Armin Wolf ... - SUMO

sumomag.at

Armin Wolf ... - SUMO

Ausgabe 1/2008

Armin Wolf ...

... über Folter im Urlaub und Schachmatt im Interview

Food Design

Warum Fischstäbchen Fischen nicht ähneln

Europhorie

Nicht nur Fußballfans erleben Emotionen


Special Topic – TV im Visier

Entertainment

Infotainment

Lifestyle

Europhorie

1/08

Coverstory: Armin Wolf, der neugierige und sture Tiroler 4

Der Kampf ums Publikum 6

Greys Anatomy verdrängt Bildungsprogramm 7

Digi-TV – Fluch oder Segen 8

Eine Band, ein Schreibtisch und ein Moderator ... 10

Heiße Konzerte bei klirrender Kälte 11

High Fidelity – Stone Temple Pilots 12

Madonna – Eine Ikone wird 50 13

DVD - Tipps für den Valentinstag 14

Food Design – Warum Fischstäbchen Fischen nicht ähneln 15

Literatur around the world – Russland 16

Der Mythos Starbucks 17

Juliette, Charlotte und Nikola 18

Rothaarige Iren, finnische Sauna .... 19

Alleine gemeinsam in der virtuellen Welt 20

Student-Scan 21

Romy Schneider – Bezauberndes Mädel vom Lande ... 22

Promi Ehen – Liebe und Hass vor der Kamera 23

Die Macht der Nacht 24

SUMO hilft 25

Boots & Board mit latest fashion 26

Pistensau oder Après-Ski Star? 27

Brigitte Jonas 27

Warum Männer Fußball lieben und Frauen auch was davon haben 28

Deine Chance bei der Euro 2008 mitzuwirken 29

Der Patriot 29

Horoskop 30

Auflösung: Pistensau oder Après-Ski Star 31

SUMOku 31

Impressum 31

Uhrenvergleich. 2008 – wir befinden

uns im Jahr der Kartoffel. Das

Jahr ist noch so jung und schon ist

das neue SUMO da. Diesmal haben wir für

euch ferngesehen und die österreichische

TV-Landschaft unter die Lupe genommen.

Wir stellen euch so manche erfolgreiche

Menschen vor. Einer davon (ein bekannter

Journalist und Fernsehmoderator) hat

40 Semester für sein Studium gebraucht,

und trotzdem ist was sehr Vernünftiges

aus ihm geworden. Wir berichten von einer

Schauspielerin, die in jener Zeit ihren

Zenit erlebte, als man sich noch nicht über

zu hohe ORF-Gebühren ärgern musste.

Weniger die hohe Kunst der Schauspielerei,

sondern die des Singens beherrscht

eine andere faszinierende Frau, die es

schafft, trotz unüberschaubarer Sendervielfalt

omnipräsent zu sein. Nicht nur die

Fernsehlandschaft, sondern auch SUMO

bietet eine unglaubliche Themenpalette.

Wer die SUMO-Primetime nicht ganz alleine

verbringen will, kann sich natürlich gerne

Gesellschaft leisten lassen. Am besten

von der kalorienbewussten Juliette. Oder

lieber doch von ihren Freundinnen Charlotte

und Nikola …?

Romana Pichler

Peter Hofbauer

specialtopic entertainment infotainment lifestyle

04-1011-1617-2223-27

SUMO 1/2008

3


TV im Visier

Armin, der WOLF

Bei seinem Besuch in St. Pölten hat uns der

ORF Anchorman Armin Wolf Rede und

Antwort gestanden. Der ZIB 2 Moderator

plauderte ganz offen über seine 22-jährige

Karriere als Journalist und Themen wie die

ORF-Reform und Politik.

Was sagen Sie zu den Veränderungen unter

Generaldirektor Alexander Wrabetz?

Ich finde die Neuerungen unter Alexander

Wrabetz gut. Die Sendungen sind besser, spannender

und auch kritischer geworden. Insgesamt

aber hat sich die Situation im ORF erschwert.

Die Umstellung auf die Digitalisierung

ist problematischer als gedacht.

„Natürlich bin ich auch eitel …“

Sie haben in Ihrer Rede zum Robert-Hochner-

Preis erwähnt, dass der ORF redaktionelle

und inhaltliche Pluralität benötigt. Hat sich

das durch die ORF-Reform verändert?

Ja, ja und ja. Seit der Reform ist das auf jeden

Fall besser. Früher waren sämtliche Informationssendungen

einer Person unterstellt. Jetzt

ist alles viel dezentralisierter und es liegt nicht

mehr so viel Entscheidungsgewalt in der Hand

einer Person.

Hätten Sie ein Problem mit stärkerer Konkurrenz

im Nachrichtenbereich?

Nein, ich wäre total für Konkurrenz. Es gäbe

19.08.1966 in Innsbruck (Tirol)

1985: Matura an der HAK Innsbruck;

Arbeit als freier Journalist im ORF Landesstudio

Tirol

1988: Übersiedelung nach Wien zum

Radiosender Ö1 als außenpolitischer

Journalist

1995: Wechsel zum Fernsehen; Redakteur

der ZIB 2

1998: Mitbegründer und Redaktionsleiter

der ZIB 3

1999: Abschluss des Politikwissenschaftsstudiums

an der Universität

Wien

Seit 2002: Moderation der ZIB 2

2002-2005: Moderation der Diskussionssendung

„Offen gesagt“

2005: Moderation der „Sommergespräche“;

Promotion an der Universität

Innsbruck.

Armin Wolf Geboren am:

mehr Angebote und man müsste sich stärker

anstrengen. Außerdem gäbe es viele neue Arbeitsplätze

für junge Journalisten. Das mit der

Konkurrenz ist jedoch schwer, weil gute Nachrichten

extrem teuer sind.

Was sagen Sie zur Gebührenerhöhung?

Der ORF kostet circa 20 Euro im Monat, das

sind circa 70 Cent am Tag. Die „Kronen Zeitung“

im Vergleich kostet 90 Cent pro Tag. Die

Gebührenerhöhung macht nur 4 Cent pro Tag

mehr aus, was noch immer weniger ist, als der

Preis für die „Krone“. Den ORF, mit seinem

vielfältigen Angebot, konsumiert man außerdem

mehrere Stunden am Tag.

Wie groß ist Ihrer Meinung nach der politische

Druck im ORF?

Er ist vorhanden, aber nicht mehr so stark wie

früher. Die Parteien versuchen zwar noch immer

ihre Meinungen einzubringen, jedoch ist

der Druck auf die Journalisten nicht mehr so

massiv.

„Bis zur Promotion hab ich 40

Semester gebraucht ...“

Wie würden Sie Ihre politische Zugehörigkeit

definieren?

Gar nicht!

Was halten Sie davon, dass Kollegen, wie zum

Beispiel Josef Broukal, in die Politik wechseln?

Haben Sie auch schon Angebote von

Parteien bekommen, für diese zu werben und

dem ORF somit fern zu bleiben?

Ich habe darüber in meiner Dissertation geschrieben

und finde es gut, wenn das Kollegen

machen. Ja, ich hatte schon Angebote, jedoch

habe ich diese schon früher nicht angenommen

und werde das auch so beibehalten.

?

Sie sind ja bekannt für Ihren kritischen Interviewstil.

Worin liegt Ihr Geheimnis?

Puh, das ist schwierig zu sagen. Ich würde sagen,

dass ich a) relativ neugierig und b) ein sturer

Tiroler bin. Natürlich bin ich auch eitel, sonst

wäre ich wohl kaum im Fernsehen. Wobei ich

nicht moderiere, damit mich die Leute sehen,

sondern aufgrund meines Interesses für Interviews.

Für mich ist das nicht nur ein Gespräch

zwischen Menschen, sondern wie ein Schachspiel.

Dieses strategische Nachfragen macht mir

Spaß (lächelt).

Armin Wolf plauderte ganz

offen über Politik, den ORF

und seine Karriere.

Foto: Christian Leeb

Und wie gehen Sie selbst mit Kritik um?

Naja, ich würde sagen wie jeder andere auch.

Wenn man austeilt, dann muss man auch einstecken

können.

Haben Sie schon Erfahrungen mit Klagen gemacht?

Nein, ich bin noch nie richtig geklagt worden,

weil ich so seriös bin (lacht).

Werden die Interview-Fragen vorher mit den

Politikern abgesprochen?

Nein! Politiker wissen die Themen, aber nicht

die Fragen. Profipolitiker werden von ihren

Pressesprechern sowieso genug vorbereitet. Die

Fragen sind vorher definitiv nicht mit den Politikern

abgeklärt – Gott sei Dank!

Welche Interviewpartner sind eine Herausforderung

für Sie?

Wolfgang Schüssel ist ein schwieriger Interviewpartner,

weil er meistens keine konkreten Antworten

auf Fragen gibt. Für mich am schwierigsten

zu interviewen ist Kardinal Schönborn,

weil er das Format der Predigt gewöhnt ist. Die

Zuschauer sehen es nicht gerne, wenn ich ihn

unterbreche. Bei dem Bundespräsidenten ist es

dasselbe Problem.

Schreiben Sie Ihre Texte selbst?

Ja, ich schreibe jede Zeile selbst. Es gibt aber

schon gewisse Moderationsvorschläge.

„Als Kind wollte ich

Pfarrer werden!“

Was sind Ihre persönlichen Pläne beim ORF

und wie wollen Sie sich weiterentwickeln?

Ich möchte die ZIB von heute besser moderieren

,als die von gestern und die von morgen

besser, als die von heute. Man kann sich immer

verbessern und weiterentwickeln.

Auf was sind Sie besonders stolz?

Auf mein Studium, welches ich neben einem

anstrengenden Job mit 33 abgeschlossen habe.

Ich war mir oft nicht sicher, ob ich damit fertig

werde. Bis zu meiner Promotion hat es ja immerhin

40 Semester gedauert. (lacht)

Wie sind Sie in so jungen Jahren zum ORF

gekommen?

Schon während der Schulzeit habe ich bei einer

Schülerzeitung mitgearbeitet und wollte

mir nach meiner Matura mein Politikwissenschaftsstudium

durch journalistische Arbeit finanzieren.

Also habe ich einen Tag nach meiner

schriftlichen Matura beim ORF als freier Journalist

begonnen.

Würde es Sie reizen nach Deutschland zu gehen?

Ja, schon. Das ZDF „Heute Journal“ hat beispielsweise

über vierzig Mitarbeiter, was wir

in der ZIB 2 zu sechst machen. Ein Angebot

aus Deutschland würde ich mir deshalb schon

überlegen, aber generell muss ich sagen, dass

ich beim ORF glücklich bin, weil es ein spannendes

Medium ist.

Sehnen Sie sich als ehemaliger Radiomoderator

manchmal zum Radio zurück?

Eigentlich fühle ich mich als Radiojournalist,

der nur zufällig beim Fernsehen ist. Ich habe

nach wie vor eine große Vorliebe fürs Radio,

besonders für Ö1.

„Ein Urlaub ohne Nachrichten –

Damit könnten Sie mich foltern!“

Was sagen Sie dazu, dass Natascha Kampusch

eine Sendung auf Puls 4 bekommt?

Armes Mädel. Ich finde das unverantwortlich.

Vor einer Fernsehkamera zu stehen ist nicht

leicht. Man muss das Moderieren genauso lernen,

wie den Journalismus. Aber ich wünsche

ihr, dass die Sendung gut wird.

Können Sie im Urlaub ohne Nachrichten

auskommen?

Nein, damit könnten Sie mich foltern, weil ich

Journalismus so mag. Ohne österreichische Zeitungen

kann ich kurze Zeit auskommen, ohne

Nachrichten nicht.

Wie können Sie in Ihrer Freizeit abschalten?

(lacht) Tadellos, wie jeder andere Mensch auch.

Ich komme nach Hause und rede mit meiner

Frau und meinen Kindern, lese, gehe spazieren,

ins Kino oder ins Theater.

Bei Ihrem Gastauftritt in „Die 4 da“ durften

Sie in die Schauspielwelt hineinschnuppern.

Sehen Sie für sich in diesem Bereich eine

mögliche neue Zukunft?

(schmunzelt) Nein, überhaupt nicht. Ich hab

da mitgemacht, weil ich die Idee interessant gefunden

habe und die Leute gut kenne. Ingesamt

haben wir einen ganzen Tag gedreht. Zu sehen

war ich dann zwei Minuten und ich habe mich

entsetzlich gefunden.

Friesenbichler, ho t w a g n e r ,

la h n e r, sc h ü t z l , sternberger

4 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

5

5

Armin Wolf zu...

Special Topic

„Ich bin ein neugieriger und

sturer Tiroler!“

Was war Ihr größter beruflicher Traum als

Kind?

Mit sechs Jahren wollte ich Pfarrer werden, später

Millionär, dann Lehrer an der HAK. Mein

Hauptberufswunsch war es jedoch Universitätsprofessor

für Politikwissenschaften zu sein.

In einem Standard-Interview haben Sie gesagt:

„Am Ziel meiner Wünsche bin ich, wenn

ich irgendwann weise und gelassen bin - mit

75 oder so.“ Können Sie sich vorstellen, in

dem Alter noch zu moderieren?

(lacht) Nein, das kann ich mir weniger vorstellen.

Da wir wahrscheinlich sowieso alle bis 70

arbeiten müssen, möchte ich in dem Alter lieber

weise und gelassen meine Enkel unterhalten.

Information: Notwendig

Ego: Hat jeder

Kaffee: Brauche ich täglich

Lebensmotto: Try, fail, try again, and

fail better!

Politik: Damit beschäftige ich mich

täglich

Wochenende:

Sehr wichtig, keine ZIB 2!

Anchorman: Amerikanischer

Begriff für meinen Beruf

Literatur: Ist sehr wichtig, denn ich

lese sehr viel

Geld: Lebensnotwendig

ORF: Mein Arbeitgeber

SUMO: Ringer (lacht)

?


TV im Visier

Der Kampf ums Publikum

Mit der Digitalisierung des TV-Marktes ist

ein Streit um die Vormachtstellung unter

den österreichischen Fernsehkanälen entfacht.

Neben bekannten Formaten wie ORF

und ATV sprießen zudem immer mehr neue

Bewerber wie Puls 4 oder Austria 9 aus dem

Fernsehbeet. Ein Gefecht zwischen Reform,

Etablierung und Neugründung hat begonnen.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Mit dem Antritt des neuen Generaldirektors

Alexander Wrabetz im August 2006 hat sich

einiges im Österreichischen Rundfunk (ORF)

getan. Doch statt des Erfolgs der groß angekündigten

ORF-Reform, sieht sich das Unternehmen

derzeit mit einem kontinuierlichen

Zuschauerrückgang konfrontiert. Während

die Marktanteile im November 2006 noch

bei 42,6% lagen, verzeichnet das Unternehmen

derzeit einen Prozentsatz von 37,8%.

Nach dem Flop der intellektuell wenig ansprechenden

Unterhaltungsserie „Mitten im 8en“,

dem Herzstück der ORF-Reform, ist auch die

Sympathie für das öffentlich-rechtliche Medienunternehmen

verflogen. Unter der angespannten

Stimmung der Zuseher werden

immer häufiger Stimmen laut, inwieweit der

ORF noch seinem Bildungsauftrag nachkomme.

Zwar bietet das Unternehmen eigenen

Angaben zufolge ein großes Angebot an Informations-

und Bildungsformaten, jedoch ist

fraglich, ob in Folge der Einsparungen die österreichischen

Inhalte nicht zu kurz kommen.

„Nichts hassen Politiker mehr als das Gefühl,

dass an einer Stelle, die für sie aus irgendeinem

Grund wichtig sein könnte, einer sitzt, der in

irgendeiner Form unberechenbar ist.“

Auch ORF-Anchorman Armin Wolf kritisierte

2006 die Organisationsstruktur innerhalb des

ORF und machte auf den politischen Einfluss

und Druck aufmerksam. Die Medien, welche

oft als vierte Macht im Staat bezeichnet werden,

stellen besonders für Politiker eine hohe

Attraktivität dar. So sagte der Journalist und

Fernsehmoderator Robert Hochner in seinem

letzten Interview zum „Falter“: „Nichts hassen

Politiker mehr als das Gefühl, dass an einer Stelle,

die für sie aus irgendeinem Grund wichtig

sein könnte, einer sitzt, der in irgendeiner Form

unberechenbar ist.“ Die große Aufgabe des ORF

ist es sowohl von der Politik als auch der Werbewirtschaft

unabhängig zu werden.

Der neue Markt

Die Abstellung des terrestrischen Sendesignals

hat neuen Wettbewerbern einen leichteren

Markteintritt ermöglicht und die Konkurrenzsituation

verstärkt. Diese Entwicklung bedeutet

für den ORF sinkende Einnahmen, da Werbekunden

nun einem größeren Senderangebot

entgegenstehen und entscheiden können, wo

sie Werbung schalten wollen.

Auch die Digitalisierung hat das Unternehmen

Geld und Zuseher gekostet. Nachdem man im

November 2007 die analogen Hauptsender

für Antennen-TV abgeschaltet hatte, konnten

an die 153.000 Haushalte nicht mehr mit den

ORF-Programmen versorgt werden. Die Sender

wurden von den Betreffenden jedoch auch

nicht vermisst.

Im Dezember 2007 wurde die heftig umstrittene

Gebührenerhöhung beschlossen. Ab diesem

Jahr müssen die Österreicher eine um ca. 10%

höhere ORF-Gebühr bezahlen. Die Anhebung

liegt zwar nur bei 4 Cent pro Tag, jedoch entspricht

das aufs Jahr gerechnet fast einer ganzen

Monatsgebühr.

50

40

30

20

10

0

2000

Der ORF-Absturz

48,4% 47,7% 45,5% 43,0%

2002

2004

Privater Rundfunk

2006

37,8%

2007

Das Fernseh-Gründerfieber ist ausgebrochen.

Von Puls 4 bis Red Bull TV – der TV

Markt ist im Umbruch. Nun wollen sich einige

Kleinstsender gegen den übermächtigen ORF

verbünden. Austria 9 - Der neue Kanal, vom

deutschen Medienunternehmen Hubert Burda

Media gegründet und mit Conrad Heberling

als Chef, verspricht interessante und alternative

Programme. Diese werden laut Heberling „ältere

Filme und Serien ausstrahlen, die auf die

Bedürfnisse der österreichischen Zuschauer

ausgerichtet sind. Kurz: Wir sind ein österreichischer

Sender.“

Quellen: orf.at, derstandard.at

Dieser Leitsatz wird auch durch die 9 verkörpert,

welche für die Anzahl der Bundesländer

steht. All diese Aussagen lassen stark vermuten,

dass Austria 9 auf die Dauer ein sehr nationalstolzer

Sender wird. Aber ist ein solcher Sender

wirklich das, was sich österreichische Zuschauer

wünschen? Hochgeschätzte Serien wie „Sissi“

befriedigen sicher nicht das Bedürfnis nach

Alternativen und sind auch keine gewaltige Innovation.

„Den Mateschitz muss man ernst nehmen,

weil er eben der Mateschitz ist.“

Aber Austria 9 hat sich nicht alleine vorgenommen,

dem ORF Konkurrenz zu bieten. Auch

Sender wie Puls 4 und Red Bull TV sollen den

Österreichern Abwechslung im Fernsehen garantieren.

Puls 4, eine aufgemotzte Version des Wiener

Stadtsenders Puls TV, die nun ein Vollprogramm

bieten soll, gehört zum zweitgrößten

Medienkonzern in Europa, der ProSiebenSat.1-

Gruppe. Diese große „Macht“ hinter Puls 4

hört sich viel versprechend an. Hier erwartet

man sich im Laufe der Zeit eher international

ausgerichtete Programme und die Übertragung

von Live-Events. Leider kommt man aber nicht

an den täglichen Talkshows vorbei, die auch auf

dem Programm stehen.

Im April soll der Sender Red Bull TV in Salzburg

zum ersten Mal ausgestrahlt werden. Dietrich

Mateschitz, der Energy-Drink-Erfinder, will

den Sender mit dem kreativen Namen selbst betreiben

und wird von dem Geschäftsführer von

Puls 4, Markus Breitenecker, auch argumentativ

ernst genommen: „Den Mateschitz muss man

ernst nehmen, weil er eben der Mateschitz ist“

Neues Privatfernsehen – eine

Bedrohung für den ORF?

Der Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen

Fernsehens Alexander Wrabetz kommentiert die

Lage nur mit einem Lächeln: „Unsere Hauptmitbewerber

bleiben ProSieben und RTL. Die fünf

bis acht Hauptsender werden in Zukunft für 75

Prozent des Fernsehkonsums stehen, um das

verbleibende Viertel raufen rund 200 Klein- und

Kleinstsender.“

Mit der Gründung der neuen Kleinsender sind

sicherlich Alternativen zum bisherigen Fernsehen

entstanden, welche neben dem ORF bislang

nur von ATV gebildet wurde. Wenn wir mal keine

Lust auf ORF hatten, konnten wir leider nur

zwischen „Die Lugners“, „Hi Society!“ und „Bauer

sucht Frau“ wählen. Die Qual der Wahl!

Aber auch wenn der ORF diese neuen Sender

nicht als Konkurrenz sieht, versprechen wir uns

doch auf Dauer einige Neuerungen im österreichischen

Fernsehen und hoffen, dass Alternativen

zum ORF-Anchorman und zum „Mörtel“

entstehen.

ca P o, ho t w a g n e r

Der ORF spart am Vorabend. Teure Eigenproduktionen wie das Infotainment-Magazin

„Wie bitte?“ werden durch Altbewährtes ersetzt. Lückenfüller sind amerikanische Serien.

Fort- oder Rückschritt im Bildungsauftrag?

Grey’s Anatomy

verdrängt Bildungsprogramm

Mit Amtsantritt des neuen Generaldirektors

Alexander Wrabetz am 1. Jänner 2007, wurde

„die größte Programmreform in der Geschichte

des ORF“ versprochen. Vom „öffentlichrechtlichen

Mehrwert“, der den ORF von privatrechtlichen

Fernsehanstalten unterscheiden

sollte und Gebühren erst rechtfertigt, wurde am

Küniglberg häufig gesprochen.

Dieser sollte mit höherer Qualität, mehr Eigenproduktionen

und vielfältigeren Bildungsprogrammen

gesteigert werden. Trotz solcher Versprechungen

wird der Bildungsauftrag im ORF

alles andere als erfüllt.

Nur wenige Sterne am Himmel

Die Dokumentarreihe „Universum“, das Auslandsmagazin

„Weltjournal“ und die Wissenschaftssendung

„Newton“ sind nur wenige

Sterne am Himmel. Sie ändern kaum etwas

an der trostlosen Situation des Bildungsprogramms.

Obwohl diese Sendungen mit ihren Inhalten

überzeugen, dringen sie oft schwer zu den

Zuschauern durch. Einerseits sind mangelnde

Programmvorschauen ein Grund dafür, dass

selbst Wissbegierige „Weltjournal“ oder „€co“

nicht kennen. Andererseits wird die Mehrzahl

der Bildungsprogramme erst ab 22 Uhr ausgestrahlt.

Das hat zur Folge, dass selbst wenn eine

dieser Sendungen Interesse weckt, nicht jeder

bis 23 Uhr wach bleiben kann oder will.

„Grey´s Anatomy“ statt „Wie bitte?“

Die beliebteste Fernsehzeit ist der Vorabend.

Doch gerade das Vorabendprogramm lässt sehr

zu wünschen übrig. Nach gefloppten Eigenproduktionen

wie „Mitten im 8en“ wird auf amerikanische

Serien zurückgegriffen. Wegen Sparmaßnahmen

soll das Infotainment-Magazin

„Wie bitte?“ nur wöchentlich und erst um 23:35

Uhr erscheinen. Als Ersatz dienen Wiederholungen

der Krankenhausserie „Grey’s Anatomy“.

Selbst neue Folgen von solchen Serien

kosten nur „ein Zehntel dessen, was für Eigenproduktionen

zu veranschlagen ist“, rechtfertigt

die Chefin der ORF-Serienabteilung Andrea

Bogad-Radatz den vermehrten Zukauf von

amerikanischen Formaten.

Quotenjagd

Zukünftig will der ORF vermehrt Doku-Soaps

in den Vorabend bringen. Im Februar wird eine

Tanzschul-Doku-Soap im Vorfeld zur vierten

Staffel von Dancing Stars gezeigt. Um nicht nur

US-Serien zu senden, hat der ORF außerdem

noch ein Pärchen-Wissensquiz geplant. Bereits

seit Dezember gibt es die Promi-Kochsendung

„Rat mal, wer zum Essen kommt“. Diese Sendungen

erhöhen zwar die Einschaltquoten, allerdings

sind sie für den „öffentlich-rechtlichen

Mehrwert“ kaum förderlich.

6 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

7

ORF-Sendungen

Universum

Die Dokumentarreihe über Naturwissenschaften

mit dem Schwerpunkt

Tier und Natur, ist die erfolgreichste

österreichische Doku-Reihe und schon

seit 1987 auf Sendung.

Di und Do 20:15, ORF 2

Weltjournal

Das Auslandsmagazin bietet Orientierung

in der Weltpolitik, zeigt Zusammenhänge

auf und beleuchtet Hintergründe.

Mi 22:30, ORF 2

Newton

Das Wissenschaftsmagazin erklärt mit

zahlreichen Experimenten und Versuchen

physikalische, chemische und medizinische

Phänomene.

Sa 19:20, ORF 1

Sa 14:00, 3sat

€co

Das Wirtschaftsmagazin informiert

über Neuigkeiten aus der Wirtschaft

und Finanz. Hintergrundanalysen zur

internationalen Weltwirtschaft und

zur heimischen Wirtschaft sollen Leistungen

und Kosten im EU-Vergleich

aufzeigen.

Do 22:30, ORF 2

Wie bitte?

Das Infotainment-Magazin für junge

Menschen arbeitet Informationen nach

unkonventionellen Gesichtspunkten auf,

ohne belehrend zu sein.

Da das Wissen mit Humor übermittelt

wird, kann man nicht direkt von einer

Bildungsserie sprechen.

Di 23:35, ORF 1

Es stellt sich also die Frage: Will der ORF mit

diesem Programm etwa den deutschen Privatsendern

Konkurrenz machen?

Obwohl ohnehin schon an der Qualität des

ORF gezweifelt wird, werden ab Juni 2008 zusätzlich

noch die Gebühren um fast 10 Prozent

erhöht. Um das zu rechtfertigen, sollte mit dem

höheren Entgelt zumindest eine Verbesserung

des Programms das wichtigste Ziel sein.

li n d e n m a i r, Pa P o n j a k

Foto: lyimng.com

?


Infotainment

DIGI-TV

Fluch oder Segen?

Im Oktober 2006 begann der ORF mit der

Umstellung auf Digitalfernsehen. Diese Vorgehensweise

basiert auf einem Beschluss aller

EU-Staaten, die analoge Übertragung von

Rundfunkprogrammen bis spätestens 2012 zu

beenden und dann nur noch digital zu senden.

Das Thema Digi-TV sorgte vielerorts für heftige

Diskussionen. Von der Umstellung waren rund

40% aller österreichischen Haushalte betroffen,

also jene, welche die ORF-Programme sowie

ATV+ über Antenne empfangen. Durch diese

technische Neuerung ergeben sich jedoch laut

Experten einige nicht unbedeutende Vor- sowie

auch Nachteile.

DVB-Lexikon

DVB

Digital Video Broadcasting – europäischer

MPEG-Standard. Der letze Buchstabe

gibt Auskunft über die Art der

Übertragung.

DVB-C

Digital Video Broadcasting-Cable. Übertragung

von digitalen Fernsehsignalen

via Kabel.

DVB-H

Digital Video Broadcasting-Handhelds.

Ist eine Variante von DVB, mit welcher

digitale Rundfunkprogramme über kleine

und/oder mobile Geräte empfangen

werden können.

DVB-S

Digital Video Broadcasting-Satellite. Ist

die spezielle Variante zur Übertragung

von DVB per Satellit.

DVB-T

Digital Video Broadcasting-terrestrial.

Bezeichnet die terrestrische Verbreitung

der Fernsehsignale. Empfang via

Antenne.

Der Segen

Dem Zuseher eröffnen sich durch das Digi TV

mehr Sender, werbefreie Spartenkanäle sowie

einzelne Sendungen je nach Wunsch. Dadurch

werden TV-Angebote, die spezielle Interessen

bedienen, verfügbar gemacht, so wie zum Beispiel

Sportberichte oder fremdsprachige Dokumentationen.

Aufgrund der Digitalisierung der Übertragungswege

können auf einem Fernsehkanal

mehrere Programme übertragen werden. Dies

hat zur Folge, dass eine Vielzahl an TV-Kanälen

frei wird, auf denen nun wiederum neue Fernsehprogramme

transportiert werden können.

In Presseaussendungen wurde das Digitalfernsehen

häufig mit einer Verbesserung der Programmqualität

in Verbindung gebracht. Damit

ist lediglich die verbesserte Bild- und Tonqualität

gemeint, denn die Inhalte, sprich das Fernsehprogramm,

ändern sich durch die Digitalisierung

nicht.

?

Der Fluch

Foto: P. Dreiling-Schewe

Die Umstellung auf digitalen Fernsehempfang

sorgt jedoch hierzulande für massive Probleme.

Aufgrund der fehlerhaften Software einiger Digitalreceiver

sahen in 30.000 Haushalten die

Konsumenten sprichwörtlich schwarz, da die

Fernsehgeräte über ein schlechtes oder gar kein

Bild verfügten.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die hohen Anschaffungskosten

von DVB-T-Boxen, die sich

auf 50–100 Euro pro Gerät belaufen. Weiters

bemängeln viele DVB-T-Box Besitzer die so oft

propagierte „verbesserte“ Bild- und Tonqualität,

da es häufig zu Unterbrechungen kommt.

3D-Bilder ohne Brille

Wer kennt noch IMAX? Damals eine Revolution

am Kinomarkt, ist es heute ein

gescheitertes Projekt in Österreich. Trotz

laufender Weiterentwicklung, blieb das

IMAX Format unter den Erwartungen.

Die Erzeugung eines 3D-Bildes, das ohne

Hilfe einer Brille betrachtet werden kann,

blieb ein Wunschtraum.

Mittels spezieller Screens (gesehen bei der

3D Photo AG) und eigens komprimierten

Bildern, können 3D-Bilder und in Zukunft

auch 3D-Filme erzeugt werden.

Dabei ist eine Brille überflüssig, denn die

Screens erzeugen ein dreidimensionales

Bild für das menschliche Auge. Doch

diese Technik ist nicht nur für den 3D-

Genuss in den eigenen vier Wänden gedacht:

In Schaufenstern oder auf Messen

ist ein 3D-Screen ideal für den optimalen

Blickfang am Point of sale.

Die Entwicklung von 3D-Bildern geht

stetig weiter. Konsumenten und die Werbebranche

können sich schon heute auf die

Weiterentwicklung von morgen freuen.

DVB-T ist wegen der landschaftlichen Gegebenheiten

in Österreich nicht überall empfangbar.

Das Problem der mangelhaften flächendeckenden

Versorgung von Digi-TV wird am

Beispiel Wien deutlich. In manchen Wohngegenden

der Stadt ist das DVB-T-Signal zu

schwach, um einen problemlosen Empfang zu

gewährleisten. Einige Leute, die von der Umstellung

betroffen waren, sehen in DVB-T einen

zusätzlichen Risikofaktor für ihre Gesundheit.

Sie fürchten eine von den Boxen ausgehende

Strahlenbelastung.

Der Umstieg vom digitalen Antennenfernsehen

ist eine EU-Initiative, um Frequenzen besser zu

nutzen. Die Zeit der Umstellung liegt nun hinter

dem Zuseher. Die Verunsicherung bleibt.

wa h l

Foto: C. Hautumm

8 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

9


Special Topic

Eine Band, ein Schreibtisch

… sind die Kerninhalte einer klassischen

Late Night Talk Show. Hinzu kommen noch

ein Publikum, die Kulisse einer Skyline,

Talk-Gäste und der so genannte Sidekick,

welcher aber auch vom Bandleader verkörpert

werden kann. Er steht dem Protagonisten

als Gegenpart zur Verfügung, um für

mehr Dynamik zu sorgen.

Basics

Merkmale einer klassischen Late Night Show

sind der anfängliche Monolog des Showmasters,

ein Mittelteil, in welchem so ziemlich alles

erlaubt ist, und am Ende das Gespräch mit dem

Talk-Gast. Wenn alle bisher erwähnten Zutaten

zu einer späten Sendezeit vereint sind, hat man

die Basiselemente für ein typisches, satirisches,

sarkastisches und ironisches Spätabendformat,

welches nichtsdestotrotz seriöse Momente aufweisen

kann. Mittlerweile bestehen verschiedene

Adaptionen und Versionen dieser Show-

Idee.

It’s Showtime

Obwohl in den 1950ern schon erste Late Night

Shows ausgestrahlt werden, feiert das Format

erst 1962 den Durchbruch. In diesem Jahr startet

in den USA The Tonight Show Starring Johnny

Carson im Programm des Fernsehsenders NBC.

Geprägt wird die Show durch den anfänglichen

Monolog, Gastauftritte diverser Comedians und

Gespräche mit Akteuren aus verschiedenen Gebieten

wie Fernsehen, Sport und Musik. Weitere

Charaktermerkmale der Show sind musikalische

Einspieler der Showband und die komödiantische

Aufarbeitung der Gesprächsthemen.

Nach 30-jähriger Moderation entschließt sich

Carson dazu, sich 1992 aus dem Show-Geschäft

zurückzuziehen. Während dieser langen Zeitperiode

wird er zum Vorbild für viele andere Late

Night Talker. Die bekanntesten neben Carson

sind wahrscheinlich Jay Leno und David Letterman.

Leno übernimmt 1992 die Tonight Show,

welche fortan The Tonight Show with Jay Leno

heißt. Letterman hingegen moderiert seit 1993

die Late Show with David Letterman beim TV-

Sender CBS. Zuvor war er bei NBC von 1980 bis

1982 Host von The David Letterman Show und

von 1982 bis 1993 moderierte er Late Night with

David Letterman. Weitere US-amerikanische

Vertreter solcher Formate sind Jon Stewart und

Conan O’Brian, welcher im Jahr 2009 die Tonight

Show übernehmen soll.

Auch Deutschland bleibt wach

Während Anfang der 1990er der Late Night Talk

in den USA in die nächste Runde geht, fängt er

im deutschsprachigen Raum gerade erst an,

sich zu entwickeln. Von 1993 bis 1995 probiert

sich Thomas Gottschalk mit Gottschalk Late

Night, bevor 1995 Die Harald Schmidt Show

erstmals beim Privatsender Sat.1 zu sehen ist.

