Die rituelle Mannifaltigkeit des Hochamtes in den Handschriften des ...

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Die rituelle Mannifaltigkeit des Hochamtes in den Handschriften des ...

9Heute werde ich versuchen, Sie vertraut zu machen sowohl mit der rituellenVerschiedenheit, die wir in den Hss. des Avesta und besonders in den Handschriftendes Hochamtes finden, als auch mit der Schwierigkeit, sie rein aufgrund der Avesta-Ausgabe überhaupt zu erkennen. Schon aus dieser Ausgabe ist deutlich zu erkennen,dass das praktische Avesta aus zwei Sammlungen besteht:- 1. die Texte / Handschriften desselben Hochamtes, das in modernen Zeiten inTempeln zelebriert wird. Die gemeinsamen Nenner solcher Zeremonien sind diePressung des Haoma und die Rezitation der altavestischen Texte (Yasna und YH,die ich im Folgenden als Staota Yesniia bezeichnen werde), eventuell auch einTieropfer während der Rezitation des YH.- 2. eine Sammlung von rituellen Texten für Zeremonien, die ausserhalb des Tempelsgefeiert werden könnenIn Geldner’s Prolegomena zu seiner Ausgabe erfahren wir, dass es vier verschiedeneTypen von Sāde-Hss des Hochamtes gibt, die vier verschiedenen Zeremonienentsprechen: Yasna, Visperad, Videvdad and Vištāsp Yašt. Die zwei letzten (Vidēvdādund Vištāsp Yašt) sind das, was ich als Einschalt-Ämter bezeichne. Es handelt sich umÄmter, in welchen zwischen den Staota Yesniia jungavestische Texte eingeschaltetwerden, wodurch die ganze Symbologie und Funktion des Amtes geändert wird. ImVidēvdād-Hochamt wird eben das Nask Vidēvdād eingeschoben, und dadurch wird derParallelismus zwischen der individuellen Eschatologie des Opfers (der Reise der Seeledes Opferers ins Jenseits als Opfergabe) mit der universellen Eschatologie (derendgültigen Läuterung der Welt) betont. Wir wissen, dass es auch andere Einschalt-Ämter gab, wie der im Nērangestān reichlich beschriebene Bayān Yasn, aber leiderhaben sie keinen Eingang in die handschriftliche Tradition gefunden.Die Phl.-Hss. der Einschalt-Zeremonien geben nur den zwischen den Staota Yesniiaeingeschalteten Text wieder und nicht den Rest der Zeremonie. Dasselbe tun diemodernen Editionen und Übersetzungen. Die Einschalt-Ämter basieren auf demVisperad-Hochamt, d.h. die jungavestischen Texte werden mitten in der Rezitation derStaota Yesniia in einem Visperad-Hochamt eingeschaltet. Jedoch sind aus den Phl.-Hssdie Einschalt-Ämter nicht mehr zu rekonstruieren. Einerseits gibt es verschiedeneVarianten des Visperad-Hochamtes, und nur aus den Phl.-Hss wüssten wir nicht,welche im Fall des Videvdad-Hochamtes oder des Vištāsp Yašt als Basis genommenwird. Andererseits gibt es gelegentliche Änderungen gegenüber der VisperadZeremonie über die Einschaltungen hinaus: die bekanntesten sind im Fall des

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