Untitled - arsedition

arsedition

Untitled - arsedition

amY carpenter


amY carpenter

Aus dem Englischen von

Marianne Harms-Nicolai

und Birgit Adam


einleitung 7

1. karate kid 11

2. langes warten 21

3. taYlor will hoch hinaus 27

4. ein fantastisches Leben 39

5. gruselgeschichten 47

6. der neue twilight-star 61

7. new moon – bis(s) zur mittagsstunde 71

8. ein star 85


»Ich persönlich verstehe dieses Vampirding nicht.

Vampire sind kalt, Werwölfe sind heiß, also, ich meine kalt,

heiß – kommt schon! ... Die Fans von Team Edward

werden das früher oder später auch noch kapieren!«

– Taylor Lautner

Um es mit den Worten der eingeschüchterten

und verwirrten Heldin von

New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde

zu sagen: Man kann es nicht leugnen, dass

Taylor Lautner »ziemlich schön« ist. Mit seinen

intensiven braunen Augen, dem hinreißendsten

Lächeln in ganz Hollywood und einem Körper,

für den es sich zu sterben lohnt, hat Taylor mit

seiner Ausstrahlung als junger Star eine ganze

Generation von Teenies – und von den Müttern

wollen wir gar nicht sprechen! – in Träume von

romantischen Nächten versetzt, verloren unter

dem Silber des Mondes. 2008 war das Jahr, in

dem Taylor Lautner als Shootingstar durch sei-

ne Rolle als Jacob Black, einen Teenie-Werwolf

im ersten Teil der Kinoverfilmungen der Twilight-

Saga von Stephenie Meyer, bekannt wurde.

Seitdem hat er die Rolle geprägt. Wenn es

einen Werwolf gibt, der Bella – zusammen mit

der Leidenschaft und dem Mut untergebener

Twilight-Fans überall – aus den Armen von Robert

Pattinsons eiskaltem Vampir Edward Cullen stehlen

kann, so ist es Taylor, und mit dem Kinostart

von New Moon ist er genau dazu bereit. In der

Realität aber ist Taylor ein junger Mädchenschwarm,

der bei jedem Schritt seines Weges mit

Zähnen und Krallen für seinen Erfolg gekämpft

hat – und das mit einer stählernen Entschlossenheit,

die seine Jugend Lügen straft.

Es war schon ziemlich früh klar, dass Taylor

Lautner jemand werden würde. Er war ein

atemberaubend intelligentes und freundliches

Mission »Kopf verdrehen« – Taylor kommt frisch von den Dreharbeiten in Vancouver zur

Teen Vogue’s Seventh Annual Young Hollywood Party, September 2009.

Kind, gesegnet mit einem natürlichen, guten und

athletischen Aussehen. Es gab nur eine echte

Unsicherheit im Hinblick auf Taylors Erfolg in der

Zukunft: Welches seiner vielen Talente würde er

wählen, um es auszubauen?

Ursprünglich sah es aus, als wäre er für eine

Karriere als Sportler geschaffen. Sein angeborenes

Talent für den Kampfsport und außergewöhnliche

akrobatische Fähigkeiten in Kombination mit Taylors

aufkommender Freude an der Selbstdarstellung

machten ihn zu einem mehrfachen Weltmeister in

unterschiedlichen Kampfsportarten, noch bevor er

zehn Jahre alt war.

Für die meisten Leute würde ein Weltmeisterschaftstitel,

in welchem Bereich auch immer, den

Höhepunkt einer lebenslangen Karriere, und

damit auch ihre Vollendung, bedeuten. Taylor ist

aber eben jemand ganz Besonderes; seine früh

erkennbaren Talente und sein beeindruckender

Sinn für Selbstdisziplin brachten und bringen ihn

dazu, jede noch so winzige Nische seines offenbar

unbegrenzten Potenzials zu erforschen.

Als er in die Pubertät kam, gab er die Wettbewerbe

und Wettkämpfe in den Kampfsportarten

auf und entschied sich für eine Karriere als

Schauspieler.

Diese Entscheidung zog unzählige Stunden des

Reisens, nicht enden wollende Proben und sogar

einen Umzug aus seiner Heimat Grand Rapids,

Michigan, nach Los Angeles nach sich. Er musste

ein fast übermenschliches Maß an Bewerbungen

und Hingabe für seinen Traum aufbringen, um in


8 taYlor lautner – die biografie

Zerrissen: »Bella liebt Edward immer noch«, erklärte Taylor, »aber irgendwie ist sie auch Jacob verfallen.«

»Ich traf mich mit der Casting-Direktorin, wir unterhielten uns und sie

bat mich um einige Posen. Es war echt witzig, denn damals wusste ich

noch nicht mal, was Posen sind … aber ich lernte es schnell.«

– Taylor Lautner

der richtigen Balance zwischen der Notwendigkeit,

seine Ausbildung zu beenden, und dem Versuch,

in eine der wohl härtesten Branchen der Welt

vorzudringen, zu bleiben.

Mit Unterstützung seiner Familie, durch seinen

eigenen Willen, seine Ambitionen und natürlich

ein sich immer stärker offenbarendes

schauspielerisches Talent wurde Taylor erfolgreich.

Ungeachtet seiner neu entdeckten Bekanntheit

und seines Status ist er ein höflicher,

sympathischer Teenager geblieben, der es völlig

ablehnt, sich die Bewunderung der Massen zu

Kopf steigen zu lassen. Er gibt sich unbeirrt,

entspannt und aufgeschlossen – und es sind, neben

seinen vielen Talenten, besonders auch diese

Qualitäten, die ihn zu einer außergewöhnlichen

Identifikationsfigur und zu einem Vorbild für

andere junge Menschen machen.

Er ist seinen Teenagerjahren noch nicht

einmal richtig entwachsen, und schon ist Taylor

in Hollywood ein fest etablierter Star, der noch

eine lange und aufregende Zukunft vor sich hat.

Er bleibt dennoch zielstrebig und neugierig darin,

sein Können weiter zu verfeinern, seine Talente

zu entwickeln und sein Spektrum an Fähigkeiten

stetig zu erweitern. Er könnte sich zum Beispiel

auch vorstellen, Drehbücher zu schreiben und

in den Sport zurückzukehren, aber jetzt ist er

erst einmal ein Schauspieler auf dem Gipfel des

Ruhms eines Superstars. Wenn man die Erfolgsgeschichte

seiner einzigartigen Leistungen betrachtet,

wie sollte man da voraussagen können,

wohin ihn seine Talente in Zukunft noch führen

werden? Eins ist sicher – die Welt wird noch

bedeutend mehr von Taylor Lautner hören,

und das noch für viele, viele Jahre. »Solange du

mich am liebsten magst, richte ich mich darauf

ein, ätzend beharrlich zu sein«, verspricht Jacob

Black. Da das von Taylor Lautner kommt, kann

man sicher sein, dass es mehr als nur so dahin-

gesagt ist.

Taylor hat seinen Killerinstikt für Mode und Stil für die 2009 CFDA Fashion Awards

in New York von der Kette gelassen.


1

»Mein größter Held ist meine Familie;

sie war vom ersten Tag an immer für mich da.«

– Taylor Lautner

Dienstag, der 11. Februar 1992, war

ein ganz besonderer Tag und einer,

an dem man sich vorstellen könnte,

gemeinsam mit Edward, Bella und Jacob durch

die vereisten Straßen von Folks gelaufen zu sein.

Unvergesslich war dieser Tag auch für Deborah

und Daniel Lautner, ein junges Ehepaar aus Grand

Rapids, Michigan, denn Meilen von Jacob Blacks

Heimatstadt entfernt, verkündete der bitterkalte

Wintermorgen die Geburt ihres ersten Kindes –

eines winzigen Jungen mit rabenschwarzem Haar

und warmen rotbraunen Augen. Sie nannten ihn

Taylor Daniel. Als sie die glückliche Neuigkeit ihren

Familien und Freunden überbrachten, war eines

ganz klar: Der neue kleine Erdenbürger konnte

sich aller erdenklichen Liebe und Aufmerksamkeit

sicher sein, die seine aufgeregten Eltern ihm

als ihrem ersten Kind nur geben konnten.

Taylor wurde in der Rosewood Avenue groß, nur

ein paar Blocks von dort entfernt, wo der spätere

Präsident Gerald Ford einen Teil seiner Kindheit

verbrachte. Es war ein bescheidenes Häuschen,

das unter den anderen in der ruhigen Straße nicht

besonders hervorstach, aber für die gerade größer

gewordene Familie Lautner war es ein glückliches

Zuhause. Angesiedelt in den Vororten der Stadt

mit ihren freundlichen Mustern von Grünflächen

und den Schulen, bei denen man die freie

Wahl hatte, war es die ideale Nachbarschaft für

frischgebackene Eltern, die nach einem Plätzchen

suchen, um sich niederzulassen und ihre Kinder

in Sicherheit großzuziehen.

Obwohl Dan durch seine Arbeit als Pilot ei-

Der junge Taylor begrüßt seine Fans, die gekommen sind,

um ihn bei der Sahara-Premiere im April 2005 zu sehen.

ner privaten Airline häufig für längere Zeit von zu

Hause weg sein musste, arbeitete auch Deborah.

Sie war bei Herman Miller beschäftigt, einer

Bürodesignfirma, die besonders für ihre flexible

und progressive Einstellung ihren Mitarbeitern

gegenüber bekannt war, was es Deborah erlaubte,

viel Zeit mit ihrem Baby Taylor zu verbringen.

Sowohl Deborahs als auch Dans Familien hatten

für mehrere Jahre in der gleichen Gegend gelebt,

und auch wenn Dans Angehörige aus Traverse City

stammten, das ungefähr 240 Kilometer nördlich

von Grand Rapids lag, so war doch Deborahs

Familie ihnen in Manistee, Michigan, etwas näher.

Obwohl die gesamte Lautner-Familie sehr

hilfsbereit darin war, sich um den kleinen

Ankömmling zu kümmern, war die Entfernung

zwischen Grand Rapids, Traverse City und auch

Manistee für eine tägliche Anreise einfach zu weit.

Der kleine Taylor wurde also in einer der vielen

örtlichen Kinderkrippen angemeldet, in der der

Wolf in ihm – schon lange vor der Twilight-Saga

– zum ersten Mal seine Zähne zeigte.

»Ich war im Kindergarten ein Beißer«, gestand

Taylor im Oktober 2008, während er Terri

Finch Hamilton von der Grand Rapid Press ein

besonders wölfisches Grinsen zuwarf.

Die Familie fand schnell in eine glückliche häusliche

Routine hinein, doch leider währte diese

nicht lange. 1996, als Taylor vier Jahre alt war,

brannte das Haus seiner Familie in der Rosewood

Avenue bei einem Feuer aus. Wie durch einen

glücklichen Zufall war Deborah mit Taylor über

Nacht zu seiner Tante gefahren. Dan arbeitete und


12 taYlor lautner – die biografie

war nicht da. Statt des Traumas, plötzlich ihr Heim

und fast alle ihre Besitztümer verloren zu haben,

hatten die Lautners eher so etwas wie das Gefühl

eines glücklichen, schicksalhaften Entrinnens.

»Die Polizei rief an und sagte uns, dass unser Haus

abgebrannt sei«, erinnert sich Taylor. »Wenn meine

Tante uns nicht eingeladen hätte, die Nacht bei

ihr zu verbringen … tja, dann …«

Dan, Deborah und Taylor zogen in ein neues,

geräumigeres Haus in Hudsonville, ein Viertel,

das ca. 20 Meilen südwestlich von ihrem alten Zuhause

lag und das den Vorteil hatte, dass sie so

näher an mehreren von Taylors Tanten und Onkel

wohnten. Aus Obstplantagen hervorgegangen,

hatte die Stadt Hudsonville ca. 6000 Einwohner,

von denen viele sich von der besonders großen

Auswahl an Schulen, Parks und Kirchen angezogen

gefühlt hatten. Die Gegend war außerdem bekannt

für eine ganze Reihe von erfolgreichen

Sportteams und professionellen Sportlern – ein

Erbe, das für die Entwicklung von Taylors Interesse

an Basketball, Football und Ringkampf prägend

und förderlich war.

Kurz nach dem Umzug nach Hudsonville wurde

Deborah wieder schwanger, und 1996 bekam sie

eine Tochter, die die Eltern Makena nannten. In

New Moon wird Jacob Black als Bellas »eigene

persönliche Sonne« beschrieben. Er steht für

Wärme, Licht und Hoffnung und ist der einzige

Freund, der ihr helfen kann, ihre Albträume

und ihren Kummer über ihr ohne Edward leer

gewordenes Leben zu vergessen. Und tatsächlich

begrüßte der sechseinhalbjährige Taylor seine

kleine Schwester genau, wie man es erwartet

hätte. Er hieß sie in der Familie in einer Art und

Weise willkommen, wie sie einer echten Version

seines Film-Alter-Egos würdig war. Die beiden

Geschwister waren ein Herz und eine Seele

und spielten oft glücklich zusammen. »Meine

Schwester und ich spielten immer ›Spione‹, als

ich noch kleiner war«, erzählte Taylor im Jahr 2005

Michael J. Lee von RadioFree.com. »Wir waren im

Haus und ich versteckte etwas. Dann taten wir

so, als ob wir Geheimagenten und Spione wären.

Und ich sagte ihr, dass das alles wirklich so sei,

und sie glaubt mir das bis heute. Jetzt ist sie sechs.

Bald muss ich ihr sagen, dass alles nur ein Spiel

war und ich nur so getan habe, damit wir viel Spaß

hatten.«

Zu diesem Zeitpunkt war Taylor gerade auf die

Jamestown Grundschule gekommen, an der seine

natürliche athletische Veranlagung und seine

Begabung für Bewegung schnell dafür sorgten,

dass Sportunterricht zu seinem Lieblingsfach

wurde. »Ich machte wirklich sehr viel Sport in

der Schule«, erinnerte er sich in einem Interview

mit Jason White von eFilmCritic.com. »Meine

Sportarten waren Ringkampf, Football, Baseball,

»Ich war im Kindergarten ein Beißer. Ich kann mich selbst nicht

daran erinnern, aber meine Eltern haben mir erzählt,

ich hätte immer andere Kinder gebissen.«

– Taylor Lautner

Kampfsportarten. Nach nicht allzu langer Zeit

war ich gezwungen, mich auf einige Dinge zu

konzentrieren – leider kann man einfach nicht

alles machen.«

Freunde der Familie erzählten ihm von Karate,

und Taylor trainierte von da an verstärkt die

Kampfsportarten. Er besuchte Fabianos Karate und

Fitness-Center in Holland, der nächst-größeren

Stadt, das von dem Karatetrainer Tom Fabiano

geführt wurde. Das Center ist sehr bekannt und

hat schon viele junge Menschen mit großem

Erfolg in die verschiedensten Kampfsportarten

eingeführt.

Taylor besuchte Fabianos »Kleine Drachen«-

Klasse mit einem Programm, das besonders

kinderfreundlich aufgebaut wurde und es 4- bis

6-jährigen ermöglicht, Kampfsportarten in ei-

ner förderlichen Umgebung zu erlernen. Fabiano

legt großen Wert auf die Vermittlung der

»Matsumura-Seito-Shorin-Ryu«-Methode, einer


Form von Karate, die vom traditionellen Okinawa-

Kampfstil ausgeht und ein besonderes Augenmerk

auf Geschick, Präzision und Beweglichkeit – mehr

als auf Stärke – legt. Die Schule unterrichtet nach

zwei Basisphilosophien: Erstens: »Ich versuche,

mich selbst in positiver Weise zu entwickeln, und

vermeide alles, was meine geistige Entwicklung

oder meine körperliche Gesundheit behindern

könnte.« Und zweitens: »Ich versuche, Selbstdisziplin

zu dem Zweck zu üben, mein Bestes und

das Beste anderer hervorzubringen.« Die starke

Bindung an diese Grundsätze, die Fabiano all

seinen Schülern intensiv mit auf den Lebensweg

gibt, bildete die Grundlage für jeden einzelnen

der späteren Erfolge Taylors.

»Die Kinder vom Boss meiner Mutter machten

Kampfsport – da wollte ich es unbedingt auch mal

ausprobieren. So fing ich an […], und es hat mir

viel Spaß gemacht«, erklärt Taylor auf der Website

von Kidzworld.com. »Das Einzige, was mich störte,

war die Sache mit dem barfußlaufen. Ich mag das

nicht, barfuß zu laufen. Ich trage normalerweise

karate kid

Taylor arbeitet sich 2005 bei der Sahara-Premiere über den roten Teppich und führt dabei die gleichen umwerfenden Bewegungen

vor, die auch das Interesse von Robert Rodriguez für seine Rolle als Sharkboy geweckt hatten.

noch nicht mal Sandalen!« Aber unabhängig von

seinem »Schuhproblem« sieht es so aus, als sei der

verwegene Taylor schon immer dafür bestimmt

gewesen, mit den Wölfen zu heulen. »Ich mochte

den Unterricht wirklich sehr, vor allem wegen

der ganzen Spiele, die wir da machten, wie zum

Beispiel ›Schwerter und Speere‹ oder ›Der Sensei

sagt …‹«, erzählte Taylor karateangels.com.

Trotz seiner leichten Abneigung gegen die

eher anstrengenden Aspekte der Disziplin ließen

sich Taylors stärkste Wesenszüge – der natürliche

Antrieb, Selbstvertrauen und Hingabe, die schnell

zu seinen Markenzeichen wurden – bereits

erahnen.

»Viele Jungs in dem Alter spielen verrückt,

aber Taylor war immer sehr bedachtsam und

konzentriert«, erinnert sich Tom Fabiano. »Er war

kein typisches Kind. Er hat immer besonders hart

gearbeitet.«

Sehr schnell hatte Taylor die Ideen von Fabianos

Philosophie verstanden und bewies, dass er mehr

als bereit dafür war, die Klasse der Kinder zu

13


14 taYlor lautner – die biografie

Ein Taylor mit Igelfrisur feiert im März 2005 die Veröffentlichung

von Ladder 49 auf DVD und beweist, dass sein Gefühl

für Romantik und echte Helden eigentlich nichts Neues ist.

verlassen – auf einer Lernkurve, die steil durch

die Decke ging!

Ein Jahr später hatte sein Karatetrainer Fabiano

genug gesehen. Davon überzeugt, dass sein junger

Schützling bereit war, an einem Wettbewerb auf

nationalem Level teilzunehmen, meldete er Taylor

für eine Meisterschaft in Louisville, Kentucky, an.

Wie es bei Debüts in Sportwettbewerben

manchmal vorkommt, war Taylor wirklich etwas

ganz Besonderes – er triumphierte in

drei verschiedenen Disziplinen, mehr als Tom

Fabiano sich in seinen kühnsten Träumen auszumalen

gewagt hatte. Er erregte außerdem

die Aufmerksamkeit von Mike Chat, einem professionellen

Kampfsportwettkämpfer und Lehrer

mit mehr als 50 Siegen bei internationalen

Wettkämpfen in seiner Vita.

Der 24-jährige Michael Chaturantabut wurde

in der thailändischen Provinz Rayong geboren

und hatte sich als Mike Chat schon einen

beachtlichen Namen gemacht. Als dreimaliger

Gewinner der renommierten World-Forms-and-

Weapons-Meisterschaften und fünfmaliger North-

American-Forms-and-Weapons-Champion war er

1992, schon mit 17 Jahren, in die World Hall of

Fame des Kampfsports aufgenommen worden.

Chat entwickelte einen einzigartigen, sehr

charismatischen Kampfstil, der die traditionellen

Techniken von Okinawa Shorin Ryu, Tae Kwon Do,

dem chinesischen Wushu, Kickboxen, Yoga, Tanz,

Ballett und Akrobatik miteinander kombinierte

und so ein neues System begründete, das er XMA

– Extreme Martial Arts, also Extremkampfsport,

nannte. Neben der Einrichtung der Teams Chat

Elite und International – zweier Kampfsportteams,

die in XMA trainiert waren, gegeneinander

antraten und Vorstellungen auf der ganzen

Welt gaben – veranstaltete Chat Kampfsport-

Sommercamps und hatte kurz zuvor begonnen,

seine Fähigkeiten einem breiteren Publikum auch

über die bekannte Fernsehshow WMAC Masters

bei Fox Networks zu präsentieren. Dank des

Erfolgs dieser Serie erhielt Chat viele Anfragen

für Auftritte in Fern-sehwerbespots, Musikvideos,

Stunts für Paolo Montalban in der Fernsehserie

Mortal Kombat: Conquest sowie einige kleine

Rollen zusammen mit Leuten wie der Hongkong-

Kinolegende Sammo Hung in seiner bekannten

CBS-Serie Martial Law – Der Karate-Cop.

In Kampfsportkreisen war Mike Chat also

schon ein echter Superstar – auch wenn er zu

noch breiterem Ruhm unter dem Namen Chad

Lee kam, dem blauen Lichtgeschwindigkeits-

Power Ranger, den er 2000 in der Power-Rangers-

Fernsehlizenzverfilmung Power Rangers: Lightspeed

Rescue spielte –, und als Taylor ihm 1999

zum ersten Mal begegnete, war er noch immer

einer der wichtigsten inspirierenden persönlichen

Vorbilder für den Jungen. Taylor war sicherlich

nicht der Einzige, der durch diese Begegnung

nachhaltig beeinflusst wurde.

Chat seinerseits war von Taylors frühzeitigen

Talenten beeindruckt und lud ihn ein, sein

Sommerschulcamp Chat International an

der UCLA, der University of California, Los

Angeles, zu besuchen. Die unterschiedlichen

Trainingseinheiten gründeten auf Gymnastik,

Akrobatik, Elementen des Kampfsports, des Stunt-

Trainings und der darstellenden Künste – alles


Disziplinen, die Taylors natürlichen Fähigkeiten

entgegenkamen und ihn mit unschätzbaren

Fertigkeiten ausstatteten, die ihm in der Zukunft

zugutekommen würden.

»Ich verliebte mich in Karate«, erinnerte er

sich. »Als das Camp zu Ende war, konnte ich ein

Rad in der Luft schlagen, ohne meine Hände zu

benutzen.«

Taylors Leistungen im Camp Chat bestärkten

Mike in seinem ersten Eindruck von dem jungen

Kampfsportkünstler aus Michigan. Von diesem

Moment an übernahm Mike die Ausbildung Taylors

von Tom Fabiano; der anstrengende Prozess,

aus dem ungeschliffenen Talent seines Schülers

Weltklassestandard zu machen, begann.

Die größte Schwierigkeit für beide, Lehrer

und Schüler, war die geografische Entfernung

– Mikes Reisen und seine Fernsehverpflichtungen

bedeuteten, dass realistisch gesehen ein Besuch

in Hudsonville für ihn nicht infrage kam. Taylors

schulische Ausbildung hatte ebenfalls Priorität,

und so wurde ein Kompromiss gefunden. Taylor

reiste, um sich Mike anzuschließen, nach Los

Angeles, wann immer sich die Gelegenheit dazu

bot. »Ich versuche, so viel Zeit wie möglich mit

meinem Lehrer Mike Chat zu verbringen. Er gibt

mir Hausaufgaben, an denen ich mit meinen

Eltern arbeiten kann. Meine Mutter und mein

Vater unterstützen mich dabei, wenn ich meine

Aufgaben von Mike übe«, berichtet Taylor.

Die Anforderungen, ein strenges Körpertraining

diszipliniert und mit Erfolg einzuhalten, während

man gleichzeitig Fortschritte im Schulunterricht

machen soll, wären allein schon genug He-

rausforderung für jeden Schüler. Trotz seines

zarten Alters von acht gelang es Taylor, diese

Verpflichtungen souverän zu meistern. Tatsächlich

ließ er auch in der Schule nicht nach. »Ich bekomme

meistens Einsen und hin und wieder mal eine Eins

minus«, erklärte Taylor. »Der Schlüssel dazu ist

karate kid

ein sehr offenes Verhältnis zu meinen Lehrern.

Meine Eltern und ich sprechen regelmäßig mit

allen Lehrern, damit ich nichts verpasse und die

Aufgaben verstehe. Das heißt nicht, dass es nicht

auch schwierig war – das war es! Ich glaube aber,

wenn die Lehrer einmal verstanden haben, wie

wichtig mir meine Ausbildung ist, dann sind sie

toleranter. Letzte Woche war es ganz hart. Da

musste ich jeden Abend bis 22.30 oder 23.00 Uhr

aufbleiben, um meine Hausaufgaben zu schaffen.«

Neben seinem virtuosen Können als Kampfsportler

war es Taylors Energie und seine reife

Haltung, die ihn in seinem stetig hektischer

»Ich machte mir nicht so viel aus all den Liegestützen und der harten

Arbeit. Ich fing nur an wegen der lustigen Spiele.«

– Taylor Lautner

werdenden Leben als einzigartige und außergewöhnliche

Persönlichkeit auszeichneten.

Zudem war er auch noch sehr erfinderisch

und fing sehr schnell an, seine eigenen XMA-

Bewegungen zu entwickeln. »Es heißt Korkenzieher«,

sagte er. »Ich mache einen Rückwärtssalto

von einem Bein, eine 360-Grad-Drehung in

der Luft und lande im Spagat. Ich war der erste

Teilnehmer, der das je im nationalen Karatering

vorgeführt hat.«

Taylors angeborene Athletik zeigte, dass er ein

Naturtalent für XMA war. Auf der breiten Palette

der von ihm gewählten Disziplin konnte er sich

voll entfalten. »Normaler Kampfsport ist traditioneller,

ohne Musik und ohne Saltos in der

Choreografie«, erklärte Taylor. »Aber der Extremkampfsport

findet immer zu sehr schneller,

rhythmischer Musik statt, choreografiert mit

vielen akrobatischen Zwischeneinlagen.«

Taylor verfolgte zusätzlich außerdem sein

Interesse an Football – irgendwie quetschte er die

Spiele noch in seinen sowieso schon übervollen

Stundenplan. »Mein Trainingsplan verändert sich

in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Ich versuche,

drei- bis viermal in der Woche zu trainieren, aber

in der Football-Saison kann es schwierig sein, vier-

mal pro Woche Training unterzubringen.«

15


Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten

sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

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Copyright © 2009, 2010 by Plexus Publishing Limited

Amy Carpenter

First published in Great Britain by Plexus Publishing Limited

in 2009.

This authorised German language edition of THE TAYLOR

LAUTNER ALBUM by Amy Carpenter is published by arrangement

with Plexus Publishing Limited.

Text copyright © 2009 Amy Carpenter

Titel der Originalausgabe: The Taylor Lautner Album

Die Originalausgabe ist 2009 im Verlag

Plexus Publishing Limited, London erschienen.

© 2010 arsEdition GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten

Übersetzung: Marianne Harms-Nicolai und Birgit Adam

Satz: Janina Michna, München

ISBN 978-3-7607-6408-5

www.arsedition.de

Coverdesign: Coco Wake-Porter und Brian Flynn

Buchdesign: Coco Wake-Porter mit zusätzlicher Bebilderung von

Brian Flynn

Coverfotografie: Kevin Winter/Getty Images;

Fotografie auf der Buchrückseite: Matt Baron/BEI/Rex Features

Danksagungen

Ein Buch wie das vorliegende kann ohne die Hilfe, Geduld und

Ausdauer von vielen Leuten nicht fertiggestellt werden. Einen

großen Dank an unser Redaktionsteam: Dick Porter, Laura

Coulman und Tom Branton. Danke an unsere Hersteller Coco

Wake-Porter und Brian Flynn. Danke auch Harvey Weinig und Alice

More, die nach Material aus den USA gesucht haben. Der Autor

möchte Sandra Wake und Terry Porter herzlich danken.

Taylor Lautner hat vielen Zeitungen, Zeitschriften und

Webseiten Interviews gegeben, die es möglich gemacht haben,

sein Leben und seine Karriere chronologisch darzustellen. Der

Autor und die Redakteure möchten deswegen danken: Grand

Rapids Press, Oregon Herald, Los Angeles Times, Seattle Post-

Intelligencer, The New York Times, The Times, Interview Magazine,

Media Blvd Magazine, Metro News, Teen Vogue, Teen Magazine,

Vanity Fair, The Guardian, E! Online, Sugar, Bliss, Love Magazine,

J-14 Magazine, Chicago Sun-Times, Fangoria, People, Boxoffice

Magazine, Life & Style, Film Fantasy, OK!, Empire, Gone With

The Twins, Entertainment Weekly, GQ Magazine, Rolling Stone,

Chicago Tribune, Eparsa Magazine, radiofree.com, efilmcritic.com,

kidzworld.com, karateangels.com, ultimatedisney.com, canmag.

com, taylorlautner.com, about.com, buddytv.com, reelzchannel.

com, acedmagazine.com, mtv.com, metronews.ca, teamsugar.

com, twilightmoms.com, hitfix.com, fandango.com, movies.

msn.com, ontheflix.com, newmoonmovie.org, stepheniemeyer.

com, twilightthemovie.com, lionandlamblove.org, breakingdawn.fr,

eclipsemovie.org, petitiononline.com, thepetitionsite.

com, radaronline.com, twilighters.org, thedeadbolt.com,

taylorlautnerfan.net, taylorfans.org, lautnerfan.net, lautnerfan.

com, taylorlautnersource.com, examiner.com, twilightcartel.com,

justjaredjr.buzznet.com. Die folgenden Bücher wurden für die

Recherche verwendet: New Moon von Stephenie Meyer, Twilight

von Stephenie Meyer, Eclipse von Stephenie Meyer, Breaking Dawn

von Stephenie Meyer, Spirit Quest von Susan Sharpe, The Robert

Pattinson Album von Paul Stenning.

Danke auch an die Filmvertreiber: Summit Entertainment,

Dimension Films, Twentieth Century-Fox Film Corporation, Karz

Entertainment.

Folgenden Agenturen, die uns mit Fotos versorgt haben, wollen

wir danken: Corbis/Frank Trapper; Getty Images/WireImage/

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Summit Entertainment; The Adventures Of Sharkboy and Lavagirl/

Dimension Films; Cheaper By The Dozen 2/Twentieth Century-Fox

Film Corporation; Twilight/Summit Entertainment; Valentine’s Day/

Karz Entertainment.

Es wurde versucht, alle Urheberrechte und die Originalquellen

herauszufinden und deren Inhaber zu benachrichtigen. Wir

entschuldigen uns für mögliche unbeabsichtigte Fehler, die in

zukünftigen Auflagen korrigiert werden.

* Quellennachweis S. 72, zitiert nach: Stephenie Meyer: Bis(s) zur

Mittagsstunde. Übersetzt von Sylke Hachmeister. Carlsen Verlag,

Hamburg, 2007.


»Ich denke,

die Fans würden

jeden lieben, der

Jacob spielt … Ich

habe nur Glück,

dass ausgerechnet

ich derjenige bin,

der die Chance

bekommt.«

– Taylor Lautner

Schon seit seiner Kindheit steht Taylor Lautner für

zahlreiche Kinofi lme und Fernsehserien vor der Kamera.

Doch die Rolle seines Lebens ist zweifellos die

des Werwolfs Jacob Black, der leidenschaftlich in

die schöne Bella verliebt ist. Taylors Auftritt in

den Blockbustern Twilight und New Moon hat

das Leben des smarten Jungschauspielers aus

Michigan regelrecht auf den Kopf gestellt.

Das Buch schildert mit zahlreichen Fotos und

Filmbildern das Leben und die Karriere des

sportlichen Stars: von seinen prägenden

Jahren in Michigan, seinen frühen Erfolgen

im Kampfsport über seine ersten Filmrollen

bis zu seinen Erfahrungen mit den Fans und

bei den Dreharbeiten zu Twilight.

»Taylor Lautner – Die Biografi e« präsentiert aufwendig

gestaltet und reich bebildert die Karriere

des faszinierenden Schauspielers und ist ein Muss

für jeden begeisterten Twilight-Fan!

Robert Pattinson

– der Star

aus Twilight!

ISBN 978-3-7607-5189-4

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