MIT mir LEBEN - Franz Sales Verlag

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MIT mir LEBEN - Franz Sales Verlag

5September/Oktober2008ISSN 0171-5518 - 95. JahrgangDie Salesianische ZeitschriftMIT mir LEBENLicht 5/20081


Liebe Leserinnen und Leser!Vor vierhundert Jahren war es bei weitemnicht so selbstverständlich wie heute, dassdie Selbstliebe zur Nächstenliebe dazugehört:„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dichselbst“ (Mt 22,39). Das „wie dich selbst“ fielmeist strenger Askese und Bußübungen zum Opfer.Filme über das „finstere Mittelalter“ zeigenuns immer wieder – natürlich in überzeichneterForm – sich kasteiende Nonnen und Mönche inBüßerhemden, die sich selbst geißelten. Diedahinterstehende Haltung aber war durchausgang und gäbe: Das eigene Fleisch muss ebenstrenger Zucht unterworfen werden, um es denAnfechtungen des Teufels zu entreißen.Umso mehr erstaunt es, dass der heiligeFranz von Sales in seiner Philothea, derAnleitung zum frommen Leben, ein eigenes Kapiteldem Nachdenken darüber widmet, wie ichmich gegenüber mir selbst verhalte (5. Teil, 5.Kapitel). Und die Fragen, die er in diesem Kapitelstellt, können gar nicht moderner sein:● Wie liebst du dich selbst?● Hältst du gute Ordnung in der Liebe zu dirselbst?● Wie liebst du dein eigenes Herz?● Wofür hältst du dich vor Gott?● Wie verhält sich deine Zunge …, wenn du vondir sprichst?Offenbar war sich Franz von Sales sehr wohl bewusst,dass eigentlich nur die- oder derjenigeGott und den Nächsten wirklich lieben kann, dieoder der sich auch selbst zu lieben vermag. Wervon sich selbst nichts hält, im dauernden Überdrusslebt oder nicht bereit ist, sich selbst aucheinmal etwas Gutes zu tun, der hat mit all demauch Probleme in seiner Liebe zu Gott und inseiner Liebe zum Nächsten.Natürlich weiß auch Franz von Sales, dasseine reine „Nabelschau“ auch zu denFehlformen des Narzissmus,der Eigenliebe oder des Egoismusführen kann. Plötzlichliebe ich nur mich und sonstniemanden, plötzlich bin ichder Mittelpunkt der ganzenWelt und alle anderen haben für mich dazusein.Es bedarf also auch die Selbstliebe, genauso wiedie Gottes- und Nächstenliebe einer „guten Ordnung“,um nicht in das falsche Extrem auszuufern.Deshalb ist es wichtig, sich mit seinemSelbst zu beschäftigen und zu prüfen, ob hierzuviel oder zuwenig des Guten geschieht.n dieser LICHT-Ausgabe wollen wir unsIdaher mit genau diesen salesianischen Fragender guten Selbstliebe beschäftigen: Wie geht’s mirmit mir selbst? Wie gehe ich mit mir um? Wieliebe ich mich? Ich hoffe, dass wir wiederum einpaar Impulse für sie bereit haben, die Ihnen helfen,in Ihrem Leben einige Schritte weiterzukommen.Es grüßt Sie herzlichP. Herbert Winklehner OSFSInhalt4 … wie dich selbstP. Alois Bachinger OSFS6 Muss ich ein „Superstar“ sein?P. Thomas Günther OSFS10 Selbstversuch: „Ich-WG“Thomas Schmeckpeper12 Spieglein, Spieglein an der Wand …Katharina Grabner-Hayden14 Vorbereitung auf den HimmelP. Peter Lüftenegger OSFS16 MeditationUte Weiner18 Die letzten Lebensjahre100. Todestag Louis Brisson20 Die Straßenkinder von MantaLicht-Aktion 2008 – Ecuador22 Nachrichten aus der salesianischen Welt31 Bücher2 Licht 5/2008


„Demütigen Sinnes sein“ heißt,sich genau auf den Platz versetzen,der uns in Wahrheit zukommt;heißt, uns recht erkennenund richtig einschätzen.Louis BrissonLicht 5/20083


Zum Thema… wie dich selbstDie zu Unrecht geschmähte SelbstliebeAllen anderslautenden Meinungen zum Trotz ist im Christentum eine gesundeSelbstliebe nicht ver-, sondern sogar geboten. P. Alois Bachinger OSFS zeigt,wie man die Selbstliebe gut salesianisch praktizieren kann.Im fünften Kapitel der Philothea zurjährlichen Erneuerung stellt Franz von Salesdie Frage: Wie liebst du dich selbst? Liebst dudich nicht zu sehr für diese Welt?In Christi Augen legitimLieber Franz von Sales! Wenn Du mich so direktfragst, dann fühle ich mich kalt erwischt. Dustellst unbequeme Fragen. Freilich liebe ichmich zu sehr für diese Welt. Ich lebe so, alswollte ich immer auf der Welt bleiben und nievom Leben auf ErdenAbschied nehmen.Da bedarf ich stetsder Prüfung undUmkehr.Im Hauptgebot derLiebe ist die Redevon der Liebe zu Gottund zum Nächsten,„wie zu sich selbst“.Es gibt in denAugen Jesu offenbareine legitime „Liebezu sich selbst.“ DieLiebe zu Gott undzum Nächsten wirdin der Verkündigungzu Recht starkbetont. Über dieerwähnte „Liebe zusich selbst“ wirdwenig geredet.Es gibt die Redewendung: „Der / die magsich selber nicht“! Das wird abwertend gesagtüber einen Menschen, der schwer zu ertragenist. Es gibt offensichtlich eine gute, richtigeLiebe zu sich selbst, ohne gleich in den Verdachtdes Egoismus zu gelangen.Die Theologie sagt dies eindeutig: Gott liebtjeden Menschen. Daraus folgt, dass ich mich solieben darf, wie Gott mich liebt. Ich darf michselbst mögen. Selbstbejahung, Selbstliebe,Selbstwertgefühl gehen Hand in Hand mit derBeziehung und Verbundenheit zu anderen. WirZur Selbstachtung gelangen wir, wenn uns andere annehmen4 Licht 5/2008


als die anderen, stärker, ihnen überlegen. Ichhabe ein Wunschbild von mir, das mit meinerWirklichkeit aber nicht übereinstimmt. Sooft icherfahre, dass mein Leben mit dem Wunschbildnicht übereinstimmt, sehe ich mich als minderwertig.Es ist besser, sich der eigenen Wirklichkeitzu stellen, sich anzunehmen mit seinenStärken und Schwächen. Sich bejahen, wie manist, das ist richtige Liebe zu sich selbst. Gott hörtnicht auf, mich zu lieben, auch wenn ichschwach bin und gesündigt habe. Das ist dieGrundlage unserer Liebe zu sich selbst. Das hatBestand.Das „Ich“ darf kein Gott seinFranz von Sales empfiehlt, gut zu sich selbst zu sein.(Bild im Kloster der Sales-Oblaten in Kriens, Schweiz)finden den Mut zur Selbstachtung dadurch, dasswir von Mitmenschen angenommen und geliebtwerden. Für das Kind ist es überaus wichtig,von den Eltern oder anderen Menschen geliebtzu werden. Das ist die Grundlage für Selbstachtungund für die Fähigkeit zu lieben. Lieben imMenschen wird grundgelegt durch die Erfahrungder Liebe von anderen. Am stärksten kann dieLiebe zu sich selber werden im Wissen, vonGott geliebt zu sein. Weil ich weiß, dass Gottmich liebt und Menschen um mich herum,kann ich mich selbst bejahen und lieben. Dasbraucht der Mensch zum Leben. Ich darf michselbst nicht nur lieben und bejahen, es istlebensnotwendig.Zu mir „Ja“ sagenEine Frucht der rechten Liebe zu sich selbst istdie Annahme seiner selbst. Wir neigen entwederzu Überschätzung und Eitelkeit oder zuMinderwertigkeitskomplexen. Die Neigung zuStolz liegt uns im Blut: Ich möchte besser seinLicht 5/2008Wichtig ist bei dieser ermutigenden Sicht desMenschen das Wissen, dass wir zur Sündeneigen und die Wurzel der Sünde ist derEgoismus.Damit ist ein Kreisen um sich selbst alsMittelpunkt gemeint. Das eigene Wohlbefinden,der eigene Vorteil ist für jemanden dasWichtigste. Das Ich ist der höchste Wert desLebens, es ist eigentlich mein Gott.Das ist der Gegenpol zur Liebe und Jesus istgekommen, uns vom Egoismus zu befreien undzum Lieben zu befähigen. Diese Eigenliebeschleicht sich ständig in unser Denken, Wollenund Handeln. Wir bleiben da ständig auf derStrecke und erliegen der Eigenliebe auf Schrittund Tritt.Franz von Sales warnt vor den Tricks desEgoismus in uns:„Wir sind Menschen durch die Vernunft, unddoch gibt es selten wirklich vernünftige Menschen,weil die Eigenliebe gewöhnlich unsereVernunft trübt ... Den Nächsten klagen wirwegen des kleinsten Vergehens an, uns selbstaber entschuldigen wir auch bei schwerenVerfehlungen ... für die anderen soll die strengeGerechtigkeit gelten, für uns aber Barmherzigkeitund Nachsicht ... unsere Worte soll manstets gut aufnehmen, wir dagegen sind empfindlichgegen das kleinste Wort der anderen undregen uns darüber auf.“5


Zum ThemaFranz von Sales ist ein hervorragenderKenner des Menschen und er hilft uns, dieEigenliebe zu entlarven: „Können wir einenunserer Untergebenen nicht leiden oder habenwir etwas gegen ihn, dann kann er uns nichtsrecht machen und wir finden alles schlecht, waser tut; haben wir aber an einem sinnlichesGefallen, dann mag er tun, was immer, wirwissen es stets zu entschuldigen.“Die Eigenliebe trübt unser Urteil und verdrehtdie Wirklichkeit: „Wir sind kleinlich auf unserenRang bedacht, wollen aber, dass die anderendemütig seien ... Was wir für andere tun,scheint uns immer zu viel, was andere für unstun, zählt nicht in unseren Augen.“Selbstliebe heißt: nicht verzagenBei aller kritischen Einstellung zu unserer zugroßen Eigenliebe und den Aufforderungen desHerzliche Einladungzum SalesianischenAdventwochenendeVom 5.-7. Dezember 2008 findet im Bildungshaus„SpectrumKirche“ in Passau das traditionelle„Adventwochenende mit salesianischenImpulsen“ statt.Herzlich eingeladen sind alle, die einmal fürkurze Zeit dem vorweihnachtlichen AdventsundAlltagsstress entkommen wollen, damitsie mit Hilfe salesianischer Impulse gestärkt inden Alltag zurückkehren.Leiter des Wochenendes ist P. Markus KraxbergerOSFS, Lehrer und Schulseelsorger amGymnasium Dachsberg, Oberösterreich.Anmeldung im Provinzialat der Sales-Oblaten,Ettingshausengasse 1, 1190 Wien, Österreich,Tel.: 01-302 66 97, E-mail: salesoblatenaustria@aon.at.■Heiligen, uns ernsthaft um die rechte Liebe zubemühen, rät er bei Versagen und Sünde zugutem Umgang mit sich selbst.In seinen Empfehlungen ist er rührendbemüht um den Menschen, der versagt hat:„Gewiss verlangt die Vernunft, dass uns dieFehler missfallen und leidtun, aber diesesMissfallen darf nicht bitter, ärgerlich und zornigsein … Der gewiss notwendige Abscheu vorunseren Fehlern muss also ruhig, ernst und festsein … Haben wir einen Fehler begangen, dannmahnen wir unser Herz ruhig und liebevoll,mehr aus Mitleid als in leidenschaftlichemUnwillen … Wäre mir z. B. viel daran gelegen,ja nicht durch Eitelkeit zu sündigen und ichbeginge trotzdem einen schweren Fehlerdagegen, so würde ich mein Herz nicht etwa sotadeln: ‚Was bist du doch abscheulich underbärmlich, dass du dich wieder der Eitelkeitergebenen hast! Stirb vor Scham!‘ Ich würdeihm vielmehr vernünftig und voll Mitleidzureden: ‚Mein armes Herz, jetzt bist duwieder in die Grube gefallen, die wir zu meidenso entschlossen waren. Lass uns wieder aufstehenund ein für alle Mal der Eitelkeit entsagen!Rufen wir die Barmherzigkeit Gottes an, vertrauenwir auf sie; sie wird uns helfen, inZukunft tapferer zu sein. Kehren wir wieder aufden Weg der Demut zurück. Mut!‘“Das kann eine Form der rechten Liebe zu sichselbst sein. Bei aller Entschlossenheit auf demWeg zum Guten brauchen wir Geduld. DieseGedanken stellen sich in den Empfehlungen beiFranz von Sales ein, wenn wir von ihm gefragtwerden: „Wie liebst du dich selbst?“ ■P. Alois Bachinger istOblate des hl. Franz vonSales und arbeitet alsSeelsorger in der Kirche St.Anna in Wien, Österreich6 Licht 5/2008


Muss ich ein „Superstar“ sein?Der Christ und die VollkommenheitAuch wenn in der Welt der Medien vor allem die „Superstars“ bedeutend sind,so ist es für Gott doch viel wichtiger, dass wir zu unseren Schwächen „Ja“sagen. P. Thomas Günther OSFS hat darüber salesianisch nachgedacht.eit ein paar Jahren macht eine neue FormS von Fernsehsendung Furore: die Casting-Show oder Talente-Schau. Junge Menschentreten vor einer Jury und einem Millionenpublikuman den Fernsehgeräten auf, um sich alstalentierte Sänger und Künstler zu präsentieren.Dem Gewinner einer solchen Casting-Showwinkt meist ein lukrativer Plattenvertrag.Einige dieser „Superstars“ sind mittlerweileerfolgreiche Popstars in der Musikbranche.Die große Mehrheit der Teilnehmer an diesenCasting-Shows geht jedoch leer aus.Dennoch scheint allein die Teilnahme eineinteressante und lohnende Sache zu sein,an die man sich noch lange Zeit gerneerinnert.Sehnsucht nach dem SuperstarWer von uns will nicht auch ein „Superstar“ seinoder werden? Ist es nicht verlockend, imRampenlicht zu stehen, von vielen Menschenbewundert und angehimmelt zu werden? Stecktnicht in einem jeden von uns die Sehnsucht, imMittelpunkt des Interesses zu stehen und dieAufmerksamkeit möglichst vieler Menschen aufsich zu lenken? Dies scheint eines der Motivefür junge Menschen zu sein, an Casting-Showsteilzunehmen. Wir Menschen brauchen Ansehen,Zu-wendung und Zu-neigung vonanderen. Wer kein Lob und keinen Zuspruchvon seinen Mitmenschen erfährt, steht in derGefahr zu vereinsamen und innerlich zu emigrieren.Der Mensch ist ein soziales Wesen, erbraucht Mitmenschen, die ihm Aufmerksamkeitund Liebe zuteil werden lassen.Stellen Sie sich vor, Sie wären eingeladen, beieiner Talente-Schau (z.B. Musik, Tanz o. ä.)mitzumachen. Wie würden Sie sich selberpräsentieren? Auf welche Eigenschaft (Talent)würden Sie den Schwerpunkt legen? WelcheGabe würde Ihrer Meinung nach einen beson-Vor Gott muss ich kein Superstar seinLicht 5/20087


Zum ThemaVor Gott ein unverwechselbares Original seinderen Eindruck auf Ihre Mitmenschen machen?Wie würden Sie gerne von anderen wahrgenommenwerden? Wie viel an Beifall undAnerkennung würden Sie gerne für sich erhaltenwollen? Welche Aspekte von Ihnen würden Sielieber vor anderen verbergen? Was sollte aufkeinen Fall wahrgenommen werden?Was bin ich vor Gott?In seiner „Anleitung zum frommen Leben“(Philothea) stellt Franz von Sales die zentraleFrage: „Wofür hältst du dich vor Gott?“ (V,5).Dies ist eine wirklich spannende Frage. Es gehtdabei einerseits um meine persönliche Selbsteinschätzung(„Wer bin ich?“), andererseits ummein religiöses Selbstbild („Wer bin ich alsChrist vor Gott?“).Nach Franz von Sales soll der Mensch in„Demut“ Gott gegenüber treten, das bedeutet,sich in ehrlicher und aufrechter Weise vor Gottauf den Boden der Wirklichkeit des eigenenLebens hinstellen. So, wie ich bin, kann und sollich vor Gott hintreten. Gott fordert von mirweder ein Mehr noch ein Weniger an Selbstpräsentation.Eine solche Haltung befähigt, ingewinnender Weise auch den Mitmenschen zubegegnen. In der Philothea schreibt Franz vonSales: „Die Demut besteht darin, dass manauch von anderen nicht höher eingeschätztwerden will“ (V,5). Ein Mensch, der sichwahrhaftig präsentiert, wird bei seinenMitmenschen einen positiven Eindruckhinterlassen.Und doch scheint diese Empfehlung desheiligen Franz von Sales im Alltag gar nichtso einfach umsetzbar zu sein. Wer von unsist nicht versucht, sich „attraktiver“ und mitmehr Vorzügen ausgestattet zu präsentieren,als es der Wirklichkeit entspricht? Infeinsinniger Weise greift Franz von Salesdieses allzu menschliche Verhalten auf:„Wie verhält sich deine Zunge? Prahlst dunicht offen oder versteckt? Schmeichelst dudir nicht selbst, wenn du von dir sprichst?“(V,5).Es ist gar nicht einfach, zu dem zu stehen,was man wirklich ist. Eine menschliche Versuchungbesteht darin, von sich ein „geschöntes“Selbstbild zu entwerfen, das der Wirklichkeitnicht entspricht. Die Wahrheit gegenüber sichselbst beinhaltet auch das Anerkennen eigenerSchwächen, Unvollkommenheiten und Fehler.Wer könnte schon behaupten, vollkommen undperfekt zu sein? Gerade das Wahrnehmen undEingestehen des Unvollkommenen im eigenenLeben kann einen Menschen wachsen undreifen lassen. Es entlastet und nimmt den Druckweg, in allem perfekt sein zu müssen.Der christliche Glaube will uns Mut machen,auch das Unvollendete und Dunkle im eigenenLeben wahrzunehmen, anzunehmen und„lieben“ zu lernen, damit ein Reifungs- undWandlungsprozess entstehen kann. Ein Ausblendenbeziehungsweise Bekämpfen des Unvollkommenenist letztlich nicht zielführend undbehindert den Prozess echter Menschwerdung.Die wahre Größe des ChristenWahre Größe zeigt ein Mensch da, wo er seinepersönlichen Grenzen und Schattenseiten nichtverbirgt, sondern ehrlich und offen dazu steht.Eine solche Einstellung kann eine ungemein8 Licht 5/2008


efreiende Wirkung auf andereMenschen entfalten. Wenn sichjemand unvollkommen undschwach zeigt, hilft er anderen,gleichfalls zu den eigenenSchwächen und Unvollkommenheitenzu stehen. Dieunheilvolle Logik von Konkurrenz(„Wer ist der Stärkere?“)wird dadurch aufgesprengt. Sindnicht gerade diejenigen Menschen,die ungeschminkt derWahrheit des eigenen Lebensoffen und mutig ins Augeblicken, die eigentlichen „Stars“in dieser Welt? Es geht doch imLeben nicht darum, irgendjemandzu imitieren, sondern sozu werden, wie Gott es fürmein Leben vorgesehen hat.Gott ruft mich, nicht eine Kopievon jemand zu sein, sondernunverwechselbares Original zuwerden!Impulsfragen:●●●Für wen halteich mich selbst?Was sind meine Stärken?Wo liegen meineSchwächen? ■P. Thomas Günther istOblate des hl. Franz von Sales.Er ist Leiter der AusbildungsgemeinschaftundVorsitzenderder ArbeitsgemeinschaftfürSalesianischeStudien inEichstätt,BayernLicht 5/2008Herzliche Einladungzu den Oblaten-Fußwallfahrtenum Geistliche BerufeWallfahrtskirche Annaberguch in diesem Jahr findenAwieder Fußwallfahrten umGeistliche Berufe sowohl in Österreichals auch in Bayern statt.Alle, die die Sales-Oblaten imGebet um Priester- und Ordensnachwuchsunterstützen wollen,sind herzlich eingeladen, an diesenWallfahrten teilzunehmen:Oblatenwallfahrt um GeistlicheBerufe zum Annaberg(Sulzbach-Rosenberg, Bayern)am 11. Oktober 2008Themen zum Gedenken an den100. Todestag unseres GründersP. Louis Brisson sollen in vorbereitetenStationen bedacht werden:Lebensbasis Gottvertrauen– Vorbild, Maria, unsere Frau vomLicht – Menschliches Miteinander(Nächstenliebe) – Stärkung dafüraus der Eucharistie.Beginn: 11.30 Uhr (Treffpunktaußerhalb von Hahnbach am Beginndes Kreuzweges hinauf zumFronberg). Der Gottesdienst beginntum 14.30 Uhr in der Annabergkirche.Wallfahrtskirche PöstlingbergLeitung und nähere Informationenbei: P. Josef Prinz OSFS,Spätberufenenschule St. Josef,Fockenfeld, 95692 Konnersreuth,Tel.: 09632/502-0, e-mail:pj.prinz@fockenfeld.de.Oblatenwallfahrt umGeistliche Berufe auf denPöstlingberg (Linz an derDonau, Oberösterreich)am 4. Oktober 2008Die Wallfahrt im österreichischenTeil der Ordensprovinz führt am4. Oktober 2008 auf den Pöstlingberg,Linz an der Donau,Oberösterreich.Die Wallfahrt beginnt um 14Uhr (Ausgangspunkt: Petrinum amFuße des Pöstlingberges) und führtauf den Pöstlingberg; Wallfahrtsmesseum ca. 15.30 Uhr;Leitung und nähere Informationenbei P. Josef Pichler OSFS,Pfarre Pöstlingberg, Am Pöstlingberg1, 4040 Linz, Tel.: 0732/7312 28, e-mail: josef@pichlerlieder.at■9


