Die rituelle Mannifaltigkeit des Hochamtes in den Handschriften des ...

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Die rituelle Mannifaltigkeit des Hochamtes in den Handschriften des ...

7Kreyenbroek’s Übersetzung folt dem frauuarānē das Gebet des entsprechendenTagesschnittes. Jedoch was der Text genau sagt ist „ein Frauuarānē, das den(entsprechenden) Gāh enthält. Die Hs. bestätigt diese Interpretation: man rezitiert andieser Stelle ein abweichende Version des Frauuarānē, in der statt der üblichenhāuuanəē, sauuahəē und raθßąm nur der entsprechende Gāh des Feiers erwähnt wird.D.h. in der nächtlichen Videvdad-Hochamt ušahina, der Tagesschnitt vom Mitternachtbis vor Morgendämmerung.Im Laufe dieses Vortrags werden wir mehrere weitere solche Übereinstimmungenfinden. So frappierend und zahlreich wie sie sind, wurden sie jedoch bisher nichtuntersucht, weil die rituellen Anweisungen der Handschriften bisher nicht ediertworden sind, und weil sie nur durch die direkte Benutzung der Handschriftenzugänglich sind. Die Hss. selbst, und besonders die iranischen Sāde-Hss. des 17 Jhr. mitden ältesten rituellen Anweisungen, die noch in Pahlavi verfasst sind, sind kaumzugänglich. In der Tat ist bisher nur die Vr.-Sāde Hss. K7a als Facsimile veröffentlichtworden. Diese Lage hat sich glücklicherweise in den letzten Jahren geändert. UnsereSuche von iranischen Handschriften im Rahmen des Avestan Digital Archive hatzahlreiche iranische Handschriften aufgedeckt, die in nächster Zukunft onlinezugänglich sein werden.Wir haben also Gründe für die Annahme, dass die rituellen Anweisungen derHandschriften dieselbe Tradition der rituellen priesterlichen Ausbildung desNērangestān fortsetzen. Dazu zeigen die zahlreichen Übereinstimmungen in denEinzelheiten der rituellen Praxis, dass die in den Handschriften geschilderten Rituale inden meisten Fällen auf die sasanidische rituelle Praxis zurückgehen und sie fortsetzen.Auch andere Indizien deuten darauf, wie z. B. die Erwähnung, schon im PahlaviKommentar des Videvdad, des in den Handschriften öfter geschilderten Videvdad-Srōš-Hochamtes, eine besonders häufige Variante des Videvdad-Hochamtes.Es ist jedenfalls eindeutig, dass die Sāde-Hss. nicht aus den Phl.-Hss. herzuleiten sind,da jene viele Texte enthalten, die in diesen nicht erscheinen. Aber das Umgekehrte isthingegen wohl möglich. Die Phl.-Hss sind vielmehr das Ergebnis einer Anpassung derexegetischen Tradition zum „praktischen Avesta“, zu einer nicht genau zubestimmenden Zeit. Diese Anpassung könnte man vielleicht zwischen dem 9 Jhr. unddem 12 Jhr. für die meisten Texte ansetzen.Die vielleicht zu lange Diskussion über den Charakter der Sāde und Phl.-Hss. und überden Vorrang, den man bei der Ausgabe des Avesta den einen oder den anderen zu

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