Mit Sprüchen, wie „Ein Pfleger einer psychiatrischen

Klinik hat sich in einer Talk Show zu

SM Sex bekannt. Klar, warum sollte er sonst

Pfleger sein?“ avanciert Dirty Harry mit dem so

genannten Hate Night Talk bald zur Vorzeigefigur

der spätabendlichen Fernsehunterhaltung.

Nachdem Schmidt 2003 überraschend eine

Kreativpause einlegt hatte, flimmert er seit 2004

wieder über die Bildschirme, diesmal jedoch öffentlich-rechtlich

bei der ARD. Um ein jüngeres

Publikum anzusprechen und höhere Quoten

zu erlangen, wird die Show seit Ende Oktober

2007 zusammen mit Oliver Pocher fortgeführt.

Ein weiterer bekannter Name im deutschen

Comedy-Talk ist Stefan Raab, der seit 1999 mit

seiner Show TV total das Publikum des Privatsenders

Pro7 unterhält. Anfangs noch eher

belächelt, entwickelt sich TV total mehr und

mehr zu einer ernstzunehmenden Late Night

Show, in welcher der Moderator immer wieder

neue Ideen á la Schlag den Raab umsetzt.

In Österreich hingegen zeigt die Sendung

Willkommen Österreich nach ihrer Neuauflage

Mitte 2007 mit dem Kabarettisten-Duo

Stermann&Grissemann klare Late Night-Elemente

auf. Ein deutlicher Unterschied zu anderen

vergleichbaren Shows ist, dass die beiden

Sydney bei Nacht - Skylines dienen oft als elegante

Hintergrundkulisse.

Foto: sxc.hu

und ein Moderator ...

durch ihre langjährige Zusammenarbeit ein

eingespieltes Team sind.

Seriöser mit weiblicher Unterstützung

Bisher noch nicht erwähnt wurden weibliche

Protagonisten des Late Night Talks, was daran

liegen mag, dass es nicht allzu viele davon gibt.

Anke Late Night wurde nach einigen Monaten

als Schmidt-Nachfolge wieder eingestellt und

die Show von Sarah Kuttner hatte nach der Fusion

von MTV und VIVA keinen Platz mehr in

der deutschen Fernsehlandschaft. Mehr Erfolg

haben die Damen der Fernsehunterhaltung mit

spätabendlichen Polit-Shows, wie Sabine Christiansen

seit 1998, mit gleichnamiger Sendung,

in der ARD beweist. Beim gleichen Sender

debattiert auch Sandra Maischberger über vergleichbare

Themen.

Langjähriger Erfolg, doch warum?

Prinzipiell vereint der Moderator in seiner

Show aktuelle Geschehnisse verschiedener Themengebiete

mit komödiantischer Aufarbeitung.

Somit können sich die Zuschauer zurücklehnen

und die Show genießen, während sie den Alltag

vergessen und doch damit konfrontiert werden.

Der Zuseher entscheidet selbst, auf welchem

Level die Sendung verstanden wird: Will man

einfach nur über den Brachialhumor unter der

Gürtellinie lachen oder auch über Anspielungen

schmunzeln, die Raum für jegliche Interpretation

lassen?

sc h ü t z l

Heiße Konzerte

bei klirrender Kälte

Zelte, Bier und Schlamm. Diese Schlagworte

erinnern uns unweigerlich an laute und

schmutzige Sommer-Festivals. Doch bis wir

uns wieder drei Tage lang die Seele aus dem

Leib schreien können, gilt es noch eine lange

Zeit zu überbrücken. Das diesjährige Aufgebot

an internationalen Musik-Stars im Frühjahr

2008 kann dennoch locker mit jenem

eines Festivals mithalten. SUMO hat einen

Überblick über die wichtigsten Österreich-

Konzerte von namhaften Künstlern aus dem

Rock- und Pop-Genre zusammengestellt.

Workaholics

14 Monate nach „Ode To Ochrasy“ haben die

fünf Schweden von „Mando Diao“ schon wieder

ein Album am Start, um auch dieses Jahr

wieder ganz vorne mit dabei zu sein. Mittlerweile

stehen die sympathischen Jungs ja fast jeden

Abend in einer Stadt auf irgendeiner Bühne.

Am 28. Februar werden sie in der Wiener

Stadthalle sowohl alte als auch neue Hits zum

Besten geben.

(Kat.1, Stehplatz € 32,50; oeticket.com)

Schwarze Magie

Drei Buchstaben, eine Band, ein Frontmann,

dem die Welt zu Füßen liegt: H.I.M. Fast zwei

Jahre nach dem letzten Album „Dark Light“

haben sich Ville Valo und seine Jungs zusammengetan

und ihr siebtes Studioalbum „Venus

Doom“ aufgenommen. Am 11. März werden sie

die BA-CA-Halle im Gasometer in eine schwarze

Hölle verwandeln.

(Kat.1, Stehplatz € 33,30; oeticket.com)

Höhenflieger

Ähnlich dunkle Inhalte können wir mit den

blonden Jungs von „Sunrise Avenue“ zwar nicht

assoziieren, jedoch sind sie zurzeit nicht minder

erfolgreich. Der Höhenflug begann im vergangenen

Jahr mit der Veröffentlichung ihres

Sensationsdebüts „On The Way To Wonderland“

und geht unaufhaltsam weiter. Zu sehen

ist das finnische Quartett gemeinsam mit den

Sportfreunden Stiller am 15. März in Haus im

Ennstal.

(Kat.1, Stehplatz ab € 20,00; oeticket.com)

Frischzellenkur

Mit der neuen Sängerin Anette Olzon und

dem neuen Album „Dark Passion Play“ klopfen

Nightwish wieder an die Türen ihrer zahlreichen

Fans. Zum Abgang von Tarja Turunen

sagt Anette: „Ich denke, dass eine Band aus allen

ihren Mitgliedern besteht, und da sich die

Jungs entschieden haben, ihren Weg weiter zu

gehen, hoffe ich, dass die Fans bei ihnen (und

mir) bleiben werden und dem neuen Album

eine Chance geben. Es hat sich ja nicht die ganze

Band verändert – es ist die gleiche Musik, die

Texte und Gefühle sind wie vorher – mit dem

Unterschied, dass ich jetzt singe.“ Nightwish

sind aber mit Sicherheit reifer und stärker ge-

worden, was nicht nur die neue Platte, sondern

auch die daran angeschlossenen Tour beweisen

wird. Schön, dass sie am 28. Februar auch im

Gasometer groß aufspielen werden.

(Kat.1, Stehplatz € 39,90; oeticket.com)

Deutsche Qualität

Es ist beeindruckend, wie die Beatsteaks ihren

Weg nach „Smack Smash“ weiter gehen. Mit

der Vorab-Single „Jane Became Insane“ aus

dem neuen Album „Limbo Messiah“ machen

sie durchaus neugierig auf mehr. Womit auch

immer Fans und Kritiker gerechnet haben –

„Limbo Messiah“ dürfte jegliche Erwartungen

bestätigen – wenn nicht sogar übertreffen. Am

12. April beehrt die deutsche Indie-Rockband

den Posthof Linz, um auch uns Österreichern

zu zeigen, dass die Beatsteaks „back in business“

sind und ein Album dabei haben, das facettenreicher

kaum sein könnte.

(Kat.1, Stehplatz € 37,50; oeticket.com)

10 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

11

Tickets

Entertainment

www.oeticket.com/tickets

www.clubticket.at

www.arena-wien-tickets.wmo.at

www.arena.co.at

www.ba-ca-halle.at

www.stadthalle.com

gü n z l

Foto: zVg

?


Entertainment Entertainment

HIGH FIDELITY

Shirley Temple’s Pussy wird erwachsen

Eine Ikone wird 50

Man kann den Stone Temple Pilots viel vorwerfen:

Von Led Zeppelin bis Nirvana hat

die Formation um Frontman Scott Weiland

so ziemlich jede wichtige Band der Rockgeschichte

beklaut. Trotzdem muss man den

Steintempel-Piloten zugestehen, dass sie für

einige der besten Songs der Neunziger verantwortlich

waren.

Von Grunge zu Classic Rock

Standen beim Debüt „Core“ aus dem Jahre

1992 und beim zweiten Album „Purple“ noch

ziemlich offensichtlich die damals schwer angesagten

Grunge-Bands aus Seattle Pate, fanden

die Stone Temple Pilots, die früher einmal Shirley

Temple’s Pussy hießen (siehe Infobox), auf

„Tiny Music And Songs From The Vatican Gift

Shop“ 1996 zu ihrem eigenen Stil. Gitarrist Dean

DeLeo tauschte die Gibson Les Paul immer öfter

gegen die Fender Telecaster, was der Band

etwas von der druckvollen Härte ihrer frühen

Tage nahm und ihnen zu einem knackigeren

Vintage-Sound verhalf. Auch was das Songwriting

anging, machten die vier Musiker aus San

Diego einen großen Schritt nach vorne. Das

Riffmonster „Big Bang Baby“, die wunderschö-

nen Balladen „And So I Know“ und „Adhesive“

sowie das zurückgelehnte „Seven Caged Tigers“

zeigten deutlich, dass hier eine Band (im positiven

Sinne) erwachsen geworden ist.

Originalität vs. Kommerz

Da Originalität allerdings noch nie der Freund

des kommerziellen Erfolgs war, verkaufte sich

„Tiny Music … “ bei weitem nicht mehr so gut

wie seine beiden Vorgänger. Hinzu kam noch,

dass Scott Weilands Drogensucht in der zweiten

Hälfte der 90er ihren Höhepunkt erreichte und

eine ausgedehnte Tour zur Promotion des Albums

unmöglich machte. Nachdem man mehrere

Jahre lang jeden Tag damit rechnen musste,

von Weilands Drogentod zu lesen, riss sich das

Enfant Terrible 1999 schließlich doch von den

Drogen los und nahm noch zwei Alben mit

den Stone Temple Pilots auf. Die große Zeit des

Grunge war zu dem Zeitpunkt aber lange vorbei

und die Charterfolge hielten sich in Grenzen.

2002 löste sich die Band auf. Scott Weiland singt

heute als Axl Rose für Arme bei Velvet Revolver

und Dean DeLeo hat mit seinem Bruder Robert

und dem ehemaligen Filter-Frontman Richard

Patrick das Projekt Army Of Anyone gegrün-

Stone Temple Pilots

Die Stone Temple Pilots stammen aus

San Diego, Kalifornien und wurden

1992 gegründet. Zu ihren größten

Hits zählen „Plush“, „Creep“, „Sex Type

Thing“, „Interstate Love Song“, „Vaseline“,

„Big Empty“ und „Sour Girl“.

Begonnen hat die Band als Mighty Joe

Young, bevor sie sich in Shirley Temple‘s

Pussy umbenannte. Auf Druck der

Plattenfirma wurde der Name dann

zunächst in Stereo Temple Pirates und

schließlich in Stone Temple Pilots umgeändert.

Da Scott Weiland 1997 aufgrund seiner

Drogensucht nicht mehr in der

Lage war, mit den Stone Temple Pilots

ins Studio zu gehen, suchte sich die

Band kurzerhand einen neuen Sänger

und nahm unter dem Namen Talk Show

ein Album mit Dave Coutts von den Ten

Inch Men auf.

www.stonetemplepilots.com

Fotos: stonetemplepilots.com

det. So gut wie einst bei „Tiny Music … “ war

aber keines der ehemaligen Mitglieder von STP

jemals wieder.

reitsamer

Madonna

Facettenreichtum, Provokation und Inszenierung

prägten die 26-jährige Karriere von

?

Madonna. Heuer wird die Ikone ein halbes

Jahrhundert alt, aber ans Aufhören denkt

sie noch lange nicht.

Was macht sie so erfolgreich?

Sie ist eine Arbeiterin, aber das allein reicht

nicht aus. Im Laufe ihrer Karriere hat sie immer

wieder ihre privaten Erlebnisse, glücklichen

Momente und Schwierigkeiten in ihren Alben

verarbeitet. Der Hit „Like a Prayer“ beschreibt

zum Beispiel ihr schwieriges Verhältnis zur

Familie, speziell zu ihrem Vater und ihre gescheiterte

Ehe zu Sean Penn. In „Ray of Light“

verarbeitet sie ihre erste Mutterschaft und ihre

neue Religion Kabbalah. Die Kombination aus

Talent, harter Arbeit und emotionaler Aufarbeitung

lässt ihre Lieder zu Ohrwürmern werden.

Aber auch ihr Auftreten hat sich immer gewandelt.

Sie hat neue Trends gesetzt, die weltweit

zu Kassenschlagern wurden. Jedes neue Album

offenbarte eine neue Seite von Madonna: gotteslästernd,

masturbierend, religiös und zuletzt

gab sie sich als Disco Queen. Mit dem Album

„Confessions on a Dancefloor“ hat sie den größten

Erfolg ihrer Karriere eingefahren und die

dazugehörige Tour toppte all ihre vorherigen

Konzertbesucherrekorde. Es war die bisher erfolgreichste

Tour einer Künstlerin.

Vielseitig talentiert

Aber nicht nur als Sängerin war sie erfolgreich,

sondern sie arbeitet als Songschreiberin, Schauspielerin,

Tänzerin, Buchautorin, Model und

Designerin. Sie führt ihr eigenes Label „Maverick“

und produzierte unter anderem Alanis

Morissette, Candlebox und The Prodigy.

Als Schauspielerin war sie bei weitem nicht so

erfolgreich, da sie immer mit ihrer Rollenaus-

wahl daneben lag. Ihr einzig großer Erfolg war

der Film „Evita“, für den sie auch den Golden

Globe erhielt. Sie war eine brilliante Evita und

lieferte dazu den passenden Soundtrack.

Außerdem begeisterte sie das Publikum ebenso

in einigen Theaterproduktionen. Zuletzt spielte

sie 2002 das Stück „Up for grabs“ im Londoner

Wyndham‘s Theatre. Für ihre Darbietung in

„Up for grabs“ wurde sie mit dem Theatregoers‘

Choice Award ausgezeichnet.

Als Buchautorin etablierte sie sich mit ihrer

Kinderbuchreihe. Zusätzlich verdient sie durch

zahlreiche Werbeverträge, Modelengagements

und ihre selbst kreierten Modelinien. Im letzten

Jahr war ihre Mode bei Hennes & Mauritz

erhältlich. Sie arbeitete sogar mit Karl Lagerfeld

und Donatella Versace zusammen.

Unterstützung von Hilfsprojekten

Allerdings war ihre Karriere nicht nur von ihrer

Medienwirkung und Skandalen geprägt,

sondern sie engagierte sich seit Beginn ihres

Erfolges für zahlreiche Hilfsprojekte. 1985 sang

sie auf dem ersten Live Aid Konzert, um durch

Spenden die Hungersnot in Äthopien zu mindern.

Sie beteiligt sich an etlichen Unterstützungsprojekten.

Besonders stark arbeitet sie

mit ihrem religiösen Zentrum, dem Kabbalah

Center, zusammen. Auch die Einnahmen ihrer

Bücher fließen in Hilfsleistungen des Centers.

Die private Madonna

Privat kam sie erst 1996 mit der Geburt ihrer

Tochter Lourdes Maria zur Ruhe. Die Rolle

der Mutter beendete ihre unzähligen Skandale

und die medienwirksame Karrierefrau

12 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

13

Fotos: bullshit-only.com

Madonna

wandelte sich zu einem Familienmenschen.

Nachdem sie 1999 bei einem Abendessen bei

Sting den englischen Regisseur Guy Ritchie

kennen lernte, nahmen ihre Beziehungseskapaden

ebenso ein Ende. Im August 2000 kam

ihr gemeinsames Kind Rocco John zur Welt

und kurz darauf heirateten Madonna und Guy

Ritchie in Schottland.

Zuletzt erregte sie 2006 mit der Adoption des

Jungen David Banda aus Malawi Aufsehen. Die

heftig kritisierte Adoption ist abgeschlossen

und Madonna plant ein Mädchen namens Mercy,

ebenfalls aus Malawi, zu adoptieren.

Madonna 2008

2008 wird das neue Album mit Spannung erwartet.

Es wurde in Zusammenarbeit mit Timbaland

und Pharell Williams produziert und

soll sehr hip-hop-lastig sein. Aber nicht nur das

Album, sondern auch eine neu zu entdeckende

Madonna lässt die Herzen aller Anhänger höher

schlagen.

witt

Geburtsname: Madonna Louise Veronica Ciccone

geboren: 16. August 1958 in Bay City, Michigan, United States

Religion: früher: katholisch, buddhistisch; heute: Kabbalah (Die Religion hat ihre Wurzeln im

Judentum. Das Wort Kabbalah stammt aus dem Hebräischen und bedeutet Überlieferung,

Übernahme und Weiterleitung. Die Kabbalah ist auf der Suche nach Erfahrungen und einer

unmittelbaren Beziehung zu Gott. Der Mensch wird als universell betrachtet und bildet ein

eigenständiges Universum.)

1977 verlässt sie die Michigan University, um sich in New York den Traum einer Tanzkarriere

zu erfüllen

1982 schafft sie den Durchbruch mit der Single „Everybody“

Alben (1983 – 2005): Madonna, Like a Virgin, True Blue, Who’s That Girl, You Can Dance,

Like a Prayer, I’m Breathless, The Immaculate Collection, Erotica, Bedtime Stories, Something

to Remember, Evita, Ray of Light, Music, GHV2, American Life, Remixed & Revisited, Confessions

on a Dancefloor, I’m Going to Tell You a Secret, The Confessions Tour

Nummer 1 Alben Österreich: 7 (Top 10 Alben: 15)

Erfolgreichste Singles: Like a Virgin, Papa Don’t Preach, La Isla Bonita, Like a Prayer, Don’t Cry

For Me Argentina, Frozen, Beautiful Stranger, American Pie, Music, Hung Up, Sorry

Nummer 1 Singles Österreich: 2 (Top 10 Singles: 23)

www.madonna.com


Entertainment Entertainment

Der Valentinstag steht vor der Tür.

Wenn’s draußen am 14.2. kalt ist und

einem mit dem oder der Liebsten

warm ums Herz wird, kann man sich entweder

beim gemeinsamen Eislaufen die Ohren

abfrieren und danach zu tief ins Punschglas

schauen. Oder aber man kuschelt sich

genüsslich mit einer Schüssel Popcorn vor

dem Fernseher zusammen und schiebt eine

DVD in den Player. Für all diejenigen, die

letztere Variante bevorzugen, hat SUMO ein

paar Filmempfehlungen für den Valentinstag

auf Lager.

Before Sunrise – Romantischer

Sonnenaufgang in Wien

An der Donau sitzt ein zerknitterter Poet, der

vorbeigehenden Liebenden spontan Gedichte

schreibt. Irgendwo in der Innenstadt werden

mitten in der Nacht Bauchtänze veranstaltet,

und zwei vollkommen ortsunkundige Fremde

finden wie durch Zufall vom Ring über den

„Friedhof der Namenlosen“ zur Arena und

dann wieder zurück ins Schwarze Café. Wer

das für möglich hält, muss an sich schon eine

romantische Ader haben. Auf geographische

Spitzfindigkeiten kommt es bei „Before Sunrise“,

dem dritten großen Kinofilm von Richard

Linklater (Dazed & Confused, School Of Rock),

aber eigentlich gar nicht an. Im Mittelpunkt

steht die Geschichte von Jesse und Celine, die

sich im Zug kennen lernen und spontan beschließen,

in Wien auszusteigen, um die fremde

Stadt gemeinsam zu erkunden.

So simpel wie die Story klingt, ist sie auch. Im

Grunde genommen lauschen wir nur den Gesprächen

zweier junger Menschen. Wir lernen

die beiden näher kennen, sehen, wie sie sich

ineinander verlieben und schließlich verlieben

wir uns selbst in sie. Dabei wird Linklaters Film

nie aufdringlich oder gleitet ins Kitschige ab.

Das ungekünstelte Spiel der Hauptdarsteller

Ethan Hawke und Julie Delpy, ihre natürlichen

Gesprächsthemen und nicht zuletzt das wunderschön

zurückhaltend fotografierte Wien

lassen „Before Sunrise“ zu einer der schönsten

Liebesgeschichten werden, die das Kino je erzählt

hat und die 2003 mit „Before Sunset“ sogar

eine (ebenso empfehlenswerte) Fortsetzung

erfahren hat.

DVD-Tipps

für den Valentinstag

erster Linie um Romantik, sondern um das genaue

Gegenteil: eine Trennung. Joel (unglaublich

gut gespielt von Jim Carrey) hat es satt, seiner

Ex-Freundin Clementine (kongenial: Kate

Winslet) hinterher zu trauern und möchte diese

mit der Hilfe eines Wissenschaftlers für immer

aus seinem Gedächtnis verbannen. Während

Joels Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit

Clementine gelöscht werden, durchlebt er noch

einmal alle Stadien der Beziehung in umgekehrter

Reihenfolge – angefangen bei den Streitereien

kurz vor der Trennung bis hin zu den

romantischen Anfängen. Der Haken an der Sache

ist nur, dass Joel, je mehr er sich daran erinnert,

wie schön es einmal mit Clementine war,

plötzlich nicht mehr vergessen will. Was sich im

ersten Moment ziemlich abgehoben anhört, ist

ein hochintelligentes und gefühlvolles Plädoyer

gegen das Vergessen und Verdrängen von Erfahrungen,

die schmerzvoll sein mögen, für die

persönliche Entwicklung eines Menschen aber

unabkömmlich sind. „Eternal Sunshine Of The

Spotless Mind“ appelliert gleichermaßen an

Herz und Verstand des Zusehers. Ob der Film

ein Happy End hat, muss jeder für sich selbst

entscheiden. Taschentücher bereit zu halten

kann aber in keinem Fall schaden.

High Fidelity – Ein

Thirty-Something im Liebesclinch

Von Jack Black, der mit seinen brillanten Auftritten

hier zum ersten Mal für Aufsehen sorgte,

über Tim Robbins bis zu Bruce Springsteen,

dem Boss höchstpersönlich, ist der Film bis in

die Nebenrollen großartig besetzt. Regisseur

Stephen Frears (Gefährliche Liebschaften, The

Queen) gelang es darüber hinaus, Witz und

Charme der Vorlage einzufangen und mit einer

gehörigen Portion Romantik umzusetzen.

„High Fidelity“ ist ein Film, in dem man sich

selbst schmunzelnd wieder erkennen und ganz

nebenbei die ein oder andere Anekdote aus 50

Jahren Popgeschichte lernen kann.

Music & Lyrics – Der gefallene

Popstar und das Pflanzenmädchen

Hugh Grant gilt ja als König der RomComs

(Fachjargon für „Romantic Comedy“). Obwohl

er öfter in Filmen mitgespielt hat, die einen eher

zum Zähneknirschen bringen, gelang ihm auch

der ein oder andere gute Film, wie letztes Jahr

mit „Music & Lyrics“ (dt.: „Mitten ins Herz“).

Als ehemaliger Popstar Alex Fletcher fristet

Grant in diesem Film ein jämmerliches Dasein,

das von peinlichen Nostalgie-Auftritten bei den

Klassentreffen 40-Jähriger bestimmt wird. Alex

erhält eine zweite Chance, als Britney Spears-

Klon Cora Corman ihn bittet, einen Hit für sie

zu komponieren. Das ist leichter gesagt, als getan.

Der Stress tut Alex nicht gut und er leidet

erstmal unter einer Schreibblockade. Wie gut,

dass genau in diesem Moment Sophie (Drew

Barrymore) in sein Leben platzt, die sich eigentlich

nur um die Pflanzen in Alex’ Wohnung

kümmern soll, bald aber sein gesamtes berufliches

und privates Leben auf den Kopf stellt.

„Mitten ins Herz“ hätte in viele Fallen tappen

können, umgeht die meisten davon aber

mit Bravour. Die Chemie zwischen Grant und

Barrymore stimmt und die Szenen, in denen

Grant mit der fiktiven New Romantics-Band

POP! auftritt, treiben einem Freudentränen in

die Augen. Der Trumpf im Ärmel des Films

ist der Soundtrack, der einerseits eine perfekte

Persiflage auf die 80er Jahre darstellt und andererseits

so unglaublich eingängig ist, dass man

ihn wochenlang nicht mehr aus dem Kopf be-

Weit weniger deprimierend geht es bei „High

Fidelity“ zur Sache. Nick Hornby, Autor des

gleichnamigen Bestsellers, auf dem der Film

basiert, hat mit der Hauptfigur Rob einen bestimmten

Typ Mensch – ein Mittdreißiger, der

sich weigert, Verantwortung zu übernehmen,

ständig unglücklich verliebt ist und ein so umfassendes

wie unnötiges Pop-Wissen hat – derartig

treffend charakterisiert, dass wohl eine

ganze Generation junger Leser davon geprägt

wurde.

Im Film wird Rob von John Cusack dargestellt,

Eternal Sunshine Of The Spotless der mit seinem Hundeblick für diese Rolle ge-

Mind – Die Gefahr des Vergesboren zu sein scheint. Die Handlung wurde von

sens

London nach Chicago verlegt, ansonsten ist die

Geschichte des mürrischen Thirty-Somethings,

In „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ der einen Plattenladen führt und mit Job,

oder „Vergiss mein nicht“, wie der fragwürdige Frauen und dem Leben an sich hadert, größten-

deutsche Titel lautet, geht es eigentlich nicht in teils unverändert übernommen worden. kommt. Unbedingt anschauen! reitsamer

14 SUMO 1/2008 www.humanplasma.at

Food Design

Warum Fischstäbchen Fischen nicht ähneln

Zur besseren Stapel- und

Transportierbarkeit sind

Fischstäbchen rechteckig.

Foto: V. Pinkl

Essen und Museum? Fischstäbchen

und Co sind doch normalerweise nur

verpackt in Lebensmittelgeschäften

zu finden. Nicht so im MuseumsQuartier.

Die Ausstellung „FOOD DESIGN – Von der

Funktion zum Genuss“ des Architektenduos

Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter

bringt alle menschlichen Sinne auf ihre

Kosten. Bis zum 15. Februar kann man sich

selbst davon überzeugen.

DRINGEND

GESUCHT

3100 St. Pölten, Schulring 21,

2. Stock (FORUM Kaufhaus)

(Mo + Do: 8:30 –17:30,

Di + Fr: 9:30–18:30)

Info-Tel: 0 27 42/90 333

„50-70% des Geschmacks eines Würstchens

macht das Knackgeräusch aus.“.

Dieses Zitat fiel mir sofort auf, als ich den ersten

von drei Ausstellungsräumen betrat. Den Blick

weiter umherschweifend, machen vier Tische

auf sich aufmerksam. Auf dem hinteren befinden

sich eingelegte Schweinskeulen, die so aussehen,

als stammten sie direkt vom Dreh eines

Quentin Tarantino Horrorfilms. Der Tisch daneben

widmet sich der beliebtesten Süßigkeit

weltweit: Schokolade in den verschiedensten Variationen.

Von der Milkatafel bis zum Schokoladenhandy.

Sehr skurril fand ich die Darstellung

einer weiblichen Brust aus weißer und brauner

Schokolade. Da bekommt sogar der Spruch, das

Auge esse mit, einen neuen Sinn.

Im nächsten Zimmer versucht das Architekten-

„Es gibt zwei Arten von Essern: jene die Sanftes,

Feines, Softes lieben und jene, die es gerne farbig,

knackig und exotisch haben.“

duo, den Sehsinn der Besucher auszuschalten.

In diesem abgedunkelten Raum haben die Besucher

die Möglichkeit, den eigenen Geruchssinn,

Tastsinn und Hörsinn zu testen. Das Highlight

Leider kam es schon des Öfteren vor, dass ich der Ausstellung befindet sich im hinteren Teil

nach dem Zubereiten eines Fertiggerichts ent- des Raumes: zwölf kleine Fläschchen, in denen

täuscht vor meinem Teller saß. Das Gericht die Veranstalter Essensgerüche eingefangen

wollte einfach nicht so aussehen, wie auf der haben. Das erste riecht nach Pilzen, das zweite

Verpackung abgebildet. Um mir mein kleines nach Zimt, jedoch schon das dritte Fläschchen

Dilemma zu erklären, machte ich mich auf den überfordert meinen Geruchsinn – der Geruch-

Weg nach Wien zum MuseumsQuartier, zur eines deftigen, stark gewürzten und verbrannten

Ins_FH_stpoelten_190x90 09.01.2008 12:08 Uhr Seite 1

Ausstellung „FOOD DESIGN“.

Schweinsbratens.

(18–64 Jahre)

Eine weitere Station beschäftigt sich mit dem

Tastsinn. Geschützt durch einen Handschuh

können die Besucher in einen großen Behälter

Marillenmarmelade greifen. Zuerst fühlt es sich

eklig und nass an, doch nach einigen Sekunden

packt einen die Sucht und manche Besucher

versuchen sogar, die Marmelade gegen die

Wand zu werfen. So war es zumindest bei mir.

Im dritten und somit letzten Raum steht neben

einer Toilette ganz groß und fett das oben

genannte Zitat auf eine leere, weiße Wand ge-

„Technisch wären wir in der Lage Trinkwasser

aus Urin herzustellen. Aber wir tun es nicht –

aus psychologischen Gründen.“

schrieben. Jeder Besucher wird beim Verlassen

der Ausstellung diesen letzten Spruch in Erinnerung

behalten. Einige werden davon überzeugt

sein, die Lösung des zukünftigen Mangels

an Trinkwasser parat zu haben. Und ehrlich

gesagt verfolgte auch mich der Gedanke noch

tagelang.

Pi n k l

Genuss“ basiert auf dem erfolgreichen

Buch mit demselben Titel, das vom

Architektenduo Sonja Stummerer und

Martin Hablesreiter verfasst wurde.

8. Dezember – 15. Februar 2008 im

designforum, quartier21/MQ,

Museumsplatz 1, Hof 7, 1070 Wien;

Mi-Fr: 10:00 – 18:00,

Sa und So: 11:00 – 18:00;

Schüler und Studenten: 2€

Erwachsene: 4€

www.designforum.at

Food Design „Food Design – Von der Funktion zum

18,– Euro

pro Spende*

(50 x spenden

im Jahr möglich)

*Aufwandsentschädigung

PlasmaspenderInnen

Europaweit herrscht akuter

Blutplasmamangel. Aus Blutplasma

werden lebensrettende Medikamente

hergestellt. Bitte spenden auch Sie!

?


Entertainment

Literatur

Zu Gast bei Mütterchen Russland

Auf unserer literarischen Reise sind wir

diesmal tief im Osten Europas angelangt.

Die Wolgarepublik Russland, die unter

anderem für hochprozentiges Frostschutzmittel,

aggressive und feierlustige Touristen und zaristisch

regierende Herrschernaturen bekannt ist, bietet

eine beeindruckende Dichte an außergewöhnlichen

Autoren. Doch warum soll man sich nur den hochprozentigen

oder den weiblichen Verlockungen

dieses großen Landes hingeben, und nicht auch

den Schriftstellern seine Aufwartung machen? Der

Grund ist einfach. Wer sich auf die zugegebenermaßen

dichten und im wahrsten Sinne des Wortes

vielseitigen Werke der russischen Literatur einlässt,

lernt viel über das Leben und die Menschen.

Dostojewskis große Fünf

Ein wunderbares Beispiel ist das Schaffen des Fjodor

Dostojewski. In Literaturkreisen spricht man

von „den großen Fünf“, den wichtigsten Romanen

Dostojewskis. Zu diesen zählen die „Brüder Karamasow“,

ein Krimi und Sittenbild der Gesellschaft.

Die Geschichte der drei Brüder, dem Mord an dem

despotischen Vater und der enormen Bandbreite

menschlicher Gefühle wie Rache, Schuld, Sühne,

Liebe und Hass führt den Leser auf eine Reise in

sein Innerstes. Siegmund Freud nannte dieses Werk

das ,,beste Buch, welches je geschrieben wurde, da

es tief in die Seele der Menschen blickt.“ Ebenfalls

zu den großen Fünf zählen “Schuld und Sühne“,

„Der Idiot“, „Der Spieler“ und „Arme Leute“.

Der kritische Tolstoi

Ein weiteres Highlight der russischen Literatur sind

die Werke des Lew (Leo) Tolstoi. Der Adelssohn,

der ein bewegtes Leben mit ständigen Konflikten

mit seiner Umgebung und sich selbst führte, sich

schon früh mit den aufkommenden sozialen Veränderungen

beschäftigte und die revolutionären

Änderungen in Russland vorausahnte , ist vor allem

für ein Werk weltberühmt.Es handelt sich um

„Krieg und Frieden“. Hier sei eine Warnung an die

Leserschaft angebracht: Das Werk umfasst je nach

Eingliederung in Bände und Bearbeitung zwischen

600 und 1.600 Seiten, ist also weniger als Roman für

zwischendurch geeignet. Der Inhalt erzählt die Geschehnisse

der napoleonischen Zeit aus russischer

Sicht. Auf gekonnte Weise lässt er die Erlebnisse der

einzelnen Charaktere ineinander fließen, so dass

sich ein beeindruckendes Gesamtbild ergibt.

Pasternaks stürmische Zeiten

Ebenfalls zu den Sternstunden der russischen Literatur

zählen die Werke Boris Pasternaks. Sein

Leben zeigte auf beklemmende Weise die Tragik

eines Künstlers in einer autoritären, menschenverachtenden

Gesellschaft (er durfte 1958 den Literaturnobelpreis

auf enormen Druck der russischen

KP-Führung nicht annehmen). Er hinterließ der

Welt einen der bekanntesten Romane der Literaturgeschichte:

Dr. Schiwago. Zur Bekanntheit des

Werkes trug auch die unvergessliche Verfilmung

(ein umwerfender Omar Sharif, der verrückt-genialste

Klaus Kinski aller Zeiten) bei.

Der Roman spielt im Russland des beginnenden 20.

Jahrhunderts und der Zeit nach dem 1. Weltkrieg

sowie der Oktober-Revolution. Zentrales Thema

ist die Liebe von Jurij Andrejwitsch Schiwago und

Lara Guichard. Auf fast 800 Seiten erfährt man von

den Anfängen des kleinen Jurij in einer Adoptivfamilie,

den grausamen Erlebnissen als Arzt an der

Kriegsfront, den stürmischen Zeiten der Oktoberrevolution

und der unglücklichen Liebe zweier Seelenverwandter.

Ohne Zweifel ist dieses Buch eine

Pflichtlektüre für Freunde der Romanliteratur.

ra d e r

Heute wacht die Meerjungfrau

über 14.400 Filialen in

42 Ländern.

Foto: M. Praschak

Der Mythos Starbucks

Der Offizier, die Meerjungfrau und die soziale Verantwortung

Seattle, November 1971. Es duftet nach

frischem Kaffee auf dem Pike Place

Market. Der Wind wirbelt das Laub

auf, die Menschen wickeln die Jacken und

Mäntel enger um sich. Einige entfliehen dem

Wetter, indem sie in den kleinen Laden für

Gourmet-Kaffeebohnen, Tee und Gewürze

spazieren – Starbucks.

Wertvolles aus fernen Ländern

37 Jahre sind seit diesen Tagen vergangen, in

denen die Starbucks-Kette ihren Namen erhielt.

Genauer gesagt war es der erste Offizier Starbuck

an Bord des berühmten Walfängerschiffes

aus dem Roman „Moby Dick“ von Herman

Melville, der für den Namen Pate stand. So wie

die Meerjungfrau im Logo, verkörperte auch die

Romanfigur Starbuck die Verbindung der Kaffee-,

Tee- und Gewürzhändler zum Meer. Auf

dem Seeweg kamen die Köstlichkeiten einst aus

den warmen Regionen der Erde nach Seattle.

Seither hat sich einiges getan. Starbucks importiert

den Kaffee zwar noch immer aus fernen

Ländern, aber längst nicht mehr nur nach

Seattle, sondern in die ganze Welt. Der Startschuss

dafür wurde von einem jungen Mann

voller Tatendrang abgefeuert.

Neuer Wind in alten Segeln

Als Howard Schultz 1982 zum Team von Starbucks

stieß, blies er für kurze Zeit neuen Wind

in die Segel des Unternehmens. Voller Ideen

und Eindrücken, die er von seinen Reisen im

Auftrag des Unternehmens mitbrachte, hatte er

die Passion, ein kleines Stück der Espressokultur

Italiens in Amerika zu etablieren. Bei seinen

Vorgesetzten stieß er damit nicht auf Begeisterung.

Sie wollten dem Handel treu bleiben, anstatt

auf die Restaurant-Schiene aufzuspringen.

Schultz verließ das Unternehmen und gründete

die Kaffeebar-Kette „Il Giornale“. Mit seinen

Ideen und Plänen wurde er innerhalb kurzer

Zeit so erfolgreich, dass er Starbucks 1987

aufkaufen konnte. In den 90er Jahren begann

das Unternehmen unter seiner Führung zuerst

nach Nordamerika zu expandieren, dann in die

ganze Welt. Die Starbucks-Coffee-House-Kette

war geboren.

Verantwortungsvolle Aufgaben

Bis heute ist das Unternehmen auf 14.400 Filialen

in 42 Ländern der Welt angewachsen. Dieser

Erfolg wird dadurch ermöglicht, dass Starbucks

nicht nur Verantwortung für seine Kunden,

sondern auch für die Kaffeebauern übernimmt,

ohne die das Geschäft gar nicht möglich wäre.

Starbucks nennt diese Einstellung CSR: Corporate

Social Responsibility. Diese soziale Verantwortung

gehört zu den wichtigsten Punkten

der Unternehmensphilosophie. Starbucks hat

Programme gestartet, die nicht für jedes Untenehmen

dieser Größenordnung (Starbucks

kauft 2% des weltweit gehandelten Kaffees)

selbstverständlich sind. Da sind zum einen

Ausbildungszentren für Kaffeebauern, die das

Verständnis und die Leidenschaft zum Produkt

steigern sollen. Zum anderen finden sich Ver-

träge über den fairen Handel, die den Bauern

einen bestimmten Anteil am Verkaufspreis sichern.

Diese Richtlinien helfen nicht nur einem

Einzelnen, sondern ganzen Familien. Oft wird

dadurch erst ermöglicht, dass die Kinder der

Kaffeebauern zur Schule gehen können. Und

eben diese Kinder werden vielleicht diejenigen

sein, die in 20 oder 30 Jahren neue Kaffeesorten

für Starbucks anbauen. Denn sie bekommen

von klein auf mit, was das Wichtigste in diesem

Geschäft ist: Qualität ist das Wort, das großgeschrieben

wird und das sich von der Ernte bis

zum schwarzen Gold in der Tasse immer wieder

findet.

Ein großer Aufstieg

Infotainment

Die Qualität und die Leidenschaft für das Kaffeegeschäft

sind die Dinge, die Howard Schultz

noch heute am Herzen liegen. Unter ihm ist die

Anzahl der Mitarbeiter auf 147.436 angewachsen,

die Einnahmen betrugen 2006 fast 7,8 Milliarden

Dollar. Das Unternehmen hat sich im

Laufe der Zeit gewandelt, aber manches bleibt

unverändert.

Es duftet nach frischem Kaffee auf dem Pike

Place Market. Der Wind wirbelt das Laub auf,

die Menschen wickeln die Jacken und Mäntel

enger um sich. Einige entfliehen dem Wetter,

indem sie in den kleinen Laden spazieren, um

den sich heutzutage so viele Touristen versammeln.

In den Laden, in dem alles begann.

16 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

17

Pr a s c h a k


Juliette, Charlotte und Nikola

Das Nachtschattengewächs

wächst sogar auf 4.500

Metern Seehöhe.

Foto: aboutpixel.de - © maggie

Alle drei sind knackig, haben nette Rundungen, sind schön

anzuschauen und – bevor eure Gedanken an dieser Stelle

abschweifen – festkochend. Denn Juliette, Charlotte und

Nikola sind Kartoffelsorten!

Die UNESCO hat 2008 zum „Internationalen Jahr der Kartoffel“ erklärt.

Kartoffeln sind weltweit ein Basisnahrungsmittel für die ganze Bevölkerung

und können weitgehend dazu beitragen, Nahrungssicherheit zu gewährleisten.

Genau das hat sich die UNESCO zum Ziel gesetzt. Dieses

Jahr soll den potentiellen Beitrag der Kartoffel zur Bekämpfung des Hungers

hervorheben. Die Kartoffel sollte eine Hauptkomponente im Ernährungsplan

für Hungernde und Arme darstellen. Sie ist ideal für Gebiete,

in denen Land nur eingeschränkt, dafür aber Arbeitskraft reichlich vorhanden

ist. Kartoffeln benötigen im Anbau nicht viel Platz, geben aber viel

Energie und sind daher wie geschaffen für Länder der Dritten Welt.

Erdäpfel sichern als

Grundnahrungsmittel das

Überleben von Millionen von

Menschen und sind ein kalorienarmer

Sattmacher.

Foto: aboutpixel.de - © Astraios

Tolle Knolle

Kartoffeln bestehen zu rund 80% aus Wasser und liefern besonders viel

Vitamin C. Zu unrecht werden sie immer wieder als Dickmacher verteufelt,

denn sie haben fünfmal weniger Kalorien als Nudeln und Reis. 35

Kilogramm Kartoffeln enthalten übrigens dieselbe Menge an Fett wie eine

einzige Tafel Milchschokolade, nämlich 35 Gramm. Während wir uns hier

mit dem Gedanken herumschlagen, Kartoffeln könnten uns aufgehen lassen

wie einen Germteig, gilt die gelb-braune Knolle in vielen Teilen der

Erde als Grundnahrungsmittel.

Internationalität ist gefragt

Die Kartoffel ist sehr anpassungsfähig und wird deshalb praktisch weltweit

angebaut: von den subtropischen Gebieten Indiens über Javas Bergland

am Äquator, bis hin zu den Steppen der Ukraine. In Peru wächst sie

sogar noch auf einer Höhe von 4.500 Metern.

Wir Europäer waren, was die Erdäpfel angeht, regelrechte Spätzünder.

Hier kennt man die Knolle erst seit sie von den spanischen Eroberern im

Laufe des 16. Jahrhunderts aus dem südamerikanischen Hochland mitgebracht

worden ist. Dort werden Kartoffeln schon seit rund 7.000 Jahren

angebaut. In Lima ist auch der Sitz des „International Potatoe Centres“

(Centro internacional de la papa), das mit Forschung und Aufklärungsarbeit

die Armut minimieren und die Versorgung der Menschen mit Kartoffeln

sicherstellen möchte.

„35kg Kartoffeln enthalten gleich viel Fett

wie eine Tafel Schokolade“

In aller Munde

Heute verspeist ein Europäer durchschnittlich 96 Kilo Kartoffeln pro Jahr.

Die weltweite Produktion belief sich im Jahr 2005 auf 322 Millionen Tonnen,

wobei China (73 Millionen Tonnen pro Jahr), Russland (36) und Indien

(25) die führenden Anbauländer sind.

Von diesem Berg an Kartoffeln wird allerdings nur ein Viertel direkt

vom Menschen verzehrt. Ein weiteres Viertel wird zu Stärke und Alkohol,

zum Beispiel zu Spiritus und Branntwein, verarbeitet. Der Rest

wird als Futtermittel für die Landwirtschaft verwendet. Jede zehnte

Kartoffel verschwindet als Saatkartoffel wieder unter der Erde, um so

das Überleben ihrer Art zu sichern.

Auch wenn Kartoffeln vielerorts – zu unrecht – noch als Arme-Leute-

Essen gelten, sollte man Juliette, Charlotte und Nikola öfters mal zum

Dinner einladen.

ko r n e l l

Glants Causeway verblüfft

die irischen Studierenden

mit einem grenzenlosen

Ausblick.

Foto: S. Buchinger

Kuriose Studentenverbindungen

rothaarige Iren, finnische Sauna und gefüllte Tapas

Ein voller Kühlschrank, ohne einkaufen

gewesen zu sein, saubere Wäsche,

ohne gewaschen zu haben und sprechen,

ohne zu denken.“ „Freunde, Familie

aber auch das viel bessere Essen.“ Das alles

sind Dinge, die manch ein Auslandsstudent

in seinem Heimatland wiederfindet.

Vier Studentinnen wissen, wovon sie reden und

geben uns Einblicke in das Leben im Ausland:

Katja Greitner: Murcia/Spanien, Sabine Buchinger:

Letterkenny/Irland, Uschi Buchinger:

Oulu/Finnland, Gerti Süss: Brüssel/Belgien;

Anschlagtafeln statt Internet

Gerti verbringt gerade ein Semester im nassen

und bewölkten Belgien. Moules frites, also Muscheln

mit Pommes klingen zwar ein bisschen

abartig, hat es aber inzwischen zu einem von

Gertis Grundnahrungsmittel geschafft. Außerdem

zählen Pralinen und belgische Waffeln zu

den absoluten Delikatessen. Die Belgier lieben

Bier in verschiedensten Sorten und legen auch

viel Wert auf gutes Essen.

Junge Leute trifft man beim Fortgehen vor allem

in Bars, Pubs und Studenten-WGs. Besonders

skurril sind die Studentenverbindungen mit

ihren ungewöhnlichen Aufnahmeritualen –

Neulinge müssen so einiges über sich ergehen

lassen. Will man beitreten, so kommt man am

Alkohol trinken, sich ausziehen oder anmalen

lassen nicht vorbei. Das Unileben ist oft ein

Durcheinander. Das liegt vielleicht auch daran,

dass Informationen nicht durch das Internet

verbreitet werden. Auskünfte erhalten Studierende

nur durch altmodische Anschlagtafeln.

Saunas in der Uni

Ein paar tausend Kilometer weiter nördlich

freut sich Uschi über jede einzelne Sonnenstunde.

Denn hier in Oulu, einer Stadt im Westen

Finnlands, kann es vorkommen, dass die Sonne

erst sehr spät am Vormittag aufgeht und es

einige Stunden später schon wieder stockdunkel

ist. Kalte, düstere Tage gehören einfach zu

Finnland, genauso wie die finnische Sauna.

Diese erfreut sich großer Beliebtheit, man findet

sie sogar an Unis. Ein anschließender Sprung in

einen See oder in ein Eisloch ist üblich.

Grundsätzlich sind die Finnen ein sehr zurückhaltendes,

naturverbundenes Völkchen. Trotz

des ruhigen Gemüts verstehen sie es, ordentlich

zu feiern. Vielleicht liegt das auch an dem alkoholischen

Nationalgetränk („Salmiaki“= Vodka

mit Lakritzegeschmack), welches sich bei den

Einheimischen großer Beliebtheit erfreut.

Abgesehen von einem gut organisierten Unileben

wird den Auslandsstudierenden ein umfangreiches

Freizeit- und Sportprogramm angeboten.

Nordkap, Polarkreis, Stockholm und

Helsinki sind nur einige Ausflugsziele. Oder

man schwingt sich auf das Rad – Fortbewegungsmittel

Nr. 1 – und erkundet die schöne

Natur.

Bier in der Kaffeepause

Weiter südlich kann Katja statt einem Mondspaziergang

am Abend noch zum Strand schwimmen

gehen. Zu den kulinarischen Köstlichkeiten

Spaniens zählen Paella, Fisch, Jamón Serrano

(Schinken), Tapas und Bocadillos (gefüllte Baguettes).

Dazu genießt man vorzugsweise Bier

oder Wein. Das berühmte Kultgetränk Sangria

ist nur bei Touristen sehr beliebt.

Was alle Spanier leidenschaftlich gerne machen:

Hupen. Nicht nur wegen des Verkehrs, sondern

auch einfach nur, um die Aufmerksamkeit auf

sich zu lenken.

In Spanien beginnt das Fortgehen prinzipiell

frühestens um Mitternacht. In besonders große

Diskotheken gehen die spanischen Jugendlichen

oft erst ab 3:00 Uhr.

Stress ist an spanischen Unis ein Fremdwort.

Schon in der ersten Pause wird gemütlich gefrühstückt.

Dabei ist es nicht selten, dass das

eine oder andere Bier getrunken wird. Nach

wenigen Stunden Unterricht geht’s schon wieder

zurück in die Cafeteria zum Mittagessen.

Gummistiefel und Whiskey

In Letterkenny, einer kleinen Stadt Irlands,

tauscht Sabine den Bikini lieber gegen ein Paar

Gummistiefel und einen Regenmantel ein. Regen,

Regen und nochmals Regen – das ist das

Wetter in Irland. Die Landschaft: „Alles ist

grün, bis auf ein paar weiße Flecken (das sind

die Schafe)“.

Rothaarig, blass und ein Guinness in der Hand.

So kann man sich den typischen Iren vorstellen,

den man am ehesten in einem Irish Pub trifft,

in dem neben Guinness auch leidenschaftlich

gerne Whiskey und Bulmers (Cider) getrunken

wird. Charakteristisch an irischen Unis sind die

Tea Breaks zwischen den Kursen. Außerdem

werden viele Ausflüge angeboten, zum Beispiel

zur Whiskeybrennerei Bushmills.

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SUMO 1/2008

19

ra d a, weber


Infotainment Infotainment

Student Scan

Alleine gemeinsam

in der virtuellen Welt

Das Warten an der Kaufhauskasse lässt

mich unruhig werden. Mein Blick

schweift nervös durch die Reihen der

anderen Personen, die mit mir warten. Direkt

hinter mir entdecke ich einen groß gewachsenen,

braun gebrannten, breischultrigen jungen

Mann meines Alters. Plötzlich komme ich

mir klein vor. In diesem Moment muss ich an

World-of-Warcraft denken, wie ich und meine

Freunde gestern den Boss „Illidan“ gelegt haben.

Der Gedanke beruhigt und zaubert ein

Lächeln auf meine Lippen. Da bemerke ich,

dass die blonde, hübsche Frau an seiner Seite,

die Freundin des Mannes hinter mir ist. Das

Lächeln verschwindet von meinem Gesicht

und ich habe nur mehr einen Gedanken: Zahlen

und raus hier. Zurück an meinen PC, wo

ich wieder „MaximusDracus“ sein kann und

alle zu mir aufblicken.

Das Internet mit seinen scheinbar unbegrenzten

Möglichkeiten bringt immer komplexere

Onlinespielewelten hervor. Von

Suchtgefahr, sozialer Verarmung, körperlicher

Vernachlässigung sprechen die einen. Soziale

Gleichheit, globales Zusammenrücken und

Spaß nennen es die anderen. Tatsächlich werden

virtuelle Onlinespielewelten wie World-of-

Warcraft zu einem immer realeren Bestandteil

unseres Lebens.

„Mindestens 50.000 ÖsterreicherInnen

sind internetsüchtig.“

(Alexander Pfeiffer vom „Institut zur Prävention von

Onlinesucht“ - IPOS)

Durch die Kommerzialisierung und die technische

Entwicklung des Internets muss das Bild

des Computerspielers, der alleine in seinem

Zimmer sitzt und sich in Computerspielen behauptet,

relativiert werden. Heutzutage spielt

man über das Internet mit oder gegen andere

menschliche Spieler aus aller Welt. Man interagiert

über eine virtuelle Figur, die man teilweise

selbst gestalten kann. Die Entwicklung

dieses sogenannten Avatars ist ein wesentliches

Element. Durch das Lösen diverser Aufgaben

bekommt man Erfahrungspunkte, welche wiederum

das Level des Avatars bestimmen. Je besser

der Avatar entwickelt ist, desto schwierigere

und interessantere Aufgaben kann er lösen.

Da man spezielle Aufgaben – „Instanzen“ oder

„Missionen“ genannt – nur gemeinsam lösen

kann, organisieren sich die Spieler in Gilden,

was die Gruppenzusammenstellung erleichtert.

Der Avatar ist das selbsterstellte

virtuelle Ich, in

der Literatur auch Alter

Ego genannt. Foto: WoW

Die Gilde fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl

und Communitybewusstsein, was

einen weiteren Reiz von Onlinerollenspielen

ausmacht. „Am Anfang interessierte mich das

Spiel, aber mittlerweile geht es mir um die Leute,

die ich in dem Spiel kennen gelernt habe“,

meint ein Spieler des Onlinerollenspiels Worldof-Warcraft.

Kommuniziert wird in den Onlinewelten über

Chat oder ein Headset mit den dazugehörigen

Sprachprogrammen. Gemeinsam durchstreift

man mit Hilfe seines Avatars die Onlinewelten.

Die große Gefahr hierbei ist aber die Reduktion

der Interaktionen auf den virtuellen Raum.

Wenn Kommunikations- und Sozialisationsprozesse

nur mehr über Chat bzw. Headset stattfin-

den, fehlen dem Menschen als sozialem Wesen

in seiner Entwicklung wichtige Elemente. Verlust

des Freundeskreises, des Arbeitsplatzes, der

sozialen Kompetenzen und Onlinesucht sind

daher keine Randphänomene, sondern präsente

Begleiterscheinungen. Dieser sollte man sich als

Spieler unbedingt bewusst sein.

„Die Computerindustrie setzt mehr

Geld um als Hollywood.“

Das wohl populärste Onlinerollenspiel mit über

neun Millionen Usern weltweit ist gegenwärtig

World-of-Warcraft. Diese Onlinewelt fesselt

den Spieler auf der einen Seite durch eine über-

aus motivierende Avatarentwicklung und auf

der anderen Seite durch das permanente Weiterentwickeln

der Spielwelt durch die Produktionsfirma.

Dies macht das Spiel zu einer never

ending story. Das Onlinerollenspiel World-of-

Warcraft und seine Entwicklungskosten werden

von monatlichen Abonnementgebühren finanziert.

Diese variieren je nach Vertragsbindung

zwischen 10,99 Euro und 12,99 Euro. Derartige

Zahlen vor Augen verwundert es nicht, dass die

Computerspielindustrie im letzten Jahr mehr

Geld umsetzte als Hollywood. Auch der Spieler

hat mittlerweile die Möglichkeit entdeckt,

durch das Computerspielen Geld zu verdienen.

Bei World-of-Warcraft zum Beispiel, kann man

seinen Account, das heißt seine Zugangsdaten

mit all seinen Avataren, über Ebay versteigern.

Je nachdem, wie gut entwickelt und ausgerüstet

die Avatare sind, gehen die verschiedenen Accounts

für mehrere hundert Euro über den virtuellen

Ladentisch. In China gibt es für Worldof-Warcraft

auch schon Berufsgruppen, die so

genannten „Chinafarmer“. Diese Spieler scheffeln

den ganzen Tag virtuelles Geld, welches sie

wiederum gegen reales Geld weiter verkaufen.

Da sowohl der Avatar als auch das virtuelle

Geld Eigentum der Produzentenfirma Blizzard

sind, ist es eigentlich verboten, damit Handel zu

betreiben. Getan wird es trotzdem.

Mehr zu dem Thema:

www.onlinesucht.at/wissenschaft

dillinger

Die Medienmanagerin und der Audio-&Videotechniker

Medientechnik:

Besteht für diesen Studiengang ein Auswahlverfahren

und falls ja, wie sieht dieses aus?

Ja! Es war eine Mischung aus einer Art IQ-Test,

technischen Verständnisfragen und einigen

mathematischen Aufgaben, sowie ein kurzer

englischer Aufsatz zu einem bestimmten technischen

Thema.

Wieso hast du dich dazu entschieden, diesen

Studiengang zu wählen?

Weil mich der Bereich Audio und Video schon

immer interessiert hat. Während meiner Schulzeit

habe ich mit Programmen am Computer

gespielt und ausprobiert, was sich damit alles

machen lässt. Außerdem ergänzt sich der Bereich

gut mit meinem Hobby Musik. Früher war

ich HLA-Schüler und wollte mich nicht weiter

in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus

spezialisieren. Somit hab ich den Quereinstieg

in die Technik gewählt.

Wie würdest du dein Studium kurz für einen

Laien erklären?

Durch die ganzen Module ist das schwer erklärbar.

In meinem Fall ist es eine Mischung aus

praxisnaher Ausbildung in Audio- und Videotechnik

und anderen Bereichen der Medientechnik.

Man kann sich aber auch in Richtung

Web oder Netzwerktechnik spezialisieren. Neben

den Schwerpunkten gibt es noch Nebenmodule

wie Fotografie und Mediengestaltung.

Was ich an dem Studienzweig besonders mag,

ist der Mix aus Kreativität und Technik.

Was sind die Kerninhalte deines bisherigen

Lehr- bzw. Lernstoffs?

Zu Beginn werden diverse Grundlagen aus allen

Bereichen der Medientechnik vermittelt. Im ersten

Semester waren das vor allem Grundlagen

20 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

21

Steckbrief

Foto: zVg

Steckbrief

Foto: P. Schützl

der Programmierung, Netzwerktechnik, Telekommunikation

und Audio- und Videotechnik.

Wenn man sich nach dem ersten Semester,

wie ich, für Audio und Video entscheidet, dann

geht die Ausbildung auf diesem Weg weiter. Das

heißt, dass man seine Kenntnisse in Audio- und

Videotechnik vertieft, was zum Beispiel für die

Produktion von Hörspielen und Filmen benötigt

werden kann. Man lernt, mit dem Equipment

umzugehen und vereint theoretisches und technisches

Know-How.

Welche Berufsmöglichkeiten bieten sich nach

dem Abschluss dieses Studiums an?

Generell ermöglicht unsere Ausbildung einen

Sprung in die Medienbranche. Dort sind

wir vor allem in den Spezialbereichen Radio,

Film, Fernsehen oder Tontechnik einsetzbar.

Da unser Spektrum an Kenntnissen durch die

modulare Zusammensetzung der Lehrveranstaltungen

relativ breit ist, sollte man aber auch

andere Berufsfelder wie Fotografie, Grafikdesign

oder andere mediale Produktionsbereiche

nicht außer Acht lassen.

Name: Denise G.

Geburtsdatum: 23.10.1985

Sternzeichen: Waage

Geburtsort: Amstetten

Hobbies: Musik, Festivals, bei Campus Radio

94.4 moderieren

Studiengang: Bachelorjahrgang „Medienmanagement“

an der FH St. Pölten

studiert seit: September 2006

Studiendauer: 6 Semester

akademischer Grad nach Abschluss des

Studiums: B.A. – Bachelor of Arts in Business

Name: Bernd D.

Geburtsdatum: 21. 04. 1986

Sternzeichen: Stier

Geburtsort: Mödling

Hobbies: Musik, Sport und alles was irgendwie mit

Audio und Video zu tun hat

Studiengang: Bachelorjahrgang „Telekommunikation

und Medien“ an der FH St. Pölten

studiert seit: September 2006

Studiendauer: 6 Semester

akademischer Grad nach Abschluss des Studiums:

B.Sc. – Bachelor of Science in

Engineering

Medienmangement:

Besteht für diesen Studiengang ein Auswahlverfahren

und falls ja, wie sieht dieses aus?

Ja! Zuerst musste ich einen Multiple Choice-

Test ausfüllen, bei dem Allgemeinwissen und

Medienwissen abgefragt wurde. Danach waren

zwei englischsprachige Texte über medienrelevante

Themen zu schreiben. Abschließend hatte

ich ein Gespräch mit zwei Lektoren, wobei teilweise

englisch gesprochen wurde.

Wieso hast du dich dazu entschieden, diesen

Studiengang zu wählen?

Auf Grund meines Interesses an Medien,

Fremdsprachen und wirtschaftlichen Inhalten.

Wie würdest du dein Studium kurz für einen

Laien erklären?

Medienmanagement ist ein Studium, welches

das Hauptaugenmerk auf Medien, Wirtschaft

und Fremdsprachen legt.

Was sind die Kerninhalte deines bisherigen

Lehr- bzw. Lernstoffs?

Bis jetzt wurden uns Skills in den Bereichen Radio,

Fernsehen, Print, Internet und Cross Media

vermittelt. Weiters wurden uns auch rechtliche

und wirtschaftliche Aspekte im Bereich der Medien

aufgezeigt.

Welche Berufsmöglichkeiten bieten sich nach

dem Abschluss dieses Studiums an?

Das kommt auf die individuelle Wahl der Module

an. Es bieten sich Berufe in den Bereichen

Marketing, Unternehmenskommunikation,

Content Management, Finanzierung und strategisches

Management. Natürlich kommen auch

Berufe wie Moderator und Redakteur in Frage.

sc h ü t z l


Infotainment

Bezauberndes Mädel

vom Lande und tablettensüchtige Alkoholikerin?

Romy

Schneider

Wer kennt sie nicht? Als Kaiserin Sissi spielte

sie sich in die Herzen von zahlreichen Menschen.

Die Rede ist von der Schauspielerin

Rosemarie Magdalena Albach, besser bekannt

als Romy Schneider.

Heuer wäre die einzigartige Schauspielerin 70

Jahre alt geworden, der Mythos Romy Schneider

lebt jedoch weiter.

Am 23. September 1938 wurde Romy als Kind

des Schauspieler-Ehepaares Magda Schneider

und Wolf Albach-Retty geboren. Den Traum,

Schauspielerin zu werden, verfolgte Romy

schon seit ihrer Kindheit. Bereits mit 15 Jahren

„Weltruhm erlangte die Schauspielerin mit

der Rolle der österreichischen Kaiserin Sissi.“

stand sie für den Film „Wenn der weiße Flieder

wieder blüht“ an der Seite ihrer Mutter vor der

Kamera. Weltruhm erlangte die Schauspielerin

mit der Rolle als österreichische Kaiserin Sissi.

Dies war sicherlich das Highlight ihrer Karriere,

jedoch konnte sie das süßliche Image der jungen

Kaiserin nie wirklich ablegen. Durch die Ablehnung

des vierten Teiles der Sissi-Verfilmung

versuchte sie, dem Ruf der lieblichen und unschuldigen

Frau zu entfliehen. Aber auch heute,

28 Jahre nach ihrem Tod, verkörpert sie noch

immer das Bild der jungen Kaiserin.

In den 1960er und 1970er Jahren arbeitete sie

mit erfolgreichen Regisseuren dieser Zeit. Orson

Welles engagierte sie für die Literaturverfilmung

„Der Prozess“ von Franz Kafka. Auch

als Theaterdarstellerin konnte sich Romy etablieren,

was ihr vor allem unter der Regie von

Luchino Visconti gelang. Ihr Lieblingsregisseur

war jedoch Claude Sautet, in dessen Filmen sie

am überzeugendsten wirkte (z.B. Das Mädchen

und der Kommissar, 1970).

Für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt

Romy zahlreiche Preise und Auszeichnungen,

wie zum Beispiel den Kristallstern der Französischen

Filmakademie oder den César (französischer

„Oscar“).

Auch privat war Romy Schneider eine faszinierende

Persönlichkeit, deren Leben von einigen

schweren Schicksalsschlägen geprägt worden

war. Alle ihre Liebesbeziehungen waren nicht

von langer Dauer und endeten in Tragödien.

Ihre erste große Liebe galt dem französischen

Schauspieler Alain Delon, mit dem sie sich

1959 verlobte. Sie waren das absolute Traumpaar

und Frankreich wurde zu ihrer zweiten

Heimat. Auf die Trennung von Delon reagierte

Romy mit einem Selbstmordversuch. Beim Ber-

Romy Schneider – starb

sie an gebrochenem Herzen?

Fotos: romy.de

liner Schauspieler und Regisseur Harry Meyen

fand sie wieder Halt. Es wurde geheiratet und

Romy brachte ihren Sohn David zur Welt. Diese

Ehe hielt nicht lange und einige Zeit nach der

Scheidung nahm sich Meyen das Leben. Romy

heiratete ihren Sekretär Daniel Biasini. 1977

kam die gemeinsame Tochter Sarah zur Welt.

„Alle ihre Liebesbeziehungen waren nicht von

langer Dauer und endeten in Tragödien.“

Diese Ehe war jedoch auch nur von kurzer Dauer,

denn 1981 folgte die Scheidung.

Noch im selben Jahr verunglückte ihr 14-jähriger

Sohn David tödlich. Beim Überklettern

eines Zaunes rutschte er ab und spießte sich auf.

Diesen schweren Verlust hatte Romy nie überwunden.

Durch Konsum von Tabletten und Alkohol

versuchte sie das Trauma, das sie durch

diesen tragischen Vorfall erlitt, zu bekämpfen.

Zehn Monate nach dem Tod ihres Sohnes starb

Romy Schneider im Jahr 1982 „offiziell“ an

Herzversagen. In Wirklichkeit scheint es aber,

als wäre sie an einem gebrochenen Herzen gestorben.ra

i n e r

Nach Lisa Marie Presley

heiratete Nicolas Cage die

Kellnerin Alice Kim.

Foto: K. Weaver

Promi-Ehen

Liebe und Hass

vor der Kamera

Eine herrliche Kulisse, 1000 weiße Tauben, eine

Heerschar illusterer Gäste und unzählige Kameras.

Dies ist der Stoff, aus dem der Traum

mancher Frauen gemacht ist. Und sie haben das Zeug

zur Legende. Noch nach Jahren (und etwaigen Scheidungen)

redet man über das rauschende Fest und die perfekte Inszenierung

des großen Tages.

Wenn Promis vor den Traualtar treten

Aber so schön und aufregend der Anfang meist ist, so schnell ist der Zauber

der Liebe auch wieder verflogen. Ehen von Stars und Sternchen, welche

das magische siebte Jahr erreichen, können mit einem Exotenstatus

bedacht werden. Beispiele für groß zelebrierte Hochzeiten, die zu einem

schnellen Scheidungsverfahren führten, gibt es in rauen Mengen.

Die Hochzeiten der „Königstochter“

Ein Paradebeispiel hierfür ist die Tochter des „King“, Lisa Marie Presley.

Im Jahr 1994 ging sie eine seltsam anmutende Ehe mit Michael Jackson

ein, um dann schon nach 21 Monaten zum Scheidungsanwalt zu laufen.

Im Jahr 2002 schlossen sie und Nicolas Kim Coppola, der lieber

unter dem Künstlernamen Cage auftritt, aber endgültig den Vogel ab.

Nachdem sie im August auf Hawaii eine wundervolle Strandhochzeit

gefeiert hatten, kam keine drei Monate später die Trennung. Nach zähen

Gerichtsverhandlungen kam 2004 das endgültige Aus. Während

sich die „Königstochter“ mit ihrem Gitarristen Michael Lockwood und

Scientology tröstete, sorgte Nicholas für eine „Real Pretty Woman“

Story. Er heiratete die frühere Sushi-Bar Kellnerin Alice Kim, frei nach dem

Motto „Einen Hollywoodstar als Trinkgeld“.

Die Hochzeiten der „Pop-Königin“

Ebenfalls ganz weit vorn in der Liste der Stars, die sich um viel Geld

trauen, nur um dann noch mehr Geld für Anwälte zu zahlen, ist Britney

Spears. Im Jahr 2002 begann die Heirats-Scheidungs-Oper. Nach einer

Las Vegas Hochzeit mit Jugendfreund Jason Allen Alexander folgte die

Annullierung der Ehe keine 55 Stunden später. Das Management hatte

das Glück besiegt. September 2005 folgte der nächste Streich. In einer ge-

„Star-Ehen haben ihren eigenen Reiz“

heimen Zeremonie gab sie Kevin Federline, Lebemann und Leider-Nein-

Rapper (Stichwort K-Fed), das Ja-Wort. Nach einem Jahr und hartnäckig

andauernden Alkohol- und Drogeneskapaden, unterbrochen durch die

eine oder andere Schwangerschaft, kam Ende 2006 das Ehe-Aus. Wer

damals dachte, dass der Tiefpunkt schon erreicht sei, wurde durch Mrs.

Spears persönliches Scheidungsdesaster eines Besseren belehrt.

Die letzte Hochzeit der „Hochzeitskönigin“

Lifestyle

Aber auch Alter und Erfahrung mit Ehen schützen Prominente nicht

vor folgeschweren Fehlern. Als Elizabeth Taylor im Oktober 1991 den 20

Jahre jüngeren Bauarbeiter Larry Fortensky, den sie ausgerechnet

während eines Alkoholentzugs in der Betty

Ford Klinik (wo Stars und Sternchen sich von den langen

Party-Nächten erholen) kennenlernte, zum Mann nahm, hatte

sie schon sieben Ehen hinter sich (wobei Richard Burton gleich

zweimal zu erwähnen wäre). Trotzdem schien sie nichts gelernt

zu haben, und schon bald wurden Wetten über die

Dauer der Ehe abgeschlossen. Immerhin fünf Jahre hielt

das zweifelhafte Glück, im Oktober 1996 kam das Aus.

Doch warum tun sich so viele Stars schwer mit dem

ewigen Bund fürs Leben?

Eine Mitschuld daran haben sicher auch die Medien. Ständig von

Paparazzi gehetzt, treten manch nächtliche Geheimnisse viel schneller

an die Öffentlichkeit als bei Herrn und Frau Normalbürger. Auch

ist die eigene Berühmtheit eine Last auf in letzter Zeit vor allem bei

weiblichen Promis immer schmaler werdenden Schultern. Normale

Dinge des Alltags werden zu harter Arbeit, das Leben ist oft durchgeplant.

Wenn dann die Arbeit einen noch um den halben Erdball führt,

bleibt die Liebe oft auf der Strecke. ra d e r

22 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

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Lifestyle

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SUMO 1/2008

SUMO hilft

Die Macht der Nacht 08/15 – nur Durchschnitt

Österreich ist 2008 am Ball! Dieses Motto

gilt nicht nur für den Männersport schlechthin,

sondern auch für die Liebhaber der besonderen

Events in der Wintersaison.

Frauen in traumhaften Kleidern, Männer in

adretten Anzügen und Promis, die sich in einem

festlichen, glamourösen Rahmen tummeln –

das ist der Zauber der heiß ersehnten Bälle. Ein

Sehen-und-gesehen-Werden, ein Wettbewerb

um das schönste Kleid, die charmanteste Begleitung

oder um den Titel der Rosenkönigin.

Einzigartig und österreichisch –

der Wiener Opernball

Der erste Wiener Opernball fand bereits 1835

für wohltätige Zwecke statt. Bis auf zwei Unterbrechungen,

1940-1956 wegen dem zweiten

Weltkrieg und 1991 wegen dem Golfkrieg,

fand er jedes Jahr am letzten Donnerstag im

Fasching in der Wiener Staatsoper statt. Bis zu

der jüngsten Ausgabe des Opernballs im Jahre

2007, wo sich Hotelerbin Paris Hilton an der

Seite von Society Baumeister Richard Lugner

mehr oder weniger amüsierte. In diesem jahr

sollen ihn Victoria und David Beckham, Ex-

Spice Girl und Fußballstar, begleiten. Auch

die Gewinnerin der neuen ATV Serie „Mörtel

sucht das Glück“ (Montags, 20:15 ATV) in den

Genuss kommen wird, dieses einmalige Event

zusammen mit dem österreichischen Bauunternehmer

zu erleben. Vielleicht nicht gerade

unter dem Status „Stargast“, aber immerhin.

Organisiert wurde der Wiener Opernball in den

letzten neun Jahren (1999 – 2007) von Grand

Dame Elisabeth Gürtler-Mauthner, Tochter des

Handelsunternehmers Fritz Mauthner, erfolgreiche

Managerin des Sacher Hotels und der

Sachertorten AG in Wien. Als sie ins Business

kam, war der Opernball kurz davor, seinen Ruf

zu verlieren, weil er zu schrill geworden war

und „als Ball der Bälle“ Schlagzeilen machte.

Sie brachte ihn wieder zurück zu seinen drei

Säulen: Politik, Wirtschaft und Kunst. Neun

Jahre seien aber eindeutig genug. Nach und

nach würden ihr die Ideen ausgehen, beteuert

sie, also wird sich Desirée Treichl-Stürgkh, Herausgeberin

des Lifestyle Magazins H.O.M.E.,

ab 2008 die Ehre geben, dieses Event zu organisieren.

Sie hat bereits Neuerungen initiiert und

will ein Zelt vor der Oper aufstellen, welches

für ein stressfreies und glamouröses Entrée ins

Opernhaus sorgen soll. Wie auch in den letzten

zwei Jahren wird der Ball als Nichtraucher-Veranstaltung

geführt.

Eröffnet wird dieser gesellschaftliche Höhepunkt

mit seinen bis zu 5.000 Besuchern von

180 Tanzpaaren und dem berühmten „Alles

Walzer“. Für alle, die davon träumen selbst 2009

vor so vielen Promis das Tanzbein zu schwingen:

Bis September hat man noch die Möglichkeit,

sich beim Opernballbüro zu bewerben.

Grundvoraussetzungen sind gute Linkswalzerkenntnisse

und ein Alter zwischen 17 und 24

Jahren.

Datum: 31.01.2008

Kartenpreis: 230€

Location: Wiener Staatsoper

Interessant: Im Jahre 2006 fand anlässlich des

250. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart

im Waldorf Astoria, einem Luxus Hotel

in Manhattan, ein „Wiener Opernball“ statt.

Diese Tradition gibt es allerdings schon seit

1955 und wird von Marcie Rudell organisiert.

Ihr Erfolgsrezept ist die richtige Mischung des

Publikums, das einerseits aus Leuten der New

Yorker Gesellschaft und der Wirtschaftsbranche,

und andererseits aus jungen Österreichern,

die in New York arbeiten oder studieren, besteht.

Daher auch eine ermäßigte Karte für die

jüngeren Gäste, die später kommen um 150

Dollar, die Teilnahme mit Dinner kostet 500

Dollar aufwärts.

Um die steirische Tradition zu präsentieren,

bringen jedes Jahr Schuhplattler Schwung in

den Saal, um den Gästen in Manhattan zu zeigen,

dass in Österreich nicht nur Walzer getanzt

wird. Dieser Auftritt der „Mortantscher

Plattler“ wurde im Vorjahr sogar mit standing

ovations bedacht. Um das amerikanische Volk

auch in die Donaumetrople zu locken, werden

heimische Damenspenden verteilt.

Wenn Heindl, Hofbauer und Manner

zum Tanze bitten

Nur einen Tag nach dem Opernball geht es am

59. Bonbon Ball im Wiener Konzerthaus heiß

her. Schon 1949 wurde der erste Ball dieser ver-

lockenden Industrie unter dem Namen „Süße

Nacht“ vom späteren Vorsitzenden, Kommerzialrat

Franz Putz, organisiert. Im selben Jahr

fand auch die erste vom Manner Konzern veranstaltete

Wahl zur Miss Bonbon statt. 2007 bekam

die 22-jährige Villacherin Melanie Wallner

diesen Ehrentitel.

Kommerzialrat Franz Putz setzte sich 1988

zur Ruhe und wurde von der Präsidentin des

Zentralverbandes der Süßwarenhändler Österreichs,

Elfriede Györgyfalvay, abgelöst. Mittlerweile

gilt der Ball als einzigartiges Erlebnis der

Wiener Szene. Die Besucher werden Zeitzeugen

der Wiener „Nasch-Industrie“ und durch atemberaubende

Einlagen beeindruckt.

Datum: 01.02.2008

Kartenpreis:

Erwachsene: 60€

Studenten: 39€

Location: Wiener Konzerthaus

Bienvenue, bienvenida, welcome,

dobro dosli und Willkommen!

Weg von der steirischen Tradition zu einem

Event der ganz anderen Sorte: dem Multikulti

Ball. Unter dem Motto „Der Alltag des Nebeneinander"

wird zum "Fest des Miteinander" aufgerufen.

Hier soll die Vielfalt der Nationalitäten

in der steirischen Haupt- und Studentenstadt

zum Ausdruck gebracht werden. Der Ball findet

in der Grazer Karl-Franzens-Universität statt

und soll unter anderem dem Abbau von Vorurteilen

und Intoleranz gegenüber anderen Kulturen

dienen. Ein Fest im großen Stil.

Datum: 29.03.2008

Kartenpreis: 15 €

Location: Karl Franzen Universität, Graz

ka m P e r

SUMO unterstützte mit Spendenaktionen sozialbedürftige Einrichtungen

der Caritas in St. Pölten.

In der Adventszeit veranstaltete SUMO in Kooperation mit dem

Campus Radio der FH St. Pölten einen Punschstand, wo auch selbstgemachte

Muffins verkauft wurden. Der Erlös kam dem St. Pöltner

Mutter-Kind-Haus zugute. Es wurde genug eingenommen, um allen

15 Kindern der sozialen Einrichtung Spielzeug kaufen zu können.

Am Weihnachtsabend konnten sich die Kinder mit ihren Müttern

über Puppen, Autos, Legosteine und Knetmasse freuen.

Beim FH Ball am 11.01. organisierte SUMO das Kuchenbuffet, für

welches Studierende und Lehrbeauftragte Torten und Kuchen spendeten.

Mit dem Erlös wurde der „Club Aktiv“ St. Pölten unterstützt.

Diese Organisation hilft Personen mit psychischen Problemen, indem

gemeinsame Aktivitäten und Erfahrungsaustausch mit anderen

Erkrankten angeboten werden.

Beide Aktionen waren dank der Mithilfe vieler Studenten und Lehrbeauftragen

der FH St. Pölten ein voller Erfolg.

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Gelegentlich rutscht uns die Floskel 08/15 über die Lippen. Eine

alltägliche Redewendung, die etwas als Durchschnitt, Gewöhnliches und

nichts Besonderes kennzeichnet. Doch wo hat dieser Ausdruck seinen

Ursprung und seit wann hat er schon seinen Platz im üblichen Sprachgebrauch?

Die Herkunft lässt sich kurz erklären. Der Begriff hat seine Wurzeln in

der Bezeichnung des Maschinengewehrs MG 08/15 aus dem Ersten Weltkrieg.

Einerseits wird behauptet, dass der tägliche Umgang mit dem Gewehr zu

langweiliger Routine wurde und es als nichts Außergewöhnliches mehr

angesehen wurde. Andererseits war die MG 08/15 das erste einheitliche

Maschinengewehr und unterlag einer allgemein, festgelegten DIN-Norm.

Infolge dessen stand der Begriff für Durchschnitt und Standard.

Seine Popularität erreichte die Formulierung aber erst 1954 durch einen

Bestseller von Hans Hellmut Kirst. Die Romantrilogie trug den Namen

08/15 und machte die Bedeutung des Wortes gesellschaftsfähig. Der Roman

schildert die permanent wiederkehrenden Routinehandlungen der

Wehrmachtsoldaten im Zweiten Weltkrieg.

Auch wenn wenige über die historische Bedeutung des Begriffs Bescheid wissen,

hat das Wort seit nunmehr 50 Jahren seinen Platz im Sprachalltag.

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Ganz klar, der Jagertee, ein Germknödl, Hits wie „Niemals 20cm“

und ein Stamm zum „Nageln“, sind schon beinahe Kult auf den

österreichischen Skihütten! Was Party anbelangt, kann sich so

mancher Discothekenbesitzer jede Menge abschauen von der „Hüttengaudi“

und Feierstimmung auf den heimischen Hütten. Was auf der Piste

angesagt ist und wie man auch hier auf seine Kosten kommt, wollten

wir herausfinden und haben uns bei einem Experten für Wintersport(-

Fashion) erkundigt:

Jede Frau weiß, Accessoires sind das Um und Auf eines perfekten

Outfits. Gibt es auch Accessoires für die ideal gestylte Snowboarderin?

Ja natürlich, sogar jede Menge: Angefangen von Desinger-Socken, über

trendige Grürtel mit diversen Werkzeugen als Schnalle bis hin zu Helmen

und Hauben mit eingebauten Kopfhörern.

Apropos Helme, wie wichtig ist den meisten Snowboardfahren ihre

Sicherheit?

Der Trend zu Helmen nimmt zu, auch weil diese mittlerweile schon sehr

stylisch und nicht mehr wie herkömmliche Helme aussehen. Außerdem

werden Rückenprotektoren zum Schutz der Wirbelsäule immer aktueller.

26

Boots & Board meet latest fashion

Wie sieht es aus mit den Marken, wer hat hier die Nase vorne? Welche

Marke kann ein gutes Preis-Leitungsverhältnis bieten und auf

was fliegen die Mädchen?

Burton ist nach wie vor Spitzenreiter und erreicht ein weites Spektrum an

Menschen. Bei Chanexe ist das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut und bei

Protest ist der Preis zwar okay, jedoch die Leistung eher schlecht. Beides

ist nicht so beliebt wie die „bekannten“ Marken. Als Mädchenmarke würde

ich Roxy by Quicksilver vorschlagen, dennoch liegt hier der Schwerpunkt

eher bei Bekleidung und Accessoires.

Für die Ausrüstung fällt mir kein spezielles Label ein, aber sehr viele bekannte

Marken achten immer mehr auf ihre weiblichen Kunden, und so

gibt es seit einiger Zeit eigenen Kollektionen in elegantem Stil. Boots mit

Blümchen und Sternchen in weiß, gold oder rosa. Burton, Salomon und

Nitro habe sehr schöne Modelle.

gü n z l, ka m P e r

Die Snowboardtrends 2008

FäUSTLING ODER HANDSCHUHE?

Beides aktuell, für Trendsetter sind Fäustlinge diesen Winter ein

Must-have

EINTEILER ODER ZWEITEILER?

Definitiv Zweiteiler

Auch Schneebrillen können

stylisch sein und sind

außerdem wetterfest.

Fotos: www.sxc.hu

SNOWBOARDMOTIV – KLASSISCH ODER RETRO?

Heuer gilt: je kitschiger desto besser. Neonfarben, große Motive

wie Kreise und Blumen, 70er Style!

KOPFBEDECKUNG: TRADITIONELL ODER AUSGEFALLEN-POPPIG?

Sportliche Schirmkappen sind nach wie vor der Renner auf den

Köpfen.

ALLWETTERFESTE SCHNEEBRILLE ODER STYLISCHE

SONNENBRILLE?

Nach persönlichem Belieben, aber auch Schneebrillen können

stylish sein, zum Beispiel mit Strasssteinchen besetzt oder bunt

verspiegelt.

SUMO 1/2008

„Pistensau oder Après-Ski Star?“

Wie betreibst du Wintersport?

So geht’s: Zutreffende Antwort ankreuzen, Punkte zusammenzählen und schon kennst du

deinen Wintersporttyp! Auflösung siehe S. 31

1. Zu allererst: Magst du den Winter?

A) Ja - Christkindlmarkt, Punsch und Partys im

Schnee haben schon etwas für sich. (5)

B) Warum nicht? Ist schließlich die einzige Jahreszeit,

zu der man Wintersport betreiben

kann. (10)

C) Nicht wirklich. Der verursacht bloß schlechte

Laune, Verkehrsstaus und Frostbeulen. (0)

2. Übst du einen Wintersport aus?

A) Was heißt hier ausüben? Ich habe das Wort

erfunden! (10)

B) Ja – und Einkehrschwünge kann ich beson-

ders gut ;-) (5)

C) Winterwas? (0)

3. Wenn du die Wahl hättest, würdest

du lieber …

A) … gemütlich in einer Hütte sitzen und den

anderen das Ski- bzw. Snowboardfahren

überlassen. (0)

B) … einen „Flying Hirsch“ nach dem anderen

trinken. (5)

C) … Ski fahren, Snowboarden, Langlaufen –

oder am liebsten gleich alles. (10)

4. Wann warst du zum letzten Mal auf

der Piste?

A) Auf der „Piste“ bin ich doch jedes Wochenende!

(5)

B) Erst vor kurzem – schneebedeckte Hügel ziehen

mich magisch an. (10)

C) Ist schon ziemlich lange her, ich passe auch

gar nicht mehr in meinen Skianzug. (0)

5. Freunde laden dich zu einem Wochenende

auf einer Skihütte ein. Du …

A) … hoffst, dass die anderen auch Rodeln gehen.

(0)

B) ... packst alle Partyutensilien ein, die du hast.

Schließlich soll für gute Stimmung gesorgt

sein. (5)

C) … wachst schon mal die Ski/das Snowboard.

(10)

SUMO 1/2008

6. Warum würdest du auf Skiurlaub

fahren?

A) Um wenigstens einmal im Jahr auf Après-Ski

Partys gehen zu können. (5)

B) Um den Kick zu erleben, den man nur beim

Wintersport kriegt. (10)

C) Um mit meinen Freunden Spaß zu haben –

egal wo. (0)

7. Der ideale Skianzug sollte …

A) … bequem und praktisch sein. (0)

B) … passen wie eine zweite Haut. (10)

C) … der neuesten Mode entsprechen. (5)

8. Der Sessellift, auf dem du gerade

sitzt, hält plötzlich an. Du denkst…

A) Ist der Tag so schnell vergangen, dass ich die

Betriebszeiten überschritten habe? (10)

B) Mist, jetzt verpasse ich die Happy Hour. (5)

C) Oje, das ist ziemlich hoch hier. Warum hab

ich mich bloß dazu überreden lassen, auf diesen

verdammten Berg mitzukommen? (0)

9. Was hältst du von Ski- bzw. Snowboardanfängern?

A) Die sind mir ziemlich egal, solange sie nicht

die Partylaune vermiesen. (5)

B) Hey! Das sind doch auch nur Menschen. (0)

C) Die sollen bloß auf dem Babyhang bleiben,

wo sie hingehören! (10)

10. Welcher Songtext erinnert dich

an deinen letzten Skiurlaub?

A) „Wir schunkeln nach rechts, wir schunkeln

nach links…“ (0)

B) „Weu i wü Schifoan, -foan, -foan, -foan, Schifoan,

wohwohwohwoh,...” (10)

C) „Aber am besten ist immer noch – saufen,

saufen, saufen…“ (5)

ri g l e r

Lifestyle

Brigitte Jonas

Also ganz ehrlich jetzt: Ich liebe

es, typischer Merkmalträger

meines Geschlechts zu sein.

Eine Frau, die keine Klischees erfüllt, ist

keine Frau. Ich würde nicht sagen, dass

mein ständiges Beschweren über mein

Körpergewicht, meine unentbehrliche

und heiß geliebte Schuhsammlung und

meine Abneigung gegen Fußball (das

Spiel selbst, nicht die Spieler versteht

sich) nur daher rührt, aber ich finde es

durchaus nachvollziehbar, woher solche

(Vor-)Urteile kommen.

Mit was würde sich auch MANN die

ganze Zeit beschäftigen, wenn wir alles

selbst reparieren oder die Autoreifen

selbst wechseln würden. Wann könnten

Männer ganz unter sich sein, wenn

nicht beim Fußball spielen oder beim

Pokerabend? Und über was sollten wir

Frauen uns verdammt noch mal ärgern,

wenn nicht über hochgeklappte

Klobrillen, unüberlegte Kommentare

und Playstation-Euphorie?

