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B Nervus facialis

B Nervus facialis

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214 2 Untersuchungsmethoden 2.1 Anamnese Es ist zu berücksichtigen, ob eine periphere oder eine zentrale Parese vorliegt. Begleitsymptome wie Otorrhö, Otalgie, Schwindel oder Schwerhörigkeit können Hinweise auf die Ursache geben. In der Vorgeschichte sind u. a. Mittelohrentzündungen und -operationen, neurologische Erkrankungen und Traumen wichtig. Bei der peripheren Parese kann es Hinweise auf den Ort der Schädigung geben: verminderte Tränensekretion (N. petrosus major), Hyperakusis (N. stapedius) und Geschmacksstörungen (Chorda tympani) (s. Abb. 2). 2 Untersuchungsmethoden 2.1 Anamnese Bei der Anamneseerhebung ist zu berücksichtigen, ob der Patient eine periphere oder eine zentrale Parese aufweist. Begleitsymptome wie Otorrhö, Otalgie, Schwindel, Schwerhörigkeit oder weitere neurologische Ausfälle können Hinweise auf die Ursache der Lähmung geben und müssen deshalb erfragt werden. In der Vorgeschichte kommt Mittelohrentzündungen, Mittelohroperationen, Erkrankungen und Operationen an der Glandula parotis, neurologischen Grunderkrankungen, Zeckenbissen und Traumen Bedeutung zu. Begleitsymptome, Vorgeschichte und Verlauf (akutes Auftreten oder allmähliche Entwicklung der Parese) erlauben in einigen Fällen schon eine Verdachtsdiagnose der zugrundeliegenden Erkrankung. Bei der peripheren Parese können gezielte Angaben des Patienten Hinweise auf den Ort der Schädigung geben. So sprechen die Verminderung derTränensekretion für die Mitbeteiligung des N. petrosus major, eine Hyperakusis für eine Beteiligung des N. stapedius und Geschmacksstörungen für eine mitbetroffene Chorda tympani (vgl. Abbildung 2). Die Symptome werden später anhand funktionellerTests objektiviert. Abb. 2: Ausfallerscheinungen in Abhängigkeit von der Lokalisation einer peripheren Fazialisläsion Diese begleitenden Störungen hängen auch vom Ausmaß der Schädigung im Nervendurchmesser ab, so daß einzelne Fasern noch intakt sein können und nicht alle topographisch möglichen Ausfälle nachweisbar sind. Es ist zu bedenken, daß die begleitenden Störungen des Geschmacks, des Gehörs, der Tränen- und der Speichelsekretion nicht nur vom Ort, sondern auch stark vom Ausmaß der Schädigung im Nervendurchmesser abhängig sind. Das heißt, daß trotz einer bestehenden Nervenläsion einzelne Fasern noch intakt sein können, so daß nicht alle topographisch möglichen Ausfälle nachweisbar sind.

2.4 Funktionsprüfungen 215 2.2 Inspektion und Palpation Die erste und wichtigste Untersuchung bei einer Fazialisparese dient der Unterscheidung zwischen zentraler und peripherer Lähmung. Man beurteilt die Symmetrie des Gesichtes und überprüft die Funktion der drei motorischen Fazialisäste durch entsprechende Aufforderungen an den Patienten: Stirn runzeln – Augen schließen – Wangen aufblasen – Mund spitzen – Pfeifen – Zähne zeigen. Während bei der zentralen Parese das Runzeln der Stirn und gelegentlich der Augenschluß möglich sind, weil die Stirnmuskeln supranukleär von beiden Hemisphären versorgt werden, fehlt bei der kompletten peripheren Parese die Innervation aller Gesichtsmuskeln, damit fällt das Stirnrunzeln aus. Bei dem Versuch, das Auge zu schließen, kommt es zur Vertikaldrehung des Bulbus nach oben (Bell-Phänomen). Man unterscheidet klinisch die komplette Parese von einer eingeschränkten Funktion des Nervs (inkomplette Parese). Letztere ist prognostisch günstiger einzuschätzen. Eine HNO-Spiegeluntersuchung ist unerläßlich. Begleitbefunde, wie beispielsweise eine Schwellung im Bereich der Glandula parotis, Verletzungszeichen, Rötung und Schwellung über dem Mastoid oder Bläschen im Bereich der Ohrmuschel, des äußeren Gehörganges oder des Trommelfelles, können Hinweise auf die Grunderkrankung geben. Ferner erfolgt in Abhängigkeit von der vermuteten Ursache die Palpation der Glandula parotis, der Ohrregion und des Halses. 2.3 Bildgebende Verfahren Abb. 3: Periphere Fazialisparese rechts Im Rahmen der Fazialisdiagnostik werden die Ultraschall-, Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen durchgeführt, wie sie auch bei Erkrankungen des Ohres und der Speicheldrüsen erforderlich sind. Bei Frakturen der lateralen Schädelbasis kommt dem hochauflösenden Computertomogramm besondere Bedeutung zu. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Kernspintomographie (MRT) wird es möglich, für die (Topo-)Diagnostik sehr wertvolle Darstellungen pathologischerVeränderungen im Nervenkanal zu erzielen. 2.4 Funktionsprüfungen Im Rahmen der Funktionsdiagnostik des N. facialis sollen die Fragen nach dem Schädigungsort (peripher oder zentral), dem Ausmaß der Lähmung (komplett oder inkomplett) und der Prognose beantwortet werden. Bei peripheren Schäden kann man histologisch bzw. elektrophysiologisch folgende Schädigungsformen unterscheiden, die vor allem prognostisch wichtig sind: π Neurapraxie, bei der sowohl die Axone, als auch die bindegewebige Hülle des Nervs vollständig erhalten sind. Es liegt nur ein Reizleitungsblock vor. Die Prognose ist überwiegend gut (Restitutio ad integrum). 2.2 Inspektion und Palpation Zuerst wird zwischen zentraler und peripherer Lähmung unterschieden. Man überprüft die Symmetrie des Gesichtes und die 3 motorischen Fazialisäste: Stirn runzeln – Augen schließen – Wangen aufblasen – Mund spitzen –Pfeifen–Zähnezeigen. Bei der zentralen Parese ist das Runzeln der Stirn möglich. Bei einer kompletten peripheren Parese fehlt das Stirnrunzeln. Beim Augenschluß kommt es zur Drehung des Bulbus nach oben (Bell-Phänomen). Man unterscheidet die komplette von einer (prognostisch günstigeren) inkompletten Parese. Eine HNO-Spiegeluntersuchung ist unerläßlich. Begleitbefunde – Schwellung, Rötung, Verletzungszeichen, Bläschen – können Hinweise auf die Grunderkrankung geben. Je nach vermuteter Ursache Palpation der Gl. parotis, der Ohrregion und des Halses. 2.3 Bildgebende Verfahren Zur Diagnostik werden Ultraschall-, Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen wie bei Erkrankungen des Ohres und der Speicheldrüsen durchgeführt. 2.4 Funktionsprüfungen Die Funktionsdiagnostik soll den Schädigungsort, das Ausmaß der Lähmung (komplett oder inkomplett) und die Prognose klären. Man unterscheidet: π Neurapraxie, bei der Axone und Hülle des Nervs erhalten sind. Die Prognose des Reizleitungsblocks ist überwiegend gut.

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