aktuell - des Klinikums - Ludwig-Maximilians-Universität München

klinikum.uni.muenchen.de

aktuell - des Klinikums - Ludwig-Maximilians-Universität München

04.2012

Blutdruck

zu niedrige Werte

sind meist harmlos

Ganzkörper-

bestrahlung

Wer sie bekommt

und wo sie hilft

KLINIKUM

DEr UNIVErsItÄt MÜNcHEN

Depression

Die therapie bei

Kindern & Jugendlichen

KLINIKUM

Das Magazin des Klinikums und der Medizinischen Fakultät

aktuell

ExzELLENzcLUstEr

Wie ein Forschungsverbund die rolle von Entzündungen und Durchblutungs-

störungen bei schlaganfall und co. entschlüsselt

Grippeimpfung

Alles über die

Wirkung von

Verstärkerstoffen

Osteoporose

Wie man mit

der Krankheit

aktiv leben kann

Klinikclowns

Warum Lachen

für Patienten so

KLINIKUMaktuell

wichtig

03.2011

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KLINIKUMaktuell 04.2012

den Weg zu mehr lebenskraft und Mobilität gehen wir gemeinsam mit ihnen –

bis ans vereinbarte Ziel. Wir sind ganz nah bei ihnen, denn zur rehabilitation

gehören sehr private Momente – diese möchten wir mit ihnen teilen.

dass sie sich wohlfühlen, liegt uns am herzen. die Zeit mit ihnen von Beginn

an und durchwegs stimmig zu gestalten, ist unsere Motivation. denn Zeit ist

neben unserer medizinischen Kompetenz die wertvollste Komponente für

nachhaltige Genesung. unser Ziel ist der Glanz in ihren augen – wir helfen

ihnen, wieder von innen heraus zu lächeln.

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sehr geehrte Leserinnen und Leser,

als Dekan der Medizinischen Fakultät sind Forschung und

Lehre meine zentralen Anliegen. Als Direktor des Instituts

für Klinische Radiologie bin ich täglich eingebunden in Diagnose

und Behandlung von Patienten. Insofern können

Sie sich vermutlich vorstellen, dass mir besonders solche

Projekte große Freude bereiten, die alle Bereiche miteinander

vereinen. Im Rahmen der Exzellenzinitiative ist

„SyNergy – Munich Cluster for Systems Neurology“ ausgewählt

worden. Die Förderung dieses Konzeptes ist gleichermaßen

ein Erfolg für Wissenschaftler und Patienten.

Forscher untersuchen hier, wie sich Entzündungsreaktionen,

Gefäßveränderungen und neurodegenerative Prozesse

gegenseitig beeinflussen, und somit Leiden wie Alzheimer,

Parkinson oder Multiple Sklerose auslösen (S. 20 f).

Ein Ziel des Clusters ist die Umwandlung von Forschungsergebnissen

für die Anwendung am Patienten. Die Multiple

Sklerose ist darüber hinaus noch Bestandteil eines

neuen Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG). Gleich drei Arbeitsgruppen

des Klinikums sind darin vertreten. Und auch hier sollen

einerseits die Entstehungsmechanismen weiter erforscht

werden, andererseits das Wissen rasch in neue Therapien

einfließen (S. 9 f).

Als Mitglied des Vorstandes des Klinikums kümmert mich

natürlich auch der Alltag im Krankenhaus. Dieser umfasst

Patienten, Angehörige und Besucher und natürlich

unsere Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiter in Technik,

Bau, Verwaltung und weiteren Bereichen, ohne die unser

Uniklinikum gar nicht funktionieren könnte. Allein die Sanierung

und Neugestaltung des Klinikums an zwei Standorten,

aber auch der laufende Betrieb erfordern ständig

eine hohe Lösungskompetenz und Flexibilität. Diese darf

rechtliche und ethische Grenzen jedoch nicht überschreiten.

Viele sind beispielsweise von den Vorgängen um die

Verteilung von Spenderorganen in der Transplantationsmedizin

verunsichert. Das verstehen wir und haben in dieser

Ausgabe einmal zusammengefasst, welche Strukturen

am Klinikum der Universität München dafür sorgen, dass

alles mit rechten Dingen zugeht (S. 12 f).

Sehr erfreulich ist auch, dass

wir Ihnen drei neue Lehr- »Die Förderung von

stuhlinhaber und zugleich

Klinikdirektoren vorstellen

können: in der Palliativmedizin,

der Kardiologie und

in der Psychiatrie (S. 34 f).

Wir befassen uns in dieser Patienten.«

Ausgabe zudem mit Depressionen

bei Kindern und Jugendlichen (S. 14 f), ein gesellschaftlich

und medizinisch gleichermaßen wichtiges Thema.

Sie finden im vorliegenden Magazin Informationen

über den aktuellen Stand der Grippeschutzimpfung (S.38

f) und Sie erhalten viele Ratschläge und Hinweise für Ihre

Gesundheit. Faszinierend ist auch das gelungene Projekt

der KlinikClowns für Erwachsene (S. 16) und hilfreich der

Beitrag, wie Sie trotz niedrigen Blutdrucks in Schwung

kommen können (S. 45 f).

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern

eine anregende Lektüre, den Patientinnen und Patienten

gute Besserung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

danke ich ganz herzlich für Ihren Einsatz in der Patientenversorgung

sowie in Forschung und Lehre.

Ihr

Prof. Maximilian Reiser

Dekan

SyNergy ist gleichermaßen

ein Erfolg für

Wissenschaftler und

KLINIKUMaktuell 04.2012 3

editorial


4

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KLINIKUMaktuell 04.2012


Titelbild: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)

rUBrIKEN

s. 29

Editorial

Prof. Dr. Maximilian Reiser, Dekan .................................... 03

Panorama

Neues aus Klinik und Fakultät .......................................... 06

Impressum .................................................................. 49

DIAGNOsE & tHErAPIE

Multiple sklerose

Neue Therapien & Sonderforschungsbereiche ................... 09

Organtransplantation

So schützt sich das Klinikum vor Manipulation ......................12

l Depression

Therapien für Kinder und Jugendliche ...................................14

l Klinikclowns

Warum Lachen die beste Medizin ist .....................................16

l Die 1000. Ganzkörperbestrahlung

Interview mit Prof. Dr. Hiddemann und Prof. Dr. Belka .........18

FOrscHUNG & LEHrE

l Exzellenzcluster syNergy

Neue Wege gegen neurodegenerative Erkrankungen ............20

Lehrkrankenhaus

Das leistet die Asklepios Stadtklinik Bad Tölz ........................22

Ein Projekt für die Leber…

... fördert die DFG mit 306.000 Euro ......................................24

News & studien ..................................................................25

PErsPEKtIVE KLINIKUM

s. 18

Neues von den Freunden und Förderern

Prof. Dr. Alexander Berghaus ist jetzt Vorsitzender ...............31

Das Klinikum in den Medien

Fakten, Projekte, Themen: ein Pressespiegel .........................32

s. 09

s. 22

Beruf & Familie

Das Klinikum will familienfreundlicher werden .....................33

Namen & News

Prof. Dr. Peter G. Falkai. Prof. Dr. Steffen Massberg.

Prof. Dr. Claudia Bausewein ...................................................34

Ehrungen & Preise .............................................................36

VOrsOrGE

l Grippeschutz

Eine Impfung mit neuen Verstärkerstoffen ............................38

HILFE & sELBstHILFE

l Osteoporose – wie geht es weiter?

Leben wie man will, auch mit der Knochenerkrankung .........40

Das schwarze Brett

Termine für Patienten .............................................................44

WOHLFÜHLEN & GENIEssEN

l zu niedriger Blutdruck

Wie Sie den Kreislauf in Schwung bringen ............................45

Lesen & Hören

Neue Bücher und Lesetipp .....................................................48

rätselspaß

Wie fit sind Sie im Kopf? ........................................................49

ONLINE-sEItE

Gewalt gegen Kinder und Frauen

Hilfe für Opfer bietet eine Ambulanz der Rechtsmedizin .......50

Unsere Titelthemen sind mit l gekennzeichnet

KLINIKUMaktuell 04.2012 5

inhalt

s. 12


PanoraMa

GrUNDstEINLEGUNG FüR DAS NEUE

RADIOPHARMAZIE-ZENTRUM

Das Klinikum der Universität München

betreibt bundesweit eine der

größten nuklearmedizinischen Einrichtungen

und stellt nun mit einer

eigenen Produktionsstätte sicher,

dass die Patientenversorgung sowie

die Forschung und Lehre im

Bereich der Nuklearmedizin gewährleistet

sind. Dazu wird am

Campus Großhadern in Kooperation

mit der Firma PET Net GmbH

ein neues innovatives Radiopharmazie-Zentrum

errichtet. Das Zentrum

mit einer Grundfläche von

20 mal 30 Meter wird durch die

für diesen Zweck gegründete PET

Net München GmbH gemeinsam

mit dem Konsortialpartner Perner

6 KLINIKUMaktuell 04.2012

Bei der Grundsteinlegung (v. l.): Christian

Kahnt (Bauleitung), Ärztlicher Direktor Prof.

Dr. Burkhard Göke, Dr. Franz J. Gildehaus

(Projektleitung Klinik für Nuklearmedizin),

Prof. Dr. Willi Kalender (Gründer der Firma

PET Net), Markus Zendler (stellv. Kaufmännischer

Direktor des Klinikums), Prof. Dr.

Peter Bartenstein (Direktor der Klinik für

Nuklearmedizin), Bernadette Winkler (Baureferat),

Bernd Perner (Perner Architekten)

und Robert Hebel (PET Net)

GmbH Rosenheim errichtet. Und

zwar am westlichen Teil des Klinikums

(Hörsaaltrakt), mit direktem

Zugang zur Nuklearmedizin, die

sich auf Ebene O befindet. Das Projekt

mit einem Finanzierungsvolumen

von ca. 15 Mio. Euro soll im

Rahmen einer Public-Private Partnership

(PPP) abgewickelt werden

und eine langfristige Kooperation

zur Produktion und Entwicklung

von heute gängigen und neuen Radiopharmaka

beinhalten.

Insgesamt werden in der Klinik

für Nuklearmedizin derzeit rund

6.500 Untersuchungen jährlich

durchgeführt.

EINSATZ FüR EINEN ALtEN FrEUND

seit vielen Jahren engagiert sich Barbara stamm, Präsidentin des

Bayerischen Landtags, zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang schramm

vom Klinikum der Universität für die rumänienhilfe. Als ihr langjähriger

Weggefährte Helmut Weinschrott, Altenheim- und stiftungsleiter

im rumänischen temeschburg, schwer erkrankte und in rumänien

nicht behandelt werden konnte, brachte ihn das Duo zur Behandlung

nach München. Weinschrott litt an einem Aortenaneurysma (Aussackung

der Aorta) im Bauchraum. Diese Aussackung kann jederzeit

platzen, Patienten könnten dann schnell verbluten. Doch diese Gefahr

ist gebannt: Weinschrott bekam von Prof. Dr. thomas Koeppel eine

Gefäßstütze (Stent) eingepflanzt, die das

Aneurysma stabilisiert. Den stent, der allein

10.000 Euro kostet, stiftete dabei die

Firma Medtronic.

Glücklich nach der Operation (v. l.): Helmut Weinschrott

mit Ehefrau Anni, Prof. Dr. Thomas Koeppel,

Barbara Stamm und Prof. Dr. Wolfgang Schramm

HOHER BESUCH

AM cAMPUs

GrOssHADErN

V. l.: Prof. Dr. Maximilian Reiser, Prof.

Dr. Günther Wess, Prof. Dr. Jürgen Mlynek

und Prof. Dr. Stefan Endres

Mit dem Helmholtz-Zentrum München

unterhält die Medizinische

Fakultät der Ludwig-Maximilians-

Universität enge Forschungskooperationen.

Grund genug, dass Prof.

Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der

Helmholtz-Gemeinschaft, und Prof.

Dr. Günther Wess, Wissenschaftlicher

Geschäftsführer des Münchner

Helmholtz-Zentrums, einen Besuch

am Klinikum machten. Die beiden

Wissenschaftler tauschten sich dabei

mit Dekan Prof. Dr. Maximilian

Reiser und mit Forschungsdekan

Prof. Dr. Stefan Endres aus.

Helmholtz-Zentren und die Fakultät

arbeiten auch bei den Deutschen

Zentren der Gesundheitsforschung

zusammen. Sechs davon gibt es,

das Bundesforschungsministerium

wird bis 2015 rund 700 Millionen

Euro für diese Zentren zur Verfügung

stellen, um so Prävention und

Therapie von Volkskrankheiten zu

verbessern. „Die Medizinische Fakultät

ist an allen sechs Deutschen

Zentren der Gesundheitsforschung

beteiligt“, sagt Prof. Dr. Endres.

„Eine große Chance, aber auch eine

große Verantwortung.“


FLAMME DER HOFFNUNG

Kranke Kinder brauchen die Unterstützung

und Fürsorge ihrer

Eltern. Um dem Nachwuchs den

rücken stärken zu können, sind

oft auch die Eltern auf Hilfe angewiesen.

Das Projekt Omnibus

kümmert sich in München seit

über 27 Jahren um Familien mit

kranken Kindern, es bietet den

Eltern kostenlosen Wohnraum

auf zeit in Kliniknähe und seelischen

Beistand, wenn die meist

anspruchsvolle Betreuung des

kranken Kindes die Kraft übersteigt.

Das Projekt Omnibus steht

auch hinter einer einzigartigen

Aktion: Die „Flamme der Hoffnung“

soll deutschlandweit als

zeichen der solidarität mit den

belasteten Familien, aber auch für

schwer erkrankte und verstorbene

Kinder leuchten. sie wurde am

19. Mai 2012 feierlich vom 11-jährigen

Jan aus zapfendorf in Berlin

entzündet. Am 21. Mai wurde die

„Flamme“ von Bundesfamilienministerin

Dr. Kristina schröder

entgegengenommen und ab 23.

Mai brannte sie für einige tage

im Bayerischen Landtag. Das Dr.

von Haunersche Kinderspital bietet

dem Licht jetzt eine Herberge

Feodora-Johanna Gabler, Prof.

Christoph Klein, Jan Pechmann, Pater

Engelbert Petsch

EIN WEGWEIsEr DURCH DAS KLINIKUM

Das Gesundheits-LexiKUM ist der

neue Wegweiser zur Orientierung

am Klinikum der Universität

München und ersetzt die

Patientenbroschüre. Anders

als die bisherige Broschüre

möchte das Gesundheits-

LexiKUM das Leistungsspektrum

des KUM so darstellen, dass Patienten,

niedergelassene Ärzte oder Besucher sich

rasch zurechtfinden und zugleich Informationen über medizinische

Angebote und Ansprechpartner erhalten. Symptome

und Erkrankungen sowie Diagnose- und Therapieverfahren

sind darin alphabetisch aufgelistet. Die Einträge

erklären in verständlicher Sprache den Sachverhalt und

verweisen auf die jeweiligen Einrichtungen am Klinikum

der Universität München inklusive Kontaktdaten.

Für das Gesundheits-LexiKUM wird eine Schutzgebühr in

Höhe von fünf Euro pro Exemplar erhoben. Ansichtsexemplare

finden Interessierte im Wartebereich der Eingangshalle

in Großhadern sowie in den Anmeldebereichen der

Medizinischen Polikliniken I, II und III am Campus Großhadern.

Erwerben kann man es in der Zahlstelle in der Pa-

und setzt damit ein gelebtes zeichen

der solidarität.

tientenstraße. In der Innenstadt gibt es Exemplare in der

Chirurgischen Klinik, in der Klinik für Frauenheilkunde

und Geburtshilfe, im Dr. von Haunerschen Kinderspital,

in der Medizinischen Klinik IV und in der Psychiatrischen

Klinik zur Ansicht und zum Erwerb bei den jeweiligen Patientenaufnahmen.

Das Institut für Kommunikationswissenschaft

der LMU wird

im Auftrag des Klinikums

eine Usability-

Studie erstellen. Die

Ergebnisse sollen

dazu beitragen, das

Gesundheits-Lexi-

KUM zu verbessern

und noch mehr auf

die Bedürfnisse von

Patienten und Besuchern

einzugehen.

Wenn Leser Fragen

oder Anmerkungen haben, können sie diese per E-Mail an

kommunikation@med.uni-muenchen.de richten.

TAG FüR BESONDERE EINBLIcKE

Am 24. November findet in den Räumen der Klinik und Poliklinik für Physikalische

Medizin und Rehabilitation am Campus Großhadern ein Tag der

offenen Tür statt, der gemeinsam mit der Klinik für Orthopädie gestaltet

wird. Von 10 bis 14 Uhr können sich Besucher an Ständen, in Vorträgen und

bei Führungen informieren.

KLINIKUMaktuell 04.2012 7

PanoraMa


PanoraMa

BESUCH AUS VIEtNAM

Die Ärzte der Abteilung für Kinderkardiologie und Pädiatrische

Intensivmedizin unter der Leitung von Prof. Dr.

Heinrich Netz konnten kürzlich spitzenvertreter der

Universität Danang (zentralvietnam) willkommen heißen:

Der Präsident der Universität, Prof. Dr. tran Van

Nam, und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof.

Nguyen Quoc Nguyen, statteten dem Klinikum einen

Besuch ab. themen des treffens waren die humanitäre,

aber auch die akademische Kooperation zwischen den

beiden Universitäten. seit 2009 arbeiten Hochschullehrer

beider medizinischen Fakultäten unter der Projektleitung

von Prof. Dr. robert Dalla Pozza an einer reformierung

des Medizinstudiums in Vietnam und an einer

Implementierung des studienganges an der Universität

Danang, die mit 50.000 studenten die viertgrößte Universität

des Landes ist. Das Projekt, das im rahmen der

Exzellenzinitiative des Deutschen Akademischen Austauschdienstes

(DAAD) gefördert wird, führte bereits in

00 8 KLINIKUMaktuell 04.2012

TAG DER OFFENEN tÜr

Besondere Einsichten in

eine spannende Ausbildung

gab es beim Tag der

offenen Tür an der Staatlichen

Berufsfachschule

für Krankenpflege am

Klinikum der Universität

München. Gestaltet hatten

den Informationstag

Teilnehmer des Treffens (v. l.): Prof. Dr. Robert Dalla Pozza,

Prof. Tran Van Nam, Prof. Dr. Maximilian Reiser, Prof. Nguyen

Quoc Nguyen, Prof. Dr. Heinrich Netz

der Vergangenheit zu zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten.

Dekan Prof. Dr. Maximilian reiser ließ sich von

den vietnamesischen Gästen über den stand des Projektes

informieren und regte eine noch stärkere Einbindung

der Fakultät in die curriculum-Entwicklung und

-reformation in Vietnam an.

BAyERISCHES SCHULSANITÄTS-

DIENST-syMPOsIUM 2012

Zum 8. Mal läuft in diesem Jahr

das Bayerische Schulsanitätsdienst-

Symposium – am 20. Oktober ab 8

Uhr am Campus Großhadern im

Hörsaaltrakt. Veranstalter ist dabei

der Verein Schulsani e.V. in Zusammenarbeit

mit miniSANITÄTER e. V.

und der Klinik für Anästhesiologie.

die Schülerinnen und Schüler der

zweiten Klassen: Den über 200

Besucherinnen und Besuchern

vermittelten sie dabei Einsichten in

Struktur und Inhalt der Ausbildung,

hatten zudem praktische Vorführungen

und übungsmöglichkeiten

organisiert. Die Resonanz: ausschließlich

positiv.

Die Schirmherrschaft hat Kultusminister

Dr. Ludwig Spaenle. Vorträge

gibt es u. a. zur richtigen Wundversorgung,

zum Schädel-Hirn-

Trauma und zu Unfällen im Skilager,

daneben wird in praktischen

Workshops geübt. Infos unter

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diagnose & theraPie

DER ANGRIFF DES

IMMUNsystEMs

Multiple Sklerose ist die häufigste neuroimmunologische Erkrankung, für die

es bis jetzt keine Heilung gibt. Allerdings eröffnet ein besseres Verständnis

der Ursachen neue therapieansätze

Die Symptome sind unberechenbar: Arme oder

Beine fühlen sich taub an, manche Patienten

sind unerklärlich müde und fühlen sich unsicher

beim Gehen oder Stehen. Multiple Sklerose, oder

kurz MS, ist die Krankheit mit den vielen Gesichtern und

die häufigste neuroimmunologische Erkrankung junger Erwachsener.

