Unterwegs auf kurfürstlichen Spuren (IHK Magazin 7+8 2011)

erlebnis.waldkultur.arnsberg.de

Unterwegs auf kurfürstlichen Spuren (IHK Magazin 7+8 2011)

wirtschaftDas Magazin für die Unternehmenin der Region Hellweg-Sauerland7+8/2011Tourismus:Eine starke Regionauf dem Wegin die Zukunft© ???BerichteAnalysenMeinungenservicetippsMichael Hüthersieht unausgeschöpfte Leistungspotenzialeälterer ArbeitnehmerSeite 22Stephan Kerstingblickt voraus auf das IHK-Wirtschaftsgespräch inEsloheSeite 16


TITELTHEMAFürstliche Entlohnung für den Initiator: Revierleiter Wolfram Blanke (vorne) freut sich gemeinsam mit Arnsbergs BürgermeisterHans-Josef Vogel (hinten Mitte), Heiner Brodale (hinten li.) sowie Prof. Dr. Wilfried Stichmann (NRW-Stiftung, 2. v. re.) und Prof.Dr. Dr. Antonius Kettrup (re.) über die Eröffnung des Kurfürstlichen Thiergartens Arnsberg.Unterwegs auf kurfürstlichen Spuren1000 Jahre Geschichte auf rund 12 Kilometern Wegstrecke: Mit dem Kurfürstlichen Thiergarten Arnsberg wird derWald zum offenen Geschichtsbuch und verknüpft auf faszinierende Weise Naturerlebnis und Kulturgeschichte.Damit wird der neue Wanderweg nicht nur für Arnsberger zur spannenden Zeitreise.Dass er für seine Idee eine solch fürstliche Entlohnung erhaltenwürde, hätte Revierleiter Wolfram Blanke wohl nichtgedacht: Eine Kiste voller Silbertaler bekam der Förster vomKurfürsten überreicht. Die Szene war Teil der Historienspiele,mit denen die Freie Ritterschaft „Miles et Vanitas“neben der Schau der Greifvogelstation Hellenthal zur Eröffnungdes Thiergartens mehrere Hundert Gäste in längstvergangene Zeiten versetzte. Längst vergessene Zeiten, dieder neue Wanderweg nunmehr wieder zu einem Erlebniswerden lässt.1654 bis 1656 von Kurfürst Maximilian Heinrich von Bayernangelegt, verspricht dessen Thiergarten heute nicht nur fürdie Arnsberger zur faszinierenden Spurensuche in der Vergangenheitzu werden. „Jeder kann etwas von hier mitnehmen“,sagt Wolfram Blanke, der, angeregt von alten Kartenund Fotos die Idee zur Erschließung zahlreicher natur- undkulturhistorischer Zeugnisse im Arnsberger Wald hatte. DreiJahre lang hat die Realisierung des Projekts beansprucht,bei der der Förster von zahlreichen Kooperationspartnern,darunter federführend der Arnsberger Heimatbund, unterstütztwurde. Finanzielle Hilfe gab es insbesondere von derNRW-Stiftung.Heute erstreckt sich das 250 Hektar große Waldareal vonder Jägerbrücke über die Schwedenschanze bis hin zumSeufzertal und dem Kreuzberg. Die Route selbst ist keinRundweg, sondern kann über zahlreiche Stichwege individuellerkundet werden. Und zu entdecken gibt es vieles:die 380 Jahre alte Goethe-Eiche, die alte Thiergartengrenzeoder der kurfürstliche Tempelberg. Die Rüdenburg (um1060) bildet dabei das älteste Zeugnis, die Naturwaldzelle,in die seit etwa 1970 vom Menschen nicht mehr eingegriffenwurde, das jüngste.14wirtschaft 07+08/2011


Zum Eröffnungsprogramm gehörte auch die Schau der Greifvogelstation Hellenthal.Mit diesem Gemeinschaftsprojekt sei ein Stück Geschichtegeschrieben worden, betonte Heiner Brodale, Leiter desForstreferats beim NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, beider Eröffnungsfeier. Geschichte, sagt er, werde hier nichtnur mit Herrschernamen, sondern mit dem täglichen Lebenverknüpft. So können die Besucher Einblicke in das Lebender Menschen vor mehreren Hundert Jahren erhalten, in dieArbeit von Bauern und Köhlern, aber auch Eindrücke vomSchicksal der Pestkranken gewinnen.Möglichst wenig, so war es das Anliegen von WolframBlanke, sollte bei der Erschließung des Kurfürstlichen Thiergartensin die Natur eingegriffen werden. Deshalb wird derWanderer auch vergeblich nach Erläuterungen an den einzelnenStationen suchen. Stattdessen gibt eine Broschüre,zusammengestellt von Forsthistoriker Dr. Bernward Selter,Auskunft über die Zeugen der Vergangenheit.Für Bürgermeister Hans-Josef Vogel steht fest: Dieser neueWanderweg, dessen Schirmherr NRW-Umweltminister JohannesRemmel ist, ist definitiv ein Gewinn für die historischeStadt Arnsberg. Zudem setzt die Route einen thematischenAkzent und ist für Tagestouristen besonders reizvoll,wie Frank Rosenkranz, beim Sauerland-Tourismus e.V. zuständigfür das Themenmanagement Wandern, sagt.Von vielen in der Vergangenheit vergessen, ist der KurfürstlicheThiergarten wieder in das Bewusstsein der Arnsbergerund ihrer Gäste gerückt – und lenkt im internationalenJahr des Waldes den Blick verstärkt auf eben diesen. Abgeschlossenist die Spurensuche im Arnsberger Wald abernoch nicht: Künftig sollen auch Touren mit Wanderführern,Audio- oder auch szenische Führungen angeboten werden.Und Prof. Dr. Dr. Antonius Kettrup, Vorsitzender des ArnsbergerHeimatbundes, kann sich durchaus vorstellen, weitereProjekte anzugehen – etwa die Restaurierung der Rüdenburg.„Wir können zurecht stolz auf das sein, was wirerreicht haben“, so Kettrup. Aber auf dem Erreichten wolleman sich nicht ausruhen.Wir fertigen von der Platine bis zur fertigenBaugruppe, Einzelteile und Serien.Umfangreiche Erfahrung im Outsourcing.VOSS Die Blechprofi s GmbH59929 Brilon-Madfeld · Telefon 0 29 91 / 96 12 - 0www.voss-blechprofis.de• lasern• stanzen• schneiden• kanten• schweißen• strahlen• lackierenwirtschaft 07+08/201115

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine