Herbsttage der Jüdischen Musik 2008 - Hochschule für Musik ...

hmtm.hannover.de
  • Keine Tags gefunden...

Herbsttage der Jüdischen Musik 2008 - Hochschule für Musik ...

Herbsttage der Jüdischen Musik 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTKulturpartner


Herbsttage der Jüdischen Musik 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHT


GRUSSWORTChristian WulffNiedersächsischer MinisterpräsidentDie Herbsttage der Jüdischen Musik 2008 erinnern uns mit einerVielzahl von Veranstaltungen rund um den 9. November an schrecklicheGeschehnisse, in der mit den jüdischen Gotteshäusern auch diejüdische Musik, ihre Orgeln, ihre Instrumente und Noten zerstörtwurden. Auch und gerade nach genau 70 Jahren zählt die Erinnerungan die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 zu einer der regelmäßigenMahnungen unseres kollektiven nationalen Gedächtnisses.Das Gedenken an die Pogromnacht führt in diesem besonderen Jahrzu einer Konzert- und Veranstaltungsreihe des Europäischen Zentrumsfür Jüdische Musik unter dem Thema „Gedenken und Zuversicht“.An der musikalischen Umsetzung des Programms wirken eineReihe renommierter internationaler Künstlerinnen und Künstler mit.Ansprachen und Wortbeiträge namhafter Persönlichkeiten des öffentlichenLebens leisten einen weiteren Beitrag zur Beschäftigung mitdem Leitthema und werden, neben dem musikalischen Rahmen,wichtige Akzente setzen können.Das Wiedererstehen der jüdischen Musik wäre ohne das EuropäischeZentrum für Jüdische Musik an der Hochschule für Musik und TheaterHannover nicht denkbar. Die Erfolgsgeschichte des Instituts istuntrennbar verbunden mit seinem Gründer und Initiator Andor Izsák.Unter seiner Leitung wurde das Institut zum international beachtetenSprachrohr und Mittler der Synagogalmusik. Dank der unermüdlichenEnergie von Andor Izsák und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiternbesitzen wir heute wieder eine beachtliche Sammlung an Orgeln undKompositionen aus der Zeit des 19. Jahrhunderts bis in das erste Dritteldes 20. Jahrhunderts. Sie verdeutlichen uns nachdrücklich, dass diejüdische Kultur in Europa immer auch Teil unserer eigenen Kultur war.Im Sinne der Veranstaltung macht uns diese Sammlung aber auchzuversichtlich, dass dies so bleiben wird.Den Herbsttagen der Jüdischen Musik 2008 und allen Beteiligten wünscheich den verdienten Erfolg und allen Besucherinnen und Besuchernanregende, anspruchsvolle und interessante Konzerterlebnisse!Christian WulffNiedersächsischer Ministerpräsident2


Stephan WeilOberbürgermeister der Landeshauptstadt HannoverVor 70 Jahren, am 9. November 1938, brannten in DeutschlandSynagogen und jüdische Einrichtungen. Ein Fanal, das noch mehrunfassbare Ereignisse und unglaubliches Leid nach sich zog.Was damals geschah, darf nie vergessen werden und mahnt allekommenden Generationen.Mit dem Holocaust wurde auch jüdisches Kulturgut zerstört.Viel davon konnte jedoch bewahrt und rekonstruiert werden.So auch verloren geglaubte Musiktraditionen.Jahrzehnte nach den schrecklichen Vorkommnissen der Verfolgungund des Krieges blüht auch in Hannover wieder jüdisches Leben.Einen großen Anteil daran hat das Europäische Zentrum für JüdischeMusik unter der Leitung von Prof. Andor Izsák.Die Landeshauptstadt Hannover ist stolz, dass dieses für die jüdischeMusikgeschichte so wichtige Zentrum hier beheimatet ist.Die Herbsttage der Jüdischen Musik bieten ein reichhaltiges Programmmit namhaften Künstlern und zeigen eine enorme Bandbreitevon synagogalen Gesängen bis zu Klezmer-beeinflussten Klängen.Durch die verbindende und versöhnende Kraft der Musik wird es auchzu Begegnungen und zum Austausch kommen. So geht die Veranstaltungsreiheauch weit über Musikdarbietungen hinaus: Reden,gemein same Gottesdienste sowie ein Gala-Dinner vervollständigenein anspruchsvolles Programm.Ich wünsche den Herbsttagen der Jüdischen Musik in Hannover vielErfolg und regen Publikumszuspruch.Stephan WeilOberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover3


VORWORTAndor IzsákDirektor des Europäischen Zentrums für Jüdische MusikNovember 2008 –und wir erinnern uns:70 Jahre sind vergangen,seit in Deutschland inder Reichs pogromnachtdie Synagogen branntenund Schlimmeres sichabzeichnete. 20 Jahresind vergangen, seit dasEuropäische Zentrumfür Jüdische Musik –zunächst in Augsburg,später in Hannover - seine Arbeit aufnahm, um derdurch den Nationalsozialismus verdrängten und beinaheausgemerzten synagogalen Musik wieder ihrenangestammten Platz im europäischen Kulturlebenzurückzugeben. Und heute? Unser Zentrum steht amBeginn einer neuen Epoche: Es wird seine Arbeit inder historischen Villa Seligmann in HannoversHohenzollernstraße fortführen und ausweiten.Entsprechend lautet der Titel unseres EröffnungskonzertesderHerbsttage der Jüdischen Musik 2008“:Gedenken und Zuversicht. Wie ein roter Faden ziehtsich dieses Thema durch die neuntägige Veranstaltungsreihe.Vielen gilt mein Dank: der NiedersächsischenLandesregierung, die mit der Etablierung des EuropäischenZentrums für Jüdische Musik an derHochschule für Musik und Theater den Bodenbereitet hat für die Bewahrung, Erforschung undVermittlung jüdisch-liturgischer Musik in Hannover.Der Siegmund Seligmann-Stiftung, die als Trägerindes Gebäudes dem Zentrum die Arbeit in der VillaSeligmann ermöglicht. Den Freunden der VillaSeligmann e.V., die hinter den Kulissen Großesbewegen. Und danken möchte ich allen, die sichfür die „Herbsttage der Jüdischen Musik 2008“so engagiert einsetzen: der NiedersächsischenLottostiftung, dem Bundesministerium des Innern,der Landeshauptstadt Hannover, NDR Kultur, demNDR Chor und der NDR Radiophilharmonie, derMaurer Werbeagentur, den Kirchengemeinden undder Jüdischen Gemeinde, der Gottfried WilhelmLeibniz Bibliothek, dem Maritim Grand Hotel undden vielen vielen Mitwirkenden und Helfern.Freuen Sie sich mit uns auf einvielfältiges Programm jüdischer Musik!Herzlich Willkommen!IhrProfessor Andor IzsákDirektor des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik4


Das Europäische Zentrumfür Jüdische Musik (EZJM)unter der Leitung von Prof. AndorIzsák ist ein Institut der Hochschulefür Musik und Theater Hannover. Eswurde 1988 in Zusammenarbeit mitder Universität Augsburg gegründet.Das EZJM widmet sich der Dokumentationund Rekonstruktion jüdisch-liturgischerMusik, die in der Zeit zwischen1810 und 1938 eine Blütezeit erlebte.Es sammelt und bewahrt Dokumente,Instrumente und Tonaufnahmen undpräsentiert die Musik der Synagogein Konzerten und Ausstellungen.Das EZJM erhält in der Villa Seligmannseinen neuen Sitz und weitet seineArbeit in den Bereichen Forschung,Lehre und Konzerttätigkeit aus.Die Siegmund Seligmann-Stiftung,gegründet 2006, setzt sich fürdie Wiederbelebung der jüdischensakralen MusiktraditionenEuropas ein. Unter dem KuratoriumsvorsitzendenMinisterpräsidentChristian Wulff haben sichherausragende Persönlichkeitenaus dem öffentlichen Leben Niedersachsenszusammengefundenmit dem Ziel, der synagogalenMusik wieder eine dauerhafteHeimat im kulturellen Lebenzu geben. Seit dem 1. Mai 2008ist die Siegmund Seligmann-Stiftung Eigentümerin derVilla Seligmann.Die Freunde derVilla Seligmann e.V.sind ein Verein von Bürgerinnenund Bürgern mit Freude an derjüdischen Kultur und der jüdischenMusik. Sie engagieren sichfür die Villa Seligmann als neueskulturelles Zentrum in Hannover.Die Mitglieder des Vereins unterstützenunmittelbar den Erhalt,die Erforschung und die Aufführungjüdisch-liturgischer Musik.5


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTVor-KlangPsalmvertonungen der Romantikvon Louis Lewandowski,Franz Schubert,César Franck,Salomon Sulzeru. a.Samstag,1. November 200819.30 UhrMarkuskircheEintritt: 1 15,-/10,-www.markuschor.deMarkuschorDantes DiwiakTenorCaroline SteinSopranN.N.AltMichael JäckelBassAxel LaDeurOrgelN.NHarfeAndor IzsákLeitung und ModerationMartin LüssenhopEinstudierungGrußwortHermann DinklaPräsidentdes NiedersächsischenLandtagesMarkuschor6


Der Markuschorstellt ein Programm hebräisch- und deutschsprachigerPsalmvertonungen der Romantik vor.Dabei stehen Werke von bedeutenden Komponistender Synagoge im Mittelpunkt: Es erklingt Musikaus den jüdischen Gemeinden von Berlin, Paris,Wien und Hannover.Und die Musik verbindet: Markuskirche und VillaSeligmann, in der das Europäische Zentrum fürJüdische Musik sein neues Domizil findet, liegennur wenige Hundert Meter voneinander entfernt;beide Gebäude wurden in demselben Jahr, 1906,errichtet. Das Konzert unter der Leitung von AndorIzsák ist deshalb auch ein Ausdruck der Verbundenheit,und es stimmt ein auf die die neueNachbarschaft.Andor Izsákdirigiert und moderiert das Konzert. Er erläutertdie Besonderheiten der einzelnen Werke und gibtHintergrundinformationen zur liturgischenBedeutung der Stücke.Herbsttageder JüdischenMusik1.11.200819.30 UhrMarkuskircheAndor Izsák7


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTFeuerriss durch die Welt –70 Jahre nach dem SynagogenbrandSynagogale Gesänge von Israel Alter,Kantor an der zerstörten SynagogeHannoversSamstag,8. November 200818 UhrNeustädter Hof- und StadtkircheSt. JohannisEine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit denKirchen auf der „Straße der Toleranz“Eintritt freieine Spende wird erbetenKantor Benjamin Z. MaissnerTorontoEnsemble für Synagogale MusikHannoverAlexander IvanovOrgelAndor IzsákLeitungWorte und GebeteDr. Ingrid SpieckermannLandessuperintendentinfür den evangelisch-lutherischenSprengel HannoverIm AnschlussLichterentzünden auf dem Weg zum Mahnmalder ehemaligen Synagoge8


Israel Alter (1901 – 1979)wurde in Lemberg (Polen) geboren.Nach Studien in Wien trat er im Altervon 20 Jahren seine erste Kantorenstelleam Wiener Brigittenauer Tempel-Vereinan. Ab 1925 war er alsOberkantor an der Synagoge in Hannovertätig. 1935 emigrierte er zunächstnach Südafrika und wurde ander United Hebrew Congregation inJohannesburg tätig. 1961 zog er in dieUSA und lehrte an der School of SacredMusic des Hebrew Union Collegein New York. Israel Alter war für seineherausragende Tenorstimme berühmtund veröffentlichte verschiedeneKompositionen für den synagogalenGottesdienst sowie jiddische Lieder.Kantor BenjaminZ. Maissner,Israel Alters Neffe,der seinen berühmtenOnkel u.a. als Dozent amHebrew Union Collegepersönlich erlebte,ist heute Kantor undMusikdirektor am HolyBlossom Temple inToronto.Herbsttageder JüdischenMusik8.11.200818 UhrNeustädterHof- undStadtkircheSt. Johannis9


ERÖFFNUNGSKONZERT HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTJüdisch-liturgische Musikvon Louis Lewandowski,Salomon Sulzer u.a.Auferstehungssinfoniein c-Moll (Urlicht und Finale)von Gustav MahlerSonntag,9. November 200819.30 UhrKuppelsaal, HannoverCongress CentrumEintritt freieine Spende wird erbetenHelen DonathSopranMareike BraunMezzosopranBenjamin Z. MaissnerTenorAlexander IvanovOrgelChor der Herbsttageder Jüdischen MusikNDR RadiophilharmonieAndor Izsák,Moshe AtzmonLeitungAnsprachenChristian WulffNiedersächsischerMinisterpräsidentStephan WeilOberbürgermeister derLandeshauptstadtHannoverDas Konzertwird ab 19.30 Uhr liveauf NDR Kultur gesendet.KulturpartnerGedenken …Vor 70 Jahren, am 9. November 1938, branntenin Deutschland die Synagogen. Gebetshäuser undKulturgüter wurden zerstört, Menschen wurdenverfolgt, gedemütigt, ermordet. Der Reichspogromnachtfolgte der Holocaust mit unzähligen Opfernund unfassbarem Leid.… und ZuversichtTrotz allem kam das jüdische Kulturleben niemalszu einem völligen Stillstand. Selbst in den Konzentrationslagern wurde musiziert, und die liturgischenGesänge wurden angestimmt. Vieles der reichensynagogalen Musiktradition ging verloren, dochmanches konnte gerettet und bewahrt werden.10


KostenloseKonzertkarten sinderhältlich an denfolgenden Stellen:Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule HannoverTheodor-Lessing-Platz 1Montag bis Mittwoch10 – 15 UhrDonnerstag10 – 14 Uhr und 16 – 18 UhrFreitag 10 – 13 UhrHerbsttageder JüdischenMusik9.11.200819.30 UhrKuppelsaal,HannoverCongressCentrumv.l.n.r.Helen DonathMareike BraunBenjamin Z. MaissnerMoshe AtzmonWir bitten um IhreSpende:Gesellschaft zur Förderungsakraler jüdischer MusikSparkasse HannoverBLZ 250 501 80Konto-Nr. 232 742Hochschule für Musik und Theater HannoverEmmichplatz 1Montag und Dienstag 14 – 15.30 UhrDonnerstag und Freitag 10 – 12 UhrEuropäisches Zentrumfür Jüdische MusikTel. 0511-3100-430Fax 0511-3100-435info@ezjm.de11


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTJüdische Musik der RomantikPsalmenvertonungenvon Louis Lewandowskiund Franz SchubertNDR ChorAlexander IvanovOrgelAndor IzsákLeitungAnspracheMontag,10. November 200819.30 UhrMarktkircheDr. Dr. h.c. Margot KäßmannLandesbischöfinder evangelisch-lutherischenLandeskirche HannoversEintritt freieine Spende wird erbeten12


Louis Lewandowski (1821-1894)ist einer der bekanntesten Komponisten synagogalerMusik. Als erster Jude wurde er in die Akademieder Künste aufgenommen. Seine in deutscherSprache für gemischten Chor, Soli und Orgelbegleitunggeschriebenen Liturgischen Psalmensind von höchster musikalischer Qualität und stehenmit Kompositionen von Brahms, Mendelssohn undSchubert auf einem Niveau. Viele seiner hebräischenPsalmen- und Gebetsvertonungen zählten zumStandardrepertoire des synagogalen Gottesdienstesund der in Synagogen stattfindenden Konzerte.Franz Schubert (1797-1828)schrieb Werke für die Wiener Synagoge.Beide Komponisten bilden ein hervorragendesBeispiel dafür, wie die Juden und Christen verbindendeTradition des Psalmengebets sich auchin den Vertonungen widerspiegelt und zur gegenseitigenBefruchtung und Inspiration jüdischerwie christlicher Komponisten in der Zeitder Romantik führte.Herbsttageder JüdischenMusik10.11.200819.30 UhrMarktkircheLouis LewandowskiFranz Schubert13


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTGedenkkonzertZuversicht! Europa – AmerikaIgor Strawinski:PsalmensymphonieSteve Reich:Different TrainsLeonard Bernstein:Chichester PsalmsDienstag,11. November 200819.30 UhrMarkuskircheEintritt: bitte erfragenwww.messiaskantorei.deNomos-QuartettMessiaskantorei HannoverCoro Femminile Floreos RomaLachan Jewish Chamber ChoirTorontoJohannes GedickeAltBielefelder PhilharmonikerGuido MürmannLeitungNomos-Quartett14


Guido MürmannMit freundlicher Unterstützung durch:Igor Strawinski (1882 – 1971)In der Psalmensymphonie verwirklicht Strawinskiseine Idee einer religiösen Symphonie, in der das vonBläsern dominierte Orchester den Chor wenigerbegleitet als vielmehr ein eigenständiges Gegenüberdesselben wird. Das Werk wurde 1930 fast zeitgleichsowohl in Boston als auch in Brüssel zum erstenMal aufgeführt.Leonard Bernstein (1918 – 1990)schrieb die Chichester Psalms 1965 in Connecticut.Sie stellen sein Bekenntnis zur tonalen Musik dar.Das Werk vermittelt mit seinem Anfangs- undseinem Schlusschoral, mit seinen freudig bewegtenTänzen und dem lyrischen Solo des 23. Psalms eineZuversicht, die das Volk Israel zu allen Zeiten in denPsalmen gefunden hat.Steve Reich (geb. 1936)Seine gleichermaßen minimalistische und ergreifen -de Komposition Different Trains für Streichquartettund Tonbandeinspielung schafft die dramaturgischeVerbindung zwischen den Werken Bernsteins undStrawinskis. "Wäre ich ab 1939 in Europa gewesen,wäre ich auf anderen Zügen gefahren" - diese Aussagedes New Yorker Juden Reich bildet die Grundlagedes Werkes. Die Deportationszüge, auf die sichdas Zitat bezieht, werden musikalisch durch dietranceartige, rhythmische Wiederholungsstrukturund durch entsprechende Geräusche vom Bandillustriert. Originale Sprachaufzeichnungen vonHolocaust-Überlebenden, die Reich unverändertvom Tonband zu Wort kommen lässt, verleihenseiner Komposition eine dokumentarisch distanzierteund zugleich menschlich bewegende Qualität.Herbsttageder JüdischenMusik11.11.200819.30 UhrMarkuskirche15


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTSynagoga & EcclesiaJüdische PsalmvertonungenIldebrando Pizzetti:Missa di Requiemu. a.Lachan Jewish Chamber Choir TorontoBenjamin Z. MaissnerLeitungKammerchor HannoverStephan DoormannLeitungAnspracheNorbert TrelleBischof von HildesheimMittwoch,12. November 200819.30 UhrBasilika St. ClemensEintritt freieine Spende wird erbeten16


Lachan Jewish Chamber ChoirTorontoIn der katholischen Hauptkirche Hannoverstreffen sich Synagoge und Kirche:Der Lachan Jewish Chamber Choir aus Torontobringt jüdisch-liturgische Gesänge zu Gehör.Der Kammerchor Hannoverbietet Pizzettis Requiem und andere geistlicheWerke des Christentums dar.Beide Chöre beenden das Konzert mit zweigemeinsam gesungenen Stücken, darunter dasjubelnde „Hallalujoh“ von Louis Lewandowski.Herbsttageder JüdischenMusik12.11.2008,19.30 UhrBasilikaSt. ClemensKammerchor Hannover17


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTAusstellungseröffnungHebräische KostbarkeitenAus der Sammlung Andor Izsákund der Gottfried Wilhelm LeibnizBibliothekMichael AlbertLiederzyklus Blütenlesenach Gedichten vonSelma Meerbaum-EisingerJunger Kammerchor HannoverAndreas MattersteigLeitungGrußwortLutz StratmannNiedersächsischer Minister für Wissenschaftund KulturDonnerstag,13. November 200819.30 UhrGottfried Wilhelm Leibniz BibliothekEintritt freieine Spende wird erbetenim Anschluss EmpfangJunger Kammerchor Hannover18


Selma Meerbaum-EisingerAls die Jüdin 1942 18-jährig imArbeitslager Michailowka in derUkraine starb, hinterließ sie mitden Liebesgedichten für einenFreund ein Stück Weltliteratur.Hilde Domin schreibt zu diesenTexten: "Es ist eine Lyrik, die manweinend vor Aufregung liest: sorein, so schön, so hell und so bedroht".Michael AlbertDer hannoversche Komponist(geb. 1960) hat die Gedichte vonSelma Meerbaum-Eisinger vertont.Seine Musik ist inspiriert von derjugendlichen Schwermut undSchönheit der Gedichte, seine musikalischeAussage ebenso klar undverständlich wie die Worte Selmas:ergreifend, zerbrechlich, liebevoll.Junger Kammerchor HannoverUnter der Leitung von AndreasMattersteig interpretiert er dieGedichte und ihre Vertonung sehreinfühlsam und eindringlich. Währenddes Programms werden diewenigen erhaltenen FotografienSelmas gezeigt. Gemeinsam mitkurzen biografischen Einblickenund Lesungen vertiefen sie dieSpurensuche.„Hebräische Kostbarkeiten“Diese Ausstellung präsentiertwertvolle Judaica aus dem Bestandder Gottfried Wilhelm LeibnizBibliothek und einzigartige Notendruckeund Handschriften synagogalerMusik aus der SammlungAndor Izsák.Herbsttageder JüdischenMusik13.11.2008,19.30 UhrGottfriedWilhelmLeibnizBibliothek19


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTÖffentlicherKabbalat-Schabbat-Gottesdienstmit anschließendemKiddusch-Empfang der JüdischenGemeindemusikalisch gestaltet durchKantoren und SynagogenchöreGrußwortMichael FürstVorsitzender der Jüdischen GemeindeHannoverDer jüdische Sabbat beginnt bereits am Freitagabendmit dem Entzünden der Sabbat-Lichter.Zum Empfang des Sabbat – Kabbalat Schabbat –findet ein feierlicher Gottesdienst mit eigenerLiturgie statt, der an diesem Tag musikalischbesonders reich gestaltet ist.An den Gottesdienst schließt sich ein Empfangmit der Benediktion über Wein – Kiddusch – an.Freitag,14. November 200819 UhrSynagoge der Jüdischen GemeindeHannoverHerren werden gebeten, in der Synagoge eineKopfbedeckung zu tragen.20


Torah-RolleHerbsttageder JüdischenMusik14.11.2008,19 UhrSynagogeder JüdischenGemeindeHannover21


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTGala-Dinnermit einem unterhaltsamen Programmjüdischer MusikSamstag,15. November 200819.30 UhrMaritim Grand Hotel HannoverEintritt: 1 65,- (ohne Getränke)Kartenbestellungen und nähere Informationen beimEuropäischen Zentrum für Jüdische MusikTel. 0511-3100-430info@ezjm.deSeit mehreren Jahren lädt das EuropäischeZentrum für Jüdische Musik zu den beliebtenPurim- und Weihnukka-Feiern ein, die kulinarischeGenüsse mit dem Erleben jüdischer Musik verbinden.In diesem Jahr wird keine Weihnukka-Feier stat tfinden.Vielmehr bittet das Zentrum zum Ausklangder Herbsttage der Jüdischen Musik zu einemexklusiven Gaumenschmaus, bei dem Sie Kantoren,Ensembles und Solisten mit einem fröhlich-unterhaltsamenMusikprogramm erleben können.Der Abend beginnt mit einem Champagner-Empfang. Chefkoch Gerhard Clövers vom MaritimGrand Hotel verwöhnt Sie mit einem 4-Gänge-Menü, das erlesene jüdische Speisen und Getränkebeinhaltet. Und als Ohrenschmaus kommt dazuein Potpourri aus jüdischen Gesängen, Melodienund Anekdoten.Genießen Sie einen Abend voller Überraschungen!22


Herbsttageder JüdischenMusik15.11.2008,19.30 UhrMaritimGrand HotelHannover23


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTBegegnung der ChöreAn den Herbsttagen der JüdischenMusik beteiligte Chöre interpretierenVertonungen von Texten derHebräischen Bibelim Anschluss Empfangdurch den Oberbürgermeister derLandeshauptstadt HannoverStephan WeilSonntag,16. November 200812 UhrNeues RathausEintritt freieine Spende wird erbeten24


Das Neue Rathaus bietet mit seiner besonderenArchitektur den Rahmen für diese Begegnung:Verschiedene Chöre, die bereits bei anderenVeranstaltungen der Herbsttage zu hören waren,kommen zusammen und singen in variierendenGruppierungen und Aufstellungen.Die hebräisch- und deutschsprachigenVertonungen biblischer Texte verbinden sichauf diese Weise mit interessanten akustischenEffekten. Zum Ausklang der mittäglichen Stundestimmen Jugendchöre, engagierte Laiensängerund professionelle Ensembles gemeinsammit den ausländischen Gastinterpretenabschließende Psalmen an.Herbsttageder JüdischenMusik16.11.2008,12 UhrNeues Rathaus25


ABSCHLUSSKONZERT HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTMichael Tippett:A Child of Our TimeSonntag,16. November 200818 UhrMarkuskircheEintritt freieine Spende wird erbetenSylvia BleimundSopranOkka von der DamerauAltWilhelm AdamTenorAlbrecht PöhlBassClazz – Junger Konzertchor HannoverClazz – Junger KonzertchorHannoverKammerchor AnimatoKrakauJoseph-Joachim-SinfonieorchesterHannoverThomas PosthLeitung26


Michael Tippett (1905 – 1998)verarbeitet in seinem 1941 vollendetenOratorium A Child of Our Time musikalischdie Geschehnisse um den9. November 1938. Es erzählt dieGeschichte des hannoverschen JudenHerschel Grynspan: Seit 1936 lebt erillegal in Paris. Seine Familie, 1938 andie polnische Grenze deportiert, bittetihn um Hilfe. Grynspan versucht, dieAusreise seiner Familie nach Frankreichzu organisieren, bleibt aber ohneErfolg. In seiner Verzweiflung besuchter am 7. November 1938 die DeutscheBotschaft in Paris und schießt auf denDiplomaten Ernst Eduard von Rath.Von Rath stirbt am folgenden Tag anseinen Verletzungen. Den Nationalsozialistenbietet dieses Attentat denAnlass für die Reichspogromnacht am9. November.Tippetts Oratorium ist nach barockemVorbild in drei Teilen mit Rezitativen,Arien und Chorstücken gestaltet:Teil 1 schildert den Zustand in Europa:Angst, Unterdrückung, Verfolgung,Armut, Krieg.Teil 2 schildert die Tat und seine Folgen.Teil 3 stellt Fragen nach dem Schicksalder Menschheit und dem von Grynspanund dem Herrscher, endet aber hof f-nungsvoll: Der Herrscher wurdeverbannt, auf den Winter folgt derFrühling.Mit freundlicher Unterstützung durch:Herbsttageder JüdischenMusik16.11.2008,18 UhrMarkuskirche27


HERBSTTAGE DER JÜDISCHEN MUSIK 2008GEDENKEN UND ZUVERSICHTDie Herbsttage der Jüdischen Musik 2008 auf NDR Kultur:Das Gesprächsonnabends 18 UhrAndor Izsák8.11.2008Glocken und Chorsonnabends 19 UhrLouis LewandowskiNDR ChorLeitung: Andor Izsák8.11.2008Live-Übertragungdes Eröffnungskonzertesab 19.30 UhrSonntag9.11.200828Klassik à la cartemontags – freitags 13 UhrEingeladen sind Raphael Seligmann,Ralph Giordano und Dirk Rossmann.Die Sendedaten werden kurzfristigim Programm von NDR Kultur sowieunter ndrkultur.de bekanntgegeben.Welt der Musikdienstags 21 UhrJüdische Musik11.11.2008Änderungen vorbehalten.Weitere Informationen und Frequenzenunter ndrkultur.de.VeranstaltungsorteBasilika St. ClemensGoethestraße 3330169 HannoverGottfried Wilhelm Leibniz BibliothekWaterloostraße 830169 HannoverHannover Congress CentrumKuppelsaalTheodor-Heuss-Platz 1-330175 HannoverMarktkircheHanns-Lilje-Platz30159 HannoverMarkuskircheLister Platz, 30163 HannoverMaritim Grand Hotel HannoverFriedrichswall 1130159 HannoverNeues RathausTrammplatz 230159 HannoverNeustädter Hof- undStadtkirche St. JohannisRote Reihe 830169 HannoverSynagoge der Jüdischen GemeindeHannoverHaeckelstraße 1030173 HannoverInformationen zu allen Veranstaltungenerhalten Sie beimEuropäischen Zentrum für Jüdische MusikT 0511-3100-430 · F 0511-3100-435Postfach 51054530635 Hannoverinfo@ezjm.deDie Urheberrechte der abgebildeten Fotos liegen bei den AutorenGestaltung: Maurer Werbeagentur, Druck: Carl Küster GmbH


Jüdische Musikder RomantikPsalmenvertonungenvon Louis Lewandowskiund Franz SchubertHebräische Rhapsodieund Orgelpräludium Nr. 1von Louis LewandowskiNDR ChorAlexander IvanovOrgelErika LuxKlavierPhilharmonie Berlin25. November 200820 UhrKarten:telefonischPhilharmonie Berlin(030) 254 88 - 999onlinewww.musikadler.deAndor IzsákLeitungKonzert-DirektionHans AdlerAuguste-Viktoria-Straße 6414199 Berlin


Gefördert von:

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine