Sommer 2011 - evangelische Kirchengemeinde Steinenbronn

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Sommer 2011 - evangelische Kirchengemeinde Steinenbronn

Sommer 201150 Jahre Evangelischer KindergartenGemeindebriefder Evangelischen KirchengemeindeSteinenbronn50 Jahre Kindergartengeschichteehemalige Kindergartenkinder berichtenGemeinschaft beim AbendmahlGrüße aus der weiten Welt


EditorialLiebe Leserinnen und Leser,seit vor einem halbenJahrhundert unserEvang. Kindergarteneingeweiht wordenist, hat sich vielgetan. In diesemHeft wollen wirzurückschauen undnach vorne blicken.Sie erfahren etwas über die Geschichteder vergangenen 50 Jahre, lesen,wie Steinenbronner auf ihre ehemaligeKindergartenzeit zurückblickenund werden auch über aktuelle Veränderungeninformiert.Wir freuen uns, viele von Ihnen beiunserem Kindergartenfest am 24. Julibegrüßen zu dürfen. Dort soll unsereEinrichtung auch einen neuen Namenerhalten: Evangelischer Kindergarten„Unter dem Regenbogen“. Schon vor10 Jahren entstand der Regenbogenfischals Logo des Kindergartens. Wirfinden, dass der Regenbogen einschönes Sinnbild für unsere Kindergartenarbeitist: Das Leben ist vielfältigund bunt, auch nach traurigen unddunklen Stunden gibt es Anlass zuneuer Freude – nicht zuletzt deshalb,weil Gott versprochen hat, uns immerwieder neu ans Licht zu bringen.So wie es die Sintflutgeschichtebeschreibt, die mit dem Hoffnungszeichendes Regenbogens schließt.Herzlich grüßt Sie Ihr Marc Stippich2Kontakt und ImpressumEvangelische KirchengemeindeSteinenbronnwww.ev-kirche-steinenbronn.dePfarrer Marc StippichTulpenweg 3Tel. 07157/20393 · Fax 07157/8940pfarramt@ev-kirche-steinenbronn.deÖffnungszeiten im Pfarrbüro,Tulpenweg 3Di., Mi., Do. jeweils von 9 - 12 UhrTel. 07157/20393 · Fax 07157/8940sekretariat@ev-kirche-steinenbronn.deGemeindediakon Siggi RöschTel. 07031/2622089Siggi.Roesch@ev-kirche-steinenbronn.deEvang. Kirchenpflege SteinenbronnKreissparkasse BöblingenKonto Nr. 2014678, BLZ 60350130Vereinigte VolksbankKonto Nr. 650201000, BLZ 60390000Kirchenpflegerin Roswitha SchradeTel. 07157/3326kirchenpflege@ev-kirche-steinenbronn.deGemeindebriefredaktion:Pfarrer Marc Stippich (V.i.s.d.P.)Sabine Auch, Georg Dornes,Margarete HauserGestaltung, Layout und Druck:Jung + Brecht GmbH & Co.KG.Wir danken allen, die uns Bilder vomKindergarten zukommen ließen.Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist der 16.09.2011


An”GE”dacht© Fotostudio CeskaEs ist ein wunderschönes Glasfenster,das den Eingangsbereich unseresEvang. Kindergartens ziert: Dargestelltist unsere Welt als Schöpfung Gottes.In diese Welt dürfen und durften wiralle als Kinder hineinwachsen. Mansieht viel Wasser auf dem Bild. Esdurchzieht die Landschaft, aber eszieht sich zurück. Mir scheint, derKünstler hat den Augenblick festgehalten,an dem Tiere und Menschen nachdem Unglück der Sintflut die rettendeArche verlassen haben und sich wiederauf der Erde ausbreiten. Viele Tieresind zu zweit unterwegs, so wie sie inPaaren in die Arche hinein- und auchwieder hinausgegangen sind. Sie sindglücklich und friedlich – sogar der Löwezwinkert uns vergnügt mit dem rechtenAuge zu.Ganz in Ordnung ist diese Welt abernicht. Daran erinnern die beiden Menschenin der Bildmitte, die unter demBaum mit den verführerischen Früchtenstehen, um den sich die Schlangewindet. Aber auch wenn Schuld undLeid in unserer Welt immer wiederRaum gewinnen, Gottes Zusage bleibt.Seine Zusage, dass er seine schützendeHand nicht abzieht, dass er die Weltbewahren will mit all ihren Lebewesendarin.Das Zeichen dieser Zusage ist derRegenbogen, den Gott am Ende derSintflut an die Wolken gesetzt hat. DerRegenbogen, der am Ende einesUnwetters scheint, ist ein Zeichendafür, dass Gottes Treue bleibt. Auchwenn Schlimmes in unserem Lebengeschehen sollte, Gott führt uns weiterund lässt uns irgendwann wieder dasLicht sehen und die Sonne spüren. Lassenwir uns in dieses Vertrauen hineinfallenund aus dieser Zuversicht leben,so dass das auch unsere Kinder spürenund Gottes Liebe über sich wissen. Wirleben „unter dem Regenbogen“ derTreue Gottes – ein schöner neuerName für unseren Kindergarten!Marc Stippich3