Sie trifft vor allem Frauen und Männer zwischen

20 und 40 Jahren. „Beim gesunden Menschen kann das Immunsystem

zwischen Freund und Feind unterscheiden. Bei

Autoimmunerkrankungen wie der MS wird jedoch körpereigenes

Material ebenso aggressiv attackiert wie sonst ein

Krankheitserreger“, erklärt Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, Direktor

des Instituts für Klinische Neuroimmunologie am Klinikum

der Universität. Dort wird nicht nur MS, sondern eine

ganze Reihe anderer Krankheiten

the-

rapiert und erforscht, wie zum Beispiel Myasthenia gravis,

Polymyositis, Stiff-Man-Syndrom, Neuromyotonie, Guillain-Barré-Syndrom

und die chronisch-entzündliche demyelinisierende

Polyneuropathie (CIDP).

Bei der Multiplen Sklerose greift das Immunsystem das Gehirn

und/oder das Rückenmark an. Die Abwehrzellen des

Immunsystems attackieren dort vor allem die Isolierschicht

der Nerven. Wenn diese Isolierschicht, das so genannte Myelin,

geschädigt ist, können Nervensignale nicht mehr richtig

weitergeben werden. Weil MS aber bei jedem Patienten an

unterschiedlichen Stellen auftritt, sind die Symptome so verschieden.

„Die Diagnose MS bedeutet aber nicht zwangsläufig

ein Leben im Rollstuhl“, betont Prof. Dr. Hohlfeld. „Es gibt

bei dieser Erkrankung unterschiedliche

Verlaufsformen, bei einigen

Patienten verläuft die MS relativ

gutartig. Nur bei einem geringen

KLINIKUMaktuell 04.2012

9


diagnose & theraPie

Prozentsatz der Betroffenen kommt es zu einem rasch fortschreitenden,

bösartigen Verlauf. MS ist zwar nicht heilbar,

aber relativ gut behandelbar. Viele Patienten können damit

leben, ähnlich wie gut eingestellte Diabetiker.“ Am Anfang

jeder MS-Diagnose steht das ausführliche Gespräch mit dem

Patienten. Endgültig Aufschluss geben dann die Kernspintomografie,

bei der Entzündungsherde (Läsionen) im Gehirn

sichtbar werden, und die Untersuchung von Nervenwasser.

„Vor 20 Jahren war die MS noch therapeutisches Niemandsland,

es gab keine richtig erprobten Therapien“, erinnert sich

Prof. Dr. Hohlfeld. „Heute haben wir mehrere Präparate zur

Verfügung, weitere sind in der Erprobung.“ Hohlfeld und

sein Team waren von Anfang an aktiv an der Entwicklung

neuer Medikamente beteiligt, viele der großen Studien liefen

mit Münchner Beteiligung. So gibt es heute vier Beta-Interferone,

die bei MS eingesetzt werden. Sie sorgen dafür, dass

Krankheitsschübe seltener auftreten und weniger schwer

verlaufen. Eine Alternative zu den Beta-Interferonen ist Copaxone,

das mit einem anderen Wirkansatz ähnliche Ergebnisse

erzielt. „Andere Substanzen, wie der Antikörper Natalizumab,

der als Infusion gegeben werden muss, oder Gilenya,

das als Kapsel geschluckt werden kann, kommen zum Einsatz,

wenn die Beta-Interferone und Copaxone nicht ausreichend

wirksam sind“, so Hohlfeld. „Während eines Schubs

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behandeln wir aber nach wie vor hoch dosiert mit Kortison,

um die Entzündung rasch zum Abklingen zu bringen.“

Fieberhaft gearbeitet wird auch an einem immer besseren

Verständnis der Erkrankung. Das Problem dabei: MS kann

man am Menschen nur eingeschränkt untersuchen. „In einem

langwierigen Entwicklungsprozess ist es Prof. Hartmut

Wekerle, Hertie-Senior-Professor am Max-Planck-Institut für

Neurobiologie in Martinsried, gelungen, genetisch veränderte

Mäuse zu züchten, die spontan eine der menschlichen Multiplen

Sklerose sehr ähnliche Erkrankung entwickeln“, erklärt

Prof. Hohlfeld. Eine überraschende Beobachtung könnte jetzt

einen Durchbruch bringen: Mäuse, die keimfrei aufgezogen

wurden, entwickelten keine MS-Schübe, im Gegensatz zu

Tieren, die unter normalen Umweltbedingungen gehalten

wurden. „Offenbar spielt die bakterielle Darmbesiedelung

Prof. Dr. reinhard Hohlfeld

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ei der Entstehung von MS eine Rolle“, erklärt Prof. Dr. Hohlfeld.

Noch ist aber unklar, welche der vielen verschiedenen

Darmbakterien verantwortlich sind. Aufschluss soll jetzt eine

Zwillingsstudie bringen. Dafür wollen Hohlfeld und seine Mit-

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) genehmigt

und finanziert so genannte Sonderforschungsbereiche,

die auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren

angelegt sind. Diese Maximaldauer hatte auch der

Münchner Sonderforschungsbereich SFB 571 mit dem

Thema „Autoimmunerkrankungen: Von den Manifestationen

über die Mechanismen zur Therapie“, eine

große Anerkennung und Bestätigung der Arbeit von

Professor Hohlfeld und seinem Team. Im Rahmen des

Programms Sonderforschungsbereiche gibt es bei der

DFG zwei Programmvarianten: Der klassische Sonderforschungsbereich

(SFB) wird in der Regel von einer

Hochschule beantragt und von deren Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftlern getragen. Er ermöglicht

die Bearbeitung einer umfassenden Forschungsprogrammatik

durch die Bündelung der an der jeweiligen

Hochschule verfügbaren Kräfte. Der Sonderforschungsbereich/Transregio

(SFB/Transregio) wird von

mehreren Hochschulen gemeinsam beantragt. Die Förderung

ermöglicht eine enge überregionale Kooperation

zwischen Hochschulen und den dort Forschenden

sowie eine Vernetzung und gemeinsame Nutzung der

Ressourcen. Ein solcher SFB/Transregio startet jetzt

mit Münchner Beteiligung, mit dabei sind auch die

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arbeiter MS-Erkrankte untersuchen, die ein eineiiges Zwillingsgeschwister

haben, das nicht an MS erkrankt ist. Dabei

soll anhand von Stuhlproben untersucht werden, ob sich die

Darmflora der beiden Geschwister unterscheidet.

Die neuen sonderforschungsbereiche

Universitäten Mainz, Frankfurt und Münster: SFB/TR

128R „Initiierungs-, Effektor- und Regulationsmechanismen

bei Multipler Sklerose“ ist der etwas sperrige

Name des Vorhabens.

„Ziel des neuen SFB ist es, die Entstehungsmechanismen

der Multiplen Sklerose besser zu verstehen und

neue Therapien zu entwickeln“, erklärt der Münchner

Koordinator Prof. Hohlfeld. Das Klinikum der Universität

ist dabei mit drei Arbeitsgruppen vertreten. Prof.

Dr. Martin Kerschensteiner und sein Team erforschen,

inwieweit bei der MS nicht nur die Isolierschicht der

Nervenzelle geschädigt wird, sondern zusätzlich auch

direkt das Axon, ein Nervenzellfortsatz. PD Dr. Klaus

Dornmair und seine Gruppe sind mit der Rolle der T-

Lymphozyten, bestimmten Zellen des Immunsystems,

beschäftigt. Und Prof. Dr. Edgar Meinl und sein Team

arbeiten an Möglichkeiten, die geschädigte Myelinschicht

wieder aufzubauen. „MS ist eine komplizierte

Krankheit, bei der verschiedene fehlgeleitete Bestandteile

des Immunsystems zusammenwirken. Wir entschlüsseln

ein Puzzle, bei dem wohl nicht ein Einzelteil

allein den Durchbruch bringen wird“, betont Prof. Dr.

Hohlfeld.

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diagnose & theraPie

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KLINIKUM aktuell sprach mit Prof. Dr. Bruno Meiser u. a. darüber,

wie man Manipulationsfälle vermeidet

Der Transplantationsskandal in Göttingen und Regensburg

hat viele Menschen verunsichert, auch

wenn es sich dabei nach bisherigen Erkenntnissen

um Einzelfälle handelt. KLINIKUM aktuell

sprach mit Prof. Dr. Bruno Meiser, Leiter des Transplantationszentrums

am Klinikum der Universität, über einen

Skandal und seine Folgen.

Machen sich die vielen Medienberichte über den skandal

an Ihrem zentrum bemerkbar?

Natürlich haben die Ereignisse eine gewisse Unsicherheit

ausgelöst, und wir bemerken in der Tat momentan einen

transplantationen am KLINIKUM

Jan.-Dez. Jan.-Dez. Jan.-Aug.

2010 2011 2012

� Lunge: 46 58 52

� Herz: 31 31 22

� Herz-Lunge: 2 0 0

� Herz-Niere: 2 2 0

� Niere: 79 61 30

� Lebendspende: 37 38 29

� Niere/Pankreas: 11 8 15

� Leber: 49 43 32

12 KLINIKUMaktuell 04.2012

leichten Rückgang bei den Spenderorganen. Allerdings

kann ich nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob der Rückgang

auf den Skandal zurückzuführen ist. Es gibt immer

wieder Schwankungen bei den realisierten Organspenden,

auch ohne, dass etwas vorgefallen ist.

Wie wollen sie am Klinikum Manipulationsfälle vermeiden?

Wir haben nach dem Bekanntwerden des Skandals unsere

Daten der letzten fünf Jahre freiwillig überprüft und können

deswegen sagen: Bei uns wurde nicht manipuliert, es ist alles

korrekt gelaufen. Außerdem gibt es am Klinikum schon

seit Jahren das Mehr-Augen-Prinzip, das heißt, wir haben

regelmäßig organspezifische Transplantationskonferenzen,

an denen Chirurgen, Internisten, Intensivmediziner und Anästhesisten

teilnehmen und alles besprechen. Somit ist eine

Manipulation Einzelner überhaupt nicht möglich.

Die zweite Angst, die in der letzten zeit von Medien

geschürt wurde, ist: Werden bei Organspendern die

Geräte schneller abgeschaltet und ist ein Hirntoter

wirklich tot?

Kein Arzt schaltet die Geräte zu früh ab, sondern wird alles

tun, um das Leben seines Patienten zu retten. Er hätte ja

auch nichts davon, die evtl. gespendeten Organe bleiben

ja nicht in der Spenderklinik, sondern werden transparent


DsO

Die Abkürzung steht für Deutsche Stiftung Organtransplantation.

Die Stiftung ist die bundesweite Koordinierungsstelle

für die Organspende nach dem Tode. Sie

organisiert alle Schritte des Spendeprozesses, von der

Meldung eines möglichen Spenders bis zur übergabe

der Organe an die Transplantationszentren. Außerdem

leistet sie allgemeine Informationsarbeit zum Thema

Organspende. Zugeteilt werden Spenderorgane allerdings

nicht von der DSO, sondern von Eurotransplant.

Eurotransplant

ist eine 1967 gegründete Stiftung mit Sitz in Leiden

(Niederlande). Sie ist die Vermittlungsstelle für Organspenden

in den Benelux-Ländern, Deutschland, Österreich,

Slowenien, Kroatien und zukünftig auch Ungarn.

Eurotransplant bietet diesen Service in enger Kooperation

mit allen Transplantationszentren, Gewebetypisierungslaboratorien

und Krankenhäusern, in denen

Organspenden durchgeführt werden.

Hirntod

Bevor jemand als Organspender infrage kommt, müssen

zwei erfahrene Ärzte zweimal unabhängig voneinander

den Hirntod bestätigen. Der Hirntod liegt vor,

wenn alle Hirnfunktionen im Großhirn, im Kleinhirn

und im Hirnstamm unwiederbringlich ausgefallen sind.

Bis zur Organentnahme muss der Spender künstlich

beatmet werden, damit seine Organe nicht geschädigt

werden.

über Eurotransplant nach festgelegten Kriterien verteilt.

Auch die Furcht davor, zu früh für tot erklärt zu werden,

ist bei vielen Menschen tief verwurzelt. Es gibt aber keine

Todesfeststellung, die so klar und streng nach entsprechenden

Richtlinien der Bundesärztekammer geregelt ist: Erst

wenn der Hirntod (siehe Kasten) von zwei erfahrenen und

von der Transplantation unabhängigen Ärzten zweimal im

Abstand von 12 Stunden festgestellt wurde, wird der Pati-

KONtAKt

In ganz Bayern versorgt assist seit 20 Jahren Menschen mit medizinischen Produkten und Dienstleistungen.

Wir begleiten Sie von der Klinik in die ambulante Nachversorgung.

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diagnose & theraPie

ent für hirntod erklärt und mit den Angehörigen über eine

mögliche Organentnahme gesprochen.

Organspenden werden zunehmend an der offiziellen

Warteliste vorbei im sogenannten beschleunigten Verfahren

vergeben. Was hat es damit auf sich?

Die Vergabe von Organen richtet sich generell nach der

Dringlichkeit und den Erfolgsaussichten einer Transplantation.

Normalerweise werden Organe durch Eurotransplant in

Leiden aufgrund dieser beiden Kriterien patientenorientiert

vergeben. Das beschleunigte Verfahren wird dann angewendet,

wenn ein Organverlust droht. Dies kann z. B. bei marginalen

Organen von älteren Spendern der Fall sein, bei denen

ein längerer Transport mit entsprechender Minderdurchblutungszeit

das Organ unbrauchbar werden lassen könnte. In

diesen Fällen ist es dann besser, das Organ in der Region zu

belassen, wo es gespendet wurde, und es direkt den dortigen

Zentren für ihre Patienten anzubieten. Da die Spender im

Schnitt immer älter werden, nehmen diese Fälle zu.

Wie kann ich sicher sein, dass eine Organspende nach

wie vor wirklich sinnvoll ist?

In Deutschland warten zurzeit 12.000 Menschen auf ein Organ.

Nicht bei allen von ihnen wird die Spende rechtzeitig

erfolgen, sie werden auf der Warteliste sterben. Jedes Organ,

das gespendet wird, hilft deswegen, Menschenleben

zu retten. Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe über

den Tod hinaus. Ich kann nur an jeden appellieren, einen

Organspendeausweis auszufüllen und bei sich zu tragen.

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diagnose & theraPie

20

15

10

5

0

Häufigkeit

Vorschulkinder

ca. 1%

DEPrEssIONEN – AU

UND JUGENDLIcHE

Wie sich das Leiden auf die ganze Familie auswirkt, welche Ursachen

dahinter stecken können – und welche therapien am besten helfen

Diese Zahlen machen betroffen: Jeder 14. Jugendliche

in Deutschland hat eine Depression, das

sind etwa zwei Schülerinnen und Schüler pro

Klasse. Von drei Betroffenen wird nur einer behandelt.

Und die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen

ist Selbstmord. Doch depressive Phasen beginnen

nicht erst in der Pubertät, sondern schon viel früher. Schon

im Kindergarten treten Symptome auf. KLINIKUM aktuell

sprach mit Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik

und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, unter

anderem über Ursachen und Therapien.

Wie sehen die symptome einer Depression im Kindes-

und Jugendalter aus?

Das Bild der Erkrankung wandelt sich mit dem Alter. Im

Kindergartenalter sind z. B. der Verlust der Spielfreude

zu sehen, eine erhöhte Irritierbarkeit, eine eingeschränkte

Mimik und Gestik, aber auch Appetitverlust und Schlafstörungen.

Schulkinder berichten

von Traurigkeit, die meist

auf keinen Auslöser zurückzuführen

ist. Sie

klagen über Bauch-

und Kopfschmerzen,

ohne dass eine organische

Ursache

vorliegt, Schulschwierigkeiten

treten häufig

auf. Im Jugendlichen

Schulkinder 2-3%

Quelle: Bündnis gegen Depression e.V.

Jugendliche 9,4 –

18,5%

14 KLINIKUMaktuell 04.2012

alter ähnelt die Symptomatik der von erwachsenen Patienten.

Jugendliche verlieren im Rahmen der Depression das

Interesse an sozialen Kontakten und an Aktivitäten, an denen

sie früher Spaß hatten. Sie sind entmutigt, trauen sich

nichts mehr zu, sind aber auch ständig gereizt und teilweise

aggressiv. Eine anhaltende Müdigkeit, verbunden mit

Problemen, sich zu konzentrieren, führt zu Verschlechterungen

der schulischen Leistungen. In Abhängigkeit der

Schwere der Episode treten lebensmüde Gedanken auf,

manchmal unternehmen Jugendliche auch einen Selbstmordversuch.

Was sind die Ursachen einer depressiven störung?

Es gibt weder eine noch „die“ Ursache der Depression.

Das am besten untersuchte Krankheitsmodell geht von

einer Veranlagung aus, die durch belastende Umweltfaktoren

beeinflusst wird. Belastende Lebensereignisse sind

Tod oder schwere Erkrankung eines Elternteils, Trennung

der Eltern, Veränderungen im sozialen Umfeld wie

z. B. Schulwechsel und Verlust der Freunde nach Umzug.

Die Pubertät mit ihren spezifischen Anforderungen

an Autonomie, Eigenverantwortung, Beziehungsaufbau

zu Gleichaltrigen und der Akzeptanz der eigenen körperlichen

Veränderungen stellt insbesondere für Mädchen

eine potenziell belastende Phase dar.

Welche Bedeutung hat die störung für die

Betroffenen und ihre Familien?

Meist entwickeln sich die depressiven Störungen

langsam, so dass professionelle

Hilfe durch Eltern erst dann gesucht wird,

wenn ein Kind schon ausgeprägte Symptome

entwickelt. Mit der Diagnose konfrontiert,

machen sich Eltern nicht selten

Vorwürfe, in der Erziehung versagt zu haben,

insbesondere dem Kind gegenüber

unangemessene Anforderungen, wie z. B.

im Bezug auf schulische Leistungen,


cH KINDEr

ErKrANKEN

Paul ganz unten

Paul ist 15 Jahre alt und hat nach dem Tod seines Vaters

auf nichts mehr Lust. Auch nicht auf seine Freunde,

denn Paul leidet an einer Depression. Der Schüler

ist die Hauptfigur der neuen Broschüre „Paul ganz

unten – Depressionen bei Jugendlichen verstehen“.

Entwickelt haben sie yvonne Schiller und Dr. Antje-

Kathrin Allgaier an der Klinik und

Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Das Werk mit coolem

Layout erzählt nicht nur Pauls Geschichte

und wie er Hilfe durch

seine Freundin Emilie bekommt,

sondern listet auch Anlaufstellen

bei Problemen auf. Die Broschüre richtet sich an Jugendliche,

die entweder selbst depressive Symptome

haben oder jemanden kennen, bei dem sie sich bemerkbar

machen.

gestellt zu haben. Sie sind durch die Diagnose verunsichert,

fragen sich, welche Anforderung noch angemessen

ist. Insbesondere der Umgang mit den negativen, zum Teil

aggressiven Stimmungen des Kindes löst massive Verunsicherungen

aus.

Wie verläuft eine Depression?

Depressive Störungen sind durch ihren episodenhaften

Verlauf gekennzeichnet. Die Länge der Episoden schwankt

erheblich, bei Kindern und Jugendlichen liegt die mittlere

Länge einer Episode zwischen 2-6 Monaten, abhängig vom

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Schweregrad der Störung.

Schwere Formen

der Depression beginnen

meist früh und haben ein größeres

Risiko, wieder aufzutreten.

KONtAKt

diagnose & theraPie

Wie behandeln sie?

Es hängt vom Schweregrad ab, ob wir die Patienten stationär

aufnehmen oder ambulant behandeln. Im stationären

und im tagesklinischen Bereich werden die Betroffenen

an unserer Klinik von einem in der Behandlung

von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen erfahrenen,

interdisziplinären Team betreut, besuchen die integrierte

Klinikschule und erhalten eine intensive, kombinierte

Einzel- und Gruppenpsychotherapie, die durch

körper- und bewegungstherapeutische Behandlungsangebote

sowie durch Kunst-, Musik- und Ergotherapie ergänzt

wird. Manchmal kann zusätzlich auch die Gabe von

Antidepressiva sinnvoll sein, meist sind das so genannte

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, die im Gegensatz

zu Medikamenten der älteren Generation weniger Nebenwirkungen

haben.

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vention, Muttermilchersatznahrung und Beikosteinführung sowie unsere regelmäßigen Kosmetikaktionstage.

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Traurigkeit Depres- Geringer Antrieb

sion

Konzentrationsschwäche

Lustlosigkeit

Rückzug Müdigkeit

Aggressivität

Altersunabhängige

Merkmale

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diagnose & theraPie

LAcHEN ALs

Die Klinikclowns besuchen am campus Großhadern

jetzt auch stationen für Erwachsene

Die Idee kommt aus den USA: Mitte der 1980er

Jahre entstanden in den Staaten Clown-Visiten,

die sich seit Anfang der 1990er Jahre auch in

Europa verbreiteten. Am Klinikum der Universität

werden schon seit vielen Jahren kleine Patienten auf

der Kinderstation am Campus Großhadern und im Dr. von

Haunerschen Kinderspital in der Innenstadt durch die

fröhlichen Besuche aufgeheitert. Jetzt werden am Campus

Großhadern erstmals auch Stationen mit erwachsenen Patienten

miteinbezogen. Die ersten Standorte sind dabei

die Stationen L23 (Palliativmedizin) und K21 (Strahlentherapie).

„Nach einer gemeinsamen Test-

und Projektphase haben nun Patienten beider

Stationen alle zwei Wochen am Wochenende

die Möglichkeit, nach Absprache mit dem

Pflegepersonal am Programm der Clowns

teilzunehmen“, erklärt Manuela Schmied,

stellvertretende Stationsleiterin der Station

K21. „Die gelungene und individuelle Kombination

von Lachen, Comedy, Jonglage, Musik

und Gesang bringt Abwechslung in den Patientenalltag

und fördert außerdem die Motivation

und die Mobilität – besonders bei längeren

stationären Aufenthalten.“

Die KlinikClowns führen bei ihren Besuchen

kein festes Programm auf,

sondern stellen mit viel Improvisationstalent

bei jedem Besuch

eine neue Situation zwischen

Patienten, Angehörigen und

ihrer Clownfigur her. Ihr

Spiel orientiert sich an der

aktuellen Situation der Patienten,

ihren wechselnden

Stimmungen und

ihrem Gesundheitszustand.

„Unser Team

bekommt nach den

Clown-Besuchen

von sehr vielen

Patienten der

Station posi-

16 KLINIKUMaktuell 04.2012


MEDIzIN

Miriam Brenner alias

Dr. Lilo Musi und

Alex Strauss alias

Dr. Willy Schmarrn

diagnose & theraPie

Die KlinikClowns Alex Strauss (vorne l.) und Miriam Brenner

(hinten 2. v. r.) mit den Klinikmitarbeitern Dirk Unglaube, Jenny

Bierbach, Manuela Schmied (hinten v. l.) und einer Patientin

tives Feedback! Die Nachfrage nach weiteren Besuchen

ist groß. Die Stimmung ist nach der Clown-Visite deutlich

verbessert, und man sieht viele lächelnde Gesichter. Wir

bemerken auch Tage nach dem Besuch eine Veränderung

im Verhalten der Patienten“, erzählt Manuela Schmied.

„Manche verlassen danach wieder öfter das

Bett, was sie manchmal länger nicht getan

haben.“ Was Schmied und ihre Kollegen

durch Beobachtung feststellen, ist inzwischen

auch durch Studien belegt:

Lachen bessert die psychische Verfassung

und fördert den Heilungsverlauf.

KONtAKt

Schmieds Resümee ist ausschließlich positiv:

„All diese Erfahrungen bestätigen uns eindeutig,

dass auch erwachsene Patienten in schwierigen

Krankheitssituationen von den Besuchen der

KlinikClowns profitieren können. Und nicht

nur den Patienten, auch dem Personal tut

die Abwechslung im Arbeitsalltag gut und

schafft neue Räume und Brücken in der

stationären Patientenbetreuung.“

Manuela schmied

Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie

und Radioonkologie, Station K21

) 089/70 95-45 03

* manuela.schmied@med.uni-

muenchen.de

KLINIKUMaktuell 04.2012

17


diagnose & theraPie

JUBILÄUM AM

KLINIKUM

1000. GANzKörPErBEstrAHLUNG

Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann und Prof. Dr. claus Belka

Das Klinikum der Universität München ist eines

der bedeutendsten Zentren in Deutschland bei

der Behandlung von Leukämien (Blutkrebs)

und Lymphomen (Krebs des Lymphgewebes).

Dies spiegelt sich auch in einem ganz besonderem Jubiläum

wieder: Kürzlich wurde die 1000. Ganzkörperbestrahlung

durchgeführt. KLINIKUM aktuell sprach

aus diesem Anlass mit Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann,

Direktor der Medizinischen Klinik III, und Prof. Dr.

Claus Belka, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und

Radioonkologie, deren Einrichtungen bei der Ganzkörperbestrahlung

zusammenarbeiten.

Wann ist eine Ganzkörperbestrahlung nötig?

Prof. Belka: Sie kommt bei der Behandlung von bestimmten

Leukämien und auch Lymphomen zum Einsatz. Und

zwar immer dann, wenn zur vollständigen Heilung eine

Stammzelltransplantation notwendig ist. Bevor wir diese

in Angriff nehmen können, müssen alle bösartigen Zellen

des Knochenmarks und des Immunsystems ausgeschal-

18 KLINIKUMaktuell 04.2012

tet werden. Das geht bei vielen dieser Erkrankungen am

besten durch die Kombination einer Chemotherapie mit

der Ganzkörperbestrahlung. Diese vorbereitende Behandlung

nennen wir Konditionierung.

Was passiert bei einer Ganzkörperbestrahlung?

Prof. Belka: Bei vielen Krebsarten ist nur ein einzelnes

Organ betroffen, bei einer Strahlentherapie wird dann

nur ein entsprechend kleiner Teil des Körpers erfasst. Bei

Leukämien und Lymphomen ist aber das ganze System

betroffen, weswegen auch der ganze Körper bestrahlt

wird. Die richtige Menge festzulegen ist dabei eine Gratwanderung.

Einerseits soll die Dosis so hoch sein, dass

wirklich alle bösartigen Zellen abgetötet werden, andererseits

soll die Strahlenmenge so niedrig sein, dass die

Nebenwirkungen so gering wie möglich ausfallen.

Wie lösen sie dieses Dilemma?

Prof. Belka: Die Dosis ist nicht die einzige Schwierigkeit,

es ist außerdem ein Problem, die Strahlenmenge gleich-


mäßig an alle Stellen des Körpers zu bringen, da der Körper

an verschiedenen Stellen unterschiedliche Durchmesser

hat. Am Klinikum der Universität wird aber seit

über 20 Jahren an diesem Problem gearbeitet, so dass

wir heute verlässliche Dosiskonzepte, die nach Alter und

Zustand der Patienten variieren, erstellen können. Die

Gesamtstrahlendosis liegt im Schnitt bei 10 bis 12 Gray

(benannt nach dem Physiker Louis Harold Gray), sie wird

über drei bis vier Tage verabreicht.

Und was geschieht danach?

Prof. Hiddemann: Zwei bis drei Tage nach der letzten

Bestrahlung geben wir dem Patienten über eine Infusion

blutbildende Stammzellen eines Spenders. Die finden

über das Blut den Weg in die Milz und ins Knochenmark,

wo neue Blut- und Immunzellen gebildet werden. Während

der ersten drei bis vier Wochen müssen die Patienten

isoliert bleiben, da sie wegen der vorangegangenen Bestrahlung

und Chemotherapie keine eigenen Abwehrkräfte

haben. Deswegen leben sie in hochreinen Räumen, um

jegliche Infektion von außen zu vermeiden. Am Klinikum

gibt es 24 dieser Transplantationsbetten, die Hälfte von

ihnen wurde durch die José-Carreras-Stiftung ermöglicht.

Am Klinikum wenden Sie inzwischen häufig die haploidentische

transplantation an. Was ist das genau?

Prof. Hiddemann: Im Optimalfall stimmen bei Spender

und Empfänger sämtliche Erbmerkmale überein – jemand

Passenden zu finden, gelingt aber nicht häufig

genug. Um auch für Patienten ohne passende Spender

eine lebensrettende Transplantation möglich zu machen,

wurde die haploidentische Transplantation entwickelt,

bei der nur die Hälfte der Merkmale übereinstimmt. Man

spricht deswegen von haplo- (= halb) identischer Trans-

Brustwiederaufbau mit Implantaten

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© Pitopia. Konstantin Gastmann, 2007

plantation oder kurz von Haplo-Transplantation.

Mit dieser

Transplantationsform können

Patienten behandelt werden, die in Ermangelung

eines passenden Spenders

ansonsten keine Aussicht auf eine Heilung

hätten.

KONtAKt

Prof. Dr. claus Belka

) 089/70 95-45 20

* claus.belka@med.uni-

muenchen.de

Brustkrebs verändert vieles im Leben einer Frau, aller dings

gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, eine hohe Lebensqualität

zu erhalten oder wiederherzustellen. Bestimmt haben

Sie einige Fragen. Wir haben für Sie eine spezielle Website mit

allgemeinen Informationen zum Thema Brust rekonstruktion

zusammen gestellt: www.brust­rekonstruktion.info. Dort können

Sie sich einen ersten Überblick verschaf fen. Außerdem

können Sie sich im Internet anschauen, wo und wie Brustimplantate

bei uns in Deutschland hergestellt werden. POLYTECH

Health & Aesthetics ist übrigens der einzige deutsche Hersteller

von Brust implantaten.

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Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann

) 089/70 95-25 51

* wolfgang.hiddemann@med.

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Vergrößerte Darstellung

von Stammzellen

Welche Erfolge haben sie damit?

Prof. Hiddemann: Aus Knochenmark oder Blut gewonnene

Stammzellen können nicht ohne eine spezielle Aufarbeitung

übertragen werden, da ansonsten mit größter

Wahrscheinlichkeit eine schwere und lebensbedrohliche

„Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion“ (Graft-versus-Host

Disease) entstehen würde. Werden jedoch T-Zellen, die

Träger einer solchen Reaktion, medikamentös unterdrückt,

kann diese Reaktion verhindert werden. Die Haplo-Transplantation

ist risikoreicher als die herkömmliche,

aber sie bringt auch bei fortgeschrittenen Fällen eine

Heilungsrate von 30 bis 40 Prozent.

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19


forschung & lehre

ExzELLENzcLUstEr

syNErGy

sind Entzündungen und Durchblutungsstörungen schuld an schlaganfall,

Alzheimer und Multipler sklerose? Ärzte und Forscher am Klinikum arbeiten

in einem Forschungsverbund fieberhaft an Ursachen und neuen Therapien

Der Ansatz ist neu – und hat die Geldgeber in Bund

und Ländern im Rahmen der so genannten Exzellenzinitiative

überzeugt: Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität

und des Klinikums

der Universität erhalten – neben anderen Einrichtungen – in

den kommenden fünf Jahren bis zu 30 Millionen Euro für

das Exzellenzcluster „SyNergy – Munich Cluster for Systems

Neurology“. „Es geht bei SyNergy darum, Grundlagenforschung

und klinische Anwendung besser zu vernetzen“,

sagt Prof. Dr. Christian Haass, Standortleiter des Deutschen

Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen und Sprecher

des Clusters in München. „Das Ziel ist die Umwandlung

von Forschungsergebnissen in die Anwendung am Patienten.

Der Fachbegriff dafür ist Translation.“

Und wie wird die Arbeit konkret aussehen? „Wir haben dabei

ein innovatives Konzept für die Erforschung der wichtigsten

neurologischen Erkrankungen entwickelt“, sagt Prof. Martin

Dichgans, Direktor des Instituts für Schlaganfall- und De-

20 KLINIKUMaktuell 04.2012

menzforschung am Klinikum. Bisher wurden neurodegenerative

Erkrankungen, bei denen Nervenzellen zugrunde gehen,

weitgehend getrennt voneinander erforscht. Zu diesen

Erkrankungen gehören die Alzheimersche Demenz oder Parkinson,

außerdem Multiple Sklerose (MS) und etliche andere

Leiden des Nervensystems. „Betroffen sind allein in Deutschland

Millionen Patienten, für die wir uns wichtige Erkenntnisse

für neue Therapien erhoffen“, erklärt Prof. Reinhard

Hohlfeld, Leiter des Instituts für Klinische Neuroimmunologie

in Großhadern. An der Ludwig-Maximilians-Universität hat

Prof. Haass SyNergy entscheidend mitgestaltet, am Klinikum

die Professoren Martin Dichgans, Reinhard Hohlfeld und

Martin Kerschensteiner, und an der TUM Thomas Misgeld.

Beteiligt sind zudem die Max-Planck-Institute für Psychiatrie,

Biochemie und Neurobiologie sowie das Deutsche Zentrum

für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Für das Konzept haben die Forscher den Begriff „Systemneurologie“

geprägt. Sie vereint drei Forschungsfelder, die,

Foto: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)


Grundlagenforschung mit dem Zebrafisch

Um Erkenntnisse über Vorgänge im Körper des Menschen

zu erlangen, wird in der Grundlagenforschung

mit Modellorganismen gearbeitet. Einer dieser Modellorganismen

ist der Zebrafisch, ein bis zu 4 Zentimeter

großer Zierfisch. Dank seiner vollkommen

durchsichtigen Embryonen (siehe Bild links), die sich

zudem außerhalb des Mutterleibes entwickeln, lassen

sich Mutationen, Fehlbildungen und andere Defekte

besonders gut beobachten. Prof. Dr. Christian Haass

und Dr. Bettina Schmid haben für die Erforschung von

Vorgängen, bei denen Nervenzellen zugrunde gehen,

Zebrafische gezüchtet, bei denen ein Gen für Amyotrophe

Lateralsklerose (ALS) ausgeschaltet wurde. Bei

ALS kommt es – wie bei Alzheimer – zu einer Schädigung

oder Degeneration der Nervenzellen, allerdings

derer, die für die Muskelbewegungen verantwortlich

sind. Die Ausschaltung dieses Gens schädigt in der

Tat Nervenzellen, die bei ALS eine Rolle spielen, führt

aber parallel auch zu einem Zusammenbruch des

Blutgefäßsystems und zu einem Muskelabbau. „Wir

vermuten nun, dass vaskuläre Fehlfunktionen vielleicht

eine unerwartete Rolle bei ALS spielen können

“, erklärt Prof. Dr. Haass.

jedes für sich, bereits an der Universität und am Klinikum

vertreten sind. Die Kollegen um Prof. Martin Dichgans zum

Beispiel widmen sich vor allem dem Schlaganfall, bei dem

meist durch ein verengtes Blutgefäß Gewebe im Gehirn

stirbt. Es handelt sich demnach aus klassischer Sicht um eine

Durchblutungsstörung. Die Teams der Professoren Hohlfeld

und Kerschensteiner untersuchen mit experimentellen und

klinischen Ansätzen Entstehung und Verlauf der Multiplen

Sklerose (siehe auch Seite 9 in diesem Heft). Die Arbeitsgruppe

von Prof. Haass wiederum versucht zu verstehen,

warum sich bei Demenzerkrankungen wie Alzheimer Prote-

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„Alle neurodegenerativen Erkrankungen haben offenbar

eine entzündliche Komponente. Wir erkennen

mehr und mehr gemeinsame Mechanismen“,

erklärt Prof. Haass. Könnten also beispielsweise

bei allen erwähnten Erkrankungen entzündungshemmende

Medikamente helfen oder sogar

vorbeugen? „So einfach ist es leider nicht“,

sagt Haass. „Wir müssen erst herausfinden, ob

die Entzündung die degenerativen Prozesse

wirklich auslöst oder vielleicht eine nützliche

Abwehrreaktion des Körpers dagegen ist.“

Prof. Dr. Martin Dichgans

(o.) und Prof. Dr. Martin

25 leitende Wissenschaftler („principal investi-

Kerschensteiner erforschen

gators“) des Clusters, die assoziierten Mitglieder am Klinikum neurodegene-

und ihre Teams in bislang 40 Projekten wollen rative Erkrankungen

nun herausfinden, wo es bei den Erkrankungen

übereinstimmende Prozesse gibt und was die Ursache dafür

ist. Das Neue: Alle Projekte sind als so genannte vertikale

und horizontale Tandems organisiert. Horizontale Tandems

werden von Forschern an den jeweiligen Schnittstellen der

Krankheitsmechanismen gebildet – beispielsweise kooperieren

ein MS- und ein Alzheimer-Forscher. Jeweils mindestens

ein Grundlagenforscher und ein klinischer, also nahe am Patienten

arbeitender Wissenschaftler formieren die vertikalen

Tandems. „Wir hoffen sehr, dass wir mit dieser Strategie Ergebnisse

rasch in neue Therapien umsetzen können“, sagt

Prof. Dr. Haass.

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AUSBILDUNG

Die Asklepios stadtklinik Bad tölz ist eines von 35 Lehrkrankenhäusern der

Ludwig-Maximilians-Universität

Das Oberland gehört zu den schönsten Teilen Bayerns.

Hier liegt die Asklepios Stadtklinik Bad Tölz,

die zusammen mit der Asklepios Privatklinik und

dem Asklepios Gesundheitszentrum, einer geriatrischen

Rehabilitationseinrichtung, zu den größten Arbeitgebern

der Region gehört. Die Asklepios Gruppe stellt seit

dem 1. August 1999 das Management der Stadtklinik Bad

Tölz. Seit dem 1. Januar 2002 ist Asklepios auch Träger des

Hauses. Über 390 Mitarbeiter hat die Asklepios Stadtklinik,

mit der angeschlossenen Berufsfachschule zählt sie auch

zu den größten Ausbildungsbetrieben in der Region. In den

sechs Hauptabteilungen (Innere Medizin, Chirurgie, Ortho-

22 KLINIKUMaktuell 04.2012

pädie & Unfallchirurgie, Urologie, Anästhesie & Intensivmedizin,

Radiologie) und zwei Belegabteilungen (Gynäkologie

& Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde) versorgt die

Stadtklinik pro Jahr rund 10.000 Patienten stationär. 10 Medizinstudenten

der Ludwig-Maximilians-Universität im Praktischen

Jahr arbeiten dort jedes Semester, denn seit 2005 ist

die Asklepios Stadtklinik Bad Tölz Lehrkrankenhaus der Universität.

Die akademischen Lehrkrankenhäuser sind ein elitärer

Kreis von 35 Kliniken. Um die Aufnahme bemühen sich

aber wesentlich mehr Krankenhäuser, schließlich gilt doch

die Kooperation als Qualitätszeichen. Groß war das Interesse

an der Zusammenarbeit schon immer, doch seit die LMU bei


der bundesweiten Exzellenzinitiative als Spitzenhochschule

ausgezeichnet wurde häufen sich die Anträge auf Anerkennung

als akademisches Lehrkrankenhaus. Die Aufnahme in

den Kreis ist nicht einfach, die Interessenten werden eingehend

geprüft, bevor schließlich ein Gremium der Fakultät

über die Anträge entscheidet.

„Wir sind stolz darauf, zu diesem elitären Kreis zu gehören“,

sagt Dr. Martin Schlott, Chefarzt der Anästhesie und Operativen

Intensivmedizin und gleichzeitig Ärztlicher Direktor der

Stadtklinik. An seinem Haus gibt es für Medizinstudenten im

Praktischen Jahr Ausbildungsplätze in der Chirurgie, in der

Inneren Medizin, in der Urologie und in der Orthopädie. „Wir

legen besonderen Wert auf eine gute Betreuung, ein umfassendes

Lehrangebot und einen starken Praxisbezug“, erklärt

Schlott. „Die Studenten sind Teil unseres Teams und voll integriert.

Wir machen hier Medizin auf sehr hohem Niveau,

und sie nehmen daran teil.“ Für ihre Arbeit bekommen die

PJ-ler monatlich 400 Euro und täglich ein kostenloses Mittagessen.

„Darüber hinaus stellen wir kostenlose Unterkünfte

zur Verfügung“, so Schlott. Von den PJ-lern profitiere die Kli-

forschung & lehre

IN DER STUDENTEN-

nik in mehrfacher Hinsicht: „Wir bekommen positiv-kritische

Anregungen durch sie und lernen mögliche Kandidaten für

spätere Stellenbesetzungen kennen“, erklärt der Klinikboss.

„Einige ehemalige Studenten sind heute Ärztinnen und Ärzte

an unserem Haus.“

Schwerpunkte in der Behandlung sind in der Stadtklinik unter

anderem die Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit), das Herz- und

Gefäßzentrum Oberland, das Interdisziplinäre Bauchzentrum,

das Coloproktologische Darmzentrum, das Beckenbodenzentrum,

die Endoprothetik des Hüft-, Knie- und Schultergelenkes

und das ambulante Operationszentrum. Qualitätsmanagement

spielt an der Klinik eine große Rolle: Als erstes

bundesdeutsches Krankenhaus unterzog sich die Asklepios

Stadtklinik Bad Tölz bereits im Jahr 2002 der Prüfung und

Zertifizierung nach KTQ (Kooperation für Transparenz und

Qualität im Gesundheitswesen). Des Weiteren folgten erfolgreiche

Zertifizierungen durch die KTQ im Jahr 2005, 2008

und in 2011. Im diesem Rahmen unterzog sich die Klinik einer

Selbstbewertung sowie einem mehrtägigen Audit durch

externe Visitatoren vor Ort. 2011 hat sich die Asklepios Stadtklinik

erstmals gemeinsam mit der Geriatrischen Rehaklinik

Bad Tölz der Prüfung durch ein Visitatorenteam aus den Bereichen

Ökonomie, Pflege, Medizin und Rehabilitation unterzogen.

Die so genannte „Vernetzte Verbundzertifizierung“

wurde mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen bestanden.

„Wir arbeiten ständig daran, noch besser zu werden“,

betont Dr. Martin Schlott. „Das gilt für die Patientenversorgung

genauso wie für die Studentenausbildung.“

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Dr. med. Martin schlott

Ärztlicher Direktor

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23


forschung & lehre

EIN PrOJEKt FÜr DIE LEBEr

chirurg PD Dr. Andrej Khandoga bekommt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG) 306.000 Euro für die nächsten drei Jahre

D

er Titel des Forschungsprojekts klingt für Laien

erst einmal wenig verständlich: „Therapeutische

Beeinflussung der T-Zell-Migration bei hepatischer

Ischämie-Reperfusion“. Den Antrag hat Privatdozent

(PD) Dr. Andrej Khandoga von der Chirurgischen

Klinik am Campus Großhadern gestellt und auch bewilligt

bekommen. 306.000 Euro gibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft

dafür aus, drei Jahre hat Khandoga für seine

Arbeit Zeit. Von der Summe finanziert er neben Sachmitteln

auch eine Post-Doc-Stelle. Und darum geht es: Bei einer

Lebertransplantation wird das Organ des Spenders zwar

gekühlt aufbewahrt und transportiert, aber trotzdem ist es

für eine gewisse Zeit nicht durchblutet. Erst wenn es an die

Blutgefäße des Empfängers angeschlossen ist, werden die

Zellen wieder mit Sauerstoff versorgt. Eine ähnliche Situation

herrscht auch bei der Entfernung großer Lebertumore,

wenn die Chirurgen das Organ für kurze Zeit von der Blutversorgung

abkoppeln müssen. Ischämie ist der Fachbegriff

für die Tatsache, dass ein Organ nicht durchblutet ist. Setzt

nun die Wiederdurchblutung (Reperfusion) ein, ist trotzdem

nicht gleich alles in Ordnung. „Es entstehen Schäden am

Gewebe, wenn ein Organ nicht durchblutet ist, aber in der

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24 KLINIKUMaktuell 04.2012

ersten Phase der Wiederdurchblutung bessert sich die Lage

nicht, sondern es entstehen neue Schäden“, erklärt Dr. Andrej

Khandoga. Mit seiner Arbeitsgruppe hat der Facharzt für

Chirurgie bereits herausgefunden, dass für diese Schäden

bestimmte Zellen des Immunsystems verantwortlich sind,

die so genannten T-Lymphozyten oder T-Zellen. Bei diesen

T-Zellen gibt es eine bestimmte Untergruppe, die Helferzellen,

die von den Blutgefäßen ins Lebergewebe wandern

und dort durch Entzündungen für Schäden sorgen. Welche

Mechanismen dabei genau ablaufen, will Khandoga in seinem

neuen Projekt erforschen – und in einem zweiten Schritt

herausfinden, wie man die schädliche Entwicklung stoppen

kann. „Ein spannendes Projekt“, findet der Chirurg.

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tOD FÜr

GEHIrNtUMOrE

Die Macht der stammzellen scheint junge

Patienten schützen zu können

Das Glioblastoma multiforme ist eine der bösartigsten

Krebserkrankungen mit nur wenigen

Monaten überlebenszeit. Es gilt als ein Vertreter

von Gehirntumoren, die wohl aus genetisch

mutierten Stammzellen des Gehirns hervorgehen; sie

können kaum geheilt werden, trotz Operation, Chemo-

und Strahlentherapie. Aber: Stammzellen des jungen

Gehirns können auch tumorunterdrückend wirken – sie

treiben die Krebszellen in den Tod.

Prof. Dr. rer. nat. Rainer Glaß, seit Herbst 2011 Leiter der

Neurochirurgischen Forschung am Klinikum, erforscht

diese Prozesse. Er und seine Kollegen (Kristin Stock, Michael

Synowitz, Vincenzo Di Marzo, Helmut Kettenmann)

konnten die Faktoren für den Zelltod identifizieren: Es

handelt sich um bioaktive Lipide, die Endovanilloide, die

bevorzugt an Gehirntumorzellen andocken. Dies zeigt,

dass Vanilloide therapeutisches Potential haben könnten,

auch bei älteren Patienten mit erheblich weniger

D

er Mangel an Spenderorganen oder Spendergewebe

ist gravierend. Bestimmte Forscher

setzen auf eine Xenotransplantation, also die

Verpflanzung tierischen Gewebes oder tierischer

Organe. Die Abstoßungsreaktion des menschlichen

Körpers ist jedoch eine erhebliche Hürde. Doch mit Hilfe

transgener Schweine wollen die Wissenschaftler des

neuen Sonderforschungsbereichs SFB/Transregio 127

(„Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation

– vom Labor in die Klinik“) die Immunreaktion besser

verstehen und letztlich unterdrücken.

„Eine wichtige Voraussetzung für künftige Spenderorgane

kommt von den Aucklandinseln bei Neuseeland“,

sagt Prof. Dr. Bruno Reichart. „Dort leben Schweine,

die keine pathogenen Keime in sich tragen und deshalb

keine Ansteckungsgefahr für Menschen darstellen.“ Der

Wissenschaftler ist Sprecher des SFB und widmet sich im

Auftrag der Ludwig-Maximilians-Universität ausschließlich

der Forschung im Bereich Xenotransplantation, seit

er im vergangenen Jahr die Leitung der Herzchirurgie am

LMU-Klinikum beendet hat.

Wenig Aussicht auf Heilung – trotz Bestrahlung des Tumors

forschung & lehre

neuralen Stammzellen. Der größte Teil der Experimente

stammt noch aus der Zeit von Prof. Glaß am Max-Delbrück-Centrum

in Berlin.

Artikel in „nature“ (engl.) | Tumorbiologisches Labor der Neurochirurgischen

Klinik

KONtAKt

sPENDErOrGANE VOM scHWEIN

Ein neues Forschungsprogramm soll die transplantationsmedizin nach vorne bringen

Ein Ziel der Forscher ist es, neue transgene Schweinelinien zu

entwickeln, die besser verträglich sind. Ein Schwerpunkt liegt

dabei auf der Xenotransplantation von Inselzellen bei Typ-

1-Diabetes. Prof. Reichart: „Wir sind hier zuversichtlich. Weitere

Projekte werden die Entwicklung von biologischen Herzklappen,

die Verpflanzung von Leberzellen und später von

Organen wie Herzen oder Nieren sein.“ Der SFB wird mit 13

Millionen Euro über vier Jahre gefördert. Neben der LMU als

Sprecheruniversität sind die TU München, die Medizinische

Hochschule Hannover, die TU Dresden sowie als nichtuniversitäre

Einrichtungen das Helmholtz Zentrum München, das

Friedrich-Loeffler-Institut, das Deutsche Primatenzentrum,

das Paul-Ehrlich- sowie das Robert-Koch-Institut beteiligt.

KONtAKt

Prof. Dr. rainer Glaß

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Prof. Dr. Bruno reichart

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25


forschung & lehre

LIFtING OHNE sKALPELL

Jünger und gesünder aussehen: Was die

ästhetische Dermatologie machen kann

Keine Operation, keine Narkose: Das sanfte Lifting

mit speziellen Hyaluronsäure-Produkten oder auch

Calciumhydroxylapatit ist auf dem Vormarsch. Das

war bei der 23. Fortbildungswoche für praktische

Dermatologie und Venerologie in München ein zentrales

Thema. Eine Hauptmoderatorin war Dr. Tatjana Pavicic, Leiterin

der Abteilung Ästhetische und Laser Dermatologie an

der Klinik für Dermatologie und Allergologie (Direktor: Prof.

Dr. Dr. h. c. Thomas Ruzicka), Campus Innenstadt.

Die Expertin: „Bei Falten oder Form- und Konturverlust

des Gesichts können mit dem Liquidlifting, auch als dreidimensionale

Volumenaugmentation bezeichnet, oft die

gleichen positiven Ergebnisse erzielt werden wie bei der

klassischen Technik mit Skalpell, oder gar schönere Ergebnisse

– ohne den Nachteil, dass das Gesicht platt gezogen

und künstlich wirkt. Falten, eingefallene Wangen,

ausgehöhlt wirkende Augen, Form- und Volumenverlust

der Lippen können so behandelt werden. Bei den letzteren

sollte man ausschließlich Hyaluronsäure einsetzen.“

Haut und Falten werden nicht nur geglättet: Man sieht jünger

aus, weil die eingespritzten Substanzen für jugendliche

Konturen sorgen. Gängige Anwendungsgebiete: müde Augen,

eingefallene Wangen (wie sie auch bei bestimmten

Erkrankungen auftreten), tiefe Falten, hängendes Gesicht.

„Bei flächigen Bereichen, wie dem Dekolleté, wird nicht

modifizierte Hyaluronsäure als Regenerationsförderer und

nicht als Filler eingesetzt. Die Hyaluronsäure-Filler, insbesondere

monophasische, zeigen oft eine bessere Verträglichkeit

und ein harmonischeres Ergebnis als die biphasischen

Filler, weil sie sich optimal im Gewebe verteilen.“

Generell setzt die Abteilung von Dr. Pavicic nur abbaubare

Filler ein, die zwischen sechs und 18 Monaten halten. Per-

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26 KLINIKUMaktuell 04.2012

manente Filler werden wegen der zum Teil

schwerwiegenden Nebenwirkungen nicht

verwendet. In Europa gibt es fast mehr

als 150 verschiedene Hyaluronsäure-Filler

und nur zu wenigen

kontrollierte klinische

Studien. Danach sollte

man immer fragen.

Der Patient spürt nur einen kleinen Piks – durch die Anwendung

eines Lokalanästhetikums (z. B. eine Betäubungscreme)

oder einer Mischung aus Filler und Anästhetikum

in der Spritze. Der Füllstoff ist sehr verträglich,

er wird auch vom Körper selbst hergestellt. Eigenfett

hingegen macht meist nur noch bei extremen Defiziten

Sinn. Andere Präparate wie Kollagenprodukte sind nicht

mehr im Einsatz. Permanente Füller wie Acrylate oder Silikon

werden wegen ihrer Risiken kaum noch verwendet.

Dr. Pavicic rät für die Behandlung zu ausgebildeten Fachärzten,

z. B. Hautärzten oder Plastischen Chirurgen mit

entsprechender Spezialisierung. „Bei fehlerhafter Anwendung

können sich Knoten oder sichtbare Stränge unter

der Haut bilden. Mangelnde Hygiene oder nicht korrekte

Desinfektion können ebenfalls nachteilige Folgen haben.“

KONtAKt

Dr. tatjana Pavicic

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forschung & lehre

MIGrÄNE: ALLEs VErANLAGUNG?

LMU-Forscher entdecken genetische risikofaktoren

für die häufigste Migräneform

Vier bis 72 Stunden dauert der überfall: starke

pulsierende Kopfschmerzen, übelkeit und Erbrechen,

zusätzliche Qualen durch Licht und Lärm.

Der Mensch möchte die Migräne-Attacke bewegungslos

im dunklen Zimmer verdämmern. Etwa jeder

achte Bundesbürger leidet darunter. Zentrale Frage: Wird

man mit dieser Veranlagung geboren? Ja, sagen Forscher

der Ludwig-Maximilians-Universität. Erstmals konnten

sie nun auch genetische Risikofaktoren für die häufigste

Migräneform entdecken. Das ist die ohne Aura, also ohne

begleitende neurologische Symptome wie Sehstörungen

in Form von Lichtblitzen und Zackenrändern. Sie plagt

etwa zwei Drittel der Migräniker.

Vier neue genetische Risikofaktoren konnten die Münchner

gemeinsam mit einem internationalen Team (International

Headache Genetics Consortium) im Erbgut von Migräne-

Patienten orten. Es handelt sich um häufig vorkommende

DNA-Varianten, bei denen jeweils nur ein einzelner Baustein

im DNA-Strang verändert ist. Diese Varianten auf

den Chromosomen 1, 3, 6 beziehungsweise 9 machen ihre

Träger anfällig für die Migräne ohne Aura, folgern Prof. Dr.

Martin Dichgans, PD Dr. Tobias Freilinger und Dr. Rainer

Malik vom Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung

(ISD) am Klinikum. Sie hatten die Federführung bei der Studie,

bei der das Erbgut von fast 5.000 Migräne-Patienten

mit dem von über 7.000 Kontroll-Personen verglichen wurde.

Instituts-Direktor Dichgans: „Unsere Ergebnisse sind

ein entscheidender Schritt zu einem besseren Verständnis

der Migräne. Sie legen nahe, dass neben einer gesteigerten

Asche Basis ®

Das Hautpflegeprogramm aus der dermatologischen Forschung

Wirkungsvolle Hautpflege für jeden Hauttyp

Dieses Hautpflegesystem, das seit vielen Jahren mit

großem Erfolg zur Pflege der strapazierten Haut

eingesetzt wird, entdecken immer mehr Verbraucher,

die eine empfindliche oder trockene Haut besitzen.

Hochwertige Fette sorgen für einen hohen Feuchtigkeitsgehalt

der Haut, ohne dass ihre Atmungsfähigkeit

gemindert wird. Jeden Tag wird die Haut einer Vielzahl

von schlechten Stoffen ausgesetzt. Die Funktion der

Hautpflege ist es, den Belastungen entgegen zu

wirken, um Irritationen und Reizungen zu verhindern.

Erregbarkeit des Gehirns auch vaskuläre

Prozesse von Bedeutung sind.“

Schon für die Migräne mit Aura hatten die

Wissenschaftler einen genetischen Risikofaktor

entdeckt und einen möglichen

physiologischen Zusammenhang.

Danach könnte eine Anhäufung

des Botenstoffes Glutamat an den Kontaktstellen der Nervenzellen

eine wichtige Rolle spielen. PD Dr. Freilinger hofft,

dass durch noch größere Patientenkollektive weitere Risikofaktoren

identifiziert werden können. Die Arbeit wurde durch

das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN-Plus) im Rahmen

von EMINET (Epilepsy and Migraine Integrated Network)

gefördert.

Literaturhinweis: Genome-wide association analysis identifies

susceptibility loci for migraine without aura – T. Freilinger, V.

Anttila, B. de Vries et al.

Nature Genetics, AOP, 10. Juni 2012; doi: 10.1038/ng.2307

KONtAKt

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Bereits mit 40 Jahren beginnt die Haut zu

altern, sie wird dünner und damit empfindlicher.

Eine ausreichende und regelmäßige

Versorgung mit Feuchtigkeit wird hierbei

immer wichtiger. Als vorbeugende

Maßnahme ist die tägliche Zufuhr von

hautverträglichen Lipiden, wie sie in den

Asche Basis ® -Produkten vorliegen,

empfehlenswert.

Prof. Dr. Martin Dichgans

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GrOssEr ErFOLG FÜr KUrs

IN NOtFALLrADIOLOGIE

Weiterbildung auf höchstem Niveau

Zum ersten Sommerkurs der neu gegründeten

European Society of Emergency Radiology

(ESER) kamen 155 Teilnehmer (Ärztinnen,

Ärzte und international renommierte Referenten)

aus 27 Ländern im LMU-Klinikum zusammen – ein

großer Erfolg, der das starke Interesse an dieser Thematik

belegt. Das zweitägige Meeting bot einen kompletten

überblick über die aktuellen Methoden der Notfall-Bildgebung

bei traumatischen und nichttraumatischen Notfällen

vom Kopf bis zum Abdomen an. Society-Präsident PD Dr.

Ulrich Linsenmaier vom Institut für Klinische Radiologie

leitete den Kongress. Er betont: „Bei Schwerverletzten

spielt die Radiologie vor allem in der so genannten goldenen

Stunde nach einem Trauma eine in vielen Fällen lebensrettende

Rolle. Denn eine genaue Einschätzung und

Lokalisation der Verletzungen ist zwingend für die frühzeitige

Einleitung einer zielgerichteten Therapie. Trauma

und Polytrauma zählen ebenso wie der akute Thorax, das

Das Mantelzell-Lymphom (MCL) ist eine seltene

Krebserkrankung des lymphatischen Systems.

Die meisten Patienten sind älter als 60 Jahre.

Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters können

sie sich keiner hochaggressiven Therapie unterziehen.

Doch durch eine Erhaltungstherapie mit dem Antikörper

Rituximab bei einer Immunchemotherapie kann

die Dauer des krankheitsfreien überlebens mehr als verdoppelt

werden – auf 51 Monate gegenüber 24 Monaten.

Das zeigt eine europaweite MCL-Elderly-Studie des Europäischen

MCL-Netzwerks.

Prof. Dr. Martin Dreyling von der Medizinischen Klinik

III (Direktor: Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann), Campus

Großhadern, fungiert als Koordinator des Europäischen

MCL-Netzwerks und war an Planung und Durchführung

der Studie federführend beteiligt. Sein Fazit: „Erstmals

gelingt es uns, auch bei älteren Patienten eine vormals

aggressive Erkrankung in einen eher chronischen Verlauf

zu überführen – und das Gesamtüberleben zu ver-

28 KLINIKUMaktuell 04.2012

akute Abdomen und

der Schlaganfall zu

den häufigsten Einweisungsdiagnosen

in der Notfallradiologie. Bildgebende radiologische Verfahren

wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie

(MRT) weisen mit einem Plus von

10-15% pro Jahr in der Notfalldiagnostik ein exponentielles

Wachstum auf.“

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zEIt VErDOPPELt

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mit Mantelzell-Lymphom

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8 www.ESER-society.org

Prof. Dr. Dreyling (vorne)

und das Team der

Studienzentrale an der

Med. Klinik III (v. l.):

Eva Hoster (Statistikerin),

Till Seiler (Studienarzt),

Anja Baumann

(Quality Assurance),

Eva Ritter (IT), Melanie

Metz (Sekretärin),

Jörn Ohnesorge (Data

Manager), Michael

Unterhalt (Leiter der

Studienzentrale)

bessern. Mit diesen überzeugenden Daten ist ein neuer

therapeutischer Standard etabliert worden.“

Publikation: New England Journal of Medicine

KONtAKt

Prof. Dr. Martin Dreyling

) 089/70 95-22 02

* martin.dreyling@med.uni-

muenchen.de


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NEUEr WEG BEI PANKrEAsKrEBs

zentrum sucht Patienten für eine studie zur regionalen tiefenhyperthermie

in Kombination mit chemotherapie

Weniger als fünf Prozent der Menschen mit

Pankreaskarzinom überleben die ersten fünf

Jahre. Im Rahmen des Comprehensive Cancer

Centers (CCC LMU ; Leitung: Prof. Dr. Volker

Heinemann, Medizinische Klinik und Poliklinik III) ist ein

Pankreaszentrum (Leitung: Prof. Dr. Christiane Bruns, Chirurgische

Klinik und Poliklinik) für bösartige Erkrankungen

der Bauchspeicheldrüse eingerichtet worden. Es bietet eine

einzigartige Kombination diagnostischer und therapeutischer

Möglichkeiten, teilweise nur in Studien verfügbar. Für

die postoperative Therapie und bei fortgeschrittenen Karzinomen

werden Chemotherapie, Regionale Hyperthermie

und molekularbiologisch zielgerichtete Substanzen angeboten.

Prof. Dr. Rolf Issels ist Leiter der Hyperthermieeinheit

Medizinische Klinik und Poliklinik III und Helmholtz Zentrum

München Hämatologikum.

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Internistische

Onkologie (AIO) der Deutschen Krebsgesellschaft

und der European Society for Hyperthermic Oncology

(ESHO) wurde eine Phase-III-Studie unter dem Titel

HEAT (= Hyperthermia European Adjuvant Trial) begonnen.

Ziel ist der Nachweis einer Verbesserung des

krankheitsfreien überlebens mit Hilfe der Kombination

aus Hyperthermie und Chemotherapie. Dafür werden

als Probanden noch Patienten mit einem operablen Karzinom

nach der Resektion zur Anschlussbehandlung

gesucht. Die Meldung sollte durch den behandelnden

Onkologen oder Hausarzt anhand der ärztlichen Unterlagen

erfolgen.

Die Regionale Tiefenhyperthermie (RHT) ist eine Methode

zur gezielten überwärmung bösartiger Tumoren

oder des Tumorbetts nach erfolgter Resektion in einem

Temperaturbereich von 40-44 Grad mittels elektromagnetischer

Wellen. So werden u. a. Tumorgewebe oder

große

Auswahl

bei Chemo-

therapie

direkte

Abrechnung

aller

Krankenkassen

verbliebene maligne Zellnester für eine Chemotherapie,

aber auch für eine Radiotherapie sensibilisiert.

Nur entsprechend qualifizierte Zentren können den Patienten

eine derartige Behandlungsmöglichkeit anbieten. Die

Krankenkassen unterstützen die qualitätsgesicherte Hyperthermie

(Richtlinien www.hyperthermie.org) durch Vergütung

der Therapiekosten im Rahmen eines Zusatzentgeltes.

Die klinischen Studien zur Thematik Pankreaskarzinome

werden durch die Senator Rösner Stiftung unterstützt.

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KLINIKUMaktuell 04.2012

29


forschung & lehre

rHEUMA: ENOrMEr FOrtscHrItt

tablette statt spritze – ein innovativer Wirkstoff

könnte die Behandlung total verändern

Mit rheumatoider Arthritis (RA) wird eine

chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke

bezeichnet, die in Schüben verläuft.

Durch moderne Medikamente können Gelenkzerstörungen

und Behinderungen vermieden werden.

Aber diese Medikamente müssen gespritzt werden,

es sind Proteine, die im Magen durch die Verdauung unwirksam

würden. „Und die meisten entfalten ihre optimale

Wirkung nur in Kombination mit dem Medikament

Methotrexat, das unerwünschte Nebenwirkungen haben

kann“, sagt Prof. Dr. Hendrik Schulze-Koops.

Der Leiter der Rheumaeinheit an der Medizinischen Klinik

und Poliklinik IV, Campus Innenstadt, war mit seinem

Team an der Entwicklung eines innovativen Medikaments

beteiligt, das als Tablette eingenommen werden

kann. Es handelt sich um ein chemisch hergestelltes

Molekül („small molecule“). Dieses kann in Zellen des

30 KLINIKUMaktuell 04.2012

Immunsystems eindringen und

die Entzündung unterdrücken.

Die Kombination mit Methotrexat

ist nicht notwendig. Die

Wirksamkeit wurde im Rahmen

einer internationalen multizentrischen

Studie nachgewiesen.

Der Forscher: „Das könnte die zukünftige

Therapie erheblich verändern.“ In den USA und in Europa

laufen Zulassungsverfahren.

Publikation: The New England Journal of Medicine, August 2012

KONtAKt

Prof. Dr. Hendrik schulze-Koops

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* hendrik.schulze-koops@med.uni-

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zU VIEL cHOLEstErIN IM BLUt?

Die erste selbsthilfegruppe cholco e. V. vertritt die Interessen von Patienten mit FH

Die Familiäre Hypercholesterinämie (kurz: FH)

gehört in den Industrieländern zu den am weitesten

verbreiteten genetischen Störungen.

Betroffene haben zu hohe Werte des schädlichen

LDL-Cholesterins im Blut, was zu schweren Folgekrankheiten

wie Schlaganfall oder Herzinfarkt führen

kann. Etwa eine von 500 Personen in Deutschland ist von

der häufigsten Form betroffen.

Hypercholesterinämie bedeutet „zu viel Cholesterin im

Blut“. Nach internationalen Kriterien ist in folgenden Fällen

definitiv vom Vorliegen einer FH auszugehen: Kinder

unter 16 Jahren Gesamt-Cholesterin größer als 270 mg/dl

oder LDL-Cholesterin größer als 160 mg/dl; Erwachsene

Gesamt-Cholesterin größer als 300 mg/

dl oder LDL-Cholesterin mehr als 200

mg/dl und zusätzlich Sehnenxanthome

beim Patienten oder Verwandten oder

der DNA-basierte Nachweis einer genetischen

Mutation.

Frühzeitige Diagnostik und medika-

Typische Ablagerungen:

Sehnenxantome

mentöse Therapie sind wichtig, um

Folgekrankheiten zu verzögern oder zu

vermeiden. Mit der Lipidapherese können auch schwerste

Fettstoffwechselstörungen behandelt werden. Das ist eine

Art Blutwäsche, bei der die schädlichen Blutfettbestandteile

maschinell aus dem Körper entfernt werden.

Nun gibt es für sie die erste und einzige Patientenorganisation

in Deutschland, CholCo e. V. für Cholesterin & Co.

Eines der Gründungsmitglieder ist Dr. Anja Vogt, Leiterin

der Stoffwechselambulanz/Lipidapherese an der Medizinischen

Klinik und Poliklinik IV (Direktor: Prof. Dr. Martin

Reincke), Campus Innenstadt. Sie betont: „Die Organisation

will die soziale und medizinische Versorgung von Patienten

mit FH oder anderen schweren genetischen Fettstoffwechselstörungen

und ihren Angehörigen fördern und

vertritt deren Belange. Die Krankheit ist nicht sehr bekannt.

Selbst Ärzte schätzen die Gefahren oft falsch ein.“ Auf dem

Portal www.cholco.org gibt es Adressen und Infos.

KONtAKt

Dr. Anja Vogt

) 089/51 60-35 75

* anja.vogt@med.uni-

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NEUEs VON DEN

FrEUNDEN & FörDErErN

Professor Dr. Alexander Berghaus hat den Vorstandsvorsitz

übernommen: Pläne und termine

Der Verein der Freunde und Förderer des Klinikums

der Universität München e. V. wurde 1990

gegründet. Im September 2011 wurde Prof. Dr.

Alexander Berghaus als Vorstandsvorsitzender

gewählt. Sein Vorgänger Prof. Dr. Bruno Reichart ist emeritiert.

Dem Kuratorium steht nun Harald Strötgen, Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse München, vor.

Prof. Dr. Alexander Berghaus gratuliert dem Siegerteam der

Chirurgischen Klinik beim KUM-Cup 2012 (v. l.): Tobias Schiergen,

Andreas Ostermann, Christian Krug, Moritz Drefs, Maximilian

Kriegmair, Philipp Mandel, Florian Bösch, Michael Thomas, Dominik

Glückschaldt

Der Verein fühlt sich für etwa 10.000 Mitarbeiter und

jährlich annähernd eine halbe Million Patientinnen und

Patienten am Campus Großhadern und am Campus Innenstadt

zuständig. Er möchte mit seinen Aktivitäten dazu

beitragen, die Mitarbeiter von ihrer Belastung und die

Patienten von ihrem Leid ein wenig abzulenken. Hierzu

gehören kulturelle und sportliche Veranstaltungen, Kunstausstellungen,

Musikabende, Theateraufführungen und

mehr. So stiftet der Verein einen Wanderpokal für das all-

Kontakt

Deutsche Seniorenbetreuung

Leopoldstraße 48, 80802 München

Tel. 089 2032107-0

www.Deutsche-Seniorenbetreuung.de

KONtAKt

24 Stunden Betreuung nach Maß

PersPektive klinikuM

jährliche Fußballturnier. Aus

den Meldegebühren ging

Prof. Dr. Alexander Berghaus

2012 eine Spende von einigen

Hundert Euro an den Verein. Für den 8. November

konnte man den Entertainer André Hartmann, Gedankenleser

und Mentalkünstler, gewinnen (Hörsaal 03 in Großhadern).

Mitarbeiter, Patienten, Besucher und Mitglieder

sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Das Engagement des Vereins geht über solche Aktionen

hinaus, indem er beispielsweise dort, wo es keine andere

Finanzierungsmöglichkeit gibt, eine spezielle Fort- oder

Weiterbildung für Mitarbeiter der Pflege und der Verwaltung

unterstützt. Dabei handelt es sich um fünftägige Hospitanzen

an anderen Klinika. Ferner setzt sich der Verein

für förderwürdige Projekte am Klinikum ein, aktuell ist das

die dringend notwendige Sanierung des Kinderspielplatzes

am Campus Großhadern. Eine neue Aufgabe erwächst aus

dem zunehmenden Interesse, den Alumni eine Plattform für

gemeinsame Aktivitäten zu bieten.

Der Verein ist auf spenden und Mitgliedsbeiträge

angewiesen: spendenkonto 220 44 44

Deutsche Bank München, BLz 700 700 24

Gabriele Quenzel

Leiterin der Geschäftsstelle

) 089/70 95-77 08

* gabriele.quenzel@med.uni-

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Wir helfen, wenn es alleine nicht mehr geht. Zuverlässige und bezahlbar 24 Stunden

Betreuung und Pflege in den eigenen vier Wänden.

Unsere Betreuungskräfte wohnen bei Ihnen für die Dauer von ca. ein bis drei Monaten.

Die qualifizierten Mitarbeiter/innen aus Deutschland, Polen, der Slowakei und

Tschechien stehen Ihnen für folgende Dienstleistungen im Bereich der 24 Stunden

Pflege zur Verfügung:

Rund um die Uhr...

• Seniorenbetreuung

• Behindertenbetreuung

• Kinderbetreuung

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• Wohnen bei Ihnen zu Hause

• Sind 24 Stunden für Sie da

• Kommen aus Deutschland, Polen,

Slowakei und Tschechien, etc.

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KLINIKUMaktuell 04.2012

31


PersPektive klinikuM

32 KLINIKUMaktuell 04.2012

Das KliniKum

in den Medien

W

enn ein Kommissar im Klinikum ermittelt,

ist das meist kein erfreulicher Anlass.

Schon gar nicht, wenn er von der Kriminalpolizei

kommt. Ganz anders im Mai

dieses Jahres, als Hauptkommissar Franz Leitmayr in

der Medizinischen Poliklinik in der Pettenkoferstraße

aktiv wurde. Leitmayr alias Udo Wachtveitl ist einer der

beiden bekannten bayerischen Tatort-

Kommissare. Er war zu Dreharbeiten für

den Tatort „Ein neues Leben“ zu Gast im

Klinikum. Die Folge soll am 28. Oktober

2012 zur gewohnten Zeit um 20.15 Uhr

in der ARD ausgestrahlt werden.

»Zur Information

der Öffentlichkeit

über Fortschritte

in Diagnose und

Therapie sind Filme

unerlässlich.«

Dass diese Filmaufnahmen möglich

wurden, verdanken wir dem Umstand,

dass zu dieser Zeit gerade durch UmstrukturierungsmaßnahmenPatientenzimmer

einer Station in der Poliklinik frei geworden

waren. Die Produktionsfirma wiederum war auf der

Suche nach einer geeigneten Krankenhaus-Location.

Auf diese Weise profitierten beide Seiten. Die Sache

hat sich schnell rumgesprochen. Seither erhalten wir

immer wieder Anfragen von TV-Produktionen, die in

den Räumen der Medizinischen Poliklinik Krankenhausszenen

drehen möchten. Vorbesichtigungen, Terminabsprachen,

Ausstattungswünsche, Parkflächen

und viele weitere Aspekte sind dabei zu klären. Im

Vordergrund steht dabei immer, dass der medizinische

Betrieb nicht beeinträchtigt wird und Patienten jederzeit

Vorrang haben.

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Auch Passagen des Films „Am Ende eines viel zu kurzen

Tages“, der beim Filmfest München gezeigt wurde

und in ausgewählten Kinos in Deutschland und Irland

läuft, wurden in Räumen des Klinikums der Universität

München gedreht. Erzählt wird die Geschichte eines

15-jährigen, kranken Jungen, der nur mehr begrenzte

Zeit zu leben hat. „Mit seinem außergewöhnlichen

Zeichentalent schafft er sich mit Filzstift

und Marker seine eigene Welt“, ist auf

der Webseite des Films www.kurzer-tagderfilm.de

nachzulesen. Der Film basiert

auf dem Buch „Superhero“ von Anthony

McCarten, das 2007 erschien.

Noch wichtiger aber als Spielfilme sind

die aktuellen TV-Berichte über das Klinikum:

150 waren es alleine im vergangenen

Jahr. In vielen Fällen bekommen die Zuschauer

darüber Einblicke in neue Diagnose- und Therapieverfahren.

Vielfach wirken dabei auch Patienten mit.

Dafür möchte ich mich an dieser Stelle einmal herzlich

bedanken.

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PersPektive klinikuM

BERUF & FAMILIE

Das Klinikum will familienfreundlicher

werden: Beim Audit 2012 wird eine gemeinsame

strategie entwickelt

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

weiter zu verbessern, führt das Klinikum 2012

das Audit berufundfamilie durch. Die Abteilung

für Personalangelegenheiten koordiniert

das Projekt, die berufundfamilie gemeinnützige GmbH

und die berufundfamilie Service GmbH begleiten es. Das

Projekt wird von führenden deutschen Wirtschaftsverbänden

empfohlen und steht unter der Schirmherrschaft

des Familien- und Wirtschaftsministeriums.

Vertreter aller Berufsgruppen haben in Workshops die

Zielsetzungen erarbeitet. Dieses Paket wird zum Ende

des Audits vom Vorstand unterzeichnet und in den folgenden

drei Jahren umgesetzt. Die Anhörungsphase

wird mit dem Erhalt eines Zertifikats abgeschlossen.

Projektleiterin ist Melanie Michl, Stabsstelle Strategisches

Personalmanagement. Sie sagt: „Wir wollen die

Arbeitgeberattraktivität des Klinikums steigern. Ein besonderer

Aspekt ist zudem die Karriereförderung von

Frauen, die Feminisierung der Medizin nimmt ja zu. Familienbewusstsein

soll ein Teil der Unternehmenskultur

am Klinikum werden. Der größte Bedarf besteht bei familiengerechten

Arbeitszeitmodellen und der Unterstützung

bei der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen

Angehörigen.“

Das aktuelle Angebot am Klinikum umfasst:

Betriebskinderkrippe „Kinderwelt“ am Campus Großhadern

(Führung durch Gemeinnützige Paritätische Kindertagesbetreuung

GmbH Südbayern), 48 Plätze.

Kindergarten „Affenbande“ (Träger Bayerisches Rotes

Kreuz), 12 Belegplätze, Campus Innenstadt.

Kooperation mit dem pme Familienservice: kostenfreie Unterstützung

bei der Vermittlung von Kinderbetreuung (z. B.

Au Pair, Tagesmutter), Kinderbetreuung während der Ferien.

Notfallbetreuung „Münchner Kindl“: pro Familie/Jahr kostenfrei

20 Tage für Kinder von 8 Wochen bis 12 Jahre.

KONtAKt

Melanie Michl

) 089/70 95-20 33

� 089/70 95-88 21

* melanie.michl@med.uni-

muenchen.de

sie engagieren sich aktiv

für das Projekt

sabine Bartusch, Leitende

MTA, Institut für Laboratoriumsmedizin:

„Der Anteil der Teilzeitkräfte

bei uns ist sehr hoch. Die

meisten sind Mütter mit kleinen

Kindern, die von den Öffnungszeiten

der Kindergärten

und -krippen abhängig

sind. So ist es zunehmend schwieriger, die Patientenversorgung

24 Stunden täglich an sieben Tagen

in der Woche zu gewährleisten. Ich bin für die Erstellung

des Dienstplans zuständig und erhoffe mir

– durch eine verbesserte Kinderbetreuung seitens

des Klinikums – neue Möglichkeiten.“

sylvia Menacher, Leitung

Pflegebereich 3 (Chirurgische

Klinik, Herzchirurgische Klinik,

Kinderabteilung, Notaufnahmestation):

„Ich habe in meinem Bereich

viele junge Mütter, die Beruf

und Familie koordinieren

müssen. Das lässt sich zwar

vielfach mit dem Schichtdienst gut vereinbaren,

ich halte es jedoch für unerlässlich, die Rahmenbedingungen

(Kindertagesstätte etc.) noch zu verbessern.

In der gegenwärtigen Personalsituation

sind wir darauf angewiesen, dass Mütter nach der

Elternzeit wieder in den Pflegeberuf einsteigen.“

Prof. Dr. thomas Nicolai,

Oberarzt Haunersche Kinderklinik:

„Im modernen Arbeitsleben

sollen Frauen und Männer

gleichberechtigt ein vollständiges

Leben führen können, und

Familie gehört selbstverständlich

dazu. Wir haben hier einen

großen Anteil an weiblichen Ärzten, wir können auf

diese hochqualifizierten Mitarbeiterinnen gar nicht

verzichten. Da sehe ich eine besondere Verpflichtung

für das Klinikum, wir müssen Dinge kreativ verändern,

beispielsweise durch flexible Reservepools.“

KLINIKUMaktuell 04.2012

33


PersPektive klinikuM

Prof. Dr. Peter G. Falkai

Neuer Direktor Der kliNik Für

Psychiatrie uND PsychotheraPie

Prof. Dr. Peter G. Falkai, der Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie,

hat inzwischen auch die Leitung der Klinik

übernommen, die seit April von Prof. Dr. Norbert

Müller kommissarisch geleitet worden war. Prof. Falkai

folgt auf Prof. Dr. Hans-Jürgen Möller, der zum 31. März

2012 aus seinen Ämtern ausgeschieden ist. Prof. Falkai kam

aus Göttingen, wo er seit 2006 Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie

und Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik war.

Der gebürtige Kölner (Jahrgang 1961) absolvierte sein Medizinstudium

in Düsseldorf. Sein wissenschaftliches Interesse

galt schon frühzeitig der Erforschung und Behandlung der

schizophrenen und bipolaren Psychosen. Der Wissenschaftler

zählt zu den renommiertesten Experten in Deutschland

und fungiert als Präsident der Deutschen Gesellschaft für

Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN).

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus

Innenstadt umfasst 200 Betten, 12 Stationen sowie eine

34 KLINIKUMaktuell 04.2012

Tagesklinik. Schwerpunkte: Schizophrenie, Depression,

Demenzerkrankungen, Suchterkrankungen, Zwangs- und

Angststörungen, ADHS. Die Psychiatrische Institutsambulanz

(PIA) deckt einen spezifischen Versorgungsauftrag mit

einem fachübergreifenden Behandlungskonzept für Patienten

ab, die ein besonderes, krankenhausnahes Behandlungsangebot

brauchen. In der Poliklinik werden Patienten mit

Erkrankungen aus dem gesamten Spektrum der Psychiatrie

ambulant behandelt. Zusätzlich gibt es Spezialambulanzen.

KONtAKt

KONtAKt

Prof. Dr. Peter Falkai

) 089/51 60-55 00

* peter.falkai@med.uni-

muenchen.de

Prof. Dr. Steffen Massberg

Neuer OrDiNariuS uND KliNiK-

DireKtOr für KarDiOlOgie

Zum 1. Oktober hat Prof. Dr. Steffen Massberg den

Lehrstuhl für Innere Medizin/Kardiologie und die

Leitung der Medizinischen Klinik und Poliklinik I

(Campus Großhadern) am Klinikum übernommen.

Sein Vorgänger Prof. Dr. Gerhard Steinbeck hat sich in den

Ruhestand verabschiedet. Der Neuzugang hat keine weite

Anreise: Er wirkte seit 2010 als leitender Oberarzt und stellvertretender

Direktor der Klinik für Herz- & Kreislauferkrankungen

am Deutschen Herzzentrum München und im Klinikum

rechts der Isar der TU München (2007 wurde er dort

zum Professor berufen).

Das LMU-Klinikum ist Massberg vertraut. Er studierte und

promovierte hier, war auch als wissenschaftlicher Assistent

(1997-1999) tätig. Von 2005 bis 2007 arbeitete er als DFG-

Heisenberg-Stipendiat an der Harvard Medical School in

Boston. Die interventionelle Kardiologie ist sein klinischer

Schwerpunkt, speziell die kathetergestützte Therapie der koronaren

Herzerkrankung und von Erkrankungen der Herzklappen.

Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen

u. a. die Entwicklung neuer Substanzen zur Thrombosebekämpfung

und neuer Stents zur Behandlung von Stenosen

der Koronararterien sowie neue Strategien zur Therapie von

Herzklappenerkrankungen. Er fungiert als Koordinator eines

EU-Projektes (PRESTIGE), ist Vorstandsmitglied und Gründer

der Munich Heart Alliance, gehört den wichtigen Fachgesellschaften

an und ist Träger bedeutender wissenschaftlicher

Auszeichnungen. Massberg: „Die kardiovaskuläre Medizin am

Standort LMU muss sowohl in der Patientenversorgung als

auch wissenschaftlich ihre Spitzenstellung im nationalen und

internationalen Vergleich behaupten und weiter ausbauen.“

Prof. Dr. steffen Massberg

) 089/70 95-23 70

* steffen.massberg@med.uni-

muenchen.de


Die gebürtige Münchnerin Claudia Bausewein

(Jahrgang 1965) ist vom renommierten King‘s

College in London an das Klinikum der Ludwig-

Maximilians-Universität zurückgekehrt. Sie hat

den Lehrstuhl für Palliativmedizin übernommen und widmet

sich im Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin

(IZP) am Campus Großhadern der Patientenversorgung sowie

der Forschung und Lehre. Prof. Bausewein hat an der

LMU Medizin studiert und war von 2006 bis 2007 als Geschäftsführender

Vorstand des IZP tätig.

Während ihres Studiums lernte sie im Christophorus

Hospiz Verein in München die Möglichkeiten kennen,

schwerkranke und sterbende Menschen zu begleiten. Das

führte sie zur Palliativmedizin (von lat. Pallium = Mantel,

für lindern, nicht heilen). Da dieses Fach in Deutschland

kaum bekannt war, ging sie in den 1990er Jahren für einige

Zeit nach England. Neben ihrer Facharztausbildung

zur Internistin konzentrierte sie sich auf Palliativmedizin,

machte in diesem Fach ihr Diplom (1995), den Master

of Science (2003) und ihren PhD (2009). Die letzten fünf

Jahre wirkte sie im Department of Palliative Care, Policy

and Rehabilitation des Cicely Saunders Institute am

King’s College.

Prof. Bausewein: „Mich fasziniert an der Palliativmedizin,

dass nicht die Krankheit, sondern der Mensch im

Mittelpunkt steht – nicht nur mit seinen körperlichen Beschwerden,

sondern auch mit seiner psychischen, sozia-

PersPektive klinikuM

Prof. Dr. Claudia Bausewein, Ph. D., M. Sc.

LehrStuhL für PaLLiativMeDizin

Intensiv leben.

len und spirituellen Dimension.“ Ziel der Expertin ist es,

allen Betroffenen eine palliativmedizinische Betreuung

anzubieten. Das trifft für Patienten mit Tumorerkrankungen,

aber auch für eine große Zahl von Patienten mit fortgeschrittenen

Lungen-, Herz- und Nierenerkrankungen

oder neurologischen Erkrankungen zu. Prof. Bausewein:

„Palliativmedizinische Betreuung ist nicht nur eine Frage

der letzten Lebenstage. Hier ist viel Aufklärungsarbeit

bei Betroffenen, aber auch Ärzten, Pflegenden und anderen

professionellen Betreuern sowie die Entwicklung

neuer Betreuungskonzepte notwendig. Neben eigener

Forschung möchte ich die begrenzten Ausbildungsmöglichkeiten

durch Kurse und Seminare für junge Kollegen

und angehende Wissenschaftler verbessern.“

Durch eine Änderung der Approbationsordnung ist Palliativmedizin

als Pflicht-, Lehr- und Prüfungsfach eingeführt

worden. Die LMU war die erste deutsche Universität,

die Palliativmedizin schon vor Jahren verpflichtend

eingeführt hat.

KONtAKt

Prof. Dr. claudia Bausewein

) 089/70 95-49 30

* claudia.bausewein@med.uni-

muenchen.de

Außerklinische Intensivpflege

für Kinder und Erwachsene

Getreu unseres Mottos „Intensiv leben“ betreuen wir bayernweit intensivpflegebedürftige

und/oder beatmungspflichtige Kinder und Erwachsene

im eigenen Zuhause oder in einer betreuten Wohngemeinschaft – an 365

Tagen, rund um die Uhr.

Bereits bei der Überleitung aus der Klinik unterstützen wir die Betroffenen

u. a. bei der Kostenklärung und Hilfsmittelbeantragung. Neben der professionellen

Pflege durch examiniertes, festes Fachpersonal begleiten wir

unsere Klienten bei allen Aktivitäten des Alltags und sogar in den Urlaub.

➜ Nähere Informationen erhalten Sie unter:

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KLINIKUMaktuell 04.2012

35


ehrungen & Preise

HErzLIcHEN GLÜcKWUNscH!

Jenny Arndt

Für hervorragende wissenschaftliche

Leistung erhielt Gesundheits- und

Krankenpflegerin Jenny

Arndt, Medizinische Klinik

III (Direktor: Prof. Dr.

Wolfgang Hiddemann),

Campus Großhadern,

den Posterpreis 2012 im

Rahmen des 3. Internationalen,interdisziplinären

Symposiums „Sport

und körperliche Aktivität in der Onkologie

– Neues aus Wissenschaft

und Versorgung“ an der Deutschen

Sporthochschule Köln in Kooperation

mit dem Centrum für Integrierte

Onkologie an der Uniklinik Köln. Jenny

Arndt hat das Projekt im Rahmen

ihres berufsbegleitenden Studiums

(Bachelor of Arts – Public Health Care

and Case Management) geleitet.

Prof. Dr. Monika Führer

Die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft

Kinderpalliativmedizin in Bayern

wird mit dem diesjährigen

Sonderpreis des

Deutschen Innovationspreises

im Gesundheitswesen

der BayernLB

ausgezeichnet. Initiatorin

und Sprecherin

der AG ist Dr. Monika

Führer, Inhaberin der

Stiftungsprofessur für Kinderpalliativmedizin

am Dr. von Haunerschen

Kinderspital (Direktor: Prof. Dr.

Christoph Klein).

Prof. Dr. Nadia Harbeck

Die Leiterin des Brustzentrums an

der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde

und Geburtshilfe

(Direktor: Prof. Dr.

Klaus Friese), Campus

Großhadern und Campus

Innenstadt, wurde

für drei Jahre (2012-

2015) in den Vorstand

der EORTC (European

Organization for Re-

36 KLINIKUMaktuell 04.2012

search and Treatment of Cancer)

gewählt. Zusätzlich hält sie das Amt

des EORTC Chair der Translational

Research Division. Sie ist der einzige

Vertreter aus Deutschland im EORTC

Vorstand.

Dipl.-Biol. Ulrike Kaufmann

Die naturwissenschaftliche Doktorandin

Dipl.-Biol. Ulrike Kaufmann von

der AG Immunbiologie(Leiterin:

Prof. Dr.

rer. nat. Gerhild

Wildner) in der

Augenklinik (Direktor:

Prof. Dr.

Anselm Kampik),

Campus

Innenstadt, wurde mit dem Cora-

Verhagen-Preis 2012 für die beste

immunologische Präsentation bei der

Jahrestagung der ARVO (Association

for Research in Vision and Ophthalmology)

in Fort Lauderdale (USA)

ausgezeichnet.

Prof. Dr. Berthold Koletzko

Der Abteilungsleiter am Dr. von HaunerschenKinderspital

wurde zum

President-Elect

(2012-2013) und

zum Präsidenten

(2013-2016) der

European Society

for Paediatric

Gastroenterology,

Hepatology and Nutrition (ESPGHAN)

gewählt. Diese wissenschaftlichmedizinische

Fachgesellschaft hat

international großen Einfluss auf

Standards der Patientenversorgung,

die Praxis der Gesundheitsförderung

im Kindes- und Jugendalter sowie auf

Ausbildung und Forschung.

Katja Piotrowski

Die Dipl.-Trophologin an der Medizinischen

Klinik und Poliklinik II

(Direktor: Prof. Dr. Burkhard Göke),

Campus Großhadern, erhielt den Mi-

chaela Modan Memorial

Award der American

Diabetes Association

für herausragende Forschung

auf dem Gebiet

der Epidemiologie, Folgeerkrankungen

und

Prävention von Diabetes.

Sie untersuchte mit

ihren Kollegen der Arbeitsgruppe von

Prof. Dr. Klaus Parhofer die Bedeutung

des GLP-1 Metaboliten.

Petra Bäumler

PD Dr. Daniel chappell

PD Dr. Alexander choukèr

Dr. Volker Huge

PD Dr. Ines Kaufmann

Die folgenden Mitarbeiter der Klinik

für Anaesthesiologie (Direktor:

Prof. Dr. Bernhard zwißler) wurden

ausgezeichnet.

Petra Bäumler bekam

beim XV. Welt-

kongresses für Akupunktur

2012 in Athen

den Scientific Acupunture

Award 2012 für

die Arbeit „Worauf es

bei Akupunktur wirklich

ankommt – ein interkultureller

Vergleich zwischen China, Argentinien

und Deutschland“. Sie ist als

wissenschaftliche Assistentin in der Arbeitsgruppe

von PD Dr. Dominik Irnich

in der Schmerzforschung tätig.

PD Dr. Daniel chappell,

Oberarzt, wurde

für seine herausragende

Habilitationsschrift

der Karl-Thomas-Preis

der Deutschen Gesellschaft

für Anästhesiologie

und Intensivmedizin

verliehen. Dr. Chappell

beschäftigt sich seit Jahren mit der

Erforschung der vaskulären Barrierefunktion

und deren Bedeutung in klinischen

Situationen wie Ischämie/Re-


perfusion, Sepsis oder im Rahmen der

perioperativen Flüssigkeitstherapie.

Der Life Sciences Book Award 2012

der International Academy of Astronautics

ging an PD Dr. Alexander

choukèr für das Buch „Stress Challenges

and Immunity in Space. From

Mechanisms to Monitoring and Preventive

Strategies“ (Springer Verlag,

Heidelberg, 2012). Dr. Choukèr ist

Herausgeber und Mitautor. Das Werk

behandelt die Wechselwirkungen von

Stress mit dem Immunsystem unter

extremen Lebensbedingungen wie in

der bemannten Raumfahrt – und wie

Patienten hier von den Erkenntnissen

profitieren können.

Der Carl-Ludwig-

Schleich-Preis 2012

der Deutschen

Gesellschaft für

Anästhesiologie

und Intensivmedizin

(DGAI) wurde

Oberarzt Dr.

Volker Huge, Neurochirurgische

Intensivstation, verliehen.

Er hat mit seiner Arbeitsgruppe

eine Untersuchung zum Langzeitverlauf

der Erkrankung bei Patienten mit Komplexem

regionalen Schmerzsyndrom

(CRPS) durchgeführt. In dieser konnte

erstmals die Interaktion verschiedener

Faktoren und ihr Einfluss auf die

Ausprägung der Krankheitssymptomatik

gezeigt werden.

Der Wissenschaftspreis 2012 der

Deutschen Akademie für Flug- und

Reisemedizin, der Albrecht-Ludwig-

Berblinger-Preis, geht dieses Jahr an

PD Dr. Ines Kaufmann,

Oberärztin,

für ihre Forschung

zu den immunologischen

Effekten

von Parabelflügen

als Kurzzeit-Modell

für Schwerelosigkeit.

Prof. Dr. Gustav Paumgartner

Der Internist und Verdauungsspezialist

Prof. Dr. Gustav Paumgartner bekam im

Rahmen der internationalen Tagung der

Gallensäureforscher (IBCA-Meeting)

den renommierten

Adolf-Windaus-

Preis übergeben.

Der von der Falk

Foundation mit

15.000 Euro dotierte

Preis würdigt das

Lebenswerk des berühmtenLeberforschers,

der einst die Medizinische Klinik

II in Großhadern und zuletzt die Ethikkommission

am Klinikum leitete. Er ist

ein Doyen der Leber- und Gallenforschung

und steht Nachwuchsforschern

immer noch mit Rat und Tat zur Seite.

PD Dr. Jürgen schauber

Als Anerkennung für hervorragende

wissenschaftliche Arbeiten hat die

GlaxoSmithKline Stiftung den Preis

für Klinische Forschung an PD Dr.

Jürgen Schauber an der Klinik und Poliklinik

für Dermatologie und Allergo-

rÄtsELAUFLösUNG VON s. 49

1 8 5 9 3 4 6 7 2

9 2 4 7 5 6 8 1 3

7 3 6 2 8 1 5 4 9

4 1 3 5 6 8 2 9 7

8 7 9 4 1 2 3 6 5

6 5 2 3 9 7 4 8 1

3 9 7 8 4 5 1 2 6

5 6 8 1 2 9 7 3 4

2 4 1 6 7 3 9 5 8

ehrungen & Preise

logie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Thomas

Ruzicka) vergeben. Die Arbeiten

des Oberarztes befassen sich mit der

Pathogenese entzündlicher Hauterkrankungen

wie Psoriasis (Schuppenflechte),

Akne und Rosazea.

PD Dr. Jürgen Schauber (r.) mit Prof. Reinhard

Andreesen von der GSK-Stiftung

Prof. Dr. Peter thomas

Für die Arbeit zum Thema Implantatallergie

hat Prof. Dr. Peter Thomas

von der Klinik und Poliklinik für

Dermatologie und Allergologie

bei einem

Symposium in den USA

einen Forschungspreis

(Stifter: Fa. CeramTec)

erhalten. Sein Team

erforschte allergische

Reaktionen auf Knieprothesen

aus Metall,

die nach dem Wechsel auf alternative

Endoprothesen aus hypoallergenem

(= Allergien vorbeugendem) Material

verschwanden.

5 Wortspiel: Kartoffelauflauf oder Nudelauflauf

4 Geheimcode: Die richtige Antwort ist 5.

Denn richtig ist immer die Anzahl der Buchstaben der ausgeschriebenen

Zahl, die der Wächter nennt. Achtundzwanzig

besteht z. B. aus 14 Buchstaben, acht aus vier Buchstaben.

Die Zwölf, welche die Wache dem Ritter nennt, besteht aus

fünf Buchstaben.

3 Wichteleien: Der Wichtel muss zehn Kugeln holen um

sicher zu gehen. Bei nur sieben Kugeln wäre es möglich,

dass alle Kugeln blau und silbern sind.

1 zahlenspiele:

A) die Lösung ist 9

B) Esther ist 12 Jahre alt, nämlich 3/4 mal so alt wie Peter.

c) Die gesuchte Zahl lautet 23421314 oder rückwärts

41312432.

KLINIKUMaktuell 04.2012

37


vorsorge

GrIPPE – NUR EINE

IMPFUNG SCHüTZT!

KLINIKUM aktuell sprach mit Prof. Dr. thomas Löscher, Leiter der Abteilung für

Infektions- und tropenmedizin am Klinikum, über den neuen Impfstoff

Fieber, Schnupfen und Husten – diese Symptome

werden im Volksmund gerne als Grippe bezeichnet.

Ein Irrtum, denn zwischen einer fieberhaften

Erkältung und einer echten Virusgrippe (Influenza)

besteht ein großer Unterschied. Bei einer richtigen Grippe

sind zwei bis drei Wochen Bettruhe notwendig, und sie ist

eine heftige Abwehrreaktion des Immunsystems, die den

Körper sehr schwächt. Vor allem bei alten Menschen oder

Patienten mit einer chronischen Krankheit kann die Grippe

sogar tödlich enden. Die spanische Grippe tötete im Winter

1918/19 weltweit über 20 Millionen Menschen. Warum

kommt die Grippewelle überhaupt in der kalten Jahreszeit zu

uns? „Überleben und Übertragung der Grippeviren werden

durch kalte und trockene Luft begünstigt. Zudem entstehen

neue Virusvarianten meist in Ostasien und gelangen typischerweise

erst in den Wintermonaten zu uns“, erklärt Prof.

Dr. Thomas Löscher, Leiter der Abteilung für Infektions- und

Tropenmedizin am Klinikum der Universität. „Darum ist jetzt

im Herbst die beste Zeit für die Grippeschutzimpfung.“

Wer ist überhaupt ein Kandidat dafür? Die Ständige Impfkommission

(STIKO) am Robert-Koch-Institut in Berlin

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Heiß und kalt

genießen.

Der Rest ist M-Sache.

38 KLINIKUMaktuell 04.2012

Den ganzen

Winter

tolle Saunaevents.

Mehr Infos in den

M-Bädern oder unter:

www.swm.de

empfiehlt die Impfung für Menschen ab 60 Jahren, alle

Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, Patienten

mit einem Grundleiden wie z. B. Diabetes, kardiovaskulären

Erkrankungen, Krankheiten der Atemwege

inklusive Asthma und COPD, chronischen neurologischen

Krankheiten wie z. B. Multiple Sklerose und Personen mit

angeborenen oder erworbenen Immundefekten. „Außerdem

ist sie für Menschen mit erhöhter Gefährdung wie

z. B. Ärzte und Krankenschwestern ratsam sowie für Personen

mit umfangreichem Publikumsverkehr in Ämtern,

Schulen, Supermärkten“, so Prof. Dr. Löscher.

Neue Verstärkerstoffe für bessere Wirkung

Warum muss man die Impfung jedes Jahr aufs Neue machen

lassen? „Die Virustypen ändern sich jedes Jahr und

sind deswegen nur durch den jeweils neuesten Impfstoff

abgedeckt. Die Weltgesundheitsorganisation koordiniert

ein weltweites überwachungssystem, um eine Veränderung

der Viren rechtzeitig ermitteln zu können. Die WHO

hat bereits im März die Zusammensetzung des diesjährigen

Impfstoffs bekannt gegeben: Er enthält aktuelle Vari-

Grauer Alltag, trübe Stimmung, mieses Wetter?

Gehen Sie in die Sauna! Die Kombination aus

wohltuender Wärme und erfrischender Abkühlung

macht gute Laune und hält Sie fit. Probieren

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anten der Virustypen H1N1 (das „Schweinegrippe“-Virus

der Pandemie 2009), H3N2 und Influenza B. Ein Impfstoff

besteht aber nicht nur aus diesen drei Komponenten. Wir

arbeiten in unserer Abteilung auch an der Prüfung von

Impfstoffen mit neuen Adjuvantien, das sind Verstärkerstoffe,

die die Wirkung der Impfung besonders bei älteren und

abwehrgeschwächten Patienten verbessern und die Schutzrate

erhöhen“, erläutert Prof. Dr. Löscher.

seit Jahren kein Impfschaden!

Relativ neu ist für Kinder ab zwei Jahren ein Lebendimpfstoff,

der als Nasenspray verabreicht wird. „Er ist allerdings

nicht für Patienten mit ausgeprägtem Asthma geeignet, für

sie bleibt es beim herkömmlichen Piks“, so Prof. Dr. Löscher.

Ganz gleich ob als Spray oder als Spritze – hat die

Impfung nicht auch Nebenwirkungen? „Die Impfung ist

gut verträglich, es besteht lediglich ein Restrisiko bei einer

hochgradigen Allergie gegen Hühnereiweiß, da der Impfstoff

auf dieser Basis hergestellt wird“, sagt Löscher. „Wir

haben aber seit Jahren in Deutschland keinen einzigen echten

Impfschaden nach einer Grippeimpfung. Möglich sind

aber Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle sowie

leichtes Fieber. Das ist aber nicht gefährlich und gemessen

am Nutzen der Impfung absolut vertretbar.“

Wie wirkt die Impfung überhaupt? „Im Durchschnitt erreichen

über 80 Prozent der Impflinge innerhalb von 7 bis 14

Tagen eine ausreichende Immunantwort“, erklärt Prof. Dr.

Löscher. „Die meisten der in Deutschland verfügbaren Impfstoffe

sind so genannte Totimpfstoffe. Durch das Impfen mit

abgetöteten Influenza-Virenbestandteilen wird das Immunsystem

angeregt, spezifische Antikörper gegen Influenza-Viren

zu bilden.“ Kann man trotz Impfung Grippe bekommen?

Gelegentlich kann es auch bei Geimpften zu Grippe-Erkrankungen

kommen. „Im Allgemeinen verlaufen diese aber

leichter“, so Löscher. „Allerdings schützt die Impfung nicht

gegen die Vielzahl von anderen Erregern, die fieberhafte,

grippeähnliche Erkrankungen hervorrufen.“

Lässt sich Löscher selbst auch impfen? „Selbstverständlich.

Meine Mitarbeiter und ich gehen mit gutem Beispiel voran.

Die Impfung des medizinischen Personals dient ja nicht nur

dem eigenen Schutz, sondern soll auch eine übertragung auf

unsere Patienten verhindern, die ja häufig besonders durch

die Influenza gefährdet sind.“

KONtAKt

Prof. Dr. thomas Löscher

) 089/21 80 -35 17

* loescher@lrz.uni-muenchen.de

KLINIKUMaktuell 04.2012

vorsorge

39


hilfe & selbsthilfe

OstEOPOrOsE – W

Leben wie man will: Warum das auch mit der Volkskrankheit Knochenschwund

möglich ist – wenn man richtig behandelt wird

A

llein in Deutschland sind etwa acht Millionen

Menschen an Osteoporose – landläufig Knochenschwund

genannt – erkrankt. Wie man trotzdem

ein aktives Leben führen kann, darüber sprach

KLINIKUM aktuell mit dem Spezialisten Prof. Dr. Matthias

Schieker von der Chirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr.

Wolf Mutschler) am Campus Innenstadt. Er ist Professor

für Regenerative Medizin mit Schwerpunkt Stütz- und Bewegungsapparat

und leitet die Spezialsprechstunde für

Osteoporose und Alterstraumatologie im klinischen Osteologischen

Schwerpunktzentrum OSZ.

Wie vorsichtig muss man mit Osteoporose leben?

Patienten sollten ein Bewusstsein für Ihre Erkrankung entwickeln.

Osteoporose ist überwiegend eine Erkrankung des

alternden Knochens, die ihn für Brüche wesentlich anfälliger

macht. Deshalb sollten Patienten ihren Lebensstil samt

Ernährung ändern und sich unbedingt regelmäßig und gezielt

bewegen.

Welche Formen der Osteoporose gibt es?

In 95% der Fälle handelt es sich um eine primäre Osteoporose,

also eine eigenständige Erkrankung des

Knochens. Bei der sekundären Osteoporose –

fünf Prozent der Fälle – liegen andere Ursachen

zugrunde. Das können Medikamente, wie z. B.

Cortison oder auch Hormonstörungen sein.

Urlaub, sport, Freizeit: Gibt es Einschränkungen?

Generell sollte man seine Grenzen kennen.

Altersgerecht aktiv zu sein ist wichtig.

Wenn die Bewegungsabläufe im Nervensystem

verankert sind, sollte man sie pflegen.

Wer sein Leben lang Ski gefahren ist, kann

wahrscheinlich weitermachen – aber vielleicht

Langlauf statt gefährlichen Abfahrten.

Maximalbelastungen sollte man unbedingt

40 KLINIKUMaktuell 04.2012

vermeiden. Und natürlich gilt, dass man möglichst raus an

die frische Luft geht und sich nicht zu Hause verkriecht.

Wie geht es mit dem sexualleben weiter?

So normal wie möglich. Auch hier geht es um altersgerechte

Anpassung ohne Maximalbelastung.

Worauf kommt es beim training an?

Es sollten möglichst immer Koordination und Kraft trainiert

werden. Zusätzlich zu Tai Chi und yoga zur Koordinationssteigerung

und Sturzvermeidung sollten möglichst auch

noch Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Nordic

Walking oder auch z. B. Tanzen erwägt werden. Knochenanbau

wird durch mechanische Belastung stimuliert, deshalb

braucht es mechanische Belastung mit Zug und Druck

durch Muskeln und Sehnen.

Wie steht es mit der Ernährung?

Natürlich sollte man sich auch im Alter

besonders gesund und ausgewogen ernähren.

Ab 50 empfehlen auf Altersme-


dizin spezialisierte Ärzte, dass man keine Diäten zur gezielten

Gewichtsabnahme durchführt, weil dabei zumeist auch

Muskelmasse abgebaut wird. Für den Knochenstoffwechsel

braucht der Körper täglich mindestens 1.200 mg Kalzium,

das schafft man mit Schnittkäse, Joghurt und Quark und

auch mit kalziumreichem Mineralwasser. Zudem kann man

reichlich Brokkoli und Grünkohl sowie Nüsse essen. Solange

man sich ausgewogen ernährt, empfehlen wir in der Regel,

hilfe & selbsthilfe

IE GEHt Es WEItEr?

neuen Untersuchungen möglicherweise in Gefäßen ablagern

könnte, was wiederum das Risiko für Schlaganfall und

Herzinfarkt steigern könnte. Zudem ist eine ausreichende

Versorgung mit Vitamin D sehr wichtig. Der Körper verstoffwechselt

einen Großteil seines Bedarfs in der Haut. Deshalb

sollten Sie Gesicht und Arme täglich mindestens 30 Minuten

dem natürlichen Tageslicht aussetzen. Ansonsten können Sie

einen Mangel mit Vitamin-D-Präparaten ausgleichen. In nor-

kein Kalzium in Tablettenform zuzuführen, da es sich nach dischen Ländern wird Vitamin D der Milch beigemengt, das �

8 Millionen Menschen sind in Deutschland von

Osteoporose betroffen

ca. 300.000 Knochenbrüche pro Jahr sind auf

Osteoporose zurückzuführen

46 % aller in der Klinik für chirurgie am campus

Innenstadt operierten Knochenbrüche betrafen Patienten

mit Osteoporose.

Quelle: Chirurgische Klinik Campus Innenstadt

rundum versorgt im Osz

� Am Klinikum sind neun Kliniken am Osteologischen

Schwerpunktzentrum (OSZ) der Ludwig-Maximilians-Universität

beteiligt. Das Zentrum ist vom Dachverband Osteologie

(DVO) zertifiziert. Jährlich werden mehr als 8.000

Patienten mit osteologischen Erkrankungen behandelt. Die

interdisziplinäre Regelversorgung ist über die konsiliarische

Betreuung innerhalb der einzelnen Zentren realisiert.

Das Angebot umfasst außerdem ein Präventionsprogramm

im Rahmen der Tagesklinik für Muskuloskelettale Funktionsstörungen,

Rehasportgruppen für Osteoporose und Patientenschulungen.

Folgende Häuser sind am Osz beteiligt:

chirurgische Klinik/Unfallchirurgie:

Prof. Dr. Matthias Schieker, Anmeldung 089/51 60-51 82

Frauenklinik:

Prof. Dr. Christian Thaler, (GH), Anmeldung 089/70 95-68 25

Hormon- und Kinderwunschzentrum

PD Dr. Markus S. Kupka, (INN), Anmeldung 089/51 60-42 14

Hormonsprechstunde/Osteoporose

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie:

Dr. Dr. Sven Otto, Anmeldung 089/5160-4475

Medizinische Klinik – Innenstadt:

Prof. Dr. Roland Gärtner, Anmeldung 089/51 60-23 30

Medizinische Klinik II – Großhadern:

PD Dr. Christian Auernhammer, Anmeldung 089/70 95-25 20/25

14/30 03

Orthopädische Klinik – Großhadern:

Dr. Christof Birkenmaier, Anmeldung 089/70 95-37 90

Physikalische Medizin und rehabilitation:

Dr. Susanne Schwarzkopf, Dr. Heide Kuhlow, GH, Anmeldung

089/70 95-40 73/40 74

Dr. Susanne Schwarzkopf, Dr. Andreas Winkelmann, INN, Anmeldung

089/51 60-24 25

radiologische Klinik:

PD Dr. Andrea Baur-Melnyk, GH, Anmeldung 089/70 95-36 20

PD Dr. Stefan Wirth, INN, Anmeldung 089/51 60-92 00

rheumaeinheit – Innenstadt:

Prof. Dr. Hendrik Schulze-Koops, Anmeldung 089/51 60-35 79

KLINIKUMaktuell 04.2012

41


hilfe & selbsthilfe

ist in Deutschland nicht erlaubt. Rauchen, Kaffee

und Cola-Getränke können auch zu einer Verschlechterung

des Knochenstatus führen.

Welche Medikamente eignen sich für wen?

Das Angebot an spezifischen Medikamenten zur

Behandlung der Osteoporose hat sich in den letzten

Jahren enorm entwickelt. Diese Medikamente

werden zusätzlich zu der Basisbehandlung mit Kalzium

und Vitamin D eingesetzt, besonders wenn schon

Brüche aufgetreten sind oder die Knochendichte so niedrig

ist, dass die Gefahr, einen Bruch zu erleiden sehr hoch ist.

Bisphosphonate gelten in der Regel als Standardtherapie.

Sie können als Tabletten oder Infusion verabreicht werden

und sind sehr wirksam. Jedoch besteht oftmals das Problem,

dass sie nicht korrekt, unregelmäßig oder gar nicht einge-

KONtAKt

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42 KLINIKUMaktuell 04.2012

Prof. Dr. Matthias schieker

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Gewichten an drei Tagen pro Woche,

zwei bis drei Einheiten mit jeweils acht

bis zehn Wiederholungen

Aerobes Training unter Belastung – z. B.

flottes Gehen – an drei Tagen pro Woche

nommen werden. Parathormon-Präparate regen

den Knochenaufbau an, werden aber in der Regel nur

in schwerwiegenden Fällen über maximal zwei Jahre täglich

unter die Haut gespritzt. Strontiumranelat ist vergleichbar mit

Bisphosphonaten und SERMs (selektive Estrogen-Rezeptor-

Modulatoren). Das Pulver wird täglich eingenommen. SERMs

werden häufig von gynäkologischen Osteologen für Frauen

zwischen 50 und 70 Jahren propagiert, da sie sich vorteilhaft in

der Wirkung bezüglich Brustkrebs gezeigt haben. Einen ganz

neuen Ansatz verfolgt ein Antikörper, der seit etwa zwei Jahren

erhältlich ist. Der Wirkstoff Denosumab wird als Fertigspritze

alle sechs Monate direkt unter die Haut gespritzt und hat sich

besonders bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

als geeignet gezeigt.

• orthopädischen Krankheitsbildern einschließlich degenerativer

Erkrankungen der Bewegungsorgane

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soll man zusätzlich östrogene nehmen?

Bei starken Wechseljahrsbeschwerden kann eine Östrogenbehandlung indiziert

sein. Da steht aber der gynäkologische Aspekt klar im Vordergrund.

Wann muss operiert werden?

In der Regel werden Frakturen an der Wirbelsäule, aber auch gelenknahe Brüche

nach einem Unfall oder Trauma operiert, um eine möglichst schnelle Beübung

zu ermöglichen. Bei einem spontanen, osteoporosebedingten Wirbelkörperbruch

sollte man zunächst eine konservative Therapie mit Schmerzbehandlung

und ggf. Korsett versuchen. Bei über Wochen bestehenden Schmerzen können

diese Wirbelbrüche auch mit Zement aufgerichtet werden.

Man bleibt lebenslang krank?

Ja, aber man muss nicht resignieren. Es gibt inzwischen genügend Therapiemöglichkeiten.

Leider gibt es noch immer eine große Behandlungslücke in

Deutschland. Nur ca. 20 Prozent der Osteoporose-Patienten bekommen die angemessene

Therapie. Das Ziel aller Behandlungen ist immer, weitere Knochenbrüche

zu vermeiden.

Was hat die Forschung in der Pipeline?

Es sind einige interessante und vielversprechende Medikamente in der Entwicklung.

Besonders interessant ist ein Antikörper, der neben der Behandlung

der Osteoporose auch die Frakturheilung ungemein beschleunigen wird.

WAs Ist OstEOPOrOsE?

� Osteoporose ist eine Volkskrankheit,

80 Prozent der Betroffenen sind Frauen.

Der Knochen besteht zu etwa einem Drittel

aus einer Grundsubstanz, die von speziellen

Zellen, den Osteoblasten, hergestellt

wird. Gegenspieler der Osteoblasten sind

die Osteoklasten, deren Hauptaufgabe der

Knochenabbau ist. Zwei Drittel der Knochenmasse

sind Mineralstoffe, vor allem Kalzium,

die in diese Grundsubstanz eingelagert

werden und dadurch dem Knochen erst die

notwendige Härte verleihen. Als systemische

Erkrankung des Knochens entsteht bei Osteoporose

eine verminderte Dichte und Qualität, der Knochen wird bröselig.

Das erhöht das Risiko für einen Knochenbruch. Ursachen können

ein verminderter Aufbau, andererseits ein verstärkter Knochenabbau und

kombinierte Formen mit erhöhtem Abbau und erniedrigtem Anbau sein.

Der Knochenbruch ist zumeist das erste Zeichen der Osteoporose.

Die Basisdiagnostik umfasst die Anamnese der Risikofaktoren, körperliche

Untersuchung, Basislabor, Röntgen der Lendenwirbelsäule in zwei

Ebenen und Knochendichtemessung (DXA). Die DXA, d. h. duale X-Ray-

Absorptiometrie, erlaubt die Abschätzung der Schwere des Knochenverlustes

und ermittelt den T-Wert als Abweichung von den Knochendichtewerten

von gesunden jungen Patientinnen.

Für die Behandlung gibt es klare Leitlinien.

hilfe & selbsthilfe

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KLINIKUMaktuell 04.2012

43

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Veranstaltungen für Patienten

Infoabende und Kreißsaalführungen für

werdende Eltern: jeden Donnerstag

(außer Feiertag) 18-19 Uhr

Campus Innenstadt: Maistr. 11

Campus Großhadern: Marchioninistr. 15

Keine Anmeldung erforderlich

* marianne.kerkmann@med.uni-

muenchen.de (Innenstadt)

* heike.wolff@med.uni-muenchen.de

(Großhadern)

Informationsabende IsD (Institut für

schlaganfall- und Demenzforschung)

Pflegeberatung der gesetzlichen

Krankenkassen:

23.10.2012, 18-19.30 Uhr

Med. Aspekte der Demenz

13.11.2012,18-19.30 Uhr

Offener Austausch

18.12.2012, 18-19.30 Uhr

Gutes Gedächtnis?

14.01.2013, 14-16 Uhr

Seminarraum, Max-Lebsche-Platz 30

(2.OG)

Kontakt: Manuela Aigner,

) 089/70 95-83 19

* manuela.aigner@med.uni-muenchen.de

Infoveranstaltung für

neudiagnostizierte

Fibromyalgie-Patienten und

Angehörige

17.10.2012, 18-20 Uhr

Med. Klinik IV, kleiner Hörsaal, 2.Stock,

Ziemssenstraße 1

Dozenten: Dr. Andreas Winkelmann,

Dipl.-Psych. Robin Hieblinger

) 089/51 60-24 95

* sigrid.kapfer@med.uni-muenchen.de

Fettabsaugung und -transplantation:

Das Neueste zum thema Körperformung

17.10.2012, 19-20.30 Uhr

Campus Großhadern, Hörsaal II,

Marchioninistr. 15

Anmeldung: C. Boehlke

) 089/51 60-26 97

* sek.handplastchir@med.uni-

muenchen.de

Asthmaschulung für Kinder von

8-11 Jahre (mit dem team Windradl)

19.10.2012, 15.30-19 Uhr

20.10.2012, 9-13 Uhr

26.10.2012, 15.30-19 Uhr

27.10.2012, 9-13 Uhr

Kurs 3 für Kinder und Jugendliche

von 11-15 Jahre

16.11.2012, 15.30-19 Uhr

17.11.2012, 9-13 Uhr

23.11.2012, 15.30-19 Uhr

24.11.2012, 9-13 Uhr

44 KLINIKUMaktuell 04.2012

Dr. von Haunersches Kinderspital,

Lindwurmstr. 4

Ameldung: Elvira Kolling

) 089 /51 60-78 85 (AB)

* elvira.kolling@med.uni-muenchen.de

Patiententag des Osteologischen

schwerpunktzentrums (Osz) zum

Welt-Osteoporose-tag

20.10.2012, 10-15 Uhr

Großer Hörsaal, Max-von-Pettenkofer-

Institut, Pettenkoferstr. 9a

Kontakt: Prof. Dr. Matthias Schieker

) 089/5160-75 89

* osz@med.uni-muenchen.de

Homöopathie teil I:

23.10.2012,18.15-19.15 Uhr

Homöopathie teil II:

6.11.2012, 18.15-19.15 Uhr

sprache der Bilder teil 1:

20.11.2012, 18.15-19.15 Uhr

Seminar in der Schmerzambulanz, Med.

Poliklinik, Pettenkoferstr. 8a, 3. Stock

Anmeldung: 089/51 60-75 08

schmerzambulanz.innenstadt@med.unimuenchen.de

selbsthilfegruppe Adipositas

24.10.2012, 19 Uhr

28.11.2012, 19 Uhr

27.12.2012, 19 Uhr

Campus Großhadern, Würfel FG, 12.

Stock,

Konferenzraum G12, Marchioninistr. 15

* SelbsthilfegruppeAdipositasGroß-

hadern@lrz.uni-muenchen.de

Dermatologische Vortragsreihe für

Patienten und Besucher 2012

Allergieschock durch Insektenstiche

oder Nahrungsmittel

25.10.2012, 14.30 Uhr

Unschöne Narben – vorbeugen und

behandeln

22.11.2012, 14.30 Uhr

Das offene Bein – von der Entstehung

bis zur Behandlung

13.12.2012, 14.30 Uhr

Klinik für Dermatologie und

Allergologie, 2. Etage, Mitte, zentraler

Aufenthaltsraum,

Eingang Thalkirchner Str. 48

) 089/51 47-64 07

* silke.meinecke@klinikum-muenchen.de

schulen in die transplantationszentren

07.11.2012

10.10.2012

05.12.2012, immer 8.30-13 Uhr

Campus Großhadern, Hörsaal I (Ende der

Besucherstr.), Marchioninistr. 15

Anmeldung: OA Dr. Helmut Arbogast

) 089/70 95-26 00

* helmut.arbogast@med.uni-

muenchen.de

Patientenforum: Behandlung von

Enddarmkrebs mit Erhalt des

schließmuskels – Leben mit den Folgen

10.11.2012, 9-13 Uhr

Campus Großhadern, Hörsaal I (Ende der

Besucherstr.), Marchioninistr. 15

Kontakt: PD Dr. Wolfgang Thasler

) 089/70 95-65 61

* wolfgang.thasler@med.uni-

muenchen.de

LAsIK und andere refraktive

Korrekturen

29.10.2012, 18 Uhr

26.11.2012, 18 Uhr

17.12.2012, 18 Uhr

28.01.2013, 18 Uhr

Augenklinik, Bibliothek, Mathildenstr. 8

Anmeldung: Centrum Refraktive Therapie

) 089/51 60-51 62 (Mo-Do, 8-11.30 Uhr)

* crt@med.uni-muenchen.de

Infoveranstaltung für Patienten auf der

Warteliste zur Lebertransplantation

22.11.2012, 15-17.30 Uhr

Campus Großhadern, Konferenzraum

G12 (Würfel GH, 12. Stock),

Marchioninistr. 15

Anmeldung: 089/70 95-22 92

* sekretariat.gerbes@med.uni-

muenchen.de

tag der offenen tür für Patienten

24.11.2012, 10-14 Uhr

Campus Großhadern, Klinik und Poliklinik

für Physikalische Medizin und Rehabilitation,

Marchioninistr. 15. Diese Klinik ist

gemeinsam mit der Klinik und Poliklinik

für Orthopädie der Veranstalter

Fit For Function – beweglich bleiben

12.12.2012, 17-19 Uhr

Campus Großhadern, Hörsaal V (Ende

der Besucherstraße), Marchioninistr. 15

) 089/70 95-40 57

* heide.kuhlow@med.uni-muenchen.de

Weihnachtskonzert des Klinikums

20.12.2012, 18 Uhr

Campus Großhadern, Hörsaal III,

Hörsaaltrakt, Marchioninistr. 15

Eintritt frei, Glühwein und Gebäck

* theresa.schwarz@med.uni-muenchen.de

Alle termine unter:

www.klinikum.uni-muenchen.de/de/

veranstaltungen


wohlfühlen & geniessen

zU NIEDrIGEr

BLUtDrUcK?

sO KOMMEN sIE IN scHWUNG!

Oft helfen schon ganz einfache Mittel, damit

der Kreislauf nicht mehr in die Knie geht

Schwindel und Ohrensausen, müde und unkonzentriert:

Das sind typische Probleme, wie sie

durch zu niedrigen Blutdruck entstehen können.

KLINIKUM aktuell sprach darüber mit dem Kardiologen

Dr. Philipp von Hundelshausen, Oberarzt am

Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten

(Direktor: Prof. Dr. Christian Weber) am

Campus Innenstadt.

Ist zu niedriger Blutdruck eine Erkrankung?

Der Blutdruck selbst nicht, doch ein dauerhaft niedriger

Blutdruck kann durchaus einen Krankheitswert

entwickeln. Er kann Leistungseinbußen, Schwindel und

Schwäche, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Herzklopfen,

Schwarzwerden vor Augen, Sternchensehen verursachen,

bis hin zu einer Synkope, also einer kurzen Ohnmacht

oder Bewusstlosigkeit. Typischerweise geschieht das

häufig beim Aufstehen vom Liegen oder Sitzen, da versacken

500 ml bis zu einem Liter Blut einfach so in den Beinen.

Normalerweise merken wir das gar nicht, weil unser

Nervensystem blitzartig eingreift und dafür sorgt, dass

die Blutgefäße in den Beinen sich zusammenziehen

und das Blut wieder nach oben

gepumpt wird. Wenn das nicht funktioniert,

reagiert unser Gehirn als erstes,

weil es nicht mehr genügend

sauerstoffreiches Blut bekommt.

Sehr häufig sind junge zierliche

bzw. dünne Frauen betroffen oder

Frauen mit Essstörungen oder

Schwangere. So ein Blutdruckabfall

beim Lagewechsel, gekoppelt

mit einer Kreislaufstörung, wird

eine orthostatische Dysregulation

genannt. Das ist harmlos und

muss nicht mit Medikamenten

behandelt werden. �

KLINIKUMaktuell 04.2012

45


wohlfühlen & geniessen

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Krankheiten,

aber nur eine

Gesundheit.”

Arthur Schopenhauer

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Was kann man dann tun?

Da helfen schon sehr einfache Verhaltensregeln. Also

langsam aufstehen und mit überkreuzten Beinen, Kompressionsstrümpfe

tragen. Gut ist auch, beim Essen

nachzusalzen, das hilft, Flüssigkeit im Körper zu binden.

Ganz wichtig: ausreichend trinken, zwei bis drei Liter

pro Tag sind für einen gesunden Menschen in Ordnung.

Bei älteren verwirrten Menschen zeigt sich oft, dass sie

schlagartig aufklaren, wenn sie dann Flüssigkeit bekommen.

Bei Problemen mit Nieren und Herz allerdings darf

man nicht wahllos trinken. Sport hilft nicht immer, allein

darauf sollte man sich nicht verlassen.

Und wann sollte man zum Arzt?

Wer immer wieder Probleme hat oder gar durch einen

Kollaps stürzt, sollte zum Arzt. Gerade bei älteren Patienten

lassen sich verschiedene Ursachen feststellen.

Zum Beispiel können Erkrankungen des Herzens (Herzmuskelschwäche,

Rhythmusstörungen, Aorteninsuffizienz)

dahinter stecken, eine Erkrankung der Nebennierenrinde

oder der Hirnanhangsdrüse, aber auch eine

Schilddrüsenunterfunktion oder lange Bettlägerigkeit.

Infektionen, Parkinson-Krankheit, diabetische oder alkoholbedingte

Neuropathie können ebenso Auslöser sein

wie manche Medikamente, beispielsweise Antidepressiva

DEr BLUtDrUcK

� Das ist der Druck, der in den Arterien gemessen

wird. Er wird in der Maßeinheit Millimeter

Quecksilbersäule (mmHg) angegeben. Von den Arterien

werden mit dem Blut Sauerstoff und Nährstoffe

zu allen Geweben und Organen transportiert.

Von einem niedrigen Blutdruck (Hypotonie) spricht

man, wenn der Blutdruck unter einen systolischen

Wert von 100 mmHg fällt und typische Beschwerden

auslöst. Der systolische Blutdruck (wird immer

als erster Wert angegeben) entsteht, wenn sich das

Herz zusammenzieht und das Blut in die Arterien

pumpt. Die Durchblutung der einzelnen Organe,

speziell des Gehirns, ist vom systolischen Blutdruck

abhängig. Der diastolische Blutdruck, also der

Druck, der entsteht, wenn das Herz anschließend

erschlafft, spielt bei der Hypotonie nur eine untergeordnete

Rolle. Er liegt bei Hypotonie unter 65 bis

60 mmHg. Meist werden diese Werte zufällig beim

Arzt entdeckt.

Die verminderte Durchblutung aktiviert das sympathische

Nervensystem, es kommt zur Gegenreaktion:

Die Herzfrequenz steigt, um den Blutmangel

schnell auszugleichen. Die Betroffenen frieren oder

schwitzen.


und starke Schmerzmittel, Entwässerungsmittel oder Antiarrhythmika.

Man sollte das nicht bagatellisieren, sondern

häufigen Beschwerden nachgehen. Dann kann man

mit verschiedenen Medikamenten eingreifen und den

Blutdruck stabilisieren. Bei jungen Frauen wächst sich

das übrigens oft aus.

Helfen tropfen für den Kreislauf?

Manche Menschen fühlen sich damit besser. Harmlose Mittel

kann man ausprobieren, aber nur in Maßen. Auch Kaffee

bringt etwas. Man kann selbst viel tun, also das Glas Wein

beim Essen weglassen, weil Alkohol die Gefäße weit stellt.

Eine Besonderheit ist ein Blutdruckabfall nach dem Essen,

ein kollapsähnlicher Zustand etwa eine Stunde später –

vielleicht weil das Blut in den Verdauungstrakt umdirigiert

wird. Die genauen Zusammenhänge kennen wir nicht. Wer

das an sich beobachtet, sollte entsprechend vorsichtig sein.

Diagnose mit dem

schellong-test

Dabei werden Blutdruck und

Puls im Liegen und im Stehen

mehrfach gemessen. Anhand

des Verhältnisses dieser Werte

zueinander kann die Regulationsfähigkeit

des Herz-Kreislauf-Systems

besser beurteilt

werden. Der Patient liegt erst

zehn Minuten in Ruhe, steht auf

und steht weitere zehn Minuten

still. Fällt der Blutdruck im

Stehen um mehr als 20 mmHG

systolisch und 10 mmHg diastolisch

ab und treten Bewusstseinsstörungen

oder Schwindel

auf, sprechen diese Anzeichen

für eine orthostatische Hypotonie

(bzw. orthostatische Dysregulation).

Das heißt, der niedrige

Blutdruck ist die Folge eines

plötzlichen Lagewechsels.

KONtAKt

wohlfühlen & geniessen

soll man ständig Blutdruck messen?

Nein. Man darf die Werte nicht überstrapazieren. Ältere

Menschen bekommen insgesamt schneller Probleme,

weil die Gefäße im Alter allmählich an Elastizität

verlieren. Man muss immer die individuelle Situation

betrachten. Gerade ältere Menschen nehmen oftmals

Blutdrucksenker, können zwischendurch aber auch zu

niedrige Werte haben. Es gibt keine allgemein verbindliche

einfache Messung des vegetativen Nervensystems.

Das ist ein kompliziertes Netzwerk mit über- und

Untersteuerung, da hat man von außen nur begrenzte

Möglichkeiten zum Eingreifen. Einen dauerhaften Schaden

muss man nicht befürchten, weil das Gehirn eben

sehr schnell für Ordnung sorgt. Man sollte wissen, dass

Blutdruck sich in beide Richtungen ändern kann. Er

kann auch sinken, wenn Menschen mit den Jahren an

Gewicht verlieren und hager werden.

Dr. Philipp von Hundelshausen

) 089/51 60-43 51

* kreislaufinstitut@med.uni-

muenchen.de

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BUcHtIPPs

Babyglück – Album und

schatzkästchen

Ein wunderbares Geschenk

für werdende Eltern (von der

Schwangerschaft bis zum 2. Geburtstag)

ist diese stabile Baby-

Box mit Album, Schubladen und

Maßband, um das Wachstum des

Babys zu dokumentieren. Das

96-seitige Album enthält Einsteckhüllen

für Ultraschallaufnahmen, Glückwunschkarten

oder ähnliches, bietet viel Platz für 100 Fotos sowie für

persönliche Eintragungen.

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Bewusstes Atmen durch die Nase

und in den Bauch beruhigt den

Geist, löst Blockaden und hilft

bei Beschwerden von Angst bis

Schlaflosigkeit. Yogalehrerin

Swami Saradananda führt in diesem

Hörbuch mit Musik in rund 70 Minuten in die Atemübungen

des Pranayama ein und zeigt, welche Bedeutung

die richtige Atemtechnik für Kopf und Körper hat. Die Autorin

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Göbel, was aktuell über Entstehung

und Therapie von Kopfschmerzen

und Migräne bekannt

ist. Die 6. Auflage wurde auf den

neuesten Stand der Wissenschaft

gebracht. Mit vielen praktischen

Hilfen für den Alltag: Checklisten,

Fragebogen und ein Kopfschmerzkalender helfen Betroffenen

bei der Dokumentation. So können die Schmerzauslöser

rechtzeitig erkannt und gezielt gemieden werden.

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Depressionen überwinden

In der neuen Auflage des Ratgebers

der Stiftung Warentest werden

erfolgreiche Behandlungsmethoden

erläutert und wird erklärt,

was im akuten Fall besonders

wichtig ist, wie Freunde und Familie

helfen können. Depressionen

zählen zu den häufigsten

psychischen Störungen. Fast jeder

Siebte ist irgendwann einmal

davon betroffen – und mit ihm sein Umfeld. Die zentrale

Botschaft: Hilfe ist möglich.

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Was lesen sie gerade?

Ameisenroman

Der bekannte Biologe und Ökologe Edward

O. Wilson erzählt in seinem

ersten Roman die Geschichte Raff

Codys, der im ländlichen Alabama

aufwächst und schon als Kind

seine Liebe zur Natur entdeckt.

Besonders Ameisen faszinieren

ihn. Er beschließt, sich für den Umweltschutz

zu engagieren, als ein

Immobilienunternehmen aktiv wird. Dann schalten sich

religiöse Fanatiker ein, die selbst vor Mord nicht zurückschrecken.

Das ist nicht nur ein einfühlsam erzählter Coming-of-

Age-Roman, sondern ein Öko-Thriller. Besonders fesselnd

ist das Herzstück des Buches, die Ameisenchronik,

in der über das Schicksal eines Ameisenvolkes berichtet

wird. Wilson legt einen unprätentiösen, flüssig geschriebenen

Roman vor, der ohne Schwarz-Weiß-Malerei auskommt

und reichlich Stoff zum Nachdenken bietet.

Am liebsten lese ich Bücher, die mich in Erstaunen versetzen.

Einige meiner bevorzugten Autoren sind Joseph

Roth, Philip K. Dick, Flann O‘Brien, Kurt

Vonnegut. Den „Ameisenroman“ empfahl

mir ein Freund, als wir im Biergarten saßen

und eine vorwitzige Ameise aus einem

Maßkrug retten mussten.

Ameisenroman – raff codys Abenteuer,

E. O. Wilson, aus dem Englischen von

Elsbeth ranke, c. H. Beck, 432 s.,

19,95 Euro

Christian Hoffmann,

Fachkrankenpfleger

und Praxisanleiter,

Neurologische

Intensivstation I2 am

Campus Großhadern


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Jedes Quadrat hat neun Unterquadrate, die jeweils

wieder aus neun Feldern bestehen. Das ergibt 81

Kästchen. In die müssen Sie Zahlen von eins bis

neun eintragen, ein Teil ist vorgegeben. In jedem

Unterquadrat, in jeder Zeile und in jeder Spalte des

Gesamtquadrats darf jede Ziffer nur ein einziges

Mal vorkommen. Knifflig: Sie sollten mit Bleistift arbeiten

und den Radiergummi bereithalten.

8 1

6 5

3 7 8 5

6 5 9 7 1

1 2 7

7 8 1

9 3

IMPrEssUM

3

6 2

Herausgeber: Vorstand des Klinikums der Universität München

Philipp Kreßirer (verantwortlich i.S.d.P.), Julia Reinbold

Stabsstelle Kommunikation und Medien des Klinikums der

Universität München, Lindwurmstraße 2 a, 80337 München

Tel. 089/5160-8071, Fax 089/5160-8072

E-Mail: info@klinikum.uni-muenchen.de

Internet: www.klinikum.uni-muenchen.de

Twitter: www.twitter.com/LMU_Uniklinikum

Facebook: www.facebook.de/LMU.Klinikum

Konzeption, redaktion, text: Ulrike Reisch, Rosemarie Ippisch

realisation, satz, Layout: Agentur Strukturplan, Carolin Pietsch,

Peter Pietsch, Tel. 089/74 14 07 37, www.strukturplan.de

Fotos: Stephan Beißner, Steffen Hartmann, Gordon Jäger, Dietmar

Lauffer, Andreas Steeger, Uwe Teifel, Stefan Wartini, Bert

Woodward (sofern nicht anders angegeben)

Anzeigen: ALPHA Informationsgesellschaft mbH

68623 Lampertheim, Tel. 06206/939-0

E-Mail: info@alphapublic.de, www.alphapublic.de

WIE FIt sIND sIE IM KOPF?

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1 zAHLENsPIELE

A) Aufgabe: 55 – davon der 5. Teil – mit sich selbst

multiplizieren – daraus die Quersumme – mal 14 –

plus 1 – dritteln – hoch zwei – plus 251 – daraus die

Quersumme = ?

B) Peter ist 16 Jahre alt. Damit ist Peter genau doppelt

so alt, wie Esther war, als Peter so alt war, wie es

Esther jetzt ist! Wie alt ist Esther?

2 WIcHtELEIEN

Bald ist Weihnachten, deshalb schickt der Nikolaus

den Wichtel in den Keller, damit er drei

rote Kugeln für den Christbaum holt. Leider

funktioniert im Keller wieder mal das

Licht nicht, es ist stockfinster. Der Wichtel

kann im Dunkeln nicht unterscheiden,

welche Farbe eine Weihnachtskugel

in seiner Hand hat. Er weiß aber, dass im

Schrank genau elf rote, fünf blaue und zwei silberne

Kugeln liegen. Vorsichtig tastet sich der Wichtel zum

Schrank vor. Wie viele Kugeln muss er mindestens

mit nach oben nehmen, damit er auf jeden Fall drei

rote dabei hat?

3 GEHEIMcODE

Ein Ritter soll als Späher in eine fremde Burg eindringen.

Das klappt aber nur, wenn er den Wachen

am Burgtor die richtige Parole nennt, die er dummerweise

nicht weiß. Also legt er sich ganz nahe auf

die Lauer und wartet. Schon kurz darauf kommt ein

Händler mit dem Pferdekarren und bittet um Einlass.

Der Wächter sagt: 28, was ist deine Antwort?

Der Händler antwortet mit 14 und darf passieren.

Als nächste kommt eine Magd. Der Wächter sagt: 8,

was ist deine Antwort? Die Magd antwortet mit 4 und

wird eingelassen. Wenig später steht ein Mönch vor

dem Tor. Der Wächter sagt: 16, was ist deine Antwort?

Der Mönch antwortet mit 8 und wird eingelassen.

Der spionierende Ritter glaubt, nun alles zu wissen

und stolziert mit einem breiten Lächeln vor das Tor.

Der Wächter verstellt ihm den Weg und sagt: 12, was

ist deine Antwort? Ich sage 6, antwortet der Ritter

und will weitergehen. Doch der Wächter zieht sein

Schwert und greift ihn an, nur schnelle Flucht rettet

den Ritter. Er hatte die falsche Zahl genannt. Welche

wäre richtig gewesen?

Auflösung der Rätsel auf Seite 37

KLINIKUMaktuell 04.2012

49


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AMBULANz FÜr GEWALtOPFEr

KINDEr UND FrAUEN: DAs INstItUt FÜr rEcHtsMEDIzIN

BIEtEt EINE BAyErNWEItE ANLAUFstELLE

Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

ist alltäglich, rückt jedoch

nur allmählich ins öffentliche

Bewusstsein. Die Dunkelziffer

ist sehr groß. Mit der Münchener

Kinderschutzambulanz am Institut für

Rechtsmedizin der LMU (Vorstand:

Prof. Dr. Matthias Graw) wurde eine

bayernweite Anlaufstelle eingerichtet

– hier gibt es die Fachkompetenz,

wenn es darum geht, Misshandlung

und Missbrauch von Kindern und

Jugendlichen zu erkennen. Die

Kinderschutzambulanz wird unterstützt

vom Bayerischen Familienministerium.

Davor wurde bereits

die Gewaltambulanz für (weibliche) Opfer eröffnet. In

Deutschland hat mehr als jede vierte Frau in ihrem Leben

ein- oder mehrmals körperliche oder sexuelle

übergriffe durch einen Partner erlebt.

Im Online-Portal der Ambulanz wird umfassend

und in mehreren Sprachen über

das Angebot mit Kontaktmöglichkeiten informiert.

Es ist Anlaufstelle für Ärztinnen

und Ärzte, die mit der Untersuchung Betroffener

(Kinder ebenso wie erwachsene

PD Dr. Elisabeth Mützel Gewaltopfer) betraut sind, für Hebammen,

Lehrer und andere, die in einer öffentlichsozialen

Einrichtung Kinder betreuen, zum Beispiel Jugendamt

und Beratungsstellen, für Sorgeberechtigte mit

einem einschlägigen Verdacht, für erwachsene Gewaltopfer.

Für Ärzte und Zahnärzte sind fachgerechte Dokumentationsbögen

eingestellt. Es gibt Flyer zum Download,

in denen alle relevanten Schritte erklärt werden: Die sechs

speziell ausgebildeten Rechtsmedizinerinnen der Ambulanz

untersuchen kostenlos Kinder und Jugendliche sowie

Vorschau ins nächste KLINIKUMaktuell

50 KLINIKUMaktuell 04.2012

Organspende:

Interview mit dem Trans-

plantationsbeauftragten

Prof. Josef Briegel

Frauen. Sie dokumentieren Verletzungen,

sichern Beweismittel und Spuren einer

Misshandlung oder eines Missbrauchs.

Sie beraten Opfer und Angehörige. Erläutert

werden auch die Möglichkeiten

für weitere Hilfen, etwa die Vermittlung

an Frauenhäuser.

Als neuartiges Netzwerk bietet die

Ambulanz den konsiliarischen

Online-Dienst Remed an – eine

geschützte Online-plattform

(www.remed-online.de) für

Ärzte in Bayern. Pädiater, Gynäkologen,

Allgemeinmediziner,

Hausärzte können Kontakt aufnehmen

und kostenlos Expertenrat einholen. Diese virtuelle

Kinderschutzambulanz wird von den Ärztinnen des

Instituts betreut. Die Vorgehensweise wird online erklärt.

Leiterin der Ambulanz ist PD Dr. Elisabeth Mützel. Sie erläutert:

„Die Ärzte können sich völlig anonym an uns wenden.

Einem Verdacht sollte immer nachgegangen werden,

dahinter verbergen sich oft erschütternde Schicksale.

Dabei ist eine möglichst zeitnahe Untersuchung für eine

eventuelle spätere Anzeige bei der Polizei sehr wichtig.“

Die Kinderschutzambulanz ist rund um die Uhr

erreichbar unter

) 089/21 80-73 011.

* gewaltopferambulanz@med.uni-muenchen.de

� so kommen sie zur Ambulanz im Internet:

8 www.rechtsmedizin.med.uni-muenchen.de

Portalklinik:

Wo und wie die neue

Einrichtung entsteht


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