Fahrgast Zeitung - FAHRGAST Steiermark

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Streichungen im FernverkehrErhalt der Strecke notwendig,aber kein Fahrgast ist heutedeswegen auch nur um eineMinute schneller unterwegs.Das umständliche Umsteigenin die Busse, oft mitviel Gepäck und keiner Möglichkeit,Fahrräder mitzunehmen,hat wohl dazu geführt,dass sie die Bahnkundennach alternativen Reisemöglichkeitenumgesehenhaben. Es ist somit kein Wunder,vielleicht sogar beabsichtigt,dass hier Fahrgäste verlorengingen. Ohne erkennbareFahrzeitgewinne ist vonjeglichen weiteren Maßnahmen,die Schienenersatzverkehrenötig machen, abzusehen.Fahrgastpotenziale sindanhand jener Fahrgastzahlenzu beurteilen, die vor der Serievon Streckensperren bestandenhaben.Minimalforderung 2-h TaktEin Zweistundentakt stelltim Fernverkehr eine Mindestanforderungdar.Alles, was darunter liegt,erreicht die Wahrnehmungsschwellenicht, somit verkommtder Bahnverkehr zueinem absoluten Minderheitenprogramm,es bleibenpraktisch nur noch Fahrgästeohne jede Alternative übrig.Es wäre auch sinnlos, einsolches Angebot in irgendeinerForm zu bewerben, bzw.Autobesitzern die Bahn alsAlternative schmackhaft zumachen.Klimaschutz, Kyoto-Zieleetc. braucht man dann nichteinmal mehr in den zu Mundnehmen.WirtschaftlichkeitDie Eigenwirtschaftlichkeitdes Fernverkehres kann niemalsbedeuten, dass jeder einzelneZug Gewinn abwerfenmuss, auch nicht jede für sichbetrachtete Strecke, soferndas aufgrund der vielfältigenUmsteigebeziehungen überhaupterhoben werden kann.Solange der Fernverkehr insgesamtpositive Ergebnisseerwirtschaftet, können derartigmassive Streichorgien keinesfallshingenommen werden.Eine Forderung, die sichganz besonders an den Eigentümerrichtet.Wenn die ÖBB schon übereinzelne Züge/Verbindungendiskutieren möchten, müssensie unbedingt detaillierte Kalkulationenvorlegen, aus dernachvollziehbar die variablenKosten pro Kilometer in Abhängigkeitvon Traktionsart,Wagenanzahl etc. ermitteltwerden können. Es sind dieDer Bahnhof Schladming wird um 23 Millionen Euro generalrenoviert. Wozu, wennsich ab Dezember nur noch acht Fernzüge am Tag nach Schladming verirren?Die Bezirkshauptstadt Liezen wird ab Dezember nur noch drei Mal am Tag direkt erreichbarsein. Ansonsten heißt es zwei- bis dreimal Umsteigen!durchschnittlichen Einnahmenpro Personenkilometereinsichtig darzulegen, sodassabschätzbar ist, ob, bzw. wieweit man tatsächlich von derKostendeckung entfernt ist.Ohne genaue Kenntnis dieserZahlen erübrigt sich jedeweiter Diskussion mit denÖBB über die Wirtschaftlichkeitder Verbindungen.Alternativen, GWL-LeistungenKeinerlei Alternative stellenBusse dar, sie stellen dieBedienung der Unterwegshaltenicht ausreichend sicher,werden von Autobesitzernkaum als Alternative wahrgenommenund können die erforderlichenKapazitäten nichtbereitstellen.Alternativen bestehen jedochin der Wahl des Anbieters– wenn die ÖBB nicht bereitsind, diese Strecke zu betreiben,können auch Konkurrentenbeauftragt werden.Den Anbieter auszuwählen istländerübergreifend Sache desBundes.Vor wenigen Monatenwurden im Vertrag zwischenÖBB und dem VerkehrsministeriumgemeinwirtschaftlicheLeistungen definiert, diedie ÖBB aufgrund der Finanzierungdurch den Bund aufjeden Fall zu erbringen haben.Es ist auf eine Zugänglichmachungdieses Vertrageszumindest für die Länderzu drängen und genauzu prüfen, wie die vom Ministeriumvorgegebenen Bedienstandardserstellt wurden.Während es nämlich offenbarals ausreichend betrachtetwird, zwischen Graz undLinz gar nicht, zwischen Grazund Salzburg nur dreimal undzwischen Graz und Maribornur zweimal am Tag verkehrenzu müssen, steht wederder Zweistundentakt Klagenfurt–Salzburgnoch jenerzwischen Villach und Ljubljanazur Diskussion. Aus Sichtvon Fahrgast ist es auch vollkommenrichtig, letztere beideVerbindungen alle zwei Stundenanzubieten, doch stellt dieReduktion des von Graz ausgehendenFernverkehrs einekrasse Benachteiligung derSteiermark gegenüber anderenBundesländern dar!DruckmittelAuch wenn die ÖBB argumentieren,dass sie für denFernverkehr vom Land nichtsbezahlt bekämen, dürfen sienicht vergessen, dass sie aufvielfältige Weise Vertragspartnerdes Landes Steiermarksind. Obersteirertakt, S-Bahn,etc. sind nur einige Beispiele.Gerade in der Steiermark habenwir zwei weitere Bahnunternehmen,die zumindestmittelfristig in der Lage sind,auch im Regionalverkehr einegrößere Rolle zu spielen. Auchsind die ÖBB im Rahmen desVerkehrsverbundes Vertragspartnerdes Landes. Es wärealso durchaus einmal interes-Fahrgast 2/2011

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