Fazit: Klischees sind gemacht, um den

Unterschied zwischen uns und unseren

männlichen Zeitgenossen zu unterstreichen

und zu betonen, was für

zierliche, achtsame und modebewusste

Wesen wir doch sind. Emanzipation

und Metrosexualität hin oder her. Jede

Frau wird gerne beschützt, auch die,

die es nicht zugibt. Und jeder Mann

(wenn er nicht gerade sehr metrosexuell

ist) sollte sich mit zehn Minuten

im Badezimmer begnügen, denn nicht

umsonst wird man entweder zu Frau

oder Mann geboren – mit allen Macken

und Klischees.

27

Foto: aboutpixel.de / Susanne Kiesenhofer


Europhorie

Warum Männer

Fußball lieben

und Frauen auch was

davon haben

Österreich bleibt am Ball. Im Juni

wird sich alles nur um ein Thema

drehen: Wie, wo und wann das

runde Leder in das gegnerische Tor befördern

wird.

Uns Frauen wird schön langsam bewusst, welche

Eintönigkeit das sportliche Großereignis

im Fernsehprogramm mit sich bringen wird.

Gerade einmal die olympischen Winterspiele

2006 in Turin überstanden, hofften wir von der

allgemeinen Aufregung um das Thema Sport

endlich eine Zeit lang verschont zu bleiben.

Von wegen! Die täglichen Live-Übertragungen

starten von Neuem – mit dem einzigen

Unterschied, dass nach der Wintersaison

nicht Hermann Maier und

Benni Raich als Helden

der Nation gefeiert

und angefeuert

werden, sondern

unsere bislang

nicht ganz so

erfolgreiche österreichische

Fußballtruppe.

Vertreter beider

G e s c h l e c h t e r

rüsten sich für

die abendlichen

Fernbedienungskämpfe

zu Hause.

Nur zu gut kennen wir folgende Situation: Völlig

erschöpft kommt frau nach einem hektischen

Arbeitstag nach Hause und freut sich auf einen

gemütlichen Fernsehabend mit ihrem Liebsten.

An der Eingangstür angekommen und den

Wohnungsschlüssel bereits gezückt, vernimmt

sie plötzlich dumpfe Stimmen aus dem Inneren.

Vorsichtig öffnet sie die Tür – und prompt werden

ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

S i e kämpft sich trotz dicker

Rauchschwaden bis

zum Wohnzimmer

durch. Auf

der Ledercouch

vor

dem Fernseherlümmelt

eine

G r u p p e

j u n g e r ,

g rölender

Männer in

bester Bierl

a u n e ,

die

Sowohl Männer als auch Frauen

rüsten sich für die abendlichen

Fernbedienungskämpfe.

Foto: zVg

gebannt eine Fußballspielübertragung verfolgen.

Unter den Fußballfans befindet sich auch

der Herr des Hauses, der ihre Anwesenheit

mittlerweile bemerkt hat und ihr ausgelassen

zuruft: „Ach Schatz! Gut dass du da bist! Könntest

du mal schnell zur Tankstelle fahren und

uns noch einen Sixpack Bier besorgen?“

Erfahrungsgemäß sind Frauen in so einer Männerrunde

nicht gern gesehen – außer sie sorgen

für den Nachschub an Getränken und Knabbereien.

Ganz nach dem Motto: Des einen Freud,

des anderen … Arbeit!

Aber jetzt aufgepasst! Da dringen doch wirklich

mutige Frauen in die Tabuzone der heiligen

Männerkommune ein, um gemeinsam mit

ihnen das Spiel im Fernsehen zu verfolgen.

Seit wann gibt’s denn so was?!? Das Verlangen,

unsere Nationalelf bei ihren unermüdlichen

Kämpfen gegen ihre Herausforderer zu unterstützen,

ist wohl kaum der einzige Beweggrund

dafür. Spätestens wenn wir unsere Begeisterung

für die gegnerische Mannschaft, in der übrigens

auch Christiano Ronaldo oder Freddie Ljungberg

spielen, nicht mehr unterdrücken können,

sind wir aufgeflogen. Tja, wir haben

eben endlich einen Weg gefunden Fußball

doch zu lieben. Und sei es nur, um uns an

den sportlichen Schönheiten zu ergötzen.

ho F b a u e r t.

Deine Chance

bei der Euro 2008 mitzuwirken

Die Fußballweltmeisterschaft in

Deutschland hat es vorgemacht:

Das System, mit Volunteers zu arbeiten

hat funktioniert. Dadurch mussten

viele gute Arbeitsplätze nicht besetzt werden.

In den Wochen der Weltmeisterschaft

waren tausende Helfer im Einsatz und haben

ein Ereignis in dieser Größe ermöglicht.

Auch die Europameisterschaft in Österreich

und der Schweiz im Sommer 2008 baut auf

diesem System auf.

Der Zug ist noch nicht abgefahren

Die ersten Volunteers waren bereits bei der

Gruppenauslosung in Luzern im Einsatz. Die

Bewerbungsfrist ist aber noch nicht abgelaufen.

Auf der offiziellen Homepage www.euro2008.

com können noch immer Bewerbungen eingereicht

werden. Laut Veranstalter werden um die

10.000 Anfragen erwartet, wobei schlussendlich

nur 5.000 Personen ausgewählt werden.

Viele wollen die Chance nutzen, bei der Euro

2008 mitwirken zu können. Dabei bewerben

sind neben Österreichern, Schweizern und

Deutschen auch Exoten aus Burkina Faso, Haiti

oder El Salvador. Der völkerverbindende

Gedanke steht im Vordergrund, denn die Euro

2008 soll ein Fest der Nationen sein. Dementsprechend

werden auch Vertreter der unter-

Wie bei der WM06 sind

Volunteers auch bei der

Euro2008 gefragt.

Foto: flickr.com/frankinho

schiedlichsten Länder als Volunteers ausgewählt

und bereiten sich nach dem Euro08-Motto „Erlebe

Emotionen“ auf ihre Arbeit vor.

Empfangsdame statt Live-Spielen

Die Bewerber müssen sich einem Aufnahmeverfahren

stellen. In einer Gesprächsrunde

wird von einer Jury beurteilt, ob die Person für

eine Mitarbeit geeignet ist. Wer nach einer erfolgreichen

Bewerbung aber meint, er hätte ein

Gratisticket für die Spiele in den Stadien, wird

enttäuscht. Die Volunteers werden vor der EM

in Camps auf ihre Aufgabe vorbereitet und sind

dann für die Dauer der Europameisterschaft in

gemeinsamen Lagern einquartiert.

An Spieltagen muss jeder seine Aufgaben erfüllen,

die von der Empfangsdame im VIP

Eingangsbereich bis zur Abwicklung von Problemen

im Pressebereich reichen kann. Als

Volunteer hat man somit geringe Chancen, die

Spiele live sehen zu können. Als Gegenleistung

erhält jeder freiwillige Mitarbeiter ein exklusives

Outfit, Verpflegung und ein Quartier für

die Dauer seines Einsatzes. Österreich und die

Schweiz werden im Juni 2008 Millionen von

Fans jubeln sehen. Volunteers ermöglichen

diese Eu(ro)phorie durch ihre ehrenamtliche

Arbeit.

„Erlebe Emotionen!“

Brigitte Der Patriot Jonas

28 SUMO 1/2008

SUMO 1/2008

29

ma s c h l

Jetzt geht’s los. Das Jahr 2008 ist wenige

Wochen jung, nur mehr etwas mehr als

100 Tage bis zur Euro.

Polen, Kroatien und – wie hätte es besser

kommen können – Deutschland

sind mit uns in der Gruppe B. Aufgrund

der Leistungen unserer Team-Elf

im vergangenen Jahr glauben nur die

wenigsten an eine Sensation. Die Stimmung

hierzulande ist mies. Mittlerweile

gibt es sogar Modelinien, die unser

Land schlecht machen. Ich bezweifle

„Samma doch einfach

amal a bissl stolz …“

jedoch, dass selbst der pessimistischste

männliche Fußballfan eine Boxershort

mit den Worten „Zu Gast bei Verlierern“

freiwillig anziehen würde.

Natürlich sind wir Außenseiter. Aber

warum von vornherein darüber diskutieren,

ob wir es überhaupt schaffen,

auch nur ein Tor zu schießen. Die

Mannschaft spielt bekanntlich so, wie

sie der Trainer und die Fans auf ein

Spiel einstimmen. Wenn also schon

unser Teamchef dafür ungeeignet ist, so

müssen zumindest wir für eine positive

Stimmung sorgen. Nur so kann in der

Mannschaft ein Feuer entfacht werden.

Bei der Euro steht unser ganzes Land

im Mittelpunkt, nicht nur Ivanschitz,

Hickersberger und Co. Also stehen wir

hinter unserem Team und als Einheit

hinter unserem Land. Fordern wir es

nicht nur von den Spielern, stolz den

Adler auf der Brust zu tragen, sondern

samma selber einfach mal a bissl stolz,

Österreicher zu sein. Beweisen wir das

schon am 6. Februar gegen unseren

Nachbarn. Obwohl: Insgeheim lieben

wir ja die Deutschen. Vor allem beim

Skifahren … ho F b a u e r P.

Foto: aboutpixel.de / Susanne Kiesenhofer

Foto: P. Hofbauer


Februar/März

Steinbock (22.12. – 20.01.)

Liebe: Du solltest dich endlich bei einer

bestimmten Person melden. Du wirst

eine interessante Neuigkeit erfahren, die

dich weiterbringt.

Gesundheit: Achte unbedingt auf eine

gesunde Ernährung. Für eine aufwändige

Aufgabe wirst du viel Kraft brauchen.

Erfolg: Du hast lange für die Durchführung

einer bestimmten Sache gekämpft.

Endlich wirst du dafür belohnt. Zeige

deine Freude.

Wassermann (21.01. – 19.02)

Liebe: Unmögliches scheint möglich zu

werden. Gib nicht auf, Amors Pfeile sind

auf dem Weg zu dir.

Gesundheit: Du benötigst ab und zu eine

Auszeit vom Stress. Gönn‘ sie dir! Ein Tapetenwechsel

wird dir gut tun.

Erfolg: Veränderungen kommen auf dich

zu. Nun kannst du dich endlich so entfalten,

wie du es dir schon lange gewünscht

hast.

Fische (20.02. – 20.03.)

Liebe: Es könnte ein Gerücht die Runde

machen. Hör nicht darauf, sondern mach

dir dein eigenes Bild. Und rede offen darüber.

Gesundheit: In der Ruhe liegt die Kraft.

Erhol dich vom Prüfungsstress und gönn‘

dir etwas Entspannung.

Erfolg: Du inspirierst so manchen mit

überragenden Ideen. Sei aufmerksam

und pass‘ auf, dass niemand deine Einfälle

für seine eigenen ausgibt.

Widder (21.03. – 20.04.)

Liebe: Seit langer Zeit wünschst du dir

etwas. Hab‘ auch weiterhin Geduld, dein

Warten wird schon bald belohnt werden.

Gesundheit: Deine Vorhaben stehen unter

einem guten Stern. Also zieh‘ durch,

was du dir vorgenommen hast.

Erfolg: Du musst niemandem beweisen,

wie toll du bist. Andere wissen ganz genau,

welche Fähigkeiten du besitzt.

Horoskop

Stier (21.04. – 20.05.)

Liebe: Auch wenn ein Wunsch in Erfüllung

geht: Du solltest trotzdem auf dem

Boden der Tatsachen bleiben.

Gesundheit: Du benötigst sowohl Power

als auch Entspannung. Halte diese beiden

gut in der Waage, dann fühlst du dich

schwierigen Situationen gewachsen.

Erfolg: Dein Improvisationstalent ist gefragt.

Zögere nicht und verlass dich auf

deine eigenen Fähigkeiten.

Zwillinge (21.05. – 21.06.)

Liebe: In Sachen Liebe könnte es nicht

besser laufen. Die Funken sprühen und

gemütliche Kuschelstimmung ist angesagt.

Gesundheit: Versuch‘ einfach einmal abzuschalten.

Entspannungsübungen helfen

dir, die innere Ruhe zu bewahren.

Erfolg: Du kannst ein Ereignis kaum erwarten.

Bleib geduldig, sonst unterlaufen

dir aufgrund mangelnder Konzentration

Fehler.

Krebs (22.06. – 22.07.)

Liebe: Deine Ausstrahlung verfehlt die

Wirkung nicht. Du kommst gut an und

wirkst anziehend auf eine bestimmte Person.

Gesundheit: Deine körperliche Fitness

ist hervorragend. Du bist richtig fit und

gut drauf. Mach weiter so!

Erfolg: Deine Leistungskurve steigt, da

du mit viel Energie an Dinge herangehst.

Du bist wesentlich motivierter und freust

dich über deine Erfolge.

Löwe (23.07. – 23.08.)

Liebe: In der Liebe tut sich nicht viel

Aufregendes. Du solltest dringend etwas

nachhelfen.

Gesundheit: Du bist körperlich sehr belastbar.

Durch regelmäßigen Sport verbesserst

du dein Wohlbefinden und deine

Ausdauer.

Erfolg: Die Erfolgsaussichten sind hervorragend.

Du weißt genau, was du benötigst

und wie du es erreichen kannst.

Warum handelst du nicht?

Jungfrau (24.08. – 23.09.)

Liebe: Eine Überraschung wird dein Leben

ordentlich auf den Kopf stellen. Lass‘

dich darauf ein, du wirst es nicht bereuen.

Gesundheit: Du solltest viel an die frische

Luft gehen. Das regt deinen Kreislauf an

und du kannst gestärkt an schwierige

Aufgaben herangehen.

Erfolg: Wenn es zu Streit kommt, wäre es

besser, die weiße Fahne zu hissen. So ersparst

du dir unnötige Debatten.

Waage (24.09. – 23.10.)

Liebe: Mit deinem Charme verzauberst

du viele. Allerdings solltest du jetzt nicht

mit dem Feuer spielen. Das rächt sich viel

schneller, als du denkst.

Gesundheit: Achte auf gesunde Ernährung.

Dadurch fühlst du dich wohler und

dein Stoffwechsel wird es dir danken.

Erfolg: Du musst einige Herausforderungen

bewältigen. Diese meisterst du

spielend, wenn du auf Ratschläge eines

Freundes hörst.

Skorpion (24.10. – 22.11.)

Liebe: Es könnte zu kleinen Streitigkeiten

kommen. Ignoriere sie nicht, sondern

rede darüber und versuche, eine passende

Lösung zu finden.

Gesundheit: Es geht dir viel durch den

Kopf. Leg‘ zwischendurch Ruhepausen

ein und ordne deine Gedanken.

Erfolg: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Du solltest deine Aufgaben pünktlich

erledigen. Es wird sich lohnen.

Schütze (23.11. – 21.12.)

Liebe: Eine Krise, die du durchlebst, hat

nicht nur negative Seiten. Du wirst aus

deinen Fehlern lernen.

Gesundheit: Frische Luft und Bewegung

sind besonders wichtig. Ein kleiner Spaziergang

zwischendurch würde nicht

schaden.

Erfolg: Nimm ein Jobangebot trotz Zweifel

an. Du wirst es nicht bereuen und

außerdem kannst du so deine finanzielle

Situation verbessern.

Pistensau?

Oder doch eher gemütlich ...

Hier findest du die Auflösung unseres Psychotests.

0 – 33 Punkte:

Der Pflug-Bogerl Fahrer

In dieser Kategorie gelandet, kennst du folgende Situationen sicherlich: Du hast eigentlich

keine Lust auf den Winter und bist schon ewig nicht mehr auf Skiern bzw.

dem Snowboard gestanden. Oft bringt man dich sowieso nur anderen zuliebe auf die

Piste. Dabei ist es doch nicht so schlimm, kein begeisterter Wintersportler zu sein.

Sieh dich lieber als „bisher verkanntes Genie“ und lass dich endlich einmal auf den

Winter ein! Du wirst schnell erkennen, dass das Getümmel im Schnee auch seinen

Reiz hat. Falls nicht, überzeugt dich sicherlich eine Tasse Jagatee. Ein kleiner Tipp:

Am Rand der Piste fahren erspart böse Blicke!

34 – 66 Punkte:

Der Einkehrschwung-Profi

Auch Après-Ski Star genannt. Du weißt genau, auf welcher Skihütte die coolsten

Partys abgehen. Wenn du eine Schirmbar betrittst, ist auf jeden Fall für grandiose

Stimmung gesorgt. Umgeben von deinen Freunden verwandelst du selbst den

schlimmsten Skimuffel in einen wilden Partytiger. Doch Vorsicht: Fixiere dich nicht zu

sehr auf Après-Ski Partys, denn sonst könnte dir jede Menge Spaß im Schnee entgehen.

Immerhin gibt es einen Grund, dass man Skier oder ein Snowboard braucht, um

diese Hütten überhaupt erreichen zu können.

67 – 100 Punkte:

Die Pistensau

Als waschechter Wintersport-Freak hast du dir den Titel der „Pistensau“ auf jeden

Fall verdient. Dem Winter fieberst du immer schon früh entgegen. Ob Ski fahren,

Snowboarden, Langlaufen oder Rodeln – kein Wintersportgerät ist vor dir sicher.

Leider sind es auch die anderen Pistenbenutzer nicht. Denn in deinem Sportrausch

bemerkst du oft nicht, dass es auch noch andere Leute um dich herum gibt. Um Unfälle

und peinliche Zusammenstöße in Zukunft zu vermeiden, solltest du versuchen,

das Tempo zu reduzieren. Beziehe auch andere in den Spaß mit ein!

Ausbildungsmedium SUMO:

Geschäftsführender Herausgeber:

Peter Hofbauer, leitung@sumomag.at

Chefredaktion:

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Bildredaktion: Manuela Praschak,

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