Die Erde schmilzt - Universität zu Köln

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Die Erde schmilzt - Universität zu Köln

WeltWerkstatt2008Prof. Dr. G. E. SchäferUniversität zu Köln„Die Erde schmilzt“Soziale Bedingungen des Eintritts in die Sprache


Frühkindliches Lernen,ein sozialer ProzessAusgangsthese:Je kleiner die Kinder, desto weniger kann man Lernen als eineisolierbare Tätigkeit verstehen. Der Eintritt in die Sprache istgleichermaßen ein individueller, emotionaler, sozialer, kultureller unddidaktischer Prozess. Er ist nur aus diesen Zusammenhängen herauszu begreifen. Eine isolierte Sprachkompetenz gibt es am Anfang nichtund damit auch keine isolierte sprachliche „Förderung“.Ich werde hier insbesondere die sozialen Faktoren in denMittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken, denn diese beeinflussennicht nur die sprachlichen Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes,sondern auch seine emotionalen kultur- und handlungsbezogenen.


Was bedeutet Sprechen lernen?


Was bedeutet Sprechen lernen?• Bilder und Szenen im Kopf zur Sprache bringen.


Was bedeutet Sprechen lernen?• Bilder und Szenen im Kopf zur Sprache bringen.• Dafür Worte verwenden, die für andere (annähernd)das Gleiche bedeuten.


Was bedeutet Sprechen lernen?• Bilder und Szenen im Kopf zur Sprache bringen.• Dafür Worte verwenden, die für andere (annähernd)das Gleiche bedeuten.• Vorstellungen und Erlebnisse auch mit den Augen derAnderen denken.


Die soziale Entwicklung derSprache


Die soziale Entwicklung derSprache• Das sensorische System als Ausgangspunkt derWelterfahrung (sinnliche Differenzierung)


Die soziale Entwicklung derSprache• Das sensorische System als Ausgangspunkt derWelterfahrung (sinnliche Differenzierung)• Das Ereignissystem als Grundlage des sprachlichenDenkens (Geschichten)


Die soziale Entwicklung derSprache• Das sensorische System als Ausgangspunkt derWelterfahrung (sinnliche Differenzierung)• Das Ereignissystem als Grundlage des sprachlichenDenkens (Geschichten)• Das kommunikative System als Grundlage derVerständigung („Vom ersten Schrei zum ersten Wort“Papousek)


Das kommunikative SystemDie sozialen Bedingungen dessprachlichen Denkens


• 1. Die Zeit vor dem ersten Wort


• 1. Die Zeit vor dem ersten Wort• 2. Die Zeit des ersten Spracherwerbs


1. Die Zeit vor dem erstenWort


Nachahmen des Kindes ist die Grundlage allerKommunikation


Intuitive Elternschaft


„Eine erfolgreiche Kommunikation zwischen demNeugeborenen und den Eltern auf so divergenten Ebenenwie dem Schreien und der ausgereiften Sprache wärevermutlich zum Scheitern verurteilt, wenn sich nicht dieEltern den eingeschränkten Voraussetzungen desNeugeborenen auf spezifische Weise anpassen würden.“Papousek


• Abwechseln vonZuhören undVokalisieren -Asymmetrie


• Abwechseln vonZuhören undVokalisieren -Asymmetrie• GemeinsamesVokalisieren


• Abwechseln vonZuhören undVokalisieren -Asymmetrie• GemeinsamesVokalisieren• UnmittelbaresBeantworten


• Abwechseln vonZuhören undVokalisieren -Asymmetrie• GemeinsamesVokalisieren• UnmittelbaresBeantworten• Echo


Stimmliches elterliches Nachahmen


Stimmliches elterliches Nachahmen• Artikulationsmodelle


Stimmliches elterliches Nachahmen• Artikulationsmodelle• Exploration der Lautwelt


Stimmliches elterliches Nachahmen• Artikulationsmodelle• Exploration der Lautwelt• sich einfühlen


Stimmliches elterliches Nachahmen• Artikulationsmodelle• Exploration der Lautwelt• sich einfühlen• Gemeinsamkeit


InteraktionsrahmenDyadische Ausrichtung (1. Hj.)


InteraktionsrahmenDyadische Ausrichtung (1. Hj.)• Regulation der Befindlichkeit


InteraktionsrahmenDyadische Ausrichtung (1. Hj.)• Regulation der Befindlichkeit• Prototypische Grundmuster derInteraktion und Kommunikation


InteraktionsrahmenDyadische Ausrichtung (1. Hj.)• Regulation der Befindlichkeit• Prototypische Grundmuster derInteraktion und Kommunikation• interaktive Spielchen (Hammele - dutz)


InteraktionsrahmenDyadische Ausrichtung (1. Hj.)• Regulation der Befindlichkeit• Prototypische Grundmuster derInteraktion und Kommunikation• interaktive Spielchen (Hammele - dutz)• Zuhören und Antworten


InterakionsrahmenGemeinsame (triadische)Ausrichtung 2. Hj.


InterakionsrahmenGemeinsame (triadische)Ausrichtung 2. Hj.• Formate: Geben/Nehmen, Zeigen/Benennen, Verstecken/Finden


InterakionsrahmenGemeinsame (triadische)Ausrichtung 2. Hj.• Formate: Geben/Nehmen, Zeigen/Benennen, Verstecken/Finden• Neunmonatsrevolution(Tomasello)


InterakionsrahmenGemeinsame (triadische)Ausrichtung 2. Hj.• Formate: Geben/Nehmen, Zeigen/Benennen, Verstecken/Finden• Neunmonatsrevolution(Tomasello)• Zeigegeste


2. Die Zeit des erstenSpracherwerbs


Melvin sägt - eine LerngeschichteRosy Henneberg


Melvin sägt - eine LerngeschichteRosy HennebergAls Melvin in die Krabbelstube kommt, ist er ein Jahrund drei Monate alt.Er interessiert sich vom ersten Tag an fürKüchenwerkzeuge, besonders für Messer undScheren. Eines der ersten Fotos zeigt ihn mit zweiScheren, die er in der Hand hält.


10. Januar 2007


• Melvin zeigt auch in der nächsten Zeit keinInteresse für Spielzeug.


• Melvin zeigt auch in der nächsten Zeit keinInteresse für Spielzeug.• Am liebsten hält er sich in der Küche aufund da beschäftigt er sich bevorzugt mitder Messerschublade.


• Melvin zeigt auch in der nächsten Zeit keinInteresse für Spielzeug.• Am liebsten hält er sich in der Küche aufund da beschäftigt er sich bevorzugt mitder Messerschublade.• Im Gruppenraum ist er nach wie vor vonden Scheren begeistert, gefolgt vom Locher.


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“„Baumsäge, Stichsäge..“


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“„Baumsäge, Stichsäge..“„Woher weißt du das alles, Melvin?“


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“„Baumsäge, Stichsäge..“„Woher weißt du das alles, Melvin?“„Der Papa hat es in der Garage.“


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“„Baumsäge, Stichsäge..“„Woher weißt du das alles, Melvin?“„Der Papa hat es in der Garage.“„Hilfst du dem Papa in der Garage?“


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“„Baumsäge, Stichsäge..“„Woher weißt du das alles, Melvin?“„Der Papa hat es in der Garage.“„Hilfst du dem Papa in der Garage?“„Ja, wir sägen und arbeiten.“


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“„Baumsäge, Stichsäge..“„Woher weißt du das alles, Melvin?“„Der Papa hat es in der Garage.“„Hilfst du dem Papa in der Garage?“„Ja, wir sägen und arbeiten.“„Hast du auch eine Säge? Bringst du die mit?“


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“„Baumsäge, Stichsäge..“„Woher weißt du das alles, Melvin?“„Der Papa hat es in der Garage.“„Hilfst du dem Papa in der Garage?“„Ja, wir sägen und arbeiten.“„Hast du auch eine Säge? Bringst du die mit?“„Soll ich wirklich eine Säge mit in die Krabbelstubebringen?“


Mit einem Jahr und 10 Monaten überrascht Melvin damit,als er von „Holzsäge, Metallsäge und Baumarkt“ spricht. EinGespräch kommt in Gang:„Melvin, kennst du noch mehr Sägen?“„Baumsäge, Stichsäge..“„Woher weißt du das alles, Melvin?“„Der Papa hat es in der Garage.“„Hilfst du dem Papa in der Garage?“„Ja, wir sägen und arbeiten.“„Hast du auch eine Säge? Bringst du die mit?“„Soll ich wirklich eine Säge mit in die Krabbelstubebringen?“„Ja, dann sägen wir.“


8. August 2007Die Erzieherin bringt Styropor und eineStyroporsäge mit in die Krabbelstube.


• Melvin stellt fest:


• Melvin stellt fest:• „Die ist nicht scharf, die Säge muss dochscharf sein!“


• Melvin stellt fest:• „Die ist nicht scharf, die Säge muss dochscharf sein!“• Er möchte richtig sägen


• Melvin stellt fest:• „Die ist nicht scharf, die Säge muss dochscharf sein!“• Er möchte richtig sägen• Die Erzieherinnen erlauben ihm, Pinsel, diezu lang sind, abzusägen


Melvin sägt Pinsel ab


„Rosy, Pinsel absägen?“


„Rosy, Pinsel absägen?“Jeden Tag fragt Melvin nach der Säge und demPinsel.


„Rosy, Pinsel absägen?“Jeden Tag fragt Melvin nach der Säge und demPinsel.


„Rosy, Pinsel absägen?“Jeden Tag fragt Melvin nach der Säge und demPinsel.Da man die Pinselstiele nicht beliebig oftabsägen kann, steigen wir in den nächsten Tagenauf dünne Hölzchen um.


14. September 2007


Die Erzieherin erzählt„Melvin bewahrt die abgesägten Teile, die immerfiligraner werden, in einer Schachtel auf. Ichhabe die Idee sie auf ein Stück Pappe zu kleben,um seine Arbeit so dokumentieren zu können.Er hilft begeistert mit und will von diesemZeitpunkt an jeden Tag kleine Hölzchen aufPappe kleben. Dazu muss er sie natürlich zuerstsägen!“


„Mit der Schnipp-Schnappauch?“


„Das geht schwer!“Melvin probiert Schere für Schere durch, umimmer wieder festzustellen, dass sie das Hölzchennicht schneiden kann. „Das geht schwer“ und „dasgeht nicht“ sind seine Worte bei der weiterenArbeit.


Kinder der Gruppe werden aufmerksam undeilen ihm zu Hilfe


24. September: „Papier geht, Hölzchenaber nicht!


Die sind nicht scharf. Mitder Schnipp-Schnapp gehtes nicht.Mit der Säge geht esbesser.“


Nach weiteren zwei Wochen unermüdlichenSägens:„Großes Holz - das geht auch?“


Melvin holt sich eine Spielzeugsäge, der er bisdahin keine Aufmerksamkeit geschenkt hat undbeginnt mit zwei Sägen zu sägen.„Die ist scharf“ - „Die ist nicht scharf“


Oktober 2007„Ich gehe hier hoch,so geht‘s besser!“„Ohne Schraubstockgeht es auch!“


Melvin ist inzwischen zwei Jahre alt. Erreflektiert das Gelernte:


Melvin ist inzwischen zwei Jahre alt. Erreflektiert das Gelernte:„Ich habe das zerschnitten, man kann es teilen, mankann es zerteilen. Ich schneide es durch, ich habe esdurchgeschnitten. Die Säge kann sägen unddurchsägen und zersägen. Die Schnipp-Schnapp kannschneiden und durchschneiden und zerschneiden.“


Januar 2008Melvin ist Handwerker im Rollenspiel„Rosy, wir müssen das jetzt reparieren!“


Melvin malt und schneidet Sägen aus.„Da male ich große Sägezähne - so große - von einerStichsäge


8. April 2008Melvin „liest“ in seinerDokumentationDabei sagt er:„Da habenwir doch gesägt“.. oder„da haben wir doch mitder Schere probiert.“Anschließend wiederholter seine Arbeiten.


Melvin erfindet „Säge-Geschichten“


Melvin erfindet „Säge-Geschichten“Ich will noch ne Willi-Säge kaufen.


Melvin erfindet „Säge-Geschichten“Ich will noch ne Willi-Säge kaufen.Die nimmt der Willi dann in denMund und sägt auch.


Melvin erfindet „Säge-Geschichten“Ich will noch ne Willi-Säge kaufen.Die nimmt der Willi dann in denMund und sägt auch.


Melvin erfindet „Säge-Geschichten“Ich will noch ne Willi-Säge kaufen.Die nimmt der Willi dann in denMund und sägt auch.Willi ist Melvins Hund


Melvin schreibt für seinen„Ordner“ (Portfolio)


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim Schreiben


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.Ich habe einen Hobel.


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.Ich habe einen Hobel.Ich habe eine Stichsäge.


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.Ich habe einen Hobel.Ich habe eine Stichsäge.Ich habe eine lange Spannleine.


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.Ich habe einen Hobel.Ich habe eine Stichsäge.Ich habe eine lange Spannleine.Ich habe eine so große schwarze Lampe


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.Ich habe einen Hobel.Ich habe eine Stichsäge.Ich habe eine lange Spannleine.Ich habe eine so große schwarze Lampein der Garage.


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.Ich habe einen Hobel.Ich habe eine Stichsäge.Ich habe eine lange Spannleine.Ich habe eine so große schwarze Lampein der Garage.Ich habe noch eine Bohrmaschine.


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.Ich habe einen Hobel.Ich habe eine Stichsäge.Ich habe eine lange Spannleine.Ich habe eine so große schwarze Lampein der Garage.Ich habe noch eine Bohrmaschine.Jetzt muss ich Sägemehl


Melvin ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate altEr erzählt beim SchreibenIch habe einen großen Nagel.Ich habe eine große Säge.Ich habe einen Hobel.Ich habe eine Stichsäge.Ich habe eine lange Spannleine.Ich habe eine so große schwarze Lampein der Garage.Ich habe noch eine Bohrmaschine.Jetzt muss ich Sägemehlmachen, weil du das alles aufgeschrieben hast.


Was zeigt dieses Beispiel für diesprachliche Bildung?


Kinder brauchen Ereignisse, die ihrInteresse wecken


Kinder brauchen Ereignisse, die ihrInteresse wecken• Sprechen entwickelt sich in einemHandlungszusammenhang, Ereignis.


Kinder brauchen Ereignisse, die ihrInteresse wecken• Sprechen entwickelt sich in einemHandlungszusammenhang, Ereignis.• Kinder brauchen etwas, was sie interessiert, um dafür dieWorte zu finden.


Kinder brauchen Ereignisse, die ihrInteresse wecken• Sprechen entwickelt sich in einemHandlungszusammenhang, Ereignis.• Kinder brauchen etwas, was sie interessiert, um dafür dieWorte zu finden.• Der sachliche Sinn der Wörter erschließt sich durch dieHandlung, den Ereigniszusammenhang.


Kinder brauchen Erwachsene,


Kinder brauchen Erwachsene,• die, die Ereignisse überschaubar machen (Rahmen);


Kinder brauchen Erwachsene,• die, die Ereignisse überschaubar machen (Rahmen);• die gemeinsam mit ihnen die Aufmerksamkeit aufeine Sache richten;


Kinder brauchen Erwachsene,• die, die Ereignisse überschaubar machen (Rahmen);• die gemeinsam mit ihnen die Aufmerksamkeit aufeine Sache richten;• die die Erfahrung der Kinder teilen und aushalten;


Kinder brauchen Erwachsene,• die, die Ereignisse überschaubar machen (Rahmen);• die gemeinsam mit ihnen die Aufmerksamkeit aufeine Sache richten;• die die Erfahrung der Kinder teilen und aushalten;• die sich einfühlen und auf dieser Basis mitdenken;


Kinder brauchen Erwachsene,• die, die Ereignisse überschaubar machen (Rahmen);• die gemeinsam mit ihnen die Aufmerksamkeit aufeine Sache richten;• die die Erfahrung der Kinder teilen und aushalten;• die sich einfühlen und auf dieser Basis mitdenken;• die sich nichtsprachlich und sprachlich darüberverständigen;


Kinder brauchen Erwachsene,• die, die Ereignisse überschaubar machen (Rahmen);• die gemeinsam mit ihnen die Aufmerksamkeit aufeine Sache richten;• die die Erfahrung der Kinder teilen und aushalten;• die sich einfühlen und auf dieser Basis mitdenken;• die sich nichtsprachlich und sprachlich darüberverständigen;• die ihnen Worte für ihre Erfahrungen geben(Modelle).


3. Die Zeit des narrativenDenkensDie Rolle der Gleichaltrigen


Die Erde schmilzt


Reggio children: Alles hat einen Schatten...


Reggio children: Alles hat einen Schatten...


Er ist genau so, als obdu dich im Spiegelsiehst, nur drinnen hater nichts, er ist ganzschwarz und lachtnichtReggio children: Alles hat einen Schatten...


Er ist genau so, als obdu dich im Spiegelsiehst, nur drinnen hater nichts, er ist ganzschwarz und lachtnichtReggio children: Alles hat einen Schatten...


Er ist genau so, als obdu dich im Spiegelsiehst, nur drinnen hater nichts, er ist ganzschwarz und lachtnichtDer Schatten ist aus einerArt von Wesengemacht, das immerschwarz ist … und wennes nicht ganz schwarzist, heißt es SchattierungReggio children: Alles hat einen Schatten...


Er ist genau so, als obdu dich im Spiegelsiehst, nur drinnen hater nichts, er ist ganzschwarz und lachtnichtDer Schatten ist aus einerArt von Wesengemacht, das immerschwarz ist … und wennes nicht ganz schwarzist, heißt es SchattierungReggio children: Alles hat einen Schatten...


Beobachten,Sprechen,Denken


Beobachten,Sprechen,DenkenWarum hat das Holzeigentlich beim Brennenimmer so geknackt?“„Das hat immer so geknackt,wenn die Tür auf war. Dannschnellen die Flammenimmer hoch. Ist doch klar,wenn die Tür auf ist, kommtdie ganze Luft `rein. DasFeuer frisst die Luft und wirdgroß und stark. So ist das.Ist doch ganz einfach.“„


gemeinsamIdeenentwickeln


gemeinsamIdeenentwickeln„Wie machen das die Rehe? Die rutschen nicht.“


gemeinsamIdeenentwickeln„Wie machen das die Rehe? Die rutschen nicht.“„Haben die Rehe Hufeisen an de Füßen? Vielleicht ist da einMagnetismus. Vielleicht haben die magnetische Füsse mit Hufeisen.“


gemeinsamIdeenentwickeln„Wie machen das die Rehe? Die rutschen nicht.“„Haben die Rehe Hufeisen an de Füßen? Vielleicht ist da einMagnetismus. Vielleicht haben die magnetische Füsse mit Hufeisen.“„Wir müssen den Rehen morgen auf die Füsse gucken!“


Der Anblick einer Höhle ruftGeschichten wach …


Der Anblick einer Höhle ruftGeschichten wach …Bateson:


Der Anblick einer Höhle ruftGeschichten wach …Bateson:Und da fällt mir eine Geschichteein.


Der Anblick einer Höhle ruftGeschichten wach …Bateson:Und da fällt mir eine Geschichteein.Im Kopf der Kinder gibt es nochkeine einzelnen Gegenstände.Gegenstände existieren nur imRahmen von Geschichten.


Der Anblick einer Höhle ruftGeschichten wach …Bateson:Und da fällt mir eine Geschichteein.Im Kopf der Kinder gibt es nochkeine einzelnen Gegenstände.Gegenstände existieren nur imRahmen von Geschichten.Geschichten, wenn sie erzähltwerden, rufen Geschichtenhervor


Der Anblick einer Höhle ruftGeschichten wach …Bateson:Und da fällt mir eine Geschichteein.Im Kopf der Kinder gibt es nochkeine einzelnen Gegenstände.Gegenstände existieren nur imRahmen von Geschichten.Geschichten, wenn sie erzähltwerden, rufen Geschichtenhervor


Geschichten,Ideenwanderung


Geschichten,Ideenwanderung„Ich weiß warum hier dieHöhle ist! Da war eineLawine und dann ist da einLoch entstanden, wogefährliche Dinge drin sindund deshalb hat die Polizeiein Gitter dahin gemacht.“„Vielleicht hat Bruno, der Bär,darin gelebt. Und der Bär weißjetzt eh nicht mehr wo sein zuHause ist und jetzt wird er inBayern aufgestellt! Im Museum.“


Geschichten,Ideenwanderung„Ich weiß warum hier dieHöhle ist! Da war eineLawine und dann ist da einLoch entstanden, wogefährliche Dinge drin sindund deshalb hat die Polizeiein Gitter dahin gemacht.“„Vielleicht hat Bruno, der Bär,darin gelebt. Und der Bär weißjetzt eh nicht mehr wo sein zuHause ist und jetzt wird er inBayern aufgestellt! Im Museum.“


• „Ich hab eine Spurgefunden! Ich habwas gefunden!“


• „Ich hab eine Spurgefunden! Ich habwas gefunden!“• „Ein Knochen! Dassind Stöcke, dieunter der Erdeliegen. Vielleicht einDino-Knochen?“


• „Ich hab eine Spurgefunden! Ich habwas gefunden!“• „Ein Knochen! Dassind Stöcke, dieunter der Erdeliegen. Vielleicht einDino-Knochen?“• „Ich hab etwas von‘nem Tier gefunden!Das ist bestimmtvon ‘nem Bären!“


Nachdenken über Bären ...


Wissen und Sprechenaus zweiter Quelle


Wissen und Sprechenaus zweiter QuelleZurück in derLernwerkstatt Natur weiseich Anke darauf hin, dasswir ein Tierlexikon haben,wo sie nachschlagenkönnte, was beim Bärensteht. Die anderen Kindersind nun mit anderenSachen beschäftigt. Sie gehtauf den Vorschlag ein, holtdirekt das Buch und suchtnach dem Bären.


• Ich lese ihr vor. Zwei andere Kinder stoßen hinzu.Ab und zu ergänzen die Kinder mich beim lesen,oder ihnen fällt etwas ein, was sie mir erzählenmöchten.


• Ich lese ihr vor. Zwei andere Kinder stoßen hinzu.Ab und zu ergänzen die Kinder mich beim lesen,oder ihnen fällt etwas ein, was sie mir erzählenmöchten.• „Die heißen Raubtiere, weil die gefährlich sind.“


• Ich lese ihr vor. Zwei andere Kinder stoßen hinzu.Ab und zu ergänzen die Kinder mich beim lesen,oder ihnen fällt etwas ein, was sie mir erzählenmöchten.• „Die heißen Raubtiere, weil die gefährlich sind.“• „Ich will in Alaska ein Aquarium aufbauen!“


• Ich lese ihr vor. Zwei andere Kinder stoßen hinzu.Ab und zu ergänzen die Kinder mich beim lesen,oder ihnen fällt etwas ein, was sie mir erzählenmöchten.• „Die heißen Raubtiere, weil die gefährlich sind.“• „Ich will in Alaska ein Aquarium aufbauen!“• „Die haben ein Fettpolster, weil sie im Winternichts mehr finden können und nichts mehrriechen können, weil alles mit Schnee überdecktist.“


• Ich lese ihr vor. Zwei andere Kinder stoßen hinzu.Ab und zu ergänzen die Kinder mich beim lesen,oder ihnen fällt etwas ein, was sie mir erzählenmöchten.• „Die heißen Raubtiere, weil die gefährlich sind.“• „Ich will in Alaska ein Aquarium aufbauen!“• „Die haben ein Fettpolster, weil sie im Winternichts mehr finden können und nichts mehrriechen können, weil alles mit Schnee überdecktist.“• „Ja, wenn die Bären wegziehen, dann brauchen sieein Fettpolster“


Geschichten werden wieder lebendig


Geschichten werden wieder lebendig„Im Winter sind die Bären ganz langsam! Siegehen so, guck!“ Die Kinder zeigen mir wie derBär läuft.


Geschichtenwerdenwiederlebendig


Geschichtenwerdenwiederlebendig


„Dann hüpfen sie.“„Aber im Winter können die Bärennicht hüpfen.“Geschichtenwerdenwiederlebendig


„Dann hüpfen sie.“„Aber im Winter können die Bärennicht hüpfen.“Geschichtenwerdenwiederlebendig


„Dann hüpfen sie.“„Aber im Winter können die Bärennicht hüpfen.“„wälzen sich...“Geschichtenwerdenwiederlebendig


„Dann hüpfen sie.“„Aber im Winter können die Bärennicht hüpfen.“„wälzen sich...“Geschichtenwerdenwiederlebendig


„Dann hüpfen sie.“„Aber im Winter können die Bärennicht hüpfen.“„wälzen sich...“Geschichtenwerdenwieder“... und beißen!“lebendig


• Kinder brauchenandere Kinder


• Kinder brauchenandere Kinder• Damit aus ihrenGedanken Geschichtenwerden


• Kinder brauchenandere Kinder• Damit aus ihrenGedanken Geschichtenwerden• Damit sich ihreGeschichten vermehren


• Kinder brauchenandere Kinder• Damit aus ihrenGedanken Geschichtenwerden• Damit sich ihreGeschichten vermehren• Damit aus GeschichtenTheorien werden, mitwelchen sie ihre Weltverstehen können


• Kinder brauchenandere Kinder• Kinder brauchenErwachsene:• Damit aus ihrenGedanken Geschichtenwerden• Damit sich ihreGeschichten vermehren• Damit aus GeschichtenTheorien werden, mitwelchen sie ihre Weltverstehen können


• Kinder brauchenandere Kinder• Damit aus ihrenGedanken Geschichtenwerden• Damit sich ihreGeschichten vermehren• Kinder brauchenErwachsene:• Damit sie kulturelleGeschichten finden, diedas Erleben der Kinderaufgreifen• Damit aus GeschichtenTheorien werden, mitwelchen sie ihre Weltverstehen können


• Kinder brauchenandere Kinder• Damit aus ihrenGedanken Geschichtenwerden• Damit sich ihreGeschichten vermehren• Damit aus GeschichtenTheorien werden, mitwelchen sie ihre Weltverstehen können• Kinder brauchenErwachsene:• Damit sie kulturelleGeschichten finden, diedas Erleben der Kinderaufgreifen• Damit sich dieGeschichten der Kindermit den kulturellenTheorien verknüpfen


““Das ist ein Krokodilschiff. Mein Krokodilschiff schwimmt aufalle Fälle, weil Krokodile schwimmen ja auch.“


““Das ist ein Krokodilschiff. Mein Krokodilschiff schwimmt aufalle Fälle, weil Krokodile schwimmen ja auch.“Ich fasse zusammen:


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• mimische und gestische Kommunikation aufder Basis von gegenseitiger Nachahmung


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• mimische und gestische Kommunikation aufder Basis von gegenseitiger Nachahmung• sinnvolle Ereignisse über die zu sprechenlohnt


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• mimische und gestische Kommunikation aufder Basis von gegenseitiger Nachahmung• sinnvolle Ereignisse über die zu sprechenlohnt• intuitive Didaktik der Erwachsenen


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• mimische und gestische Kommunikation aufder Basis von gegenseitiger Nachahmung• sinnvolle Ereignisse über die zu sprechenlohnt• intuitive Didaktik der Erwachsenen• dyadische und triadische Kommunikation


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• mimische und gestische Kommunikation aufder Basis von gegenseitiger Nachahmung• sinnvolle Ereignisse über die zu sprechenlohnt• intuitive Didaktik der Erwachsenen• dyadische und triadische Kommunikation• unterstützende Rahmenformate


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• gemeinsam geteilte Aufmerksamkeit


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• gemeinsam geteilte Aufmerksamkeit• gemeinsam geteilte Erfahrung


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• gemeinsam geteilte Aufmerksamkeit• gemeinsam geteilte Erfahrung• Modelle des Sprechens


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• gemeinsam geteilte Aufmerksamkeit• gemeinsam geteilte Erfahrung• Modelle des Sprechens• andere Kinder, die mitdenken undmitsprechen


Zur sprachlichen Bildung brauchenKinder ...• gemeinsam geteilte Aufmerksamkeit• gemeinsam geteilte Erfahrung• Modelle des Sprechens• andere Kinder, die mitdenken undmitsprechen• also Menschen die zuhören, mitdenken undAntworten geben


Isolierte sprachliche Förderung ist keinesprachliche Bildung. Sie setzt diese voraus.Sozialer oder kultureller Benachteiligung kannman nur durch umfassende sprachliche Bildungentgegen wirken.Einzelne Fördermaßnahmen sind allenfallsNotfallmaßnahmen


Ting Ting 2;8


Ting Ting 2;8Am Tag nach der Nachricht von Hundertwassers Tod, erzählt die ErzieherinUlla Gollmer-Kröbl, Krippe Tornquiststr., Hamburg, der am Hundertwasser-Projekt beteiligten Ting-Ting, dass Hundertwasser tot ist.


Ting Ting 2;8Am Tag nach der Nachricht von Hundertwassers Tod, erzählt die ErzieherinUlla Gollmer-Kröbl, Krippe Tornquiststr., Hamburg, der am Hundertwasser-Projekt beteiligten Ting-Ting, dass Hundertwasser tot ist.Ting-Tings Reaktion: „Hundertwasser! Tot! Schade! Kann keine Mütze mehraufsetzen und keinen Pinsel mehr in die Hand nehmen!“


Ting Ting 2;8Am Tag nach der Nachricht von Hundertwassers Tod, erzählt die ErzieherinUlla Gollmer-Kröbl, Krippe Tornquiststr., Hamburg, der am Hundertwasser-Projekt beteiligten Ting-Ting, dass Hundertwasser tot ist.Ting-Tings Reaktion: „Hundertwasser! Tot! Schade! Kann keine Mütze mehraufsetzen und keinen Pinsel mehr in die Hand nehmen!“

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