Programmheft herunterladen - Münchner Philharmoniker

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Kamme rkonzert

Sonntag, 10. Januar 2010, 11 Uhr

Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz

k 4.

Richard Strauss (1864–1949)

Franz Hasenöhrl (1885–1970)

„‚Till Eulenspiegel‘ – einmal anders !“

Grotesque musicale für Klarinette, Fagott, Horn,

Violine und Kontrabass nach der Tondichtung

„Till Eulenspiegels lustige Streiche“ op. 28

von Richard Strauss

Igor Strawinsky (1882–1971)

„L’Histoire du Soldat“

(Die Geschichte vom Soldaten),

gelesen, gespielt und getanzt in zwei Teilen

Originaltext von Charles Ferdinand Ramuz

(nach Märchenstoffen von Aleksandr Afanasjew)

Freie deutsche Nachdichtung von Hans Reinhart

Henk Flemming Sprecher

Alexandra Gruber Klarinette | Bence Bogányi Fagott

Jörg Brückner Horn | Markus Rainer Trompete

Matthias Fischer Posaune | Stefan Gagelmann Schlagzeug

Wolfram Lohschütz Violine | Alexander Preuß Kontrabass


R icha rd S t rauss / Franz Hasenöh rl

Gegen den Strich

Ma r tin Demmler

Richard Strauss / Franz Hasenöhrl:

„‚Till Eulenspiegel‘ – einmal anders !“

„Till Eulenspiegels lustige Streiche“, entstanden in den Jahren

1894/95, ist eine der populärsten symphonischen Tondichtungen

von Richard Strauss. Basierend auf einer altdeutschen Volkssage,

berichtet das Stück durchaus tonmalerisch von den Abenteuern

und Streichen dieser halb historischen, halb mythischen Figur.

Strauss sieht in dem ganz der spätromantischen Ästhetik verpflichteten

Werk eine riesige Orchesterbesetzung vor; sein „Till“

lebt nicht zuletzt von der farbigen Instrumentation und raffinierten

klangliche Effekten. Mit einer Aufführungsdauer von nur

knapp einer Viertelstunde ist „Till Eulenspiegel“ auch die kompakteste

der Strauss’schen Tondichtungen. Um so erstaunlicher,

dass es dem österreichischen Komponisten und Hochschullehrer

Franz Hasenöhrl gelang, in seiner 1954 entstandenen „Grotesque

musicale“ dieses pralle Monsterwerk noch einmal um die

Hälfte einzudampfen. Verblüffend auch, wie er vermochte, das

klanggewaltige Orchesterstück auf eine Besetzung von nur fünf

Instrumenten zu reduzieren. Das kompositorische Ergebnis ist

gewissermaßen die Essenz des Strauss’schen „Till Eulenspiegel“,

bei der Umriss und Charakter des Originals durchaus gewahrt

bleiben, obwohl sich das eher karge, solistisch angelegte Klangbild

deutlich von der spätromantischen Opulenz einer Strauss-

Partitur unterscheidet.

Mit freundlicher Unterstützung der

Münchner Künstlerhaus-Stiftung


Igor S t raw insky

Igor Strawinsky: „L’Histoire du Soldat“

(Die Geschichte vom Soldaten)

Wie viele Intellektuelle hatte auch Igor Strawinsky in den Jahren

1914 bis 1920 die Schweiz zu seiner Wahlheimat erkoren, um

den Wirren des Ersten Weltkriegs und vor allem der russischen

Oktoberrevolution zu entfliehen. Am Genfer See lernte er den

Waadtländer Schriftsteller und Übersetzer Charles Ferdinand

Ramuz (1878-1947) kennen, der ihm auch die Vorlage für seine

„Geschichte vom Soldaten“ lieferte. Strawinsky arbeitet in dem

1917/18, also in den beiden letzten Kriegsjahren entstandenen

Werk mit einer extremen Reduktion der Mittel. In dem bis aufs

Skelett reduzierten Orchester repräsentieren Klarinette und Fagott

die Holzbläsergruppe, Trompete und Posaune die Blechblasinstrumente,

Geige und Kontrabass den Streicherapparat. Hinzu

kommt ein Schlagzeuger, der eine große Zahl von Instrumenten

zu bedienen hat, die auch solistisch eingesetzt werden. Die

Handlung basiert auf einem alten russischen Märchen, das Ramuz

bei Aleksandr Afanasjew gefunden hatte, und erzählt die

Geschichte eines naiven Soldaten, der vom Teufel überlistet wird.

