Jahresbericht 2006 - in der Amazone

meyer.charlotte13

Jahresbericht 2006 - in der Amazone

365 I 52 I Jahresbericht 12 2006Mädchenkultur1


inhaltsverzeichnis06Vorwort „mädchenkultur06“ 03Struktur und Team 04Statistik und Zahlen 05Jahresschwerpunkt 08News Inside 10News Outside 13Projekte News 14Öffentlichkeitsarbeit 16Vernetzung 17Pressespiegel 18Dankeschön 19MädchenzentrumAmazoneKirchstraße 396900 BregenzT ++43 (0)5574/45 801F ++43 (0)5574/52 8732


statistikzahlen06Offener BetriebObwohl mit Herbst 2006 ein zusätzlicher Öffnungsnachmittag(donnerstags) eingeführt wurde,verteilten sich die Mädchen nicht etwa, sonderndie durchschnittliche Besucherinnenzahl stieg leichtüber das hohe Niveau des Vorjahres auf 41,85Personen pro offenem Tag. Damit ist personell undräumlich nun bald die Grenze erreicht, dem Ansturmgerecht zu werden!+BeratungsnachfrageEin markanter Anstieg zeigt sich für das Jahr 2006im Bereich der niederschwelligen Beratungsnachfrage.Der Ansatz des Mädchenzentrums Amazone,den Mädchen in der Bewältigung der alterstypischenEntwicklungsphasen zur Seite zu stehen,hat sich dadurch mehr als bestätigt. In diesem Jahrwurden insgesamt 675 Mädchen in Einzelgesprächenvon den Diplomsozialarbeiterinnen der Amazoneunterstützt. In Gruppengesprächen konntensich 308 Mädchen austauschen und zu wichtigenThemen angesprochen werden.Die Mitarbeiterinnen der Amazone führten im Jahr2006Gruppengespräche 308Einzelgespräche 675+ 19,6 %Beratungsthemen in ProzentDie Aufteilung der Beratungsthemen blieb im Vergleichzum Vorjahr ähnlich. Das Thema „Gewalt“wurde in Einzelgesprächen vermehrt angesprochen.Dem wird in Workshops zum Thema Gewaltpräventionund weiteren Aktivitäten im Jahr2007 Rechnung getragen.2537,510,57,53,9 4,34,6 5,41,36Glaube/ReligionMigrationEssstörungenSuchtGewaltFamilieSchule/BerufAufklärungPersönlichkeitsentwicklung


statistikzahlen06Der offene Betrieb ist ein wesentlicher - jedochnicht der einzige - Bereich, in dem das MädchenzentrumAmazone tätig ist. Projekte zu verschieden-stenThemen wie Berufsorientierung („Rea-dy“, „mut!“, „Fit - AMS“) und Einkommen („job.plan“) nutzen nicht nur die Räumlichkeiten, son-dern auch das Projektmangement Know-How derMitarbeiterinnen.ProjekteworkshopsAufteilung Besucherinnen auf Amazone –Aktivitäten (in Prozent)74,87 % 10,25 %12,66 % 2,22 %ÖffnungsnachmittageProjekteVeranstaltungen &Workshopsexterne VeranstaltungenIm Rahmen des Projektes Readykonnten 157 Mädchen an Workshopsteilnehmen, weiters produzierten21 Mädchen in einem mehrtägigenWorkshop drei „job.planVideos“ und 6 mut!ige Girls qaulifiziertensich in einer umfassendenPeer Ausbildung als Ausstellungs-Guides für die mädchen:impulstage.Einen großen Abschluß fand dieses Jahr das Projekt „mut! 2“ mit der Ausstellung „tool time“ in derDornbirner Stadthalle in Kooperation mit den „mädchen:impulstagen 2006“. Zu dieser Veranstaltung,die zum 5. Mal vom Mädchenzentrum Amazone durchgeführt wurde, kamen 516 Besucherinnen(387 Mädchen und 64 Multiplikatorinnen).7