50 Jahre Evang. Kindergarten in SteinenbronnAls vor 50 Jahren der Evang. Kindergartenin der Schulstraße eröffnet wurde,war dies der erste ständige Kindergarten,der nach dem Krieg in Steinenbronnangeboten wurde. Der tatsächlicherste Steinenbronner Kindergartenbestand in den NS-Jahren – von 1935,bis in den letzten Kriegsjahren die Kindergärtnerinden Ort verlassen musste.Er fand im so genannten „Schüle“ statt,einem alten Haus neben der Zehntscheueran den Kirchäckern, vor demKirchengebäude. In den Nachkriegsjahrengab es zeitweise in den Sommerwochenden „Erntekindergarten“, von derArbeiterwohlfahrt organisiert, der vonden Kindern aber eher ungern besuchtwurde.Ende der 50er Jahre wurde dann dererste ständige Nachkriegskindergartengeplant, der noch vor dem Rathausneubauin Angriff genommen werden sollte.Bürgermeister Reinhold Buck undPfarrer Gerhard Baumgärtner verständigtensich mit ihren Gremien darauf,diesen Kindergarten neben der Schuleund in evang. Trägerschaft zu erstellen.Gebaut von Architekt Wirth, wurde derKindergarten am 10. Dezember 1961eingeweiht. Der Gottesdienst wurdeauf 9 Uhr vorverlegt, um ab 10.15 Uhrdie Einweihungsfeier im Kindergartengebäudebeginnen lassen zu können.Nachmittags und abends wurde vonden Jugendkreisen ein Struwwelpeterspielaufgeführt. Die Einladung dazuerfolgte mit dem deutlichen Hinweis,dass dieses Spiel nur für Erwachsene seiund von Kindern nicht verstandenwerde...Bürgermeister Buck bei der WeihnachtsanspracheMit viel Bedacht wurde die erste Erzieherin,damals Kindergärtnerin genannt,eingestellt. Frau Hähnel-Schult, manrief sie „Tante Maria“, wohnte dannauch in der Dienstwohnung über denKindergartenräumen. Sie war sehrbeliebt, arbeitete viel mit Fröbelmaterialienund hatte eine zweite Erzieherinund eine Helferin an ihrer Seite. Sieschied aber schon nach zwei Jahrenaus, und diese Wechsel setzten sichfort, so dass man heute nach 50 Jahrenzusammengerechnet auch auf knapp50 Erzieherinnen inklusive der Kindergartenhelferinnenkommt, die bisher imEvang. Kindergarten gearbeitet haben.4


50 Jahre Evang. Kindergarten in SteinenbronnEs gab anfangs noch kein Telefon imKindergarten, und so schauten der Bürgermeisterund der Pfarrer häufig persönlichim Kindergarten vorbei. VonBürgermeister Buck heißt es, er gingezwischendurch gern einmal zum Regenerierenin den Kindergarten.In den ersten Jahrzehnten waren diemeiste Zeit um die 100 Kinder in derEinrichtung, nicht selten war eine Erzieherinden Vormittag über mit 40 Kindernalleine. Zwischenzeitlich wurdenKinder erst ab 4 Jahren aufgenommen,ab 1972 konnten dann schon die Dreijährigenin den Kindergarten kommen.Unsere derzeitige KindergartenleiterinDagmar Fischer kann die letzten 26Jahre überblicken. Waren in ihrerAnfangszeit noch 40 Kinder in einerGruppe, wurden es bald nur noch 25.1990 gab es dann einen größerenUmbau, die Kinder mit ihren Erzieherinnenzogen den Sommer über ins Evang.Gemeindehaus und benutzten den Gartendes Kindergartens in der Kirchäckerstraße.Mit dem Umbau entstandein neuer Kleingruppenraum, und dieKüche wurde modernisiert. Vor 10 Jahren,zum 40jährigen Jubiläum, entstandim Rahmen einer kleinen Konzeptionder Kindergartenarbeit das Emblem desRegenbogenfisches. Damals begannendie Waldtage, die viermal im Jahr zweibis drei Tage stattfinden und den Kindernim Wechsel der Jahreszeitenermöglichen sollen, Erfahrungen in derNatur zu sammeln. In den letzten Jahrenwuchs das Elternengagement anverschiedenen Stellen: Der Weihnachtsmarktim Kindergartengebäude, derSpielzeugbasar, ein Muttertagsverkaufu.a. wird jährlich von der Elternschaftorganisiert.Im vergangenen Jahr ergab sich dieMöglichkeit, die ehemalige Erzieherinnenwohnungfür die Nutzung durch denKindergarten herzurichten. Und bis zumKindergartenfest am 24. Juli soll auchder große Raum im Untergeschoss, ehemalsfür die Jugendarbeit der Kirchengemeindegenutzt, den Kindern als Turnraumzur Verfügung stehen.So hat sich das Raumangebot in denletzten 50 Jahren sehr erweitert unddie Kinderzahlen sind zurückgegangen.Es sind inzwischen vier weitere Kindergärtenin Steinenbronn entstanden, mitdenen wir im Zusammenspiel mit demRathaus gut zusammenarbeiten. Undwir sind sicher, dass sich auch inZukunft noch vieles weiterentwickelnwird – zum Wohl der Kinder undFamilien in Steinenbronn.Marc Stippich5


Erinnerungen an die KindergartenzeitWir haben ehemalige, inzwischen großgewordene Kinder unseres Kindergartensgefragt, was für Erinnerungen siemit der damaligen Zeit verbinden.In meiner Kindheit war der Besucheines Kindergartens noch nichts Selbstverständliches.Die Mütter waren meistzu Hause und in der Nachbarschaft gabes Kinder, mit denen man spielenkonnte. Daheim hatte ich alles was ichbrauchte: meine Puppen, Spielsachen,mein Zimmer, den Garten. Aber als derschöne neue Kindergarten fertig war,sollte ich zumindest vormittags hingehen,um mit gleichaltrigen Kindernzusammen zu sein.Kindergarten, das hieß weg von Muttisein, früh aufstehen, mit anderen Kindernteilen, abends pünktlich ins Bettgehen. Aber Kindergarten bedeuteteauch neue Freunde finden, Lieder lernen,im Krippenspiel die Maria seindürfen, am Geburtstag ein Kränzchenaufgesetzt und Kerzen angezündetbekommen.Die Kindergärtnerinnen trugen Röckeund weiße Schürzen. Die Leiterin desKindergartens, Tante Maria, fand ich altund sehr streng. Tante Traudel liebteich. Sie hatte dunkle Augen, eine sanfteStimme und konnte wunderbarGeschichten vorlesen und trösten.Alle Kinder hatten Hausschuhe im Kindergartenund die Mädchen Schürzen.Die sollten wir tragen, wenn wir mitKnet oder Klebstoff hantierten. Wir basteltenviel, malten und spielten wunderbarin der Puppenecke. Für das täglicheVesper hatte ich ein kleines Körbchen.Besondere Ereignisse waren derBesuch des Nikolaus oder wenn es Kasperletheatergab.Beim Sandspiel gingen die Buben oftrecht wild mit den Mädchen um. Aberwir wehrten uns tapfer. Mit einemMädchen aus dieser Zeit schloss icheine Sandkastenfreundschaft, die bisheute andauert.Sybille Schwarz,Kindergartenkind von 1961-1963Wenn ich zurück denke an diese Zeit,so fällt mir als erstes immer der Geruchdes Pfefferminztees ein, der morgensschon durch die Luft wehte und denman gerne trank. Außer PfefferminzundKamillentee und Kakao gab esnichts weiter, die Auswahl war klein.6


Erinnerungen an die KindergartenzeitAber man brauchte damals nicht mehr.Ab und zu brachte man dann mal einKilo Zucker oder ein Päckchen Tee mit,denn damals war auch das „öffentlicheGeld“ eingeschränkt.Wir hatten drei Kindergärtnerinnen:Tante Renate, Tante Gretel und TanteHilde.Im Sommer hatten wir draußen eineRiesen-Sandgrube, in der wir solangebuddelten, bis wir am Betonbodenankamen. Wir bauten unsere Burgen,Häuser und Höhlen mit viel Wasser,Sand und Fantasie. Und alle zusammen- heute nennt man das Teamwork!Das schmerzvollste Erlebnis war, als ichmit einem Mädchen (Marion Spang)aus der anderen Gruppe im vollen Laufmit dem Kopf zusammenstieß. Beideflogen wir auf den Boden und bekamenein Riesenhorn auf der Stirn. Wirwaren damals schon Dickschädel.Es war schön in unserem Kindergarten,wir fühlten uns dort sehr wohl.Roland Dornes,Kindergartenkind von 1965 bis 1967Sabine Schwab, geborene Schäfer,zählte Mitte der 60er Jahre zu einemder ersten Jahrgänge im damals neuenKindergarten in der Schulstraße. „Ichdenke gerne an meine Kindergartenzeitzurück“, erinnert sich SabineSchwab. „Meine Erzieherin hieß TanteHilde und wir Kinder waren glücklichmit dem, was uns geboten wurde: singen,basteln, Geschichten hören unddrinnen oder draußen spielen.“ Inzwischenhaben auch die zwei Jungs vonFamilie Schwab dort ihre Kindergartenzeitverlebt. „Auch sie hatten eineschöne Zeit“, blickt Sabine Schwabzurück. „Den Kindern wird heute einumfangreiches Programm geboten:regelmäßiges Turnen, ursprünglicheWaldtage, gemeinsames Kochen undBacken, Vater-Kind-Aktionen, Vorschüler-Förderung,Übernachten im Kindergartenund vieles mehr.“ Trotz desWandels hat ein Highlight seine Bedeutungbehalten: An Fasching wird imFlur die alte Holzrutsche aufgebaut.„Wie damals ist es auch heute nochetwas Besonderes, auf das sich alleKinder freuen“, staunt Sabine Schwabüber die Freude, die diese Tradition beiJung und Alt auslöst.Sabine Schwab war von 1967-1970 Kindergartenkindim Evang. Kindergarten,ihre Söhne in den Jahren 2003 -2007.Das Interview führte Sabine Auch7


Erinnerungen an die KindergartenzeitVon 1964 bis April1966 besuchte ichden KindergartenSchulstraße. Ichdenke, dass meinegroße Freude amBasteln und Handarbeitendort ihrenAnfang nahm. Gerne erinnere ich michnoch an die Herstellung des Trendkuchensder 60er Jahre: „Kalter Hund“.Die Masse wurde in Sandkastenförmchengefüllt und zum Abkühlen dannauf eine große Baumwurzel im Gartengestellt. Der Höhepunkt meiner Kindergartenzeitwar sicher das Sommerfest1965. Es wurde das Märchen Schneewittchenvorgeführt und ein Mädchentraumging in Erfüllung, denn ich durftein einem wunderschönen Prinzessinnenkleiddas Schneewittchen spielen.Leider hatte ich vergessen, dass dieschlafende Prinzessin nicht mehr anihrem verschluckten Apfelstückchenkauen sollte…..Margret Hauser,Kindergartenkind von 1964 bis 1966Gerne denke ich an die sorglose Zeit imKindergarten Schulstraße zurück. Nebendem Urgestein Emma Kielmayer warauch die jüngere Kindererzieherin MonikaKörber mit der Aufgabe betraut worden,uns „junge Wilde“ zu bändigen unduns auf den Weg in die Schulzeit vorzubereiten.Neben den morgendlichenRitualen wie die Begrüßung und dasgemeinsame Frühstück konnten wir Kinderuns dem liebsten Zeitvertreib, demSpielen, widmen. Was für die Mädchendas Spielen mit Puppen war, war für dieJungs das Spielen mit Lego-Bausteinenund Holzklötzen. Wenn es das Wettergut mit uns gemeint hat, konnten wir imkindergarteneigenen Spielplatz herumtollen,den Sandkasten nach unserenVorstellungen umgraben, Burgen mitWassergräben bauen, auf der Rutscheeinen neuen Rekord aufstellen, mit Stelzenlaufen oder in den damals nocheher wilden Sträuchern verstecken spielenoder Lager bauen. Wenn wir unsdann genügend ausgetobt und unsereangestaute Energie abgebaut hatten,lauschten wir gemeinsam, sitzend oderliegend, im Gruppenraum einerGeschichte und ließen unsere Gedankenschweifen. Ich bin froh, eine schöne,unbekümmerte und unbeschwerte Zeitim evang. Kindergarten verlebt zuhaben, in der ich Freundschaften fürsweitere Leben gefunden habe, die auchheute noch Bestand haben.Michael Dornes,Kindergartenkind von 1988 bis 19908


Festvortrag zum KindergartenjubiläumFestlicher Abend zum 50jährigenJubiläum des Evang. KindergartensAnlässlich des Kindergartenjubiläumshatte die evangelische Kirchengemeindeam 8. Juni zu einem Festvortag indas evang. Gemeindehaus eingeladen.Nach der offiziellen Begrüßung durchPfarrer Marc Stippich, einem schwungvollen„Grüß Gott“ durch das Schülerensembleder „Flötentöne“, den Grußwortenvon Schuldekan Stefan Hermannund Bürgermeister Johann Singerund einem beeindruckend gespieltenInstrumentalstück für Flöte undKlavier folgte der Festvortrag von Prof.Dr. Friedrich Schweitzer.Prof. Schweitzer ist seit1995 Professor am Lehrstuhlfür PraktischeTheologie und Religionspädagogikan der UniversitätTübingen. Erbeschäftigt sich mit derreligiösen Erziehung von Kindern undJugendlichen und deren Vorstellungen,Visionen und Herausforderungen angesichtsdiffuser religiöser Verhältnisseund religiöser Individualisierung in derGesellschaft.die Kinder heute oft als Einzelkindermit berufstätigen Eltern oder Alleinerziehendenauf. Auch der Erziehungsstilhat sich im zurückliegenden Jahrhundertstark gewandelt. Die Eltern-Kind-Beziehung war einst dominiert vonBefehl und Gehorsam, während manheute oft mit den Kindern verhandelt.Selbstverwirklichung und Selbstbestimmunghaben heute einen unverkennbarhohen Stellenwert.Kinder stellen nach wie vor Fragennach Gott, nach Sinn, nach verschiedenenArten von Religion, nach Sterbenund Tod. Sie brauchen die Auseinandersetzungmit diesen großen Fragenfür die Entwicklung ihrer Persönlichkeit.Oft haben sie selbst schon Vorstellungenund Lösungen zu ihren Fragen,aber sie benötigen den Gedankenaustauschdarüber, und der kann auch fürdie Eltern gewinnbringend sein. ReligiöseErziehung heißt auch von denKindern zu lernen.Im Anschluss an den Vortrag folgtenoch ein Gedankenaustausch –zunächst im Plenum und dann beimgemütlichen Empfang.Sabine AuchIn seinem Vortrag „Kindheit im Wandel– Herausforderung für die religiöseErziehung“ beleuchtete Prof. Schweitzerzunächst die unterschiedlichenGesichter des Wandels der Kindheit. ImGegensatz zur generationenübergreifendenGroßfamilie von einst wachsen9


Gemeinschaft beim AbendmahlVor einem Jahr haben wir länger imKirchengemeinderat diskutiert, wie wirdie Abendmahlsfeiern zukünftig gestaltenwollen. Schön ist es, dass wir inSteinenbronn in Abendmahlskreisenvor dem Altar feiern können. Damitwird einer von zwei Aspekten betont,die bei der Feier des Abendmahlszusammen kommen: Wir sind miteinanderverbunden. Neben diesemGemeinschaftsaspekt geht es beimAbendmahl auch darum, dass ich Gottbegegne und er mir in den Gaben vonBrot und Traubensaft.Beide Aspekte kann man sich auch inForm eines Kreuzes zusammendenken:Der vertikale Kreuzesbalken von obennach unten symbolisiert dann unsereBegegnung mit Gott, der horizontaleQuerbalken die Begegnung untereinander.Beim Abendmahl begegnetuns Gott und wir begegnen einander.Beide Bewegungen sollen bei der Feierihren Ausdruck finden. Im Vorbereitungsteilvor der eigentlichen Feierbegegne ich Gott im Gebet. Später imAbendmahlskreis halten wir es inzwi-© bernjuer - photocase.comschen so, dass jeder einzeln beimEmpfangen von Brot und Traubensaftein Wort zugesagt bekommt: „ChristiLeib, für dich gegeben“, oder „Nimmund iss vom Brot des Lebens“. Indemwir Brot essen und Saft trinken, könnenwir leibhaftig spüren, wie Gott mitseiner Kraft in uns hineinkommt.Anders als in den Jahren zuvor, wo alleaufeinander warteten, haben wir nunvereinbart, dass jeder, nachdem erBrot und Kelch bekommen hat, auchgleich essen und trinken kann. So hater die Gelegenheit, den Zuspruch „fürdich“ noch nachklingen zu lassen undihm beim Kauen und Schlucken nachzuspüren:„Gott mit seiner Vergebungund Kraft kommt zu mir!“Gleichzeitig werden wir durch dasAbendmahl neu zusammengeführt. ImGlauben sind wir auch miteinanderverbunden. Deswegen reichen wir unsbeim abschließenden Segenswort dieHände. Und schon nach dem Vorbereitungsgebetwird das deutlich, wennwir uns gegnseitig den Friedensgrußzusprechen: Jeder reicht seinen Nachbarndie Hände und sagt zu ihm “Friedesei mit dir!“. Ich wünsche Ihnen,dass Sie beim Abendmahl diesen Friedenein wenig für sich entdecken können.Herzliche Einladung, i.d.R. anjedem ersten Sonntag im Monat.Marc Stippich© Daniel Schweinert10


Die Idee hat Resonanz gefunden:Bisher haben sich 30Personen 10 EUR Startkapitalabgeholt, mit denen sie aktivwerden wollen, um diesenBetrag zu vermehren. EinigeAktionen fanden auch schonstatt: Beim Dorffest gab es einen Waffelverkaufder Kinderkirche, beimGemeindefest gab es ein Torwandschießen,und es wurde einiges zumVerkauf angeboten, Christoph Zehendnerhat eine CD mit Kurzgeschichtenveröffentlicht, u.v.m. Manches ist nochin (gedanklicher) Arbeit, wir dürfen ge -spannt sein. Beim Erntedankfest werdenwir noch nicht ganz einen Schlussstrichziehen, denn auch RichtungWeihnachten lohnt sich noch mancheszu produzieren. Wer weitere Ideen hat,kann gerne auf uns zukommen.Geldvermehrungsaktion – Himmelwärts-LobpreisabendNoch zwei Himmelwärts-Lobpreisabendeliegen vor uns, zu denen wir Sie herzlicheinladen wollen:17. Juli: Himmelwärts durch Segen23. Oktober: Himmelwärts unter GottesFührungHimmelwärts ist eine schöne Möglichkeit,mit modernen Formen ins Betenund Singen hineinzufinden. ImAnschluss an die Gottesdienste lädtunser Himmelwärts-Bistro noch einwenig zum Verweilen ein.11


Weltwärts unterwegsVor zwölf Monaten haben wir sie vonSteinenbronn verabschiedet, in diesenTagen kommen sie wieder nachDeutschland zurück. Sarah Landenberger,Carmen Schwab und Daniel Gfrörerwaren nach ihrem Abitur für einJahr mit christlichen Organisationen imAusland – Sarah in Tansania, Carmen inPortugal und Daniel in Neuseeland.Heute wollen wir hören, wie es ihnenin diesem Jahr ergangen ist:Daniel war Mitarbeiterin einerKirchengemeinde.Er schreibt:Kia Ora!1 Jahr, 4 Jahreszeiten, 12 MonateNeuseeland... Wie war‘s?Bei meiner Ankunft im hiesigen Winterschlug mir überall gleich einegewaltige menschliche Wärme entgegen:Meine Gastfamilie war superfreundlichund auch das Arbeitsklimamit meinen Kolleginnen war genial.Ein neuer, erlebnisreicher Alltagbegann sich einzupendeln.Anfang des Sommers übernahm dannMark die Jugendgruppe „Massive“ anFreitagabenden, die mit der Zeit auf50 - 60 Teenager (!) wuchs. Aus derZusammenarbeit mit Mark entwickeltesich mit der Zeit auch eine tiefeFreundschaft.Ziemlich schnell war dann schon Halbzeitund ich ging vier Wochen reisenauf der Südinsel. Wiederum ein einmaligesErlebnis!Zurück in Napier setzte sich der Alltagfort. Arbeitstechnisch veränderte sichnicht viel, da die Arbeit mit Kids von0-16 ganz natürlich dynamisch ist,und auch sonst lebte ich mehr oderweniger ein recht entspanntes Alltagsleben.Viel Neues war in meinen Alltaggelangt: Eine neue Kultur, neueFreunde und neue Hobbys, wie Surfenund die Jugend-Band der Kirche, dieich ein bisschen unter meine Fittichegenommen hatte.Was bleibt sind jede Menge neue Eindrücke,tolle Erfahrungen und tiefeDankbarkeit – auch gegenüber allen,die mir dieses Jahr ermöglicht haben.Daniel GfrörerCarmen berichtetaus ihrem Kinderheimim NordenPortugals:So langsam neigt sich meine Zeit hierdem Ende zu. Es sind noch 5 Wochen,dann werde ich wieder in Deutschlandsein! Und das Fazit von diesem Jahr?!- Es war super toll und ich bin sehrfroh, dass ich dieses Jahr hier verbringendurfte !!Am Anfang war es noch ein bisschenschwierig für mich, mich hier einzuge-12


Weltwärts unterwegswöhnen. Doch das hat sich schon baldgeändert, denn die Portugiesen sindsehr gastfreundlich . Zusammen mitden anderen Mitarbeitern hier habe ichGeburtstags- und andere Feste vorbereitet,Spiele für die Kinder geplant,Ausflüge unternommen, den Kindernbei den Hausaufgaben geholfen, usw.Zwischendrin konnte ich sogar WeihnachtenZuhause in Deutschland verbringenund habe Besuch von meinerFamilie bekommen, das war eine echtschöne Abwechslung .Ich habe sehr viel dazu gelernt in diesemJahr. Was mir bleiben wird, sindviele Erinnerungen, neue Erfahrungen,eine Sprache mehr zu können undnatürlich neue Freunde!!Vielen Dank sage ich allen, die mich indiesem Jahr unterstützt haben.Carmen SchwabSarah wurde alsGrundschullehrerinin einem kleinenDorf amVictoriasee eingesetzt.Sie ist währendder dortigenSommerferiengerade auf Urlaubsreise in Afrika, deswegenanstatt eines persönlichen Grußeshier ein Auszug aus ihrem letztenRundbrief:Ich freue mich auf Deutschland, aufmeine Freunde, meine Familie und dasEssen . Aber es fällt mir auch totalschwer zu gehen, weil ich viele Dingeunheimlich vermissen werde. Die Kinderwerden mir unglaublich fehlen, undganz besonders wird mir auch fehlen,dass nicht alles so hektisch zugeht. Eshat mir total gut getan einfach mallangsamer zu machen, einen Gang runterzu schalten und mir zu überlegen,welche Dinge wirklich wichtig sind.Grade dadurch, dass sehr oft Stromausfallist, hat man viel Zeit um sich zuunterhalten und auszuruhen. Abendsfinde ich es immer besonders schön,weil sich dann die ganzen Kinder versammelnund statt zu lernen singen.Man kann einfach im Dunkeln auf demBett liegen und zuhören…Ich bin allen dankbar, die mich währenddem ganzen Jahr unterstützthaben. Ihr habt mir geholfen und nurdadurch konnte ich hier helfen. Ichglaube, dass das etwas ist, was wirwirklich mitnehmen können in unserLeben. Wir können anderen auf sounterschiedliche Weise helfen. Oftreicht schon ein nettes Wort, eine Aufmunterung.Und man bekommt so vielzurück. Ich durfte so viel lernen underfahren in diesem Jahr; das hat michauf jeden Fall geprägt!Danke an alle, die dieses Jahr mit möglichgemacht haben! Gott segne euch!Sarah LandenbergerAm 24. Juli werden die drei um 10 Uhrim Rahmen des Familiengottesdiensteskurz Hallo sagen. Am Sonntagabend,11. September, findet dannum 19 Uhr ein Diaabend im Gemeindehausstatt, bei dem sie von ihrenAuslandserfahrungen berichten.Herzliche Einladung!13


Gemeindefreizeit vom 27.04. bis 01.05.2011 im Kloster TriefensteinAm Mittwochnach Ostern brachenwir zu fünfgemeinsamenTagen in denSpessart in einKloster oberhalbdes Maintals auf.Die evangelische Christusträger Bruderschaft– Anfang der 60er Jahre entstanden- hat die Klosteranlage im Jahr 1986erworben, renoviert und zu einem Gästehausmit Platz für bis zu 90 Gästeumgebaut. Wir waren alle über dieGröße und Ausstattung unserer Zimmerüberrascht, hatten wir doch kleine„Kammern“ erwartet. Die Zimmerwaren alle stilgetreu renoviert wordenund sind ausgestattet mit altem Holzparkettbödenmit Einlegearbeiten undKleiderschränke aus echtem Holz.Jeweils um 18 Uhr vor dem gemeinsamenAbendessen findet in der Kircheder Abendgottesdienst (die Vesper)statt, dessen Ablauf sich sehr an den derkatholischen Klöster anlehnt. Neben unswaren noch andere Gruppen im Haus.Bruder Dieter, ein Mitglied der Bruderschaft,gestaltete die gemeinsamen Zeitenmit uns und einer Gruppe ausDohna bei Dresden. Zu Beginn war einKennenlern-Abend angesagt, der vonChristoph Zehendner in gewohnt professionellerArt moderiert wurde. In dendrei darauffolgenden Tagen fand jeweilsnach dem Frühstück ein Bibelgesprächstatt, die mit Gedanken von Bruder Dietereröffnet und in Gruppengesprächenweitergeführt wurden. Nachmittags warviel freie Zeit. Die Kinder und Jugendli-14chen spielten Fußball auf dem klostereigenenPlatz oder erkundeten das weiträumigeGelände, die Erwachsenen nahmenan Spaziergängen oder an einerFahrt nach Wertheim teil. An den Abendenhörten wir von den CT-AußenstellenVanga/Kongo und Kabul – sehr beeindruckend.Dann gab es einen Spieleabendfür Kinder und Erwachsene. AmSonntag bildete der gemeinsame Gottesdienstund das Mittagessen denAbschluss unserer Freizeit. Die Freizeitwar sehr gelungen,schenkte allen eineZeitlang Urlaub , aberauch Inspirationenfür den kommendenAlltag – und vieleneue Lieder.Georg DornesEnde Juni sind Christoph und IngridZehendner, langjährige Mitarbeiterunserer Gemeinde, von Steinenbronnins Kloster Triefenstein gezogen, umsich dort in der Gästearbeit zusammenmit den Brüdern einzubringen.Wir danken ihnen für ihre Dienstehier bei uns und wünschen ihnenGottes Segen für ihren Neuaufbruchan diesem besonderen Ort.


Termine / Freud und LeidBesondere Gottesdienste bisAnfang Oktober:17.7. 11 Uhr Ökumenischer Kleinkindergottesdienst(Team), evang. Kirche18 Uhr Himmelwärts-Lobpreisabendmit lifetime24.7. 10 Uhr Festgottesdienst 50 Jahreevang. Kindergarten Schulstraße(Pfr. Stippich + Team)7.8. 10 Uhr Gottesdienst mit lifetime(Pfr. i.R. M. Reyle)11.9. 10 Uhr GD mitgestaltet vomGottesdienstteam (Pfr. Stippich)12.9. 8.30 Uhr Ökumenischer Schulanfangsgottesdienst(Schule)14.9. 9.30 Uhr Ökumenischer Einschulungsgottesdienst(kath. Kirche)2.10. 10 Uhr Erntedankgottesdienst(Pfr. Stippich + Team)9.10. 10 Uhr Gottesdienst mit demChor „Seven Eleven 44“Taizé-Abendgebet (Beginn 19 Uhr)2.10. kath. Kirche Waldenbuch:St. MartinusSeniorenkreis: (Beginn 14.30 Uhr)17.8. Treffen in der „Laube im Burain“20.9. „Fairer Handel - ein Tropfen aufden heißen Stein oder wirksameHilfe zur Selbsthilfe?“ Der WeltladenBöblingen stellt sich vor.Frauenkreis: (Beginn 20.00 Uhr)21.7. Sommerfest (ausnahmsweiseDonnertag 19.30 Uhr)27.9. „Glasfenster – Botschaften in Lichtund Farbe“, Heide Quandt, Stgt.Ausflug:4.10. Ausflug nach Bad LiebenzellFreud und LeidKirchlich getraut wurden:11.6. Michael und Brigitte Schall(geb. Nose), Hohewartstr. 32Kirchlich getauft wurden:3.4. Sebastian Raith, Birkacher Str. 624.4. Julie Gerbracht, Goldäckerstr. 2324.4. Mara Scannapiego, Stgt. Str. 258.5. Annabell Müller, Stuttgarter Str.66, in Leinfelden8.5. Lou Müller, Im Maurer 10, Leinf.22.5. Christian Nachtrodt, Weiler W. 55/111.6. Louis Schall, Hohewartstr. 3212.6. André Folberger, Hohewartstr. 5012.6. Luca Knappe, Möhringer Str. 512.6. Jonas Schanz, Plieninger Str. 513.7. Max Schumacher, Hohewartstr. 20Kirchlich bestattet wurden:25.3. Katharina Großner, Petersäckerstr.2, 78 Jahre25.3. Elsa Schroth, Rohrer Str. 42, 102 J.15.4. Gerhard Kayser, Tübinger Str. 9,79 Jahre20.4. Margarete Burkhardt, Lindenstr. 4,83 Jahre21.4. Ute Neff, Hohenheimer Str. 9, 67 J.6.5. Siegfried Maier, Stuttgarter Str. 67,75 Jahre13.5. Rolf Ostmann, früher MusbergerStr. 15, 92 Jahre13.5. Walter Poller, Goethestr. 17, 72 J.15


KinderseiteWas geht ab im Gehirn?Unser Gehirn sieht ein bisschen aus wieein Blumenkohl und wiegt durchschnittlichdrei Pfund. Das Gedächtnis kannstdu dir wie einen Schrank mit drei Schubladenvorstellen. Jede dieser Gedächtnisabteilungenhat seine ganz besondereAufgabe.Gedanken und Eindrücke werdenzunächst im Ultrakurzzeitgedächtnisgesammelt. Das ist die erste Schublade.Aber dort bleiben sie nur zwanzig Sekundenlang. Wenn das Gehirn in dieser Zeitbeschlossen hat, dass das gerade Gehörteoder Gelesene unwichtig ist, wird dieInformation einfach gelöscht.Wenn ihr eine Sache aber für einigermaßeninteressant haltet, wird sie vomUltrakurzzeitgedächtnis in die nächsteGedächtnisabteilung umsortiert. Hier istbeispielsweise die Einkaufsliste für denSupermarkt oder ein Name oder eineSeite für die Hausaufgaben gespeichert.In der letzten Schublade, dem Langzeitgedächtnis,ist vieles gespeichert. ZumBeispiel der Weg zur Schule. Den hast dudir behalten, weil du schon zigmal diesenWeg gegangen bist. Du hast es sozusagenmehrmals hintereinander gelernt.Manchmal können aber auch dieseDinge vergessen werden. Meistens weißdann das Gehirn nur einfach nicht mehr,wo es die Information gelagert hat.Irgendwann später finden sich alle Erinnerungendann aber meistens wiederein.Text/Illustration: Christian Badel16

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