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Gemeinde Lauerz ÄNDERUNGEN BAUREGLEMENT

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<strong>Gemeinde</strong> <strong>Lauerz</strong>Öffentliche Auflage<strong>ÄNDERUNGEN</strong> <strong>BAUREGLEMENT</strong>Darstellungshinweis: Ergänzungen und Änderungen sind rot dargestellt.Öffentliche Auflage vom:- 10. Dezember 1993 bis 13. Januar 1994;- 10. Mai 1996 bis 9. Juni 1996;- 01. Mai 1998 bis 31. Mai 1998;- 04. Januar 2002 bis 07. Februar 2002:- 23. September 2005 bis 24. Oktober 2005- 22. Januar 2010 bis 22. Februar 2010.- 20. September 2013 bis 21. Oktober 2013An <strong>Gemeinde</strong>versammlung/Urnenabstimmung<strong>Gemeinde</strong> <strong>Lauerz</strong>beschlossen am:Der <strong>Gemeinde</strong>präsident:- 11. März 1994;- 19. Februar 1999;- 26. April 2002; Der <strong>Gemeinde</strong>schreiber:- 12. Februar 2006;- 13. Juni 2010.- ………………………..Vom Regierungsrat genehmigt mit Beschluss:Der Regierungsrat desKt. Schwyz- Nr. 1070 am 14. Juni 1994; Der Landammann:- Nr. 0874 am 1. Juni 1999;- Nr. 0736 am 11. Juni 2002;- Nr. 0329 am 14. März 2006; Der Staatsschreiber:- Nr. 0860 am 31. August 2010.- .............................................1. Dezember 2011; Ergänzungen 20. September 20131


Inhaltsverzeichnis1. ZWECK UND GELTUNGSBEREICHArt. 1 Zweck 5Art. 2 Geltungsbereich 5a) Örtlich 5Art. 3 b) Sachlich 5Art. 4 Vorbehalt des übrigen Rechts 52. PLANUNGSMITTELArt. 5 Planungsmittel 6Art. 6 Baureglement 6Art. 7 Zonenplan 6Art. 8 Gestaltungsplan 6Art. 9 Erschliessungsplan 6Art. 10 Richtpläne 7Art. 11 Planungszone 73. ALLGEMEINE BAUVORSCHRIFTENA. ErschliessungArt. 12 Baureife 7B. Schutz des Orts- und LandschaftsbildesArt. 13 Grundsatz 8Art. 14 Erhöhte Anforderungen 8Art. 15 Gestaltung 8Art. 16 Empfangsanlagen 9C. Konstruktion und HygieneArt. 17 Sicherheit und Gesundheit 9Art. 18 Aufschüttungen, Abgrabungen und Böschungen 9Art. 19 Erholungsflächen und Kinderspielplätze 9Art. 20 Abstellräume 10D. Emissionen und ImmissionenArt. 21 Lärm 10Art. 22 Luft 10E. VerkehrssicherheitArt. 23 Ein-/Ausfahrten; Garagenvorplätze 10Art. 24 Abstellflächen 11Art. 25 Dachrinnen, Ablaufrohre, Schneefänger 11Art. 26 Öffentliche Einrichtungen auf Privatboden 112


Art. 27 Benennung von Strassen und Plätzen 11F. Bauweise, Stellung und Dimensionen der BautenArt. 28 Überbauungsziffer 12a) Begriff 12Art. 29 b) Anrechenbare Gebäudegrundfläche 12Art. 30 c) Anrechenbare Grundstückfläche 12Art. 31 d) Überbauungsziffer-Übertragung 12Art. 32 Grenzänderungen von Grundstücken 13Art. 33 Geschosszahl 13Art. 34 Mehrlängenzuschlag 13Art. 35 Gewässerabstand 14Art. 36 Gewachsenes Terrain 14Art. 37 Firsthöhe 14Art. 38 Gebäudelänge 14Art. 39 Wohnfläche 14G. Ausnahmen und bestehende BautenArt. 40 Ausnahmen innerhalb der Bauzonen 15Art. 41 Bestehende Bauten und Anlagen 154. ZONENVORSCHRIFTENArt. 42 Zoneneinteilung 16a) Bauzonen 16Art. 43 Kernzone K3 16Art. 44 Wohnzonen 17Art. 45 Wohn- und Gewerbezone WG2 und WG3 17Art. 46 Gewerbezone 17Art. 47 Zone öffentlicher Bauten und Anlagen 17Art. 48 Intensiverholungszone Campingplatz IZC 18Art. 49 Tabelle der Grundmasse 19b) Nichtbauzonen 20Art. 50 Landwirtschaftszone 20Art. 51 Freihaltezone 20Art. 52 Übriges <strong>Gemeinde</strong>gebiet 20c) Überlagerte Festlegungen 20Art. 53 Gefahrenzone 20Art. 54 Gefahrenzone rot 21Art. 55 Gefahrenzone blau 22Art. 56 Gefahrenzone gelb 22Art. 57 Gewässerraumzone 225. SCHUTZVORSCHRIFTENA. Schutzzonen und SchutzobjekteArt. 58 Grundsätze 23a) Schutzzonen und Einzelobjekte 23Art. 59 b) Bewilligungs- und Schadenersatzpflicht 233


Art. 60 Naturschutzzone 23Art. 61 Schutzobjekte 24a) Hecken, Feldgehölze, Bachbestockungen 24Art. 62 b) Felsaufschlüsse, Findlinge 24B. Ökologischer Ausgleich und allgemeine SchutzvorschriftenArt. 63 Ökologischer Ausgleich 25Art. 64 Bachläufe 25Art. 65 Seeufer 25Art. 66 Feldgehölze, Feldobstbäume, Einzelbäume und Baumgruppen etc. 256. GESTALTUNGSPLANArt. 67 Voraussetzungen 26Art. 68 Abweichung gegenüber der Grundordnung 26Art. 69 Inhalt des Gestaltungsplanes 27Art. 70 Änderung und Aufhebung 277. SOZIALER WOHNUNGSBAUArt. 71 Anforderungen 288. BAUVERPFLICHTUNGArt. 72 Bauverpflichtung 289. BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN UND BAUKONTROLLEArt. 73 Bewilligungspflicht / Meldepflicht 29Art. 74 Nicht bewilligungs- und meldepflichtige Bauvorhaben 29Art. 75 Verfahren 29a) Baugesuch 29Art. 76 b) Auflage und Publikation 30Art. 77 Baukontrolle 31Art. 78 Bauvollendung 31Art. 79 Gebühren 3110. SCHLUSSBESTIMMUNGENArt. 80 Strafbestimmungen 32Art. 81 Inkrafttreten 32Art. 82 Aufhebung früheren Rechts 324


Baureglement der <strong>Gemeinde</strong>L A U E R ZDie <strong>Gemeinde</strong>versammlung von <strong>Lauerz</strong>, gestützt auf das kantonale Planungs- und Baugesetz, beschliesst:1. ZWECK UND GELTUNGSBEREICHArt. 1ZweckDas Baureglement und die übrigen Planungsmittel bezwecken:a) eine haushälterische Nutzung des Bodens, insbesondere die Erhaltungdes Kulturlandes und schützenswerter Gebiete;b) eine geordnete bauliche Entwicklung der <strong>Gemeinde</strong>;c) die Wahrung und Förderung der Eigenart des Orts- und Landschaftsbildes;d) die Sicherstellung von gesunden Umweltbedingungen;e) die Erhaltung und Förderung der einheimischen Tier- und Pflanzenweltsowie ihrer Lebensräume.GeltungsbereichArt. 2a) Örtlich Das Baureglement und die Planungsmittel gelten für das ganze Gebiet der<strong>Gemeinde</strong> <strong>Lauerz</strong>.Art. 3b) Sachlich 1 Bau- und Zonenvorschriften finden Anwendung auf die Errichtung undÄnderung von Bauten und Anlagen.2 Eine Änderung liegt namentlich dann vor, wenn Bauten und Anlagenäusserlich umgestaltet, erweitert, erheblich umgebaut oder einer neuenZweckbestimmung zugeführt werden.3 Sind kantonale Behörden für eine Bewilligung zuständig, richtet sich dieAnwendung nach dem übergeordneten Recht.Art. 4Vorbehalt des übrigenRechtsVorbehalten bleiben die Bestimmungen des übrigen kommunalen, kantonalenund eidgenössischen Rechts.5


2. PLANUNGSMITTELArt. 5PlanungsmittelPlanungsmittel sind:a) Baureglement (§ 21 PBG)b) Zonenpläne (§ 15-20 PBG)c) Erschliessungsplan (§ 22 und 23, 38 PBG)d) Reglement zum Erschliessungsplane) Gestaltungsplan (§ 24, 30 und 31 PBG)f) Richtpläne (§ 3 und 13 PBG)g) Planungszonen (§ 14 PBG)Art. 6Baureglement1 Das Baureglement enthält Bestimmungen, welche die in Art. 5 genanntenPläne näher umschreiben.2 Es legt zudem die allgemeinen Bauvorschriften fest und regelt das Baubewilligungsverfahren.Art. 7Zonenplan1 Die <strong>Gemeinde</strong>versammlung erlässt einen Zonenplan, der das <strong>Gemeinde</strong>gebietin Zonen verschiedener Nutzungsart, Ausnützung, Bauweise und Immissionstoleranzeinteilt.2 Für besondere Gebiete, wie namentlich Kernzonen und Schutzgebiete,können Teilzonenpläne mit eigenen Vorschriften erlassen werden.Art. 8Gestaltungsplan1 Der <strong>Gemeinde</strong>rat kann auf Antrag sämtlicher Grundeigentümer für einezusammenhängende Baulandfläche von mindestens 3'000 m2, in derKernzone von mindestens 1'500 m2 einen Gestaltungsplan erlassen.2 Für die im Zonenplan speziell bezeichneten Gebiete muss ein Gestaltungsplanvorgelegt werden. Wird die minimale Fläche gemäss Abs. 1 erreicht,so können innerhalb eines bezeichneten Gestaltungsplan-Pflichtgebietes auch mehrere Gestaltungspläne vorgelegt werden, soferneine zweckmässige Abgrenzung vorgenommen wird und die verbleibendeBauzonenfläche die Minimalfläche gemäss Abs. 1 erfüllt.Art. 9Erschliessungsplan1 Die <strong>Gemeinde</strong>versammlung erlässt einen Erschliessungsplan, der auf dieZonenpläne abgestimmt ist.2 Er ordnet die Erschliessung der Bauzonen mit Verkehrsanlagen und Versorgungs-und Entsorgungseinrichtungen (Wasser, Energie, Abwasser).6


3 Träger der Versorgungswerke sind rechtzeitig in die Planung einzubeziehen.Art. 10Richtpläne1 Der <strong>Gemeinde</strong>rat kann Richtpläne erlassen.2 Sie zeigen die anzustrebende Entwicklung in den Bereichen Siedlung,Landschaft, Verkehr und Versorgung sowie weiteren Bereichen auf. Siekönnen Angaben über wirtschaftliche und soziale Auswirkungen und überihre Durchführung in technischer, finanzieller und zeitlicher Hinsicht enthalten.3 Kommunale Richtpläne berücksichtigen die übergeordneten Planungenund jene der Nachbargemeinden.4 Die Richtplanentwürfe sind während 30 Tagen öffentlich aufzulegen, bevorder <strong>Gemeinde</strong>rat darüber beschliesst.5 Während der Auflagefrist kann sich jedermann dazu schriftlich beim <strong>Gemeinde</strong>ratäussern. Der <strong>Gemeinde</strong>rat hat zu den Einwendungen Stellungzu nehmen.6 Die Richtpläne bedürfen der Genehmigung durch den Regierungsrat.Art. 11Planungszone1 Bis zum Erlass oder während der Änderung von Nutzungsplänen kann der<strong>Gemeinde</strong>rat für genau bezeichnete Gebiete Planungszonen festlegen.Innerhalb der Planungszone darf nichts unternommen werden, was dieNutzungsplanung erschweren könnte. Der <strong>Gemeinde</strong>rat kann genauereNutzungsvorschriften erlassen.2 Die Dauer von Planungszonen ist zu befristen. Sie beträgt längstens 3 Jahreund kann in begründeten Fällen um höchstens zwei Jahre verlängertwerden.3 Die Planungszonen werden mit der öffentlichen Auflage für jedermannverbindlich. Das weitere Verfahren richtet sich nach kantonalem Recht (§14 PBG).3. ALLGEMEINE BAUVORSCHRIFTENA. Erschliessung [§ 37-51 PBG]Art. 12Baureife1 Bauten und Anlagen dürfen nur auf baureifen Grundstücken errichtet werden.2 Ein Grundstück ist baureif, wenn es für die betreffende Nutzung genügenderschlossen ist und die erforderlichen Wasser-, Energie- und Abwasserleitungenso nahe heranführen, dass ein Anschluss ohne erheblichen Aufwandmöglich ist.7


B. Schutz des Orts- und LandschaftsbildesArt. 13 [§ 56 PBG]GrundsatzErhöhte Anforderungen1 Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass sie hinsichtlich ihrer Gesamterscheinung(Stellung, Form, Staffelung und Gliederung der Baumassen,Dachform und Dachneigung, Materialien, spiegelnde Bauelemente,Farbgebung, Umgebung) das massgebliche Landschafts-, Orts-, QuartierundStrassenbild nicht stören.2 Zur Verhinderung einer störenden Baugestaltung kann der <strong>Gemeinde</strong>rat imBaubewilligungsverfahren Bedingungen und Auflagen verfügen oder Projektänderungenverlangen.Art. 14An die Gestaltung von Bauten und Anlagen sowie deren Umgebung werdenerhöhte Anforderungen gestellt:a) in der Kernzoneb) im Seeuferbereichc) im Schutzzonenbereichd) innerhalb und angrenzend der MoorlandschaftArt. 15Gestaltung1 Dachaufbauten und Dacheinschnitte sind ansprechend zu gestalten.Dachaufbauten dürfen in der Giebelfassade nicht direkt in Erscheinungtreten, sondern sind um mindestens 1 m von der Gibelfassade zurückzuversetzen.Sie sind bei Schrägdächern höchstens im Ausmass von einemDrittel der eigenen Fassadenlänge gestattet.2 Flachdächer sind nur für Nebenbauten und unterirdische Bauten zulässig.3 Dächer von Hauptbauten haben eine Neigung von 10° bis 45° alte Teilungeinzuhalten. Schlepplukarnen sind ab einer Neigung von 5° zulässig.4 Emissionserzeugende (stark spiegelnde oder hohen Lärm verursachende)Dächer können verweigert werden.5 Dächer von Hauptbauten haben ein Vordach von mindestens 0.5 m aufzuweisen.6 Kreuzfirste sind zulässig. Als Kreuzfirst gilt, wenn die beiden im 90°-Winkel zueinander stehenden Firsten sich auf gleicher Höhe befinden unddie Dachneigung mindestens bis zum Fassadenende oder ganz nach aussenverläuft.7 Die Farbwahl für Fassaden und Dächer ist mittels Einreichung von Musterndurch die Baukommission bewilligen zu lassen.8 Über die Fassade vorspringende Fenster und Leibungen sind nicht zulässig.8


Art. 16Empfangsanlagen1 Die Errichtung von neuen und die Erweiterung von bestehenden Aussenantennenist nicht gestattet, sofern durch andere technische Einrichtungengleichwertige Empfangsmöglichkeiten gewährleistet sind oder einAnschluss an Gemeinschaftsanlagen zumutbar ist.2 Das Anbringen von Parabolspiegeln für Privatgebrauch kann gestattetwerden, wenn dadurch weder öffentliche noch wesentliche private Interessenbeeinträchtigt werden. Die Parabolspiegel müssen von einer matten,dem Hintergrund angepassten Farbe sein.C. Konstruktion und HygieneArt. 17Sicherheit und Gesundheit1 Bauten und Anlagen sind so zu erstellen und zu unterhalten, dass sieweder Personen noch Sachen gefährden.2 Die Oberkante des Erdgeschossbodens darf die Kote von 450.25 M.ü.M.nicht unterschreiten. Die Geschosszahl, Gebäude- und Firsthöhe ist abder Kote von 450.25 M.ü.M. zu bestimmen. Vorbehalten bleiben dieBestimmungen betreff Seeuferabstand (§ 66 Abs. 1 PBG und Art. 35Abs. 1 BR)3 Unterhalb der Kote von 450.25 M.ü.M. sind lediglich Räume zugelassen,welche in einer dichten Bauweise erstellt werden. Der Zugang hatoberhalb der vorgenannten Kote zu erfolgen. Diese Räume dürfen wederzu Wohn- noch Arbeitszwecken genutzt werden. Zudem dürfen in diesenRäumen keine umweltgefährdenden Substanzen gelagert werden.4 Bei Neu- und Wiederaufbauten müssen Wohn- und Schlafräume einelichte Raumhöhe von mind. 2.30 m aufweisen.Art. 18Aufschüttungen, Abgrabungenund Böschungen1 Aufschüttungen und Abgrabungen von mehr als 2.0 m gegenüber demgewachsenen Terrain sind untersagt. Vorbehalten bleiben Abgrabungenfür zulässige Zugänge und Einfahrten, sowie die Bestimmungen betreffendBauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen.2 In Hanglagen mit mehr als 15 % Gefälle in der Fallinie des Hanges könnenbei guter Gestaltung höhere Aufschüttungen bewilligt werden. Vorbehaltenbleiben die Bestimmungen betreffend Bauten und Anlagenausserhalb der Bauzonen.3 Böschungen und Aufschüttungen dürfen nicht steiler sein als 2 : 3.Art. 19Erholungsflächen undKinderspielplätze1 Beim Neubau von Wohnhäusern mit mind. 3 Wohneinheiten und/oderbei entsprechenden Zweckänderungen von Bauten sind gut besonnteErholungsflächen abseits vom Verkehr anzulegen und dauernd diesemZweck zu erhalten.9


2 Erholungsflächen für Mehrfamilienhäuser und Reiheneinfamilienhäusermit mindestens 4 Wohneinheiten sind grundsätzlich als zusammenhängendeGrünflächen mit Spiel- und Sitzgelegenheiten und entsprechenderBepflanzung auszugestalten.3 Ihre Fläche hat wenigstens 20 % der zu Wohnzwecken genutzten Wohnflächezu entsprechen.Art. 20Abstellräume1 Bei Wohnbauten mit mehr als einer Wohnung ist pro Wohnung ein genügendgrosser Abstellraum von mind. 6 % der zu Wohnzwecken genutztenWohnfläche vorzusehen.2 Bei Wohnbauten mit mindestens 3 Wohneinheiten sind in der Nähe desHaus- oder Nebeneinganges genügend grosse wettergeschützte Abstellflächenoder Einstellräume für Kinderwagen, Fahrräder und Spielgeräteim Ausmass von mind. 3 % der zu Wohnzwecken genutzten Wohnflächezu erstellen.D. Emissionen und Immissionen [§ 55 PBG]Art. 21LärmDen einzelnen Nutzungszonen werden in den Zonenvorschriften Empfindlichkeitsstufengemäss den Lärmschutzvorschriften zugeordnet. ImÜbrigen vollzieht der <strong>Gemeinde</strong>rat im Rahmen seiner Kompetenzen dieLärmschutzverordnung und das kantonale Ausführungsrecht.Art. 22LuftDer <strong>Gemeinde</strong>rat vollzieht im Rahmen seiner Kompetenzen die Vorschriftender Luftreinhalteverordnung und des kantonalen Ausführungsrechts.E. VerkehrssicherheitArt. 23Ein-/Ausfahrten; Garagenvorplätze1 Ein- und Ausfahrten sind übersichtlich und gefahrenfrei zu gestalten undzu unterhalten. Sie bedürfen einer Bewilligung der zuständigen Aufsichtsbehördegemäss der kantonalen Strassengesetzgebung.2 Ausfahrten sind drei Meter vor dem Strassen- bzw. grundstückseitigenTrottoirrand auf höchstens 3 % Gefälle zu reduzieren.3 Bei jeder Garage ist ein Vorplatz von mindestens 5.5 m Tiefe vorzusehen,ohne Trottoir oder Fahrbahnfläche zu beanspruchen.10


Art. 24 [§ 58 PBG]Abstellflächen1 Die Zahl der Abstellplätze für Motorfahrzeuge ist unter Berücksichtigungfolgender Richtlinien festzusetzen:a) Bei Einfamilienhäusern sind 3 Abstellplätze erforderlich.b) Bei Wohnbauten mit mehr als einer Wohnung sind erforderlich:bis 4 Wohnungen 2 Abstellplätze/Wohnungbis 8 Wohnungen 1.75 Abstellplätze/Wohnungab 9 Wohnungen 1.5 Abstellplätze/Wohnungc) Bei Industrie-, sowie Gewerbe-, Dienstleistungs- und ähnlichen Bautensetzt der <strong>Gemeinde</strong>rat die Abstellplätze entsprechend den Normen desVerbandes Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) fest.d) Garagenvorplätze nach Art. 23 Abs. 3 sind anrechenbar.2 Abstellplätze für Motorfahrzeuge haben ein Mindestmass von 2.40 m mal5.50 m aufzuweisen.3 Ist die Erstellung der erforderlichen Anzahl Abstellplätze für Motorfahrzeugeauf privatem Grund nicht möglich oder nicht zumutbar, so hat der Bauherreine Ersatzabgabe an die <strong>Gemeinde</strong> zu leisten, die zweckgebunden für denBau und Betrieb öffentlicher Parkierungsanlagen zu verwenden ist.4 Die Ersatzabgabe je Abstellplatz beträgt Fr. 7'500.-- und wird mit derRechtskraft der Baubewilligung fällig.Art. 25Dachrinnen, Ablaufrohre,SchneefängerBauten im Bereich von Strassen, Trottoirs und Wegen sind mit Dachrinnenund Ablaufrohren zu versehen. Auf Schrägdächern sind überdies Schneefängeranzubringen.Art. 26Öffentliche EinrichtungenaufPrivatbodenDer <strong>Gemeinde</strong>rat kann auf privatem Grund Verkehrszeichen, Schilder, Einrichtungenfür die Strassenbeleuchtung, Hydranten usw. anbringen. BerechtigteWünsche der Grundeigentümer sind nach Möglichkeit zu berücksichtigen.Benennung vonStrassen und PlätzenArt. 27Die Benennung von Strassen und Plätzen sowie Nummerierung der Gebäudeist Sache des <strong>Gemeinde</strong>rates.11


F. Bauweise, Stellung und Dimensionen der BautenArt. 28Überbauungsziffera) BegriffDie Überbauungsziffer bestimmt das Verhältnis der jeweils anrechenbarenGebäudegrundfläche (Haupt- resp. Nebenbauten) und der anrechenbarenGrundstückfläche.ÜZ =anrechenbare Gebäudegrundfläche______________________________________________________________anrechenbare GrundstückflächeArt. 29b) Anrechenbare Gebäudegrundfläche1 Für die Berechnung der anrechenbaren Gebäudegrundfläche der Hauptbautegilt die senkrechte Projektion der grössten oberirdischen Gebäudeumfassung.Nicht zur überbauten Fläche werden gerechnet:a) Dachvorsprünge bis zu 1.50 m Ausladungb) Offene Balkone bis zu 1.50 m Ausladungc) Aussenliegende Keller- und Eingangstreppen, Stützmauern, äussereLichtschächte und dgl.2 Für die anrechenbare Gebäudegrundfläche der Nebenbauten gilt diesenkrechte Projektion der grössten Nebenbau-Umfassung.3 Tiefbauten, die das projektierte Terrain um 1.00 m überschreiten, werdenals Nebenbauten berechnet.Art. 30c) AnrechenbareGrundstückfläche1 Die anrechenbare Grundstückfläche ist die Fläche der von der Baueingabeerfassten, baulich noch nicht ausgenützten Grundstücke oderGrundstückteile innerhalb der Bauzone.2 Nicht angerechnet werden:a) die für die Erschliessung notwendigen Fahrbahnbreiten, soweit essich nicht um Hauszufahrten handelt;b) projektierte Verkehrsanlagen für deren Festlegung das gesetzlichvorgeschriebene Verfahren eingeleitet oder durchgeführt ist;c) übrige nicht den Bauzonen zugewiesene Grundstückteile.Art. 31d) Überbauungsziffer-Übertragung1 Grundeigentümer von angrenzenden Grundstücken der gleichen Zonenartkönnen durch Dienstbarkeitsverträge die noch nicht beanspruchteNutzung ihres Grundstückes gegenseitig übertragen.2 Ein Nutzungstransfer unter verschiedenen Zonenarten ist, auch innerhalbdes gleichen Grundstückes, nicht möglich.3 Der Dienstbarkeitsvertrag ist vor Baubeginn zur Eintragung im Grund-12


uch anzumelden. Die Dienstbarkeit kann nur mit Zustimmung des<strong>Gemeinde</strong>rates gelöscht werden.4 Die an öffentlichen Strassen anstossende Landfläche ist für die Überbauungszifferweiterhin anrechenbar, soweit sie vom Baugrundstückinfolge eines notwendigen Landerwerbes für Strassenbauten erworbenwerden muss und dies beim Übernahmepreis berücksichtigt wird.Art. 32e) Grenzänderungenvon Grundstücken1 Bei nachträglicher Unterteilung eines Grundstückes mehrerer Grundstückedarf die höchstzulässige Überbauungsziffer der ursprünglichen beziehungsweiseneuen Parzellen nicht überschritten werden. BeiGrenzänderungen von Grundstücken darf die Überbauungsziffer derursprünglichen und neuen Parzellen nur dann überschritten werden,wenn ein Nutzungstransfer nach Art. 31 erfolgt.2 Bei Reihenhausüberbauungen, Terrassensiedlungen, Gesamtüberbauungenaufgrund eines Gestaltungsplanes ist die Überbauungsziffer gesamthafteinzuhalten, ohne Aufteilung der Parzelle in Einzelgrundstücke.3 Diese Beschränkungen können im Grundbuch angemerkt werden.4 Grenzänderungen sind der <strong>Gemeinde</strong> vor dem Grundbucheintrag zumelden.Art. 33Geschosszahl1 Die zulässige Geschosszahl, Gebäude- und Firsthöhe wird durch dieZonenvorschriften bestimmt. Für Bauten und Anlagen mit einer Koteunter 450.25 M.ü.M. ist Art. 17 Abs. 2 BR massgebend.2 Untergeschosse gelten als Vollgeschosse, wenn mehr als 40 % ihrerFassadenfläche über das gewachsene Terrain hinausragen. Liegt dasgestaltete Terrain tiefer als das gewachsene, ist auf das gestaltete abzustellen.Als Höhe für die Fassadenfläche gilt das Mass ab OK Untergeschossplattebis OK Erdgeschossplatte.3 Dach- und Attikageschosse gelten als Vollgeschosse, wenn die innerhalbder lichten Höhe von 2.00 m liegende Grundfläche mehr als 60 % derjenigendes darunterliegenden Vollgeschosses beträgt.MehrlängenzuschlagArt. 341 In den Wohnzonen und in der Wohn- und Gewerbezone erhöhen sich dieGrenzabstände für Gebäude, die über 20 m lang sind, auf den betreffendenLängsseiten um einen Viertel der Mehrlänge, jedoch höchstensum 5 m. Die Zuschläge werden senkrecht zur Fassade gemessen.2 Nebenbauten werden für den Mehrlängenzuschlag nicht gerechnet.13


Art. 35Gewässerabstand 1 Bauten und Anlagen haben gegenüber dem <strong>Lauerz</strong>ersee einen Abstandvon mindestens 20 m ab Grenze der Wasserzone gemäss § 66 PBG einzuhalten.2 Gegenüber nicht eingedeckten fliessenden Gewässern haben Bauten undAnlagen einen Abstand von mind. 5 m einzuhalten. Der Abstand wird vonder oberen Böschungskante des Gewässers gemessen.32 Als Gewässerabstand gegenüber dem Klausenbach gilt für Bauten undAnlagen die Baulinie der Freihaltezone.43 Gegenüber eingedolten Bächen beträgt der Gewässerabstand 3 m gegenüberder Mittelachse der Eindolung.Art. 36Gewachsenes Terrain1 Bei Terrain tiefer als 450.25 M.ü.M. gilt die Kote von 450.25 M.ü.M.als gewachsenes Terrain.2 Das bestehende Terrain gilt als gewachsen, sofern nicht durch zuverlässigeDaten (z. B. digitale Terrainmodelle, Höhenkurvenpläne) der frühereTerrainverlauf festgestellt werden kann. Die Feststellung der Zuverlässigkeitder Daten liegt im Ermessen der kommunalen Baubewilligungsbehörde.Art. 37Firsthöhe 1 Als Firsthöhe gilt das Mass vom ausgemittelten gewachsenen Boden inder Fassadenmitte bis zum höchsten Punkt des Daches. Bei Terrain tieferals 450.25 M.ü.M. gilt die Kote von 450.25 M.ü.M. als bestehendesTerrain.Die Firsthöhe muss beim Baugespann angezeigt werden.2 Bei in der Höhe gestaffelten Bauten wird die Firsthöhe jedes Baukörpersgesondert bestimmt.Art. 38Gebäudelänge 1 Als Gebäudelänge gilt das Mass der längsten Fassade.2 Bei abgesetzten und gegliederten Fassaden bemisst sie sich nach dersenkrechten Projektion auf eine Parallele zur Hauptfassade.3 Die zonengemässe Gebäudelänge gilt auch für zusammengebaute Gebäude.Nebenbauten werden nicht berücksichtigt.Art. 39WohnflächeZu Wohnflächen zählen alle Flächen innerhalb der Wohnung (wie z.B.Zimmer-, Küchen- und Sanitärräume), einschliesslich aller internenMauern. Nicht zur Wohnfläche werden Abstellräume in Wohnungen gerechnet.14


G. Ausnahmen und bestehende BautenArt. 40Ausnahmeninnerhalb derBauzonen1 Der <strong>Gemeinde</strong>rat kann innerhalb der Bauzonen Ausnahmen von den Bau- undZonenvorschriften des Kantons und der <strong>Gemeinde</strong> bewilligen, wenn besondereVerhältnisse vorliegen und die Ausnahmebewilligung mit den öffentlichen Interessenvereinbar ist und keine wesentlichen Nachbarinteressen verletzt werden.2 Besondere Verhältnisse liegen insbesondere vor, wenn:a) sonst eine unzumutbare Härte einträfe;b) dank der Abweichung wegen der örtlichen Gegebenheiten eine bessereLösung erzielt werden kann;c) Art, Zweckbestimmung oder Dauer des Gebäudes eine Abweichung nahelegen;d) dadurch ein Objekt des Natur- und Heimatschutzes besser geschützt werdenkann.3 Eine Ausnahmebewilligung ist als solche zu bezeichnen und zu begründen.4 Eine Ausnahme von den Bauvorschriften des kantonalen Rechts bedarf dervorgängigen Zustimmung des zuständigen Amtes.Art. 41BestehendeBauten undAnlagen1 Bestehende, rechtmässig erstellte Bauten und Anlagen, die den neuen Vorschriftenwidersprechen, sind in ihrem Bestande garantiert. Werden solcheBauten in ihrem Zweck geändert, umgebaut oder erweitert, so gelten die Bestimmungendieses Reglements.2 Bestehende gewerbliche und industrielle Betriebe und Anlagen, die in einernicht für sie bestimmten Bauzone liegen, dürfen bei Einhaltung der übrigenBauvorschriften im Rahmen höchstens mässig störender Auswirkungen angemessenerweitert werden.3 Wenn ein bestehendes Gebäude abgebrochen oder durch höhere Gewalt zerstörtoder in seinem Umfang vermindert wird, so hat der Eigentümer fünf Jahrelang das Recht, es im früheren Umfang wieder aufzubauen. Die Sonderbestimmungender Strassengesetzgebung bleiben vorbehalten.4 Bestehende, gegen Wärmeverlust unzureichend geschützte Bauten dürfen miteiner nachträglichen Aussenisolation die Überbauungsziffer überschreiten unddie Grenz- und Gebäudeabstände unterschreiten und zwar um jenes Mass , dasfür eine ausreichende Wärmedämmung notwendig ist. Ebenso dürfen beigleichbleibendem Innenraum die Gebäude- und Firsthöhen um jenes Massüberschritten werden, welches für eine ausreichende Dachwärmedämmungnotwendig ist.15


Art. 44Wohnzonen1 Die Wohnzonen sollen ruhige und gesunde Wohnverhältnisse gewährleisten.Es sind nur nicht störende Betriebe zulässig.2 Die Wohnzone W1 ist für Wohnhäuser mit einem Vollgeschoss und einemDachgeschoss bestimmt.3 Die Wohnzone W2 ist für Wohnhäuser mit zwei Vollgeschossen und einemDachgeschoss bestimmt.4 Die Wohnzone W3 ist für Mehrfamilienhäuser bestimmt.Art. 45Wohn- und GewerbezoneWG2 undWG3Die Wohn- und Gewerbezone ist eine gemischte Zone, in der neben Wohnbautenhöchstens mässig störende Betriebe gestattet sind.Art. 46Gewerbezone1 Die Gewerbezone ist für nicht störende bis mässig störende gewerblicheBetriebe bestimmt.2 Pro Gewerbebetrieb ist nur eine Wohnung zulässig.Art. 47Zone öffentlicherBauten und Anlagen1 Die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen ist für öffentlichen Zweckendienende Bauten und Anlagen bestimmt wie Kirche, Friedhof, Schulhäuser,Anlagen öffentlicher Dienste, <strong>Gemeinde</strong>zentrum, Mehrzweckhalle und dergleichen.2 Die Bauten haben sich in ihrer Grösse der angrenzenden Überbauung anzupassen,gegenüber angrenzenden Wohnzonen sind deren Abstandsbestimmungenanzuwenden.3 Das für öffentliche Bauten und Anlagen bestimmte Land darf nicht anderweitigüberbaut werden. An bestehenden zonenfremden Bauten und Anlagendürfen nur die zum Unterhalt erforderlichen Arbeiten vorgenommenwerden.4 Für die Zone öffentliche Bauten und Anlagen beim öffentlichen ParkplatzMärchymatte gelten die Grundmasse der Wohnzone W2.17


Art. 48IntensiverholungszoneCampingplatz IZC1 Die Intensiverholungszone Campingplatz bezweckt den Betrieb einesöffentlichen Campingplatzes. Gestattet sind das Aufstellen vonWohnwagen und Zelten sowie die Erstellung der notwendigen infrastrukturellenBauten und Anlagen für den Campingbetrieb.2 Leicht demontierbare Anbauten und Vorbauten an Wohnwagen sindgestattet, dürfen aber nicht mehr als die Hälfte der Wohnwagenflächeausmachen.3 Das Aufstellen von sogenannten Mobilheimen auf Campingplätzen istnicht gestattet. Darunter fallen insbesondere Konstruktionen, dienicht auf eigenen Rädern transportiert werden können oder die amStandort auf eigens dazu errichteten Fundamenten bzw. Unterlagenruhen oder die nach Konstruktion den Charakter von eigentlichen Ferienhäusernbesitzen.4 Kantonale Vorschriften sowie gestützt darauf erteilte Betriebsbewilligungenbleiben vorbehalten.5 Der Intensiverholungszone Campingplatz ist die EmpfindlichkeitsstufeII zugeordnet.6 Pro Wohnwagen oder Zeltplatz muss eine Abstellfläche von mind. 15m 2 für Motorfahrzeuge ausgewiesen werden.7 Die Bestimmungen der Intensiverholungszone Campingplatz (Art. 48)gelten auch für bestehende Campingplätze in anderen Bauzonen.18


) NichtbauzonenArt. 50 [§ 19 PBG]Landwirtschaftszone1 In der Landwirtschaftszone sind Bauten und Anlagen gemäss § 19 Abs. 2PBG zulässig.2 Es gilt die Empfindlichkeitsstufe III. Immissionen aus der üblichenlandwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Nutzung sind in benachbartenBauzonen hinzunehmen.3 Alle Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone bedürfen einer kantonalenRaumplanungsbewilligung. Der <strong>Gemeinde</strong>rat beurteilt diese Bauvorhabenauf die Einhaltung der baupolizeilichen Vorschriften.Art. 51 [§ 20 PBG]Freihaltezone 1 Die Freihaltezone umfasst die für das Orts- und Landschaftsbild wertvollen,im wesentlichen nicht überbauten Gebiete (wie Aussichtspunkte,Geländerippen, Waldränder, Grünanlagen, Seeufer, Bachläufe usw.).2 Für den Bereich ausserhalb der Gewässerraumzone sind eingeschossigeEingeschossige Bauten, die der Nutzung und Pflege der Freihaltezonedienen, sind zulässig. Die Gestaltung und Bewirtschaftung für den Bereichinnerhalb der Gewässerraumzone richtet sich nach Art. 41c eidg.Gewässerschutzverordnung.Art. 52Übriges <strong>Gemeinde</strong>gebiet1 Jene Gebiete, die keiner Zone zugewiesen werden, bilden das übrige<strong>Gemeinde</strong>gebiet. Sie sind der Empfindlichkeitsstufe III zugeordnet.2 Die Bewilligung von Bauten und Anlagen richtet sich nach den Bestimmungendes eidgenössischen und kantonalen Rechts.3 Bauten und Anlagen bedürfen einer kant. Raumplanungsbewilligung. Der<strong>Gemeinde</strong>rat beurteilt die Bauvorhaben auf die Einhaltung der baupolizeilichenVorschriften.c) Überlagerte FestlegungenArt. 53Gefahrenzonen 1 Die Gefahrenzonen bezeichnen Gebiete, welche durch Naturgefahren,insbesondere Hochwasser, Rutschungen, Murgänge, Steinschlag etc.eine Gefährdung aufweisen. Es wird unterschieden zwischen der Gefahrenzonerot (erhebliche Gefährdung), der Gefahrenzone blau (mittlereGefährdung) und der Gefahrenzone gelb (geringe Gefährdung). Die Gefahrenzonensind den anderen Zonen überlagert.2 Genaue Angaben über die zu berücksichtigenden Prozesse geben die aufder <strong>Gemeinde</strong> einsehbaren Gefahrenkarten.3 Ausserhalb der Gefahrenzonen besteht ein Restrisiko, das die Eigentümerund Bauherrschaften in Eigenverantwortung angemessen zu beach-20


ten haben.4 Die Bestimmungen der Gefahrenzonen beziehen sich auf alle Neubauten,Ersatzbauten und Umbauten von Gebäuden und Anlagen sowie auf dieUmgebungsgestaltung. Innerhalb aller Gefahrenzonen sind Veränderungender Umgebungsgestaltung, welche die Gefährdung beeinflussen,insbesondere Geländeveränderungen und der Bau oder Abbruch vonMauern, bewilligungspflichtig. Kleinere, nicht schadenpotentialrelevanteUmbauten bei Gebäuden können ohne Schutz des gesamten Gebäudesrealisiert werden, sofern das Schadenausmass und der Kreis der gefährdetenPersonen nicht erhöht wird. Die Umbauten sind so zu gestalten,dass sie später ohne Anpassungen in den Gesamtobjektschutz integriertwerden können.5 Die Dimensionierung, die Anordnung und die Umgebungsgestaltung vonBauten haben auf die Gefährdung Rücksicht zu nehmen. Insbesonderedarf in allen Gefahrenzonen die Gefährdung von Nachbargrundstückennicht wesentlich erhöht oder das Überbauen derselben verhindert werden.6 Der <strong>Gemeinde</strong>rat hat den Nachweis zur Schadenabwehr im Bewilligungsverfahrenzu prüfen und sofern notwendig ergänzende Auflagen zu machen.Er kann aufgrund der lokalen Gefahrensituation oder Risiken weitergehendeMassnahmen verlangen. Er kann Ausnahmen von Bestimmungenbewilligen, wenn aufgrund von Massnahmen die Gefahrensituationbeseitigt oder hinreichend reduziert werden konnte, oder wenn imZusammenhang mit Bauvorhaben Massnahmen getroffen werden, welcheeine Gefährdung des Gebietes aufheben.7 Von den Bauten und Anlagen darf keine Gefährdung der Umwelt ausgehen.Umweltgefährdende Materialien dürfen nur in gesicherten Behälternund Räumen gelagert werden. Dabei sind Tanks und dergleichen gegenAufschwimmen und Verschieben sowie gegen das Bersten der Zu- undAbleitungen zu schützen. Insbesondere die Gebäudehülle, die Lüftungund Einfüllstutzen sind baulich ausreichend vor aussergewöhnlichenEreignissen zu schützen.8 Bei Überschwemmungsgefahr sind Geländeveränderungen so zu gestalten,dass das Wasser möglichst ungehindert abfliessen kann und dasskein unerwünschter Aufstau oder Ablenkung des Abflusses erfolgt.Art. 54Gefahrenzone rot 1 Die Gefahrenzone rot bezeichnet die Gebiete mit erheblicher Gefährdung.Neubauten und der Wiederaufbau von Bauten sind grundsätzlichverboten.2 Wesentliche Umbauten von bestehenden Gebäuden können nur bewilligtwerden, wenn gleichzeitig mit baulichen Massnahmen das Schadenrisikoauf ein Minimum reduziert wird und die Anzahl der gefährdeten Personennicht erhöht wird.3 Standortgebundene Bauten können als Ausnahme bewilligt werden, wennsie mit sichernden Massnahmen vor Zerstörung und Schaden geschütztwerden. Im Übrigen gelten die Bestimmungen der Gefahrenzone blau.21


Art. 55Gefahrenzone blau 1 Bauten und Anlagen sind so zu erstellen, dass die Wahrscheinlichkeitund das Ausmass eines Schadens verhindert oder wenigstens minimiertwerden kann. Dies soll durch eine optimale Standortwahl, die konzeptionelleGestaltung sowie geeignete bauliche Massnahmen unter Wahrungder Verhältnismässigkeit erreicht werden.2 Der Nachweis, dass dem Schutz vor Naturgefahren hinreichend Rechnunggetragen wird, ist jedem Gesuch beizulegen. Dabei ist auf alle Gefahrenkartenund dazugehörigen Unterlagen, welche das Bauvorhabenbetreffen, Bezug zu nehmen. Der Nachweis ist von einem durch die <strong>Gemeinde</strong>anerkannten Fachexperten beizubringen.3 Die Bauten sind so zu dimensionieren, dass sie den Belastungen aus denNaturgefahren schadlos standhalten (insbesondere statischer und dynamischerDruck, Auftrieb durch Einstau oder Grundwasseranstieg, Auflastdurch flüssige und feste Stoffe, Anprall von Einzelkomponenten, Unterkolkung,rutschen des gesamten Geländes, partielle oder differenzielleHangbewegungen).4 Bei wasserhaltigen Prozessen sind die Aussenwände bis zur seltenenÜberschwemmungshöhe in dichter Bauweise auszuführen. Die Gebäudehülleist so zu realisieren, dass sie durch den Wassereinstau keinenSchaden nimmt. Sämtliche Gebäudedurchdringungen sind bis auf dieÜberschwemmungshöhe von seltenen Ereignissen dicht auszuführen.Art. 56Gefahrenzone gelb 1 Die Gefahrenzone gelb bezeichnet die Gebiete mit verschiedenen Gefährdungenals Hinweis. Der Schutz des eigenen Gebäudes liegt in derEigenverantwortung. Da der Schutz meist mit einfachen Massnahmenrealisiert werden kann, wird dem Bauherrn empfohlen, die Gefährdungmit den Auflagen analog der Gefahrenzone blau zu eliminieren. EinNachweis ist nur bei einer möglichen Gefährdung Dritter und bezüglichumweltgefährdenden Materialien zu erbringen. Bei Sonderrisiken, insbesonderewichtigen Versorgungseinrichtungen oder grossen Warenlagern,gelten die Bestimmungen der Gefahrenzone blau.Art 57Gewässerraumzone 1 Die Gewässerraumzone wird anderen Zonen überlagert. Sie sichert denGewässerraum nach Art. 36a Gewässerschutzgesetz (GSchG). Dieser isterforderlich für die Gewährleistung der natürlichen Funktion der Gewässerdes Hochwasserschutzes und der Gewässernutzung.2 In der Gewässerraumzone dürfen nur standortgebundene, im öffentlichenInteresse liegende Anlagen wie Fuss- und Wanderwege, Flusskraftwerkeoder Brücken erstellt werden. In dicht überbauten Gebieten kann dieBehörde für zonenkonforme Anlagen Ausnahmen bewilligen, soweit keineüberwiegenden Interessen entgegenstehen.3 Rechtmässig erstellte und bestimmungsgemäss nutzbare Anlagen imGewässerraum sind in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt.4 Für die weitergehende Gestaltung und Bewirtschaftung des Gewässerraumsgelten die Vorgaben gemäss Art. 41c Abs. 3 ff. Gewässerschutz-22


verordnung.23


5. SCHUTZVORSCHRIFTENA. Schutzzonen und SchutzobjekteArt. 58Grundsätzea) Schutzzonen undEinzelobjekte1 Die besonders schützenswerten Flächen und Objekte werden im Zonenplaneiner Schutzzone zugewiesen oder als geschützte Einzelobjekte bezeichnet.Die geschützten Objekte dürfen weder beseitigt noch beeinträchtigtwerden. Vorbehalten bleiben überdies die nachstehendenSchutzvorschriften sowie die gestützt darauf vom <strong>Gemeinde</strong>rat einzelfallweiseangeordneten Unterhalts- und Pflegemassnahmen.2 Die Schutzzonen und geschützten Einzelobjekte sind im Rahmen dernachstehenden Schutzvorschriften und der vom <strong>Gemeinde</strong>rat allenfallsangeordneten Massnahmen zu unterhalten und zu pflegen. Der <strong>Gemeinde</strong>ratist befugt, im Unterlassungsfall die erforderlichen Pflege- und Unterhaltsmassnahmenauf Kosten der <strong>Gemeinde</strong> ersatzweise durchführenzu lassen.3 Der <strong>Gemeinde</strong>rat sorgt, unter Beachtung der nachstehenden allgemeinenSchutzvorschriften sowie der vorhandenen Bestandsaufnahmen, für denangemessenen Schutz der übrigen schützenswerten Objekte, sowie fürden ökologischen Ausgleich. Soweit erforderlich trifft er Schutzmassnahmen.Art. 59b) BewilligungsundSchadenersatzpflicht1 Eingriffe in Schutzzonen und geschützte Einzelobjekte bedürfen der Bewilligungdes <strong>Gemeinde</strong>rates. Diese kann erteilt werden, wenn der Eingrifffür den Erhalt der Objekte notwendig ist oder ein überwiegendesInteresse nachgewiesen wird und das Objekt dadurch nicht nachhaltigund unwiederbringlich geschmälert wird. Der Verursacher hat für Massnahmenzum bestmöglichen Schutz des Lebensraumes, für Wiederherstellungoder für angemessenen Ersatz zu sorgen.2 Wer ein geschütztes Objekt beschädigt, kann unabhängig von einemStrafverfahren verpflichtet werden:a) die widerrechtlich getroffenen Massnahmen rückgängig zu machen;b) angemessenen Ersatz zu leisten, wenn die Wiederherstellung nichtmöglich ist;c) zu Unrecht bezogene Leistungen zurückzuerstatten.Art. 60Naturschutzzone 1 Die Naturschutzzone bezweckt den Erhalt und die Pflege eines Gebietesals Lebensraum einer möglichst vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. Zudemsoll das bestehende Landschaftsbild in seiner Eigenart bewahrtwerden. Nutzungen, welche Flora und Fauna beeinträchtigen könnten,sind untersagt.24


2 Es gelten insbesondere folgende Nutzungsbeschränkungen:a) Verbot von Meliorationen, Nutzungsänderungen und -Intensivierungen;b) Verbot von Bauten und Anlagen;c) Weideverbot;d) Verbot des Ausgrabens und Pflückens von Pflanzen und Pilzen;e) Verbot der Verwendung von Düngemitteln und Giftstoffen;g) Verbot des Betretens ausserhalb der markierten Wege.3 Die Naturschutzgebiete sind, soweit erforderlich, extensiv zu bewirtschaften.Zu diesem Zweck sind das Betreten und das schonende Befahrengestattet. Die Feuchtgebiete sind in der Regel einmal jährlich zwischenanfangs September und Mitte März zu schneiden.4 Der <strong>Gemeinde</strong>rat ist befugt, ausgehend vom Schutzzweck, weitere Pflegemassnahmenanzuordnen und bei besonderen Verhältnissen im Sinnevon Art. 54 Abs. 1 Ausnahmen zu gewähren.5 Für die Erschwernisse und die Ertragseinbusse bei naturschutzgerechterPflege und Nutzung der Naturschutzzone sind Bewirtschaftungsbeiträgeund Abgeltungen auszurichten. Vorhandene kantonale Ansätze undRichtlinien sind für die Festsetzung der Höhe verbindlich. Bewirtschaftungsbeiträgesind mittels Verfügungen, Abgeltungen mittels verwaltungsrechtlichenVerträgen festzulegen.6 Sofern dies der Schutzzweck erfordert, sind die Grenzen der Naturschutzzonedurch die <strong>Gemeinde</strong> zu markieren.Art. 61Schutzobjektea) Hecken, Feldgehölze,Bachbestockungen1 Die geschützten Hecken, Feldgehölze und Bachbestockungen sind traditionsgemässzu unterhalten und regelmässig zu pflegen. Im gleichen Jahrdarf höchstens 1/3 der Gesamtlänge eines Heckenbestandes auf denStock gesetzt werden. Das Versetzen einer Hecke erfordert eine Bewilligungdes <strong>Gemeinde</strong>rates, welche das Vorliegen einer Ausnahmesituationim Sinne von § 73 Abs. 1 PBG / Art. 54 Abs. 1 voraussetzt und mit derAuflage für eine Ersatzpflanzung zu verbinden ist. Die neue Hecke hatmindestens die Ausdehnung der zu ersetzenden aufzuweisen und darfnur aus einheimischen Gehölzen bestehen.2 Die Ausrichtung von finanziellen Leistungen richtet sich nach Art. 58Abs. 3 dieses Reglements.Art. 62b) Felsaufschlüsse,FindlingeGeschützte Felsaufschlüsse und Findlinge dürfen weder beseitigt nochbeeinträchtigt werden.25


B. Ökologischer Ausgleich und allgemeine SchutzvorschriftenArt. 63Ökologischer Ausgleich1 Der <strong>Gemeinde</strong>rat sorgt mit Bewirtschaftungs-, Pflege-, Gestaltungs- undBepflanzungsmassnahmen sowie anderen Schutzmassnahmen für dieAnlegung, den Erhalt und die Erneuerung ökologischer Ausgleichsflächeninnerhalb und ausserhalb des Siedlungsgebietes.2 Als ökologische Ausgleichsflächen gelten Landschaftselemente und Lebensräumemit naturnaher und standortgemässer Vegetation wie beispielsweiseBachläufe, Kleingewässer, Uferbestockungen, Waldränder,Hecken, Natursteinmauern, Feldgehölze, Feldobstbäume, Alleen, extensivund wenig intensiv genutzte Wiesen und Weiden sowie andere selteneoder bedrohte Lebensgemeinschaften.3 Der <strong>Gemeinde</strong>rat kann Beiträge ausrichten. Er schliesst zu diesem ZweckDienstbarkeitsverträge ab.Art. 64Bachläufe 1 Fliessgewässer dürfen nicht überdeckt oder eingedolt werden. Die Erteilungvon Ausnahmen durch die nach kantonalem Recht zuständige Behörderichtet sich nach Art. 37 f des Bundesgesetzes über den Gewässerschutz.Als Fliessgewässer gelten sämtliche natürlich gespieseneWasserläufe.2 Bachbestockungen sind in ihrem Bestand ungeschmälert zu erhalten.Gestattet ist das periodische, abschnittsweise Zurückschneiden.Art. 65Seeufer 1 Die Seeufer sind geschützt und, soweit erforderlich, vom Grundeigentümerzu pflegen und zu unterhalten. Der naturnahe Zustand ist zu erhalten.bzw. nach Möglichkeit wieder herzustellen.2 Veränderungen der Seeufer sind untersagt. Ausnahmen können mit Auflagenerteilt werden, sofern der Schutzzweck dadurch nicht beeinträchtigtwird oder die Voraussetzungen des § 73 Abs. 1 PBG erfüllt sind.Art. 66Feldgehölze, Feldobstbäume,EinzelbäumeundBaumgruppen,Halbtrockenrasen,Blumenwiesen,Hecken1 Feldgehölze, Feldobstbäume, markante Einzelbäume und Baumgruppenmit besonderem Situationswert, Bachbestockungen, Halbtrockenrasenund Blumenwiesen sind aufgrund ihrer Bedeutung für den Naturhaushaltund das Landschaftsbild nach Möglichkeit ungeschmälert zu erhalten.2 Hecken sind traditionsgemäss zu unterhalten und zu pflegen. Im gleichenJahr darf in der Regel höchstens ein Drittel der Gesamtlänge einesHeckenbestandes auf den Stock gesetzt werden. Das Versetzen von Heckenerfordert eine Bewilligung des <strong>Gemeinde</strong>rates, welche eine Ausnahmesituationim Sinne von § 73 Abs. 1 PBG voraussetzt und mit der26


Auflage für eine Ersatzpflanzung zu verbinden ist. Die neue Hecke hatmindestens die Ausdehnung der zu ersetzenden aufzuweisen und darfnur aus einheimischen Gehölzarten bestehen.3 Der <strong>Gemeinde</strong>rat trifft, soweit erforderlich, in Anwendung von Art. 53Abs. 3 Schutzmassnahmen. Vorbehalten bleiben die Schutzvorschriftenfür Schutzzonen und Schutzobjekte (Art. 55 bis 57).4 Der <strong>Gemeinde</strong>rat kann für den Erhalt und die Erneuerung der in Abs. 1genannten Objekte Beiträge ausrichten. Er schliesst zu diesem ZweckVerträge ab.6. GESTALTUNGSPLANArt. 67Voraussetzungen 1 Soweit nicht gestützt auf dieses Reglement oder den Zonenplan eineGestaltungsplanpflicht besteht, können in allen Bauzonen Gestaltungspläneerlassen werden, wenn die Mindestfläche nach Art. 8 erreicht wird.2 Gestaltungspläne haben eine bessere Gestaltung und Überbauung als dieNormalbauweise zu gewährleisten. Dies trifft insbesondere zu, wenn:a) sich die Bauten architektonisch besonders auszeichnen und als Gesamtesharmonisch in ihre Umgebung einfügen;b) eine besonders grosszügige und zweckmässige Anlage der Frei-,Spiel- und Abstellflächen vorgesehen ist;c) Fussgänger- und Fahrverkehr getrennt oder verkehrsberuhigendeMassnahmen getroffen werden;d) die Garagen möglichst unter Terrain oder am Rande der Siedlungangelegt und die Umgebung der Wohnbauten von Verkehrsanlagenfreigehalten werden;e) preisgünstiger Wohnraum für Familien geschaffen wird;f) durch eine verdichtete Bauweise eine haushälterische Nutzung desPlangebietes erreicht wird;g) ein dem aktuellen Stand der Technik entsprechendes wirtschaftlichesund umweltfreundliches Energiekonzept vorgesehen ist oderandere im öffentlichen Interesse liegende Mehrleistungen ausgewiesenwerden;h) ausgewiesene Massnahmen des ökologischen Ausgleichs vorgesehenwerden.3 In bereits überbauten Gebieten haben Gestaltungspläne eine bessereNutzung der bestehenden Bausubstanz sowie der nur teilweise überbautenGrundstücke zu gewährleisten. Die Wohnqualität ist durch gemeinschaftlicheBereiche und Begrünung zu fördern.Art. 68Abweichung gegenüberder Grund-1 Im Gestaltungsplan kann von den Bauvorschriften des Kantons und der<strong>Gemeinde</strong> abgewichen werden. Die Durchmischung der Nutzung ist zu-27


ordnunglässig, sofern Zweck und Charakter der betreffenden Zone grundsätzlichgewahrt bleiben.2 Je nach dem Masse, in dem die Kriterien nach Art. 62 erfüllt sind, kannder <strong>Gemeinde</strong>rat folgende Ausnahmen von den Zonenvorschriften bewilligen:a) Erhöhung der Überbauungsziffer gemäss Art. 49;b) Vergrösserung der Gebäude- und Firsthöhen sowie der Gebäudelängen;c) Reduktion der internen Grenz- und Gebäudeabstände;d) Aufhebung oder Reduktion des Mehrlängenzuschlages zwischen Gebäudeninnerhalb der Überbauung;3 In Gestaltungsplangebieten sind Kinderspielplätze im Umfang von 20 %der zu Wohnzwecken genutzten Wohnfläche in allen Zonen zu erstellen.Art. 69Inhalt des Gestaltungsplanes1 Der Gestaltungsplan hat je nach Art, Lage und Grösse des Projektes zuenthalten:a) den nachgeführten Katasterplan im Massstab 1:500 mit Einmeter-Höhenkurven;b) Angaben über die Gliederung und Gestaltung der Bauten sowie dieGestaltung der Umgebung, der Frei- und Spielflächen und die Bepflanzung;c) einen Plan mit den Mantel- und Höhenbegrenzungslinien sowie dengenerellen Grundrissen der Bauten;d) Angaben über die Erschliessung mit Fusswegen und Strassen sowieüber die Abstellflächen für Motorfahrzeuge und Fahrräder;e) Angaben über die Versorgung und Entsorgung;f) Angaben über die anrechenbaren Geschossflächen, die anrechenbareGrundrissfläche sowie die für das Projekt notwendige Überbauungsziffer;g) Angaben der zu Wohnzwecken genutzter Wohnfläche;h) ein Reglement mit den Sonderbauvorschriften und ein Kurzbeschriebin denen die besonderen Vorteile gemäss Art. 62 nachgewiesensowie die für Abweichung von der Grundordnung notwendigenAusnahmen aufgezeigt werden.2 Sofern es zur Beurteilung nötig ist, kann der <strong>Gemeinde</strong>rat weitere Unterlagen(Modell etc.) verlangen. Er kann zudem Fachleute für die Begutachtungbeiziehen.3 Rechtskräftige Gestaltungspläne sind im Grundbuch anzumerken.Art. 70Änderung und Aufhebung1 Der Gestaltungsplan kann aus wichtigen Gründen auf Antrag der Grundeigentümeroder von Amtes wegen durch Verfügung des <strong>Gemeinde</strong>ratesgeändert werden.2 Er kann nach Anhören der Grundeigentümer durch Verfügung des Ge-28


meinderates aufgehoben werden, wenn innert fünfzehn Jahren seit Inkrafttretennicht in wesentlichen Teilen mit der Verwirklichung begonnenwurde.3 Die <strong>Gemeinde</strong>versammlung kann beim Erlass oder bei Änderung des Zonenplanesdie Aufhebung von Gestaltungsplänen beschliessen, soferndadurch der Grundsatz von Treu und Glauben nicht verletzt wird.7. SOZIALER WOHNUNGSBAUArt. 71Anforderungen 1 Die im Zonenplan speziell bezeichneten Wohnzonen sind ganz oder teilweisefür den sozialen Wohnungsbau bestimmt. Der Anteil ist im Zonenplanbezeichnet.2 Mit dem Baugesuch ist der Nachweis über die Erfüllung der Anforderungendes sozialen Wohnungsbaus zu erbringen.3 Die Anforderungen des sozialen Wohnungsbaus sind erfüllt, wenn sichder Bauherr zur Einhaltung der Vorschriften des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes(WEG) vom 4. Oktober 1974 verpflichtet. Der<strong>Gemeinde</strong>rat kann andere Finanzierungsmodelle bewilligen, sofern dieseeine dem WEG gleichwertige Verbilligung gewährleisten.4 Der <strong>Gemeinde</strong>rat kann mit der Baubewilligung die Verpflichtung zumsozialen Wohnungsbau mit entsprechendem Zweckänderungsverbot alsöffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung im Grundbuch anmerkenlassen.8. BAUVERPFLICHTUNGArt. 72Bauverpflichtung 1 Die im Zonenplan speziell bezeichneten Zonen sind einer Bauverpflichtungunterstellt.2 Bei den von der Bauverpflichtung betroffenen Grundstücken muss innert8 Jahren seit Inkrafttreten des Zonenplanes massgeblich mit der Feinerschliessungund Überbauung begonnen werden. Diese Frist kann auswichtigen Gründen erstreckt werden.3 Wird die Bauverpflichtung nicht erfüllt, steht der <strong>Gemeinde</strong> am Grundstückoder dem unüberbauten Teil davon ein gesetzliches Kaufsrechtzum Verkehrswert im Zeitpunkt des Ablaufs der Baupflicht zu, sofern derEigentümer keinen begründeten Eigenbedarf nachweist. Die <strong>Gemeinde</strong>überführt solche Grundstücke unter Auferlegung einer privaten Baupflichtin privates Eigentum; sie berücksichtigt dabei vorab Eigennutzerund achtet auf eine flächensparende Nutzung.29


9. BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN UNDBAUKONTROLLEBewilligungspflicht 1Art. 73 [§ 75 PBG]Bauten und Anlagen dürfen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet,abgebrochen oder geändert werden.2 Die Bewilligung wird im ordentlichen oder vereinfachten Verfahren erteilt.Für geringfügige Bauvorhaben gilt die Meldepflicht.Meldepflicht 3 Das Meldeverfahren findet Anwendung auf geringfügige Bauvorhabenund unbedeutende Änderungen bereits bewilligter Projekte, sofern damitoffensichtlich keine öffentlichen oder privaten Interessen berührt werdenund keine Nebenbestimmungen oder Ausnahmebewilligungen notwendigsind (zum Beispiel die Fassadenfarbgestaltung).4 Der Meldung an die Baubehörde sind alle zur Beurteilung des Bauvorhabensnötigen Unterlagen beizufügen; die Pflicht zu öffentlichen Auflagenund zur Erstellung eines Baugespannes entfällt. Die Baubehörde prüftdie Unterlagen auf Vollständigkeit und ordnet nötigenfalls deren Ergänzungan.Art. 74Nicht bewilligungsundmeldepflichtigeBauvorhabenWeder bewilligungs- noch meldepflichtig sind:a) Bauten und Anlagen, die nach der eidgenössischen Gesetzgebungnicht der kantonalen und kommunalen Bauhoheit unterliegen;b) Bauten und Anlagen, für deren Erstellung und Änderung andere Erlasseein besonderes Bewilligungsverfahren vorsehen;c) Unterhaltsarbeiten an Gebäuden, sofern das äussere Erscheinungsbildnicht verändert wird;d) kleine unbedeutende Nebenanlagen der Garten- und Aussenraumgestaltungwie Gartencheminées, ungedeckte Gartensitzplätze, Sandkästenund Planschbecken für Kinder;e) provisorische Bauten und Anlagen, die während der Ausführung vonBauten und Anlagen als Bauinstallationen benötigt werden;f) ortsübliche Mauern und Einfriedungen bis zu einer Höhe von 1.20m.Art. 75Verfahrena) Baugesuch1 Das Baugesuch ist auf dem amtlichen Formular mit folgenden Beilagenin der jeweils erforderlichen Anzahl Ausführungen beim <strong>Gemeinde</strong>rateinzureichen:a) aktueller Grundbuchauszug und Nachweis der Bauberechtigung;b) ein vom Geometer nachgeführter und unterzeichneter Katasterplanmit eingetragenen Massen des Baukörpers samt Grenz- und Gebäudeabständenmit mindestens einem Fixpunkt mit Meereshöhe;c) Grundrisspläne aller Geschosse mit Eintrag der Zweckbestimmung30


der einzelnen Räume sowie allen zur Prüfung des Projektes notwendigenMasse und Angaben;d) Schnitt- und Fassadenpläne im Massstab 1:100 mit bestehendenund neuen Terrainlinien, den massgebenden Gebäudehöhen sowieden weiteren notwendigen, auf den Fixpunkt bezogenen Höhenkotenam Bau;e) Kanalisations-/Erschliessungs- und Umgebungspläne mit Angabe derAbstellplätze für Motorfahrzeuge und Fahrräder sowie den Erholungsflächenund Kinderspielplätzen;f) detaillierte Berechnung der Überbauungsziffer und der zu Wohnzweckengenutzten Wohnfläche, soweit dies erforderlich ist, und Berechnungdes kubischen Inhalts nach SIA. Die Berechnung der Flächenmassemuss in separaten Plänen übersichtlich dargestellt sein;g) schriftliches Einverständnis des Nachbarn bei Nebenbauten an derGrenze;h) die notwendigen Angaben gemäss der Lärmschutz- und Luftreinhalteverordnung;i) besondere Gesuchsunterlagen für landwirtschaftliche Bauten undAnlagen, Schutzräume, Garagenbetriebe, Tankanlagen usw. zu Handenkantonaler und eidgenössischer Amtsstellen;j) Formular Baugesuch der <strong>Gemeinde</strong> <strong>Lauerz</strong>;k) Bewilligung der zuständigen Wasserversorgungs-Genossenschaft.l) wärmetechnischer Nachweis (Energienachweis)2 Bei Um-, An- und Aufbauten sind bestehende Bauteile schwarz, neu zuerstellende rot und abzubrechende gelb darzustellen.3 Der <strong>Gemeinde</strong>rat kann in besonderen Fällen weitere Unterlagen, namentlichein geologisches oder statisches Gutachten, Verkehrsgutachten,Schattenwurfdarstellungen, Angaben über Anschlusspartien benachbarterFassaden sowie ein Modell verlangen, wenn dies für die Beurteilung desBaugesuches notwendig erscheint.4 Das Baugesuch und die Beilagen sind vom Bauherrn, vom Grundeigentümerund vom Planverfasser zu unterzeichnen. Die Planunterlagen sindgefalzt auf das Format A4 einzureichen.Art. 76b) Auflage undPublikation1 Der <strong>Gemeinde</strong>rat legt das Baugesuch während 20 Tagen öffentlich auf.Er gibt die Auflage im Amtsblatt und in ortsüblicher Weise bekannt.2 Auf den Zeitpunkt der Publikation des Baugesuches hin ist ein Baugespannzu erstellen, das die künftige Gestalt und räumliche Ausdehnungder Baute oder Anlage insbesondere der Gebäude- und Firsthöhen aufzeigt.3 Das Baugespann muss bis zur rechtskräftigen Erledigung des Baugesuchesstehen gelassen werden. Wenn es der Stand des Verfahrens erlaubt,kann der <strong>Gemeinde</strong>rat eine vorzeitige Beseitigung gestatten.4 Nach der rechtskräftigen Erledigung ist das Baugespann innerhalb von20 Tagen zu entfernen.31


Art. 77Baukontrolle 1 Der <strong>Gemeinde</strong>rat überwacht die Einhaltung der Bauvorschriften. Er lässtinsbesondere kontrollieren:a) die Erstellung des Baugespannes und Schnurgerüstes;b) die notwendigen Höhenfixpunkte;c) die Erstellung der Kanalisationsleitungen und Anlagen vor dem Eindecken;d) die Fertigstellung der Baute vor dem Bezug.2 Die erwähnten Baustadien sind vom Bauherrn oder von der Bauleitungdem Baukontrollorgan rechtzeitig mit der Meldekarte anzuzeigen.Wird die Meldung für die Kanalisationsabnahme gemäss Art. 72 Abs.1lit. c unterlassen oder verspätet eingereicht, kann der Hausanschlussmittels Kanalfernsehen auf Kosten der Bauherrschaft geprüft werden.3 Das Ergebnis der Kontrollen sowie die Schlussabnahme sind in einemProtokoll festzuhalten. Es ist jeweils auch die Einhaltung kantonaler Bewilligungenzu prüfen. Abweichungen sind der zuständigen kantonalenInstanz zu melden.4 Die Organe der Baukontrolle haben jederzeit freien Zutritt zur Baustelleund sind berechtigt, in die Ausführungspläne Einsicht zu nehmen.Art. 78Bauvollendung 1 Der <strong>Gemeinde</strong>rat ist befugt, bei unvollendeten Bauten Frist zu derenFertigstellung anzusetzen.2 Die Aufforderung kann, je nach Stand der Arbeiten und den sonstigenUmständen, mit der Androhung verbunden werden, dass bei Säumnis aufKosten des Pflichtigena) die Fertigstellung durch Ersatzvornahme erfolgt;b) die Bauarbeiten soweit durch die <strong>Gemeinde</strong> angeordnet werden, alses die Sicherheit von Personen und Sachen oder die Anliegen desOrtsbildschutzes erfordern;c) die bereits erstellten Bauteile, eventuell durch Ersatzvornahme, eingeebnetund das Gelände in ordentlichen Zustand gebracht wird.Art. 79Gebühren 1 Der <strong>Gemeinde</strong>rat erhebt für die Tätigkeiten im Bauwesen Gebühren.2 Er erlässt hiefür eine Gebührenordnung.32


10. SCHLUSSBESTIMMUNGENArt. 80Strafbestimmungen 1Widerhandlungen gegen dieses Baureglement und das kantonale Planungs-und Baugesetz sowie die gestützt darauf erlassenen weiteren Vorschriftenwerden nach den Vorschriften der Verordnung über den Strafprozessim Kanton Schwyz mit einer Busse bestraft.Art. 81Inkrafttreten 1 Dieses Baureglement tritt nach Annahme durch die Stimmberechtigtenmit der Genehmigung durch den Regierungsrat in Kraft.2 Die im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängigen Baugesuche sind nach denVorschriften dieses Reglements zu beurteilen.Art. 82Aufhebung früherenRechtsMit Inkrafttreten dieses Reglements werden aufgehoben:- das Baureglement vom 14. März 2006, RRB 32933

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