Auf der Bühne sind neben den sieben Instrumenten ein Erzähler

sowie drei Schauspieler und Tänzer vorgesehen; Lesung und Aktion,

Pantomime und Intermezzo reihen sich in zwei Teilen zu je

drei Szenen holzschnittartig aneinander. Strawinsky lehnte sich

in diesem ursprünglich für eine Wanderbühne konzipierten Musiktheater

ganz bewusst an Jahrmarktsspektakel mittelalterlicher

Vaganten an sowie an frühe Puppenspielfassungen der Geschichte

von Doktor Faust und dem Teufel.


M it w irkende

Henk Flemming Sprecher

Neben seiner Tätigkeit als Sprecher für zahlreiche Hörbücher, Fernsehdokumentationen

und Rundfunkaufnahmen schreibt Henk Flemming

seit über 35 Jahren Lieder, Texte und Skripte für Hörspiele.

Zahlreiche Songtexte steuerte er für verschiedene Animations- und

Fernsehserien bei, wie z. B. für die ARD-Serie „Endlich Samstag !“

Seit nunmehr zehn Jahren steht Henk Flemming auch als Musiker

auf der Bühne und spielt eigene Lieder und Chansons. Darüber

hinaus ist er seit 2003 erfolgreich als Sprecher für Kinder -

kon zerte im Jazz- und Klassik-Bereich tätig.

Alexandra Gruber Klarinette

Die in Freudenstadt / Schwarzwald geborene Musikerin absolvierte

ihren Unterricht im Fach Klarinette von 1994 bis 1999 an der Staatlichen

Hochschule für Musik in Stuttgart und wirkte bereits während

ihres Studiums regelmäßig in Konzerten des Bachkollegiums Stuttgart

und des Stuttgarter Kammerorchesters mit. Alexandra Gruber

war zweifache Preisträgerin beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“

und ist seit dieser Zeit auch als viel gefragte Solistin und Kammermusikerin

tätig. Im Jahr 1998 wurde Alexandra Gruber Soloklarinettistin

bei den Münchner Philharmonikern.

Bence Bogányi Fagott

Bence Bogányi entstammt einer ungarischen Musikerfamilie. Sein

Studium begann er in Helsinki bei László Hara, anschließend setzte

er sein Studium als Aufbaustudent an der Hochschule für Musik

„Hanns Eisler“ in Berlin bei Klaus Thunemann fort. 1997 gewann

Bence Bogányi den 1. Preis beim Internationalen Crusell-Wettbewerb

in Finnland, 2006 den 1. Preis beim Internationalen Fernand Gillet /

Hugo Fox-Wettbewerb in Indianapolis (USA). Seine erste Orchesterstelle

erhielt Bence Bogányi 1997 als Solofagottist an der Finnischen

Staatsoper in Helsinki; seit 2007 ist er Solofagottist bei den Münchner

Philharmoniker und unterrichtet an der Hochschule für Musik in

Nürnberg Studenten im Hauptfach Fagott. Zusätzlich zu seiner Orchestertätigkeit

tritt Bence Bogányi auch als gefragter Solist und

Kammermusiker auf.

Jörg Brückner Horn

Der aus Leipzig stammende Hornist besuchte seit 1985 die

„Belvedere“-Musikschule in Weimar; von 1989 bis 1992 studierte

er Horn bei Hermann Märker in Leipzig sowie bei Rainer Heimbuch

und Karl Biehlig an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar.

Anschließend wurde Jörg Brückner als 3. Hornist im Gewandhausorchester

Leipzig unter Kurt Masur engagiert, von wo er 1997

als Solohornist zur Dresdner Philharmonie wechselte. Als Solist trat


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er mit der Dresdner Philharmonie, dem Bachorchester Leipzig und

dem Dresdner Kammerorchester auf. Seit 1997 ist Jörg Brückner

Mitglied im Blechbläserensemble „Brass partout“ und im „Carus“-

Ensemble Dresden. In den Orchestern des Bayerischen Rundfunks,

im NDR-Sinfonieorchester Hamburg, in der Staatskapelle Dresden,

im Gewandhausorchester Leipzig, im Orchestre National de France

und im Tonhalle-Orchester Zürich war Brückner aushilfsweise tätig;

während der Salzburger Osterfestspiele 2009 spielte er bei den Berliner

Philharmonikern Solohorn. Seit 2008 ist Jörg Brückner Solohornist

der Münchner Philharmoniker, seit 2006 ist er Inhaber einer

Hornprofessur an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar.

Markus Rainer Trompete

Der gebürtige Österreicher begann seine musikalische Ausbildung

1988 an der Musikschule Lienz / Osttirol. Von 1994 bis 2000 studierte

er am Tiroler Landeskonservatorium bei Erich Rinner, dem

ehemaligen stellvertretenden Solotrompeter der Münchner Philharmoniker;

im Jahr 1997 erhielt er mit dem Trompeten-Quartett des

Tiroler Landeskonservatoriums den Förderpreis der Stadt Passau.

Von 1999 bis 2000 spielte Markus Rainer im Gustav Mahler Jugendorchester,

von 1999 bis 2001 war er Praktikant im Orchester der

Oper Zürich, von 2001 bis 2002 Wechseltrompeter im Orchester

der Bayerischen Staatsoper. Seit 2003 ist Markus Rainer in gleicher

Position bei den Münchner Philharmonikern engagiert.

Matthias Fischer Posaune

Matthias Fischer ist gebürtiger Coburger. Bereits im Alter von fünf

Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht, als 9-jähriger begann

er mit dem Posaunenstudium, und als 12-jähriger bekam er

Orgelunterricht. Nach mehreren Preisen im Fach Klavier und Posaune

beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und nach einer Mitgliedschaft

im Bayerischen Landesjugendorchester studierte Matthias Fischer

an der Münchner Musikhochschule bei Dankwart Schmidt und Klaus

Renk. Nach einem 6-jährigen Engagement als Soloposaunist am

Staatstheater am Gärtnerplatz wechselte er 1994 als stellvertretender

Soloposaunist zu den Münchner Philharmonikern. Matthias Fischer

ist Mitglied des von Bob Ross geleiteten Ensembles „Blechschaden“.

Stefan Gagelmann Schlagzeug

Der aus Reutlingen stammende Musiker erhielt im Alter von neun

Jahren seinen ersten Schlagzeugunterricht; mit nur 12 Jahren wurde

er als Jungstudent an der Musikhochschule Trossingen aufgenommen.

Als mehrfacher Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“

konnte Stefan Gagelmann im Bundesjugendorchester und in

verschiedenen Kammermusik-Ensembles wertvolle Erfahrungen sammeln.

Ab 1982 führte er sein Studium bei Hermann Gschwendtner

fort. Im Alter von 19 Jahren wurde Stefan Gagelmann von den

Münchner Philharmonikern als Solopaukist verpflichtet. Er spielte

unter bedeutenden Dirigenten wie James Levine, Zubin Mehta, Lorin

Maazel und Günter Wand. 1998 und 1999 wirkte er im Orchester


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der Bayreuther Festspiele mit. Neben seiner Tätigkeit im Orchester

gilt Stefan Gagelmanns besonderes Interesse der Schlagzeug-

Kammermusik.

Wolfram Lohschütz Violine

Der in Bad Kissingen geborene Geiger wurde bereits im Alter von

sieben Jahren als Studierender an der Musikhochschule Würzburg

aufgenommen; beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewann

er mehrfach erste Preise. Nach dem Abitur studierte Wolfram Lohschütz

in Köln, Bern und zuletzt an der Juilliard School of Music in

New York; bei Max Rostal und Valery Klimov besuchte er Meisterkurse.

Im Jahr 1989 war Wolfram Lohschütz Konzertmeister im Orchester

des Schleswig-Holstein Musikfestivals unter Leonard Bernstein.

Seit 1990 ist er Mitglied in der Gruppe der ersten Violinen bei den

Münchner Philharmonikern und entfaltet darüber hinaus als Primarius

des neu gegründeten Lenbach-Quartetts sowie als Mitglied der

Philharmonischen Streichersolisten und des Philharmonischen

Streichtrios eine überaus rege Kammermusiktätigkeit.

Alexander Preuß Kontrabass

Im Alter von 16 Jahren nahm der aus Berlin stammende Musiker den

Klavierunterricht auf, entdeckte aber bald seine Liebe zum Kontrabass.

1998 begann er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik

in Berlin, die er anschließend in Leipzig fortführte. Alexander Preuß

konzertierte regelmäßig mit dem Deutschen Musikschul-Orchester,

nahm am Deutschen Kammermusikkurs in Waldenburg teil und trat

mehrfach mit Hellmuth Rillings Internationaler Bach-Akademie in

Stuttgart auf; seit 2000 wirkte er darüber hinaus als Aushilfe im Berliner

Sinfonie-Orchester, im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und im

Gewandhausorchester Leipzig mit. Im Sommer 2003 wurde Alexander

Preuß für zwei Jahre als Stipendiat in die Orchesterakademie der

Münchner Philharmoniker aufgenommen, denen er heute als Mitglied

der Kontrabassgruppe angehört.

5. Kammerkonzert

Sonntag, 7. Februar 2010, 11 Uhr

Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz

Henry Purcell Drei Fantasien

Otto Siegl Duo-Sonate für Viola und Violoncello op. 139

Hans Gál Trio für Viola d’amore, Violine und Violoncello op. 104

Witold Lutoslawski „Bukoliki“ für Viola und Violoncello

Wolfgang Amadeus Mozart Divertimento für Streichtrio Es-Dur KV 563

Julian Shevlin Violine | Julia Rebekka Adler Viola

Thomas Ruge Violoncello

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