haben psychische Störungen erhebliche Auswirkungen auf die<br />
somatische Ebene, zum anderen können somatische Erkrankungen die psychische<br />
Befindlichkeit und das seelische Gleichgewicht elementar verändern, bis hin zu ausgeprägten<br />
psychisch-psychiatrischen Störungsbildern. Auf diese Weise werden beispielsweise die<br />
Erholungsprozesse nach herzchirurgischen Eingriffen von psychischen Faktoren wesentlich<br />
mitbestimmt, denn die psychische Befindlichkeit ist eine zentrale Determinante der<br />
Lebensqualität, die ein wesentliches Bestimmungsstück für den Erfolg medizinischen Handelns<br />
darstellt.<br />
Insbesondere in der Transplantationsmedizin sind die Patienten mit tiefgehenden Eingriffen in<br />
ihre Körperlichkeit konfrontiert: sie müssen sich lange Zeit mit dem Gedanken an ihr Sterben<br />
auseinandersetzen, dann mit ihrem transplantierten Organ einen neuen Lebensabschnitt<br />
beginnen und berechtigte Zuversicht in ihren Körper gewinnen. Dabei ist es von zentraler<br />
Bedeutung, die Nachsorgenotwendigkeiten zu beachten und eine gute Compliance zu zeigen,<br />
d.h., den ärztlichen Vorgaben zu folgen und insbesondere eine zuverlässige<br />
Medikamentenadherance zu entwickeln. Unsere langjährigen Forschungen haben gezeigt, dass<br />
hiervon das Langzeitüberleben und vor allem die gewonnene Lebensqualität abhängig ist. In<br />
besonderem Maße trifft dies für Kinder und Jugendliche zu, da diese sich durch das<br />
medikamentöse und Verhaltensregime häufig hochgradig eingeengt fühlen und übliche<br />
Abgrenzungs- und Aufbegehrensprozesse in der Adoleszenz mitunter zu schwierigsten<br />
Problemen und lebensbedrohlichen Krisen führen können.<br />
Ähnlich komplexen seelischen Belastungen sind Patienten an den Kreislaufunterstützungssystemen<br />
(sog. Kunstherzsysteme) ausgesetzt, die sich vom Funktionieren ihrer<br />
Pumpen abhängig fühlen und lernen müssen, Sicherheit zu gewinnen und nicht von Ängsten<br />
oder Depressionen überflutet zu werden.<br />
Psychologische und psychiatrische Diagnostik:<br />
Evaluierung von für eine Herz- oder Lungentransplantation vorgesehene Patienten in Hinblick<br />
auf psychische Erkrankungen, schwere hirnorganische Störungen, Alkohol- oder<br />
Medikamentenabhängigkeit bzw. Noncompliance bei den Anforderungen in der Nachsorge.<br />
Dabei sind auch die psychosozialen Lebensbedingungen sehr bedeutsam, wie z.B. die zu<br />
erwartende soziale Unterstützung von Familie und Freunden. Diese Evaluierung erfolgt durch<br />
halbstandardisierte Vorgespräche mit Patienten und Angehörigen und partiell mit<br />
testpsychologischen Untersuchungen.<br />
Ziel ist, eine prognostische Einschätzung zu gewinnen und zugleich eine Beziehung zu den<br />
Patienten herzustellen, um ihnen eventuell therapeutische Hilfe anbieten und weitere<br />
individuelle Informationen vermitteln zu können.<br />
Die Diagnostik kann auch noch im Verlauf nach der Operation (Intensivstation bzw.<br />
Transplantationsstation) sowie in Krisensituationen während der späteren ambulanten<br />
Nachsorgebetreuung im DHZB notwendig sein.<br />
76<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Behandlungsmethoden:<br />
Die Behandlungen gründen sich auf zwei Ansätze. Zum einen werden psychopharmakologische<br />
Medikamente verordnet, um schwere psychiatrische Dekompensationen<br />
zurückzuführen oder Angststörungen, depressive Erkrankungen, Anpassungsstörungen bzw.<br />
organisch bedingte psychische Störungen zu behandeln, zum anderen liegt ein Schwerpunkt<br />
auf psychodynamisch fundierten Einzeltherapien, konfliktzentrierten und unterstützenden<br />
(supportiven) mittelfristigen Interventionen der stationären und ambulanten Patienten, sowie<br />
im Bedarfsfall auch ihrer Angehörigen.<br />
Wichtig ist auch häufig die Vermittlung einer therapeutischen Weiterbehandlung am<br />
Heimatort. In Einzelfällen müssen stationäre psychosomatische und/oder psychiatrische<br />
Behandlungen eingeleitet werden oder außerhäusige Unterbringungen in betreuten<br />
Wohnprojekten initiiert werden. In all diesen Fällen ist eine enge multiprofessionelle<br />
Zusammenarbeit unerlässlich.<br />
Patientenzahlen, personelle Ausstattung und Vernetzungen<br />
Im Jahre 2009 erfolgten insgesamt 537 Patientenkontakte im Bereich der stationären<br />
Versorgung und 287 Patientenkontakte in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung<br />
und Diagnostik vor einer Transplantation oder im Nachsorgezeitraum. Zusätzlich wurden etwa<br />
45 Patienten aus dem kardiologischen Erkrankungsspektrum behandelt, um im Vorfeld der<br />
Indikationsstellung zur Transplantation negative psychogene Einflussfaktoren zu<br />
modifizieren.<br />
Die beiden Halbtagsstellen der Abteilung Psychosomatik waren besetzt durch Herrn Dr. med.<br />
Dipl.-Psych. Wolfgang Albert, FA für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, FA für<br />
Allgemeinmedizin, Psychoanalyse, und Frau Dipl.-Psych. Dorothee Schöne, psychologische<br />
Psychotherapeutin.<br />
Frau Dipl.-Psych. Anita Hudalla ist mit der Durchführung von Nachuntersuchungen<br />
langzeitüberlebender junger Patienten befasst, die im Kindes- oder Jugendalter herz- oder<br />
lungentransplantiert wurden und ausführlich interviewt werden.<br />
Neben der Tätigkeit im DHZB wurden konsiliarische Untersuchungen an Patienten<br />
durchgeführt, die im Paulinenkrankenhaus weiterbehandelt werden sowie an Patienten, die in<br />
der Charité Mitte oder im Heliosklinikum im CBF auf ein Organ warten. Zu diesen Kliniken<br />
besteht eine enge Zusammenarbeit.<br />
Innerhalb des DHZB wurden kontinuierlich Weiterbildungsveranstaltungen für das<br />
Pflegepersonal zu den Themengebieten depressive Störungen und Angsterkrankungen,<br />
hirnorganische Störungen und psychopharmakologische Therapie durchgeführt, um das<br />
Verständnis für psychosomatische Erklärungsmodelle zu fördern und unser<br />
behandlungstechnisches Vorgehen zu erläutern. Zudem erfolgten Supervisionsrunden mit dem<br />
Pflegepersonal einzelner Stationen und der Krankengymnastischen Abteilung. Das Ziel dabei<br />
ist, Krisensituationen bei den Patienten zu analysieren und konkrete Interventionen und<br />
Handlungsleitlinien in der pflegerischen Betreuung zu entwickeln, zu erproben und zu<br />
validieren.<br />
77<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Wissenschaftliche Kontakte und Aufgabenfelder:<br />
• Herr Dr. W. Albert ist bei der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG)<br />
Mitglied im wissenschaftlichen Beirat und stellvertretender Vorsitzender der<br />
Kommission Psychosomatik und Lebensqualität.<br />
• Herr. Dr. W. Albert ist außerdem Vorsitzender der Europäischen<br />
Arbeitsgemeinschaft Psychosomatik in der Transplantationsmedizin, in der sich<br />
Ärzte und Psychologen zusammengeschlossen haben, um aus der praktischen<br />
Arbeit in den Transplantationszentren heraus wissenschaftliche und<br />
psychotherapeutische Projekte zu entwickeln und zu realisieren.<br />
• Die Abteilung Psychosomatik ist in der Kommission des deutschen Kollegiums für<br />
psychosomatische Medizin an der Ausarbeitung der Leitlinien für die<br />
psychosomatische Behandlung im Transplantationsbereich federführend beteiligt.<br />
Forschungsprojekte der Abteilung Psychosomatik:<br />
• Datenbank zur Lebensqualität und zum somatischen Status im Langzeitverlauf<br />
nach Herztransplantation (15-25 Jahre nach Htx)<br />
• Untersuchungen zur Lebensqualität von Patienten 10 Jahre nach Anwendung<br />
einer mechanischen Kreislaufunterstützung<br />
• Studie zur Bedeutung von affektiven psychischen Störungen bei Patienten mit<br />
koronarer Herzerkrankung: „A Stepwise Psychotherapy Intervention for Reducing<br />
Risk in Coronary Artery Disease (SPIRR-CAD)“. Die Studie ist eine von der DFG<br />
geförderte multizentrische Untersuchung.<br />
• Forschungsprojekt: „Compliance und Lebensqualität bei in Kindheit oder Jugend<br />
herztransplantierten Patienten“. Das Projekt wird gefördert von der <strong>Berlin</strong>er<br />
Sparkassenstiftung.<br />
78<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
79<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Stiftung Europäische Gewebebanken<br />
Roland Hetzer, Thomas Höhn, Jürgen Spahn<br />
Im Jahre 2008 wurde auf Initiative des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> die Stiftung<br />
Europäische Gewebebanken gegründet. Sie ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in<br />
<strong>Berlin</strong> und als gemeinnützig anerkannt. Zum ersten Stiftungsratspräsidenten wurde Prof. Dr.<br />
Roland Hetzer gewählt. Sein Stellvertreter ist Prof. Dr. Bruno Reichart, Direktor der<br />
Herzchirurgischen Klinik, Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität<br />
München.<br />
Der geschäftsführende Vorstand setzt sich zusammen aus dem Medizinischen Direktor Prof. Dr.<br />
Bruno Meiser, Geschäftsführender Oberarzt der Herzchirurgischen Klinik am Klinikum<br />
Großhadern sowie dem Kaufmännischen Direktor Dipl.-Ing. Thomas Höhn,<br />
Verwaltungsdirektor des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong>.<br />
Neben den genannten sind folgende Institutionen im Stiftungsrat vertreten: BIS-Foundation<br />
(Leiden, NL), Burkart Verwaltungen GmbH (Singen), Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>,<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> München, Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen,<br />
<strong>Herzzentrum</strong> Dresden – Universität an der Technischen Universität Dresden, Institut für<br />
Rechtsmedizin – Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universitäts-Augenklinik<br />
Freiburg sowie das Universitätsklinikum Münster.<br />
Im Jahre 2008 fand die Gründung der SEGB im International Club in <strong>Berlin</strong> statt<br />
80<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Stiftungszweck<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Zweck der Stiftung ist die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und von<br />
Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Gewebetransplantation und Gewebemedizin<br />
in Deutschland und Europa. Der europäische Ansatz unterstützt die Harmonisierungsbestrebungen<br />
innerhalb der EU bei der Weiterentwicklung und Festlegung medizinischwissenschaftlicher<br />
Standards sowie die damit einhergehende Gesetz- und<br />
Verordnungsgebung; insofern versteht sich die Stiftung in Ausgestaltung ihres<br />
Stiftungszwecks auch als Beraterin der sowohl in Deutschland als auch in Europa zuständigen<br />
staatlichen Stellen, Behörden und nachgeschalteten Institutionen und diesbezüglich zugleich<br />
als Interessenvertreterin aller Kooperationspartner.<br />
Des Weiteren will die Stiftung Europäische Gewebebanken grundsätzlich nationale und<br />
internationale Verbindungen mit in- und ausländischen Stiftungen im Bereich der<br />
Transplantations- und Gewebemedizin pflegen und in diesem Zusammenhang internatio¬nale<br />
wissenschaftliche Veranstaltungen und Forschungsvorhaben auf den Gebieten der<br />
Gewebemedizin und Gewebezüchtung unterstützen.<br />
In Erfüllung ihres Stiftungszwecks ist die Stiftung selbstlos tätig; sie verfolgt in erster Linie<br />
keine eigenwirtschaftlichen Zwecke, sondern ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige<br />
Zwecke. Die Stiftung will im Sinne eines großen und stetig wachsenden Erfahrungs-Netzwerks<br />
für alle sich der Stiftung anschließenden Kliniken und Einrichtungen in Deutschland und<br />
Europa gewährleisten, dass unabhängig und neutral die Organisation und Koordination der<br />
Entnahme, Verteilung und Transplantation von Geweben nach internationalen Standards<br />
erfolgen kann. Hierzu gehören Gewebe aller Art. Aufgrund des außerordentlichen und<br />
langjährigen Know-how mit dem Betrieb großer Gewebebanken durch die von den<br />
Stiftungsmitgliedern vertretenen Kliniken bietet sich die Vernetzung mit der neuen Stiftung für<br />
eine Vielzahl weiterer Institutionen an, die sich schon mit Rücksicht auf die immensen Kosten<br />
und rechtlichen Zugangshürden eines „Alleingangs“ gern potente Partner suchen bzw. suchen<br />
müssen.<br />
Aktivitäten 2009<br />
Die Stiftung Europäische Gewebebanken ist auf dem Gebiet der Gewebespende nicht selbst<br />
operativ tätig, vielmehr verfolgt sie das Ziel, mittels Kooperationsverträgen mit<br />
Gewebebanken, Gewebe-Entnahmeeinrichtungen sowie gewebetransplantierenden<br />
Einrichtungen die Gewebemedizin dahingehend zu fördern, dass möglichst viele Patienten mit<br />
lebenswichtigen Gewebetransplantaten versorgt werden können, unter Gewährleistung eines<br />
höchstmöglichen medizinischen Standards und einer gerechten und transparenten Verteilung<br />
allein nach medizinischen Kriterien. Darüber hinaus bietet sie Musterverträge für<br />
Kooperationen zwischen Entnahmeeinrichtungen und Herstellerbetrieben an.<br />
Feste Kooperationen konnten mit folgenden Gewebebanken abgeschlossen werden:<br />
Gewebebank <strong>Berlin</strong>-Brandenburg, <strong>Berlin</strong><br />
Bayrische Gewebebanken, München<br />
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Gewebebank, Bad Oeynhausen<br />
Mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft wurde ein Mustervertrag für die Zusammenarbeit<br />
zwischen Gewebeeinrichtungen und Krankenhäusern bei der Gewinnung von Gewebe nach §<br />
20b Abs. 2 des Arzneimittelgesetzes (sog. vereinfachtes Erlaubnisverfahren) erarbeitet. In dem<br />
81<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Vertrag werden im Einzelnen die von den Vertragspartnern zu erbringenden Leistungen<br />
geregelt. Darüber hinaus gelang es im Laufe des Jahres 2009, das Institut für Rechtsmedizin der<br />
Universität Hamburg-Eppendorf als neues Mitglied für den Stiftungsrat zu gewinnen und eine<br />
Kooperation zwischen der Rechtsmedizin und der Gewebebank <strong>Berlin</strong>-Brandenburg in die<br />
Wege zu leiten.<br />
Auf Initiative der Stiftung gründete sich innerhalb Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz-<br />
und Gefäßchirurgie eine “Kommission Gewebespende”, in der wissenschaftliche und<br />
behördenrelevante Fragestellungen bei der Gewinnung, Aufbereitung, Lagerung, Verteilung<br />
und Implantation von kardiovaskulären Geweben diskutiert werden können.<br />
Im März 2010 werden sich zum ersten Mal Vertreter aller in Deutschland aktiven<br />
Klappenbanken treffen, um sich über Prozeduren, Methoden und Standards bei der Herstellung<br />
von kardiovaskulären Geweben auszutauschen.<br />
Im letzten Quartal des Jahres 2009 wurden vorbereitende Arbeiten für den Aufbau des<br />
Webauftritts der Stiftung aufgenommen. Zusammen mit der Firma artplan21 soll bis zum<br />
Frühjahr 2010 eine Internetseite zur Verfügung gestellt werden.<br />
Seit Dezember 2009 ist die Stiftung institutionelles Mitglied der European Association of<br />
Tissue Banks, einer wissenschaftlichen Vereinigung, die sich seit ihrer Gründung 1991 die<br />
Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Gewebebanken im europäischen Maßstab zur<br />
Aufgabe gemacht hat. Vom 3. bis 5. November 2010 wird die 19. Jahrestagung der EATB in<br />
<strong>Berlin</strong> stattfinden. Es ist vereinbart, dass die Stiftung Europäische Gewebebanken einen halben<br />
Tag des wissenschaftlichen Programms gestalten wird.<br />
Am 11. Juni 2010 wird die Stiftung ein Symposium zum Thema “Gewebespende in <strong>Berlin</strong>-<br />
Brandenburg: Probleme und Chancen” abhalten, auf dem die Stiftung einer breiteren<br />
Öffentlichkeit bekannt gemacht werden soll.<br />
Am 10.12.2009 fand die Gründung von Euromacs e.V. im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> statt<br />
82<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Euromacs<br />
Thomas Krabatsch, Evgenij Potapov<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Seit vielen Jahren versuchen diejenigen europäischen Kliniken, die in der Implantation<br />
mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme führend sind, ein Register für<br />
Kunstherzpatienten zu etablieren (Euro-VAD Projekt). Aus verschiedenen Gründen ist dies<br />
jedoch trotz intensiver Bemühungen und zahlreicher Treffen der Beteiligten bislang nie<br />
gelungen.<br />
Das Assist-Team des DHZB hat auf Anregung von Prof. Hetzer im Jahr 2009 die Initiative<br />
übernommen und gemeinsam mit einer internationalen Anwaltskanzlei die rechtlichen<br />
Rahmenbedingungen für die Gründung eines Europäischen Kunstherzregisters erarbeitet.<br />
Nachdem dieses Konzept auch den Ärzten des zweiten großen VAD-Zentrums in Deutschland,<br />
dem Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen (Direktor: Prof. Dr.<br />
med. J. Gummert) dargelegt wurde und deren Zustimmung fand, wurde am 10. Dezember 2009<br />
in <strong>Berlin</strong> von 14 Gründungsmitgliedern das Europäische Register für Patienten mit<br />
Mechanischer Kreislaufunterstützung (Euromacs) e.V. ins Leben gerufen.<br />
Drei Monate nach seiner Gründung vereint Euromacs bereits 30 Mitglieder aus 7 Europäischen<br />
Ländern und 15 Kliniken, die mechanische Kreislaufunterstützungssysteme anwenden. Dem<br />
derzeit fünfköpfigen Vorstand des Registers gehören seitens des DHZB Prof. Hetzer als<br />
Vorstandsvorsitzender und Prof. Krabatsch als kooptiertes Mitglied an.<br />
Im März 2010 wurde der Verein offiziell in das Vereinsregister eingetragen. Mit der Webseite<br />
www.euromacs.org wurde eine Plattform geschaffen, den Verein und seine Ziele allen<br />
Interessierten zu präsentieren.<br />
Das Register soll in Zukunft Daten für Forschungszwecke in einem Umfang und einer Qualität<br />
zur Verfügung stellen, die einzelnen Zentren nicht möglich ist. Es wird den Vergleich der<br />
europäischen mit internationalen Daten (z.B. mit INTERMACS) ermöglichen und jährliche<br />
Berichte zur Entwicklung der VAD-Therapie herausgeben.<br />
Das Register wird mit den einzelnen europäischen VAD-Kliniken Kooperationsverträge über<br />
die Dateneinlieferung und mit allen interessierten Forschergruppen Kooperationsverträge über<br />
die Datenlieferung für konkrete Studienprojekte abschließen.<br />
Wesentliche Ziele für das Jahr 2010 sind die Definition der Datenbank des Registers und deren<br />
Realisierung, Gespräche mit der Industrie über die Finanzierung des Registers sowie der<br />
Abschluss von Kooperationsverträgen über die Datenlieferung mit möglichst zahlreichen<br />
europäischen Kliniken.<br />
83<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
PRO – Die Vision eines neuen Miteinanders!<br />
Reinhard Pregla<br />
Voller Sorge beobachten wir im Bereich der Organtransplantation eine erschreckende stetige<br />
Zunahme der Wartezeiten auf eine Transplantation.<br />
Mittlerweile hat ein Patient auf der "normalen" Herz-Warteliste kaum eine Chance, ein Organ<br />
zu erhalten. Lediglich Patienten im HU-Status (high urgent: geschätzte weitere Überlebenszeit<br />
ca. 3 Monate!) bekommen in absehbarer Zeit eine Operationschance. Von den etwa 12.000 in<br />
unserem Land auf ein Spenderorgan wartenden Patienten versterben so jedes Jahr etwa 3.000<br />
Menschen.<br />
Und dies, obwohl perfektionierte chirurgische Techniken und hochpotente pharmakologische<br />
Folgebehandlungen ein über Jahrzehnte nahezu normales Weiterleben nach einer<br />
Transplantation ermöglichen können. Auch Spenderorgane wären in bedeutend höherer Zahl<br />
vorhanden, so es genügend Menschen gäbe, die sich schon zu Lebzeiten mit einer postmortalen<br />
Spende ihrer Organe auseinandersetzen würden. Tragischerweise ist dies bisher noch nicht der<br />
Fall.<br />
Der unvermeidliche eigene Tod oder der naher Angehöriger wird zu Lebzeiten meist verdrängt.<br />
Die Frage nach einer Organspende kommt fast immer unerwartet, zumal dem Tod des<br />
Angehörigen meist kein langes Leiden zu Grunde liegt, sondern unerwartete, kurze und tödlich<br />
endende Krankeit oder Unfall. Ohne sich auf ein Gespräch zu Lebzeiten des Verstorbenen oder<br />
einen Organspenderausweis beziehen zu können, sind Angehörige oft unschlüssig, unsicher,<br />
möchten aus einem „Bauchgefühl“ heraus den Verstorbenen noch beschützen. Die Chance der<br />
Organspende wird so oftmals vertan – nicht ohne späteres Bedauern!<br />
Wichtig scheint auch, dass die letzten Jahre der "Individualismusvergötterung" bei uns oft erst<br />
dann ein Gefühl von "WIR", Opferbereitschaft oder Barmherzigkeit entstehen lässt, wenn wir<br />
selbst oder unsere Liebsten auf Hilfe angewiesen sind. Wir möchten dagegen aufklären und<br />
gleichzeitig für Organspende werben. Diverse Initiativen haben in Vergangenheit und<br />
Gegenwart versucht, die Bereitschaft zur Organspende zu fördern.<br />
Daher sollte unsere Initiative mit einem neuen Konzept in eine nachhaltige, alle Schichten<br />
durchdringende und zusammenführende Kampagne münden:<br />
Wir wollen nicht mit der mitleidorientierten Darstellung von Leid und Bedürftigkeit<br />
appellieren. Wir wollen auch nicht um Organspende werben in einer Art, die dazu führt, daß<br />
sich der Angesprochene bedroht fühlt. Es geht uns vielmehr darum, den Menschen durch<br />
überzeugende persönliche Aussagen gesellschaftlicher Ikonen, Führungspersönlichkeiten und<br />
Menschen mit ganz verschiedenartigen Vorbildfunktionen die persönliche Bereitschaft zur<br />
Organspende als Teil einer Leitkultur zu zeigen, die sogar zu einer selbstverständlichen<br />
Verhaltensnorm werden kann. Die Aussagen sind radikal in ihrer Einfachheit. Sie könnten<br />
sogar helfen, die auseinander driftende Gesellschaft über die Solidarität zur Organspende<br />
wieder ein gutes Stück zusammenzuführen.<br />
84<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Werbeplakat für PRO-Organspende mit Til Schweiger<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
85<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Was wir bisher erreicht haben:<br />
Juli 2009: Die Idee<br />
BVG Bus in <strong>Berlin</strong> mit PRO-Organspende Werbung<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Oktober 2009: Erste Anzeigenkampagne in allen <strong>Berlin</strong>er Springer-Tageszeitungen<br />
(Zehn Fragen zur Organspende), die Webseite www.proorganspende<br />
geht online<br />
November 2009: Erste <strong>Berlin</strong>weite Wall-Plakat-Kampagne, über einen Zeitraum von<br />
zwei Wochen werben 1500 Superhelden-City-Light-Poster für einen<br />
neuen, unbeschwerteren Zugang zum Thema Organspende. Parallel<br />
werden in allen Videoworld-Stores über 40.000 Organspendeausweise<br />
mit Flyern, die die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Organspende<br />
beantworten, verteilt. Der Ansturm ist so groß, dass bereits nach 2<br />
Wochen nachgedruckt werden muss.<br />
Dezember 2009: Das erste Megaposter am Bahnhof Zoo offenbart <strong>Berlin</strong> das klare<br />
Bekenntnis der Initiatoren der Kampagnen. Es folgen diverse andere<br />
Megaposter (Tegel, Schönefeld, Hauptbahnhof). Die ersten<br />
Doppeldecker-Proorganspendebusse rollen ab sofort für 12 Monate<br />
mit dem Superhelden durch <strong>Berlin</strong>.<br />
Die Aktionen von „PRO“, die für die nahe und weitere Zukunft geplant und vorbereitet sind,<br />
werden unser gemeinsames Anliegen noch nachhaltiger unterstützen können – seien Sie<br />
gespannt!<br />
86<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Hochformat vom Grossplakat Zoo oder 17. Juni<br />
87<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Kooperation mit dem Paulinenkrankenhaus<br />
Manfred Hummel<br />
Seit über 10 Jahren besteht eine enge Kooperation zwischen dem Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
und dem Paulinenkrankenhaus. Nach einer zunächst nur begrenzt möglichen Kooperation mit<br />
dem Paulinenkrankenhaus am alten Standort Eschenallee, konnte seit dem Umzug des<br />
Paulinenkrankenhauses zum neuen Standort Dickensweg, dem ehemaligem Britischen<br />
Militärkrankenhaus, im November 2001 die Kooperation sowohl qualitativ als auch quantitativ<br />
deutlich verbessert werden.<br />
Derzeit stehen 148 Betten auf 6 internistischen Stationen, davon 21 Betten zur<br />
intensivmedizinischen Behandlung zur Verfügung, so dass Patienten von der unmittelbar<br />
postoperativen Phase nach thorakalen Eingriffen bis zur Entlassung in die stationäre oder<br />
ambulante Behandlung komplett versorgt werden können.<br />
Darüberhinaus unterhält das DHZB im Paulinenkrankenhaus zwei Operationssäle in denen<br />
Operationen im Rahmen der postoperativen Behandlung von Komplikationen, die Behandlung<br />
von Notfällen postoperativ (z. B. akuten Blutungen) und thorakale Operationen (Bypass-<br />
Operationen, Klappen-Operationen, Aorteneingriffe u.s.w.), mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine<br />
durchgeführt werden können.<br />
Zudem ist es möglich, durch die operative Tätigkeit an zwei Standorten beim akuten Ausfall von<br />
Operationssälen (Renovierungen, Wartungen u.s.w.), die reguläre Versorgung durch das Deutsche<br />
<strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> sowie die Notfallversorgung für <strong>Berlin</strong> und Brandenburg jederzeit<br />
aufrechtzuerhalten.<br />
Bild Pauline<br />
Während des Jahres 2009 wurden in den Operationssälen im Paulinenkrankenhaus 451<br />
Primäreingriffe mit der Herz-Lungen-Maschine darunter 306 Koronareingriffe, 86<br />
Herzklappenoperationen 52 Kombinationseingriffe (Herzklappe und Bypass) sowie 5 Operationen<br />
an der Aorta und 2 Implantationen von Assist-Device-Systemen durchgeführt. Zusätzlich<br />
erfolgten 966 weitere Eingriffe einschließlich der Versorgung von Wunden, abdominelle Eingriffe<br />
bei postoperativen abdominellen Komplikationen (Cholezystektomie, Darmresektionen u.s.w.).<br />
Insgesamt umfasste die operative Tätigkeit 1.417 Operationen.<br />
Durch die Erhöhung der intensivmedizinischen Behandlungskapazität im Paulinenkrankenhaus<br />
2009 von 12 auf 21 Intensivbetten war es möglich, den Engpass bei der postoperativen<br />
Versorgung von Patienten im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> in erheblichem Umfang zu<br />
reduzieren.<br />
88<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Durch die Präsenz von zwei herzchirurgischen Teams am Tag sowie eines herzchirurgischen<br />
Bereitschaftsdienstes in der Nacht, ist sowohl eine hochwertige postoperative Behandlung nach<br />
thorakalen Operationen möglich, als auch die Behandlung von akut auftretenden Problemen, die<br />
einer sofortigen chirurgischen Intervention bedürfen, sichergestellt.<br />
Ein wichtiger weiterer Teil der Zusammenarbeit des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> mit dem<br />
Paulinenkrankenhaus erstreckt sich auf die postoperative Behandlung der immer größer<br />
werdenden Anzahl von Patienten mit mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen, zumal<br />
derzeit rund 150 solcher Systeme pro Jahr im DHZB implantiert werden, mit dem Ziel, die<br />
Patienten nach Hause entlassen zu können oder sie baldmöglichst einer Herztransplantation<br />
zuzuführen.<br />
Für diese Zwecke wurden Ärzte im Paulinenkrankenhaus ausgebildet, eine tägliche Visite durch<br />
einen Kardiotechniker implementiert, der die Assist-Device-Systeme auf ihre korrekte<br />
Funktionalität untersucht. Außerdem wurde ein enger Kontakt mit dem Transplantationsteam des<br />
Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> etabliert, so dass Informationen für eine Indikationsstellung bzw.<br />
Kontraindikationen, für eine Transplantation rasch übermittelt werden können.<br />
Darüberhinaus wurde die Zusammenarbeit mit dem Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> und dem<br />
Paulinenkrankenhaus bei der Behandlung der Patienten vor und nach thorakalen<br />
Transplantationen intensiviert. Die Behandlung vor der Transplantation umfasst einerseits die<br />
Aufrechterhaltung der Kreislauffunktion bei drohendem Herzversagen meist mit Hilfe der die<br />
kontinuierliche Gabe von herzunterstützenden Medikamenten (Katecholaminen), mit der<br />
entsprechenden intensivmedizinischen Überwachungsmöglichkeit ebenso, wie die regelmäßig<br />
(wöchentlich) erforderliche Untersuchung (Re-Evaluation) der Patienten zur Bestimmung der<br />
Dringlichkeit der Transplantation.<br />
Durch die vorhandenen Untersuchungsmöglichkeiten im Paulinenkrankenhaus als internistische<br />
Klinik, sind jederzeit Untersuchungen vor allem endoskopischer und auch sonstiger bildgebender<br />
Art zur Diagnostik und zur Therapie von Komplikationen thorakaler Operationen und nach der<br />
Transplantation mit Ausnahme von Herzkatheter- und MRT-Untersuchungen möglich.<br />
Insgesamt wurden so über 2.500 Patienten im Jahr 2009 im Paulinenkrankenhaus behandelt, die<br />
unmittelbar oder mittelbar zum Primäreingriff im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> aufgenommen<br />
wurden.<br />
Eine weitere wichtige Zusammenarbeit besteht dadurch, dass die Privatstation des Deutschen<br />
<strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> („Andalusien“) sich im 6. Stock des Paulinenkrankenhauses befindet und<br />
Patienten unter der Gesamtverantwortung des DHZB ärztlich und pflegerisch gemeinsam<br />
behandelt werden, bis sie nach Hause oder in eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsbehandlung<br />
entlassen werden können.<br />
Aufgrund der Hochleistungsklinik DHZB und der anschließenden Behandlungsmöglichkeit im<br />
Paulinenkrankenhauses, einer internistischen Abteilung mit 148 Betten, darunter 21 Betten zur<br />
intensivmedizinischen Behandlung, konnte in den letzten Jahren eine für <strong>Berlin</strong> und Brandenburg<br />
beispielhafte hochqualifizierte Behandlungsstruktur nach thorakalen Eingriffen etabliert werden,<br />
die von der präoperativen invasiven Diagnostik, Operationen und interventionellen Eingriffen, der<br />
unmittelbar postoperativen Behandlung bis zur Entlassung nach Hause oder der<br />
Rehabilitationsbehandlung reicht.<br />
Darüber hinaus konnten neue Anforderungen bei der Behandlung schwerer Herzerkrankungen,<br />
wie die Etablierung von Standards der Implantation vor herzunterstützenden Systemen zur<br />
Behandlung von Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz und deren postoperativer Behandlung<br />
mit dem Ziel der Entlassung der Patienten nach Hause in der gemeinsamen Kooperation<br />
umgesetzt werden.<br />
Transplantationsstation) sowie in Krisensituationen während der späteren ambulanten<br />
Nachsorgebetreuung im DHZB notwendig sein.<br />
89<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Bereiche der Chirurgie<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Kooperationen des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />
Norbert Franz<br />
Die in den <strong>Jahresbericht</strong>en des DHZB fortgeschriebenen Aktivitäten der Kooperation sorgten für<br />
ein veritables Spektakel beim gemeinsam ausgerichteten Treffen und Jahreskongress der<br />
Chinesisch-Deutschen Gesellschaft für Medizin und der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für<br />
Medizin in Shanghai am 7 und 8. November 2008.<br />
Unter den Teilnehmern dieses Treffens befanden sich mehr als 100 chinesische Ärzte –meist<br />
Herzchirurgen, die allesamt einen mindestens dreimonatigen Teil Ihrer Ausbildung in der Klinik für<br />
Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> durchgeführt hatten.<br />
Die abendliche Galaveranstaltung rückte so ohne Zutun des Veranstalters allein durch die<br />
Anwesenheit von Herrn Prof. Hetzer das DHZB in den Mittelpunkt. Auf sehr angenehme Weise<br />
verdeutlichte sich Prof. Hetzers erfolgreiches Engagement in der Vermittlung nicht nur der<br />
medizinischen Kenntnisse, sondern auch des „know-how“, das zum Aufbau einer modernen<br />
herzchirurgischen Abteilung gehört. Die Berichte über die beruflichen Erfolge der Gäste, die auf<br />
den im DHZB gewonnenen Erkenntnissen fußen, sind insgesamt beeindruckend.<br />
Stand in diesen Tagen in Shanghai die deutsch-chinesische Kooperation in der Medizin im<br />
Vordergrund, so ist sie doch nur ein Teil der Facette der ausländischen Kooperationen des DHZB.<br />
Hier sind in 2009 insbesondere die Zusammenarbeit mit der Universität in Voronesh und mit dem<br />
Pirogov-Zentrum in Moskau zu nennen.<br />
Eine weitere Ehrendoktorwürde am 1. September 2009, diesmal die der Lomonosov<br />
Staatsuniversität Moskau, zeigte deren Hochschätzung, die mit der Kooperation mit dem DHZB im<br />
Zuge der Errichtung des neuen Medizinischen Zentrums dieser Universität gefestigt wurde.<br />
Berufsgruppenübergreifend und erfreulich entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem Taipei<br />
Veterans General Hospital auf Taiwan. Aus diesem großen Krankenhaus der höchsten<br />
Versorgungsstufe kamen auch in 2009 nicht nur ärztliche Mitarbeiter, sondern auch Intensiv-<br />
Krankenschwestern und eine Oberschwester und Koordinatorin zu den schon etablierten 2monatigen<br />
Fortbildungsaufenthalten in das DHZB. Diese jeweiligen Besuche finden im<br />
Heimatkrankenhaus ihren Niederschlag auch in hausinternen Publikationen und einer<br />
Vortragsreihe. Da das Taipei Veterans General Hospital derzeit seine Forschungslabore ausweitet<br />
und Homograftlabor und Hybrid-Operationssaal einrichtet, wurde auch dafür der Sachverstand<br />
des DHZB gesucht.<br />
Im Zeichen humanitärer Hilfeleistungen stand der dritte Besuch eines OP-Teams des DHZB unter<br />
der Leitung von Herrn Prof. Kuppe in Pjongyang, Nord-Korea. Auch in diesem Jahr waren alle vom<br />
DHZB-Team durchgeführten Operationen erfolgreich. Es steht zu hoffen, dass sich die Situation<br />
im Rot-Kreuz-Krankenhaus in Pjongyang nach der Rückkehr der im DHZB für drei Jahre<br />
fortgebildeten nordkoreanischen Ärzte deutlich verbessert.<br />
Der Kooperation mit der Charité wurde in 2009 neue Impulse durch die Wiederaufnahme der<br />
gemeinsamen Vorstandssitzungen am 9. Juli 2009 gegeben.<br />
Personelle Veränderungen gab es in der Kooperation mit dem Paulinenkrankenhaus, wo die auch<br />
im DHZB als Vertreterin der Pflegedirektorin engagierte Pflegedienstleiterin Frau Busch in den<br />
Ruhestand ging, und ebenfalls im Sana-<strong>Herzzentrum</strong> Cottbus, wo der Chefarzt und dortige<br />
Vertreter Prof. Hetzers, Herr Prof. J. Knörig, in den Ruhestand ging.<br />
90<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Ausbildung ausländischer Gastärzte<br />
im Rahmen der Kooperationen des DHZB 1986-2009<br />
Fellows, 2-5 Jahre 77<br />
(Ärztliche Berufserlaubnis, Integration in die Dienstmannschaft des DHZB)<br />
Facharzt für Herzchirurgie 3<br />
Abgeschlossene medizinische Dissertation 14<br />
Laufende Dissertation 12<br />
Gäste für mindestens 3 Monate 612<br />
(Hospitation, keine Aktive Tätigkeit)<br />
Kongress der Deutsch-Chinesischen Medizinischen Gesellschaft In Shanghai<br />
Einige der ehemaligen chinesischen Gastärzte des DHZB – mittlerweile alle in Chefarztpositionen<br />
91<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Akademie für Kardiotechnik<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Akademische Leitung: Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Roland Hetzer<br />
Organisatorische Leitung und Lehrkardiotechniker: Dipl.-Med. Päd. Frank Merkle<br />
Stellvertretender Lehrkardiotechniker: Herr Harald Woysch<br />
Sekretariat: Frau Karin Pieper<br />
Die Ausbildung zum staatlich geprüften<br />
Kardiotechniker nach der Ausbildungs- und<br />
Prüfungsordnung des Landes <strong>Berlin</strong> wird<br />
weiterhin sehr erfolgreich angeboten. Die<br />
Ausbildung wird auch von Teilnehmern aus<br />
dem Ausland, so z. B. aus Bosnien-<br />
Herzegowina, Griechenland und der Schweiz<br />
in Anspruch genommen. Die Akzeptanz der<br />
Absolventen auf dem Arbeitsmarkt ist wie in<br />
der Vergangenheit sehr hoch.<br />
Seit dem Vorjahr bekommen die Absolventen<br />
der AfK mit Bestehen der Abschlussprüfung<br />
auch das europäische Zertifikat des European<br />
Board of Cardiovascular Perfusion verliehen.<br />
Für das Jahr 2010 ist aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs an klinisch ausgebildeten<br />
Kardiotechnikern die Erhöhung der Ausbildungsplatzanzahl vorgesehen.<br />
Steinbeis Transfer-Institut Kardiotechnik<br />
Direktor: Dipl.-Med. Päd. Frank Merkle<br />
Prüfungsausschuss: Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Roland Hetzer<br />
Prof. Dr. med. Marc O. Schurr<br />
Prof. Dr. med. Stefan Bauer<br />
Sekretariat: Frau Karin Pieper<br />
Seit April 2008 wird der Studiengang Bachelor of Science Cardiovascular Perfusion in<br />
Zusammenarbeit mit der Steinbeis-Hochschule <strong>Berlin</strong> (SHB) angeboten. Hierfür wurde das<br />
Steinbeis-Transfer-Institut Kardiotechnik am DHZB eingerichtet. Parallel zum Studiengang wird<br />
die bisherige Ausbildung nach der Kardiotechniker Ausbildungs- und Prüfungsordnung des<br />
Landes <strong>Berlin</strong> ebenfalls angeboten. Im April 2008 haben die ersten 7 Studenten das Studium<br />
begonnen, im April 2009 kamen weitere 3 Studenten hinzu.<br />
Seit Oktober 2009 wurde durch Anrechnung von Ausbildungsinhalten der Akademie für<br />
Kardiotechnik die Möglichkeit geschaffen, den bisherigen Absolventen der AfK ebenfalls den<br />
Abschluss B.Sc. Cardiovascular Perfusion zu ermöglichen. Hierfür ist jedoch die<br />
Hochschulzugangsberechtigung Voraussetzung. Eine Anrechnung für Studenten nach §11<br />
<strong>Berlin</strong>er Hochschulgesetz ist nicht möglich. Im Oktober 2009 nahmen 6 ehemalige AfK-<br />
Absolventen das Studium unter Anrechnung der Ausbildung auf. Die Reststudiendauer beträgt 18<br />
Monate.<br />
Insgesamt waren im Dezember 2009 13 Studenten und Studentinnen im Studiengang<br />
Kardiotechnik eingeschrieben.<br />
92<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Steinbeis Transfer-Institut Medicine and Allied Health<br />
Direktoren: Dipl.-Med. Päd. Frank Merkle<br />
Prof. Dr. med. Stefan Bauer<br />
Prof. Dr. med. Marc O. Schurr<br />
Prüfungsausschuss: Prof. Dr. med. Dr. h.c.mult. Roland Hetzer<br />
Prof. Dr. med. Marc O. Schurr<br />
Prof. Dr. med. Stefan Bauer<br />
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. rer. medic Erwin Ludwig<br />
Sekretariat: Frau Karin Pieper<br />
Zum 01. Juni 2009 wurde der Studiengang B.Sc. Physician Assistance der Steinbeis-Hochschule<br />
<strong>Berlin</strong> vom Vorgängerinstitut IHCI übernommen. Das neu gegründete Steinbeis-Transfer-Institut<br />
Medicine and Allied Health wurde wie das STI Kardiotechnik am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
angesiedelt. Zum Oktober 2009 waren insgesamt 46 Studentinnen und Studenten<br />
eingeschrieben.<br />
Als Folge der Neustrukturierung des Gesundheitswesens wurde der Bachelor-Studiengang B.Sc.<br />
Allied Health neu konzipiert. Der Studiengang bietet medizinischem Personal erstmals die<br />
Möglichkeit einer fachspezifischen akademischen Graduierung auf Bachelor-Niveau. Es sind drei<br />
Wahlpflichtfächer vorgesehen: Physician Assistance, Cardiology Assistance und Intensive Care<br />
Practitioner.<br />
Der Studiengang Bachelor of Science Allied Health ist modular aufgebaut. Im sogenannten<br />
Common Trunk werden die für die Ausbildung gemeinsamen Inhalte Organisation und Recht,<br />
Betriebswirtschaftslehre, Medizinische Technik, Theoretische Medizin und Klinische Medizin<br />
unterrichtet. In den Wahlpflichtfächern werden spezifische Kenntnisse neu erworben oder<br />
bestehendes Fachwissen erweitert.<br />
Nach Abschluss des Studiengangs haben die Absolventen Sachkenntnis in medizinischen<br />
Grundlagenfächern sowie vertiefte Kenntnisse in den Wahlpflichtbereichen. Weitere Kenntnisse<br />
werden in Pflege- und Gesundheitswissenschaften, Verwaltung, Betriebswirtschaftslehre,<br />
Kommunikation sowie Selbst- und Wissensmanagement vermittelt. Die Absolventen sind<br />
befähigt, wissenschaftliche Ausarbeitungen anzufertigen und bei Studien zu assistieren.<br />
Im Bereich Akademie für Kardiotechnik, STI Kardiotechnik sowie STI Medicine and Allied Health<br />
waren zum Wintersemester 2009/2010 insgesamt 82 Teilnehmer eingeschrieben. Für das Jahr<br />
2010 sind weitere Studiengangsprojekte in Planung.<br />
DHZB Simulations-Operationssaal<br />
Am 19. März 2009 wurde der vom Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> errichtete Simulations-<br />
Operationssaal in Betrieb genommen. Die Finanzierung des Simulations-Operationssaals wurde<br />
durch eine Förderung des Landes <strong>Berlin</strong> sowie durch Sponsorengelder der medizintechnischen<br />
Industrie unterstützt.<br />
Der Operationssaal besitzt einen voll funktionsfähigen Operationstisch mit<br />
Lagerungsmöglichkeiten für verschiedene Operationen, eine OP-Leuchte, ein System zum<br />
Überwachen der Patienten-Vitalfunktionen (Patientenmonitoring) sowie Röntgenbildbetrachter<br />
und andere medizintechnische Geräte. Ein modernes Narkosegerät ist ebenfalls vorhanden. Eine<br />
für die Simulation des extrakorporalen Kreislaufs umgebaute Herz-Lungen-Maschine sowie ein<br />
Patientenkreislaufsimulator werden für die Zwecke der Ausbildung in der Kardiotechnik<br />
verwendet. Eine eigens angefertigte Trainingseinheit mit einem schlagenden Herzen und mit der<br />
Möglichkeit zur Beatmung lässt ein realitätsnahes OP-Umfeld entstehen. Die Simulation kann für<br />
Trainingszwecke aufgezeichnet werden, so dass ein Feedback für die Teilnehmer möglich ist.<br />
93<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Akademie für Kardiotechnik<br />
20<br />
15<br />
10<br />
5<br />
0<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Einrichtung des für Ausbildungszwecke geplanten Operationssaals erfolgte in der neu<br />
bezogenen Etage der Akademie für Kardiotechnik im 2. Obergeschoss der Osram-Höfe (über der<br />
Krankenpflegeschule). Diese Einrichtung steht neben den Auszubildenden der Akademie für<br />
Kardiotechnik ebenso den Auszubildenden zum Operationstechnischen Assistenten sowie den<br />
Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege sowie den Studenten der beiden<br />
Studiengänge B.Sc. Cardiovascular Perfusion und B.Sc. Allied Health zur Verfügung. Zusätzlich<br />
kann die Einrichtung für die Ausbildung von Fachärzten in Herzchirurgie, Kardiologie und<br />
Anästhesie sowie zur Fortbildung von niedergelassenen Ärzten verwendet werden.<br />
Der erste europäische Workshop zur Herz-Lungen-Maschinen Simulation wurde am 4. Dezember<br />
2009 von der Akademie für Kardiotechnik veranstaltet.<br />
weiblich<br />
männlich<br />
Aufgenommene Bewerber<br />
’88 '89 ’90 ’91 ’92 ’93 ’94 ’95 ’96 ’97 ’98 ’99 ’00 ’01 ’02 ’03 ’04 ’05 ’06 ’07 ’08 ’09<br />
94<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
20<br />
18<br />
16<br />
14<br />
12<br />
10<br />
8<br />
6<br />
4<br />
2<br />
0<br />
Absolventen<br />
Kardiotechniker<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Absolventen 1988 - 2009 (n=273)<br />
’88 '89 ’90 ’91 ’92 ’93 ’94 ’95 ’96 ’97 ’98 ’99 ’00 ’01 ’02 ’03 ’04 ’05 ’06 ’07 ’08 ’09<br />
In diesem Diagramm sind die Zu- und Abgänge der jeweiligen Jahrgänge dargestellt.<br />
Für die Jahre 2008 und 2009 gibt es noch keine Absolventen.<br />
AfK Absolventen<br />
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />
95<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Veranstaltungen<br />
Der NutritionDay 2009<br />
2. Teilnahme des DHZB<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Datenerhebung am NutritionDay am 21.Januar 2010 erfolgte im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong><br />
unter Leitung der leitenden Diätassistentin Marion Bohl und unter ärztlicher Aufsicht von Dr.<br />
Lehmkuhl und einem Team von Diätassistentinnen auf einer Normalstation, beiden<br />
Intensivstationen sowie der Transplantationsstation.<br />
Der NutritionDay in Europe ist eine gemeinnützige Initiative mit dem Ziel, das Wissen und die<br />
Aufmerksamkeit um das Thema Mangelernährung zu verbessern. Eine adäquate<br />
Nahrungsversorgung muss ein integraler Bestandteil des Qualitätsmanagements in<br />
Krankenhäusern und Pflegeheimen werden, um eine bessere Gesundheitsversorgung zu<br />
gewährleisten.<br />
Wir können feststellen, dass die Teilnahme für uns im DHZB, zu einer verbesserten<br />
interdisziplinären Zusammenarbeit geführt hat.<br />
96<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
MCS Symposium / MCS Workshop<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
97<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Veranstaltungen<br />
Ausstellungen 2009<br />
Quelle: Werbestudio zum Weissen Rössl<br />
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
98<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Quelle: Uljana Egli
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
Die Publikationen, Vorträge sowie die Forschungsprojekte<br />
der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie<br />
finden Sie auf beiliegender CD.<br />
99<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
100<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Leitung<br />
Prof. Dr. med. Eckart Fleck<br />
Direktor der Klinik<br />
Augustenburger Platz 1<br />
13353 <strong>Berlin</strong><br />
Telefon: +49 30 4593 - 2400<br />
Telefax: +49 30 4593 - 2500<br />
E-mail: kardiologie@dhzb.de<br />
101<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsbericht<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
aus der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Die enge Verzahnung ambulanter und stationärer Diagnostik und Therapie ermöglicht<br />
jährlich die Behandlung von über 10.000 Patienten in der Klinik für Innere Medizin-<br />
Kardiologie des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong>.<br />
Dieses Konzept, basierend auf der optimalen Nutzung personeller, apparativer und<br />
räumlicher Möglichkeiten gewährleistet eine lückenlose und umfassende Betreuung<br />
und Therapie unserer Patienten. Somit ist auch in Zeiten wachsender Patientenzahlen<br />
und finanzieller Restriktionen eine qualitativ hochwertige Therapie ohne Einbußen an<br />
Qualität und Sicherheit für den einzelnen Patienten möglich. Die stetig zunehmenden<br />
Zahlen bestätigen dabei die Mitarbeiter der Klinik in ihren Bemühungen, eine hoch<br />
qualifizierte und gleichzeitig menschennahe und zugewandte Patientenbetreuung zu<br />
praktizieren. Parallel hierzu werden kontinuierlich wissenschaftliche Fragestellungen<br />
in der Klinik für Innere Medizin-Kardiologie des DHZB bearbeitet und durch<br />
Veröffentlichungen dokumentiert, deren Ergebnisse in der Diagnostik und Therapie<br />
den Patienten in der Zukunft nutzen werden.<br />
Prof. Dr. Eckart Fleck<br />
Direktor der Klinik<br />
102<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
103<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Leitender Arzt<br />
Prof. Dr. med. Eckart Fleck, FESC<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
C4 Professor für Innere Medizin der Charité der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität<br />
zu <strong>Berlin</strong>; Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung<br />
Oberärzte<br />
Dr. med. Stephan Dreysse (Ltd. Oberarzt, Herzkatheterbereich)<br />
Prof. Dr. med. Hong Gerds-Li (Invasive Elektrophysiologie)<br />
PD. Dr. med. Stephan Götze (Schrittmachertherapie/Resynchronisation,<br />
Lehrbeauftragter)<br />
PD Dr. med. Philipp Stawowy (Station H1, experimentelle Kardiologie,<br />
Forschungsbeauftragter)<br />
Prof. Dr. med. Kristof Graf (Kardiologische Ambulanz, experimentelle<br />
Kardiologie)<br />
Fachärzte<br />
Dipl.-med. Alexander Frumkin Dr. med Rolf Gebker<br />
PD Dr. med. Michael Gräfe PD Dr. med. Cosima Jahnke<br />
Dr. med. Christoph Klein Dr. med. Charalampos Kriatselis<br />
Dr. med. Engin Osmanoglu PD Dr. med. Ingo Paetsch<br />
Dr. med. Matthias Roser<br />
Dr. med. Ernst Wellnhofer<br />
Dr. med. Jens Weissenborn<br />
Assistenzärzte<br />
Dr. med. Vesna Furundzija Thomas Hucko<br />
Dr. med. Jan Kaufmann Dr. med. Sebastian Kelle<br />
Dr. med. Adam Kilimnik Dr. med. Robert Manka<br />
Dr. med. Johannes Möller Dr. med. Christopher Schneeweis<br />
Dr. med. Funda Taner<br />
Georgia Winbeck<br />
Dr. med. Usan Thanabalasingham<br />
Büroleitung/Einbestellungsmanagement<br />
Ingeborg Artmann<br />
MVZ/Funktionsdiagnostik/Studien-Koordination<br />
Monica Post<br />
Gastärzte<br />
Haten Al Salaheen, M.D. (Jordanien) Dr. med. Michael Frick<br />
(Universität Würzburg)<br />
Ashraf Hamdan, M.D. (Israel) Faezh Khattab, M.D. (Syrien)<br />
Min Tang, M.D. (China) Gang Ye, M.D. (China)<br />
Wissenschaftliche Mitarbeiter<br />
Kirstin Atrott Dr. Riad Bourayou<br />
Dr. Thore Dietrich Dipl.-Ing. (FH) Heike Meyborg<br />
Marleen Neumann Dr. Bernhard Schnackenburg<br />
Christiane Schneemann PD Dr. Dietger Stibenz<br />
Forschungsaufenthalte<br />
Dr. med. Sebastian Kelle: Johns Hopkins University, Baltimore, USA<br />
Dr. med. Robert Manka: Eidgenössische Technische Hochschule<br />
Zürich, Schweiz<br />
104<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Promotionen und Habilitationen<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Abgeschlossene Promotionen 1990-2009: 75<br />
davon bewertet mit<br />
summa cum laude: 4<br />
magna cum laude: 33<br />
cum laude: 28<br />
rite: 10<br />
Abgeschlossene Habilitationen 1990-2009: 8<br />
Abgeschlossene Promotionen 2009<br />
Name: Bokemeyer, Johanna<br />
Titel: Einfluss von Statinen auf Beta-1-Integrin-vermittelte Zell-Matrix-<br />
Interaktion zwischen vaskulären glatten Muskelzellen und Kollagen<br />
Name: Fischoeder, Arne<br />
Titel: Regulation von Matrix Metalloproteinase-9 durch Insulin in humanen<br />
THP-1 Monozyten<br />
Name: Kilimnik, Adam<br />
Titel: Regulation und Funktion der Proprotein Convertase PC5 in glatten<br />
Gefäßmuskelzellen der Ratte<br />
Name: Maki Abadi, Jaleh<br />
Titel: Mutationsanalyse im MYBP-C-Gen bei Patienten mit hypertropher<br />
Kardiomyopathie<br />
Name: Tachezy, Michael<br />
Titel: Eignet sich ED-B Fibronektin als Zielmolekül für Athersoklerose in der Nah-<br />
Infrarot-Fluoreszenz-Bildgebung?<br />
Abgeschlossene Habilitation 2009<br />
Name: Jahnke, Cosima<br />
Titel: Stellenwert der Magnetresonanz Koronarangiographie in der Diagnostik der<br />
koronaren Herzerkrankung<br />
105<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Ambulante kardiologische Diagnostik und Therapie<br />
Die Kardiologische Ambulanz und das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im<br />
Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
Die Ambulanz und das MVZ sind weiterhin Anlaufstellen nicht nur für Patienten mit akuten<br />
Beschwerden, sondern auch für Patienten, die eine ambulante kardiologische Diagnostik<br />
wünschen oder sich zur Nachsorge nach kardiologischen oder kardiochirurgischen Eingriffen<br />
vorstellen.<br />
Im Jahr 2009 stellten sich über 900 Patienten mit akuter thorakaler Schmerzsymptomatik vor, für<br />
die unsere Einrichtung die erste Anlaufstelle im Notfall war. Als Ansprechpartner standen hier PD<br />
Dr. Michael Gräfe (Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie), Dr. Engin Osmanoglou (Facharzt<br />
für Innere Medizin) sowie Prof. Dr. Kristof Graf und PD Dr. Stephan Götze (beide Fachärzte für<br />
Innere Medizin und Kardiologie) zur Verfügung, die gleichzeitig Mitarbeiter des Medizinischen<br />
Versorgungszentrums (MVZ) im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> sind.<br />
Durch die Einrichtung einer „Chest Pain Unit“ wurde der organisatorische Ablauf gestrafft und<br />
optimiert und gleichzeitig internationalen Maßstäben und Leitlinien angepasst. Eine<br />
Zertifizierung ist beantragt und wird voraussichtlich 2010 erfolgen. Neben der Betreuung<br />
ambulanter Patienten findet hier auch die Funktionsdiagnostik der stationären Patienten aus dem<br />
<strong>Herzzentrum</strong> statt.<br />
In der Anmeldung werden die Patienten aufgenommen, ihre Personalien erfasst und<br />
Untersuchungsakten angelegt. Als koordinierendes Bindeglied zwischen Patienten und geplanten<br />
Untersuchungen steht im Flurbereich eine Arzthelferin als Ansprechpartner auch für allgemeine<br />
Fragen zur Verfügung, eine Funktion, die von den Patienten sehr gut aufgenommen wird.<br />
Arztzimmer und Funktionsdiagnostikbereiche befinden sich in nächster Nähe, so dass auf kurzen<br />
Wegen alle Untersuchungen durchgeführt werden können:<br />
Laboruntersuchungen, Ruhe-EKG (2 Arbeitsplätze), Belastungs-EKG (3 Arbeitsplätze), Langzeit-<br />
EKG, Langzeit-Blutdruckmonitoring, Dopplersonographien sowie die routinemäßigen<br />
echokardiographischen Untersuchungen inklusive TEE und Stress-Echokardio¬graphie (3<br />
Arbeitsplätze), Belastungsuntersuchungen, Rechtsherzkatheteruntersuchungen inklusive<br />
Spiroergometrien und Kipptischuntersuchungen.<br />
Diagnostische und therapeutische Schwerpunkte<br />
• Untersuchung und Beratung bei akutem Brustschmerz<br />
• Beratung, Planung und Betreuung komplexer Interventionen in allen Gefäßprovinzen,<br />
Wiedereröffnung von Gefäßverschlüssen, Bestrahlung, spezielle Stents<br />
• Therapiekonzepte und Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz, hypertrophe<br />
Kardiomyopathien, biventrikuläre Stimulation<br />
• Diagnose und Betreuung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen<br />
• Spezielle Behandlungsverfahren (Ablation) von Rhythmusstörungen<br />
• Diagnose und Betreuung von Patienten mit Klappenerkrankungen, Klappensprengungen<br />
• Betreuung und interventionelle Therapie von Vorhof-Septumdefekten (ASD, PFO)<br />
• Betreuung und interventionelle Therapie von Aortenaneurysmen<br />
• Schrittmacher- und ICD-Kontrollen, spezielle interventionelle Verfahren<br />
• Vorbereitung und Nachsorge schwerster Herzinsuffizienzformen<br />
• Diagnose und Betreuung von Patienten mit komplexen angeborenen Herzfehlern<br />
106<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Spezielle diagnostische Verfahren<br />
• Ultraschalluntersuchungen, 3D-Erfassung (transthorakal und transösophageal),<br />
Gefäßdoppler, Gewebedoppler inklusive Strain- und Strainrate-Darstellung<br />
• Belastungstests zur Ischämiediagnostik (Stressechokardiographie, Stress-MRT)<br />
• MRT: Herz und Gefäße<br />
• MRT: Funktionsuntersuchungen Perfusion, Wandbewegung, Gewebe (Narben)-<br />
Darstellung, Gefäßfluss, Klappenfunktion<br />
• CT-Untersuchungen der Gefäße<br />
• Invasive diagnostische Verfahren<br />
• Invasive elektrophysiologische Verfahren<br />
Untersuchungszahlen 2009<br />
Ambulante Patienten: gesamt 8.637<br />
Ambulante Patienten: Neuvorstellungen 1.515<br />
Ambulante Patienten: Beratungen 3.648<br />
Ambulante Patienten: Wiedervorstellungen 3.474<br />
Akute Vorstellungen (CPU) 909<br />
Transthorakale Echokardiographien 6.363<br />
Dobutamin-Stress-Echokardiographien 182<br />
Transösophageale Echokardiographien 822<br />
Doppleruntersuchungen peripherer Gefäße<br />
(einschl. Doppleruntersuchung der supraaortalen Gefäße) 1.239<br />
Ruhe-EKG 15.658<br />
Belastungs-EKG 4.228<br />
24h-EKG 2.041<br />
RR-Monitoring 963<br />
Schrittmacherkontrollen 1.523<br />
Defibrillatorkontrollen 1.960<br />
Angiologische Untersuchungen 54<br />
Oberbauchsonographien 48<br />
Schilddrüsensonographien 82<br />
Kipptischuntersuchungen 23<br />
Chest Pain Unit<br />
Um ambulante Patienten mit akutem<br />
Koronarsyndrom schneller zu identifizieren und<br />
einer raschen sowie adäquaten Behandlung<br />
zuführen zu können, wurde im Jahr 2009 im DHZB<br />
eine Chest Pain Unit (CPU) etabliert.<br />
Organisatorisch ist die Chest Pain Unit der<br />
kardiologischen Überwachungsstation (H1<br />
Kardiologie) zugeordnet und befindet sich<br />
räumlich in direkter Nachbarschaft zu den<br />
kardiologischen Ambulanzen. Durch die Chest Pain<br />
Unit wird allen Patienten, die sich mit einem neu aufgetretenen Schmerzereignis akut in der<br />
kardiologischen Ambulanz bzw. dem MVZ des DHZB vorstellen, eine rasche und qualitativ<br />
hochwertige Diagnostik sowie Therapie geboten. Für diese Aufgabe ist die Chest Pain Unit mit<br />
geschultem ärztlichen und medizinischen Personal und einer hochwertigen technischen<br />
Ausstattung bestens ausgerüstet. Die Behandlung richtet sich nach den nationalen und<br />
internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und berücksichtigt die Schwere der Erkrankung<br />
107<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Ambulante kardiologische Diagnostik und Therapie<br />
sowie das individuelle Risiko des Patienten. Um diese hochwertige Patientenversorgung<br />
sicherstellen zu können, wurden durch die Klinik eine Vielzahl von Therapiestandards entwickelt.<br />
Bei Bedarf können die Patienten stationär aufgenommen und weiterversorgt werden. Die<br />
unmittelbare Nähe der Chest Pain Unit zu den Herzkatheterlaboren der Klinik und der<br />
kardiochirurgischen Intensivstationen erlaubt eine schnelle Versorgung aller kritisch kranken<br />
Herzpatienten. Andererseits besteht die Möglichkeit, Patienten ohne erkennbares Risiko oder bei<br />
Ausschluss einer schweren Herzerkrankung rasch nach Hause zu entlassen und eine weitere<br />
ambulante Betreuung einzuleiten. Durch das CPU-Konzept ist es möglich, Behandlungskosten<br />
gering zu halten und Fehlbelegungen zu vermeiden, um alle verfügbaren Ressourcen der Klinik für<br />
die kranken Patienten optimal zu nutzen.<br />
Das neu entwickelte CPU-Konzept des DHZB erfüllt inhaltlich alle Kriterien, die Ende des Jahres<br />
2008 von der „Task Force Chest Pain Unit“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie publiziert<br />
wurden und mit denen erstmals national verbindliche Mindeststandards für die Versorgung von<br />
Patienten mit Verdacht auf Koronarsyndrom definiert worden sind. Ein entsprechender Antrag zur<br />
offiziellen Zertifizierung der Chest Pain Unit wurde bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie<br />
gestellt.<br />
Echokardiographie<br />
Die Echokardiographie der Abteilung Innere Medizin / Kardiologie am DHZB verfügt über drei<br />
Philips IE 33-Geräte und ein Volcano s5 System mit modernster Technologie. Neben den<br />
Standarduntersuchungen werden alle gängigen erweiterten Untersuchungen durchgeführt.<br />
• Transösophageale Echokardiographie (TEE)<br />
• Stress-Echokardiographie<br />
• Kontrast-Echokardiographie<br />
• 3D-Echokardiographie<br />
• Gewebedoppler und Speckle Tracking<br />
• Intravaskulärer Ultraschall<br />
• Gefäßdoppler<br />
108<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Das Echokardiographie-Team führt die primäre kardiovaskuläre Bildgebung bei stationären<br />
Patienten, Konsiliar-Patienten und ambulanten Patienten im MVZ durch. Alle Indikationen<br />
entsprechen dem „Manual zur Indikation und Durchführung der Echokardiographie“ der<br />
Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (Buck T. et al. Clin Res Cardiol Suppl 2009;4(Suppl<br />
1):3-51). Bei allen Patienten erfolgt eine vollständige transthorakale Standarduntersuchung bei<br />
Erstvorstellung. Erweiterte oder gezielte Untersuchungen erfolgen nach klinischer Indikation<br />
insbesondere zur Beurteilung<br />
• der diastolischen Funktion (Tissue-Doppler, Pulmonalvenenflüsse),<br />
• der Viabilität und der Ischämie bei KHE (Stress-Echo),<br />
• der Beurteilung von Klappen und Prothesen (TEE, 3D-TEE),<br />
• der Beurteilung kardialer Emboliequellen und Shunts (TEE, 3D-TEE),<br />
• der mechanischen Asynchronie vor CRT und im Follow-up (Tissue-Doppler),<br />
• bei Verdacht auf Endokarditis oder Klappendysfunktion (TEE, 3D-TEE),<br />
• bei PFO- oder ASD-Verschluss (TEE, 3D-TEE),<br />
• zum Ausschluss von Thromben vor Kardioversion oder Pulmonalvenenisolation (TEE),<br />
• zur Beurteilung der Aorta bei Aneurysma bzw. v.a. Dissektion (TEE),<br />
• zur Beurteilung von intrakoronaren Stents und Plaques (IVUS).<br />
Beispiele:<br />
Abb.1: M-Mode: MKP Sehnenfadenabriss mit<br />
beträchtlicher MI und LV-Dilatation<br />
Abb.3: ASD im 2D-TEE<br />
109<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Abb.2: Normaler Pulmonalvenenfluss im TEE<br />
Abb.4: Schirmchen und Pulmonalvenenostien<br />
im 3D-TEE
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Ambulante Kardiologische Diagnostik und Therapie<br />
Abb.5: Dysfunktion (ein Segel öffnet nicht richtig) einer Carbomedics Mitralklappe im 3D-TEE<br />
Abb.6: Links: Deformierter Stent, Rechts: Entfalteter Stent<br />
Unter Leitung von Herrn Dr. Gräfe und Herrn Dr. Wellnhofer (Member of the European Association<br />
of Echocardiography – EAE) wurden 2009 vier Kollegen aus dem DHZB, drei Rotandinnen und<br />
zwei Rotanden aus der Charité und eine Gastärztin aus Athen weitergebildet. Letztere hat 2009<br />
erfolgreich die Prüfung für die „EAE Accreditation“ abgelegt. Lernziele sind insbesondere die<br />
selbstständige Durchführung und kritische Beurteilung der vollständigen transthorakalen<br />
Standarduntersuchung und die Assistenz bei erweiterten Untersuchungen einschließlich ihrer<br />
Beurteilung.<br />
Ernährungsberatung am MVZ<br />
Im vergangenen Jahr konnte im MVZ des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> die Etablierung einer<br />
professionellen Ernährungs- und Diätberatung vollzogen werden. Das Team besteht aus fünf von<br />
der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)<br />
zertifizierten Mitarbeiterinnen als Diabetesberaterin, Diätassistentin sowie Ernährungsberaterin<br />
unter Leitung von Frau Marion Bohl. Ärztlicherseits wird das Team von Dr. Engin Osmanoglou,<br />
Facharzt für Innere Medizin mit spezieller Ausbildung zur Diabetesbetreuung, unterstützt.<br />
Die Kosten werden von nahezu allen Privat-, Primär- und Ersatzkassen übernommen. Eine<br />
Ausnahme stellt derzeit noch die AOK dar, die eine Ernährungsberatung in ihren eigenen Service-<br />
Centern bevorzugt.<br />
110<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Nach Einführung der ambulanten Ernährungsberatung im DHZB hat das Leistungsangebot eine<br />
große Akzeptanz sowohl bei den Mitarbeitern des Hauses als auch bei den Zuweisern erfahren.<br />
Regelmäßige Fortbildungen zu den Themen Metabolisches Syndrom und Herz-<br />
Kreislauferkrankungen haben hierzu beigetragen. Somit konnten erstmals im vergangenen Jahr<br />
über 300 ambulante Beratungsleistungen dokumentiert werden. Die im Rahmen der<br />
kardiovaskulären Betreuung relevanten Krankheitsbilder bilden den Schwerpunkt des Programms.<br />
Es besteht ein Beratungsthemenkatalog mit Leistungsinhalten für Einzel- und Gruppenberatung.<br />
Die individuelle Schulung erfolgt gemäß der erarbeiteten Curricula. Die Diät- und<br />
Ernährungsberatung erfolgt in der Regel nach der ärztlichen Verordnung, entsprechend der<br />
individuellen Symptomatik und dem Beratungsbedarf. Da unter Umständen ein Kostaufbau<br />
notwendig ist, kann eine längerfristige Betreuung notwendig werden. Hierzu verfügt das<br />
Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> über eine entsprechende Lehrküche. In regelmäßigen öffentlichen<br />
Seminaren werden Fortbildungsveranstaltungen durch das Team angeboten.<br />
Schwerpunkt der Beratung bilden:<br />
Diabetes mellitus, Hyperlipoproteinämie, Übergewicht/Adipositas, Arterielle Hypertonie,<br />
Hyperurikämie sowie Nieren- und Lebersinsuffizienz.<br />
Stationäre Patientenversorgung H1 Kardiologie<br />
Die Klinik für Innere Medizin – Kardiologie behandelt Patienten aus dem gesamten Gebiet der<br />
Inneren Medizin mit Schwerpunkt auf der Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen.<br />
Mit einer Verfügbarkeit von 20 Betten erfüllt die Station alle fachlichen und baulichen<br />
Anforderungen einer Coronary Care Unit mit den Möglichkeiten einer kompletten nichtinvasiven<br />
und invasiven Patientenüberwachung/Telemetrie und damit den Voraussetzungen für die<br />
Therapie kardiologische Notfälle wie z. B. dekompensierte Herzinsuffizienz/low output oder<br />
lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.<br />
Insbesondere werden hier Patienten nach komplexen kardiologischen Eingriffen wie PTCA/PTA<br />
Rekanalisation von Koronargefäßen, Halsgefäßen, Nierenarterien oder Beinarterien,<br />
Valvuloplastien, Implantation von Herzschrittmachersystemen und elektrophysiologischen<br />
Eingriffen betreut. Aufgrund der zunehmenden Komorbidität der Patienten werden in großer<br />
Fallzahl auch endokrinologische, nephrologische und pneumologische Begleiterkrankungen<br />
therapiert. Hierzu zählen insbesondere die Therapie des metabolischen Syndroms/Diabetes<br />
mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Niereninsuffizienz und die chronisch-obstruktive<br />
Lungenerkrankung. Durch die enge Kooperation mit anderen Krankenhäusern ist bei Bedarf die<br />
Weiterbetreuung der Patienten nach erfolgter kardiologischer Diagnostik und Therapie in anderen<br />
Spezialabteilungen gesichert.<br />
Der Stellenschlüssel gliedert sich in einen Oberarzt, 1-2 Fachärzte bzw. Ärzte mit Facharztreife und<br />
2-3 Ärzte in der Ausbildung zum „Facharzt für Innere Medizin und/oder Kardiologie“. Hierdurch<br />
sind im Tagdienst in der Regel 4-5 Ärzte tätig, die Facharztpräsenz ist gesichert. Der Klinikdirektor<br />
verfügt über die Weiterbildungsermächtigung im Fachgebiet „Innere Medizin“ und dem<br />
Schwerpunkt „Kardiologie“. Die Weiterbildung der Ärztinnen und Ärzte der Klinik ist darüber<br />
hinaus durch enge Kooperationen mit Kliniken der Charité Universitätsmedizin-<strong>Berlin</strong> und anderer<br />
<strong>Berlin</strong>er Krankenhäusern der Maximalversorgung im gesamten Spektrum der Inneren Medizin<br />
gesichert.<br />
Zur Optimierung der Arbeitsabläufe in der Patientenversorgung sind alle ärztlichen und<br />
pflegerischen Arbeitsbereiche mit EDV-Systemen ausgestattet, die die Verfügbarkeit der<br />
Patientenakte und aller Befunde zeitnah ermöglichen.<br />
111<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Ambulante Kardiologische Diagnostik und Therapie<br />
Insbesondere zählen hierzu alle bildgebenden Abläufe wie Herzkatheter-, Röntgen-, EKG- und<br />
Magnetresonanztomographie-Untersuchungen sowie Laborparameter. Bei Entlassung aus dem<br />
stationären Aufenthalt erhält der Patient seinen endgültigen Arztbrief mit sämtlichen Befunden<br />
ausgehändigt. Die ärztliche und pflegerische Arbeit wird durch eine Stationsassistentin<br />
unterstützt.<br />
Angeschlossen sind vier Betten einer Tagesklinik, die ein wichtiges Bindeglied im ambulanten<br />
(kardiologische Ambulanz/MVZ des DHZB) und stationären Behandlungs¬prozess darstellt und<br />
Behandlungsabläufe verbessert sowie Wartezeiten begrenzt. Durch den Anschluss an die zentrale<br />
Telemetrieeinheit ist im Notfall auch eine Überwachung über die Nacht gewährleistet. Die Station<br />
H1K ist aufgeteilt in zwei Einzelzimmer, zwei 4-Bett-Zimmer und fünf 2-Bett-Zimmer, die alle<br />
über Waschgelegenheiten, WC, Dusche, Telefon, Fernseher und Internetanschluss verfügen.<br />
Der überwiegende Anteil der kardiologischen Patienten wird geplant stationär aufgenommen.<br />
Insgesamt wurden in 2009 2.760 Patienten vollstationär behandelt (5.546 Behandlungstage;<br />
mittlere Verweildauer 2,0 Tage), etwa ein Drittel dieser Patienten wurden als Notfall vollstationär<br />
behandelt. Bei den meisten Notfallpatienten erfolgte die stationäre Aufnahme aufgrund instabiler<br />
Angina pectoris bzw. eines akuten Koronarsyndroms oder einer akuten Herzinsuffizienz.<br />
1 Angina pectoris/Koronare Herzerkrankung<br />
2 Herzinsuffizienz<br />
3 Akutes Koronarsyndrom<br />
4 Herzrhythmusstörungen<br />
Tabelle 1:<br />
Rangfolge der häufigsten kardiologischen Diagnosen stationär behandelter kardiologischer Patienten 2009<br />
1 Diabetes mellitus<br />
2 Niereninsuffizienz<br />
3 Metabolisches Syndrom<br />
4 Erkrankungen der Schilddrüse<br />
Tabelle 2:<br />
Rangfolge der häufigsten nichtkardiologischen Diagnosen der stationär behandelten kardiologischen Patienten 2009<br />
112<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie<br />
Mitarbeiter:<br />
Dr. R. Gebker, Dr. T. Hucko, PD Dr. C Jahnke, Dr. S. Kelle, Dr. C. Klein, PD Dr. I. Paetsch, Dr. R.<br />
Manka<br />
Gastärzte:<br />
Dr. A. Hamdan (Tel Hashomer, Israel), M. Frick (Universität Würzburg)<br />
Die am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> beispielhaft betriebene Anwendung der kardiovaskulären<br />
Magnetresonanztomographie (CMR) und die weltweit anerkannte Forschung haben dazu<br />
beigetragen, dass sich die CMR in den vergangenen Jahren bei der Diagnostik und<br />
Therapieentscheidung kardiovaskulärer Erkrankungen fest etabliert hat.<br />
Der Trend steigender Untersuchungszahlen hat sich auch 2009 unverändert fortgesetzt, so dass<br />
im vergangenen Jahr über 3.000 Untersuchungen am DHZB durchgeführt wurden. Parallel zu<br />
dieser Entwicklung hat die Zahl der regionalen und überregionalen Zuweiser weiter zugenommen,<br />
wobei jeweils eine ausführliche Beratung bei der Indikationsstellung zur CMR sowie sich<br />
ergebender therapeutischer Konsequenzen stattfindet.<br />
Das klinische Leistungsspektrum der CMR am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> umfasst alle Klasse-I<br />
-und II-Indikationen der internationalen kardiologischen Fachgesellschaften.<br />
Die häufigsten klinischen Fragestellungen an die CMR sind:<br />
• Pharmakologische Belastungsuntersuchungen mit Dobutamin und Adenosin zur nichtinvasiven<br />
Ischämiediagnostik mit Indikationsstellung zur invasiven Herzkatheteruntersuchung<br />
und Koronarangiographie:<br />
Die Erfassung der Lokalisation und des Ausmaßes einer Herzmuskel-Minderdurchblutung<br />
stellt die Grundlage einer rationalen perkutan-interventionellen oder<br />
chirurgischen Revaskularisationstherapie dar und führt zu einer Reduktion<br />
unnötiger invasiver Prozeduren.<br />
• Beurteilung der Myokardtextur:<br />
Störungen der Myokardtextur können als Ursache einer Veränderung der Herzfunktion<br />
(Minderdurchblutung, Entzündung, Klappenerkrankung, Speichererkrankungen,<br />
Infiltrationen, Perikarderkrankungen etc.) identifiziert werden und stellen eine wichtige<br />
Entscheidungshilfe für eine optimale Therapiewahl dar.<br />
• Darstellung der epikardialen Koronararterien und möglicher Gefäßanomalien, inklusive<br />
der Charakterisierung der hämodynamischen Relevanz von Koronaranomalien.<br />
• Identifikation und Charakterisierung kardialer und peri- sowie parakardialer<br />
Raumforderungen (primär kardiale oder mediastinale Tumoren, sekundäre<br />
Metastasenabsiedlung am Herzen).<br />
• Darstellung der großen arteriellen und venösen Thoraxgefäße und möglicher<br />
Gefäßanomalien.<br />
• Charakterisierung der arteriellen Gefäßwände großer thorakaler Gefäße, der<br />
supraaortalen Gefäße und der Koronararterien hinsichtlich atherosklerotischer<br />
Veränderungen.<br />
• 3-dimensionale MR-Angiographien der peripheren arteriellen Gefäße:<br />
Diese erlauben eine ambulante Diagnostik peripherer arterieller Durchblutungsstörungen<br />
zur adäquaten Planung einer interventionellen oder chirurgischen Revaskularisationsstrategie;<br />
dies ist im Gegensatz zur konventionellen, invasiven Röntgenangiographie<br />
auch bei langstreckigen, kompletten Gefäß-verschlüssen infolge Kollateralenfüllung<br />
stets möglich.<br />
113<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie<br />
Anzahl der CMR-Untersuchungen<br />
3500<br />
3000<br />
2500<br />
2000<br />
1500<br />
1000<br />
500<br />
0<br />
1999 2000 2001<br />
2002 2003 2004<br />
Jahr<br />
2005 2006 2007 2008 2009<br />
Abb. 1: Untersuchungszahlen (gesamt) "Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie"<br />
im Zeitraum 1999 bis 2009 (2009: 3400 Patienten)<br />
Indikationen<br />
Die internationalen kardiologischen Fachgesellschaften (American Heart Association, American<br />
College of Cardiology, European Society of Cardiology, Society of Cardiovascular Magnetic<br />
Resonance) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie haben unter Berücksichtigung<br />
relevanter wissenschaftlicher Ergebnisse der letzten Jahre Leitlinien und Positionspapiere<br />
veröffentlicht, die für wichtige Bereiche der klinischen CMR-Praxis (Indikationen, Ausbildung und<br />
Anerkennung von Ausbildungsinhalten, Untersuchungsprotokolle, Befunderstellung) von<br />
Bedeutung sind:<br />
1. CRIC Clinical Research in Cardiology Supplements 2007;2(2):77-96.<br />
2. SCMR Journal of Cardiovascular Magnetic Resonance 2007;9(1):3-4.<br />
3. JACC Journal of the American College of Cardiology 2006;48(7):1475-97.<br />
4. Journal of the American College of Cardiology 2008;51(3):404-8.<br />
5. Circulation 2007;116(11):1318-35.<br />
6. Journal of Cardiovascular Magnetic Resonance 2009;11:5.<br />
114<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Forschung<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Die CMR-Arbeitsgruppe am DHZB ist eine der weltweit führenden Forschungsgruppen auf diesem<br />
Gebiet. Dies wird durch die seit Jahren konstant hohe Zahl an wissenschaftlichen Publikationen,<br />
das große internationale Interesse, die Durchführung von Kursen im Rahmen der CMR-Akademie<br />
und internationaler Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen belegt.<br />
Die Optimierung der Untersuchungsabläufe und die Qualitätsverbesserung der Bildgebung des am<br />
Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> installierten 3.0 Tesla MR-Scanners wurde konsequent<br />
weiterbetrieben: zusätzlich zur Implementierung von Messungen des myokardialen<br />
Oxygenierungsstatus ("Blood Oxygen Level Dependent", BOLD Imaging) wurden neue Verfahren<br />
zur myokardialen Perfusionsmessung (T2 Stern Effekt, 3D-Perfusion) etabliert. Zudem wird im<br />
Rahmen eines Forschungsprojekts die Etablierung einer 19Fluor-MR-Spektroskopie in<br />
Kombination mit einer protonenbasierten anatomischen MR-Bildgebung angestrebt.<br />
Fluorbasierte Kontrastmittel bei kardiovaskulären Erkrankungen<br />
Das Ziel dieses Projekts besteht in der Etablierung einer MR-Bildgebung mit fluorbasiertem<br />
Kontrastmittel zur Darstellung von entzündlich-atherosklerotisch veränderten Gefäßläsionen mit<br />
einem klinisch nutzbaren 3.0 Tesla System. Das Projekt wird aus Mitteln des Zukunftsfonds <strong>Berlin</strong><br />
und aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert und in<br />
enger Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern Capsulution und B. Braun Melsungen<br />
durchgeführt.<br />
Kooperationspartner<br />
• Eidgenössisch Technische Hochschule Zürich, Prof. Dr. P. Boesiger, Prof. Dr. S. Kozerke<br />
• Johns Hopkins University Baltimore, Prof. Dr. M. Stuber<br />
• Kardiovaskuläre MRT am Universitätsklinikum Würzburg, Prof. Dr. W. Bauer<br />
• Philips Research Laboratories Hamburg, Dr. K. Nehrke, Prof. Dr. P. Boernert<br />
• Imperial College London, Dr. V. Puntmann<br />
• Interdisziplinäres Stoffwechselzentrum der Charité Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>,<br />
Prof. Dr. U. Plöckinger<br />
• Center for Cardiovascular Research, Institute of Pharmacology, Charité<br />
Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>, Prof. Dr. T. Unger<br />
115<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie<br />
Forschungsprojekte<br />
Methodisch-technische Projekte<br />
• Direkte Vergleichsstudie von 3D-MR-Angiographie, CT-Koronarangiographie und der<br />
invasiven Koronarangiographie zur Detektion der obstruktiven Koronarerkrankung<br />
• Entwicklung und Implementierung einer 3D-Messtechnik am 3.0 Tesla System (sog.<br />
k-t SENSE Bildgebung) zur Evaluation der Myokardperfusion (Beurteilung der<br />
regionalen Myokarddurchblutung in Ruhe und während koronarer Vasodilatation<br />
mit Adenosin, Kooperation mit Prof. Boesiger und Prof. Kozerke, ETH Zürich)<br />
• Etablierung und Beurteilung eines nutzerunabhängigen Technik zur Planung einer<br />
standardisierten CMR-Untersuchung (SMART HEART Studie)<br />
• Technologische Etablierung von 19F-Imaging mit Umrüstung und Erweiterung des 3.0<br />
Tesla Systems<br />
• Entwicklung einer ultraschnellen, hochaufgelösten 2D-Perfusionstechnik (sog. k-t<br />
SENSE Technik) am 1.5 Tesla System zur Evaluation der Myokardperfusion während<br />
hochdosiertem Dobutamin-Atropin-Stress<br />
• Entwicklung einer Methode zur Bestimmung des Oxygenierungsstatus des Myokards in<br />
Ruhe und während koronarer Vasodilatation ("Blood Oxygen Dependent" (BOLD)<br />
Imaging)<br />
• Entwicklung einer Methode zur direkten Quantifizierung der Myokardperfusion ohne<br />
Verwendung eines Gadolinium-haltigen Kontrastmittels ("Spin-Labeling")<br />
• Entwicklung einer Methode zur Messung T2 Stern-abhängiger Effekte der<br />
Myokardperfusion (Kooperation mit Prof. G. Ertl und Prof. Dr. W. Bauer,<br />
Universitätsklinikum Würzburg)<br />
• Vergleich der 3D-MR-Koronarangiographie am 3.0 Tesla System mit und ohne langsame<br />
Kontrastmittelinfusion (Kooperation mit Prof. Dr. M. Stuber, Johns Hopkins University).<br />
• Charakterisierung der regionalen linksventrikulären Wandbewegung mittels SENC-MR-<br />
Bildgebung am 3.0 Tesla System<br />
• Erfassung von atherosklerotischen Plaques in den epikardialen Koronararterien, den<br />
Thoraxgefäßen und den supraaortalen Halsgefäßen<br />
• Optimierung der 32- und 16-Kanalspulentechnologie für die kardiale und vaskuläre<br />
Bildgebung<br />
• Kombinierte 3D-MR-Angiographie, Fluss- und Myokardperfusionsmessungen zur<br />
Charakterisierung der hämodynamischen Relevanz leicht- bis mittelgradiger<br />
Koronarstenosen (luminale Koronarstenose 40-60 %)<br />
• Implementierung und Optimierung der 4-dimensionalen, kontrastverstärkten MR-<br />
Angiographie der grossen thorakalen und peripheren Gefäße (32- und 16-<br />
Kanalspulentechnologie mit zeitlich aufgelöster 3-dimensionaler Bilddatenakquisition)<br />
• Vergleich von 2D-cine, 3D-cine und 3D-Angiographie zur Charakterisierung des<br />
linken Vorhofs<br />
Tierexperimentelle Projekte<br />
• Etablierung der Kleintierbildgebung am 3.0 Tesla System (Solenoid-<br />
Spulentechnologie, Kooperation mit dem PHILIPS Forschungslabor Hamburg)<br />
• Darstellung chronischer Myokardinfarkte der Ratte und des postinfarziellen<br />
ventrikulären Remodeling (3-dimensionale Ventrikelvolumetrie und<br />
Volumetrie/Segmentierung der Infarktnarben)<br />
• Untersuchungen zur Reproduzierbarkeit der volumetrischen Messungen des<br />
Rattenventrikels und der Infarktnarben (Inter- und Intraobservervariabilität sowie<br />
Variabilität multipler Messungen bei Folgeuntersuchungen)<br />
116<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
• Pharmakologische Intervention (Sartane) zur Reduktion des ventrikulären Remodeling<br />
im Rattenmodell<br />
• Perfusions- und Myokardnarbendarstellung sowie segmentale Wandbewegungsanalyse<br />
in einem "closed chest"-Modell der chronischen Koronarischämie im Schwein nach<br />
perkutaner Implantation langsam okkludierender Koronarstents<br />
• Etablierung der Kleintierbildgebung am 7.0 Tesla System zur in-vivo-<br />
Charakterisierung atherosklerotischer Gefäßveränderungen und Durchführung von<br />
Interventionsstudien beim Kleintiermodell<br />
• Testung Fluor-basierter Kontrastmittel im Tiermodell am 3.0 Tesla System<br />
Klinisch-wissenschaftliche Projekte<br />
• Erfassung der inkrementellen Prognosewertigkeit einer kombinierten (funktionellen<br />
und morphologischen) Myokarddiagnostik (Narbendarstellung, Vitalitätsdiagnostik,<br />
Ischämiediagnostik) bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung<br />
• Beurteilung des Stellenwertes der Dobutamin-Stress-Magnetresonanztomographie für<br />
das klinische Management von Patienten<br />
• Evaluation der Wertigkeit einer zusätzlichen Perfusionsuntersuchung während der<br />
Dobutamin-Stress-Magnetresonanztomographie bei Patienten mit linksventrikulärer<br />
Hypertrophie<br />
• Einfluss der zusätzlichen Perfusionsuntersuchung unter Dobutamin-Stress auf die<br />
Interreader-Variabilität<br />
• Stellenwert der myokardialen Adenosin-Perfusionsuntersuchung bei Patienten nach<br />
ACVB-Operation<br />
• Vergleichsstudie zwischen Dobutamin- und Adenosin-Stress-<br />
Magnetresonanztomographie bei Patienten nach ACVB-Operation (ACVB-COMBI-<br />
Studie)<br />
• Geschlechtsspezifische Analyse der diagnostischen und prognostischen Wertigkeit der<br />
Dobutamin-Stress-Magnetresonanztomographie<br />
• Evaluation der diastolischen Ventrikelfunktion (E/A-Messung, Vorhofvolumina,<br />
Pulmonal-venenflussmessungen, Grid-Tagging)<br />
• Etablierung einer 3-dimensionalen MR-Vorhofangiographie zur Steuerung invasiver<br />
elektrophysiologischer Untersuchungen (insbes. Pulmonalvenenablationen, "EP-<br />
Cockpit")<br />
• Einfluss von Parametern der Vorhoffunktion (Volumina, Funktion, Anatomie der<br />
Pulmonalvenenostien etc.) auf die kurz-, mittel- und langfristige Erfolgsrate der<br />
elektrophysiologischen Pulmonalvenenisolation<br />
• Einfluss von anatomischen Anomalien der Vorhöfe und der Lage der Pulmonalvenenostien<br />
auf die Erfolgsrate elektrophysiologischer Ablationsverfahren<br />
117<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Wissenschaftliche Ergebnisse (Auszug)<br />
Strain-Encoded MRI für die Erfassung der linksventrikulären Funktion<br />
und Zeitpunkt der Kontraktion bei 3.0 Tesla<br />
A. Hamdan, T. Thouet, S. Kelle, E. Wellnhofer, I. Paetsch, R. Gebker, B. Schnackenburg, A.S.<br />
Fahmy, N.F. Osman, A. Bornstedt, E. Fleck<br />
Zielstellung: Untersucht werden sollte die Reproduzierbarkeit von strain-encoded (SENC)<br />
magnetic resonance imaging (MRI) für die Erfassung der regionalen linksventrikulären Funktion<br />
und Zeitpunkt der myokardialen Kontraktion bei 3.0 Tesla.<br />
Material und Methoden: Die Studienpopulation bestand aus 16 gesunden Probanden. SENC-<br />
Messungen wurden in drei Kurzachsen- (apical, medial und basal) sowie drei Längsachsen-Ebenen<br />
(zwei-; drei- und vier-Kammer) durchgeführt. Für die Erfassung der Variabilität der Messungen<br />
(zwischen Untersuchern sowie zwischen den Studien) wurden die Messungen durch zwei<br />
voneinander unabhängigen Untersuchern erfasst. Zur Bestimmung der Reproduzierbarkeit<br />
wurden vier Studien an zwei Tagen wiederholt.<br />
Ergebnisse: Der maximale longitudinale und zirkumferentielle strain war am höchsten am Apex.<br />
Der höchste longitudinale und zirkumferentielle strain erfolgte am frühesten basal. Der Interclass-<br />
Korrelations-Koeffizient zwischen den Untersuchern und den reproduzierten Studien lag<br />
zwischen 0,92 und 0,98.<br />
Zusammenfassung: Die aktuelle Studie demonstriert die Möglichkeit von SENC MRI die regionale<br />
linksventrikuläre Funktion sowie den zeitlichen Verlauf zu messen. SENC MRI könnte eine<br />
objektive Methode zur Quantifizierung der regionalen linksventrikulären Funktion darstellen.<br />
Kurz-Achsen-Ebene (a) und Längs-Achsen-Ebene (b); dargestellt mit strain-encoded MRI in einem gesundem<br />
Probanden von der End-Diastole bis zur End-Systole reichend<br />
Eine maximale myokardiale Kontraktion wird als rot, keine Kontraktion als weiß dargestellt<br />
Die Längs-Achsen-Ebenen zeigen zirkumferentiellen strain, die Kurz-Achsen-Ebenen longitudinalen strain<br />
120<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Magnetresonanztomograph im DHZB<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
121<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />
von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />
Prof. Dr. E. Fleck, Dr. S. Dreysse, Prof. Dr. J-H. Gerds-Li, PD Dr. S. Götze, Prof. Dr. K. Graf, Dr.<br />
C. Klein, Dr. C. Kriatselis, PD Dr. P. Stawowy<br />
Die interventionellen Therapie von Herz- und Gefäßerkrankungen ist Schwerpunkt der Klinik für<br />
Innere Medizin / Kardiologie. Neben den etablierten Behandlungsverfahren werden auch neue<br />
Technologien wie die Implantation von Aortenklapppen mittels Kathetertechnik oder die<br />
Anwendung von medikamentös beschichteten (drug eluting) Ballons in der kardiologischen<br />
Abteilung des DHZB eingesetzt und weiterentwickelt.<br />
In den Katheterlaboren werden durchgeführt<br />
1. Kardiale Diagnostik und interventionelle Therapie am Herzen und<br />
2. Diagnostik und interventionelle Therapie am peripheren Gefäßsystem.<br />
Zu den speziellen am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> durchgeführten<br />
kardialen Interventionen zählen<br />
• ASD/PFO-Verschluss<br />
• TASH ( Behandlung der hypertrophen, obstruktiven Kardiomyopathie)<br />
• Valvuloplastie der Mitralklappenstenose<br />
• Transkutane Implantation von Aortenklappenprothesen (in Kooperation<br />
mit der Herzchirurgie)<br />
Die peripheren Interventionen umfassen<br />
• Interventionen an den großen peripheren Gefäßen (Becken/Bein)<br />
• Behandlung von Nierenarterienstenosen<br />
• Therapie von Carotisstenosen<br />
• Seltene Lokalisationen (der oberen Extremität und thorakoabdomineller Gefäße)<br />
Abb.1: Rekanalisierung einer verschlossenen Arteria femoralis superficialis re.<br />
Links oben und unten: Markierung der proximalen (oben) und distalen (unten) Verschlussstelle<br />
Mitte: Stententfaltung nach Rekanalisierung<br />
Rechts oben und unten: Ergebnis nach Rekanalisierung und Stenting<br />
122<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Logistik<br />
Anzahl Herzkatheterlabore 3<br />
Anzahl Herzkatheterärzte 9<br />
Anzahl Ärzte Interventionen 7<br />
Allgemeine Leistungszahlen 2009 (<strong>Deutsches</strong> Register)<br />
durchgeführte Linksherzkatheter (komplett mit Angio und Coro) 1.564<br />
durchgeführte Koronarinterventionen (PTCA u. verwandte Methoden) 1.246<br />
davon Prozeduren mit Stentimplantationen in %: 89,5<br />
durchgeführte Valvuloplastien 14<br />
Katheterablation bei HOCM 3<br />
Spezielle Interventionen 2009 (Europäisches Register)<br />
PTCA (gesamt) 1.246<br />
Multivessel PTCA (1 Sitzung) 625<br />
PTCA wegen akutem Myokardinfarkt 92<br />
PTCA und Diagnostik in einer Sitzung 6<br />
Verschlusssysteme für die arterielle Punktionsstelle 2.695<br />
Notfallmäßige Bypass-OP 1<br />
Anzahl an Stents (Fälle) 1.115<br />
Multiple Stents (Fälle) 648<br />
Drug eluting Stents 930<br />
Intrakoronarer Ultraschall 22<br />
Intrakoronarer Doppler 12<br />
Intraaortale Gegenpulsation (IABP) 10<br />
Einsatz GpIIb/IIIa-Antagonisten 82<br />
PTV der Mitralklappe 14<br />
Katheterverschluss eines PFO 24<br />
Katheterverschluss eines ASD 5<br />
PTA der Arteria carotis 8<br />
PTA der Nierengefäße 39<br />
PTA der Beingefäße 100<br />
Anzahl<br />
3500<br />
3000<br />
2500<br />
2000<br />
1500<br />
1000<br />
500<br />
0<br />
LHK<br />
PCI<br />
2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />
Jahr<br />
Grafik 1: Anzahl von Linksherzkathetern bzw. Interventionen<br />
123<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />
von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />
Koronarinterventionen<br />
Im Jahre 2009 wurden insgesamt 1.564 diagnostische Herzkatheteruntersuchungen und 1.246<br />
Interventionen an den Koronargefäßen durchgeführt (Tab.1). Bei 1.278 Patienten (98 %) wurden<br />
diagnostische Herzkatheteruntersuchung und interventionelle Behandlung in einer Sitzung (Tab.<br />
2) durchgeführt. Dadurch kann der stationäre Aufenthalt insgesamt verkürzt, dem Patienten ein<br />
Zweiteingriff in der Regel erspart und die Kosten reduziert werden.<br />
Anteil (%)<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
0<br />
1400<br />
1200<br />
1000<br />
800<br />
Anzahl 1600<br />
600<br />
400<br />
200<br />
0<br />
Ad hoc<br />
2. Sitzung<br />
2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />
Jahr<br />
Grafik 2: Anteil der Ad-hoc-Interventionen, 98 % in 2009<br />
Stent<br />
Ballon<br />
2006 2007 2008 2009<br />
Jahr<br />
Grafik 3: Anzahl von Stents im Vergleich zu reinen Balloninterventionen (89,5 % in 2009). In fast 90 % der Fälle<br />
wurden bei den durchgeführten Interventionen Stents eingesetzt<br />
124<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Anteil (%)<br />
Anteil (%)<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
0<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
0<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
DES BMS<br />
2006 2007 2008 2009<br />
Jahr<br />
Grafik 4: Anteil medikamentös beschichteter Stents (DES) und normaler Stents (BMS)<br />
Tabelle 4 zeigt den kontinuierlich ansteigenden Anteil von drug eluting Stents (DES), die im<br />
Vergleich zu den bare metal Stents (BMS) durch ihre signifikant niedrigere Restenoserate eine<br />
wesentlich bessere Prognose für die Patienten erzielen. Die Medikamenten¬beschichtung<br />
(Everolimus, Paclitacel u.a.) der DES verhindert ein übermässiges Gewebewachstum im<br />
Stentbereich.<br />
Eingefäß-Intervention Mehrgefäß-Intervention<br />
2006 2007 2008 2009<br />
Jahr<br />
Grafik 5: Mehrgefäß-Interventionen versus Eingefäß-Interventionen<br />
In gut der Hälfte aller durchgeführten Eingriffe werden die Patienten in einer Sitzung an mehreren<br />
Koronargefäßen behandelt. Dadurch kann in der Regel eine komplette Revaskularisierung erzielt,<br />
dem Patienten ein zweiter Eingriff erspart und Kosten reduziert werden.<br />
125<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />
von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />
Das akute Koronarsyndrom<br />
Zu den akuten Koronarsyndromen zählen der ST-Hebungsinfarkt (STEMI), der Infarkt ohne ST-<br />
Hebung (NSTEMI) und die instabile Angina pectoris mit Enzymanstieg und/oder EKG-<br />
Veränderungen. Diese Patienten profitieren von einer raschen Behandlung des (sub)total<br />
verschlossenen Infarktgefäßes mit Angioplastie und Stentimplantation. Diese Therapie ist durch<br />
die Abteilung Kardiologie rund um die Uhr und sieben Tage die Woche durch den<br />
Herzkatheterrufdienst für Ärzte und Pfegekräfte gewährleistet.<br />
Die interventionelle Akutversorgung (sub)akuter Verschlüsse der peripheren Gefäße und die<br />
Durchführung dringlicher präoperativer Angiographien wird durch diesen Dienst ebenso<br />
sichergestellt. Die Überweisung akuter Infarkte in das Herzkatheterlabor erfolgt überwiegend<br />
direkt aus zuweisenden Kliniken; eine eigene Notaufnahme steht dem DHZB nicht zur Verfügung.<br />
Abb. 2: Verschluss der Hinterwandarterie bei akutem Koronarsyndrom<br />
Links oben: medialer RCA-Verschluss<br />
Rechts oben: Teil-Rekanalisierung nach Draht-Passage<br />
Links unten: Stent-Implantation<br />
Rechts unten: Endergebnis<br />
Die Wiedereröffnung chronisch verschlossener Herzkranzgefäße und aortokoronarer Bypässe ist<br />
ein wichtiger Aspekt in der interventionellen Therapie. Hierdurch können Ischämiezonen beseitigt<br />
werden und damit eine Verbesserung der Herzfunktion und -größe sowie in vielen Fällen eine<br />
deutliche Beschwerdeverbesserung bei den Patienten erzielt werden.<br />
126<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Abb. 3: Rekanalisierung eines verschlossenen LIMA-Bypasses<br />
Oben links: Pfeil: Verschluss des LIMA-Grafts kurz vor der koronaren Anastomose<br />
Oben rechts: Partielle Wiedereröffnung nach Rekanalisierung nach PTCA<br />
Unten links: Stentimplantation<br />
Unten rechts: Endergebnis mit kompletter Darstellung der Vorderwandarterie<br />
Abb. 4: Rekanalisierung eines verschlossenen RCA-Bypasses<br />
Links: Verschluss des Bypasses direkt am aortalen Abgang<br />
Mitte: Rekanalisierung mit Drahtlage im distalen Gefäßabschnitt (Pfeil unten)<br />
und Stentimplantation proximal (Pfeil oben)<br />
Rechts: Endresultat mit offenem Bypass und Darstellung der Gefäßperipherie<br />
127<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Spezielle Koronarbefunde<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />
von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />
Gemeinsames Ostium aller drei Herzkranzgefäße (Abb. 5).<br />
Aus dem Ostium der rechten Kranzarterie (RCA) entspringt nicht nur die Hinterwandarterie,<br />
sondern auch die Seitenwand- (RCX) und Vorderwandarterie (LAD). Einen Krankheitswert hat ein<br />
solcher Befund in der Regel nicht.<br />
Abb. 5: Koronaranomalie. Bereits die Aortenwurzelangiographie (links) zeigt nur ein Koronarostium. Hieraus<br />
entspringen die Hinterwanarterie (RCA), die Seitenwandarterie (RCX) und die Vorderwandarterie (LAD).<br />
Vasospasmus<br />
Pectanginöse Beschwerden können, auch ohne Vorhandensein von Koronarstenosen, durch einen<br />
Vasospasmus der Koronargefäße ausgelöst werden und führen, wenn sie häufig und<br />
langanhaltend auftreten, in einigen Fällen zu myokardialen Läsionen. Diese endotheliale<br />
Dysfunktion kann in der Herzkatheteruntersuchung durch intravenöse Gabe von „Ergonovin“<br />
nachgewiesen werden und hat als Konsequenz die medikamentöse Einstellung mit einem<br />
Kalziumantagonisten oder Nitrat.<br />
Abb. 6: Vasospasmus aller drei Koronararterien<br />
Links: Ausgangsbefund der rechten Kranzarterie<br />
Rechts: Verzögerte und inkomplette Darstellung der rechten Kranzarterie nach<br />
Ergonovin-Gabe; gleichzeitig vasospastischer Gefäßabbruch von LAD und<br />
RCX der linken Kranzarterie! (Pfeile oben re.)<br />
128<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Anzahl<br />
60<br />
50<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
0<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Links: Nach Nitro-Gabe ist der Gefäßspasmus der rechten Kranzarterie voll reversibel<br />
Rechts: Auch LAD und RCX sind wieder komplett perfundiert<br />
Spezielle interventionelle Verfahren und Behandlungsmethoden<br />
Zu den speziellen am Herzen durchgeführten Interventionen (neben den routinemäßig<br />
durchgeführten Ballondilatationen und Stentimplantationen) zählen:<br />
• Valvuloplastie (PTV, Herzklappensprengung)<br />
• TASH (interventionelle Behandlung der obstruktiven Kardiomyopathie)<br />
• ASD/PFO-Verschluss (Verschluss von Vorhofseptumefekten)<br />
• Implantation von Aortenklappenprothesen (transfemoral, transapikal, transaxillär)<br />
PTV<br />
Grafik. 6: Anzahl PTV, ASD und PFO<br />
ASD/PFO<br />
2006 2007 2008 2009<br />
Jahr<br />
129<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />
von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />
Valvuloplastie der Mitralklappe (PTV)<br />
Bei diesem Verfahren handelt es sich um die sogenannte Ballon-Sprengung von stenosierten<br />
Mitralklappen (Abb. 7). Über eine venöse Punktion in der Leiste wird mit Hilfe eines Katheters im<br />
rechten Vorhof transseptal punktiert und der Katheter mit integriertem Ballon in der stenosierten<br />
Mitralklappe positioniert; durch die kurzzeitige Aufdehnung des Ballons wird die Stenose<br />
gesprengt. Dieses Verfahren ist bei entsprechenden morphologischen Voraussetzungen eine gute<br />
Alternative zum operativen Klappenersatz. Systeme zur interventionellen Therapie von undichten<br />
Mitralklappen befinden sich weiterhin in der Erprobung, bieten jedoch bisher keine zuverlässigen<br />
Resultate.<br />
Abb. 7: Mitralklappensprengung (PTV)<br />
Oben links: Mitralklappenebene(Pfeil li.), Pigtail-Katheter in der Spitze des linken Ventrikels<br />
Oben rechts: Ballonkonfiguration während der Entfaltung, Vorhof-Anteil (li.) noch nicht entfaltet<br />
Unten links: Sprengung der Klappe komplett, noch minimale Taille am Mitralring (Pfeil)<br />
Unten rechts: Abschluss-Angiographie zum Ausschluss einer Mitralklappeninsuffizienz<br />
Interventioneller Verschluss von Vorhofseptumdefekten (ASD/PFO)<br />
Der Verschluss von klinisch relevanten Vorhofseptumdefekten (ASD) mit Okkludern (Schirmchen)<br />
ist bei gegebenen morphologischen Voraussetzungen seit vielen Jahren eine etablierte<br />
interventionelle Therapie.<br />
Ein persistierendes Foramen ovale (PFO) findet sich bei ca. 25 % der Bevölkerung und stellt an sich<br />
keinen relevanten Befund dar. Es kann jedoch Ursache von zerebralen Durchblutungsstörungen<br />
infolge einer paradoxen Embolie vom rechten in den linken Vorhof sein und muss dann in der<br />
Regel verschlossen werden, sofern differentialdiagnostisch keine andere Genese gesichert werden<br />
konnte. Hierfür steht ein spezielles PFO-Schirmchen zur Verfügung.<br />
130<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Abb. 8: Verschluss eines persistierenden Foramen ovale<br />
Oben links: Katheter kreuzt das Vorhofseptum im Bereich des PFO (Pfeil), angiographische<br />
Anfärbung des linken Vorhofs<br />
Oben rechts: Beide Schirmchen sind bereits freigesetzt (obere Pfeile), rechtsatriales Schirmchen<br />
noch am Katheter (unterer Pfeil) fixiert<br />
Unten links: Schirmchen ist komplett freigesetzt, das Septum liegt dazwischen, der Katheter<br />
ist zurückgezogen<br />
Unten rechts: Angiographie im rechten Vorhof (Pfeil li.) zeigt die Septumgrenze (Pfeil re.)<br />
Implantation von Aortenklappen-Stent-Prothesen<br />
Seit Anfang 2008 werden im DHZB von einem Team aus Herzchirurgen und Kardiologen<br />
interventionell Aortenklappenprothesen implantiert. Dieses innovative Verfahren ermöglicht es,<br />
stenosierte Aortenklappen mit einem klappentragenden Stent-System sicher und effektiv zu<br />
behandeln. Es handelt sich um eine Konstruktion aus einem Ballon- bzw. selbstexpandierenden<br />
Stent, in den eine aus Rinderperikard gefertigte Aortenklappe eingebracht ist. Über einen<br />
transapikalen, transfemoralen oder transaxillären Zugang wird das Stent-System im<br />
Aortenklappenanulus positioniert und freigesetzt.<br />
Dieses Verfahren wird bevorzugt in einem Hybrid-OP durchgeführt, der über eine leistungsfähige<br />
Katheteranlage und optimale chirurgische Ausstattung verfügt, um notfalls auf eine<br />
konventionelle OP übergehen zu können. Die Erfolgsrate dieses Eingriffs ist am DHZB im<br />
internationalen Vergleich hervorragend. Diese Therapieform ist derzeit noch den multimorbiden,<br />
inoperablen Patienten vorbehalten, die vor einem solchen Eingriff standardisierten Screenings<br />
unterliegen. Mit der weiteren technischen Entwicklung (kleinere Systeme) und positiven<br />
Langzeitergebnissen wird die Methode zunehmend in den kardiologischen Herzkatheterlaboren<br />
transfemoral durchgeführt werden können.<br />
131<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />
von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />
Abb. 9: Implantation einer Corevalve® Aortenklappen-Stent-Prothese transfemoral<br />
Oben links: Vordilatation der Aortenklappenstenose (Pfeil). Transoesophageales<br />
Echo (TEE) zum Monitoring und Schrittmacher (SM) für „rapid pacing“<br />
während der Prothesenentfaltung<br />
Oben rechts: Prothese zur Hälfte freigesetzt, proximaler Anteil ist noch im<br />
„Sheet“ (Pfeil)<br />
Unten links: Prothese komplett freigesetzt, Pfeil markiert den Anulus<br />
Unten rechts:Angiographische Abschlussaufnahme, Pfeile markieren den Anulus<br />
Periphere Interventionen<br />
Die Diagnostik und interventionelle Therapie peripherer Gefäßerkrankungen bezieht sich auf<br />
Verengungen der hirnversorgenden Gefäße, der Nierenarterien, der Viszeralgefäße, der Arterien<br />
der oberen Extremität und vor allem auf Stenosen der Becken- und Beinarterien bei peripherarterieller<br />
Verschlusskrankheit. Die Diagnostik peripherer Gefäßleiden wird zunehmend durch die<br />
nichtinvasive Darstellung mittels Magnetresonanztomographie abgelöst, mit der eine<br />
interventionelle Behandlung geplant und gezielt durchgeführt werden.<br />
132<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Anzahl<br />
250<br />
200<br />
150<br />
100<br />
50<br />
0<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
A. carotis A. renalis A. iliaca A. femoralis Sonstige<br />
2006 2007 2008 2009<br />
Jahr<br />
Grafik 7: Anzahl und Verteilung peripherer Interventionen<br />
Interventionelle Therapie hochgradiger Stenosierungen<br />
der hirnversorgenden Gefäße<br />
Wenn die Indikation und die morphologischen Voraussetzungen zur Therapie von Stenosierungen<br />
der hirnversorgenden Gefäße gegeben sind, kann diese operativ, aber auch interventionell mittels<br />
Dilatation und primärer Stentimplantation erfolgen (s. Abb.10). Die Indikation für einen solchen<br />
Eingriff ist nach den gültigen Richtlinien streng zu stellen, denn das periprozedurale Risiko eines<br />
apoplektischen Ereignisses liegt, wie bei der chirugischen Therapie, bei ca. 3 %.<br />
Abb. 10: Interventionelle Therapie einer hochgradigen Stenose der Arteria carotis interna<br />
Links: Stenose (Pfeil)<br />
Mitte: Ballon- / Stententfaltung<br />
Rechts: Endresultat<br />
133<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Invasive Diagnostik und interventionelle Therapie<br />
von Herz- und Gefäßerkrankungen<br />
Interventionelle Therapie von Nierenarterienstenosen<br />
Die Stentversorgung einer relevanten Nierenarterienstenose ist eine interventionelle Therapie zur<br />
Behandlung einer arteriellen Hypertonie, die sich auf diesen morphologischen Befund gründet.<br />
Neben dem antihypertensiven Effekt besteht der Nutzen einer solchen Intervention im Erhalt bzw.<br />
in der Verbesserung der Nierenfunktion insgesamt.<br />
Abb. 11: Stentimplantation einer hochgradigen Stenose der Arteria renalis rechts<br />
Links: Markierung der Stenose durch Pfeil<br />
Mitte: Stent-Entfaltung<br />
Rechts: Endresultat<br />
Interventionelle Angiologie der Becken- und Beingefäße<br />
Während die Diagnostik der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit heutzutage weitgehend<br />
durch Angiographie-MRT und Doppler geleistet werden kann, ist die elektive Behandlung von<br />
Gefäßstenosen (insbes. bei Claudicatio intermittens) wie auch die Versorgung akuter<br />
Gefäßprobleme (Dissektion, Gefäßverschlüsse perioperativ bzw. periinterventionell) ein wichtiges<br />
Arbeitsfeld unserer Abteilung. Stetige Weiterentwicklungen spezieller Ballons und Stents<br />
ermöglichen die erfolgreiche Akut- und Elektivbehandlung dieser Probleme.<br />
Abb. 12: Rekanalisierung der Arteria femoralis communis dexter<br />
Links: Pfeil markiert den Verschluss der Arteria femoralis communis<br />
Mitte links: Ballondilatation nach Rekanalisierung mit Draht<br />
Mitte rechts: Platzierung eines „self expanding“ Stents<br />
Rechts: Endergebnis<br />
134<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Arbeitsgruppe Rhythmologie<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Elektrophysiologie, Herzschrittmacher, Defibrillatoren und<br />
Stimulationsverfahren bei Herzinsuffizienz<br />
Prof. Dr. H. Gerds-Li, PD Dr. S. Götze, Dr. C. Kriatselis, Dr. M. Roser, G. Winbeck, Dr. J. Möller,<br />
Dr. F. Taner<br />
2009 wurden zusammengefasst insgesamt 708 Eingriffe durchgeführt: elektrophysiologische<br />
Untersuchungen und Ablationen, Schrittmacher- und Defibrillatorimplantationen sowie<br />
Aggregatwechsel, Sondenrevisionen, Sondenkorrekturen und Sondenextraktionen.<br />
Elektrophysiologie<br />
Nach einem erfolgreichen Jahr 2008 konnten wir für 2009 die Leistungszahlen in der<br />
interventionellen Elektrophysiologie weiter steigern. Bei insgesamt 315 elektrophysiologischen<br />
Untersuchungen mit 283 Ablationstherapien wurden bei 73 Patienten Ablationen des<br />
rechtsatrialen Isthmus bei dokumentiertem typischem Vorhofflattern und bei 17 Patienten<br />
Ablationen einer akzessorischen Bahn vorgenommen. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr<br />
weiter gestiegen (siehe Abbildung).<br />
Interventionelle Therapie von Vorhofflimmern<br />
Vorhofflimmern ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung, besonders bei<br />
älteren Menschen. Beim Vorhofflimmern wird die normale rhythmische Erregung der Herzvorhöfe<br />
durch eine hochfrequente ungeordnete Vorhofaktion unterdrückt. Die Therapie des<br />
Vorhofflimmerns hat im Wesentlichen drei Aufgabenstellungen zu erfüllen: Neben der<br />
Frequenzkontrolle bei bestehendem Vorhofflimmern sind es, wenn möglich und indiziert, die<br />
Herstellung und der Erhalt des Sinusrhythmus (Rhythmuskontrolle) sowie die Vermeidung der<br />
Vorhofflimmern-assoziierten kardiogenen Thromboembolie.<br />
2009 wurden im DHZB 114 Patienten mit Vorhofflimmern (überwiegend paroxysmales, auch<br />
persistierendes und permanentes) mittels Pulmonalvenen-Isolation und Substratmodifikation<br />
interventionell behandelt. Die Zusammenarbeit zur weiteren Entwicklung von EP-Cockpit mit EP-<br />
Prenavigator wurde fortgeführt, und die 2008 erstmals weltweit eingesetzte neue<br />
Behandlungsmethode der 3D-Rotationsangiographie mit einem neuartigen multipolaren<br />
Ablationskatheter (z.B. Cryo-Ballon-Katheter, Mesh-Ablator und PVAC-Katheter der Firma<br />
Ablation Frontiers) weiter optimal eingesetzt.<br />
Qualitätssicherung<br />
Die Arbeitsgruppe Elektrophysiologie beteiligt sich weiterhin an überregionalen<br />
Registeraktivitäten (<strong>Deutsches</strong> Ablationsregister), um auch hier die Notwendigkeit zu<br />
unterstreichen, durch nachvollziehbare und vollständige klinische Dokumentation die medizinisch<br />
und ökonomisch unverzichtbaren Informationen von Seiten der Leistungserbringer zu erstellen.<br />
Liste von Herzrhythmusstörungen, die mit Ablationsverfahren behandelt werden können<br />
- Vorhofflimmern (paroxysmal, persistierend und permanent)<br />
- AV-Knoten-Reentry-Tachykardie<br />
- Vorhofflattern<br />
- Wolff-Parkinson-White-Syndrom<br />
- Ektope atriale Tachykardien<br />
- Kammer-Extrasystolen<br />
- Kammer-Tachykardien<br />
135<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Arbeitsgruppe Rhythmologie<br />
EPU-Untersuchungszahlen 2009<br />
4 %<br />
7 %<br />
Anzahl der Untersuchungen<br />
15 %<br />
7 %<br />
300<br />
250<br />
200<br />
150<br />
100<br />
50<br />
0<br />
Insgesamt<br />
EPU-Statistik 2009<br />
9 + (1)<br />
14 + (4)<br />
14 + (2)<br />
9 %<br />
20 + (1)<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
A-Fli. Nicht A-Fli. A-Fla. EAT AVNRT Ventr.<br />
Ektopie<br />
34 52<br />
74<br />
31 %<br />
9<br />
23 %<br />
4 %<br />
Herzschrittmacher- und Defibrillatortherapie<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
2008<br />
2009<br />
VT AVRT Nur EPU<br />
ACS<br />
§<br />
HK mit koronarer Dx<br />
HK mit anderer Dx<br />
SM/ICD: Revision, Implantation<br />
EPU +/- Ablation<br />
eKV bei VHF<br />
#<br />
Sonstige ohne HK<br />
iAP/Myokardinfarkt ohne HK*<br />
§<br />
aus abrechnungstechnischen Gründen nicht als<br />
iAP klassifiziert<br />
#<br />
Dekompensation, Pleuraerguss, Anämie etc.<br />
*HK vom Pat. abgelehnt<br />
Herzschrittmachertherapie<br />
Die transvenöse Implantation von 1-, 2- und 3-Kammer-Schrittmachern im Herzkatheterlabor<br />
gehört seit vielen Jahren zum etablierten Leistungsspektrum unserer Klinik. Hierbei werden<br />
entsprechend den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie überwiegend 2-Kammer-<br />
Schrittmachersysteme implantiert, wobei hier ein wichtiges Augenmerk dem Einsatz moderner 2-<br />
Kammer-Schrittmachersysteme gilt, die durch neue Programmierungs-algorithmen eine<br />
Vermeidung unnötiger rechtsventrikulärer Stimulation ermöglichen.<br />
136
100<br />
90<br />
80<br />
70<br />
60<br />
50<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
0<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Eine weitere wichtige Neuerung stellt der Einsatz MR-kompatibler Schrittmachersysteme dar, die<br />
auch bei Herzschrittmacherpatienten die MR-basierte Diagnostik in der kardiologischen und<br />
übrigen Bildgebung ermöglichen. Während die Implantationszahlen für konventionelle 1- und 2-<br />
Kammer-Schrittmacher wie auch in den Vorjahren weiterhin konstant bleibt, nimmt die Zahl von<br />
Defibrillatoreingriffen, Sondenkorrekturmaßnahmen und Systemexplantationen weiter zu.<br />
Zuweisungen von extern erfolgen insbesondere mit speziellen Indikationen und Fragestellungen,<br />
die sich zum Beispiel mit dem Einsatz von Herzschrittmachern zur Vorbeugung von<br />
Vorhofflimmern befassen oder die subkutane Implantation von sogenannten „Loop-Recordern“<br />
erfordern, elektrodenlosen Langzeit-EKGs zum Aufspüren von intermittierenden<br />
Herzrhythmusstörungen oder der Abklärung von Synkopen.<br />
Als weiterer Schwerpunkt ist weiterhin die Korrektur von Schrittmachern, Elektroden und im<br />
Bereich von Narben anzusehen. Insbesondere die Explantation bzw. Extraktion von ICD-<br />
Elektroden stellt einen nicht risikofreien Eingriff dar, der nur in unmittelbarer Nähe der<br />
Kardiochirurgie in Operationsbereitschaft erfolgen kann und neben ausgiebiger technischer<br />
Erfahrung in der Regel auch den Einsatz von Extraktionssystemen erfordert, die es erlauben,<br />
relativ atraumatisch Narbengewebe der Elektrode von der Gefäß- und Herzwand abzuschälen.<br />
Insgesamt wurden 49 Korrektur- und Explantationseingriffe durchgeführt.<br />
Implantierbare Defibrillatoren (ICD)<br />
Die Implantation von Defibrillatoren erfolgt seit vielen Jahren risikoarm unter hämodynamischer<br />
Überwachung in Lokalanästhesie im Katheterlabor. Durch eine Vielzahl aktueller Studien hat der<br />
Stellenwert der ICDs zur Vorbeugung des plötzlichen Herztods sowohl bei Patienten mit<br />
ischämischer als auch bei nicht-ischämischer Kardiomyopathie auch ohne zusätzliche<br />
elektrophysiologische Testung weiter zugenommen. Die Entscheidung zur Prävention des<br />
plötzlichen Herztods bei schwerst herzinsuffizienten Patienten, die für eine Herztransplantation<br />
in Frage kommen, erfolgt individuell in Abhängigkeit von der Grunderkrankung und anderen<br />
Parametern. 2009 wurden in der Klinik für Innere Medizin / Kardiologie 128 ICD-Implantationen<br />
und 45 ICD-Aggregatwechsel vorgenommen.<br />
Anzahl<br />
ICD Implantationen<br />
SR DR CRT Loop SR DR CRT DR CRT TR So-W So-R<br />
Neuimplantation Wechsel<br />
Aufrüstung<br />
137<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
187 Eingriffe<br />
TR: Taschenrevision<br />
SO-W: Sondenwechsel<br />
So-R: Sondenrevision<br />
Expl: Explantation<br />
Expl
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Darüberhinaus werden unverändert sehr viele Patienten zur Abklärung von Schrittmacher- oder<br />
ICD-Problemen wie Fehlfunktionen, Fehlentladungen und Veränderungen im Bereich der Geräte<br />
oder Elektroden vorgestellt. Aufgrund kontinuierlicher Updates der Programmiergeräte, die für<br />
alle gängigen Aggregattypen vorhanden sind, können auch schwierige Fragestellungen<br />
beantworten werden.<br />
Klinische Studien (unter DHZB-Leitung)<br />
Klinisch-wissenschaftliche Projekte<br />
Die Kooperation zwischen der Elektrophysiologie-Gruppe des DHZB und dem Ingenieur Herrn<br />
Inaki Romero (Holst Centre, Eindhoven, Holland) wurde auch 2009 fortgeführt. Diese Kooperation<br />
hat zwei primäre Ziele: die Frequenz-Analyse von Vorhofflimmern am Oberflächen-EKG und ihrer<br />
Korrelation mit dem langfristigen Erfolg nach einer interventionellen Behandlung und die<br />
Entwicklung eines kleinen tragbaren Geräts zur kontinuierlichen Registrierung des Herzrhythmus<br />
mit der Möglichkeit der Speicherung von Daten für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen. Das<br />
Gerät ist nun serienreif und befindet sich in der klinischen Test-Phase.<br />
Die Arbeitsgruppe „Interventionelle Elektrophysiologie“ am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> ist<br />
eine der auf nationaler und internationaler Ebene führenden Forschungsgruppen auf dem Gebiet<br />
der 3D-Rotationsangiographie vom linken Vorhof, belegt durch zahlreiche Publikationen zum<br />
Thema in den letzten drei Jahren, und ist inzwischen durchaus als Referenzzentrum anzusehen.<br />
Abb. 1: Darstellung der optimalen Projektion der Pulmonalvenen-Ostien durch den linken<br />
Vorhof (3D-Rotationsangiographie)<br />
139<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Arbeitsgruppe Rhythmologie<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Abb. 2: Optimale Platzierung des Cryo-Ballon-Katheters in der RIPV durch 3D-Rotationsangiographie<br />
vom linken Vorhof und Pulmonalvenen-Ostien<br />
INSIGHT-HF (Telemonitoring externer Sensoren und Home Monitoring bei<br />
Herzinsuffizienz-Patienten)<br />
Herzinsuffizienz ist in den Industrienationen eine der Hauptursachen für Tod und wiederholte<br />
Einweisung ins Krankenhaus. Eine optimale Medikation in Kombination mit einer ICD-Therapie<br />
verringert signifikant die Sterblichkeit der Patienten. Dennoch bleiben häufige<br />
Krankenhausaufenthalte eine Belastung. Telemonitoring ermöglicht eine verbesserte zeitnahe<br />
Nachsorge der herzinsuffizienten Patienten und führt nachweislich zu einer erhöhten<br />
Lebensqualität sowie zur Reduktion von Notfallmaßnahmen und Einweisungen ins Krankenhaus.<br />
Auf diese Weise kann Telemonitoring auch zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen.<br />
Die Home-Monitoring-Funktion, die in implantierbare Cardioverter/Defibrillatoren (ICD) von<br />
Biotronik integriert ist, ermöglicht eine tägliche Übertragung interner Geräteparameter sowie<br />
Daten über Herzrhythmus und Aktivität des Patienten. In der Anwendungsbeobachtung Insight-<br />
HF sollen Home Monitoring (HM) und das Telemonitoring der externen Sensoren Gewicht und<br />
Blutdruck parallel angewendet werden. Das Ziel von Insight-HF ist es, die erhobenen Daten<br />
retrospektiv auf mögliche Korrelationen zwischen HM-Parametern und den genannten<br />
Vitalparametern zu untersuchen. Von besonderem Interesse sind dabei die Veränderungen bei<br />
definierten Grenzwertüberschreitungen des Gewichts sowie vor möglichen kardiovaskulären<br />
Ereignissen, die mit einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz einhergehen.<br />
Für die Studie wurden insgesamt 35 Patienten am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> eingeschlossen,<br />
die in einem Nachsorgezeitraum von jeweils sechs Monaten beobachtet werden sollen. Vor dem<br />
Einschluss mussten die Patienten eine schriftliche Einverständniserklärung zur Studienteilnahme<br />
abgeben, anschliessend wurde ein BIOTRONIK ICD mit Home-Monitoring-Funktion implantiert.<br />
140<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Die Patienten erhielten bei der Entlassung ein Blutdruckmessgerät und eine Waage der Firma<br />
Vitaservices GmbH & Co. KG, mit denen täglich Messungen durchgeführt werden sollen. Das<br />
telemedizinische Service Center von Vitaservices führt bei Grenzwertüberschreitungen des<br />
Gewichts ein technisches Monitoring durch, um mögliche Fehler bei der Durchführung der<br />
Messung seitens des Patienten auszuschließen.<br />
Im Abstand von einem, drei und sechs Monaten nach der Implantation erfolgen routinemäßige<br />
Nachsorgeuntersuchungen des Patienten am Studienzentrum. Der Studienabschluss wird Anfang<br />
2010 erwartet.<br />
ERACE (Electronic Repositioning with Acuity and Easytrack Leads)<br />
Die kardiale Resynchronisationstherapie bei herzinsuffizienten Patienten führt trotz verbesserter<br />
Elektroden und Implantationstechniken bei einer signifikanten Anzahl von Patienten zu einer<br />
inadäquaten Stimulation des Nervus phrenicus durch die linksventrikuläre Elektrode. Im Rahmen<br />
der multizentrischen ERACE-Studie, gesponsort durch die Firma Boston Scientific, wurden<br />
prospektiv die Vorteile einer Umpro¬grammierung der linksventrikulären Stimulationsstrompfade<br />
durch das sogenannte elektronische Repositioning überprüft. In den Jahren 2008 und 2009<br />
wurden 309 Patienten in 54 deutschen und französischen Zentren eingeschlossen und jeweils für<br />
sechs Monate nachuntersucht. Die Auswertung der Studie, bei der unsere Klinik mit insgesamt 35<br />
eingeschlossenen Patienten den größten Beitrag geleistet hat, wird Anfang 2010 abgeschlossen<br />
sein.<br />
Stimulationsmöglichkeiten zur Vermeidung einer inadäquaten<br />
Stimulation des N. Phrenicus<br />
PICCO-Optivol-Studie<br />
Diese Studie untersucht Mechanismen und Monitoring-Möglichkeiten der kardialen<br />
Dekompensation, die insbesondere durch das Auftreten eines Lungenödems zu<br />
lebensbedrohlichen Situationen für die Patienten führen kann. Im Rahmen der PICCO-Optivol-<br />
Studie wird ein CRT-ICD-Aggregat implantiert, das durch eine zusätzliche<br />
Thoraximpedanzmessung eine indirekte Beurteilung des Lungenwassers erlaubt (OptiVol-<br />
Algorithmus). Hierbei zeigt eine Verringerung des elektrischen Widerstands zwischen Aggregat<br />
und Elektrode einen zunehmenden Flüssigkeitsgehalt der Lunge an, der klinisch einer drohenden<br />
Dekompensation entspricht. Durch eine Warntonfunktion des Aggregats und durch<br />
telemonitorische Kontrolle kann so eine sich entwickelnde kardiale Dekompensation bereits im<br />
Frühstadium erkannt und durch zusätzliche Diuretikagabe rekompensiert werden, ohne dass eine<br />
Hospitalisierung unbedingt erforderlich ist. Im Rahmen dieser Studie werden die Optivol-<br />
Impedanzmessungen mit Hilfe der invasiven PICCO-Lungenwassermessmethode überprüft, um<br />
mit zwei grundsätzlich verschiedenen diagnostischen Verfahren Aussagen über die<br />
Flüssigkeitsbelastung der Lunge des Patienten machen zu können.<br />
141<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Arbeitsgruppe Rhythmologie<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Ziel ist es, Korrelationen beider Messmethoden zu berechnen, um den Mechanismus einer<br />
kardialen Dekompensation und Rekompensation besser zu verstehen.<br />
Darüberhinaus erfolgt der Vergleich des hämodynamischen Effekts bei intrinsicher Herzaktivität<br />
und biventrikulärer Stimulation bei Implantation und bei der 3- und 12-Monatsnachsorge.<br />
Pulmonary Congestion OptiVol Fluid Trends<br />
Intrathoracic Impedance<br />
Impedance ( )� Fluid index ( �days)<br />
100<br />
60<br />
20<br />
90<br />
80<br />
70<br />
0<br />
0<br />
142<br />
Physician Programmable Threshold<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
OptiVol Fluid Index<br />
40 80 120 160 200<br />
Days<br />
Daily Impedance<br />
Reference Impedance<br />
40 80 120 160 200<br />
Days
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Veranstaltungen, Lehre, Weiterbildung 2009<br />
Lehrveranstaltungen der Kardiologie<br />
2009 hat die Klinik für Innere Medizin – Kardiologie eine Vielzahl studentischer Lehrveranstaltungen<br />
abgehalten, die sowohl im Rahmen interdisziplinärer Veranstaltungsreihen der<br />
Charité als auch in eigenen Lehr- und Unterrichtskonzepten stattfanden. Hierzu gehören die<br />
Beteiligung an interdisziplinären Lehrveranstaltungen im Rahmen des interdisziplinären<br />
Untersuchungskurs, die Beteiligung am Reformstudiengang sowie die Vergabe von<br />
Hausarbeitsthemen an Studierende in der Integrationseinheit “Grundlagen des wisenschaftlichen<br />
Arbeitens“. Darüberhinaus wurden eine Vielzahl freiwilliger Lehrveranstaltungen von der Klinik für<br />
Innere Medizin / Kardiologie des DHZB angeboten, die den Studenten der medizinischen Fakultät<br />
der Humboldt-Unversität klinisch relevante Themen in Form von Seminaren und Übungen<br />
vermitteln.<br />
Etablierte und neue klinische Ergebnisse sowie Forschungsarbeiten werden in der studentischen<br />
Lehre und im Rahmen der CMR-Akademie (www.cmr-academy.com) unter Leitung von Prof. E.<br />
Fleck und PD Dr. Ingo Paetsch vermittelt. Im Jahr 2009 wurden zahlreiche Kurse mit einer Dauer<br />
von einem Tag bis zu drei Monaten angeboten. Insgesamt wurden bisher über 660 Teilnehmer<br />
(Radiologen, Kardiologen, Medizinisch-Technische Assistenten) mit dem Ziel der selbständigen<br />
Anwendung der MR-Bildgebungsmethode aus- und weitergebildet. Ca. 50 % der Teilnehmer<br />
stammten aus Deutschland, der Rest unter anderem aus Island, Österreich, der Schweiz,<br />
Großbritannien, Italien, Niederlande, Belgien, Norwegen, den USA, Saudi-Arabien und China.<br />
Alle Kurse sind von der Akademie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (www.dgk.org), der<br />
Society for Cardiovascular Magnetic Resonance (www.scmr.org) und der Ärztekammer <strong>Berlin</strong><br />
(http://www.aerztekammer-berlin.de/) zertifiziert. Als weltweit anerkanntes Referenzzentrum für<br />
die Kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie können am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> alle<br />
Ausbildungsstandards gemäss den Leitlinien der American Heart Association und des American<br />
College of Cardiology erworben werden (Level I, II und III).<br />
Fortbildungsveranstaltungen der Kardiologie<br />
Es wurden mehrere Fortbildungsaveranstaltungen im DHZB durchgeführt. Insgesamt besuchten<br />
mehr als 170 kardiologische Fachärzte, Internisten und Allgemeinmediziner aus Deutschland die<br />
Klinik für Innere Medizin / Kardiologie. Hierbei konnten Sie im Rahmen eines zweitägigen<br />
Intensivkurses aktuelle Diagnostik und Therapie in Kleingruppen „live“ demonstriert bekommen<br />
und nach Vorträgen und Referaten aktuelle Therapiestandards, leitliniengerechte Therapien und<br />
innovative Entwicklungen diskutieren. Die Klinik veranstaltete Weiterbildungsnachmittage für die<br />
<strong>Berlin</strong>er Kollegen und Zuweiser der Klinik. Alle Veranstaltungen waren durch die <strong>Berlin</strong>er<br />
Ärztekammer zertifiziert.<br />
143<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Veranstaltungen, Lehre , Weiterbildung 2009<br />
Editorial Office der Zeitschrift „Der Kardiologe“ am DHZB<br />
Schriftleitung:<br />
Prof. Dr. med. E. Fleck, Klinik für Innere Medizin – Kardiologie, <strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
und Prof. Dr. med. H.-J. Trappe, Med. Klinik II (Kardiologie / Angiologie), Marienhospital<br />
Herne, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum<br />
Rubrikherausgeber:<br />
Prof. Dr. med. S. Willems, Hamburg, Prof. Dr. med. C: Hamm, Bad Nauheim, Prof. Dr. med. K.<br />
Graf, <strong>Berlin</strong>, Prof. Dr. med. U. Kintscher, <strong>Berlin</strong>, Prof. Dr. med. W. Zimmermann, Göttingen,<br />
Priv.-Doz. Dr. med. P. Stawowy, <strong>Berlin</strong><br />
Die Zeitschrift Der Kardiologe bietet einen „State of the Art“ für alle kardiologisch tätigen Ärzte.<br />
Inhaltlich werden sämtliche Bereiche der Kardiologie praxisnah abgedeckt. Der Fokus liegt auf<br />
gesichertem Wissen mit hoher Relevanz für die tägliche Arbeit.<br />
Das inhaltliche Spektrum umfasst aktuelle Leitlinien und Empfehlungen der deutschen<br />
Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung, Übersichten aus der klinischen<br />
Pharmakologie sowie praxisrelevante Kasuistiken.<br />
In der Rubrik „Journal Club“ kommentieren Experten herausragende Publikationen aus der<br />
internationalen Fachliteratur.<br />
Beiträge der Rubrik „CME: Weiterbildung – Zertifizierte Fortbildung“ bieten gesicherte Ergebnisse<br />
wissenschaftlicher Forschung und machen ärztliche Erfahrung für die tägliche Praxis nutzbar.<br />
Nach Lektüre der Beiträge kann der Leser sein erworbenes Wissen überprüfen und online CME-<br />
Punkte erhalten.<br />
144<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Das Akutlabor im DHZB<br />
1.000.000<br />
300.000<br />
0<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Das Akutlabor des DHZB ist ausgerüstet und organisiert, schnell eine große Zahl von Analysen<br />
rund um die Uhr zu bearbeiten. Es besteht eine Kooperation mit dem Medizinischen Labor Dr. Berg<br />
und ein gemeinsames Qualitätsmanagementsystem. Das Untersuchungsprogramm ist darauf<br />
ausgerichtet, sowohl die spezielle Labordiagnostik des <strong>Herzzentrum</strong>s zu bedienen als auch die<br />
Versorgung von HIV/HCV-Schwerpunktpraxen sicher zu stellen.<br />
Im Jahr 2009 wurden ca. 1,5 Millionen Analysen den Stationen, anderen Krankenhäusern und<br />
ambulanten Einsendern zur Verfügung gestellt, außerdem wurden ca. 40.000<br />
Erythrozytenkonzentrate, Gefrierplasmen oder Thrombozytenkonzentrate ausgegeben. Die<br />
Untersuchungsergebnisse lagen im Allgemeinen 90 Minuten nach Eintreffen der Proben im Labor<br />
in der EDV vor. Blutgasanalysen und Eilproben sind in der Regel nach der Hälfte dieser Zeit fertig.<br />
Die einzelnen Bereiche sind im Folgenden aufgeführt:<br />
800.000<br />
700.000<br />
600.000<br />
500.000<br />
Anzahl 900.000<br />
400.000<br />
200.000<br />
100.000<br />
Gerinnung Klin. Chemie Hämatologie PCR Medik. Blutgase<br />
Das breite Untersuchungsspektrum konnte auch in diesem Jahr weiter ausgebaut werden. In die<br />
tägliche Routine wurde die MRSA-PCR eingeführt, so dass die Stationen zeitnah auch am<br />
Wochenende die Patienten screenen können. Die Massenspektrometrie wurde um die<br />
Medikamente Efavirenz, Etravirin, Maraviroc, Raltegravir, Tipranavir und Ribavirin erweitert.<br />
Insbesondere das Ribavirin, ein Medikament zur Behandlung der Hepatitis C, wird nur an sehr<br />
wenigen Stellen in Deutschland analysiert. Der Gerinnungsarbeitsplatz nahm den für die Assist-<br />
Patienten wichtigen von-Willebrand-Faktor-Antigen-Test zusätzlich ins Programm. Die<br />
Thrombozytenfunktionsdiagnostik wurde mit der Einführung des „Multiplates“ mit modernster<br />
Technik erweitert.<br />
Die größte Herausforderung für das Labor in diesem Jahr war die komplette Umstellung auf ein<br />
modernes EDV-System der Firma Swisslab. Die Umstellung erfolgte während des Betriebs und<br />
funktionierte reibungslos. Für das Jahr 2010 sind einige ambitionierte Projekte geplant.<br />
Konzeptionell sollen eher hochspezialisierte Untersuchungen eingeführt werden. So soll ein<br />
zweites Massenspektrometer angeschafft werden, um die ohnehin schon breite Palette an<br />
Untersuchungen zu erweitern.<br />
Auch der PCR-Arbeitsplatz soll weiter ausgebaut werden. So sind die Validationen für eine<br />
quantitative CMV-PCR, eine quantitative EBV-PCR und eine genetische Untersuchung auf P1A-<br />
Rezeptorpolymorphismus kurz vor dem Abschluss. Letztere Untersuchung kann bei den INCOR-<br />
Patienten eine Risikostratifizierung für Blutungskomplikationen geben.<br />
145<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Weitere Forschungsvorhaben<br />
Hämodynamische Funktionen<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Neuartige Methode für die belastungsarme, nichtinvasive Langzeitmessung des<br />
Blutdrucks. Kooperationsprojekt unter Leitung des Labors für Biofluidmechanik, Charité<br />
Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />
BMBF-Projekt 01EZ0920<br />
Fördermodul: Modul 2 (Innovationswettbewerb-Transfer)<br />
Projektlaufzeit: 3. Quartal 2009-2012<br />
Förderbescheid/Projektbeginn 3. Quartal 2009<br />
Kooperationspartner:<br />
Labors für Biofluidmechanik, Charité Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>, Spiegelberg GmbH<br />
& Co. KG, Klinik für Innere Medizin / Kardiologie DHZB, Interdisziplinäres<br />
Schlafmedizinisches Zentrum, Charité Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />
Ziel des Antrags ist die Entwicklung einer neuartigen Methode für die belastungsarme,<br />
nichtinvasive Langzeitmessung des Blutdrucks. Diese soll sich in den Tagesablauf des Patienten<br />
integrieren und ihn möglichst wenig stören. Die neuartige Methode beruht konzeptionell auf drei<br />
Funktionselementen:<br />
- einer leicht zu positionierenden Ultraschallsensor-Okkluder- Einheit,<br />
- einer Klebung zur sicheren Befestigung dieser Einheit<br />
und einer speziellen Lösungsmittel-zuführung, die eine leichte und schmerzfreie Entfernung der<br />
Sensor-Okkluder- Einheit ermöglicht.<br />
Die Arbeiten sollen in einem Zeitraum von<br />
drei Jahren durchgeführt werden.<br />
Sie werden in Teilaufgaben gegliedert, die im<br />
Wesentlichen umfassen:<br />
Entwicklung, Konstruktion und Fertigung<br />
der Sensor-Okkluder-Einheit und des<br />
Klebemoduls, Aufbau der Druckmesselektronik,<br />
Optimierung der Handhabbarkeit<br />
für Arzt und Patienten, Belastungsüberprüfung<br />
des Patienten im Schlaflabor,<br />
Herstellung eines Funktionsmusters und<br />
Durchführung einer klinischen Machbarkeitsstudie.<br />
Dieses Konzept gewann einen Preis im<br />
Innovationswettbewerb zur Förderung der<br />
Medizintechnik 2008.<br />
Abb.: Urkunde<br />
146<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Das Teilprojekt in der Kardiologie am DHZB beinhaltet:<br />
Mitarbeit am Design-Input und Design-Review-Prozess (Pflichtenheft), an der Risikoanalyse und<br />
an der entwicklungs-begleitenden Optimierung sowie die Durchführung einer klinischen<br />
Machbar-keitsstudie mit einem Prototyp/ Funktionsmuster.<br />
Strukturqualität<br />
Das DHZB verfügt über ein zertifiziertes Qualitätsmanagement KTQ®<br />
Projektstand:<br />
Ein Kick-Off-Meeting erfolgte Anfang Dezember 2009,<br />
die erste Version des Designinputs (Pflichtenhefts) liegt vor.<br />
147<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Weitere Forschungsvorhaben<br />
Projekt „Coronary Flow Profiling“<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Dr. Wellnhofer in Zusammenarbeit mit Dr. Goubergrits vom Labor für Biofluidmechanik,<br />
Charité-Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />
Ziel des interdisziplinären Projekts in Zusammenarbeit mit Dr. Goubergrits vom Labor für<br />
Biofluidmechanik, Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong> ist die Entwicklung einer Methode zur<br />
hämodynamisch basierten Charakterisierung der koronaren Atherosklerose mittels<br />
dimensionsloser Funktion und Diskriminanzanalyse. Strömungsmechanische Einwirkungen auf<br />
die Gefäßwand, insbesondere Wandschubspannungen, haben einen entscheidenden Einfluss auf<br />
die Verteilungsmuster atherosklerotischer Gefäßveränderungen sowie auf die Anpassung und den<br />
Umbau der Gefäßwand. Umgekehrt ist das Verteilungsmuster der Wandschubspannungswerte<br />
durch die Gefäßgeometrie bedingt. Die strömungsmechanische und morphometrische Analyse<br />
von Koronarien wird an 3D-Rekonstruktionen der Koronararterien von drei Patientengruppen<br />
(gesunde Patienten, Patienten mit stenosierender Koronaratherosklerose und Patienten mit<br />
dilatierender Koronaratherosklerose) durchgeführt. Ziel des Vorhabens ist es, den Risikokomplex<br />
Strömungsmechanik und Geometrie der klinischen Diagnose und Prognose verfügbar zu machen<br />
und gleichzeitig die Interaktion von Strömung, Geometrie und Gefäßumbau zu erforschen.<br />
Die Arbeiten beinhalten methodische und klinische Fragestellungen.<br />
Methodische Untersuchung<br />
Auswirkung der Einbeziehung von Seitenästen in die Simulation auf die Wandschubspannung<br />
(WSS). Seitenäste zweigen Fluss ab und führen zu einer Verminderung des Volumenstroms im<br />
Hauptgefäß. Simulationen mit und ohne Seitenäste wurden an 17 Gefäßen verglichen. Der Fehler<br />
der WSS erreichte an manchen Stellen 12 Pa und betraf nicht nur die Abgangsregionen, sondern<br />
auch distale Einengungen und Krümmungen. Eine Simulation ohne Seitenäste kann nicht<br />
empfohlen werden, da die Fehler insbesondere an Orten auftreten, für welche das kritische Risiko<br />
einer Plaquebildung besteht.<br />
Abb xx Flusssimulation mit und ohne Seitenäste /<br />
Klinische retrospektive Untersuchung an eigenen<br />
Bilddaten / Die große Variabilität der Gefäßgröße<br />
und der Flüsse erlaubt keinen direkten Vergleich<br />
von WSS-Messungen verschiedener Gefäße.<br />
Ein dimensionsloser Ansatz umgeht diese<br />
Schwierigkeit (Beispiele: Auswurffraktion,<br />
Reynolds-Zahl). Numerische Flusssimu-lationen<br />
wurden in 3 Gruppen von rechten Koronararterien<br />
vorgenommen (7 Kontrollen, 5 Patienten mit<br />
obstruktiver (CAD) und 5 Patienten mit<br />
aneurysmatischer (AnCAD) koronarer<br />
Herzerkrankung.<br />
Wir definierten normalisierte Flächenfunktionen<br />
als Prozent der Fläche, deren WSS in einem<br />
bestimmten Bereich z.B. < 1.5 Pa lag. Außerdem<br />
wurde ein Stenoseindex für das gesamte Gefäß<br />
definiert als Verhältnis des auf das<br />
Perfusionsgebiet normalisierten Gefäßabgangsquerschitts<br />
zum mittleren bzgl. der<br />
Gefäßverjüngung normalisierten Querschnitts<br />
des Hauptgefäßes.<br />
148<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Stenoseindex = 100*(Din_n/Dmean_n)2 mit Din_n = Din*Lmean_TT/LTT und<br />
Dmean_n=Dmean*LMS/Lmean_MS, mit Din Eingangsdurchmesser, Lmean_TT mittlere Länge des<br />
gesamten Gefäßes in der Kontrollgruppe, LTT Länge des gesamten Gefäßes, LMS Länge des<br />
Hautgefäßes, Lmean_MS mittlere Länge des Hauptgefäßes in der Kontrollgruppe.<br />
Die WSS zeigte signifikante (p < 0.05) Unterschiede zwischen Kontrollen, CAD und AnCAD. Eine<br />
Diskriminanzfunktion mit den Variablen prozentuale Fläche mit niedriger (< 1,5 Pa) WSS,<br />
normalisiertem Stenosegrad und Korrelation der WSS im Hauptgefäß mit dem gesamten Gefäß<br />
klassifizierte CAD und AnCAD korrekt und identifizierte 3 Kontrollpatienten mit hohem<br />
Risikoprofil und Gefäßfunktionsstörung.<br />
Projektstand:<br />
Mit der Firma PIE Medical konnte 2009 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen werden.<br />
CAAS 3D QCA wird in Zukunft die Rekonstruktion ganzer Koronargefäßbäume mit<br />
Verzweigungen erlauben. Zwei Publikationen zum Thema sind in Arbeit, ein DFG-Antrag ist in<br />
Vorbereitung. Derzeit erfolgen Untersuchen mit instationärer Strömung.<br />
Veröffentlichungen aus dem Projekt 2009:<br />
Ergebnisse können unter der folgenden Adresse in deutscher oder englischer Version eingesehen<br />
und heruntergeladen werden:<br />
http://www.charite.de/biofluidmechanik/de/forschung/datenbank_DE_0.html<br />
Wellnhofer E, Goubergrits L, Kertzscher U, Affeld K, Fleck E.<br />
Novel non-dimensional approach to comparison of wall shear stress distributions in coronary<br />
arteries of different groups of patients. Atherosclerosis 2009:202(2):483-490.<br />
(Impact Factor 4.601)<br />
Goubergrits L, Wellnhofer E, Kertzscher U, Affeld K, Petz C, Hege HC.<br />
Coronary artery WSS profiling using a geometry reconstruction based on biplane angiography.<br />
Annals of Biomedical Engineering 2009;37(4):682-91.<br />
(Impact Factor 2.605)<br />
Kooperation im Projekt:<br />
„Prognosefaktoren der Transplantatvaskulopathie nach Herztransplantation“<br />
Projektleiter: Frau Dr. med. habil. N.E. Hiemann, Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie.<br />
DFG (He 1669/13-1): 25.03.2003 bis 31.07.2005.<br />
Bei dieser 2003 begonnenen Studie betreut Dr. med. Ernst Wellnhofer die invasive kardiologische<br />
Diagnostik einschließlich intravaskulärem Ultraschall (IVUS) und koronarer Funktionsdiagnostik.<br />
Projektstand der invasiven Diagnostik (Dr. med. Ernst Wellnhofer):<br />
Der Vergleich der IVUS-Untersuchungen 4 Monate und 1 Jahr nach Herztransplantation ist jetzt<br />
vollständig ausgewertet. Die entsprechenden hämodynamischen Daten und morphologischen<br />
und funktionellen Befunde sind in einer Datenbank hinterlegt. Die ersten Herzkatheter mit IVUS<br />
zum FU im 5. Jahr sind 2009 erfolgt.<br />
149<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Weitere Forschungsvorhaben<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Für das Jahr 2010 sind entsprechende Veröffentlichungen in Planung.<br />
Abb. 1: Links: typischer IVUS-Befund bei Transplantatsvaskulopathie (TVP) (ringförmige Verdickung der Gefäßinnenwand).<br />
Rechts: Bild einer Kombination aus importierter Koronarerkrankung und TVP (verkalkte<br />
alte Plaque zwischen 9:00 und 12:00)<br />
Abb 2: Analyse der Veränderungen von Gefäßlumen und Plaque im ersten Jahr (1 Monat schwarz, 1 Jahr rot). Klassischer<br />
Verlauf mit Wandumbau von einem fokalen zu einem diffusen Verteilungsmuster der Plaque (max. Plaquedicke rechts<br />
oben und Plaquefläche links unten). Leichte diffuse Einengung des Lumens (Negativ-Remodelling)<br />
150<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Abb. 3: Analyse der Veränderungen von Gefäßlumen und Plaque im ersten Jahr (1 Monat<br />
schwarz, 1 Jahr rot). Plaqueabnahme bei importierter koronarer Herzerkrankung<br />
Die Bedeutung von Proprotein-Convertasen bei der Entstehung der Atherosklerose<br />
und Restenose<br />
PD Dr. P. Stawowy, Dr. V. Furundzija, Dr. J. Kaufmann, Dipl.-Ing. (FH), H. Meyborg, Doktoranden<br />
2009: A. Fischoeder; B. Baumann, J. Fritzsche<br />
Kooperationspartner:<br />
PD Dr. K. Kappert, Prof. Dr. U. Kintscher, Institut für Pharmakologie/Cardiovascular Research<br />
Center (CCR), Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />
Prof. Dr. U. Querfeld, Otto-Heubner-Centrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik für Pädiatrie<br />
m. S. Nephrologie, Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong><br />
Michel Chrétien, MD; Diseases of Aging and Regional Protein Chemistry Centers, Ottawa Health<br />
Research Institute, ON, Canada<br />
Nabil G. Seidah, PhD; Laboratory for Biochemical Neuroendocrinology, Clinical Research Institute<br />
Montreal, QC, Canada<br />
Atherosklerose ist eine progressive inflammatorische Erkrankung, gekennzeichnet durch die<br />
Anhäufung von Lipiden, Entzündungszellen und glatten Gefäßmuskelzellen in der Gefäßwand.<br />
Initiiert wird die Entstehung atherosklerotischer Läsionen durch Adhäsion und Diapedese von<br />
Monozyten durch die Endothelzellbarriere, begleitet von einer Differenzierung von Monozyten zu<br />
Makrophagen. Dies befähigt sie zur aktiven Teilnahme am Entzündungsprozess und zur<br />
151<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Weitere Forschungsvorhaben<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Endozytose modifizierter Lipoproteine. Das Wachstum der atherosklerotischen Läsion erfolgt<br />
durch die Akkumulation von Lipiden, aber auch durch Proliferation und Migration von<br />
Gefäßmuskelzellen und deren Synthese von extrazellulärer Matrix (ECM). Die Proliferation und<br />
Migration von Gefäßmuskelzellen und deren gesteigerte ECM-Synthese ist daneben von zentraler<br />
Bedeutung bei der Entstehung von Restenosen nach therapeutischen Eingriffen.<br />
Abb. 1: Vimentin-Färbung (grün) in humanen Makrophagen<br />
Eine Vielzahl der an der Entstehung und Progression der Atherosklerose beteiligten Prozesse<br />
werden durch Wachstumsfaktoren, Chemokine, Enzyme und Adhäsionsrezeptoren reguliert, von<br />
denen die Mehrzahl als inaktive Proproteine synthetisiert werden. Diese Proproteine unterliegen<br />
der spezifischen, limitierten Endoproteolyse, die zu ihrem biologisch aktiven Produkt führt.<br />
Endoproteolytische Aktivierung erfolgt an Sitzen mono-, di- oder multibasischer Aminosäuren<br />
mit dem allgemeinen Motiv (K/R)-(X)n-(K/R) ? und setzt die Anwesenheit von Proprotein-<br />
Convertasen (PCs) voraus.<br />
Die Substrat-Aktivierung wird weiterhin bestimmt durch individuelle Gewebe-, Zell- und<br />
subzelluläre Expressionsmuster von Enzym und Substrat sowie durch physikochemische<br />
Eigenschaften des Substrat-Propeptides. Bisher sind sieben eng verwandte Subtilisin/Kexinähnliche,<br />
Kalzium-abhängige Serin-Proteasen charakterisiert worden: PC1, PC2, Furin, PC4, PC5<br />
A & B, PACE4 und PC7. Jedes dieser Enzyme, allein oder in Kombination mit anderen, ist<br />
verantwortlich für die Gewebe-spezifische Prozessierung von Proproteinen. Aufgrund der<br />
potentiellen Substrate könnten diese Enzyme wichtige Regulatoren bei kardiovaskulären<br />
Erkrankungen sein.<br />
Das Ziel unserer Arbeiten ist es, die Regulation und Funktion der Proprotein-Convertasen Furin<br />
und PC5 zu untersuchen. Unsere Arbeiten zeigen, dass diese PC-Isoenzyme, verglichen mit nicht<br />
erkrankten Gefäßen, in fortgeschrittenen, vulnerablen humanen atherosklerotischen Läsionen<br />
verstärkt exprimiert werden.<br />
152<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Abb. 2: Expression von Furin-Convertase in Schaumzellen (humane instabile atheroskelrotische Läsion)<br />
Auf subzellulärer Ebene wurden Makrophagen und glatte Gefäßmuskelzellen als Hauptquellen<br />
von Furin und PC5 identifiziert. In diesen Zellen kolokalisieren die PCs mit ihren möglichen<br />
Kandidatensubstraten: Integrin alpha(v) und Matrix Metalloproteinase MT1-MMP. Integrine sind<br />
Zellmembran-lokalisierte Rezeptoren, welche die Kommunikation der Zelle mit der ECM<br />
ermöglichen. Sie sind damit maßgeblich an der Signaltransduktion, aber auch an Zellfunktionen<br />
wie Adhäsion und Migration beteiligt. Matrix Metalloproteinasen sind die wichtigsten<br />
proteolytischen Enzyme im Interstitium und sind in der Lage, ECM abzubauen. Erst die<br />
Kooperation von Integrinen und Matrix Metalloproteinasen ermöglicht Zellmotilität. Im<br />
experimentellen Restenose-Modell der Rattenaorta konnten wir demonstrieren, dass die mRNA<br />
und das Protein von Furin und PC5 in proliferierenden glatten Gefäßmuskelzellen in der<br />
Neointima induziert werden. Diese Daten belegen also weiter die Bedeutung dieser PC-Isoenzyme<br />
in der Entstehung der Atherosklerose und Restenose.<br />
Zur Untersuchung der Bedeutung von Furin und PC5 für Zellfunktionen und Signaltransduktion<br />
führen wir Zellkulturexperimente durch. Die Ergebnisse zeigen, dass Furin/PC5 Integrin alpha(v)<br />
und Membran-gebundene Matrix Metalloproteinase MT1-MMP aktivieren. Hierbei besteht eine<br />
differenzierte Notwendigkeit von Furin/PC5 in unterschiedlichen Zelltypen: Furin aktiviert<br />
Integrin alpha(v) in Gefäßmuskelzellen, aber nicht MT1-MMP; in Makrophagen aktivieren die PCs<br />
aber beide Kandidatensubstrate. Somit regulieren sie die Signaltransduktion, Proliferation und die<br />
Adhäsion/De-Adhäsion von Makrophagen und glatten Gefäßmuskelzellen. Inhibition von<br />
Furin/PC5 in vitro hemmt damit die Zellfunktionen von Makrophagen und glatten<br />
Gefäßmuskelzellen und könnte neue therapeutische Ansätze darstellen. Um die Funktion dieser<br />
Enzyme weiter definieren zu können, beschäftigen wir uns darüber hinaus auch mit der<br />
Regulation ihrer natürlichen Inhibitoren. Unsere Versuche zeigen, dass die Transformation von<br />
Monozyten zu Makrophagen, also der Prozess, der die Zellen befähigt, an der chronischen<br />
Entzündung in der Atherosklerose teilzunehmen, von einer Induktion von Furin und, begleitend,<br />
von einem Verlust seines natürlichen Inhibitors gekennzeichnet ist.<br />
Diese Daten könnten somit zur Entwicklung neuer Wirksubstanzen zur Hemmung von Furin/PC5<br />
in kardiovaskulären Zellen beitragen.<br />
153<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Weitere Forschungsvorhaben<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Übersichtsarbeit zum Thema:<br />
Stawowy P, Fleck E.<br />
Proprotein convertases furin and PC5: Targeting atherosclerosis and restenosis at multiple levels.<br />
Journal of Molecular Medicine 2005;83(11):865-75.<br />
Thrombozytenfunktionsdiagnostik<br />
Prof. Dr. E. Fleck, Dr. J. Kaufmann, PD Dr. P. Stawowy, Dipl. Ing. (FH) H. Meyborg<br />
Hintergrund: Nach aktueller Studienlage sprechen 4 % bis 30 % der Patienten, die im Rahmen<br />
einer interventionellen Therapie bei koronarer Herzerkrankung mit Clopidogrel behandelt werden,<br />
in Untersuchungen der Thrombozytenfunktion inadäquat auf die Therapie an (Low- bzw.<br />
Nonresponder). Es konnte gezeigt werden, dass eine gesteigerte Thrombozytenfunktion mit einer<br />
erhöhten Rate kardiovaskulärer Ereignisse nach perkutaner koronarer Intervention (PCI) assoziiert<br />
ist. Als Ursachen für diese Response-Variabilität werden neben der Patienten-Compliance<br />
Unterschiede in der enteralen Resorption, in der hepatischen Metabolisierung in den aktiven<br />
Metaboliten, in der Wirkung am Rezeptor (ADP- bzw. P2Y12-Rezeptor am Thrombozyten) und<br />
alternative Aktivierungswege der Thrombozyten, z. B. durch Faktoren der Gerinnungskaskade,<br />
diskutiert.<br />
Zielsetzung: Ziel der Studie ist es, mögliche Ursachen der Response-Variabilität zu untersuchen<br />
und diese zum einen mit der laborchemisch bestimmten Thrombozytenfunktion, zum anderen<br />
mit dem Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse zu korrelieren. Es werden neben herkömmlichen<br />
Substanzen auch neue Wirkstoffe getestet.<br />
Die angewendeten Testverfahren zur Untersuchung der Thrombozytenfunktion werden<br />
miteinander verglichen und durch Korrelation der Testergebnisse mit dem klinischen Verlauf im<br />
Hinblick auf ihre klinische Relevanz validiert.<br />
Methoden: Untersucht werden Patienten mit koronarer Herzerkrankung, die im Rahmen einer<br />
perkutanen koronaren Intervention (PCI mit Stentimplantation) Thienopyridine und ASS erhalten.<br />
Die Patienten werden über die Dauer der dualen Thrombozytenaggregationshemmenden<br />
Therapie beobachtet. In bestimmten zeitlichen Intervallen werden Thrombozytenfunktionstests<br />
durchgeführt, Plasma zur Bestimmung von Proteinen aliquotiert und DNA für<br />
molekulargenetische Untersuchungen isoliert. Zu jedem Zeitpunkt werden darüber hinaus<br />
Routinelaborparameter abgenommen und der klinische Verlauf dokumentiert. Als Testverfahren<br />
zur Untersuchung der Medikamentenwirkung am Thrombozyten stehen die optische<br />
Aggregometrie (APACT 4S Plus, LABiTec), die Impedanzaggregometrie im Vollblut (Multiplate,<br />
Dynabyte) und als durchflusszytometrisches Verfahren die Messung der thrombozytären<br />
Vasodilator-stimulierten Phosphoprotein (VASP)-Phosphorylierung als Marker der ADP-<br />
Rezeptorinhibition (PLTVASP/P2Y12, BioCytex) zur Verfügung. Molekulargenetisch werden<br />
Determinanten der enteralen Resorption (MDR1) und der hepatischen Cytochrom P 450abhängigen<br />
Metabolisierung (CYP3A4, CYP2C19) untersucht. Darüber hinaus werden mögliche<br />
Surrogatmarker der in vivo Thrombozytenaktivierung im Patientenplasma gemessen und mit den<br />
etablierten Verfahren zur Thrombozyenfunktionstestung korreliert.<br />
154<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Multimodale Bildgebung und Therapie in der experimentellen Atherosklerose und<br />
deren Transfer von der rein experimentellen Bildgebungsmodalität des<br />
Ultrahochfeld-MRT (7 Tesla) hin zu klinischen MRT-Scannern (3 Tesla)<br />
Prof. Dr. E. Fleck, Prof. Dr. K. Graf, Dr. R. Gebker, Dr. T. Dietrich, Dr. R. Bourayou, T. Hucko, K.<br />
Atrott, PD Dr. M. Gräfe, M. Neumann, PD I. Paetsch, PD Dr. M. Stawowy, PD Dr. D. Stibenz, C.<br />
Schneemann, Dr. C. Schneeweiss<br />
Kooperationspartner:<br />
Dr. Carsten Grötzinger, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie,<br />
Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong>; Professor Mat Daemen, Pathologie, Universität Maastricht;<br />
Professor Ulrich Diernagelund, PD, und Dr. Andreas Wunder, Experimentelle Neurologie, Charité –<br />
Universitätzmedizin <strong>Berlin</strong>; Ralph Weissleder, MD, PhD, und David Sosnovik , MD, Harvard<br />
University, Boston; Dr. Bernhard Schnackenburg, Philips Medical Hamburg; PD Dr. Joachim Hütter<br />
und Dr. Lutger Dinkelborg, Bayer Schering Pharma AG, <strong>Berlin</strong>; Dr. Lillienthal, Sanofi AG, <strong>Berlin</strong>.<br />
Professor Ulrich Kintscher, Cardiovascular Research Center (CCR), Charité – Universitätsmedizin<br />
<strong>Berlin</strong>.<br />
Da gezeigt werden konnte, dass der Ruptur eines Plaques histologisch nachweisbare<br />
Veränderungen vorausgehen und man durch Immunhistologische Untersuchungen festgestellt<br />
hat, dass die molekulare Zusammensetzung der „stabilen“ und der „instabilen“ Plaques<br />
unterschiedlich ist, wird versucht, diese unterschiedlichen Moleküle an bildgebungsrelevante<br />
Moleküle zu koppeln und so für die bildgebende Diagnostik nutzbar zu machen. Zurzeit werden<br />
spezifische Ansätze von ED-B Fibronektin oder CD 40 verfolgt.<br />
Durch diese spezifischeren molekularen Kontrastmittel könnte sich der Umbau der Plaques<br />
charakterisieren lassen, und durch dieses nichtinvasive bildgebende Verfahren wäre man einen<br />
wichtigen Schritt zur Prävention, Therapie und Sekundärprophylaxe in breiten<br />
Bevölkerungsgruppen weiter.<br />
Diese ist erforderlich, da immer noch viele der akuten Herzinfarkte durch die bisherige Diagnostik<br />
nicht vorhergesehen werden. Das liegt daran, dass schon wenig ausgeprägte Gefäßveränderungen<br />
zu einer Ruptur und zu einem Gefäßverschluss und damit zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall<br />
führen können, diese wenig ausgeprägten Gefäßveränderungen aber unter der bisherigen<br />
Auflösungsgrenze der bildgebenden Diagnostik liegen. Unter Berücksichtigung der aktuellen<br />
wissenschaftlichen Ergebnisse und der technischen Entwicklungen in der kardialen<br />
Magnetresonanztomographie (CMR) scheint dieses Problem im zunehmendem Maße künftig<br />
lösbar.<br />
Die Realisierung eines solchen Projekts erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, die durch<br />
eine enge Kooperation mit verschiedenen nationalen und internationalen Partnern gewährleistet<br />
ist.<br />
155<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Weitere Forschungsvorhaben<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Abb. 1: Charakteristische Hematoxylin/Eosin-kryo-Schnitte (5µm), gefärbt mit Hämatoxylin/ Eosin, und die<br />
korrespondierenden longitudinal aufgeschnittenen und mit Sudann III gefärbten thorakalen Aorten von ApoEdefizienten<br />
Mäusen von drei unterschiedlich behandelten Gruppen<br />
Aortenwurzel Aortenbogen<br />
Abb.2: Representative hoch aufgelöste turbo-spin-Echokardiographie (Ultrahochfeld-MRT (7 Tesla). Mit black-blood-<br />
Technik aufgenommene Sequenzen von Aortenwurzeln und Aortenbögen ApoE-defizienter Mäuse, eingeteilt in 3<br />
verschiedene Behandlungsgruppen und deren korrespondierende Hematoxylin/Eosin-kryo-Schnitten (6µm)<br />
156<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Abb. 3: Nah-Infrarot-in-vivo-Bildgebung von ApoE-defizienten Mäusen mit spezifischen Antikörperfragmenten<br />
gegen CD 40 und deren korrespondierende Sudan-III-gefärbte thorakale Aorten und deren spezifische Fluoreszenz-<br />
Schnitten [20µm] der Aortenwurzeln<br />
Abb. 4: Quantifizierung von Ratten-Infarkten mittels eines humanen klinischen 3 Tesla MRT<br />
Die Publikationen und Vorträge<br />
der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
finden Sie auf beiliegender CD.<br />
157<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pierre-Auguste Renoir – Porträt Coco (1896-1899)<br />
Paris – Sammlung L. D. Gaboriaud<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
158<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Leitung<br />
Prof. Dr. med. Felix Berger<br />
Direktor der Klinik<br />
Augustenburger Platz 1<br />
13353 <strong>Berlin</strong><br />
Telefon: +49 30 4593 - 2800<br />
Telefax: +49 30 4593 - 2900<br />
159<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsbericht<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
5 Jahre nach Amtsübernahme nach langjähriger Führung der Klinik durch Prof. Dr. Lange zeigt<br />
sich die Klinik für angeborene Herzfehler gut gerüstet für die Zukunft. Im klinischen Sektor<br />
behauptet sie nach wie vor eine Spitzenposition in Deutschland, wie auch im internationalen<br />
Vergleich zumindest in Europa. Die Anzahl der stationär behandelten Patienten konnte um fast<br />
100 gesteigert werden, womit bei unveränderter Inzidenz angeborener Herzfehler an die hohen<br />
Zahlen zu Beginn des 21. Jahrhunderts direkt angeknüpft werden konnte. Die Steigerung der<br />
Patientenbehandlung spielt sich nahezu exklusiv in der Altersgruppe der Kinder zwischen 1 und<br />
18 Jahren ab, dabei konnte die Zahl der behandelten Neugeborene und Säuglinge, wie auch der<br />
Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern ebenfalls konstant gehalten werden. Das Ausmaß von<br />
Diagnostik und Behandlung angeborener Herzfehler an unserer Klinik zeichnet sich weiterhin<br />
durch einen sehr großen Anteil an Überregionalität aus, wobei ganz gezielt die Rekrutierung von<br />
Patienten aus dem Ausland forciert wurde. Hier spielen die russischen Staaten eine besondere<br />
Rolle, von den fast 1.200 stationär behandelten Fällen kommen fast 140 Patienten aus Russland<br />
und den russischen Anrainerstaaten. In diesem Zusammenhang sind auch strukturelle<br />
Veränderungen innerhalb der Klinik erfolgt, Website, Online-Portale und direkte<br />
Kommunikationsstrukturen in Landessprache – um dem Servicebedarf der meist nicht<br />
deutschsprachigen Patienten auch gerecht zu werden. Nicht zuletzt deshalb sind feste<br />
Kooperationen mit russischen Stiftungen etabliert worden, die unkompliziert die finanzielle<br />
Abwicklung für diese Patienten gewährleisten können. Mit fast 15 % Anteil ausländischer<br />
Patienten an der Gesamtpatientenzahl und ähnlicher Größenordnung aus budgetärer Sicht der<br />
Klinik ist hier eine kritische Größe erreicht, weswegen große Anstrengungen unternommen<br />
wurden, eine gewisse Zuweiserstabilität und Verlässlichkeit hinsichtlich dieser Patientenströme zu<br />
erreichen. Bisher stellt dieser Sektor ungebrochen einer der Wachstumsmärkte dar, der ohne die<br />
inländische Basisversorgung zu beeinträchtigen, auch noch weiter entwickelt werden soll und<br />
kann. Ein Garant für die nationale und internationale Wahrnehmung und Ausnahmestellung des<br />
DHZB war und ist die jederzeitige Aufnahmebereitschaft für Notfälle aus allen Teilen<br />
Deutschlands und der Welt, was sich auch insbesondere dadurch abzeichnet, dass selbst große<br />
renommierte Zentren in Deutschland Ihre Patienten ans DHZB überweisen, weil insbesondere die<br />
Therapie der finalen Herzinsuffizienz mit dem Einsatz der mechanischen Kreislaufunterstützung<br />
auch bei Säuglingen und Kleinkindern bis hin zum Herztransplantationsprogramm im Kindesalter<br />
mit spezieller Expertise versehen ist. Gerade auf diesem schwierigen Behandlungsfeld der kritisch<br />
kranken Kinder zeichnet sich eine große Problematik ab, da aufgrund der<br />
Spenderorganverknappung die Wartezeiten selbst für Kinder in kritischem Zustand enorm<br />
verlängert sind. Besonders deswegen ist für die Zukunft eher damit zu rechnen, dass die Anzahl an<br />
elektiven Transplantationen von der Warteliste deutlich abnimmt und immer mehr die passagere<br />
mechanische Kreislaufunterstützung für diese Patienten eine Rolle spielt. Darüber hinaus spielt in<br />
diesem speziell jungen Patientenkollektiv eine lange Wartezeit eine erhebliche, insbesondere auch<br />
die Sozialstruktur der betroffenen Kinder und Familien direkt beeinflussende Rolle. Nicht selten<br />
sind Probleme wie Trennung, Arbeitslosigkeit, Deprivierung und Psychosomatische Erkrankungen<br />
bei den Eltern begleitend, da mittlerweile durchgehend mit Wartezeiten von mehreren Monaten<br />
bis zur Transplantation zu rechnen ist und die Angehörigen häufig fern der Heimat aus ihrem<br />
normalen Umfeld herausgerissen sind. Um diese Gesamtproblematik mit auffangen zu können,<br />
wird ein besonderer Stellenwert auf therapiebegleitende psychologische Betreuung gelegt. In der<br />
Zwischenzeit wurden Erfolg versprechende Anstrengungen unternommen, um neben der<br />
Krankenhausseelsorge auch speziell für diese Patienten eine längerfristig fremdfinanzierte<br />
Psychologin einstellen zu können.<br />
160<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Die direkte Nachbarschaft des DHZB aus der Sicht der Klinik für angeborene Herzfehler zeigt nach<br />
wie vor in <strong>Berlin</strong> und Brandenburg nahezu ein Alleinstellungsmerkmal hinsichtlich der Chirurgie<br />
der angeborenen Herzfehler, nur marginal ist die Charité – Universitätsmedizin <strong>Berlin</strong> an der<br />
herzchirurgischen Versorgung der angeborenen Herzfehler beteiligt. Hier haben sich insbesondere<br />
der strategisch enorm wichtige Standort zum großen Perinatalzentrum der Charité auf dem<br />
Campus Virchow Klinikum und die gute integrative kooperative Interaktion mit der Klinik für<br />
Pädiatrie mit Schwerpunkt Kinderkardiologie und der gesamten universitären Kinderklinik der<br />
Charité als ein funktionierendes Kooperationsmodell erwiesen. Mit dem Zusammenbrechen der<br />
kinderkardiologischen Klinik an der Universität Rostock ist über ähnliche<br />
Kooperationsbemühungen mittlerweile eine stabile Zuweisersituation entstanden, die die<br />
Patientenversorgung insbesondere auch kritisch kranker Neugeborener aus Mecklenburg-<br />
Vorpommern durch das DHZB sicher stellen lässt. Bisher basiert dieses Versorgungsmodell noch<br />
auf Absprachen zwischen den versorgenden Einrichtungen, parallel dazu werden jedoch<br />
Anstrengungen unternommen, um über vertragliche Kooperationsvereinbarungen unter<br />
Einbeziehung der landespolitischen Versorgungsstrukturierung eine die Patientenversorgung<br />
betreffende verlässlichere Situation für das DHZB anzustreben.<br />
Im Bereich der Gesundheitspolitik ergeben sich für die Klinik für angeborene Herzfehler neue<br />
Herausforderungen, sind diesbezüglich eindeutige gesetzliche Vorgaben durch den gemeinsamen<br />
Bundesausschuss veröffentlicht worden. Der Gesetzgeber hat mit dem § 116b SGB V explizit die<br />
Einrichtung von Spezialambulanzen an Krankenhäusern propagiert. Aus der Sicht unserer Klinik<br />
spielen hier wesentlich die Krankheitsbilder Marfan Syndrom und Pulmonal Arterielle<br />
Hypertension die entscheidende Rolle. Im Jahre 2009 wurden daher alle Vorbereitungen in<br />
Kooperation mit der Charité unternommen, um hier die Spezialambulanzen eröffnen zu können.<br />
Mittlerweile ist die erste Spezialambulanz in direkter Kooperation mit der Charité für Marfan<br />
Patienten am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> erfolgreich gestartet, die Vorbereitungen zur<br />
Spezialambulanz für Patienten mit Pulmonal Arterieller Hypertension laufen auf Hochtouren.<br />
Eine weitere Möglichkeit einer Spezialambulanz wurde vom Gesetzgeber hinsichtlich des<br />
gesamten Gebietes der Kinderkardiologie eröffnet. Dieses sensible Feld betrifft direkt die<br />
Interaktion mit den zahlreichen niedergelassenen Kinderkardiologen in <strong>Berlin</strong> und Brandenburg<br />
(<strong>Berlin</strong> / Brandenburg weist die höchste regionale Anzahl an niedergelassenen Kinderkardiologen<br />
Deutschlands auf), so dass bewusst in direkter Kommunikation mit unseren langjährig treuen<br />
Zuweisern auf eine Eröffnung einer Spezialambulanz für Kinderkardiologie nach §116b SGB V<br />
bisher verzichtet wurde. Dennoch muss man aus Kliniksicht feststellen, dass, obwohl ein MVZ Sitz<br />
Kinderkardiologie existiert und zwei persönliche Ermächtigungen die ambulante Versorgung<br />
dieser Patienten derzeit hinlänglich regelt, die Interaktion mit der Kassenärztlichen Vereinigung<br />
insbesondere mit der Einführung des Regelleistungsvolumens zunehmend schwierig wird und<br />
manchmal das Gefühl entsteht, einer gewissen Willkür ausgesetzt oder zumindest vom<br />
Wohlwollen der Gremien abhängig zu sein. Im Jahr 2010 ist die Konkretisierung der<br />
Zulassungsvoraussetzung nach §116b für Kinderkardiologie geplant, an der wir uns in<br />
Beraterfunktion für den G-BA beteiligen durften. Basierend auf dem Trend des G-BA weniger eine<br />
Mindestmengenregelung als vielmehr eine hohe Strukturqualität zu fordern, erhoffen wir uns eine<br />
nachvollziehbare Klarheit, um ohne die Niedergelassenen zu beschneiden, die Beantragung einer<br />
Spezialambulanz für Kinderkardiologie betreiben zu können. Dies würde das schwierig<br />
rezufinanzierende Feld der ambulanten Medizin für Angeborene Herzfehler am Deutschen<br />
<strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> von einer immer wieder neu zu beantragenden Ermächtigungssituation mit<br />
all den verbundenen Schwierigkeiten freistellen können. Sämtliche Schritte sind stets in enger<br />
Abstimmung mit unseren direkten regionalen Kooperationspartnern, den niedergelassenen<br />
Kinderkardiologen, erfolgt, um mit intensiver und umfänglicher Informationspolitik Transparenz<br />
für unsere Partner zu wahren.<br />
161<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsbericht<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Der Trend viele angeborene Herzfehler interventionell ohne Operation zu behandeln ist<br />
ungebrochen und eine der herausragenden Stärken der Klinik für Angeborene Herzfehler mit einer<br />
unangefochtenen Vormachtstellung auf diesem Gebiet in Deutschland und Europa. Die Klinik für<br />
Angeborene Herzfehler hat in diesem Zusammenhang sowohl für den größten europäischen<br />
Kongress für Interventionelle Kardiologie angeborener Herzfehler in Mailand, als auch für den<br />
Weltkongress für Kinderkardiologie komplexe interventionelle Herzkatheteruntersuchungen mit<br />
großem Erfolg und großer Reputation live via Satellit übertragen. Für die interventionelle<br />
Pulmonalklappenimplantation sind wir internationales Ausbildungs-und Trainingszentrum<br />
geworden und haben in diesem Zusammenhang in Kooperation mit der Firma Medtronic schon<br />
zwei internationale Proctor-Meetings veranstaltet. Das interventionelle Herzkatheterprogramm<br />
ist bei weitem das umfangreichste gemessen an Anzahl und Komplexität in Deutschland,<br />
weswegen man hier von der Funktion einer Referenzklinik für Interventionelle Kardiologie<br />
angeborener Herzfehler sprechen kann.<br />
Parallel zu den Entwicklungen der interventionellen Kardiologie ist von den Kollegen der Klinik für<br />
Herz-Thorax- und Gefäßchirurgie die chirurgische Versorgung hochkomplizierter Herzfehler<br />
innovativ weiter vorangetrieben worden. Als letztjährige herausragende Neuetablierung muss die<br />
Fontankomplettierung ohne den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine genannt werden.<br />
Bemerkenswert bleibt, dass aufgrund der exzellenten chirurgischen und anästhesiologischen<br />
Versorgung unserer komplexen Patienten, eines der größten operativen Programme Deutschlands<br />
über die kleinste Intensiveinheit (lediglich 7 Beatmungsplätze) organisiert werden kann. Die<br />
Beatmungs -und Liegezeiten sind im direkten Vergleich mit den anderen großen Kliniken in<br />
Deutschland mit Abstand die Kürzesten. Obwohl man immer wieder an Kapazitätsgrenzen stößt,<br />
konnte durch intensive Logistik die Anzahl an operierten Patienten erheblich gesteigert werden, so<br />
dass die Maximalzahlen der 90-er Jahre wieder erreicht wurden. Die Hybridtherapie angeborener<br />
Herzfehler wird konsequent vorangetrieben, so dass mit hoher Effizienz nicht nur die Therapie des<br />
Hypoplastischen Linksherzsyndroms sondern insbesondere die Behandlung hochkomplexer<br />
angeborener Herzfehler schonender und effektiver gestaltet werden kann. Gerade dafür ist der<br />
hochmoderne Hybrid-Operationsaal optimal gestaltet und mit allen notwendigen technischen<br />
Erfordernissen ausgerüstet, was auch an der Auslastung des Operationssaales abzulesen ist. Der<br />
hohe Anteil an<br />
Neugeborenen- und Erwachsenen-Chirurgie ist dabei unverändert und untermauert die<br />
Wichtigkeit dieser beiden Patientengruppen. Bei nahezu unveränderter Inzidenz angeborener<br />
Herzfehler sind die steigenden Patientenzahlen im Erwachsenenalter ein eindrücklicher Beweis für<br />
die Qualität der medizinischen Betreuung dieser Patienten. Die Patienten erreichen mittlerweile<br />
durch die qualitätsgesicherten Behandlungsmöglichkeiten mit über 90 % Wahrscheinlichkeit das<br />
Erwachsenenalter. Dabei sind Leistungsfähigkeit und Lebensqualität und soziale Integration die<br />
Eckpfeiler der Einschätzung des Behandlungsergebnisses, da trotz steigender Komplexität die<br />
Behandlungsletalität auf niedrigem Niveau gehalten werden konnte.<br />
Im assoziierten Kompetenznetz für Angeborene Herzfehler sind im Verlaufe des Jahres 2009<br />
entscheidende Strukturveränderungen eingetreten. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt, Prof.<br />
Dr. Abdul-Khaliq, ein ehemaliger langjähriger Mitarbeiter unserer Klinik, jetzt<br />
Universitätsprofessor an der Universität in Homburg Saar, wurde zum neuen<br />
Vorstandsvorsitzenden des neuen Kompetenznetzes für angeborene Herzfehler e.V. gewählt.<br />
Parallel dazu konnte ein in der Funktion eines Aufsichtsrats arbeitender Lenkungsausschuss<br />
gewählt werden, der auch an der Strukturierung des Kompetenznetzes als Vorbereitung für die<br />
Zukunft und die Verstetigung des Forschungsnetzes über die öffentliche Förderperiode von 2012<br />
hinaus beteiligt ist.<br />
162<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Unsere Klinik für Angeborene Herzfehler ist in nahezu allen Hauptprojekten wissenschaftlich<br />
engagiert und trägt sehr förderlich für das hohe Ziel der Patientenrekrutierung bei. Neben der<br />
klinischen Maximalversorgung der Patienten und im Einklang mit der Satzung des DHZB konnte<br />
die Forschungsleistung der Klinik für Angeborene Herzfehler weiter auf sehr hohem Niveau<br />
ausgebaut werden.<br />
2–jähriger Junge 24 h nach erfolgreicher Operation eines angeborenen Herzfehlers<br />
Die Drittmitteleinwerbungen sind im direkten Vergleich mit den anderen Kliniken in Deutschland<br />
bei weitem am Höchsten und sind ein direkter Beleg für die hohe Qualität der Forschungsleistung<br />
unserer mittlerweile auch international etablierten Forschergruppen. Nicht zuletzt deswegen<br />
konnte erfolgreich erstmals für das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> eine umfangreiche<br />
Forschungsförderung der Europäischen Union im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms in<br />
Kooperation mit den Universitäten Zürich, Wien und Eindhoven eingeworben werden. Im<br />
Zusammenspiel mit den beteiligten Universitäten soll eine autolog gezüchtete zum Wachstum<br />
fähige Herzklappe in einem resorbierbaren Stent fixiert werden und mit Hilfe minimal invasiver<br />
Herzkathetertechnik implantiert werden (FP7 – LifeValve, Projektnummer 242008, Dr. B. Schmitt).<br />
Das Forschungsprojekt wird über die nächsten 5 Jahre mit 3.292.372,-€ von der EU gefördert.<br />
Daneben konnten durch konsequente weitere Einwerbung von Drittmitteln die aufwändigen<br />
Forschungsprogramme der großen Forschungsgruppen unserer Klinik, der nicht-invasiven<br />
Bildgebung (Prof. Dr. Kühne), der Erforschung der Auswirkungen der Hypothermie auf unreife<br />
Zelllinien (Frau Dr. K. Schmitt) und die interventionelle Kardiologie (PD Dr. Ewert) weitergeführt<br />
werden. Ein Großteil der Forschungsleistung konnte auch wiederum im Jahr 2009 in zahlreichen<br />
Publikationen veröffentlicht werden (24 Originalarbeiten in hochrangigen überwiegend<br />
internationalen Zeitschriften). Zusätzlich konnten wir für die beiden Kolleginnen Frau PD Dr.<br />
Nagdyman und Frau PD Dr. Klaassen das ordentliche Habilitationsverfahren an der Charité<br />
erfolgreich abschließen. Damit sind mittlerweile seit Bestehen der Klinik für angeborene<br />
Herzfehler 11 Habilitationen und 75 Promotionen erfolgreich abgeschlossen worden, was man<br />
auch als Ausdruck der kontinuierlichen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses<br />
interpretieren darf.<br />
163<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsbericht<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Die Hauptschwerpunkte der wissenschaftlichen Ausrichtung unserer Klinik:<br />
• Quantitative Echokardiografie (Leiter: Dr. B. Peters, Dr. M. Yegitbasi)<br />
• Gewebedoppleruntersuchungen angeborener Herzfehler<br />
(Leiter: Dr. O. Miera, Dr. M. Yegitbasi)<br />
• Neuroprotektion (Leiterin: Fr. PD Dr. N. Nagdyman; Fr. Dr. K. Schmitt)<br />
• Pulmonale Hypertension und rechtsventrikuläre Physiologie<br />
(Leiter: Dr. O. Miera, Fr. B. Farahwaschy)<br />
• Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (Leiter: Dr. S. Ovrutskiy, Fr. Dr. N. Nagdyman)<br />
• Herzkatheterinterventionen (Leiter: PD Dr. P. Ewert)<br />
• Magnetresonanztomografie angeborener Herzfehler und nichtinvasive Bildgebung<br />
(Leiter: Prof. Dr. T. Kühne, Fr. Dr. E. Riesenkampff, Dr. S Nordmeyer, Dr. B. Schmitt)<br />
- Interventionelle MRT-Untersuchungen<br />
- Hämodynamische Messungen im MRT<br />
- Erstellung dreidimensionaler naturgetreuer Herzmodelle als Hilfe zur Operationsentscheidung<br />
- Virtuelle Operationsplanung<br />
- Funktionsanalyse des rechten Ventrikels<br />
- Darstellung von Flussvektoren<br />
- Analyse der Muskelfaserorientierung des Myokards<br />
- Vernetzung auf dem Gebiet der Bildgebung in der Medizin<br />
• Schrittmachertherapie und Resynchronisationstherapie bei angeborenen Herzfehlern<br />
(Leiter: Dr. P. Peters)<br />
• Langzeitverlauf bei angeborenen Herzfehlern<br />
(Leiter: Dr. S. Ovrutskiy, Prof. Dr. V. Alexi-Meskishvili)<br />
• Kreislaufunterstützung bei Kindern (Leiterin: Dr. Miera, Dr. M. Hübler, Prof. Dr. Y. Weng)<br />
• Blutsparendes und blutfreies Operieren im Neugeborenen -und Säuglingsalter<br />
(Leiter: Dr. M. Hübler, Dr. M. Redlin, Hr. W. Böttcher)<br />
• Hypothermieforschung am unreifen Neuron, an der unreifen Myokard-und Endothelzelle<br />
(Leiterin: Fr. Dr. K. Schmitt, Fr. Dr. A. Diestel, Fr. C. Spencer,)<br />
Die Kongressveranstaltungen, das 6. DHZB Lange Symposium „Herz im Takt“ am 24. und 25.<br />
Januar 2009 im dbb Forum an der Friedrichstraße und die beiden Peer-to-Peer Symposien<br />
„Interventioneller Pulmonalklappenersatz“ am 14. und 15. September 2009 und 17. und 18.<br />
Dezember 2009 <strong>Berlin</strong> waren mit großem Erfolg und Publikumsinteresse gekrönt. Gerade das<br />
mittlerweile traditionelle, jährliche DHZB Lange Symposium erfreut sich zunehmender<br />
Beliebtheit, zu dem gerne auch die vielen ehemaligen Mitarbeiter der Klinik insbesondere aus<br />
Deutschland und dem näheren Ausland zur Fortbildung an die ehemalige Wirkungsstätte<br />
zurückkehren.<br />
Prof. Dr. med. Felix Berger<br />
Direktor der Klinik<br />
164<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Prof. Dr. med. Felix Berger am Kinderbett<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
165<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Herkunft Patienten 2009<br />
n = 1185 stationäre Aufnahmen<br />
ges<br />
Schleswig Holstein<br />
Bremen<br />
Hamburg<br />
Niedersachsen<br />
Mecklenburg -Vorpommern<br />
Sachsen-Anhalt<br />
Brandenburg<br />
Abb. 1:<br />
Die Rekrutierung internationaler Patienten mit angeborenen Herzfehlern konnte auf hohem Vorjahresniveau stabilisiert werden. Unverändert kommen die<br />
meisten Patienten aus Osteuropa und hier insbesondere aus Russland und seinen Anrainerstaaten.<br />
100%<br />
80%<br />
60%<br />
40%<br />
20%<br />
0<br />
3<br />
30<br />
14<br />
53<br />
3<br />
37<br />
15<br />
45<br />
3<br />
44<br />
16<br />
37<br />
Nordrhein -Westfalen<br />
Rheinland -Pfalz<br />
4<br />
Saarland<br />
3<br />
43<br />
18<br />
36<br />
1<br />
28<br />
3<br />
15<br />
Hessen<br />
4<br />
Baden-Württemberg<br />
18<br />
6 49<br />
27<br />
Thüringen<br />
2<br />
74<br />
Bayern<br />
Abb. 2 und 3:<br />
Die prozentuale Verteilung der zur stationären und ambulanten Betreuung zugewiesenen Patienten aus <strong>Berlin</strong>, dem direkten Umland und deutschlandweit<br />
ist unverändert. Mit 15 % ausländischen Patienten im stationären und 6 % im ambulanten Bereich stellt die internationale Patientenrekrutierung einen<br />
wichtigen Stellenwert im Erlösmix der Klinik für Angeborene Herzfehler dar. Eine weitere Steigerung scheint hier nicht realistisch, umso wichtiger sind die<br />
Anstrengungen zur Konsolidierung dieses so wichtigen außerbudgetären Geschäftsfeldes.<br />
<strong>Berlin</strong><br />
485<br />
244<br />
Sachsen<br />
Stationäre Aufnahmen (n ges=<br />
21.804)<br />
Prozentuale Herkunft der Patienten<br />
3<br />
38<br />
22<br />
37<br />
1<br />
40<br />
22<br />
37<br />
2<br />
42<br />
20<br />
36<br />
3<br />
38<br />
19<br />
40<br />
5<br />
44<br />
17<br />
34<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
13<br />
3<br />
43<br />
19<br />
35<br />
32<br />
Osteuropa 138<br />
Westeuropa 14<br />
Mittl. Osten 16<br />
Andere 12<br />
<strong>Berlin</strong> Brandenburg Deutschlandweit Ausland<br />
‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
166<br />
3<br />
40<br />
18<br />
39<br />
5<br />
36<br />
19<br />
40<br />
6<br />
36<br />
23<br />
35<br />
10<br />
33<br />
20<br />
37<br />
8<br />
32<br />
25<br />
35<br />
6<br />
30<br />
24<br />
40<br />
8<br />
28<br />
23<br />
41<br />
10<br />
28<br />
23<br />
39<br />
15<br />
26<br />
24<br />
35<br />
15<br />
23<br />
21<br />
41
100%<br />
80%<br />
60%<br />
40%<br />
20%<br />
0<br />
[n]<br />
1500<br />
1000<br />
500<br />
0<br />
11,5<br />
9<br />
79<br />
Abb. 3: siehe Abb. 2<br />
21%<br />
67%<br />
12%<br />
16<br />
18<br />
65,5<br />
>18 Jahre n= 6.526<br />
[n]<br />
4000<br />
3000<br />
2000<br />
1000<br />
0<br />
1145<br />
29%<br />
71%<br />
1612<br />
20%<br />
80%<br />
3001<br />
23%<br />
77%<br />
3256<br />
25%<br />
75%<br />
3061<br />
27%<br />
73%<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
3252<br />
34%<br />
66%<br />
2989<br />
34%<br />
66%<br />
3252<br />
33%<br />
67%<br />
3504<br />
35%<br />
65%<br />
3767<br />
37%<br />
63%<br />
Abb.: 5:<br />
Die Anzahl ambulant betreuter Patienten konnte auf hohem Vorjahresniveau stabilisiert werden. Am hälftigem Verteilungsmuster Kinder und Erwachsene<br />
mit angeborenem Herzfehlern hat sich nichts geändert. Der Trend zunehmend mehr Diagnostik und Therapie in den ambulanten Sektor zu verlagern, ist<br />
mittlerweile auch für das Kindesalter nachzuvollziehen. Damit sind stetig die Anforderungen an eine hochqualitative ambulante Betreuung gestiegen.<br />
Wenn dennoch die hohen Patientenzahlen gehalten werden können, muss dies auch als Effizienzsteigerung in diesem Bereich interpretiert werden.<br />
[n]<br />
35<br />
30<br />
25<br />
20<br />
15<br />
10<br />
5<br />
0<br />
>18 Jahre<br />
[n]<br />
1000<br />
900<br />
800<br />
700<br />
600<br />
500<br />
400<br />
300<br />
200<br />
100<br />
0<br />
2<br />
108<br />
‘88<br />
5<br />
184<br />
‘89<br />
26<br />
305<br />
‘90<br />
120<br />
419<br />
‘91<br />
224<br />
471<br />
‘92<br />
200<br />
478<br />
‘93<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
172<br />
488<br />
‘94<br />
184<br />
519<br />
‘95<br />
195<br />
529<br />
‘96<br />
221<br />
506<br />
‘97<br />
314<br />
432<br />
‘98<br />
Abb. 7:<br />
Die Gesamtzahl der im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> behandelten Patienten mit angeborenen Herzfehlern konnte erheblich im Jahr 2009 gesteigert<br />
werden. Dabei sind sowohl die Anzahl interventionell, als auch der operativ behandelten Patienten deutlich gestiegen. Damit kommt erstmals die Zahl von<br />
1.000 behandelten Patienten mit einem angeborenen Herzfehler im DHZB im Kalenderjahr in greifbare Nähe. Das DHZB behauptet damit wiederum eine<br />
Spitzenposition unter den spezialisierten Zentren in Deutschland.<br />
[n]<br />
350<br />
300<br />
250<br />
200<br />
150<br />
100<br />
50<br />
0<br />
30<br />
Interventionen<br />
Operationen<br />
interventioniert<br />
operiert<br />
63<br />
52<br />
69<br />
Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Operationen und Katheter-Interventionen<br />
304<br />
432<br />
‘99<br />
345<br />
415<br />
‘00<br />
357<br />
380<br />
‘01<br />
425<br />
343<br />
‘02<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
421<br />
350<br />
‘03<br />
Patienten im Erwachsenenalter (n = 3.971)<br />
ges<br />
90<br />
96<br />
118<br />
155 160 169<br />
227<br />
231<br />
271<br />
291<br />
409<br />
420<br />
‘04<br />
249 244 234<br />
392<br />
441<br />
‘05<br />
227<br />
365<br />
511<br />
‘06<br />
388<br />
485<br />
‘07<br />
236 233<br />
‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
Abb. 8:<br />
Das DHZB bleibt Referenzzentrum für die Behandlung angeborener Herzfehler im Erwachsenenalter. Diese Patienten sind charakterisiert durch meist<br />
vielfache Vorbehandlungen und hoher Begleitmorbidität, was für die Therapie des Einzelnen eine hohe Behandlungsintensität und –komplexität bedeutet.<br />
Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> liegt mit jährlich mehr als 250 behandelten Patienten im Erwachsenenalter weiterhin international in der Spitzengruppe<br />
der Maximalversorgungszentren in Europa. Der hohe Anteil an interventionell behandelten Patienten ist Ausdruck einer Spezialisierung auf diese minimalinvasive<br />
Behandlungsformen.<br />
169<br />
404<br />
472<br />
‘08<br />
264<br />
449<br />
527<br />
‘09<br />
262
[n]<br />
600<br />
500<br />
400<br />
300<br />
200<br />
100<br />
0<br />
[n]<br />
900<br />
600<br />
300<br />
0<br />
33<br />
73<br />
235<br />
423<br />
28%<br />
571<br />
39%<br />
553<br />
36%<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
106<br />
>18 Jahre<br />
[n]<br />
20<br />
10<br />
0<br />
4,3%<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Stationäre Mortalität nach Operationen angeborener Herzfehler<br />
Korr Pall<br />
Re-Korr Kreislaufunterstützungsysteme<br />
Transplantation sonst.OP<br />
3,3% 3,5%<br />
1,8%<br />
2,1%<br />
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009<br />
Abb. 11:<br />
Die Letalitätszahlen konnten auf internationalem Standard stabil niedrig gehalten werden, insbesondere wenn man bedenkt, dass in die Gesamtletalität<br />
auch verstorbene Patienten am Kunstherz, nach komplizierten Herz- oder Herz-Lungen-Transplantationen und auch die nach multiplen Voroperationen, die<br />
per se mit einem erheblich höheren Risiko belegt sind, mit eingehen. Zur Senkung der Gesamtletalität hat dabei über die Jahre sicherlich eine<br />
leitliniengerechte Therapien als Garant für eine hohe Behandlungsqualität beigetragen.<br />
Klappenimplantationen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern<br />
1988–2009 (n = 1311)<br />
Mitralklappe<br />
85<br />
Trikuspidalklappe<br />
52<br />
autologe<br />
Aortenklappen<br />
97<br />
Pulmonalklappe OP<br />
757<br />
Aortenklappe<br />
273<br />
Abb. 12:<br />
Bei angeborenen Herzfehlern sind Klappenoperationen besonders häufig. Wenn auch die Rekonstruktionen unter Erhalt der eigenen Klappen zunehmen und<br />
einen zunehmenden Stellenwert einnehmen, so ist der operative Ersatz der Pulmonalklappe und der Aortenklappe noch nicht wegzudenken. Im Bereich der<br />
Aortenklappenoperationen ist der autologe Aortenklappenersatz mit der eigenen Pulmonalklappe in Aortenposition, die sogenannte Ross-Operation, eine<br />
besondere Spezialität des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong>. Bei der Pulmonalklappenoperation ist der nichtoperative Ersatz mit Hilfe der kathetergestützten<br />
Implantation einer Stentklappe (Melodyklappe) eine alternative Möglichkeit minimalinvasiv einen Herzklappenersatz vorzunehmen. In Deutschland<br />
verfügt hier das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> über die größte Einzelzentrumserfahrung und fungiert als internationales Trainings- und<br />
Ausbildungszentrum.<br />
171<br />
2,2%<br />
4,0%<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
3,2%<br />
3,7%<br />
3,8%<br />
Pulmonalklappe IV<br />
Melody 47
[n]<br />
90<br />
60<br />
30<br />
0<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Pulmonalklappenimplantationen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern<br />
1988–2009 (n = 804)<br />
Melody (n=47)<br />
Xenograft (n=332)<br />
Homograft (n=418)<br />
Mechanische Klappe (n=7)<br />
‘88 ‘89 ‘90 ‘91 ‘92 ‘93 ‘94 ‘95 ‘96 ‘97 ‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04 ‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
Abb. 13 :<br />
Mit der Einführung des interventionellen Pulmonalklappenersatzes mit der Melody-Klappe (lila Säule) im Jahre 2007 hätte man eigentlich einen Rückgang<br />
der operativen Zahlen (Summe aus Anzahl der Xenograft-, Homograft- und mechanische Klappen-OPs) um den Anteil an interventionell implantierten<br />
Klappen erwarten können. Die durchschnittliche Anzahl von 50 Pulmonalklappenoperationen der letzten 6 Jahre jedoch konnte dennoch wieder erreicht<br />
werden. Das bedeutet, dass der Anteil der interventionell implantierten Klappen mit einer Neurekrutierung von Patienten einhergegangen ist. Dies ist ein<br />
eindeutiger Beweis dafür, dass eine Investition in eine neue Behandlungstechnik mit der Erlangung eines Alleinstellungsmerkmals nicht nur die Erweiterung<br />
des eigenen Behandlungsspektrums sondern insbesondere auch eine Steigerung der Patientenzahlen mit sich bringt.<br />
Abb. 14:<br />
Einer der Forschungsschwerpunkte der nichtinvasiven Bildgebungseinheit unter der Leitung von Prof. Dr. Kühne ist die computergestützte Operationsplanung. Anhand von MRT<br />
Datensätzen wird in aufwändigen Computersimulationen der optimale Patch zur Rekonstruktion eines angeborenen Herzfehlers berechnet. Die drei intraoperativen Fotos zeigen die<br />
Anpassung eines Kunststoffflickens an die Anatomie des kleinen Patienten bei dem Verschluss eines angeborenen Loches zwischen den beiden Pumpkammern. Im linken Bild wird der<br />
weiße Flicken in das Herz eingenäht und nach rechts vor vollständiger Fixierung durch die Schere manuell an die Erfordernisse angepasst. Dies erfordert eine erhebliche Erfahrung und<br />
ein gutes dreidimensionales Vorstellungsvermögen des Chirurgen, da er nicht nur Größe und Form anpassen muss, sondern insbesondere vorausberechnen muss, wie sich die<br />
Rekonstruktion bei der Füllung des Herzens mit Blut und bei der Pumpbewegung nach Abgang von der Herz-Lungen-Maschine verhält. Ähnlich der Planung eines Schnittmusters soll<br />
nun mit Hilfe der Computersimulation mit virtueller Dreidimensionalität der Bildgebungsdatensätze die optimale Form berechnet werden. Rechts unten ist die computergestützt<br />
errechnete Form eines Flickens zur optimalen Erweiterung eines engen Aortenbogens angebildet. Vogue Men’s Titel: Veranschaulichung der virtuellen Planung einer Operation nach<br />
einem Schnittmuster aus Vogue Men’s September 6, 2005.<br />
172<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Computersimulation
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Flusssensitive 4-D MRT<br />
– Darstellung der Flussvektoren –<br />
Abb. 15:<br />
Diese Illustration zeigt den Arbeitsablauf einer Berechnung des “optimalen” Patches für die Korrektur eines unterentwickelten Aortenbogens. Das Bild oben links bringt die<br />
segmentierten Regionen des Aortenbogens als Grundlage zur Berechnung und Computersimulation zur Darstellung. Das mittlere Bild der oberen Reihe zeigt die Konturen des<br />
berechneten Flickens. Anhand dieses Schnittmusters kann der Chirurg den Patch bei der Operation zurecht schneiden oder der Patch kann maßgeschneidert industriegefertigt für den<br />
individuellen Patienten bestellt werden. Die beiden rechten Bilder zeigt ein nach originalen MRT-Daten gefertigtes Abbild eines hypoplastischen Bogens (oben rechts) vor und nach<br />
der operativen Korrektur durch den Chirurgen mit dem maßgeschneiderten Patch (unten rechts). Es resultiert ein optimales Ergebnis was nciht nur morphologisch sondern auch<br />
flussdynamisch optimiert vorausberechnet war.<br />
Abb. 16:<br />
Bei der 4-D flusssensitiven MRT wird die Geschwindigkeit des fließenden Blutes in 3 räumlichen Richtungen über die Zeit bestimmt. Diese Berechnung und Darstellung eröffnet die<br />
Möglichkeit einer detaillierten Analyse der dreidimensionalen Flusscharakteristiken des Blutes an oder um anatomische Strukturen des Herzens oder der Gefäße. Gemessen und<br />
analysiert werden dabei Beschleunigung, Turbulenz, antegrade, retrograde und helikale Flussvektoren. Es ist nun erstmals möglich, komplexe Flussmuster dreidimensional zu<br />
visualisieren und interpretieren. Als Beispiel ist links ein normaler Aortenbogen und rechts ein Aortenbogen mit einer Verengung (grüner Pfeil) und einem Aneurysma (lila Pfeil), eine<br />
ballonartige Aussackung, dargestellt. Im linken Bild erkennt man sehr schön das laminare Flussmuster ohne Turbulenzen und nahezu keine helikalen Flussvektoren als Ausdruck eines<br />
normalen physiologischen Flussmusters. Im rechten Bild hingegen sind hohe Geschwindigkeiten (tiefe rote Farbe der Flussvektoren) mit hohem Anteil an turbulenten und helikalen<br />
Flussmustern insbesondere im Verengungsbereich (grüner Pfeil). Im Bereich des Aneurysmas (lila Pfeil) ist sehr schön die zirkulierende schneckenförmige Flussanordnung<br />
nachzuvollziehen, die einerseits der Form des Aneurysmas nachempfunden -und andererseits auch eine gute Erklärung für die Dimensionszunahme dieser gefährlichen<br />
Gefäßveränderungen über die Zeit ist. Das kleine Bild im rechten unteren Bildbereich zeigt zur Veranschaulichung die Morphologie mit der Darstellung der Enge vor dem Aneurysma.<br />
173<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Direktor:<br />
Prof. Dr. F. Berger<br />
Stellv. Direktor:<br />
PD Dr. P. Ewert<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Oberärzte:<br />
Dr. O. Miera PD Dr. N. Nagdyman<br />
Dr. S. Ovrutskiy Dr. B. Peters<br />
Facharzt für Kinderheilkunde mit Schwerpunktbezeichnung Kinderkardiologie:<br />
PD Dr. P. Ewert Dr. O. Miera<br />
PD Dr. N. Nagdyman Dr. S. Ovrutskiy<br />
Dr. B. Peters Dr. M. Yigitbasi<br />
(Medizinisches Versorgungszentrum)<br />
Facharzt für Kinderheilkunde:<br />
Dr. V. Amann Dr. T. Fleck<br />
Dr. S. Klaassen Dr. U. Liebaug<br />
Dr. E. Riesenkampff Dr. B. Schmitt<br />
Dr. S. Schubert S. Yilmaz<br />
Facharzt für Innere Medizin & Kardiologie:<br />
Dr. U. Liebaug<br />
EMAH Zertifizierung<br />
Prof. Dr. F. Berger PD Dr. P. Ewert<br />
PD Dr. N. Nagdyman Dr. B. Peters<br />
Assistenzärzte:<br />
N. Al-Wakeel Dr. S. Dirks<br />
P. Hacke Dr. M. Kanaan<br />
K. Klimes K. Stulich<br />
Rotanden:<br />
P. Kramer (Rotation Charité)<br />
J. Nordmeyer (Rotation Kindernachsorgeklinik <strong>Berlin</strong>-Brandenburg)<br />
S. Rosenstein (Rotation St. Joseph-Krankenhaus)<br />
Assistenzärzte (fremdfinanziert):<br />
P. Barikbin / Rotant aus Charité Dr. Nabil Burshan / Libyen<br />
M. Madi / Syrien Dr. D. Messroghli / BMBF-Projekt<br />
Dr. S. Nordmeyer / MRT-Projekt Dr. M. Prsa / Kroatien<br />
Dr. E. Riesenkampff / MRT-Projekt T. Sabi / VW-Stiftung<br />
Dr. K. Schmitt /<br />
Projekt Fördergemeinschaft<br />
Dtsch. Kinderherzzentren<br />
Dr. U. Voß / Rotantin aus Krhs. Lindenhof<br />
Dr. A. Wacker / Stipendiatin Dr. H. Wohlleben / Rotant aus St. Joseph-<br />
Deutsche Herzstiftung Krankenhaus<br />
174<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Wissenschaftlich-Technische Assistentinnen:<br />
D. Moeske-Scholz H. Schultz<br />
Schwerpunkt Projektmanagement und DRG-Koordination<br />
Studienkoordinatorin:<br />
Anke Olsson (Drittmittel-finanziert)<br />
Hospitationen / Gastärzte:<br />
Anna Bagrintseva / Minsk Antje Gebers / Magdeburg<br />
Annika Grünheid / Magdeburg Filiz Karakaya / <strong>Berlin</strong><br />
Alena Karalkova / Minsk Dr. Shelby Kutty / USA<br />
Fabricio Leite Pereira / <strong>Berlin</strong> Diomid Makeev / Russland<br />
Andrei Marakov / Russland Raphaela Ristau / Hamburg<br />
Karina Walta / Magdeburg<br />
Dr. Willberg / <strong>Berlin</strong><br />
Friederike Wiegand / Kassel<br />
PJ / Famulaturen / Praktikum:<br />
Wiltrud Abels / <strong>Berlin</strong> Valentina Marie Belzer / <strong>Berlin</strong><br />
Jan-Christoph Clausen / <strong>Berlin</strong> Laura Janus / <strong>Berlin</strong><br />
Eileen Pardun / Kiel Cara Pies / <strong>Berlin</strong><br />
Svitlana Pugashovan / <strong>Berlin</strong> Katerina Risteska / <strong>Berlin</strong><br />
Sekretariat<br />
D. Lorenz<br />
Persönliche Referentin<br />
K. Neumann<br />
Schwerpunkt Patientenmanagement / Einbestellung<br />
S. Wibbeke<br />
Schwerpunkt Klinik-Personalmanagement<br />
175<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Habilitationen und Promotionen<br />
Weiterbildungsbefugnisse<br />
Habilitationen und Promotionen<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Prof. Dr. F. Berger<br />
Kinderkardiologie 36 Monate<br />
Pädiatrie 24 Monate<br />
PD Dr. P. Ewert<br />
Pädiatrie 24 Monate<br />
Dr. B. Peters<br />
Pädiatrische Intensivmedizin 24 Monate<br />
1991 bis 2009 abgeschlossene Promotionen: 75<br />
davon prämiert mit<br />
summa cum laude: 4<br />
magna cum laude: 26<br />
cum laude: 42<br />
rite: 3<br />
Promotionen 2009<br />
Name Gelernter, Dinah<br />
Titel Perkutane Ballonangioplastie der Aortenisthmusstenose<br />
unter Echtzeit-MRT-Kontrolle<br />
Name Meinus, Carolin<br />
Titel Magnetresonanz-geführte perkutane Implantation von Herzklappenstents<br />
in Aortenposition<br />
Name Pietzner, Klaus<br />
Titel Orales Everolimus inhibiert neointimale Proliferation in transkutan<br />
implantierten Herzklappenstents in der pulmonalen Position bei Schweinen<br />
Name Renner, Christiane<br />
Titel Einfluss der Immunsuppressiven Medikation auf die Epstein-Barr Viruslast<br />
bei Kindern nach Herztransplantation<br />
Name Stückler, Susanne<br />
Titel Vergleich natriuretischer Peptide bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern<br />
im perioperativen Verlauf<br />
176<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
2001 bis 2009 insgesamt abgeschlossene Habilitationsverfahren: 11<br />
Jahr 2001<br />
Name Dittrich, Sven<br />
Titel Untersuchungen zur Nierenfunktion bei der Behandlung<br />
angeborener Herzfehler<br />
Jahr 2001<br />
Name Schneider, Martin Benno Erik<br />
Titel Implantation ballon-expandierbarer Stents zur Therapie von<br />
Gefäßstenosen im Kindesalter<br />
Jahr 2002<br />
Name Abdul-Khaliq, Hashim<br />
Titel Untersuchungen zur Entwicklung neuroprotektiver Strategien<br />
bei operativer Behandlung angeborener Herzfehler<br />
Jahr 2002<br />
Name Schulze-Neick, Ingram<br />
Titel Postoperative pulmonalen Hypertension nach Korrektur angeborener<br />
Herzfehler: Behandlung, Pathophysiologie, und vaskulo-bronchiale<br />
Interaktionen<br />
Jahr 2003<br />
Name Berger, Felix Hermann<br />
Titel Die interventionelle Therapie von Vorhofseptumdefekten vom<br />
Secundumtyp mit dem Amplatzer Septal OccluderTM<br />
Jahr 2003<br />
Name Ewert, Peter<br />
Titel Interventioneller Verschluss von Vorhofdefekten – besondere<br />
Indikationen und neue therapeutische Strategien<br />
Jahr 2004<br />
Name Stiller, Brigitte<br />
Titel Mechanische Kreislaufunterstützung im Kindesalter<br />
Jahr 2005<br />
Name Schmitz, Lothar<br />
Titel Beurteilung der diastolischen Funktion des linken Ventrikels durch<br />
transmitrale Doppler Echokardiographie. Untersuchungen an Kindern<br />
und Jugendlichen<br />
Jahr 2006<br />
Name Kühne, Titus<br />
Titel Interventionelle Kardiovaskuläre MRT<br />
Jahr 2009<br />
Name Nagdyman, Nicole<br />
Titel Neuromonitoring mittels Nah-Infrarot-Spektroskopie und<br />
biochemische Parameter im Kindesalter<br />
Jahr 2009<br />
Name Klaassen, Sabine<br />
Titel Sarkomere Proteine und genetisch bedingte Herzinsuffizienz<br />
177<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Habilitationen und Promotionen<br />
Chefarztberufungen 1999 bis 2009<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Aus der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie sind bisher als Chefärzte /<br />
leitende Ärzte hervorgegangen:<br />
Univ.-Prof. Dr. Hashim Abdul-Khaliq<br />
Univ.-Prof. med. Dr. Felix Berger<br />
PD Dr. Ingo Dähnert<br />
Univ.-Prof. Dr. Sven Dittrich<br />
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gamillscheg<br />
Univ.-Prof. Dr. Gerd Hausdorf<br />
Dr. Zhen Jin<br />
Univ.-Prof. Dr. Christoph Kampmann<br />
Dr. Oliver Kretschmar<br />
Dr. Jan Nürnberg<br />
Dr. Beatrix Schmidt<br />
Univ.-Prof. Dr. Martin Schneider<br />
PD Dr. Ingram Schulze-Neick<br />
Dr. Hans-Peter Sperling<br />
Univ.-Prof. Dr. Brigitte Stiller<br />
Dr. Frank Uhlemann<br />
Dr. Joachim von der Beek<br />
178<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
179<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Lehre<br />
Studentische Lehre<br />
Studentische Pflicht-Lehre<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Hauptvorlesung Kinderheilkunde, HU,<br />
Systematik angeborener Herzfehler,<br />
in Kooperation mit der HU 4 Stunden/Semester<br />
Hauptvorlesung Kinderheilkunde im<br />
Reformstudiengang der HU 2 Stunden/Semester<br />
Praktikum der Kinderheilkunde,<br />
HU, Praktikum 2-10 Stunden/Woche<br />
Hauptvorlesung für Zahnmediziner,<br />
HU / Angeborene Herzfehler,<br />
Endokarditisprophylaxe, Kardiologie 2 Stunden/Semester<br />
Hauptvorlesung in der Pathologie der HU 3 Stunden/Semester<br />
Unterricht an der Akademie für Kardiotechnik:<br />
Systematik angeborener Herzfehler<br />
und spezielle Aspekte der Zirkulation 12 Stunden/Semester<br />
Anleitung zum selbständigen wissenschaftlichen<br />
Arbeiten für Doktoranden kontinuierlich<br />
Angebotene Wahllehrveranstaltungen<br />
Auskultation angeborener Herzfehler im Kindes- und Erwachsenenalter<br />
Tag jeden 3. Freitag im Monat, 14.30-16.00 Uhr<br />
Verantwortlich Dr. M. Kanaan, Dr. S. Ovrutskiy<br />
Ort H4<br />
Echokardiographie des normalen Herzens<br />
Tag jeden 1. Freitag im Monat, 15.00-16.30 Uhr<br />
Verantwortlich Dr. B. Peters, PD Dr. N. Nagdyman<br />
Ort Ambulanz<br />
Herzkatheterdiagnostik und Intervention bei angeborenen Herzfehlern<br />
Tag 14-tägig Mittwochs 15.00-16.30 Uhr<br />
Verantwortlich PD Dr. P. Ewert<br />
Ort HK II<br />
180<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Fortbildungsveranstaltungen<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Abteilungsinterne Assistentenfortbildungen<br />
Jeden Freitag, Bibliothek, 13.00-13.30 Uhr<br />
Datum Referent Thema<br />
09.01. Dr. H. Kolbeck Akuter Brustschmerz beim Kind – Differentialdiagnose<br />
16.01. Dr. M. Yigitbasi Echokardiographische Diagnostik bei Erwachsenen mit<br />
angeborenem Herzfehler<br />
23.01. Y. Ghanem Endokarditis: Symptome, Zeichen, Diagnose und<br />
Behandlung<br />
30.01. Dr. S. Dormann Hyperbilirubinämie<br />
06.02. Dr. N. Biessei Kinderkardiologische Rehabilitation<br />
13.02. Dr. J. Riesenkampff PAPVD und MRT<br />
20.02. Dr. J. Andreae Herztumoren<br />
27.02. K. Fedarava Di George-Syndrom<br />
06.03. P. Hacke ICD-Therapie bei angeborenen Erkrankungen<br />
13.03. Dr. A. Gratopp Akutes Leberversagen im Kindesalter<br />
20.03. Dr. S. Schubert Update Kinderherz-Transplantation<br />
27.03. Dr. U. Liebaug Vena Galeni Malformationen<br />
03.04. Dr. S. Dirks Morbus Fabry<br />
17.04. Dr. A. Moysich Interventioneller Ductus-Verschluss<br />
24.04. Dr. K. Schmitt Vorstellung einer neuen Studie: Erythrozytengabe –<br />
alt/neu/gewaschen/ungewaschen<br />
08.05. Prof. Dr. T. Kühne Diagnostik von Kardiomyopathien/Myokarditis<br />
15.05. Dr. B. Schmitt Wie viel oder wie wenig Sauerstoff braucht der Mensch?<br />
22.05. Dr. T. Fleck Restriktive Kardiomyopathie<br />
29.05. Dr. Messroghli Myocarditis – Kardiomyopathie<br />
05.06. Dr. S. Dormann Einführung Parenterale Ernährung<br />
12.06. Dr. H. Kolbeck Loeys-Dietz-Syndrom<br />
19.06. N. Rao Stents in Coarctation in growing children<br />
26.06. Dr. S. Nordmeyer Hypertonus bei Aortenisthmusstenose<br />
03.07. D. Juhnevica Mitralklappenstenose in der Schwangerschaft<br />
10.07. Dr. J. Andreae Nephrotoxizität durch Calcineurin-Inhibitoren<br />
17.07. Dr. J. Riesenkampff Morbus Fallot, nicht nur eine Erkrankung des rechten<br />
Ventrikels: die Rolle des rechten Vorhofs<br />
24.07. Dr. J. Nordmeyer Homografts als Pulmonalklappenersatz –<br />
Variante oder Goldstandard?<br />
31.07. T. Sabi Aortopulmonales Fenster<br />
07.08. PD Dr. Ewert Langzeitergebnisse von Pulmonalarterienstents<br />
14.08. PD Dr. Ewert Röntgenunterweisung<br />
21.08. Dr. M. Yigitbasi Systemischer rechter Ventrikel (Literatursammlung)<br />
28.08. Dr. V. Amann Sepsis<br />
11.09. Dr. S. Klaassen Genetisches Screening bei primären Kardiomyopathien<br />
18.09. Dr. A. Gratopp Management of Severe (Traumatic) Brain Injury<br />
25.09. T. Sabi Probevortrag Weimar:<br />
Transkatheter aortopulmonaler Shunt<br />
02.10. Dr. K. Schmitt Probevortrag:<br />
Hypothermie zur Neuroprotektion – eine Zellkulturstudie<br />
02.10. Dr. T. Fleck Probevortrag:<br />
Volumen- und blutsparende extrakorporale Zirkulation<br />
181<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Lehre<br />
Datum Referent Thema<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
09.10. K. Stulich Brugada-Syndrom<br />
16.10. P. Hacke Aortenbogenanomalien<br />
23.10. Dr. S. Dirks HIT II und Argatroban<br />
30.10. Dr. U. Liebaug Antiarrhythmisches Management in der Schwangerschaft<br />
06.11. Prof. Dr. Kühne Pulmonalklappenersatz bei Fallot –<br />
operieren/intervenieren wir immer noch zu spät?<br />
06.11. Dr. T. Fleck Nicht-invasive Messung der zerebralen Oxygenierung<br />
und des Herzzeitvolumens bei Kindern unter Propofol-<br />
Sedierung<br />
20.11. Dr. D. Messroghli Ischämiediagnostik: Indikation und Möglichkeiten<br />
27.11. Dr. S. Schubert Der T-Cell count<br />
04.12. S. Yilmaz Medikamentöse Therapie bei Marfan Syndrom<br />
Hausinterne Fortbildungen<br />
Kinderkardiochirurgisch-kinderkardiologische Fall-Demonstrationen<br />
Jeden Donnerstag, Bibliothek, 16-18 Uhr (PD Dr. P. Ewert)<br />
Fortbildung für Personal, niedergelassene Ärzte und Kollegen anderer Kliniken<br />
„2. Mittwoch – Angeborene Herzfehler“<br />
Jeden 2. Mittwoch im Monat, Weißer Saal, 17.00-18.30 Uhr (verantwortlich: Dr. B. Peters) von<br />
der Ärztekammer <strong>Berlin</strong> zertifiziert mit 2 Fortbildungspunkten<br />
Datum Referent<br />
14.01. Fr. PD Dr. Hiemann / DHZB, Chirurgie<br />
Transplantatvaskulopathie bei Kindern nach Herztransplantation<br />
11.02. Prof. Dr. Felix Berger / CA DHZB, KIKA<br />
Saisonale RSV-Prophylaxe bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern<br />
11.03. PD Dr. Christof Stamm / DHZB, Chirurgie<br />
Chirurgische Aspekte des Williams-Beuren-Syndroms<br />
08.04. Dr. E. Riesenkampff / DHZB, KIKA<br />
3D-Visualisierung komplexer kongenitaler Vitien mittels MRT<br />
13.05. Prof. Dr. W. Henrich / Charité, CVK, leitender OA Klinik für Geburtsmedizin<br />
Das Herz aus pränataler Sicht<br />
10.06. Prof. Dr. Felix Berger / CA DHZB, KIKA<br />
Angeborene Koronaranomalien<br />
08.07. Prof. Dr. Felix Berger / CA DHZB, KIKA<br />
Pulmonalatresie mit intaktem Ventrikelseptum – Behandlungskonzepte im Neonatalalter<br />
12.08. Dr. Hübler / DHZB, Dr. Ovrutskiy / DHZB, KIKA<br />
Erste Erfahrungen mit der Aortic-Root-Translocation-Chirurgie undOperation bei d-TGA<br />
am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
09.09. Dr. Joachim von der Beek /<br />
Ärztlicher Leiter der Kindernachsorgeklinik <strong>Berlin</strong>-Brandenburg gGmbh/Bernau<br />
Familienorientierte Rehabilitation bei Angeborenen Herzfehlern? Ein Zuviel oder Zuwenig<br />
an stationärer kinderkardiologischer Nachsorge?<br />
14.10. Prof. Dr. Matthias Peuster / Leiter der Abteilung f. Pädiatrische Kardiologie<br />
und Intensivmedizin-Universitätsklinikum Rostock<br />
Gefäßstenosen im Kindesalter: Möglichkeiten und Grenzen der Stenttherapie<br />
11.11. PD Dr. Ewert / DHZB, KIKA<br />
2 Jahre Erfahrung mit dem perkutanen Pulmonalklappenersatz (Melody-Klappe)<br />
09.12. Dr. Ovrutskiy / DHZB, KIKA<br />
Risikofaktoren für den früh-postoperativen Verlauf nach Fontan-Operation<br />
182<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Forschung<br />
Publikationen 2009<br />
Forschungsförderung 2009<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Die Publikationen und Vorträge<br />
der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
finden Sie auf der beiliegenden CD.<br />
PD Dr. Ewert: Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren<br />
Thema: „Interventionelle Anlage eines aortopulmonalen Shunts“<br />
2009: 29.000, -€<br />
PD Dr. Ewert: Volkswagenstiftung<br />
Thema: „Developing process for Nano-structuring of polymer stents“<br />
2009: 74.200,-€<br />
PD Dr. Ewert: Forschungsförderung der Charité<br />
Sachleistungen: 8.148,-€<br />
Projektnummer: 89 542 155 (2006-562)<br />
Prof. Dr. Kühne: Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren<br />
ca. 250.000,-€<br />
Prof. Dr. Kühne: Kompetenznetz AHF 2. Förderphase (2007-2009)<br />
Personalkosten: 700.000,-€<br />
Prof. Dr. Kühne: Forschungsförderung der DFG (2008 bis 2010)<br />
Personalleistungen: 1 x W2 Professur<br />
Prof. Dr. Kühne: Kompetenznetz AHF 3. Förderphase (2009-2011)<br />
Personalkosten: 260.000,-€<br />
Prof. Dr. Kühne: BMBF "Nachwuchsgruppe Bildgebung" (2008-2012)<br />
Sach-und<br />
Personalkosten: 1.150.000,-€<br />
PD Dr. Kühne: Forschungsförderung der Charité<br />
Sachleistungen: 8.148,-€<br />
Projektnummer: 89 542 157 (2006-570)<br />
PD Dr. Kühne: Berufungsgelder der Charité<br />
Sachleistungen: 18.000,-€<br />
Projektnummer: 89 542 500<br />
Dr. Miera: Forschungsförderung der Charité<br />
Sachleistungen: 4.074,-€<br />
Projektnummer: 89 542 162 (2006-561)<br />
Dr. Ovrutskiy: Forschungsförderung der Charité<br />
Sachleistungen: 4.074,-€<br />
Projektnummer: 89 542 159 (2007-403<br />
183<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Forschung<br />
Forschungsförderung 2009 fortges.<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Dr. Peters: Forschungsförderung der Charité<br />
Sachleistungen: 4.074,-€<br />
Projektnummer: 89 542 160 (2008-533)<br />
Dr. B. Schmitt: 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union<br />
LifeValve-Nr.: 242008<br />
Thema: „Autologer Herzklappen Stent für minimal-invasive Implantation“<br />
2009-2014: 3.292.372,-€<br />
Dr. K. Schmitt: Europäischer Fond für regionale Entwicklung<br />
Thema: „Die Rolle von Entzündungsfaktoren bei der Protektion<br />
und Regeneration des unreifen Gehirns durch Hypothermie“<br />
2008-2010: 611.195,-€<br />
Dr. K. Schmitt: Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e.V. Bonn<br />
Forschungsantrag<br />
Thema: „Hypothermie zur Organprotektion im neugeborenen Alter“<br />
2006-2009: 350.000,-€<br />
Dr. K. Schmitt: Deutsche Stiftung für Herzforschung<br />
Thema: „Auswirkungen von tiefer Hypothermie und Herzkreislaufstillstand auf<br />
neonatale Gehirnzellen“<br />
01.07.08 (2 Jahre): 60.000,-€<br />
Dr. K. Schmitt: Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische<br />
Kardiologie (DGPK)<br />
2009: 5.000,-€<br />
Dr. K. Schmitt: Forschungsförderung der Charité<br />
Sachleistungen: 8.148,-€<br />
Projektnummer: 89 542 158 (2006-667)<br />
Dr. Schubert: Forschungsförderung der Charité<br />
Sachleistungen: 4.074,-€<br />
Projektnummer: 89 542 161 (2007-405)<br />
Charité Forschungsförderung (LOM):<br />
Sachleistungen: 40.740,-€<br />
Personalleistungen: 1 ½ BAT IIa-Stellen, 1 BAT II-Stelle<br />
Forschungsprojekte<br />
Die Forschungsprojekte<br />
der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
finden Sie auf der beiliegenden CD.<br />
184<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Veranstaltungen<br />
Kongressveranstaltungen<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Datum: 24.-25. Januar 2009<br />
Titel: 5. DHZB-Lange-Symposium für Angeborene Herzfehler<br />
Veranstalter: DHZB, Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Ort: dbb forum <strong>Berlin</strong><br />
185<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Veranstaltungen<br />
Kongressveranstaltungen<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Datum: 14.-15. September 2009 und 17.-18. Dezember 2009<br />
Titel: Melody P2P-Training im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
Veranstalter: DHZB, Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Fa. Medtronic<br />
Ort: <strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
186<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Live-Übertragungen über Satellit:<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
187<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Institut für Anästhesiologie<br />
188<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Institut für Anästhesiologie<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
Leitung<br />
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hermann Kuppe<br />
Direktor des Instituts<br />
Augustenburger Platz 1<br />
13353 <strong>Berlin</strong><br />
Telefon: +49 30 4593 - 2601<br />
Telefax: +49 30 4593 - 2700<br />
189<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsbericht<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
Institut für Anästhesiologie des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />
Im Jahr 2009 profitierten wir von der im Vorjahr abgeschlossenen Erneuerung und<br />
Neuaustattung unserer Operationssäle und sahen uns gleichzeitig vor die<br />
Herausforderung gestellt, die damit verbundenen neuen technischen Möglichkeiten<br />
optimal für unsere Patienten zu nutzen.<br />
Die intraoperative Echokardiographie (Herz-Ultraschall) ermöglicht als bildgebendes<br />
Verfahren die Darstellung von Herzmorphologie und Herzfunktion in Echtzeit. In<br />
Ergänzung zu Angiographie, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie<br />
(MRT) wird unmittelbar präoperativ der Befund aktualisiert und der<br />
chirurgische Operationsplan verfeinert. Gleichzeitig erhalten wir Anästhesisten einen<br />
tieferen Einblick in die Pathophysiologie der Erkrankung und können unseren<br />
pharmakologischen Therapieplan entsprechend der aktuellen Befunde festlegen.<br />
Der Dank gilt allen Mitarbeitern, die sich mit wachsendem Interesse dieser bildgebenden<br />
Verfahren für ihre intraoperativen Entscheidungsprozesse bedienen.<br />
Die neuen Techniken ermöglichen jetzt auch die Speicherung der digitalen<br />
Echokardiographie-Sequenzen im Haussystem (Excelera), so dass jeder Kollege die darauf<br />
beruhenden intraoperativen Entscheidungen mitverfolgen und nachvollziehen kann.<br />
Die komplexen, mit intraoperativer Echokardiographie begleiteten Operationen am DHZB<br />
nehmen weiterhin zu. 2009 wurden mehr als 3.500 intraoperative Echokardiographie-<br />
Untersuchungen durchgeführt, dokumentiert und in einer zentralen Auswertungsstation<br />
gespeichert. Auf Basis dieser präzisen Dokumentation könnte das DHZB in Zukunft eine<br />
Vergütung dieser hochspezialisierten Untersuchungen anstreben.<br />
Die neuen technischen Möglichkeiten bewähren sich besonders bei den minimalinvasiven<br />
Aortenklappenimplantationen in unserem Hybrid-Operationssaal, in dem intraoperativ<br />
sowohl die Angiographie als auch die Echokardiographie zum Einsatz kommen. Dabei<br />
möchte ich die beispielhafte Team-Arbeit aller Kollegen aus den beteiligten<br />
Fachrichtungen der Chirurgie, Anästhesie, Kardiologie und Kardiotechnik bei der Planung<br />
und Durchführung dieser komplexen Eingriffe hervorheben.<br />
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hermann Kuppe<br />
Direktor des Instituts<br />
190<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Institut für Anästhesiologie<br />
191<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Direktor:<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
Professor Dr. med. h.c. Hermann Kuppe<br />
Vertreter:<br />
Dr. med. Gunther Mai Dr. med. Mathias Redlin<br />
Dr. med. Marian Kukucka Dr. med Alexander Mladenow<br />
PD Dr. med. Andreas Koster<br />
SC 3 Professuren (2):<br />
Prof. Dr. med. Helmut Habazettl Prof. Dr. med. Wolfgang Kübler<br />
Oberärzte:<br />
Dr. med. Moritz Bültmann Dr. med. Michael Plaß<br />
Funktionsärzte:<br />
Dr. med. Olaf Brettschneider Herbert Full<br />
Dr. med. Katharina Gräfe Dr. med. Corina Härtel<br />
Dr. med. Matthias Hommel Dr. med. Katharina Jakobs<br />
Dr. med. Michael Krämer Dr. med. Jutta Metz<br />
Dr. med. Ties Meyer-Jark Harald Schulze<br />
Dr. med. Daniela Sdoukos Dr. med. Angelika Strohm<br />
Alexander Tscherkaschin Frank Unterstab<br />
Assistenzärzte:<br />
Dr. med. Bärbel Lamparter-Schummert Dr. med. Georg Carolos Syrmas<br />
Alexander Lavinius Ungur Karsten Weller<br />
Ltd. Oberärzte im Sana-<strong>Herzzentrum</strong> Cottbus:<br />
Dr. med. Andreas Smechowski (Ltd. Oberarzt <strong>Herzzentrum</strong> Cottbus)<br />
Gastwissenschaftler:<br />
Ye Fan, VR China Dr. Benjamin O‘Brien, London, UK<br />
Li Ming Wang, VR China Jun Ying, VR China<br />
192<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Anästhesien:<br />
Intensivtherapie:<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
4.838<br />
Auf der Intensivpflegestation stehen drei Mitarbeiter des Institutes für Anästhesiologie<br />
für die Versorgung der durch die Herzchirurgie betreuten Patienten zur Verfügung.<br />
Kooperationen:<br />
Mit der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des<br />
Universitätsklinikums der Charité Campus Virchow und Campus Mitte wurde das<br />
gemeinsame Ärzteaustauschprogramm auch im Berichtsjahr erfolgreich fortgesetzt.<br />
Habilitationen und Promotionen<br />
1990 - 2009 abgeschlossene Promotionen: 21<br />
davon bewertet mit<br />
summa cum laude: 0<br />
magna cum laude: 6<br />
cum laude: 12<br />
rite: 3<br />
1990 - 2009 abgeschlossene Habilitationen: 1<br />
Jahr: 2001<br />
Name: Koster, Andreas<br />
Titel: „Neue therapeutische Optionen für das Antikoagulationsmanagement<br />
während des kardiopulmonalen Bypasses bei Patienten mit<br />
heparininduzierter Thrombozytopenie“<br />
193<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Lehre<br />
Regelmäßige Lehrtätigkeit<br />
•<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
PJ-Unterricht Kardioanästhesie im Rahmen des Curriculums für PJ-Studenten der<br />
Humboldt-Universität, Charité Campus Virchow. Einmal pro Semester<br />
• Seminar für Studenten der Charité: Grundlagen der Kardioanästhesie und Narkoseführung<br />
bei Patienten mit Herzerkrankung. Zwei Stunden im Monat<br />
• Gesamter Unterrichtsanteil Anästhesie an der Krankenpflegeschule des DHZB für die<br />
Ausbildung zur Fachschwester bzw. zum Fachpfleger in Anästhesie und Intensivmedizin<br />
einschl. Zwischen- und Abschlussprüfungen<br />
• Betreuung von Doktoranden (Themenschwerpunkte: Neuromonitoring, hämodynamisches<br />
Monitoring)<br />
• Regelmäßige wöchentliche Fortbildungsveranstaltungen während des Semesters für alle<br />
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s<br />
• Regelmäßige 14-tägige Veranstaltungen zu speziellen Themen, die gemeinsam mit dem<br />
Institut für Physiologie der Freien Universität <strong>Berlin</strong> organisiert werden<br />
• Lehrtätigkeit des Instituts für Anästhesiologie an der Steinbeis-Hochschule <strong>Berlin</strong><br />
Lehrtätigkeit des Institutes für Anästhesiologie<br />
an der Steinbeis Hochschule <strong>Berlin</strong><br />
Ein wichtiger Schritt im Jahr 2008 war auch die Einführung des Bachelor Studiengangs<br />
„Cardiovascular Perfusion“ im Rahmen der Kooperation der Akademie für Kardiotechnik des DHZB und<br />
des Steinbeis-Transfer-Instituts.<br />
Die Kardiotechnik ist ein fester Bestandteil der Kardiochirurgie. An der Akademie für Kardiotechnik<br />
werden seit über 20 Jahren Kardiotechniker für die vielfältigen Anforderungen ausgebildet. In einer<br />
zweijährigen Ausbildung werden sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen vermittelt, um der<br />
anspruchvollen Tätigkeit des Kardiotechnikers gerecht zu werden.<br />
Durch die Einrichtung des Bachelor-Studiengangs „Cardiovascular Perfusion“ haben das Deutsche<br />
<strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> und die Steinbeis-Hochschule <strong>Berlin</strong> die Ausbildung zum Kardiotechniker auf ein<br />
akademisches und international vergleichbares Niveau gebracht. Damit werden sich auch die<br />
beruflichen Perspektiven der Kardiotechnik nachhaltig verändern.<br />
Im Zuge des Bachelor-Studienganges wurden die Lehrpläne und medizinischen Inhalte im Fachbereich<br />
Anästhesie den steigenden Anforderungen an das Berufsbild des Kardiotechnikers angepasst und<br />
reflektieren die neuesten Erkenntnisse im Bereich der allgemeinen Anästhesie und speziellen<br />
Kardioanästhesie.<br />
Somit ist ein universitärer Standard des Wissens gewährleistet, der von Lehrkräften, die aus der<br />
täglichen Praxis kommen, theoretisch fundiert und praxisnah vermittelt wird. Im Rahmen des<br />
Bachelor-Studienganges werden durch die Abteilung Anästhesie insgesamt 120 Unterrichtsstunden<br />
verteilt auf sechs Semester geleistet.<br />
194<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Institut für Anästhesiologie<br />
195<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Forschung<br />
Forschungsschwerpunkte<br />
Intraoperative Echokardiographie<br />
Neuromonitoring<br />
Kinderkardioanästhesie<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
Beurteilung der regionalen myokardialen Funktion mit Deformationsparametern,<br />
erhoben mittels „speckle tracking“<br />
Leitung: Dr. Kukucka, Prof. Habazettl<br />
Rolle der intraoperativen Echokardiographie während minimalinvasiver<br />
Aortenklappenimplantation<br />
Leitung: Prof. Pasic, Dr. Kukucka<br />
Intraoperative Prädiktoren für rechtsventrikuläre Insuffizienz nach LVAD-<br />
Implantation und intraoperative Echokardiographie während VAD-Implantation<br />
Leitung: Dr. Kukucka, PD Dr. Potapov<br />
Stammzellaplikation bei Patienten mit reduzierter linksventrikulärer Funktion<br />
Leitung: Dr. Nasseri, Prof. Stamm, Dr. Kukucka<br />
Sekundäre pulmonale Hypertension bei chronischer Herzinsuffizienz<br />
Experimenteller Therapieeinsatz von Sildenafil<br />
Leitung: Prof. Kübler, Dr. Kukucka<br />
Evaluierung der Nah-Infrarot-Spektroskopie als Neuromonitoring bei Neonaten<br />
und kleinen Kindern während des Kardiopulmonalen Bypasses<br />
Leitung: Dr. Redlin<br />
Reduktion des Fremdblutbedarfs am Kardiopulmonalen Bypass bei Neonaten und<br />
kleinen Kindern:<br />
Dr. Redlin, Dr. Hübler (Chirurgie),<br />
Dr. Miera (Abteilung für angeborene Herzfehler) und<br />
Herr Böttcher (Kardiotechnik).<br />
196<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Institut für Anästhesiologie<br />
Organperfusion und Vaskuläre Regulationsmechanismen<br />
Institut für Physiologie<br />
Ziele des Forschungsschwerpunkts<br />
• Experimentelle Erforschung klinischer Probleme der vaskulären Regulation und<br />
Organperfusion<br />
• Untersuchung pathophysiologischer Prozesse und Mechanismen in Mikrozirkulation<br />
und Vaskulärer Biologie<br />
• Erarbeitung neuer therapeutischer Konzepte, Entwicklung und Erprobung neuer<br />
Monitoringverfahren<br />
Forschungsbereiche:<br />
Regulation der Organperfusion<br />
• Endotheliale Dysfunktion und Angioadaptation in der Lungenstrombahn bei chronischer<br />
Linksherzinsuffizienz (Teilprojekt des EU Integrated Projects "Functional Genomics of<br />
Pulmonary Hypertension")<br />
• Beziehungen zwischen Gefäßmorphologie, Hämodynamik, Metabolik und Funktion<br />
• Endotheliale Genregulation durch Schubspannung und Sauerstoffpartialdruck<br />
• Darmperfusion bei SIRS und Sepsis: Effekte der thorakalen Epiduralanästhesie auf die<br />
Mikrozirkulation des Darms (Kooperation mit der Klinik für Anästhesiologie und<br />
operative Intensivmedizin, Charité Campus Benjamin Franklin)<br />
• Zelluläre und molekulare Mechanismen der hypoxisch-pulmonalen Vasokonstriktion<br />
(Projektförderung durch das Canadian Institute for Health Research)<br />
• Angioadaptation nach Implantation von axialen Flußpumpen<br />
• Regulation der Blutflussverteilung zwischen Arbeitsmuskulatur, Atemmuskulatur und<br />
Gehirn bei maximaler körperlicher Belastung bei Sportlern und COPD-Patienten:<br />
Nichtinvasive regionale Blutflussmessung mit Nah-Infrarot-Spektroskopie (Kooperation<br />
mit dem Department of Physical Education and Sport Sciences, National und<br />
Kapodistrian University of Athens, Greece, und dem Department of Medicine, University<br />
of California San Diego, La Jolla, CA, USA)<br />
Mikrozirkulation und Vaskuläre Biologie<br />
• Mikrozirkulation und vaskuläre Biologie<br />
• Einfluß der Atmung und Beatmung auf Alveolardynamik, Strömungsmechanik und<br />
Gasaustausch zwischen Alveolen und umliegenden Kapillaren (Teilprojekt des DFG-<br />
Forschungsschwerpunkts "Protektive Beatmung")<br />
• Korrelation der Mikrohämodynamik mit genetischen Expressionsmustern<br />
• Angioadaptation, Angiogenese<br />
• Alveoläre Flüssigkeitsabsorption und -sekretion als zentrale Mechanismen des<br />
Lungenödems<br />
• Strukturelle und funktionelle Adaptation von Endothelzellen unter Mikrogravitation<br />
197<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Forschung<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
• Funktionelle Untersuchungen von mittels Tissue Engineering hergestellten<br />
kardiovaskulären Geweben<br />
• Etablierung einer zweidimensionalen spektroskopischen Methode zur<br />
intravitalmikroskopischen Messung der Sauerstoffsättigung in Mikrogefäßen<br />
• Regulation der mikrovaskulären Gefäßpermeabilität durch Sphingolipide<br />
(Teilprojekt des DFG-Schwerpunktprojekts "Sphingolipide". Kooperation mit dem<br />
Institut für Pharmakologie und Toxikologie, RWTH Aachen)<br />
Therapiekonzepte<br />
• Systemische und inhalative Applikation von Vasodilatoren bei Linksherzinsuffizienz<br />
• Protektive Effekte von inhaliertem NO bei zerebraler und myokardialer Ischämie<br />
• Modulation der Angiotensin-(1-7)/Mas-Achse als neue protektive Strategie zur<br />
Behandlung des akuten Lungenversagens (DFG-gefördertes Einzelprojekt in<br />
Kooperation mit dem „Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System“ (ECCPS),<br />
Universität Marburg-Giessen)<br />
Monitoring<br />
• Nah-Infrarot-spektroskopische Messung der zerebralen Oxygenierung bei<br />
herzchirurgischen Eingriffen an Kindern<br />
• Präoperative quantitative Echokardiographie zur Prädiktion von Rechtsherzversagen<br />
nach Implantation von linksventrikulären Unterstützungssystemen<br />
• Intraoperatives Monitoring der Myokardfunktion nach transapikalem Ersatz der<br />
Aortenklappe mittels transösophagealer Echokardiographie<br />
198<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Organperfusion<br />
Regulation der Blutflußverteilung<br />
Musculus Quadriceps<br />
0 30 60 70 80 90 100<br />
Arbeitsbelastung [% max]<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
Regulation der Blutflußverteilung zwischen Arbeitsmuskulatur, Atemmuskulatur und<br />
Gehirn bei maximaler körperlicher Belastung bei Sportlern und COPD-Patienten:<br />
nichtinvasive regionale Blutflussmessung mit Nah-Infrarot-Spektroskopie<br />
Maximale körperliche Belastung führt zu einer raschen Erschöpfung mit der Folge, dass die<br />
entsprechende Tätigkeit eingestellt werden muss. Limitierender Faktor ist dabei beim gesunden<br />
Menschen das Herz-Kreislaufsystem, das bei Nicht-Sportlern den Sauerstofftransport nur etwa<br />
bis zum 5-fachen, bei ausgeprägten Ausdauersportlern bis zum 10-fachen des Ruhewerts<br />
steigern kann. Seit langem wurde postuliert, dass es dabei zu einer Umverteilung des<br />
Blutflusses der Arbeitsmuskulatur zugunsten der Atemmuskulatur kommen könnte,<br />
entsprechende Daten konnten bisher jedoch nicht vorgelegt werden. Weiterhin ist unklar,<br />
worin das eigentliche Erschöpfungssignal besteht, das letztlich zur Einstellung der<br />
anstrengenden Tätigkeit führt. Entsprechende Signale von Metabo-Rezeptoren aus der<br />
Arbeitsmuskulatur bzw. der Atemmuskulatur wurden gefordert. Alternativ wird die<br />
Auffassung vertreten, dass die Konzentration der Durchblutung auf die Arbeitsmuskulatur zu<br />
einer Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führt, das Erschöpfungssignal also zentral<br />
im Gehirn entsteht.<br />
Zur Untersuchung dieser Fragen wurde eine internationale Kooperation mit dem Department<br />
of Physical Education and Sport Sciences der National und Kapodistrian University of Athen<br />
und dem Department of Medicine, University of California San Diego, La Jolla eingegangen.<br />
Die Probanden leisten auf dem Fahrradergometer graduell ansteigende körperliche Arbeit,<br />
während die Lungenfunktion mit einem Spirometer erfasst wird. Die regionale Durchblutung<br />
der Arbeits- und Atemmuskulatur bzw. des Gehirns wird mit Hilfe der Nah-Infrarot-<br />
Spektroskopie und der Indikator-Substanz Indocyaningrün (ICG) nach der Indikator-<br />
Verdünnungsmethode gemessen. Ein Nachteil dieser Messmethode besteht darin, dass<br />
gleichzeitig die arterielle ICG-Konzentration gemessen werden muss, wozu eine arterielle<br />
Kanülierung und kontinuierliche Blutabnahme mittels einer Pumpe erforderlich ist.<br />
100<br />
[ml/min/100g]<br />
Muskel Blutfluss (MBF)<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
0<br />
MBF<br />
BFI<br />
20<br />
15<br />
10<br />
5<br />
0<br />
Auswirkungen von BedRest auf die Änderungen der Hautperfusion in Reaktion auf Phenylephrin und Salbutamol. Die<br />
konstriktorische Wirkung von Phenylephrin wurde als Fläche unter der Kurve AUC der reaktiven Hyperämie nach 1 Minute<br />
Ischämie bestimmt und war durch BedRest nicht beeinflusst. Dagegen war die Perfusionszunahme nach Applikation von<br />
Salbutamol nahezu verdreifacht. Mittelwerte ± SEM; # p < 0,01<br />
199<br />
BFI [nM/s]<br />
Blutfluss Index (BFI)<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
20<br />
15<br />
10<br />
5<br />
Musculus Intercostalis<br />
Musculus Quadriceps<br />
Musculus Intercostalis<br />
Musculus Quadriceps<br />
0<br />
0 20 40 60 80 100<br />
Muskel Blutfluss [ml/min/100g]
Forschung<br />
Institut für Anästhesiologie<br />
Deshalb wurde untersucht, ob auch ein nichtinvasiv bestimmbarer Blultflussindex (BFI) die<br />
Änderungen der Gewebedurchblutung bei körperlicher Arbeit erfassen kann. Beide<br />
Durchblutungsparameter wurden aus den ICG-Konzentrationskurven bestimmt und<br />
verglichen. Es zeigte sich eine hervorragende Übereinstimmung der Mittelwerte beider<br />
Parameter (siehe Abb.; r = 0.98 und 0.96). Dagegen zeigte sich eine erhebliche Streuung der<br />
Einzelwerte bei immer noch akzeptabler Korrelation beider Parameter (r = 0.72).<br />
Die Abbildung links zeigt den parallelen Verlauf von Muskeldurchblutung und BFI in der<br />
Oberschenkelmuskulatur während zunehmender körperlicher Belastung. In der rechten<br />
Abbildung ist die exzellente Korrelation von Muskeldurchblutung und BFI für die<br />
Oberschenkel- und Atemmuskulatur dargestellt (Habazettl et al. Near-infrared spectroscopy<br />
and indocyanine green derived blood flow index for non-invasive measurement of muscle<br />
perfusion during exercise. Journal of Applied Physiology 2010 Jan 28. [E-pub ahead of print])<br />
Eine Zweitauswertung der gleichen ICG-Konzentrationskurven durch einen weiteren<br />
unabhängigen Beobachter und die Analyse der Inter-Observer-Variabilität mittels Bland and<br />
Altman Plots zeigte, dass sich die Bestimmung des nichtinvasiven BFI besser reproduzieren<br />
lässt als die der absoluten Muskeldurchblutung.<br />
Zusammenfassend zeigen diese Ergebnisse, dass arbeitsbedingte Änderungen der<br />
Muskeldurchblutung auch durch die nichtinvasive Bestimmung des BFI erfasst werden können<br />
und in zukünftigen Studien auf die invasive Messung der absoluten Durchblutung verzichtet<br />
werden kann.<br />
Mikrozirkulation<br />
Regulation der mikrovaskulären Gefäßpermeabilität durch Sphingolipide<br />
(Teilprojekt des DFG-Schwerpunktprojekts "Sphingolipide", Kooperation mit dem Institut für<br />
Pharmakologie und Toxikologie, RWTH Aachen)<br />
Platelet-activating factor (PAF) erhöht die pulmonale<br />
mikrovaskuläre Permeabilität innerhalb weniger Minuten.<br />
Dieser Effekt ist gleichermaßen durch eine Aktivierung der<br />
Cyclooxygenase und der sauren Sphingomyelinase (ASM)<br />
mediiert. Entsprechend vermindert die pharmakologische<br />
Hemmung der ASM durch Imipramin die Ausbildung des<br />
akuten Lungenschadens in einer Reihe präklinischer<br />
Tiermodelle. Die diesem neuen Signalweg zugrunde<br />
liegenden Mechanismen sind bislang allerdings noch<br />
ungeklärt.<br />
Caveolae sind Plasmadomänen, die besonders reich an<br />
Sphingomyelin (dem Substrat der ASM) sind und enthalten<br />
Caveolin-1 (cav1), das die endotheliale NO-Synthase (eNOS)<br />
bindet und hemmt. Daher untersuchten wir die Beziehung<br />
zwischen ASM, cav1 und eNOS im Kontext des PAFinduzierten<br />
Lungenödems am Modell der isoliertperfundierten<br />
Maus- und Rattenlunge. Caveolae wurden aus<br />
pulmonalen Endothelzellen nach Markierung mit Silica-<br />
200<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Institut für Anästhesiologie<br />
Beads durch Präparation der Detergenzien-resistenten Membranfraktion isoliert. Die<br />
endotheliale NO-Synthese wurde direkt mittels in situ Fluoreszenzmikroskopie quantitativ<br />
bestimmt. In Caveolae, die 10 Minuten nach PAF-Stimulation frisch isoliert wurden, wurde<br />
eine Anreicherung von Caveolin-1, eNOS und ASM-Aktivität beobachtet. PAF verminderte<br />
gleichzeitig die endotheliale NO-Synthese. Diese Effekte wurden durch direkte<br />
Lungenperfusion mit ASM repliziert, während sie in ASM-defizienten Mäusen nicht auftraten.<br />
Inhibitoren des ASM-Signalwegs wie Imipramin, D609 oder Dexamethason blockierten die<br />
PAF-induzierte Anreicherung von Caveolin-1 und eNOS in Caveolae, den simultanen Abfall<br />
der NO-Produktion und die Ausbildung eines PAF-induzierten Lungenödems. Die<br />
Rekonstitution der endothelialen NO-Produktion durch Gabe exogener NO-Donoren<br />
verhinderte die PAF-induzierte mikrovaskuläre Barrierestörung.<br />
Zusammenfassend können wir aus den erzielten Daten folgern, dass PAF eine Störung der<br />
mikrovaskulären Barrierefunktion mit konsekutiver Ausbildung eines Lungenödems induziert,<br />
indem es über eine Aktivierung der ASM eine Anreicherung von Caveolin-1 und eNOS in<br />
Caveolen bewirkt. Diese führt zu einer Hemmung der endothelialen NO-Synthese, die letztlich<br />
funktionell zur mikrovaskulären Barrierestörung beiträgt.<br />
Details dieser Untersuchungen können nachgelesen werden in:<br />
Yang Y, Yin J, Baumgartner W, Samapati R, Solymosi EA, Reppien E, Kuebler WM*, Uhlig S*:<br />
Platelet-activating factor reduces endothelial NO production – role of acid sphingomyelinase.<br />
European Respiratory Journal 2009 Nov 19 [E-pub ahead of print] (*shared senior authorship).<br />
Die Publikationen und Vorträge<br />
des Instituts für Anästhesie<br />
finden Sie auf beiliegender CD.<br />
201<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
202<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Leitung:<br />
Verwaltung<br />
Verwaltung<br />
Thomas Michael Höhn<br />
Verwaltungsdirektor<br />
Augustenburger Platz 1<br />
13353 <strong>Berlin</strong><br />
Telefon: +49 30 4593 - 1200<br />
Telefax: +49 30 4593 - 1300<br />
203<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsbericht<br />
Verwaltung<br />
Verwaltung des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />
Die Satzung der Stiftung <strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> regelt in ihrem Paragraphen 10 die<br />
Aufgaben des Verwaltungsdirektors, der Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands ist.<br />
Hiernach obliegen ihm die Leitung der Verwaltungs-, Wirtschafts- und Versorgungsbereiche<br />
und dabei insbesondere die Entscheidungen in den Personalangelegenheiten, die<br />
wirtschaftliche Betriebsführung des DHZB einschl. Aufstellung des Wirtschaftsplans und des<br />
Jahresabschlusses, die Angelegenheiten der Organisation sowie die Fachaufsicht über die<br />
Mitarbeiter der eigenen Verantwortungsbereiche. Dies war 1985 die Ausgangsposition, primär<br />
orientiert an den Klinikverwaltungsstrukturen der damaligen universitären und städtischen<br />
Einrichtungen.<br />
Seit Mitte der neunziger Jahre wurden im DHZB innovative Entwicklungsprozesse in Gang<br />
gesetzt, deren Ergebnisse sich u. a. in dem Organigramm „Abteilungsstruktur“ widerspiegeln.<br />
Eine klassische Krankenhausverwaltung wurde im DHZB nicht realisiert, sondern vielmehr<br />
eine moderne Organisation, maßgeblich geprägt durch die Ausgründung von<br />
Tochtergesellschaften, speziell herausgebildet und ständig weiterentwickelt zur Erbringung der<br />
nichtmedizinischen Dienstleistungen als kompetenter und verlässlicher Partner der<br />
medizinischen Einrichtungen zwecks wirtschaftlicher und qualitativer Optimierung des<br />
gesamten Leistungsgeschehens im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong>.<br />
Die Kernaufgaben und die Verantwortung des nichtmedizinischen Managements liegen<br />
innerhalb eines weit reichenden Spektrums der zukunftsorientierten Betriebs-, Leistungs-,<br />
Budget- und Investitionsplanung und umfassen dafür entwickelte Strategien bzw. daraus<br />
abgeleitete Projekte sowie deren planerische und vertragliche Ausgestaltung, Realisierung,<br />
Kontrolle und Weiterentwicklung, den Aufbau dementsprechender Partnerschaften und<br />
Kooperationen sowie die Erschließung neuer Geschäftsfelder.<br />
Der Jahresabschluss 2008 als Einstieg in das Wirtschaftsjahr 2009 war außergewöhnlich<br />
geprägt durch die freiwillige Antizipation der Regelungen des BilMoG, was zu erheblichen<br />
Bewertungsänderungen bei den Rückstellungen für die betriebliche Altersversorgung<br />
(Unterstützungskasse des DHZB) und zu einer dementsprechenden Verringerung des<br />
Jahresergebnisses geführt hat. Durch diese Maßnahmen wurden jedoch dem Jahr 2009 und<br />
prospektiv den Folgejahren zusätzliche finanzielle Lasten genommen und die Leistungskraft<br />
der Unterstützungskasse solchermaßen substanziell finanziell abgesichert.<br />
Da die wirtschaftlichen Ergebnisse insgesamt seit dem Beginn der DRG-Konvergenzphase<br />
kontinuierlich rückläufig sind, reduzieren sich dadurch auch die Spielräume für Innovationen<br />
und eigenfinanzierte Investitionen. 2009 wurden jedoch im Rahmen des<br />
Konjunkturprogramms II Fördermittel für Investitionen in Höhe von ca. 2,1 Mio. Euro<br />
akquiriert, so dass bereits geplante Maßnahmen vorbereitet und auf den Weg gebracht werden<br />
konnten.<br />
204<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Aufgrund einer fehlenden Budget- und Entgeltvereinbarung für das Jahr 2009 wurde auf der<br />
Basis eines vorläufigen Wirtschaftsplans gearbeitet. Im Ergebnis werden leichte<br />
Verbesserungen gegenüber den kalkulierten Ansätzen erwartet.<br />
Im Rahmen des KISneu-Projekts erfolgte ab Anfang 2009 eine Teil-Inbetriebnahme der neuen<br />
Systeme einschließlich eines Labor-Informationssystems und neuer Spezialsoftware für das<br />
Finanz- und Rechnungswesen. Die Umstellungsprozesse waren insbesondere für die<br />
Mitarbeiter, die, wie die IT-Mitarbeiter, direkt am Projekt beteiligt waren, aber auch für die<br />
Mitarbeiter des Gesamtunternehmens eine große Herausforderung, die mit Erfolg<br />
angenommen und trotz aller Widrigkeiten gemeistert wurde. Wenngleich manches hätte besser<br />
gehen können, war das gute Ergebnis aus der Teil-Umsetzung des bedeutendsten und<br />
tiefgreifendsten Projekts der letzten dreiundzwanzig Jahre ein wesentlicher Meilenstein auf der<br />
Zukunftsstrecke des DHZB.<br />
Im Rahmen der Anhörungen zur Weiterentwicklung des <strong>Berlin</strong>er Krankenhausplans hat sich<br />
das DHZB erfolgreich zukunftsorientiert einbringen können.<br />
Insgesamt gesehen gewannen die Themen und Fragen zur Zukunftsstrategie und<br />
-entwicklung sowohl für den Geschäftsführenden Vorstand als auch für den Stiftungsrat des<br />
DHZB zunehmend an Raum und Bedeutung, so dass hieraus auch neue Bearbeitungsfelder,<br />
Schwerpunkte und Prioritäten für die Verwaltung erwachsen sind.<br />
Thomas Michael Höhn<br />
Verwaltungsdirektor<br />
205<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Frau Sandra Mussa<br />
Sekretariat<br />
Stiftung Europäische<br />
Gewebebanken<br />
Herr Mehran Moazami-Goudarzi<br />
Assistent VD<br />
International Business<br />
Herr Thomas Grunwald<br />
Innere Verwaltungsdienste<br />
Arbeitsschutz<br />
Bereichsleitung<br />
Verwaltung<br />
Verwaltungsdirektor<br />
Herr Thomas Höhn<br />
Stabsstellen<br />
Herr Michael Regitz<br />
Controlling / Organisation<br />
Frau Nermin Cabrera Fugardo<br />
Qualitätsmanagement<br />
Bereichsleitung<br />
Frau Jacqueline Spitaler Frau Karina Rosenke<br />
International Business im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Frau Petra Kasimirski<br />
Sekretariat VD<br />
Stiftungsrat<br />
Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> (DHZB) verfügt über sämtliche erforderlichen<br />
Voraussetzungen, um Patienten mit Wohnsitz im Ausland bezüglich ihrer medizinischen<br />
Bedürfnisse hinsichtlich diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen und Eingriffe<br />
vollständig zu betreuen.<br />
Durch den Geschäftsbereich International Business des DHZB, welcher die gemeinsamen<br />
Bemühungen der Ärzteschaft, Pflege und Verwaltung bezüglich der<br />
Behandlungsanbahnung, -durchführung und Abwicklung auf hohem Niveau zum<br />
wirtschaftlichen Wohl des DHZB gestaltet und durchführt, wurden im Geschäftsjahr 2009<br />
Erlöse von rund 6,2 Millionen Euro erwirtschaftet und 411 stationäre Patienten betreut,<br />
was sowohl hinsichtlich der Patientenanzahl als auch der Erlöse eine Steigerung im<br />
Vergleich zum Vorjahr (rund 6,0 Millionen Erlöse und 392 Patienten) bedeutet.<br />
Ähnlich wie in den Vorjahren stammt die überwiegende Mehrheit der Patienten aus<br />
Russland und den so genannten GUS-Staaten.<br />
206
Prozent<br />
450<br />
400<br />
350<br />
300<br />
250<br />
200<br />
150<br />
100<br />
50<br />
0<br />
60<br />
50<br />
40<br />
30<br />
20<br />
10<br />
0<br />
Verwaltung<br />
‘98 ‘99 ‘00 ‘01 ‘02 ‘03 ‘04<br />
Jahr<br />
‘05 ‘06 ‘07 ‘08 ‘09<br />
48,90<br />
Entwicklung der Auslandsfallzahlen und Erlöse<br />
Patienten<br />
Erlöse in €<br />
5,35 5,10<br />
Qualitätsmanagement<br />
Top10 der Herkunftsländer in 2009<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
7.000.000<br />
6.000.000<br />
5.000.000<br />
4.000.000<br />
3.000.000<br />
2.000.000<br />
1.000.000<br />
3,65 3,16 3,16 1,95 1,7 1,46 1,21<br />
Russland Ukraine Azerbaijan Kasachstan Kroatien Libyen Yemen Georgien Weißrussland U.S.A.<br />
Das Ziel des Qualitätsmanagements (QM) im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> ist es, eine<br />
deutliche Optimierung der Versorgungsqualität unter Berücksichtigung der<br />
Mitarbeiterzufriedenheit und Erhöhung der Wirtschaftlichkeit zu bewirken.<br />
Für die Entwicklung des Qualitätsmanagementprozesses ist der Verwaltungsdirektor<br />
als Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands verantwortlich.<br />
Das Qualitätsmanagement ist als eine Stabsstelle dem Verwaltungsdirektor des Hauses<br />
unterstellt und für die Koordinierung, Organisation und Durchführung aller<br />
Qualitätsmanagementaktivitäten des DHZB nach Vorgaben des Organisationsentwicklungsteams<br />
(OE-Team) in Abstimmung mit dem Geschäftsführenden Vorstand<br />
207<br />
0
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
verantwortlich. Das QM ist abteilungsübergreifend und in enger Vernetzung mit den<br />
weiteren Stabsstellen tätig.<br />
Kennzeichnend für das gesamte Jahr 2009 war die weitere Bearbeitung der KTQ-<br />
Empfehlungen der vergangenen Rezertifizierung. Dies geschah vorrangig im Rahmen<br />
der Besprechungen des OE-Teams.<br />
Darüber hinaus gehörten zu den Aufgaben für 2009 u. a. die fortlaufende<br />
Durchführung, Erfassung und Auswertung der Patientenbefragung und des<br />
Beschwerdemanagements. Aufgrund einer eher geringen Rücklaufquote bei der<br />
Patientenbefragung wurde im Juni 2009 über zwei Wochen eine zusätzliche<br />
Intensivbefragung bei den stationären Patienten mit sehr zufriedenstellendem<br />
Ergebnis durchgeführt.<br />
Meinungskasten DHZB-Projektgruppe<br />
Des Weiteren wurde, abgeleitet aus den Ergebnissen der vorangegangenen<br />
Patientenbefragungen, im Januar und Februar des Jahres eine Analyse der Wartezeiten<br />
je in der Chirurgischen und in der TX-Ambulanz durchgeführt. Dabei wurden neben<br />
den Wartezeiten vor, zwischen und nach Abschluss der Untersuchungen auch die<br />
Behandlungszeiten als solche genauer betrachtet.<br />
Zu den ständigen Aufgaben des QM gehören auch die Übernahme, die Moderation und<br />
Leitung von Projekt- und Arbeitsgruppen, die Koordinierung, Planung und<br />
Durchführung von Projekten (Projektmanagement) oder auch die Durchführung von<br />
internen Audits zur Überprüfung der Umsetzung festgelegter Standards. Letztere<br />
wurden im Berichtsjahr in Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst hinsichtlich der<br />
Umsetzung und Einhaltung der Dokumentationsstandards durchgeführt.<br />
Als ein wesentliches Projekt des Jahres ist sicherlich die Erstellung eines OP-<br />
Dokumentationshandbuches für das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> zu nennen. Das<br />
Handbuch soll zur Sicherstellung einer einheitlichen, sachgerechten und plausiblen<br />
Dokumentation beitragen. Es soll einerseits als Dienstanweisung fungieren und<br />
andererseits einen verbindlichen Dokumentationsleitfaden darstellen.<br />
208<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Um Fehler und Risiken im Behandlungsprozess so gering wie möglich zu halten<br />
müssen die Faktoren Mensch, Technik und Organisation optimal aufeinander<br />
abgestimmt sein. Das Ziel des Risikomanagements im DHZB ist es, Patienten- und<br />
Mitarbeitersicherheit zu erhöhen sowie durch Verbesserung von Prozessen und<br />
Strukturen Fehler zu vermeiden. Ein Instrument zum frühzeitigen Erkennen möglicher<br />
Fehler- und Risikoquellen ist das Critical Incident Reporting System (CIRS). Vor diesem<br />
Hintergrund konnte das bereits in 2008 begonnene Projekt zur Etablierung eines<br />
hausinternen Meldesystems zur freiwilligen, anonymen und sanktionsfreien<br />
Berichterstattung von kritischen Ereignissen und Beinahezwischenfällen erfolgreich<br />
abgeschlossen werden.<br />
Darüber hinaus wurde zum wiederholten Mal eine Risikoanalyse durch externe<br />
Experten im DHZB durchgeführt. Dabei wurden an vier Tagen im Mai 2009 alle<br />
Kliniken und ausgewählte Fachbereiche auditiert. Bei einer Risikoanalyse wird die<br />
aktuelle Risikolage des Krankenhauses unter den Fokus einer haftungsrelevanten<br />
Betrachtung gestellt. Dies erfolgt durch Anlegen jeweils gültiger Maßstäbe zu den<br />
häufigsten Problemfeldern. Die ca. 350 Prüfkriterien wurden unterteilt in die<br />
Kategorien Organisation, Aufklärung, Behandlung und Dokumentation. In<br />
ausgedehnten Interviews und Vor-Ort-Begehungen wurden dann neben dem<br />
Ärztlichen Direktor Herrn Prof. Hetzer auch die weiteren Chefärzte, die leitenden Ärzte<br />
und Pflegekräfte befragt. Die Stationen, Funktionsbereiche sowie der OP-Trakt wurden<br />
besichtigt und Detailfragen mit dem Verwaltungsdirektor besprochen.<br />
Im Ergebnis erhielt das DHZB einen ausführlichen Risikobericht. An dieser Stelle sei<br />
darauf hingewiesen, dass das DHZB diese Untersuchung mit einem sehr positiven<br />
Ergebnis abschließen konnte. Die Bewertung orientiert sich an so genannten<br />
Ampelphasen, wobei eine rote Ampel für ein hohes Haftungsrisiko und einer<br />
Gefährdung der Gesundheit der Patienten steht.<br />
Ampelphasen im Risikobericht<br />
209<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
Die Farbe gelb signalisiert ein generelles Haftungsrisiko aus rechtlichen Gründen. Eine<br />
gelb/grüne Ampelkonstellation steht für latente Haftungsrisiken, d. h. bestimmte<br />
organisatorische oder vertragliche Vereinbarungen bedürfen einer Aktualisierung.<br />
Das DHZB hat als bisher einzige medizinische Einrichtung keine rote Ampel erhalten.<br />
Die formulierten Umsetzungsempfehlungen der Auditoren wurden durch das<br />
Qualitätsmanagement analysiert und nach Priorität gelistet. Sämtliche Empfehlungen<br />
wurden im OE-Team besprochen und weitere Maßnahmen zur Umsetzung abgeleitet.<br />
Der Qualitätsbericht ist laut Gesetz von den Krankenhäusern alle zwei Jahre zu<br />
erstellen. Die Veröffentlichung über das Berichtsjahr 2008 erfolgt im Jahre 2009. Der<br />
Qualitätsbericht soll der Öffentlichkeit, in besonderem Maße aber den Patientinnen und<br />
Patienten sowie den einweisenden Ärztinnen und Ärzten als Informationsquelle<br />
dienen. Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> hat dadurch die Möglichkeit, seine<br />
Leistungen und Qualität abzubilden und transparent zu machen.<br />
Das Qualitätsmanagement arbeitet als ständiges Mitglied in sämtlichen Gremien des<br />
Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> mit. Dazu zählen die Verwaltungskonferenz, die<br />
Arzneimittelkommission, die Transfusionskommission, die OP-Materialkommission,<br />
die Hygienekommission, die Laborkommission und die DRG/MIS-Runde. Außerdem ist<br />
das Qualitätsmanagement im Arbeitsschutzzirkel tätig.<br />
Unter anderem konnten weitere Hygienefortbildungen für Ärzte über die<br />
Hygienekommissionssitzung angeregt werden. Die Überarbeitung des<br />
Transfusionshandbuchs wurde über die Transfusionskommission eingeleitet und durch<br />
das QM koordiniert.<br />
Als Schnittstelle zwischen Vorstand und Mitarbeitern ist das QM ein wichtiger<br />
Kommunikationspartner für beide Seiten. Sämtliche Maßnahmen und Projekte der<br />
Krankenhausleitung mit Qualitätsmanagement-Relevanz werden u. a. über die<br />
Stabsstelle Qualitätsmanagement an die Mitarbeiter kommuniziert. Ebenso stellt die<br />
Stabsstelle die Kommunikation von Beschwerden, Vorschlägen zur<br />
Qualitätsverbesserung und weiteren qualitätsrelevanten Sachverhalten an die<br />
Krankenhausleitung sicher.<br />
210<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Controlling / Organisation<br />
Verwaltung<br />
Die Stabsstelle Controlling und Organisation direkt dem Verwaltungsdirektor<br />
unterstellt. Die Hauptaufgabe besteht in der Versorgung des Klinikvorstands mit<br />
Statistiken und Auswertungen, auf deren Grundlage die Klinikleitung operative,<br />
taktische und strategische Entscheidungen treffen kann.<br />
Data-Warehousing<br />
Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> hat 2009 die Business Intelligence Software QlikView der<br />
Firma QlikTech gekauft und eingeführt. Mit Hilfe dieser Software wurde ein Konzept<br />
für ein Data-Warehouse auf Grundlage der Theorie von unabhängigen Data Marts<br />
erstellt. Im Jahr 2009 wurden damit Teile von NEXUS Medfolio/Medicare, SCC und<br />
Teile aus dem früheren Krankenhausinformationssystem VistA in die Strukturen von<br />
QlikView überführt.<br />
Zur Unterstützung des Leitungs- und Führungssystems des DHZB wurde die Stabsstelle<br />
„Dienstplanschreibung“ des Pflegedirektorats als Pilotprojekt initiiert, um mit der<br />
QlikView-Software eigenständige Auswertungen zur Stationsbelegung auf Grundlage<br />
von Echtzeitdaten zu ermöglichen.<br />
DRG-Visiten<br />
Im Rahmen der täglichen chirurgischen Patienten- und Verlegungsbesprechungen<br />
unterstützt das Controlling die Entscheidungsfindung der Ärzte mit DRG-relevanten<br />
Informationen. Dies betrifft insbesondere die Kodierung von Diagnosen und<br />
Prozeduren.<br />
211<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
Kennzahlen<br />
Mit Einführung des neuen Krankenhausinformationssystems wurden mit QlikView fast<br />
alle Kennzahlen, die bisher aus den jetzt nicht mehr vorhandenen Systemen erstellt<br />
wurden, neu programmiert. Dieser Vorgang war Ende 2009 noch nicht ganz<br />
abgeschlossen und wird sich noch weit in das Jahr 2010 erstrecken. Die im Jahr 2008<br />
eingeführten monatlichen Lagebesprechungen mit den Leitern der Kliniken für Herz-,<br />
Thorax- und Gefäßchirurgie, Innere Medizin – Kardiologie und Angeborene Herzfehler<br />
und Kinderkardiologie sind seit 2009 Routine.<br />
Benchmark-Projekte<br />
Im Rahmen der "Arbeitsgemeinschaft deutscher Kinderherzzentren" wird mit dem<br />
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen, dem<br />
<strong>Herzzentrum</strong> München und der Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin an der<br />
Verbesserung der Darstellung der Daten aus der Kinderkardiologie und -chirurgie<br />
gearbeitet.<br />
Die Ende 2008 mit dem <strong>Herzzentrum</strong> München und dem Herz- und Diabeteszentrum<br />
Bad Oeynhausen vereinbarte Ausweitung des Benchmarks auf die Kliniken Herz-,<br />
Thorax- und Gefäßchirurgie und Innere Medizin – Kardiologie war Ende 2009<br />
technisch und inhaltlich umgesetzt worden, so dass 2010 die ersten Vergleiche<br />
beginnen können. Multizentrisch beteiligt sich die Abteilung Controlling an<br />
Arbeitsgruppen der SANA Herzzentren, bei denen praktische Themen des<br />
Medizincontrollings behandelt werden. Je nach Thema in dieser Gruppe werden die<br />
Abteilung Medizincontrolling oder das Finanz- und Rechnungswesen beteiligt.<br />
Das Benchmarking mit dem "SANA Analyser" wurde vom DHZB im Dezember 2009<br />
beendet, da die daraus gewonnen Daten nicht den gesetzten Erwartungen des<br />
Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> entsprochen haben.<br />
Kommissionsarbeit<br />
Die Stabsstelle Controlling und Organisation arbeitet in verschiedenen Kommissionen<br />
und Arbeitsgruppen des DHZB mit und unterstützt diese durch speziell auf das Thema<br />
bezogene Auswertungen. Als wichtigste Kommissionen wären die<br />
Arzneimittelkommission, die Transfusionskommission, die Hygienekommission, die<br />
Verwaltungskonferenz, die DRG-MIS-Runde, die Kooperationsgruppe mit dem<br />
Paulinenkrankenhaus und das Organisations- und Entwicklungsteam zu nennen.<br />
Fortbildungen<br />
Die Stabsstelle bietet in Zusammenarbeit mit dem Fallmanagement hausinterne<br />
Fortbildungen an. Diese behandeln Themen wie DRG-Grundlagen, DRG-Update,<br />
Diagnosenverschlüsselung für Ärzte oder DRG-relevante Dokumentation für<br />
Pflegekräfte.<br />
Hausübergreifend fanden im Bereich der Krankenpflegeausbildung Vorlesungen zur<br />
DRG und Krankenhausfinanzierung in der Wannsee-Schule e.V. und der Aus-, Fortund<br />
Weiterbildungsstätte für Krankenpflege des DHZB statt.<br />
212<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Ausblick auf 2010<br />
Im Jahr 2010 werden die Erfahrungen des Pilotprojekts der Stabsstelle<br />
„Dienstplangestaltung“ ausgewertet und auf andere Abteilungen übertragen. In der<br />
Planung ist, zum Beispiel den Kliniken für Angeborene Herzfehler<br />
(Diagnosenauswertung) und für Innere Medizin und Kardiologie (Monitoring der<br />
ambulanten Leitungen) eigenständige Analysen mit QlikView zu ermöglichen.<br />
Außerdem sollen noch weitere Systeme an das Data-Warehouse angebunden werden.<br />
In der Abbildung ist der zukünftige Zustand dargestellt. Diese Arbeiten werden<br />
voraussichtlich über das Jahr 2010 hinausgehen.<br />
213<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
Innere Verwaltungsdienste<br />
Der Bereich Innere Verwaltungsdienste ist eine Stabsstelle des Verwaltungsdirektors,<br />
der abteilungsübergreifende Funktionen und Aufgaben für das ganze Haus<br />
wahrnimmt. Dazu gehören insbesondere<br />
die Sammlung, Ordnung und Herausgabe von Informationen<br />
(z. B. Telefonbuch und Raumnutzung)<br />
die Erstellung und Aktualisierung von Organisationsmitteln<br />
(z. B. Dienstanweisungen und Formulare)<br />
die Wahrnehmung gesetzlicher Aufgaben<br />
(z. B. Arbeitsschutz, Datenschutz und Urheberrechte) sowie Sicherheitsfragen.<br />
Eine Besonderheit in 2009 lag in der Entwicklung und dem Einsatz von Piktogrammen<br />
zur Wissensvermittlung.<br />
Neuen Kollegen muss Wissen über ihren künftigen Arbeitsplatz vermittelt werden. Die<br />
Vermittlung muss innerhalb weniger Minuten geschehen. Das Wissen muss sich gut<br />
einprägen. Sprach- und Kulturunterschiede dürfen dabei keine Barrieren sein. Dafür<br />
haben sich Piktogramme mit Kurz-Texten sehr gut bewährt.<br />
Für die Anfertigung wird das Wissen zunächst in Einzelthemen gegliedert. Für jedes<br />
Einzelthema wird ein Piktogramm mit einem Kurztext entwickelt. Das Piktogramm mit<br />
Kurztext wird auf einer ganzen DIN A4-Seite dargestellt. Die fertige DIN A4-Seite wird<br />
in eine Kunststoffhülle eingegeben. Alle so erstellten Seiten werden in inhaltlicher<br />
Reihenfolge in einem Ordner eingelegt.<br />
214<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Diesen Ordner bekommt der neue Kollege zur Durchsicht vorgelegt. Er kann die<br />
einzelnen Seiten in seinem individuellen Tempo lesen und betrachten. Danach wird der<br />
neue Kollege gefragt, ob er alles verstanden hat. Im Falle eines Verständnisproblems<br />
erfolgt eine mündliche Erklärung. In fast allen Fällen wird so das eingangs<br />
beschriebene Ziel erreicht.<br />
Die Grundlage dieser Methode ist das Piktogramm. Die ersten Piktogramme wurden<br />
bereits vor 80 Jahren entwickelt. Sie sollten den Nutzern einen Zugang zum Wissen<br />
ohne Schriftsprache ermöglichen. Der Grafiker Gerd Arntz (1900-1988) hat dafür über<br />
4.000 Piktogramme gezeichnet. Darunter finden sich auch erste Piktogramme für das<br />
Gesundheitswesen.<br />
Gibt es Piktogramme, die ohne jede Voraussetzung Wissen vermitteln können? Gibt es<br />
Piktogramme, die ohne Text, Erklärung oder Zusammenhang funktionieren?<br />
Verkehrszeichen z. B. sind ohne die Straßenverkehrsordnung nicht verständlich.<br />
In ähnlicher Weise dürfte dies vermutlich für alle bekannten Piktogramme gelten. Die<br />
vielleicht einzige Ausnahme könnte aber der Smiley sein.<br />
215<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Finanz- und Rechnungswesen<br />
Geschäftsbuchhaltung<br />
Finanzbuchhaltung<br />
Abschlüsse/Steuern<br />
Dritt- und Fördermittel<br />
Personalrechnung<br />
Frau Marion Dassow<br />
Debitoren<br />
Zahlungsverkehr<br />
Systemunterstützung<br />
Frau Bärbel Rink<br />
Kreditoren<br />
Kassenbuchhaltung<br />
Zahlungsverkehr<br />
Zuzahlungen<br />
Frau Kerstin Schindler<br />
Zahlungsverkehr Ausland<br />
Patientenzuzahlungen<br />
Sonderaufgaben<br />
Frau Anita Metsch<br />
Zahlungsverkehr Ausland<br />
Patientenzuzahlungen<br />
Sonderaufgaben<br />
Frau Anita Metsch<br />
Anlagenbuchhaltung<br />
Frau Sigrid Bauer<br />
Eingangsrechnungsbearbeitung<br />
Kreditorenbuchhaltung<br />
Frau Christa Lechner<br />
Frau Roswitha Kuhlig<br />
Frau Barbara Walczak<br />
Verwaltung<br />
Finanz- und Rechnungswesen<br />
Abteilungsleitung<br />
Stellvertretender Verwaltungsdirektor<br />
Bevollmächtigter der Unterstützungskasse<br />
des DHZB e.V.<br />
Herr Klaus Reßmer<br />
Leistungsabrechnung<br />
Stationäre<br />
Patientenabrechnung<br />
Frau Cornelia Herter<br />
Frau Karin Schubert<br />
Frau Kerstin Seyda<br />
Frau Regine Zibull<br />
MDK-Prüfungen<br />
Frau Doreen Teuchert<br />
Abrechnungsstreitfälle<br />
Frau Petra Buchholz<br />
Privatliquidation<br />
Abrechnung<br />
wahlärztlicher Leistungen<br />
Frau Katrin Dehmel<br />
Frau Sylvia Giehler<br />
Sonstige Leistungsabrechnung<br />
Frau Beate Pape<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Frau Susanne Caterba<br />
Sekretariat Abteilungsleitung<br />
Unterstützungskasse<br />
Rechnungsprüfung Konsile<br />
Kosten- und Leistungsabrechnung<br />
Controlling<br />
Kaufmännisches Controlling<br />
Kalkulation<br />
Frau Kerstin Bachmann<br />
Kosten- und<br />
Leistungsrechnung<br />
Frau Jolanta Lipska-Boden<br />
Das Jahr 2009 war im Finanz- und Rechnungswesen, wie in weiten Teilen des DHZB,<br />
geprägt von der Umstellung auf neue IT-Systeme für die stationäre<br />
Leistungsabrechnung auf Nexus Medicare und für die Buchhaltung auf SAP.<br />
216
Anzahl<br />
24000<br />
23500<br />
23000<br />
22500<br />
22000<br />
21500<br />
21000<br />
20500<br />
20000<br />
19500<br />
19000<br />
Verwaltung<br />
Die besondere Herausforderung bestand in der Notwendigkeit, ab dem 1. Januar des<br />
Jahres die neuen Systeme zu nutzen und gleichzeitig die für das Geschäftsjahr 2008<br />
noch abzuwickelnden Geschäftsvorfälle wie eingehende Lieferantenrechnungen oder<br />
die zu erstellenden Rechnungen an Krankenkassen, in den Altsystemen, zu verarbeiten.<br />
Eine der wichtigsten Aufgaben war die Sicherstellung der Liquidität in den ersten<br />
Wochen und Monaten des Jahres, bis die Rechnungsschreibung mit dem neuen System<br />
vollumfänglich erfolgen konnte. Hier zeigte sich, dass das Prinzip des „vorsichtigen<br />
Kaufmanns“, dass das DHZB finanzierungsseitig auszeichnet, von besonderer<br />
Bedeutung war. Die Aufgabe der Umstellung konnte nur durch den besonderen Einsatz<br />
aller Mitarbeiter des Finanz- und Rechnungswesens gemeistert werden.<br />
Die Mitarbeiter des Finanz- und Rechnungswesens sind zuständig für die Abrechnung<br />
von vorstationären, stationären und sonstigen Leistungen des DHZB sowie privater<br />
Chefarztleistungen, die im Rahmen von mit dem DHZB geschlossenen Verträgen von<br />
den Leitenden Ärzten der Fachabteilungen und Instituten erbracht werden. Im Jahr<br />
2009 wurden wieder Leistungen im Wert von mehr als 100 Millionen € fakturiert,<br />
worunter auch sonstige Leistungen wie die Berechnung von Miet- und<br />
Servicepauschalen für Patienten mit Herzunterstützungssystemen fallen, die<br />
außerhalb ihres stationären Aufenthalts betreut werden. Jährlich werden ca. 23.000<br />
eingehende Rechnungen von Lieferanten und Dienstleistern registriert, zur sachlichen<br />
Prüfung weitergereicht, verbucht und schließlich unter Ausnutzung von Skonti<br />
fristgerecht gezahlt.<br />
Lieferantenrechnungen<br />
2005 2006 2007 2008 2009<br />
Kalenderjahr<br />
217<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Personalabteilung<br />
Herr Klaus Nagel<br />
Abteilungsleitung<br />
Verwaltung<br />
Über die etwa 20 zu verwaltenden Bankkonten des DHZB werden Kontoumsätze in der<br />
Größenordnung von 200 Millionen € abgewickelt, darunter auch über 6 Millionen € für<br />
Zahlungseingänge für die Behandlung ausländischer Patienten. Darüber hinaus ist das<br />
Finanz- und Rechnungswesen für das Mahnwesen, die Anfragen des MDK und der<br />
Krankenkassen zu abgerechneten Leistungen und die Abwicklung von Zuzahlungen<br />
zuständig. Des Weiteren werden die Buchhaltungen für das Axel-Springer-Gästehaus,<br />
die Unterstützungskasse des DHZB und des Nationalen Registers für Angeborene<br />
Herzfehler e. V. geführt. Einen bedeutenden Umfang hat auch die Verwaltung von<br />
Forschungsgeldern angenommen, da sich diese Aktivitäten im DHZB insgesamt<br />
ausweiten.<br />
Im Bereich der Kostenrechnung des Finanzcontrollings werden Auswertungen und<br />
Analysen zur internen Budgetierung, zur Entgeltkalkulation und für die Vorbereitung<br />
der Budget- und Pflegesatzverhandlungen vorgenommen. Die Verrechnung von<br />
Kosten und Leistungen für interne und externe Zwecke erfolgen in enger Abstimmung<br />
zwischen der Buchhaltung und der Kostenrechnung und bilden auch die Grundlage für<br />
die steuerliche Bewertung der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe. Steuerliche Aspekte<br />
gewinnen zunehmend an Bedeutung und betreffen sowohl die Versorgung von<br />
Patienten und Angehörigen wie auch die umfangreichen Forschungsaktivitäten des<br />
DHZB.<br />
Personalabteilung<br />
Frau Regina Schäfer<br />
Stellv. Leiterin der Personalabt.<br />
Personalreferentin,<br />
Stellv. Bevollmächtigte der<br />
Unterstützungskasse des DHZB e.V.<br />
Frau Verena Weichert<br />
Mitarbeit techn. Abrechnung<br />
Vergütung<br />
Personalsachbearbeitung<br />
Frau Marion Barnick<br />
Herr Harald Saretzki<br />
Vergütung<br />
Personalsachbearbeitung<br />
Frau Katrin Hoske<br />
Sekretariat<br />
In der Personalabteilung, die sechs Mitarbeiter umfasst, werden sämtliche Personalangelegenheiten<br />
für die Mitarbeiter des DHZB erledigt.<br />
218<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Die Leitung der Personalabteilung nimmt insbesondere personalwirtschaftliche sowie<br />
arbeitsrechtliche und betriebsverfassungsrechtliche Aufgabenstellungen<br />
einschließlich der Prozessbegleitung vor dem Arbeitsgericht wahr. Sie arbeitet mit<br />
allen Abteilungen und Bereichen des Hauses sowie mit dem Betriebsrat des DHZB eng<br />
zusammen und trägt Sorge für die Beachtung aller im Personalbereich relevanten<br />
Gesetze. Sie ist Ansprechpartner im DHZB bei Betriebsprüfungen der Steuerverwaltung<br />
und der Sozialversicherungsträger. Die Personalabteilung hat, gemeinsam mit anderen<br />
Stellen, eine leistungsfähige und den Bedürfnissen der Unternehmensleitung gerecht<br />
werdende EDV-Verwaltung einschließlich eines betriebswirtschaftlich orientierten<br />
Berichtswesens (s. Grafik „Mitarbeiter/Innen DHZB Stand 31.12.2009“) bereitzustellen,<br />
zu nutzen und ggf. anzupassen.<br />
Verwaltungsdienst<br />
sonst.Personal, Azubis/ SW<br />
Sonderdienst<br />
Pflegedienst<br />
Personal der<br />
Ausbildungsstätte<br />
Med.Techn.Dienst<br />
Funktionsdienst<br />
Ärztlicher Dienst<br />
Mitarbeiter/Innen DHZB (Stand: 31.12.2009)<br />
2<br />
3<br />
7<br />
7<br />
46<br />
52<br />
62<br />
94<br />
120<br />
120<br />
117<br />
118<br />
Die Personalabteilung begleitet den Mitarbeiter während der gesamten Dauer seines<br />
Arbeitsverhältnisses mit dem DHZB, beginnend mit seiner Einstellung. Diese führt über<br />
die Personalsuche mit der Vornahme interner und externer Stellenausschreibungen,<br />
die Durchführung der betrieblichen Mitbestimmung und das schriftliche<br />
Einstellungsangebot hin zur Erstellung des Arbeitsvertrags einschließlich ggf.<br />
individueller Inhalte und Nebenabreden.<br />
Hierbei gewährleistet die Personalleitung deren rechtssichere Gestaltung unter<br />
Beachtung von Gesetzgebung und Rechtsprechung. Sie hat darauf zu achten, dass<br />
ausländische Mitarbeiter (s. Tabelle „Staatsangehörigkeiten DHZB-Mitarbeiter/Innen<br />
2009“) über die entsprechenden aufenthaltsrechtlichen und Berufserlaubnisse<br />
verfügen. Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses werden die Mitarbeiter von<br />
ihrem Personalsachbearbeiter oder von der Personalleitung in ihren Personalangelegenheiten<br />
beraten.<br />
219<br />
176<br />
178<br />
194<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
380
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
Die Personalabteilung nimmt die monatliche Erstellung der Gehaltsabrechnung unter<br />
Beachtung insbesondere der Haustarifverträge des DHZB mit dem Marburger Bund und<br />
der Gewerkschaft ver.di sowie unter Beachtung des häufig kurzfristigen Wandlungen<br />
unterworfenen Steuer- und Sozialversicherungsrechts vor. Hierzu werden Daten vom<br />
Dienstplansystem „SP-Expert“ angeliefert, welche insbesondere Zeitzuschläge sowie<br />
Rufbereitschaften, Bereitschaftsdienste und andere Zuschläge betreffen.<br />
Staatsangehörigkeiten DHZB – Mitarbeiter/Innen 2009<br />
amerikanisch 2<br />
armenisch 1<br />
bosnisch 2<br />
britisch 1<br />
bulgarisch 1<br />
chinesisch 2<br />
deutsch 978<br />
französisch 3<br />
griechisch 4<br />
israelisch 1<br />
italienisch 3<br />
japanisch 1<br />
kroatisch 4<br />
lettisch 1<br />
libanesisch 2<br />
niederländisch 2<br />
österreichisch 9<br />
polnisch 4<br />
russisch 3<br />
schwedisch 1<br />
staatenlos 1<br />
türkisch 10<br />
gesamt 1036<br />
Auch Versetzungen, Veränderungen der regelmäßigen Arbeitszeit und der<br />
Eingruppierung, Beurlaubungen und die Gewährung von Elternzeit gehören zum<br />
täglichen „Geschäft“ der Personalabteilung. Mit anderen Krankenhäusern werden zum<br />
Zweck der ärztlichen Weiterbildung gegenseitige Rotationen von Mitarbeitern<br />
vereinbart.<br />
220<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses eines Mitarbeiters mit seinem Austritt (s.<br />
Grafik „Fluktuation“) wird regelmäßig mit der Erstellung eines Arbeitszeugnisses<br />
abgeschlossen. Die Erstellung von Bescheinigungen für die Mitarbeiter und von<br />
zahlreichen, gesetzlich vorgeschriebenen Statistiken runden das Bild der Arbeit der<br />
Personalabteilung ab.<br />
Personal Ausbildungstätte<br />
Sonderdienst<br />
Verwaltungsdienst<br />
Funktionsdienst<br />
Med. techn. Dienst<br />
Pflegedienst<br />
Ärztlicher Dienst<br />
Fluktuation DHZB 2009 (in %)<br />
0 2 4 6 8 10 12 14 16 18<br />
Im Kalenderjahr 2009 haben sich die Haustarifverträge des DHZB weiterhin bewährt,<br />
nachdem die bereits 2008 erfolgte Aufhebung der Tarifgemeinschaft zwischen<br />
Marburger Bund und der Gewerkschaft ver.di diese getrennte Entwicklung der<br />
Tarifverträge eingeleitet hatte. Die Tarifverhandlungen erfolgen seitdem mit den<br />
einzelnen Tarifpartnern.<br />
Das aufgrund gesetzlicher Verpflichtung nach § 84 SGB IX zum 01.09.2008 durch<br />
Betriebsvereinbarung eingeführte „Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)“<br />
verpflichtet das DHZB, für Beschäftigte, die innerhalb eines Jahres länger als sechs<br />
Wochen bzw. 42 Kalendertage ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig<br />
erkrankt sind, ein „betriebliches Eingliederungsmanagement“ anzubieten.<br />
Im betrieblichen Eingliederungsmanagement suchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer<br />
gemeinsam nach Möglichkeiten, festzustellen, wie die Arbeitsunfähigkeit des<br />
Mitarbeiters möglichst überwunden werden kann und mit welchen Leistungen oder<br />
Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden<br />
kann. Die Gespräche sind für die Mitarbeiter freiwillig. Das betriebliche<br />
Eingliederungsmanagement umfasst betriebliche Maßnahmen der Prävention,<br />
Gesundheitsförderung und Rehabilitation.<br />
221<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
Nach einer Anlaufphase Ende 2008 mit zunächst ca. 100 Informationsgesprächen<br />
zwischen Personalleitung und Mitarbeitern fanden 2009 monatlich durchschnittlich<br />
ca. 10 Informationsgespräche statt. In mehr als 90 Prozent der Gespräche verbleibt es<br />
beim ersten Informationsgespräch.<br />
Im Oktober 2006 wurde vom DHZB unter Beteiligung von Mitarbeiterinnen und<br />
Mitarbeitern aller Abteilungen des DHZB und des Betriebsrats das Projekt<br />
„Entwicklung eines Gesamtkonzeptes zur Führung von Mitarbeiterfördergesprächen“<br />
begonnen. Unter der Projektleitung der Personalleitung wurde unter Beteiligung aller<br />
ärztlichen und nichtärztlichen Abteilungen des DHZB ein „Leitfaden<br />
Mitarbeitergespräche“ (Kurzbezeichnung) erarbeitet, der nach bereits erfolgter<br />
Pilotprojekt-Phase in einer kleineren Zahl von Mitarbeitergesprächen und nach<br />
Zustimmung des Betriebsrats ab 2010 in allen Abteilungen und Bereichen des DHZB<br />
eingesetzt wird. Ziel ist es insbesondere, in Übereinstimmung mit der Vision und dem<br />
Leitbild des DHZB und hieraus abgeleitet strukturierte Mitarbeitergespräche zur<br />
Personalentwicklung zu etablieren und diese zu einem festen Bestandteil einer<br />
erfolgreichen und zufrieden stellenden Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeitern sowie den Vorgesetzten zu entwickeln. Während der gesamten<br />
Projektdauer bis Ende 2009 hat der Geschäftsführende Vorstand des DHZB die<br />
Entwicklung des Projekts begleitet und einhergehend mit der Veröffentlichung des<br />
Leitfadens im Intranet eine zweijährige Erprobungsphase gestartet.<br />
Mit dem positiven Bericht „Bewertung einer DRG-basierten Methodik zur internen<br />
Personalbudgetierung am Deutschen <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong>“ der unabhängigen BDO<br />
Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) vom<br />
November 2009 wurde unter Zusammenwirken der Abteilungen Finanz- und<br />
Rechungswesen, Personalabteilung, Organisation und Controlling und<br />
Verwaltungsdirektion die am DHZB etablierte betriebswirtschaftliche Methode der<br />
Budgetierung als geeignetes Verfahren zum Kostencontrolling und zur<br />
Kostensteuerung im Personalbereich anerkannt. Dieses Verfahren ist angesichts<br />
bestehender Erlössituation nach DRG geeignet, Veränderungen auf der Erlösseite in<br />
den Personalbudgets der Abteilungen und Bereiche abzubilden und diesen<br />
verbindliche Personalbudget-Vorgaben zur Verfügung zu stellen.<br />
Neben den alljährlich jeweils kurz vor Jahresende üblichen Änderungen<br />
steuerrechtlicher und sozialversicherungsrechtlicher Gesetze wurde mit dem „Gesetz<br />
über das Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises (ELENA Verfahrensgesetz)“<br />
von März 2009 ein wichtiger Meilenstein zum Abbau bestehender Bürokratie, aber<br />
auch ein Signal für mehr Innovation geschaffen (so das Bundesministerium für<br />
Wirtschaft und Technologie auf seiner Homepage):<br />
Rund drei Millionen Arbeitgeber stellen Jahr für Jahr etwa 60 Millionen<br />
Bescheinigungen in Papierform aus. Diese Nachweise benötigen ihre Beschäftigten, um<br />
gegenüber öffentlichen Stellen die Voraussetzungen für den Bezug einer bestimmten<br />
Leistung nachweisen zu können.<br />
So ermittelt beispielsweise die Arbeitsverwaltung auf der Grundlage der vom<br />
222<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Arbeitgeber ausgestellten Arbeitsbescheinigung den Anspruch auf Arbeitslosengeld.<br />
Zwischen der elektronischen Personalverwaltung des Arbeitgebers und der<br />
elektronischen Sachbearbeitung in den Behörden klafft eine Lücke, die weiterhin durch<br />
den traditionellen Informationsträger Papier überbrückt wird. Dieser Medienbruch<br />
wird durch das ELENA-Verfahren beseitigt. Nach dem Aufbau der Infrastruktur im<br />
Jahre 2009 mit entsprechender Übermittlung von Meldungen der Arbeitgeber ab<br />
01.01.2010 wird das ELENA-Verfahren dann ab 01.01.2012 in der Praxis verbindlich<br />
angewendet werden. Gleichzeitig soll bis zum Jahre 2015 geprüft werden, ob alle<br />
Bescheinigungen des Sozialrechts in das Verfahren eingebunden werden können.<br />
Unterstützungskasse des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V.<br />
Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> gewährt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern<br />
sowie den im Wege eines Betriebsübergangs zur GHIB bzw. DL-GmbH übergegangenen<br />
Mitarbeitern über die Unterstützungskasse des DHZB e. V. eine betriebliche<br />
Altersversorgung in Form einer Alters-, Erwerbsminderungs- sowie<br />
Hinterbliebenenrente.<br />
Gremien der Unterstützungskasse des DHZB sind<br />
Vorstand (Vorsitzender Herr Michael Thomas Höhn)<br />
Mitgliederversammlung<br />
Beirat<br />
Bevollmächtigter Herr Klaus Reßmer und Regina Schäfer (Stellv.)<br />
Mitarbeit: Frau Susanne Caterba<br />
Die Unterstützungskasse im DHZB ist eine rechtlich selbstständige Einrichtung für die<br />
betriebliche Altersversorgung in Form eines eingetragenen Vereins. Sie unterliegt nicht<br />
der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin). Das<br />
Vermögen der Unterstützungskasse wird durch Zuwendungen des DHZB und durch<br />
eigene Vermögenserträge der Unterstützungskasse aufgebaut und erhalten. Es wird<br />
gesichert durch jährliche Beiträge zur Insolvenzsicherung an den Pensions-<br />
Sicherungs-Verein.<br />
Die Unterstützungskasse schließt mit Versicherungsunternehmen Lebensversicherungen<br />
zugunsten der Mitarbeiter/Innen und leistet die jährlichen Zahlungen.<br />
Anders als im öffentlichen Dienst ist eine Eigenbeteiligung durch den Mitarbeiter nicht<br />
zu leisten.<br />
223<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
Im Jahre 2009 wurden in der Sitzung der Gremien der Unterstützungskasse u. a.<br />
Änderungen im Leistungsplan beschlossen. Gegenstand dieser Änderungen sind<br />
hauptsächlich die Einbeziehung der Mitarbeiter des MVZ (Medizinisches<br />
Versorgungszentrum), sofern diese zuvor beim DHZB beschäftigt waren, und<br />
Regelungen zur Berücksichtigung der Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters.<br />
Aufgrund der schrittweisen Anpassung der Altersgrenze für die Regelaltersrente von<br />
65 auf 67 Jahre ab 2012 wurde die Weiterentwicklung der Versorgungsbausteine ab<br />
dem 66. Lebensjahr im Leistungsplan festgelegt.<br />
Mit dem Gesetz zur Strukturreform des Versorgungsausgleichs vom 03.04.2009<br />
wurden die Regelungen zur Durchführung des Versorgungsausgleichs für ab dem<br />
01.09.2009 anhängige Scheidungsverfahren geändert. Der Versorgungsausgleich<br />
regelt die Verteilung von Rentenansprüchen zwischen den Ehepartnern nach einer<br />
Scheidung. Für den Bereich der betrieblichen Altersversorgung haben sich einige<br />
Änderungen ergeben. Vorrangig ist durch das Gesetz die interne Teilung vorgesehen, d.<br />
h. der Ausgleichsberechtigte erwirbt Ansprüche an der betrieblichen Altersversorgung<br />
des Ausgleichsverpflichteten für in der Ehezeit erworbene Anrechte. Der<br />
Ausgleichsberechtigte erhält damit die Stellung eines ausgeschiedenen Mitarbeiters im<br />
Sinne des Betriebsrentengesetzes.<br />
In Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit der externen Teilung. Dabei begründet das<br />
Familiengericht für die ausgleichsberechtigte Person zulasten des Anrechts der<br />
ausgleichsverpflichteten Person ein Anrecht in Höhe des Ausgleichswerts bei einem<br />
anderen Versorgungsträger als demjenigen, bei dem das Anrecht der<br />
ausgleichsverpflichteten Person besteht. In der Unterstützungskasse wird zurzeit eine<br />
Teilungsordnung erarbeitet. Bis diese vorliegt, gelten die gesetzlichen Vorgaben.<br />
224<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
German Heart Institute <strong>Berlin</strong>-Services GmbH (GHIB)<br />
Herr<br />
Mehran Moazami-Goudarzi<br />
Prokurist<br />
Technik und<br />
Versorgung<br />
Medizintechnik<br />
Medizinische<br />
Dokumentation,<br />
Qualitätssicherung<br />
Medizinischer<br />
Schreibdienst<br />
GHIB<br />
Geschäftsleitung<br />
Herr Thomas Höhn<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Frau Andrea Schnettler<br />
Assistentin<br />
der Geschäftsleitung<br />
IT-Services<br />
Patienten-Daten-<br />
Management<br />
Einkauf<br />
Studienzentrale<br />
Zentralarchiv<br />
Patientenaufnahme<br />
Patienteneinbestellung<br />
Sozialdienst<br />
Die GHIB-Services GmbH wurde im September 2001 gegründet und ist ein<br />
Tochterunternehmen des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> (DHZB), wobei das DHZB 100<br />
Prozent des Stammkapitals hält.<br />
Die Aufgabe der GHIB-Services GmbH besteht in der Erbringung von nichtmedizinischen<br />
bzw. nicht-pflegerischen Dienstleistungen für das DHZB, verbundene<br />
Unternehmen sowie Kooperationspartner und Dritte.<br />
Im Vordergrund steht jedoch die Leistungserbringung für das DHZB. Ziel der GHIB-<br />
Services GmbH ist es, qualitativ hochwertige Dienstleistungen zu marktgerechten<br />
Preisen zu erbringen.<br />
225
Abteilungsstruktur<br />
Technik und Versorgung<br />
Herr Christian Ozminski<br />
Bereichsleitung<br />
Ver- Entsorgung / Materiallogistik<br />
Stellv. Techn. Leiter<br />
Brandschutzbeauftragter<br />
Abfallbeauftragter<br />
Herr Fred Wendland<br />
Hausinspektor<br />
Verwaltung<br />
GHIB<br />
Technik und Versorgung<br />
Herr Jörg-Peter Schmahl<br />
Abteilungsleitung / Technische Leitung<br />
Bereichsleitung Betriebstechnik<br />
Ltd. Fachkraft für Arbeitssicherheit<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Frau Sylvia Schweitzer<br />
Sekretariat<br />
Technik und Versorgung<br />
Dienstleistungs-GmbH<br />
Service Center<br />
(Help Desk)<br />
Im Gesetz zur Umsetzung von Zukunftsinvestitionen der Kommunen und Länder stellt<br />
der Bund zur Förderung der Stabilität und das Wachstum der Wirtschaft Sondermittel<br />
zur Verfügung. Im Bescheid des Senats von <strong>Berlin</strong> wurden dem Deutschen <strong>Herzzentrum</strong><br />
<strong>Berlin</strong> finanzielle Mittel für drei Sondermaßnahmen im Rahmen des<br />
Konjunkturprogramms II zugewiesen.<br />
Start der Maßnahme Konjunkturpaket II<br />
Umbau der vorhandenen Lüftungsanlage der OP-Bereiche, Säle 1–6 und<br />
Funktionsräume, die seit über 20 Jahren in Betrieb ist. Durch diese Sanierung wurde<br />
der Bedarf der Zu- und Abluftmenge im OP-Bereich um ca. 7000 m³/ h reduziert. Die<br />
Erwärmungssysteme sowie die Kälteregister und die Wärmerückgewinnung der alten<br />
Anlage waren unwirtschaftlich und wurden durch neue, selektiv regelbare Anlagen<br />
ausgetauscht. Weiterhin wird durch eine Duplexanlage die Versorgungssicherheit stark<br />
erhöht, gesenkt dagegen werden die Energie- und Wartungskosten.<br />
Die Teilsanierung der Pflegebereiche H1K und H2 von je einem 4-Bett-Zimmer zu zwei<br />
2-Bett-Zimmern und der Umzug des Ruheraums Kardiologie sowie der Umbau des<br />
Raums 0.3364 zu Arztdienstzimmern erfolgte in drei Bauabschnitten. In Vorleistung<br />
erhielt die Abteilung Psychosomatik neue Räume im „Türmchen“. Der erste<br />
Bauabschnitt, der Umbau der ehemaligen Dienstzimmer der Abteilung Psychosomatik<br />
zu einer Ruheraumeinheit (zwei 2-Bett-Zimmer mit integrierter WC- und Duscheinheit<br />
sowie ein Patientenaufenthaltsraum), begann im Jahr 2009 und werden zum März 2010<br />
fertig gestellt.<br />
226
Verwaltung<br />
Anschließend wird der Umbau von je einem 4-Bett-Zimmer auf den Stationen H1 und<br />
H2 und der Umbau des ehemaligen Ruheraums zu Dienstzimmern erfolgen. Der Umbau<br />
des ehemaligen Biopsieraums in der Chirurgischen Ambulanz zu einem<br />
Elektrokardiographieraum II, einem Arztdienstzimmer und der Neugestaltung des<br />
Personalaufenthaltsraums wurden im Jahr 2009 abgeschlossen. Im Jahr 2010 erfolgt<br />
die Modernisierung des OP-Saals 7, unter Berücksichtigung der Vereinheitlichung der<br />
OP-Ausstattung (zum Zentral-OP) und der neuen Anforderung durch Biopsien und<br />
Bronchoskopien.<br />
Instandhaltungsübersicht<br />
Zur Werterhaltung des Gebäudekomplexes DHZB werden jährlich umfangreiche<br />
Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, die im Rahmen der Wartungs- und<br />
Instandhaltungsreparaturen eine effiziente sowie betriebs- und funktionssichere<br />
Nutzung der Immobilie gewährleisten. Diese werden unter Anleitung der Mitarbeiter<br />
der Abteilung Technik organisiert und durchgeführt. Hervorzuheben sind für das Jahr<br />
2009 folgende Maßnahmen:<br />
Die Räume der Akademie für Kardiotechnik wurden erweitert und neugestaltet, ein<br />
weiterer Seminarraum und ein Simulations-OP konnten im März fertig gestellt und<br />
übergeben werden.<br />
Schulungsraum OP-Simulationsraum<br />
Im Rahmen der Instandsetzung erfolgte die Herrichtung neuer Arbeitsplätze für die<br />
Bereiche Einkauf, Betriebsrat und Psychosomatik. Die Sanierung bzw. der Austausch<br />
der Kühlzellen in der Zentralküche sowie der Umbau des Schwesterndienstplatzes und<br />
der Stationsküche auf der Station H1 Chirurgie konnten zur Verbesserung der Lagerung<br />
von Lebensmitteln und der Arbeitsbedingungen im Schwesternstützpunkt beitragen.<br />
Die Umsetzung der im Jahr 2009 durchgeführten Maßnahmen trugen im wesentlichen<br />
zur Verbesserung und Erhöhung der Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter, der<br />
Arbeitsschutz- und Versorgungssicherheit, der Patientenversorgung und im<br />
Patientenservice bei.<br />
227<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
IT-Services / Patienten-Daten-Management<br />
Herr Stefan Vogel<br />
Stellvertretende Leitung<br />
System- und Netzwerkadministration<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Herr Phillipp Krüger<br />
System- und Netzwerkadministration<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Herr Bernd Haage<br />
System- und Netzwerkadministration<br />
Herr Detlef Gössmann<br />
System- und<br />
Datenbankadministration<br />
Studiendatenbanken<br />
Frau Sabine Stolle<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Laborinformationssystem<br />
Herr Lutz Bernard<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Krankenhaus-Informationssystem<br />
Kardiologie-Informationssystem<br />
Herr Armin Grohmann<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Krankenhaus-Informationssystem<br />
Patientendatenmanagement<br />
Frau Heidi Ogrodowczyk<br />
Leitung: Patientendatenmanagement<br />
System- und Anwendungsbetreuung<br />
Herr Wolfgang Dargel<br />
Systemtechnik<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Patientendatenmanagement<br />
Herr Joseph Walenta<br />
Projektleitung<br />
Patientendatenmanagement<br />
GHIB<br />
IT-Services<br />
Herr Reiner Petersen<br />
Abteilungsleitung<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Herr Joachim Saudhof<br />
Infrastruktur<br />
System- und Netzwerktechnik<br />
Ausbildungsbeauftragter<br />
Herr Simon Gasper<br />
Systemtechnik<br />
System- und Netzwerkadministration<br />
Herr Jörn Stock<br />
System- und Netzwerkadministration<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Videokonferenztechnik<br />
Herr Gerd Neumann<br />
Systemadministration<br />
Kommunikationsserver<br />
Anwendungsbetreuung Labor<br />
Herr Clemens Schmidt<br />
System- und Anwendungsbetreuung<br />
Administrative Systeme<br />
Dienstplanungssystem<br />
Herr Jörn Collmann<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Krankenhausinformationssystem<br />
Webmaster<br />
Frau Monika Seidelmann<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Krankenhausinformationssystem<br />
Herr Jörg Hauck<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Patientendatenmanagement<br />
Krankenhaus-Informationssystem<br />
Herr Wolfgang Blietz<br />
Schulungen<br />
Webmaster<br />
Herr Michael Dräger<br />
Schulungen<br />
Anwendungsbetreuung<br />
Kardiologie-Informationssystem<br />
Die Abteilung Informationstechnik betreibt die gesamte DV-technische Infrastruktur<br />
des DHZB. Zur DV-Technik gehören das Datennetzwerk mit seinen aktiven und<br />
passiven Komponenten, die Datenverarbeitungsanlagen mit Server-Systemen,<br />
Massenspeichern und Arbeitsplatzrechnern sowie eine breites Spektrum von<br />
228
Verwaltung<br />
Anwendungsprogrammen, die für die klinische Dokumentation genutzt werden,<br />
klinische Abläufe unterstützen, administrative und betriebswirtschaftliche Vorgänge<br />
abbilden oder der allgemeinen Büroautomatisierung dienen. Viele dieser<br />
Anwendungen haben Schnittstellen zu Geräten der Medizin- und Betriebstechnik oder<br />
kommunizieren mit Partnern außerhalb des DHZB.<br />
Das Rückgrat der IT-Infrastruktur bildet ein leistungsfähiges Netzwerk, das<br />
ausreichende Kapazität auch für datenintensive Anwendungen wie bildgebende<br />
Verfahren (z. B. CT, MR) oder Videoübertragungen an allen über das Stadtgebiet von<br />
<strong>Berlin</strong> verteilten Standorten des DHZB bereit hält. Zwischen dem DHZB-Hauptgebäude<br />
und seinen Außenstellen werden Telefongespräche ebenfalls über Datennetz<br />
übertragen.<br />
Neben dem Zugang des DHZB zum weltweiten Internet gibt es dedizierte Verbindungen<br />
zu externen Rechenzentren, die beispielsweise für die Personalabrechnung, für die<br />
Datenübermittlung zu den Krankenkassen oder für den Datenaustausch mit Banken<br />
eingerichtet wurden. Fremdfirmen ist es über das Internet möglich, zur vorbeugenden<br />
Wartung oder Störungsbehebung auf die von ihnen gelieferten technischen Anlagen<br />
oder medizintechnischen Geräte im DHZB zuzugreifen.<br />
Die universelle Nutzung des Datennetzes erfordert entsprechende Schutzvorkehrungen<br />
und gestaffelte Sicherheitsstufen, die sensible Patienten- und Personaldaten vor<br />
unberechtigten Zugriffen schützen und gleichzeitig z. B. den Zugang für Patienten mit<br />
privaten Rechnern zum Internet erlauben.<br />
In der täglichen Routine werden im DHZB mehr als 100 unterschiedliche Programme<br />
von über 1000 Benutzern an ebenso vielen Arbeitsplätzen verwendet. Die von den<br />
Anwendungen benötigte Rechenleistung und Speicherkapazität stellen zentrale<br />
Server-Systeme bereit, die zur Erhöhung der Ausfallsicherheit in zwei voneinander<br />
getrennten Rechnerräumen installiert sind. Für die Patientenversorgung eingesetzte<br />
wichtige Systeme sind jeweils doppelt mit identischen gespiegelten Daten vorhanden.<br />
Zusätzlich werden nächtliche Sicherungen erstellt und an einem dritten Ort gelagert.<br />
Sämtliche Systeme werden von der IT-Abteilung kontinuierlich überwacht und<br />
gewartet, um Betriebsstörungen zu vermeiden und um auf sich abzeichnende<br />
Kapazitätsengpässe rechtzeitig zu reagieren. Die klinische Routine erfordert die<br />
Verfügbarkeit von 24 Stunden an 7 Tagen der Woche, die durch entsprechende<br />
Rufdienste rund um die Uhr sichergestellt wird.<br />
Neben dem technischen Betrieb der DV-Systeme betreut die Abteilung<br />
Informationstechnik die Anwendungen des Krankenhausinformationssystems auch<br />
inhaltlich. Änderungen der gesetzlichen Regularien und der internen Organisation<br />
sowie neue Verfahren in der Medizin erfordern permanent die Anpassung der<br />
Anwendungssysteme an neue Anforderungen. Gemeinsam mit den Benutzern werden<br />
diese neuen Anforderungen ermittelt und die notwendigen Anpassungen spezifiziert,<br />
die anschließend durch Konfiguration der Anwendungen, Funktionserweiterungen<br />
durch die Hersteller oder durch Eigenentwicklungen realisiert werden. Zum Schluss<br />
229<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
sind die neuen oder geänderten Programme kontrolliert in die bestehende Umgebung<br />
zu integrieren. Darüber hinaus umfasst die Anwendungsbetreuung die telefonische<br />
Benutzerberatung sowie die Einweisung und Schulung neuer Mitarbeiter<br />
einschließlich der Erstellung von Schulungsunterlagen und Handbüchern.<br />
Neues Krankenhausinformationssystem (KIS)<br />
Das bestimmende IT-Projekt 2009 war die im Vorjahr begonnene Umstellung des in der<br />
Vergangenheit überwiegend selbst entwicklelten KIS durch das Standardprodukt<br />
Nexus MedFolio in der Klinik sowie die Ablösung der im Finanz- und Rechnungswesen<br />
bisher genutzten Anwendungen von Fliegel Data durch SAP R/3 zum Jahreswechsel<br />
2008/2009. Das zuvor im alten KIS integrierte Laborinformationssystem (LIS)<br />
einschließlich der Blutkonservenverwaltung wurde Mitte Februar durch das<br />
Standardprodukt Swisslab der Firma Roche ersetzt.<br />
Das KIS und das LIS sind wesentliche Anwendungen eines Krankenhauses und werden<br />
in allen Bereichen von nahezu allen Berufsgruppen benötigt und genutzt.<br />
Dementsprechend war vor der Umstellung flächendeckend geschult worden. Nach dem<br />
Start der neuen Software wurde von sämtlichen IT-Mitarbeitern sowie zahlreichen<br />
Mitarbeitern der Firma Nexus und den in das Projekt involvierten Beratern der Firmen<br />
EMDS AG und HCMB GmbH eine mehrwöchige Echtbegleitung bei den Anwendern vor<br />
Ort angeboten.<br />
Wie bei einer Maßnahme diesen Umfangs und dieser Komplexität nicht anders zu<br />
erwarten, offenbarten die neuen Systeme im praktischen Betrieb einige<br />
Unzulänglichkeiten, die überwiegend durch die individuellen Anforderungen der<br />
Spezialklinik DHZB begründet waren, die ein universelles Standardprodukt nicht<br />
optimal abdeckt. Das Jahr 2009 war deshalb von vielen Nachbesserungen und der<br />
Optimierung des neuen Systems geprägt.<br />
Videomanagement- und Videokonferenzsystem<br />
Während der Sanierung des OP-Trakts wurden die Operationssäle im DHZB mit<br />
hochauflösender Videoaufnahme-, Steuerungs- und Übertragungstechnik<br />
ausgestattet. 2009 wurde ein Videomanagementsystem in Betrieb genommen und die<br />
Bibliothek mit einem leistungsfähigen Videokonferenzsystem ausgestattet. Mit dem<br />
System wurden 2009 erstmals Operationen direkt in Echtzeit aus einem OP-Saal über<br />
das Internet in die Veranstaltungsräume von Symposien und Konferenzen übertragen.<br />
Patientendaten-Managementsystem (PDMS)<br />
Das im DHZB 1995 eingeführte und auf allen Stationen eingesetzte Intensiv- und<br />
Verlaufsdokumentationssystem Sunrise Critical Care (SCC/Emtek) hat das Ende seines<br />
Software-Lebenszyklus erreicht. Es wird vom Lieferanten nur noch begrenzte Zeit<br />
gewartet und unterstützt. Das Nachfolgeprodukt des US-amerikanischen Herstellers<br />
wurde nicht für den europäischen Markt angepasst und ist in Deutschland nicht<br />
verfügbar, so dass das DHZB gezwungen ist, auf ein neues Produkt umzustellen.<br />
230<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
2009 wurde mit dem Auswahlverfahren begonnen. Präsentationen durch die Hersteller<br />
und Besuche bei Referenzinstallationen haben stattgefunden. Nach einer ersten<br />
Begutachtung von sieben potenziellen Systemen wurden nach einer detaillierten<br />
Bewertung durch ein Auswahlteam von zwei favorisierten Anbietern dem DHZB<br />
Testinstallationen zur Verfügung gestellt.<br />
Ein formales Ausschreibungsverfahren, die endgültige Auswahl sowie die<br />
Konfiguration und die Einführung des neuen PDMS sind für das Jahr 2010 vorgesehen.<br />
Server-Virtualisierung<br />
Mit der Implementierung des neuen KIS wurde das Konzept der virtuellen Server im<br />
DHZB eingeführt. Mit dieser Technik benötigen Server nicht jeweils eine eigene<br />
Hardware, sondern es können sich mehrere Systeme einen Pool physischer Rechner<br />
teilen und trotzdem vollkommen unabhängig voneinander arbeiten. Mit<br />
Virtualisierung wird die Anzahl der benötigten Rechner reduziert – es genügen wenige<br />
sehr leistungsfähige Server – der Bedarf an Speicherplatz verringert und durch<br />
Redundanz gleichzeitig die Verfügbarkeit erhöht. Die Systemadministration wird<br />
vereinfacht, es kann flexibler auf neue Anforderungen reagiert werden und nicht<br />
zuletzt lässt sich mit Virtualisierung Energie einsparen. 2009 wurden etwa 30 bisher<br />
mit individuellem Rechner betriebene Server in die virtuelle Umgebung überführt.<br />
231<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Medizintechnik<br />
Herr Heinz Zimny<br />
Medizintechniker<br />
Stellvertretung<br />
Verwaltung<br />
GHIB<br />
Medizintechnik<br />
Frau Mandy Balfanz<br />
Bereichsleitung<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Herr Jens Drebes<br />
Herr Thomas Hiller<br />
Medizintechniker<br />
Frau Jana Graep<br />
Sachbearbeitung<br />
Zu den Hauptaufgaben der Medizintechnik zählen die Sicherung der<br />
Funktionsfähigkeit des Fachbereichs Medizintechnik durch Organisation und<br />
Umsetzung eines Versorgungs- und Instandhaltungsmanagements auf dem Gebiet der<br />
Medizintechnik für das DHZB.<br />
Im Rahmen des Konjunkturprogramms II wurden 2009 für verschiedene<br />
Beschaffungsmaßnahmen pauschale Fördermittel beantragt. Fördermittel wurden als<br />
Ersatzbeschaffung für die Überwachungsmonitoringanlage der Stationen H2 und H3<br />
genehmigt.<br />
Des Weiteren wurde die Finanzierung für die Ausstattung der Operationssäle 11 und 12<br />
im Paulinenkrankenhaus und für die Beschaffung von Beatmungsgeräten für die<br />
Station IPS II ermöglicht.<br />
Für das DHZB betrug die für die Beschaffung der Medizintechnik genehmigte Summe<br />
im Rahmen des Konjunkturprogramms II 0,5 Mio. € .<br />
In der Antrags-, Ausschreibungs- und Beschaffungsphase arbeiteten die Firma<br />
Mediplan, der Einkauf und die Medizintechnik sehr eng zusammen.<br />
Im Rahmen der OP-Sanierung des Zentral-OP wurden 2009 weitere neue Geräte als<br />
Ersatzbeschaffung gekauft und somit innovative Maßstäbe zur optimalen OP-<br />
Unterstützung gesetzt. Für sehr spezielle Beatmungsanwendungen wurde ein<br />
Hochfrequenz-Oszillations-Beatmungssystem Typ: 3100 B gekauft. Dieses Gerät eignet<br />
sich für Erwachsene und Kinder (auch Neugeborene).<br />
232
Verwaltung<br />
Hochfrequenz-Oszillations-Beatmungssystem Typ:<br />
3100 B mit Atmungstherapeut<br />
Ferner sind sieben Blut- und Flüssigkeitswärmesysteme vom Typ Hotline HL-290, fünf<br />
Point of Care-Blutgrinnungsmeßgeräte vom Typ ACT 200 und ein modernes<br />
Ultraschallgerät vom Typ SSD-ALPHA 10 gekauft und in Betrieb genommen worden.<br />
Das moderne Ultraschallsystem bietet volle Flexibilität und eine hervorragende<br />
Bildqualität. Verbesserte Bildqualität sorgt für eine genauere effiziente Diagnose.<br />
Dr. Lehmkuhl mit Ultraschallgerät<br />
vom Typ SSD-ALPHA 10<br />
Jede innovative Neu- oder Ersatzbeschaffung führt zu qualitativen Anpassungen<br />
innerhalb des Leistungsspektrums der Medizintechnik und verlangt von den<br />
Mitarbeitern entsprechende fachliche Weiterentwicklung und ein hohes Maß an<br />
Flexibilität.<br />
233<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Einkauf<br />
Frau Manuela Schütz<br />
Stellvertretung<br />
Medizinische<br />
Verbrauchsartikel<br />
Verwaltung<br />
GHIB<br />
Einkauf<br />
Herr Reinhard Schumacher<br />
Bereichsleitung<br />
(Investitionen, Lagerartikel)<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Frau Ilona Kubala<br />
EDV<br />
Büro- und Wirtschaftsbedarf<br />
Laborbedarf<br />
Wie in den letzten Jahren sind auch für den Einkauf die im jährlichen Turnus<br />
stattfindenden Beratungen, Verhandlungsvorbereitungen und schließlich<br />
Preisverhandlungen in der Kardiogruppe des SANA-Einkaufverbunds in diesem Jahr<br />
von besonderer Bedeutung gewesen.<br />
Die Treffen fanden im Oktober und November 2009 zuerst im Deutschen <strong>Herzzentrum</strong><br />
<strong>Berlin</strong> und anschließend in der Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde statt. Nach<br />
der erstmaligen Verhandlung von Produkten aus dem Bereich der<br />
Elektrophysiologie/Ablation im Vorjahr konnte 2009 gemeinsam mit der Industrie eine<br />
transparentere Struktur in diese Warengruppe gebracht werden, die in den letzten<br />
Jahren eine zunehmende medizinische und wirtschaftliche Bedeutung für das DHZB<br />
gewonnen hat.<br />
Im Laufe des Jahres 2009 wurden mehr als 15.000 Bestellungen für das Deutsche<br />
<strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> und das Paulinenkrankenhaus mit einer Auftragssumme von<br />
37.000.000,00 Euro bearbeitet. Damit stieg trotz abnehmenden Gesamtauftragwerts<br />
zum Vorjahr die Zahl der Einzelaufträge an. Einen herausragenden Platz haben im<br />
Beschaffungswesen des DHZB die Herzunterstützungssysteme mit einem Umsatz von<br />
7.500.000,00 Euro und erstmalig die Transkatheter-Herzklappen mit einem Warenwert<br />
von 2.700.000,00 Euro.<br />
Das neue Warenwirtschaftssystem AMOR 3 wurde in die Routineanwendung überführt<br />
und mit den ebenfalls neuen SAP-Anwendungen in der Finanzbuchhaltung<br />
konsolidiert.<br />
234
Verwaltung<br />
Medizinische Dokumentation / Qualitätssicherung<br />
GHIB<br />
Medizinische Dokumentation<br />
Qualitätssicherung<br />
Herr Jean-Pierre Knecht<br />
Bereichsleitung<br />
Qualitätssicherung<br />
Frau Barbara Bensch<br />
Frau Dagmar Froherz<br />
Frau Michelle Menzel<br />
Dokumentationsabteilung<br />
Frau Griet Leuenhagen<br />
Frau Karoline Raskin<br />
Frau Daniela Winkelmann<br />
Die Erhebung, Dokumentation und Auswertung spezifischer Krankenhausdaten zur<br />
Erfüllung der gesetzlich geforderten Dokumentationspflichten gehören zum<br />
Haupttätigkeitsfeld der Abteilung. Dies betrifft insbesondere<br />
die externe vergleichende Qualitätssicherung gem. § 137 SGB V auf Bundesebene<br />
(Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Klinik Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie)<br />
die Qualitätssicherung in der stationären Versorgung gem. § 137 SGB V im Land<br />
<strong>Berlin</strong> (Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Klinik Angeborene Herzfehler/<br />
Kinderkardiologie und für die Klinik Innere Medizin – Kardiologie).<br />
Des Weiteren erfolgen Datenerhebungen und -kontrollen zur Ermittlung interner<br />
Kennzahlen im Sinne des Medizincontrollings sowie als Grundlage einer vollständigen<br />
Dokumentation zwecks Abrechnung von Krankenhausleistungen gegenüber den<br />
Leistungsträgern.<br />
Das Jahr 2009 war geprägt durch die Einführung eines neuen Krankenhausinformationssystems<br />
und hierdurch bedingte neue Verfahrensweisen. Vor diesem<br />
Hintergrund erfolgte nun für das Jahr 2009 insbesondere die Dokumentation (inklusive<br />
Nachkontrolle und hundertprozentige Datenlieferung) von 1425 bzw. 3113 QS-Fällen<br />
auf Bundes- bzw. auf Landesebene; des Weiteren wurden 7275 stationäre<br />
Behandlungsfälle in Bezug auf deren Abrechenbarkeit geprüft und vervollständigt.<br />
Nebenbei erfolgten ad-hoc-Auswertungen und Statistiken für den internen Benchmark<br />
sowie für diverse Publikationen.<br />
Gemeinsam mit der Studienzentrale und dem Verwaltungsdirektor wurden auch in<br />
2009 sowohl beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und<br />
Information (DIMDI) als auch beim Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus<br />
(INEK) DRG-Weiterentwicklungsanträge eingereicht.<br />
235<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Frau Christine Detschades<br />
Frau Katarina Hoffmann<br />
Frau Susanne Kosky<br />
Frau Noemi von Mallasz<br />
Frau Monika Teichmann<br />
Frau Elke Wenzel<br />
Studienkoordination<br />
Verwaltung<br />
Somit konnte aufgrund dieser 34 Änderungsanträge auch aktiv auf die<br />
Weiterentwicklung des derzeitig gültigen Abrechnungssytems Einfluss genommen<br />
werden.<br />
Ebenso wurden mehr als 40 Anfragen im Rahmen des NUB-(Neue Untersuchungs- und<br />
Behandlungsmethoden)-Verfahrens gestellt.<br />
Schließlich erfolgte eine gezielte Mitarbeit der Dokumentationsabteilung im Rahmen<br />
von Anfragen oder Begehungen durch den Medizinischen Dienst der Kassen.<br />
Studienzentrale<br />
Frau Anne Gale<br />
Copyeditor<br />
GHIB<br />
Studienzentrale<br />
Frau Sabine Hübler<br />
Bereichsleitung<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Frau Julia Stein<br />
Statistik<br />
Herr Ewald Hennig<br />
Forschung und Entwicklung<br />
Herzunterstützungs- und<br />
Herzersatzsysteme<br />
Frau Ursula Seiler<br />
Die Studienzentrale feierte im Jahr 2009 ihr 15jähriges Bestehen. Anfang 1994 auf<br />
Initiative von Herrn Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Roland Hetzer gegründet, beschäftigt<br />
die Studienzentrale aktuell insgesamt acht feste Mitarbeiterinnen<br />
(Studienkoordinatoren, Copy Editor, Statistiker) und darüber hinaus bedarfsbestimmt<br />
zusätzliche studentische Hilfskräfte oder Freelancer.<br />
Unter ärztlicher Leitung stehend, hat sie ihren Schwerpunkt im Bereich der Betreuung<br />
der klinischen Forschung. Gesetzliche Vorgaben durch Arzneimittel- bzw.<br />
Medizinproduktegesetz und Ethikkommission, aber auch Regelungen des ICH-Good<br />
Clinical Practice bestimmen maßgeblich Form und Durchführung einer klinischen<br />
Studie. Betreut werden sowohl Auftragsforschung als auch Projekte, deren Ursprung<br />
im DHZB selbst liegen (Investigator initiated trials).<br />
236
Verwaltung<br />
Seit ihrer Gründung hat die Studienzentrale allein für die Klinik für Herz-, Thorax und<br />
Gefäßchirurgie knapp 500 Projekte unterschiedlicher Größe beratend begleitet<br />
und/oder administrativ und organisatorisch umgesetzt.<br />
Die Studienzentrale versteht sich als Dienstleister mit dem Ziel, die vorhandenen<br />
Ressourcen effizienter zu nutzen. Die Wissenschaftler sollen entlastet werden, um sich<br />
mehr auf ihre core competence konzentrieren zu können. Das „ Rundum-Sorglos-<br />
Paket für klinische Studien“<br />
umfasst<br />
im Vorfeld: Hilfestellung bei Ethikantragsformulierung einschließlich<br />
schriftlicher Patienteninformation, Unterstützung bei der Erstellung von<br />
Förderanträgen, Versicherungsüberprüfung, Vertragsgestaltung und Überprüfung<br />
bestehender Verträge, Meldung bei zuständigen Landes- und/oder<br />
Bundesbehörden, Budgeterstellung, Organisation von Informationsveranstaltungen<br />
für alle interessierten Mitarbeiter<br />
während der Studie: Vorauswahl potentieller Studienteilnehmer, Betreuung der<br />
Studienteilnehmer über den gesamten Verlauf der Studie, Koordinierung aller<br />
notwendigen Untersuchungen im DHZB und in Kooperation mit niedergelassenen<br />
und/oder externen Ärzten, Dokumentation aller für die Studie relevanten Daten,<br />
Budgetüberwachung<br />
nach der Studie: statistische Auswertung der gesammelten Daten (Statistikerin),<br />
Unterstützung bei der Erstellung der Publikation und bei der Veröffentlichung in<br />
englischer Sprache (Copy Editor)<br />
Ende 2009 entschied sich das Management zu einer Ausweitung des Portfolios der<br />
Studienzentrale. Das in den letzten Jahren erworbene Know-How und die Kompetenz<br />
im Bereich klinischer Studien sollen zukünftig nicht nur den Kliniken des DHZB,<br />
sondern auch externen Institutionen und Firmen zur Verfügung stehen. Die<br />
Studienzentrale kann inzwischen alle klassischen Leistungen einer Clinical Research<br />
Organisation (CRO) anbieten. Erste entsprechende Anfragen namhafter Unternehmen<br />
liegen bereits vor.<br />
Neben der projektbezogenen Arbeit für klinische Studien pflegen die Mitarbeiterinnen<br />
der Studienzentrale mehrere sehr umfangreiche Datenbanken (z. B. TX-, Assist-,<br />
Aortenchirurgie-, Klappen-, Endokarditis-Datenbank).<br />
Diese dienen als Beitrag zur internen Qualitätssicherung und als Grundlage<br />
wissenschaftlicher Arbeiten. Erfasst werden alle im Haus operierten Patienten und<br />
deren prä-, intra- und postoperative Daten. Hierfür werden Patientengruppen gezielt<br />
angeschrieben und befragt.<br />
237<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Mitarbeiter der Studienzentrale<br />
Verwaltung<br />
Zeitgleich mit der Einführung der minimalinvasiven Innovationen im Bereich der<br />
Klappenchirugie wurde in 2009 der Grundstock gelegt für die Erhebung und<br />
wissenschaftliche Auswertung der Daten von Patienten, die sich im DHZB an Stelle<br />
einer konventionellen Klappenoperation mit Eröffnung des Brustkorbs einem<br />
minimalinvasiven Klappenersatz unterziehen.<br />
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Studienzentrale ist die Durchführung von<br />
lokalen, nationalen und internationalen wissenschaftlichen Veranstaltungen. Das im<br />
zweijährigen Turnus stattfindende „MCS-Symposium“ wurde im November 2009<br />
abgehalten und erfreute sich erneut großen internationalen Interesses. Die sich<br />
abzeichnende Tendenz steigender Teilnehmerzahlen der letzten Jahre hielt auch in<br />
2009 an. Das MCS-Symposium mit seinem Focus auf mechanische<br />
Herzkreislaufunterstützung ist inzwischen die weltweit größte Veranstaltung dieser<br />
Art. Die Vorträge des von der Studienzentrale im November 2008 organisierten<br />
internationalen „<strong>Berlin</strong> Heart Valve Symposium“ wurden als medizinisches Fachbuch<br />
im Springer-Verlag veröffentlicht.<br />
238<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Medizinischer Schreibdienst<br />
Verwaltung<br />
Die Hauptaufgabe des medizinischen<br />
Schreibdienstes besteht in der Erstellung<br />
patientenbezogener medizinischer Dokumente<br />
nach ärztlichen Vorgaben.<br />
Dazu gehören das Schreiben von ambulanten<br />
und stationären Arztberichten nach<br />
Phonodiktat, die korrekte Eingabe und<br />
Verwaltung von Adressdaten sowie die<br />
Dokumentation der geschriebenen Briefe im<br />
hauseigenen Krankenhausinformationssystem.<br />
Der Medizinische Schreibdienst bestand 2009<br />
aus 13 fest angestellten Mitarbeitern. In Zeiten<br />
personeller Unterbesetzung wie Urlaubszeiten<br />
oder krankheitsbedingten Ausfällen steht dem<br />
Schreibdienst geschultes Leasingpersonal zur<br />
Verfügung.<br />
2500<br />
2000<br />
1500<br />
1000<br />
500<br />
0<br />
Eingangsstatistik 2009<br />
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
GHIB<br />
Medizinischer Schreibdienst<br />
Frau Gabriele McGarrity<br />
Bereichsleitung<br />
Frau Birgit Fölsch<br />
Stellvertretende Leitung<br />
Medizinische Schreibkräfte<br />
Frau Gundula Al-Sharif<br />
Frau Grit Anheyer<br />
Frau Sandra Bartoschek<br />
Frau Viola Buchert<br />
Frau Helke Hermann<br />
Frau Rita Miericke<br />
Frau Sabrina Müller<br />
Frau Angelika Pohl<br />
Frau Michaela Rahmstorf<br />
Herr Frank Rau<br />
Frau Gina Schlüter<br />
Frau Barbara Stepczynski<br />
Leasingkräfte<br />
Folgende Statistik zeigt den Auftragseingang von Phonodiktaten aus den jeweiligen<br />
Abteilungen an den Schreibdienst zur Bearbeitung im Jahre 2009:<br />
239<br />
Chirurgie<br />
Kardiologie<br />
Kinderkardiologie<br />
Gesamt
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
Das erste Quartal 2009 war geprägt von Abstimmungsprozessen bezüglich der<br />
Funktionalitäten des neuen Krankenhausinformationssystems im Echtbetrieb. In enger<br />
Zusammenarbeit mit den Entwicklern wurden die Belange des Schreibdiensts<br />
hinsichtlich der Bedienerfreundlichkeit und der Vernetzung mit anderen Systemen<br />
verfeinert.<br />
Verbesserungen hinsichtlich einer schnelleren Einarbeitung in das Schreibprogramm<br />
für neue Mitarbeiter als auch die vereinfachten Möglichkeiten zum Zusammenfügen<br />
verschiedener Dokumente aus anderen Systemen konnten die Arbeit der<br />
Schreibdienstmitarbeiter erleichtern.<br />
Seit dem Jahr 2009 bietet das DHZB außerdem einen Übersetzungsservice für<br />
Arztbriefe russischsprachiger Patienten an. Hierbei arbeitet der Schreibdienst eng mit<br />
einem externen Übersetzungsbüro zusammen und koordiniert die Übergabe,<br />
Versendung und Kontrolle der zu übersetzenden Dokumente, wobei der Datenschutz<br />
dabei höchste Priorität hat.<br />
Zentralarchiv<br />
GHIB<br />
Zentralarchiv<br />
Frau Andrea Last<br />
Bereichsleitung<br />
Frau Claudia Stibbe<br />
Stellvertretende Leitung<br />
Frau Britta Graebe<br />
Frau Silke Reinhardt<br />
Frau Elke Seemann<br />
Frau Nicole Winkler<br />
Im Archiv sorgen sechs gut geschulte Kräfte mit Fachwissen im Archivwesen,<br />
Kenntnissen der rechtlichen Vorschriften bzgl. der Archivierung von<br />
Patientendokumenten im Krankenhaus und zum Datenschutz für eine<br />
gesetzeskonforme Dokumentation und Ablage der Patientendokumente per EDV sowie<br />
den reibungslosen Hin- und Rücktransport von Akten für alle Abteilungen im<br />
Haupthaus. Da sich seit Gründung des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> der<br />
Patientenstamm kontinuierlich vergrößert hat, wurde das Zentralarchiv aufgrund von<br />
Kapazitätsmangel ca. zwei km vom Haupthaus entfernt zu den Osram-Höfen<br />
ausgelagert.<br />
240<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Die Hauptaufgaben des Archivs bestehen in der Neuanlage von Patientenakten nach<br />
vorgegebener Ordnungssystematik und in der Aktenausgabe und -rücknahme bereits<br />
bestehender Patientenakten bei Vorstellung der Patienten in den unterschiedlichen<br />
Abteilungen. Ein weiterer umfangreicher Aufgabenteil ist die Zuordnung aktueller<br />
Befunde erneut vorstellig gewordener Patienten in deren Altakten. Auch<br />
Patientendokumente in Form anderer Medien wie Röntgenbilder und Filme werden im<br />
Archiv systematisch abgelegt. Die Arztbrief-Sicherung beinhaltet eine systemtechnische<br />
Sperrung bereits versendeter Patientendokumente, um nachträgliche<br />
Veränderungen auszuschließen.<br />
Folgende Mengen wurden im Jahr 2009 im Archiv bearbeitet:<br />
4.000<br />
3.500<br />
3.000<br />
2.500<br />
2.000<br />
1.500<br />
1.000<br />
500<br />
0<br />
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez<br />
Fr. Britta Graebe mit Archivcontainer<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Akten-Neuanlage<br />
Aktenausgabe u. -Rücknahme<br />
Befundeaufnahme in Altakten<br />
Röntgenbilder-Archivierung<br />
Film/CD-Archivierung<br />
Arztbrief-Sicherung<br />
Aufgrund stetig wachsender Patientenzahlen<br />
wurden im Jahr 2009 ca. 50 Regalmeter für die<br />
Aktenablage neu angeschafft.<br />
Der Transport und die Ablage der Akten erfolgen<br />
stets unter Berücksichtigung sämtlicher<br />
Bestimmungen des Datenschutzes, dazu gehören<br />
sowohl besondere Sicherheitsvorkehrungen in den<br />
Archivräumen selbst als auch beim Transport der<br />
Akten.<br />
Patientenakten werden in abschließbaren Koffern,<br />
die unter ständiger Aufsicht eines Mitarbeiters<br />
stehen, transportiert, so dass jederzeit der<br />
Datenschutz gewährleistet ist.<br />
241
Abteilungsstruktur<br />
Patientenaufnahme<br />
Frau Tina Casper<br />
Frau Cornelia Korn<br />
Frau Elke Romanotto<br />
Frau Doris Szostak<br />
Frau Gitta Zmokun<br />
Leasingkräfte<br />
Verwaltung<br />
Patientenaufnahme / Patienteneinbestellung / Sozialdienst<br />
Frau Sabine Höfler<br />
Stellvertretende Leitung<br />
GHIB<br />
Patientenaufnahme<br />
Patienteneinbestellung<br />
Sozialdienst<br />
Frau Sabine Rost<br />
Bereichsleitung<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Patienteneinbestellung<br />
Frau Gerlinde Nerling<br />
Frau Ursula Wruck<br />
Sozialdienst<br />
Frau<br />
Monika Klein-Ellinghaus<br />
Herr Ralf Heift<br />
Der Bereich Anmeldung stellt die zentrale Anlaufstelle für Patienten, Angehörige und<br />
Besucher des DHZB dar. Derzeit arbeiten dort 13 Mitarbeiterinnen im Drei-Schicht<br />
Betrieb und gewährleisten eine 24-stündige Besetzung. Organisatorisch angegliedert<br />
sind die Bereiche Chirurgische Einbestellung und Sozialdienst mit jeweils zwei<br />
Mitarbeiterinnen.<br />
Hauptaufgabe der Anmeldung ist die administrative Abwicklung von stationären<br />
Aufnahmen in- und ausländischer Patienten einschließlich der Bearbeitung sämtlicher<br />
hierfür notwendigen Formalitäten für die klinischen Abteilungen Innere Medizin –<br />
Kardiologie, Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie sowie Herz, Thorax- und<br />
Gefäßchirurgie.<br />
Die Chirurgische Einbestellung organisiert und koordiniert gemeinsam mit dem<br />
verantwortlichen Oberarzt für die OP-Planung die Vergabe der Operationstermine,<br />
sorgt für die Anforderung und Bereitstellung erforderlicher Behandlungsunterlagen<br />
und leistet Unterstützung bei der OP-Planung.<br />
Der Sozialdienst berät und informiert Patienten über sozialrechtliche Ansprüche im<br />
Zusammenhang mit ihrer Erkrankung und stellt die postoperative Nachsorge<br />
außerhalb der Klinik sicher.<br />
Im Jahre 2009 wurde durch die Schaffung einer personellen Schnittstelle zwischen<br />
dem Finanz- und Rechnungswesen des DHZB und dem Bereich Anmeldung die<br />
Rechnungslegung für selbstzahlende Patienten erleichtert und beschleunigt. Die<br />
Bündelung von gleichgelagerten Aufgabeninhalten in Verbindung mit kürzeren<br />
Kommunikationswegen vereinfachen die notwendigen abteilungsübergreifenden<br />
Abstimmungsprozesse.<br />
242
Verwaltung<br />
Ziel ist es, dem Patienten den größtmöglichen Service auch hinsichtlich der<br />
Rechnungslegung zu bieten.<br />
Gleichzeitig konnte die EDV-technische Systematisierung und Standardisierung von<br />
Behandlungsangeboten des DHZB für Patienten mit Wohnsitz im Ausland weiter<br />
ausgebaut werden, so dass Patientenanfragen zeitnah und effektiv beantwortet werden<br />
sowie der Aufwand dabei minimiert wird.<br />
Die ebenfalls im Jahre 2009 erfolgte Implementierung des neuen<br />
Krankenhausinformationssystems und der damit verbundene Schulungsbedarf im<br />
ersten Quartal und die Implementierung eines neu strukturierten Schichtsystems für<br />
die Mitarbeiter der Anmeldung waren zentrale Themen des abgelaufenen Jahres im<br />
Bereich.<br />
Mitarbeiter der Patientenaufnahme<br />
243<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Herr<br />
Mehran Moazami-Goudarzi<br />
Prokurist<br />
Verwaltung<br />
DHZB Reinigungs- und Dienstleistungs-GmbH (DL-GmbH)<br />
Frau Sarah Ottawa<br />
Qualitätsmanagement<br />
Sterilisation<br />
Reinigungsdienste<br />
Außenanlagepflegedienst<br />
Postdienste<br />
DL-GmbH<br />
Geschäftsleitung<br />
Herr Thomas Höhn<br />
Frau Ingrid Pelzer<br />
Objektleitung<br />
Frau Svenja Meissner<br />
Herr<br />
Wolfgang Bonkowski<br />
Vorarbeiter<br />
Herr Hamudi Mansour<br />
Betriebsleitung<br />
Herr<br />
Michael Wildgrube<br />
Bereichsleitung<br />
Technik<br />
Transport<br />
und<br />
Hilfsmittel<br />
Wäsche-, Warenund<br />
Logistikdienste<br />
Krankentransport<br />
und<br />
Bettendienst<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009<br />
Herr Jürgen Weber<br />
Prokurist<br />
Service Center<br />
Gebäudetechnik<br />
Hausmeisterdienste<br />
Medientechnik<br />
Information<br />
Kommunikation<br />
Sicherheit<br />
Der Wandel im Gesundheitswesen, mit dem ein zunehmender Kostendruck für deren<br />
Einrichtungen verbunden ist, stellt hohe Anforderungen an das Krankenhausmanagement.<br />
So gilt es heute, neben den Kostenzwängen innerhalb der originären<br />
medizinischen Leistung, insbesondere den dem Krankenhausalltag angeschlossenen<br />
Tätigkeiten wie Werterhaltung, Versorgung und Betreuung Beachtung zu schenken<br />
und sie auf den Prüfstein zu stellen.<br />
Nicht zuletzt sind sie es, die durch gezielte Verbesserungen der Ablauforganisation und<br />
entsprechende Neustrukturierung gute Einsparpotenziale auf konstant hohem<br />
Qualitätsniveau versprechen.<br />
244
Verwaltung<br />
Das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> hat dies bereits 1986 erkannt und die Bereiche<br />
Reinigung und Transport an ein externes Dienstleistungsunternehmen, das Facility<br />
Management-Unternehmen Zehnacker GmbH, ausgelagert. Basierend auf der<br />
erfolgreichen Zusammenarbeit gründeten das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> und die<br />
Zehnacker GmbH dann gut zehn Jahre später, 1997, eine gemeinsame<br />
Dienstleistungsgesellschaft – die Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> Reinigungs- und<br />
Dienstleistungs-GmbH.<br />
Für ein zuverlässiges Management-Konzept im Gesundheitsbereich gibt es keine<br />
Standardlösung: Die DHZB Dienstleistungs-GmbH verfolgt jederzeit das Ziel, ihren<br />
Kunden optimale Lösungen unter konsequenter Einbeziehung der vorgegebenen<br />
Bedürfnisse und Erfordernisse als Gesamtprodukt anzubieten. Gemeinsam mit ihren<br />
Kunden erarbeiten sie maßgeschneiderte Individualkonzepte, welche durch<br />
wirtschaftlichen Einsatz von Mitteln ein Maximum an Leistung bieten<br />
(Kundenzufriedenheitsanalyse).<br />
Die Messung und Analyse von Kundenzufriedenheit wird in einer schnelllebigen Zeit<br />
mit stetig größer werdender Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen zu einem<br />
immer wichtigeren Wettbewerbsvorteil. Wer über gesichertes Wissen über die<br />
Bedürfnisse und Einschätzungen seiner Kunden verfügt, erhöht die<br />
Wahrscheinlichkeit, sich langfristig erfolgreich am Markt behaupten zu können.<br />
Zufriedenheit oder Unzufriedenheit entsteht durch Erfüllung oder Nicht-Erfüllung von<br />
Erwartungen, die mit Inanspruchnahme einer Unternehmensleistung verknüpft sind.<br />
Die Erwartungen des Kunden entstehen durch verschiedene Faktoren wie z. B. das<br />
individuelle Anspruchsniveau, das Image des Anbieters, seine Versprechungen oder<br />
das Wissen um mögliche Alternativen.<br />
Die Analyse der Kundenzufriedenheit erfolgt anhand einer standardisierten<br />
Kundenzufriedenheitsbefragung mittels Softwareeinführung, welche digital, online<br />
und automatische Auswertungen erzeugen kann.<br />
Die Kundenzufriedenheit ist eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren des Unternehmens,<br />
ihre Erhebung damit ein wichtiges Instrument.<br />
Zufriedenheit: Beratung Diätassistenten / Freundlichkeit Servicepersonal<br />
245<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Verwaltung<br />
Die Analyseergebnisse werden in einen Berichts- und einem Tabellenband eingegeben.<br />
Die graphische und tabellarische Darstellung der Resultate erfolgt in leicht<br />
nachvollziehbarer und konzentrierter Form. So sind z. B. die wichtigsten<br />
Informationen in einer Tabelle, welche die für alle Kundengruppen und Teilbereiche<br />
berechneten Indexwerte enthält, dargestellt. Diese Darstellungsform gemeinsam mit<br />
der Erklärung und Interpretation der Ergebnisse erleichtert es erheblich, Programme<br />
und Maßnahmen zu entwickeln, um die Zufriedenheit der Kunden und somit die<br />
Effektivität und Effizienz eines Unternehmens bzw. einer Organisation zu steigern.<br />
Gebäudetechnik<br />
In den haustechnischen Bereichen werden die Anlagen über die Gebäudeleittechnik<br />
EBI (Honeywell Enterprise Buildings Integration) überwacht.<br />
Unter Gebäudeleittechnik (GLT) versteht man die automatisierungstechnische<br />
Instrumentalisierung, bezogen auf die technische Gebäudeausrüstung. In der Regel<br />
meint man damit die Software, die es ermöglicht, eine Vielzahl technischer Funktionen<br />
innerhalb eines Gebäudes mittels DDC (Direkt Digital Control) zu überwachen und zu<br />
steuern. Sie ist somit ein Teil der Gebäudeautomation. Mit der GLT-Software ist es<br />
möglich, automatisierte Abläufe zu visualisieren und auszuwerten. Sie sammelt Daten<br />
von allen angeschlossenen Komponenten, die entweder direkt oder über zusätzliche<br />
Schnittstellen (DDC-Unterstationen) mit dem System verbunden sind. Dies kann sich<br />
sowohl auf die Heizungsparameter wie auch auf die Übernahme von Lüftungsanlagen<br />
beziehen. Mit dem CAFM, dem Computer Aided Facility Management, kann sie also<br />
durch die Informationstechnik das Facility Management optimieren. Laufende<br />
Prozessdaten über Lüftungsklappen, Ventile und Störmeldungen werden hier<br />
gespeichert und archiviert. Dazu zählen auch Messwerte wie Druck und Temperatur.<br />
Zusätzlich können eigenständige Systeme wie Brandmeldeanlagen angeschlossen<br />
werden. Gleichzeitig kann sie alle diese Daten auf eine verständliche Weise graphisch<br />
darstellen.<br />
So umgerüstet ist nun ein Fernzugriff mittels eines Laptops über das Internet möglich,<br />
und alle erforderlichen Eingriffe in die Gebäudeleittechnik können vorgenommen<br />
werden. Somit kann die Beseitigung von Störungen auch kurzfristig aus der Ferne<br />
übernommen und zeitnah korrigiert werden.<br />
Zusätzlich werden die Störmeldungen von ausgewählten Lüftungsanlagen über einen<br />
Daks-Server auf festgelegte Telefonnummern ausgegeben. Ebenso besteht ein 24-<br />
Stunden Notdienst, der an 365 Tagen zeitnah alle eventuell auftretenden Störungen an<br />
den haustechnischen Anlagen behebt.<br />
246<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Verwaltung<br />
Übersicht der Anlagen , die auf der Gebäudeleittechnik gemeldet werden bzw. von hier gesteuert werden<br />
können.<br />
Systemübersicht der Honeywell EBI (Enterprise Buildings Integrator)<br />
247<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pflegedienst<br />
248<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pflegedienst<br />
Pflegedienst<br />
Leitung<br />
Frau Ulrike Richert-Schmidt<br />
Pflegedirektorin/Koordinatorin<br />
Augustenburger Platz 1<br />
13353 <strong>Berlin</strong><br />
Telefon: +49 30 – 4593 1700<br />
Telefax: +49 30 – 4593 1800<br />
249<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsbericht<br />
Pflegedienst<br />
Pflegedienst des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />
Auch das Jahr 2009 war für den Pflegedienst gekennzeichnet von Veränderungen. Das<br />
Hauptaugenmerk wandte sich u.a. auf die Einrichtung eines hausweiten<br />
Ausfallmanagements bei akuten Krankheitsausfällen und das Einrichten eines<br />
Mitarbeiterpools.<br />
Viele MitarbeiterInnen erlebten hier einen kompletten Paradigmenwechsel, da bis zu<br />
Beginn dieses Projektes alle MitarbeiterInnen fest einer Station zugeordnet waren. Nun<br />
erfolgte der Personaleinsatz stationsübergreifend anhand des individuellen<br />
tatsächlichen Bedarfs bei Krankheitsausfällen.<br />
Da dies Regelungen des Haustarifvertrages Ver.di tangierte, wurde mit dem Betriebsrat<br />
eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen. Diese regelt Aspekte wie z. B. den Einsatzort,<br />
flexible Arbeitszeiten und die Vergütung.<br />
Ziel war es, Mitarbeiterressourcen gezielter einzusetzen und akuten Krankheitsausfällen<br />
kompetent und strukturiert zu begegnen.<br />
Ergänzend zu dieser Maßnahme und ganz anders geartet war die Umsetzung eines<br />
weiteren Projekts im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz/Betriebliches<br />
Gesundheitsmanagement. Professionell gesteuert durch die Berufsgenossenschaft für<br />
Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege wurden im Pflegedienst Arbeitssituationsanalysen<br />
in Form von Gruppendiskussionsverfahren durchgeführt – mit dem<br />
Augenmerk, dass MitarbeiterInnen gezielt als Experten für ihre Arbeit beteiligt<br />
wurden.<br />
Zielsetzung war:<br />
• Verbesserung der Arbeitsbedingungen<br />
• Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit<br />
• Optimierung von Arbeitsprozessen<br />
• Verbesserung der Informations- und Kommunikationsprozesse<br />
und der Zusammenarbeit<br />
• Förderung der Mitarbeitergesundheit<br />
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege erhob zu diesen<br />
Themenbereichen qualitative Daten. Ergebnisse werden in Kürze präsentiert und<br />
daraus resultierende Maßnahmen nach Möglichkeit umgesetzt.<br />
Der Dank gilt hier allen MitarbeiterInnen, die an diesen Projekten mit viel Engagement<br />
mitgearbeitet haben.<br />
Ulrike Richert-Schmidt<br />
Pflegedirektorin/Koordinatorin<br />
250<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Leitungsorganisation<br />
Gruppenbild der Intensivpflege<br />
Pflegedienst<br />
251<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Pflegedirektorin/Koordinatorin<br />
Frau Ulrike Richert-Schmidt<br />
Stellvertretende Pflegedirektorin<br />
Frau Martina Jonas<br />
Assistentin der Pflegedirektion<br />
Frau Jutta Boritzki<br />
Pflegedienst<br />
Stabstelle Arbeitszeitmanagement/Ausfallmanagement<br />
Herr Arno Meyer<br />
Herr Helmut Kemmet<br />
Herr Michael Simon<br />
Frau Petra Neumann<br />
Frau Jeanette Liersch<br />
Sekretariat<br />
Frau Anke Ludwig<br />
Klinik für Herz-, Thorax und Gefäßchirurgie<br />
Organisationseinheit IPS 1/2 und Anästhesiepflege<br />
LeiterInnen der Organisationseinheit<br />
Frau Petra Kurpik Frau Josephine Tonka (ab 01.08.09)<br />
Herr Tino Hortig (ab 01.08.09)<br />
Stellvertretende LeiterIn der Organisationseinheit<br />
Frau Josephine Tonka (bis 31.07.09) Herr Tino Hortig (bis 31.07.09)<br />
PraxisanleiterInnen<br />
Herr Markus Weber Frau Sabrina Raygrotzki<br />
Frau Silke Lipowski Herr Karsten Kühn<br />
Herr Thomas Radke<br />
Leitungsassistentin<br />
Frau Gabriele Geurtz<br />
Stationsassistentinnen:<br />
Frau Silvia Schusterbauer Frau Brigitte Häslich<br />
252<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pflegedienst<br />
Intensivpflegestation 1<br />
13 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin<br />
und der Anästhesie<br />
5 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
Insgesamt<br />
97 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,<br />
1 Gesundheits- Kinderkrankenpflegerin, davon<br />
61 in Teilzeit<br />
Intensivpflegestation 2<br />
8 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin<br />
und der Anästhesie<br />
5 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
Insgesamt<br />
57 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,<br />
1 Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, davon<br />
42 in Teilzeit<br />
Anästhesiebereich<br />
14 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin<br />
und der Anästhesie<br />
1 Fachpflegekraft mit Weiterbildung für leitende Funktionen in Einrichtungen<br />
der Pflege im Gesundheits- und Sozialweisen<br />
Insgesamt<br />
24 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />
9 in Teilzeit<br />
Station H1 Chirurgie<br />
Stationsleiterin Stellv. Stationsleiterin<br />
Frau Monika Krüger Frau Claudia Salmen<br />
Praxisanleiterin Stationsassistentin<br />
Frau Esther Schulz Frau Christiane Piller<br />
2 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen in<br />
Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
Insgesamt<br />
20 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />
16 in Teilzeit<br />
253<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Pflegedienst<br />
Station H2<br />
Stationsleiterin<br />
Stellv. Stationsleiter<br />
Frau Bärbel Bette Herr Felix Freiheit<br />
Praxisanleiter Stationsassistentin<br />
Herr Thomas Reichetanz Frau Silke Hartwig<br />
2 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
2 Gesundheits- Kinderkrankenpflegerinnen<br />
Insgesamt<br />
46 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />
25 in Teilzeit<br />
Station H3<br />
Stationsleiter Stellv. Stationsleiterinnen<br />
Herr Stefan Heimann Frau Renate Halle<br />
Frau Ilona Metzner<br />
Praxisanleiterin Stationsassistentin<br />
Frau Anna Mrozek (ab 01.04.09) Frau Silke Wagner<br />
4 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
2 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin und Anästhesie<br />
Insgesamt<br />
20 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />
14 in Teilzeit<br />
Operationsabteilung<br />
Leiterin OP-Pflege Stellv. Leiterin OP-Pflege<br />
Frau Diana Wächter (ab 16.02.09) Frau Diana Wächter (bis 15.02.09)<br />
Praxisanleiterinnen OP-Assistentinnen<br />
Frau Anja Laaß Frau Kordula Schersenski<br />
Frau Steffi Bader Frau Alexandra Baade<br />
1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
6 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung im Operationsdienst<br />
1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung in der Intensivmedizin und Anästhesie<br />
Insgesamt<br />
39 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,<br />
3 Operationstechnische AssistentInnen (OTA), davon<br />
17 in Teilzeit<br />
254<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Chirurgische Ambulanzbereiche<br />
Pflegerische Leiterin<br />
Frau Heike Bettmann<br />
Pflegedienst<br />
8 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen<br />
2 Medizinisch-Technische Assistentinnen<br />
3 Arzthelferinnen<br />
Insgesamt<br />
12 MitarbeiterInnen, davon<br />
7 in Teilzeit<br />
Physiotherapie<br />
Leiterin<br />
Frau Antje Teske (ab 16.02.09)<br />
Frau Antje Teske kommissarische Leiterin (bis 15.02.09)<br />
Praxisanleiterinnen<br />
Frau Regina Bernauer Frau Cornelia Ratfelder<br />
1 PhysiotherapeutIn mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
Insgesamt<br />
16 Physiotherapeuten, davon<br />
7 in Teilzeit<br />
Klinik für Innere Medizin – Kardiologie<br />
Station H1 Kardiologie<br />
Stationsleiterin Stellv. Stationsleiterin<br />
Frau Evelyn Gramsch Frau Renate Stutz<br />
Praxisanleiterinnen<br />
Frau Christiane Berg Frau Andrea Stahr<br />
Stationsassistentin Frau Martina Wolf<br />
2 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung in der Anästhesie- und Intensivpflege<br />
Insgesamt<br />
21 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, davon<br />
17 in Teilzeit<br />
255<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Abteilungsstruktur<br />
Pflegedienst<br />
Herzkatheterlabor<br />
Leiterin<br />
Stellv. Leiterin<br />
Frau Dagmar Butter Frau Barbara Währisch<br />
Praxisanleiter<br />
Herr Guiseppe Bosco Herr Peter Wieck<br />
1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung in der Anästhesie- und Intensivpflege<br />
Insgesamt<br />
17 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen,<br />
1 Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, davon<br />
7 in Teilzeit<br />
Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie<br />
Organisationseinheit Kinderintensivstation und H4<br />
Leiterin der Organisationseinheit<br />
Frau Christine Valentin<br />
Stellv. Leiterinnen der Organisationseinheit<br />
Frau Sevgi Akdag Frau Carola Schuster<br />
PraxisanleiterInnen<br />
Frau Yvonne Freitag Frau Dagmar Bürger<br />
Frau Steffi Paul Herr Michael Wappler<br />
Stationsassistentin<br />
Frau Birgit Scherbarth<br />
10 Fachkrankenpflegekräfte mit Weiterbildung in der Intensivmedizin und Anästhesie<br />
1 Fachkrankenpflegekraft mit Weiterbildung für leitende Funktionen<br />
in Einrichtungen der Pflege im Gesundheits- und Sozialwesen<br />
Insgesamt<br />
64 Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen,<br />
1 Gesundheits- und Krankenpflegerin,<br />
1 Erzieherin, davon<br />
53 in Teilzeit<br />
256<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pflegedienst<br />
Aus-, Fort und Weiterbildungsstätte<br />
Leitende Lehrkraft<br />
Stellv. ltd. Lehrkraft<br />
Herr Bernd Hoffmann Frau Gisela Wirths (bis 28.02.09)<br />
4 Lehrkräfte für Pflegeberufe<br />
1 Diplom-Medizin-Pädagogin<br />
Sekretariat<br />
Frau Evelyn Jagozinski-Thuma<br />
Ausbildungsplätze<br />
60 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen<br />
20 Operationstechnische Assistentinnen (OTA)<br />
15 davon aus Kooperationshäusern<br />
5 DHZB<br />
Sonderaufgaben – alle Bereiche<br />
?<br />
Fachkrankenschwester für Krankenhaushygiene<br />
Fachlich dem Ärztlichen Direktor unterstellt<br />
Frau Sibylle Wöbke<br />
Pflege-Wundmanager<br />
Herr Thomas Blum<br />
Pflege-Emtek/Schulungen<br />
Herr Wolfgang Blietz<br />
Praktische Ausbildung/Lehrbeauftragte<br />
Frau Birgit Undi<br />
Pflege-Controlling Technik und Material<br />
Herr Joachim Löll<br />
Pflege-Controlling Administration und Dokumentation<br />
Herr Matthias Schütze<br />
257<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Projekte/Arbeitsgruppen<br />
Pflegedienst<br />
Projekt: Organisationseinheit IPS1/IPS2/Anästhesie<br />
Zielsetzung für die Organisationseinheit<br />
• Flache Hierarchien<br />
• Eindeutige Kommunikationsstrukturen und Zuständigkeiten erhöhen die<br />
Mitarbeiterzufriedenheit<br />
• Gemeinsamer Personalpool bietet die Flexibilität, die Einsätze entsprechend des<br />
Pflegeaufwandes zu steuern<br />
• Die Pflege-Controlling-Stellen Administration/Dokumentation und<br />
Technik/Material sichern die Ergebnisqualität im Sinne des Haftungsrechts<br />
und der Ökonomie<br />
• Die Auslagerung des Ausfallmanagements in die Stabstelle SP-Expert erhöht<br />
die Zeitressourcen des Leitungsteams für Managementaufgaben<br />
• Strukturierte geregelte Zuständigkeiten optimieren die Zusammenarbeit<br />
zwischen den Schnittstellen<br />
Im Januar 2009 nahmen drei neue stellvertretende Leitungen ihren Dienst auf. Die<br />
pflegerische Leitung der Organisationseinheit kam aus der Abteilung.<br />
Im ersten Halbjahr gab es eine Neustrukturierung in der Leitungsebene aufgrund<br />
personeller und organisatorischer Gegebenheiten.<br />
Seit August 2009 gibt es drei gleichberechtigte Leitungen in der Organisationseinheit,<br />
die stellvertretenden Positionen wurden nicht neu besetzt, da sich die Leitungen<br />
nunmehr untereinander vertreten. Die neue Struktur ist bis zum 31.12.2011 befristet. Die<br />
Stabstellen bleiben unverändert.<br />
Projekt: Ausfallmanagement<br />
Das Projekt Ausfallmanagement im Pflegedienst ging 2009 in die praktische<br />
Umsetzung.<br />
• Sicherstellung der adäquaten pflegerischen Versorgung der Patienten bei<br />
krankheitsbedingten Personalausfällen<br />
• Implementierung eines Mitarbeiterpools<br />
• Koordinierung der Einarbeitung der Mitarbeiter des Mitarbeiterpools<br />
• Qualifikation der Mitarbeiter durch spezielle Fortbildungsangebote<br />
• Übernahme der Dokumentation abweichender Arbeitszeiten im Dienstplan für<br />
die Stationen IPS1, IPS2, H3 und H1 Chirurgie<br />
Meilensteine 2009<br />
Zum 1. April wurde ein Mitarbeiterpool mit 19 Mitarbeitern implementiert. Im Jahresdurchschnitt<br />
waren 24 MitarbeiterInnen im Mitarbeiterpool tätig.<br />
Die AusfallmanagerInnen koordinierten die Einarbeitungen in den verschiedenen Bereichen<br />
mit einer Gesamtzahl von 55 Einarbeitungen. Frühzeitig wurde die Einarbeitungsplanung<br />
auf die Organisationseinheit Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie und den OP-<br />
Pflegedienst ausgeweitet. Hier erfolgten jeweils zwei Einarbeitungen.<br />
Die Koordination von Schichtbesetzungen und der Einsatz von Poolmitarbeitern bei<br />
krankheitsbedingten Personalausfällen für die Stationen IPS1/IPS2/H3 (Start 1. April) sowie<br />
258<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pflegedienst<br />
H1 Chirurgie (Start 1. Juli) gehörten zu den Tätigkeiten der AusfallmanagerInnen.<br />
Hauptaugenmerk lag auf der Führung und Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen des<br />
Mitarbeiterpools. Die Tätigkeiten der AusfallmanagerInnen wurden mit der Stabstelle<br />
Arbeitszeitmanagement durch Übernahme der Soll-Dienstplanung für die Stationen<br />
IPS1/IPS2/H3/H1 Chirurgie/IPS Kinder/H 4 verknüpft. Dies gewährleistet eine einheitliche<br />
Ist-Dokumentation in den oben genannten Stationen.<br />
Projektstand:<br />
Der Stand des Projekts befindet sich im angestrebten Zeitplan.<br />
Pflege auf der Intensivstation<br />
BGW-Rückenprävention<br />
Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören zu den schwerwiegendsten<br />
Gesundheitsproblemen von Mitarbeitern in Krankenhäusern. Im Vordergrund stehen dabei<br />
Rückenerkrankungen und Schulter-Arm-Beschwerden, die teilweise mit erheblichen<br />
Beeinträchtigungen und Verlust an Lebensqualität verbunden sind.<br />
Ein Blick auf die Krankenstandszahlen macht die Größenordnung des Problems deutlich.<br />
Diese liegen in Krankenhäusern weit über dem Branchendurchschnitt. Diese Tendenz ist<br />
auch im DHZB erkennbar. Strukturierte Gespräche im Rahmen des betrieblichen<br />
Wiedereingliederungsmanagement festigen diese These.<br />
Im Jahr 2009 haben insgesamt 16 Gesundheits- und KrankenpflegerInnen und 4<br />
Physiotherapeuten am dreiwöchigen Rückenkolleg im BG-Reha Zentrum City Hamburg<br />
teilgenommen. Nach dieser Maßnahme findet eine zweitägige-Arbeitsplatzbegleitung<br />
durch eine Praxisbegleiterin der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und<br />
Wohlfahrtspflege) statt. Im Anschluss hieran findet eine gemeinsame Auswertung mit dem<br />
Mitarbeiter, der leitenden Pflegekraft der Abteilung, der stellvertretenden Pflegedirektorin,<br />
der stellvertretenden Personalleiterin, der Praxisbegleiterin und dem Berufshelfer der BGW<br />
statt.<br />
259<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Projekte/Arbeitsgruppen<br />
Pflegedienst<br />
Für die betriebliche Praxis empfiehlt sich eine strategische Vorgehensweise: Nach der<br />
Analyse steht an erster Stelle die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, begleitet von<br />
Auswahl und Anschaffung geeigneter Arbeitsmittel. Aber auch die Arbeitsorganisation wie<br />
z. B. Abläufe müssen angepasst werden.<br />
Erst wenn diese Rahmenbedingungen geschaffen sind, ist es an der Zeit, die rückengerechte<br />
Arbeitsweise einzuführen. Die Rahmenbedingungen im DHZB sind relativ gut, lediglich das<br />
Mobiliar in den Patientenzimmern sollte bei Neuanschaffungen laut BGW im Sinne der<br />
optimalen ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung ausgewählt werden.<br />
Initiiert durch die BGW-Praxisbegleiter wurden flächendeckend für die Abteilungen diverse<br />
sogenannte „kleine Hilfsmittel“ angeschafft und deren Handhabung in der Praxis geschult,<br />
u.a.<br />
• Rollbretter<br />
• Gleittunnel<br />
• Antirutschmatten<br />
• Drehscheiben<br />
• Haltegürtel<br />
Des weiteren wurde die Inhouse-Fortbildung Rückenschule um einen Praxisteil erweitert<br />
und ein Tages-Workshop „Ergonomische Arbeitsweisen im OP“ speziell für OP-Pflegekräfte<br />
geplant. Im Jahr 2010 stehen die ersten Refresher-Kurse für die MitarbeiterInnen<br />
in Hamburg an.<br />
BGW-Arbeitssituationsanalyse (ASitA)<br />
Durch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege wurde im<br />
Herbst 2009 eine Arbeitssituationsanalyse im Gruppendiskussionsverfahren im Pflegedienst<br />
durchgeführt. Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses zum Thema<br />
Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung eignet sich das Instrument zur Erhebung der<br />
betrieblichen Belastungssituationen im Rahmen einer Ist-Analyse.<br />
Die ASitA basiert auf der Einschätzung, dass die Mitarbeiter selbst am ehesten über<br />
belastende und fördernde Aspekte ihrer Arbeitssituation Auskunft geben können. Neben der<br />
Aufdeckung von Schwachstellen regt sie zur Entwicklung von Ideen und Problemlösungen<br />
an und bietet die Möglichkeit zur Reflexion von motivationsfördernden Aspekten und<br />
Ressourcen in der Arbeitssituation.<br />
Zielsetzung der Arbeitssituationsanalyse:<br />
• Verbesserung der Arbeitsbedingungen<br />
• Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit<br />
• Optimierung von Arbeitsprozessen<br />
• Verbesserung der Informations- und Kommunikationsprozesse<br />
und der Zusammenarbeit<br />
• Förderung der Mitarbeitergesundheit<br />
260<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pflegedienst<br />
Im Frühjahr wurde mit den Vertretern der BGW und der Steuerungsgruppe DHZB das<br />
Prozedere festgelegt. Die MitarbeiterInnen wurden umfangreich über die Maßnahme<br />
informiert, durch Veröffentlichung im Intranet, einer Mitarbeiterinformationsveranstaltung<br />
im Juli und den monatlichen Teambesprechungen der Bereiche.<br />
Der vorgegebene Rahmen der geplanten Arbeitssituationsanalyse:<br />
• Im November finden die ca.1,5-stündigen Workshops statt<br />
• Die Teilnahme ist freiwillig<br />
• Die Workshops gelten als Arbeitszeit<br />
• Maximal 10-15 Teilnehmer eines Bereichs/einer Hierarchieebene pro Workshop<br />
• Der Ablauf der Workshops ist vorgegeben und wird durch die BGW-Experten<br />
moderiert<br />
Ergebnisse:<br />
Es fanden 7 Workshops in der Zeit vom 4.11.2009 bis zum 19.11.2009 mit insgesamt 52<br />
MitarbeiterInnen statt. Das aufgeführte Diagramm stellt eine erste Auswertung im<br />
Dezember durch die BGW dar.<br />
Gewichtung der Themen<br />
Die Steuerungsgruppe hat beschlossen, dass an den Ergebnissen im Jahr 2010 weitergearbeitet<br />
werden soll. Eine Arbeitsgruppe wird gebildet, die sich aus je zwei<br />
MitarbeiterInnen der sieben Workshops zusammensetzt. Zwei Termine im Januar/Februar<br />
2010 sind geplant, um eine Entscheidungsvorlage für die Steuerungsgruppe zu erarbeiten.<br />
261<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsberichte<br />
Pflege-Wundmanagement<br />
Inhouse-Fortbildungen<br />
Pflegedienst<br />
• Inhouse-Fortbildung Wundmanagement, neues Schwerpunktthema „Chronische<br />
Wunden“ (91 Teilnehmer)<br />
• Ärzte-Fortbildung Dekubitustherapie (ca. 10 Teilnehmer)<br />
• Organisieren von Gerätefortbildungen gemäß MPG<br />
Weiterbildung zum Wacert<br />
Akkreditierte berufsbildergänzende Qualifizierung nach dem Curriculum<br />
der DGfW e. V.<br />
Feuchte Wundversorgung<br />
Modifikation des Produktsortiments zur feuchten Wundbehandlung im DHZB<br />
Erstellen einer Verbandstoffübersicht in Form eines Posters mit folgenden Kriterien:<br />
• Kombinationsmöglichkeiten entsprechend dem jeweiligen Wundstatus<br />
• Hautschützende und -pflegende Maßnahmen bei bestimmten Problemstellungen<br />
• Kurzcharakteristika von Verbandstoffen:<br />
„Was hat welchen Effekt“? auf einem Blick<br />
Expertenstandard “Dekubitusprophylaxe“<br />
Audits im April und Oktober 2009<br />
Um den aktuellen Stand der praktischen Umsetzung stichprobenhaft zu evaluieren, sieht der<br />
Expertenstandard ESDP zweimal im Jahr Audits vor.<br />
Der Erhebungsbogen wird vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege<br />
(DNQP) entsprechend vorgegeben. Als Datenquelle werden stets die zwei Quellen Emtek<br />
Dokumentation und Patientenbefragung genutzt, um ein möglichst umfassendes Bild zu<br />
erhalten. Alle Antwortvorgaben sind „Ja/Nein-Kategorien“ mit der gleichzeitigen<br />
Möglichkeit eines Kommentars.<br />
Die patientenbezogenen Daten geben Auskunft über die Erfüllung der Ergebniskriterien des<br />
Standards.<br />
262<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Audit-Ergebnisse April 2009:<br />
Pflegedienst<br />
Die Erhebung fand an drei Tagen statt, gewichtet entsprechend der Risikoeinschätzung<br />
der Stationen (bei insgesamt 40 Patienten).<br />
27.04.2009 28.04.2009 29.04.2009<br />
IPS 1 4 4 4<br />
IPS 2 4 4 4<br />
H 2 2 2 2<br />
IPS Ki 1<br />
H3 2 2<br />
H1C 2 2<br />
H1K 1<br />
Auswertung:<br />
Dekubitus bei Aufnahme?<br />
Dekubitus im Haus erworben?<br />
13 Patienten 15 Patienten 12 Patienten<br />
(Frage 0) = 1 Patient<br />
(Frage E.7) = 4 Patienten<br />
Bei den erworbenen Dekubitalulcera handelt es sich in drei Fällen um den Grad 2 und in<br />
einem Fall um den Grad 3.<br />
Wurde unmittelbar zu Beginn der pflegerischen Versorgung eine Einschätzung des<br />
Dekubitusrisikos mit Hilfe der modifizierten Waterlow-Skala (Corvariante) vorgenommen?<br />
(Frage E1.1) = 39 Ja, 1 Nein<br />
Liegt eine aktuelle Risikoeinschätzung vor?<br />
(Frage E1.2) = 39 Ja, 1 Nein<br />
Wurde nach einem individuellen Bewegungsplan verfahren?<br />
(Frage E.2) = 37 Ja, 1 Nein, 2 Nicht anwendbar<br />
263<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsberichte<br />
Grafik 1: Ergebnisse Mai 2009<br />
Audit-Ergebnisse Oktober 2009:<br />
Pflegedienst<br />
Die Erhebung fand an drei Tagen statt, gewichtet entsprechend der Risikoeinschätzung<br />
der Stationen (bei insgesamt 40 Patienten).<br />
20.10.2009 21.10.2009 22.10.2009<br />
IPS 1 4 4 4<br />
IPS 2 4 4 4<br />
H 2 2 2 2<br />
IPS Ki 1<br />
H4<br />
H3 2 2 1<br />
H1C 2 2<br />
H1K 1<br />
15 Patienten 15 Patienten 11 Patienten<br />
264<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Auswertung:<br />
Dekubitus bei Aufnahme?<br />
Dekubitus im Haus erworben?<br />
Pflegedienst<br />
(Frage 0) = 2<br />
(Frage E.7) = 4 Patienten<br />
Bei den erworbenen Dekubitalulcera handelt es sich in drei Fällen um den Grad 2 und in<br />
einem Fall um den Grad 3.<br />
Wurde unmittelbar zu Beginn der pflegerischen Versorgung eine Einschätzung des<br />
Dekubitusrisikos mit Hilfe der modifizierten Waterlow-Skala (Corvariante) vorgenommen?<br />
(Frage E1.1) = 40 Ja, 0 Nein<br />
Liegt eine aktuelle Risikoeinschätzung liegt vor?<br />
(Frage E1.2) = 39 Ja, 1 Nein<br />
Wurde nach einem individuellen Bewegungsplan verfahren?<br />
(Frage E.2) = 40 Ja, 0 Nein<br />
Grafik 2: Ergebnisse Oktober 2009<br />
Bewertung der Ergebnisse und Fazit<br />
Die Audits aus dem Jahr 2008 und 2009 zeigen im Ergebnis eine deutlich niedrigere<br />
Dekubitusrate als in den Jahren 2004-2007.<br />
Die Instrumente Algorithmus und die Risikoskala Corvariante werden von den<br />
Pflegekräften umfassend angewandt.<br />
Die Risikoeinschätzung fand bei nahezu allen Patienten statt.<br />
Die Patienten wurden ausreichend informiert, angeleitet und in den pflegerischen<br />
Prozess einbezogen.<br />
Der individuelle Bewegungsplan wird zu 100% umgesetzt.<br />
265<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsberichte<br />
Praxisanleiter-Arbeitsgruppe<br />
Zielsetzung 2009<br />
Die Praxisanleiter im DHZB<br />
Pflegedienst<br />
• Einarbeitungen der MitarbeiterInnen des Ausfallpools<br />
• Praktische Examensprüfungen auf der H1 Chirurgie, H2, H3<br />
im August/September 2009<br />
• Erarbeitung von Handlungsfeldern und Lernsituationen für die praktische<br />
Ausbildung der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen<br />
• Überarbeitung der Pflegerichtlinien<br />
• Planung und Organisation der Inhouse-Fortbildungen<br />
In der Praxisanleiter-AG waren im Jahr 2009 21 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aktiv<br />
tätig. Die AG tagte anhand einer strukturierten Tagesordnung jeden zweiten Mittwoch im<br />
Monat. In den Tagungen wurden die gesetzten Ziele schwerpunktmäßig bearbeitet und<br />
kontinuierlich umgesetzt. Es haben insgesamt 55 erfolgreiche Einarbeitungen in den<br />
Bereichen stattgefunden. Die Ergebnisse der praktischen Prüfungen auf den Stationen<br />
waren gut bis sehr gut.<br />
Nachfolgend aufgeführte Fortbildungsschwerpunkte haben im Rahmen der<br />
Tagungen stattgefunden:<br />
• „Wahrheit am Krankenbett“<br />
• Hygienehandbuch<br />
• „Nach KTQ ist vor KTQ“<br />
• Umgang mit schwierigen Patienten<br />
• Prüfungsvorbereitung anhand des neuen Krankenpflegegesetzes<br />
• Pulmonale Arterielle Hypertonie<br />
• Lernsituation: Beobachtung einer Punktionsstelle nach HK<br />
• CIRS<br />
• „Chest pain unit“<br />
• OPS 2010 PKMS<br />
266<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Inhouse-Fortbildung<br />
Pflegedienst<br />
Für Fortbildungsveranstaltungen, die aufgrund aktueller, gesetzlicher und berufpolitischer<br />
Hintergründe oder hausinterner Bestimmungen als besonders empfehlenswert eingestuft<br />
und mit Stern gekennzeichnet waren, wurde Arbeitszeit gewährt. Als Nachweis gilt das<br />
Zertifikat. Für die freiwillige Registrierung beruflich Pflegend er können für die<br />
Veranstaltungen Punkte erworben werden. Die Punktevergabe für die jeweiligen<br />
Veranstaltungen erfolgt über die RbP GmbH in <strong>Berlin</strong>. Die Planung und die Organisation der<br />
Veranstaltungen wurden durch die AG-Praxisanleiter gewährleistet.<br />
Zielsetzung:<br />
• Optimierung der fachlichen Kompetenzen<br />
• Zeitnahe Vermittlung von evidenzbasierten Erkenntnissen<br />
• Praxisorientierte Qualitätssicherung<br />
• Motivation für Veränderungsprozesse<br />
• Berufsethik<br />
Schwerpunktthemen im Jahr 2009 waren:<br />
• Reanimation<br />
• Notfallmanagement<br />
• Wundmanagement<br />
• Rückenschule,<br />
Ergonomische Arbeitsweise<br />
• Nichtinvasive Ventilation<br />
• Assist-Device-Systeme<br />
• Transapikale Klappen<br />
• Blutgasanalyse<br />
• EPU und Ablation<br />
• Stress/Burnout<br />
• Umgang mit Angehörigen,<br />
Sterbebegleitung<br />
• Wahrheit am Krankenbett<br />
Im Jahr 2009 fanden 83 Inhouse-<br />
Fortbildungen mit insgesamt 783<br />
Teilnehmern statt. Die Fortbildungen<br />
wurden von den Mitarbeitern sehr gut<br />
angenommen. Siehe Anlage Statistik<br />
Inhouse-Fortbildung.<br />
Wundmanagement<br />
267<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsberichte<br />
Pflegedienst<br />
Teilnahmestatistik Inhouse-Fortbildungen<br />
Januar 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Reanimation 2x 10<br />
Notfallmanagement 15<br />
Rückenschule, Anleitung zum rückengerechten Bewegen 3<br />
Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 7<br />
Qualitätsmanagement-KTQ 7<br />
Gesamt: 42<br />
Februar 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
EPU und Ablatio 13<br />
Reanimation 2x 17<br />
Umgang mit Angehörigen 9<br />
Notfallmanagement 18<br />
Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 7<br />
Rückenschule, Anleitung zum rückengerechten Bewegen 5<br />
Gesamt: 69<br />
März 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Reanimation 12<br />
Wundmanagement 13<br />
Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 8<br />
Notfallmanagement 10<br />
Rückenschule, Anleitung zum rückengerechten Bewegen 6<br />
Gesamt: 49<br />
April 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Reanimation 2x 24<br />
Rückenschule Teil<br />
Theorie und Wahrnehmungsübungen<br />
4<br />
Notfallmanagement 16<br />
Wahrheit am Krankenbett 9<br />
Sterbebegleitung und Begleitung Angehörigen im Krankenhaus<br />
Wundmanagement 12<br />
Hygiene<br />
MRE – Multiresistente Keime<br />
21<br />
Transapikale Klappen 19<br />
Gesamt: 105<br />
268<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pflegedienst<br />
Mai 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Wundmanagement 15<br />
Reanimation 2x 16<br />
Notfallmanagement 14<br />
Vermeidung von nosokomialen Pneumonien 5<br />
Rückenschule Teil 2<br />
Transfer und rückengerechtes Arbeiten<br />
7<br />
Gesamt: 57<br />
Juni 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Wahrheit am Krankenbett 12<br />
Sterbebegleitung und Begleitung Angehörigen im Krankenhaus<br />
Wundmanagement 8<br />
Rückenschule Teil 1<br />
Theorie und Wahrnehmungsübungen<br />
6<br />
Reanimation 11<br />
Notfallmanagement 15<br />
Gesamt: 52<br />
Juli 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Reanimation 7<br />
Rückenschule Teil 2<br />
Transfer und rückengerechtes Arbeiten<br />
2<br />
Blutgasanalyse 10<br />
Assist-Device-Systeme 13<br />
Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 5<br />
Notfallmanagement 6<br />
Wundmanagement 13<br />
Gesamt: 56<br />
August 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Transapikale Klappen 8<br />
Wundmanagement 5<br />
Reanimation 2x 11<br />
Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 6<br />
Rückenschule Teil 1<br />
Theorie und Wahrnehmungsübungen<br />
9<br />
Fürsorge und Autonomie 4<br />
Notfallmanagement 4<br />
Gesamt: 47<br />
269<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Tätigkeitsberichte<br />
Pflegedienst<br />
September 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Blutgasanalyse 2x 7<br />
Reanimation 6<br />
Hygiene 27<br />
Assist-Systeme 13<br />
Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 9<br />
Rückenschule Teil 2<br />
Transfer und rückengerechtes Arbeiten<br />
7<br />
Transapikale Klappen 19<br />
Notfallmanagement 11<br />
Gesamt: 99<br />
Oktober 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Dienstanweisung Expresspflege<br />
Ziele, praktische Umsetzung<br />
11<br />
Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 5<br />
Wundmanagement<br />
Chronische Wunden<br />
2<br />
Assist-Device-Systeme 10<br />
Reanimation 18<br />
Rückenschule Teil 1<br />
Theorie und Wahrnehmungsübungen<br />
9<br />
Notfallmanagement 9<br />
Stress/Burnout 2x 27<br />
EMTEK, Medfolio, Lauris 21<br />
Gesamt: 112<br />
November 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Wundmanagement<br />
Chronische Wunden<br />
14<br />
Sterbebegleitung 3<br />
Transapikale Klappen 9<br />
Reanimation 15<br />
Rückenschule Teil 2<br />
Transfer und rückengerechtes Arbeiten<br />
8<br />
Leitlinie: NIV (Nichtinvasive Ventilation) 1<br />
Gesamt: 50<br />
270<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Pflegedienst<br />
Dezember 2009<br />
Thema Teilnehmer<br />
Wundmanagement<br />
Chronische Wunden<br />
9<br />
Reanimation 8<br />
Dienstanweisung Expresspflege<br />
Ziele, praktische Umsetzung<br />
12<br />
Assist-Device-Systeme<br />
Sterbebegleitung<br />
8<br />
Transapikale Klappen 8<br />
Gesamt: 45<br />
Fortbildungen<br />
Gesamt: 83<br />
Teilnehmer<br />
Gesamt: 783<br />
Arbeitszeitmanagement<br />
Im Dienstplanprogramm SP-Expert werden 1.540 Mitarbeiter auf der Grundlage von 4<br />
unterschiedlichen Tarifverträgen verwaltet. Die Unterstützung der Dienst -und<br />
Urlaubsplanung im Pflege -und Funktionsdienst sowie die Dokumentation der<br />
abweichenden Arbeitszeiten im Funktionsdienst gehören u.a. zu den Aufgaben der<br />
Stabstelle Arbeitszeitmanagement. Die Erstellung der Sollplanung und Dokumentation der<br />
abweichenden Arbeitszeiten in Kooperation mit dem Arztdienst Anästhesie gehört ebenfalls<br />
seit Mai zu den Aufgaben der Stabstelle. Regelmäßige Auswertungen wie z.B.<br />
Ausfallstatistiken oder Auswertungen zu Rufdiensteinsätzen werden in der Stabstelle<br />
erstellt. Dazu gehören auch Auswertungen zu besonderen Fragestellungen rund um die<br />
Personaleinsatzplanung wie z. B. Recherchen zur Übertragung von Resturlauben.<br />
Die Betreuung der Anwender und Serviceleistungen für Mitarbeiter bei Fragen zur<br />
Dienstplanung und zur Gehaltsabrechung werden durch die Stabstelle durchgeführt.<br />
Durch die Erweiterung des SP-Expert Web Terminal, die bereits im Jahr 2008 begonnen hat,<br />
ist es nunmehr allen Mitarbeitern des Pflege -und Funktionsdienstes möglich, ihre<br />
Dienstplanwünsche direkt in das Web Terminal einzugeben, diese werden dann online ins<br />
Dienstplanprogramm übernommen.<br />
Mit der Überarbeitung der Betriebsvereinbarung Arbeitszeitflexibilisierung für Mitarbeiter,<br />
die dem Ver.di-Tarifvertrag unterliegen, war es notwendig, den Nullliniendurchlauf des<br />
Arbeitszeitkontos unabhängig von Änderungen im Ist-Dienstplan auch im Soll-Dienstplan<br />
darzustellen. Dieses hatte umfangreiche Modellierungsarbeiten im Dienstplanprogramm<br />
SP-Expert zur Folge, die mit Ablauf des Jahres 2009 noch nicht abgeschlossen waren.<br />
Die Programmversion V10 ist nach umfangreicher Testung erfolgreich ins Echtsystem<br />
übernommen worden. In Vorbereitung zur Übernahme ins Echtsystem ist zurzeit die<br />
Programmversion V11. Diese bietet u.a. mit dem Modul Smart Client für die Zukunft völlig<br />
neue Oberflächen sowie bessere und schnellere Auswertungsmöglichkeiten.<br />
271<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Screenshot der Startseite des Webauftritts des DHZB<br />
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Die Webseite des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong><br />
Franziska Hintz, Wolfgang Blietz, Jörn Collmann<br />
Wie im vergangenen Jahr angekündigt, wurde in 2009 mit dem geplanten Relaunch<br />
(Optimierung) der Webseite des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> begonnen.<br />
Es stellte sich zunächst die Frage, aus welchen Gründen ein Relaunch zu vollziehen – der bei<br />
einer so umfangreichen mehrsprachigen Webseite mit ca. 600 Seiten bis zu 2 Jahre Arbeit in<br />
Anspruch nehmen würde – und nicht nur eine einfache Aktualisierung anzustreben.<br />
272<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Die Gründe dafür liegen auf der Hand, nachdem wir im Jahre 2007 den 1. Platz im Wettbewerb<br />
„Beste Klinikwebseite“ gewonnen hatten, mussten wir feststellen, dass auch andere Kliniken<br />
intensiv und erfolgreich an ihren Webseiten gearbeitet hatten.<br />
Nicht allein der gestiegene Wettbewerb und die größere Bedeutung von Webseiten für<br />
Unternehmen des Gesundheitswesens, sondern auch die rasante medizinische Entwicklung<br />
machten eine Überarbeitung und Aktualisierung der deutschen und englischen Seite<br />
notwendig.<br />
Vor allem ist erkannt worden, dass ein gelungener Webauftritt als wichtiges Instrument des<br />
Online-Marketings für das Deutsche <strong>Herzzentrum</strong> zu verstehen -und unterstützen ist. Die<br />
Webseite ist ein komfortables Medium um mit Patienten, Einweisern und der interessierten<br />
Öffentlichkeit zu kommunizieren und umfassend über die hochspezialisierten Leistungen die<br />
das <strong>Herzzentrum</strong> anbietet zu informieren.<br />
Was im Berichtsjahr, neben den Standardaufgaben, begonnen wurde mit<br />
Layoutüberarbeitungen, Austausch von Bildern, Neueinstellungen -und Überarbeitung der<br />
Klinikteams, Aktualisierung von Leistungsstatistiken sowie der erstmaligen<br />
Onlinepräsentation des <strong>Jahresbericht</strong>s 2008 etc., wird mit den weiteren Aktivitäten im Bezug<br />
auf die Optimierung der Webseite nach wie vor ein wichtiges und auszubauendes Ziel für das<br />
Jahr 2010 sein.<br />
273<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Die Homepage der Gesellschaft der Freunde<br />
des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V.<br />
Franziska Hintz, Wolfgang Blietz<br />
Gemeinsam. Von Herzen. Helfen.<br />
Mit diesen Worten startet die Hauptseite des neuen Webauftritts der Gesellschaft der Freunde<br />
des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V.<br />
Während die Gesellschaft im Jahr 2008 ihr 20-jähriges Bestehen feierte und auf viele<br />
erfolgreiche Projekte, Veranstaltungen und Charity-Aktionen zurückgreifen konnte – wurde<br />
der Zustand der Webseite des Vereins immer offensichtlicher.<br />
Die inhaltlichen Strukturen waren veraltet, unvollständig – das Layout nicht mehr zeitgemäß<br />
und die Benutzerfreundlichkeit ließ ebenfalls zu wünschen übrig.<br />
Screenshot der Startseite des Webauftritts der Gesellschaft der Freunde des Deutschen <strong>Herzzentrum</strong>s <strong>Berlin</strong> e.V.<br />
274<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Nicht nur für Unternehmen des Gesundheitswesens wie dem DHZB sondern auch für diesen<br />
Verein der die Arbeit des <strong>Herzzentrum</strong>s in vielfältiger Art und Weise unterstützt, ist es von<br />
besonderer Wichtigkeit sich der Öffentlichkeitsarbeit zu öffnen und aktives Marketing zu<br />
betreiben. Ein Kommunikationsinstrument wie die Homepage trägt neben anderen<br />
Marketingmaßnahmen wesentlich dazu bei, die Aktivitäten des Vereins in der Öffentlichkeit zu<br />
verbreiten, sich darzustellen und somit von anderen Institutionen dieser Art abzuheben.<br />
In Analogie zum Webauftritt des DHZB wurde also immer deutlicher, dass ein neuer<br />
Webauftritt der Freundesgesellschaft geschaffen werden musste, der dessen Aktivitäten,<br />
Benefizveranstaltungen und Projekte in einem angemessenen Rahmen präsentieren würde.<br />
Die Gesellschaft entschloss sich bei der Umsetzung eines neuen Websauftritts auf vorhandene<br />
Strukturen des DHZB zurückzugreifen und Franziska Hintz mit der redaktionellen<br />
Koordination und Organisation sowie Wolfgang Blietz mit der redaktionellen Beratung und<br />
technischen Umsetzung zu beauftragen. Für die Ausführung der optischen Neugestaltung und<br />
das technische Grundgerüst konnte der Verein pro bono die Firma BOB Design aus Trier<br />
gewinnen.<br />
Es folgte eine Planungsphase von annähernd 2 Jahren in denen zahlreiche Aspekte geklärt<br />
werden mussten:<br />
• Welchen Namen soll die Seite tragen?<br />
• Umfang und Gestaltung der Webseite?<br />
• Welcher Provider kommt in Frage?<br />
• Was ist bei der Registrierung zu beachten?<br />
• Welche rechtlichen Vorschriften sind zu beachten?<br />
• Wieviel Webspace ist erforderlich?<br />
• Wer organisiert den Umzug der alten Seite zum neuen Provider?<br />
• Welche –und wie viele Domains werden benötigt?<br />
• Wer verwaltet diese? Wer ist Domaininhaber und / oder administrativer<br />
Ansprechpartner?<br />
• Was kostet das Betreiben der Seite?<br />
• Welches Contentmanagementsystem (System zur Verwaltung der Website)<br />
soll gewählt werden?<br />
Bis zum Herbst 2009 ist es dann gelungen den Mitgliedern des Vereins eine Seite zu<br />
präsentieren, die alle erforderlichen Navigationen und Themen bereitstellt.<br />
Eine kleine Anzahl von Inhalten wurden aus der alten Webseite übernommen und aktualisiert<br />
– viele neue hinzugenommen. Immer unter dem Aspekt:<br />
Was interessiert unsere Mitglieder? Was möchte ein zukünftiges Mitglied über uns in<br />
Erfahrung bringen? Wie können wir die Aktivitäten der Gesellschaft am Besten darstellen?<br />
Um diese Anforderungen zu erfüllen wurde, neben vielen anderen, ein neuer<br />
Navigationspunkt Galerie mit einem die Veranstaltung beschreibenden Text und einer sehr<br />
gezielten Auswahl an Fotos mit Untertiteln zu den verschiedenen Benefizveranstaltungen, wie<br />
Konzerten, Galas aber auch Flöhmärkten zugunsten der Freundesgesellschaft eingestellt..<br />
Die Redaktion dankt abschließend Professor Peter Fissenewert und Frau Ilona Scheffler für ihre<br />
Unterstützung.<br />
275<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 2009<br />
Barbara Nickolaus<br />
Mehrere Anlässe standen diesmal im Interesse der bundesweiten Medien.<br />
Deutschlands erster SIM (Simulations)- OP, eingerichtet in den Räumen der Akademie für<br />
Kardiotechnik des DHZB, verfügt über ein hochspezifisches, auf Ausbildungsbedürfnisse des<br />
Herzchirurgen, Kardioanästhesisten, Kardiotechniker ausgerichtetes Equipment. Im SIM-OP des<br />
DHZB in Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule werden nicht nur am Bildschirm virtuell,<br />
sondern mit echtem OP-Instrumentarium an einem Spezialtorso Einzelschritte von Operationen<br />
trainiert oder aber Fehler in der Arzneimittelbeimengung oder Notfallsituationen, auf die die<br />
Studenten schnell reagieren müssen, durch Lehrkräfte simuliert. Der SIM-OP führte zu einem<br />
außergewöhnlichen Medienansturm (überwiegend der elektronischen Medien), der in zwei<br />
Pressekonferenzen und mehreren Fototerminen kanalisiert wurde.<br />
Der anrührende Fall des Rostocker Babys Marla, das zunächst ein „Kunstherz“ erhielt und nach<br />
einigen Monaten herztransplantiert wurde, führte zu einem sich über viele Wochen hinziehenden<br />
Medienecho zunächst der elektronischen Medien und später der Printmedien, bevorzugt der<br />
Yellow Press/Frauenzeitschriften.<br />
Marla bot der Presse ein besonders positiv besetztes Beispiel für die Vorteile der<br />
Organtransplantation. Der Europa- und der Welt-Tag der Organspende, die gerade in <strong>Berlin</strong> sehr<br />
massiv auf den eklatanten Organspendemangel hinwiesen, wurden gefeiert u. a. mit einer<br />
Massenveranstaltung am Brandenburger Tor, einem erstmals in Deutschland stattfindenden<br />
Organspendekongress und dem damit einhergehenden Auftakt zu Organspendekampagnen des<br />
Senators für Gesundheit und der Deutschen Stiftung Organspende. Das DHZB gemeinsam mit der<br />
Gesellschaft der Freunde des DHZB, Wall AG, Techniker Krankenkasse und einer Vielzahl weiterer<br />
Sponsoren, hob ebenfalls eine große Organspendekampagne aus der Taufe unter dem Motto „Das<br />
kannst Du auch - Organspenden heißt Leben retten“. Hierzu gehörten u. a. div. Großplakate sowie<br />
BVG- Busbemalung, auf dem Comic-Helden in Rettungssituationen gezeigt werden. Mehrere<br />
Pressekonferenzen unterstützten die einzelnen Kampagnen-Schritte.<br />
276<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Großes Interesse fand das von Prof. Hetzer auf einer Pressekonferenz im Rahmen des 6.<br />
Internationalen Kunstherz-Kongresses MCS des DHZB vorgestellten modifizierten HeartWare-<br />
Implantationsverfahren. Erstmals steht damit ein voll implantierbares biventrikuläres<br />
Kreislaufunterstützungssystem zur Verfügung, das dem Prinzip des echten Kunstherzens (TAH)<br />
ähnelt, bei dem aber anders als beim TAH das natürliche Herz im Körper verbleibt.<br />
Im Gegensatz zu „normalen“ Sendungen der Wissenschaftsreihe „Xenius“ von Arte wurde eine<br />
komplette Sendung im DHZB an mehreren Drehtagen mit zwei Drehteams und zwei Moderatoren<br />
zu den Themen Gewebebank, Kunstherz, Hybrid-OP, Baby-HLM, Organ Care System<br />
aufgezeichnet.<br />
Das humanitäre Hilfsprojekt des DHZB „Brücke zu herzkranken Kindern“ zugunsten von<br />
herzkranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten (gegründet 1998 im Zuge der Bosnien-Krise)<br />
wurde 2009 Preisträger der vom Bundespräsidenten als Schirmherr geförderten Standortinitiative<br />
„365 Orte im Land der Ideen“ und feierte mit Empfang, Kinderfest und Pressekonferenz die<br />
offizielle Preisverleihung im DHZB.<br />
Zu den besonders wichtigen Marketingveranstaltungen mit großer Markenbindung gehörten die<br />
„Lange Nacht der Wissenschaften“ mit über 1500 Teilnehmern aus allen Altersstufen, „Tage der<br />
Gesundheitsberufe“ in der Urania und der „Girls’Day“ im DHZB als Berufsfindungstage für<br />
Schülerinnen zwischen 11 und 17 Jahren. Hier informierten Herzchirurgin, operationstechnische<br />
Assistentin und Kardiotechnikerin über ihre Berufe und erlaubten mit OP-Instrumentarium<br />
umzugehen. Zunehmend mehr wird das DHZB eingeladen, einen Info-Stand bei<br />
Gesundheitstagen von Verwaltungsdienststellen oder im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen<br />
mit Hunderten von Besuchern zu platzieren.<br />
277<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Pressekonferenzen<br />
Presse-/Fototermine (Auszüge)<br />
Events mit Marketingcharakter<br />
DHZB Aktuell<br />
Gemeinsame Einrichtungen<br />
• Preisverleihung an DHZB-„Brücke zu herzkranken Kindern“ durch<br />
Standortinitiative des Bundespräsidenten<br />
• Kooperation des DHZB mit dem Jüdischen Krankenhaus<br />
• Ein Jahr Malteser-Elternfrühstück auf der H 4<br />
• Pressekonferenz 1 - SIM-OP<br />
• Pressekonferenz 2 - SIM-OP<br />
• 100. transapikale Herzklappenoperation im Hybrid-OP<br />
• Organ Care System/Transmedics<br />
• Herzklappensymposium des DHZB<br />
• Baby Marla nach Herztransplantation<br />
• Welttag der Organspende<br />
• Auftakt der Organspendekampagne des DHZB<br />
• Kunstherzkongress des DHZB/HeartWare-Implantationsverfahren<br />
• rbb Quivive zu Stammzelltherapie<br />
• Pressetermine SIM-OP<br />
• Karstadt-Spende für H 4<br />
• Prof. Liotta/Vortrag<br />
• RTL zu Kind Delfina/Prof. Berger<br />
• Pressetermin Herzklappenoperationen/Prof. Hetzer<br />
• Fotoshooting Internationale Fotoagentur Keystone<br />
• Pressetermin Marla verlässt das DHZB<br />
• Europäischer Studentenkongress/Prof. Hetzer<br />
• Bild der Wissenschaften im Hybrid-OP<br />
• Herzinsuffizienz (Öffentliche DHZB-Veranstaltung)<br />
• Quivive bei Prof. Berger<br />
• ZDF bei Prof. Fleck<br />
• Benefiz-Veranstaltung mit B. Elm/J. Kowalski<br />
• Goldener Julius an Prof. Hetzer<br />
• Pressetermin Norbert Blüm im DHZB<br />
• Gala „Von Herzen helfen“<br />
• Lange Nacht der Wissenschaften<br />
• Tage der Gesundheitsberufe (Urania)<br />
• Girls’Day im DHZB<br />
• Muko-Lauf<br />
• Februar (4 Seiten)<br />
• Mai (4 Seiten)<br />
• August (6 Seiten)<br />
• November (4 Seiten)<br />
278<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Seelsorge<br />
Pfarrerin Christine Franke<br />
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Die Seelsorge ist auf allen Stationen des DHZB präsent:<br />
Auf dem täglichen Rundgang über die drei Intensivstationen IPS 1, IPS 2 und Kinder-IPS wird der<br />
Betreuungsbedarf von Patientinnen, Patienten und Angehörigen, aber auch von Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeitern erfragt bzw. wahrgenommen. Ebenso geschieht dies auf den Rundgängen über die<br />
übrigen Stationen H1 C, H1 K, H2, H3 und der Kinderstation H4 .<br />
Das Redebedürfnis vieler Patientinnen und Patienten ist groß. Nach einer Zeit des Zuhörens<br />
bedanken sich manche von ihnen mit dem Satz „Vielen Dank für Ihre tröstenden Worte!“<br />
Auch gibt es eine Religiosität der Unkirchlichen: Tagtäglich werden in der Krankenhaus-Kapelle<br />
viele Kerzen angezündet; Patienten und Angehörige schreiben gern in ein Buch, das in der Kapelle<br />
ausliegt. In der Kapelle wird sehr oft das Gespräch mit der Seelsorge gesucht.<br />
Die Seelsorgerinnen (evangelische Pastorin und nicht-konfessionsgebundene Seelsorgerin, nach<br />
Absprache auch ein katholischer Priester) vertreten sich gegenseitig an den Wochenenden, im<br />
Urlaub und in Krankheitsfällen; außerdem gibt es seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit den<br />
SeelsorgerInnen der Rudolf-Virchow-Klinik und des Jüdischen Krankenhauses die Möglichkeit<br />
eines Seelsorge-Notruf-Telefons, so dass Seelsorge an allen Tagen des Jahres über 24 Stunden<br />
verfügbar ist.<br />
Vielen kranken Menschen und ihren Angehörigen kann im Krankenhaus geholfen werden – nicht<br />
allen. Manche von ihnen können wir begleiten in ihrer letzten Lebensphase, in ihren Hoffnungen<br />
und Ängsten, in ihrer Trauer, in ihren Erinnerungen und ihrem letzten Kampf, loslassen zu müssen.<br />
Angehörige nehmen gerne das Angebot wahr, den verstorbenen Menschen noch einmal zu sehen<br />
und von ihm Abschied zu nehmen, denn es ist dann leichter zu begreifen und zu akzeptieren, was<br />
ihr Herz noch nicht fassen kann. Wir Schwestern begleiten die Angehörigen dabei und achten auf<br />
Signale, um gegebenenfalls danach zu fragen, ob sie wünschen, dass wir beten und den<br />
Verstorbenen segnen. Viele wünschen das: Worte und Gesten, die uns halten, wenn wir haltlos sind.<br />
Die Mehrzahl der Gespräche führen wir aber nicht mit Sterbenden, sondern mit Patientinnen und<br />
Patienten, die z. B. aufgrund ihrer Krankheit mit veränderten Lebenssituationen fertig werden<br />
müssen, die plötzlich erfahren, wie zerbrechlich ihr Leben ist und dass sie nicht alles im Griff haben;<br />
sie blicken zurück und sie blicken nach vorn, um herauszufinden, wo sie jetzt stehen. Das braucht<br />
Zeit und führt manchmal zu neuen Sichtweisen, die helfen, das Wichtige vom Unwichtigen zu<br />
unterscheiden. Wenn wir Menschen besuchen, bringen wir Zeit mit, die vom anderen benötigt wird.<br />
Wir bestimmen nicht den Zeittakt und nicht die Thematik.<br />
Einen großen Raum in der Patientenbetreuung nimmt die Seelsorge in der präoperativen Phase ein<br />
– ein lediglich kurzer Kontakt, der die Ängste vor der Operation zum Inhalt hat; häufig werden von<br />
Patientinnen, Patienten sowie Angehörigen hier Gebet und Segen gewünscht.<br />
Nicht zuletzt ist die Unterstützung und Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein<br />
wichtiger und zeitintensiver Schwerpunkt. Unter der besonderen Verschwiegenheit der Seelsorge<br />
kann über Erlebtes am Arbeitsplatz, aber auch über private Angelegenheiten gesprochen werden.<br />
Zweimal wöchentlich veröffentlicht die Seelsorge im Intranet einen kurzen Gruß, der von<br />
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelesen werden kann.<br />
Die Seelsorge ist bei den Inhouse-Fortbildungen mit Themen wie z. B „Wahrheit am Krankenbett“,<br />
„Umgang mit Angehörigen“, „Sterbebegleitung“ oder „Autonomie und Fürsorge“ ebenso wie in der<br />
Krankenpflegeschule vertreten.<br />
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<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009
Gemeinsame Einrichtungen<br />
Impressum und Kontakt<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
Stiftung Bürgerlichen Rechts®<br />
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13353 <strong>Berlin</strong><br />
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Internet<br />
info@dhzb.de<br />
www.dhzb.de<br />
Herausgeber Prof. Dr. med. h.c. mult. Roland Hetzer<br />
Redaktion, Organisation Franziska Hintz<br />
Satz, Gestaltung Helge Haselbach<br />
Lektorat Franziska Hintz, Astrid Benhennour<br />
Grafik Karla Weber, Helge Haselbach<br />
Fotografie Jürgen Backa, Helge Haselbach, Barbara Nickolaus, Thomas Farr, Pavel Sticha<br />
Umschlaggestaltung Helge Haselbach, Franziska Hintz<br />
Copyright <strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong><br />
Druck www.laser-line.de<br />
280<br />
<strong>Deutsches</strong> <strong>Herzzentrum</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>Jahresbericht</strong> 2009