jahresschwerpunkt06Mädchenkultur wird sichtbar….Girls just wanna have fun!?Die einen oder anderen werden sich noch – irgendwie- an diesen Song und das Video erinnern, indem ein sehr buntes Girl mit ihren Freundinnenden Spaß einfordert. Wir haben es dann auchschnell auf den Lippen, und trällern lautstark mit,spätestens beim „8oer Jahre Singstar“, den unsereTöchter nur mit einem verständnislosen Augenrollenkommentieren. Aber Singstar selbst ist schonsehr cool!Warum einen Artikel über weibliche (Musik)Kulturmit Cindy Lauper beginnen? 2001 schließt VinaYun einen Artikel zum Thema Gender in der Clubkulturwie folgt:„Wenn Cindy Lauper 1983 in ihrem Hit „Girls justwanna have fun“ darüber sang, dass alles, wasFrauen wirklich wollen, Spaß sei, so bedeutete diesnicht einfach nur Spaß im Sinne eines realitätsverweigernden,billigen Amüsements, wie es Laupervorgeworfen wurde. „Fun“ heißt hier vielmehr:Soviel vom Kuchen wie möglich abkriegen. ErkämpftePositionen genießen und auskosten können…Spaß entsteht nicht einfach aus einer passivenHaltung heraus. Spaß zu haben heißt letztlich,sich selbst zum Subjekt zu machen.“Warum bleibt der allgemeine Blick vorerst auf derkonsumorientierten überspannten Cindy Lauperhängen?In der Clubkultur äußerst sich ein Phänomen, dasauf die „Jugendkultur“ allgemein übertragen werdenkann: Mädchenkultur ist oft nicht sichtbar.Jugendkultur:MädchenkulturBei allen Diskussionen rund um Jugendkultur ist zubeobachten: Dort, wo sie gesellschaftlich wahrgenommenwird sind die Mädchen wenig sichtbar.Skater, Breakdancer, HipHopper- hier dominierenmännliche Jugendliche. Mädchenkultur findet zueinem großen Teil in wenig öffentlichen Kontextenstatt und wird in erster Linie dann zum Thema,wenn sie – wie etwa die girlie-Bewegung- kommerzielleVermarktbarkeit verspricht.Die Gründe dafür liegen in Strukturen, die Mädchenund junge Frauen von der Möglichkeit ihreRolle selbst zu definieren und zu gestalten, ausschließen.Es geht dabei nicht nur um die Frage,warum Mädchen selten in die Position der Produzentin,Djanes (auch die Benutzung dieses Begriffszeigt die Ambivalenz von Frauen zu den ihnenzugeordneten Rollen) kommen, sondern vor allemdarum, die Basis zu untersuchen, auf der bestimmtePraktiken überhaupt als Kultur anerkannt werden.Und welchen Wert sie erhalten.Und da wären wir wieder bei Cindy Lauper: Natürlichwaren Frauen immer wesentlicher Teil derClubszene, aber eben als Promoterinnen, Barmitarbeiterinnenoder Publikum auf dem Dancefloor.Letzteres ein wesentlicher Teil weiblicher – aktivgestalteter (Musik)Kulturidentität, die jedoch nichtdurch die Mädchen selbst definiert werden kann,sondern durch den männlichen Blick – in einemmännlich wahrgenommenen Kulturraum. AngelaMcRobbie hat diese in ihrem Buch „Feminism andYouth Culture“ bereits in den 70er Jahren des letztenJahrhunderts hinterfragt. Das Aufbrechen vonStereotype und Zuordnung ist nach wie vor einwesentlicher Teil aktueller feministischer Mädchenarbeitund antisexistischer Bubenarbeit.Das Mädchenzentrum AmazoneHier setzt unter anderem das Konzept des MädchenzentrumsAmazone an: Ziel ist die Schaffungeines Raumes für Mädchen und junge Frauen zurFörderung ihrer Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit.Im Jahr 1998 als autonomes Pilotprojektdes Vereins „Kecke Quecke“ gegründet, verfügtes inzwischen über 270m2 mit Mädchenbar,8


jahresschwerpunkt06Bewegungsraum, Multimedialabor, Surfsation oderProberaum für Mädchenbands. (Virtueller Rundgangunter www.amazone.or.at).Konzeptionell verankert in der Amazone, zählt eszu den Aufgaben von Mädchenkulturarbeit, dietäglichen Leistungen von Mädchen und die dabeieingesetzte Kreativität zu beachten und aufzuwerten.Das Ziel dabei ist es, die Festlegung der Mädchenauf bestimmte, Frauen zugedachte kulturelleBetätigungen im Rahmen der Mädchenarbeit aufzubrechenund die Bemühungen auf die Entwicklungeiner neuen, eigenen kulturellen Identität zurichten.Mädchen:Kultur:RäumeBei sämtlichen Leistungen ist das jugendkulturellbedingte Setting, in das Mädchen eingebundensind, miteinzubeziehen. „Die konstitutiven Teiledes jugendkulturellen Systems – Jungs im Zentrum,Mädchen am Rande – können umgekehrtwerden und dabei die verdeckte Gleichsetzungvon Jugendkultur = Männerkultur an die Oberflächegezerrt werden.“ (Baldauf/Weingartner 1998).Mädchen finden in der Amazone jenen positivenund potentiell stärkenden Raum, den sie zur Entfaltungihrer Ausdrucksmöglichkeiten, zur Ausbildungvon eigenen Szenen und zur Identitätsfindungbrauchen. Dabei sind „Solidarität, Bindungund weibliche Ikonen, mit denen sich Frauen identifizieren,kämpfen und wachsen . . . zentrale Elemente.“(Ebd. 1998) (...)Am 12. und 13. Januar dieses Jahres fand ein weitererDJane Workshop mit Amina Handke statt.Eine der ersten weiblichen DJanes der österreichischenSzene zeigte den Mädchen alle Tricks desAuflegens. Am Freitagabend fand eine von denMädchen selbst organisierte Party statt.*finanziert durch Frauenreferat, Fond GesundesÖsterreich, Fond Gesundes Vorarlberg.Auszug aus einem im Frühjahr 2006 publiziertenBeitrag in der Zeitschrift „Kultur“. Autorinnen:Alexandra Abbrederis/Martina Eisendle für dasMädchenzentrum Amazone„Mädchen fi nden in der Amazone jenenpositiven und potentiell stärkenden Raum,den sie zur Entfaltung ihrer Ausdrucksmöglichkeiten,zur Ausbildung von eigenenSzenen und zur Identitätsfi ndung brauchen.“Amazone DJanes bei „Girls Night Out“ in Kooperationmit dem Landestheater Vorarlberg.„Amazonekonzept 2006“9


newsinside06Public Service -Ein soziales Projekt des BG GallusZehn Schülerinnen der 6. Klassen leisteten im vergangenenJahr in der Amazone unentgeltliche Arbeitim Ausmaß von etwa zwei Stunden pro Woche.Ziel dieses Projektes ist es, ein möglichst breitesSpektrum an sozialen bzw. öffentlichen Hilfstätigkeitenabzudecken, die ohne besondere Vorkenntnisseleistbar sind. Dazu bietet die Amazoneeine vorbereitete Umgebung, in der es den Mädchenmöglich ist, ihre sozialen Kompetenzen zuerkennen und zu stärken.Im Jahr 2006 arbeiteten die Mädchen an der AmazoneBarund in der Werkstatt mit. Sie organisiertenfünf mädchenspezifische Themenabende, eine Partyund einen Wettbewerb im Mädchenzentrum.Umbau „Fischlezimmer“ in „Südseezimmer“Das Fischlezimmer hat ausgedient und somit wurdein Partizipation mit den Amazone - Mädchenein neues Zimmer entworfen. Die Ideen und Wünschegingen in Richtung „Urlaubsfeeling“.Innerhalb von nur zwei offenen Betriebstagenwurde eine Fototapete mit einer Südseeinsel angebracht,die Wände gestrichen, eine Wand mit einemRasenteppich beklebt und dekoriert. Die neuenMöbel sind leicht und mobil, damit sie jederzeitauf die Seite gerückt werden können. Die Nutzungdes kleinen Raumes ist somit optimal.Das Südseezimmer wird von den Mädchen vorwiegendgenutzt, um sich zurückziehen zu können,zu tanzen oder Fotosessions abzuhalten. Derneue Style wurde begeistert umgesetzt und angenommen!WerkstattnachmittageUnsere Werkstatt beinhaltet verschiedenste MöglichkeitenHandwerk und Technik den Mädchen„schmackhaft“ zu machen und sie in ihren verschiedenstenFähigkeiten zu fördern.Die Hemmschwelle gegenüber Maschinen wirddeutlich abgebaut. Bohren, schleifen, schrauben,sägen sind Tätigkeiten die an den vorhandenenGeräten ausgeführt und erprobt werden können.Fachlich begleitet durch eine Handwerkerin sinddie Erfolgserlebnisse sichtbar und motivierend.Materialien wie Holz, Glas, Ton, Plexiglas, Metallwerden bearbeitet und es ist Platz für Kreativitätund genaues Arbeiten, ebenso wie das Erstellenvon Plänen und deren Umsetzung. Das Ziel derWerkstattnachmittage ist, Mädchen Perspektivenfür eine erweiterte Berufswelt zu eröffnen.10Die Werkstattnachmittage der Amazone werdenvom Frauenreferat der Vorarlberger Landesregierungfinanziert.


newsinside06Paparazza Analoge - FotographieAn vier Workshopsterminen experimentierten insgesamtvierzehn Mädchen gemeinsam mit derAmazonemitarbeiterin Ariane Grabherr mit analogerund digitaler Fototechnik.Die Nachmittage starteten mit den Bildern bekannterFotografinnen wie Diane Arbus und Annie Leibovitz.Ihre Herangehensweise wurden dem gängigen„Blick“ von Werbungen und Magazine inder Fotografie entgegengesetzt.Nach einer Einführung in die Lichttechnik machtensich die Mädchen an die Arbeit. Es entstanden dieunterschiedlichsten Fotos - von kleinen Details biszu selbstbewussten Mädchen am Schlagzeug, Mikrofonoder Boxsack. Die vollen Filme wurdendirekt im Amazonefotolabor entwickelt. Dort gingensie daran die gelernten theoretischen Kenntnisseüber Belichtung, Blendeneinstellung, die Verwendungdes richtigen Filters und Fotopapiers indie Praxis umzusetzen. Nach dem Besuch einesKurses ist jedes Mädchen eingeladen das Fotolaborwährend der Öffnungszeiten zu nutzen.Die Paparazza Analoga - Fotografieworkshops derAmazone werden finanziert vom Bildungsministerium.Radioworkshop - Live auf Sendung!Achtung ihr seid auf Sendung: Trag deine Botschaftin die Welt im Live-Studio des freien Radiosenders„Proton“. Mit diesem Leitspruch startete der Radio-workshop der Amazone. In Kooperation mit demfreien Radio „Proton“ moderierten an drei Termi-nen jeweils von 20 bis 23 Uhr dreizehn Mädchenihre eigene Sendung.Radiomachen bedeutet, dass Mädchen durch dasMedium Radio öffentlichen Platz einnehmen undzudem auch die Chance haben ihre Stimme im Radiozu hören, kultigen Sound aufzulegen und eigeneBeiträge zu entwerfen. Parallel dazu ist die Ver-mittlung eines Basiswissen von Radiojournalismus,sowie das Erlangen von audiotechnischem und ton-technischem Know-How ein wichtiger Bestandteildes Workshops.Das Programm der Mädchen richtete sich beson-ders an Jugendliche in ihrem Alter, die sich auchmittels Telefon in die Live-Diskussionen einbrach-ten. Mit einer großen Portion Spaß und Tatendrangstartete die erste Sendung unter dem Titel „gesternversus heute feat. morgen“, in der sich die Mädchenintensiv mit der Frage der Jugendkultur ausei-nandersetzten.Mit einer anspruchsvollen Diskussion rund um denThemenbereich Gewalt und Mädchen, startete derzweite Sendetermin. In Hinblick auf den internatio-nalen Tag gegen Gewalt an Frauen gestalteten dieMädchen eine dritte Sendung, in der sie Auszügeaus Fachartikel zitierten, Erfahrungsberichte ein-brachten sowie klar Stellung dazu bezogen.Der Radioworkshops der Amazone werden finan-ziert aus Projektgeldern der KOJE.11


newsinside06Mädchen ans NetzSeit nun mehr drei Jahren schafft „Mädchen insNetz“ die virtuelle Heimat der Amazonebesucherinnen.Mädchen möchten sich und ihre Weltdurch Steckbriefe, Linktipps und Workshopberichtedarstellen. Das „World Wide Web“ wächst undauch die Ausdrucksformen wandeln sich. Bloggen,Videos online stellen, sich selbst noch mehr Plattformschaffen sind die Ergebnisse einer Interviewreiheaus dem Herbst 2006 - einer Qualitätssicherungsmaßnahmedie eine umfassende Relauncheder Webseite in enger Zusammenarbeit mit denMädchen für das kommende Jahr bringen wird.Dieses Projekt ermöglicht nachhaltige Partizipationund wird durch das Bildungsministerium finanziert.klipp&klar - SexualpädagogischeWorkshops2006 wurden 16 „klipp&klar“ Workshops mit 189Jugendlichen in Jugendhäusern in ganz Vorarlbergdurchgeführt.Neben den Aufklärungsworkshops gab es währendder Öffnungszeiten der Amazone laufenddie Möglichkeit Fragen und Anliegen zum Thema„Sexualität und Liebe“ zu besprechen. UnsereBeratungsstatistik zeigt, dass der Bedarf an Beratungsgesprächenzu diesem Themenkomplex hochist.Auch Eltern suchen immer öfters bei uns Rat,wenn sie Probleme mit ihren Töchtern haben odernicht wissen, wie sie mit ihnen über dieses „heißeThema“ sprechen sollen.Auch die Anfragen über Internet und Email nehmenmarkant zu.„klipp&klar“ wird vom Jugendreferat der VorarlbergerLandesregierung und durch Selbstbehalteder Jugendendzentren finanziert.Da es kaum zeitgerechte Aufklärungsprojekte inder offenen Jugendarbeit gibt und Jugendliche mitverschiedenen Irritationen und Ängste umgehenlernen müssen, ist es wichtig, nachhaltige Sexualpädagogikanzubieten. Daher ist uns die Zusammenarbeitmit und das Coaching von Jugenarbeiterinnenund Jugendarbeitern anderer Einrichtungenein wichtiges Anliegen.Im Rahmen von zwanzig Coachingstunden fürJugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern unterstützteDSA in und Sexualpädagogin MichaelaMoosmann diese bei themenspezifischen Problemstellungenoder bei der Planung von sexualpädagogischenMaßnahmen.12


mädchen:impulstage - „tool time“newsoutside06Im Rahmen der mädchen:impulstage des Frauenreferatsder Vorarlberger Landesregierung und derAbschlusspräsentation des Projektes „mut! – mädchenund technik“ veranstaltete das MädchenzentrumAmazone zum 5. Mal die „mädchen:impulstage“(frühere Lifestyling Messe).Drei Tage lang haben Mädchen am 10., 11. und12. Mai 2006 bei 6 Workshopstationen und in derinteraktiven mut! Ausstellung in der DornbirnerStadthalle Technikluft geschnuppert und neue Talenteentdeckt.Die Mädchen löteten 300 Blinklichter, verspiegelten300 Reagenzgläser, unzählige Leuchtbakterienwurden gezüchtet, es wurde fotografiert und dieBilder am Computer bearbeitet, 1000 Buttons gefertigtund 4 große Skulpturen aus Altmetall geschweißt.Diese Skulpturen zieren nun diverseSchulhöfe.516 Besucherinnen und Materialnotstand an denWorkshopstationen, zeigten uns, dass unser Konzeptdes „lustvollen“ Heranführens an TechnischeBerufe gelingen kann.Unser Ziel Mädchen einen Raum zu bieten, indem sie Gelegenheit haben, Neues auszuprobieren,Selbstbewusstsein zu tanken, Technikerfahrungenzu machen, aber vor allem auch ihre Interessenund Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu rükken,wurde damit (mehr als) erreicht.Wir freuen uns schon auf die mädchen:impulstage2007, die am 10., 11., und 12. Mai 2007 in undum die Amazone unter dem Thema „Mädchenkultur“statt finden werden.AmazoneBarDas Jahr 2006 war für die AmanzoneBar ein aufregendesund erfolgreiches Jahr. Die alkoholfreieCocktailbar war stationär im Mädchenzentrumund mobil bei Jugendveranstaltungen, Strandpartysund Jubiläen unterwegs. Durch die Beteiligungbeim vorarlbergweiten Präventionsprojekt „MehrSpaß mit Maß“ konnte ein breit gefächertesWorkshopprogramm angeboten werden. Es fandenCocktailmix-, DJane- und Soundworkshopsstatt. Insgesamt wurden im Rahmen dieses Projektes22 Workshops angeboten, an denen 149 Mädchenteilgenommen haben.BarteamDas Amazone Barteam besteht aus 17 hochmotiviertenjugendlichen Barkeeperinnen. Im Jahr 2006fanden 5 Barmeetings statt.Dieses Projekt wird durch das Frauenreferat derVorarlberger Landesregierung finanziert.Außengigs der mobilen BarIm Jahr 2006 wurde die mobile AmazoneBar 20Mal für Jugendveranstaltungen, Strandpartys undJubiläen gebucht. Sechs Außengigs mußten aufgrunddes schlechten Wetters abgesagt werden.Dieses Projekt wird finanziert vom Fond GesundesÖsterreich, Fond Gesundes Vorarlberg und demFrauenreferat der Vorarlberger Landesregierung.13


projektenews06mut! mädchen und technik IIWährend der gesamten Projektlaufzeit wurde fleißiggehämmert, gesägt, gelötet und gefilmt. DieProdukte und Objekte die dabei entstanden, wurdenin der Stadthalle in Dornbirn gemeinsam mitden „mädchen:impulstagen 2006“ den Besucherinnenund Besuchern öffentlich präsentiert.Neben der Lampenausstellung, den Kunstobjekten,den Videoclips der HTL-Schülerinnen, der Interviewstationmit Interviews von Frauen in technisch-handwerklichenBerufen und dem Infobereichwurden die Besucherinnen und ein paar Besuchereingeladen sich aktiv an der Ausstellung zubeteiligen.Interessierte Mädchen absolvierten eine mehrtätigePeer-Education-Ausbildung, die sie als Ausstellungs-Guidequalifizierte, um ihr Wissen im BereichMädchen und Technik an Gleichaltrige weiterzugeben.Sechs Ausstellungs-Guides waren in dendrei Öffnungstagen aktiv dabei und führten ganze59 Mal durch die „mädchen:impulstage“.Im Rahmen der „mädchen:impulstage“ fand auchein Technikabend für 21 Multiplikatorinnen undMultiplikatoren statt.Ausblick mut! ins Jahr 2007Für die Fortsetzung des Projektes wurde bereits einKonzept eingereicht, das zum Zeitpunkt der Erstellungdes Jahrsberichtes noch nicht genehmigt ist.Geplant ist eine Fachstelle für geschlechtssensibleBerufsorientierung mit dem Schwerpunkt Mädchenund Technik. Dabei soll das Wissen, das währenddes Projektes in ganz Österreich erarbeitetwurde, bundesländerübergreifend zum Einsatzkommen.Das Projekt „mut!“ wird gefördert aus Mitteln desEuropäischen Sozialfonds, des Ministeriums fürBildung, Wissenschaft und Kultur im Rahmen desProgramms fForte- Frauen in Forschung und Technologiesowie aus Mitteln der Länder Vorarlberg,Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich,Wien, Steiermark und Kärnten.ReadyIn der zweiten Hälfte des Berufsorientierungsprojektes„ready“ starteten 157 Mädchen aus denHauptschulen Blons/Großes Walsertal, Egg/Bregenzerwaldund Rieden/Bregenz nochmals volldurch.Beim dritten Workshop mit dem Schwerpunkt„Interesse für EDV- und IT-Berufe wecken“ warenwir in der höheren technischen Bundes- Lehrund Versuchsanstalt (HTL) Bregenz zu Gast.Dort bekamen die Schülerinnen einen Einblick indie verschiedenen Bereiche und lernten z.B. dieSchweißerei, die Kunststoffwerkstätte, die Schmiede,die E-Werkstätte u. a. kennen. Ebenso gab esan der HTL Austauschmöglichkeiten mit HTL-Schülerinnen um Hemmschwellen für technischhandwerklicheBerufe abzubauenNeben dem Einblick in den Schulalltag setzten sichdie Hauptschülerinnen mit Tätigkeiten in EDV- undIT-Berufen auseinander und gestalteten ihre eigenenVisitenkarten am PC.Die Inhalte des letzten Workshops wurden mit denKlassenlehrerinnen besprochen. So konnten wirauf die Bedürfnisse der Mädchen genau eingehen.14


projektenews06Beim 4. Workshop mit dem Schwerpunkt „Bewerbungscoaching“holten sich die Schülerinnen der4. Klasse Tipps für den bevorstehenden Berufsund/oderSchuleinstieg. In einem speziellen Trainingerprobten sie typische Bewerbungssituationenvor der Kamera, die anschließend ausgewertetwurden. Die Rückmeldungen zu den beiden Workshoptagenwaren sehr positiv und der Großteil derMädchen fühlt sich - speziell durch den 4. Workshop– sehr gut auf den zukünftigen Schul- und/oder Berufseinstieg vorbereitet.Die Eltern der Schülerinnen wurden mit Elternabendenüber die Aktivitäten im Projekt informiert.Das Projekt „ready“ wird finanziert aus Mittelndes Bildungsministeriums und des EuropäischenSozialfonds.Jop.planjob.plan ist die Bezeichnung der EQUAL Entwicklungspartnerschaftin Vorarlberg die sich zum Zielgesetzt hat, die Einkommensschere zwischen Männernund Frauen zu schließen.Das Mädchenzentrum Amazone ist seit 2005 Partnerindes Fraueninformationszentrums FEMAIL imModul 2. Dieses hat die Arbeit mit den Begünstigtenzum Ziel.Im Rahmen dieses Projektes wurden in der AmazoneWorkshops für Mädchen und Jungen im Altervon 10 bis 18 Jahren Workshops entwickeltund umgesetzt. Für die Entwicklung der Jungenworkshopskonnte die „KOJE“ - Koordinationsbürofür Offene Jugendarbeit und Entwicklunggewonnenwerden. Damit ist der Aufbau einer längerfristigenund nachhaltigen Qualitätssicherungeiner antisexistischen Jungenarbeit initiiert. NeueWege im Sinne erlebnisorientierter Pädagogikwurden auch für dieses Projekt gesucht und eröffnet.Der erste Workshop (für 10-15 Jährige) fand vom28. bis 30. November 2006 in Zusammenarbeitmit der Hauptschule Bergmannstrasse, Dornbirnstatt. Der zweite Workshop (16-18 Jährige) wirdvom 16. bis 18. Januar 2007 mit Mädchen undJungen von „Jugend am Werk“, Bludenz durchgeführt.Für ein Train the Trainer Seminar (Modul 3, SchlossHofen) wurde die Amazone-Mitarbeiterin MartinaEisendle als Referentin beauftragt. Dort wurden 16Teilnehmende qualifiziert.Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Erstellung einersogenannen „Coachingbox“ in der die neu entwickeltenTools wie auch die Erfahrungen in denWorkshops zusammengefaßt und für Multiplikatorenund Multiplikatorinnen aufbereitet und zurVerfügung gestellt werden. Diese Box wird imFrühjahr 2007 fertiggestellt sein.Das Projekt job.plan endet im Juni 2007 und wirdgefördert aus Mitteln des Europaischen Sozialfondsund aus Mitteln des Bundesministeriums fürWirtschaft und Arbeit sowie der Vorarlberger Landesregierung.15


öffentlichkeitsarbeit06Position beziehenKlasse statt Masse ist ein Anspruch, den sich eineÖffentlichkeitsarbeiterin zugegebenermaßen nurleisten kann, wenn die Inhalte und Vorarbeit entsprechendgegeben sind.Das Jahr startete mit zwei mehrseitigen Berichtenin der Zeitschrift „Kultur“ sowie dem vorarlberg-weiten Magazin „Echo“ zum Themenschwerpunkt„Mädchenkultur“. Im Laufe des Jahres erschienenausführliche Presseberichte in den Österreichi-schen Tageszeitungen sowie analogen wie auchvirtuellen Fachzeitschriften, Newslettern und anderenInformationsdiensten.Ausgehend davon, dass sich die Amazone nichtnur in Vorarlberg oder Österreich - sondern auchim überregionalen deutschsprachigen Raum in denletzten Jahren einen Namen geschaffen hatte -wurden im vergangenen Jahr auch in der Öffent-lichkeit Impulse gesetzt das Mädchenzentrum unddort vorhandene Know-How transparent zu machenund weiterzugeben.Wenn sie jedoch auch noch das Selbstbewußtseinund den Wunsch haben das mit anderen Mädchenzu teilen ist das eine besonders erfolgreiche Formder Wissensvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit.Im Rahmen einer Aufklärungskampagne zum ThemaEinkommen, die vom Projekt job.plan geplantwurde, stellte sich die Unterstützung und das Wissenvon Mädchen aus dem Umfeld des Mädchenzentrumsals sehr wertvoll heraus. So konnten innicht weniger als zehn (!) Berichten im „Wann &Wo“ verschiedene Tipps und Meinungen zumThema Geld präsentiert werden.Die „mädchen:impulstage“ wurden von einer kreativenÖffentlichkeitsarbeit begleitet, mit dem Zieldie breite Öffentlichkeit über das Projekt zu informierenund für das Thema „Mädchen und Technik“zu sensibilisieren.Fachwissen für FachleuteEinerseits konnten Fachleute durch Artikel in entsprechendenPublikationen zu Themen wie „Gewaltprävention“,„Sexualpädagogik“oder „Mäd-chenkultur“ informiert werden. Anderseits hat dieAnfragen durch entsprechende Fachmagazine ge-zeigt, dass die Amazone als Drehscheibe gesehenund gefragt ist.Peer Education - von girl zu girl!Was ist ein Mädchenzentrum wert ohne die Stimmeder Mädchen? Nichts!Wenn Mädchen in der Amazone einen Ort sehen,an dem sie sich mit ihren Themen auf ihre Art undWeise auseinander setzen und ihre ganz eigeneSichtweise entwickeln können ist das ein großerErfolg....es geht weiter!Für das Jahr 2007 ist geplant, diese beidenSchwerpunkte weiter auszubauen. Einerseits solldas Mädchenzentrum noch mehr als Fachstelleetabliert werden, andererseits soll die Partizipationder Mädchen weiter verstärkt werden.Transparent wird diese Strategie u. a. in einerRelaunche der Webseite, die im Frühjahr/Sommer2007 realisiert werden soll.16


