FoSS-Newsletter Juli 2009 - Institut für Sport und Sportwissenschaft

sport.ph.karlsruhe.de
  • Keine Tags gefunden...

FoSS-Newsletter Juli 2009 - Institut für Sport und Sportwissenschaft

FoSS-Newsletterwww.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.deDer MEDIENCHECKKinder und Jugend - Forschungen und InformationenVon PD Dr. S. ScharenbergDiese neue Kolumne im Newsletter des FoSS hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Kann sie auch nicht haben, da Forschung häufig langeZeit im Verborgenen geschieht oder sich auch als Auftragsforschung der Industrie entpuppt sowie Informationen gerne politisch ausgeschlachtetwerden. Gerade in Zeiten der Konjunkturflaute bzw. einem Wahljahr ist das deutlich erkennbar. Dennoch haben wir uns entschieden, die folgendendrei Projekte bzw. Ideen kurz vorzustellen, da sich hierin interessante Erkenntnisse verbergen, die uns in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen– sei es Forschung oder auch täglich gelebte Praxis – weiterbringen.Gerne können Sie selber zu dieser nun regelmäßig präsentierten Kolumne beitragen. Der FoSS-Newsletter wird viermal jährlich erscheinen und istals interaktives Medium zu verstehen. Nur Konsumieren, das wollen wir bei unseren Kindern und Jugendlichen auch nicht – also sollten wir ihnenden gegenseitigen (kritischen) Austausch vorleben, oder? Wenden Sie sich einfach an die unten stehende Web-Adresse und senden Sie uns IhreAnmerkungen, Forschungsberichte oder Informationen rund um die Zielgruppe Kinder und Jugend.Erstes Spa für Kinder –wer hat´s erfunden…?Die Schweizer, natürlich. Im Berner Oberland,in Saanen-Gstaad, ist nach der Renovierungdes „sportlich-ungezwungenenCharlethotels“ derSteigenberger-Gruppe,im Kinderprogramm für3–12jährige ein deutlichesZeichen gesetzt worden:Ein eigener, kindgerechterWellnessbereich mitBaumsauna, Erlebnisgrotteund Kletterwandlockt „die Kurzen“in das 150 qm großeReich. Ihre Eltern können sich beruhigtanderen Aktivitäten widmen, da die Kindervon ausgebildeten Erzieherinnenberaten und fachgerecht beaufsichtigt werden.Das ausgeklügelte Programm setzt auf sanfteHeranführung an Wellness, aber auch aufaltersgerecht machbare Herausforderungen.Die Baumsauna wird beispielsweise nurauf 40 Grad geheizt, zur Abkühlung geht esdann ab in die Grotte mit Erlebnisdusche undWasserfall. Das Konzept dahinter beinhaltetdie vielen Sinneserfahrungen, die die Kinderausbilden sollen.Wer eher seine Kräfte testen möchte, nutztdie Kletterwand mit Bergkristall. Die Verbindungvon – künstlich angelegten – naturräumlichenBedingungen und animierendenBewegungsangeboten wird hier im Kinderklub,der von Montag bis Freitag geöffnethat, abwechslungsreich gestaltet. Angebotewie Wanderungen, Tennis und Fußball gehörenebenfalls zum Programm, das auch malAktivität in der hoteleigenen Backstube bedeutenkann und im Outdoor-Bereich jahreszeitlichwechselt. Nähere Informationen unterTermine / Fortbildungen20.09.2009, Karlsruhe27. FIDUCIA Baden-Marathon Karlsruhewww.baden-marathon.de25. - 27.09.2009, Messe KarlsruhepreventiKAMesse und Fachkongress rund um Gesundheitund Präsventionwww.preventika.deE-Mail: gstaad@steigenberger.ch ◄Dynamisches Licht –eine positive Lern- und LehrhilfeDass unser Biorhythmus von Licht beeinflusstwerden kann, ist keine neue Erkenntnis. InBürohäusern und bei Nachtschichten werdenMenschen bereits im doppelten Sinne„erhellt“ durch tageslichtweißes Licht, das zurSteigerung der (Dauer-)Aufmerksamkeit, derLeseleistung und Konzentration eingesetztwerden kann. Warmweißes Licht mit geringerBeleuchtungsstärke erzeugt dagegen dieoptimale Stimmung für Telefonate undGespräche face-to-face. Jetzt haben Wissenschaftlerder Arbeitsgruppe Epidemiologie undEvaluation der Kinder- und Jugendpsychosomatikdes Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf die Wirksamkeit von dynamischemLicht in Hamburger Schulklassen getestet.Natürlich kann diese Forschung im Kontext vonPISA und IGLU gesehen werden, jedoch auchdie Auswirkungen auf das burn-out-Syndromvon Lehrerinnen und Lehrern sollte hier mitgedacht werden. Denn die Verminderungvon Unruhe führt bei SchülerInnen und beiLehrerInnen zu einem Rückgang der gesundheitsgefährdendenStressbelastungen. DerErgebnisbericht der Hamburger Studie ist unterhttp://www.uke.de/ im Internet abrufbar.Als Fazit ist aus der Studie abzulesen, dassdas dynamische Licht – also spezielle Lichtprogrammefür konzentriertes Arbeitenbzw. für Beruhigen – die Voraussetzungensowohl für Leistungssteigerungen als auch füreine ruhige und störungsfreie Lernumgebungoptimiert. Die Wirkung von dynamischem Lichttrete kurzfristig und unmittelbar ein, so ClausBarkmann, Nino Wessolowski und MichaelSchulte-Markwort, die Verantwortlichen dieserStudie. Eine Ausweitung der Untersuchungauch auf Sport als differenziertes Lehr- undLernfeld ist angedacht. ◄15. - 17.10.2009, Europa-Park RustScience Dayswww.science-days.de12. - 14.03.2010, SpOrt StuttgartKinderturn-KongressUnter dem Motto „Wissen und Anwenden“ sollenLösungen für die alltägliche Praxis geliefertwerden.http://www.stb.de/aktuell/veranstaltungen„KOMM! in den Sportverein!“ –eine Initiative auch in SachsenMit Beginn der Winterferien Ende Januar2009 bekamen die Schüler der 3. Klassenin Sachsen ein besonderes Geschenk: denKOMM!Pass, einen Gutschein im Wert von30 Euro, einzulösen für die Mitgliedschaft ineinem Sportverein ihrer Wahl im LandessportbundSachsen. Eine Übersicht über die Sportangeboteder Vereine für die Altersgruppebekamen die SchülerInnen ebenso gleich mitgeliefertwie ein kindgerecht gestaltetes T-Shirt,sowie einen Elternbrief für das Procedere.Hierin wurden die Eckdaten erklärt: bis EndeMärz 2009 galt es, sich für einen Verein zuentscheiden und sich dort, dank der Initiativedes Kultusministeriums in Zusammenarbeitmit dem Landessportbund, für ein – meistkostendeckendes – Training für 6 Monateanzumelden. Jetzt, nach den Sommerferien,erhalten die nunmehr Viertklässler erneuteinen Gutschein für eine begrenzteVereinsmitgliedschaft. So können 33.000 betroffeneKinder in Sachsen wiederum für sechsMonate die Angebote des gleichen oder aucheines anderen Vereins nutzen, denn sollteihnen ihre erste Wahl nicht gefallen haben,ist ein Wechsel problemlos möglich. Mit biszu 3,6 Millionen Euro wird diese zweijährigeAktion finanziert, die 66.000 Grundschülerjeweils ein Jahr direkt in die Sportvereineführen soll und damit ein langfristigesEngagement im Sport initiieren will. Für dieUmsetzung des Projektes ist der Landessportbundverantwortlich, im Februar 2010startet die nächste Runde für die Drittklässlerdes nächsten Schuljahres.Weitere Informationen unter:www.komm- in-den-verein.de ◄ImpressumHerausgeber:Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport vonKindern und Jugendlichen (FoSS) - Karlsruhe.Vorstandsvorsitzender:Leitung:Redaktion und Layout:Bildnachweis auf AnfrageAufl age: 2500 StückKontakt:Universität Karlsruhe (TH)Kaiserstr. 12, Geb. 40.4076131 KarlsruheTel.: 0721 - 608-8514E-Mail: info@foss-karlsruhe.deWeb: www.foss-karlsruhe.deProf. Dr. Klaus BösPD Dr. Swantje ScharenbergAnne-Kristin Hientzsch,Sarah Baadte© FoSSFörderung der Lernbereitschaftdurch Bewegung - Das LeBe-ProjektForschungszentrum für den Schulsport und denSport von Kindern und Jugendlichen - KarlsruheSeite 2Was Netzwerkbildungbedeutet, kann ich seit01. April 2009 sehrindividuell definieren.Die Geschäftsleitung desForschungszentrumsfür den Schulsport undden Sport von Kindernund Jugendlichen – kurzFoSS – wurde mir, einerlangjährigen Lehrbeauftragtenam Sportinstitut der Universität Karlsruhe,übertragen. Nach meiner Venia Legendiin Sportwissenschaften, die ich ebenfalls an derForschungsuniversität Karlsruhe – künftig KIT– erhalten habe, ist die hauptberufliche Rückkehrin die universitäre Lehr-, Forschungs- undOrganisationslandschaft eine neue Herausforderung,der ich mich mit viel Freude stelle.Auf der Basis des Studiums der Sportwissenschaften,der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,sowie der Ethnologie führte meinWeg vom Studienort Göttingen zunächst hierzu einer C1-Stelle, in deren Rahmen ich unteranderem ein Semester an der Queensland-University in Brisbane/Australien Sportgeschichteund Gerätturnen gelehrt habe. Dieweiteren Stationen waren die Universität Mainzund dann der bewusste Einschnitt: Referentinfür Gerätturnen beim Deutschen Turner-Bund.Als ehemalige Turnerin, Trainerin, sowieKampfrichterin, die zu diesem Zeitpunkt bereitsseit Jahren auch als Disziplinchefin Gerätturnenbeim adh den studentischen Wettkampfsportorganisierte und in diesem Bereich publizistischSport Stackingals Bewegungspause im UnterrichtNeue Gesichter beim FoSS - Swantje Scharenberg und Florian EngelMein Name ist Florian Engel undich arbeite seit dem 15. Mai 2009im FoSS. Direkt nachdem ich dasStudium zum Diplomsportwissenschaftleran der Ruhr-UniversitätBochum abgeschlossen hatte, hates mich ins Badener Land nachKarlsruhe verschlagen. In Bochumhabe ich mich intensiv im Rahmen derDiplomarbeit mit der Belastungsverträglichkeitund der unmittelbaren Regenerationvon prepubertären Kindern nach hochintensivenBelastungen beschäftigt. Die Laktatbildungund die Laktatelimination von Kindern spieltendabei eine große Rolle. Parameter, die auf derdeutschen sportwissenschaftlichen Landkartenoch „weiße Flecken“ sind. Diesem Themengebietwerde ich auch im Rahmen meiner Promotionsarbeittreu bleiben. Des Weiteren war ich alsTriathlontrainer in der Bundesliga MannschaftAsics Team Witten aktiv.Zurzeit entwickeln Dr. Ilka Seidel und ich imFoSS-NewsletterSeite 3tätig war, eine fast auf den Leib geschriebeneAufgabe. Wenn da nicht die Passion deruniversitären Lehre gewesen wäre … . Diekulante Urlaubsregelung, die der DTB mirgegenüber angewandt hat, schaffte die Basisfür regelmäßige Lehraufträge an der UniversitätKarlsruhe und damit die Bindung an die Universität.Die abwechslungsreiche, häufig projektbezogeneArbeit im Sportfachverband ermöglichtemir genau einen Teil des Netzwerks aufzubauen,mit dem ich nun arbeiten kann. Der andere –international ausgerichtete – Teil meiner Kontakteergaben und ergeben sich durch Vorträgeauf sporthistorischen und -soziologischen Kongressenund die aktive Mitarbeit in internationalenGruppierungen wie beispielsweise demEuropäischen Sportgeschichtskomitee (CESH).Meine Buchveröffentlichungen, zahlreichenVorträge und Paper weisen die ForschungsschwerpunkteGerätturnen, Sportgeschichte,sowie Praxiskonzepte für den Schulsportund den Sport von Kindern und Jugendlichenauf – eine gute Grundlage, um mit dem sehrengagierten, jungen FoSS-Team, das ich inder Zwischenzeit besser kennenlernen durfte,dieses Forschungsinstitut national auf institutionelleFüße zu stellen. Natürlich profitiere ichdabei vom bestehenden FoSS-Netzwerk, in dasmich die bisherige Geschäftsleitung Frau Dr.Ilka Seidel, sehr behutsam einweist. Ich freuemich auf meine neue Herausforderung, und aufSie – als unsere kritischen Nutzer und Partner!PD Dr. Swantje ScharenbergGeschäftsführerin und Leiterin des FoSSFoSS den Motorischen Test 2 (MT2)für die NRW-Sportschulen. Der MT2ist ein sportartspezifi scher Test, der fürSportler/innen aus 10 verschiedenenSportarten angewendet werden soll.Adressatengruppe sind jugendlicheLeistungssportler/innen der Klasse 7,die Mitglied in einer Sportklasse werdenmöchten. Mit diesem Test sollenbesonders talentierte Sportler/innenentdeckt und gezielt gefördert werden, umsportliche Höchstleistungen im Sportland NRWrealisieren zu können. Dieses Thema stellt fürmich ein höchst aktuelles und interessantes Forschungsfelddar.Wenn ich nicht gerade an einem dieser beidenThemen arbeite, gehe ich leidenschaftlich demTriathlonsport nach.Ich freue mich sehr auf eine spannende,intensive und fruchtbare Arbeit hier im FoSS.Florian Engel, Dipl.-SportwissenschaftlerEditorialJuli 2009 Nr. 11Der MediencheckFoSS kann für die Zukuft planen!Seite 4Das Jahr 2009 begann für das FoSS mit derpositiven Nachricht, dass das Ministeriumfür Wissenschaft, Forschung und Kunst desLandes Baden-Württemberg die bestehendeZielvereinbarung umzwei Jahre verlängerthat und dass diePartnerhochschulenKIT (UniversitätKarlsruhe) und PHKarlsruhe sich bereiterklärt haben,anschließend dasFoSS zunächst bis2013 weiterzuführen.Die neue Zielvereinbarung dokumentiert diePartnerstruktur von KIT und PH wesentlichdeutlicher, vor allem durch die Bereitstellungvon zusätzlichen Ressourcen für Stellen undSachmittel für PH-spezifi sche Aufgaben.Zeitgleich gab es auch eine Veränderung inder Leitungsstruktur des FoSS. Frau PD Dr.Swantje Scharenberg hat zum 01.04.09 dieFoSS-Leitung übernommen. Frau Dr. IlkaSeidel, die eine außerordentlich verdienstvolleAufbauarbeit geleistet und durch ihr unermüdlichesEngagement in entscheidender Weisezur weiteren Absicherung des FoSS beigetragenhat, übergab den Staffelstab und möchtesich in Zukunft primär ihrer Habilitationwidmen. Sie bleibt aber dem FoSS alswissenschaftliche Mitarbeiterin erhalten.Der Vorstand und der Vorstandsvorsitzwurden für die neue Arbeitsperiode bestätigt,der Beirat wird neu bestellt.Auch im Mitarbeiterstab gibt es Veränderungen:Neu im FoSS-Team ist derwissenschaftliche Projektmitarbeiter FlorianEngel, der am 15. Mai 09 seine Tätigkeit imFoSS begonnen hat.Wir freuen uns alle auf die neuen Herausforderungenund werden uns auch in Zukunftmit dem bewährten Newsletter weiterhin anSie wenden.Prof. Dr. Klaus BösLeiter des Instituts für Sport undSportwissenschaftUniversität Karlsruhe (TH)- 4 -Universität Karlsruhe (TH)Universität Karlsruhe (TH)Pädagogische Hochschule KarlsruhePädagogische Hochschule KarlsruheUniversity of Education École Supérieure de PédagogieUniversity of Education École Supérieure de PédagogieFoSS-Newsletter Juli 2009 Nr. 11 Forschungsuniversität – gegründet 1825Forschungsuniversität – gegründet 1825FoSS-Newsletter Juli 2009 Nr. 11- 1 -


FoSS-Newsletter - Juli 2009www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.de www.foss-karlsruhe.dewww.foss-karlsruhe.deFörderung der Lernbereitschaft durch Bewegung - Das LeBe-ProjektVon C. Gerhardt & Prof. Dr. N. FesslerSport Stacking als Bewegungspause im Unterricht„FoSS goes public“ – Poster eines Öffentlichen Auftrittes, bzw. Vortrages vorbereitet und durchgeführt von FoSS-MitarbeiterInnen und Partnern.In internationalen Schülervergleichsstudien, (z.B. PISA, TIMSS)haben deutsche Schülerinnen und Schüler schlechtabgeschnitten. Deshalb gewinnen insbesondere Erkenntnisse, dieeine Förderung der Lern- und Leistungsfähigkeit durch Sport,Spiel und Bewegung im Schulalltagnahe legen, an Bedeutung.Das Projekt „UnterrichtlicheAnsätze und Diagnostik zurFörderung der Lernbereitschaftdurch Bewegung“ (LeBe – seit2006) erforscht deshalb Zusammenhängezwischen Motorikund Kognition. Es kommt damitauch der Forderung nach, Wirkungsversprechender „BewegtenSchule“ zu prüfen und eineentsprechende Schulentwicklungdurch Sport, Spiel und Bewegungzu unterstützen.Ältere empirische Untersuchungeninterpretierten dieZusammenhänge zwischenmotorischem und kognitivemLernen bislang eher vorsichtig.Auch meta-analytische Studien(z.B. Sallis et al., 1999; Abb. 1:Shephard, 1997) stellten einengeringen positiven Einfluss einesBewegungstrainings auf kognitiveLeistungen fest. Auffällig istjedoch, dass in neueren Studien,die im Kontext des Schulprogramms„Bewegte Schule“stehen, von hochsignifikantenZusammenhängen berichtet wird.So haben z.B. Dordel &Breithecker (2003) in einerPilotstudie mit insgesamt 38Schülerinnen und Schülern derPrimarstufe (3. Klasse) festgestellt,dass sich Konzentrationsleistungenim Verlauf des Schulvormittagsdurch Bewegungstreatmentserheblich steigernlassen. Hierbei wurde derAufmerksamkeitsbelastungstest„d2“ von Brickenkamp verwendet.Abb. 2:Da diese Pilotstudie in derÖffentlichkeit viel Aufmerksamkeiterfuhr, sollte sie in der LeBe-Studierepliziert und querschnittlichrepräsentativerweitert werden.Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse bei einerBewegungspause.und zielgruppenadäquate Bewegungsangebote in Form vonBewegungspausen und bewegtem Unterricht erhielten, erfolgtendie Konzentrationstests in den jeweiligen Kontrollgruppen ohnevorangegangene Bewegungsaktivitäten.Konzentrationsleistungenungen (KL) einer sechsten KlasseHauptschule am Schulvormittag (t1 bis t3) – differenziertnach Treatmentgruppe (n=15) und Kontrollgruppe (n=10)Zu den Ergebnissen:Im Unterschied zu der Studievon Dordel & Breithecker konntedie Test-Konzentrationsdifferenzzwischen Kontroll- und Treatmentgruppein der dort aufgefundenenGrößenordnung in den3. Klassen nicht reproduziertwerden. Somit zeigt sich, dassdie Ergebnisse der Pilotstudiebezüglich dieser Alterstufe keineswegsverallgemeinerbar sind.Auch führte die Erweiterungsstudiezu der Erkenntnis,dass kein genereller Zusammenhangvon motorischerBewegung und kognitiverLeistung zu konstatieren ist,da die Ergebnisse zu uneinheitlichsind. Zwischen denKontroll- und Treatmentgruppenkonnten nur vereinzelt signifikanteUnterschiede in denKL-Werten (Konzentrationsleistungen)gefunden werden.So zeigt sich z.B. in einersechsten Klasse der Hauptschuleeine signifikante Steigerung derKonzentrationsleistung, währenddie der Kontrollgruppe abfiel(vgl. Abb. 2; Zeitpunkte t2 vs t3).Dies weist darauf hin, dassmöglicherweise besonders Hauptschülervon einem erweitertenBewegungsangebot im Schulalltagprofitieren. Diese Aussagekann aber ohne weitere Untersuchungennicht generalisiertwerden.Die Ergebnisse geben Anlass zuweiterführenden Überlegungenin Bezug auf die verwendetendiagnostischen Instrumente(„d2“-Test), wie auch die Interventionsansätze(Bewegungspausenim Unterricht).Der LeBe-Studie lag folgendes Untersuchungs-Design zugrunde:Es wurden 14 Treatmentklassen und 14 Kontrollklassen in denKlassen 3 und 4 der Primarstufe sowie den Klassen 6, 8 und 10der weiterführenden Schulen (Haupt-, Werkreal- und Realschule)gebildet. Auch in dieser Studie wurde u.a. der „d2“-Testverwendet, um die kozentrative Leistungsfähigkeit zu messen.552 Schülerinnen und Schüler hatten an zwei Tagen jeweilsdrei „d2“-Tests in der 1., 3. und 5. Unterrichtsstundezu bewältigen (2547 bearbeitete Tests). Während die Treatmentklassenim Verlauf des Schulvormittags zusätzliche, gezielteSo zeigte sich z.B. der „d2“-Test, entgegen der Aussagen imTestmanual, als in hohem Maße übungsabhängig.Interessierte können detailliertere Ergebnisse der Studieinsbesondere in folgender Veröffentlichung nachlesen:Fessler, N., Stibbe, G. & Haberer, E. (2008). Besser lernen durchBewegung? Ergebnisse einer empirischen Studie in Hauptschulen.Sportunterricht, 57 (8), S. 250-255. ◄Universität Karlsruhe (TH)Pädagogische Hochschule KarlsruheUniversität Karlsruhe (TH)Pädagogische Hochschule KarlsruheUniversity of Education École Supérieure de PédagogieUniversity of Education École Supérieure de Pédagogie- 2 - FoSS-Newsletter Juli 2009 Nr. 11FoSS-Newsletter Juli 2009 Nr. 11Forschungsuniversität – gegründet 1825Forschungsuniversität – gegründet 1825- 3 -

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine