Der Faschismus in Italien (TEXT) - Trend

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Der Faschismus in Italien (TEXT) - Trend

Am 15. Juli erhielt dann Mussolini bei der Wahlreform;

dehatte im Parlament ein Vertrauensvotum. Alle bürger¬

liehen Parteien haben ihm das Vertrauen

ausgesprochen. Nach der Rede Mussolinis wurde dieser

von allen „liberalen" und „demokratischen" Parlamentsfrak¬

tionsführern aufs herzlichste begrüßt. Der erste, der ihm die

Hand so herzlich drückte, war Giolitti. Mussolini wurde

im Triumph aus dem Saal getragen. —

Diese paar trockenen Tatsachen der allerletzten Tage

wollten wir nur registrieren, um die Politik der Sozialdemo¬

kratie in das richtige Licht zu stellen. Diese ist nach wie vor

darauf gerichtet, die kommunistische und sozialistische

(maximalistische) Arbeiterschaft zu isolieren und mit der

„liberalen" und „demokratischen" Bourgeoisie in eine offene

Arbeitsgemeinschaft zu treten. Es ist nicht anzunehmen, daß

die sozialdemokratischen Führer nach dieser neuen Ohrfeige,

die die „liberale" Bourgeoisie ihnen soeben gegeben hat, nun

ihre verräterische „Politik" aufgeben. Es ist sogar abzuwarten,

ob sie der vom ganzen Proletariat geforderten Einheitsfront

nicht das Angebot Mussolinis vorziehen werden. In seiner

Kammerrede vom 15. J uli hat jetzt Musso¬

lini den Sozialdemokraten öffentlich einen

Posten im faschistischen Ministerium an:

geboten.

Also:

Maisbrot,

Presse-Zensur,

Abschaffung des Arbeitsministeriums,

Erdrosselung des Wahlrechts,

Koalition mit der Sozialdemokratie,

das sind die allerneuesten Leistungen und Projekte der

Faschistendiktatur!

Für unsere deutschen Klassengenossen sollen aber sowohl

die neuesten Maßnahmen der faschistischen Regierung als

auch das Verhalten der „liberalen" und „demokratischen"

Teile der Bourgeoisie — das übrigens durchaus natürlich ist

und von uns vorausgesehen und auch immer vorausgesagt

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