vernetzung06Die Amazone als DrehscheibeIm Jahr 2006 hatten wir 23 Führungen (328Personen) durch das Mädchenzentrum Amazone.Die große Nachfrage der Institutionen aus dem InundAusland (beispielsweise Schweiz, Deutschland,Südtirol, Spanien) bestätigen unser Konzept.Die Vernetzung im Land ist uns sehr wichtig, daherfanden auch viele Treffen (14 / 210 Personen) inForm von Arbeitsgruppen, Plattformtreffen unddiversen Sitzungen bei uns im Hause statt.2006 trafen sich die AG-Mädchen, das Femail, derKOJE Vorstand, der Between Vorstand, die Frauensprecherinnen,die „Aktion Kritische Schülerinnen“und auch Vertreter und Vertreterinnen desLandes Vorarlberg in der Amazone, um in angenehmerAtmosphäre produktive Sitzungen undTreffen abzuhalten.Um eine Sensibilisierung von Personen, die in derBerufsorientierung tätig sind, zu erreichen, werdenlaufend Kontakte zu in der Berufsorientierungtätigen Personen geknüpft und aufrecht erhalten.Für das Jahr 2007 ist die Veröffentlichung einesTeils der Methodensammlung (finanziert durch dasFrauenreferat der Vorarlberger Landesregierung)auf der neuen Homepage des Mädchenzentrumsgeplant.BerufsorientierungsplattformUm nach Abschluss des Projektes „mut! – mädchenund technik“ im September 2006 die Kontakteund Netzwerke im Bereich geschlechtssensibleBerufsorientierung aufrecht zu erhalten undMethodenwissen, das im Laufe der verschiedenenBerufsorientierungsprojekte erarbeitet wurde aufzuarbeiten,wurde eine Fachstelle für den BereichBerufsorientierung ins Leben gerufen.Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden die Methoden,die in den Workshops erarbeitet wurden, gesammelt,strukturiert und aufgearbeitet. Somitentstand eine umfangreiche und vielfältige Methodensammlungim Bereich geschlechtssensible Berufsorientierung.ZukunftsmusikDas im Mädchenzentrum Amazone in nun seitacht Jahren entwickelte Know-How darf nundurch die Reduktion der Projekte nicht verlorengehen! Der erste Schritt wurde in Richtung Berufs-orientierung gestartet, weitere Fachbereiche, dieder Öffentlichkeit zugänglich gemacht werdenmüssen, sind beispielsweise Gewaltprävention undSexualpädagogik! Hier wird sich das Mädchenzentrumals Fachstelle und Anlaufplattform positionieren.17


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dankeschön06DankUnser Dank gilt hier an erster Stelle all den Mädchen,die unsere Arbeit durch ihre Anwesenheiterfüllen.Zudem danken wir den Frauen und Männern, diedurch ihren jährlichen Mitgliedsbeitrag der Amazoneihre Unterstützung kundtun.Ebenfalls danken wir den kooperierenden Schulenund engagierten Lehrerinnen und Lehrern fürihren Einsatz für die Mädchen.Dankeschönfür die zahlreichen Spenden:• Firma Hornbach für die Unterstützungunserer Werkstatt• all den BesucherInnen, die durch kleineSpendenbeiträge eine große Summe zu-stande brachtenDanke denFinanzierungspartnern & Finanzierungspartnerinnen• Frauenreferat der Vorarlberger Landesregierung• Jugendreferat der Vorarlberger Landesregierung• Bundesministerium für Gesundheit und Frauen• Arbeitsmarktservice Vorarlberg• Europäischer Sozialfonds• Bundesministerium für Wissenschaft Bildung und Kultur• Fonds Gesundes Österreich• Fonds Gesundes Vorarlberg• Amt der Stadt Bregenz• Umliegergemeinden Wolfurt und Kennelbach19


20www.amazone.or.at

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