Jugend meintSelbstversuch:„ICH-WG“Thomas SchmeckpeperNeben Schlaf und Toilettengang gibt eseine weitere Sache, derer der Menschsich täglich ausgesetzt sieht. Diese Sache ist sounabdingbar wie der allmorgendliche Sonnenaufgang:Er muss selbst sein. Er muss Ich sein. Undunabdingbar ist es deswegen, weil es keine Sacheder Wahl ist. Es wurde uns quasi in die Wiegegelegt. Es bleibt uns nichts anderes übrig.Doch Ich zu sein, ist etwas anderes, als mitsich selbst klar zu kommen, sein Ich zu mögenund zu akzeptieren. Einigen gelingt Letzteresganz gut. Entweder weil sie sichgenügend mit sich selbst auseinandersetzen,die Konfrontation suchenund anschließend einen Kompromissfinden, oder weil sie genau das Gegenteiltun und ihr Ich in eine Kistemit der Aufschrift „Top Secret“ steckenund es zum Leidwesen ihrerMitmenschen dabei belassen.Anderen gelingt das weniger gut.Zwar suchen sie die Konfrontationmit dem Ich, finden jedoch keinenKompromiss, da Medien und Umweltund die durch sie vermitteltenTrends und Ideale wenig bis gar keinenPlatz für Kompromisse lassen,sobald man ihnen Loyalität geschworenhat. Sie geben ein Ich und somiteine Identität vor, die zumeist aufdas Äußere reduziert wird, und dasunter dem Deckmantel einer freienund individualisierten Gesellschaft,welche jedermann grenzenloseMöglichkeiten und Freiheiten zurSelbstentfaltung vorgaukelt. Ichs, die diesemIdeal und dem gesellschaftlichen Druck nichtStand halten können und sich selbst als Mittelpunktund Kraftzentrum verlieren, beginnen sichzu verstecken. Sie flüchten sich in Magersuchtund Depression, ja suchen zuweilen die Erlösungauf dem Gleisbett oder im Sprung von derBrücke.Wie schaut es mit meinem Ich aus? Ich macheden „Selbstversuch“, indem ich die Augenschließe und eine „Ich-WG“ gründe. Dort sitzeWie gut komme ich eigentlich mit meinem Ich aus?10 Licht 5/2008


ich in meiner Zwei-Zimmer Wohnung und warteauf meinen neuen Mitbewohner. Es klingeltund ich öffne die Tür. Da steht er. Da steht Ich.Gemeinsam setzen wir uns auf den Balkon, trinkenein oder zwei Tassen Kaffee, rauchen Zigarettenund erfreuen uns aneinander. Wow, dahabe ich einen richtig sympathischen Kerl alsMitbewohner erwischt, mit dem es sich auchsicherlich gut feiern lässt. Aber nach einer Weilegibt’s Schwierigkeiten.Mit dem Gebot, es wird nur auf dem Balkongeraucht, hat er scheinbar seine Probleme. Anseine doch recht eigene Art von Humor habeich mich zwar gewöhnt, jedoch erwartet er, dassauch meine Gäste sich schnell daran gewöhnen.Er sagt, sie sollten sich mal ein bisschen lockermachen. Sich morgens vor dem ersten Kaffeemit ihm über organisatorische Dinge zu unterhalten,ist problematisch. Ihm morgens vor demersten Kaffee einen Vorschlag zur Dezibelregelungseines Gitarrenverstärkers zu unterbreiten,gleicht einer Kriegserklärung. Sein Spül-Engagementhält sich in Grenzen. Und diese Grenzenkönnen zu hohen Mauern heranwachsen. Irgendwannhöre auch ich auf zu spülen, so dassdas mit dem Kochen ebenfalls problematischwird. Keiner will für den anderen spülen, alsogehen beide ihr Essen außerhalb holen. DieLebenshaltungskosten steigen, das Geld für dieMiete wird immer knapper und der Nachbardroht mit Anzeige, weil dieser den Bluesrockmorgens um Drei überhaupt nicht locker findet.Es kracht. Sprüche fallen, Fluche hallen durchdie Zimmer und wir sind bereit, aufeinanderloszugehen. Aber dann passiert es. Er greift sicheine der ungespülten Kaffeetassen, will sie mitSchwung nach mir schmeißen und schüttet sichdabei den alten Inhalt ins Gesicht. Aus mir platztes heraus. Während ich erbarmungslos loslache,halte ich ihm den Zuckertopf und eine Milchtütevors Gesicht. Er schlägt danach, beides fällt runterund während Zuckerkristalle in alle Richtungenkugeln, schießt eine Milchfontäne in dieHöhe direkt in unsere verdutzten Gesichter. Tja,wir sind halt keine Teetrinker. Nun fällt er mitein ins Gelächter.Licht 5/2008Nun, seitdem wir übereinander lachen können,hat sich einiges geändert. Der Nachbarkriegt wieder ein Lächeln über seine Lippen,sobald er uns sieht. Unsere Gäste fühlen sichsichtlich wohler bei uns. Und wir zwei wissennun, wie wir uns gegenseitig von Höhentripsrunter zu holen haben: durch Lachen! ■Thomas Schmeckpeperist Student fürPhilosophie undGeschichteund lebt in Köln,Nordrhein-WestfalenFirmung im GymnasiumHaus Overbach57 Schülerinnen und Schülern des GymnasiumsOverbach spendete der Aachener WeihbischofDr. Johannes Bündgens (2. v.li.) das Sakramentder Firmung. „Der Heilige Geist ist ein heißerTyp“, sagte der Provinzial der Deutschen ProvinzP. Josef Lienhard OSFS (rechts) bei dieserFeier. Weihbischof Bündgens griff den Gedankenauf und ergänzte, dass Gottes Geist zwarheute nicht mehr mit Brausen komme, gleichwohlaber durch die Handauflegung und Salbungdurch den Bischof. ■11


Im Licht der FrauSpieglein, Spiegleinan der Wand …Katharina Grabner-HaydenEs war einmal …Es war einmal eine Frau die zog mitMann und Kindern aufs Land. Manbeäugte die Fremdlinge anfangs misstrauisch,sie waren anders, redeten anders,lebten anders. Ihr kleines idyllisches Glückpasste nicht in das Dorfleben. Die jungeFrau spürte den Neid und begann dieMenschen einzuladen. Sie kochte und dieTische bogen sich vor Essen und gutenAbsichten. Sie war glücklich mit sich undihrer Familie und wollte andere daranteilhaben lassen.Gerne übernahm sie Tätigkeiten in derKirche und in der Gemeinde, engagiertesich bei Alt und Jung und kümmerte sichum die Kleinen aus dem Dorf. Allzeitbeliebt und geschätzt. Aber nur scheinbar.Denn, was die Kleinen aus ihrem Haus erzählten,passte den Dorfleuten ganz und gar nicht.Da durfte gelacht und geschrieen werden. Mankonnte seine Probleme erzählen, ohne Konsequenzenzu befürchten. Es durfte gebastelt undgemalt, mit Lehm ganze Häuser gebaut, Städteerrichtet werden, in denen man träumenkonnte. Mit Leidenschaft kamen die Kindergerannt und hatten einen Ort, an dem sie sichwohl fühlten. Zu Hause aber hinterfragten sie,warum die Fröhlichkeit und Offenheit nicht auchbei ihnen sein konnte.Es fing in den Alten zu gären an. Sie ärgertensich über den Fremdling immer mehr, sie warnicht nur in ihr Dorf, sondern auch in dieHerzen der Kinder eingedrungen. Doch damitDie Spiegel sollen mich ermahnen, mir treu zu bleiben.nicht genug, sogar die jungen Frauen im Dorfbegehrten auf, sie wollten sich nicht mehr vonihren schweigsamen Stiefmüttern und betrunkenenMännern missbrauchen lassen.Unruhe machte sich breit, zuerst nur in denGedanken, und dann sprach man offen an denWirtshaustischen und nach der Kirche über die„erschreckenden Zustände“ in dem Haus derFremdlinge. Die Großmutter zur Tochter, derVater zum Sohn, der Nachbar zum Nachbarn,man stieß sich an dem anderen Leben, dasirritierte und störte.Dies blieb auch der jungen Frau nicht verborgen,immer häufiger kamen ihre Kinder zer-12 Licht 5/2008


schunden oder verprügelt nach Hause. Manhatte sie als Tschuschen oder Saujuden beschimpft,bis eines Tages auch ein gehässigerSpruch an der Hausmauer mahnend die Wutder Dorfbewohner öffentlich machte. Sie wuschihn nicht ab, jeder sollte sehen, was man ihrund ihrer Familie angetan hatte. Die Mutter undFreunde, die ihr geblieben waren, meinten esIch warteauf dichgut und forderten sie zu einem Nachdenkenauf, sie solle endlich vernünftig werden undihre Art zu leben doch etwas anpassen. Und sieversuchte es wirklich.Lebensweihe bei derGemeinschaft des heiligenFranz von SalesVon nun an hing keine Wäsche mehr sonntagsan der Leine, das Auto war immer geputzt, siebesuchte auch wieder regelmäßig die Messe,um sich zu zeigen. Wenn es aber um Missständeund um Ungerechtigkeiten ging, schwieg siewieder nicht. Sogar der Pfarrer wurde gesandt.Er schuldete einem Großbauern noch einenGefallen, wegen der Renovierung der Dorfkapelle.Und weil es üblich ist, dass eine Hand dieandere wäscht , sprach auch der Pfarrer bei ihrvor.Das erste Mal betrat er ihr Haus, alles war hellund freundlich, so wie ihre Gastfreundschaft. Erfühlte sich bei ihr sofort geborgen und wohl.Ohne noch etwas von seinem Anliegen vorgebrachtzu haben, verstand sie seinen schwierigenAuftrag.„Ich kann wohl Äußerlichkeiten ändern, nichtjedoch meine innere Ausrichtung und die Treuezu meinen Prinzipien. Glauben Sie mir: Es istnicht leicht. Deshalb gibt es in meinem Hausdiese Spiegel, sie sollen mich jeden Tag ermahnen,mir selbst treu zu bleiben und danach zuleben, auch wenn es nicht ganz leicht ist.Vielleicht ist das auch der Grund meiner Leichtigkeitund meiner Fröhlichkeit. Ich liebe meinLeben, meine Kinder, meinen Partner, das istdas ganze Geheimnis.“„Sie befinden sich dabei aber auf einem ganzschmalen Grat.“„Das macht nichts, aber ich kann dafür immerin den Spiegel schauen.“Licht 5/2008Am 24. Mai 2008 sprach Frau Monika Schaumberger(2. v.li) nach zweijähriger Anleitung ihreLebensweihe in der Gemeinschaft des hl.Franz von Sales. Der festliche Gottesdienstfand in der Benediktinerabtei Seckau in derSteiermark mit dem Spiritual der Gruppe P.Leo Liedermann OSB (rechts) statt. Zu demFest gekommen waren die Familie, die Regionalleiterinfür Österreich, Frau Maria Ortner(mitte), und Mitglieder der Gruppe Österreich-Ost.Seit der Gründung der Gruppe Österreich-Ostim Jahre 2002 ist dies bereits dievierte Lebensweihe. ■Der Pfarrer hatte Recht. Er schwieg weiter,auch als der Großbauer das Haus kaufte, weildie Fremdlinge wegzogen.Einen Spiegel ließ sie aber zurück, demBauern schauderte es bei seinem Anblick. Erhob ihn aus seiner Verankerung und schmiss ihnauf einen Haufen restlicherGegenstände, wo erzerbrach.■KatharinaGrabner-Hayden istUnternehmensberaterin. Sieist verheiratetund hat vier Söhne.13


Wunderbarer GottVorbereitungauf den HimmelP. Peter Lüftenegger OSFSIch schaue in den Spiegel und sehe mich.Das bin ICH. Das Allernächste, Wichtigste,das es auf Erden für mich gibt: ICH. Wenn ichdazu wüsste, dass ich von Gott komme und zuGott gehe – sein EBENBILD bin – dann wäre inmeinem Ich-Bewusstsein der Grund meinesGlückes schon gelegt. Wir können nicht hochgenug von uns und über unserer Zukunftdenken! Ich könnte echt stolz auf mich sein.Aber Moment mal: Dieses Ebenbild von Gott istnoch nicht fertig – es ist wie ein Rahmen, inden ich mich einbringen darf.Will man ein Bild malen, muss man sich denGegenstand gut und lange ansehen. EinLeben lang sieht Gott uns an – und hofft.Einer Person gibt man mit dem Ansehen dieWürde. Die möchte mir Gott gerne geben:etwas von sich.Als Gott den Menschen gemacht hatte und ihnansah, gab er ihm die Note „Sehr gut“. Beide –der Mann und die Frau – bekamen zusammenein „Sehr gut“. Der Leib, den mir der Spiegelzeigt, ist das Meisterwerk der sichtbaren Schöpfung.Jetzt altert er zwar, verfällt und stirbt –aber er wird unsterblich auferweckt in HERRlichkeit.So sagt es die Schrift: „Was gesät wird,ist armselig, was auferweckt wird, herrlich“(1 Kor 15,43).Herrlich sind Ansicht und Aussicht. Denn„herrlich“ werde ich sein, wenn ich derTugend und nicht dem Laster lebe.„Das Bildnis des Dorian Gray“ heißt ein Filmnach einem Roman von Oscar Wilde. Gray lebtekein gutes Leben. Da bemerkte er, dass seinschönes Jugendbild sich durch schlechte Taten,Worte, ja Gedanken veränderte – es wurdeGott gab dem Menschen das Prädikat „Sehr gut“(Michelangelo: „Die Erschaffung Adams“. Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle, Rom)14 Licht 5/2008


zusehends hässlicher, bis es einen verdorbenen,heruntergekommenen Menschen darstellte.Leibhaftig zeigte sich die Sünde, die auch derschöne Anzug nicht mehr verdeckte. Baldräumte er das Bild weg. Er hätte sein Lebenändern müssen. Das zeigte der Film nicht mehr.Was wir nicht sehen: Den Leib bewohnt eineunsterbliche Seele, die als Formkraft des Leibesgeistiger Art ist – die nicht stirbt, wenn man denLeib irgendwann zu Grabe trägt. Die Seele desMenschen ist unsterblich. Denn was wir mitden Augen sehen, ist der Vergänglichkeitunterworfen – die von Vater und Mutter herindividuell geformte Seele nicht. In den Genenund im Wesen hängen wir mit der ganzenMenschheit zusammen. Das lässt uns erahnen,wie vielseitig, bar aller Langeweile die Begegnungenjenseits des Bösen einmal sein werden.Es braucht das Böse nicht, um interessant zusein. Das Böse ist kurzsichtig, dumm undabscheulich. Doch wissen wir andererseits nicht,wie viele Sünden wir brauchen, dass sie unsereHärte und den Stolz zerschlagen und uns dieAugen öffnen. Auch die Sünde muss dienen!Das Kreuz Christi zeigt uns Gottes Leidenschaft,uns zu verzeihen. Reue bringt die Verzeihung.Der Spiegel, ein Foto sagen mir, wie ich bin– aber nicht, was ich bin.Woher ich komme und wohin ich gehe, weißder Spiegel auch nicht. Wozu, wofür ich lebe,müsste ich selber herausfinden. Was ich bin,erfahre ich erst am Ende meines Lebens, dennder Mensch ist ein Werdewesen, das sich selbstverwirklichen darf. Wir sind ein unbeschriebenesBlatt, krabbeln vom Boden auf, um die Welt zuerobern. Doch diese Welt ist viel zu groß fürunsere kleinen Schuhe und Schritte – aber dieseWelt ist auch nicht alles. GOTT allein ist Alles inAllem. ER ist die Welt, die wir brauchen und dieauf uns wartet wie der Vater auf den VerlorenenSohn. Mit Vertrauen auf den barmherzigen Gottzugehen, ist das hoffnungsfrohe, gute Leben. InJesus kann ich diesen Gott sehen, hören, ihmfolgen zum Vater.Licht 5/2008Nicht wir haben Gott geliebt – Er hat unszuerst geliebt – schon immer.Er nennt mich/dich beim Namen seit Ewigkeit.Wir brauchen ein Herz, das im Leben und in derLiebe keine Grenzen hat. Ein Leben ohne Liebeist nicht lebenswert. Übrigens sind bei GottLeben und Liebe dasselbe. Er könnte es bei sichselber nicht aushalten eine Ewigkeit, wenn seinLeben nicht Liebe wäre.Dieses Leben ist nur eine Aufnahmeprüfungfür das ewige, wahre und bleibende Leben.Keiner bleibt da. Also muss ich alles auf dieseKarte setzen. Nach unserem Hauptgebot sindHerz und Liebe Trumpf. Wie eine Kerze ihrWachs hergeben muss, um zu leuchten und zuwärmen, so soll ich mich aus Liebe selbstverbrauchen, um ihrer ewig teilhaft zu werden.Ich weiß: In der Liebe liegt das Glück vergrabenwie der Schatz im Acker. Manchmal zeigt er ineinem kurzen Verliebtsein seinen Glanz – abersich als echt erweisen und wachsen muss dieLiebe jetzt im Opfer. Sie hat die Fähigkeit, sichzu mehren und mich zu beschenken, wenn ichsie verschwende. Jesus kennt da keine Ausnahme:„Liebt einander, wie ich euch geliebthabe!“Will der Mensch seiner selbst voll werden,muss er als Ebenbild Gottes das Göttliche in sichaufnehmen. Ich muss um den Heiligen Geistbitten! Er wird Gottes Wort als Frohbotschaft inmich hineinlegen und meinen Geist zum Gottder Liebe erheben. ■P. Peter Lüftenegger istOblate des hl. Franz vonSales und arbeitet alsSeelsorger in der PfarreiFranz von Sales in Wien,Österreich15


MeditationLass mich von der Muschel lernen:sie reibt sich am Sandkornund verwandelt es so zur PerleSchenke mir die Verwandlungskraft der Muschel,um an Widerständen zu reifenLass mich von der Rose lernen:ihre Dornen verwundenund dennoch entfaltet sie ihre SchönheitSchenke mir die Weisheit der Rose,um durch Verwundungen hindurch zu heilenLass mich vom Senfkorn lernen:es ist klein und unscheinbarund trägt doch ungeahnte Kräfte in sichSchenk mir den Glauben des Senfkorns,um im Kleinen das Große zu erhoffenLass mich vom Weizenkorn lernen:es stirbt in der dunklen Erdeund lässt so neues Leben aufbrechenSchenke mir den Mut des Weizenkorns,um durch Loslassen ins Leben zu wachsenUte WeinerDer Sämann (Ausschnitt aus einem Glasfenster von Blasius Sprengin der Kapelle der Spätberufenenschule St. Josef, Fockenfeld)16 Licht 5/2008


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Salesianische WegeDie letztendreißig JahreP. Herbert Winklehner OSFSVor 100 Jahren, am2. Februar 1908,starb Louis Brisson,der Gründer derOblatinnen undOblaten des hl.Franz von Sales.Die letzten dreißig Jahreim Leben von Louis Brissonverliefen ziemlich turbulentund dramatisch. Dies hatte sowohlkirchliche als auch politischeGründe.Konflikt mit Bischof Cortet1878 kam es zur ersten Auseinandersetzungzwischen Louis Brissonund Pierre-Louis-Marie Cortet(1817-1898), der 1875 zumBischof von Troyes geweiht wordenwar.Noch im Herbst 1877 ernannteBischof Cortet Louis Brisson aufGrund seiner großen Verdiensteum die Diözese zu seinem Generalvikar.Cortet, eine Anhängerder gallikanischen und damit vonRom unabhängigen Richtung innerhalbder französischen Kirche,konnte allerdings schlecht damitumgehen, dass sein Einfluss aufLouis Brisson und dessen Mitbrüderimmer kleiner wurde, da dieSales-Oblaten seit Dezember1875 die päpstliche Anerkennungbesaßen und damit nicht mehrdem Diözesanbischof, sonderndem Papst unterstanden.Eine erste Eskalation dieses Konfliktstrat ein, als sich BischofCortet am 20. Februar 1880kurzerhand zum Leiter der Sales-Oblaten erklärte und allen Ordensmitgliederndie Suspendierungandrohte, falls sie seine Leitungnicht akzeptierten.Das Haus der Frau Boursetty,das Louis Brisson zu einem Waisenhaus umbautePierre-Louis-Marie Cortet,Bischof von TroyesLouis Brisson wandte sich daraufhinan Papst Leo XIII. (1810-1903) in Rom um Hilfe. In einerAudienz am 6. November 1881versicherte ihm der Papst seinevolle Unterstützung und ermunterteihn dazu, die Sales-Oblatenauch in die Mission zu entsenden,um den internationalen Charakterder Gemeinschaft zu festigen.Kurz darauf, 1882, wird LouisBrisson als Generalvikar abgesetzt.Nach einem neuerlichenAufenthalt in Rom entzieht ihmBischof Cortet auch das Amt desSpirituals des Heimsuchungsklostersvon Troyes, das er seit über40 Jahren ausübte. Am 20. Juli1884 feierte er seine letzte Messemit den Schwestern.18 Licht 5/2008


Zum 100. Todestag von Louis BrissonMarie de Sales Chappuis OVM(1793-1875)Am 17. Mai 1901 wurde im Zuge ihres Seligsprechungsprozesses derLeichnam der Guten Mutter exhumiert.Zur völligen Eskalation der Streitigkeitenzwischen dem Bischofund P. Brisson kam es, als FrauBoursetty, eine reiche Förderinder Jugendwerke Brissons, starb.Sie hatte zu ihren Lebzeiten LouisBrisson versichert, dass er all ihrenBesitz erben werde. EinenTeil davon, ein Haus, hatte Brissonbereits zu einem Waisenhausumgebaut. Nach Boursettys Todstellte sich heraus, dass sie wahrscheinlichauf Intervention vonBischof Cortet kurz zuvor ihr Testamentgeändert und nicht P. Brisson,sondern die Diözese als Alleinerbeneingesetzt hatte.Bischof Cortet forderte daraufhinP. Brisson auf, sowohl allesGeld, das er bereits von FrauBoursetty für seine Jugendwerkeerhalten hatte, sowie das Waisenhausunverzüglich zurückzugeben.Für das Werk Brissonshätte dies den finanziellen Ruinbedeutet. P. Brisson beschließtdaher, den Fall in Rom vor dasKirchengericht zubringen. BischofCortet verfasste daraufhin eineAnklageschrift gegen Brisson, inder er ihn unter anderem als Lüg-Licht 5/2008ner und Dieb beschimpfte. Erschickte dieses Schreiben nichtnur nach Rom, sondern auch analle Priester der Diözese Troyes.Außerdem forderte er den Papstauf, die Anerkennung der Sales-Oblaten umgehend rückgängig zumachen.Am 30. Januar 1888 wurde derganze Konflikt in Rom behandelt.Louis Brisson wollte kein Gerichtsverfahren,sondern den Frieden.Daher schloss er mit Bischof Corteteinen Vergleich: Louis Brissonverzichtete auf das Waisenhausund übergab es der Diözese, derBischof versprach im Gegenzug,sich in Zukunft nicht mehr in dieBelange der Sales-Oblaten einzumischen.Der Seligsprechungsprozessder Guten MutterZu den Turbulenzen der letztenLebensjahre Brissons gehörte auchder Seligsprechungsprozess der„Guten Mutter“ und HeimsuchungsschwesterMarie de SalesChappuis (1793-1875). Gleichnach ihrem Tod am 7. Oktober1875 begannen die Vorbereitungendazu, in denen sich vor allemLouis Brisson engagierte. Der Informativprozess,also die Sammlungaller vorliegenden Fakten überihr Leben, wurde vom Bischofvon Basel Eugène Lachat (1819-1886) aus geleitet. 1885 wurdenetwa 50 Zeugen befragt, einerder letzten war Louis Brissonselbst, der am 12. April 1886seine Zeugenaussage beendete.Im Dezember 1886 veröffentlichteer seine Biografie über dieGute Mutter. Im Februar 1898beschloss Rom, dass die GuteMutter mit dem Titel „ehrwürdig“bezeichnet werden darf underöffnete gleichzeitig den offiziellenSeligsprechungsprozess.Gleichzeitig bereitete der JesuitHenri Watrigant (1845-1926)seinen Angriff auf die Seligsprechungvor, in dem er der GutenMutter vorwarf, eine Irrlehre –den so genannten Semi-Quietismus,der besagt, dass äußereWerke für den Christen unwichtigseien – verbreitet zu haben.Von Juli bis November 1900legte Louis Brisson noch einmal19


ausführlich Zeugnis über das Lebender Guten Mutter ab. Am 17.Mai 1901 wurde in seiner Anwesenheitder Sarg der Guten Muttergeöffnet. Nach dem Entferneneiner dicken Lage weißenSchimmels (bei ihrer Beerdigunghatte es geregnet) stellte manfest, dass ihr Leichnam nahezuunverwest war. Nur ihre Nasewar nach Innen gesackt und diePupillen fehlten. Der Leichnamwurde daraufhin in einer eigenenKapelle des Heimsuchungsklostersbestattet.P. Brisson musste es glücklicherweisenicht mehr erleben,dass 1921 der Seligsprechungsprozessder Guten Mutter aufgrundder Angriffe Watrigants eingestelltwurde. Gegenwärtig laufenBemühungen, diesen Seligsprechungsprozesswieder zu eröffnen,da die AnschuldigungenWatrigants unhaltbar sind. Mariede Sales Chappuis hatte nie eineLehre verkündet und konnte somitlogischerweise auch keine Irrlehreverbreiten.Pierre Waldeck-Rousseau(1846-1904)Der französische KirchenkampfGegen Ende des 19. Jahrhundertsbegann es in Frankreich auch politischzu brodeln. Der Staat stelltesich mehr und mehr gegen dieKirche und wollte deren Einflussvor allem im Bereich Schule undErziehung ausschalten.Am 28. Oktober 1900 begannPremierminister Pierre Waldeck-Rousseau (1846-1904) im Parlamentmit einer Brandrede seinenpolitischen Kampf gegen die Ordensgemeinschaften.Am 29.März 1901 entschied sich dasParlament dazu, die meisten Frauen-und Männerklöster und ihreetwa 2500 Schulen aufzulösenund dem Staat einzuverleiben.Am 1. Juli 1901 wurde das Gesetzunterzeichnet.In der Folge wurden sämtlicheEinrichtungen der Oblatinnen undOblaten des hl. Franz von Saleskonfisziert. Am 24. März 1903wurden die Oblaten des hl. Franzvon Sales gesetzlich aufgehoben.Die Sales-Oblaten hatten zweiWochen Zeit, ihre Häuser zu räumen.Am 5. Juni 1903 traf esdann auch die Oblatinnen des hl.Franz von Sales.Louis Brisson hatte sich zu diesemZeitpunkt bereits in seinenGeburtsort, nach Plancy, zurückgezogen.Wegen seines fortgeschrittenenAlters von über 80Jahren hatte er immer wenigerKraft, gegen diese politischenSanktionen Widerstand zu leisten.Der 90-jährige Louis Brissonin Plancy1902 zieht sich Louis Brisson in das Haus seines Großvatersnach Plancy zurück20 Licht 5/2008


Leser meinenAm 21. August 1903 besuchteer ein letztes Mal Troyes undmusste mit eigenen Augen sehen,wie alles, was er in seinemLeben dort aufgebaut hatte, nunleer stand oder zerstört war.Für die Weiterentwicklung derbeiden Kongregationen hatten diesepolitischen Sanktionen jedochauch positive Auswirkungen. Derenweltweite Ausbreitung in andereLänder wurde dadurch beschleunigt,dass sie aus Frankreichvertrieben wurden.Auf dem Generalkapitel der Sales-Oblatenin Giove bei Romwurde am 15. Oktober 1904 beschlossen,die Kongregation ineine lateinische (Frankreich, Italien),englische (Amerika) und deutsche(Österreich, Deutschland)aufzuteilen. Diesen Provinzenwurden die Missionsgebiete inSüdafrika, Namibia und Brasilienzugeteilt.All diese positiven Entwicklungenkonnten jedoch nicht verhindern,dass P. Louis Brisson mehrund mehr zu einem gebrochenenMann wurde. Am 30. April 1907wurde gerichtlich beschlossen,dass sämtlicher Besitz, der nochden Oblatinnen und Oblaten gehört,sofort konfisziert und verstaatlichtwerden muss. Am 12.Januar 1908 musste P. Brissonnoch miterleben, dass das Hausseines Großvaters, das er nunbewohnte, öffentlich versteigertwurde. Vier Tage später brach ergesundheitlich zusammen. ■P. Herbert Winklehner ist Oblatedes hl. Franz von Sales, Leiter desFranz Sales Verlages und Chefredakteurder Zeitschrift LICHTLicht 5/2008HilfreichSchon seit Jahren beziehe ich dieZeitschrift LICHT und bin so aufdiesem Wege mit den Oblatendes hl. Franz von Sales verbunden.Diese Verbindung ist fürmich sehr wichtig, weil ich soauch ein klein Wenig am Ordenslebender Oblaten teilnehmenkann. Ich möchte mich einmalauf diesem Wege recht herzlichbei Ihnen bedanken für all IhreLICHT-Arbeit. Viele Texte sindfür mich hilfreich und darum leseich LICHT gerne und aufmerksam.Georg T., HeidenheimNichts zu suchenZum Artikel „Kann man Gottdressieren?“ von KatharinaGrabner-Hayden in LICHT 3/2008Im Allgemeinen schenke ich denBeiträgen von Frau Grabner-Haydenkeine besondere Aufmerksamkeit.Sehr verwundert blickeich diesmal auf Überschrift undInhalt „Kann man Gott dressieren?“Beim Durchlesen frage ichmich: Was muss sich der LICHT-Leser noch alles von Frau Grabner-Haydenanhören? Nach derDevise „hauptsächlich anders alsdie Allgemeinheit“ zu sein, wirdihr ihre Entgleisung – Gott miteinem Hündchen zu vergleichen– gar nicht mehr bewusst. Warumhat Frau Grabner-Hayden esnötig, so abfällig Gott „ins LICHT“zu stellen? Werden ihre Artikelsonst nicht gelesen? Mit provozierenden,beleidigenden Beiträgenauf sich aufmerksam zu machen,gehört in den Bereich derPolitik. Im Umfeld des heiligenFranz von Sales haben sie nichtszu suchen. Erdmann G., MoosWertvolle BeiträgeDanken möchte ich Ihnen für diestets so viel Licht spendende Zeitschriftmit ihren wertvollen Beiträgen.Wir bleiben Ihnen treu.M. D., SolothurnWichtiger BegleiterHerzliches Danke an das ganze„LICHT-Team“. Die Zeitschrift istfür mich ein wichtiger Begleitergeworden und eine Brücke zursalesianischen Ordensgemeinschaft.Kathi S., Ried im InnkreisKomplimentZu den Beiträgen von ThomasSchmeckpeperWie gut, dass es „diesen Schmeckpeper“auch gibt, der anders alsmanchmal sonst schreiben kann:einfach gut! Danke! Und Komplimentvon einem alten ausgedientenPfarrer im Ruhestand.Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften. Ihre Meinung istwertvoller Bestandteil unserer Zeitschrift und hilft uns, dassunser LICHT zu Ihrem LICHT wird. Bitte senden Sie uns daherauch weiterhin all Ihre Gedanken, Anregungen und Kritik.Ihre LICHT-Redaktion21


LICHT-Aktion 2008Die Straßenkindervon MantaLichtaktion 2008„Für Kinder in Ecuador“Kindern eine hoffnungsvolleLebensperspektive gebenManta ist die zweitgrößteHafenstadt Ecuadors mitetwa 200.000 Einwohnern. 1999schloss Ecuador mit den USA einenVertrag ab, der es den USAerlaubt, den Militärflughafen vonManta als Militärbasis zu nutzen,um von dort Flugzeuge zur Drogenbekämpfungzu starten. Dadurchhat sich zwar die wirtschaftlicheSituation verbessert, jedochkämpft die Stadt weiterhin mitder ständig wachsenden Arbeitslosigkeitund mit neuen Slums, indenen es keine Trinkwasser- undStromversorgung gibt.Flucht auf die StraßeVor allem die Flucht der Bevölkerungvom Land in die Stadt unddie dadurch steigende Arbeitslosigkeitin den Großstädten lassendie Familien verelenden. Ihre traditionellensozialen Bindungenwerden entwertet. Hunger, Gewaltund zerstörte Familienverhältnisseveranlassen immer mehrKinder zur Flucht auf die Straße.Als Straßenkinder bezeichnetman Minderjährige, die keineSchule besuchen, sondern auf derStraße ihren Lebensunterhaltdurch den Verkauf unterschiedlichsterWaren, als Schuhputzerund Autowäscher oder durch Taschendiebstahloder Betteln verdienen.Diese Kinder leben vonder Straße, kommen aber abendsmeist noch zu ihren Familien zurückund tragen durch das „verdiente“Geld sogar zum Überlebender Familien bei. Die Straßeist für sie Arbeits- und Spielplatz,Sozialisations- und Ausbildungsort,hier lernen sie mit den „Anforderungendes Lebens“ zurechtzu kommen. Da sie auf der Straßeleben und deswegen als rechtlosgelten, sind sie vor Gewalt, Diskriminierung,Polizeiwillkür undVerbrechen nicht geschützt. Damitsie überleben können, sindsie gezwungen, jede Arbeit anzunehmenoder zu stehlen, zu betteln,ja sogar sichzu prostituieren.Um ihr Elendwenigstens fürein paar Stunden„vergessen“ zukönnen, flüchtensich viele in dieScheinwelt derDrogen. Dassdiese LebensweisedenKindern keineZukunftschancenbietet, ist eine traurige Tatsache.Sie bleiben in Armut und Kriminalitätgefangen, sind aufgrundmangelnder Hygiene und GesundheitsversorgungKrankheiten ausgeliefertund haben eine geringeLebenserwartung.Schule für StraßenkinderSeit 1998 gibt es in Manta die„Fundation San Francisco de Sales”.In diesem Schulprojekt widmensich die Oblatinnen des hl.Franz von Sales der Erziehung derStraßenkinder und Jugendlichenin gefährdeten Situationen. Zurzeitwerden in der „FundationSan Francisco de Sales“ 104 Mädchenund Buben zwischen sechsund 15 Jahren unterrichtet.Ein „normaler Schultag“ beginntum 7.30 Uhr. Neben dem Unter-Im Gespräch mit Schülerinnen22 Licht 5/2008


LICHT-Aktion 2008richt bekommen die Kinder auchFrühstück und Mittagessen. Um14.30 Uhr beginnt die Nachmittagsgestaltung.Unter anderemsind es die Schülerinnen des GymnasiumsStella Maris, die am Nachmittagden Nachhilfeunterrichtund die kreative Freizeitgestaltungübernehmen. Dieses Gymnasiumwird von den Oblatinnendes hl. Franz von Sales seit fast 80Jahren betrieben und bietet eineausgezeichnete akademische undganzheitliche Erziehung. Das Gymnasiumwird vor allem von Mädchenbesucht, deren Familienbessere finanzielle Möglichkeitenund damit eine gute Zukunftschancehaben. Gerade in der freiwilligenNachmittagsarbeit, diediese Gymnasiastinnen verrichten,lernen die finanziell bessergestellten Mädchen, sich für diesozial schwächeren einzusetzen,was für ihre menschlich-christlicheBildung besonders wertvollist. Eine andere Möglichkeit derNachmittagsgestaltung ist dieTischlerwerkstatt, die vor allemvon älteren Buben genutzt wird.Dort machen sie die ersten praktischenErfahrungen, um späterdieses Handwerk erlernen zukönnen.Mit der „Fundation San Franciscode Sales“ möchten wir Oblatinnendes hl. Franz von Salesdazu beitragen, dass ALLE Kindereine ihnen entsprechende, gleichwertigeAusbildung erhalten. Wirwollen die Kinder lehren, dass sieihre Augen für die Würde jedesMenschen öffnen und dass sieihre Hände dazu benützen, umdiese neue Wirklichkeit zu schaffen.Licht 5/2008Ein unerfüllbarer Traum?Im Augenblick ist es unser großerTraum, für die „Fundation SanFrancisco de Sales“ eine neueSchule am Stadtrand von Mantaerrichten zu können. Mit demErwerb eines Grundstückes undder Verwirklichung des Bauprojekteskönnten wir eine noch größereZahl von Kindern aufnehmen,für den Großteil von ihnenden langen Schulweg verkürzenund mit den Werkstätten und derSchulküche auch noch Arbeitsplätzefür zahlreiche Familienväterund -mütter schaffen.Wir sind uns dessen bewusst,dass die aktuellen finanziellen Ge-gebenhei-ten die Verwirklichungdieses großenProjekteswieeinenunerfüllbarenTraumerscheinen lassen, wissen aberauch von der Verantwortung, diewir mit diesem Projekt übernehmenwürden, um eine gerechtereWelt für alle mitzubauen. ■Sr. Klara Maria Falzberger OSFSist Oblatin des hl. Franz vonSales und arbeitet in Ecuador„Für Kinder in Ecuador“Bisher wurden bereits fast 12.000.- EUR gespendet. Wenn Sieden Kindern in Ecuador weiterhin helfen wollen, richten SieIhre Spende bitte an folgende Konten:Für Deutschland: Kongregation der Oblaten deshl. Franz von Sales, Verwendungszweck: „Ecuador“, LIGA-BankEichstätt (BLZ 750 903 00) Kontonummer: 10 760 23 08Für Österreich: Kongregation der Oblaten des hl. Franz vonSales, Verwendungszweck: „Ecuador“, Raiffeisenbank für NÖ/Wien (BLZ 32000) Kontonummer: 96-02.747.96223


Nachrichten aus der salesianischen Weltenn das von den Sales-WOblaten geleitete GymnasiumDachsberg in OberösterreichMitte September das neueSchuljahr beginnt, dann öffnetauch der „Dachsbau“, die Zentraleder Schulseelsorge unter derLeitung von P. Markus KraxbergerOSFS, wieder seine Tore. DasDachsbau-Team kann dann dortweiterbauen, wo es im vergangenenSchuljahr aufgehört hat. P.Kraxberger berichtet über vergangeneAktivitäten:SchulseelsorgeDachsbauZum positiven Schulklimaim Gymnasium DachsbergTreffpunkt DachsbauDer Treffpunkt Dachsbau ist einekleine Oase inmitten des Schulalltags,meist für eine kleine Gruppevon Schülerinnen und Schülern,nicht nur zum Kaffeeschlürfen,sondern ein Ort, wo mansich zurückziehen kann, ein Wortdes Ärgers über diese oder jeneStunde oder Note loswird, aberauch viel Positives hört, an demman merkt, dass sich viele Schülerüber die Schule, darüber, wieman miteinander umgeht, Gedankenmachen. Der TreffpunktDachsbau ist keine „Problemzone“,aber er bietet auch die Möglichkeit,bei schwerwiegendenpersönlichen Problemen einenAnsprechpartner zu finden.Dachsbau VideoteamDas Dachsbau Videoteam dokumentiertin zahlreichen Videobeiträgenalles, was sich an Berichtenswertemin Dachsberg ereignet.Höhepunkt des letztenSchuljahres war ein Besuch desVideoteams bei der DachsbergerPartnerschule St. Michel in Annecy,Frankreich, die ebenfalls vonDas Dachsbau Videoteam in Annecy.Zweiter von rechts: P. Markus Kraxberger OSFS.den Sales-Oblaten geleitet wird.Diese Fahrt war auch eine kleineBelohnung für die Mitglieder desVideoteams. Sämtliche Videofilmesowie auch ein Film von derAnnecy-Fahrt sind auf der Internetseitevon Dachsberg www.dachsberg.at zu sehen.Religiöses AngebotBesonders intensiv werden inDachsberg immer wieder dieGottesdienste mit den Schülerinnenund Schülern erlebt. Sielassen sich nicht einfach mit schönenSprüchen und Lebensweisheitenabspeisen. Sie erwartenetwas, das mitten ins Leben hineingesprochenwird und dem Zusammenseinin der Schule nichtnur eine funktionale Dimensionverleiht. Neben den Schulgottesdienstenfinden morgendlicheImpulse in der Adventszeit und inder Fastenzeit statt. Am Morgen,noch im Dunkeln, nur mit Kerzenlichterhellt, bietet die DachsbergerKapelle einen wunderbarenRahmen, um der AdventsundFastenzeit ihre besonderePrägung zu verleihen. Die Schülerinnenund Schüler sind eingeladen,sich darauf einzulassen,weil es dem Menschen gut tutund jeder Tag anders erlebt wird,der mit Gott gegangen wird. ■24 Licht 5/2008


P.Louis Brisson, der Gründerder Oblatinnen und derOblaten des hl. Franz von Sales,erwarb 1887 eine völlig verfalleneZiegelei (tuilerie) am Stadtrandvon Troyes, Frankreich. Dort wollteer eine große Landwirtschaft undeine Stätte der „körperlichen undgeistlichen“ Erholung schaffen.120 Jahre später, im Sommer2007, fanden sich in den restauriertenund neu gestalteten RäumlichkeitenGruppen von jeweilsmehr als 40 Kindern im Alter von11 bis 14 Jahren ein, um in einemPraktikum von je einer Woche in„das Geheimnis des Lesens“ eingeführtzu werden.Licht 5/2008Das Geheimnisdes LesensIn P. Brissons „Tuilerie“die Freude am Buch entdeckenIn der neu renovierten „Tuilerie“tummelten sich Kinder zum Lesen-Lernen und SpielenLernen mit FreudeSchülerinnen und Schüler desGymnasiums „St. François de Sales“von Troyes unter Leitung vonSr. Thérèse-Dominique nahmenan diesem sympathischen Projektteil. Alle Teilnehmer wohnten inZelten. Ein genauer Stundenplansorgte für Abwechslung: Morgengebetin der Kapelle, Frühstück,Spaziergang oder freies Spiel, amVormittag drei Stunden „Lektüre“.Jeder Unterricht begann mitpersönlichem, schweigendem Lesenin einem selbst gewähltenBuch. Es war beeindruckend, 40Kinder in verschiedenen Lesepositionenin völligem Schweigen inihre Bücher vertieft zu erleben.Dann folgte lautes Lesen, durchdas die Kinder die Scheu vor demVorlesen zu überwinden lernten.Nach dem Mittagessen kam dieFreizeit mit gemeinsamen Aktivitätenin der Natur, Spiele usw.,dann nochmals zwei Stunden„Lektüre“. Nach dem Abendessenund der Abendgestaltung ginges noch zum Abendgebet in dieKapelle, um 22.00 Uhr wurdendie Lichter in den Zelten gelöscht.Die beiden ersten Tage warenfür die Kinder eher mühsam undanstrengend. Dann aber gewannensie Geschmack. Sie entdecktenFähigkeiten in sich und an denanderen und genossen interessanterweisevor allem die Zeitender Stille.Ferien in der TuilerieWährend der Ferienmonate botendie Oblatinnen in der Tuileriedrei Wochen hindurch eine sehrpreisgünstige Freizeitgestaltung anfür Kinder von sechs bis elf Jahrenunter dem Namen „PatronageLouis Brisson“. Sr. Anne-Catherineund etwa zehn jugendlichefreiwillige Helferinnen und Helferkümmerten sich um etwa 50Kinder. Diese Kinder, die ausbescheidenen Verhältnissen oderaus Familien in Schwierigkeitenstammen, hätten ansonsten keineMöglichkeit für einige Wochenunbeschwerter Ferien.All diese Aktivitäten in der Tuilerieentsprechen genau den AbsichtenLouis Brissons, der sich inseinen Werken besonders für dieKinder und Jugendlichen engagierte.■Sr. Agnes-Theresia Furian OSFS25


Nachrichten aus der salesianischen Weltährend sich die Gedan-Wken der deutschen, österreichischenund schweizerischenNationen ganz auf die Fußballeuropameisterschaftkonzentrierten,reiste die Provinzleitungder Österreichisch-SüddeutschenProvinz im Juni 2008 in dieSchweiz, um dort zusammen mitden Schweizer Sales-Oblatenderen Eingliederung in die Provinzzu beschließen. Am 22. August2008 fand in Fockenfeld,Bayern, ein feierlicher Festakt zurAufnahme der Schweizer Mitbrüderin die Österreichisch-SüddeutscheProvinz statt. Damit kehrtedie Schweiz nach 62 Jahren wiederzu ihrer „Mutterprovinz“ zurück.Die ersten Schweizer OblatenSchon kurz nach der Gründungder Sales-Oblaten 1872 gab esSchweizer, die sich ihr anschlossen.Berühmt in der Oblatenchronikist P. Jakob Isenring (1862–1942) aus St. Gallen. Er war einPionier, wirkte in England, warMitbegründer der Provinz in denUSA und zuletzt Missionar in Namibia.Br. Henri Schaffner (1878–1942) aus Delsberg, Kanton Jura,war der Kutscher des Gründers P.Thaddäusheim in DüdingenRückehrzur „Mutterprovinz“Schweizer Sales-Oblaten ab August 2008bei Österreichisch-Süddeutscher ProvinzLouis Brisson.Nach BrissonsTod 1908 zogauch er in dieMission nachSüdafrika.Entstehungder ProvinzP. Martin Hartmann(1904–1990) war dererste SchweizerOblate, der in die Österreichisch-Süddeutsche Provinz eintrat. Baldnach seiner Priesterweihe wurdeer vom damaligen Provinzial P.Georg Fangauer in die Schweizzurückgeschickt, um dort eine Gemeinschaftaufzubauen. Mit seinerHilfe wurde 1933 ein Haus inLuzern erworben, von dem aus1936 ein Studienhaus in DüdingenbeiFribourgund 1937der GroßhofinKriens beiLuzern alsZentraleder SchweizerGründungenProvinzleitung der Österreichisch-Süddeutschen Provinzmit den Schweizer Mitbrüdern in Düdingenerworbenwerdenkonnten. Nach dem ZweitenWeltkrieges wurden die SchweizerNiederlassungen als eigeneProvinz errichtet. P. Hartmannwurde erster Provinzial. 1955übernahmen die Oblaten dieSeelsorge der WallfahrtskircheMaria auf dem Lindenberg inOberschongau (Kanton Luzern).1967 musste der Großhof in Kriensder Autobahn weichen undwurde abgerissen. Glücklicherweisewurde den Sales-Oblatendas Marienheim in Kriens als Ersatzangeboten. Seit dem Einzugder Oblaten heißt diese NiederlassungSales-Haus. Das Provinzialatder Schweizer Mitbrüder wurdenach Düdingen verlegt.In jüngster ZeitDie Zahl der Oblaten in derSchweiz nahm in den letzten Jah-26 Licht 5/2008


Fahrplan zur Vereinigungder Deutschen undÖsterreichisch-Süddeutschen ProvinzSales-Haus in Kriensren stetig ab, so dass 1999 dieeigene Schweizer Provinz aufgehobenund die Gemeinschaft derSchweizer Oblaten direkt demGeneralat des Ordens unterstelltwurde. Auch das Bildungshaus inKriens musste aufgegeben werdenund wurde an die KantonaleJugendpsychiatrie Luzern vermietet.Nach dem Tod von P. HansWicki im Jahr 2005 endete auchdie Seelsorge in Oberschongau.Über die Aufnahme der SchweizerMitbrüder in die Österreichisch-SüddeutscheProvinz folgtein ausführlicher Bericht in dernächsten LICHT-Ausgabe (6/2008). ■ie Zusammenführung derDDeutschen und der Österreichisch-SüddeutschenProvinzsoll am 1. Juli 2009 stattfinden.Auf dem Weg dorthin wurdenund werden folgende konkreteSchritte zurückgelegt:● Vom 21.–23. August 2008 fandin Fockenfeld, Bayern, eine gemeinsameVersammlung allerMitbrüder beider Provinzen statt.Ein Bericht darüber wird in dernächsten LICHT-Ausgabe (6/2008) zu lesen sein.● Im November 2008 erfolgt inbeiden Provinzen die Wahl derDelegierten für das erste gemeinsameProvinzkapitel.● Im Dezember 2008 findet dieInformativwahl für den erstengemeinsamen Provinzial statt.● Zwischen Januar und April2009 wird der Generalobere derSales-Oblaten, P. Aldino Kiesel,beide Provinzen visitieren.● Im April oder Mai 2009 wirddas erste gemeinsame Provinzkapitelden ersten gemeinsamenProvinzial wählen. Außerdemwerden neue Provinzstatutenbeschlossen.● Am 1. Juli 2009 beginnt dieAmtszeit des ersten gemeinsamenProvinzials.Wir bitten alle Leserinnen undLeser um das Gebet, damit dieserWeg der Zusammenführungauch zu einem geistlichen Prozesswird, der dazu beiträgt,dass die Sales-Oblaten weiterhinihre wesentliche Aufgabe, nämlichdie Verbreitung der salesianischenSpiritualität im deutschenSprachraum vollbringenkönnen. ■Sales-Oblaten beenden Leitung der Pfarrei Heilige FamilieMit 31. Juli 2008 gaben dieSales-Oblaten die PfarreiHeilige Familie mit den FilialenLandershofen und Pfünz an dieDiözese Eichstätt, Bayern zurück.Direkt gegenüber dem SalesianumRosental in Eichstätt entstandin den Jahren 1963-1965eine neue Kirche mit Kindergartenund Pfarrhaus. Im Jahr 1972wurde die Kuratie zur HeiligenFamilie errichtet und den Sales-Licht 5/2008Oblaten anvertraut. P. LeopoldMühringer OSFS wirkte dort alserster Seelsorger bis zu seinemTod 1993. Dann übernahmzunächst P. Gottfried Prinz OSFSdie Leitung. Im September 1995wurde P. Alfred Blöth OSFS alsPfarrer eingeführt. Seit 1. September2008 ist der DiözesanpriesterGünther Schmid Administratorder Pfarrei. Die Sales-Oblaten des Salesianums werdenweiterhin seelsorglich in der Pfarreiaushelfen. ■Pfarrkirche Heilige Familie27


Nachrichten aus der salesianischen WeltDie Heerschar der Besucherist ganz Ohr. DieAkteure auf der Bühne im JülicherBrückenkopfpark sind ganzChor. Seit vielen Jahren verstehendie Sängerinnen und Sängerdes von den Sales-Oblaten geleitetenGymnasiums Haus Overbachbei Jülich, Nordrhein-Westfalen,mit Leichtigkeit sowie enormerStimmgewalt, große Gefühleund gute Laune zu vermitteln.„LiveMusic Live“Overbacher Chöre erweisen sich als„Könige des Musicals“Musikalischer TraumtripSo nahmen sie auch beim „LiveMusic Live“-Konzert, das AnfangJuni 2008 stattfand, die Zuhörermit einer choralen Charmeoffensiveschnell gefangen. Der JungeChor Overbach und der OverbacherKinderchor luden zu einemTraumtrip durch die Welt der Filmmusikund Musicals ein. Ihre stilistischeVielfalt bewiesen dieVokalakrobaten zunächst mit WaltDisneys TV-Opus „High SchoolMusical“.Wer tatsächlich noch nie derStimmenreinheit der „KleinenSänger von St. Marcus“ im Film„Die Kinder des Monsieur Mathieu“gelauscht hat, durfte siehier erfahren. Die klaren Stimmender Kinder des Martin teLaak gingen unter die Haut. Beisämtlichen Darbietungen desAbends ist die Handschrift desLeiters der Overbacher Singschuleunverkennbar. Er weiß ebensodie individuelle Tonführung alsauch ein stärkeres klanglichesVerflechten der Einzelstimmenherauszukristallisieren. Da verwundertes kaum, dass seineChöre in der Lage sind, gleichermaßenmit gefühlvollen Liedern,Ein Augen- und Ohrenschmaus: „Live Music Live“-Konzert der Schülerinnenund Schüler des Gymnasiums Haus OverbachPoprock, Balladen oder hymnischenRefrains zu brillieren.Ob als Solisten oder in geschlossenerFormation – die Sangeskünstlerzauberten eine professionelleBroadway-Show auf dieBühne. Die Revue mit rasantenTempi-, Kostüm- und Ortswechselbewegte jedoch nicht zuletztaufgrund der lebendigen Tanzeinlagen,die der ChoreographDaniel Genreith mit den Schülernund Schülerinnen einstudiert hatte.ABBA und die OperMamma Mia, welch ein AugenundOhrenschmaus, welch einJukebox-Musical von Abba! MitDauerbrennern wie „DancingQueen“ oder „The Winner Takesit All“ machten die Schau-Talenteihr Publikum zu Dauerklatschern.Die stimmtechnisch wie interpretatorischenHerausforderungenbei „Les Misérables“ oder„The Sounds of Music“ meistertensie kaum minder eindrucksvoll.„Wir führen Sie ins Jahr 1877in die Pariser Opéra“, kündigteThomas Braunsfeld an, der souveränund pointiert die Veranstaltungmoderierte. Die ausdrucksstarkenCharaktere im „Phantom28 Licht 5/2008


der Oper“ vermochten die Interpretenmusikalisch bemerkenswertvorzustellen.Noviziatsaufnahmeim RosentalKönige des MusicalsAllemal spannend scheint, als dierund neunzig 10- bis 14-jährigenTalente des Kinderchors die Besucherin die Savanne entführen.Die etwa 50 älteren Stimmartistendes Jungen Chors setzen EltonJohns Notenmärchen „Königder Löwen“ famos um. Afrikawird mit verwobenen, kompliziertenRhythmen in Wort, Bild,Lied und Tanz lebendig.Dem Overbacher Musik-Nachwuchsgelang es dem ungeachtetfreilich wieder, das Publikum mitaufregend, atmosphärisch dichtemKlangzauber über 150 Minutenzu faszinieren. „Die Mädelsund Jungs sollten sich ,Könige desMusicals’ nennen“, bringt es eineverzückte Besucherin auf denPunkt. Ben Schumacher ■........................................................................................................................................................................B E S T E L L S C H E I NFüllen Sie diesen Bestellschein aus, wenn Sie Licht von der Österreichisch-Süddeutschen Provinz der Sales-Oblaten (Eichstätt-Wien) beziehen wollen.JA, ich bestelle die Zeitschrift Licht zum Bezugspreis vonEUR 13.- / sFr 26,- (inklusive Porto) pro Jahr.Name/Vorname: _______________________________________________Straße: _______________________________________________________Postleitzahl/Ort: ________________________________________________für mich selbst für ein Jahr bis auf Widerruf.v.li. Novizenmeister P. ThomasGünther, Tobias Menkem 25. Juli 2008 wurde To-Abias Menke von der DeutschenProvinz der Sales-Oblatenim Rahmen einer feierlichenVesper in der Chorkapelledes Salesianums Rosental in Eichstätt,Bayern, in das Noviziataufgenommen. Damit beginntfür ihn ein Jahr intensiver Ordensausbildung.NovizenmeisterP. Thomas Günther gab ihmdafür drei Grundsätze auf denWeg: Gott ist es, der ruft. DerMensch wird auf seinem Wegvon Gott begleitet und Gottschenkt seine Gegenwart.Tobias Menke wurde 1977 inBonn geboren. Nach der Gymnasialzeitstudierte er Theologieund Pädagogik an den UniversitätenBonn, München, Paris undEdinburgh. Seit 2006 absolvierteer sein Referendariat für dasLehramt am Gymnasium HausOverbach. Wir freuen uns überseine Entscheidung und wünschenihm für seinen nun eingeschlagenenWeg alles Gute undGottes Segen. ■Ich schenke ein Licht-Abonnement für ein Jahr bis auf Widerrufzu meinen Kosten an:Name/Vorname: _______________________________________________Straße: _______________________________________________________Postleitzahl/Ort: ________________________________________________An dieLICHT-RedaktionP. H. WinklehnerRosental 1D-85072 EICHSTÄTTDatum/Unterschrift: ...................................................................................Bitte senden Sie mir den besonders gestalteten Gutschein für mein Geschenkabonnement zu.Licht Ich 5/2008 möchte für LICHT werben und benötige ____ kostenlose Probeexemplare zur Weitergabe.29


Wir gedenken derverstorbenen Licht-Leserinnen und Leser:AUGSBURG: Ortler Rosemarie;EICHSTÄTT: Kuhn Walburga;Westermeier Eleonore;FLIEDEN: Benzing Gerhard;GERASDORF: Platteter Rudolf;JÜLICH: Thiel Norbert;MÖNCHENGLADBACH:Wöffen Walburga;NEUMARKT/OPF: HeinlothBerta;RENNERTSHOFEN: Fehrer-Murr;STEINHAUSEN: Wiest Paula;WARSTEIN: Adelt Werner;WIEN: Schmalzl Johanna;HERR, VOLLENDE SIEIN DEINER LIEBEWir haben nicht den Tod, sonderndie Ewigkeit vor uns. Wir wurdennicht geboren um zu sterben,sondern um zu lebenund ewig zu leben.Licht - Die Salesianische ZeitschriftImpressumHerausgeber:Kongregation der Oblaten des hl. Franzvon Sales – Österreichisch-SüddeutscheProvinz und Deutsche ProvinzRedaktion:P. Herbert Winklehner (Chefredakteur);Raymund Fobes; Br. Georg OkonAnschrift der Redaktion:Rosental 1, D-85072 EichstättTelefon: (0 84 21) 93 489 31Fax: (0 84 21) 93 489 35E-Mail: licht@franz-sales-verlag.deInternet: www.zeitschrift-licht.deVerlag und Vertrieb:Franz-Sales-Verlag,D-85072 EichstättInternet: www.franz-sales-verlag.deHerstellung:Brönner & Daentler, D-85072 EichstättLicht erscheint sechsmal jährlich.Jahresabonnement: EUR 11.- / SFr 22.-(zzgl. EUR 2.- / SFr 4.- Versand)Einzelheft: EUR 1,90 / SFr 3,80 (zzgl.Versand) Abbestellungen gelten für dasEnde des Jahrganges. Höhere Gewaltschließt Ansprüche an den Verlag aus.Artikel, die mit dem Namen oder denInitialen des Verfassers gezeichnet sind,stellen nicht unbedingt die Meinungdes Herausgebers, der Redaktion oderdes Verlages dar.Licht ist Mitglied des Katholischen Medienverbandes.Konten:DEUTSCHLAND (Österreichisch-SüddeutscheProvinz – Eichstätt): SparkasseEichstätt (BLZ 721 513 40) Kto. Nr. 2014DEUTSCHLAND (Deutsche Provinz –Jülich-Barmen): Kreissparkasse Düren(BLZ 395 501 10) Kto. Nr. 17 00 350SCHWEIZ: Aargauische Kantonalbank,Konto 16 5.002.623.12 Konto-KorrentÖSTERREICH: Postscheck-Konto Nr.1911.985 Zeitschrift »Licht« WienFotos (Seite): Gunter Aipperspach (4),Archiv Dachsberg (24); Archiv Franz-Sales-Verlag (2, 5, 6, 9, 11ob, 13un, 14,15, 17-20, 26, 27, 29); Oblatinnen Ecuador(22, 23); Heinrich Frauenknecht(10); Agnes Theresia Furian OSFS (Titel,3, 25); Marie-Sophie Ledezma-Leitner(8); Archiv Haus Overbach (11un, 28);Thomas Richter (7); Brigitte Schwarz(13ob); Wikipedia (12);Ernesto Cardenal...................................................................................................................................................................B E S T E L L S C H E I NFüllen Sie diesen Bestellschein aus, wenn Sie Licht von der Deutschen Provinzder Sales-Oblaten (Jülich-Barmen) beziehen wollen.JA, ich bestelle die Zeitschrift Licht zum Bezugspreis vonEUR 13.- / sFr 26,- (inklusive Porto) pro Jahr.Name/Vorname: _______________________________________________Straße: _______________________________________________________Postleitzahl/Ort: ________________________________________________für mich selbst für ein Jahr bis auf Widerruf.Ich schenke ein Licht-Abonnement für ein Jahr bis auf Widerrufzu meinen Kosten an:Name/Vorname: _______________________________________________Straße: _______________________________________________________Postleitzahl/Ort: ________________________________________________An dieLICHT-RedaktionBr. Georg OkonHaus OverbachD-52428 JÜLICHDatum/Unterschrift: ...................................................................................Bitte senden Sie mir den besonders gestalteten Gutschein für mein Geschenkabonnement zu.30 Ich möchte für LICHT werben und benötige ____ kostenlose Probeexemplare zur Weitergabe. Licht 5/2008


J. Rehm /G. GaryDein Bleibenwar nurgeliehen120 Seiten,broschur,EUR 13,90Tyrolia VerlagEine hilfreiche Sammlung an Abschiedsritenund Liturgien mit Sterbenden,kurz nach dem Tod und inzeitlichem Abstand zum Tod – nichtnur im Krankenhaus. Es geht um dasAnnehmen von Tod und Sterben,um das Abschiednehmen in Würdeund situationsgerechte Formen derKrankensalbung und Wegzehrungim Kreis der Familie und Freunden.Beide Autoren schreiben aus der Praxis.Sie sind Krankenhausseelsorgerin Österreich.MarianneSchlosser (Hg.)Die Gabe derUnterscheidung296 Seiten,Broschur,EUR 24,80Echter VerlagKlassische Texte aus zweitausendJahren – von Hieronymus über Teresavon Avila bis Hans Urs von Balthasar– berichten davon, wie man unterscheidenkann, ob etwas von Gottkommt oder nicht. Das Besonderean dieser Textsammlung ist, dass sichein eigenes Kapitel auch mit demheiligen Franz von Sales beschäftigtund drei Kapitel aus seinem BuchAbhandlung über die Gottesliebeoder Theotimus für diese Textsammlungausgewählt wurden.BücherMichael PlattigPrüft alles,behaltet das Gute!136 Seiten,Broschur,EUR 7,90Vier Türme VerlagDer Karmelit und Professor für Spiritualitätbeschäftigt sich in diesemBuch mit dem in der geistlichen Begleitunggrundlegenden Thema der„Unterscheidung der Geister“. Wiekann ich wissen, ob etwas GottesWille ist oder nicht? Er verwendetdazu kurze Texte aus dem NeuenTestament sowie der kirchlichenTradition, um diese Frage klarer beantwortenzu können. Sehr erfreulichist, das zwei der Texte auch vonFranz von Sales kommen.Josef WeismayerLeben aus demGeist Jesu240 Seiten,Broschur,EUR 12,90Topos plusKarl-Josef KuschelGott liebt es,sich zu verstecken256 Seiten,gebunden,EUR 19,90Grünewald VerlagStephan SiggWunder derLeinwand120 Seiten,gebunden,EUR 14,90KatholischesBibelwerkWas ist Spiritualität und woraufkommt es an, damit spirituelles Lebenchristlich genannt werden kann?Josef Weismayer, einer der anerkanntestenExperten für die Geschichteder spirituellen Theologie,beantwortet diese Fragen, in dem erdie wesentlichen Grundzüge einerchristlichen Spiritualität systematischund historisch beschreibt und dabeiein paar Mal auch den hl. Franz vonSales erwähnt. Ein solides Buch überdie christliche Spiritualität, das solidesWissen vermittelt.Licht 5/2008Karl-Josef Kuschel ist berühmt dafür,dass er die religiösen Spuren in derLiteratur erforscht und aufzeigt. Sogeschieht es auch in diesen literarischenSkizzen, in denen er Autorenvon Lessing bis Muschg untersucht.Dabei stellt er gerade den Dialog unddie Konfrontation mit den WeltreligionenJudentum, Islam und Buddhismusin den Mittelpunkt. Wie gehenSchriftsteller in ihrem Werk damitum? Für den, der sich für Literaturund Religion interessiert, ist dies einehochspannende Lektüre.In diesem Buch werden 50 Kinofilmevorgestellt, die sich dazu eignen,über Gott, die Bibel und ethischeFragen nachzudenken. Zu jedemFilm werden Leitfragen und passendeBibelstellen geliefert. Am Ende desBuches werden außerdem verschiedeneMethoden vorgestellt, wie manmit diesen Filmen im Religionsunterrichtoder in der Gruppe arbeitenkann. Das Buch ist daher eine besondereHilfe für alle jene, die mit denMitteln moderner Medien Glaubensfragenbesprechen wollen.31


B 4577FRANZ-SALES-VERLAGRosental 1, 85072 EichstättAktuellFranz-Sales-VerlagRosental 1 • D-85072 EichstättTel (08421) 93489-31 • Fax (08421) 93489-35e-mail: info@franz-sales-verlag.deJosef Dirnbeck: Fromm und trotzdem normal.Die Franz-von-Sales-Methode, 136 Seiten,broschur, ca. EUR 14,90 / SFR 27,30ISBN 978-3-7721-0293-6Vor 400 Jahren erschien die „Philothea“ zum erstenMal. In diesem Buch beantwortet der heilige Franz vonSales die Frage, wie ich in dieser Welt als Christ lebenkann. Das Buch wurde ein Bestseller und ist es bisheute geblieben. Josef Dirnbeck befasst sich erneut mitdieser Frage und beschreibt die wichtigsten Elementeaus der „Philothea“ für den Menschen von Heute. Ertrifft den Kern der „Franz-von-Sales-Methode“, diehelfen will, im ganz normalen Leben fromm zu sein.Pedro Fernández Rodriguez OP: Das Herz desheiligen Franz von Sales im Kloster der Heimsuchungvon Treviso , 128 Seiten, gebunden,43 Farbfotos, EUR 19,90 / SFR 34,90,ISBN 978-3-7721-0295-0Das Buch beschreibt die bewegte Geschichte derHerzreliquie des heiligen Franz von Sales. Vom Klosterder Heimsuchung von Lyon, in dem der Heilige 1622starb, kam sie während der französischen Revolutionauf abenteuerliche Weise über Italien, Böhmen undÖsterreich ins italienische Treviso. Dort befindet sichdas Herz von Franz von Sales, das bis heute unverwestgeblieben ist, im Kloster der Heimsuchung.Zeitschrift LICHT und Franz-Sales-Verlag im Internet:www.zeitschrift-licht.de und www.franz-sales-verlag.de32 Licht 5/2008

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